Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

LIETUVIŲ KALBOS GRAMATIKOS TYRINĖJIMAI LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

DAS ADJEKTIV, NUMERALE UND PRONOMEN DER WESTAUKŠTAITISCHEN MUNDARTEN PALATVĖS1

A. JONAITYTĖ

ADJEKTIV

1. Allgemeine Bemerkungen

Genus. Die Adjektive dieser Mundarten haben drei Genera: das Maskulinum, das Femininum und das bereits schwindende Neutrum, z. B.: bãugus, bãugi, bãugu; grãžus, grãži, grãžu; kìec, kìeta, kìet.

Adjektive des Neutrums werden im Allgemeinen recht selten verwendet, und die Neutrumformen der a-, ia-Stämme verschwinden sogar gänzlich. Außerdem haben nur Adjektive des Positivs das Neutrum bewahrt. Die Formen des Komparativs der Adjektive des Neutrums sind seit Langem mit den Adverbien des Komparativs zusammengefallen, und auch die alten Formen des Superlativs der Adjektive des Neutrums wurden durch Adverbien des Superlativs ersetzt, z. B.: gerã·usei, šaļčã·usei.

Adjektive im Neutrum werden gewöhnlich verwendet, um den Zustand oder das Befinden einer Person zu beschreiben, z. B.: mã· blõ·g; nè· mã· šilt, nè· šã·lt „das ist mir gleichgültig“; …i tas rublė·lis miel; gẽ·rì nèšveik Škn; ka dã· kõ·ke diena (— nichts), o· kõ·ke — negẽ·r i gãna Šk; širdis vãtal vãtal (schlägt), ka negẽ·r Dam; tẽip tã·u čė linksми, grãžu Škn; tẽip nebesmãgu be lì·taus Darg; dãba šiena pjã·ut bãugu — gã·l bū·t lì·taus Dilb; o· jau su mažų kai bjãuru, ka dãñču rè·k; mã· jau ãr nebemalõ·nu và·lgì·t, nebãskanu Sk.

u-kamieniai bevardės giminės būdvardžiai dar vartojami ir kitais atvejais, pvz.: lãuke tõ·ks dvãñks (tvankumas), tõ·ki šilima, o· trõ·bo· vẽ·su Sk; ãušt, žì·mu diena Dam; dvìdešimt kapẽikų mãišas bū·dã·va brãngu „mokėti po 20 kapeikų už maišą būdavo brangu“ Darg; tà lìga šunku ì·ra pagì·dì·t Dam.

Aus den Beispielen geht hervor, dass das Neutrum vorwiegend in unpersönlichen Sätzen erhalten bleibt, in denen das neutrale Adjektiv als Teil des zusammengesetzten Prädikats fungiert2.

In den Mundarten wird das Neutrum ersetzt durch:

1. Adverbien, z. B.: a tã·u gerãi? šã· žiẽma būva gilei sniega Škn; bitim nègerai; dãba ka žãlu· bãrkšču· bū·tu, tãi bū·t gerai Dilb; sã·ka, lãbai, grãžei vilñui; jãu, adõ·mai, mã· blõ·gai Sk.

1 Straipsnis yra prieš keletą metų (1962) parašyto didesnio darbo „Šakynos tarmė“ dalis. Straipsnių šio darbo temomis yra skelbta ir anksčiau (žr. LKK, t. 2, p. 109—130; MADA, 1960 m., t. 1(8), p. 151—162; LKK, t. 3, p. 91—111 ir p. 79—86; LKMSR, p. 165—177; LKGS, p. 171—182.

2 Dar dėl būdvardžių bevardės giminės išlikimo priežasčių žr. K. Явнисъ, Грамматика литовского языка, Петроградъ, 1908—1916, p. 87.

183

2. Femininum der Adjektive, z. B.: pė·rn visa pavā·sari būva šal­ta i šal­ta; ale, sā·ka, če šlāpe Skn; sā·ka, svēika su rū·tum (rūtomis) trīni Dilb; dāba vaikā·m tāiso·m minkščā·usei, o· pirmau piemuo pārginei bānda, ant šuola acigūlsi, nė· būs kiēta šo·na·m, nė· gā·lvai Dam; ūžvē·jo·, kur nāpuč vē·jes, ga·l i gēra bū·tu gulē·ti; šēndie nė· lābai kāršta Sk; būva nā·kti gēra gā·udi·t Dilb³.

3. Maskulinum der Adjektive (seltener), z. B.: pastovē·jes vānduo skānus gē·ri; trūšis (triušis) bjāurus pjā·ut Sk; (pinigų) nė· vērc šū·ši; nū, kas pās jum nāuje Skn.

So verschwindet das Neutrum der Adjektive nicht nur in den beschriebenen Mundarten, sondern auch in den benachbarten žemaitischen und aukštaitischen Dialekten.

Numerus. Das Adjektiv dieser Mundarten kennt nur Singular und Plural. Spuren des Duals sind nur im Dativ Plural aller Stämme und im Instrumental Plural der Stämme o, io, ē erhalten geblieben; unter dem Einfluss des Duals haben sich dort Formen ohne -s durchgesetzt.

Kasus. Der Vokativ der Adjektive in den Mundarten stimmt mit dem Nominativ überein. Eine Ausnahme bilden nur mehrsilbige Adjektive auf ia (medinis, rudbārzdis, apī·geris…) – bei ihnen unterscheiden sich Singular-Nominativ und -Vokativ gewöhnlich (Vokativ Sg.: medini, rudbārzdi, apī·geri…). Gelegentlich wird jedoch auch hier anstelle des Vokativs bereits der Singular-Nominativ verwendet.

Die Kasusendungen sind, abgesehen von einzelnen Fällen, weitgehend dieselben wie im Standardlitauischen⁴.

Stamm. Die Adjektive der beschriebenen Mundarten gehören den Stämmen a, ia, u, o, io, und ē an (bā·lc, medinis, nāujes, smārkus, bālta, nāuje, smārki, medine…). Bei einzelnen Adjektiven stimmt der Stamm bisweilen nicht mit dem Stamm des entsprechenden standardlitauischen Adjektivs überein, z. B.: glēbnus, glēbni; glāžnus, glēžni; lēngvus, lēngvi; links­mus, linksmi; in solchen Fällen stimmt er jedoch gewöhnlich mit dem Stamm desselben Adjektivs in den benachbarten žemaitischen Dialekten überein (vgl. lē·ngv·ōs ~ lengvūs, lī·nksm·ōs ~ linksmūs Pp).

Steigerungsstufen. In den Mundarten werden drei Hauptsteigerungsstufen der Adjektive unterschieden: Positiv, Komparativ und Superlativ. Außerdem gibt es zwei Zwischenstufen: zwischen Positiv und Komparativ den Elativ (ziemlich selten) und nach dem Superlativ den höchsten Superlativ. Gesteigert werden dieselben Adjektive wie im Standardlitauischen.

Akzentuierung. Zweisilbige Adjektive haben wie im Standardlitauischen nur zwei Akzentklassen: III (ā·ukšč, āukšto; lī·gus, lī·gi) und IV (nāujes, nāuje; smāgus, smāgi).

Mehrsilbige Adjektive mit den Stämmen a-, ia haben keine Akzentklasse IV.

Mehrsilbige Adjektive mit uu-Stamm haben keine Akzentklassen I und II, Adjektive mit o-Stamm keine Akzentklassen II und IV, Adjektive mit io-Stamm keine Akzentklassen II und III und schließlich Adjektive mit ē-Stamm keine Akzentklasse IV. Mehrsilbige Adjektive mit Akzentklasse I oder III sind zudem sehr selten.

Der Dativ Singular der Adjektive im Femininum der Akzentklassen III und IV hat bei allen Stämmen, wie in vielen anderen Dialekten, den Akzent nicht auf dem Stamm, sondern auf der Endung, z. B.: aukštā·i, didelē·i, mo·lind·i, panasē·i, silpnā·i.

Es gibt noch weitere Fälle, in denen die Akzentuierung der Adjektive in den beschriebenen Mundarten von der des Standardlitauischen abweicht. Zu nennen sind dabei folgende Fälle:

1. Einzelne Adjektive mit dem Suffix -ingas, -a, die von Substantiven mit festem Akzent abgeleitet sind, bewahren Akzentstelle und Intonation des Substantivs, z. B.: bā·iminks, bā·iminga;

3Dass die oben angeführten Beispiele im Femininum stehen, zeigt der zurückgezogene Akzent und der erhaltene Endungsvokal a < ā. Das alte unbetonte kurze a ist in den Mundarten in allen Fällen geschwunden.

4 Zu den žemaitischen Dativ-Plural-Formen des Maskulinums siehe LKMSR, S. 168.

184

dioningi (mė·tai); gė·dinks, -a; ká·links, -a (ká·lns ist in den Mundarten ein Wort der Akzentklasse I gewesen, vgl. ká·lnai „bestimmte Gebete“); ká·ulinks, -a; kū·ninks, -a „fett, -e, voll, -e“; mó·links, -a; míltinks, -a; pieninga; pró·tinks, -a; pú·links, -a; súltinks, -a; vė·jinks, -a; vilninks, -a… Dasselbe Phänomen ist auch in den benachbarten žemaitischen Mundarten zu beobachten, z. B.: miltinks, pí·ninga, giedinks, pruótinks, smiltinks Krš.

