Page 1LIETUVIŲ KALBOS MORFOLOGINĖ SANDARA IR JOS RAIDA
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
BEDEUTUNG UND GEBRAUCH DER PRÄPOSITION į IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE
E. VALIULYTĖ
Die Präposition į gehört zu den am häufigsten gebrauchten und semantisch reichsten Präpositionen im Litauischen. In der Standardsprache wird sie mit dem Akkusativ verwendet.
Wie bekannt, gibt es in den Dialekten zahlreiche Varianten der Präposition į1. Die am weitesten verbreitete Variante ist in. Sie wird vor allem in den südlichen und teilweise östlichen Oberlitauischen sowie in den Dzūkischen Dialekten gebraucht (Klvr, Lzd, Smn, Prn, An, Ut, Kp, Drsk, Eis u. a.)2. Neben in werden auch die Varianten int (An, Ds, Šn, Kš, Grl, Všk u. a.), ing (Lp, Arm, Kč, Pš, Rd, Nm, Klvr u. a.), ingi (Dv, Arm, Asv u. a.), ink (Mrc, Kpč u. a.) und inš (Dv, Tvr u. a.) gebraucht. Wie zu sehen ist, sind all diese Varianten ihrem Ursprung nach mit in verwandt3.
Die Variante in (ebenso int, ing, ingi, ink) wird in manchen Dialekten neben į mit derselben Bedeutung gebraucht4. In anderen Dialekten ersetzt in (ebenso int, inš) die Präposition į vollständig. In letzterem Fall können die Varianten in, int, inš auch mit dem Genitiv verwendet werden und in den Gebrauchskontext der Präposition ant übergehen5. Im nördlichen Teil des östlichen Oberlitauischen und etwas weiter südlich wird die Präposition ant und ihre Variante an in ähnlicher Weise mit dem Akkusativ anstelle der Präposition į der Standardsprache gebraucht6.
1 И. Эндзелинъ, Латышские предлоги, I, Юрьевъ, 1905, p. 87—89; E. Fraenkel, Syntax der litauische Postpositionen und Präpositionen, Heidelberg, 1929, p. 36—39; J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, I, Vilnius, 1957, p. 146—147, 348, 651, 669; P. Būtėnas, Lietuvių kalbos prielinksnių mokslas, Kaunas, 1930, p. 84.
2 Hier und im Folgenden werden die Verbreitungsgebiete der Dialektformen nach der beim Institut für Litauische Sprache und Literatur vorhandenen Kartothek des dialektologischen Atlas angegeben (im Folgenden — DAK).
3 In einzelnen Dialekten werden die Präposition į und ihre Varianten auch anders ausgesprochen. Darauf soll hier jedoch nicht eingegangen werden.
4 Siehe J. Senkus, Gebrauch der Präpositionen und ihre wichtigeren Bedeutungen in den Dialekten der Kapsai und Zanavykai, „LTSR MA Darbai“, Reihe A, 1(8), Vilnius, 1960, S. 134.
5 Die Variante in in den Funktionen der Präpositionen į und ant ist an folgenden Orten belegt: Ut, An, Ig, Kvr, Ukm, Rš, Ker u. a. Siehe DAK.
6 Ein solcher Gebrauch wurde in Brž, Ps, Pnd, Rk, Kp, Pn, Rm, Ds, Ukm, Švnč, Ker u. a. festgestellt. Siehe DAK.
7. Lietuvių kalbos morfologinė sandara ir jos raida
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Page 2I. BEDEUTUNGEN UND GEBRAUCH DER PRÄPOSITION į IN DER LITAUISCHEN LITERATURSPRACHE
Die Bedeutungen der Präposition į treten, wie die anderer Präpositionen, gewöhnlich in präpositionalen Wortverbindungen hervor, in denen die Präposition die Beziehung zwischen dem bezeichnet, was durch das Grund- und das abhängige Glied der Verbindung ausgesagt wird. Daher wird auch die Präposition į unter Berücksichtigung der Semantik der Glieder der präpositionalen Wortverbindung untersucht.
In der litauischen Literatursprache bezeichnet die Präposition į: 1) räumliche Beziehungen (in die Stadt fahren, in die Tasche stecken, nach rechts abbiegen, an die Tür klopfen); 2) Zielbeziehungen (in den Krieg ziehen, zu einer Beratung rufen); 3) Veränderungsbeziehungen (ins Wasser streuen, in Stücke zerreißen, zu Vorsitzenden wählen); 4) zeitliche Beziehungen (am Morgen kommen, im Frühjahr erkranken); 5) Vergleichsbeziehungen (dem Vater ähnlich).
1. Bedeutungen räumlicher Beziehungen
Die Präposition į kennzeichnet räumliche Beziehungen in Wortverbindungen, deren Grundglied gewöhnlich ein Bewegungsverb ist, während das abhängige Glied durch Substantive (oder andere Wörter, die sie ersetzen) gebildet wird, die einen bestimmten Ort (oder Erscheinungen, die als Ort aufgefasst werden) bezeichnen.
Die durch die Präposition į ausgedrückten räumlichen Beziehungen sind nicht einheitlich.
1) Bedeutung einer Richtung ins Innere von etwas.
Die Präposition į zeigt an, dass die durch das Grundglied der Wortverbindung bezeichnete Bewegung ins Innere dessen gerichtet ist, was das abhängige Glied ausdrückt. Dies ist die Grundbedeutung der Präposition į7.
a) Die Bedeutung einer Richtung ins Innere von etwas ist bei der Präposition į besonders deutlich in solchen Wortverbindungen ausgeprägt, deren abhängiges Glied Substantive bildet, die einen Ort oder konkrete Behältnisse bezeichnen; als Grundglied treten in solchen Fällen Verben auf, die eine Bewegung oder Handlungen bezeichnen, die eine Bewegung veranlassen, sowie solche, die eine Veränderung der Lage im Raum kennzeichnen.
Sie hatten sogar vereinbart, nach Kanada zu fahren, sobald wir Geld verdient hätten, aber daraus wurde nichts Gutes. CvR II 308. Und Raul machte sich auf nach Riga. BilR I 35. Der kürzlich ins Städtchen zu Pferde geschickte Knecht kehrte mit Getränken zurück. CvR V 44. Kühl und schön treibt er ruhig aufs Meer hinaus und will von nichts wissen. BilR I 133. Junge, Herangewachsene und sogar Alte ziehen auf Mykoliukas Pfad alle dorthin ins Bruchland. VaizgRR I 41. Müde, doch beruhigt, zieht der eine in die Scheune, der andere in den Schuppen... Myklūną, prie Karkluos. CvR II 299. Durch Nebenstraßen kam ich nach Hause in mein kleines Zimmer, aber weder Tschechow noch Nadson interessierten mich an jenem Tag noch. VienIMA 61. Der Herr rief weinend die Kommission in den Palast. CvR V 42. Roželė führte die Großmutter ins Nebenzimmer. LzPR I 130. Irena, nachdem sie die Zigarettenkippe in einen kleinen Aschenbecher gelegt hatte,
7 Žr. E. Fraenkel, min. veik., p. 40—44; P. Būtenas, min. veik., p. 84—85.
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Page 3nahm Elenas Hand mit seiner kräftigen Hand. VencIGD 151. Er führte euch ein Schäfchen, weiß wie Schaum — auf den Weg zur Kutsche; die Kutsche schaukelt. SNėr R I 408. Er lud die gefundenen Dinge in die kleinen Waggons. CvR II 313. Mit großer Freude machte ich mich daran, sie in Flaschen abzufüllen. CvR II 274. Nachdem er die Kranke in den mit Mist bedeckten Wagen gelegt hatte, brachte er sie nach Hause. VienIMA 14. Er führte sie viele Meilen weit, setzte sie dann in den Zug, und wer weiß, wie viele Tage sie gefahren waren. CvR II 339. Man muss nur die Fäden auf den Webstuhl spannen, wissen, wie man die Trittbretter bedient, und auf die Schussfäden achten. Myk-PutS I 59. Als ich mich aufs Pferd setzte und in den Steigbügel trat, schoss ich das Täubchen nieder. KlpD 102.
Die Präposition į mit derselben Bedeutung kann auch in Wortverbindungen verwendet werden, deren abhängiges Glied abstrakte Substantive bilden, die einen Sachverhalt bezeichnen, der als eine bestimmte, unbestimmte Art von Ort aufgefasst werden kann. Manche Präpositionalverbindungen dieses Typs neigen dazu, zu erstarren.
Und der Mensch kehrt nie wieder ins Joch zurück. SNėrR I 483. Wozu willst du dich noch einspannen lassen? Man wird dich noch ins Zuchthaus bringen. CvR V 40. Ja, er nahm sie, brachte sie ins Elend, in die Sorge, verachtete sie... LzPR I 88. Er rühmte sich... der Getöteten, die vor dem Heer in die Gefangenschaft getrieben wurden. VencIGD 114. Er kann seinem Bruder nicht das Leben zerstören und die Kinder aus der Armut in die wahre Not stürzen. VaižgRR I 56. Mir gefiel, dass ich in den Gesichtern der im Saal Sitzenden eine solche Kraft, eine solche Entschlossenheit sah, mit der die Menschen in den Tod und in den Sieg gehen. VencIGD 248. Sie erwachte plötzlich, wie auch beim Einschlafen, suchte mit den Augen das Kind und dann den Mann. CvR V 29. Habe ich selbst einen Grund, meinen Kopf in Gefahr zu bringen? VencIGD 108. Als Kaziukas zur Besinnung kam, litt er unter solchen Beschimpfungen, gewöhnte sich aber allmählich daran und antwortete, wenn man ihn rief. CvR V 84.
In Wortverbindungen, in denen Substantive als abhängiges Glied stehen, die Orte oder Dinge bezeichnen, die als Oberflächen aufgefasst werden können, nähert sich die Präposition į semantisch der Präposition ant8.
