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LIETUVIŲ AREALINĖS LINGVISTIKOS KLAUSIMAI

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

A. VALECKIENĖ

DIE FORM tai UND IHRE VARIANTEN IN DEN LITAUISCHEN DIALEKTEN

001. Die Form tai ist in der Standardsprache als Pronomen des Neutrums und als Partikel bekannt. Diese Form wird auch in den Dialekten recht häufig verwendet. Neben der Form tai gibt es in den Dialekten viele weitere Formen: tatai, ta, to, tei, tę, tę, ti, tei, die Varianten der Form tai bilden. Sie sind territorial über die Dialekte verteilt. Die meisten dieser Formen waren zuvor von niemandem angeführt worden; wenn sie in Dialekttexten doch einmal von jemandem wiedergegeben wurden, setzte man sie in die Form tai zurück. Tatsächlich ist die Identifikation zumindest eines Teils dieser Formen unklar. Daher soll hier erörtert werden, wie Dialektformen genauer identifiziert werden können; untersucht werden, wie sie in den Dialekten verbreitet sind, welche Funktionen sie haben und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.

1. VERBREITUNG UND IDENTIFIKATION DER FORMEN

002. In den Dialekten wird die Form tai weiter verbreitet verwendet als alle anderen Formen. Sie hat sich auch in der Standardsprache durchgesetzt. Diese Form ist in allen ostlitauischen Dialekten bekannt, mit Ausnahme des Panevėžys-Dialekts (wo die unklaren Formen tę, tę, ti verwendet werden); sie kommt außerdem im Gebiet der Raseiniai-Samogitier vor¹. Im gesamten übrigen samogitischen Gebiet ist die Form tai unbekannt.

Die Form tai hat in den Dialekten wie auch in der Standardsprache zwei Funktionen: 1) die einer Partikel und Konjunktion und 2) die eines Pronomens des Neutrums (zu diesen Funktionen siehe ausführlicher 013 ff.). Die Verbreitung der Form tai in den genannten Funktionen unterscheidet sich jedoch stark zwischen den Dialekten und der Standardsprache. In der Standardsprache wird die Form tai weithin in beiden Funktionen verwendet: als Partikel und Konjunktion sowie als Pronomen des Neutrums. In der letztgenannten Funktion ist die Form tai hier gegenüber anderen Formen ursprünglich². In den Dialekten hingegen ist die Form tai im gesamten genannten Gebiet nur als Partikel und Konjunktion weiter verbreitet bekannt. Die Funktion eines Pronomens des Neutrums hat die Form tai selten, gewöhnlich nur bei den westlitauischen Kaunas-Dialektsprechern sowie den Hochlitauern des Klaipėda-Gebiets und den südlichen

1 Für die Erstellung der Karten zur Verbreitung der Formen und die Bestimmung ihrer Funktionen wurde das Hauptmaterial der vom Sektor für Sprachgeschichte und Dialektologie des Instituts für Litauische Sprache und Literatur erarbeiteten Publikation „Dialekte der litauischen Sprache“ entnommen (die Chrestomathie wurde von E. Grinaveckienė, A. Jonait y tė, K. Morkūnas, B. Vanagienė, A. Vidugiris zusammengestellt; herausgegeben von E. Grinaveckienė, K. Morkūnas). Die Formen wurden aus Dialekttexten exzerpiert. Außerdem wurden die Materialien zu Frage 139a der Kartei des „Atlas der litauischen Sprache“ des Instituts für Litauische Sprache und Literatur sowie die Materialien zu den entsprechenden Formen aus der Wörterbuchkartei durchgesehen; ein Teil des Materials wurde anderen, früher veröffentlichten Dialekttexten sowie Dialektabschlussarbeiten von Studierenden der Staatlichen Universität Vilnius V. Kapsukas entnommen. Ein Teil des Materials wurde von der Autorin selbst durch individuelle Befragung überprüft.

Straipsnyje laikomasi Z. Zinkevičiaus (Lietuvių dialektologija, Vilnius, 1966, p. 446; 1 žemėlapis) tarminių klasifikacijos.

2 Siehe A. Valeckienė, Das Neutrum tai und sein Verhältnis zu anderen Pronomenformen, LKK XV 61, vgl. Tabellen 1, 2, 3, S. 51, 58, 62.

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In den ostaukštaitischen Mundarten wird die Form tas neben den in dieser Funktion wesentlich produktiver verwendeten Formen gebraucht: tą (Akkusativposition). In den ostaukštaitischen Mundarten wird die Form tai in der Funktion eines Neutrumpronomens, könnte man sagen, so gut wie gar nicht verwendet. Sie kommt nur in Übergangsfällen zwischen der Funktion eines Neutrumpronomens und der einer Partikel beziehungsweise Konjunktion vor (vgl. 016a, b). In der eindeutigen Funktion eines Neutrumpronomens werden hier nahezu ausschließlich die Formen tas, tą verwendet. Somit hat sich die Form tai in der Funktion einer Partikel beziehungsweise Konjunktion in den Mundarten wesentlich weiter und stärker durchgesetzt als in der Funktion eines Neutrumpronomens.

Es ist darauf hinzuweisen, dass in den alten Schriftzeugnissen die Form tai ebenfalls häufiger nur in jenen Denkmälern verwendet wird, die auf Grundlage einer aukštaitischen Mundart verfasst sind3, z. B. bei K. Sirvydas (fast ausschließlich nur tai), M. Daukša, M. Petkevičius (neben tatai) u. a. In den Denkmälern, in denen mehr oder weniger deutlich samogitische Elemente erkennbar sind, wird tai überhaupt nicht verwendet (M. Mažvydas) oder kommt neben tatai recht selten vor (in den Schriften von B. Vilentas, S. Vaišnoras sowie J. Bretkūnas). Somit entspricht der Gebrauch der Form tai in den alten Schriftzeugnissen ihrer heutigen arealen Verbreitung in den Mundarten.

Form tatai

003. Die Form tatai wird nur in der samogitischen Mundart verwendet, ist aber auch hier nicht vorherrschend; andere Formen sind wesentlich häufiger. In der samogitischen Mundart wird tatai mit langem auslautendem -ā ausgesprochen (tātā), das dem litauischen Diphthong ai entspricht. Die Form tatai hat hier heute meist die Funktion einer Partikel beziehungsweise Konjunktion. In der Funktion eines Neutrumpronomens kommt sie nur sehr selten vor. In den aukštaitischen Mundarten ist tatai heute unbekannt. In der heutigen Literatursprache kommt tatai nur gelegentlich in den Schriften einiger Schriftsteller vor. In den alten Schriftzeugnissen des 16.–17. Jahrhunderts ist die Form tatai sehr verbreitet, besonders in Denkmälern, die auf Grundlage der samogitischen Mundart verfasst wurden. Wie oben erwähnt, wird in den Schriften von M. Mažvydas nur tatai verwendet (tai kommt nicht vor), während in den Schriften von B. Vilentas und J. Bretkūnas tatai neben dem seltenen tai vorherrscht4. Somit ist die Form tatai sowohl in der Partikel- und Konjunktionsfunktion als auch in der Funktion eines Neutrumpronomens im Litauischen heute im Rückgang begriffen. Sie wird von anderen Formen verdrängt.

Form ta

004. Die Form ta wird im gesamten samogitischen Mundartgebiet mit Ausnahme des raseiniškiai-Gebiets verwendet. Der Vokal dieser Form ist ein kurzes ă; daher kann die Form ta in der samogitischen Mundart nicht mit dem litauischen tai gleichgesetzt werden.

Die Form ta wird als Partikel und Konjunktion verwendet. Eindeutige Beispiele, in denen ta die Funktion eines Neutrumpronomens hätte, wurden nicht gefunden. Somit entspricht samogitisch ta nur einer der Funktionen der Form tai. In der samogitischen Mundart wird für die Funktion eines Neutrumpronomens gewöhnlich tas, ta verwendet.

Dieselbe Funktion wie heute in der samogitischen Mundart finden wir für die Form ta in einem Folkloretext belegt, der aus Dargužiai, Gemeinde Kretingalė, Kreis Klaipėda, stammt und in der Sammlung „Mitteilungen der Litauischen Literarischen Gesellschaft“, II, 1887, S. 31, veröffentlicht wurde: wenn ihr nicht-

3 Zur Verbindung der alten litauischen Schriftzeugnisse mit den entsprechenden litauischen Mundarten siehe J. Palionis, Lietuvių literatūrinė kalba XVI–XVII a., Vilnius, 1967, S. 51 ff.

4 Eino Nieminen (Der urindogermanische Ausgang -ăi des Nominativ-Akkusativ Pluralis des Neutrums im Baltischen, Helsinki, 1922) schließt daraus, dass in den Schriften von M. Mažvydas nur tatai, o tai in späteren Schriften verwendet wird, dass tai anstelle von tatai vergleichsweise spät, erst in der historischen Periode der litauischen Sprache, entstanden ist (siehe S. 35, 43). Unseres Erachtens hängt die Verwendung der Formen tai, tatai in den alten Schriften von der oben erwähnten Verteilung dieser Formen in den Dialekten ab und kann kein Argument für die Erklärung ihrer Herkunft sein.

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sörgósit m̀ane tą princėse, ta jums ės szlėktai. In den Erläuterungen wird angegeben, dass ta hier wahrscheinlich aus tai entstanden ist (S. 35).

Dieselbe Form ta finden wir in einem von Z. Zinkevičius veröffentlichten, im žemaitischen Dialekt verfassten Text (um 1636–1705)5 (in dem 162 Zeilen umfassenden Text wurden insgesamt 5 Belege gefunden):

1) Pryimk S. S. Sakramenta ben wyna karta ont metu. O ta ape Swięte Weliku (86 eil.). 2) prysaka tapag idant Wy o oe Baznicie ie butu kieykty, o ta dielto idant mokietu aſtrazne giwe(n)ty (112 eil.). 3) Pyrmiauſj tada Baźnicie Swięta kieyk Wysus Heretykus, ta ir, Lutherus, Kalwinus, Sysmatykus yr kietus koriu jus nepazinſtat̄ie (120 eil.). 4) Pyrmiauſj kie[n]k Baznicie S. Wyſus Heretykus, ta ir Luthrus, Kalwinus, Syzmatykus Yr kietus korie no Baznicies S. kokio noris ſpaſabo ir atſjydalieje (125 eil.). 5) Tapag kiek tus korie kokius noris da kius, pywas, dyrwas, Bodijſtie (= Bondiſtie), jawus, pyn[y]gus, priegolinc ius ont Bazies (= Baz[nič]ies) aba ont Aſabu duchawnu Tu Baznic[i]u, kap ta funduſus, legac yies [Wysu tokie] Wysus tus Ir kietus korius c'le neys[z]goldziaw kap przysztarawnikus Baznicies S. (152 eil.).