Die Betonung solcher Adjektive mit dem Suffix -ingas, -a ist als Überbleibsel der früheren doppelten Betonung (Stamm- und Endungsbetonung) dieser Art litauischer Adjektive anzusehen.

2. Spuren der Stammbetonung haben auch einzelne Mundartadjektive mit den Suffixen -ėtas, -a; -ótas, -a; -úotas, -a; bewahrt, z. B.: ká·ulė·c, ká·ulė·ta; pé·lkė·c, -a; sá·ulė·c, -a; bá·mbo·c, -a; gi·slo·c, -a; kúilo·c, -a (mit Hernie — „Eber“); á·nkštuoc, -a; ká·uluoc, -a; lí·tuoc, -a; miltuoc, -a; trá·škannuoc, -a; vė·juoc, -a.

Derzeit wird bei fast allen angeführten Beispielen nicht mehr nur der Stamm, sondern auch das Suffix betont; diese Suffixbetonung verallgemeinert sich zunehmend.

3. Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė werden jetzt nach Akzentklasse II betont, doch bei dem einen oder anderen ist noch die Stammbetonung erhalten, z. B.: bárkštinis (bring das kleine Fass bárkštini); káulinis, -e || kaulinis, -e; vá·sarinis, -e || vasarinis, -e usw.

4. Nach Akzentklasse II wird auch das Adjektiv perni·kštis, perni·kštė || perni·kščė betont.

5. Die Adjektive geltó·ns, gė·lto·na; mė·li·ns, mė·lina; raudó·ns, raúdo·na werden nach Akzentklasse III betont.

6. Die Adjektive aiškus, -i, lygus, -i, tankus, -i werden ausschließlich nach Akzentklasse III betont (Nom. Sg. á·iškus, -i, lí·gus, -i, tá·nkus, -i), wie auch in allen benachbarten Mundarten.

7. Zweifach – nach Akzentklasse III und IV – wird das Adjektiv brángus || brángus, brángi || brángi betont.

Zur Betonung der Komparativ-, Elativ- und Superlativformen sowie der pronominalen Adjektive siehe S. 188, 189, 191.

2. Deklination einfacher Adjektive

Maskulinum

a-Stamm

Singular Plural Nom. mask. bá·l c, á·lkanas bá·lti, ál kani Gen. bá·lta, á·lkana bá·ltu, álkanu Dat. baltá·m, alkaná·m baltiem(s), alkaniém(s) á·lkamui Akk. bá·lta, á·lkana bá·ltus, á·lkanus Instr. bá·ltu, á·lkano bá·ltais, álkaniais Lok. bá·ltam(e) álkanam(e) bá·ltuos(e) álkanuos(e)

Die Deklination der a-stämmigen Adjektive in den beschriebenen Mundarten entspricht im Allgemeinen derjenigen im Schriftlitauischen, lediglich die Endungen einzelner Kasus werden verkürzt. Mit Ausnahme des Singular-Lokativs werden die Kasusendungen der a-stämmigen Adjektive ebenso verkürzt wie die Endungen der a-stämmigen Substantive⁵. Die Endung -e im Singular-Lokativ der Adjektive wird fast immer getilgt, bei a-stämmigen Substantiven dagegen nie. Außerdem haben mehrsilbige Adjektive, wie auch in den benachbarten žemaitischen Dialekten (z. B. dem von Kuršėnai), mit Ausnahme von Farbbezeichnungen (geltó·ns, mė·li·ns, raudó·ns...), im Singular-Dativ neben ihrer alten pronominalen Endung bereits auch eine seltener gebrauchte substantivische Endung.

5Siehe LKK, Bd. 3, S. 98—99.

185

ia-Stamm

Singular Plural Nom. langāinis, žā·lis Nom. mask. langāinei, žāli Gen. langāine, žā·le Gen. langāinū, žālu· Dat. langāinui, žalā·m Dat. langāinām(s), žāliem(s) Akk. langāini, žā·le || žā·li Akk. langāinus, žālus Instr. langāinu, žālu Instr. langāineis, žāleis Lok. langāini·, žālem(e) Lok. langāinuos(e), žāluos(e) Vok. langāini

Der Singular-Dativ mehrsilbiger ia-stämmiger Adjektive weist eine substantivische Endung auf. Eine Ausnahme bildet lediglich das Adjektiv didelis. Doch auch sein Singular-Dativ hat gelegentlich bereits eine substantivische Endung.

ia-stämmige Adjektive haben im Singular-Nominativ die Endung -ias; im Singular-Akkusativ haben sie eine Nebenform mit der Endung -i, z. B.: pė·ščes || pė·sc: pė·šce || pė·šti. Die Formen mit der Endung -i sind nach dem Singular-Akkusativ jener ia-stämmigen Adjektive entstanden, die im Singular-Akkusativ regelmäßig -i aufweisen6. Dieselbe Erscheinung ist auch für die benachbarten žemaitischen Dialekte charakteristisch.

Im Singular-Lokativ haben mehrsilbige Adjektive mit den Suffixen -ykštis, -inis neben der häufiger gebrauchten substantivischen Endung gelegentlich noch die alte pronominale Endung, z. B.: medini· || medinem, vakari·kšti || vakari·kščem. Die benachbarten žemaitischen Dialekte bewahren die alte pronominale Endung in ihrer vollständigen Form.

u-Stamm

Singular Plural V.Š. li·gus li·gus K. li·gaus, li·ge li·gu· N. li·gām li·giem(s) G. li·gu li·gus A. li·gu li·geis L. li·gem li·guos(e)

Die Deklination der Adjektive mit u-Stämmen unterscheidet sich, mit Ausnahme des Genitivs Singular, nicht von der der Standardsprache.

Neben der älteren Genitivform Singular der Adjektive mit u-Stamm haben die Mundarten manchmal bereits auch eine Form mit ia-Stamm. Offenbar könnte das Beispiel benachbarter niederlitauischer Dialekte (Kuršėnai, Papilė, Akmenė) den Übergang der Formen mit ia-Stamm zum u-Stamm begünstigt haben, da die Adjektive mit u-Stamm dort bereits deutlich mehr Formen mit ia-Stamm aufweisen. Formen mit ia-Stamm können jedoch auch nach dem Muster des Genitivs Singular der Substantive mit ia-Stamm derselben Mundarten in den Genitiv der Adjektive mit u-Stamm eindringen, vgl.: suklūpa ant li·ge ke·le; niekur nerandu āpuole me·dže; se·ne (karvė) išplempe puse kubila sū·re vā·ndine Škn.

6 Vgl. den Akkusativ Singular der Substantive mit ia-Stamm derselben Herkunft, siehe LKK, Bd. 3, S. 100—101.

186

Femininum

Die Adjektive im Femininum aller Stämme werden ebenso dekliniert wie die Substantive im Femininum derselben Stämme; daher werden weder Beispiele für Paradigmen noch gesonderte Anmerkungen zu einzelnen Kasusformen angeführt, da das für die Substantive im Femininum der entsprechenden Stämme Gesagte auch hier gilt⁷. Ergänzend sei erwähnt, dass die Adjektive ri˙ti˙kšči̇e, ši̇ndieni˙kščė || šėndieni˙kščė, vakari˙kščė neben Formen mit io-Stamm auch Formen mit ē-Stamm haben (ri˙ti˙kšte, ši̇ndieni˙kšte || šėndieni˙kšte, vakari˙kšte; Gen. Sg. ri˙ti˙kštės, ši̇ndieni˙kštės || šėndieni˙kštės, vakari˙kštės usw.), während die Adjektive didelė, dešinė, kairė im Genitiv und Lokativ Singular sowie im Dativ, Instrumental und Lokativ Plural neben ihren alten Formen mit ē-Stamm auch entsprechende Formen mit io-Stamm haben, z. B.: Gen. Sg.: didelės || didelōs, dešinės || dešinōs, kairės || kairōs; Lok. Sg.: didelē || didelō, dešinē || dešinō, kairē || kairō; Dat. Pl.: didelum(s) || didelēm(s) || didelōm(s)…; Instr. Pl.: didelum(s) || didelēm(s) || didelōm(s)…; Lok. Pl.: – didelē(s)(e) || didelō·s(e) || didelios(e)…. Dasselbe Phänomen ist auch in den benachbarten niederlitauischen Dialekten zu beobachten. Es ist das Ergebnis einer Stammvermischung. Freilich könnten die flektierten Formen dieser Adjektive auch durch die pronominalen Formen in den entsprechenden Kasus beeinflusst worden sein, in denen gerade ein deutliches io am Stammauslaut zu hören ist, z. B.: Gen. Sg. kairōsės, Lok. Sg. kairōjo· usw.