Und wenn einer allein den Berg erklommen hatte, kam sogleich auch der andere. VienIMA 266. In Gruppen zu fünf oder sechs stiegen die Soldaten auf den Hügel und zerstreuten sich. CvR II 121. An Feiertagen kamen alle vier Kairiūčios zum Burgberg... VienIMA 267. Er erinnert sich, wie sie die Treppe hinaufgelaufen war, ohne ihn auch nur zu begrüßen, und in sein Atelier gestürmt war... VencIGD 117. Die Wellen tragen noch heute die Splitter jenes Gutshofs an die Meeresufer, wo die Menschen sie aufsammeln. KrėvAP 57. Führ das braune Pferdchen auf die Brache, wirf den goldenen Ring auf das kleine Erzfeld. KlpD 84. Und niemand aus Užuožeriai ging auf die Landstraße hinaus oder sah sie auch nur von Weitem an. VienIMA 105. Der Knecht, der sich nicht im Sattel halten konnte, fiel wie ein Sack auf den Acker. Myk-PutS I 80. (Jurgelis) Ieva, leg dich auf die Wiese... SruogR III 52. Andrejus' Mutter und Elena begannen, den Tisch zu decken. VencIGD 505. Der erschöpfte Bagdonas fiel aufs Bett und schlief sofort ein. LzPR I 103. Setzt euch nicht, setzt euch nicht auf den Felsen, ihr Hochzeitsgäste. JV 749. Vgl.: Ich werde auf den Berg gehen, auf jenen Hügel, wo meine lieben Eltern begraben sind. Rm. Auf jene Höhen, auf die grauen Gipfel jener Berge steigt weder ein Mensch noch ein Tier hinauf, und auch kein Vogel fliegt hinauf. KrėvP 247. Am Kūčios-Abend muss man die Stube fegen, den Kehricht zusammenkehren und hinaufsteigen. Pnd. Gleich darauf zogen sie ein Reh ans Ufer und ließen es in die Freiheit. T 1962 Nr. 47. Lass das Pferdchen auf die Brache hinaus. NS 1135. Ich ging auf die Landstraße hinaus — schon
8 E. Frenkelis hob einen Fall der semantischen Annäherung der Präposition į an ant hervor. Siehe E. Frenkelis, a. a. O., S. 40.
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Page 4werde ich nicht mehr zurückkriechen. Ut. Zum dritten Mal sank das Pferdchen auf die grüne Wiese... KrėvP 38. Er schlug die Garbe auf den Tisch. Rsn. Wie er auf das Bett fällt und vor sich hin murmelt... ŽemR I 12. Er warf den Korb auf die Bank. VencIGD 48.
b) Die Bedeutung einer Richtung ins Innere ist auch dann deutlich, wenn Substantive als abhängige Glieder der Wortverbindung stehen, die eine Masse oder einen Stoff bezeichnen (manchmal erhalten sie diese Bedeutung erst im Kontext); als Hauptglieder treten in solchen Fällen gewöhnlich Verben auf, die ein Eindringen, Einsinken o. Ä. bezeichnen.
Der Pflug gab dem Bauern nicht nach: hier drang er zu tief in die Erde, dort glitt er über die Oberfläche. CvR II 137. Er selbst spürte nicht, dass seine spitzen Nägel in die Hände des Mädchens eindrangen... LzPR I 119. Hinter dem Hügel, im Fichtenwald, vergrub man Weberschiffchen, Garn, Eisenwaren, Getreide und Kleidung in der Erde. CvR II 122. Die Splitter der Flasche drangen in den Zaun, und ich kam nur um Haaresbreite unverletzt davon. VienIMa 201. Mit der Zeit sanken die Fundamente des Hauses immer tiefer in die Erde, während die Decke sich immer näher an den Fußboden senkte. CvR II 280. Die Nägel in die nackte Brust schlagen. SNėrR I 233. Stoß die Nadel in den Wollknäuel. Ėr. Stich die Stute mit so einem Messer, dann schlachtest du sie gleich. Btg.
Nach den Verben sich festklammern, sich anhängen ist die Richtungsbedeutung „nach innen“ der Präposition į sehr verblasst; in diesem Fall nähert sie sich semantisch der Präposition už.
Tarutienė sah, wie ihr Naras dem Pferd eines Polizisten in die Beine biss... CvR V 216. Stepukas band sich den Schlittschuh an den rechten Fuß und die Abstoßhilfe an den linken, damit er besser auf dem Eis Halt fand, und lief los. CvR II 207. Von ihrem Beschützer so stark ermutigt, gingen die fleißigen und fröhlichen Bauern von Palienė nun an die Arbeit. LzPR II 93. Das kleine Kind klammert sich an den Schurz seiner Mutter. Kps. Er klammerte sich noch immer ans Leben, wollte die Verbindung zu ihm nicht verlieren. VencIGD 15.
Vgl.: Wer am Ertrinken ist, klammert sich sogar an ein Rasiermesser. SInt. Fass das eiserne Ding nicht an, sonst verbrennst du dir die Nägel. Vvr. Heute beißt (die Kälte) in die Ohren. C.
c) Schließlich hat die Präposition į die besprochene Bedeutung auch in solchen Wortverbindungen, deren abhängiges Glied Substantive sind, die flexible, formbare Dinge bezeichnen, während die Hauptglieder Verben mit der Bedeutung des Umhüllens, Bedeckens o. Ä. sind (Käse in Papier einwickeln vgl. Käse auf Papier legen).
Die Hirten fanden in den Gräbern ein totes Kind, in Lumpen eingewickelt und begraben. ŽemR III 144. Er band sie zu einem Knoten aus Leinen zusammen und versteckte sie tief, wo niemand sie finden würde. CvR II 325. Und sie hüllt mich in einen Schleier aus Schneeflocken. SNėrR I 150. Die Frauen aus dem Dorf Vanagai, besonders die jüngeren, hüllten sich jetzt in Tücher, verbargen ihre Gesichter und duckten sich, wenn sie in den Ort gehen mussten... CvR II 226. Monika wickelte sie noch fester in ein dickes Wolltuch. CvR V 187.
Die Richtungsbedeutung „nach innen“ der Präposition į kann in allen ihren Verwendungsfällen durch das verwandte Verbalpräfix į- verstärkt und hervorgehoben werden9.
Ein Gast, schwarz gekleidet, trat in den Hof. LzPR I 112. Gegen Abend traten wir in den Wald ein. CvR II 358. Nachdem man in die Scheune hineingegangen war,
9 Siehe J. Paulauskas, Funktionen der Verbalpräfixe in der heutigen litauischen Literatursprache, „Literatūra ir kalba“, Bd. 3., Vilnius, 1958, S. 345.
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Page 5 ließ noch nicht in die Stube. VaižgRR I 122. Ein Mann, mit Papieren beladen, stieg in den Schlitten, damit ihn alle sehen und hören konnten. Myk-PutS I 12. Die gutherzige Ulijona tat Kirschen in ein Schüsselchen... CvR V 30. Steck dir einen Apfel in die Tasche. Kps. Sie wartete nur darauf, dass der Mann hineinging. CvR II 383. Mit seinem ganzen Gewicht auf den Stock gestützt, den Kopf tief in den wattierten Kragen gezogen, schritt Prakapas bedrückt und niedergeschlagen dahin. CvR II 52.
Er litt und litt – und versank irgendwo noch in einem Sumpf... CvR II 310. Mit den Zinken ihrer mehreren Pflüge wühlte sie sich sofort in den Boden... CvR II 414. Der Feind hat sich wie eine Zecke in den Leib der Heimat eingesogen. SNerR I 298. Er war nicht dort; nur die Heugabel ragte heraus, ins Heu gestochen. CvR V 106. Als Rymeikait das hörte, war es, als steche ihr etwas ins Herz... LzPR II 54. Die Mutter bekam einen Splitter in die Hand... CvR II 144. Als wäre ich ein lebendiger, fühlender Pfeiler der alten Brücke, tief in den Flussgrund gerammt... CvR II 394. Elena hielt sich fest, indem sie sich fest in den Ärmel des weiten braunen Mantels ihres Bruders klammerte. VenclGD 119.
Sie zog den Ring hervor, der in rosafarbenes Papier eingewickelt war. CvR V 80. Oft gab ihm die Mutter Eier in ein Tüchlein... CvR II 135. Der Vater nahm dem Dieb die Mütze ab, wickelte sich wärmer in den Pelz und stapfte durch den Schnee zum Tagesschuppen... VienIMA 67. Von Juras unterwiesen, drückte die Mutter dem Kranken etwas Großes in die Hand, doch das Zeichen änderte sich nicht. CvR V 174. Auf den Straßen eilten die Menschen mit hochgestellten Kragen, fest in ihre Mäntel gehüllt. T 1962 Nr. 37.
2) Bedeutung der Richtung nach irgendeiner Seite.
Die Präposition į zeigt an, dass die durch das Hauptglied der Wortverbindung bezeichnete Handlung in die vom abhängigen Glied angegebene Richtung verläuft.
Je nach dem abhängigen Glied unterscheiden wir mehrere Verwendungsfälle der Präposition į in der hier behandelten Bedeutung.
a) Die deutlichste Bedeutung einer Richtung nach irgendeiner Seite hat die Präposition į in Wortverbindungen, deren abhängiges Glied allgemeinere Substantive bilden, die bestimmte räumliche Orientierungspunkte bezeichnen.
Vom Gutshof führt nach rechts ein Weg, der mit hohen, dicht verzweigten Sommergetreidepflanzen gesäumt ist. Myk-PutS I 54. Wir blicken weit nach links – eine Leinwand aus weißem Sand. SNėr I 279. Es ist beinahe Mittag, die Sonne wandert nach Süden. KrèvAP 72. Ein langer Schatten zog sich nach Westen und verdunkelte nur die rötliche Bergkette. VienIMA 198. Das Abendrot ist schon weit nach Norden gezogen. Myk-PutS I 36. Die Schrift wuchs Faden für Faden und schob sich nach vorn. Myk-PutS I 60. Wieder sprang eine helle Flamme in die Höhe. LzPR I 118. Aus einem großen, dunklen Haufen Bäume schießt ein weißer Türmchen des Herrenhauses empor... Myk-PutS I 54. Die Herzen der Leibeigenen beginnen stärker zu schlagen, ihre Augen blicken mutiger in die Ferne. Myk-PutS I 47. Er lief zur Seite. CvR V 142. Der Sturm dreht mit Wolkenbergen zur Seite. SNėrR I 256.
b) Die Bedeutung einer Richtung auf jemanden oder etwas hin ist ebenfalls deutlich in Wortverbindungen, deren abhängiges Glied Wörter bilden, die Personen, seltener Dinge bezeichnen, die ebenfalls als bestimmte räumliche Orientierungspunkte aufgefasst werden.
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Page 6Er wandte sich um und begann, auf den Feind zuzulaufen. Lk. Dem Panzerbesatzungen streckten sie die Hände entgegen, als ihren Rettern. VencIGD 186. Severja, diesmal ohne Freundinnen, ging geradewegs auf den Spielmann zu. VajžgRR I 60. Sie ging direkt auf mich zu, stützte sich auf ihren Stock und stöhnte. BilR I 219. Kaum hatte ich sie liebkost, kaum hatten wir zu sprechen begonnen – da warfen sie uns böse Worte entgegen. GirRP 32. Die Knechte sahen, dass der Soldat immer schneller, fast im Laufschritt, auf sie zustürmte. CvR V 13. Hier die eine, dort die andere, die ihn an den Ärmeln zu sich zogen, bat der Alte, sie sollten sagen, wer dieser da sei, der spreche, was hier geschehen sei. CvR V 46.