Dieselbe Form ta wird in den Schriften von S. Daukantas neben der Form tai verwendet, z. B.: Wiedliá gaspadine, ta yra: wyjszne DB 54. nebígalenis sóbatos dijno pakuta-wodamis kunū sawo rąmdytí, ta yra, pertijis. DB 276.

Dieselbe Form ta, so scheint es, findet sich auch in B. Vilentos „Euangelias bei Epistolas… Ischſpauſtas Karalauczui… Metu MD. LXXIX“, S. 65 (Paginierung des Originals in der Handschriftenabteilung der Bibliothek der Staatlichen Universität Vilnius):

Ir mes eſma ludinikais wiſſa / ką ghiſſai dare Sӡidawos ſžeme ir Jeruzaleie. Thą eſti vſchmuſche ir ant medzia pakabine.

Hier ist thą mit dem Nasalbuchstaben ą geschrieben, seiner Funktion nach entspricht es jedoch dem žemaitischen ta. Bei B. Vilentas schwankt, wie auch in vielen anderen alten Schriften, die Schreibweise von ą und a7. In der Ausgabe von F. Bechtel wird dieses thą im Satz in der Fußnote zu tha korrigiert (siehe Bartholomäus Willent’s litauische Uebersetzung des Luther’schen Enchiridions und der Episteln und Evangelien… herausgegeben von Fritz Bechtel. Göttingen… 1882, S. 81). Somit lässt sich B. Vilentos thą hier wahrscheinlich als ta identifizieren.

In der heutigen litauischen Schriftsprache wird die Form ta, als dialektale Form, nicht verwendet.

Eine analoge Form ta kommt im Lettischen vor, z. B.: Ja gribi, ta nāc! LV IV 120.

Die Formen tę, tę, ti

005. Anstelle des literatursprachlichen tai werden im ostaukštaitischen Panevėžys-Dialekt die Formen tę, tę, ti verwendet. Sie haben ebenfalls nur die Funktion einer Partikel und einer Konjunktion, wie das žemaitische ta.

Die Formen tę und tę werden im nördlichen Teil des Panevėžys-Dialekts verwendet. Die Form tę kommt weiter im Norden häufiger vor (ungefähr zwischen Joniškis, Smilgiai und Nemanėlis Radviliškis). Das ę dieser Form ist kurz, eher eng, ungespannt und nicht palatal; das t ist weich. Die Form tę findet sich weiter südlich (ungefähr zwischen Baisogala, Raguva und Smilgiai). Das ę dieser Form ist kurz, eng, palatal und gespannt; das t ist hart.

Im südlichen Teil des Panevėžys-Dialekts und in dessen Randgebieten (ungefähr zwischen Krakės, Širvintos und Anykščiai) wird mit derselben Funktion die Form ti verwendet, deren i kurz ist,

5 Z. Zinkevičius. Ein bedeutender žemaitischer handschriftlicher Text, LKK XV 171 ff.

6 E. Nieminen (a. a. O., S. 51) setzt in S. Daukantas’ Schriften ta zu tai wieder her: ta< tai,

7 Vgl.: J. Palionis, a. a. O., S. 44.

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ungespannt und nicht palatal; das t ist weich. Somit wird der Vokal der genannten Formen weiter südlich enger.

Die Identifizierung dieser Formen – ihr Vergleich mit den entsprechenden Formen der Literatursprache – bereitet große Schwierigkeiten. Zunächst ist unklar, ob sich diese Formen als das literatursprachliche tai oder als das in einigen Dialekten verwendete tei (siehe weiter unten) identifizieren lassen oder ob es sich um Formen mit einem Vokal, nicht mit einem Diphthong, handelt. Daher werden wir die phonetischen Eigenschaften der Dialekte mit den genannten Formen überblicken, die deren Entstehung aus tai oder tei ermöglichen oder ausschließen.

Dialekte mit Formen tę oder tę

006. In Dialekten, in denen tę oder tę vorkommt, wird der unbetonte oder zirkumflexbetonte Diphthong ai in der letzten Silbe zwei- oder mehrsilbiger Wörter, von der der Akzent gewöhnlich auf den Wortstamm zurückgezogen wird, zu > ę (nach einem harten Konsonanten) und ei zu > ę (nach einem weichen Konsonanten), zum Beispiel:

Mask. Pl. Nom.: ùʽse „Schnurrbärte“ Ps, dūʽme „Rauchschwaden“ Gst, vaikę „Kinder“ Krš, lėnė „Flachs“ Kri, darʽbiniʽke „Arbeiter“ Mgč, berʽnʽoʽke „Jungen“ Pdž, pāʽtale „Unterlagen“ Slč; miėžė „Gerste“ Jrgn, paũkʽšʽčė „Vögel“ Jnšk, aʽrʽkle „Pferde“ Šd, rȯge „Roggen“ Gln, medēʽle „Bäumchen“ Kri, mōʽkešʽčė „Steuern“ Gst, obolēʽ „Äpfel“ Krs, ešere „Barsche“ Ps; Mask. Pl. Instr.: visēs „mit allen“ Užš, vėses „mit allen“ Šd, mēʽtes „mit den Jahren“ Rd, dūʽmes „mit Rauch“ Gst, jāves „mit Getreide“ Sdb, vakāres „abends“ Mkn; trāʽktoresʽ „mit Traktoren“ Ps, parʽtʽšesʽ „mit Schlitten“ Šd, tʽrʽobēʽsesʽ „mit Gebäuden“ Vdln; karālesʽ „mit Königen“ Pš; Fem. Sg. Dat.: ōʽske „der Ziege“ Pbr, rāʽgane „der Hexe“ Užš, māmė „der Mutter“ Rgv, dūone „dem Brot“ Ps; sēʽsere „der Schwester“ Bsg; Adverbialformen auf -ai, -iai: gėre „gut“ Mgč, mažė „wenig“ Gln, lʽābe „sehr“ Pin, kʽāʽure „hindurch“ Gražš, graite „schnell“ NmjP, gerōʽke „ziemlich gut“ Jrgn; lʽābe „sehr“ Jnšk, sōʽče „reichlich“ Pn, gražē „schön“ Užš, bāise „furchtbar“ Slč, skōʽrdže „armselig“ Gst, pérʽne „im vergangenen Jahr“ Šd; Adverbialformen mit ai, ei in geschlossener Endsilbe: ketēp „anders“ Ps, vesēp „ganz“ Nj; šl.tep „so“ Užš; Präs. Sg. 2. Pers.: žēne „du weißt“ Sml, išglōʽste „du streichelst“ Šd, bije „du fürchtest dich“ Bsg; Prät. Sg. 2. Pers.: neuždīʽrbe „du hast nicht verdient“ Krs, negālʽdave „du konntest nicht“ Gst, bōve „du warst“ Pš, negālēʽdave „du konntest nicht“ Gst; matē „du sahst“ Ps; nējautē „du fühltest nicht“ Všk, vāʽlʽge „du aßest“ Pbr; pronominale Formen Sg. Nom. mit dem Partikel -ai: gēʽrase „der Gute“ Krs, tȯksē „ein solcher“ Pn, āše „ich“ Gst, tasē „derjenige“ Rgv, jī.ne „sie“ Ps; Mask. Sg. Vok. mit -ai: pōʽne „Herr!“ Dkn; Konjunktionen: kōle „wie“ Mgč.

In einsilbigen Wörtern derselben Dialekte werden ai > ę und ei > ę nicht überall verwendet. Neben den oben erwähnten zweisilbigen Formen werden beispielsweise auch die Konjunktionen verwendet: kė „wenn“ Kri, Pdž, Gln, Pin, Vdln, Jnšk, kep „wie“ Žml, Slč, Ps, Nj, Pn, ne „als auch nicht“ Jr, Vsk; das Adverb tep „so“ NmjP. An anderen Orten jedoch, wo gėre „gut“ verwendet wird,

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Įžė „Lein“ baišė „schrecklich“, ãrklė „Pferde“ usw., bleiben in einsilbigen Wörtern die zirkumflektierten Diphthonge ai, ei erhalten: kai Bsg, Šd, kaip Dkn, Rm, Pš, Šd; teip Pš, Šd, Rm, Sdb, Pin, Pdz, Sml, Gln, Vdln, Pn, Krš, Slč, Mkn, Gst; leĩ „lass“ Gln, Slč, Žml.

Die zirkumflektierten Diphthonge ai, ei bleiben auch in einsilbigen Formen vollbedeutender Wörter erhalten, z. B.: Fut. 3. Pers. aiš „wird gehen“ Gst, reĩks „wird brauchen“ Rgv, sowie in den folgenden Formen mit Präfixen, z. B.: nebeĩs „wird nicht mehr gehen“ Žml.

Diese Diphthonge bleiben auch in verkürzten einsilbigen Formen erhalten (aus zweisilbigen Formen, bei denen die Endung weggefallen ist), z. B.: Präs. 3. Pers. aĩn „geht“ Kri, Užš, Vdln, Mkn, Sdb, kaĩst „wird heiß“ Žml, reik „ist nötig“ Jnšk, p’reĩn „kommt heran“ Pš, vaĩks „Kind“ Šd.

In den untersuchten Dialekten bleiben die zirkumflektierten Diphthonge ai, ei in unbetonten Silben vor dem Ende in zwei- und mehrsilbigen Formen stets erhalten, z. B.: Präs. 3. Pers. (wobei die Endung nicht weggefallen ist) reikė „ist nötig“ Sdb, aĩnas „geht“ Pš, pasėtaĩsa „richtet sich wieder her“ Mkn, Prät. frequentativ 3. Pers. reĩgdava „musste“ Ps, eĩdava „ging“ Kršš, Präs. Pl. 1. Pers. žeĩdžem „wir spielen“ Gržš, Imperativ Pl. 2. Pers. aĩkit „geht!“ Stm, Pl. Nom. ap’sitaĩsė „zogen sich an“ Mgč.

In diesen Dialekten werden ai nicht zu e und ei nicht zu e in zwei- und mehrsilbigen Wörtern, wenn sie vor einer betonten Silbe unbetont sind, z. B.: Mask. Sg. Nom. vaidinuokli.s’ „Schauspieler“ Brž, Prät. frequentativ 3. Pers. neũžlaik’dava „hielt nicht zurück“ Všk, vaidī.nda-vas „spielte“ Brž, vgl. die Verbindung: lei bū’n „lass sie sein“ Slč.

In den untersuchten Dialekten werden die anlautbetonten Diphthonge ái, éi weder in der Endsilbe zweisilbiger Wörter noch in einsilbigen Wörtern monophthongiert, z. B.: tená i Ps, Vdln, Žml, Pin, Pn, Jrgn, jéigu Bsg, jéi Šd, Všk, Rm, Fem. Sg. Dat. tái gīvái Pbr, jái Užš, Ps, Dkn.

