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ANŽELIKA GAIDIENĖ, DANUTĖ LIUTKEVIČIENĖ

Institut für Litauische Sprache

BESONDERHEITEN DER BEDEUTUNGSDEFINITION

WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN STANDARDSprache: PFLANZEN UND TIERE

SCHLÜSSELWÖRTER: Bedeutung, Definition, kognitive Definition, traditionelle Definition, Wörterbuch, Wörterbuch der litauischen Standardsprache.

EINLEITENDE BEMERKUNGEN

Die Begriffe lexikalische Wortbedeutung und Bedeutungsdefinition eines Wortes sind ein untrennbarer Bestandteil erklärender Wörterbücher. Wissen wir, wie die Verfasser von Wörterbüchern diese Begriffe verstehen? In den Einleitungen zu erklärenden Wörterbüchern der litauischen Sprache werden die Verfahren zur Erläuterung von Wortbedeutungen und deren grafische Darstellung im Wörterbuchartikel gewöhnlich recht formal vorgestellt. Nicht immer ist jedoch klar, welches Konzept der lexikalischen Bedeutung diesen Wörterbüchern zugrunde liegt, welche Definitionsformeln bei der Definition von Wörtern verschiedener semantischer Gruppen angewandt werden, welche Merkmale der lexikalischen Bedeutung am häufigsten hervorgehoben werden und dergleichen.

Gegenstand dieses Artikels ist die Beschreibung der Kategorien Pflanzen und Tiere in Wörterbüchern. Die Wahl dieser Kategorien wurde von mehreren Faktoren bestimmt: Da die botanische und zoologische Wissenschaft über ein sehr ausgefeiltes terminologisches System verfügt, lassen sich Wörter, die Pflanzen und Tiere bezeichnen, sehr wissenschaftlich definieren, indem ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen Reichen, Familien, Gattungen usw. genannt wird. Andererseits sind Bezeichnungen für Pflanzen und Tiere alltägliche, geläufige Wörter, die ständig verwendet und gehört werden; daher können sie auch alltagsnah definiert werden, indem typische Merkmale genannt werden, die mit diesen Pflanzen und Tieren verbunden sind. Im Hinblick auf diese beiden Alternativen verhalten sich die erklärenden Wörterbücher der litauischen Sprache unterschiedlich.

Der Artikel untersucht die Bedeutungsdefinitionen einiger konkreter Substantive, die Pflanzen und Tiere bezeichnen. Die Substantive wurden aus dem Manuskript des Wörterbuchs der litauischen Standardsprache (im Folgenden BŽ) sowie aus dem bereits im Internet veröffentlichten Teil1 ausgewählt.

Ziel des Artikels ist es, die Besonderheiten der Bedeutungsdefinition ausgewählter Wörter, die Pflanzen und Tiere bezeichnen, im Wörterbuch der litauischen Standardsprache zu erörtern und Vorschläge zur Formulierung von Definitionen für diese und weitere Bezeichnungen aus diesem Bereich zu unterbreiten.

1 Es stützt sich auf den im Internet (http://bkz.lki.lt) veröffentlichten Teil dieses Wörterbuchs sowie auf das Manuskript noch nicht veröffentlichter Teile.

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Zur Erreichung dieses Ziels wurden folgende Aufgaben gestellt:

1) aufzuzeigen, wie die Redakteure des BLW die lexikalische Bedeutung eines Wortes auffassen;

2) festzustellen, welche Auffassung von der Definition der Wortbedeutung – die traditionelle oder die kognitive – bei der Definition der allgemeinen Bezeichnungen der Kategorien Pflanze und Tier sowie der diesen Kategorien zugehörigen Wörter (Haustiere, Bäume, Früchte usw.) im BLW am häufigsten vertreten wird, und sie mit den Definitionen in anderen erklärenden Wörterbüchern des Litauischen sowie einigen englischen und russischen Wörterbüchern zu vergleichen;

3) festzustellen, welche Merkmale bei der Definition konkreter Bezeichnungen aus den ausgewählten Kategorien – Pflanzen und Tiere – im BLW am häufigsten herangezogen werden.

1. KONZEPTIONEN DER WORTBEDEUTUNG UND WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN STANDARDSCHRIFTSPRACHE

In der Sprachwissenschaft gibt es zahlreiche semantische Konzeptionen – die strukturalistische, kognitive, logische usw. (ausführlicher siehe Jakaitienė 1988: 30–40; Gudavičius 2007: 14–27 u. a.). Tabelle 1 enthält die von Dirk Geeraerts (2006: 387) zusammengefassten semantischen Konzeptionen, die in bestimmten Zeiträumen in der Sprachwissenschaft existieren oder existiert haben2.

TABELLE 1. Semantische Konzeptionen (nach D. Geeraerts)

ZEITRAUM

KONZEPTION

GRUNDPRINZIPIEN

EMPIRISCHER BEREICH

ERKLÄRUNGSPRINZIP

1870–1930

Historisch-philologische Semantik

Sprache als Ausdruck der Selbstentfaltung des Individuums oder der Gemeinschaft

Aussagen über den Bedeutungswandel

Prinzipien der Effektivität und des Ausdrucks

1930–1975

Strukturalistische Semantik

Sprache als autonome Struktur

Aussagen über paradigmatische und syntagmatische semantische Beziehungen

Zerlegung der Bedeutung oder Bedeutungspostulate

1970–

Logische Semantik

Sprache als Verweis auf mögliche Welten

Aussagen über die Wahrheits- / Falschheitsbedingungen von Propositionen

Algorithmische Zerlegbarkeit der Bedeutung (einer zusammengesetzten Spracheinheit)

1975–

Kognitive

Sprache als

Aussagen über

Natürlich

2 Information übersetzt von A. Gaidienė.

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Semantik als kognitives Werkzeug: Flexibilität, innere Struktur, erfahrungsbasierte Grundlage, enzyklopädischer Charakter usw. Kategorisierung (Prototypizität) und kognitive Strategien

Als die wohl am weitesten verbreiteten Ansätze in der Linguistik können wir die strukturalistische und die kognitive Semantik betrachten, die eine völlig unterschiedliche Sicht auf das Konzept der Wortbedeutung bieten.

Pasak Nikolajaus Boldyrevo (Boldyrev 2004: 7–8), viena iš teorinių struktūralistinės semantikos pozicijų – tarp lingvistinių ir ekstralingvistinių veiksnių yra aiški riba, t. y. žodžio reikšmė nepriklauso nuo to, ką kalbėtojas žino apie realų ar menamą pasaulį (plačiau žr. Gaidienė 2016: 16). Kitaip sakant, struktūralistų požiūriu, reikšmė yra gana savarankiška organizuota semantinių elementų visuma (Jakaitienė 2010: 56).

Pasak kognityvistų, žodžio reikšmė yra pažintinės veiklos rezultatas (Mikلسkas 2009: 40), mąstomosios būties apraiška (Jakaitienė 1988: 40), t. y. žodžio reikšmė kognityvistų suvokiama kaip neatsiejama mentalinio turinio, kurį formuoja atitinkamos srities žinios, dalis (Gudavičius 2011: 113). Žodžio, apskritai lingvistinio vieneto, reikšmės perduoda tik dalį mūsų žinių apie pasaulį, o pagrindinė jų dalis slypi su jais siejamuose konceptuose (Boldyrev 2014: 87). Galima teigti, kad leksinė reikšmė yra kalboje, konkrečiame pasakyme aktualizuojama koncepto dalis. Svarbu pabrėžti, kad žodžio reikšmė tampa suprantama tik kitų kognityvinių struktūrų (kurios sužadinamos kalbėtojų sąmonėje) kontekste ir visiškai nesvarbu, ar šios struktūros yra verbalizuotos, t. y. žodžio reikšmė siejama su kognityviniais kontekstais – kognityvinėmis struktūromis arba žinių blokais, kurie ir leidžia tas reikšmes suprasti (Boldyrev 2004: 8–9; plačiau žr. Gaidienė 2016: 21).

Daugelis kalbininkų (plg. Geeraerts 1989: 142; Vežbickaja 1996) sutinka, kad „<...> visiškai įmanoma suderinti ir kognityvinį, ir struktūrinį požiūrį į žodžio reikšmę“ (Jakaitienė 1988: 57). Būtent tokį žodžio reikšmės sampratos – kognityvinės ir struktūralistinės – derinį taiko BŽ rengėjai. Struktūralistinis žodžio reikšmės aspektas natūraliai atsiskleidžia analizuojant sintagminius ir paradigminius aiškinamųjų žodžių santykius konkrečiuose pasakymuose (iliustraciniuose pavyzdžiuose) bei jų santykius su savo hiponimais / hiperonimais ar sinonimais ir pan., o tiriamos tų žodžių sąsajos su platesnėmis mentalinėmis struktūromis (konceptais) leidžia jų reikšmių apibrėžtis papildyti prototipiniais požymiais, daugiareikšmio žodžio reikšmes susieti į motyvuotą tinklą ir kitaip patobulinti žodyninio straipsnio struktūrą.

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Daher wird in diesem Artikel anhand der im BŽ aufgeführten Definitionen von Wörtern, die Pflanzen und Tiere bezeichnen, gezeigt, wie diese beiden semantischen Konzepte miteinander verbunden werden.

Erklärende Wörterbücher werden häufig dafür kritisiert, dass sie einem bestimmten Verständnis lexikalischer Bedeutung nicht konsequent folgen. Nach Evalda Jakaitienė (2005: 81) werden im Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache3 (Hauptredakteur S. Keinys) gebräuchliche Wörter des Alltags mit wenigen semantischen Merkmalen definiert, während gut bekannte Pflanzen, Tiere usw. ausführlich anhand semantischer Merkmale beschrieben werden. Diese Uneinheitlichkeit der Bedeutungsdefinition hat mehrere Ursachen: die Vielfalt des Wortschatzes, den Zweck des Wörterbuchs, seine Zielgruppe usw. In der modernen Lexikografie wird zur Vermeidung uneinheitlicher Wortbedeutungsdefinitionen häufig vorgeschlagen, sich auf die Prototypentheorie zu stützen (ausführlicher siehe Geeraerts 2006: 327–355). Diese Theorie hilft Wörterbuchautoren zunächst dabei, die wesentlichen Merkmale der Bedeutung eines Lexems herauszuarbeiten; außerdem bietet sie konzeptuelle Mittel, um die Bedeutungen polysemer Wörter nach einheitlichen Grundsätzen als motiviertes Bedeutungsnetz darzustellen, das von einem oder mehreren Knoten (Prototypen) beherrscht wird.

2. PROTOTYPENTHEORIE UND LEXIKOGRAFISCHE PRAXIS

Der Begriff des Prototyps geht auf die experimentellen Untersuchungen von Eleanor Rosch im 20. Jahrhundert zurück. Ihre Ergebnisse zeigten, dass einige Mitglieder von Kategorien mehr, andere weniger für die jeweilige Kategorie typische Merkmale aufweisen und dass die Grenzen der Kategorien selbst unscharf sind. Das typischste Mitglied einer Kategorie, anhand dessen sich die Kategorie erkennen lässt, bezeichnete E. Rosch als Prototyp (Ungerer, Schmid 2006: 10). Für Fachleute der kognitiven Psychologie wurde die Kategorisierung der uns umgebenden Wirklichkeit, die sie aus der Perspektive der kognitiven menschlichen Tätigkeit zu betrachten begannen, grundlegend (Kubriakova 1996: 45–46).

Die prototypentheoretische Sicht auf die Kategorienzugehörigkeit stand im Widerspruch zur klassischen Theorie. Die klassische Theorie besagt, dass die Grenzen von Kategorien klar sind: Alle Mitglieder einer Kategorie teilen dieselbe Menge (notwendiger) Merkmale, sodass die einer Kategorie zugeordneten Mitglieder einander gleichgestellt sind (Dirvenas 2009: 15). Im Folgenden geben wir die Tabelle von Holger Diessel45 wieder, in der die Unterschiede zwischen der klassischen Theorie und der Prototypentheorie zusammengefasst sind (siehe Tabelle 2).

3 E. Jakaitienė stützte sich auf die vierte Auflage des Wörterbuchs der heutigen litauischen Sprache, die im Jahr 2000 veröffentlicht wurde.

4 Näheres siehe http://www.personal.uni-jena.de/~x4diho/Script.Language%20and%20Cognition%201.pdf.

5 Die Informationen wurden von A. Gaidienė übersetzt.

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TABELLE 2. Unterschiede zwischen der klassischen Theorie und der Prototypentheorie

Klassische Theorie

Prototypentheorie

Kategorien werden anhand gemeinsamer Merkmale definiert.

Kategorien werden anhand des besten Exemplars definiert.

Kategorien haben klare Grenzen.

Kategorien haben unscharfe Grenzen.

Alle Mitglieder einer Kategorie sind gleichwertig.

Einige Mitglieder einer Kategorie sind besser als andere.

Die Bedeutung von Kategorien ist konstant.

Die Bedeutung von Kategorien hängt von Kultur und Kontext ab.

Die kognitive Semantik übernahm den Begriff des Prototyps aus der kognitiven Psychologie und begann, ihn anzuwenden. Aloyzas Gudavičius (2009: 67) zufolge „wurde der Prototyp zum Zentrum der semantischen Beschreibung – ein Gegenstand oder Phänomen, das den Sprechern in der Vielfalt ähnlicher Gegenstände oder Phänomene als typisch, beispielhaft und normal erscheint“.

Der Begriff des Prototyps kann in der Lexikografie auf zwei Ebenen verwendet und angewandt werden:

a) Die Wortbedeutung wird anhand eines Prototyps definiert. Bei einer solchen Bedeutungsdefinition entfernt man sich von den logischen Kriterien der Notwendigkeit und Hinlänglichkeit, da in der Definition zunächst jene Merkmale aufgezählt werden, die ein prototypisches Mitglied der Kategorie charakterisieren (Jakaitienė 2005: 82).

b) Als prototypische Bedeutung eines polysemen Wortes gilt jene Wortbedeutung, die im Bewusstsein des durchschnittlichen Sprechers (der Sprachgemeinschaft) zuerst mit diesem Wort assoziiert wird. Anders gesagt: Die verschiedenen Bedeutungen eines Wortes werden nach demselben Prinzip strukturiert wie die verschiedenen Mitglieder einer Kategorie; man geht also davon aus, dass ein Wort eine prototypische Bedeutung hat, mit der weniger prototypische Bedeutungen verbunden sind. Den Mitgliedern der Pragglejaz-Gruppe (2007: 3) zufolge sind prototypische Bedeutungen tendenziell konkreter, bezeichnen Dinge, die man sich leichter vorstellen und sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken kann, stehen mit körperlichen Handlungen in Zusammenhang, sind bestimmter und häufig historisch älter, aber nicht unbedingt häufiger. In Wörterbüchern werden solche Bedeutungen oft zuerst aufgeführt.

Rolando Mikulsko (2009: 72) teigimu, „[v]ienas pagrindinių leksikografinio apibrėžimo uždavinių yra padėti žodyno skaitytojui atpažinti žodžiais žymimų kategorijų atstovus tikrovėje“. Būtent tai padaryti padeda prototipus apibrėžiantys požymiai. Nors

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Der Nutzen der Prototypentheorie für Lexikografen ist unbestritten, doch weist ihre praktische Anwendung Nachteile auf – insbesondere die Abgrenzung tatsächlich prototypischer von nicht prototypischen Merkmalen. E. Jakaitienė (2005: 83) zufolge „besteht eine der schwierigsten Aufgaben der Lexikografie darin, festzustellen, wie viele und welche Merkmale des mit einem Wort bezeichneten Gegenstands (Prototyps oder Begriffs) in eine verlässliche Bedeutungserklärung aufgenommen werden müssen und wie sie darin angeordnet werden sollen“. Der vorliegende Artikel untersucht, wie die Verfasser des BŽ diese Aufgabe bewältigen.

