Internationale wissenschaftliche Konferenz
Terminologie und Terminografie: Entwicklung, aktuelle Fragen, Perspektiven
ASTA MITKEVIČIENĖ
Institut für Litauische Sprache
Am 10. und 11. Oktober 2013 fand im Institut für Litauische Sprache die alle zwei Jahre veranstaltete internationale wissenschaftliche Konferenz zur Terminologie statt. Der Titel der diesjährigen Konferenz lautete: Terminologie und Terminografie: Entwicklung, aktuelle Fragen, Perspektiven. Sie wurde vom Terminologiezentrum des Instituts für Litauische Sprache und Infoterm (Internationales Informationszentrum für Terminologie) organisiert. Auf der Konferenz wurden 10 Vorträge auf Englisch und 14 auf Litauisch gehalten. Innerhalb von zehn Jahren ist die Terminologiekonferenz wahrhaft international geworden: Die ausländischen Vortragenden kamen aus Spanien, Österreich, Ungarn, Deutschland, Dänemark, Finnland, Polen, Russland und Lettland (zum Vergleich: Die internationale Terminologiekonferenz von 2003 war auf die baltischen Staaten beschränkt).
Die Konferenz wurde mit einem eingeladenen Vortrag von Sergiusz Grinewas-Griniewicz (Universität Białystok, Moskauer Geisteswissenschaftlich-Pädagogisches Institut) eröffnet, der über die Grundsätze und Perspektiven terminologischer Tätigkeit sprach. Der Vortragende erörterte gesondert die Terminologiewissenschaft (theoretische Tätigkeit) und die Terminologiearbeit (praktische Tätigkeit). Die praktische Terminologiearbeit umfasst dem Professor zufolge die Erfassung und Pflege des Terminologiebestands, die Abstimmung einzelner Terminologien, den Aufbau von Terminologiesystemen, terminografische Tätigkeit, terminologische Redaktion, Begutachtung, Übersetzung, terminologische Dokumentations- und Informationsdienste, die Einführung normierter Terminologie, die Ausbildung von Terminologiefachleuten und Nichtfachleuten sowie das Management und die Planung der Terminologie.
Der emeritierte Professor Heribert Picht untersuchte Begriffe als Spiegel sozialer Veränderungen. Seiner Ansicht nach sind soziale Begriffe: 1) meist interdisziplinär, 2) ein Teil von ihnen kann stark normativ sein, 3) ihr Lebenszyklus wird vor allem durch soziale Faktoren bestimmt, 4) die meisten sind Konstrukte, 5) sie hängen von Ideologie oder Religion ab, 6) sie können umstritten sein und unterschiedlich interpretiert werden, 7) sie können sich plötzlich oder allmählich verändern. International
Terminologija | 2013 | 20
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