3. Steigerung der Adjektive

Komparativ der Adjektive

Der Komparativ der Adjektive in den beschriebenen nordwestlichen Oberlitauischen Mundarten (wie auch in vielen benachbarten oberlitauischen und niederlitauischen Dialekten) unterscheidet sich vom Litauischen lediglich durch den Zirkumflex, z. B.: aukštē·snis, aukštē·sne; baltē·snis, baltē·sne; didē·snis, didē·sne.

Die Adjektive dieses Steigerungsgrades werden dekliniert:

Maskulinum Singular Plural N./A. baltē·snis baltēsni baltē·snei G. baltē·sne baltēsni· baltēsne (selten) baltēsni· D. baltesnā·m baltesniem(s) baltē·šnui Akk. baltē·sni baltēsnu̇s Instr. baltēsniu baltēsneis Lok. baltēsnem(e) baltēšnuos(e) Femininum Singular Plural N./A. baltē·sne baltē·snes G. bāltėšnio·s baltēšni· bāltėšne·s (selten) baltē·snes D. baltesnē·i baltesnūm(s) baltesnō·m(s) baltesnē·m(s) Akk. baltē·sne baltēsnes Instr. baltēsne baltēsnium(s) baltēsniō·m(s) baltēsne·m(s) Lok. baltēsniō· baltēsniō·s(e) baltē·šniō· baltēsne·s(e) baltēsne· baltēsnuos(e)

7 Siehe LKK, Bd. 3, S. 100–103.

187

Der Dativ Singular und der Nominativ Plural der maskulinen Komparativadjektive weisen auch Formen von Substantiven des ia-Stammes auf.

Die alten Formen auf ė-Stamm im Genitiv und Lokativ Singular sowie im Dativ, Instrumental und Lokativ Plural der femininen Komparativadjektive werden, wie auch in den benachbarten niederlitauischen Dialekten8, durch die entsprechenden Formen des io-Stammes verdrängt.

Aus dem Paradigma ist ersichtlich, dass einige Kasusformen der Komparativadjektive auf zwei Arten betont werden: Entweder liegt der Akzent auf der vorletzten Silbe oder auf der Endung (von dort wird er auf die erste Silbe zurückgezogen). Diese Betonung kann mehrere Ursachen haben:

1. Sie hängt mit den besonderen Eigenheiten der Akzentzurückziehung in den beschriebenen Mundarten zusammen. So können etwa Instrumental Singular und Akkusativ Plural ganz regelmäßig auf zwei Arten betont werden: báltėšniu, báltėsne; báltėšnūs, báltėsnes und baltėšnu, baltėšne; baltėšnūs, baltėsnes. Entsprechend den Kasus, in denen der Akzent regelmäßig auf die vorletzte Silbe zurückgezogen werden kann, kann diese Betonung auch auf andere Kasus verallgemeinert werden. Für eine solche Verallgemeinerung sind die Bedingungen besonders günstig am östlichen Rand des Mundartgebiets, da die benachbarten mittleren Oberlitauischen Dialekte (Joniškis u. a.) den Akzent gewöhnlich nur auf die vorletzte Silbe zurückziehen, z. B.: Nominativ Plural senėšni, Genitiv Plural senėšnu.

2. Der Akzent einzelner Kasusformen der Komparativadjektive kann nach den durchgehend betonten Kasus verallgemeinert werden, z. B.: Genitiv Singular baltė·snes, Lokativ Singular baltė·sńo || baltė·sne u. a.

3. Die Variation der Betonung von Komparativadjektiven, insbesondere im westlichen Teil des Mundartgebiets (Šakyna, Šiūpyliai, Aukščučiai), kann auch durch den benachbarten niederlitauischen Dūnininkai-Dialekt von Kuršėnai beeinflusst sein, in dem diese Adjektive nach den Akzentparadigmen II und IV betont werden. Infolge der Vokalassimilation in diesem Dialekt wird in einigen Kasus der betonte Vokal e des Suffixes -esnis, -ė verlängert, z. B.: Mask. Sg. Nom. gerėšnis, Sg. Dat. mažėšnu, Sg. Akk. jaunėšni u. a. Solche Formen konnten leicht auch in die beschriebenen nordwestlichen Oberlitauischen Mundarten übernommen werden.

Der Superlativ der Adjektive

In den beschriebenen Mundarten wird der Superlativ der Adjektive, wie auch in allen benachbarten Dialekten, mit dem Suffix -(i)ausis, -(i)ausia, gebildet, z. B.: bjaur‧d’usis, bjaur‧d’u-se; ger‧d’usis, ger‧d’use; pikč‧d’usis, pikč‧d’use.

Zur Deklination der Adjektive in diesem Grad ist lediglich festzuhalten, dass sich bei den maskulinen Adjektiven im Superlativ von 1k. vier Kasusformen unterscheiden: Sg. Nominativ (skanā’usis), Akkusativ (skanā’usi), Lokativ (skanā’usem(e) || skanā’usi·) und Pl. Nominativ (skanā’usei)9.

Die substantivische Form des Sg. Lokativs, die neben der älteren Lokativform des Superlativs im Sg. verwendet wird, ist weiterhin selten.

Die Kasusendungen der femininen Adjektive im Superlativ unterscheiden sich in keiner Weise von den Kasusendungen der io-stämmigen Substantive10.

Die Akzentuierung der Adjektive im Superlativ ist dieselbe wie bei 1k.

8 Siehe auch LKMSR, S. 167.

9 Zu ihrem Verhältnis zu den entsprechenden Kasusformen des Superlativs in den benachbarten mittelaukštaitischen und žemaitischen Dialekten siehe LKMSR, S. 167.

10 Siehe LKK, Bd. 3, S. 102.

188

Weitere Komparativstufen der Adjektive

1. Der abgeschwächte Komparativ. Er wird mit dem Suffix -ėlesnis, -ėlesnė gebildet, z. B.: didėlesnis, didėlesnė; mažėlesnis, mažėlesnė. Adjektive dieser Stufe sind in den beschriebenen Mundarten recht selten.

Die Kasusendungen der maskulinen Adjektive im abgeschwächten Komparativ sind dieselben wie beim Komparativ, mit Ausnahme des Singulars im Dativ, der keine pronominale Form mehr aufweist, sondern nur noch eine substantivische — mažėlesniui.

Feminine Adjektive im abgeschwächten Komparativ werden wie feminine Adjektive im Komparativ dekliniert; mit Ausnahme des Singulars im Lokativ haben sie jedoch nirgends parallele Formen mit dem io-Stamm.

Der Akzent der Adjektive dieser Stufe ist fest.

2. Der allerhöchste Adjektivgrad. Dieser Grad wird durch verschiedene syntaktische Konstruktionen gebildet:

a) Mit dem Pronomen pats, pati und der pronominalen Form des Adjektivs, z. B.: pàč didì·sis; pà·čė didžà·je isirinka; ė·je par pà·ti gli·ji sniega Škn; àš pàti senõ·ji, pàti gražõ·ji Sk; pà·tis gerìeji vaistai Dilb. Diese Konstruktion ist sehr weit verbreitet.

b) Mit dem Pronomen pats, pati und der Superlativform des Adjektivs, z. B.: elzbieta pati senà·use; ànie pà·tis bijaurà·usei. Diese Konstruktion ist in den beschriebenen Mundarten recht selten.

c) Mit dem Adjektiv im Superlativ und den Partikeln už vis (už vis senà·use), par vis par visus, par visas (stabarà·uskis par visus senà·usis Dilb; šuovims, — tas par vis lengvà·use mirtis Auks); visù· (visù· senà·usis pàlikau Sk), kõ· (kõ· senà·use dàine uždainuok Drg) usw.

d) Mit dem Genitiv Plural der Adjektive im Positiv und der Superlativform, z. B.: gærù· gefà·usis, nàujù· naujà·usis.

e) Mit Komparativformen der Adjektive und den Partikeln už vis, par vis usw., z. B.: už vis gerė·snis; par vis jaunė·sne; par visas gerė·sne usw.

Die Intensität einer Eigenschaft kann auch auf andere Weise ausgedrückt werden, z. B.: bà·lc balčà·usis „sehr weiß, außergewöhnlich weiß“, gèrs gerà·usis, júoc juodžà·usis.

4. Pronominale Adjektive

Pronominale Adjektive sind in den Mundarten sehr lebendig und weit verbreitet. Ihre Herkunft11 und Verwendung12 sind dieselben wie im Litauischen.

Pronominale Formen werden auch von Komparativ- und Superlativadjektiven gebildet. Die pronominalen Formen der Elativ- und aller höchsten Superlativadjektive sind jedoch vergleichsweise selten.

Beispiele: pronominale Komparativformen: geresnì·sis, geresnó·ji; tamsesnì·sis, tamsesnó·ji; Elativ — gerė·lesnì·sis, gerė·lesnó·ji; Superlativ — gerà·usi·sis || gerà·usesis (selten), gerà·uso·ji; senà·usi·sis || senà·usesis, senà·uso·ji; höchster Superlativ — visù· gerà·usi·sis || visù· gerà·usesis, visù· gerà·uso·ji.