3. WORTDEFINITION UND BENDRINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS

In den Vorworten litauischer Bedeutungswörterbücher werden die Bedeutungserklärungen von Wörtern recht formal behandelt. Üblicherweise werden drei6 grundlegende Verfahren der Bedeutungserklärung genannt – das beschreibende7, das synonymische und das Verweisverfahren; außerdem wird in den Vorworten von Bedeutungswörterbüchern8 knapp auf die Prinzipien der Bedeutungserklärung hingewiesen (siehe Tabelle 3).

TABELLE 3. Prinzipien der Bedeutungserklärung von Wörtern im BŽ und DŽ7i

BŽ

DŽ7i

„Bei der beschreibenden Erklärung werden kurz die charakteristischen Merkmale von Gegenständen, Erscheinungen und Begriffen genannt <...>“9.

„Das wichtigste Verfahren zur Erklärung von Wortbedeutungen ist die definierend-beschreibende Erklärung. Dabei werden kurz die charakteristischen Merkmale von Gegenständen, Erscheinungen und Begriffen genannt, ohne enzyklopädische Genauigkeit oder Detailtiefe anzustreben“10.

Wie man sieht, beschränken sich die Verfasser der Wörterbücher auf einen bloßen Hinweis auf die charakteristischen Merkmale von Gegenständen, Erscheinungen und Begriffen. Zu Recht stellt sich die Frage, wie diese „charakteristischen“ Merkmale verstanden und anhand welcher Kriterien sie bestimmt und ausgewählt werden. Schließlich ist in der Tat „[d]ie Festlegung eines minimalen Komplexes semantischer Merkmale in der Bedeutungsdefinition und die Unterscheidung dessen, was zur Bedeutung gehört, von dem, was unser Wissen über die Wirklichkeit betrifft, die zentrale und wohl schwierigste Aufgabe bei der Definition einer konkreten Bedeutung“ (Gudavičius 2009: 61).

6 Neben diesen drei Verfahren der Bedeutungserklärung gibt es weitere, etwa das umschreibende, das einwortige, das gemischte Verfahren usw. (vgl. Naktinienė 2006: 22; Svetikienė 2006: 181).

7 Die Bezeichnung für dieses Erklärungsverfahren variiert: Es wird als beschreibend bezeichnet (vgl. Murmulaitytė 2006: 37; Svetikienė 2006: 181; LKŽe, Abschnitt „Struktur“, Unterabschnitt „Bedeutungserklärung von Wörtern“), als erläuternd (vgl. Naktinienė 2006: 22), als definierend (vgl. Jakaitienė 2005: 79), als definierend-beschreibend (DŽ₇i, Abschnitt „Einleitung“, Unterabschnitt „Bedeutungserklärung von Wörtern“), als definierend-erläuternd (Murmulaitytė 2000: 148) usw.

8 In der Onlinefassung des LKŽe werden im Abschnitt „Bedeutungserklärung von Wörtern“ nur die synonymische und die Verweis-Erklärung ausführlicher beschrieben; daher werden in der Tabelle lediglich das BŽ und das DŽ₇i zitiert.

9 Siehe http://bkz.lki.lt/?pg=reiksmiu_aiskinimas, Abschnitt „Bedeutungserklärung“, Unterabschnitt „Verfahren der Bedeutungserklärung“.

10 Siehe http://lkiis.lki.lt/lkz-ivadas, Abschnitt „Bedeutungserklärung von Wörtern“.

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In den erklärenden Wörterbüchern der litauischen Sprache werden gewöhnlich traditionelle Definitionen verwendet, das heißt, bei der Bestimmung der Wortbedeutung stützt man sich auf Elemente der wissenschaftlichen Kategorisierung (wissenschaftlichen Nomenklatur). Die kognitive Semantik, insbesondere die Prototypentheorie, bietet neue Mittel zur Verbesserung von Wortdefinitionen in erklärenden Wörterbüchern. Im Folgenden wird kurz vorgestellt, worin sich traditionelle und kognitive Definitionen von Wortbedeutungen unterscheiden.

Traditionelle11 Definitionen verwenden häufig Elemente wissenschaftlicher Erkenntnisse, um ein möglichst objektives Bild eines Wirklichkeitselements zu vermitteln. Dabei stützen sie sich auf die hierarchische interne Struktur einer Kategorie, die aus einem Gattungsbegriff (Hyperonym) und spezifischen (unterscheidenden) Merkmalen besteht, welche einen Begriff niedrigerer Ebene (Hyponym) beschreiben (Gudavičius 2009: 70–72; Smetonienė 2015: 64–65).

Eine kognitive Definition12 stützt sich auf alltägliche, persönliche Erkenntnis und Erfahrung der Welt; sie versucht aufzuzeigen, welche Assoziationen im Bewusstsein des Sprechers während des Sprechakts beim Gedanken an ein Wort entstehen. Sie bildet sämtliche Merkmale der lexikalischen Bedeutung ab, das heißt zentrale und periphere, ohne eine klare Grenze zwischen den sogenannten denotativen und konnotativen Merkmalen zu ziehen, insbesondere wenn Letztere mit bestimmten üblichen Kontexten verbunden sind (Gudavičius 2009: 70–72; Smetonienė 2015: 64–65).

Vergleichen wir die im DŽ7 angegebene Definition des Wortes garbė mit der von Irena Smetonienė (2015: 80) formulierten kognitiven Definition dieses Wortes (siehe Tabelle 4).

TABELLE 4. Definition des Wortes garbė

Traditionelle Definition

Kognitive Definition

garb|ė (4) von der Gesellschaft anerkannte Achtung für Verdienste; Ruhm, guter Ruf: Das ist eine Frage der ~ės. Die Ehre rauben. Die ~ės verlieren. Ein solcher Vorschlag gereicht Ihnen zur Ehre. Das gereicht dir nicht zur ~ės. ~ės-Mitglied (in Anerkennung gewählt). ~ės-Wache (zu Ehren jemandes eingesetzt). ◊ ~ės-Wort (feste mündliche Zusicherung) (DŽ7).

garbė – „das Gefühl der Selbstachtung und Verantwortung, wenn ein Mensch sich für sein Leben und seine vollbrachten Taten gewürdigt fühlt, sowie ein guter Ruf, den man sich in der Gesellschaft durch gute und selbstlose Taten, rechtschaffenes Verhalten und ein rechtschaffenes Leben, hohe Moral, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, das Halten des Wortes, Achtung vor anderen und Fürsorge für andere, durch die Aufopferung für das Vaterland, eine Idee oder das Wohlergehen anderer Menschen, durch Patriotismus und Heldentum erworben hat“ (Smetonienė 2015: 80).

11 Sie wird auch klassische, lexikografische Definition genannt.

12 J. Bartminskio (1988), A. Gudavičiaus (2009), I. Smetonienės (2015) ir kt. darbuose vartojamas terminas kognityvinė definicija.

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Wie zu sehen ist, ist die kognitive Definition des Wortes garbė wesentlich umfassender als die traditionelle Definition dieses Wortes in DŽ₇. In der kognitiven Definition wurde versucht, alle möglichen Merkmale dieses Konzepts aufzuzeigen, die in bestimmten Kontexten und Situationen relevant sein können. So wird das Konzept der Ehre hier beispielsweise nicht nur als äußeres Phänomen verstanden, als „von der Gesellschaft anerkannte Achtung für Verdienste“, wie es zu der Zeit betont wurde, als das konzeptuelle Fundament von DŽ gelegt wurde, sondern auch als „Selbstwertgefühl und Verantwortungsbewusstsein“; das heißt, die Kriterien für ein in der Gesellschaft als ehrenhaft geltendes Verhalten müssen vom Individuum verinnerlicht und als innerer Imperativ seines Verhaltens begriffen werden.

Man kann feststellen, dass die Verfasser von BŽ häufig traditionelle und kognitive Definitionen der Wortbedeutung miteinander verbinden. Sehen wir uns an, wie das bereits erwähnte Wort garbė in BŽ definiert wird:

garbė13 Subst. (4) 1. Gesamtheit der moralischen Werte eines Menschen (Anstand, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein usw.): Diese Arbeit gut zu erledigen, ist für mich eine Ehrensache. Du hast weder Ehre noch Gewissen. 2. von der Gesellschaft anerkannte Achtung für Verdienste: Ruhm und Ehre den Buchschmugglern, die die Vernichtung der Muttersprache verhinderten! Ihr Vorschlag ehrt uns. Das gereicht dir nicht zur Ehre. Eine ehrenwerte Tat. Er sehnt sich sehr nach Ehre (danach, verehrt zu werden). 3. guter Name, guter Ruf; Syn. Ruhm: Die Ehre schmälern. Die Ehre verlieren. Die Ehre der Partei wurde befleckt [beschmutzt]. Der Sportler verteidigt bei den Olympischen Spielen die Ehre Lietuvōs. ♦ garbės žodis siehe žodis. (zu Ehren von jemandem) (jemanden) ehrend: Zu Ehren des Gastes wird in der Präsidentur ein Empfang veranstaltet.

Die wichtigsten Merkmale des Konzepts Ehre, die in der kognitiven Definition aufgeführt sind, finden sich auch im Wörterbucheintrag des Wortes garbė in BŽ, sind dort jedoch auf einzelne Bedeutungen verteilt (siehe Tabelle 5).

TABELLE 5. Vergleich der Definitionen des Konzepts Ehre

In BŽ angegebene Bedeutungen | Von I. Smetonienė formulierte kognitive Definition

1. Gesamtheit der moralischen Werte eines Menschen (Anstand, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein usw.) ⇔ dies ist ein Verantwortungsbewusstsein

2. von der Gesellschaft anerkannte Achtung für Verdienste ⇔ Selbstwertgefühl, wenn ein Mensch sich für sein Leben und seine vollbrachten Taten gewürdigt fühlt

13 Der endgültig redigierte Wörterbucheintrag zum Wort garbė in BŽ kann sich noch ändern.

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3. guter Name, guter Ruf

⇔ ein guter Ruf, der in der Gesellschaft durch gute und uneigennützige Taten, rechtschaffenes Verhalten und ein rechtschaffenes Leben, hohe Moral, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, das Halten des eigenen Wortes, Achtung vor anderen und Fürsorge für andere, durch Selbstaufopferung für das Vaterland, eine Idee und das Wohlergehen anderer Menschen, durch Patriotismus und Heldentum erworben wurde

Vergleichen wir außerdem die im BŽ angegebene Definition des Eigennamens Europa mit der von Marius Smetona formulierten kognitiven Definition dieses Begriffs (siehe Tabelle 6).

TABELLE 6. Definitionen des Wortes Europa

BŽ

M. Smetona (2016: 154)

Europà Subst. Fem. Sg. (2) Teil der Welt in der Nordhalbkugel, der zusammen mit Asien den Kontinent Eurasien bildet14: Die Staaten Europas. Der Europäische Wirtschaftsraum. Die Europäische Kommission [der Rat]. Durch Europa reisen.

Europa – „das im Kontinent gelegene Gebiet, das sich von der Iberischen Halbinsel bis zum Ural erstreckt, die Wiege der Zivilisation mit einer reichen Geschichte, einer Symbiose verschiedener Kulturen, Völker, Sprachen und Bräuche sowie einer auf Zusammenarbeit und humanistischen Ideen beruhenden Architektur; es kann sogar als ein einziger großer Staat verstanden werden, in dem Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit herrschen und der verschiedene freie Staaten und Menschen vereint, eine gemeinsame Währung und Wirtschaft hat und große Möglichkeiten eröffnet“

Offensichtlich unterscheiden sich die angeführten Definitionen bereits erheblich. Im BŽ entschied man sich dafür, alle Staaten, Weltteile (unabhängig davon, ob sie uns nahe oder fern sind) usw. systematisch einheitlich, gleichsam enzyklopädisch zu definieren – indem einfach ihre geografische Lage angegeben wird, vgl.:15

14 Dieselbe Definition findet sich im DŽ6b.

15 Die Herausgeber des BŽ könnten angesichts der von M. Smetona formulierten Definition des Wortes Europa noch über dessen Definition nachdenken, denn Europa ist nicht nur ein Kontinent, sondern auch ein Begriff, der zahlreiche historische, kulturelle und politische Stereotype wachruft.

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Amèrika Substantiv (1) 1. Teil der Welt in der westlichen Hemisphäre zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean, bestehend aus zwei Kontinenten – Nordamerika und Südamerika – sowie den benachbarten Inseln <...>.

Lātvija Substantiv (1), offiziell Lātvijos Respublika Staat an der östlichen Küste der Ostsee <...>.

Omãnas Substantiv, Singular (2), offiziell Omãno Sultonãtas Staat in Westasien auf der Arabischen Halbinsel, am Arabischen Meer <...>.

Somit sind die Definitionen im BŽ in diesem Fall traditionell. M. Smetonas Definition von Europa ist eindeutig kognitiv ausgerichtet: Der alte Kontinent wird hier aus einer Innenperspektive, mit den Augen eines Europäers betrachtet; in der Definition werden historische, kulturelle und politische Merkmale aufgeführt, die das Eigenwesen dieses Kontinents bestimmen. Anders gesagt, wird Europa hier in erster Linie nicht als geografischer, sondern als politischer und kultureller Raum definiert.

4. BEDEUTUNGSDEFINITIONEN DER WÖRTER PFLANZE UND TIER

In diesem Abschnitt des Artikels werden die Bedeutungsdefinitionen der Substantive Pflanze und Tier untersucht, die zwei allgemeine Kategorien bezeichnen. Auf den ersten Blick wirken diese Wörter sehr konkret und eindeutig. Doch ist es wirklich einfach, sie so zu definieren, dass andere (daran interessierte) Benutzer leicht erkennen, welche Bedeutungsschemata für Definitionen angewandt werden und auf welche Merkmale bei der Definition dieser Wörter in einsprachigen litauischen, englischen und russischen Wörterbüchern in erster Linie geachtet wird?

4.1. Sehen wir uns zunächst an, wie die allgemeinste Kategorie der Pflanzenwelt – die Pflanze – in den ausgewählten litauischen, englischen und russischen Wörterbüchern definiert wird (siehe Tabelle 7).

TABELLE 7. Definition von Pflanze in litauischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes Pflanze

BŽ

Organismus, der sich von anorganischen Stoffen ernährt und für sein Wachstum gewöhnlich Lichtenergie nutzt

DŽ7i

Organismus, der sich von anorganischen Stoffen ernährt und für sein Wachstum gewöhnlich Lichtenergie nutzt

LKŽe

Organismus, der sich von anorganischen Stoffen aus Boden und Luft ernährt und gewöhnlich in unbeweglicher Position wächst

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Wie zu sehen ist, sind die Definitionen in den genannten Wörterbüchern sehr ähnlich (BŽ und DŽ7i sind identisch). Das wichtigste erfasste Merkmal einer Pflanze ist, dass sie ein „Organismus“ ist, also lebendig16. Ein weiteres übereinstimmend in den Definitionen genanntes Merkmal ist, dass die Pflanze sich „von anorganischen Stoffen ernährt“17 und „Lichtenergie“ benötigt (BŽ und DŽ7i; LKŽe – „Stoffe aus der Luft“). LKŽe weist außerdem darauf hin, dass Pflanzen gewöhnlich „an einem festen Standort wachsen“.

Bei der Abfassung des Wörterbuchtexts stützten sich die Verfasser von BŽ auch auf die Erfahrung namhafter ausländischer Wörterbücher, insbesondere der in Tabelle 8 aufgeführten. Daher ist es sinnvoll, sich anzusehen, wie diese Wörterbücher die Bedeutung des Wortes augalas definieren.

