Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

LIETUVIŲ KALBOS GRAMATIKOS TYRINĖJIMAI

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

KONJUNKTIONEN, PARTIKELN UND IHRE VERBINDUNGEN IM KOORDINIERTEN SATZ

A. VALECKIENĖ

§ 1. Im koordinierten Satz ist es oft schwierig, eine Konjunktion von einer Partikel zu unterscheiden. Weder Konjunktionen noch Partikeln weisen morphologische Merkmale auf. Außerdem können dieselben kleinen Wörter die Funktion einer Konjunktion und einer Partikel erfüllen (z. B.: und, nur, aber, auch usw.)1.

Konjunktionen bilden mit Partikeln, manchmal auch mit bestimmten Wörtern mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung, etwa mit Adverbien ohne formale Kennzeichnung deshalb, deswegen, Modalwörtern genug, mehr als genug, unpersönlichen Verben nötig sein, ausreichen usw., häufig bestimmte Verbindungen. In diesen Fällen ist es wichtig, den Grad der Grammatikalisierung minimaler Verbindungen zu bestimmen.

Der vorliegende Artikel soll diese Fragen untersuchen.

Konjunktion oder Partikel

§ 2. Partikeln und Konjunktionen sind in der litauischen Sprache bereits getrennt voneinander untersucht worden2. Hier werden nur solche Verwendungsfälle von Konjunktionen und Partikeln behandelt, bei denen es schwierig ist, ihre Funktion zu bestimmen.

Es ist unstrittig, dass Partikeln eine weitaus größere semantische Tragweite haben als Konjunktionen. Die konkrete Bedeutung der Konjunktionen ist bereits stark verblasst. Während Partikeln einzelne Wörter oder den ganzen Satz (Satzteil) hervorheben und modifizieren, zeigen Konjunktionen lediglich die syntaktisch-semantische Beziehung zwischen den Satzteilen an, ohne deren Inhalt zu verändern. Dennoch lässt sich auch bei einigen Konjunktionen eine bestimmte Bedeutung erkennen. So wie die Bedeutungen der Kasusformen in konkrete und syntaktische3 eingeteilt werden, so auch die Konjunktionen, manche

1 Konjunktionen sind ihrer Herkunft nach mit Partikeln verwandt. Bei der Herausbildung der syndetischen (konjunktionalen) Satzstruktur neben der asyndetischen (konjunktionslosen) ist ein großer Teil der Konjunktionen aus Partikeln hervorgegangen. Einige Konjunktionen konnten später auch die Funktion einer Partikel übernehmen. Diese Entwicklung ist in verschiedenen Sprachen bis heute nicht abgeschlossen. Siehe Я. Бауэр, К вопросу о происхождении союзов, „Sbornik prací Filosofické fakulty Brněnské university“, IX, A8, Brno, 1960, p. 9 t.t.; К вопросу о возникновении и развитии типов сложного предложения, „Вопросы славянского языкознания“, вып. 6, Москва, 1962, p. 94 t.t.; J. Bauer, Spojky a částice, „Sborník prací Filosofické fakulty Brněnské university“, XIII, A 12, 1964, p. 131 t.t.

2 Siehe V. Labutis, Dabartinės lietuvių kalbos dalelytės (kand. disert.), Vilnius, 1965; Dalelytės ir jų vieta kalbos dalių tarpe, „Literatūra ir kalba“, VI, Vilnius, 1962, p. 354—370; J. Žukauskaitė, Prijungiamųjų jungtukų vartojimas lietuvių literatūrinėje kalboje (kand. disert.), Vilnius, 1962.

3 Е. Курилович, Очерки по лингвистике, Москва, 1962, p. 184.

69

können stärker semantisch geprägt sein, andere dagegen nur syntaktisch4. Semantische Konjunktionen zeigen bestimmte Bedeutungsbeziehungen zwischen den verbundenen Satzgliedern an, während syntaktische Konjunktionen eine rein syntaktische Bedeutung haben und lediglich die Abhängigkeit eines Satzglieds von einem anderen anzeigen. Alle koordinierenden Konjunktionen sind semantisch, mit der möglichen Ausnahme von und5. Indem sie Satzglieder verbinden, zeigen sie allerdings nur eine sehr allgemeine syntaktisch-semantische Beziehung zwischen diesen an.

In der Praxis ist es oft schwierig zu unterscheiden, wann ein bestimmtes Wörtchen eine Verbindungsfunktion erfüllt (syntaktische Ebene) und wann es ein semantischer Modifikator eines Satzglieds ist (semantisch-lexikalische Ebene). Es gibt auch Übergangsfälle, in denen beide Funktionen eng miteinander verbunden sind. Die Abgrenzung eines Partikels von einer Konjunktion wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Partikeln, wenn sie einen Satz modifizieren, keine Satzglieder bilden.

Bei der Unterscheidung von Konjunktion und Partikel empfiehlt es sich, von den differenzierenden Merkmalen dieser Kategorien auszugehen, und zwar: Partikeln heben den Inhalt des Satzglieds hervor und modifizieren ihn, zu dem sie gehören; Konjunktionen, die in Sätzen mit geschlossener Struktur zwei Satzglieder verbinden6, schließen sich lediglich intonatorisch an das zweite Satzglied an, verändern aber dessen Inhalt syntaktisch-semantisch nicht und gehören keinem der Satzglieder an7. Sie zeigen lediglich die syntaktisch-semantische Beziehung zwischen den Satzgliedern an.

Auch die Position des Wörtchens kann als Unterscheidungsmerkmal seiner Funktion dienen8. Die Konjunktion steht im zusammengesetzten Satz gewöhnlich am Anfang des Satzglieds. Partikeln können sowohl am Anfang als auch in der Mitte eines Satzglieds stehen. Wenn das Wörtchen am Anfang eines Satzglieds steht, ist seine Position kein Unterscheidungsmerkmal. Steht ein bestimmtes Wörtchen jedoch nicht am Anfang eines Satzglieds, kann man bereits daraus schließen, dass es nicht die Funktion einer Konjunktion erfüllt9.

§ 3. Im Litauischen treten die Wörtchen ir, tik häufig sowohl als Konjunktion als auch als Partikel auf.

Betrachten wir Beispiele mit dem Wörtchen ir, das im zweiten Satzglied nicht an erster, sondern an zweiter oder einer noch späteren Stelle steht.

1) Auch der Vater und die Hausherren Papieviai freuten sich, und Kirstukas selbst wurde übermütig. Vien IMA 19. 2) Alle Herren werden lachen, und zugleich wird sich auch die Dame freuen. ŽemR IV 391. 3) Auf allen Seiten jagten sich die Lerchen, und auch im Wald hatten die Vögelchen schon

4 Vgl. Grundlagen der Ausarbeitung einer deskriptiven Grammatik der modernen russischen Literatursprache, Moskau, 1966, S. 183.

5 Vgl. ebenda.

6 Als Sätze mit geschlossener Struktur bezeichnet man koordinierte Sätze, die vor dem letzten Satzglied eine Konjunktion haben. Sie lassen sich nicht fortsetzen. Die Konjunktion vor dem letzten Satzglied signalisiert das Satzende.

7 Die syntaktisch-semantische Isolation der Konjunktion von den Satzgliedern in Sätzen mit geschlossener Struktur zeigt sich außerdem darin, dass sich in bestimmten Fällen, je nach Inhalt der Satzglieder, zwei Satzglieder eines koordinierten Satzes vertauschen lassen, ohne die Position der Konjunktion zu verändern. Beim Vertauschen der Satzglieder rückt die Konjunktion nicht zusammen mit dem zweiten Satzglied an die erste Stelle (wie beispielsweise im Nebensatzgefüge zusammen mit dem Nebensatz), sondern bleibt an ihrer ursprünglichen Position, das heißt wieder vor dem zweiten Satzglied. Vgl.: Der Herr geht nur umher, schaut und lacht, während die Maschine, stark beansprucht, sogar dröhnt. LTRn 365 und Die Maschine, stark beansprucht, dröhnt sogar, während der Herr nur umhergeht, schaut und lacht. Eine wiederholte Konjunktion ist in Sätzen mit offener Struktur (die potenziell fortgesetzt werden können) stärker mit dem Satzglied verbunden. Hier hebt die vor jedem Satzglied wiederholte Konjunktion deren Gleichrangigkeit hervor. Deshalb stehen wiederholte Konjunktionen den Partikeln stets nahe.

8 Die Bedeutung der Position eines Wörtchens für die Bestimmung seiner Funktion als Konjunktion oder Partikel wird auch in Untersuchungen anderer Sprachen hervorgehoben; vgl.: В. Г. Адмони, Введение в синтаксис современного немецкого языка, Москва, 1955, p. 217.

9 In bestimmten Fällen kann eine Inversion vorliegen; vgl.: Die gutherzige Butkienė war die Einzige, die sich an ihre Nachbarin Šervienė erinnerte, mit der sie einst wenigstens einmal einander Kinder zur heiligen Taufe getragen hatten; damals waren sie mindestens dreifache Patinnen. VaizžgRR I 192. Hier hat das Wörtchen also außer der Konjunktion keine weiteren Funktionen.

Die koordinierende Konjunktion steht bisweilen im zweiten Satzglied nach einem Einschub, zum Beispiel: Das ist lange her, wahrscheinlich, und deshalb ist es ihr unangenehm, sich daran zu erinnern. SimonAŠL 18.