11 Siehe Z. Zinkevičius, ĮBIB, S. 5—18 und LD, S. 277—279.

12 Siehe A. Valeckienė, Der Gebrauch pronominaler Adjektive in der heutigen litauischen Sprache, Literatura ir kalba, Bd. 2, S. 172—256; LKG, Bd. 1, S. 505—513.

189

Deklination

Maskulinum

Singular

V.Š. baltāsis, aiškūsis, aukštesni·sis, senā·usi·sis; bā·ltasis, aiški·sis || ā·iški·sis || gražēsis, senā·usesis (sehr selten) K. bā·lto·je, ā·iško·je, aukštesnio·je, senā·uso·je N. bā·lto·jui, ā·iško·jui, aukštesnio·jui, senā·uso·jui G. bā·ltā·ji, ā·išku·ji, aukštesni·ji, senā·usi·ji, ā·iški·ji, senā·use·ji (sehr selten) stāmbe·ji Įn. baltuoju, aiškuoju, aukštesniūoju, senā·usuoju Vt. baltamē·je, aiškemē·je, aukštesnemē·je, senā·usemē·je

Plural

V.Š. baltiejei, aiškiejei, aukštesniejei, senā·usiejei K. baltū·ju·, aiškū·ju·, aukštesnū·ju·, senā·usū·ju· N. balties·ā·m(s), aiškies·ā·m(s), aukštesnies·ā·m(s), senā·usies·ā·m(s), baltiesiem(s) (sehr selten), G. baltuōsus, aiškuōsus, aukštesniūosus, senā·usuosus Įn. baltāiseis, aiškēiseis, aukštesnēiseis, senā·useiseis Vt. baltuōsuos(e), aiškuōsuos(e), aukštesniūuos(e), senā·usuos(e)

Von den u-stämmigen pronominalen Adjektiven weist der Singular-Nominativ zwei nebeneinander bestehende Formen auf, z. B.: aiški·sis, gražēsis. Ihr Auftreten ist wohl als Ergebnis des Einflusses der benachbarten žemaitischen Dialekte anzusehen13.

Man begegnet bisweilen auch nebeneinander bestehenden Formen anderer Art, z. B. rū·kštus — rū·kš-tūsis || rū·kštāsis Dlb. Die Form rū·kštāsis ist wohl durch Analogie zum a-Stamm entstanden (vgl. baltāsis, piktāsis).

Die Herkunft der nebeneinander bestehenden Formen mit -y- im Singular-Nominativ der pronominalen Adjektive im Superlativ lässt sich durch die Besonderheiten des Superlativs einfacher Adjektive erklären: gerā·usi·sis < gerā·usi + jis.

Der Singular-Dativ der pronominalen Adjektive hat, wie auch in den benachbarten žemaitischen Dialekten, nur eine substantivische Endung14.

Der Singular-Akkusativ der maskulinen pronominalen Adjektive weist Formen nebeneinander auf, die denselben Ursprung haben wie die des Singular-Nominativs. Die ia-stämmigen Formen gražē·ji, stāmbe·ji sind anstelle der u-stämmigen wohl nach dem Muster des Singular-Nominativs entstanden.

Der Singular-Lokativ der maskulinen pronominalen Adjektive ist ähnlich wie in den benachbarten žemaitischen Dialekten gebildet, z. B.: didemi·jie Krš, didemējie Pp15. In Pažemaitė selbst begegnen bereits fast rein žemaitische Singular-Lokativformen, z. B.: maža-mē·jie Krp.

13 Vgl. LKMSR, S. 167—168.

14 Zur Herkunft des vor der Endung stehenden -o(j)- siehe Z. Zinkevičius, ĮBIB, S. 93—94 und LD, S. 285.

15 Zur Herkunft siehe K. Явнисъ, Грамматика литовского языка, Петроградъ, 1908—1916, S. 114.; Z. Zinkevičius, LD, S. 113.

190

Der Nom. Pl. und der Dat. Pl. haben, wie auch in den angrenzenden žemaitischen Mundarten (Papilė, Kuršėnai), substantivische Endungen¹⁶.

Der Nom. Sg. der adjektivischen Pronominalformen des Maskulinums wird im gesamten žemaitischen Grenzgebiet bisweilen nach žemaitischem Muster betont, z. B.: bá·ltasis, didì·sis.

Femininum

Singular

Nom. baltō·ji, aiškō·ji, aukštėsñō·ji, sená·usō·ji Gen. baltō·ses, aiškō·ses, aukštėsñō·ses, sená·usō·ses Dat. bá·ltā·jei, á·iškā·jei, aukštėsñā·jei, sená·usā·jei Akk. bá·ltā·je, á·iškā·je, aukštėsñā·je, sená·usā·je Instr. baltā·je, aiškā·je, aukštėsñā·je, sená·usā·je Lok. baltō·jo·, aiškō·jo·, aukštėsñō·jo·, sená·usō·jo·

Plural

Nom. bá·ltō·ses, á·iškō·ses, aukštėsñō·ses, sená·usō·ses baltō·ses, aiškō·ses, aukštėsñō·ses, Gen. baltū·ju·, aiškū·ju·, aukštėsñū·ju·, sená·usū·ju·:i Dat. baltūm̃sum(s), aiškūm̃sum(s), aukštėsñūm̃sum(s), sená·usūm̃sum(s) baltō·sum(s), aiškō·sum(s), aukštėsñō·sum(s), sená·usō·sum(s) baltō·so·m(s), aiškō·so·m(s), aukštėsñō·so·m(s), sená·usō·so·m(s) Akk. baltá·ses, aišká·ses, aukštėsñá·ses, sená·usá·ses didžō·ses, Instr. baltūm̃sum(s), aiškūm̃sum(s), aukštėsñūm̃sum(s), sená·usūm̃sum(s) baltō·sum(s), aiškō·sum(s), aukštėsñō·sum(s), sená·usō·sum(s) baltō·so·m(s), aiškō·so·m(s), aukštėsñō·so·m(s), sená·usō·so·m(s) Lok. baltō·so·s(e), aiškō·so·s(e), aukštėsñō·so·s(e), sená·usō·so·s(e) baltūosuos(e), aiškūuosuos(e), aukštėsñūuosuos(e), sená·usūuosuos(e)

Die Kasus Dat. Pl. und Instr. Pl. sind in den Mundarten in jeder Hinsicht bereits zusammengefallen und weisen jeweils drei gleiche Nebenformen auf, darunter eine mit erhaltenem Konsonanten m des ersten Bestandteils und entsprechend verdoppelter Endung um.

Am östlichen Rand des Gebiets (in der Umgebung von Skaitgirys) kommen gelegentlich solche Nebenformen des Akk. Pl. vor wie z. B.: didžō·ses, didžō·ses. Offenbar stammen sie aus den ostaukštaitischen Mundarten; vgl. den Akk. Pl. gerǫ·ss von Kriukai (hier wird lit. ą als ǫ wiedergegeben, z. B.: ko·sñs ~ kásnis)¹⁷.

In den beschriebenen Mundarten wird der Nom. Pl. auf zwei Arten betont. Der Dat. Pl. und der Instr. Pl. werden gleich betont — ein Unterschied im Tonverlauf ist beim Hören nicht wahrnehmbar.

16 Zum Auftreten der substantivischen Endungen siehe Z. Zinkevičius, ĮBIB, S. 83—85 und LD, S. 268—269.

17 Zur Herkunft und Verbreitung dieser Formen siehe Z. Zinkevičius, ĮBIB, S. 27—28 und LD, S. 291—292.

191

ZAHLWORT

1. Allgemeine Bemerkungen

Die Zahlwortkategorien der besprochenen Mundarten sind dieselben wie im Litauischen.18

Das Genus der Zahlwörter in den Mundarten stimmt mit dem Genus der entsprechenden litauischen Zahlwörter überein19. Zahlwörter haben kein Neutrum. Wo im Litauischen Ordinalzahlen im Neutrum gebraucht werden (pirma, antra…), verwenden die Mundarten Adverbien, z. B.: pirma nuveik kãrvu· pažūrė·i, paskui prisiskink lã·pu·, paskui, kai sušils, palė·isk paršukus Skn.

Zahlwörter werden in den Mundarten ebenso flektiert wie im Litauischen.20

Unflektierbar sind verkürzte Zehnerbezeichnungen, z. B.: dė·šim(t) || dė·šim(c), … devìneżdė·šim(t) || devìneżdė·šim(c) sowie zusammengesetzte Bruchzahlwörter, z. B.: púsàntra, púsàntro·s, || púsàntro·s (selten), púsànt ru· || púsàntru· (selten) (Jahre). Alle übrigen Zahlwörter haben sechs Kasus und werden, von einzelnen Fällen abgesehen, wie die Adjektive und Substantive der Mundart mit entsprechendem Stamm und Numerus flektiert.

2. Deklination

Kardinalzahlen

Grundzahlwörter

Die kardinalen Grundzahlwörter der Mundarten bilden hinsichtlich der Deklination keine einheitliche Gruppe: Sie zerfallen in kleinere Untergruppen und manchmal sogar unmittelbar in einzelne Paradigmen.