TABELLE 8. Pflanzendefinition in englischsprachigen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes Pflanze (engl. plant)

In den Definitionen erfasste Merkmale von Gegenständen

WEBSTER

beliebiger Vertreter eines Reiches (Plantae) aus mehrzelligen eukaryotischen, überwiegend photosynthetischen Organismen, die sich typischerweise nicht fortbewegen und keine deutlich erkennbaren Nerven- oder Sinnesorgane besitzen sowie Zellwände aus Zellulose aufweisen

„lebendig“, „mehrzellig“, „betreibt Photosynthese“, „bewegt sich nicht von einem Ort zum anderen“, „hat keine deutlich erkennbaren Sinnesorgane“, „Zellwände aus Zellulose“

OXFORD

ein Lebewesen der Art, zu der Bäume, Sträucher, Kräuter, Gräser, Farne und Moose gehören; es wächst typischerweise an einem festen Standort, nimmt über seine Wurzeln Wasser und anorganische Stoffe auf und synthetisiert in seinen Blättern mithilfe des grünen Pigments Chlorophyll durch Photosynthese Nährstoffe

„lebendig“, „wächst gewöhnlich an einem festen Standort“, „nimmt Wasser und anorganische Stoffe über die Wurzeln auf“, „synthetisiert in den Blättern durch Photosynthese unter Verwendung des grünen Pigments Chlorophyll Nährstoffe“

MACMILLAN

ein Lebewesen, das im Boden wächst, Blätter und Wurzeln hat und zum Leben Wasser und Sonnenlicht benötigt

„lebendig“, „wächst im Boden“, „hat Blätter und Wurzeln“, „Wasser und Sonnenlicht sind für das Leben notwendig“

COLLINS

Eine Pflanze ist ein Lebewesen, das wächst in

„lebendig“, „wächst auf der Erde“, „hat

16 Vgl.: Organismus – „ein Lebewesen, das selbstständig existieren kann – ein Tier oder eine Pflanze“ (BŽ); Organismus – „ein Lebewesen – ein Tier oder eine Pflanze“ (DŽ7i); Organismus – „ein Lebewesen, das zur Erhaltung seines Lebens verschiedene Organe besitzt“ (LKŽe).

17 Diese Eigenschaft weisen die allermeisten Pflanzen auf, obwohl es auch solche gibt, die sich von Insekten ernähren (insektenfressende Pflanzen) (VLE II: 192).

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die Erde und hat einen Stängel, Blätter und Wurzeln

Stängel, Blätter und eine Wurzel“

CAMBRIDGE

ein Lebewesen, das auf der Erde, im Wasser oder auf anderen Pflanzen wächst, gewöhnlich einen Stängel, Blätter, Wurzeln und Blüten hat und Samen hervorbringt

„lebendig“, „wächst auf der Erde, im Wasser oder auf anderen Pflanzen“, „hat gewöhnlich einen Stängel, Blätter und Wurzeln, blüht und bildet Samen“

Englische Wörterbücher (indirekt auch litauische) nennen als Hauptmerkmal einer Pflanze, dass sie „lebendig“ ist. Im Folgenden lassen sich zwei Richtungen erkennen – die traditionelle (eher wissenschaftliche) und die kognitive. Das WEBSTER-Wörterbuch (teilweise auch das OXFORD-Wörterbuch) verzeichnet eher wissenschaftliche Merkmale von Pflanzen, d. h. „vielzellig“, „Zellwände aus Zellulose“, „betreibt Photosynthese“, „ernährt sich von anorganischen Stoffen“, „bewegt sich nicht von einem Ort zum anderen“ (keine Fortbewegung18), „hat keine offensichtlichen Sinnesorgane“, „nimmt über die Wurzeln Wasser und anorganische Stoffe auf“. Allerdings nennt das OXFORD-Wörterbuch im Unterschied zu den anderen in der Definition des Wortes Pflanze auch die von der Kategorie Pflanze umfassten Typen: Bäume, Sträucher, Kräuter, Farne und Moose. Andere englische Wörterbücher (MACMILLAN, COLLINS, CAMBRIDGE) verzeichnen in ihren Definitionen zuerst prototypische Merkmale von Pflanzen, die mit ihrem sichtbaren Erscheinungsbild und/oder ihrem Wuchsort zusammenhängen, d. h. Pflanzen haben „Wurzeln“, „Blätter“, einen „Stängel“ („Stamm“), „blühen“, „bilden Samen“, „wachsen im Boden“ („auf der Erde“), „im Wasser“ und so weiter.

Die Verfasser des BŽ haben sich in diesem Fall für eine traditionelle (jedoch einfachere als bei WEBSTER oder OXFORD) Definition der Pflanze entschieden, da es Pflanzen verschiedenster Arten gibt und es schwierig wäre, dieses Wort zu definieren, wenn man beispielsweise Merkmale nur einer bestimmten Art oder ausschließlich Merkmale eines prototypischen Exemplars anführte. Natürlich haben Pflanzen gewöhnlich Wurzeln, Stängel/Stämme (Äste) und Blätter, doch den Litauern sind Nadelbäume bestens vertraut, die Nadeln statt Blätter haben; in Litauen wachsen auch Moose (also keineswegs eine exotische, uns unbekannte Pflanze), die keine Wurzeln besitzen. In den Wörterbüchern MACMILLAN und COLLINS wird angegeben, dass Pflanzen im Boden wachsen, doch den meisten Menschen sind auch Wasserpflanzen bestens vertraut, zum Beispiel Schilf, Seerosen und andere; und im Wald sehen wir Moose, die auf Baumstämmen wachsen.

18 Fortbewegung bezeichnet die Bewegungen von Menschen und Tieren, mit denen sie ihren Standort im Raum verändern (VLE XVIII: 580).

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TABELLE 9. Definition der Pflanze in russischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes Pflanzen (russ. растение)

Merkmale des Referenten, die in den Definitionen festgehalten werden

CEM

Organismus, der durch Photosynthese Nahrung aus der Luft und aus dem Boden (seltener aus einem anderen Nährmedium) aufnimmt, an dem er befestigt ist

‚lebendig‘, ‚ernährt sich durch Photosynthese und aus dem Boden‘ (seltener – aus einem anderen Nährmedium), ‚an einem oder anderen Ort befestigt‘

МАКС

Organismus, der sich von anorganischen Stoffen aus Luft und Boden ernährt, organische Stoffe aus anorganischen herstellen kann und gewöhnlich an seinem Lebensort befestigt ist

‚lebendig‘, ‚ernährt sich von anorganischen Stoffen aus Luft und Boden‘, ‚kann organische Stoffe aus anorganischen herstellen‘, ‚gewöhnlich an einem Ort befestigt‘

ТСОШ

Organismus, der sich gewöhnlich an einem festen Ort entwickelt und (im Unterschied zu Tieren) Nahrung aus der Luft (durch Photosynthese) und aus dem Boden aufnimmt

‚lebendig‘, ‚wächst gewöhnlich, ohne den Ort zu wechseln‘, ‚ernährt sich (im Unterschied zu Tieren) durch Photosynthese und aus dem Boden‘

Alle drei russischen Wörterbücher definieren die Pflanze sehr ähnlich – sie ist ‚lebendig‘, ‚gewöhnlich an einem Ort befestigt‘ und ‚ernährt sich durch Photosynthese‘ (MAKC: ‚von Stoffen aus der Luft‘). MAKC erwähnt außerdem ‚anorganische Stoffe‘, und TCOII weist darauf hin, dass diese Ernährungsweise Pflanzen von Tieren unterscheidet. Merkmale, die mit der Struktur oder Gestalt von Pflanzen zusammenhängen, werden in diesen Wörterbüchern nicht genannt. Den Wachstumsort von Pflanzen (‚Boden‘) führen die Wörterbücher zwar an, heben ihn jedoch eher als Nährmedium hervor.

Beim Vergleich der in den Wörterbüchern aller drei Sprachen untersuchten Definitionen der Bedeutung von Pflanze (Tabellen 7–9) treten folgende Strategien der Bedeutungsdefinition hervor. Die Definition im WEBSTER-Wörterbuch ist sehr ausführlich und wissenschaftlich. Die übrigen englischen Wörterbücher definieren die Pflanze anders: Sie richten das Augenmerk eher auf äußerliche, visuell wahrnehmbare Merkmale oder nennen die prototypischsten Mitglieder der Kategorie; hier ist bereits die Anwendung der Prototypentheorie erkennbar. Im Vergleich zum WEBSTER-Wörterbuch halten auch die Definitionen in den russischen Wörterbüchern wissenschaftliche Fakten fest, stellen sie jedoch einfacher dar. Die litauischen

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Die Definitionen in Sprachwörterbüchern stehen den Definitionen in russischen Wörterbüchern am nächsten, die traditioneller sind.

4.2. Im Folgenden betrachten wir, wie in litauischen, englischen und russischen Wörterbüchern die nächsthöhere allgemeine Kategorie – Tier – definiert wird (Tabelle 10).

TABELLE 10. Tierdefinition in litauischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes Tier

BŽ

(1) Organismus, der sich von organischen Stoffen ernährt, auf seine Umgebung reagiert und sich gewöhnlich selbst fortbewegen kann (2) jedes Lebewesen (gewöhnlich ein Säugetier), im Gegensatz zum Menschen (3) Säugetier, im Gegensatz zu Vogel, Fisch, Insekt oder Reptil

DŽ7i

ein sich selbst fortbewegender, reagierender und fühlender Organismus, der sich von natürlichen Stoffen ernährt

LKŽe

ein mit Sinnesorganen ausgestattetes Lebewesen

Die Definitionen des Wortes Tier variieren in den vorliegenden Wörterbüchern etwas stärker als die Definitionen des Wortes Pflanze. Zunächst einmal unterscheidet das BŽ nicht nur eine, sondern drei Bedeutungen. Nach Ansicht der Verfasser des BŽ meinen wir nicht immer dasselbe, wenn wir das Wort Tier verwenden. Dass es gute Gründe gibt, die genannten drei Bedeutungen des Wortes Tier zu unterscheiden, bestätigen Beispiele19, die mithilfe der Suchmaschine Google: gefunden wurden.

(1) Der Mensch ist das einzige Tier, das sich mit sich selbst unsicher fühlt. Vögel sind die einzigen Tiere mit Federn. Fische sind wechselwarme Wirbeltiere, die in der Tiefe und im Meerwasser leben. Reptilien sind Landtiere. Insekten bilden die artenreichste Tiergruppe der Erde.

(2) Menschen haben Tiere gezähmt. Ein tödlich verwundetes Tier blickt einem Menschen in die Augen. Das umherirrende Tier haben die Menschen einfach zurückgelassen.

(3) Wie kommen die Vögel und Tiere Litauens durch den Winter? Das Sehvermögen von Tieren, Insekten oder Reptilien unterscheidet sich stark. Mit dem Ziel, den monopolistischen Preisanstieg bei Speisefischen und Meerestieren sowie deren Erzeugnissen einzudämmen <...>.

Die Beispiele der ersten Gruppe (1) umfassen alle Tiere – Menschen, Vögel, Fische, Reptilien, Insekten usw. Die Beispiele der zweiten Gruppe (2) ließen sich der zweiten Bedeutung im BŽ zuordnen – der Gegensatz zum Menschen ist offensichtlich; außerdem zeigen Beispiele dieser Art gewöhnlich den Gegensatz zwischen Säugetier und

19 Abgerufen am 05.09.2017; die Beispiele wurden gekürzt.

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Gegensatz zum Menschen (und nicht beispielsweise zwischen Insekt und Mensch o. Ä.), weshalb dies in der Bedeutung in Klammern angegeben wird. Dies zeigt sich auch an den folgenden konkreten Beispielen: domestiziert werden meist Säugetiere, zurückgelassen wird und umherstreift, offenbar ebenfalls ein domestiziertes Säugetier; einem Menschen in die Augen blickt wohl auch kaum eine Ameise schaut. Nun lässt sich anhand der Beispiele der dritten Gruppe (3) ein weiterer Gegensatz erkennen: Tiere und Vögel, Tiere und Insekten, Tiere und Reptilien, (Meer-)Tiere und Fische.

Im vorliegenden Fall ist jedoch die Definition der ersten Bedeutung im BŽ als der weitesten wichtig; sie lässt sich mit den Definitionen anderer Wörterbücher vergleichen. Das wichtigste in Wörterbüchern festgehaltene Merkmal eines Tieres ist, dass es ein „Lebewesen“ ist. Ein weiteres Merkmal im BŽ und DŽ7i ist die „Ernährung“. Das BŽ gibt an, dass Tiere sich „von organischen Stoffen ernähren“, das DŽ7i dagegen „von natürlichen Stoffen“. Hier stellen sich jedoch bereits Fragen, denn die Natur ist laut demselben DŽ7i die „belebte und unbelebte Welt“; mit anderen Worten: In der Natur finden sich organische und anorganische Stoffe oder entstehen dort. Das dritte Merkmal des Tieres ist in allen drei Wörterbüchern die „Reaktion auf die Umwelt“ (LKŽe: „hat Sinnesorgane“). Im BŽ wird außerdem angegeben, dass ein Tier sich gewöhnlich (d. h. nicht immer) „selbst bewegen kann“.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass in den litauischen Wörterbüchern das erste in den Definitionen verzeichnete Merkmal von Pflanze und Tier übereinstimmt – beide sind „lebendig“. Der nächste Teil der Definition dieser Wörter zeigt bereits, worin sich Pflanzen von Tieren unterscheiden: Erstere ernähren sich, wie erwähnt, von anorganischen Stoffen und benötigen Licht, während Letztere sich von organischen Stoffen ernähren. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von Pflanzen und Tieren ist, dass Pflanzen gewöhnlich an einem unbeweglichen Standort wachsen (LKŽe), während Tiere auf ihre Umwelt reagieren können und sich meist fortbewegen können (BŽ)20. Man könnte sagen, dass dies sehr allgemein und abstrakt ist; doch sowohl Pflanzen als auch Tiere bilden zwei sehr große und vielfältige Kategorien, und die in den Definitionen genannten Merkmale treffen auf fast alle Pflanzen beziehungsweise Tiere zu und zeigen, worin ihr wesentlicher Unterschied besteht21. Betrachten wir, wie englische Wörterbücher das Tier definieren (siehe Tabelle 11).

20 In diesem Fall nennen BŽ und LKŽe das, was ein Tier gewöhnlich (typischerweise) von einer Pflanze unterscheidet; allerdings gilt, wie auch in der VLE festgestellt wird: „Pflanzen haben kein Nervensystem, sind aber reizbar“ (VLE II: 192), während Algen sich mithilfe von Geißeln oder durch die Absonderung von Schleim bewegen (vgl. VLE V: 198).

21 Wörterbuchdefinitionen werden häufig dafür kritisiert, zu wissenschaftlich zu sein. Auch hier könnte man sagen, dass organische und anorganische Stoffe eher Begriffe sind, die in eine Enzyklopädie passen. Den Verfassern des BŽ zufolge ist es jedoch kaum möglich, eine derart komplexe Kategorie einfacher zu definieren, ohne dabei das Wesentliche zu beeinträchtigen und die Definition allzu primitiv werden zu lassen. Wörterbücher führen ohnehin viele wichtige Merkmale nicht auf, die in Enzyklopädien genannt werden (VLE II: 192; LTE I: 444) – Pflanzen haben eine feste Zellulosewand, die meisten Pflanzen sind Autotrophe und so weiter.

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TABELLE 11. Definition des Tieres in englischsprachigen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes Tier (engl. animal)

Merkmale der Realien, die in den Definitionen festgehalten werden

WEBSTER

beliebiges Lebewesen aus einem Reich (Animalia), zu dem vielzellige Organismen und häufig auch viele einzellige Organismen (wie Protozoen) gehören; diese unterscheiden sich typischerweise von Pflanzen dadurch, dass ihre Zellen keine Zellulosewände haben, ihnen Chlorophyll und die Fähigkeit zur Photosynthese fehlen, sie komplexere Nährstoffe (wie Proteine) benötigen, stärker komplex organisiert sind und sich selbstständig bewegen sowie rasch motorisch auf Reize reagieren können

„lebendig“, „vielzellig“ oder „einzellig“; unterscheidet sich von Pflanzen dadurch, dass „die Zellwände keine Zellulose enthalten“, „kein Chlorophyll vorhanden ist“, „keine Photosynthese betrieben wird“, „komplexere Nahrung (wie Proteine) benötigt wird“, „selbstständige Bewegung möglich ist“ und „Reize rasch beantwortet werden können“

OXFORD

1 Ein lebender Organismus, der sich von organischer Materie ernährt, typischerweise über spezialisierte Sinnesorgane und ein Nervensystem verfügt und rasch auf Reize reagieren kann. 1.1 Ein lebender Organismus, der kein Mensch ist. 1.2 Ein Säugetier im Gegensatz zu einem Vogel, Reptil, Fisch oder Insekt.