70

sangen mit erhobenen Stimmen. ŽemR II 238. 4) Es fand die Hochzeit des Sohnes eines Nachbarn statt, und ich fuhr mit meinen Eltern hin. LzPR III 20. 5) Ach, in Bintakiai steht eine kleine Hütte, und es gibt kaum Platz. SimonAŠL 273. 6) Die Šimoniai schreiben niemandem, und niemand schickt den Šimoniai Briefe. SimonAŠL 197. 7) Du hilfst anderen nicht – und niemand wird dir helfen. PP 120. 8) Der Igel scheuchte den Hahn auf, und der trug ihn auf die andere Seite des Grabens. CvR V 72. 9) Komm nächstes Jahr und erzähl mir vom größten Dummkopf,... dann werde ich dir auch die Schuld zurückzahlen. CvR V 157.

In diesen Sätzen ist das in den zweiten Satzteil eintretende Wörtchen und syntaktisch-semantisch mit diesem Satzteil verbunden. Es hebt die unmittelbar darauf folgenden Wörter hervor und modifiziert sie. Dabei kann es sich um Subjekte, Objekte, adverbiale Bestimmungen oder Prädikate handeln, vgl.: und Kirstukas selbst, und die Dame, und die Vögel im Wald, und ich, und Platz, und den Šimoniai, und dir, und trug hinüber, und werde zurückzahlen. Indem das Wörtchen und die genannten Wörter hervorhebt und modifiziert, ergänzt es den emotionalen und kommunikativen Gehalt des gesamten Satzteils. Aufgrund dieser Funktion ist das Wörtchen und hier als Partikel anzusehen. Mit der Konjunktion verbindet es nur eine gewisse Ähnlichkeit der Bedeutung. Das Wörtchen ir erhält dadurch, dass es ein Substantiv oder ein substantivisches Pronomen modifiziert und hervorhebt, den Bedeutungsaspekt „auch“ und verknüpft den Begriff des hervorgehobenen Wortes indirekt mit den Begriffen ähnlichartiger Wörter im ersten Satzteil oder im vorhergehenden Kontext, vgl.:... auch der Vater, und die Herren Papieviai,... und Kirstukas selbst (1),... alle...,... und die Dame... (2), Lerchen überall..., und die Vögel im Wald (3), (die anderen fuhren)... und ich... (4),... niemandem...,... und den Šimoniai... (6), den anderen...,... und dir (7).

Eine solche Gegenüberstellung überschreitet jedoch nicht die Grenzen der semantisch-lexikalischen Ebene. Sie wird durch die Bedeutung „auch“ bestimmt, die das Wörtchen und annimmt. Das Wörtchen und wird hier nicht zur Konjunktion, da es den Satzteil syntaktisch-semantisch modifiziert. Die genannten Satzglieder stehen lediglich untereinander in Wechselwirkung; die übrigen Wörter des Satzteils bleiben neutral. Als Konjunktion hingegen verbindet das Wörtchen und den gesamten Satzteil als Ganzes mit einem anderen vollständigen Satzteil und modifiziert den Inhalt dieser Satzteile nicht, vgl.: Die Tochter sprach noch lange mit ihrem Vater, und beide fühlten sich wie Verbannte, vertrieben in ein fernes, unbekanntes Land. VencIЯ III 152.

Eine ähnliche Funktion wie und hat das Wörtchen nur, wenn es an zweiter Stelle des zweiten Satzteils steht. Es kann nicht nur unmittelbar auf es folgende Wörter (1–3), sondern auch die vor ihm stehenden Wörter (4–7) hervorheben und modifizieren, z. B.:

1) Ponaitis wird die ganze Woche im Institut lernen, dort auch essen; nur am Samstag nach dem Mittagessen muss ich Ponaitis abholen. ŽemR IV 392. 2) Ich war ganz erstarrt, nur das Herz schlägt. ŽemR IV 384. 3) Als ich mit der Axt nach dem Hund ausholte, machte der Hund nur „wau, wau, wau“ und lief davon. CvR V 77.

4) Alle Schülerinnen sind vom vorigen Jahrgang, nur ich bin neu und dumm. ŽemR IV 324. 5) — Eure Kinder sind schon groß genug; einen Knecht werdet ihr euch nur noch anheuern und das Land bestellen lassen... ŽemR IV 419. 6) Niemandem wurde Bescheid gegeben; erst am Morgen erfuhren die Nachbarn, dass er schon gestorben war. ŽemR IV 420. 7) Die Roggenstoppelfelder sind frei geworden, ebenso die Sommergetreidefelder; nur die Kartoffeln sind noch nicht ausgegraben. BaltPV₁ 113.

Hier ist das Wörtchen nur, das in den zweiten Satzteil eingetreten ist, eher mit den hervorgehobenen Wörtern verbunden. Den hervorgehobenen Wörtern verleiht es eine ausschließende Nuance. Besonders stark ist die Hervorhebung und Aussonderung in den Fällen, in denen tik nach dem hervorgehobenen Wort steht (4–7). Aufgrund dieser Funktion ist das Wörtchen tik in den genannten Sätzen, ebenso wie das Wörtchen und in den entsprechenden Fällen, als Partikel anzusehen.

Wie bei der Partikel und können auch bei der Partikel nur die hervorgehobenen Wörter im zweiten Satzteil ihrem Inhalt nach mit den Wörtern des ersten Satzteils in Beziehung stehen, vgl.:... die ganze Woche...

71

…nur am Samstag… (1), alle Schülerinnen…, nur ich (4) usw. Ein solches Verhältnis zwischen Wörtern überschreitet jedoch ebenfalls nicht die Grenzen der semantisch-lexikalischen Ebene.

§ 4. In den besprochenen Sätzen sind ir und tik im Wesentlichen aufgrund ihrer Position semantische Modifikatoren des zweiten Satzglieds. Wird die Position der Wörter ir, tik verändert, d. h. werden sie an den Satzanfang gestellt, ändert sich gewöhnlich auch die Funktion dieser Wörter, obwohl die Satzbedeutung im Wesentlichen dieselbe bleibt.

Das Wort tik lässt sich leichter von dem Wort trennen, das es hervorhebt, besonders in den Sätzen, in denen es auf das hervorgehobene Wort folgt, vgl.:

Ponaitis wird die ganze Woche im Institut lernen, nur muss ich den Herrn am Samstagnachmittag abholen. Ich bin ganz erstarrt, nur das Herz schlägt. Wenn ich mit der Axt nach dem Hund aushole, dann bellt der Hund: wau, wau, wau … Alle Schülerinnen sind vom vorigen Jahr, nur ich bin neu … Eure Kinder sind schon tüchtig, nur einen Jungen werdet ihr anstellen … Niemand gab Bescheid, nur am Morgen erfuhren es die Nachbarn … Die Roggenstoppelfelder und die Sommergetreidefelder sind frei geworden, nur die Kartoffeln sind noch nicht ausgegraben.

Oft kann auch die Position des Wortes ir verändert werden, obwohl dadurch mitunter der Satzrhythmus etwas gestört wird und weniger natürlich klingt. Vgl.:

Alle Herren werden lachen, und zugleich wird sich die Dame freuen. Ein Nachbarssohn heiratete, und ich fuhr mit meinen Eltern hin. Der Igel hetzte den Hahn, und dieser trug ihn hinüber … Erzähl mir von dem größten Dummkopf, und dann werde ich dir die Schuld zurückzahlen. Die Šimoniai schreiben niemandem, und niemand schickt den Šimoniai Briefe. Du passt jetzt ja nicht auf, und schon ist der Tag vorbei.

In derart umgeformten Sätzen heben die Wörter ir, tik (wenn sie an den Satzanfang gestellt werden) die Wörter, die sie zuvor hervorgehoben oder modifiziert haben, nicht mehr hervor. Die neuen Wörter, vor denen sie nun stehen, scheinen sie ohne besondere Intonation ebenfalls weder hervorzuheben noch zu modifizieren. Auf diese Weise sind die Wörter syntaktisch-semantisch nicht mehr mit dem zweiten Satzglied verbunden. Sie zeigen lediglich die Beziehung zwischen den Satzgliedern an, erfüllen also die Funktion einer Konjunktion.

Die Wörter ir, tik können zusammen mit den Wörtern, die sie (in präpositiver Stellung) hervorgehoben und modifiziert haben, an den Satzanfang gestellt werden. In solchen Fällen verändert sich die Funktion des Wortes ir weniger, als wenn man es ohne das hervorgehobene Wort an den Satzanfang stellt. Vgl.:

Kvatos visi ponai, juoksis, ir ponia sykiu džiaugsis. Šimoniai niekam nerašo, ir Šimoniams niekas laiškų nesiuntinėja.

Hier ist das Wort ir an den Satzanfang gestellt worden, steht jedoch weiterhin unmittelbar vor denselben Wörtern und ist daher mit ihnen syntaktisch-semantisch ebenso verbunden wie zuvor, als es mitten im Satzglied vor denselben Wörtern stand. Natürlich ist diese Verbindung bereits etwas schwächer, da das Wort ir, das nun eine für eine Konjunktion typische Position einnimmt, bereits zur Konjunktion hin tendiert, obwohl in den hier angeführten Sätzen die hervorhebende und modifizierende Funktion der Partikel mehr oder weniger erhalten bleibt.

Es ist darauf hinzuweisen, dass es in bestimmten Sätzen, abhängig von der Struktur der Satzglieder, völlig unnatürlich und praktisch unmöglich wäre, das Wort ir an den Satzanfang zu stellen, ohne das Wort, vor dem es stand und das es hervorhob oder anderweitig modifizierte. In solchen Fällen kann das Wort ir nur zusammen mit dem darauf folgenden Wort an den Satzanfang versetzt werden. Vgl.:

Apsidžiaugė ir tėvas, ir šeimininkai Papieviai, pasipūtė ir pats K ir stukas. …ir pats K ir stukas pasipūtė. Bet negalima: …ir pasipūtė pats K ir stukas.