Das Blümchen der Hoffnung reckte sich zur Sonne, vom Herbstfrost nicht gebissen. SNėr R I 318. Auch die Birken reckten die Arme zum Himmel, um die zurückkehrenden Kraniche und Schwäne zu begrüßen. SNėrR I 176. Der Gast lobt Vaiya, bewundert sie, verschlingt sie mit den Augen, während sie immer weiter zur Tür hin schleicht... KrėvAP 48. Wilde Apfel- und Birnbäume, wie mit Schnee bedeckt, neigen sich zur Erde. SNėrR I 235. Sie begannen, auf diese Stimme zuzulaufen. LzPR I 116. Nimm das Kälbchen mit auf die Brücke und binde es dort an. Pc.
Die Bedeutung einer Richtung auf etwas hin kann durch das Substantiv pusė „Land, Seite“ hervorgehoben werden, das stets zusammen mit einem kongruierenden oder nicht kongruierenden Genitivattribut verwendet wird. Dieses Attribut benennt oder bezeichnet den Ort, auf den die Handlung gerichtet ist. Auf diese Weise kann die Präposition į eine Bewegungsrichtung auf einen beliebigen Ort oder Gegenstand hin ausdrücken.
Zwei Männer warteten am Fenster und unterhielten sich; danach schritten sie, lang wie mit Stangen, zur Feuersseite hin. CvR V 202. Eine Gruppe von Freunden drängte sich mehrere Jahre lang in Richtung Vilnius. MiežBP 13. Er fluchte und ging in Richtung seines Bruders Jonas. VienR V 99. Wir bogen in die Richtung ab, aus der der Schrei zu hören war. Gl. Auch wir gehen in dieselbe Richtung. Vlk.
Es ist anzumerken, dass die Präposition į mit der hier besprochenen Bedeutung auch nach Verben (seltener Adjektiven) verwendet wird, die einen Zustand oder eine Lage bezeichnen10.
Hinter dem Gutshof Višinskūnė, in Richtung des Erlenhains, zeichneten sich auf den Feldern dunkle Gruppen von Männern und Frauen ab. CvR V 45. Nur die grünen Zweige ragen hoch auf und stehen wie Arme da. KrėvAP 83. Im Bett liegend, das Gesicht zur Wand, hob er sich ein wenig... CvR II 107. Der eine schlief in Richtung Kopfende, der andere in Richtung Fußende. CvR V 117. Im Süden ist es wärmer, im Norden kälter. J. Hier oben am Berg sind die Kartoffeln größer. Pc. Wo die Fenster dem Wind zugewandt vereist sind. Užv.
Die Präposition į mit derselben Bedeutung kann auch nach Substantiven stehen, die konkrete Gegenstände bezeichnen.
An das alte Haus baute man ein neues Wohnzimmer mit blauen Fenstern, die auf die weite Ebene der Felder hinausgingen. CvR II 327. — In meinem gemütlichen Zimmer mit einem Balkon zu den nördlichen Bergen hin lagen vierzehn Bücher mit Čechovs Schriften auf dem Tisch... VienIMMA 59.
Wie die angeführten Beispiele zeigen, ist diese Bedeutung der Präposition į der Grundbedeutung sehr nahe: Beide zeigen eine Annäherung an; die hier besprochene Bedeutung jedoch bereits
10 Siehe E. Fraenkel, a. a. O., S. 50.
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Page 7bedeutet nicht „Innenraum“. Daher werden in solchen Fällen Verben mit dem Präfix į- nicht als Hauptglieder präpositionaler Wortverbindungen verwendet.
3) Richtungsangabe auf den von der Handlung berührten Gegenstand.
Der Gebrauch der Präposition į in der hier behandelten Bedeutung ist durch die lexikalische Bedeutung des Hauptglieds der Wortverbindung stärker eingeschränkt. Als solches treten Verben auf, die Berührung ausdrücken – einen Schlag oder einen Stoß. Das abhängige Glied bilden in solchen Fällen Substantive, die konkrete Gegenstände bezeichnen.
Um Mitternacht begann wieder jemand heftig an die Tür unseres Vorraums zu klopfen. VienIMA 78. Das kleine Hockerchen, auf das ihre Hände immer wieder sanken und sich erhoben, pochte leise auf den Fußboden. CvR II 240. Die Köpfe der erschlagenen und überreifen Birnen schlugen gegen das Fenster wie ein fremder, verirrter Reisender... CvR V 179. Die donnernden Wellen schlagen nur, spritzen an das sandige Dünenufer. GirRP 108. Rapolas, ebenfalls hungrig, hatte nichts zu antworten und trommelte deshalb nur mit den Fingern auf den Tisch. VaižgRR I 48. Das Kälbchen hätte ja mit dem Fuß gegen die Wand stoßen und sich verletzen können... CvR II 204. Vincukas weinte vor Freude und küsste dem Vater die Hand. SRagR IV 7. Er lehnte den Kopf an den Stamm des Kreuzes. LzPR II 11. Sie waren vom Feind umzingelt, drängten sich an den kalten Fluss... SNėrR I 382. Er schlich noch am Grenzstreifen entlang und stand plötzlich wieder vor der kalten Mauer. ŽemR III 154. — Eine oder zwei kleine Blüten prallten gegen seinen Helm. CvR II 401. Schließlich stieß er mit dem ganzen Körper gegen einen harten Gegenstand und fiel zu Boden. BilR I 111. Blažys lag auf dem Rücken, und er stieß so heftig mit dem Hinterkopf gegen die Bank, dass ihm sogar der Speichel aus dem Mund spritzte... VienIMA 86. Die breiten, kalten Flusswasser plätschern gegen die Reihen dunkler Bohlen. CvR II 99.
Nach Verben, die gewöhnlich einen Schlag (oder das Erleiden eines Schlages) bezeichnen, ist die Präposition į völlig synonym mit der Präposition per.
Doch gerade noch rechtzeitig schlug ich ihm mit aller Kraft mit der Faust auf den Kopf – da ließ er los. CvR II 80. Ein kleiner, pummelnasiger Soldat mit krummen Beinen lief zur Wand und schlug ihm ans Ohr. CvR II 123. Wenn ich dir aufs Ohr schlage, wirst du gleich rot! Skr. Mit seinen Hörnern versetzte er dem Wolf einen Hieb auf den Schädel. PP 28. Der Donner schlug ins Haus ein und setzte es in Brand. Ds. Wenn ich dir aufs Maul haue, wirst du still sein. Jrb. Fricas wehrte die Fliegen ab und schlug Mikutis mit dem Schwanz ins Gesicht. CvR II 137. Strimas wurde geschlagen – ins Gesicht, auf die Brust, auf den Rücken. VencIGD 160. Er spazierte im Park seines Palastes umher und schlug dabei mit dem Schilfrohr gegen den Stiefelschaft des Fliegers. Myk-PutS I 83. Er schlug dreimal aufs Wasser und befahl dem Drachen, wie schon beim ersten Mal, zu erscheinen (ps.). Tt. Ein Stein rollte mit Getöse vom Baum herab und traf den Großvater am Kopf. Rk. Du kannst eins aufs Maul kriegen. CvR II 310.
Vgl.: Stonslovas schlug mit einem großen Ziegel auf den breiten Bauch, und Laurinaitukė versetzte ihm mit einem kräftigen Schürhaken einen Stoß auf den Schädel und brach im Türdurchgang auf der Schwelle zusammen. LzPR II 112. Der Kapitän schlug so heftig mit der Faust auf den Tisch, dass das ganze Zimmer erzitterte. BalčHP 30. Ich kam gar nicht mehr zur Besinnung, da warf man mich zu Boden, setzte sich auf mich und begann, mir auf die Schultern, die Lenden, die Beine und wieder auf die Schultern einzudreschen – mir stockte der Atem. CvR II 119. Als er ihm aufs Ohr schlug, fiel der sogar um. Dgl. Als ich ihm ins Gesicht schlug, wurde es ganz rot. Trgn. Sie riss ihm das Lineal aus den Händen, schlug Jonelis auf den Hinterkopf und warf es in die Truhe. ŽemR III 224. Schlag ihm kräftig auf den Na-
11 Vgl. P. Būtenas, a. a. O., S. 85—86.
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Page 8nus, damit er sich lange daran erinnerte. Užv. Sie schlug mit Stricken und Ruten auf ihn ein, trat ihn mit den Stiefeln, drosch weiter mit dem Dreschflegel auf die Spreu ein, wobei sie sich erneut die Hände abschüttelte und sich mit den Handflächen auf die Schenkel schlug... BaltPV I 35. Da trat der Königssohn näher an den See heran und schlug mit dem Stock kreuzweise auf das Wasser. Tt. Der Stein traf die Kuh an den Hörnern. Ktk. Für seine Neugier bekam er einen Schlag aufs Ohr. Brž.
Mit der Bedeutung „Richtung auf einen vom Vorgang berührten Gegenstand“ hängen auch die Fälle zusammen, in denen die Präposition į nach einigen Verben des Reagierens und Antwortens verwendet wird (vgl.: gegen einen Baum stoßen und eine Frage beantworten). Auf die Worte des Mönchs antworteten die Gemeindemitglieder mit Wehklagen. CvR V 196. Keiner der Burschen reagierte auf die letzten Worte von Antanas Puodžiūnas. VienR V 106. Alle Arbeiter wirkten zornig und finster und konterten Puodžiūnas’ Vorwürfe unverblümt. VienR V 62. Die Männer lachten laut über diese Worte, doch der Fremde verstand es nicht. Myk-PutS I 45.
2. Bedeutung der Zweckbeziehungen
Die Richtungsbedeutung der Präposition į geht leicht in eine Zweckbedeutung über12. (Vgl.: in die Stadt fahren und in den Krieg ziehen). In der ersten Wortverbindung wird mit der Präposition und dem Kasus zusammen der Ort bezeichnet, den der Handelnde erreichen soll; in der zweiten wird angegeben, was der Handelnde nach einer bestimmten Wegstrecke tun wird, zu welchem Zweck und mit welchem Ziel er aufgebrochen ist (vgl.: in den Krieg ziehen und in den Krieg ziehen).
Die Präposition į bezeichnet den Zweck einer Handlung in Wortverbindungen, deren abhängiges Glied Substantive bilden, die Handlungen, Prozesse, Ereignisse, Anlässe und Ähnliches bezeichnen. Das übergeordnete Glied sind auch in solchen Fällen gewöhnlich Verben, die eine Bewegung oder Handlungen bezeichnen, welche eine Bewegung veranlassen.