„lebendig“, „ernährt sich von organischen Stoffen“, „hat Sinnesorgane und ein Nervensystem“, „kann rasch auf Reize reagieren“; „lebendig, aber kein Mensch“; „Säugetier, aber kein Vogel, Reptil, Fisch oder Insekt“

MACMILLAN

jedes Lebewesen, das sich selbstständig bewegen kann und Sinne besitzt, um die es umgebende Umwelt wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. a. jedes Lebewesen, das kein Mensch, keine Pflanze, kein Insekt, kein Vogel und kein Fisch ist b. jedes Lebewesen, einschließlich des Menschen

‚lebendig‘, ‚kann sich selbstständig bewegen‘, ‚hat Sinne‘, ‚nimmt die Umwelt wahr und reagiert auf sie‘; ‚lebendig, aber kein Mensch, Insekt, Vogel oder Fisch‘; ‚jedes Lebewesen, auch der Mensch‘

COLLINS

1. Ein Tier ist ein Lebewesen, das

‚lebendig, aber kein Vogel, Fisch,

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wie etwa ein Hund, Löwe oder Kaninchen, und kein Vogel, Fisch, Insekt oder Mensch. 2. Jedes Lebewesen außer dem Menschen kann als Tier bezeichnet werden. [...] 3. Jedes Lebewesen, einschließlich des Menschen, kann als Tier bezeichnet werden.

Insekt oder Mensch‘; ‚Lebewesen, aber kein Mensch‘; ‚alle Lebewesen‘

CAMBRIDGE

A1 etwas, das lebt und sich bewegt, aber kein Mensch, Vogel, Fisch oder Insekt ist B2 alles, was lebt und sich bewegt, einschließlich Menschen, Vögeln usw.

‚lebendig‘, ‚bewegt sich, aber ist kein Mensch, Vogel, Fisch oder Insekt‘; ‚alles, was lebt und sich bewegt, auch der Mensch, der Vogel‘

Wie bei der Pflanze werden in den Definitionen zweier Wörterbücher (WEBSTER und teilweise auch OXFORD) eher wissenschaftliche Merkmale festgehalten, die ein Tier beschreiben, nämlich ‚vielzellig‘ oder ‚einzellig‘, ‚kann sich aus eigener Kraft bewegen‘, ‚reagiert schnell auf Reize‘ und ‚ernährt sich von organischen Stoffen‘. In der Definition des WEBSTER-Wörterbuchs wird außerdem hervorgehoben, dass sich ein Tier von einer Pflanze dadurch unterscheidet, dass es kein ‚Chlorophyll‘ besitzt, ‚keine Photosynthese betreibt‘, seine ‚Zellwände keine Zellulose enthalten‘ und es ‚komplexere Nahrung benötigt, etwa Proteine‘. In anderen englischen Wörterbüchern (im Folgenden auch OXFORD) hingegen werden, nachdem betont wird, dass ein Tier ‚lebendig‘ ist und sich ‚bewegt‘, mehrere Bedeutungen des Wortes gyvūnas unterschieden, ähnlich wie im BŽ: Tiere können alle Lebewesen sein, Tiere können alle Lebewesen außer dem Menschen sein, und Tiere können ausschließlich Säugetiere sein. Darüber hinaus führt das COLLINS-Wörterbuch bei einer der unterschiedenen Bedeutungen typische Säugetiere auf, deren Merkmale vermutlich den prototypischen Kern dieser Bedeutung bilden. Somit verfolgen englische Wörterbücher mit Ausnahme von WEBSTER bei der Definition von Tieren eine kognitive Bedeutungsstrategie. Im Folgenden führen wir die in russischen Wörterbüchern formulierten Definitionen von gyvūno an (siehe Tabelle 12).

TABELLE 12. Definition von Gyvūno in russischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes gyvūnas (russ. животное)

Reale Merkmale, die in den Definitionen festgehalten werden

CEM

1. Ein lebender Organismus, ein Wesen, das (mit Ausnahme von Schwämmen, Korallenpolypen und einigen anderen) die Fähigkeit besitzt

„lebendig“, „(mit Ausnahme von Korallen und einigen anderen Arten) bewegungsfähig“, „ernährt sich von organischen Stoffen“; „ein lebendes Wesen, aber

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sich zu bewegen und sich im Unterschied zu den meisten Pflanzen von fertigen organischen Stoffen zu ernähren. 2. Ein Lebewesen im Gegensatz zum Menschen (gewöhnlich von Säugetieren).

kein Mensch“

МАКС

1. Jedes Lebewesen außer Pflanzen. || Ein Lebewesen im Gegensatz zum Menschen.

„alles, was lebt, außer Pflanzen“; „ein lebendes Wesen, aber kein Mensch“

ТСОШ

1. Ein lebender Organismus, ein Wesen, das sich bewegen kann und sich im Unterschied zu Pflanzen von fertigen organischen Verbindungen ernährt. 2. Ein solches Lebewesen im Gegensatz zum Menschen.

„lebendig“, „bewegungsfähig“, „ernährt sich im Unterschied zu Pflanzen von organischen Stoffen“; „ein lebendes Wesen, aber kein Mensch“

In russischen Wörterbüchern werden die grundlegenden Merkmale eines Tieres genannt: „lebendig“, „beweglich“ und „ernährt sich von organischen Stoffen“. Ferner stellen die russischen Wörterbücher, ebenso wie die englischen Wörterbücher und BŽ, dem Tier den Menschen gegenüber. Die Unterscheidung von Säugetieren gegenüber anderen Lebewesen (Fischen, Vögeln, Insekten, Reptilien) wird in diesen Wörterbüchern jedoch nicht hervorgehoben; eine Ausnahme bildet das Wörterbuch CEM, in dem darauf hingewiesen wird, dass meist Säugetiere gemeint sind. Die Definition des Wortes gyvūnas im letztgenannten Wörterbuch ist ausführlicher als in den beiden anderen – sie führt zusätzlich auf, welche Lebewesen (Schwämme, Korallenpolypen) sich „nicht bewegen können“.

Vergleicht man die betrachteten Definitionen der Bedeutung von gyvūno in den Wörterbüchern aller drei Sprachen, zeigen sich folgende Strategien der Bedeutungsdefinition. In den litauischen Wörterbüchern (LKŽe und DŽ₇ᵢ) wird bei der Definition von gyvūnas die traditionelle Bedeutungsstrategie verfolgt. Auch die erste Bedeutungsdefinition dieses Wortes im BŽ ist traditionell; die Unterscheidung und Definition der zweiten und dritten Bedeutung spiegelt jedoch eine durch das kulturelle Umfeld bedingte alltagsweltliche und nicht wissenschaftliche Kategorisierung wider und ist somit mit der kognitiven Strategie der Bedeutungsdefinition verbunden. Dasselbe gilt auch für die russischen Wörterbücher.

Die Definition des Wortes gyvūnas bei WEBSTER ist traditionell (stärker wissenschaftlich geprägt). Andere englische Wörterbücher (OXFORD, MACMILLAN, COLLINS, CAMBRIDGE) unterscheiden, ähnlich wie BŽ,

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Mit mehreren Bedeutungen des Tieres und der Nennung typischer Säugetiere (COLLINS) verfolgen sie eine stärker kognitiv ausgerichtete Strategie der Bedeutungsdefinition.

5. DEFINITIONEN DER BEDEUTUNGEN VON BÄUMEN

Wörter, die den Kategorien Pflanze und Tier angehören, werden etwas anders definiert. Vergleichen wir, wie Wörterbücher drei Bäume definieren – die Birke, die Zitterpappel und die Kiefer. Diese Bäume wurden ausgewählt, weil sie für die litauische Landschaft sehr charakteristisch sind und ihre Merkmale vermutlich in hohem Maße den Prototyp der Kategorie Baum in dieser geografischen Region und, weiter gefasst, im sprachlichen Bewusstsein der Bewohner derselben geografischen Breiten prägen. In Tabelle 13 sind die Definitionen des Wortes beržas aus den wichtigsten Wörterbüchern der litauischen Sprache aufgeführt.

TABELLE 13. Definition des Wortes beržas in litauischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes beržas

BŽ

laubabwerfender Baum, meist mit weißer, leicht ablösbarer Rinde, der in Kätzchen blüht und im Frühjahr Saft führt (Betula)

DŽ7i

laubabwerfender Baum mit weißer Rinde (Betula)

LKŽe

laubabwerfender Baum mit weißer Rinde (Betula)

In allen drei Wörterbuchdefinitionen wird zunächst angegeben, dass die Birke zur Kategorie der Bäume gehört; anschließend wird ein äußerliches, für alle erkennbares Merkmal 22 der Birke genannt, das sie von anderen Bäumen unterscheidet – „weiße Rinde“. In die Definition des Wortes beržas nimmt BŽ zusätzlich Merkmale auf, die Litauern vertraut sind: „die Rinde lässt sich leicht ablösen“ und sie „blüht in Kätzchen“. Darüber hinaus nennt BŽ ein weiteres Merkmal: Die Birke „führt Saft“. Tabelle 14 enthält die Definitionen des untersuchten Wortes in englischen Wörterbüchern.

TABELLE 14. Definition des Wortes beržas in englischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes beržas (engl. birch)

Reale Merkmale, die in den Definitionen festgehalten sind

WEBSTER

eine beliebige Art einer Gattung (Betula aus der Familie Betulaceae, der Birkengewächse), bestehend aus einhäusigen laubabwerfenden Bäumen oder Sträuchern

‚einhäusig‘, ‚laubabwerfend‘, ‚Baum oder Strauch‘, ‚Blätter mit einfachen Blattstielen‘,

22 Als äußere Merkmale werden diejenigen Merkmale bezeichnet, die visuell, durch Berührung oder auf andere Weise wahrgenommen werden.

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mit einfachen gestielten Blättern und typischerweise einer geschichteten, häutigen Außenrinde, die sich leicht ablöst

‚leicht abblätternde Birkenrinde‘

OXFORD

ein schlanker, schnell wachsender Baum mit dünner Rinde (die sich oft ablöst), der Kätzchen trägt

‚schlank‘, ‚wächst schnell‘, ‚leicht abblätternde Birkenrinde‘, ‚mit Kätzchen blühend‘

MACMILLAN

ein hoher Baum mit dünnen Ästen und einer äußeren Schicht, die sich in dünnen, papierartigen Streifen ablöst

‚hoch‘, ‚dünne Äste‘, ‚leicht (wie Papierstreifen) abblätternde Birkenrinde‘

COLLINS

ist eine Art hoher Baum mit dünnen Ästen

‚hoch‘, ‚dünne Äste‘

CAMBRIDGE

ein Baum mit glatter, oft weißer Rinde (= äußere Bedeckung) und dünnen Zweigen

‘glatt’, ‘meistens weiße Rinde’, ‘dünne Zweige’

Wie in den litauischen Wörterbüchern ist auch in den zitierten englischen Wörterbüchern die Definition des Wortes Birke bereits anders als die der Wörter Pflanze oder Tier. In den englischen Wörterbüchern werden keine wissenschaftlichen Merkmale der Birke genannt (mit Ausnahme von WEBSTER – ‘Familie’, ‘einhäusig’, ‘laubabwerfend’), sondern die typischsten äußeren Merkmale dieses Baumes: ‘leicht abziehbare Rinde’ (in drei Wörterbüchern), ‘dünne Zweige’ (in drei Wörterbüchern), ‘hoch’ (in zwei Wörterbüchern). Weitere äußere Merkmale der Birke werden jeweils nur in einem Wörterbuch erwähnt: ‘schlank’, ‘wächst schnell’, ‘blüht in Kätzchen’, ‘meistens weiße Rinde’, ‘glatte Rinde’. Litauer dürfte dieses letztgenannte Merkmal vielleicht etwas überraschen, denn die Rinde der in Litauen wachsenden Birken ist häufiger rissig als glatt. Interessant ist auch, dass nur ein CAMBRIDGE-Wörterbuch die weiße Farbe des Birkenstamms erwähnt – obwohl Birkenstämme nicht unbedingt weiß sind, zeichnen sich die in Litauen wachsenden Flaum- und Hänge-Birken23 gerade durch weiße Stämme aus, und für Litauer ist dies ein Unterscheidungsmerkmal der Birken. Einen besonders hohen Baum sehen auch wir darin nicht24, daher wird das Merkmal ‘hoch’ auch in litauischen Wörterbüchern nicht angegeben. Vergleichen wir die Definitionen des Wortes Birke in russischen Wörterbüchern (siehe Tabelle 15).

23 In Litauen gibt es auch andere Birkenarten, doch diese sind am weitesten verbreitet.

24 Vgl. https://lt.wikipedia.org/wiki/Karpotasis_ber%C5%BEas.

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TABELLE 15. Definition des Wortes Birke in russischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes Birke (russ. берёза)

In den Definitionen erfasste Realienmerkmale

CEM

ein laubabwerfender Baum oder Strauch aus der Familie der Birkengewächse mit weißer (seltener dunkler) Rinde und herzförmigen Blättern

‘laubabwerfend’, ‘Baum oder Strauch’, ‘weiße Rinde (seltener dunkel)’, ‘herzförmige Blätter’

МАКС

ein laubabwerfender Baum mit weißer Rinde

‘laubabwerfend’, ‘weiße Rinde’

ТСОШ

Laubbaum mit weißer (seltener dunkler) Rinde und herzförmigen Blättern

‘Laubbaum’, ‘weiße Rinde (seltener dunkle)’, ‘herzförmige Blätter’

Wie aus Tabelle 15 hervorgeht, ist für russische Wörterbücher wie auch für litauische Wörterbücher das wichtigste äußere Merkmal der Birke die ‘weiße Rinde’ (Birkenrinde), vermutlich deshalb, weil die Russen unsere Nachbarn sind und ihre Birken unseren ähneln. Ein weiteres Merkmal, das in russischen Wörterbüchern verzeichnet ist, sind ‘herzförmige Blätter’. Im BŽ fehlt dieses Merkmal ebenso wie ‘schlanke Zweige’, die einige englische Wörterbücher erwähnen. Das liegt nur daran, dass die Definition im BŽ bereits genügend typische Merkmale enthält, anhand derer man eine Birke identifizieren kann, nämlich ‘weiße Birkenrinde’, ‘leicht ablösbare Birkenrinde’ und ‘blüht mit Kätzchen’.

Die Tatsache, dass fast ausschließlich nur die Birkenrinde25, gewöhnlich ihre obere, ablösbare Schicht (obwohl vgl. tošis „Korkgewebe der Birkenrinde“ (VLE XXIV: 50)), im Litauischen eine eigene Bezeichnung verdient – tošies – (vgl. die Fülle an Ableitungen: tošėti, tošiauti, tošininkas (-ė), tošinė, tošinukas u. a. (LKŽ)), ist wahrscheinlich mit der Bedeutung der Birkenrinde im Alltag der Bewohner des traditionellen litauischen Dorfes in Verbindung zu bringen, vgl.: Manchmal umwickelte man Tongefäße mit Birkenrinde, damit sie haltbarer waren (DLKT). Wir gehen von einem Bienenstock zum nächsten und staunen, dass die Birkenrinde, die vor vierzig Jahren unter das Dach des Bienenstocks gelegt wurde, noch überhaupt nicht verfault ist <...> (DLKT). Aus Birkenrinde wurden verschiedene Körbe und Schachteln geflochten, Teer, Gerbstoffe u. a. hergestellt.

Wie bereits erwähnt, verzeichnet die Definition im BŽ noch ein weiteres Merkmal der Birke, das in ausländischen Wörterbüchern nicht vorkommt26 – dass sie im Frühjahr ‘Saft gibt’. Das in der Definition des BŽ genannte Merkmal ist offenbar auch für Litauer wichtig und erkennbar, die im Frühjahr Saft zapften (oder noch immer zapfen) und ihn trinken,

25 Manchmal kann jedoch analog auch die Rinde anderer Bäume als Birkenrinde bezeichnet werden, vgl. das im LKŽ belegte Beispiel: Die Bastschuhe wurden aus Lindenrinde gemacht Erž.