Wie das vorgelegte Material zeigt, sind ai > ę und ei > ę in den untersuchten Dialekten meist in der Endsilbe mehrsilbiger Wörter nach einer betonten Silbe gewöhnlich unbetont (häufig nach Vorverlagerung des Akzents vom Wortende auf den Stamm). Dies zeigt, dass ai > ę und ei > ę in den untersuchten Dialekten wahrscheinlich mit der Reduktion von Endvokalen und Diphthongen⁸ sowie teilweise auch mit der Akzentvorverlagerung zusammenhängen.

Auch in diesen Dialekten ist der lange Vokal ē < en in unbetonter Endung verkürzt und verengt worden und zu ε, ę geworden, z. B.: Sg. Akk. saujėlė „eine Handvoll“ Kri, kepù.rę „Mütze“ Rd, kráutovę „Laden“ Pš, Mask. Sg. Nom. nušā.les „erfroren“ Nj, išpū.tęs „aufgeblasen“ Ps, įki.šęs „hineingesteckt“ Rd, Mask. Pl. Nom. sąsispáudę „zusammengedrückt“ Šd, ap’sitaĩsė „angezogen“ Mgč.

Auch kurze Vokale werden durch Verengung reduziert, z. B.: tšė „hier“ Šd, Pin, Kršš, Jnšk.

Es ist schwer zu sagen, ob die Vokale der Formen tę, tę aus den Diphthongen ai, ei oder aus irgendwelchen Vokalen reduziert wurden.

Aufgrund von gėrę „gut“, baišę „schrecklich“ usw. sollte man tę mit tai und tę mit tei identifizieren. Die letztgenannte Form kommt in einigen Dialekten vor (siehe unten). In einsilbigen Wörtern werden die Diphthonge ai, ei jedoch gewöhnlich nicht monophthongiert. Die Positionen der Formen tę, tę stimmen nicht besonders gut mit denen der Formen überein, in denen die Diphthonge ai > ę, ei > ę auftreten. Die Formen tę, tę werden gewöhnlich als unbetonte Proklitika verwendet, die sich intonatorisch an das jeweils folgende betonte Wort anschließen, z. B.:

8 Zur Endungsreduktion im Norden des Dialekts der Panevėžys-Dialektsprecher siehe Z. Zinkevičius, Lietuvių dialektologija, S. 119–120.

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„Teiðj balė tóks akmõ. bũ.va. Gržš (LKT 219). Dír'p'ĺ tę reikė.je Žml (LKT 239).“

Unterdessen stehen ai > ε, ei > ẹ gewöhnlich im Wort oder in der Wortverbindung nach einer betonten Silbe. Ihrer Stellung nach entsprechen die Formen tę, tę den Formen, in denen ai, ei nicht zu Monophthongen werden; vgl.: vaidi.n-davos „sie pflegten zu spielen“, lei bū'n „soll es doch sein“.

Außerdem gibt es Orte, an denen die Formen tę oder tę verwendet werden, die Diphthonge ai, ei in den oben genannten Fällen jedoch überhaupt nicht monophthongiert werden. So gibt es in der Umgebung von Taujėnai die Form tę, aber die Diphthonge ai, ei bleiben erhalten (kaip, kai, pijautuvaĩs, duõnaĩ LKT 279); ebenso wird in der Umgebung von Joniškis (nach Aussage des Gewährsmanns S. Karaliūnas) die Form tę verwendet, und die Diphthonge ai, ei werden ebenfalls nicht monophthongiert (gėrai, kai usw.).

Es ist also durchaus möglich, dass bei den Formen tę, tę, die sich durch ihre Isoglossen deutlich nicht voneinander unterscheiden, die Monophthonge ε, ẹ nicht aus den Diphthongen ai, ei entstanden sind, sondern vielleicht einfach das kurze e darstellen (vgl. tę „hier“), das später mit den für diese Dialekte charakteristischen Monophthongen ε, ẹ zusammenfiel, die aus verschiedenen Vokalen und Diphthongen reduziert worden waren. In diesem Fall wären die Formen tę, tę mit tę gleichzusetzen.

In der Sammlung litauischer Volkskundetexte „Mitteilungen der Litauischen Litterarischen Gesellschaft“ (II, 1887) ist die Form tę mit derselben Funktion wie die hier untersuchten Formen aufgezeichnet:

Tadà lápė sáka: Tė czi nègiare, bėkim (S. 165).

Doch handelt es sich wahrscheinlich um dasselbe tę, tę der nordpanevėžiškischen Dialekte.

007. Die Form tę (mit kurzem ę) hat im Lettischen dieselbe Partikel- und Konjunktionsfunktion wie litauisch tai und unser hier untersuchtes panevėžiškisches tę, tę (auch ti) (vgl. 025, 027)⁹. Z. B.:

Te nu bija! (Pļaviņas) (Vgl. litauisch Va tai tau! Te nu bij! tik iss, tik garš. Te tev nu bija pa(r) tavi septiņi zeseri! Te nu biji, pārbrauci mājās. (Jalgavas Latviešu biedrības rakstniecības nodaļas rakstu krājums, 1890–1901).

Eine kurze Johannisnacht … hier wurde es dunkel, hier hellte es wieder auf. Hier schien die Sonne, hier verschwand sie in den bläulichen Wolken. LV IV 151.

Die genannten Orte Pļaviņas und Jelgava liegen gerade nördlich der litauischen Dialektgebiete, in denen die entsprechenden panevėžiškischen Formen tę, tę verwendet werden.

Dieser Gebrauch des lettischen te steht wahrscheinlich genetisch mit den genannten panevėžiškischen Formen tę, tę in Zusammenhang.

Dialekte mit der Form ti

008. An wenigen Orten (am Rand des östlichen südlichen Panevėžiškiai-Gebiets) wird unbetontes oder zirkumflektiertes ai > bl und ei > ii in der letzten Silbe zwei- und mehrsilbiger Wörter sowie in einsilbigen Wörtern gesprochen. Zum Beispiel wird in der Umgebung von Ukmergė und Kavarskas verwendet:

Mask. Geschl. Pl. Nom. vĩ'rbl „Männer“, luukbĩ „Felder“, „Adverbien“ labbi „sehr“, amžinbl „ewig“, Präs. 2. Sg. matbl „du siehst“, Konjunktionen kbl „wenn“, kbp „wie“; Mask. Geschl. Pl. Instr. t'řini'čiĩs „mit Dreizinkengabeln“, Partikel ni „auch nicht“.

In diesen Gebieten lässt sich die Form ti mit tei, tbi mit tai identifizieren.

Im übrigen Gebiet, in dem die Form ti vorkommt, gibt es jedoch keinen solchen Wandel von ai, ei. Im größten Teil des Gebiets mit der Form ti werden ai, ei in den genannten Fällen entweder überhaupt nicht verändert oder …

9 Vom lettischen te, das dem litauischen tai entspricht, ist das lettische te < *tē zu unterscheiden, das als Adverb in der Bedeutung „hier“ verwendet wird; vgl. litauisch ten, osthochlitauisch ti.

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verändert, oder ai > ε, ei > ε wie in den zuvor genannten Dialekten, die Formen tę oder tę aufweisen.

Unbetontes oder zirkumflektiertes ai, ei bleibt im südlichen Teil des Gebiets mit der Form ti häufig in der letzten Silbe zwei- und mehrsilbiger Wörter erhalten, z. B.:

Adverbien: labāi Čb, gerāi Pbs, Manč, visaip Vp; skubēi Pbs; Mask. Geschl. Pl. Nom.: pinigāi Pbs, kraštāi Pg, baravī-kai Krk; vukecēi Manč, paal’k’s’nei Krk; Mask. Geschl. Pl. Instr.: kel’virtāis Manč, vaikāis Čb; maskuline Singular-Nominativformen mit bestimmten Endungen: jisāi Čb; Präs. 2. Sg. žināi Ssk; Imperativ Pl. 2. nuveik „geh weg“ Pbs; Konjunktion und Partikel tiktāi Nvrn; in der nichtletzten Silbe zwei- und mehrsilbiger Wörter, z. B.: Präs. 3. Sg. nebelaika „hört nicht mehr auf“ Ssk.

Die Diphthonge ai, ei bleiben in diesen Dialekten gewöhnlich auch in einsilbigen Formen erhalten:

Konjunktionen: kai Vp, kaip Vp, Pbs, Krk, jei Manč; Adverbien: teip Pbs, Ssk, Manč, Čb, šēip Glv; Fut. 3. Sg. ais „wird gehen“ Glv.

Unbetontes oder zirkumflektiertes ai > ε, ei > ε kommt im nördlichen Teil des Gebiets mit der Form ti in der Endsilbe zwei- oder mehrsilbiger Wörter vor, z. B.:

Adverbien: stō·re „dick“ Ėr, garē „gut“ Srv, labē „sehr“ Ėr, labē „ebenso“ Srv; pē·r’ne „im vorigen Jahr“ Ėr; Mask. Geschl. Pl. Nom.: darbini·ke „Arbeiter“ Srv, špō·ke „Stare“ Srv; mē·dže „Bäume“ Ėr; Mask. Geschl. Pl. Instr.: nuōdes „mit Gift“ Ėr; vgl. in der nichtletzten Silbe zwei- und mehrsilbiger Wörter, z. B.: Präs. 3. Sg. laika „hält“ Srv, reiki „ist nötig“ Ėr.

In einsilbigen Wörtern bleiben die Diphthonge ai, ei erhalten, z. B.: teip, kaip, jei, Fut. 3. Sg. ais „wird gehen“, aber ki „wenn“ Ėr.

Aufgrund der genannten Merkmale der untersuchten Dialekte kann die Form ti nicht mit tai oder tei gleichgesetzt werden; das heißt, in diesen Dialekten ist ti wahrscheinlich nicht aus tai oder tei reduziert. Die an einigen Orten neben ti vorkommende Form ki „wenn“ könnte auch eine Analogie nach der letztgenannten Form sein.

Im südlichen Teil des Panevėžiškiai-Dialekts wird auslautendes kurzes e > zu i, z. B. die Vokativform vilk „Wolf“¹⁰, vgl. nibi „nicht mehr“ Trs.

In Dialekten, die ti aufweisen, wird an einigen Orten die einsilbige Form tšì „hier“ verwendet: Ėr, Srv, Trs, And, Čb, Glv.

In diesen Dialekten wird das auslautende -ia der letzten Silbe in zwei- und mehrsilbigen Wörtern nach einem palatalisierten Konsonanten als i ausgesprochen, z. B.: ali „aber“ Ssk, die Neutrumform unksč’ā’u-si „früheste“ Srv, Präs. 3. Sg. klā·usi „fragt“ Vdšk, Pbs, Pg, rē·ki „schreit“ Ėr, lā·ku „fliegt“ Vp, rēiku „braucht“ Ssk, trā·uku „zieht“ Manč.

