Page 1LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI II
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
ÜBER DIE ADVERBIALISIERUNG DES SINGULARISCHEN AKKUSATIVS IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE
K. ULVYDAS
Von einem etwas engeren Verhältnis des Akkusativs zu den Adverbien in der gegenwärtigen litauischen Sprache kann man hauptsächlich nur im Hinblick auf den Substantivakkusativ sprechen. Die Singularakkusative anderer flektierbarer Wortarten (z. B. von Adjektiven und Partizipien, deren Hauptfunktionen im Satz die eines Attributs und eines nominalen Teils des zusammengesetzten Prädikats sind, sowie von Numeralien und Pronomen, für die die Funktion einer adverbialen Bestimmung ebenfalls völlig untypisch ist) zeigen zumindest dann, wenn sie allein stehen und keine Verbindungen mit Substantiven bilden, keine Tendenz zur Adverbialisierung oder wenigstens zu einer semantischen Annäherung an Adverbien. Es ist jedoch anzumerken, dass selbst die Adverbialität der den Adverbien am nächsten stehenden Substantivakkusative vergleichsweise gering ist.
Unter allen Arten des Singularakkusativs zeichnet sich der Temporalakkusativ durch ein etwas engeres Verhältnis zu den Adverbien und eine Neigung zur Adverbialisierung aus, jedoch nur in solchen Bedeutungs- und Verwendungsfällen, in denen er eher die Zeitdauer selbst als einen genau bestimmten Zeitpunkt innerhalb dieser Dauer (auf der „Zeitlinie“) bezeichnet. Ein solcher Temporalakkusativ fungiert im Satz als Temporalbestimmung und beantwortet die Fragen: wann? zu welcher Zeit?
Für diesen Temporalakkusativ wird im Litauischen gewöhnlich eine recht klar abgegrenzte Gruppe von Substantiven verwendet, wie etwa: dieną, naktį, rytą, vakarą, pavasarį, vasarą, rudenį, žiemą, vidu(r)naktis, vidu(r)dienis, vidu(r)vasaris, vidu(r)žiemis, pirmadienis, antradienis, trečiadienis usw., die bestimmte Zeitabschnitte des Tages und der Woche sowie Jahreszeiten bezeichnen.1
In ihrer Bedeutung und ihrem Verhältnis zu den Adverbien unterscheiden sich die Temporalakkusative der Wörter kārtas, svykis nur wenig von den Temporalakkusativen dieser Substantive, insbesondere dann, wenn sie eine sehr allgemeine und unbestimmte Zeit einer Handlung, eines Zustands oder eines Ereignisses bezeichnen und nicht deren Häufigkeit (vgl. die Bedeutungen der Akkusativformen kārtą und svykį in zwei Satzpaaren: 1. Einmal überraschte er [Mačionis] Mykolas dabei, wie dieser zwei nicht ganz volle Eimer Wasser aus dem Fluss trug Vn1P138. Bautis, der einmal im Städtchen aufgetaucht war und die Leute mit seinen Erzählungen gegeneinander aufgebracht hatte, verschwand wieder ŽRII261.; 2. Antanukas, wie man ihn schon oft
1 Interessant ist, dass bei den Temporalakkusativen all dieser Substantive, die in der hier besprochenen Bedeutung verwendet werden, ein genitivischer Negationsausdruck unmöglich ist. Das lässt sich durch die sehr schwache Verbindung dieser Art von Temporalakkusativen mit den Verben des Satzes erklären.
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Page 2Agnieska lehrte, nahm Palmutė bei der Hand und stellte sich quer hin VnlP161., Nachdem [Kurmelis] sich noch einmal umgesehen und den Hund gestreichelt hatte, ging er von drinnen hinaus ŽRII10.
Einige litauische Sprachforscher bezeichnen die hier erwähnten Temporalakkusative von Substantiven als Adverbien. So bezeichnet J. Otrębski die mundartlichen Formen dzienų, naktį, vasarų, žiemų, pavasarį, rudenį, kartų, die den Formen der Literatursprache dieną, naktį, vasarą, žiemą, pavasarį, rudenį, kartą, entsprechen, als Temporaladverbien, die aus den Singularakkusativen von Substantiven mit temporaler Funktion hervorgegangen sind2.
Es ist jedoch zu betonen, dass man bei der Entscheidung, ob ein bestimmtes Wort oder eine Wendung im Litauischen adverbialisiert ist oder adverbialen Charakter hat, nicht allein von der semantischen oder syntaktischen Funktion ausgehen kann, denn als Temporalbestimmungen können im Satz beispielsweise auch verschiedene andere Formen flektierbarer Wörter mit oder ohne Präpositionen auftreten — verschiedene Kasus- und Präpositionalfügungen, die niemand als Adverbien zu betrachten gedenkt.
Der Prozess der Adverbialisierung sowohl von Kasus- als auch von Präpositionalfügungen ist von den litauischen Sprachforschern nahezu unbeachtet geblieben; daher ist es nicht verwunderlich, dass das Adverb in den Grammatiken des Litauischen zu den am wenigsten erhellten Wortarten gehört. In der grammatischen Literatur zum Litauischen beschränkt man sich bei der Behandlung des Adverbs gewöhnlich auf Pronominaladverbien und auf Ableitungen anderer flektierbarer Wortarten, die über spezifische Formantien verfügen, welche sie deutlich von den flektierbaren Wortarten unterscheiden, aus denen sie hervorgegangen sind. In der Sprache selbst gibt es jedoch neben diesen Adverbien reichlich solche, die keine spezifischen Adverbialformantien aufweisen und zugleich keine verstümmelten Wörter sind: Ihre äußere Gestalt stimmt völlig mit den entsprechenden Formen flektierbarer Wortarten überein, doch ist bei ihnen der Kasuscharakter, die Kasusbedeutung verblasst; außerdem hat sich ihre lexikalische Bedeutung im Vergleich zu der ihres Grundworts (des Wortes, aus dem sie hervorgegangen sind) verändert oder verselbstständigt, und ihre Beziehungen zu den übrigen Satzwörtern sind andere als bei den flektierbaren Wortarten.
Das Verblassen der Kasusbedeutung ist bisweilen so wenig ausgeprägt, dass man bei der Untersuchung der Beziehungen solcher Wörter zu den Adverbien tatsächlich auf erhebliche Schwierigkeiten stößt.
Wie wird die Frage nach dem Prozess der Adverbialisierung flektierbarer Wortarten in der sowjetischen russischen linguistischen Literatur behandelt?
A. B. Šapiro zufolge haben sich in ihren Arbeiten viele Autoren mit dem Prozess der Adverbialisierung russischer Kasusformen (mit und ohne Präpositionen) befasst; am deutlichsten sei dieser Prozess jedoch bei A. M. Peškovskij dargestellt3. Daher ist es angebracht, hier auch die Gedanken A. M. Peškovskijs darzulegen.
Bei der Untersuchung verschiedener Übergangsfälle zwischen Wortarten betont A. M. Peškovskij, dass die meisten gerade im Bereich der Adverbien anzutreffen sind, denn alle russischen Adverbien mit Ausnahme der sogenannten „prototypischen“ (wie здесь, там, тут, тогда, всегда, und einiger anderer) sind vergleichsweise erst vor kurzer Zeit aus Adjektiven und Substantiven entstanden.
2 Jan Ot rębski, Wschodniolitewskie narzecze twereckie, część I, gramatyka, 419, Kraków, 1934.
3 Проф. А. Б. Шапиро, Об образовании наречий в современном русском языке. — „Русский язык в школе“, № I, 31, 1947.