26 Bei der Suche nach dem Wort sap „Baumsaft“ in den untersuchten englischen Wörterbüchern findet sich nur in einem CAMBRIDGE-Wörterbuch (siehe http://dictionary.cambridge.org/dictionary/english/sap?a=british) im Beispiel die Erwähnung von Ahornsaft, der (vor allem) in Amerika und Kanada wesentlich beliebter ist als Birkensaft. Laut der englischen und deutschen WIKIPEDIA (siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Birch_sap, https://de.wikipedia.org/wiki/Birkensaft), wird Birkensaft in unseren Nachbarländern und in Nordchina häufiger verwendet.

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vgl.: Ein Eimer füllte sich mit Baumsaft, dieser süßen Frühlingsfreude J.Marcin27 (LKŽₑ). Baumsaft wird von litauischen Bauern seit alters her als Getränk, seltener zum Kochen von Suppe und zum Einlegen von Rüben verwendet MLTEIII340 (LKŽₑ). Keine kalten Winter mehr, keine süßen Säfte mehr Šts (LKŽₑ). Dieses Merkmal der Birke erwähnt, wie viele andere, auch A. Gudavičius (2007: 22), vgl. „die weiße Farbe der Birkenrinde, die kegelförmige Gestalt der Baumkrone, herzförmige Blättchen, die Schlankheit der Zweige, die charakteristische Erscheinung in der litauischen Landschaft sowie die Tatsache, dass die Menschen im Frühjahr ihren Saft trinken – Baumsaft usw.“.

Übrigens geben zwei der besprochenen Wörterbücher – WEBSTER und CEM – in ihren Definitionen an, dass die Birke auch ein Strauch sein kann. Das BŽ (wie auch die übrigen Wörterbücher) erwähnt dieses Merkmal nicht, obwohl in Litauen die Zwergbirke und die Schlanke Birke wachsen, die Sträucher sind28. Im Bewusstsein des durchschnittlichen (litauischen) Sprechers ist die Birke jedoch ein Baum; deshalb erwähnen die Verfasser des BŽ den Strauch in der Definition nicht. Hier wird also, mit Blick auf das Bewusstsein des durchschnittlichen Sprechers, bereits der von Kognitivisten immer wieder hervorgehobenen Auffassung Rechnung getragen, dass die Alltagskategorisierung der uns umgebenden Wirklichkeit maßgeblich ist: Als deskriptive Merkmale der Wortbedeutung werden zunächst Merkmale prototypischer Mitglieder einer Kategorie ausgewählt. Abgesehen von WEBSTER und CEM wird in den besprochenen englischen und russischen Wörterbüchern ähnlich verfahren. Betrachten wir nun, wie litauische, englische und russische Wörterbücher einen weiteren in Litauen häufigen Baum definieren – die Espe (siehe Tabellen 16–18).

TABELLE 16. Definition des Wortes drebulė in litauischen Wörterbüchern

Wörterbuch Definition des Wortes drebulė BŽ hoher Baum mit fast runden Blättern an langen Blattstielen, die schon bei der leichtesten Brise zittern (gewöhnlich die Gemeine Espe, Populus tremula); Syn. epušė DŽ₇ᵢ Baum mit grauer oder graugrüner Rinde und zitternden Blättern (Populus tremula), epušė LKŽₑ ein solcher Baum mit zitternden Blättern, epušė (Populus tremula)

Wie in der Definition der Birke wird in den Wörterbüchern angegeben, dass die Espe ein Baum ist. Als Nächstes wird eines der unterscheidenden äußeren Merkmale der Espe verzeichnet – ‘zitternde (bebende) Blätter’. Die Definition im LKŽₑ beschränkt sich darauf29. Im BŽ wird außerdem beschrieben, wie diese Blätter aussehen, nämlich ‘fast rund’ und ‘an einem langen Stiel’, sowie wodurch sie zittern, nämlich ‘bei der leichtesten Brise’ (äußeres Merkmal). Diese Merkmale sind vermutlich die typischsten und werden als Erstes mit diesem Baum assoziiert (schließlich ist auch die Motivation des Baumnamens mit einem der genannten Merkmale verbunden – dem ‘Zittern’). In der Definition des DŽ₇ᵢ wird noch ein weiteres äußeres Merkmal der Espe genannt – die ‘Rindenfarbe’, die grau oder

27 Quellen- und Ortsabkürzungen wie LKŽₑ.

28 Vgl. VLE III: 121–122 und https://lt.wikipedia.org/wiki/Ber%C5%BEas.

29 Gemeint ist hier der litauische Teil der Definition. Auf die lateinischen Bezeichnungen, also die zusätzlichen Informationen in der Definition, wird später eingegangen.

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graugrün. BŽ gibt das Merkmal der Rindenfarbe in der Definition nicht an, da sich die Rindenfarbe dieses Baumes während seines Wachstums verändert30, nennt jedoch ein anderes äußeres Merkmal – dass die Espe ein „hoher“ Baum ist31.

TABELLE 17. Definition des Wortes drebulė in englischen Wörterbüchern

Wörterbuch | Definition des Wortes drebulė (engl. aspen, quaking aspen) | Reale Merkmale, die in den Definitionen festgehalten werden WEBSTER | (Populus tremuloides) hauptsächlich ‘wächst in den USA und Kanada’, ‘klein’, ‘fast kreisrunde Blätter’, ‘mit verbreiterten Blattstielen’ und ‘gezähnten Rändern’, ‘zittert beim leisesten Windhauch’ OXFORD | ein Pappelbaum mit abgerundeten, lang gestielten und gewöhnlich grob gezähnten Blättern, die schon bei einer leichten Brise zittern | ‘runde gezähnte Blätter’ ‘mit langen Stielen’, ‘zittert beim leisesten Windhauch’ MACMILLAN | ein hoher, dünner Baum, der in Nordamerika und Europa wächst und Blätter hat, die im Wind rascheln (=ein Geräusch machen, wenn sie aneinanderreiben) | ‘wächst in Nordamerika und Europa’, ‘hoch und dünn’ (Baum), ‘Blätter zittern im Wind’ COLLINS | eine Espe ist ein hoher Baum mit Blättern, die sich im Wind stark bewegen | ‘hoch’ (Baum), ‘Blätter zittern im Wind stark’ CAMBRIDGE | ein Baum aus der Pappelfamilie mit Blättern, die schon bei leichtem Wind zittern | ‘Blätter, die beim leisesten Windhauch zittern’

Die typischsten Merkmale der Espe, die in den Definitionen dieses Wortes in den genannten englischen Wörterbüchern festgehalten werden, sind: ‘hoch’, ‘dünn’ (Baum), ‘kleine’, ‘fast kreisrunde Blätter’, ‘mit verbreiterten Blattstielen’ und ‘gezähnten Rändern’, ‘Blätter mit langen Stielen’. Außerdem wird in allen Definitionen dieses Wortes auch das ‘Zittern der Blätter beim leisesten Wind’ erwähnt. Zwei Wörterbücher geben zudem an, wo dieser

30 WIKIPEDIA gibt folgende Informationen an: „Die Rinde junger Baumstämme ist glatt, blass, grünlichgrau und fleckig; später reißt sie auf und wird dunkler. Die Rinde ausgewachsener Bäume ist einige Meter über dem Boden graubraun, fleckig und rau, weiter oben glatt und eben, grünlich oder weißlich grün“ (ausführlicher siehe https://lt.wikipedia.org/wiki/Drebul%C4%97).

31 Sie wird bis zu 35 m hoch (vgl. VLE V: 134).

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der Baum wächst – in den USA und Kanada (WEBSTER) oder in Nordamerika und Europa (MACMILLAN). Übrigens ist dieser Baum tatsächlich nicht nur in Nordamerika und Europa verbreitet, sondern auch in Nordafrika und Asien (siehe Terminologiedatenbank der Republik Litauen – im Folgenden LRTB: http://terminai.vlkk.lt/pls/tb/tb.result). In zwei Wörterbüchern wird als wissenschaftliches Merkmal angegeben, dass dieser Baum zur poplar (family)32 gehört.

TABELLE 18. Definition des Wortes drebulė in russischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes drebulė (russ. осина)

Reale Merkmale, die in den Definitionen festgehalten werden

CEM

Laubbaum, mit der Pappel verwandt, mit glatter grauer Rinde und Blättern, die an dünnen langen Blattstielen ständig zittern

‘Laubbaum’, ‘mit der Pappel verwandt’, ‘glatte graue Rinde’, ‘Blätter mit langen Stielen’, ‘ständig zitternde Blätter’

МАКС

Laubbaum aus der Gattung der Pappeln mit grünlich weißer, glatter Rinde

„Laubbaum“, „mit der Pappel verwandt“, „grünlich weiße, glatte Rinde“

ТСОШ

Laubbaum, mit der Pappel verwandt

„Laubbaum“, „mit der Pappel verwandt“

Zunächst geben russische Wörterbücher an, dass die Zitterpappel ein „Laubbaum“ und „mit der Pappel verwandt“ sei (vgl. engl. poplar (family)). Und tatsächlich gehören sowohl die Zitterpappel als auch die Pappel zur Familie der Weidengewächse. In den Definitionen dieser Wörter im BŽ sind diese Informationen nicht angegeben, da sie als nebensächlich gelten und sich anhand der im BŽ angegebenen lateinischen Bezeichnung erschließen lassen. Einzig im CEM-Wörterbuch ist von einem offenbar so offensichtlichen äußeren Merkmal – den „zitternden Blättchen“ – die Rede; dort wird die Zitterpappel unter den untersuchten russischen Wörterbüchern insgesamt am ausführlichsten definiert. Zwei Wörterbücher nennen als typisches Merkmal die „Rindenfarbe“ – in einem ist sie grau, im anderen grünlich weiß. Wie bereits erwähnt, findet sich ein solches Merkmal im BŽ nicht; daher wird auch nicht angegeben, dass sich diese Farbe verändert (siehe Fußnote 30).

Ein Vergleich der Wörterbücher aller drei Sprachen (Tabellen 16–18) lässt den Schluss zu, dass die Definition des Wortes drebulė sowohl den Definitionen in russischen als auch in englischen Wörterbüchern ähnelt und ihnen hinsichtlich der Ausführlichkeit meist nicht nachsteht. Betrachten wir nun auch die Definition des Wortes pušis (siehe Tabellen 19–21).

32 Poplar heißt auf Litauisch tuopa, family heißt Familie. In Litauen wird die drebulė der Familie der gluosninių zugeordnet (siehe LRTB: http://terminai.vlkk.lt/pls/tb/tb.result).

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TABELLE 19. Definitionen des Wortes pušis in litauischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes pušis

BŽ

immergrüner Nadelbaum mit langen, büschelweise angeordneten Nadeln und runden Zapfen, der viel Harz absondert (Pinus)

DŽ₇ᵢ

Baum mit brauner Rinde, langen Nadeln und runden Zapfen (Pinus)

LKŽₑ

immergrüner Baum mit langen Nadeln und runden Zapfen

In den Definitionen des Wortes pušis geben alle drei litauischen Wörterbücher (siehe Tabelle 19) zunächst an, dass es sich um einen „višžalis“ (immergrünen) Baum handelt. Anschließend führen die Wörterbücher allen bekannten äußeren Merkmale der Kiefer auf – „lange Nadeln“ und „runde Zapfen“. Das BŽ nennt ein weiteres äußeres Merkmal – „die Nadeln stehen in Büscheln“ – und ergänzt das Merkmal „sondert viel Harz ab“.

20 TABELLE. Definitionen des Wortes pušis in englischen Wörterbüchern

Wörterbuch

Definition des Wortes pušis (engl. pine, pine tree)

Merkmale der Realien, die in den Definitionen festgehalten werden

WEBSTER

eine beliebige Art der Gattung (Pinus aus der Familie der Pinaceae, der Kieferngewächse) immergrüner Nadelbäume, die schlanke, längliche Nadeln haben und einige wertvolle Nutzholz- und Zierbäume umfassen

‚immergrün‘, ‚bringt Zapfen zur Reife‘, ‚lange, dünne Nadeln‘, ‚wertvolles Holz‘, ‚einige Baumarten sind Zierbäume‘

OXFORD

ein immergrüner Nadelbaum mit Büscheln langer, nadelförmiger Blätter. Viele Arten werden wegen ihres weichen Holzes angebaut, das häufig für Möbel und Zellstoff oder zur Gewinnung von Teer und Terpentin verwendet wird

‚immergrün‘, ‚bringt Zapfen zur Reife‘, ‚Nadeln in Büscheln angeordnet‘, ‚wertvolles Holz‘, ‚Harz und Terpentin werden gewonnen‘

MACMILLAN

ein hoher Baum mit dünnen, spitzen Blättern, die Nadeln genannt werden und im Winter nicht abfallen, sowie harten, braunen Früchten, den Zapfen

‚immergrün‘, ‚hoch‘, ‚dünne, spitze Nadeln‘, ‚braune Zapfen‘

COLLINS

Eine Kiefer oder ein Kiefernbaum ist ein hoher Baum mit sehr dünnen, spitzen Blättern und einem frischen Duft. Kiefern behalten das ganze Jahr über ihre Blätter.

‚immergrün‘, ‚hoch‘, ‚dünne, spitze Nadeln‘, ‚frischer Duft‘

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CAMBRIDGE | ein immergrüner Baum (= einer, der seine Blätter nie verliert), der in kühleren Regionen der Welt wächst | ‘immergrün’, ‘wächst in kälteren Gegenden’

In den englischen Wörterbüchern werden in den Definitionen des Wortes pušis folgende typischste Merkmale dieses Nadelbaums genannt: ‘immergrün’, ‘hoch’ (Baum), ‘lange dünne Nadeln’ und ‘braune Zapfen’. Auch im BŽ heißt es, dass die Kiefer ‘lange Nadeln’ und ‘(runde) Zapfen’ hat; außerdem wird ein Merkmal ergänzt, das nur im OXFORD-Wörterbuch erwähnt wird, nach Ansicht der Verfasser des BŽ jedoch wichtig ist – nämlich, dass die Nadeln nicht beliebig, sondern ‘büschelweise’ angeordnet sind. Genau dieses äußere Merkmal gehört zu den visuellen Merkmalen, die die Kiefer von einem anderen in Lietuvoje häufigen Nadelbaum unterscheiden – der Fichte.

In den zitierten englischen Wörterbüchern werden weitere unterschiedliche Merkmale der Kiefer angegeben, vgl.: ‘Wuchsort’, ‘Verwendungszweck’ und ‘frischer Duft’. Der Wuchsort der Kiefer wird in litauischen Wörterbüchern nicht angegeben, weil die Kiefer für Litauer zu den geläufigsten Bäumen gehört (vgl. Kiefernwälder machen in Lietuvoje fast 40 Prozent der Waldfläche Lietuvos aus33). Wohl kaum gibt es einen in Lietuvoje lebenden Menschen, der nicht schon einen Kiefernstamm berührt oder den Harz der Kiefer gesehen oder gerochen hat. Daher haben die Verfasser des BŽ, wie bereits erwähnt, bei der Definition der Kiefer nicht auf die Merkmale ‘Wuchsort’ und ‘Verwendungszweck, d. h. Zweckbestimmung’ geachtet, sondern äußere Merkmale dieses Baums gewählt – ‘Nadeln sind büschelweise angeordnet’ (dieses Merkmal wird in anderen litauischen Wörterbüchern nicht genannt; von den englischen Wörterbüchern führt es nur OXFORD an) und ‘sondert viel Harz ab’. Das letztgenannte Merkmal der Kiefer ist recht ausgeprägt und leicht zu erkennen, denn vermutlich haben wir schon mehr als einmal Kiefernharz berührt oder seinen Duft gerochen. Es ist anzunehmen, dass das im COLLINS-Wörterbuch festgehaltene Merkmal der Kiefer ‘frischer Duft’ typisch für Kiefern und Kiefernwälder ist und in die Definition dieses Wortes aufgenommen werden sollte.