Das Zahlwort viens, viena wird wie ein zweisilbiges Adjektiv der a- und o-Stämme der III. Akzentklasse dekliniert, z. B. wie bã·lc, bãlta. Nur der Lokativ Singular Femininum hat, wie derselbe Kasus der Pronomen des Femininums, manchmal eine entsprechende Form des Maskulinums, z. B. vienam(e) pùsė „auf einer Seite“. Eine solche Erscheinung findet sich auch in den benachbarten žemaitischen Dialekten. Der Lokativ Singular Maskulinum hat neben der üblichen Form vienam(e) am westlichen Rand des Mundartgebiets manchmal auch die Form vienem(i)21.

Die Deklination des Zahlworts dù, dvì unterscheidet sich nur geringfügig von der im LK. Lediglich an den Dativ und Instrumental wird manchmal die Pluralendung -s angefügt: dvìems, dvìems (vgl. entsprechende Pluralformen anderer nominaler Wörter: baltìem || baltìems). Außerdem wird neben der Lokativform des Femininums dvìejo·s(e) auch die Form dvìejos(e) verwendet22.

Das Zahlwort ãbu, ãbi wird wie dù, dvì dekliniert. Das Zahlwort abùdu || abùodu, abìdvì || abìedvì wird folgendermaßen dekliniert:

Maskulinum

Femininum

Lok. Sg. abùdu abùodu Gen. abùdviejų· abìdviejų· abùodviejų·

Lok. Sg. abìdvì abìedvì abìdves (Skn, Auks, Krp) Gen. abìdviejų· Dat./Instr. abìdviem

18 Siehe LKG, Bd. 1, S. 605—608.

19 Siehe ebenda, S. 609.

20 Siehe ebenda, S. 609 und zu den Bruchzahlwörtern S. 626—627.

21 Zu ihrer Herkunft siehe LKMSR, S. 169.

22 Zu den in der Südžemaitischen Gegend vorkommenden Formen mit wurzelhaftem -i- siehe LKMSR, S. 168.

192

N. Instr. abùdviem abìdviem abùodviem abùdum (Škn, Auks, Krp) Lok. abìdviejùos(e) abìdviejùos(e) abùodviejùos(e) Lok. abìdvije·s(e) abìdvije·uos(e)

Die Nominativ- und Akkusativformen abùodu, abìedvi sind offenbar recht alt, da die hinzugefügte Komponente du, dvi die alte diphthongische Endung der ersten Komponente bewahrt hat. Von den maskulinen Formen dieses Zahlworts werden am häufigsten Nominativ und Akkusativ verwendet; die Formen der übrigen Kasus sind wenig gebräuchlich und werden gewöhnlich durch die entsprechenden Formen des Zahlworts abù ersetzt. Zum Beispiel sagt man: pàrvesk abùdu à·r̃klus; ar abùdu àr̃klei matì·ti, bet abìeju· àr̃klu· nètè·. Aufgrund der geringen Lebendigkeit des Zahlworts abùdu werden auch seine übrigen Kasusformen in den Mundarten auf unterschiedliche Weise umgebildet, da sie offenbar kein einheitliches System mehr bilden. Am häufigsten werden sie nach dem Nominativ-Akkusativ umgebildet; wie aus dem Paradigma hervorgeht, kommen aber auch Formen mit dem Vokal i (abìdvije·, abìdviem…). vor. Sie sind wahrscheinlich nach den femininen Formen entstanden.

Deutlich lebendiger und weiter verbreitet sind die femininen Formen dieses Zahlworts; deshalb gibt es auch im Paradigma weniger Schwankungen.

Näher an der samogitischen Sprachgrenze (Šakýna, Aukščiai, Kruopiai) weist der maskuline Dativ-Instrumental recht häufig die samogitische Form abùdum auf, der feminine Nominativ-Akkusativ dagegen die Form abìdves.

Das Zahlwort tri·s unterscheidet sich, wenn man die phonetischen Verkürzungen rückgängig macht, vom Litauischen Standard nur durch die alternative Lokativform des Femininums trìjuos(e).

Die Zahlwörter kèturi, kė·tures,… dè·vi·ni, devì·nes werden wie der Plural zweisilbiger Adjektive mit ia-- und io-Stamm flektiert (z. B. žá·lš, žàle).

Die Zahlwörter von „11“ bis „19“ haben wie das Litauische Standard sowohl das Formans -lika (z. B. dvì·lika,… penkó·lika,…) als auch das Formans -leka (z. B. dvì·leka, tri·leka).

Im östlichen Teil des beschriebenen Mundartgebiets (Skaistgirys, Kyburiai) scheint das Formans -lika häufiger aufzutreten als im westlichen Teil (Šiupyliai, Šakýna, Aukščiai, Kruopiai).

Beim Zahlwort „vienuolika“ kann der Konsonant n der ersten Komponente noch hart oder palatalisiert sein: vienuólika || viẽnuólika und vienuóleka || viẽnuóleka. Dieses Zahlwort mit palatalisiertem n findet sich auch in den benachbarten samogitischen Mundarten (vgl. Kuršėnai vi·nù·leka, Papilė veĩnõulekᵃ). Der Konsonant n kann in Anlehnung an andere Kardinalzahlen derselben Art mit regelmäßig palatalisiertem n (septì·nõ·lika, aštuonõ·lika, devì·nõ·lika) palatalisiert werden.

Im unmittelbaren Vorland Samogitiens kommt noch eine weitere Form vor: vi·nùoleka. Sie ist wahrscheinlich ebenfalls samogitisch; vgl. vi·nù·leka Krš, veĩnõulekᵃ || viñõulekᵃ Akm, veĩnõulekᵃ || vi·nõulekᵃ Vgr.

Die Zahlwörter von „11“ bis „19“ werden wie der Singular der Substantive mit o-Stämmen der Mundarten dekliniert²³. Unklar ist nur, ob die Akkusativform mit dem Nominativ übereinstimmt, wie im Litauischen²⁴, oder phonetisch verkürzt ist wie der Akkusativ Singular der Substantive mit o-Stämmen der Mundarten (gá·Iva).

23 Siehe LKK, Bd. 3, S. 100.

24 Siehe LKG, Bd. 1, S. 649.

13. Lietuvių kalbos gramatikos tyrinėjimai

193

Zahlen dieser Gruppe können manchmal unflektiert sein, z. B.: ant šešō'lęka (Eier) užlė'džau (brüten), į visus vérte „ausgebrütet“; ana būva dvī'lęka mā'tu-išnešta pro' lā'nga Dam. Daneben werden jedoch häufiger flektierte Formen verwendet, z. B.: aš tik už dvī'lękas mā'tu pasiimšu Dam.

Die Bezeichnungen der Zehner werden in den Mundarten auf drei Arten gekürzt, z. B.: dė·šimc || dė·šimt || dė·šim. Alle diese Kurzformen werden parallel verwendet; es ist nahezu unmöglich festzustellen, welche häufiger und welche seltener ist. Diese Formen werden nicht flektiert.

Daneben wird, wenn auch sehr selten, auch die ungekürzte Form verwendet. Die vollständige Form des Nominativs gibt es jedoch nicht mehr; an ihrer Stelle wird eine der Kurzformen verwendet. So sagt man beispielsweise: Gen. dvīdešimties, Dat. dvīdešimčei, Akk. dvīdešimtį, Instr. dvīdešimče, Lok. dvīdešimti· || dvīdešimtie, aber Nom. dvīdešim(t)(c).

Wie dvīdešim(t)(c) wird auch das Zahlwort dė·šim(t)(c) flektiert, hat jedoch auch sämtliche Pluralformen. Von den Pluralformen femininer Substantive der i-Stämme unterscheidet es sich dadurch, dass ich neben den Pluralformen Nominativ und Akkusativ des Zahlworts nie Formen der ē-Stämme gehört habe.

Die Kardinalzahlen milijo·ns, šimc, tū·kstantis werden wie Substantive desselben Stammes in den Mundarten flektiert.

Zusammengesetzte Zahlwörter, die aus mehreren einzelnen Zahlwörtern bestehen, werden wie 1k.25 flektiert.

Akzentuierung. Abgesehen von der Dativform Singular Femininum des Zahlworts „eins“ vienái und dem nach Akzentklasse II und IV akzentuierten Zahlwort šimc werden alle übrigen grundlegenden Kardinalzahlen nach Wiederherstellung des regelmäßig zurückgezogenen Akzents wie 1k. akzentuiert.

Kollektivzahlen

Die Kollektivzahlen der Mundarten sind ebenso gebildet wie 1k.26

Neben der Kollektivzahl vieneri, vieneres wird sehr häufig mit derselben kollektiven Bedeutung auch die einfache Zahl vieni, vienas verwendet, z. B.: vieni käilinei, vienas pirš-tines.

Die Kollektivzahlen dvēji, dvē·jes; trēji, trē·jes werden wie der Plural des Adjektivs žā'ls, žāle der Mundarten flektiert und akzentuiert.

Auch das Zahlwort ābej, ā·bejes wird auf dieselbe Weise flektiert; lediglich im Akkusativ liegt der Akzent auf dem Stamm: ā·bejus, ā·bejes.