Beim Arzt Priebulė war niemand mehr – er war in den Krieg gezogen, die Stadt liegt weit entfernt. SimonP 96. Welle um Welle rollt dahin, rollt dahin, als riefe sie zum Kampf, ungebrochen. He, Meer, sag: Kann man, einmal gestürzt, sich noch zum Aufbruch aufraffen?! GirRP 108. Schon am frühen Morgen machte sich der Alte auf eine für sein Alter große Reise. CvR II 282. Er kam auf ein solch verfluchtes Gut und bat um eine Übernachtungsmöglichkeit. BsMt I 36. ...der Schwiegervater kam zu den Besichtigungen geritten. KrėvP 67. Beide Liogės, Vater und Mutter, kamen zur Beerdigung der Schwester... VienIMA 124. So wurde er milde, dass er kurz vor der Verteilung von Pamituvys anordnete, die Knechte und Landlosen zu einer wichtigen Beratung zusammenzurufen. CvR V 42. Auf allen Gesichtern war eine gewisse Leichtigkeit zu erkennen, als wären sie zu einem Maifest zusammengekommen. CvR V 46. Auch heute kann Reišelis sich selbst nicht verzeihen, dass er sie im vergangenen Jahr zum Liederfest gelockt hat. CvR II 372. Aus den benachbarten Straßen und von den Rändern des Marktes liefen Menschen herbei und spritzten dabei Schlamm auf, als hätte die Trommel sie zu irgendeinem außergewöhnlichen Fest gerufen. Myk-PutS I 112. Später stellte sich heraus, dass dies nur ein Vorwand für die beiden „Freunde“ war, nicht zum Literaturabend zu kommen. VienIMA 211. Ein paar Tage vor der Aufführung versammelten sich die Schauspieler zur Generalprobe-
12 E. Fraenkel, a. a. O., S. 48.
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Page 9tion. CvR II 84. Im Herbst verabschiedeten die Sarmantai Divonyzas voller Hoffnung zum dritten Seimas. CvR V 140. Zum ersten Mal geschah es im Sägewerk von Sabalys, dass die Arbeiter nicht zur Arbeit gingen. VienR V 123. Zur Fronarbeit schickt sie sie nicht, denn die Mutter hat dies vom Vater erbeten. Myk-PutS I 20. Ihm eilte ein gewandter Jurist zweifelhaften Rufs zu Hilfe... Myk-PutS I 86.
3. Bedeutung des Wandlungsverhältnisses13
Die Präposition į kann Wandlungsverhältnisse zwischen Dingen bezeichnen. In dieser Bedeutung wird sie in Verbindungen gebraucht, deren Grundglied Wörter bilden, die die Veränderung eines Dinges (oder von Dingen), den Übergang in ein anderes Ding (oder andere Dinge) oder einen Zustand bezeichnen; als abhängiges Glied treten Wörter auf, die das Ergebnis der Veränderung bezeichnen.
Je nach dem Hauptglied der präpositionalen Verbindungen unterscheiden wir mehrere Fälle, in denen die Präposition in der genannten Bedeutung verwendet wird.
a) Die deutlichste Bedeutung eines Wandlungsverhältnisses hat die Präposition į in Wortverbindungen, deren Hauptglied die Verben virsti, keistis usw. sind.14
Es genügte die geringste Unachtsamkeit, und die Unglücklichen rutschten den steilen Berg hinab und verwandelten sich in Steine. BilR I 147. Er überlegte, dass sie immer noch glücklicher seien als jene, denen nicht nur die unreife Ernte ausgedroschen, sondern auch die Häuser zu Asche gemacht worden waren. CvR V 111. Jedes Jahr besserte sich Jonas immer mehr. TilyU 129. Antanukas war, während er bei meinen Eltern lebte, sogar zu einem Knecht herangewachsen. VienMIA 146. Aus einem Hirtenmädchen wurde sie ein Mädchen, aus dem Mädchen wurde sie auf einmal eine Frau. CvR II 30.
In bildhafter Sprache wird das Ergebnis einer Veränderung von Dingen häufig metaphorisch ausgedrückt. Das ändert nichts an der Bedeutung der Präposition į.
Er liegt zusammengerollt wie ein Igel. Als. Ich habe den Wollstoff zu Bast verfilzt. Varn. Man nahm den Roggenkuchen nicht aus dem Ofen, da wurde er steinhart. Pc. Jahrhundertelang zertrat der Deutsche dieses Land und stampfte es fest zu einer Tenne. SNėrR I 371. Die Hände sind zu Eis gefroren. Šts.
Nach dem Verb virsti wird neben der Präpositionalfügung auch der Instrumental gebraucht15.
Wieder verwandelten sich alle in Kreuze und verschwanden aus dem Blick. CvR V 201. Er dachte sich aus, sich in eine kleine Nadel zu verwandeln. Pšl. Der Sohn verwandelte sich in eine Fliege (Märchen). Ck.
b) Die Präposition į hat auch dann die Bedeutung eines Wandlungsverhältnisses, wenn als Hauptglied der Wortverbindung Verben auftreten, die das Ansammeln, Zusammenführen, Verbinden und Ähnliches bezeichnen.
Den ganzen Vormittag ging Jokūbas um das Haus herum und sammelte die Holzspäne zu Haufen... CvR II 408. Alle Leute waren auf den Feldern:
13 In der linguistischen Literatur wird für denselben Zweck der Begriff transgressive Verhältnisse verwendet. Siehe B. B. Виноградов, Русский язык, Москва, 1947, S. 688. Der Artikel ersetzt diesen Begriff der Einheitlichkeit halber durch einen litauischen.
14 E. Fraenkel, a. a. O., S. 47; P. Būtėnas, a. a. O., S. 87.
15 J. Jablonskis, a. a. O., S. 654; P. Būtėnas, ebenda, S. 87.
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Page 10Hier luden sie das Heu zu Haufen auf, dort auf die Wagen; ein dritter leerer Wagen rumpelte und wirbelte Staubwolken auf. CvR V 105. Sie ist noch schön, und die Haare sind zu Zöpfen geflochten. CvR II 296. Dann befahl Mikas allen Räubern, die Birkenrinde abzuschälen und sich alle zu einer einzigen Kette zusammenzubinden. Graž. Zwei Kosaken vermochten der Alten nicht ein Haar auszureißen, denn sie waren alle zu einem einzigen großen Filzknoten verfilzt. LzPR II 113. Während er durch den Wald ging, zupfte er noch mit der Hand die Springkräuter ab, betrachtete sie im Mondschein und drückte sie immer wieder zu einer Kugel zusammen. LzPR II 103. An den Straßen und Landstraßen stellten sie Wachen auf, besetzten die Amtsstuben der Bezirke und sammelten sich zu Trupps, um nach Kaunas zu marschieren. CvR V 240—241.
c) Die Präposition į drückt dieselbe Bedeutung von Veränderungsverhältnissen auch in Wortverbindungen aus, deren Kern Verben bilden, die Teilung, Spaltung, Zerfall und Ähnliches bezeichnen. Daher wird das abhängige Glied in diesem Fall nur im Plural verwendet16.
Sie hätten ihn schön in Stücke gerissen, wäre nicht zufällig ein Pferdeknecht oder Lakai herbeigekommen. LzPR II 79. Alle Gespenster verschwanden, und die angezündete Lampe zerfiel in eine unzählbare Menge kleiner Lämpchen... BilR I 148. Dieser Käse zerbröselte zu Krümeln. Pc. Ich nahm den Bogen und die Pfeile vom Boden, zerbrach sie in Splitter und warf sie weit über das Feld. BilR I 151. Am Ende des Dorfes, wo die Straße zum nahen, dunklen Wald abbiegt und sich in drei wenig befahrene Feldwege verzweigt, hielt der Offizier die Gruppe an. CvR II 220. Der Gürtel schien bald in zwei Teile zu reißen – so mager war Gumelis. CvR II 172—173. Doch Saldiškės blieb den Menschen in Erinnerung, bis Užuožeriai sich in Einzelhöfe aufteilten... VienIMA 178.
d) Die Präposition į wird auch verwendet, um Veränderungen der gesellschaftlichen Stellung einer Person zu bezeichnen. In diesem Fall bilden Verben der Ernennung, Wahl, Berufung und andere Verben ähnlicher Bedeutung den Kern der Wortverbindung; das abhängige Glied bilden Substantive, die Personen nach ihrem Beruf, ihrer Beschäftigung, ihrem Amt und Ähnlichem bezeichnen. Diese Substantive stehen in der hier behandelten Verwendung ebenfalls im Plural17.
Was für ein treuer Mensch er ist – man könnte ihn zum Amtmann wählen... ŽemR III 26. Lis beschloss, zum König zu gehen und darum zu bitten, dass er ihn zum König mache. Pn. Im Büro nahm man ihn unter die Zimmerleute auf. VienR V 119. Die Älteste wurde zu den Rekruten genommen, aber, so heißt es, sie sei geflohen und habe sich irgendwo in Žemaitija niedergelassen. Myk-PutS I 27. Danach bat man, Marelė zur Schwester und alle zur Hochzeit einzuladen. ŽemR III 36. Sie verheirateten die kleine Tochter. BsO 76. Für Saatgut und Geld versprachen einige dem Herrn im Voraus Hilfe bei den Bauarbeiten und bei der Sommerarbeit, andere vereinbarten, die Töchter als Mägde und die Söhne als Knechte zu geben. CvR V 115. Bald erzählte er spuckend, dass sich so viele als Hundefänger beworben hätten, dass man wohl kaum ebenso viele Hunde in der ganzen Stadt finden werde. CvR II 21. Diejenigen, die als Hirten taugten, liefen wieder frei herum – es gab niemanden, der die Herde hütete. CvR
16 E. Fraenkel, min. veik., p. 47.
17 E. Fraenkel, min. veik., p. 41.
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Page 11V 83. Und als sie zu Neusiedlern geworden waren und sich glücklich zu einem einzigen Dorf zusammengeschlossen hatten, lösten sie ihr Orchester nicht auf. CvR V 136.
e) Wenn die Verben mainyti („tauschen“) und keisti („wechseln“) den Kern der Wortverbindung bilden, erhält die Präposition į in ihrer Bedeutung der Veränderungsverhältnisse eine etwas andere Nuance. Hier ist nicht mehr von der Veränderung desselben Gegenstands, seinem Übergang in einen anderen Zustand, die Rede, sondern davon, einen Gegenstand durch einen anderen zu ersetzen18.