TABELLE 21. Definitionen des Wortes pušis in russischen Wörterbüchern

Wörterbuch | Definition des Wortes pušis (russ. сосна) | Reale Merkmale, die in den Definitionen festgehalten werden | CEM | вечнозеленое хвойное дерево (реже стелющийся кустарник) сем. сосновых с длинными иглами и округлыми шишками | ‘immergrün’, ‘Nadelbaum’, ‘lange Nadeln’, ‘runde Zapfen’ | MAKC | вечнозеленое хвойное дерево с небольшими шишками | ‘immergrün’, ‘Nadelbaum’, ‘kleine Zapfen’ | ТСОШ | вечнозелёное хвойное дерево (реже – стелющийся кустарник) с длинными иглами и округлыми шишками | ‘immergrün’, ‘Nadelbaum’, ‘lange Nadeln’, ‘runde Zapfen’

33 Siehe ausführlicher bei https://lt.wikipedia.org/wiki/Paprastoji_pu%C5%A1is.

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In russischen Wörterbüchern (siehe Tabelle 21) werden folgende Merkmale der Kiefer angegeben: ‘immergrün’, ‘Nadelbaum’, ‘lange Nadeln’ und ‘runde Zapfen’. Somit werden nahezu dieselben Merkmale wie im BŽ genannt (mit Ausnahme der ‘büschelweise angeordneten Nadeln’ und des ‘Harzes’). Weder der Wuchsort noch der Verwendungszweck der Kiefer werden in russischen Wörterbüchern angegeben, ebenso wenig wie in litauischen Wörterbüchern.

Daraus lässt sich schließen, dass sowohl litauische als auch ausländische Wörterbücher die meisten Bäume nach einem ähnlichen Schema definieren: Es wird angegeben, welcher Klasse sie angehören (immergrün, Laubbaum, Nadelbaum), und anschließend werden häufig die typischsten, für die Wörterbuchleser am leichtesten erkennbaren äußeren und/oder inneren Merkmale des Baums (Holzstruktur, Harz, Saft) aufgezählt – es wird also eine kognitive Definitionsstrategie verfolgt. Gewiss können viele Merkmale aufgezählt werden, doch für Definitionen werden oft die typischsten Merkmale ausgewählt, die als Erstes mit dem beschriebenen Baum in Verbindung gebracht werden³⁴. Die Auswahl der Merkmale in Definitionen hängt allerdings von nationalen und kulturellen Besonderheiten ab, d. h. die festgehaltenen Merkmale können mit der Tätigkeit und den Bräuchen der Menschen in einer bestimmten Region, in der eine oder andere Baumart verbreitet ist, und Ähnlichem zusammenhängen. Daher finden sich manche in litauischen Wörterbüchern aufgeführten Baummerkmale nicht unbedingt in englischen oder russischen Wörterbüchern – und umgekehrt.

6. DEFINITIONEN DER BEDEUTUNGEN VON OBSTSTRÄUCHERN UND OBSTBÄUMEN

Es muss gesagt werden, dass nicht alle Bäume und Sträucher in den Wörterbüchern der litauischen Sprache nach demselben Schema definiert werden. Nehmen wir zum Beispiel die Kategorie der Obstbäume (und Obststräucher) und sehen wir uns an, wie die Wörter Apfelbaum, Zitronenbaum und Aprikose in BŽ, DŽ₇ᵢ und LKŽₑ definiert werden (Tabelle 22).

34 Natürlich gelingt es den Lexikografen nicht immer gleichermaßen gut, diese Aufgabe zu bewältigen; gemeint sind nicht nur litauische, sondern auch die zitierten ausländischen Wörterbücher. Zum Beispiel würde wohl kaum jeder aus der Definition im Wörterbuch von COLLINS „ein hoher Baum mit dünnen Ästen“ ohne Weiteres eine Birke erkennen.

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TABELLE 22. Definitionen von Obstbäumen (Obststräuchern) in Wörterbüchern der litauischen Sprache

Wörterbuch

Definition des Wortes Apfelbaum

Definition des Wortes Zitronenbaum

Definition des Wortes Aprikose

BŽ

Obstbaum, der Äpfel trägt (Malus)

1. Obstbaum oder Obststrauch warmer Regionen, der süße, süßsaure oder saure Früchte trägt (Citrus). 2. Obstbaum warmer Regionen, der Zitronen trägt (meist der echte Zitronenbaum, Citrus limon)

2. kleiner Obstbaum warmer Regionen, der solche Früchte trägt35 (meist die gewöhnliche Aprikose, Armeniaca vulgaris)

DŽ₇ᵢ

Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse (Malus)

Zitronenpflanze (Zitrone – Obstbaum warmer Regionen aus der Familie der Rautengewächse, der saftige, saure Früchte trägt (Citrus limon))

Obstbaum warmer Regionen aus der Familie der Rosengewächse, der saftige Früchte mit einer Längsfurche und einem runden Stein trägt (Armeniaca)

LKŽₑ

Obstbaum (Malus)

Zitruspflanze aus warmen Ländern (Citrus)

Aprikosenbaum (Aprikosenbaum – ein Obstbaum aus warmen Regionen (Armeniaca))

Nach Ansicht der Verfasser des BŽ sind diese Pflanzen – Apfelbaum, Zitronenbaum und Aprikose – den Menschen vor allem deshalb bekannt (oder wichtig), weil sie bestimmte Früchte tragen, nicht wegen ihres Aussehens (ihrer äußeren Merkmale). In diesem Fall orientiert sich die Entscheidung der BŽ-Verfasser, die genannten Obstbäume anhand von Früchten zu definieren, die für die Sprachgemeinschaft relevant und gut bekannt sind, an einer kognitiven Definitionsstrategie, d. h.: 1) Die Pflanze wird einer bestimmten Kategorie zugeordnet – den Obstbäumen oder Obststräuchern; 2) es werden spezifische (unterscheidende) Merkmale der Pflanze angegeben – „trägt eine bestimmte Frucht“.

35 Was eine „solche Frucht“ ist, wird im Wörterbuch unter der ersten Bedeutung des Wortes erklärt: „runde, fleischige Steinfrucht mit gelb-orangefarbener, häufig pelziger Schale, die an einen Pfirsich erinnert“. So verfährt das BŽ in allen vergleichbaren Fällen: Unter der ersten Bedeutung wird die Frucht beschrieben, unter der zweiten die Pflanze, die diese Frucht trägt. Das geschieht, weil für Menschen gewöhnlich die Bedeutung „Frucht“ relevanter ist; sie wissen womöglich nicht einmal, von welcher Pflanze die Frucht gepflückt wurde.

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In den Definitionen von Obstbäumen, die nicht aus Litauen stammen (oder nicht in Litauen wachsen), gibt das BŽ außerdem an, wo sie wachsen3637, zum Beispiel: Aprikose, Zitronenbaum – Obstbaum aus warmen Ländern. DŽ7i und LKŽė haben etwas andere Definitionsschemata gewählt, die nicht immer einheitlich beibehalten werden. Im LKŽė sind Apfelbaum und Aprikose Bäume, der Zitronenbaum hingegen eine Pflanze; welche Früchte die betreffende Pflanze trägt, wird nur dann angegeben, wenn die Bezeichnungen für Pflanze und Frucht übereinstimmen (siehe abrikosas). Im DŽ7i werden die getragenen Früchte nur bei Pflanzen angegeben, die nicht aus Litauen stammen oder nicht in Litauen wachsen (siehe citrina).

7. DARSTELLUNG TAXONOMISCHER GRUPPEN IN DEFINITIONEN

In den Definitionen von Pflanzen (und Tieren) im BŽ werden ihre taxonomischen Gruppen, d. h. Familien, Gattungen usw., nicht angegeben. Dies geschieht, weil solche Informationen einem Laien wenig sagen, da diese Begriffe im Bewusstsein des durchschnittlichen Sprechers nicht verankert sind (ausführlicher siehe Gudavičius 2009: 89). Vergleichen wir einige konkrete Beispiele (siehe Tabelle 23).

TABELLE 23. Definitionen von Pflanzen und Tieren in litauischen Wörterbüchern

Wort

BŽ-Definition

DŽ7i-Definition

LKŽė-Definition

Morchel

Essbarer Pilz mit wellig-runzeligem Hut (Gyromitra)

Essbarer Schlauchpilz mit wellig-runzeligem Hut (Gyromitra, Helvella)

1. ein solcher Pilz, Morchel (Morchella) 2. ein solcher Pilz mit runzeligem Hut (Helvella) 3. ein solcher Pilz, Pfifferling, Eierschwamm (Cantharellus cibarius) 4. ein solcher Pilz, Trüffel (Tuber cibarium).

Biene

ein fliegendes, braun und gelb gestreiftes soziales Insekt, das Nektar und Pollen sammelt und Honig produziert (Apis)

ein soziales, Honig tragendes Insekt aus der Ordnung der Hautflügler (Apis)

ein Honig tragendes Insekt (Apis mellifica)

36 Über fremde und eigene Realien wird später noch die Rede sein.

37 Dieselbe Information wird auch in den Definitionen ähnlicher Bäume gegeben, vgl. Baobab – ein Baum Afrikas, Bertolètia – ein Baum Südamerikas.

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Hornisse

ein großes Insekt mit schwarz-gelb gestreiftem Körper, das schmerzhaft sticht (Vespa crabro)

ein großes Insekt aus der Gattung der Wespen (Vespa crabro)

ein Insekt aus der Familie der Faltenwespen (Vespa crabro)

Spatz

ein kleiner Vogel mit braunem und grauem Gefieder, der in Dörfern in der Nähe von Häusern und in Städten lebt, meist der Haussperling (Passer domesticus)

ein Siedlungen und Städte bewohnender kleiner Vogel aus der Familie der Finken (Passer domesticus)

ein kleiner Vogel aus der Familie der Finken, der in Siedlungen und Städten lebt (Passer)

Wie zu sehen ist, kommen in den Definitionen des BŽ weder die Klasse der Schlauchpilze noch die Ordnung der Hautflügler, die Familie der Finken, die Gattung der Wespen oder die Familie der Faltenwespen vor, denn, wie bereits erwähnt, sagen diese Begriffe dem durchschnittlichen Sprecher nichts38. Natürlich werden solche Begriffe benötigt, wenn es um wissenschaftliche Themen geht, doch das ist bereits Gegenstand von Fachwörterbüchern oder Enzyklopädien; daher werden Bezeichnungen für derartige Realien, wie die nachfolgend genannten Beispiele aus LKŽₑ, einfach nicht in das BŽ aufgenommen. Vgl. aus LKŽₑ:

Säureblütler <...> Ordnung der Pflanzen aus der Unterklasse der Archichlamydeen innerhalb der Klasse der Zweikeimblättrigen;

Haie <...> drei Unterordnungen räuberischer Fische aus der Unterklasse der Plattenkiemer: die eigentlichen Haie (Selachoidei), die Grauhaie (Hexanchoidei) und die Stierkopfhaie (Heterodontoidei).

Somit wurde im BŽ folgende kognitive Strategie der Bedeutungsdefinition gewählt: Vorrang haben die Merkmale des Denotats, die bei der alltäglichen Kategorisierung der uns umgebenden Wirklichkeit herausgearbeitet werden (und deshalb für Wörterbuchleser leicht erkennbar sind).

8. WIEDERGABE LATEINISCHER TERMINI IN DEFINITIONEN

Lateinische Termini werden im BŽ als eine Art Ergänzung der Wortdefinition wie auch in anderen Wörterbüchern angegeben. Nach Ansicht der BŽ-Autoren sind lateinische Bezeichnungen hilfreich, weil sich ähnliche (und oft gleich benannte) Pflanzen oder Tiere anhand der Definition nicht immer bestimmen lassen. Diese Information sollte insbesondere Übersetzern nützen. So bedeutet das englische Wort elk für Briten Elch, für Amerikaner hingegen Wapiti39, rabbit kann sowohl Kaninchen als auch Hase bedeuten40, hedgehog wiederum sowohl Igel als auch

38 Es ist zu betonen, dass dies keine Kritik an DŽ₇ oder LKŽₑ ist; in diesen Wörterbüchern wurde lediglich entschieden, Wörter dieses Typs auf genau diese Weise zu definieren. DŽ₇ hält sich, wie die angeführten Beispiele zeigen, konsequent an dieses System, LKŽₑ hingegen nicht.

39 Vgl. CAMBRIDGE (siehe http://dictionary.cambridge.org/dictionary/english/elk), WEBSTER (siehe https://www.merriam-webster.com/dictionary/elk).

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Stacheligel41 und sogar (den Litauern vermutlich kaum bekannt) Großer Gymnur42. Nun lässt sich ohne lateinische Bezeichnung überhaupt nicht verstehen, ob im Englischen von Storchschnabel, Pelargonie, Begonie oder Reiherschnabel die Rede ist (siehe Tabelle 24).

TABELLE 24. Begonie, Reiherschnabel, Pelargonie, Storchschnabel

Wörterbuch WortANGLONAS2geranium <...> 1. Storchschnabel 2. Pelargonie (auch fish geranium); beefsteak geranium Begonie; cranesbill <...> Storchschnabel begonia <...> Begonie pelargonium <...> Pelargonie stork’s-bill <...> 1. Reiherschnabel 2. Pelargonie

Wie aus Tabelle 24 hervorgeht, hat das Wort Pelargonie drei englische Entsprechungen (geranium, pelargonium und stork’s-bill), Begonie zwei (begonia, beefsteak geranium), Storchschnabel zwei (geranium, cranesbill), Reiherschnabel eine (stork’s-bill, das ebenfalls Pelargonie bedeutet). Sucht man jedoch nach dem Wort anhand seiner lateinischen Bezeichnung, klärt sich alles. Die lateinischen Bezeichnungen dieser Pflanzen lauten: Storchschnabel – Geranium, Pelargonie – Pelargonium, Begonie – Begonia, Reiherschnabel – Erodium.

Ganz ähnlich werden diese Bezeichnungen auch in englischen Wörterbüchern verwechselt – die hier aufgeführten englischen Wörter haben jeweils mehrere botanische Bedeutungen. Doch auch diese Wörterbücher lösen das Problem auf dieselbe Weise: Sie geben die lateinischen Bezeichnungen an. Vgl. eine dieser Bezeichnungen in Tabelle 25.

TABELLE 25. Definitionen von Geranium in englischen Wörterbüchern

WörterbuchGeranium Definition43COLLINS 1. any cultivated geraniaceous plant of the genus Pelargonium (hier und im Folgenden in der Tabelle von den Autoren hervorgehoben), mit auffälligen scharlachroten, rosafarbenen oder weißen Blüten. Siehe auch pelargonium, rose geranium, lemon geranium

40 Vgl. WEBSTER (siehe https://www.merriam-webster.com/dictionary/rabbit), OXFORD (siehe https://en.oxforddictionaries.com/definition/us/hare), (siehe https://en.oxforddictionaries.com/definition/us/rabbit).41 Vgl. WEBSTER (siehe https://www.merriam-webster.com/dictionary/hedgehog), OXFORD (siehe https://en.oxforddictionaries.com/definition/us/hedgehog).42 Vgl. COLLINS (siehe https://www.collinsdictionary.com/dictionary/english/hedgehog).43 Diese englischen Definitionen werden nicht ins Litauische übersetzt, da hier nur ihre lateinischen Bezeichnungen von Bedeutung sind.

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2. eine beliebige Storchschnabelgewächs-Pflanze der Gattung Geranium, etwa der Ruprechtskraut-Storchschnabel, mit geteilten Blättern und rosa oder purpurfarbenen Blüten

AMERICAN HERITAGE

1. Verschiedene Pflanzen der Gattung Pelargonium, die hauptsächlich im südlichen Afrika heimisch sind und wegen ihrer rundlichen, oft panaschierten Blätter sowie ihrer auffälligen Büschel aus roten, rosa oder weißen, unregelmäßigen Blüten weithin kultiviert werden. Aus den Blättern einiger Arten wird ein ätherisches Öl gewonnen. Auch Pelargonium, Storchschnabel genannt. Pelargonium, Storchschnabel. 2. Verschiedene Pflanzen der Gattung Geranium, mit handförmig geteilten Blättern und rosa oder purpurfarbenen, regelmäßigen Blüten. Auch Kranichschnabel genannt. Kranichschnabel. <...>

INFOPLEASE

1. eine von zahlreichen Pflanzen der Gattung Geranium, zu der die Kranichschnäbel gehören. 2. der wilde Storchschnabel, G. maculatum44, aus dem östlichen Nordamerika, mit lockeren Büscheln lavendelfarbener Blüten. 3. Auch Bezeichnung für verschiedene Pflanzen der verwandten Gattung Pelargonium, die im südlichen Afrika heimisch sind, auffällige Blüten oder duftende Blätter haben und häufig in Gärten sowie als Zimmerpflanzen kultiviert werden. <...>

Somit ist offensichtlich, dass lateinische Bezeichnungen in manchen Fällen nicht nur als zusätzliche, sondern sogar als notwendige Information behandelt werden können.