72

Der Ängstliche erschrickt vor einem Blatt, der Mutige fürchtet nicht einmal den Wolf.... und selbst den Wolf fürchtet der Mutige nicht. Aber das geht nicht: und der Mutige fürchtet den Wolf nicht.

Wenn das Wörtchen und am Anfang des zweiten Satzglieds steht, zugleich aber die darauf folgenden Wörter des zweiten Satzglieds hervorhebt und modifiziert, behält es häufig die Funktion einer Partikel; vgl. noch folgende Sätze:

– Was soll man machen, auch das Glück währt nicht immer! – sagten die Flachsbündel. BalčAP 25. Da habt ihr’s, und dem Tagelöhner darf man nicht einmal ein Wort sagen. BaltPV₁ 40. Steck ihn nicht in die Tasche: auch in den Sack wird er nicht zurückkehren. PP 390. Die Henne ist bekanntlich klug: selbst den Fuchs hat sie hereingelassen. So schlau ist sie, sich solche Vögel auszudenken! LzPR II 8. Das war ein Wunder, ein großes Wunder: sogar im Sommer fror der See zu. LTRn 91. Bitte den Igel nicht in den Garten: auch ungebeten wird er kommen. PP 218¹⁰.

Das Wörtchen und behält teilweise seine hervorhebende Partikelfunktion in Sätzen solcher Struktur, in denen nach und, das an erster Stelle des zweiten Satzglieds steht, das Demonstrativpronomen dieses oder dasselbe folgt, das auf den im ersten Satzglied durch ein Substantiv bezeichneten Gegenstand verweist, z. B.:

Sieh nur, alles ist zerbrochen, alle Zuggeschirre sind aus Stricken, und auch die sind schon verfault. Vaižg RR I 48. – Ich sah: Sogar die Mühlsteine sind auf den Stein gelegt, und auch die schwimmen. CvR V 154. – Es gab dort einen guten Menschen, und auch den vertrieben sie. CvR V 31.

Sie haben wenig Vieh, und selbst das taugt nichts. JablRR I 533. Sie bringen Grütze herein, und selbst die ist kaum grau. ŽemR II 239.

Vgl. Sätze gleicher Struktur, in denen und eine klare Konjunktionsfunktion haben:

In der Stadt traf ich zufällig einen Bekannten aus Būdviečiai, und der erklärte sich bereit, mich nach Hause zu fahren. VenclPU 293. Zu Hause beim Vater blieb der jüngere Bruder, der noch ganz klein war, und den liebte der König sehr. BsRP 106.

Das Wörtchen und ähnelt seiner Funktion nach noch einem Modalpartikel, nähert sich jedoch in Sätzen, in denen gleichartige oder derselben Art angehörende Handlungen und Eigenschaften gegenübergestellt werden, bereits stärker einer Konjunktion. Die Prädikate der Teilsätze sind in solchen Fällen dieselben oder Wörter und Wortverbindungen mit ähnlicher Bedeutung. Das Subjekt steht im zweiten Teilsatz gewöhnlich unmittelbar nach dem Wörtchen und, das am Anfang des zweiten Teilsatzes steht, und ist dem Subjekt des ersten Teilsatzes entgegengesetzt. Dadurch wird es hervorgehoben und in den Vordergrund gerückt. Vgl.:

Sei nicht böse! Sie sind Mutter – und ich bin auch Mutter … LzPR III 83. Alle waren mit ihr zufrieden, und sie selbst war zufrieden. VienAŠ 8. Dann schlug sie mit den Handflächen, und wir schlugen mit; sie hob die Hände, und wir hoben sie ebenfalls. ŽemR IV 15. Gib der Erde, und die Erde wird dir geben. PP 34. Achte dich selbst, und andere werden dich achten. PP 111. Sieh, jene Leute singen, und er hält es nicht mehr aus, er möchte auch singen. DaukŽP 19. Gražina, ich bin ja schon über 35, und auch du bist nicht mehr die Jüngste. VienAŠ 90. Weder Papa noch Mama noch meine Brüder werden mich je wiedersehen, und auch ich werde sie nie wiedersehen … VenclPU 234. … die Kinder des Dorfes reiten auf Pferden, und er würde so gern reiten. BilR 121. Der Junge wurde krank, und die alte Frau liegt schon im Sterben. Vencl PU 332. Der alte Herr war Mykolas, und der junge Herr trug den Namen seines Vaters. ŽemR IV 381. Ich war lange krank, sagt er, und Benis und die anderen Kinder wurden ebenfalls krank. ŽemR IV 377.

10 V. Labutis behandelt das in solchen Fällen verwendete Wörtchen und als Konjunktion, die in einem bestimmten Kontext die Bedeutung eines Modalpartikels hat; vgl. sein Beispiel: Eine Minute, und schon kam die Maschine, siehe Б. Лабутис, Частицы современного литовского языка (автор. дисс. к. ф. н.), Вильнюс, 1965, p. 14. Unserer Auffassung nach gilt: Wenn das Wörtchen und die Bedeutung eines Modalpartikels hat, dann ist es und ein Modalpartikel. Eine Konjunktion und ein Modalpartikel unterscheiden sich ja nur durch ihre Funktion; keines von beiden ist Satzglied. Siehe: V. Sirtautas, Jungtukai ir jungiamieji žodžiai, „Tarybinė mokykla“, 1958, 7, p. 38; J. Žukauskaitė, Jungtukas ir jo išskyrimo iš kitų tarnybinių kalbos dalių kriterijai, p. 13.

73

Das Wörtchen tik nähert sich, anders als ir, wenn es an die erste Stelle versetzt wird, auch wenn es zusammen mit dem Wort verschoben wird, vor dem es stand und das es hervorhob und modifizierte, meist vollständig der Konjunktion an, besonders in den Fällen, in denen es seine ausschließende Bedeutung beibehält.

Davon kann man sich überzeugen, indem man die oben erwähnten Sätze mit tik folgendermaßen ersetzt (transformiert):

Ponaitis wird die ganze Woche am Institut lernen, nur am Samstag muss ich den Herrn am Nachmittag nach Hause fahren. Ich bin ganz erstarrt, nur das Herz schlägt. Dass ich mit der Axt auf den Hund losgehe, nur wau, wau, wau, der Hund.

Vgl. auch folgende Sätze, in denen das Wörtchen tik als Konjunktion auftritt und den Gegensatz sowie die Gegenüberstellung der Satzglieder mit Hervorhebung ausdrückt11.

Und die Freiheit ist so nah — nur mit den Flügeln schlagen... SNėrP I 236. Nichts dergleichen, nur das Herz schlägt noch immer so unruhig. Simon AŠL 241. Alle waren wie zuvor: nur eine Veränderung. VaižgRR I 54. Als wäre niemand sonst da, nur der eine Onkel Šiukšta lockerte für das ganze Dorf die Erde. VaižgRR I 101.

Das Wörtchen tik erfüllt, wenn es am Anfang des zweiten Satzglieds steht, die Funktion einer Partikel und hat dabei oft keine ausschließende, sondern eine andere Bedeutung, vgl.:

Aus seinem so mageren Gesicht strömte Begeisterung; kaum (=fast) waren auf der Stirn die Hörner des Mose zu sehen. VaižgRR I 92. (Hier zeigt auch die Wiederholung, dass tik tik eine Partikel ist.) Ich bringe das Fell zum Kürschner, nur (=doch) ein paar Kopeken rutschen in die Tasche. ŽemR IV 449. Nachdem er sich abgetrocknet hatte, presste er den nassen Fleck mit dem trockenen Hemdsaum ab, damit die Großmutter nicht böse würde, und sauste aus der Stube; der Hof dröhnte nur. KrėvŠP₁ 97.

§ 5. Be und ir nur, die Funktionen einer nebenordnenden Konjunktion und einer Partikel, können im Litauischen auch aber, also. In der Funktion einer Konjunktion drückt aber Gegensatzverhältnisse aus, während also — meist erläuternde Kausal- und Konditionalverhältnisse ausdrückt, vgl.:

Es war noch Winter, doch das matschige Tauwetter kündigte einen frühen Frühling an. CvR VIII 222.

Du aber bist größer, also musst du ein größeres Haus bauen. LTt III 71. Erzähl mir ein Märchen, das ich noch nie gehört und gesehen habe, dann gebe ich dir Feuer. JablRR I 538.

Das Wörtchen bet kommt als Partikel vergleichsweise selten vor, drückt keinen Gegensatz aus, sondern hat andere Bedeutungen; deshalb lässt es sich leicht von der Konjunktion unterscheiden, vgl.:

Ich habe Bier gebraut — dann (=doch) wird es fröhlicher sein. Grž(LKŽ I 642). Lieber ohne Nutzen, nur (=wenn nur) weint niemand. PP 111. ...damit sie es sich ausdenken könnte, würde sie selbst in den Ofen kriechen, nur damit (=wenn nur) die Töpfe schneller zum Kochen kämen. KrėvŠP₁ 93.

Im letztgenannten Fall hat bet eine Bedeutung, die „kad“ nahekommt, doch sind die beiden im Satz nicht gleichwertig. Bet verleiht hier dem zweiten Satzglied eine starke emotionale Aufladung (übrigens trägt bet hier auch den logischen Akzent), die dem Satzglied verlorengeht, wenn bet durch kad ersetzt wird. Mit kad drückt ein solcher Satz Ursachebeziehungen aus und wird zum Nebensatzgefüge. In diesem Satz mit bet ist die Ursachebeziehung sehr undeutlich.