10 3. Зинкявичюс, О развитии балтийского вокализма, — Балто-славянский сборник, Москва, 1972, р. 7.

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Ähnlich wie bei diesen ist möglicherweise auch in den Formen ti der Vokal i aus e verengt, ebenso wie bei den Nordpanevėžiškiai tę, te. Da diese Dialekte aneinandergrenzen, könnte ihnen dieselbe Form te zugrunde liegen wie dem oben erwähnten lettischen te; nach Süden hin ist ihr Vokal jedoch stärker verengt, analog zu anderen hier anzutreffenden Formen mit i.

Die Form tei

009. Im nördlichen Teil des Panevėžiškiai-Dialekts, gewöhnlich an den Randgebieten, wo das Verbreitungsgebiet der Formen tę, tę an das Verbreitungsgebiet der Form tai angrenzt, kommt die Form tei vor, oft neben den Formen tę, tę.

An den Orten, an denen die Form tei verwendet wird, findet sich, allerdings nicht durchgehend, der unbetonte oder fallende Diphthong ėi < sowie ai und ẹi < sowie ei in zwei- und mehrsilbigen, aber auch in einsilbigen Wörtern, z. B.:

Adverbien: labéi „sehr“ Ltk, lâbei „ebenso“ Rd, Jkn, mâžei „wenig“ Krb, kàškeep „irgendwie“ Der; šęnei Jkn, aber teip Ltk, Jkn, Rz, Nrv, Der;

Mask. Pl. Nom.: darbei „Arbeiten“ Ltk, šęmtei „Hunderte“ Rd, liėknei „schlank“ Krb; š'n'u.r.ė.lei „Schnürchen“ Vrš, vaiduoklei „Gespenster“ Jdž, rugei „Roggen“ Ltk;

Mask. Pl. Instr.: lō'peis „mit Brettern“ Der, gereis „mit guten“ Krb; dal'geis „mit Sensen“ Ltk, s'tip'reis „mit starken“ Krb, aber jeis Krb;

Konjunktionen: kèi „wenn“ Jkn, Krb, Vrš, Dknn, keip „wie“ Rd, Jkn, Vrš, Jdž, Der, Nvrn, Dknn, tiktèi „nur“ Vrš;

Fem. Sg. Dat.: māšinèi „der Maschine“ Jdž;

Pronominalformen, Mask. Sg. Nom.: āšenei „der eigene“ Vrš.

Nach diesen Formen und der Form tei sollte auch tai eingeordnet werden. Dies ist eine Form mit einem nicht vollständig reduzierten Diphthong.

Die Form tei

010. Die Form tei findet sich im žemaitischen und westaukštaitischen Dialektgebiet südlich des žemaitischen Gebiets bis zur Memel. Diese Form kommt selten und sporadisch neben anderen Formen derselben Funktion vor. In der Regel erfüllt sie die Funktion einer Partikel und einer Konjunktion. Mitunter wird sie auch mit einer mehr oder weniger dem Neutrumpronomen ähnlichen Funktion verwendet.

In den genannten Dialekten lässt sich die Form tei nicht von tai unterscheiden, da sie an einigen dieser Orte parallel verwendet werden.

In den alten Schriften ist die Form tei in der Bibel von S. B. Chilinskis weit verbreitet. Dort hat sie sowohl die Bedeutung einer Partikel und einer Konjunktion als auch die eines Neutrumpronomens. Diese Form kommt auch in anderen alten Denkmälern vor (bei K. Sirvydas, B. Vilentas, S. Vaišnoras u. a.). Zum Beispiel:

Supratotegu tey wis? ChB 31. aβ tey eſmi, neſibijokite. ChB 33. tey man regiji. SD 153. Pirmaghi kalbeghima mielas Theophile padariau apie wiſ ką pradęia tei dariti ir mokiti Jeſus. Vln¹ 190. tei Skaitlumi, tei pakilemis toli didžiaus praſineſch. MT 26ᵃ.

In heutigen Schriften wird die Form tei nicht verwendet. In den Dialekten ist sie im Verschwinden begriffen.

Die Form to

011. Sehr selten und sporadisch kommt neben der Form tai mancherorts in den ost- und westaukštaitischen Dialekten noch die Form to vor.

Die ostaukštaitische Form to hat die Bedeutung eines Neutrumpronomens; sie wird nur in bestimmten Redewendungen verwendet, zum Beispiel:

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Wer Geld hätte, würde jeder seine Schuld zurückzahlen, aber genau das ist es ja: Er hat keins. Trgn. Hier geht es nicht darum: Sie teilen es nicht aus Ärger untereinander auf. Trgn. Das ist schwer zu machen. Kpčn. Wenn es nicht mehr darum geht, kommt man vom rechten Weg ab. Kp. Darum kümmert er sich schon nicht mehr. Dglš. Vgl. vis tó viena „immer dasselbe“ Ds.

Die westaukštaitische Form to wird in der Funktion einer Partikel verwendet, gewöhnlich am Satzanfang.

Was ich jetzt tun werde, das ist eben (= teip) herausgekommen. Jrb. Da bist du heute Morgen aber früh aufgestanden. Jrb. — Hast du den Draht abgenommen? — Na klar (so ist es), a lauksi kó. Jrb. Was denkst du denn? Jrb.11

Sie will offenbar heiraten. (Juškas Wörterbuchmanuskript, beim Stichwort to beróds.)

Vielleicht findet sich dieselbe Form to auch in den Erzählungen von C. Jurkšaitis:

Und ihr wollt wohl auch so etwas sehen? (Deutsch: Und Ihr wollt gewiß auch solches sehen?) Jrk 82. Es könnte hier jedoch auch ein Genitiv des Teilobjekts vorliegen.

In heutigen Schriften wird die Form to nicht verwendet.

Die Formen tas, tą

012. Die Formen tas, tą werden im gesamten litauischen Sprachgebiet ausschließlich als Pronomen im Neutrum verwendet. Die Form tas steht im Nominativ, die Form tą im Akkusativ; beide vertreten das litauische tai in den entsprechenden Kasus. Im Žemaitischen, wo die Form tai fehlt und tatai, tei nur selten verwendet werden und gewöhnlich die Funktion einer Partikel oder Konjunktion haben, sind die Formen tas, tą als Pronomen im Neutrum so gut wie die einzigen. Im Aukštaitischen, besonders im östlichen Aukštaitischen, sind die Formen tas, tą in der Bedeutung eines Pronomens im Neutrum ebenfalls vorherrschend. In den westlichen und südlichen aukštaitischen Dialekten wird die Form tai in der Funktion eines Pronomens im Neutrum eher verwendet als im östlichen Aukštaitischen, doch auch hier ist tai in der genannten Funktion nicht häufig. Im gesamten litauischen Sprachgebiet sind tas, tą die vorherrschenden Formen in der Funktion eines Pronomens im Neutrum.

Die Formen tas, tą sind bereits in den alten Sprachdenkmälern belegt.

In heutigen Schriften sind die Formen tas, tą im Gegensatz zu den Dialekten gegenüber der Form tai sekundär. Tai ist in heutigen Schriften die primäre Form12

2. FUNKTIONEN DER FORMEN

013. Die genannten Formen unterscheiden sich in den Dialekten hinsichtlich ihres Verbreitungsgebiets, ihrer Gebrauchshäufigkeit und ihrer Funktionen.

Die Funktion eines Pronomens im Neutrum wird im gesamten litauischen Sprachgebiet gewöhnlich von den Formen tas, tą. erfüllt. Daneben werden weitere Formen verwendet, die die Funktion einer Partikel und einer Konjunktion haben. Einige von ihnen treten auch in der Funktion eines Pronomens im Neutrum auf. So werden an einem Ort häufig mehrere Formen in der Funktion einer Partikel und einer Konjunktion sowie mehrere Formen in der Funktion eines Pronomens im Neutrum verwendet. Eine davon ist vorherrschend, die anderen sind seltener. Die ungefähre Verteilung der genannten Formen in den Dialekten nach Funktionen lässt sich mit folgendem Schema darstellen:

11 Aus Jurbarkas von E. Grinaveckienė aufgezeichnet.

12 Siehe A. Valeckienė, a. a. O., S. 61, 65; vgl. Tabellen 3, 4, S. 62, 63.

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Dialekte | Funktion als Partikel und Konjunktion | Vorherrschende Formen | Seltenere Formen | Funktion als Pronomen im Neutrum | Vorherrschende Formen | Seltenere Formen | Žemaiten (außer den Raseiniai-Dialektsprechern) | ta | tatai, tei | tas, tą | tatai, tei | West- und Südaukštaiten sowie Raseiniai-Dialektsprecher unter den Žemaiten | tai | tei, to | tas, tą | tai | Ostaukštaiten (außer den Panevėžys-Dialektsprechern) | tai | — | tas, tą | tai, to | Ostaukštaiten, Panevėžys-Dialektsprecher | te, tę, ti | — | tas, tą | —

Da viele der genannten Formen sowohl in der Funktion einer Partikel und einer Konjunktion als auch in der Funktion eines Pronomens im Neutrum verwendet werden, werden im Folgenden die Funktionen der Formen beschrieben, wobei ihre Verwendungstypen herausgestellt und insbesondere Übergangsfälle berücksichtigt werden, die Aufschluss über die Entwicklung der Funktionen der Formen geben könnten. Die Gebrauchshäufigkeit der Formen wird außerdem nach ihren Verwendungstypen verglichen.

Funktion des Pronomens im Neutrum

014. Die Funktion eines Pronomens im Neutrum haben im gesamten litauischen Sprachgebiet die Formen tas, tą. Die Form tai wird in dieser Funktion in einem kleineren Gebiet verwendet (nicht bei den Žemaiten, mit Ausnahme der Raseiniai-Dialektsprecher) und wesentlich seltener als die Formen tas, tą. Sehr selten in der Funktion eines Pronomens im Neutrum sind die Formen tatai, tei (bei den Žemaiten und in deren Randgebieten) sowie to (bei den Ostaukštaiten). Bei den Žemaiten wurde ta und bei den Panevėžys-Dialektsprechern te, te, ti eindeutig in der Funktion eines Pronomens im Neutrum nicht festgestellt. (Siehe Abb. 1.)

Die genannten Formen werden in der Funktion eines Pronomens im Neutrum an den Stellen des Nominativs und des Akkusativs des Substantivs verwendet. Die Form tas steht an der Stelle des Nominativs, die Form tą an der des Akkusativs; die anderen Formen werden in beiden Positionen gleichermaßen verwendet.