Der Großvater und später auch der Vater tauschten nicht wenige Leibeigene gegen einen Hund ein. CvR V 130. Niemand wird eine Kuh gegen eine Ziege tauschen. RŽ 89.
Nach den genannten Verben ist mit derselben Bedeutung auch der Instrumental möglich19, seltener der Akkusativ. Diese Kasus werden jedoch dann verwendet, wenn von einem Austausch gleichartiger Gegenstände die Rede ist.
Tauschen wir die Mützen – du machst keinen Verlust. Ut. Gib mir dein weißes Händchen, ich tausche es gegen goldene Ringlein. LB 40.
Wir legen unsere Händchen hin und tauschen die Ringlein. JV 462.
4. Bedeutung zeitlicher Beziehungen
Die Präposition į hat auch eine zeitliche Bedeutung, die der Bedeutung „Richtung auf etwas hin“ ähnelt. In ihrer Bedeutung für zeitliche Beziehungen wird die Präposition į verwendet, wenn angezeigt werden soll, dass die durch das Hauptglied der Wortverbindung ausgedrückte Handlung zu einem Zeitpunkt eintritt, der nahe bei dem durch das abhängige Glied ausgedrückten Zeitpunkt liegt20. In solchen Verbindungen können Substantive als abhängiges Glied auftreten, die nicht genau abgegrenzte Zeiträume bezeichnen.
Gegen Morgen blieb mir der Gedanke im Kopf hängen, wie ich vom Vater oder von der Mutter erfahren könnte, wo Onutės Vater jetzt ist und was er seiner Frau geantwortet hat. VienIMa 94. Und tatsächlich wurde Lapinas gegen Abend ganz schwach. KrėvAP 94. Vorgestern, ja, so gegen Abend, beim Tanzen, beim Singen, beim Feiern – die Polizei. CvR II 260. Natürlich fallen die Kleehalme gegen den Frühling um, zerbröckeln, und die Mäuse zernagen sie. VienR V 38. Es war gegen den Herbst hin. KrėvAP 174. Früher hielt seine Frau noch zu ihm und unterstützte ihn, doch als er älter wurde, verbündete auch sie sich mit den Kindern. CvR II 406. Anfang Juli erhob sich das Getreide in dichten Erntewogen und wogte wie eine Wolke. CvR V 102. Gegen Ende seines Lebens schwand seine ganze Weisheit dahin. ŽemR III 56. Man muss den Roggen gegen Monatsende säen. Sts. Nur Dalbų-Dalbaičiųs Sohn, der Gymnasiast, langweilte sich gegen Ende ziemlich... VendGD 106.
5. Bedeutung von Vergleichsbeziehungen
Die Präposition į wird mit Vergleichsbedeutung verwendet, wenn ausgesagt werden soll, dass ein Gegenstand einem anderen ähnelt, das heißt, Eigenschaften des Gegenstands besitzt, der durch das abhängige Glied der Wortverbindung bezeichnet wird21.
18 E. Fraenkel, min. veik., p. 47; P. Būtėnas, min. veik., p. 86.
19 P. Būtėnas, min. veik., p. 86–87.
20 E. Fraenkel, min. veik., p. 52–53; P. Būtėnas, min. veik., p. 85; J. Kruopas, Laiko apylinkės reiškimas lietuvių kalboje. „Tarybinė mokykla“, 1953, Nr. 7, p. 24.
21 E. Fraenkel, min. veik., p. 46; P. Būtėnas, min. veik., p. 85.
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Page 12Die Präposition į hat die Bedeutung „ähnlich“ in Wortverbindungen, deren Hauptglied das Adjektiv panašus, -i oder das eine oder andere Verb ist — atsigimti, nusiduoti und dergleichen.
Diesmal ähnelte der Blitz einem vielverzweigten Feuerbaum. CvR V 105. Roželė ähnelte ihrer Mutter; nur war sie blasser, denn so viel Leid hatte sie noch nicht erlebt. LzPR I 117. In den Bergen konnte man bereits Gletscher erkennen,... die Schatten der gezackten Gipfel, die von weitem Flecken auf dem Mond ähnelten. VienIMA 195.
Wem ist sie nur nachgeraten, dass sie in dieser Familie von Schlampigen so schön und munter ist! Myk-PutS I 66. Er ist seinem Vater nach Art und Wesen nachgeraten (er wurde dem Vater ähnlich geboren). J. Werd du mir nur so wie dein Vater! Skr. Wem ist der Schwiegersohn nur nachgeraten, so ein Scheusal! J. Er ist seiner Tante nachgeraten. Mrk. Dem Vater nachgeraten. Plng. Den Onkeln nachgeraten. Šts. Ein Kind ist dem Vater nachgeschlagen. Gs. Wenigstens eine Tochter ist der Großmutter nachgeschlagen. Skp.
Manchmal kann das erwähnte Adjektiv (oder Verb) auch unausgesprochen bleiben und gleichsam nur mitgedacht werden.
Auch die Kätzchen sind wie die Katze. Kps. Ganz wie der Vater — wie aus dem Gesicht geschnitten! Kt. Alle unsere Küken sind wie der Hahn — weiß. Gs. Ich trage den Namen meines Onkels (ich habe den Namen meines Onkels). Šts.
Nach demselben Adjektiv wird die Präposition į auch in der Wortverbindung vienas, -a į kitą gebraucht. Auf diese Weise wird die Ähnlichkeit gleichartiger Dinge untereinander ausgedrückt.
Sie ähnelten einander weder im Wesen noch im äußeren Erscheinungsbild. VienIMA 5. Sie ähnelten einander... CvR II 321.
Die Präposition į wird auch in erstarrten Wortverbindungen verwendet, die aus dem Nominativ und Akkusativ desselben Wortes gebildet sind. In solchen Fällen wird die Gleichheit gleichartiger Dinge hinsichtlich eines bestimmten Merkmals ausgedrückt.
Was für schöne, große Erbsen — eine Körnerhülse wie die andere (alle gleich)! Pc. Was für schönes Brennholz — Scheit um Scheit (kein schlechtes Scheit dabei)! Er. Alle drei sind einander gleich (gleich an Größe und Schönheit) , seine Töchter. BsMt I 12.
II. DIALEKTALE VERWENDUNGSWEISEN DER PRÄPOSITION į
In den Dialekten wird die Präposition į oder, genauer gesagt, ihre Varianten in, int, ing, ingi, inš, inč anders verwendet als in der Standardsprache.
Die Verwendung der Präposition į und ihrer Varianten unterscheidet sich stärker in den Dialekten Ostlitauens. Dort übernimmt erstens der innere Richtungs-Lokativ – der Illativ – einen Teil der semantischen Funktionen dieser Präposition22. Zweitens haben die Varianten der Präposition į auch andere Bedeutungen als in der Standardsprache23.
22 Zur geographischen Verbreitung und zu den Bedeutungen dieses Kasus siehe A. Laigonaitė, Vietininkų reikšmė ir vartosena dabartinėje lietuvių kalboje, Vilnius, 1957, S. 4, 35—53.
23 Siehe J. Jablonskis, a. a. O., S. 146, 348, 669; P. Būtėnas, a. a. O., S. 87—88.
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Page 13In den Dialekten bezeichnen die Präposition į und ihre Varianten sowie ihr Ersatz die in der Standardsprache üblichen Beziehungen etwas anders: 1) des Raums (ateiti į tėvą, vgl. ateiti pas tėvą; eiti į mišką, vgl. eiti link miško; prieiti į vežimą, vgl. prieiti prie vežimo; rišti į medį, vgl. rišti prie medžio; gyventi į miestą, vgl. gyventi mieste; augti į upę, vgl. augti upėje); 2) der Zeit (ateiti į trečią dieną, vgl. ateiti trečią dieną; sušukti į akies mirksnį, vgl. sušukti akies mirksniu; išgyti į keturias savaitės, vgl. išgyti per keturias savaitės; valgyti du kartus į dieną, vgl. valgyti du kartus per dieną); 3) des Zwecks (atiduoti karvę į mėsą, vgl. atiduoti karvę mėsai).
Sie kann auch ganz andere Beziehungen bezeichnen, zum Beispiel die Menge (sumokėti į tris šimtus rublių, vgl. sumokėti apie tris šimtus rublių, išgerti į dugną, vgl. išgerti iki dugno), die Aussonderung (geresnis į brolius, vgl. geresnis iš brolių) und anderes.
1. Bedeutungen räumlicher Beziehungen
In den Dialekten kann die Präposition į neben den auf S. 98—104 erwähnten Beziehungen auch verschiedene Richtungen einer Handlung und sogar einen Ort bezeichnen.
1) Bedeutungen der Bewegungsrichtung. Die Präposition į und ihre Varianten oder ihr Ersatz haben in den Dialekten mehrere Richtungsbedeutungen, die den Bedeutungen anderer Präpositionen der Standardsprache entsprechen.
a) Für die ostaukštaitischen und dzūkischen Dialekte ist die Verwendung der Präposition į und ihrer Varianten mit Wörtern charakteristisch, die Lebewesen bezeichnen. In diesem Fall entspricht die Bedeutung der genannten Präposition genau der Bedeutung der standardsprachlichen Präposition pas.
Er fährt zum Onkel. Dkšt. Ich fuhr zum Bruder, um mich ausruhen zu können. Ut. Fahr zu den Brüdern. Vvr. Komm zu mir. Trak. Ich kenne den Weg zur Schwiegermutter nicht. Mrk. Ich gehe in den Garten zur Tochter. Tvr. Der Hafer geht nicht zum Pferd, aber das Pferd zum Hafer. Ds. Schon kommen die Brautwerber zu Oniotė. Ds. Man muss zum Kind gehen. Dv. Er fuhr zu Besuch zur Schwester. Kš. Sie schickte den Knecht zum Vater, zur leiblichen Mutter. Dv.
Die Präposition į mit der beschriebenen Bedeutung wird auch in literarischen Werken von Vertretern der genannten Dialekte (gelegentlich auch von anderen Schriftstellern) verwendet.
Als Dundulis begriff, dass er Vaiva nicht sehen und das Band von ihr nicht bekommen würde, solange er nicht zu ihr hinreite, wie die Burschen zu den Mädchen reiten. KrėvAP 47. Er packte sie mit beiden Händchen, ohne die Beinchen zu bewegen, und lief zur Mutter, um sich zu freuen. VaižgRR I 123. Er brachte nur einen kleinen Tisch, ein paar Bücher und eine Kuh zu uns – sonst nichts. BilR I 177. Nach diesen Gerichtsverhandlungen wurde Cecilija Kairiūčia noch bekannter, und nun fuhren auch Menschen aus anderen Pfarreien zu ihr, um sie um Rat zu fragen. VienIMA 265. Nachdem die Nachbarin nach Taručiai gelaufen war, bat sie Jurą mehrmals, abends zu ihnen zu kommen, mit ihrem Mann zusammenzusitzen und zu rauchen. CvR V 225. Wenn es nötig ist, fahren wir ins Ministerium. CvR V 129. Er ging geradewegs über das Feld auf dem Pfad zu Stankus, denn er wollte dem Nachbarn eine frohe Nachricht mitteilen. LzPR I 99.