Das Wörtchen tai ist, wenn es am Anfang des zweiten Satzglieds steht, als Partikel anzusehen, sofern es keine erläuternden Ursache- und Bedingungsbeziehungen ausdrückt (wie in seiner Funktion als Konjunktion), sondern dem zweiten Satzglied lediglich eine neue emotionale Nuance verleiht, vgl.: – Keine Sorge, Bienchen, keine Sorge, dann werden meine Kragen genäht sein. LTRn 35.

11 Die Konjunktion tik wird auch ohne klare Hervorhebung verwendet, lediglich um Satzglieder einander gegenüberzustellen und zu verbinden, z. B.: Ich kenne sie gut, — nur braucht man das Tyzenhauz nicht zu sagen. SruogAD 25. — Ich schleiche in die Küche, da plötzlich: „ur-ur-ur-ur!“ — die Hunde auf mich losstürmen … LzPR II 79.

74

In einzelnen Fällen kann tai neben kausalen und konditionalen Explikationsverhältnissen auch vergleichende Verhältnisse ausdrücken (meist in der Folklore), ähnlich wie die Konjunktion ir. In diesen Fällen erfüllt sie die Funktion einer Konjunktion, steht ihr aber näher als Partikel denn in ihrer Verwendung als Konjunktion zum Ausdruck kausaler und konditionaler Explikationsverhältnisse. Vgl.:

Ich gebe euch dieses Lämmchen, dann werdet ihr beide von dem Anteil dieses Lämmchens leben. BsRP 61. — So war es auch bei meinem Mann: Nach und nach, nach und nach ging es vorbei. VienAŠ 20. Komm her, Mägdlein, komm her, junge Braut, — dann werden wir beide viele liebe Worte wechseln. LTRn 60. Der Bursche setzte sich zu meinem Zöpfchen, legte sein Händchen auf mein Schulterchen; das ist leichter als eine Pfauenfeder. LTRn 73. Jetzt gehe ich in die Stube, setze mich hinter den Tisch — dann tauschen wir goldene Ringe und trinken grünen Wein! KrėvŽ 52. Der Frühling wird kommen, meine Federn werden wachsen; — dann werde ich umherflattern, dann werde ich durch die grünen Wälder fliegen. LTRn 126.

§ 6. Sehr häufig stehen am Anfang des zweiten Gliedsatzes der Satzverbindung die Partikeln bent, dar, juk, net, vis und andere. Unseren Beobachtungen zufolge erfüllen diese Partikeln, obwohl sie an einer für Konjunktionen typischen Position stehen, keine Konjunktionsfunktion. Sie heben die Wörter des zweiten Gliedsatzes stets zusätzlich hervor und modifizieren sie, erweitern dessen kommunikativen und emotionalen Gehalt, d. h. sie sind syntaktisch-semantisch mit dem zweiten Gliedsatz verbunden und bleiben somit Partikeln, obwohl sie am Anfang des zweiten Gliedsatzes stehen. Vgl.:

Noch kein Mensch ist hier vorbeigekommen, zumindest erinnert sich die Haubenlerche nicht daran. SimonAŠL 50. Alle haben sich schon die Bäuchlein vollgegessen, noch ist ein einziges Gerstenkorn übrig. ŽemR IV 433. Klarer kann es gar nicht mehr werden, denn schon ist alles verbrannt. SimonAŠL 135. Gräben und Wege sind zugeschneit, sogar die Landstraße ist kaum noch zu erkennen12. SimonAŠL 196. Wasch die Krähe oder wasch sie nicht, sie bleibt immer schwarz. JabIRR I 536.

Verbindungen von Konjunktionen und Partikeln oder bestimmten Adverbien

§ 7. Sehr häufig treten am Anfang des zweiten Gliedsatzes Konjunktionen zusammen mit Partikeln oder bestimmten Adverbien auf (todėl, dėlto). Es stellt sich die Frage, ob solche Wörter am Anfang des zweiten Gliedsatzes zusammengesetzte Konjunktionen bilden.

12J. Žukauskaitė zählt unter anderem das Wort net zu den Konjunktionen (offenbar zu den unterordnenden), wenn der mit diesem Wort beginnende Gliedsatz ein Wort erläutert, das im ersten Gliedsatz als Prädikat fungiert, z. B.: Er freute sich, sodass ihm sogar die Augen glänzten. Sie weist darauf hin, dass net in diesem Fall die Funktion einer Konjunktion übernommen habe, nachdem die Konjunktion kad, die häufig zusammen mit net verwendet wird, weggefallen sei (siehe J. Žukauskaitė, a. a. O., S. 5).

Man muss sagen, dass eine solche Entwicklungsfolge (kad net und erst danach net) nicht zwingend ist. Wenn im ersten Gliedsatz kein Korrelat vorkommt, passt kad neben net nicht immer, vgl.: Ich schrie mit wütender Stimme auf und stürzte zu meiner Mutter, sodass sich sogar die Herrin erschrak. ŽemR IV 374. Draußen war es im Licht der Mittagssonne hell, sodass einem sogar die Augen dunkel wurden. VencIR III 109.

In diesen Sätzen ist auch die Unterordnung ohne Korrelat nicht ganz eindeutig. So ist es hier beispielsweise nicht möglich, den zweiten Gliedsatz mitsamt net an die Stelle des ersten Gliedsatzes zu verschieben, wie es für einen Satz mit unterordnender Verbindung typisch ist. Unseres Erachtens ist net in solchen Sätzen weder eine unterordnende noch eine nebenordnende Konjunktion. Der Satz selbst ist konjunktionslos; net ist ein deutlicher semantischer Modifikator des zweiten Gliedsatzes und als Partikel zu betrachten. Von einem Abstieg des Wortes net zur unterordnenden Konjunktion kann allenfalls in den Fällen gesprochen werden, in denen im ersten Gliedsatz ein Korrelat steht, vgl.: So ergriff es mich, dass sogar Praniukas neidisch war. ŽemR IV 378....du weinst so bitterlich, dass sogar die Steine gerührt sind. BalčGPr 5. Als Begleitung zu dieser Bestrafung und Ermahnung hörtest du ein solches Knallen, dass sogar ein schallendes Echo stockend durch den ganzen Wald rollte. VaižgRR I 96. In diesen Sätzen kann der zweite Gliedsatz mitsamt net an die Stelle des ersten Gliedsatzes verschoben werden; außerdem lässt sich hier vor net die Konjunktion kad einsetzen. Vgl. auch den Satz mit einem Korrelat im ersten Gliedsatz und kad net am Anfang des zweiten Gliedsatzes: Ein graues Pferd kam herbeigelaufen, so (derart) weiß, dass es sogar die ganze Erde erhellte (Sprichwort). JabI (LKŽ V 36).

75

a) Konjunktion und Partikel

Alle nebenordnenden Konjunktionen können von verschiedenen Partikeln begleitet werden. Unmittelbar nach der Konjunktion können solche Partikeln stehen, die für sich allein keine Konjunktionsfunktion erfüllen (bent, čia, dar, gal, gi13, jau, kad, na, ne, nė, net, nors, šit, štai, vėl, vis usw.), ebenso Wörter, die neben der Partikelfunktion auch eine Konjunktionsfunktion haben (ir, tai, tik, užtat, vis tiek, vis dėlto). Die Partikeln stehen unmittelbar nach Konjunktionen oder verbindenden Wörtern und sind intonatorisch an sie angelehnt. Anders gesagt: Die Partikeln sind zusammen mit der Konjunktion intonatorisch an den zweiten Satzteil angelehnt, denn im Satzgefüge ist auch eine einzelne Konjunktion intonatorisch an den zweiten Satzteil angelehnt. In den meisten Fällen bilden diese Wörter jedoch keine syntaktisch-semantisch unteilbare Einheit, auch wenn ihre Intonation einheitlich ist. Bedeutung und Funktion der Wörter, die in die Verbindung eingehen, werden meist getrennt erfasst und sind nicht einheitlich. Das erste Wort ist mit dem zweiten Satzteil, vor dem es steht, syntaktisch-semantisch nicht verbunden; es erfüllt lediglich eine verbindende Funktion. Das nach der Konjunktion folgende Wort hingegen ist syntaktisch-semantisch mit dem zweiten Satzteil verbunden, modifiziert dessen kommunikativen und emotionalen Gehalt, d. h. es erfüllt die Funktion einer Partikel.

In den genannten Verbindungen behalten die Partikeln bent, čia, dar, jau, kad, ne, nė, net, nors, šit, štai, vis usw. eindeutig ihre selbstständige Funktion bei (sie fungieren als semantische Modifikatoren des mit einer Konjunktion beginnenden Satzteils).

— Mit saurem Gesicht belade den Wagen mit Kindern für die Mutter, — lachte der Vater: — da gibt es wenigstens Gäste … ŽemR III 21. Jurgis stolperte zu Tamošius hin, während die anderen hier nachschauten, wie weit der Graben umgeleitet war. ŽemR II 253. Jemand hatte ihm das eingeredet, deshalb gab er ihm noch eine vierte Arbeit auf. LTRn 327. Der ganze Hof von Tekonis lag im Schnee, die kahlen Pappeln standen still, und von den Pflaumen- und Kirschbäumen ragten schon nur noch die Wipfel unter dem Schnee an den Zäunen hervor. BaltPV₁₁ 25. Viele sind hier ertrunken, aber es gibt nur wenige von diesen kleinen Booten. PP 323. Eher wird ein gesunder Baum von der Kohle etwas merken, als dass ein Schlangenkind euch den Vater verrät. SNėrP I 281. …alle waren hungrig, sodass man sie nicht einmal zum Essen auffordern musste. VaižRR I 211. Sie werden einander um die kräftige Kiefer jagen; nicht am Boden, sondern in einem raschen Sprung nach oben; da werden einem die Augen ganz schwindlig. VaižgRR I 67—68. Wir haben keinen Kwas mehr, also trink wenigstens hier ein bisschen Sauerampfersuppe. VaižgRR I 183. Man beginnt zu lauschen, doch plötzlich — da fällt dir irgendein rauer Gegenstand aufs Gesicht. JabIRR I 533. Graugrau und dunkel, nass und feucht, langweilig und trostlos — und siehe, plötzlich ein Lichtblick. VaižgRR I 192. Sie reisten den ganzen Tag, und noch immer war kein Ende und keine Grenze des Waldes zu sehen. CvR V 83.