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Page 3Den Prozess der Adverbialisierung von Adjektiven und Substantiven sieht A. M. Peškovskij in der „Isolierung“ eines bestimmten Kasus aus dem allgemeinen Flexionssystem. Diese „Isolierung“, sagt A. M. Peškovskij4, habe sich außerordentlich langsam vollzogen. Er führt5 mindestens sieben Faktoren an, die diese „Isolierung“ bewirkten, nämlich: 1. „dass die übrigen Kasus allmählich außer Gebrauch kamen und ausstarben“; 2. „dass sie mit einer anderen Gesamtwortbedeutung gebraucht wurden als derjenigen, mit der der entsprechende Kasus verwendet wird“; 3. „dass der betreffende Kasus selbst mit einer anderen Kasusbedeutung oder einer anderen Gesamtwortbedeutung gebraucht wurde als die übrigen Kasus“; 4. „dass er gegenüber den anderen Kasus einen lautlichen Unterschied annahm, abgesehen von den Unterschieden, die er bereits als eigener Kasus aufwies“; 5. „dass alle übrigen Kasus diesen Unterschied annahmen“; 6. „dass die Präposition mit dem Kasus zu einem Begriff verschmolz und ihn aus dem System herauslöste“; 7. „die Verbindung aller oder einiger dieser Faktoren (was am häufigsten vorkam)“.
A. B. Šapiro6 weist zutreffend darauf hin, dass alle von A. M. Peškovskij angeführten Faktoren in Wirklichkeit lediglich mögliche Folgen der Adverbialisierung von Substantiven und Adjektiven sind, nicht aber deren Ursachen. Denn ausschlaggebend für den Übergang verschiedener Formen zu Adverbien ist ihr Gebrauch als Adverbialbestimmungen, ihre adverbiale Funktion in der Wortverbindung. Diese adverbiale Funktion überlagert die objektbezogene Bedeutung des Wortes; daraus ergibt sich alles Weitere, was den betreffenden Kasus isoliert und seine Bedeutung abschwächt, bis diese mit der Zeit völlig verschwindet und die einstige Kasusform vollständig zum Adverb übergeht.
Diese Bemerkungen A. B. Šapiros treffen auch auf den Prozess der Adverbialisierung flektierbarer Wortformen im Litauischen zu. Auch hier verläuft der Übergang vom Substantiv zum Adverb über die adverbiale Funktion des Wortes, die Abschwächung seiner objektbezogenen und formalen Bedeutung, die Isolierung des Kasus und schließlich das vollständige Verschwinden seiner Bedeutung.
Wenn wir gemeinsam mit A. B. Šapiro die oben erwähnten, von A. M. Peškovskij angeführten Faktoren als mögliche Folgen der Adverbialisierung von Substantiven und Adjektiven anerkennen, ist es interessant zu untersuchen, ob der litauische temporale Akkusativ, der, wie wir gesehen haben, mitunter als Adverb betrachtet wird, mit mindestens einer dieser Folgen in Zusammenhang steht oder nicht. Die Beobachtung liefert hier keine uneingeschränkt bejahende Antwort.
Zunächst ist hervorzuheben, dass bei allen Substantiven (alten wie neu gebildeten), die im temporalen Akkusativ stehen, auch sämtliche übrigen Kasus gebraucht werden. Wenn manche Kasusformen nicht häufig verwendet werden oder ihr Gebrauch mitunter schwieriger möglich ist, bedeutet das noch nicht, dass sie nicht potenziell existieren.
Außerdem werden im Flexionssystem alle Kasus dieser Wörter fast mit derselben „Gesamtwortbedeutung“ gebraucht. Wenn wir zum Beispiel das Wort dieną „die Zeit vom Morgen bis zum Abend“ nehmen, sehen wir, dass in allen verwendeten Kasus dieselbe Wortbedeutung erhalten bleibt:
Sprich schnell, der Tag ist kurz B. Dienós ist schon lang Krns. Von hier aus ist es für einen Tagesmarsch bis zum Berg Pč. Einen bösen Tag muss man mit Unkraut vertreiben Sch77.
4 А. М. Пешковский, Русский синтаксис в научном освещении, изд. 4-ое, 129, М., 1934.
5 Ebenda.
6 Проф. А. Б. Шапиро, Об образовании наречий в современном русском языке. – „Русский язык в школе“, №1, 31—32, 1947.
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Page 4Der Kranke erholte sich am Tage wieder Šlap. Im Laufe eines Tages werden sie alle drei Schulen durchfahren Grš. An einem solchen Tag kann man nirgends hingehen Rm. Richte ihm von mir viele herzliche Grüße aus KII318. Ein solches Kleidungsstück ist nur für warme Tage Šlap. An jenem Tag war es warm Er. An diesen wenigen Tagen machten sie die schönsten Fortschritte beim Erlernen ihres Alphabets rš. Bei solch trübem Wetter ist auch die Arbeit nicht gerade angenehm Rdm7.
Die Beispiele zeigen ebenfalls, dass der Akkusativ seine Kasusbedeutung bewahrt hat. In jedem Fall nehmen wir ihn hier als Objektakkusativ, dort als temporalen Akkusativ und andernorts als Akkusativ des Verhaltens wahr.
Schließlich unterscheidet sich der temporale Akkusativ hier auch phonetisch (durch seine Betonungsstelle oder seinen Akzent) in nichts von den übrigen Akkusativformen dieses Wortes.
Wenn wir in ähnlicher Weise auch die übrigen Wörter untersuchten, die im temporalen Akkusativ gebraucht werden, würden wir ebenfalls sehen, dass ihre temporalen Akkusativformen nicht mit den oben erwähnten Folgen der Adverbialisierung von Substantiven und Adjektiven zusammenhängen. Somit können weder die Isolierung des temporalen Akkusativs aus dem allgemeinen Flexionssystem noch seine Adverbialisierung einen bedeutenden Grad erreicht haben.
Doch selbst wenn all dies berücksichtigt wird, darf keineswegs vergessen werden, dass die temporalen Akkusative einiger Substantive, die ohne Attribute gebraucht werden, sich in ihrer Bedeutung dennoch in gewisser Hinsicht von den übrigen Kasusformen desselben Wortes und ebenso von den mit Attributen gebrauchten temporalen Akkusativen unterscheiden.
Betrachten wir solche ohne Attribute gebrauchten temporalen Akkusative, mit denen bestimmte Zeitspannen des Tages, der Tageszeit oder Jahreszeiten bezeichnet werden (dieną, naktį, rytą, vakarą, pavasarį, vasarą, rudenį, žiemą). Wenn diese temporalen Akkusative ohne Attribute gebraucht werden, wird niemand an ihrer etwas allgemeineren Bedeutung zweifeln, man könnte sogar sagen: an ihrer gewissen Abstraktheit. Zum Beispiel bedeutet in den Sätzen: Ateik dieną, o ne vakare und Ateik kitą dieną im ersten Fall dieną allgemein „tagsüber“ und nicht einen bestimmten Zeitpunkt des Tages; im zweiten Fall hebt die Wendung kitą dieną bereits einen bestimmten Termin hervor und nicht allgemein die Tageszeit. Eben damit erklärt sich die Tendenz einiger Sprachwissenschaftler (z. B. J. Otrębski), solche temporalen Akkusative mit verallgemeinerter Bedeutung als Adverbien anzusehen, zumal zu dieser Bedeutungsverallgemeinerung hier auch der Umstand beiträgt, dass die genannten Akkusative ausschließlich als Satzadverbialien gebraucht werden. Der Gebrauch aber ist, wie oben bereits festgestellt, in erster Linie für die Adverbialisierung der Kasusformen ausschlaggebend.