Das Femininum-Paradigma der Kollektivzahlen mit dem Suffix -eri, -eres (z. B. kē·tveri, kē·tveres) entspricht dem Plural der io-Stamm-Substantive im Plural der Mundarten27.

Das Maskulinum-Paradigma unterscheidet sich nach Wiederherstellung der verkürzten Dativ- und Lokativendungen nicht von 1k.28

Akzentuierung. Die Akzentuierung der Zahlwörter septýneri, -erios; aštuoneri, -erios; devyneri, -erios ist uneinheitlich. Doppelte Akzentuierung haben:

1. Der Nominativ Maskulinum, z. B.: septì·neri ~ septýneri und septì·neri;

25 Siehe LKG, Bd. 1, S. 623.

26 Siehe ebenda, S. 624.

27 Siehe LKK, Bd. 3, S. 102.

28 Siehe LKG, Bd. 1, S. 623.

194

2. Genitiv beider Genera, z. B.: septì·nėrù ~ septýnerių und septì·nėrù ~ septýnerių (vgl. a tik tá·u nerei̇̀kė·s trejù devì·nerù Škn);

3. Gelegentlich Instrumental und Lokativ beider Genera, z. B.: septì·nereis ~ septýneriais || septì·nereis ~ septýneriais; septì·nerò·s(e) ~ septýneriose || septì·nerò·s(e) ~ septýneriose.

In all diesen Fällen sind Formen mit Endbetonung häufiger, während solche mit Nicht-Endbetonung seltener sind. Besonders selten sind die Formen des Instrumentals und Lokativs mit Nicht-Endbetonung.

Die Betonungsschwankung dürfte wahrscheinlich daher entstanden sein, dass solche großen kollektiven Zahlwörter in den Mundarten nicht häufig gebraucht werden und die Menschen einfach kaum noch wissen, wie sie sie betonen sollen29.

Interessant ist, dass bei den Formen dieser Zahlwörter der Akzent gewöhnlich nicht auf die erste Silbe des Wortes, sondern auf die zweite Silbe vom Wortanfang aus zurückgezogen wird.

Sammelzahlwörter

In den Mundarten begegnen Sammelzahlwörter von trẽ·jee… bis devì·nec. Anstelle von dvejeto „Zweiergruppe“ wird põ·ris „Paar“ verwendet, z. B.: ga·l ga·ušu kò·ki pò·ri trẽ·jeta šimtù (Rubel) Škn.

Sammelzahlwörter werden wie 30 flektiert und betont; den Lokativ hat man jedoch nie gehört.

In den Mundarten sind diese Zahlwörter nicht sehr lebendig und kommen nur gelegentlich vor. Üblicherweise drücken sie eine gewisse Unbestimmtheit aus, z. B.: pàrnešk duònas pò·ri trẽ·jeta kilògramu; an tò·kos ù·kes laikì·dà·va pẽnketa še·šeta árklu; o·gi trẽ·jeta vàlandù acigù·li i vẽl kẽlkis (…etwa drei Stunden schlafen); kità kárta pò·nai važinė·dà·va kẽtureis árkleis (= mit vier Pferden) Škn.

Bruchzahlwörter

Die Bruchzahlwörter der Mundarten sind nicht vielfältig. Abgesehen von pusę (pùse) und dem Slawismus čvertì || čvertką (čvė·rtis || čvėrtka „Viertel“), werden nur Bruchzahlwörter verwendet, die aus pus- und dem Genitiv eines Ordinalzahlworts gebildet sind, z. B.: pusà ntra, pustre·če… puzdevì·no·lekta; sie werden flektiert und verwendet wie 31. Anstelle dieser Bruchzahlwörter kann man es auch anders ausdrücken: Maskulinum viens su pùse, dù su pùse; Femininum dvì su pùse, kẽ·tures su pùse. Bei solchen Bildungen wird das Zahlwort des ersten Bestandteils flektiert, z. B.: Nominativ dù su pùse, Genitiv dviejų· su pùse usw.

Ordinalzahlwörter

Die Ordinalzahlwörter der Mundarten weichen in folgenden Fällen von den Grundzahlwörtern ab:

1. In Liedern kommt gelegentlich eine ältere Form des Ordinalzahlworts siebte vor: sė·kmas, z. B.: o· čė visi pẽnki, o· aš pac sestasis, sė·kmas mùna žirgė·lis Sk (Dorf Rukužiai). Hier ließ die Versform des Liedes nicht zu, sekmo durch septintu. zu ersetzen.

29 Das Substantiv metai, das dazu beitragen könnte, das Paradigma dieser Zahlwörter lebendig zu erhalten, hat in den Mundarten recht häufig sowohl Singular- als auch Pluralformen; deshalb werden damit üblicherweise kardinale Grundzahlwörter verwendet, z. B.: dina· m·ėta nebūva ò·belu; tù jau didelis, jau septì·nù m·ė·tu Škn.

30 Siehe LKG, Bd. 1, S. 625.

31 Siehe LKG, Bd. 1, S. 626–627.

13°

195

2. Das Zahlwort aštuntas, -a hat drei Formen. Am häufigsten wird die Form mit dem in den Mundarten monophthongierten -uo- aštont, aštonta verwendet, seltener die mit der litauischen Standardsprache gemeinsame Form aštunc, aštunta, und am seltensten kommt die Form mit erhaltenem -uo- vor — aštuonc, aštuonta.

Zusammengesetzte Ordinalzahlen von „11“ bis „19“ haben ebenso wie die entsprechenden Kardinalzahlen jeweils zwei nebeneinander bestehende Formen, z. B.: dvi’likc, dvi’likta || dvi’lekc dvi’lekta.

Die zusammengesetzte Ordinalzahl pirms, pirma kann gesteigert werden.

Zusammengesetzte Ordinalzahlen werden wie die a- und o-stämmigen Adjektive der Mundart flektiert; einzige Ausnahme ist trè’čes, trèčė. Dieses Zahlwort wird wie die ia- und io-stämmigen Adjektive der Mundarten flektiert (z. B. ža’ls, ža’le32).

Der Dativ Singular Maskulinum der zusammengesetzten Ordinalzahlen von 11 bis 19 sowie aller Bezeichnungen zusammengesetzter Zehner hat zwei Formen: eine pronominale Endung wie in der litauischen Standardsprache und die substantivische Endung -ui, z. B.: dvi’likta’m || dvi’liktui, trizdešimta’m || trizdešimtui.

Akzentuierung. Die zusammengesetzten Ordinalzahlen von pirmo bis dvidešimto sowie das Zahlwort trisdešimtas werden ebenso akzentuiert wie die entsprechenden zusammengesetzten Ordinalzahlen der litauischen Standardsprache33.

Die aus Zehnerbezeichnungen gebildeten zusammengesetzten Ordinalzahlen von keturiasdešimto bis devyniasdešimto werden unterschiedlich akzentuiert:

1. In allen Kasus bleibt der Akzent auf der ersten Komponente, z. B.: pėnkezdešimc, pėnkezdešimta, devi’nezdešimc, devi’nezdešimta.

2. Der Akzent wechselt von der vorletzten Silbe auf die Endung; diese Zahlwörter werden wie Wörter der Akzentklasse IV akzentuiert, z. B.: keturezdešimc, keturezdešimta, Dativ Plural keturezdešimtem(s), Femininum keturezdešimtum(s), Akkusativ Plural keturezdešimtus, keturezdešimtas usw.

Pronominale zusammengesetzte Ordinalzahlen. Pronominale zusammengesetzte Ordinalzahlen sind in den Mundarten recht gebräuchlich. Nichtpronominale Formen der zusammengesetzten Ordinalzahlen šimtàsis, šimtó’ji; tu’kstan-tàsis, tu’kstan tó’ji sind mir nicht einmal zu Ohren gekommen.

Zusammengesetzte pronominale Ordinalzahlen werden wie pronominale Adjektive der Mundarten flektiert und akzentuiert.

Verschiedene Zahlwortbildungen

Aus kollektiven Zahlwörtern mit dem Suffix -ópas, -ópa werden Zahlwortadjektive gebildet, z. B.: dvejó’ps, dvejó’pa; trejó’ps, -a; ketveró’ps, -a… dešimteró’ps, -a; sie werden wie die Adjektive der entsprechenden Stämme in den Mundarten flektiert. Sie werden betont und verwendet wie in der Schriftsprache.

Zahlwortbildungen mit dem Bestandteil -gubas, -guba: viengups, vienguba; dvigups, -a; trigups, -a; keturgups, -a; sie werden wie die Adjektive der Mundarten mit denselben Stämmen flektiert. Die Betonung entspricht der Schriftsprache. In den Mundarten werden sie bisweilen auch anstelle von Bildungen mit dem Bestandteil -linkas, -linka verwendet, z. B.: kló’kis su vienguba skara, su dviguba būs par šiltai; par vienguba skara’le vė’jes ein kai par sieta Škn.