Die Konjunktion kann in diesen Sätzen fast überall weggelassen werden. Die Partikel bleibt, wenn sie an die erste Stelle rückt, derselbe semantische Satzteilmodifikator (vgl. die entsprechenden Beispiele ohne Konjunktion in § 6), und der Satz wird konjunktionslos.

Sehr häufig folgt auf verschiedene Konjunktionen das Wort ir, wobei es seine selbstständige Partikelfunktion beibehält (es verleiht dem zweiten Satzteil neue kommunikative und emotionale Nuancen).

…ein gutes Kind, still, ruhig, fleißig; was will man mehr, und auch unser Benis ist, scheint mir, nicht zu tadeln. ŽemR I 24. In einem fremden Land ist es gut, aber auch dort findet man keinen Mehlberg. PP 142. Es war noch ein Bruder übrig, und auch der ertrank im See. BaltPV 39. Jurgis versprach, uns beim Hafertransport zu helfen, doch auch bis jetzt haben wir ihn nicht gesehen. JabIRR I 536. Weder dem Verwalter Geišė noch seinem Bruder Šiukšta schien er für schwere Arbeit geeignet; deshalb schickte man ihn auch dorthin, wo er … doppelt, dreifach so viel leistete. VaižgRR I 39. Aber hier ist es nun nicht mehr Aukštujai, also

13 Dass das Wort gi nicht in der Bedeutung einer adversativen Konjunktion (anstelle von o) verwendet werden darf, siehe V. Labutis, „Kalbos kultūra“, 6, Vilnius, 1964, S. 28—33.

76

und wir werden zurückkehren. Simon AŠL 9. Nachdem ich zu Povilas zurückgekehrt war, ließ ich die Arbeit liegen und ging weiter, deshalb lasst auch uns schlafen gehen. ValPJ₂ 56. Niemand hatte Oginskienė in Aukštieji gesehen, daher kursieren allerlei Vermutungen. SimonAŠL 11.

Wird die Konjunktion weggelassen, bleibt das Wörtchen ir, das an den Anfang des Satzglieds tritt, in den meisten Fällen ebenfalls syntaktisch-semantisch mit diesem verbunden, d. h. es bleibt eine Partikel, obwohl es in einzelnen Fällen (in denen seine Verbindung mit dem Satzglied weniger deutlich ist) bereits zur Konjunktion herabgestuft wird (z. B.: Nachdem ich zurückgekehrt war... ging ich weiter, und lasst uns schlafen gehen; vgl. Sätze dieser Struktur in § 4).

Nach verschiedenen Konjunktionen kann ebenfalls das Wörtchen tik stehen, wobei es seine Partikelfunktion beibehält, z. B.:

Anderthalb Jahrhunderte vergingen noch, und erst dann erkannten die Menschen die ganze Bedeutung dieser Funde deutlich. JabIŪŽ 15. Im Sommer... trocknete der Bach völlig aus, und nur hier und dort glänzten im Schatten in den Tümpeln mit Gras bewachsene Wasserlöcher, in denen Frösche und Kaulquappen wimmelten. VienUT 81. Er ist ein guter Mensch, ein sehr guter, aber nur seine Händchen sind schon so — wo er sie auch hinlegt, bleibt etwas zurück. LKŽ IV 294.

Wird die Konjunktion weggelassen, wird das Wörtchen tik, das an den Anfang tritt, anders als die zuvor genannten Wörtchen meist zur Konjunktion herabgestuft (vgl. § 4).

Nach Konjunktionen haben unserer Auffassung nach auch die Wörtchen užtat, vis dėlto (und dėlto in derselben Bedeutung), vis tiek14 eine selbständige Partikelfunktion, z. B.:

Nastutė ging hinter den Gänschen her, als trüge sie lange weiße Hosen, aber dafür waren ihre Waden geschützt... VienAŠ 9. Die Stube war eben eine Stube: rauchgeschwärzt, und dennoch war eine gewisse außergewöhnliche Ordnung zu erkennen. VaižgRR I 210. Er stöhnte und stöhnte, starb aber dennoch nicht. Ds (LKŽ II 270). Wie dunkel die Nacht ringsum auch sein mochte, wie sehr Stürme und Schneestürme auch tobten, war es doch gemütlich und schön in der Nähe der Mutter und ihrer Stimme. BaltPV₁ 14.

Wird die Konjunktion weggelassen, erhalten užtat, vis dėlto, vis tiek, wenn sie an den Anfang des zweiten Satzglieds treten, ähnlich wie tik eine Konjunktionsfunktion, vgl.:

Ihre Äuglein bewegen sich nicht, dafür kommt die gespaltene Zunge immer wieder aus dem Maul hervor. JabIRR I 536. Die Sonne hat zwar gerade den Scheitelpunkt überschritten, brennt aber immer noch ziemlich stark. VaižgP III 263. Spinnst du, spinnst du nicht — gesponnen wird trotzdem nicht. LTRn 329.

Nach verschiedenen Konjunktionen können sogar zwei Partikeln stehen. Auch sie behalten ihre selbständige Funktion. Vgl.:

Man wird sagen: So ein großer Kavalier der Geišiai, schon beinahe vier Jahre alt, und immer noch ohne Hose! VaižgRR I 124. Solange Kaziukas noch nicht laufen konnte, musstest du mit Milch zu ihm rennen, ihn überallhin mitnehmen und dich mit ihm abplagen; und hier brechen einem ohnehin schon vor Erschöpfung von der Arbeit die Beine weg. CvR VIII 81. Gewiss, zu Hause sind noch der Vater und ein Bruder, aber auch sie werden doch bald Opfer des schwarzen Schattens sein. SimonAŠL 37. Ilžė suchte sich den Krizas der Šimoniai aus, also soll sie ihn nun auch heiraten. SimonAŠL 163.

Die oben genannten Partikeln werden auch nicht unmittelbar nach der Konjunktion, sondern erst nach einem weiteren Wort verwendet, z. B.:

Meine Freunde kamen glücklich hinüber, während mir der Boden unter den Füßen verschwand. SimonAŠL 299. Die Ziege scheute sich, in den Wald zu laufen, aber der Wolf erwischte sie doch im Garten. PP 315. Tante Bintakienė war gekommen, also zündete sie auch die Lampe an. SimonAŠL 328. Er lebt auf Kosten anderer, deshalb

14Die Wörtchen (vis) dėlto und vis tiek, die nach Konjunktionen stehen, werden auch von A. Piročkinas als Partikeln bezeichnet; siehe A. Piročkinas, Sujungiamųjų sakinių su jungtukais ir, o, bet loginiai-semantiniai santykiai, „Kalbotyra“, X, Vilnius, 1964, S. 96; anders J. Žukauskaitė, a. a. O., S. 19.

77

Bauch und leidet. PP 184. Die Augen sehen, aber die Zähne haben sich noch nicht daran gewöhnt. PP 304. Der Bär – au, und er hörte auf, der Wolf aber macht weiter: uh-uh-uh-uh! CvR V 25. Sie sitzt anscheinend ruhig da, doch ihr Herzchen pocht und pocht. LKŽ II 270.

Solche Fälle zeigen erneut, dass Verbindungen aus Konjunktion und Partikeln im Allgemeinen nicht fest sind. In den vorangehenden Sätzen lässt sich die Partikel entweder überhaupt nicht unmittelbar hinter die Konjunktion verschieben oder nur zusammen mit dem Wort, das sie hervorhebt und modifiziert.

Nur mit bestimmten Partikeln bilden Konjunktionen syntaktisch-semantisch unteilbare Verbindungen. Von diesen sind die Partikeln gi, tai zu nennen. Wenn sie auf Konjunktionen folgen und intonatorisch mit ihnen verbunden sind, ist eine eigenständige Funktion dieser Wörter kaum noch zu erkennen. Diese Partikeln verstärken lediglich die von der Konjunktion ausgedrückte Beziehung, und solche Verbindungen werden als eigenständige Konjunktionen oder Varianten der ursprünglichen Konjunktionen behandelt.

Besonders eng ist die Partikel gi mit Konjunktionen verbunden. Z. B.:

Der Eidechse wird nicht zum Niesen zumute, und gi ist Jonukas etwa kein Mann... ŽemR I 66. Türen mit Fenstern und Schwellen waren herabgefallen; o gi schien das ganze Haus überall schief zu stehen. DonR 22. Die Kosaken traten das Grab der Ermordeten fest; Gras wuchs darüber, bet gi das Herz des Vaters vergaß es nicht. LzPR II 11. Ein andermal machte sich der Herr selbst zum Ball auf und befahl deshalb gi dem unbezwingbaren Mann, seine Kinder ordentlich zu unterweisen. BsP III 38 (LKŽ II 270).

Hier unterscheiden sich ogi, betgi, dėlto gi ihrer Bedeutung nach kaum von den Konjunktionen o, bet, dėlto und sind als Varianten der Letzteren anzusehen.

Die Partikel tai bildet am häufigsten mit den Konjunktionen ir, o eine syntaktisch-semantisch unauflösbare Einheit.