Ein gewisser Grad an Bedeutungsverallgemeinerung und die ausschließlich adverbiale Funktion rücken diese ohne Attribute gebrauchten temporalen Akkusative somit in erheblichem Maße an die Adverbien heran und lassen sie gleichsam in einer Zwischenstufe zwischen den Substantivkasus und den Adverbien verbleiben.
Bei der Untersuchung des Prozesses der Adverbialisierung von Substantiv-Kasusformen führen Sprachwissenschaftler häufig noch ein weiteres Entscheidungskriterium an, insbesondere in Fällen, in denen zweifelhaft ist, ob ein Substantivkasus bereits endgültig zum Adverb übergegangen ist: nämlich die Möglichkeit oder Unmöglichkeit, diesen Kasus mit adjektivischen Attributen zu versehen. Ist der syntaktische Gebrauch eines Substantivs oder einer einzelnen Kasusform eingeschränkt, verringert sich die Zahl der mit ihm kongruierenden Attribute8. „Der völlige Verlust der Möglichkeit, durch ein Adjektiv näher bestimmt zu werden, bedeutet, dass das Substantiv-
7 Žr. J. Balčikonis (red.), Lietuvių kalbos žodynas, 2, 343, 1947.
8 В. В. Виноградов, Русский язык, 380, М. — Л., 1947.
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Page 5den Übergang einer Form zum Adverb. Eine deutliche Abnahme dieser Möglichkeit ist ein Symptom des Übergangszustands“49.
Betrachten wir nun die Formen des temporalen Akkusativs im Litauischen und untersuchen wir, wie, wann und in welchem Maße sie durch adjektivische und andere Attribute näher bestimmt werden können.
1. Temporaler Akkusativ mit kongruierenden Attributen: a. adjektivischen: am Vorabend des Allerseelentags, in der letzten Nacht, im Spätherbst, in der allerfinstersten Nacht; b. pronominalen: in jenem Augenblick, mitten im Hochsommer, diesmal, am selben Tag, an jenem Tag, am nächsten Tag, eines Tages, an jenem Morgen, eines Morgens, in diesem Herbst, in jenem Herbst, im selben Herbst, in jener Nacht, einer Nacht, an jenem Abend, am selben Abend, mitten in der Erntezeit, im nächsten Jahr, in dieser Stunde, in diesem Winter, im nächsten Frühjahr, an einem Nachmittag; c. pronominalen und adjektivischen: in einer so feierlichen Stunde, an einem so schönen Tag, in jenem glücklichen Augenblick, an jenem selben verregneten Morgen; d. partizipialen: am kommenden Tag, im vergangenen Herbst, im Sommer davor, in der vergangenen Nacht.
2. Temporaler Akkusativ mit kongruierenden und nichtkongruierenden Attributen: in jener Herbstnacht, in jenem Wahlfrühling, an einem Frühlingstag, an einem solchen Feiertag nach der Weihnachtszeit, an einem heißen Sommernachmittag.
3. Temporaler Akkusativ mit nichtkongruierenden Attributen: am Tag der Aufführung, im Monat der Ernte, im Wahlfrühling.
Die bereits angeführten Beispiele zeigen deutlich, dass Wörter, die im temporalen Akkusativ stehen, im Litauischen weitgehend sowohl durch kongruierende Attribute (adjektivische, pronominale, numerale und partizipiale) als auch durch kongruierende zusammen mit nichtkongruierenden Attributen sowie ausschließlich durch nichtkongruierende Attribute näher bestimmt werden können. Es versteht sich von selbst, dass in den Fällen, in denen ein beliebiges Attribut vorliegt, von einer Adverbialisierung des temporalen Akkusativs keine Rede sein kann, denn schon das Attribut selbst hebt die Kasusbedeutung des temporalen Akkusativs hervor; solange die Kasusbedeutung deutlich erhalten bleibt, ist das Wort noch nicht zum Adverb übergegangen.
Die Kasusbedeutung des temporalen Akkusativs wird in den angeführten Beispielen sowohl durch kongruierende Attribute verstärkt, die ebenfalls im selben Kasus stehen, als auch durch nichtkongruierende Attribute, die mit der Form des temporalen Akkusativs durch Rektion verbunden sind. Sowohl im ersten als auch im zweiten Fall haben wir es hier noch mit eindeutigen Substantiven zu tun. Selbst in einer Verbindung wie in der allerfinstersten Nacht bleibt die Kasusbedeutung erhalten, denn sie wird hier durch ein eigentümliches, individuell gebildetes Adjektiv verstärkt, das mit einem Substantiv derselben Wurzel kongruiert.
Einige Substantive, die Zeitbegriffe bezeichnen, z. B.: Augenblick, Stündchen, Stunde, Woche, Monat, Jahr usw., können überhaupt nicht ohne Attribut im temporalen (nicht etwa im Anlass-) Akkusativ stehen. In der Literatursprache werden auch Substantive wie Spätnachmittag, Abend, Arbeitszeit, Nachmittag und Ähnliches zumeist nur mit Attribut im temporalen Akkusativ gebraucht. Auch dies belegt den Substantivcharakter der Formen des temporalen Akkusativs und den Erhalt ihrer Kasusbedeutung in den Fällen, in denen der temporale Akkusativ Attribute aufweist.
Wenn es überhaupt etwas Gemeinsames zwischen temporalen Akkusativformen mit Attributen einerseits und Adverbien andererseits gibt, dann ist es lediglich ihre temporale Bedeutung, die ansonsten besonders für Temporaladverbien kennzeichnend ist, sowie ihre syntaktische Funktion: Sowohl der temporale Akkusativ eines Substantivs als auch ein Temporaladverb werden im Satz zur Angabe einer Zeitbestimmung verwendet.
Б. Б. Виноградов, Русский язык, 308–381, М. – Л., 1947.
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Page 6Damit endet auch die Gemeinsamkeit zwischen den mit Attributen gebrauchten temporalen Akkusativen und Adverbien. Die Natur der einen und der anderen, ihre syntaktischen Beziehungen zu anderen Satzgliedern und bisweilen auch ihre formalen Merkmale sind nach wie vor unterschiedlicher Art.
Eine bestimmte, bereits früher erwähnte Gruppe von Substantiven, mit denen üblicherweise Zeitabschnitte des Tages, der Woche und des Jahres bezeichnet werden (dieną, naktį, rytas, žiema, vasara, pavasaris, ruduo, pirmadienis, antradienis, trečiadienis...), steht im temporalen Akkusativ sowohl mit Attributen als auch ohne jegliche Attribute. Eine gewisse Ausnahme bildet hier vielleicht der temporale Akkusativ des Substantivs vakaras, den wir ohne Attribut zumindest in der Literatursprache kaum zu verwenden geneigt sind, wahrscheinlich weil daneben der lokale Temporalessiv vakare zur Verfügung steht, der gerade überwiegend ohne Attribut gebraucht wird und nahezu vollständig zum Adverb geworden ist. Temporale Akkusative mit und ohne Attribute werden auch bei Substantiven wie kartas, sykis. gebraucht.
Die temporalen Akkusative all dieser Wörter, wenn sie keine Attribute haben, nähern sich den Adverbien stärker als in jedem anderen Verwendungsfall dieses Kasus. Die temporalen Akkusative der genannten Substantive, die ohne Attribute gebraucht werden, haben eine etwas andere – allgemeinere, abstraktere – lexikalische Bedeutung als in den Fällen, in denen sie mit Attributen stehen.
Manchmal verstärken solche vorangestellten Temporaladverbien wie anksti, vėlai, vakar, rytoj bei einigen dieser temporalen Akkusative die Kasusbedeutung nicht im Geringsten, sondern verdrängen sie im Gegenteil noch weiter in den Hintergrund, als bildeten sie zusammen mit den Akkusativen erstarrte adverbiale Wortverbindungen, z. B.: anksti rytą, rytoj naktį, vėlai rudenį, rytoj rytą; vgl. auch die dialektale Wendung vidury naktį.