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Page 14J. Jablonskis empfahl einen solchen Gebrauch der Präposition į für die Literatursprache, doch setzte er sich nicht durch24,
b) In den Dialekten der östlichen Hochlitauer und der Dzūken haben die Varianten der Präposition į auch die Bedeutung der Präposition link der Literatursprache.
Die Maschine rumpelte in Richtung Wald (zum Wald hin, auf die Waldseite). Ut. Jener raste in Richtung Ginučiai davon (in Richtung Ginučiai, nach Ginučiai hin). Dkšt. Vielleicht fahren wir zum Bahnhof (in Richtung Bahnhof). An. Fahr ein Stück nach Kaunas – dort ist schon eine ganz andere Gegend. Pbs. Er raste in Richtung Wald. Al.
In der Literatursprache hat die Präposition į in solchen Verwendungsfällen eine ganz andere Bedeutung – sie bezeichnet eine Bewegung nach innen. In den betreffenden Dialekten wird die Richtung nach innen jedoch lediglich durch den Illativ ausgedrückt25.
c) In denselben Dialekten können die Varianten der Präposition į auch die Bedeutung der Präposition prie der Literatursprache haben.
Diese umgangssprachliche Bedeutung tritt besonders deutlich nach Verben mit dem Präfix pri- hervor.
Der Traktor fährt an einen gewaltigen Stein heran, rumpelt dagegen und fährt weiter. Ktk. Wir kamen an die Büsche heran. Pbs. An den Roggen lässt man diesen Menschen heran (er ist gutmütig und freundlich). Prng. Die Kätzchen sind wie kleine wilde Tiere – man kann sich ihnen nicht nähern. Ut. Ich band die Kuh an eine Erle – sie kann sich drehen. Ktk. Als ich mich an die Federn schmiegte, plusterte ich mich ganz auf. Dglš. Ich nagelte draußen am Fenster ein Barometer an. Ktk. Das arme Ferkel – die Haut ist ihm an den Knochen festgetrocknet. Ut.
Der junge Mann hatte sich noch nicht vom grauen Pferd gesetzt, war noch nicht an das glühende Feuer herangetreten,... da begann schon der Großvater zu erzählen... KrėvAP 35. Meine Schwester umarmte mich und drückte mich an sich... BilR I 170. Früher ließ Joniukas an solchen Tagen nicht locker; er löste sich dann von der Bank, drückte sein kleines Fingerchen an die nasse Scheibe und rieb, rieb... BilR I 157. Sie umarmte ihn und drückte seinen Kopf an ihre Brust. BilR I 239. Wer auf jenen Berg steigt und dieses Licht berührt, wird alle Menschen glücklich machen... BilR I 145.
Ebenso ist sie unbedenklich, wenn die untersuchte Präposition nach Verben verwendet wird, die Berührung bezeichnen.
Die Lampe brennt mir in die Finger. Ktk. Steck deine schmutzigen Finger nicht in die Augen. Ut. Juozapota drückt das Kind an ihre glückliche Brust und eilt immer weiter. BilR I 228. Lerne schön zu singen, dann kleben sie an dir wie Fliegen. KrėvAP 49. Sie nahm das Kind sanft und mütterlich auf, sprach liebevolle, schmeichelnde Worte und schmiegte es mit beiden großen, wie Worfelschaufeln geformten Händen an sich... VaižgRR I 39.
Die erwähnte Bedeutung der Präposition į ist nach anderen Bewegungsverben schwerer zu fassen. Ohne einen breiteren Kontext ist sie manchmal schwer von der Bedeutung von link zu unterscheiden.
Ich gehe zum Brunnen (zum Brunnen). Eiš. Er ging zum Brunnen und wäscht die Kleider. Ktk. Sie treiben die Kühe zum Trinken an den Trog. Ut. Er ging in Richtung
24 Siehe J. Jablonskis, a. a. O., S. 146, 349, 669.
25 Siehe dazu A. Laigonaitė, a. a. O., S. 47.
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Page 15 den Stall und hackt Holz. Ktk. Ich war zum Wagen gelaufen – er kam nicht. Ds. Komm zur ersten kleinen Anhöhe. Ktk. Lass mich auf den Kopf (des Kindes). Ut. Das Kind klettert in den Wagen, zum Pferd – passt auf! Ktk. Jener stürzt sich auf ihn. Kvr.
Nachdem sie sich die Händchen abgewischt hatte, deckte die Großmutter das Brot wieder mit einem Handtuch zu und ging zum Ofen. KrėvAP 126. Der Fuchs stürzte sich gleich auf den Eimer, der mit Wasser auf dem Schemel unter dem Regal stand, und sah sich darin um. KrėvAP 87. Im Hof stürzte sich Razbonas fröhlich auf ihn. BiiR I 196. Eine nicht mehr junge, weiß gekleidete Frau sprach freundlich zu ihr, zu der sie sich hinabgebeugt hatte. BiiR I 242. So beruhigten die Frauen den Alten, während sie sich unterdessen an die Männer heranmachten … KrėvAP 92.
Im nördlichen Teil Ostlitauens und etwas weiter südlich wird die Präposition ant sowie ihre Variante an neben dem Genitiv auch mit dem Akkusativ verwendet und hat dieselben räumlichen Bedeutungen wie die genannten Varianten der Präposition į.
a) Heute gehen wir zu Petronė zum Abendessen. Kp. Gehst du zu den Pferden? Rk. Mutter ging zu den Pferden. Kvr. Wir gehen zu den Pferden hinaus. Rm. Früher durfte man nicht zur Braut gehen. Rk. Geh zu Mama. Pnd. Ich ging zu meiner Tante. Ob. Ich gehe zu den Schafen. Mlt. Man brachte ihn zum Arzt (zu den Ärzten). Šr. Man muss sich für die Pferde fertig machen. Svnč. Sie lief zu jenem König (ps.). Brž.
b) Er fuhr in die Stadt. Slm. Beide fuhren nach Zarasai. Krns. Er fuhr nach Ukmergė; fahr nur, du kannst mich noch einholen. Kvr. Geh hier nach Vepriai, nach Siesikai – dort spricht man schon anders. Ukm. Die Straße führt nach Inturkė. Sug. Ich zog mich wieder nach Purvėnai zurück. Mlt. Es begann zu regnen, während wir nach Dusetos fuhren. Dr.
c) Auf einer Eisenachse befestigt Skp. Binde das Pferd an den Wagen. Glv. Sie nähte auch für dich an die Wiege, Trgn. Der Hund ist an den Stock gebunden. Svnč.
Lehn dich an mich, dann wird es wärmer. Kp. Lehn dich nicht an die Wand – du machst dich schmutzig. Mžš.
Ich bezahlte einen Litas und trage es auf dem Wagen fort. Rk. Er ging zum Fluss hinaus. Ppl. Jetzt gehen die Frauen nicht mehr hinaus – weder im Frühling zum Bächlein noch im Herbst. Rz. Er ging zum See hinaus. Skp. Die Schwüle drückt auf die Erde. Svnč.
2) Bedeutung des Aufenthaltsorts. In der Sprache der Bewohner des Memellands und einiger anderer Orte wird die Konstruktion der Präposition į mit dem Akkusativ in der Bedeutung des inneren Lokativs (Inessivs) verwendet26.
Die Schwalbe brütet in den Häusern. Prk. Der Mann steht im Meer. Krg. Der Maulwurf gräbt Gänge in der Erde. Krg. Die Hühner sitzen im Hof. Plk. Mir wächst hinten am Kopf so ein Höcker. Plk. Dorsch fängt man im Meer mit der Angel. Plk. Der Hecht wächst in den Flüssen, doch im flachen Wasser hält er es nicht aus. Plk. Am Rand steht das Mädchen und wischt sich mit einem Tüchlein die Tränen. KlpD 26. Er lebt in der Stadt (in der Stadt) . K. Ich half der Mutter, sich im Schuppen zu bewegen. Pš. Jenseits von Meeren und Seen, im grünen Wald (im grünen Wald) sammelt das Mädchen, die junge Frau, rote Beeren.
26 Siehe A. Laigonaitė, a. a. W., S. 32—33; vgl. E. Fraenkel, a. a. W., S. 51—52.
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Page 16TDr VII 64. In die eine Hand (in der einen Hand) hat er einen Strich, in die andere Hand (in der anderen Hand) hat er eine lange Peitsche. PP 29.
Man nimmt an, dass der Einfluss der deutschen Sprache maßgeblich dafür war, dass sich die Präposition į mit dem Akkusativ in der inessiven Bedeutung durchsetzte27.
2. Bedeutungen zeitlicher Verhältnisse
Bei den Niederlitauern, West- und Mittelhochlitauern sowie teilweise im Westen der Westdzuken wird die Präposition į mit ihren Varianten sehr häufig zum Ausdruck verschiedener zeitlicher Verhältnisse verwendet; einige davon werden in der Literatursprache mit der Präposition per mit dem Akkusativ, andere durch den temporalen Akkusativ oder Instrumental ausgedrückt.
1) Die Präposition į und ihre Varianten werden in denselben Bedeutungen wie die Präposition per verwendet. Zwei Fälle dieser Verwendung sind hervorzuheben.
a) Die Präposition į und ihre Varianten werden mit dem Akkusativ verwendet, um die Dauer einer Handlung oder den Zeitraum anzugeben, innerhalb dessen sie stattfindet.