Die Verbindung ir tai hat eine ähnliche Bedeutung wie das Wörtchen „dennoch“ und drückt ein konzessives Verhältnis aus.

Ihr könnt mir einen Berg aus Gold aufschütten, und dennoch werde ich nicht nähen! LzPR III 15. Bis zum Johannistag bitten alle Menschen um Regen, und dennoch trocknet alles aus. PP 185.

Hier unterscheidet sich ir tai nur wenig von der Konjunktion ir, die ebenfalls verwendet werden kann, um ein konzessives Verhältnis auszudrücken, vgl.:

Ich bat ihn zu kommen, und er kam nicht. Grž. So weitläufige Wiesen, Wälder und Brachfelder, und dennoch ist ihnen das nicht genug! LzPR III 15.

Die Verbindung o tai drückt ein Ursache-Folge-Verhältnis aus. In seiner Bedeutung ist o tai von der Konjunktion o weiter entfernt als ir tai von der Konjunktion ir.

— Geht ins Haus, Kinder, ich werde euch wenigstens zu essen geben, sonst verendet ihr vor Hunger... KrevŠP₁ 104. — Zapft das Bier, aber gießt es nicht aus, sonst wird es wohl sauer. BaltPV₁ 70. Früh am Morgen ging ich Wasser holen, sonst hätte der Nebel mir mein Kränzchen überzogen. LTRn 59.

b) Konjunktion und Adverb

Wie die Partikeln dafür, dennoch, trotzdem behalten auch die Adverbien deshalb, daher, wenn sie unmittelbar nach einer Konjunktion stehen, ihre eigenständige Funktion.

Der tiefe Schnee brachte Juras mehrmals zu Fall, und deshalb schämte er sich. CvR VIII 218. Das ist lange her, vermutlich ist es ihr deshalb nicht mehr angenehm, sich daran zu erinnern. SimonAŠL 18. Die anderen Mädchen jäteten das Unkraut und verbrannten es, und zwar deshalb, damit das Unkraut nicht den Roggen und das Getreide befalle. ValPJ₂ 89.

Hier bezeichnen deshalb, daher die Ursache der Handlung und fungieren als Kausaladverbial. Das Verhältnis der Satzglieder wird durch die Konjunktionen und, und zwar hinreichend deutlich gemacht. Nur wenn keine Konjunktion vorhanden ist, übernehmen die Wörtchen

78

deshalb, daher, wenn sie an erster Stelle im Satzglied stehen, wie die oben erwähnten dafür, dennoch, trotzdem und nur in den entsprechenden Fällen eine verbindende Funktion. Vgl.:

Der Igel ging zum Sauerteig, deshalb gerieten die Kuchen nichts. PP 333. ...der Mann versteht nichts von der Landwirtschaft, deshalb können wir nicht reich werden. ŽemR IV 415.

c) Zwei Partikeln

Nach Partikeln wie noch, sogar, obwohl, da usw., die keine Konjunktionsfunktion übernehmen, obwohl sie am Anfang eines Satzglieds stehen, kommen manchmal solche Wörtchen vor, die sowohl die Funktion einer Konjunktion als auch die einer Partikel haben können, etwa und, nur. In solchen Fällen erfüllen die letztgenannten Wörtchen gewöhnlich die Rolle desselben semantischen Modifikators wie die erstgenannten, und beide fungieren unabhängig voneinander und bilden lediglich eigentümliche, intonatorisch verbundene Partikelverbindungen15. Zum Beispiel:

Wir öffnen die Türen – die Stube ist voller Männer, und auch draußen im Hof sind noch welche. ŽemR IV 350. Und die schamlosen Fliegen, die sich auf der Milch niedergelassen haben, schwelgen, fressen nur, fressen, nicht einmal die Ränder der Schüssel sind noch zu sehen … KrėvŠP1 97. Die Hausarbeit, der Haushalt – alles bleibt mir allein, auch wenn ich mich zerreiße. ŽemR IV 413. Ein Körnchen neben dem anderen – und schon ist es ein Häufchen. PP 185.

Hier wird die Partikelfunktion der Wörtchen und, nur durch ihre Position bestimmt. Die Rolle der Position für die Funktion dieser Wörtchen ist weniger deutlich in den Fällen, in denen die erste Partikel morphologisch mit Wörtern des zweiten Satzglieds verbunden ist. Nehmen wir etwa an, am Anfang des zweiten Satzglieds steht die Partikel möge, die zugleich die Funktion eines morphologischen Affixes erfüllt; dann wird das darauf folgende nur etwas stärker zur Konjunktion degradiert, da die Stellung der ersten Partikel (möge) im Satz unüblich ist, vgl.:

Jetzt wollte er nicht essen – nur möge man ihn nicht stören. MontvR I 289.

d) Zwei Konjunktionen

In einzelnen Fällen werden zwei Konjunktionen gleicher Bedeutung (Synonyme) gemeinsam verwendet, etwa: o tačiau, o betgi, o tuo tarpu. Sowohl die Konjunktion o als auch die nach ihr folgenden tačiau, betgi, tuo tarpu drücken einen Gegensatz aus. Letztere, da sie eindeutig sind (nur mit gegensätzlicher Bedeutung verwendet werden), verstärken die Bedeutung der Konjunktion o zusätzlich; diese wird nicht nur mit gegensätzlicher, sondern auch mit vergleichender Bedeutung verwendet (ähnlich wie ir). Zwei ständig gemeinsam verwendete synonyme Konjunktionen bilden syntaktisch-semantisch unauflösbare Verbindungen. Sie werden jedoch vergleichsweise selten und unregelmäßig gebraucht, und zwar nur dann, wenn das ausgedrückte Verhältnis verstärkt werden soll. Ihrer Bedeutung nach unterscheiden sie sich überhaupt nicht von den einzeln verwendeten o, bet, tačiau, tuo tarpu und sind als Varianten der Letzteren anzusehen. Zum Beispiel:

Urtė kennt seine Stimme, kann und will jedoch ihren eigenen Ohren nicht trauen. SimonAŠL 282. In Puzionys gab es auch mehr gleichaltrige Jungen, doch Jonas und Kazys bildeten nur eine Keimari. VaižgRR I 181. Von einem solchen Schlag getroffen, hätten die Ochsen aufspringen müssen, als wären sie gestochen worden; unterdessen rührten sie sich nicht im Geringsten. VaižgRR I 197.

Verhältnis der Konjunktionen und der ihnen folgenden Partikeln zu Partikeln oder anderen Wörtern im ersten Teilsatz

§ 8. Recht häufig sind Sätze, in denen koordinierende Konjunktionen und die ihnen folgenden Partikeln in syntaktisch-lexikalischer Beziehung zu Partikeln oder zu bestimmten Wörtern mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung im ersten Teilsatz stehen. Letztere Wörter

15 Vgl. V. Labutis, Lietuvių kalbos sudėtinės dalelytės, in: Lietuvių kalbos morfologinė sandara ir jos raida, Vilnius, 1964, S. 129.

79

sind für die Konjunktionen besondere Korrelatwörter. Häufig stehen sie am Anfang des ersten Teilsatzes, obwohl ihre Position noch nicht fest etabliert ist (sie können auch in der Mitte des Teilsatzes stehen, wenn auch seltener). Solche Wörter heben den von den Konjunktionen ausgedrückten Gegensatz und Vergleich zwischen den Teilsätzen hervor. Die Teilsätze sind stärker miteinander verbunden, obwohl sich schwer sagen lässt, welcher Teilsatz stärker vom anderen abhängt. Solche Sätze weisen sowohl Merkmale von Satzreihen als auch von Satzgefügen auf.

a) Partikeln und Konjunktionen

Recht häufig fungiert die Partikel tik im ersten Teilsatz als Korrelatwort der genannten Art. Am Anfang des zweiten Teilsatzes steht die Konjunktion ir, o, tai usw., häufig mit einer sie begleitenden Partikel, die zusammen mit der Konjunktion in syntaktisch-lexikalischer Beziehung zum tik des ersten Teilsatzes steht.

Tik pradėk kūlti, ir štai tau kalnai šiaudų, pelai, nuokulos, nuovėtos... BaltPV1 127. Tik atsisukusi žvilgt į vyrą [Katrė], ir vėl jos akys pasruvo ašaromis. ŽemR I 87. ...bet tik susergi kiek žmogus, ir manai jau: dabar mirsiu. KrėvŠP 11. Tik neprižiūrėk tavęs, tai ir vaikštai su šviečiančiu užpakaliu. BaltR IV 120.

Dasselbe Verhältnis ist auch ohne Konjunktion möglich. Im konjunktionslosen Satz steht tik in Beziehung zu einer Partikel des zweiten Teilsatzes oder zu einem bestimmten Wort mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung, das an erster Stelle steht.

Nur beim nächsten Mal konnte die Meisterin den Vater nicht retten, da hockte der Vater schon auf der Stufe von Krizos Bienenstock. CvMS 44. Erwähne dem Mann nur Geld, schon fängt er an zu fragen: Warum? Wozu?... KrėvŽ 76. Nur das Sonnenlicht drang in die Nussschale – im Nu verschwanden Kutsche und Pferde – und rollte sich in der Schale zusammen. CvR V 152. Sie stocherte nur mit dem Schnäbelchen ins eine, dann ins andere Auge des Stiers – und der Stier erblindete. CvR V 116.

Im zweiten Teilsatz können entsprechende Wörter auch fehlen; das Verhältnis zwischen den Teilsätzen bleibt dasselbe, vgl.:

Pirštu tik būtų pamojęs Kalvaitis, būtų į jį sūnų ant pavadžių nuvedęs. KrėvŽ 71.

Im letzteren Fall ist das Verhältnis der Prädikatsformen besonders wichtig.