Zugleich ist festzuhalten, dass auch solche Verbindungen temporaler Akkusative wie dieną naktį, dieną naktele, dieną ir naktį, rytą vakarą, žiemą vasarą, die gewöhnlich ohne jegliche Attribute gebraucht werden, meist eine äußerst verallgemeinerte Bedeutung haben und den Adverbien sehr nahekommen, wobei sie nahezu vollständig zu adverbialen Wortverbindungen werden.
Auch die Annäherung der ohne Attribute gebrauchten temporalen Akkusative an die Adverbien ist nicht bei allen gleich stark ausgeprägt. Sie hängt von der lexikalischen Bedeutung einzelner Wörter oder Wortgruppen ab. So kommen temporale Akkusative wie kartą, sykį, dieną, naktį, rytą, vakarą, pavasarį, vasarą, rudenį, žiemą den Adverbien näher als pirmadienį, antradienį, trečiadienį... Besonders schwer sind die temporalen Akkusative der Wörter kartas, sykis von Adverbien abzugrenzen, da ihre Bedeutung stark verallgemeinert ist; außerdem hat bei diesen Wörtern nur der temporale Akkusativ eine stärkere temporale Bedeutung, und gerade aufgrund dieser Bedeutungsbesonderheiten beginnen sie, sich etwas aus dem Deklinationssystem zu lösen. Dass sie Attribute haben können, hindert uns jedoch daran, auch diese den Adverbien am nächsten stehenden Wörter vollständig aus der Kategorie der Substantive auszugliedern.
J. Jablonskis hat die mit und ohne Attribute gebrauchten temporalen Akkusative in keiner seiner Arbeiten den Adverbien zugeordnet, obwohl er die Kategorie des Adverbs ansonsten sehr weit fasst und ihr in bestimmten Fällen sogar den Infinitiv zurechnet, während er das Supinum und das Gerundium ausnahmslos als Adverbien betrachtet. Auch J. Endzelīnas zählt diese Akkusative nicht zu den Adverbien; in seinen Werken führt er zur Veranschaulichung von Adverbien litauischen und lettischen Akkusativursprungs lediglich solche Adverbien an wie šiandien (la. šūodien), šiąnakt (la. šūonakt), šįmet (la. šūogad), vienasỹk (la. viēnreiz), ferner lett. drusku, drusciņ, šūorit,
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Page 7šiovakar, šūonedėl, šiuosasar, rīt(u), wobei er zugleich die lettgallischen Formen vosor und žiem erwähnt, die entweder akkusativischen oder instrumentalen Ursprungs seien¹⁰.
Neben dem temporalen Akkusativ erfüllen im Satz auch die Akkusative einiger Wörter, die Dauer, Häufigkeit sowie Verweildauer bezeichnen, die Funktion einer Zeitangabe zu einer Handlung oder einem Zustand.
Mit dem ersten Typ beantworten wir die Fragen: wie lange? wie lange Zeit? (Den ganzen Tag und auch am folgenden Tag war es in der Familie Tarutis warm und schön CvRVIII1118. Eine Weile lang war zu sehen, wie auf dem Hügel eine kleine Menschengruppe auftauchte ib225).
J. Jablonskis grenzt den Häufigkeitsakkusativ nicht gesondert ab und verwendet diesen Terminus überhaupt nicht; Beispiele für den Gebrauch dieses Akkusativs gibt er jedoch, wenn er vom „Akkusativ der Dauer, Entfernung und Bewegung“ spricht¹¹. Mit dem Häufigkeitsakkusativ beantworten wir die Frage: wie oft? (vgl. Jeden Morgen, noch vor der Morgendämmerung, trotteten nun die Ker-džiai Kerpelė über die Straße Blt¹sPvas252).
Mit dem Akkusativ der Verweildauer (den J. Jablonskis gesondert behandelt, der aber tatsächlich dem „Akkusativ der Dauer, Entfernung und Bewegung“ nähersteht als der Häufigkeitsakkusativ) beantworten wir die Fragen: wie lange? wie lange Zeit? J. Jablonskis grenzt ihn ausschließlich aufgrund dessen ab, dass er „meist nach Verben der Bewegung oder Fortbewegung gebraucht wird, um anzugeben, dass jemand sich für eine gewisse Zeit entfernt, hinausgeht oder stehen bleibt, irgendwo verweilt, zu Besuch bleibt, sich ausruht...“¹² (z. B. Der Wächter wandte sich für einen Augenblick vom Fensterchen ab JbL76).
Von einer stärkeren Annäherung all dieser Akkusative an die Adverbien kann ebenfalls nur in den Fällen gesprochen werden, in denen sie keine Attribute haben. Doch auch hier hängt der Grad dieser Annäherung von der Beschaffenheit einzelner Wörter oder ihrer Verbindungen ab.
Ihrer temporalen Bedeutung und ihrer adverbialen Funktion im Satz nach kommen solche Akkusative oder Wortverbindungen mit anderen Wörtern den Adverbien stärker nahe wie trupūtį, trupūčiuką, galėlį, galiuką, mažumą, mažumėlę, akimirka, valandėlę, dieniukę, dienelę, kartą, sykį (ne kartą, ne sykį), kąs dieną, kąs rytą, kąs metą, kąs vakarą, kąs žiemą, kąs vasarą, visą dieną, kitą sykį usw.
Die Annäherung dieser Wörter und ihrer Verbindungen an Adverbien und adverbiale Wortverbindungen ist nicht geringer als die der zuvor behandelten temporalen Akkusative. Darauf weist der Umstand hin, dass einige von ihnen, z. B. trupūtį, trupūčiuką, mažumėlę, in der Sprache überhaupt kaum Attribute bei sich haben, während Verbindungen wie kąs dieną, kąs rytą... zur vollständigen Adverbialisierung tendieren (kasdieną, kasdien, kasdie...). Dennoch lassen sich weder die genannten Akkusative noch ihre Verbindungen mit anderen nicht vollständig erstarrten Wörtern (dieną, kitą sykį) als vollständig adverbialisiert betrachten, denn sie haben sich nicht völlig aus dem Deklinationssystem gelöst; neben ihnen werden weiterhin auch andere Kasus gebraucht. Zudem haben diese Akkusative oder ihre Verbindungen die Möglichkeit, Attribute bei sich zu haben, nicht vollständig eingebüßt (selbst die Verbindung kąs + galininkas kann Attribute haben, z. B.: kąs mielą dienelę, kąs žiemą dienelę).
Zusammen mit den Akkusativen, die eine Zeitdauer angeben, sind auch solche Akkusative zu behandeln, mit denen wir die Menge eines Gegenstands, einer Eigenschaft oder einer Handlung ausdrücken. Bei diesen Akkusativen stehen häufig dieselben Formen, mit denen auch Zeitdauer bezeichnet wird, z. B.: kruopelę, kruopelytę, kruopelytę, gėlą, galėlį, galiūtį, galiuką, trupūtį, tru-
10 Siehe J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, 600, Rīgā, 1951, sowie auch sein Baltu valodu skaņas un formas, 228, Rīgā, 1948.
11 Siehe Rygiškių Jonas, Linksniai ir prielinksniai, 74, Kaunas, 1928.
12 Siehe ebenda, 75–76.
6. Kalbotyros klausimai II.
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Page 8putėli, trupučūka, truputytį, šmotą (<polnisch szmat) usw.; vgl. auch die in der Literatursprache nicht verwendeten und für sie unnötigen Formen biški, biški, biškėlį, biškutį, biskiučiuką (<deutsch bischen).