Alle diese Formen werden anaphorisch verwendet. Sie verweisen verallgemeinernd und unbestimmt auf einen zuvor erwähnten oder unmittelbar nach der jeweiligen Form genannten Sachverhalt beziehungsweise Gegenstand. Ihre Antezedenten sind gewöhnlich ganze Phrasen.

Nominativposition

015. Die Form tas wird in der Nominativposition eines Substantivs verwendet, wenn die Prädikatsform lautet:

a) Die Neutrumform von Adjektiven und adjektivisch verwendeten Wörtern. Dieser Typ ist allen Dialekten eigen.

Es ist nicht so leicht, sag das nicht. Pj. Das ist wichtig – sich über Wasser zu halten (=dem Menschen). Grd. Was rot ist, ist schön. Ckn. Das ist mein Steg (=Steg). Slč.

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Abb. 1. Formen, die in der Funktion eines Neutrum-Pronomens verwendet werden: 1 – tai; 2 – tatai; 3 – tei; 4 – to

5. Užs. Nr. 1026

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b) Adverb. Dieser Typ ist dem žemaitischen Dialekt stärker eigen, in dem neutrale Adjektive häufig durch Adverbien ersetzt werden. In den aukštaitischen Dialekten (wie auch in der Literatursprache) werden in diesem Fall meist nur gerai, prastai und noch einige andere Adverbien verwendet.

Ach Mädchen, so viele Jahre zu lernen, das ist ungeheuer schwer. Kl. Was man nach der Hochzeit lernen muss, das ist mühsam. Dr. Das ist angenehm – mit Dreschflegeln zu dreschen. Eig. Das ist furchtbar, dass man es nicht versenden lässt. Pp. Zehn Rubel – das ist teuer. Šrk.

Und der Handwerker, der doch begabt ist – ist das nicht gut? – Na ja, ja, sagt er, das ist gut. Kav (LKT 166). Es ist schlecht, dass man es nicht einmal bemerkt hat. Hauptsache, man muss nicht liegen, mein Junge, das ist gut. Nair.

c) Nominativ Singular Maskulinum von Adjektiven und adjektivisch verwendeten Wörtern.

Dieser Typ ist durch Angleichung an die Form tas entstanden und findet sich gewöhnlich im žemaitischen Dialekt sowie in dessen Randgebieten. Für die aukštaitischen Dialekte ist er nicht typisch. Dort wird anstelle des Nominativs Singular Maskulinum gewöhnlich die Neutrumform verwendet.

Das ist mir wie auf die Stirn geschrieben. Ms. Vergessen ist, was man nicht mehr hat. Krš (LKT 95). Das ist nicht so ausgedacht. Krg. Das ist gelogen, dass das Herz gesund ist. Nd (LKT 146). Das ist nichts Gutes. End. Was rot ist (=rot), das ist ausgezeichnet (=ausgezeichnet). Zst. Wer gut ist, der ist teuer. Mdn.

d) Verbform der 3. Person.

Du musst überlegen, worauf das hinausläuft. Nmš. Das ist schon etwa acht Jahre her; noch hatte mir kein Fuß wehgetan, ich konnte tanzen. Vndk. Das war während des Krieges. Bbr. — Dieses Jahr werdet ihr wenig bekommen. — Das stimmt schon. Trk. Ich bin aus der Höhe gefallen, vielleicht wirkt sich das aus. Jd. Das wird dir nicht so leicht vergehen, keine Sorge. Kt. Das will er auch, und das liegt ihm am Herzen. Grž. Das ist ihm egal. Plv. Ich erinnere mich nur nicht, in welchem Jahr das war. Sv (LKT 301). Genau das ist es: Ich wusste es nicht. Ktk.

e) Nominativ eines Substantivs oder eines substantivisch verwendeten Wortes. Dieser Typ ist eher für die Žemaiten und ihre Randdialekte typisch.

Ein gebildeter Mensch zu sein – das ist großes Glück. Grg. Wenn man Holz hackt – das ist kein Spaß. Als. Wenn einer anfängt, dem anderen Gesundheit zu wünschen, das ist eine gute Sache. Varn. Zehn Rubel kostet die Heimfahrt, das ist nichts. Lnk. Zehn Kopeken – das ist schon etwas. Klk. Wenn es ein wenig regnet, ist das nichts. Kerv. Dass die Zigeuner die Kinder mitnahmen, ist wahr. Ktč. Ich weiß nicht, ob das Glück oder Unglück ist. Žg. Das wäre die größte Freude für die Mutter. NnJ.

Wie die angeführten Typen zeigen, wird die Form tas im žemaitischen Dialekt wesentlich häufiger verwendet als im aukštaitischen. Dort, wo die Žemaiten die Form tas verwenden, drücken die Aukštaiten dasselbe oft ohne die Form tas aus oder verwenden an ihrer Stelle verschiedene Partikeln, die substantivische Wendung tas dalykas und Ähnliches. Vgl.:

Žem. Tas kann nicht sein, was so viel Vaterschaft bedeutet. Srp. Die Hochlitauer würden ohne tas sagen: Das kann nicht sein, dass so viel Vaterschaft bedeutet.

Žem. Tas ist gut, dass er so einen Taugenichts zurechtgewiesen hat. Pp. Die Hochlitauer würden sagen: Gut, dass er so einen Taugenichts zurechtgewiesen hat. Und hier: Das ist gut, dass er ihn zurechtgewiesen hat … und so weiter.

016. Die Form tai wird in der Nominativposition eines Substantivs verwendet, wenn die Prädikatsform lautet:

a) Nominativ eines Substantivs sowie eines substantivisch gebrauchten Wortes. Dieser Typ ist häufig; er wird in allen hochlitauischen Dialekten und im raseiniškiai-Dialekt des Niederlitauischen verwendet.

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Das ist tatsächlich Glück. Vs. Das ist meine Tochter. Šlčn. Das ist eine echte Dumme. Vdk. Und mir scheint, dass das mein Huhn ist. Knk. Das ist meine Schwiegermutter. Jknč. Da fragt sie: „Was ist das?“ Die Hexe antwortet: „Das sind meine Brotschieber, das sind meine Schürhaken. Všt. Ich schaue – am Himmel sind irgendwelche roten Balken. Was ist das wohl? Wird es vielleicht regnen? Škl (LKT 389). Sie verstanden, dass das eine sehr gute Sache war (ta vetis). Msn (LKT 286). Das sind meine Töchter. TrškV.

Die Form tai ist in Äußerungen dieses Typs einem Partikel sehr ähnlich. Mit dieser Form wird lediglich der Gegenstand bezeichnet, während der prädikative Nominativ den Gegenstand charakterisiert.

Im niederlitauischen Dialekt wird in diesen Fällen die Form tas verwendet, vgl.:

Niederlitauisch: Was ist das, verstehst du nicht? Varn und hochlitauisch: Was ist das, weiß ich nicht. Pvč.

Niederlitauisch: Bei der Kammer, wo das ist, ist der Speicher. Plkn und hochlitauisch: Das war eine Scheune. Nm. (Vgl. auch Beispiele 014 e.)

b) Neutrumform von Adjektiven und adjektivisch gebrauchten Wörtern. Der Typ ist nicht produktiv. In den west- und südhöchlitauischen sowie den raseiniškiai-Dialekten des Niederlitauischen kommen Äußerungen wie die folgenden vor:

Flachs zu rupfen ist nötig, aber das ist für mich nicht besonders schwer. Čbt. Das ist schwer. Pkp, Knr, Nmk, Bt, Jni.

In den osthöchlitauischen Dialekten wird die Form tai zusammen mit der Neutrumform eines Adjektivs im Hauptsatz eines Nebensatzgefüges verwendet, z. B.:

Was rot ist, ist schön. Krns. Was süß ist, ist auch lecker. Spt.

In den zuletzt genannten Sätzen ist die Form tai eher ein Partikel als ein Pronomen.

c) Adverb. Der Typ ist unproduktiv.

Dass du aus Seggen einen Zaun baust! – Ach, denn, sagt er, ich werde ohnehin bald sterben, das reicht mir. – O weh, das ist nicht gut, sagt er, Großvater: Einem anderen bleibt er ja, wenn du ihn ordentlich reparierst. Tlt (LKT 365). Ich spüre auch schon, dass das nicht gut ist. Skr.

d) Die Form der 3. Person des Verbs. Auch dieser Typ ist wenig produktiv. Solche Beispiele kommen neben den entsprechenden Beispielen mit der häufigeren Form tas in den west- und südlitauischen Hochlanddialekten vor.

Sag, was du willst, es kümmert ihn überhaupt nicht. Alk. Das kümmert mich wohl. Slv. Das war aus der Zeit vor Smetona. Grv.

017. Die Form tai wird in der Funktion eines Pronomens des Neutrums in Subjektposition in ähnlichen Fällen verwendet wie die Form tas; einige Typen mit der Form tai sind jedoch selten. Die Form tas wird wesentlich häufiger verwendet als die Form tai. Die Form tai kommt häufiger in Fällen vor, in denen sie einer Partikel nahekommt. Vgl. verschiedene Arten von Äußerungen desselben Dialekts mit der Form tai und mit der Form tas:

1) Das ist doch alles meine Arbeit, 2) Das ist alles Unsinn, 3) Das ist gut. Pšk.

Im ersten Beispiel wird tai verwendet; in Äußerungen dieses Typs kommt es einer Partikel nahe. Das zweite Beispiel ist vom selben Typ wie das erste, doch wird hier die Form tas verwendet; sie wird durch die nachfolgende Form viskas gestützt; hier bilden tas viskas ein zusammengesetztes Subjekt. Im dritten Beispiel erfüllt ein Adverb die Funktion des Prädikats; in Äußerungen dieses Typs ist die Form tas. üblich.

Manchmal werden im selben Dialekt sowohl die Form tas als auch die Form tai parallel verwendet, vgl.:

1) Was süß ist, ist auch schmackhaft; 2) Was süß ist, das ist auch schmackhaft. Skp.

018. Die Form tatai kommt in der Funktion eines Pronomens des Neutrums in Subjektposition eines Nominalsatzes selten vor, zum Beispiel:

Das ist schon lange her – ich war zehn oder elf Jahre alt. Vt (LKT 115).

5*

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Diese Form kommt etwas häufiger mit einem prädikativen Nominativ vor, wenn sie einer Partikel nahekommt, z. B.:

Das ist ein (besonderes) Kalb. Žbn. Das ist eine Geschichte aus alten Zeiten. Gršl.

019. Die Form tei kommt in der Funktion eines Pronomens des Neutrums in Nominativposition ebenfalls nur sehr selten vor. Z. B.:

Was dem Menschen bestimmt ist, damit lebe, schau, bis du die Augen schließt. Erž. Das ist ein großes Glück. Dž.