9. DEFINITIONEN HEIMISCHER / FREMDER REALIEN

Kalbėdamas apie tautinį apibrėžčių aspektą A. Gudavičius (2009: 85) teigia, kad žodžio reikšmių tautinę specifiką lemia ir pavadinamo daikto ar reiškinio ryšiai su visu materialiuoju ir dvasiniu tautos gyvenimu, žodžio sužadinamos emocijos ir vaizdiniai. Laikantis tautiškumo principo, pasak A. Gudavičiaus (2009: 86), artimų žodžių (su kuo tauta gyveno ir gyvena) reikšmės turėtų turėti išsamesnes, platesnes apibrėžtis negu svetimų kultūrų. Ir remdamasis DŽ pavyzdžiais teigia, kad šiame žodyne ir daugelyje rusų kalbos aiškinamųjų žodynų dažniausiai matomas atvirkščias vaizdas, o anglų kalbos žodynai vienodai detaliai apibrėžia ir savas, ir nesavas realijas (Gudavičius 2009: 86–88).

Sehen wir uns an, wie die drei erwähnten litauischen Wörterbücher Pflanzen definieren, die aus Litauen stammen (heimische Realie), und Pflanzen, die erst vor nicht allzu langer Zeit nach Litauen gelangt sind (fremde Realie).

44 Gefleckter Storchschnabel.

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9.1. Betrachten wir zunächst die Definitionen einheimischer Realien (in Litauen üblicher Pflanzen) – Apfel, Hagebutte, Kartoffel und Rübe (siehe Tabelle 26). Da die Wörter bulvė und runkelis zwei Bedeutungen haben – die Pflanze selbst und die Knolle / Wurzelknolle –, werden nur Letztere verglichen.

a) Definition einheimischer Realien

TABELLE 26. Definitionen von in Litauen wachsenden Gemüsen und Früchten

Wort

Definition im BŽ

Definition im DŽ7i

Definition im LKŽe

Apfel

runde, feste, saftige Frucht des Apfelbaums mit grüner, gelber oder roter Schale und kleinen Kernen

Frucht des Apfelbaums

Frucht des Apfelbaums

Hagebutte

Frucht der Rose (1. Bedeutung) – eine längliche oder runde, rote oder orangefarbene, vitaminreiche, süß-saure Beere mit vielen Samen

Frucht der Rose, Beere

Frucht der Rose, Beere

Kartoffel

runde oder ovale, stärkehaltige Knolle mit sehr dünner weißer, gelblicher, roter oder violetter Schale, die als Gemüse verzehrt wird45

(Gemüse, dessen essbare Knollen viel Stärke enthalten (Solanum tuberosum)); seine Knolle

(Gemüse, dessen Knollen viel Stärke enthalten (Solanum tuberosum); die Knolle dieses Gemüses

Rübe

weiße, gelbliche oder dunkelrote, runde oder längliche Wurzel, die als Nahrung, Tierfutter und als Zuckerquelle verwendet wird

(Gartenpflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse mit runder oder länglicher Wurzel (Beta); ihre Wurzel

(Wurzelgemüse mit dicker, fleischiger Wurzel, Rübe (Beta)); seine Knolle

Die Wörter Apfel und Hagebutte werden im DŽ7i und LKŽe sehr knapp definiert; man erfährt über sie lediglich, von welcher Pflanze sie die Früchte sind. Im BŽ ist die Definition dieser Wörter ganz anders; darin

45 Die zweite Bedeutung dieses Wortes lautet „Gartenpflanze mit verzweigtem Stängel, die solche Knollen hervorbringt (meist die Speisekartoffel, Solanum tuberosum“. Im BŽ wurden solche Fälle (Pflanze und ihre Frucht) systematisch überall in zwei Bedeutungen getrennt – die Pflanze und ihre Frucht.

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Es wird angegeben, nicht nur, von welcher Pflanze diese Früchte stammen, sondern auch die typischsten äußeren Merkmale dieser Früchte werden ausführlich beschrieben – die Form (Apfel – „rund“; Hagebutte – „länglich“ und „rund“), die Farbe (Apfel – mit „grüner“, „gelber“ oder „roter“ Schale; Hagebutte – „rot“ oder „orange“); außerdem werden auch innere46 Merkmale der Früchte genannt – Geschmack und Konsistenz (Apfel – „fest“, „saftig“; Hagebutte – „süß-säuerlich“).

Das Schema der Definitionen der Wörter bulvė und runkelis ist im BŽ im Wesentlichen dasselbe, d. h. es werden äußere Merkmale genannt – die Form (bulvė – „rund“ und „oval“; runkelis – „rund“ und „länglich“), die Farbe (bulvė – mit „weißer“, „gelblicher“, „roter“ oder „violetter“ Schale), ein inneres Merkmal (der Kartoffel) – „Stärkegehalt“; zusätzlich wird jedoch angegeben, wozu sie verwendet werden (bulvė – „wird als Gemüse gegessen“, runkelis – „wird als Nahrung, als Futtermittel und als Zuckerquelle verwendet“)47. Letzteres Merkmal wird anstelle des Geschmacksmerkmals angeführt, da Gemüse meist in unterschiedlichen Zubereitungsformen gegessen wird – roh, gebraten, gekocht, geschmort usw. Je nach Zubereitungsart verändert sich auch der Geschmack des Gemüses.

Vergleicht man die Definitionen aller vier Wörter in DŽ7i und LKŽe, ist offensichtlich, dass die Definitionen von bulvė und runkelis ausführlicher sind. Allerdings unterscheiden sich auch die Schemata der beiden letztgenannten Definitionen: Bei runkelis werden äußere Merkmale (Aussehen) genannt, bei bulvė dagegen ein inneres Merkmal, nämlich ihr „Stärkegehalt“; somit wird nicht konsequent verfahren. Die Definitionen in DŽ7i und LKŽe unterscheiden sich vom BŽ auch dadurch, dass die Eigenschaften der Wurzelfrucht oder Wurzelknolle in diesen beiden Wörterbüchern der Beschreibung der Pflanze hinzugefügt sind, d. h. die Eigenschaften eines Objekts werden bei der Erläuterung eines anderen Objekts erklärt48.

b) Definition fremder Realien

Bei der Beschreibung fremder Realien (Pflanzen, die unter den in Litauen üblichen Bedingungen nicht wachsen) wird ebenso wie bei der Beschreibung heimischer Realien nicht die Pflanze selbst, sondern die Definition ihrer Früchte angegeben (siehe Tabelle 27).

46 Innere Merkmale sind solche Merkmale, die nicht mit der sichtbaren Gestalt der Pflanzen zusammenhängen, sondern ihre inneren Eigenschaften wie Geschmack, Konsistenz u. Ä. erschließen.

47 Bei den Wörtern bulvė und runkelis wird nicht angegeben, welche Pflanze sie hervorbringt, da dies aus der zweiten Bedeutung hervorgeht: bulvė <...> 2. Gartenpflanze mit verzweigtem Stängel, die solche Knollen hervorbringt (gewöhnlich die Speisekartoffel, Solanum tuberosum); runkelis <...> 2. Gartenpflanze mit großen Blättern, die eine solche Wurzelfrucht hervorbringt (Beta).

48 In vergleichbaren Fällen, in denen von einer Pflanze und ihrer Frucht die Rede ist, wird in DŽ7i und LKŽe meist ebenso verfahren; im BŽ wird die Frucht (Wurzelfrucht, Knolle usw.) dort definiert, wo es logisch hingehört – bei der Beschreibung der Wurzelfrucht oder Knolle.

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TABELLE 27. Definitionen von in Litauen nicht wachsenden Gemüsen und Früchten

Wort

Definition im BŽ

DŽ₇i-Definition

LKŽe-Definition

baklažanas

eine zylindrische, birnen- oder kugelförmige Frucht mit glänzender, meist dunkelvioletter Schale, die als Gemüse gegessen wird

(eine wärmeliebende Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, die längliche oder birnenförmige Früchte trägt (Solanum melongena);) ihre Frucht

(eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse mit essbaren, gurkenähnlichen Früchten (Solanum melongena)); die Frucht dieser Pflanze

abrikosac

eine runde, fleischige, süß-saure Steinfrucht mit gelblich-orangefarbener, oft flaumiger Schale, die einem Pfirsich ähnelt

(ein wärmeliebender Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse, der saftige Früchte mit einer Längsfurche und einem runden Stein trägt (Armeniaca); seine Frucht

(1. Aprikosenbaum.) 2. Frucht des Aprikosenbaums

datulė

eine kleine, ovale, dunkle, fleischige, süße Frucht der Dattelpalme mit einem Samen

(eine Palme, die süße essbare Früchte trägt (Phoenix dactylifera)); ihre Frucht

(Palme mit essbaren Früchten (Phoenix dactylifera)); Frucht dieses Baumes

Feige

weiche, fleischige, süße, zwiebel- oder birnenförmige Sammelfrucht des Geigenfeigenbaums, gewöhnlich getrocknet gegessen

(Obstbaum warmer Regionen aus der Familie der Maulbeergewächse, der weiche, essbare Früchte trägt (Ficus carica)); seine Frucht

(Baum aus der Familie der Maulbeergewächse in tropischen Regionen (Ficus carica)); sowie seine Frucht

Die Wörter Aubergine, Aprikose, Dattel und Feige im BŽ werden im Wesentlichen genauso definiert wie einheimische Realien – ihre äußeren Merkmale werden hervorgehoben: die Form (Aubergine – „zylinder-, birnen- oder kugelförmig“; Aprikose – „rund“; Dattel – „klein, oval“; Feige – „birnenförmig“), die Farbe (Aubergine – „glänzende, gewöhnlich dunkelviolette Schale“; Aprikose – „gelblich-orange, häufig flaumige Schale“; Dattel – „dunkel“); außerdem werden innere Merkmale betont: der Geschmack (Aprikose – „süßsauer“; Dattel – „süß“; Feige – „süß“) oder der Verwendungszweck (Aubergine – „als Gemüse essbar“; Feige – „gewöhnlich getrocknet gegessen“). Die Definitionen aller vier Wörter im DŽ₇i sind recht

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ausführlich, beruhen jedoch auf unterschiedlichen Kriterien: bei der Aubergine auf dem Aussehen (äußeres Merkmal), bei der Aprikose auf dem Aussehen (äußeres Merkmal) und der Konsistenz („saftig“ – inneres Merkmal), bei Dattel und Feige auf dem Geschmack oder der Konsistenz („süß“, „weich“ – innere Merkmale). Das LKŽₑ definiert die Aubergine nach ihrem Aussehen und gibt an, dass es sich um eine essbare Frucht handelt; Aprikose, Dattel und Feige sind jedoch sehr knapp definiert, nach demselben Schema wie Apfel oder Hagebutte (d. h. wessen Frucht).

Bei der Untersuchung der Bedeutungsdefinitionen der genannten Wörter in drei litauischen Wörterbüchern (Tabelle 27) zeigt sich also, dass im BŽ in allen Fällen einheitlich verfahren wird: Die Definitionen sind ausführlich, einheimische und fremde Realien werden nicht unterschieden, und die Definition erfolgt nach einem bestimmten Schema: wessen Frucht (Wurzelgemüse o. Ä.), Aussehen (Form, Farbe), charakteristische innere Eigenschaften (Geschmack, Konsistenz usw.) und/oder (insbesondere bei Gemüse) Verwendungszweck. Das DŽ₇ᵢ verfährt diesbezüglich auf drei verschiedene Arten: Die Bedeutungen einheimischer und fremder Gemüse werden hinreichend ausführlich und ähnlich definiert, die Bedeutungen einheimischer Früchte äußerst knapp, die fremder Früchte ausführlicher, aber nach unterschiedlichen Kriterien – manche nach Aussehen und Geschmack, andere nur nach Geschmack usw. Das LKŽₑ verfährt systematischer, obwohl auch dieses System Fragen aufwirft: Die Bedeutungen von Gemüse (einheimischem wie fremdem) werden recht ausführlich definiert, die von Früchten (einheimischen wie fremden) hingegen sehr knapp. Natürlich ist zu bedenken, dass diese Annahmen erst nach der Untersuchung einiger Beispiele getroffen wurden.

9.2. Unter diesem Gesichtspunkt kann auch eine andere Kategorie betrachtet werden – die der Tiere.

a) Definition eigener Realien

Tabelle 28 enthält die Definitionen eigener Realien (in Litauen lebender Tiere) in litauischen Wörterbüchern.

TABELLE 28. Definitionen von in Litauen lebenden Tieren

Wort

Definition im BŽ

Definition im DŽ₇ᵢ

Definition im LKŽₑ

Fuchs

raubtierartiges, wegen seines Fells wertvolles Tier mit spitzer Schnauze und langem, buschigem Schwanz (meist der Rotfuchs, Vulpes vulpes)

raubtierartiges, wegen seines Fells wertvolles Tierchen

raubtierartiges Tierchen aus der Familie der Hunde (Vulpes)

Pferd

großes, kräftiges Haustier mit schön wallender Mähne und Schweif, das für schwere

Arbeitstier

einhufiges Haustier, mit dem gearbeitet, gefahren und geritten wird (Equus

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zum Transport von Gegenständen, zum Reiten u. Ä.

(Equus caballus)49

caballus)

Gans

großer, gut schwimmender wild lebender oder domestizierter Wasservogel mit langem Hals und breitem Schnabel (meist die Graugans, Anser)

großer wild lebender und domestizierter Wasservogel (Anser)

großer wild lebender und domestizierter Wasservogel (Anser)

Im BŽ wird, wie auch in anderen Wörterbüchern, in den Definitionen der untersuchten Wörter zunächst die Klasse angegeben, zu der das Haustier / Tier gehört, vgl.: Fuchs – „Wildtier“, Pferd – „Haus- bzw. Nutztier“, Gans – „wild lebender oder domestizierter Wasservogel“, sowie die unterscheidenden Merkmale, vgl.: Fuchs – „Raubtier mit wertvollem Fell“, Pferd – „groß und stark“, Gans – „groß, gut schwimmend“. In den Definitionen des BŽ wird jedoch das größte Augenmerk auf das für die Identifizierung wichtige Aussehen des Tieres (äußere Merkmale) gelegt, da wir es zuerst sehen, vgl.: Fuchs – „mit spitzer Schnauze und langem, buschigem Schwanz“, Pferd – „mit schön wallender Mähne und schön wallendem Schweif“, Gans – „mit langem Hals und breitem Schnabel“. Bei der Beschreibung von Haustieren wird auch ihre Verwendung angegeben, vgl.: Pferd – „wird zum Transport schwerer Gegenstände, zum Reiten u. Ä. verwendet“.

b) Definition fremder Realien

Tabelle 29 enthält Definitionen fremder Realien (Tiere aus anderen Ländern, die in Litauen nur in Zoos o. Ä. leben) in Wörterbüchern der litauischen Sprache.