Diese Akkusative nähern sich, wenn sie im Satz die Funktion einer quantitativen modalen Adverbialbestimmung übernehmen, ebenfalls deutlich den Adverbien an, werden jedoch nicht vollständig adverbial, ebenso wie die als Temporalbestimmungen fungierenden Akkusative, die keine Attribute haben.
So sehen wir, dass die zur Bezeichnung von Satzadverbialien verwendeten Substantiv-Akkusative, obwohl sie sich den Adverbien beträchtlich annähern, insbesondere dann, wenn sie keine Attribute haben, in der heutigen litauischen Sprache dennoch keinen auch nur einigermaßen deutlich ausgeprägten Typ einfacher (nicht zusammengesetzter) akkusativischer Adverbien bilden können. Über solche Akkusative ließe sich höchstens sagen, dass sie sich zweifellos in einem Zwischenstadium zwischen Substantiv und Adverb befinden.
Insgesamt ist hervorzuheben, dass der Substantiv-Akkusativ (sowohl im Singular als auch im Plural) zu denjenigen Kasus gehört, die selbst dann, wenn sie als Adverbialbestimmungen fungieren, in ihrer vollen Form (mit erhaltener Endung) kaum adverbial werden; Ausnahmen bilden Fälle der Kürzung und insbesondere der Verschmelzung mit anderen Wortarten oder anderen Wörtern (kart¹³<kartą, vakar<vakarą¹⁴, šiandien, šiandieną<šian dienan, šįnakt<šią naktį, vienąkart<vieną kartą, šįmet<šį metų, anąsyk<aną sykį, visadien<viesą dieną...). Übrigens leiten A. Leskynas¹⁵, J. Endzelynas¹⁶ und andere Sprachwissenschaftler sogar vakar vom Singular-Lokativ ab. K. Būga hat jedoch hierzu angemerkt: „Dass das Adverb vakar... vom Lokativ vakarė stammen soll, wird Leskynas in Litauen wohl kaum jemand glauben. Allen ist klar, dass vakar ein verkürzter Akkusativ vakarą ist. Aus vakarė hätten wir vakar“¹⁷.
Es ist anzumerken, dass es in der litauischen Sprache nur äußerst wenige adverbialisierte Substantiv-Akkusative mit verkürzter Endung gibt, die nicht mit anderen Wortarten oder anderen Wörtern verschmolzen sind: nur sehr wenige (vgl. kart, vakar, sofern dieses letztere Adverb tatsächlich vom Akkusativ stammt).
In der Sprache sind zusammengesetzte akkusativische Adverbien wesentlich häufiger, mit einem ersten pronominalen, adjektivischen, numerischen, gelegentlich substantivischen oder adverbialen Bestandteil und einem zweiten substantivischen Bestandteil (meist einem Substantiv-Akkusativ mit verkürzter, gelegentlich auch mit erhaltener Endung). Verweilen wir daher im Folgenden kurz bei den Bildungstendenzen dieser Adverbien und ordnen wir sie zumindest einigen Gruppen zu.
1. Pronominales + substantivisches Element
Derartige Bildungen, bei denen das erste Element ein Pronomen und das zweite ein verkürzter, deformierter oder (gelegentlich) in seiner Endung erhaltener substantivischer Akkusativ ist, nehmen unter den zusammengesetzten adverbialen Akkusativformen den bedeutendsten Platz ein.
13 Vgl.: Wird er jemals Verstand bekommen? usw.
14 Hier darf nicht unerwähnt bleiben, dass vakar ebenso gut und mit gleicher Sicherheit auch vom Genitiv vakaro abgeleitet werden könnte.
15 A. Leskien. Litauisches Lesebuch mit Grammatik und Wörterbuch, 177, Heidelberg, 1919.
16 J. Endzelīns. Baltu valodu skaņas un formas, 228, Rīgā, 1948.
17 K. Būga. Kalba ir senovė, 1, 160, Kaunas, 1922.
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Page 9a. Pronomen kàs und substantivischer Akkusativ¹⁸: kasdiẽną, kasdiẽn, kasdiẽ, kasnãkt, kasvãkar, kasšiẽm.
b. Pronomen tà, sein Akkusativ und der verkürzte oder deformierte substantivische Akkusativ: tandẽn, tandẽj, tañdėj, tandẽi, tądien, tądien, tądien, tąkart, tąnakt, tąnedėl hybr. „in jener Woche; an jenem Sonntag“, tąžiem.
c. Pronomen anàs, anà mit vollständigem oder verkürztem bzw. deformiertem Akkusativ und substantivischem Element: anañčės hybr. „damals“, anañdien, anańdė, anańdė, anãdien, anãdie, anãdėj, anańdėj, anańdienai, anańdai, anańdai, anańdies, anańdienais, anąkart, anąmẽt, anąmẽt, anąryt, anąšįk, anąvakar.
d. Pronomen šìs, Akkusativ šì und substantivisches Element: ši̇̀kart, ši̇̀met, ši̇̀ryt, ši̇̀syk, šįvakar¹⁹, šiandieną, šiandien, šiande, ši̇̀ndei, šiandei (= šiandei?), šianđėj, šiañdie, šiandiej, ši̇̀nakt, šiąnakt, šiąnedėl hybr. „in dieser Woche; an diesem Sonntag“, šiąvakar, ši̇̀žiem.
Manchmal kommen hier in den Dialekten auch ungewöhnlichere Fälle von Wortverschmelzung vor, vgl. das Žemaitische šianpadiẽną.
e. Akkusativ des Pronomens šiokià und verkürzter oder deformierter Akkusativ des Substantivs dienà: šiokiandėj (šiokiandėi?), šiokiādien.
f. Verkürzter Akkusativ des Pronomens kurì und des Substantivs dienà: kuriādien.
g. Akkusativ der Pronomen kìtas, kìta und substantivisches Element: kitandien, ki-tandie, kitądien, kitādie, kitañdei, kitañdie (vgl. auch die noch nicht verschmolzene Wortgruppe kitą dieną, in der die Akzente beider Wörter noch erhalten sind), kitąkart, „ein anderes Mal; einst, in alter Zeit“, kitąmet, kitąmėt, kitąnedėl hybr. „in der nächsten Woche; am nächsten Sonntag“, kitąsyk, „nicht jetzt, sondern beim nächsten Mal; einst; vor Zeiten; manchmal; früher“.
Manchmal fällt hier die Endung des ersten Elements ab: kitsyk.
h. Akkusativ der Pronomen kiekvienas, kelintas, visas und verkürztes substantivisches Element: kiekvienąkart, kelintąsyk, visąčės hybr. visądien.
2. Adjektiv + Substantiv als Bestandteil
An erster Stelle steht hier der Akkusativ des Adjektivs (meist mit erhaltener Endung), an zweiter ein verkürztes Substantiv: amžinądien „auf keinen Fall, um keinen Preis, niemals; keineswegs“, amžindė „ebd.“, amžindẽn „ebd.“²⁰, prāstandei „an einem gewöhnlichen Werktag“, šventądien.
3. Numerale + Substantiv als Bestandteil
a. Kardinalzahlwort und verkürztes Substantiv: vienadien, vienaṅkart, viena-syk, šešìskart, šešìssyk, šimtąkart.
18Bemerkenswert ist, dass das zweite Glied dieser verkürzten Adverbien in einzelnen Fällen auch vom Nominativ abgeleitet sein könnte.
19 Zu diesen Bildungen ist auch die im Duseter Dialekt vorkommende Form šiapavasar. zu zählen. Hier wurde bei verblasster Genusbedeutung anstelle eines Pronomens im Maskulinum vermutlich nach dem Muster jener Adverbien, deren erstes Glied feminin ist, der feminine Akkusativ verwendet.