020. Die Form to wurde in der Funktion eines Pronomens des Neutrums in Nominativposition nur sporadisch in den ostaukštaitischen Dialekten neben anderen Formen gefunden; Beispiele siehe 011.

Akkusativposition

021. Die Form tą wird in der Funktion eines Pronomens des Neutrums in Akkusativposition verwendet, während die Form tas in Nominativposition verwendet wird:

a) Wenn das Prädikat oder ein Teil davon aus einem Verb besteht, das den Akkusativ regiert:

Jene sagen das meiner Mutter (wie sie erschrocken davongelaufen sind). Kik (LKT 45). Ich lasse das Kind lernen. Ich weiß das gut. Škt (LKT 159).

Bei einem Verb, das den Akkusativ regiert, wird die Form tą häufig im Hauptsatz eines Satzgefüges verwendet und korreliert dabei mit der Form ką im Nebensatz, z. B.:

Du hast das getan, was ich dir gesagt habe. Škn (LKK XI 198). Er wird kommen; was du willst, das soll er tun. Dkšt. Was ihr mir schon in den Kopf gehämmert habt, daran erinnere ich mich. Gdė.

b) Mit Präpositionen, die den Akkusativ verlangen:

Ich bekam keinen Lohn dafür, auch nicht fürs Büchertragen. Kdn.

022. In bestimmten Wendungen wird in denselben Dialekten in Akkusativposition auch die Form tas in der Funktion eines Pronomens des Neutrums verwendet, z. B.:

Das ist schwer zu machen. Grl, Mrs, Lb. Das alles wollte man den Kindern nicht erzählen. Mrp.

023. Die Form tai wird in denselben Dialekten auch in Akkusativposition wie in Nominativposition verwendet:

a) Mit Verben, die den Akkusativ verlangen:

Ich dachte, das hat mein Vater erzählt (berichtete). Gdš (LKT 369). So leicht lässt sich das nicht machen. Brt. Hättest du das nicht gesagt. Jon. Das Mädchen ging dorthin und erzählte der Hexe alles. Mrk.

b) Mit Präpositionen, die den Akkusativ regieren.

Er verdient eine Strafe dafür, dass er ungefragt nimmt. Vngr. Und wieder nahm sie sie auf, verbot ihnen aber, mit seinen Rädchen zu fahren. Nachts kann die Alte es wieder nicht lassen und bittet immer wieder, sie mitzunehmen. Und sie beginnen, die Alte herumzufahren. Es entstand ein gewaltiger Lärm. Gott befahl ihnen, dafür vom Himmel auf die Erde hinabzusteigen. Svl (LKT 376).

024. Die Form tai wird in Akkusativposition parallel zur Form tą verwendet. An manchen Orten sagt man gleichermaßen: Das ist schwer zu machen und Das ist schwer zu machen. Arml.

Partikel- und Konjunktionsfunktion

025. Am weitesten verbreitet ist die Form tai in der Funktion eines Partikels und einer Konjunktion. Sie kommt im gesamten litauischen Sprachgebiet vor, mit Ausnahme der Žemaiten (außer den Raseinern), wo ta verwendet wird, sowie der ostaukštaitischen Panevėžys-Mundart, wo te, tę, ti gebraucht werden. Außerdem ist bezeichnend, dass das aukštaitische Partikel und die Konjunktion tai wesentlich häufiger ist als das žemaitische ta. Anstelle des Letzteren werden häufig andere Partikeln verwendet. Daneben kommen an einzelnen Orten auch noch vor-

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Abb. 2. Formen, die in der Partikel- und Konjunktionsfunktion verwendet werden: 1 – ta, 2 – ta, 3 – tai, 4 – tai, 5 – to, 6 – ta, 7 – tę, 8 – ti, 9 – tei

ko tatai, tei (im samogitischen Dialekt und in dessen Randgebieten), sehr selten to (im westaukštaitischen Dialekt belegt). (Siehe Abb. 2.) Diese Formen unterscheiden sich grundsätzlich nicht hinsichtlich ihrer Verwendungstypen und werden daher gemeinsam betrachtet.

1. Tai und andere werden sehr häufig am Satzanfang verwendet, besonders beim Erzählen.

Also du13 fragtest mich, diese Krankenschwester: „Wird er sterben?“ – „Nun“, sage ich, „offenbar wird er bald sterben!“ – „Dann lass ihn bis morgen da!“ – Da sage ich: „Morgen wird er es nicht mehr erleben!“ Ich sage: „Gebt ihn mir, ich nehme ihn mit.“ Da sagt sie: „Nein, ich lasse dich den Schwachen nicht mitnehmen, lass ihn hier!“ Da sage ich: „Lasst mich bei ihm bleiben“… Grl (LKT 199). Dort gab es auch mehr von diesen Wiesen. Dort weideten wir die Kühe. Dort waren drei solche Kühe. Grž (LKT 219). Früher fuhren die Bienchen durchs Dorf. Dort versteckte [der Mann] irgendeinen [Mann] unter einer Decke oder steckte ihn in einen Bottich. (…) Dort fährt er hin und füllt den Bottich mit Wasser. Mkn (LKT 241). Der [Vater] sagt: „Reiß die Dächer ab, dann gibt es Stroh; dresch das Stroh, säe es ungeworfelt auf die Felder. Damit besäte er alle Felder.“ StirL (LKT 104). Ich bat meine Mutter, sie möge mir nur möglichst schnell ein Hemd nähen. Stak. Das ist ein Wunder, dass er am Morgen aufstand. Jrb.

Dasselbe am Anfang eines selbstständigen Satzglieds.

Man sagte, hier auf diesem Berg habe einst eine Burg gestanden. Vlkš (LKT 176). Wenn ich mich daran mache, womit soll ich mich dann befassen? Ar (LKT 181). Sie sagt: „Komm, hilf mir!“ Nrv (LKT 243). So hat das Kind sich herausgewunden; so weint es, während es sich versteckt. Als (J.).

Dasselbe vor einem Einschub.

Nun, Gerste, weißt du, sie zerbröselt beim Tragen. Vdk (LKT 121). Letztes Jahr, da hättet ihr sehen sollen, was für Roggen es gab! Glč (LKT 210). Aber mein Vater sagte, dass sie gebissen hat (die Schlange). Bsg (LKT 219). Nun, die Junge, sagt sie, schrie fürchterlich. Klm (LKT 107).

Diese Formen können auch jede beliebige Phrase einleiten. Sie können stehen: vor einem Fragesatz, der mit einer Fragepartikel beginnt, z. B.:

Wohin gehst du denn? Užg (LKT 233). Was machst du denn hier? Plm (LKT 226). To kai (=kaip) du rätselst. Jrb;

vor einem angeschlossenen Satz, der mit einer unterordnenden Konjunktion beginnt, z. B.:

Wenn sie geschossen haben, teilen sie es auf, so viel sie eben jagen. Pšč (LKT 160). Diese Hähnchen sind langbeinig; wenn du sie rupfst, bleiben nur die Beine übrig. Jrb (LKT 179). Und mit dieser [Angel], wenn der [Köder] passt, beißt [der Fisch] an; passt er nicht, schwimmt [der Fisch] weg. Zp (LKT 192).

In der indirekten Rede können tai und andere Formen die Phrase eines Nebensatzes nach einer unterordnenden Konjunktion einleiten, vgl.:

Die Leute sagen, dass hier angeblich so eine verzauberte Burg steht. Lauks (LKT 173).

2. Tai und andere bilden, wenn sie am Anfang eines Satzes, Satzglieds oder einer Phrase stehen, Gruppen mit anderen Partikeln und Konjunktionen. Die untersuchten Formen können vor anderen Partikeln und Konjunktionen (a), nach anderen Partikeln oder Konjunktionen (b) oder zwischen anderen Partikeln und Konjunktionen (c) stehen. Diese Gruppen sind ebenfalls häufig unbetont und schließen sich intonatorisch an das nachfolgende betonte Vollwort an.

a) Das sind keine Scherze mehr, wenn das Bein anschwillt. Drg. Da fingen wir an, alle zu rufen und zu feiern! Da rauchte es, und der [Wolf] verschwand im Rauch. Slv (LKT 189). Hauptsache, die Musik spielt, dann ist es auch schön. Klm. Dieses Jahr ist schon verregnet. Knb. Tei lässt du immer deine Tür offen stehen [offen]! Vg (LKT 102).

13 Im Satz sind die untersuchten Formen gewöhnlich unbetont. Sie lehnen sich proklitisch an die ihnen folgende betonte Form an. Hier und im Folgenden sind in den Sätzen die Wörter betont, denen die untersuchten Formen vorangehen. Die Formen tė, tę, ti bleiben in den Beispielen untranskribiert.

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b) Na, gut, dann geh jetzt weiter (=jetzt) du in den Stall. Užg (LKT 233). Wenn sie Preiselbeeren pflückte …, nun, dort (=dort) gibt es Schlangen. Pšs (LKT 159). Oh, sein Glück, dass ich ihn nicht gefunden habe, ich hätte ihm eine Ohrfeige gegeben. Brš. Einen alten Menschen mit Steinen zu bewerfen – ist das etwa gut? Skl. So sage ich: Wie gesund es doch ist, Zwiebeln zu essen. Vg. Wir sind zusammengekommen, und dann haben wir geschlafen. BdS (LKT 113). Was für eine Dummheit der Leute! Vrd (LKŽ V 362). Nun setzt man jenen Kühen solche Kränze aus Birkenzweigen auf. Nun kommen sie mit diesen Kränzen zurück. Rgė (LKT 183). Nun habe ich dort drei Jahre verbracht. Žml (LKT 239).

c) Na, ich blieb noch ein Weilchen dort und lief dann weg. Lkč (LKT 191). Aber immerhin war das Fell noch (=noch) nicht zerrissen. Slv (LKT 189). Er durchstach und durchstach das [Fisch-]Netz und kam heraus, also war er doch [groß]. Kriu (LKT 188). Na, wenn sie sich treffen, trinken sie eine Flasche aus. Pvk (LKT 181). Und wäre ich doch früher dorthin gegangen. Mžš.

3. Ähnlich wie Partikeln wird tai und dergleichen auch mit Adverbien verwendet. Das Adverb steht am Anfang eines Satzes, Teilsatzes oder einer Phrase; darauf folgt die untersuchte Form. Einige der so verwendeten Adverbien stehen den Partikeln und Konjunktionen sehr nahe (wo, hier, wie und dergleichen).

Wo hat man so etwas gesehen, dass Kinder ihren Eltern nicht gehorchen. Skp. Wie kann es sein, dass ausgerechnet ich einen Hasen gestohlen habe? Pv (LKT 365). Früher legte er sich oft bei mir hin, jetzt aber setzt er keinen Fuß mehr hierher. Srv.