In einer Woche esse ich ein Brot auf. In einem Monat werden wir genug Heu für eine Kuh beschaffen. Ktč. In ein paar Tagen haben sie es herausgezogen, das heiße Zeug. Šlu. Was ist in dieser kurzen Zeit geschehen? Pgg. Ob in zwei oder in drei Tagen, er wird es fertig machen. Šlu. Der Deutsche nahm Polen innerhalb von vier Wochen ein. Plik. Innerhalb von drei Wochen sollte er verschwunden sein. Sg. Dieses Gras trocknet über Nacht. Krg. Danach ließ man den Teufel laufen, und so kam er innerhalb eines Monats nach Hause. Tt. Seit Menschengedenken haben wir hier keine Kartoffeln gepflanzt. Snt. Wie viel gräbst du an einem Tag aus? Skd. An einem Tag legt das Weibchen tausend Eier. Yl. Wie viel pflügst du an einem Tag? Mžk. Zwei oder drei Gläser, am besten pro Tag. Žg. In einer Woche rauchte er zehn Päckchen Zigarren. Rd. Wie viel mähst du an einem Tag? Rs. Wie viel Heu hat er an einem Tag eingefahren? Jrb. Und ich sehnte mich zwei, drei Tage lang nach meiner Großmutter. Rdm. In ein paar Stunden mahlten wir einen Zentner, wenn das Getreide gut getrocknet war. Alvt. Die Šūklių-Kolchose hat in zwei Stunden einen solchen Haufen aufgeschichtet. Žal. In einem Monat wurden in unserem Dorf 40 Pferde gestohlen. Nm. Jetzt legt sie siebzig Eier am Tag. Grl. Beim Reinigen des Futters wird es nicht regnen. Plv. Die Räder brachen mitten beim Roggentransport. Gs. Sie fahren zwei Wagenladungen Mist am Tag ab. Pun. Ach, mein armes Herz, du wirst den ganzen Herbst über traurig sein. JD 183. Innerhalb von drei Tagen werde ich das Geld finden. BsP I 89. Dann, Brüderchen, macht es in zwei Wochen kling-klang, und fertig! LzPR II 35.
b) Die Präposition į und ihre Varianten werden mit dem Akkusativ verwendet, um einen Zeitraum anzugeben, in dem sich eine Handlung eine bestimmte Anzahl von Malen wiederholt.
An einem Tag bekommt er ein paarmal Prügel. Pln. Zweimal im Jahr werde ich scheren, und jedes Mal gleich drei Kilogramm. Rt. Das Wetter ändert sich mehrmals am Tag. Užv. Gluodena einmal alle paar Jahre. Pp. Dreimal am Tag muss man die Kuh melken, Klm. Wir bekommen es dreimal im Monat. Kdn. Als Mama noch lebte, dann
27 Siehe A. Laigonaitė, ebenda, S. 33.
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Page 17Er ging mehrmals täglich nach Hause. Rs. Der Heilige sündigt siebenmal am Tag. Skr. Das Wichtigste war, dass er zwei Tage in der Woche feiern konnte. Lk. Drei Tage in der Woche leistete er Frondienst. Nm. Ich arbeitete zwanzig Stunden am Tag. Šl. Die Arznei muss man dreimal täglich einnehmen. Mrk.
Simša erhebt sich zweimal am Tag mit seiner hinkenden Stute vor dem Lehmhügel... CvR II 327. Es gab viel Arbeit, und man musste 14 Stunden am Tag arbeiten. VienIMA 197.
Die Präposition į wird auch nach den Verben verdienen, zahlen, bekommen, nehmen, geben usw. verwendet.
Der Vater verdient zwanzig Rubel am Tag. Jrb. Wie viel verdienst du im Jahr? Kps. Er verdient viele Arbeitstage pro Tag. Skdv. Man zahlt ihm monatlich fünfundsiebzig Rubel in bar. Vnd. Pro Stunde zahlte man drei Rubel. Šll. Ich bekam neun Litas pro Tag. Žg. Wie viel zahlen sie euch am Tag? Al. Er bekommt dreihundert Rubel im Monat. Mžk. Wie viel bekam der Hirte im Jahr? Lnkv. Wie viel hast du am Tag genommen? Dt. Wir gaben achtzig Kilogramm am Tag. Rz. Früher gaben sie fünfzig am Tag. Rs. Man bot sechzig Rubel im Monat an. Pln. Ein Mensch kostet drei Rubel pro Tag. Žg. Pro Tag gibt er dreißig Rubel aus. Slv.
Bemerkenswert ist, dass sich in diesen Verwendungsfällen die Bedeutung der Präposition į (wie auch per) der Bedeutung der Präposition už annähert.
Vgl.: Zahlt er viel für einen Tag? Sd. Wie viel nimmst du für einen Tag? Rk. Wie viel bekommst du für einen Tag? Ob.
Andererseits wird die Präposition į gelegentlich auch anstelle der Präposition už verwendet.
Man gab zehn Kopeken pro Arbeitstag. Slnt. Einen Rubel pro Arbeitstag. Klk. Ich zahlte einen Rubel pro Maß. Šts. Für dieses Geld wird er Kartoffeln zurücknehmen. Gs. Ich werde die Schuld mit Milch begleichen. Šts.
J. Jablonskis hielt alle derartigen Verwendungsfälle der Präposition į für die Literatursprache für unzulässig und korrigierte sie auf zweierlei Weise: teils ersetzte er sie durch den Lokativ, teils durch eine Konstruktion mit der Präposition per und dem Akkusativ28. In der Literatursprache setzte sich die Präposition per mit dem Akkusativ weiter durch.
2) Die Präposition į und ihre Varianten werden mit zeitlicher Bedeutung verwendet und ähneln bisweilen den Kasusformen der Literatursprache.
a) Wie der Akkusativ.
Am dritten Tag schmeckt mir eine saure Gurke am besten. Skr. In diesem Augenblick war er plötzlich auch hier. Vlkv. Am vierten Tag wird die Operation durchgeführt. Kps. An welchem Tag wirst du gehen können? Grš. Am dritten Tag bekam ich Arbeit. Vlkv. Wahrscheinlich bringt er es am dritten Tag. Užv. Am vierten Tag nahm der junge Mann mit dem Fräulein einen Zeugen mit
28 J. Jablonskis, min. veik., p. 671; II, Vilnius, 1959, p. 38, 69, 74.
8. Lietuvių kalbos morfologinė sandara ir jos raida
113
Page 18… ging zum Priester. Tt. Wir backen am dritten Tag. Pc. Aber am dritten Tag überfielen Banditen ihn, töteten ihn und stahlen das Geld. Auk.
Aber was — am dritten Tag teilte Stočkaus Schwiegersohn, jener, der beim Waagenaufsteller und beim Kassierer stand, uns mit, dass die Löhne gekürzt worden seien. CvR II 301. Ich erinnere mich nicht mehr, was danach mit mir geschah; erst am dritten Tag erhielt ich den Schadenersatz zurück. CvR II 119.
b) Wie der Instrumental (seltener der Lokativ).
Er kam in diesem Zeitraum zurück. VIkv. Die Freude verging im Nu. Rmč. Das war genau zur rechten Zeit. Šlu. Mein Pferdchen wird ins siebte Lebensjahr kommen. Rdm. Ach, sie wird zurückkehren, dein Töchterchen wird ins neunte Lebensjahr kommen. JD 340. Ich bin sechs Jahre jünger als Antanas (sechs Jahre später geboren). Skr.
In diesem Zeitraum stolperte er und fiel hin. LzPR I 85. — Gut, gut, du bist genau zur rechten Zeit nach Hause gefahren … ŽemR III 362. Erst als die Frau von Sakalauskas im dritten Jahr nach ihrem freieren Leben dick wurde, — wurde sie ungeheuer dick. CvR II 328.
3. Bedeutung des Zweckverhältnisses
In den westlitauischen Mundarten wird die Präposition į gelegentlich verwendet, um etwas andere Zweck- (Bestimmungs-)Verhältnisse auszudrücken als in der Literatursprache. Die hier gemeinte Bedeutung des Zweckverhältnisses steht, anders als in der Literatursprache, in keinerlei Zusammenhang mit der Richtungsbedeutung. In solchen Fällen bezeichnet die Präpositionalfügung einen Gegenstand, für den etwas bestimmt ist oder verwendet wird.
Ich habe alle Papiere für Pfeffer eingewickelt (habe sie zum Einwickeln von Pfeffer zurechtgeschnitten). Dr. Das Geld habe ich für Petroleum ausgegeben. Šts. Das Mehl aus den Mühlen wird der Deutsche als Abgabe einziehen. Šts. Die Kuh habe ich zum Fleisch den Soldaten überlassen. Šts. Heute ist ein besserer Tag für die Schwindsucht. VIkv. Das Leder verarbeitete er zu Bastschuhen. Grž. Viele Bäume verbrannte man zu Ziegeln. JablRR I 653.
Erwähnenswert sind auch Fälle, in denen die Präposition į dieselben Zweckverhältnisse bezeichnet wie in der Literatursprache, jedoch unter anderen Umständen verwendet wird — mit Substantiven, die konkrete Gegenstände bezeichnen.
Die Frauen gehen zum Besenbinden, Beerenpflücken (Besen binden, Beeren pflücken). Šts. Nach dem Roggenschnitt muss man gleich zum Weizenschnitt gehen. Skr.
4. Bedeutung des Mengenverhältnisses
In den westaukštaitischen Dialekten (seltener auch in anderen) wird die Präposition į auch zum Ausdruck von Mengenverhältnissen verwendet. Dabei lassen sich zwei Fälle dieser Verwendung unterscheiden.
1) Die Präposition į wird mit derselben Bedeutung wie die Präposition apie der Literatursprache verwendet.
Es kamen bis zu tausend (etwa tausend, nahe an tausend) Menschen zusammen. JablRR I 653. Ich habe bis zu vierhundert Arbeitstage. Jrb. Meine Schwester hatte mir damals vierzig gegeben. VIkv. Ich habe dreihundert Rubel bezahlt. Rmš. Er ist schon um die dreißig Jahre alt. Gs. Sian-
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Page 19tag kam ich auf fünf Kilometer. Nm. Ich habe dreihundert Rubel bezahlt. Rmš. Er ist weder alt noch jung – er dürfte etwa fünfzig Jahre alt sein. Alv. Im Dorf Rudžiai gibt es seit alters her solche breiten Wiesen, wohl um die 300 Morgen groß. BsMt II 64.
2) Die Präposition į wird mit derselben Bedeutung wie die Präposition iki der Literatursprache verwendet.
Ihr gelbes Zöpfchen ist nur bis zur Hälfte geflochten. Mrk. Da Ich bin noch nicht einmal bis zur Hälfte des Weges geritten. JD 57. Er trank bis zur Hälfte und ließ es stehen. KzR. Trink, meine Schwester, trink, mein Gast, das ganze Gläschen bis auf den letzten Tropfen. JD 1328. Die Zwiebelschalen sind bis über den Kopf gewachsen. Skr. Die Türchen der Türme sind halb geöffnet. LB 115.
5. Bedeutung des Ausschlussverhältnisses
In einzelnen Dialekten wird die Präposition į anstelle der Präposition iš der Literatursprache verwendet, um Ausschlussverhältnisse auszudrücken.
Unter den Brüdern (von den Brüdern) ist der da besser. J. O, heiter, heiter ist dieser Sommer im Vergleich zu allen Sommern. JD 569. Von allen ist jene die sicherste. Skr.