20 Manchmal, besonders wenn die Endung des ersten Glieds hier verkürzt ist, lässt sich nicht bestimmen, ob ein Adverb im Akkusativ, im Nominativ oder schließlich im Instrumental vorliegt; vgl. die phraseologische Verbindung amžina diena „auf keinen Fall, wie lebendig, sehr, außerordentlich“ im Satz Amžina diena nenorėjo slv.
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Page 10b. Ordinalzahlwort und verkürztes Substantiv: pirmąkart, pirmąsyk, antrąkart, antrądie, antrądien, antrandien, antrandien, antrąryt, antrąsyk, trečiąroz Hybridbildung, aštuntądien 21.
4. Substantiv oder Adverb + Substantiv
In selteneren Fällen steht an erster Stelle der Akkusativ eines Substantivs oder ein Adverb, an zweiter Stelle der Akkusativ eines Substantivs (mit erhaltenen oder abgeschliffenen Endungen): põrąkart, põrąkart, rytorytą „am Morgen“, vãkarryt „gestern Morgen“, vãkarnakt „gestern Nacht“.
Der hier gegebene kurze Überblick über zusammengesetzte, abgeschliffene Adverbien zeigt, dass einige ihrer Typen (z. B. Pronomen + Substantiv) äußerst häufig sind. Gemeinsames Merkmal aller hier angeführten Zusammensetzungen ist, dass bei den meisten das zweite Glied abgeschliffen ist. Während die ersten Glieder hier recht vielfältig sind, ist die Zahl der zweiten Glieder besonders begrenzt. Als zweite Glieder treten meist abgeschliffene Akkusativformen der Substantive dieną, naktis, rytas, vakaras, vasara, pavasaris, kartas, šykis auf. Wie man sieht, sind dies stets dieselben Akkusativformen, die sich auch sonst, wenn sie nicht mit anderen Wörtern verschmolzen sind und als Zeitangaben fungieren, den Adverbien am stärksten annähern, ohne jedoch ganz zu solchen werden zu können.
Unser untersuchtes Material zeigt also deutlich, dass der Akkusativ Singular eines Substantivs, der sich aufgrund seiner starken objektischen Bedeutung nicht vollständig adverbialisieren kann (selbst in Fällen, in denen er adverbial gebraucht wird und keine Attribute hat), dennoch ins Adverb übergeht, allerdings auf anderen Wegen und in anderer Gestalt (indem er mit Akkusativformen anderer Wortarten oder mit anderen Wörtern verschmilzt und dabei meist seine Endung verliert und deformiert wird).
Bei der Betrachtung dieses Materials tritt noch ein weiteres äußerst interessantes Phänomen zutage. Wir haben bereits gesehen, dass Zeitakkusative mit Attributen, also solche, die Wortgruppen bilden, noch weniger und schwächer zur Adverbialisierung neigen als solche ohne Attribute, denn das Attribut verstärkt und betont die Kasusbedeutung allzu sehr. Wie leicht zu erkennen ist, sind die hier untersuchten zusammengesetzten adverbialen Akkusativformen jedoch tatsächlich nichts anderes als verschmolzene ehemalige Attribute und ihre Bezugswörter. Somit können auch Akkusative mit Attributen, die adverbial gebraucht werden, unter bestimmten Bedingungen gemeinsam mit ihren Attributen adverbialisiert werden. Ausschlaggebend dafür ist in erster Linie ihre adverbiale Funktion.
Solche Wortgruppen aus adverbial gebrauchten Akkusativformen eines Substantivs und den sie näher bestimmenden Pronomen, Numeralien und Adjektiven werden im Prozess der Adverbialisierung lexikalisiert, indem sie zu einem zusammengesetzten Wort verschmelzen, dessen zweites Glied meist deformiert wird (seine Endung wird abgeschliffen oder anderweitig verändert). Diese Deformation oder Veränderung der Endungen tritt wahrscheinlich aus phonetischen Gründen auf, aufgrund der Betonung oder der leichteren Aussprache. Der wichtigste Grund für die Veränderung und Deformation der Endungen ist hier jedoch der Adverbialisierungsprozess selbst: Die Endung eines adverbialisierten Kasus verliert ihre Funktion als Kennzeichen der Kasusbedeutung und ist daher phonetischen Veränderungen und Deformationen leicht zugänglich.
21 Interessanterweise werden in manchen Dialekten offenbar auch aus Genitivformen zusammengesetzte, abgeschliffene Adverbien dieser Art gebildet, vgl. vienokart, pirmokart, (Vienokart skrenda pulkas krunkų [varnų] Bien. Pirmokart nuvė vyresnysai sūnus vartuit [saugoti] ib.). Vienokart, pirmokart sind hier vermutlich aus den Wortgruppen vieno karto, pirmo karto. hervorgegangen.
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Page 11Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, dass die hier untersuchten Adverbien zugleich Zeugen einer grauen Vorzeit sind. Die gelegentlich erhaltene alte Akkusativendung ihres ersten Glieds (vgl. kitandie<kitan dienan) zeigt, dass Adverbien dieses Typs im Litauischen schon seit sehr langer Zeit gebildet werden, als die alten Akkusativendungen mit dem Laut n noch intakt waren.
Zu den zusammengesetzten, abgeschliffenen Akkusativadverbien gehören auch Bildungen, deren erstes Glied die Präposition per ist und deren zweites Glied ein abgeschliffener Substantivakkusativ ist, z. B.: percien hybr. (<per cienia) „zu viel“, perdien pergavėn, hybr. „während der Fastenzeit“, pernakt, pernákį, pernedėl hybr. „eine Woche lang; am Sonntag“, perryt „den ganzen Morgen lang“, pervásar, peržiem, paržiem.
Auch hier, wie wir sehen, treten als zweite Glieder meist abgeschliffene Akkusativformen von Substantiven auf, die Tagesabschnitte, Tageszeiten, Wochenabschnitte oder Jahreszeiten bezeichnen. Da die Präposition per in manchen Dialekten – zum Beispiel in Kaniava (Varėna) – mit Nominativen dieser Substantive verwendet wird (per rudū, per žiemą, per vāsarą usw.), wäre in einzelnen Fällen auch ein nominativischer Ursprung der genannten Adverbien denkbar.
Erwähnt werden müssen auch Präpositionalgruppen, auf deren Grundlage sich in der Sprache eine vergleichsweise kleine Gruppe von Adverbien im Akkusativ Singular herausgebildet hat. Ihr erstes Glied ist eine Präposition, das zweite ein Substantiv im Akkusativ (in selteneren Fällen ein Adjektiv Neutrum im Nominativ/Akkusativ oder ein Adjektiv Maskulinum im Akkusativ), mitunter sogar ein Substantiv mit einem es näher bestimmenden Adjektiv oder ein Wort einer anderen Wortart, z. B.: į valią „ausreichend, völlig“²², per dalį „ein wenig, ein bisschen“, per plauką „nur ganz knapp“, per šalį „von der Seite“, per velnią „sehr, außerordentlich“, per ilgą „im Laufe der Zeit, über lange Zeit“, per ilgą „ebenso“, per visą pilvą „sehr, völlig (mit dem Adjektiv kvailas)“, per vieną „zusammen, gemeinsam, auf einem Haufen“, per savę „ganz allein, aus eigener Kraft“, per visądien, per visąnakt, prõ ankštą, prõ auštrą, prõ dieną, prõ naktį, prõ tamsą, prõ pirštus „sehr früh, kaum dass es dämmert oder noch früher“, „unmittelbar vor Tagesanbruch“, „bei Einbruch der Dunkelheit, in der Dämmerung“, „oberflächlich, hinsehend und nicht reagierend (mit dem Verb žiūrėti)“, nė prõ šalį „nicht schlecht“, už dyką „umsonst, kostenlos“.