Recht häufig wird im ersten Teilsatz auch die Partikel tik (tiktai) zusammen mit der Negation ne verwendet: ne tik(tai). Im zweiten Teilsatz folgt in solchen Fällen häufig bet(ir).

...nicht nur wir Kinder fuhren zusammen, sondern auch die Erwachsenen, die aufgehört hatten zu kauen, verstummten. VienIMA 21. Während dieser drei Monate zogen nicht nur die Georgier scharenweise und auf allen Wegen zum Kloster der heiligen Nina, sondern es besuchten es auch Menschen aus anderen christlichen Ländern. VienUT 19. Nicht nur die Familie arbeitet für den Haushalt, sondern auch die Eltern selbst, schau nur, sind nicht faul. JablRR I 533.

Zu nicht nur können sich noch andere Partikeln gesellen, etwa dass, allein und so weiter.

Nicht nur, dass man damals nichts von dem sieht, was ringsum geschieht, sondern Seife gerät in die Augen und sie beginnen zu brennen. VencĮPU 20. Nicht nur die Brunnen sind ausgetrocknet, sondern auch die Įsra ist stellenweise trocken. SimonAŠL 29.

Im ersten Satzglied steht ziemlich häufig die Partikel nicht, im zweiten werden die Konjunktionen und, oder, aber und so weiter verwendet.

Wahrlich, nicht er allein ist schuld, auch ich trage Schuld. SimonAŠL 267. Nicht der Mensch ist für den Bastschuh da, sondern der Bastschuh für den Menschen. PP 214. Nicht die Nase für den Tabak, sondern der Tabak für die Nase. PP 212.

Die Partikel nicht kann im ersten Satzglied beim Verb stehen, während im zweiten Satzglied die Konjunktionen sondern, nur, also und so weiter verwendet werden (teils auch zusammen mit Partikeln).

80

Kazys schien nicht einmal daran zu denken, doch von jener Stunde an begann er, daran zu denken und sich umzusehen. VaižgRR I 201. Noch waren keine zehn Minuten vergangen, da tuschelten schon die Wegfahrenden im Städtchen. VaižgRR I 164. Der Bär hatte sich noch nicht richtig zusammengerollt, da knackten die Zweige und brachen. LTRn 292. Wenn dem Ochsen das Heu oder ein anderes Futter nicht schmeckte, fraß er nur mit den Hörnern — schwupp. CvR V 113. Und ehe du dich versahst, war das ganze Haus abgebrannt. VaižgRR I 72.

Im ersten Satzglied können die Partikeln noch (häufig mit der Partikel nicht-), ja, kaum (nur) und so weiter stehen. Am Anfang des zweiten Satzglieds stehen Konjunktionen, allein oder mit Partikeln, oder einzelne Partikeln.

Der Bär ist noch im Wald, und schon wird seine Haut gegerbt. PP 322. Man sieht es — ein Jammer: Es ist noch mitten im Sommer, und schon setzt der Frost ein. CvR V 124. Das Kind hat sich noch nicht einmal die Beine warmgelaufen, und schon seid ihr alle hier: er-r, er-r! BaltPV1 39. Das Eichhörnchen sitzt noch im Baum, und schon heizt es den Topf an. PP 323. Der Großvater war noch nicht nach Hause zurückgekehrt — da hatte das Schwein schon elf Ferkel bekommen. CvR V 69.

Dein Leben ist doch mehr wert als das des Eidechsenmanns, und du bist wegen dieses verfluchten Gestanks nackt wie ein Hund! ŽemR I 67.

Kaum war er durch das Tor nach Hause gekommen, da rumpelte das Wägelchen heran. ŽemR I 153. Kaum hatte ich den Waldrand erreicht, da begann es schon zu regnen. BaltPV1 78.

In Sätzen dieses Typs sind die syntaktisch-lexikalisch aufeinander bezogenen Partikeln und Konjunktionen sowie Wörter mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung nicht vollständig grammatikalisiert. Hier lassen sich die Funktionen der Konjunktion und der Partikeln noch klar unterscheiden. Es sind Sätze entsprechender Struktur mit denselben Partikeln, aber ohne Konjunktionen möglich (siehe die obigen Beispiele). Die aufeinander bezogenen Partikeln, die die von der Konjunktion ausgedrückte Beziehung verstärken, stehen im Wesentlichen jeweils in Verbindung mit den Wörtern ihres eigenen Satzglieds: Die im ersten Satzglied stehenden Partikeln heben dessen Wörter hervor und modifizieren sie; die im zweiten Satzglied stehenden Partikeln sowie bestimmte Wörter mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung (augenblicklich, sofort und so weiter) beziehen sich auf die Wörter des zweiten Satzglieds. Übrigens können auch die Partikeln häufig weggelassen werden, vgl.:

(Nur) als sie sich umdrehte und einen Blick auf den Mann warf [Katrė], liefen ihr (wieder) die Augen voller Tränen. ŽemR I 87. Man sieht es — ein Jammer: Es ist (noch) mitten im Sommer, und (schon) setzt der Frost ein. CvR V 124.

Man kann lediglich von einer stärkeren oder schwächeren Annäherung bestimmter syntaktisch-lexikalisch aufeinander bezogener Wörter an Konjunktionen sprechen. So sind etwa die Verbindungen mit der Negation nicht im ersten Satzglied etwas enger (nicht nur — sondern auch, nicht — und, nicht — sondern, nicht — aber und so weiter)16, insbesondere nicht nur — sondern auch. Aufgrund des lexikalischen Gegensatzes (Negation — Bejahung) sind die aufeinander bezogenen Wörter stärker miteinander verbunden: Das eine bedingt das andere. Außerdem ist in der Verbindung nicht nur — sondern auch die Konjunktion sondern etwas beständiger. In Verbindungen mit nicht variieren die Konjunktionen noch stärker (vgl.: nicht — und, nicht — sondern, nicht — aber und so weiter). Darüber hinaus kann nicht in Verbindung mit Konjunktionen nicht nur selbstständig stehen, sondern auch als Präfix zusammen mit einem Verb auftreten (siehe die obigen Beispiele).

16 Vgl. J. Žukauskaitė, a. a. O., S. 19, wo als doppelte koordinierende Konjunktionen nicht nur — sondern (auch), nicht nur dass — sondern, nicht — sondern gelten (andere mit nicht, z. B. nicht — und, nicht — sondern auch und Ähnliches, werden nicht erwähnt). Als doppelte koordinierende Konjunktionen werden hier außerdem je — desto (auch), wie — so (auch) angeführt. Diese Wörter drücken jedoch nur dann eine deutlichere koordinierende Beziehung aus, wenn sie gleichrangige Satzglieder verbinden. In zusammengesetzten Sätzen mit diesen Wörtern ist die subordinierende Beziehung noch sehr deutlich. Vgl.: Wie Kazys früher ein Mitglied der Butkus-Familie war, so wurde Jonas nun ein Mitglied der Šneras-Familie. VaižgRR I 228. Die letztgenannten Verbindungen stehen ihrer Struktur nach ebenfalls dem Subordinationssatz näher (ein verbindendes und ein korrelatives Wort).

6. Lietuvių kalbos gramatikos tyrinėjimai

81

Dennoch sind auch diese Wortverbindungen nur in den Fällen enger, in denen gleichrangige Satzglieder verbunden werden. Dann beziehen sich die entsprechenden Wörter der Wortverbindungen nur auf die verbundenen gleichrangigen Satzglieder. Vgl.:

Sie werden nicht nur vom Feind, sondern auch vom Freund bemerkt. SimonAŠL 18. …Die Geišiai wurden vom ersten Tag an zu den Ersten im Gesinde des Gutshofs, nicht nur durch ihre höhere Stellung, sondern auch durch ihre persönlichen Vorzüge. VaižgRR I 112. Meide den Mist nicht aus Angst, sondern wegen des Gestanks. PP 210. Die Finger krümmen sich nicht von sich weg, sondern zu sich hin. Lp. Die Kinder waren wie die Erwachsenen daran gewöhnt, von Mykoliukas nicht Gnade, sondern die Erfüllung der „Onkel“-Pflichten zu erwarten. VaižgRR I 55.

Im Satzgefüge verbindet die Konjunktion ganze Teilsätze, während Partikeln gewöhnlich nur bestimmte Wörter modifizieren. Auf diese Weise bleiben in den Teilsätzen in vielen Fällen noch Wörter übrig, auf die sich die Funktion der Partikeln nicht erstreckt. Deshalb treten im Satzgefüge die Funktionen der Konjunktion und der syntaktisch-lexikalisch auf sie bezogenen Partikeln deutlicher auseinander als im einfachen Satz, wenn gleichrangige Satzglieder verbunden werden. Vgl.:

Nicht nur die Dächer der Scheunen, Ställe und Dreschhallen waren schadhaft geworden…, sondern auch die Wohngebäude der ehemaligen Herren bedurften einer raschen und umfassenden Reparatur. VienR V 10. Nicht der Trog kommt zum Pferd, sondern das Pferd zum Trog. PP 270.

Hier heben die Partikeln lediglich die Subjekte von den übrigen Satzgliedern ab.

b) Wörter mit eigenständiger lexikalischer Bedeutung und Konjunktionen

In Sätzen ähnlicher Struktur werden anstelle der oben genannten Partikeln auch Wörter mit eigenständiger lexikalischer Bedeutung verwendet.

Im ersten Teilsatz (meist am Anfang) stehen die Modalwörter gana, negana. Nach gana steht vor dem zweiten Teilsatz häufig die Konjunktion ir (allein oder zusammen mit Partikeln).