Zahlwortbildungen mit dem Bestandteil -linkas, -linka, z. B.: vienlinks, vienlinka, dvilinks, -a, devi’nlinks, -a; sie werden wie die Adjektive der Mundarten mit denselben Stämmen flektiert. Sie werden betont und verwendet wie in der Schriftsprache.

32 Zu den neben den žemaitischen maskulinen Singularformen im Nominativ und Akkusativ auftretenden Formen des Zahlworts trè’čes (und trečàsis) siehe LKMSR, S. 168.

33 Žr. A. Laigonaitė, Lietuvių literatūrinės kalbos kirčiavimas, Vilnius, 1959, p. 64—65.

196

Anstelle der Bildungen viengups,… dvigups… werden bisweilen viembulc ~ vienbultas, viembulta ~ vienbulta; dibulc, -a; tribulc, -a verwendet. In die Mundarten gelangte, wahrscheinlich über das Lettische, zuerst der Germanismus dibulc³⁴. Danach entstanden auch viembulc und tribulc, bisweilen sogar keturbulc.

Aus den ersten beiden Bildungen dieser Art werden ihrerseits mit dem Suffix -inis, -inė weitere Adjektive gebildet: viembultinis, viembultinė; dubultinis, dubultinė, z. B.: šėndie reikš sudė·t dubultinus lá·ngus; a to·s pirštines būs dubultines, a viembultines? Škn.

Von den Zahlwortbildungen mit dem Bestandteil -lypis, -lypė ist in den Mundarten nur ein Wort belegt: der Name eines Hügels mit zwei Gipfeln im Dorf Daukšiai in der Umgebung von Žagarė: dvili·pis (~ Dvilypis).

Aus kollektiven Zahlwörtern werden mit dem Suffix -gis || -gys, -gė Zahlwortadjektive gebildet: dvėgi·s, dvėgė·… ketvėrgis, ketvė·rge… devi·nė·rgis, devi·nė·rge. Sie werden wie die Substantive der Mundarten mit denselben Stämmen dekliniert.

PRONOMEN

1. Allgemeine Bemerkungen

Pronomenklassen.³⁵ Einige Pronomen der Mundarten können je nach Satzbedeutung einmal zu einer Klasse, ein anderes Mal zu einer anderen gehören, z. B.: āns, āna — Personalpronomen (āns mā· žadė·je še·klas pasko·li·t Škn) und Demonstrativpronomen (paduok daba āna· krėpši Škn); pāc, pāti — Demonstrativpronomen (pāc miš, pāc blā·un Škn) und Personalpronomen — als Mittelstellung zwischen tu und tamsta (sā·ka, pā·o·s tė·vuks ār turė·jes é·itvara Kyb); kó·ks || kó·ks || kō·ks, kō·ki || kō·ki || kō·ki — Interrogativ- und Relativpronomen (sakī·k, kó·ks tas naujėsis pirmininks Kyb) sowie Indefinitpronomen (cė kó·kem smó·te ėsa·s cigō·mu· so·džuks „hier soll es irgendwo ein Zigeunerdorf geben“ Žg); kātras, -a — Interrogativ- und Relativpronomen (parsinėšu, kātrie negā·l ēīt, pasidalī·sme „ich bringe etwas mit; mit denen, die nicht gehen können, werden wir teilen“ Kyb) und Demonstrativpronomen (po· tris gėktarus katrā·m (kiekvienam) primete (žemės) Dam); kās — Interrogativ- und Relativpronomen (kās čė būva Škn) sowie Indefinitpronomen (i vėl kās su pō·ru ārkļu· ilek „und wieder fährt irgendjemand mit einem Paar Ochsen hinein …“ Žg); kūris, -i — Demonstrativpronomen (kūris jau lāiks, o· dā· pūsri·cė neduod „es ist schon so spät …“ Škn), Indefinitpronomen (apsižiė·ni·s i lai gi·vė·s kūra· diena „irgendwann wird es sich ergeben, und dann soll er leben“ Sk) und bisweilen Interrogativ- und Relativpronomen (kūru· vėlnu· če dauž·is? Škn); kēlint, kēlinta — Interrogativpronomen (kēlinta vālonda? Škn) und Indefinitpronomen (antro·ji vėl kēlinta vā·kara rūoždamā·si·s pažū·rė·s, a nēgaus matī·f, kó·ks āns i· „die zweite dachte sich ebenfalls eines Abends beim Fertigmachen, nachzusehen, ob sie ihn nicht sehen würde, wie er aussieht“ Dilb); tō·ks || tō·ks || tō·ks, tō·ki || tō·ki || tō·ki — Demonstrativpronomen (ta sūkne būs va tō·ke ilgūma Škn), Determinativpronomen (tō·ke aš tāvē·s niekur nelē·isu Škn) und Indefinitpronomen (važiuodami sutiko·m tō·ke žmo·nė·le Škn).

Genus. Die Pronomen der Mundarten sind genusmarkiert oder genusneutral — ebenso wie im Litauischen.³⁶

Genusmarkierte Pronomen haben nur zwei Genera: das Maskulinum (āns, pāc, tās …) und das Femininum (āna, pāti, tā …).

³⁴ Lettisch dubulc < deutsch niederdeutsch dubbelt, siehe K. Mühlenbach, Latviešu valodas vārdnīca, Bd. 1, Rīgā, 1923—1925, S. 509.

³⁵ Der Beitrag folgt der Systematik der Pronomen in der schulischen Grammatik der litauischen Sprache; siehe J. Žiugžda, Lietuvių kalbos gramatika, 1, Kaunas, 1966, S. 123.

³⁶ Siehe LKG, Bd. 1, S. 638—639.

197

Das Neutrum gibt es nur beim Pronomen kas kita, z. B.: va dāba tai jau kas kita Škn; dāba tai kas kita gavė:f: žė:me atl̇jus, minkšta Darg. Dass es sich hier um ein Neutrum handelt, ist aus dem Sinn der Sätze ersichtlich; die ursprüngliche neutrale Form der Mundarten dürfte jedoch phonetisch verkürzt worden sein: kas kit. Daher ist diese Pronomenform entweder aus anderen Dialekten in die beschriebenen Mundarten gelangt oder an den Nominativ Singular Femininum angepasst worden, der das auslautende a bewahrt.

An allen anderen Stellen wird anstelle des Neutrums gewöhnlich verwendet:

a) der Nominativ Singular Maskulinum, z. B.: tās jau nė: didele laime Žg;

b) der Akkusativ Singular Maskulinum, z. B.: a pādarei tā*, kā* āš tā'u šakau Škn.

Numerus. Mit Ausnahme der Personalpronomen aš, tu, tą msta werden nichtpersonale Pronomen nicht nach Numerus flektiert.

Die Personalpronomen aš, tu, āns, āna, jis, ji haben drei Numeri: Singular, Plural und Dual. Allerdings werden neben ihren Dualformen inzwischen ebenso häufig auch Pluralformen verwendet.

Einzelne Dualformen von Kasus kommen auch in den Paradigmen der Demonstrativpronomen šis, tas vor, z. B.: Nom. tuodu, to'dvi (Fem.), šiodu || šiedu; Gen. tuodviejų. Vielleicht haben sich die Dualformen hier nach dem Pronomen āns, āna erhalten, das in einem großen Teil des Mundartgebiets sowohl als Personal- als auch als Demonstrativpronomen verwendet wird. Als Personalpronomen hat es regelhaft Dualformen, die es bisweilen auch bei demonstrativer Verwendung beibehält.

Alle übrigen Pronomen der Mundarten haben nur Singular und Plural.

Kasus. Die Personalpronomen aš, tu haben keinen Lokativ Singular und Plural. Auch die nichtpersonalen Pronomen nieks, viskas, kas und alle damit gebildeten zusammengesetzten Pronomen (außer le kąs, kas nōns || nōnt...) haben keinen Lokativ. Der Lokativ dieser Pronomen wird durch Adverbien ersetzt.

Weitere Unterschiede in der Flexion der Pronomen gegenüber dem Litauischen gibt es ebenfalls. Z. B.:

a) Die Maskulinumpronomen āns, jis, kās, kātras, šis, tās, tātras sowie die nichtpersonalen Pronomen nieks, viskas haben im Instrumental Singular neben den Grundformen ānuo, juō, kuō, kātruo, nieku, šūo, tūo, viskuo auch seltenere Nebenformen mit -m: ānuom || ānum, juōm, kūom || kūm, kātruom || kātrum (selten), niekuom || niekum, šūom || šūm, tūom || tūm, tātruom || tātrum (selten), viskuom || viskum.

b) Der Lokativ Singular der Pronomen āns, kic, tās weist im westlichen Teil des Mundartgebiets neben den Formen ānam(e), kitam(e), tām(e) gelegentlich auch die Nebenformen ānem(i), kitem(i), tēm(i)37 auf.

c) Der Dativ Plural der Maskulinumpronomen hat nahe der Grenze zum Niederlitauischen (Aukščiai, Kruopiai und teilweise auch Šakyna) neben den Formen mit der Endung -iem(s), z. B. āniem(s), kitiem(s), auch niederlitauische Formen mit der Endung -im(s), z. B. tīms38.

d) Der Akkusativ Plural der Pronomen āns, kātras, šis, tās, tātras weist im westlichen Teil des Mundartgebiets neben den Formen anuōs, kātruōs, šuōs, tuōs, tātruōs auch niederlitauische Formen ānus, kātrus, šūs, tūs, tātrus39 auf.

e) Der Nominativ Singular der Femininumpronomen jokia, kokia, tokia, šiokia, kitokia, vienokia, visokia hat die Endung -i, z. B.: jō·ki || jō·ki || jō·ki ~ jōki || joki, kō·ki || kō·ki || kō·ki ~ kōki || koki. Dieselbe Endung haben diese Pronomen in einigen benachbarten mittellitauischen Mundarten (z. B. kōki, tōki in Rudiškės und Daunorava) sowie in den dounininkai-Mundarten des Niederlitauischen (z. B. tuokė ~ toki in Papilė).