Der Akkusativ mit erhaltener Endung kann, da er allein nicht vollständig adverbialisiert werden kann, mit Präpositionen oder anderen Kasus auch solche adverbialen Wortgruppen bilden wie dieną į dieną „täglich“, kamp̃s į kampelį „in jedem Winkel“, rýts į rytą „jeden Morgen“, tvõrą į tvõrą „ganz in der Nähe, in der Nachbarschaft“, niẽką gyvą „sehr wenig“, gyvą velnią „sehr viel“. Diese letztgenannten Wortgruppen sind jedoch mit Ausdrücken wie den folgenden zu vergleichen: Gyvas kelmas čia tų akmenų Krtn., Šiemet grybų gyvą balą Slm., Ožų laike gyvus kelmus Ggr.; die Wortgruppen gyvas kelmas, gyvą balą können flektiert und sogar nach Numerus verändert werden (vgl. gyvus kelmus); in einem solchen Fall sollte man sie nicht als adverbial ansehen.
Nachdem wir das Verhältnis des Akkusativs Singular zu den Adverbien und die Fälle seiner Adverbialisierung untersucht haben, gelangen wir zu folgenden Schlussfolgerungen:
22 Vgl. pluralische Wortgruppen, die als Modal- oder Mengenangaben fungieren: į valias „in ausreichender Menge“ (Anie visą ko turi valias Užv.), į pietas „zum Mittagessen, mittags“ (Šį pietas pašokusį G²².), per akis „vor aller Augen, sichtbar“ (Per akis meluoja Ds.), „ausreichend, viel“ (Per akis bus [užteks] Alk.).
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Page 121. Der Akkusativ Singular ist aufgrund seiner starken objektischen Bedeutung selbst dann, wenn er die Funktion einer Satzadverbialbestimmung erfüllt, nicht geneigt, vollständig zu einem Adverb zu werden.
2. Wenn wir auch eine etwas engere Verbindung des Akkusativs mit Adverbien erkennen können, dann nur bei solchen Substantiven, die Tages-, Tageszeit-, Wochenzeitabschnitte oder Jahreszeiten bezeichnen (dieną, naktį, vakarą, rytą, vasarą, žiemą, rudenį, pavasaris...) oder eine sehr allgemeine, unbestimmte Zeit (kartas, sykį...).
3. Doch auch die Akkusative dieser letztgenannten Substantive entfernen sich wieder von den Adverbien, wenn sie ein Attribut haben, denn Attribute verstärken ihre Bedeutung als Kasusformen.
4. Die Akkusative dieser Substantive können nur als Bestandteile von Zusammensetzungen in die Kategorie der Adverbien gelangen.
5. Wenn die Akkusative der genannten Substantive mit ihren Attributen — Akkusativen anderer Wortarten (vor allem Pronomen) — verschmelzen, verformen sie sich meist: sie werden gekürzt und verändern sich phonetisch. Diese Verformung wird durch den Prozess der Adverbialisierung verursacht, bei dem die Endung aufhört, ein Kasuszeichen zu sein.
6. Bei einigen zusammengesetzten Adverbien mit gekürztem Akkusativ bewahrt das erste Glied, geschützt durch das zweite Glied, bis in unsere Tage die alte Akkusativendung mit dem Konsonanten n. Dieses Phänomen zeigt ganz offensichtlich, dass die Verschmelzung der in temporaler Bedeutung verwendeten Akkusative mit Attributen sowie ihre Adverbialisierung und Lexikalisierung bereits in grauer Vorzeit begonnen haben, spätestens zu der Zeit, als die Akkusative flektierbarer Wortarten noch die unversehrte alte Endung mit dem Laut n hatten.
7. Die vergleichsweise kleine Gruppe zusammengesetzter Adverbien im Akkusativ Singular wird durch adverbialisierende oder bereits adverbialisierte Wortverbindungen ergänzt, insbesondere durch Präpositionalfügungen, in denen der Akkusativ Träger der Hauptbedeutung der Verbindung ist.
8. Auch bei diesen Verbindungen ist ihr wichtigstes Glied — der Träger der Hauptbedeutung — meist ein Substantiv.
9. Die Akkusative im Singular anderer Wortarten (nicht der Substantive) werden auch für sich allein kaum jemals adverbialisiert, sofern man nicht den Akkusativ des Pronomens ką in Äußerungen wie ką mums rūp Plaučiūns? Dn., ką mums mačys priprovas, ką mūsų triūšeliai? ib.23 als Adverb auffasst. Selbst derselbe Pronominalakkusativ ką wird vollständig nur als Bestandteil der Verbindungen tik ką „kürzlich“, ką tik „ebenfalls“ adverbialisiert (Tìk ką išėjo i vė sugrįžo Šlap. Ką tik mačiau jį einant pro šalį ib.)24.
23 Žr. E. Fraenkel, Syntax der litauischen Kasus. – „Tauta ir žodis“, V kn., 84 – 85, Kaunas, 1928.
24 Vgl. ebenda.
ABKÜRZUNGEN
Alk – Alksnėnai, Rajon Vilkaviškis.
B – Lexikon Lithuanico – Germanicum et Germanico – Lithuanicum,... von Jacobo Brodowski,.. (Handschrift in zwei Bänden, Anfang des 18. Jahrhunderts [1713–1745]).
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Page 13Bien—Bieniūnai, Rajon Dūkštas.
BtšPvas—Juozas Baltušis, Parduotos vasaros, Novellenroman, 1, Staatlicher Verlag für Belletristik, Vilnius, 1957. (Die Zahlen bezeichnen die Seiten).
CvR—Petras Cvirka, Raštai, Bde. I—XI, Staatlicher Verlag für Belletristik, 1949—1953. (Die Zahlen bezeichnen Bände und Seiten).
d. — Volkslied.
Dn—Kristijonas Donelaitis (1714—1780), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften.
Ds—Dūsetos.
Ėr—Ėriškiai, Rajon Ramygala.
G—Litauische Studien, Auswahl aus ältesten denkmalern... von Dr. Leopold Geitler, Prag, 1875. (Die Zahlen bezeichnen die Seiten).
Ggr—Gegrėnai, Rajon Seda.
Grš—Grįškabūdis, Rajon Naumiestis.
hibr.—Hybride.
ib—ibidem, ebenda.
K—Deutsch-litauisches Wörterbuch von Friedrich Kurschat, 2 Teile, Halle a. S., 1870—1874. (Die Zahlen bezeichnen Teile und Seiten).
kn.—Buch.
Krns—Kriaūnos, Obelių r.
Krtn—Kretingą.
la.—lettisch (Sprache).
Pč—M. Pečkauskaitė-Šatrijos Ragana (1878—1930), ein Wort oder Satz aus der Sprache ihrer Schriften.
r.—Rajon.
Rdm—Rudaminą, Lazdijų r.
Rm—Ramýgala.
rš—ein Wort oder Satz aus der Sprache neuerer Schriften, Zeitungen oder Zeitschriften.
Sch—Litauisches Lesebuch und Glossar von A. Schleicher, Prag, 1857. (Skaičiai rodo puslapius).
Slm—Salāmiestis, Vabalninko r.
Slv—Slavikai, Šakių r.
Šlap—Šlapabėržė, Kėdainių r.
t.p. — dasselbe, dieselbe Bedeutung.
Užv—Užventis.
VnlP—A. Vienuolis, Puodžiūnkiemis, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1952. (Skaičiai rodo puslapius).