4. Tai und dergleichen bilden auch Anfangsgruppen mit Partikeln und Adverbien.

Na, hier erinnere ich mich danach nicht mehr, wohin sie sie gebracht haben. Ktč (LKT 167). Und jetzt wird die Technik umso besser, je weiter man kommt. Wenn es fertige Teile gäbe, sodass man sie nicht zusammenbinden müsste – dann wäre das Leben wirklich gut. Na, und jetzt, wo es schon so gut ist, lässt es sich nie mehr besser leben. Nun geht man dort hin, wenn der Flachs schon auf der anderen Seite liegt; dann wendet man ihn um. Stkn (LKT 164). Mgč (LKT 245). Kri (LKT 238).

5. Ähnlich wie mit Adverbien wird tai und dergleichen mit jeder Form verwendet, die eine Umstandsangabe bildet. Die untersuchten Formen stehen unmittelbar nach der Umstandsangabe.

Im Frühling ging ich zum Schneiderlernen. Kav (LKT 166). Vorn im Dorf steht der Schuppen. Užb. Und abends pflegten sich dort die Bettler einzurichten. Mkn (LKT 241).

6. Tai und dergleichen werden unmittelbar nach einem Substantiv und dessen syntaktischem Gegenstück verwendet, das gewöhnlich am Anfang eines Satzes, Teilsatzes oder einer Phrase steht und die Funktion eines Objekts erfüllt. Auf tai und dergleichen folgt das Prädikat samt seinen zugehörigen Wörtern. Das Subjekt fehlt häufig oder ist nur erschließbar. Manchmal steht am Satzanfang vor dem Objekt ein Subjekt.

Ein Pferd hat er vor den Wagen gespannt, ein Rind ebenso. Blk (LKT 190). Siehst du, jeder hat seine Vorliebe: der eine für Gewehre, der andere fürs Trinken, ich aber fürs Fischen. Einen Mann wie den da findet man selten. Große haben wir nicht gefangen, aber solche kleinen haben wir schon gefangen. Kriu (LKT 188). Unfug treiben, das kann er. Kvl. Vor diesen Rindern habe ich Angst. Skt (LKT 159). Zum Pilzesammeln würde ich Tag und Nacht gehen. Krk (LKT 162). Aus diesem Grund sind wir so geworden. Gd (LKT 73). Ich werde die Tränen nicht berühren; ihr werdet mich nicht erschrecken! Urk (LKT 97). Und diese großen Schöpfkellen voll Milch, gib ihnen jeden Tag immer wieder. Klm (LKT 106).

Vgl. Fälle, in denen die untersuchten Formen nach dem Objekt zusammen mit einer anderen Partikel oder einem Adverb stehen:

Mir ist es jetzt dort schon viel besser. Mgč (LKT 244). Das ist schon schwer zu machen. Vnt.

7. Tai und dergleichen werden auch nach einem Substantiv und dessen syntaktischem Gegenstück (gegebenenfalls mit abhängigen Wörtern) verwendet, das am Anfang eines Satzes, Teilsatzes oder einer Phrase steht.

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und die Funktion des handelnden Subjekts erfüllt. Auf die untersuchten Formen folgt das Prädikat, das durch verschiedene Formen gebildet werden kann (ein Substantiv mit beschreibender Bedeutung, ein Adjektiv, eine neutrale Form des Adjektivs, ein Adverb, ein Verb).

Ein Mensch ohne eigene Meinung ist ein Dummkopf. Plv (LKT 200). Nun ist die Hochzeit so, Sohn. Pvk (LKT 181). Ich habe keine Angst. Raud (LKT 184). So zu sitzen ist gut, aber die Arbeit wartet. Sdl. Wissenschaft ist gut. Stl. Väterchen ist schon sehr lange tot. Jkn (LKT 245). Der hatte ein bisschen Atemnot. Įp (LKT 63). Das schönste Geplauder ist das Küssen. Klm (LKT 107).

In diesen Fällen können tai und andere Formen auch mit anderen Partikeln auftreten.

Mein Bruder arbeitete noch mit den Ochsen. Blk. (LKT 190). Das Kupetaitė-Rind ist schon klein, der Kegel ist groß. Bjr (LKT 193). Denn es gibt drei Jungbullen, einer ist schon ein Bulle, o-o. Škt (LKT 159). Das Mähen ist mir jetzt schon schwer. Krtv.

026. In allen oben aufgezählten Fällen haben tai und andere Formen eine strukturelle, keine semantische Funktion. Selbst eine eindeutig hervorhebende Bedeutung haben diese Formen nicht. Sie leiten einen Satz, einen Satzteil oder eine Phrase ein. Zusammen mit anderen Partikeln und Adverbien bilden sie einleitende Gruppen. Diese Formen verstärken im Kontext die Gliederung von Phrasen, Sätzen und Satzteilen. Dies ist besonders für die Umgangssprache charakteristisch, in der in ganzen Phrasen gesprochen wird, die sich nur schwer in Sätze unterteilen lassen.

In der Satzmitte verstärken die untersuchten Formen die Gliederung der Satzglieder innerhalb des Satzes. Zum Beispiel trennen diese Formen in den Fällen 6 und 7, in denen an erster Stelle ein Substantiv oder sein syntaktisches Äquivalent steht und erst danach die untersuchte Form folgt, das vorangehende Substantiv von den übrigen Satzgliedern. Das Substantiv steht für sich und wird im Satz hervorgehoben, während sich die untersuchte Form intonatorisch an das nachfolgende selbstständige Wort anlehnt. Auf diese Weise wird das Substantiv im Satz mehr oder weniger herausgestellt. Bisweilen wird zur noch stärkeren Hervorhebung des Substantivs und seines Äquivalents sowie zur Betonung der Bedeutung des von ihnen bezeichneten Gegenstands für den Satzgedanken nach der untersuchten Form zusätzlich eine weitere Pronominalform (tas, jis, visi) verwendet, die syntaktisch dem Substantiv beziehungsweise seinem Stellvertreter entspricht (mit ihnen kongruiert) und sie gewissermaßen nochmals aufgreift. Zum Beispiel:

Den hölzernen Pflug musste der Bauer selbst beherrschen oder anfertigen können, die eisernen aber stellten die Schmiede her. Blk (LKT 190). Und die Nachtigallen, in jenen Büschen am Abend, sie singen wunderbar schön. Tkn. Die Jüngeren sind alle auf dem Feld. Und seine Knöpfe tropfen geradezu, so glänzen sie! Krn (LKT 228).

In dieser rein strukturellen Funktion stehen die untersuchten Formen aus synchronischer Sicht den Partikeln näher. Sie können jedoch auch als Konjunktionen betrachtet werden: Diese Formen verbinden tatsächlich Textabschnitte, insbesondere wenn sie am Anfang eines Satzes oder Satzteils stehen. Hier ist für uns nur wichtig, dass diese Formen in den genannten Fällen neben ihrer strukturellen Rolle keine weiteren Funktionen haben.

027. Neben der oben erwähnten rein strukturellen Funktion haben tai und einige andere Formen (ta, të, tę, ti) noch weitere syntaktische und semantische Funktionen, die durch einen bestimmten Kontext bestimmt sind.

1. Tai und andere Formen werden am Anfang des Hauptsatzes in einem hypotaktischen Satzgefüge verwendet und korrelieren mit unterordnenden Konjunktionen und Einleitungswörtern im Nebensatz (tai… kad, tai… kiek, tai… kas und andere). Solche Formenpaare werden korrelative Konjunktionen genannt14. Zwischen den Satzteilen bestehen Beziehungen der Ursache, Bedingung, Folge und andere.

14 Lietuvių kalbos gramatika, II, Vilnius, 1971, p. 657.

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Wenn du früher vorbeikommst, sind die Beeren ganz rot, rot. Bršn. Sobald die Arbeit etwas schwerer ist, wird er gleich zum größten Greis. Tt (LKT 108). Wie oft ich ausgeschimpft wurde, kann ich gar nicht mehr erzählen. Lkč (LKT 191). Was auf dem Bauch ist, sehen alle, was im Bauch ist, niemand. Kbr (LKT 203). Wer rot ist, ist schön. Lm. Wenn du in der Osternacht stehlen gehst, kannst du dem Tod entkommen. Skrp (LKT 71). Wenn alle solche Kinder hätten, würde niemand weinen. Škt (LKT 159). Als ich zwölf Jahre alt war, da ging ich als Hirtenmädchen in Stellung. Žml (LKT 239).

2. Tai und andere Formen werden auch in zusammengesetzten Sätzen verwendet und stehen bei nebenordnenden Konjunktionen. Zwischen den Satzgliedern bestehen dieselben Beziehungen wie im ersten Fall (nur gibt es hier keine unterordnenden Konjunktionen).

Wer zuerst an was starb, den nannte man einen Wurm. Kbl (LKT 107). Gib dem Ferkel nur freie Hand, dann schnappt es gleich nach den Augen. Lau (LKT 163). Na ja, allein wirst du nicht leben, also habe ich geheiratet. Prn (LKT 231). Gib mir Geld, dann bringe ich es zurück. Žgč (LKT 122). Er selbst füttert, er selbst melkt, und das ist ein Zeichen dafür, dass er es schon versucht hat. Lc (LKT 43). Im Wohnhaus Brei, in der Scheune Milch, da laufen sie zum Färben. Psd (LKT 222). Es ist heiß, wohin sollen sie denn gehen?! Gst (LKT 243). Wir spielen, und die Tiere sind uns schon ganz aus dem Sinn. Gržš (LKT 219). [Der Mann] ist besser als der Teufel, also können wir zusammenleben. Rdn (LKT 74).

3. Tai und andere Formen werden wiederholt am Anfang jedes Satzglieds eines zusammengesetzten Satzes verwendet, wenn etwas aufgezählt wird. In diesen Fällen ist tai... tai eine wiederholende Konjunktion.

Und diese Arbeiten sind so: entweder fütterst du abends die Schweine, oder du wäschst die Eimer (=Geschirr) und gehst heim — das sind also leichte Arbeiten. Vlnč (LKT 187). Mal zieht man ein Tier auf, mal dieses, mal jenes, und so kommt man eben durch. Všn. Mal bleiben die Töpfer, mal jemand anderes — so bleibt nichts übrig. Trk.