ABKÜRZUNGEN29
BalčHP — V. Haufas, Pasakos, übersetzt von J. Balčikonis, Vilnius, 1956 (Die Ziffern geben die Seiten an).
BaltPV — J. Baltušis, Parduotos vasaros, I, Vilnius, 1957 (Die Ziffern geben die Bände und Seiten an).
BĮR — J. Biliūnas, Raštai, I, Vilnius, 1954 (Die Ziffern geben die Bände und Seiten an).
BsMt — J. Basanavičius, Lietuviškos pasakos, Medega lietuviškai mitologijai, Shenandoah, Pa. Teil I 1898, Teil II 1902 (Die Ziffern geben die Teile und Seiten an).
BsO — Ožkabalijų dainos, surinko J. Basanavičius, Shenandoah, Pa. 1902, du tomai (Skaitmens rodo dainos numerį).
CvR — P. Cvirka, Raštai, I, II, V, Vilnius, 1959 (Die Ziffern geben die Bände und Seiten an).
GirRP — L. Gira, Rinktinė poezija, Kaunas, 1945.
J — Литовский словарь А. Юшкевича съ толкованіемъ словъ на русскомъ и польскомъ языкахъ, выпускъ первый, том I, Санктпетербургъ, 1904.
JablRR — J. Jablonskis, Rinktiniai raštai, I, Vilnius, 1957 (Die Ziffern geben die Bände und Seiten an).
JD — Lietuviškos dainos užrašytos par Antaną Juškevičę. Казань, I — 1880, II — 1881, III — 1882 (Skaitmens rodo dainos numerį).
JV — Lietuviškos svodbinės dainos, aufgezeichnet von Antanas Juškevičė und veröffentlicht von Jānas Juškevičė, Petropylė, 1883 (Die Ziffern geben die Liednummer an).
KlpD — Lieder der Klaipėdaer, gesammelt von Jonas Pakalniškis, herausgegeben von A. Bruožis, Vilnius, 1908 (Die Ziffern geben die Liednummer an).
KrèvAP — Vincas Krèvė, Apsakymai ir padavimai, Vilnius, 1955 (Die Ziffern geben die Seiten an).
KrèvP — Vincas Krèvė, Dainavos šalies senų žmonių padavimai, Vilnius, 1957 (Die Ziffern geben die Seiten an).
29 Ortsnamen werden ebenso abgekürzt wie im „Wörterbuch der litauischen Sprache“.
8*
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Page 20LB — Litauische Volkslieder und Märchen aus dem preussischen und dem russischen Litauen, gesammelt von A. Leskien und K. Brugman, Strassburg, 1882 (Skaitmens rodo puslapius).
LzPR — Lazdynų Pelėda, Werke, I, II, Vilnius, 1954 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
MiežBP — Eduardas Mieželaitis, Bruderschaftliches Poem, Vilnius, 1954 (Die Ziffern bezeichnen Seiten).
Myk-PutS — V. Mykolaitis-Putinas, Die Aufständischen, I, Vilnius, 1957 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
NS — Litauische Lieder und Gesänge im nordöstlichen Litauen. Gesammelt von A. R. Niemi und A. Sabaliauskas, Annales Academiae scientiarum Fennicae, Ser. B., Tom VI, 1911 (Die Ziffern bezeichnen die Liednummer).
PP — Pasakos apie paukščius, Žemaitische Tierfabeln, Text, Wörterverzeichnis und Übersetzung herausgegeben von Hugo Scheu... und Alexander Kurschat..., Heidelberg, 1913 (Skaitmens rodo puslapius).
RŽ — Wörterbuch der litauischen Rechtschreibung, Kaunas, 1948 (Die Ziffern bezeichnen Seiten).
SimonP — I. Simonait y tė, Pikčiurnienė, Vilnius, 1955 (Die Ziffern bezeichnen Seiten).
SNėrR — Salomėja Nėris, Werke, I, Vilnius, 1957 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
SruogR — B. Sruoga, Werke, III, Vilnius, 1957 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
ŠRagR — Šatrijos Ragana, Werke, IV, Kaunas, 1928 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
T — Tiesa, Organ des ZK der LKP, des Präsidiums des Obersten Sowjets der Litauischen SSR und des Ministerrats (Die Ziffern bezeichnen Jahre und Nummern).
TDr — Volkskundliche Arbeiten, VII, Kaunas, 1940 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
TilvU — Tilvytis Teofilis, Usnynė, Vilnius, 1949 (Die Ziffern bezeichnen Seiten).
VaižgRR — Vaižgantas, Ausgewählte Werke, I, Vilnius, 1957 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
VenclGD — A. Venclova, Geburtstag, Vilnius, 1959 (Die Ziffern bezeichnen Seiten).
VienIMA — A. Vienuolis, Aus meinen Erinnerungen, Vilnius, 1957 (Die Ziffern bezeichnen Seiten).
VienR — A. Vienuolis, Werke, V, Vilnius, 1954 (Die Ziffern bezeichnen Bände und Seiten).
ŽemR — Žemaitė, Raštai, III, Vilnius, 1956 (die Ziffern geben die Bände und Seiten an).
BEDEUTUNGEN UND GEBRAUCH DER PRÄPOSITION į IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE
E. VALIULYTĖ
Zusammenfassung
Die Präposition į der litauischen Literatursprache hat in den Dialekten folgende Varianten: įn, int, ing(i), ink, inš. In der Bedeutung der Präposition į wird auch die Präposition ant mit ihrer Variante an verwendet.
In der litauischen Literatursprache bezeichnet die Präposition į verschiedene Beziehungen: räumliche, finale, transgressive, zeitliche und vergleichende.
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Page 21Innerhalb der räumlichen Beziehungen lassen sich drei Bedeutungen unterscheiden: 1) Die Bedeutung einer Richtung in das Innere von etwas wird in Wortverbindungen deutlich, in denen als abhängiges Glied Wörter mit der Bedeutung eines Ortes oder eines konkreten Gegenstands und als übergeordnetes Glied Wörter auftreten, die eine Bewegung bezeichnen, z. B.: bėgti į mišką — in den Wald laufen, įkalti į sieną — in die Wand einschlagen, stūgnioti į popierių — in Papier einwickeln; 2) Die Bedeutung einer Richtung zu einer bestimmten Seite zeigt sich in Wortverbindungen, in denen als abhängiges Glied Wörter stehen, die allgemeine räumliche Begriffe oder einen bestimmten Orientierungspunkt im Raum bezeichnen, und als übergeordnetes Glied Wörter mit Bewegungsbedeutung, z. B.: eiti į pietus — nach Süden gehen, pasukti į kairę — nach links abbiegen, žingsniuoti į priešą — auf den Feind zumarschieren, važiuoti į miško pusę — in Richtung Wald fahren; 3) Die Bedeutung einer Richtung auf einen Gegenstand bis zur Berührung mit ihm wird in Wortverbindungen deutlich, in denen als übergeordnetes Glied Wörter mit der Bedeutung eines Schlages oder einer Berührung auftreten und als abhängiges Glied Wörter, die konkrete Gegenstände bezeichnen, z. B.: belsti į langą — ans Fenster klopfen, šerti į galvą — auf den Kopf schlagen, atsimušti į sieną — gegen die Wand stoßen.
Finale Beziehungen drückt die Präposition į in Wortverbindungen aus, in denen als abhängiges Glied Wörter stehen, die Handlungen, Ereignisse oder Fälle bezeichnen, und als übergeordnetes Glied Wörter mit Bewegungsbedeutung, z. B.: ateiti į susirinkimą — zu einer Versammlung kommen, pakviesti į koncertą — zu einem Konzert einladen.
Transgressive Beziehungen werden in Wortverbindungen ausgedrückt, in denen als übergeordnetes Glied Wörter auftreten, die eine Veränderung des Zustands bezeichnen, und als abhängiges Glied Wörter, die das Ergebnis dieser Veränderung bezeichnen, z. B.: sudraskyti į gabalus — in Stücke zerreißen, surinkti į krūvą — zu einem Haufen sammeln, išrinkti į pirmininkus — zum Vorsitzenden wählen.
Zeitliche Beziehungen drückt die Präposition į in Wortverbindungen aus, in denen als abhängiges Glied Wörter stehen, die bestimmte Zeitabschnitte bezeichnen, z. B. Jahreszeiten oder Tageszeiten: ateiti į vakarą — gegen Abend kommen, susirgti į rudenį — im Herbst erkranken.
Vergleichende Beziehungen bezeichnet die Präposition į in Wortverbindungen, in denen als übergeordnetes Glied Wörter mit der Bedeutung der Ähnlichkeit auftreten: panašus į tėvą — dem Vater ähnlich.
Die Präposition į mit ihren Varianten drückt in einigen Dialekten Beziehungen aus, die sich von denen der Literatursprache unterscheiden.
Diese Präposition wird zum Ausdruck räumlicher Beziehungen verwendet, die in der Literatursprache gewöhnlich durch Präpositionen ausgedrückt werden: durch die Präposition pas, z. B.: ateiti į tėvą — zum Vater kommen; durch die Präposition link, z. B.: eiti į mišką — in Richtung Wald gehen; durch die Präposition prie, z. B.: prieiti į langą — ans Fenster herantreten, glaustis į sieną — sich an die Wand lehnen; durch den Inessiv, den Lokativ, z. B.: gyventi į miestą — in der Stadt leben.
Die Präposition į wird in Dialekten mit zeitlicher Bedeutung in folgenden Fällen verwendet: in der Bedeutung der Präposition per der Literatursprache, z. B.: per, z. B.: padaryti į keturias savaites — in vier Wochen erledigen, ateiti du kartus į dieną — zweimal am Tag kommen; in der Bedeutung des Akkusativs und Instrumentals der Zeit in der Literatursprache, z. B.: ateiti į trečią dieną — am dritten Tag kommen, pavāžiuoti į pat laiką — rechtzeitig ankommen.
Die Präposition į wird zum Ausdruck einer Bestimmung verwendet, z. B.: atidūoti karvę į mėsą — die Kuh zur Fleischgewinnung abgeben.
Die Präposition į wird in quantitativer Bedeutung entsprechend den Präpositionen apie und iki der Literatursprache verwendet, z. B.: sumokėti į tris šimtus rublių — etwa dreihundert Rubel bezahlen, išgerti į dugną — bis auf den Grund austrinken (des Glases).
Gelegentlich wird die Präposition į zur Bezeichnung von Absonderungsverhältnissen gebraucht und entspricht der Präposition iš der Literatursprache: geresis į brolius — der Beste unter den Brüdern.
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