TABELLE 29. Definitionen von Tieren aus anderen Ländern

Wort

BŽ-Definition

DŽ7-Definition

LKŽe-Definition

Elefant

großes Tier Afrikas und Südasiens mit langem Rüssel und zwei Stoßzähnen (Loxodonta)

großes Rüsseltier der warmen Länder (Elephas ir Loxodonta)

großes Rüsseltier der warmen Länder (Elephas)

Flamingo

weißlich rosafarbener Wasservogel warmer Länder

weißlich rosafarbener Wasservogel warmer Länder

so ein Wasservogel warmer Länder mit rosafarbenen

49 Den Verfassern des BŽ ist noch nicht ganz klar, ob eine solche lateinische Bezeichnung beibehalten werden sollte. Im LRTB bedeutet Equus caballus Wildpferd. In der Beschreibung der Hauspferde in der VLE heißt es, sie stammten von Wildpferden ab (wahrscheinlich vom Przewalski-Pferd und vom Tarpan), doch die lateinische Bezeichnung wird nicht angegeben (VLE I: 779). In der Definition des Pferdes (horse) bei WEBSTER wird dieselbe lateinische Bezeichnung Equus caballus angeführt; außerdem heißt es, dass Pferde vor sehr langer Zeit domestiziert wurden, und ihre Verwendung wird genannt. Daraus lässt sich also schließen, dass von einem Hauspferd und nicht von einem Wildpferd die Rede ist. In der Beschreibung des Hauspferdes in WIKIPEDIA wird die lateinische Bezeichnung Equus ferus caballus angegeben (Näheres siehe https://lt.wikipedia.org/wiki/Naminis_arklys).

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mit langen Beinen, langem Hals und nach unten gebogenem Schnabel (Phoenicopterus) Vogel (Phoenicopterus roseus) mit Federn (Phoenicopterus roseus) Zebra, ein pferdeähnliches afrikanisches Tier mit weißen und schwarzen Streifen; gestreiftes afrikanisches Tier, das einem Pferd ähnelt (Equus zebra); gestreiftes einhufiges Tier aus der Familie der Pferde und der Ordnung der Unpaarhufer (Equus zebra)

Exotische Tiere werden im BŽ ebenso definiert wie heimische, d. h. ihr Aussehen wird näher beschrieben, vgl.: Elefant – „mit langem Rüssel und zwei Stoßzähnen“, Flamingo – „weißrosa“, „mit langen Beinen, langem Hals und nach unten gebogenem Schnabel“, Zebra – „pferdeähnlich“, „mit weißen und schwarzen Streifen“. Im BŽ wird zusätzlich angegeben, wo diese Tiere leben50, vgl.: Elefant – „in Afrika und Südasien“, Flamingo – „in warmen Regionen“, Zebra – „in Afrika“.

Im DŽ7i werden diese Tiere sehr ähnlich definiert (ihr Aussehen und ihr Lebensraum werden recht knapp beschrieben). Im LKŽe wird ähnlich verfahren. Wenn jedoch in der Definition des Wortes zebras im LKŽe das äußere Merkmal „gestreift“ nicht genannt wäre, würde ein Laie wohl kaum verstehen, um welches Tier es geht; vgl. die in der Definition des Zebras angegebene wissenschaftliche Klassifikation: Familie der Pferde, Ordnung der Unpaarhufer, einhufiges Tier. Ebenso würde einem Menschen, der noch nie einen Elefanten gesehen hat, die Information wohl kaum helfen, dass der Elefant ein Rüsselsäugetier ist (diese Definition wurde auch vom DŽ7i übernommen). Man kann annehmen, dass das Wort straublinis „mit einem Rüssel“ bedeutet; im DŽ7i kommt ein solches Wort jedoch überhaupt nicht vor, und im LKŽe bedeutet straublinis, -ė „1. zur Ordnung der Rüsselsäugetiere gehörig; 2. zur Ordnung der Rüsselkäfer gehörig“. Das Wort straubliniai wird wiederum als „1. Ordnung höherer Säugetiere; 2. Ordnung der Käfer“ erklärt. So konnten wir uns ein weiteres Mal davon überzeugen, dass die geeignetste und für den durchschnittlichen Sprecher verständlichste Definition nicht jene ist, die enzyklopädisches Wissen vermittelt, sondern jene, die sich auf das alltägliche Verständnis stützt, das die Grundlage für die alltägliche Kategorisierung der uns umgebenden Wirklichkeit bildet.

Wie also zu sehen ist, orientieren sich die Verfasser des BŽ bei der Definition von Tieren (die in Litauen leben und nicht dort leben) im Wesentlichen an demselben Schema: Es wird festgehalten, zu welcher höheren Klasse der alltäglichen Kategorisierung das Tier gehört, sein Aussehen wird prototypisch beschrieben (andere litauische Wörterbücher erwähnen das Aussehen des Tieres häufig überhaupt nicht), und bei Haustieren wird ihre Nutzung angegeben. In den Definitionen exotischer Tiere wird der Ort genannt, an dem sie leben.

50 Ebenso wird bei der Beschreibung exotischer Pflanzen verfahren (siehe abrikosas, citrinmedis).

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SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Die Untersuchung der Bedeutungsdefinitionen einiger Wörter, die Pflanzen und Tiere bezeichnen, zeigt, dass die Verfasser des Bendrinės lietuvių kalbos žodynas (im Folgenden BŽ) häufig eine traditionelle (eher wissenschaftliche) und eine kognitive Bedeutungsdefinition miteinander verbinden.

2. Bei der Erklärung der Bedeutungen der Wörter aug alas und gyvūnas, die allgemeine Kategorien bezeichnen (gemeint ist die erste Bedeutung des Wortes gyvūnas), wählten die Verfasser des BŽ die traditionelle (eher wissenschaftliche) Bedeutungsdefinition: Festgehalten werden die typischsten Merkmale von Pflanzen und Tieren, nämlich dass Pflanzen und Tiere „Organismen“ sind, dass Pflanzen sich von „anorganischen Stoffen“ ernähren, Tiere dagegen von „organischen Stoffen“, dass Pflanzen „Lichtenergie“ benötigen und Tiere „gewöhnlich von einem Ort zum anderen gelangen können“. Da in der Natur sehr viele Pflanzen- und Tierarten bekannt sind, wäre es schwierig, diese Wörter beispielsweise anhand der Merkmale ihrer herausragendsten prototypischen Vertreter zu definieren – eine solche Definition wäre zwangsläufig schematisch und wenig aussagekräftig und für einen Wörterbucheintrag wohl kaum ausreichend. Die Unterscheidung und Definition der zweiten und dritten Bedeutung des Wortes gyvūnas im BŽ sind hingegen bereits mit einer kognitiven Strategie der Bedeutungsdefinition verbunden.

3. Bei der Definition der Bedeutungen von Wörtern für Pflanzen und Tiere, z. B. beržas, pušis, bulvė, lapė, žąsis, geben die Verfasser des BŽ zunächst an, welcher Klasse das bezeichnete Wort angehört; anschließend werden meist einige der typischsten und am leichtesten erkennbaren äußeren und/oder inneren Merkmale dieser Pflanzen und Tiere aufgeführt – damit wird eine kognitive Strategie der Bedeutungsdefinition verfolgt. Häufig werden die Nutzung von Pflanzen und Tieren sowie ihr Vorkommens- oder Wachstumsort angegeben, insbesondere wenn diese Merkmale dabei helfen, das Denotat zu bestimmen. Obststräucher und Obstbäume werden im BŽ anders definiert, nämlich nicht anhand ihrer typischsten äußeren und/oder inneren Merkmale, sondern anhand der Früchte, die sie tragen und an denen Menschen sie gewöhnlich erkennen.

4. Die Auswahl der typischsten Merkmale bei der Definition von Wörtern für Pflanzen und Tiere hängt häufig von nationalen Besonderheiten ab; das heißt, die in den Wortdefinitionen erfassten Merkmale können mit der Tätigkeit, den Gewohnheiten und Bräuchen der Menschen, mit der Landschaft des Landes und Ähnlichem zusammenhängen. Daher werden einige Merkmale von Pflanzen und Tieren, die im BŽ in den Definitionen dieser Wörter festgehalten werden, nicht unbedingt auch in den Definitionen derselben Wörter in englischen oder russischen Wörterbüchern genannt – und umgekehrt.

5. Anders als andere im Artikel behandelte erklärende Wörterbücher des Litauischen geben die Definitionen von Substantiven, die Tiere und Pflanzen bezeichnen, im BŽ deren taxonomische Gruppen, d. h. Familien, Gattungen usw., nicht an. Dies geschieht, weil diese Informationen für den durchschnittlichen Sprecher (der weder Botaniker noch Zoologe ist) kaum von Nutzen sind.

6. Im BŽ werden, wie auch in einigen anderen erklärenden Wörterbüchern des Litauischen, lateinische Bezeichnungen für Pflanzen und Tiere angegeben. Nach Ansicht der Verfasser des BŽ sind lateinische Bezeichnungen

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Die Darstellung in Wörterbuchartikeln ist in den Fällen nützlich, in denen sich ähnliche Pflanzen oder Tiere anhand der Wortdefinition nur schwer erkennen lassen.

7. Bei der Untersuchung der Bedeutungsdefinitionen einiger Obst- und Gemüsesorten zeigte sich, dass im BŽ – anders als in anderen erklärenden Wörterbüchern des Litauischen – einheimische und fremde Realien gleichermaßen beschrieben werden: Die Wortdefinitionen sind ausführlich und folgen einem ähnlichen Schema, etwa indem angegeben wird, von welcher Pflanze die Frucht (Wurzelgemüse o. Ä.) stammt, ihr Aussehen (Form, Farbe) und ihre charakteristischsten inneren Eigenschaften (Geschmack, Konsistenz usw.) beschrieben werden und/oder (insbesondere bei Gemüse) ihre Verwendung genannt wird. Anders gesagt: Bei der Definition von Realien wird nicht zwischen einheimischen und fremden unterschieden; vielmehr werden beide gleichermaßen ausführlich beschrieben.

8. Der Vergleich der im BŽ sowie in erklärenden Wörterbüchern des Englischen und Russischen enthaltenen Definitionen von Wörtern für Pflanzen und Tiere ergab, dass die Definitionen im BŽ hinsichtlich Ausführlichkeit und Systematik den Definitionen der genannten Wörterbücher in nichts nachstehen.

9. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verfasser des BŽ mutiger einen kognitiven Ansatz verfolgen, d. h. häufig auf wissenschaftliche oder enzyklopädische Definitionen verzichten, wie sie für erklärende Wörterbücher typisch sind und für gewöhnliche Sprecher der Gemeinsprache nur von geringem Nutzen sind. Bei der Definition der (im Artikel untersuchten) Wörter richten die Verfasser des BŽ ihre Aufmerksamkeit stärker auf die typischsten, charakteristischsten und leichter erkennbaren Merkmale der Realien, die visuell, durch Berührung und auf andere Weise wahrgenommen werden. Dadurch werden die Wortdefinitionen für die Leser des Wörterbuchs klarer, verständlicher, informativer und eindeutig.

10. Aus nur wenigen Beispielen aus zwei Kategorien (Pflanzen und Tiere) lassen sich schwerlich unumstößliche Schlussfolgerungen über das gesamte BŽ ziehen. Daher wäre es sinnvoll, eine vergleichbare Untersuchung einer anderen Kategorie oder weiterer Kategorien durchzuführen und die erzielten Ergebnisse mit denen der vorliegenden Untersuchung zu vergleichen. Dies würde fundiertere Schlussfolgerungen ermöglichen und Perspektiven für die weitere Verbesserung des Wörterbuchs aufzeigen.

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Įteikta 2017 09 20

Priimta 2017 12 08

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SPECIFICS OF DEFINING MEANING IN THE DICTIONARY OF THE STANDARD LITHUANIAN LANGUAGE (BENDRINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS): PLANTS AND ANIMALS

Summary

This article deals with the specifics of defining the meaning of several particular nouns denoting plants and animals. The nouns were picked out of the manuscript of The Dictionary of the Standard Lithuanian Language (DSLL) (Bendrinės lietuvių kalbos žodynas) and the section of it that is already available online. In the article, the definitions of the meaning of the nouns chosen are compared to the definitions of the matching nouns available in other Lithuanian glossaries and some English and Russian dictionaries. The article attempts to identify the definition (traditional or cognitive) of a word that is typically used in defining the general names of the categories of plant and animal and the words falling into these categories.

1. Investigation of the definitions of several words denoting plants and animals shows that, as often as not, the authors of DSLL navigate between the traditional (rather scientific) and the cognitive definition of the meaning of a word.

2. In defining the meanings of the words plant and animal (in the original meaning of the latter word) that stand for the two general categories, the authors of the DSLL have opted for the traditional (rather scientific) method to define the meaning of words, registering the most typical attributes of a plant and an animal, such as that plants and animals are ‘organisms’, plants feed on ‘non-organic substances’ and animals on ‘organic substances’, that plants require ‘solar energy’ to survive, that animals ‘can usually move from one place to another.’ Since plant and animal species in nature are plenty, it would be difficult to define these words through, say, the characteristics of their most prominent prototypical representatives; this kind of definition would inevitably be schematic, lacking in information, and hardly adequate for the purposes of a dictionary entry. Nonetheless, the distinction and definition of the second and third meaning of the word animal already has to do with the cognitive strategy of definition.

3. In defining the meanings of words falling into the categories of plants and animals, such as beržas (birch), pušis (pine), bulvė (potato), lapė (fox), žąsis (goose), the DSLL authors first of all indicate the class the word being described belongs to and then usually follow with a list of several most typical, easily recognisable external and/or internal features of these plants and animals, hence sticking to the cognitive strategy of their definition. Quite often, they

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specify the purpose of plants and animals, their habitat, especially if such traits are instrumental in identifying the denotation. It should be said that the DSLL defines fruit bushes and trees under a different approach: not by their most typical external and/or internal attributes but rather by the fruit that their bear, which helps people recognise them in most cases.

4. Usually, the selection of the most typical characteristics for the purposes of definition of words denoting plants and animals depends on the national specifics: the attributes registered in the definitions of words may connect to human activity, habits and customs, the landscape, and so on. Therefore, some of the characteristics of plants and animals registered in the DSLL definitions of these words may not necessarily be present in the definitions of the matching words in the English or Russian dictionaries, and vice-versa.

5. Contrary to the other Lithuanian glossaries referred to in the article, when it comes to defining the meanings of nouns denoting plants and animals, the DSLL does not specify their taxonomical groups, such as families, genera, and such. This is because this type of information has little use to the average speaker (who is not a botanist or zoologist).

6. Just like in some of the other Lithuanian glossaries, the DSLL, too, provides Latin terms of plants and animals. The authors of the DSLL believe that providing Latin terms in dictionary entries is useful when the definition of a word alone makes it hard to identify similar plants or animals.

7. Examination of the definitions of some fruits and vegetables has revealed that, contrary to other Lithuanian glossaries, when it comes to defining own and foreign realities, the DSLL follows a non-discriminative approach: the definitions of words are thorough and are based on a similar scheme, for instance, the type of fruit (such as root-crop), appearance (shape and colour), the typical internal characteristics (taste, texture, and so on), and/or purpose (with vegetables in particular). In other words, the definition of realities does not differentiate between own and foreign but rather follows a non-discriminatively thorough approach.

8. Examination of the definitions of the words denoting plants and animals present in the DSLL and English and Russian glossaries has revealed that the DSLL’s definitions are on a par to those of the other dictionaries in terms and completeness and organisation.

9. In summary, we can say that the authors of the DSLL travel the cognitive path with more assurance, often abandoning scientific or encyclopaedic definitions so typical of glossaries that usually benefit the ordinary user of the standard language hardly at all. In defining the words (covered in the article), the authors of the DSLL rather focus on the most typical, inherent, easily recognisable attributes of the realities that can be perceived, sensed in a visual,

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tactile, and other ways. That way, the definitions of words become clearer, more understandable, informative, and unambiguous to the users of the Dictionary.

10. Analysis of but several examples of the two categories (of plants and animals) could hardly lead to some sure-fire conclusions about the entire Dictionary of the Standard Lithuanian Language. As a result, one should conduct a similar investigation of another category (or other categories) and compare its results to the outcomes of this research. This would give weight to our conclusions and would allow predicting the prospects of developing the Dictionary further.

KEYWORDS: meaning, definition, cognitive definition, traditional definition, dictionary, Dictionary of the Standard Lithuanian Language.

ANŽELIKA GAIDIENĖ

DANUTĖ LIUTKEVIČIENĖ

Lietuvių kalbos institutas

Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

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