Alle diese Verwendungsfälle von tai und anderen Formen hängen mit den oben erwähnten Verwendungsfällen derselben Formen mit rein struktureller (nicht semantischer) Funktion zusammen. Gemeinsam ist ihnen, dass tai und die anderen Formen in beiden Fällen ein Satzglied einleiten. Die zuletzt genannten Fälle unterscheiden sich von den oben angeführten nur durch ihre semantisch-syntaktische Funktion. In den letztgenannten Fällen verknüpfen tai und andere Formen nicht nur Satzglieder, sondern drücken auch deren gegenseitige Beziehungen aus. Dagegen haben tai und andere Formen in den oben erwähnten Fällen nicht einmal eine derart allgemeine Bedeutung (die Kennzeichnung der Beziehungen zwischen Satzgliedern); sie gliedern lediglich den Satz. Die Kennzeichnung der Beziehungen zwischen Satzgliedern wird durch den jeweiligen Kontext bedingt. Diese syntaktisch-semantische Funktion erhalten die genannten Formen in den letztgenannten Fällen allein aufgrund des Kontextes. Das zeigt, dass der Gebrauch der untersuchten Formen in den letztgenannten Fällen das Ergebnis einer späteren Entwicklung dieser Formen ist. Die älteste Verwendungsstufe dieser Formen spiegeln jene Fälle wider, in denen die genannten Formen eine rein strukturelle Funktion haben.

028. Tai und andere Formen haben auch eine verstärkende Funktion — sie heben die Bedeutung der Wörter hervor, vor denen sie stehen. In diesen Fällen sind die genannten Formen oft betont. Sie leiten ebenfalls einen Satz, ein Satzglied oder eine Phrase ein (häufig zusammen mit anderen Partikeln). Tai und andere Formen verstärken die Bedeutung von:

a) Substantiven:

So eine Gesundheit (schlechte Gesundheit): bei den Hühnern (=der Hühner). Grk (LKT 168). Was für ein Glück, dass ich nirgends hingegangen bin. Dm. Was für ein Unglück für den Menschen — die letzte Kuh ist verendet. Gdm. Was für eine Dunkelheit der Nacht! Škt (LKT 159). Was für ein Glück, dass sie nicht getötet haben. Dkn.

b) verschiedenen Formen des Adjektivs und adjektivisch gebrauchten Wörtern:

So weit aufgerissene Augen (sehr weit aufgerissene). Jrb (LKT 180). Das ist im Alter schwer. Jtk. Das ist das Allerschönste, dass du so ein Mann bist und dich vor einer Gans fürchtest! Alk;

c) Adverbien:

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Das ist gut, dass wir es bei Tageslicht ausgedroschen haben. Erž (LKT 126). Das ist gut, dass damit alles zu Ende ging. Užv;

d) des Verbs:

Das ist schiefgegangen wie einem Hund die Peitsche. Plm. Das Glück ist dem Mädchen zugefallen – sie hat einen solchen Mann bekommen. Vlkj.

Diese und weitere Verwendungsfälle sind ebenfalls durch den Kontext und eine bestimmte Intonation der Mindestformen und anderer Satzglieder bestimmt. Sie sind ebenfalls jünger als die Verwendungsfälle der untersuchten Formen in ihrer rein strukturellen Funktion.

029. In einzelnen Fällen nähern sich tai und einige andere Formen, die am Anfang eines Satzes, Teilsatzes oder einer Phrase allein oder mit anderen Partikeln stehen, je nach Kontext und Sprachsituation in ihrer Funktion stark dem Neutrumpronomen an. Sie haben eine mehr oder weniger klare hinweisende Bedeutung. Es handelt sich um Übergangsfälle zwischen der oben genannten Funktion als strukturelle Partikel und Konjunktion und der Funktion als Neutrumpronomen.

Wenn der Wind aufkommt, macht der Axtstiel bampt, und sie sagt: „Das ist mein Vater, der Holz hackt.“ Auk (LKT 362). Steh früh am Morgen auf: noch vor Sonnenaufgang und treib die Tiere hinaus; danach kommst du zurück, isst und gehst wieder den ganzen Tag zum Vieh. Das ist noch nicht jetzt (= jetzt), alle arbeiten noch zusammen. Dg (LKT 367). Das war nicht sehr weit entfernt. Ker. Ich habe die Wand zu einem Haufen aufgeschichtet; aus dem kleinen Haufen wird ein kleiner Wagen. Ach, das ist alles die Arbeit meiner kleinen Hände. Lš (LKT 383). Hier ist das Fadenende kurz. Dkš (LKT 210). Der Scharkus ist ein Mann, das sind nicht solche Trottel. Plv. Der Wels ist ein sehr guter Fisch. Das war also der teuerste Fisch. Zp (LKT 192). Es gab keine Flüge, wann ist das denn aufgetaucht! Šaukl (LKT 65). Solche Häuser haben sie gebaut – das ist kein Spaß. Vg (LKT 102). Der schöne Balkon von jenem, das ist er! Vg (ebd.) Das ist das Ende! Vg (ebd.). Vgl. auch die Beispiele 016 a, b.

030. Aus dem bisher Erörterten lassen sich folgende Verallgemeinerungen ableiten.

1. In den litauischen Dialekten sind tai und seine Varianten eher Partikeln als Neutrumpronomen. Tai, das in fast allen oberlitauischen Dialekten verwendet wird, hat meistens die Funktion einer Partikel; die Neutrumfunktion kommt vergleichsweise selten vor, gewöhnlich nur in Übergangsfällen. Die žemaitische Form ta, und die Formen te, te, ti der panevėžiškischen ostoberlitauischen Dialekte haben ausschließlich die Funktion einer Partikel. Die Formen tatai, tei, to sind insgesamt selten und kommen in beiden Funktionen vor. Als Neutrumpronomen werden im gesamten litauischen Sprachgebiet am häufigsten die Maskulinum-Singularformen tas, tą. verwendet.

2. Die Funktionen der Formen tai, tatai, tei als Neutrumpronomen und als Partikel hängen eng miteinander zusammen und können sich auseinander entwickelt haben. Grundlage für die Annäherung dieser Funktionen ist, dass der Verweis von Neutrumpronomen sehr allgemein, unbestimmt und abstrakt ist. Besonders eng ist die Verbindung zwischen der Funktion als Partikel und Konjunktion und dem Neutrumpronomen in Nominativstellung. Die genannten Formen in der Funktion als Neutrumpronomen stehen in Nominativstellung ebenfalls oft am Anfang eines Satzes oder Teilsatzes, ebenso wie bei ihrer rein strukturellen Funktion als Partikel und Konjunktion.

3. Die älteste Funktion der genannten Formen als Partikeln und Konjunktionen ist eine rein strukturelle: einen Satz oder eine Phrase zu beginnen und die Gliederung von Sätzen und Phrasen im Kontext zu verstärken. Dies ist besonders für die gesprochene Sprache charakteristisch, in der in zusammenhängenden Phrasen gesprochen wird, die sich nur schwer in Sätze unterteilen lassen. Die übrigen Funktionen als Partikel und Konjunktion – die Bedeutung von Wörtern zu verstärken, Teilsätze zu verbinden und ihre Beziehungen auszudrücken – sind Ergebnisse einer späteren Entwicklung dieser Formen (abhängig vom Kontext).

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4. Die Formen tas, tą haben keine Partikel- oder Konjunktionsfunktion, da sie aus dem Paradigma des Maskulinums stammen und mit diesem noch eng verbunden sind (mit anderer Bedeutung werden sie als Maskulinformen verwendet). Die expansive Verbreitung der Formen tas, tą hat wahrscheinlich auch verhindert, dass sich einige Partikeln in der Funktion eines Neutrumpronomens durchsetzten (vgl. žem. ta, bei den Panevėžysern tę, tę, ti, neben denen in der Funktion eines Neutrumpronomens gewöhnlich die Formen tas, tą verwendet werden), obwohl diese Partikeln ihrer Semantik und ihren Verwendungsweisen nach den anderen Formen (tai, tatai, tei), die als Partikeln und Konjunktionen gebraucht werden und außerdem auch die Funktion eines Neutrumpronomens haben, völlig entsprechen.

5. Da zwischen Partikel und Konjunktion einerseits und Neutrumpronomen andererseits keine unüberwindbare Grenze besteht, lassen sich viele Formen, die im Litauischen als Partikeln und Konjunktionen bekannt sind, mit den indogermanischen Neutrumpronominalformen vergleichen. Žem. ta < *to; die Panevėžysformen tę, tę, ti könnten, sofern sie nicht aus tai, tei stammen, sondern aus te reduziert sind, wie lettisch te, als alte Form *te des *e/o-Stamms gelten, die den Reflex e bewahrt hat. Demnach wären ta und te Parallelformen desselben *e/o-Stamms. Wie ta zu te steht, so steht tai zu tei. Die Form to ist eine erweiterte Form des indogermanischen *tā (Neut. Pl. Nom.-Acc.). Über die Herkunft dieser Formen soll ausführlicher in einem weiteren Artikel publiziert werden.

A. ВАЛЯЦКЕНЕ

DIE FORM tai UND IHRE VARIANTEN IN LITAUISCHEN DIALEKTEN

Zusammenfassung

1. Außer der Form tai und der gelegentlich vorkommenden Form tatai werden in den litauischen Mundarten noch alte Partikeln-Konjunktionen verwendet: žem. ta (< idg. *to), in den Mundarten von Panevėžys tė, tę, ti, vgl. lett. te (wahrscheinlich idg. *te — eine Form mit e aus der idg. Basis *e/o), in Einzelfällen to (idg. *tā, vgl. Nom.-Acc. Pl. Neut. -ā), tei, das zur Form tai im selben Verhältnis steht wie die Form te zur Form ta.

2. Die älteste Funktion dieser Formen ist rein struktureller Art: Sie leiten Sätze, Satzglieder und Phrasen ein und gliedern Sätze in ihre Bestandteile.

3. Einige dieser Partikeln-Konjunktionen (tai, tatai, tei, to) haben auch die Funktion von Demonstrativpronomen des Neutrums erlangt. In dieser Funktion werden sie in den Mundarten vergleichsweise selten verwendet, meist nur dann, wenn sie sich den Partikeln-Konjunktionen annähern.

4. In der Funktion von Demonstrativpronomen des Neutrums werden auf dem gesamten Verbreitungsgebiet der litauischen Sprache am häufigsten die Formen tas, ta verwendet. Die übrigen Formen sind territorial folgendermaßen verteilt: in den aukštaitischen Mundarten außer den Panevėžysmundarten und in den žemaitischen Rasėiniai-Mundarten die Form tai (in der Funktion einer Partikel-Konjunktion, seltener in der Funktion eines Demonstrativpronomens des Neutrums); in den žemaitischen Mundarten außer den Rasėiniai-Mundarten die Formen ta (in der Funktion einer Partikel-Konjunktion), tatai (in der Funktion einer Partikel-Konjunktion, gelegentlich in der Funktion eines Demonstrativpronomens des Neutrums); in den östlichen aukštaitischen Panevėžysmundarten die Formen te, tę, ti (in der Funktion einer Partikel-Konjunktion). Die Formen tei, to kommen sporadisch an verschiedenen Orten in der Funktion einer Partikel-Konjunktion sowie auch in der Funktion von Demonstrativpronomen des Neutrums vor.

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