Es genügt manchmal, ein Lied zu hören, und schon vergisst man es nicht mehr. LKŽ III 95. Schon die geringste Unachtsamkeit genügte, und die Unglücklichen glitten den steilen Hang hinunter. BilR 108. Ein Blick in die Augen genügt, und schon strecken sie den einen die Hände entgegen, um sie zu nehmen, während sie sich vor den anderen zurückziehen und schreien. VaižgRR I 142.

Nach negana beginnt der zweite Teilsatz mit dar, dargi, bet ir, bet dar ir usw.

…Nicht genug, dass ihr nicht rechtzeitig aufsteht, auch noch – versteht sich – müssen wir beide einen halben Tag vergeuden. ŽemR I 89. Nicht genug, dass das Leben Kriege und schwere Arbeit mit sich bringt…, auch Schwermut bedrückt das Herz. ŽemR IV 411. Nicht genug, dass die Luft im Wald von allerlei Gezwitscher und Pfeifen erfüllt ist; auch die kleinen Käfer der Erde machten sich schließlich mit einer Stimme bemerkbar, wie sie nur konnten. ŽemR I 195. Nicht genug mit der Hausarbeit, man muss auch noch für die Familie herumfahren. ŽemR I 191.

Im ersten Teilsatz stehen auch die Formen der dritten Person Singular von reikėti, užtekti im Präsens oder im Präteritum und beziehen sich auf die Konjunktion ir.

Man braucht nur ein Stück weiterzugehen, und schon wird ein Licht sichtbar. BilR 75. Es bedurfte nur, den Zwischenraum zwischen ihnen mit zwei Wänden abzutrennen, und schon hat man eine dritte Vorratskammer. VaižgRR I 102. Es fehlt nur eine Stunde, und dann sind auch die Brüder da. LTRn 302.

Es genügte, dass ich nach Hause zurückkehrte und die Leute versammelte, und schon sah ich… VencIGD 291. Es genügte, Rudžius’ Namen gegenüber Raulys zu erwähnen, und alle standen wie eine Mauer hinter ihm. AvyžŽLŽ 30.

In diesen Sätzen haben die syntaktisch-lexikalisch auf die Konjunktionen bezogenen Wörter (gana, negana, reikėti, užtekti usw.) eine recht allgemeine, aber eindeutig eigenständige lexikalische Bedeutung. Darüber hinaus bilden diese Wörter das Prädikat des ersten Teilsatzes oder einen Teil davon. Daher sind die genannten Wortverbindungen hier noch weniger grammatikalisiert als die Wortverbindungen mit Partikeln.

82

Schlussfolgerungen

1. Die Funktion eines Konnektors oder einer Partikel im Satzgefüge lässt sich anhand der differenzierenden Merkmale dieser Wörter bestimmen: anhand der Position des Wortes und seines Verhältnisses zum Teilsatz. Der Konnektor steht gewöhnlich am Anfang des zweiten Teilsatzes, ist mit diesem jedoch syntaktisch-semantisch nicht verbunden (er verändert dessen Inhalt nicht, sondern zeigt lediglich die Beziehung zwischen den beiden Teilsätzen an). Die Partikel kann sowohl am Anfang als auch in der Mitte des Teilsatzes stehen, ist aber syntaktisch-semantisch mit ihm verbunden – sie modifiziert dessen kommunikativen und emotionalen Gehalt.

2. In der Position eines Konnektors erhält das Wort tik eher die Funktion eines Konnektors, besonders wenn es eine ausschließende Bedeutung hat. Das Wort ir erfüllt am Anfang des zweiten Teilsatzes häufig noch die Funktion eines semantischen Modifikators (einer Partikel). Die Wörter bet, tai haben bei unterschiedlichen Funktionen gewöhnlich auch unterschiedliche Bedeutungen. Die Wörter bent, dar, juk, net, vis und andere bleiben stets semantische Modifikatoren des Teilsatzes, auch wenn sie sich in der Position eines Konnektors befinden.

3. Intonatorische Verbindungen von Konnektoren und Partikeln oder von Adverbien ohne formale Kennzeichnung (o ir, bet tik, dar ir, ir vis dėlto, ir todėl, ir dėlto und andere) sind syntaktisch-semantisch noch nicht verschmolzen. In ihnen behalten die einzelnen Wörter gewöhnlich ihre selbstständige Funktion. Syntaktisch-semantisch stärker verschmolzene Verbindungen bilden nur Konnektoren mit den Partikeln gi, tai (ogi, betgi, ir tai, o tai und andere). In diesen Fällen lässt sich die eigenständige Funktion der den Konnektor begleitenden Partikel kaum noch erkennen. Auch zwei Konnektoren gleicher Bedeutung bilden enge Verbindungen (o tačiau, o betgi, o tuo tarpu und andere).

4. Die Bedeutung der Konnektoren (Gegenüberstellung oder Reihung) kann durch im ersten Teilsatz stehende Partikeln oder Wörter mit selbstständiger lexikalischer Bedeutung hervorgehoben werden; solche Wörter, die syntaktisch-lexikalisch aufeinander bezogen sind, bilden jedoch ebenfalls keine grammatikalisierten Verbindungen (tik — ir vėl, dar — o jau, vos — ir, gana — ir, negana — bet ir, reikia — ir und andere). Sowohl die Partikeln als auch die übrigen Wörter behalten hier ihre selbstständigen Funktionen. Außerdem sind solche Verbindungen nicht regelmäßig: Die Konnektoren variieren darin stark; zudem können Letztere auch ganz weggelassen werden. Ebenso lassen sich die Partikeln gewöhnlich weglassen. Den Konnektoren etwas näher kommen nur Verbindungen mit der Negation ne, insbesondere ne tik — bet ir. Doch auch Letztere sind nur dann enger verbunden, wenn sie gleichrangige Satzglieder verknüpfen. Im Satzgefüge, wo die Partikeln einzelne Wörter modifizieren und der Konnektor ganze Teilsätze verbindet, bleiben die Funktionen syntaktisch-lexikalisch aufeinander bezogener Wörter noch deutlich voneinander getrennt.

KONNEKTOREN, PARTIKELN UND IHRE VERBINDUNGEN IM SATZGEFÜGE

А. ВАЛЯЦКЕНЕ

Zusammenfassung

1. Die Unterscheidung der Funktionen von Partikeln und Konnektoren im Satzgefüge erfolgt im Artikel anhand der differenzierenden Merkmale dieser Wörter, d. h. abhängig von ihrer Position und ihrem Verhältnis zum Bestandteil des komplexen Satzes. Die Partikel modifiziert den kommunikativen oder emotionalen Gehalt des Satzbestandteils, während der Konnektor syntaktisch-semantisch

6*

83

vom Satzglied isoliert, d. h. es verändert den Inhalt der Satzglieder nicht, sondern zeigt lediglich die Beziehung zwischen ihnen an. Auch Übergangsfälle sind möglich.

2. Das Wort tik „nur“, das an der Stelle einer Konjunktion steht, erfüllt eine Konjunktionsfunktion, insbesondere in den Fällen, in denen es eine hervorhebende Bedeutung hat. Das Wort ir „und“, das am Anfang des zweiten Teils steht, erfüllt noch recht häufig die Funktion eines semantischen Modifikators, d. h. einer Partikel. Die Wörter bet „aber“, „alles“, tai „das“, die in unterschiedlichen Funktionen verwendet werden, haben gewöhnlich auch unterschiedliche Bedeutungen. Die Wörter bent „wenigstens“, dar „noch“, juk „doch“, net „sogar“, vis „alles“ usw. sind stets semantische Modifikatoren.

3. Partikeln und Adverbien ohne formale Kennzeichen bilden, wenn sie sich intonatorisch mit Konjunktionen verbinden, gewöhnlich keine Einheit mit ihnen (o ir „aber auch“, bet tik „aber nur“, dar ir „noch auch“, ir vis dėlto „und dennoch“, ir todėl, ir dėlto „und deshalb“ u. a.). In solchen Verbindungen erfüllen die einzelnen Wörter ihre eigenständige Funktion. Eine unteilbare syntaktische Einheit bilden nur Konjunktionen mit den Partikeln gi „ja“, tai „das“ (ogi „aber“, betgi „aber“, ir tai „und das“, o tai „aber das“ u. a.) sowie zwei synonymische Konjunktionen (o tačiau, o betgi „aber“, o tuo tarpu „währenddessen“ u. a.).

4. In bestimmten Fällen verstärken Partikeln sowie einige Modal- und andere Wörter mit eigenständiger lexikalischer Bedeutung, die im ersten Satzglied (gewöhnlich am Anfang) verwendet werden, die konjunktionale Funktion (Vergleich oder Gegensatz) (tik — ir vēl „nur — und wieder“, dar — o jau „noch — und schon“, vos — ir „kaum — und“, gana — ir, užteko ir „genug — und“, reikia — ir „es ist nötig — und“ u. a.). Fast immer sind solche syntaktisch-lexikalischen Verbindungen nicht grammatikalisiert. Zu den Konjunktionen tendieren nur Verbindungen, in deren erstem Satzglied ne „nicht“ steht (ne tik — bet ir „nicht nur — sondern auch“, ne — ir „nicht — und“, ne — bet „nicht — aber“ u. a.). Doch auch in solchen Verbindungen ist ein engerer Zusammenhang nur dann zu beobachten, wenn die genannten Wörter bei gleichrangigen Satzgliedern stehen. Im zusammengesetzten Satz, in dem Partikeln nur bestimmte Wörter modifizieren, während die Konjunktion ganze Satzglieder verbindet, lassen sich die einzelnen Funktionen der Wörter, die durch syntaktisch-lexikalische Beziehungen gekennzeichnet sind, noch recht deutlich voneinander abgrenzen.

Document details