ŽR—Žemaitė, Raštai, I—IV t., Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1948. (Skaičiai rodo tomus ir puslapius).
ZUR ADVERBIALISIERUNG DES AKKUSATIVS IM SINGULAR IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE
К. М. УЛЬВИДАС
Zusammenfassung
1. Der Akkusativ Singular und Plural gehört im modernen Litauischen zu den Kasus, die die schwächste Tendenz zur Adverbialisierung aufweisen. Die ausgeprägte objektive Bedeutung verhindert eine vollständige Adverbialisierung des Akkusativs Singular, selbst in Fällen, in denen er als Adverbialbestimmung fungiert und …
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Page 14…
2. Von allen Formen des Akkusativs Singular zeigt der temporale Akkusativ eine deutlichere Tendenz zur Adverbialisierung, meist jedoch nur dann, wenn er den Zeitverlauf selbst und nicht einen bestimmten Zeitpunkt innerhalb dieses Verlaufs (auf der „Zeitlinie“) bezeichnet. Ein solcher Akkusativ fungiert im Satz als Temporaladverbial und beantwortet die Fragen: wann? zu welcher Zeit?
3. Der Kreis der Substantive, deren Akkusativ in temporaler Bedeutung sich mehr oder weniger dem Adverb annähert, ist sehr begrenzt. Nur Akkusativformen im Singular von Substantiven, die einzelne Zeitabschnitte bezeichnen, d. h. Teile des Tages, des Tagesverlaufs oder der Woche (rytas „Morgen“, vakaras „Abend“, dieną „Tag“, naktį „Nacht“, vidurdienis „Mittag“, vidurnaktis „Mitternacht“, pirmadienis „Montag“, antradienis „Dienstag“…), die Jahreszeiten (pavasaris „Frühling“, vasara „Sommer“, ruduo „Herbst“, žiema „Winter“) oder eine unbestimmte Zeit (kartas, sykis „Mal“), nähern sich in der Funktion einer Temporaladverbialbestimmung stark dem Adverb an und nehmen, wenn sie nicht vollständig in diese Kategorie übergehen, jedenfalls eine Zwischenstellung zwischen Substantiv und Adverb ein.
4. Der Akkusativ Singular der genannten Substantive entfernt sich jedoch vom Adverb, wenn er mit einer oder mehreren Bestimmungen verbunden wird (ankstyba rytą „frühmorgens“, vieną gražią dieną „an einem schönen Tag“, pati vidurnaktį „mitten in der Nacht“, perėita žiemą „im vergangenen Winter“), da die Bestimmung oder Bestimmungen hier die Kasusbedeutung des Substantivs verstärken.
5. Der Akkusativ Singular der erwähnten Substantive geht nur als Grundbestandteil zusammengesetzter Wörter vollständig in die Kategorie der Adverbien über. Mithilfe des Akkusativs Singular dieser Substantive wird eine ganze Reihe zusammengesetzter Adverbien gebildet, deren erste Bestandteile a) das Pronomen kas „was“, b) der Akkusativ der Pronomen tas „jener, dieser“, anas „jener“, šis „dieser“, šioks, toks „solcher“, kuris „welcher“, kitas „anderer“, kiekvienas „jeder“, visas „ganz“, c) der Akkusativ einiger Adjektive oder Zahlwörter, d) bisweilen ein Adverb oder sogar die Präposition per, z. B.: kasdieną (>kasdien>kasdie) (<kas dieną) „täglich“, anąkart (<aną kartą) „damals“, ši vakar (<ši vakarą) „heute Abend“, šiąžiem (<šią žiemą) „diesen Winter“, kitamet, kitamėt (<kitą metą) „im kommenden Jahr“, kiekvienąkart (<kiekvieną kartą) „jedes Mal“, visądien (<visą dieną) „den ganzen Tag“, šventądien (<šventą dieną) „an einem Feiertag“, antrąsyk (<antrą sykį) „zum zweiten Mal“, rytoytą (<rytoj rytą) „morgen früh“, pervasar (<per vasarą) „den ganzen Sommer hindurch“ usw.
6. Wie aus den eben angeführten Beispielen ersichtlich ist, entstehen alle Adverbien des genannten Typs aus Wortverbindungen, deren zweites (in seltenen Fällen auch erstes) Glied bei der Adverbialisierung und Verschmelzung zu einem Wort gewöhnlich seine Endung verliert. Manchmal beobachtet man sogar …
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Page 15Es kommt zu einer Deformation nicht nur der Endung der zweiten Komponente, sondern auch der Wurzel selbst sowie zum Wegfall oder zur Veränderung der Endung der ersten Komponente.
Ein anschauliches Beispiel für eine solche Deformation sind zusammengesetzte Adverbien, die aus Formen des Akkusativs Singular des Pronomens anàs „jener“ und des Substantivs dienà gebildet sind, z. B.: anandien, anande, anądien, anądie, andien, andie, anandiej, anandien, anandienai, anandai, anandai, anandies, anandienais<anan dienan „an jenem Tag“, vgl. auch šįpavasar (statt šįpavasar< šį pavasari) „in diesem Frühling“.
7. Die Tatsache, dass die erste Komponente der Adverbien dieses Typs in einzelnen Fällen die alte vollständige Endung des Akkusativs Singular (mit dem auslautenden Nasalkonsonanten -n) bewahrt, bezeugt, dass sich dieser Wortbildungstyp schon vor langer Zeit herausgebildet hat (nicht später als im 16.–17. Jahrhundert), als der Akkusativ Singular noch die alte vollständige Endung mit dem Nasalkonsonanten -n bewahrte.
Die Gruppe der zusammengesetzten Adverbien, die aus dem Akkusativ Singular gebildet sind, wird durch adverbialisierte oder sich im Prozess der Adverbialisierung befindliche phraseologische Verbindungen erweitert, insbesondere durch Präpositionalkonstruktionen, zu denen ein Akkusativ gehört, z. B.: į vãlią „nach Herzenslust, genug“, pér pláuką „um Haaresbreite“, pér vélnią „sehr“, pér ilgą „mit der Zeit“, prõ diẽną „sehr früh, im Morgengrauen, vor Tagesanbruch“, prõ aũstrą „im Morgengrauen“, ryts į rytą „jeden Morgen“, tvord į tvorą „sehr nahe, Zaun an Zaun“ usw.
9. Die Hauptkomponente (Träger der Hauptbedeutung) der genannten Wortverbindungen ist meist ein Substantiv.
10. Während der Akkusativ Singular von Substantiven, die Zeit bezeichnen, in einigen Fällen durchaus eine gewisse Tendenz zur Adverbialisierung zeigt, lässt sich dies über andere flektierbare Wortarten nicht sagen. Eine Ausnahme bildet der Akkusativ des Pronomens kàs „was“ in Wendungen wie ką mums rúp Plaučiūnas? „Was geht uns Plaučiūnas an?“ (K. Donelaitis), ką mums mažys pripro vos, ką mūsy trūšeliai? „Was helfen uns die Vorbereitungen und unsere Mühen?“ (ebenda)25. Vollständig adverbialisiert wird diese Form jedoch nur in den Verbindungen tìk ką, ką tìk „gerade eben“, vgl.: Tik ką išėjo į vė sugrįžo „Gerade erst ging er weg und kam schon wieder zurück“ (Kreis Kėdainiai, Dorf Šlapabėržė), Ką tik mačiau jį einant pro šalį „Gerade eben sah ich ihn vorbeigehen“ (ebenda)26.
25 Vgl. E. Fraenkel, Syntax der litauischen Kasus. — „Tauta ir žodis“, V кн., 84—85, Kaunas, 1928.
26 Vgl. ebenda.