37 Zu ihrer Herkunft siehe LKMSR, S. 169.

38 Vgl. LKMSR, S. 168.

39 Näheres siehe LKMSR, S. 169.

198

f) Der Instrumental Singular der Pronomen àna, ji, kàtra, ši, tà, tàtra hat im gesamten Gebiet der Mundarten meist nur pronominale Formen: anà'je, já'je, katrà'je, šà'je, tà'je, tatrà'je. Außerdem kommen in der Gegend von Aukštučiai und Kruopiai, manchmal auch in Dilbinai und Šakyna, bereits verkürzte pronominale Formen vor: anà'i, katrà'i, šè'i, tà'i. Solche verkürzten Formen werden auch in einigen benachbarten žemaitischen Mundarten verwendet, z. B. in Kuršėnai anà'i ~ aną́ja, katrà'i, šè'i, tà'i. Nichtpronominale Formen sind etwas häufiger nahe der Grenze zu den mittellitauischen Mundarten, in der Gegend von Kyburis, manchmal Skaistgirys u. a., z. B.: sù_ja~su ją, tà Kyb, tà Sk. Pronominale Formen des Instrumental Singular anstelle nichtpronominaler Formen kommen auch in benachbarten mittellitauischen Mundarten vor, z. B. in Rudiškiai tà und já'je, tà'je.

g) Das Pronomen tà hat im Lokativ Singular neben der Femininform tõ˙ sehr häufig auch die Maskulinform des Lokativs Singular tàm(e)40.

h) Die Pronomen àna, ji, kàtra, tàtra, ši, tà haben im Akkusativ Plural ein langes auslautendes a: anà's, já's, katrà's, šà's, tà's, tatrà's.

Manchmal jedoch, besonders näher an der Grenze zum Niederlitauischen, begegnen auch Formen mit kurzem a: tàs, ànas.

i) Die Pronomen kas und tas haben im Akkusativ manchmal auch die Formen unklarer Herkunft kũo, tũo (Šakyna, Kruopiai)41.

Betonung. Die Pronomen verfügen über kein einheitliches Betonungssystem. Hinsichtlich der Betonung zerfallen sie in mehrere Gruppen, die sich mehr oder weniger voneinander unterscheiden.

2. Deklination

Personalpronomen

In den Mundarten werden folgende Personalpronomen verwendet: àš, tù, àns, àna, jis, ji⁴², tà'mista, pàc, pàti.

Die Pronomen àš, tù. An den Nominativ Singular àš, tù wird ziemlich häufig die enklitische Partikel -ai angefügt: àšai, tùjei.

Die Genitivformen Singular manè's, tàvè's sind vermutlich nach dem Muster der Genitivformen Singular von ē-Stämmen mit Endungsbetonung gebildet, vgl. kàtè's, vàršketøy's. Sie lassen sich nicht mit den phonetischen Besonderheiten der Mundarten als andersstämmig erklären. In den benachbarten niederlitauischen und mittellitauischen Dialekten gibt es keine solchen Genitivformen Singular.

Die Dativformen Singular lauten mà'n, tà'u. Neben mà'n ist auch die verkürzte Form mà'. weit verbreitet.

Die Akkusativformen Singular màni ~ mani, tàvi ~ tavi stimmen mit den entsprechenden Formen der benachbarten mittellitauischen und niederlitauischen Dialekte überein.

In der Gegend von Kruopiai, Dilbinai und Šakyna wird manchmal anstelle der üblichen Akkusativform Singular tàvi auch tèvi gesagt. Diese Form stammt wahrscheinlich aus dem niederlitauischen Akmenė-Dialekt, kann aber in Einzelfällen auch auf den Einfluss des Lettischen zurückgehen.

Die Instrumentalformen Singular mànim, tàvim unterscheiden sich vom literatursprachlichen Litauisch nur durch die verkürzte Endung.

Die Nominativformen Plural lauten mè's, jù's. Neben der Form mè's wird jedoch fast im gesamten Mundartgebiet auch mà's verwendet. Vgl. mà's in den benachbarten niederlitauischen Dialekten von Kuršėnai und Papilė.

40 Siehe ausführlicher LKMSR, S. 169 und LKGS, S. 178.

41 Dazu siehe LKMSR, S. 169 und LKGS, S. 177.

42 Zu den Verbreitungsgebieten von àns, àna und jis, ji siehe LKMSR, S. 169—170.

199

Im Genitiv Plural werden neben mūsų, jūsų43 sehr weit verbreitet auch die für benachbarte žemaitische Mundarten charakteristischen Formen mūsa ~ mūso, jūsa ~ jūsą. Die Endung -o ist wahrscheinlich über die Possessivpronomen māna ~ māno, tāva ~ tāvo44 in den Genitiv Plural der Personalpronomen gelangt.

Die Formen des Dativs Plural lauten mūm(s), jūm(s). Das auslautende s bleibt nur im unmittelbaren Vorland des Žemaitischen erhalten, und auch dort unregelmäßig.

Die Formen des Akkusativs Plural sind in den beschriebenen Mundarten sehr vielfältig: Neben den aus dem Dativ Plural übernommenen Formen mūm(s), jūm(s) werden auch die heutigen Instrumentalformen des Plurals mūm(s), jūm(s). verwendet. Näher an der žemaitischen Sprachgrenze werden für den Akkusativ Plural die alten Instrumentalformen des Plurals mūmis, jūmis, verwendet; bei Šakyna und Aukščiūčiai kommen gelegentlich noch weitergehende Umbildungen davon vor — mūmes, jūmes45.

Die Instrumentalformen des Plurals mūm(s), jūm(s) sind verkürzt: Sie haben kein auslautendes -i-, und -s kommt ebenfalls häufiger nur im unmittelbaren Vorland des Žemaitischen vor.

Im Dual dieser Pronomen werden folgende Formen verwendet:

Maskulinum

Nom. mūdu, jūdu Gen. mūdvieju·, jūdvieju· Dat. mūdviem, jūdviem mūdum, jūdum (Škn, Auks, Krp, Dilb)⁴⁶ Akk. mūdu, jūdu Instr. mūdviem, jūdviem mūdum, jūdum (Škn, Auks, Krp, Dilb) Lok. — —

Femininum Nom. mūdvi, jūdvi mūdes, jūdes (Škn, Auks)⁴⁷ Gen. mūdviejų, jūdvieju· Dat. mūdviem, jūdviem Akk. mūdvi, jūdvi mūdes, jūdes (Škn, Auks) Instr. mūdviem, jūdviem Lok. — —

Die Pronomen der dritten Person ans, ana, jis, ji werden folgendermaßen dekliniert:

Maskulinum

Singular N. ans, jis K. ano·, jo· D. anám, já·m A. ana·, ji· I. ánuo, júo ánuom, júom ánum L. ànam(e)

Plural N. ànie, jìe K. ànu·, jù· D. àniem(s), jìem(s) aním(s) A. ànuos, júos ànus I. ànais, jé̇is L. ànuos(e), júos(e)

43 Die unbetonte Endung des Genitivs Plural ist, mit Ausnahme im äußersten südlichen Samogitien, stets lang; nur die folgenden Pronomen bilden eine Ausnahme.

44 Vgl. J. Jablonskis, Raštai, Bd. 1, Vilnius, 1957, S. 266.

45 Zur Herkunft siehe LKMSR, S. 170.

46 Zum Verhältnis dieser Dativ- und Instrumentalformen des Duals zu den samogitischen Dialekten siehe LKMSR, S. 170.

47 Zum Verhältnis dieser Formen zu den samogitischen Dialekten siehe ebenda.

200

Weibliches Geschlecht

Singular Plural N. àna, jì N. àno·s, jō·s G. àno·s, jō·s G. ànų, jū· D. aná·i, jé·i D. anúm(s), G. àna·, jā· anó·m(s), jó·ms Akk. anáje, jé·je Akk. aná·s, jā·s ànai, ànas, àna, jā ànum(s), Lok. àno·, jō· àno·m(s), jō·m(s) Ins. àno·s(e), jā·s(e) ànuos(e), jūos(e)

Dual Maskulines Geschlecht Femininum N./Akk. anūdu, jiedu N./Akk. anūdvi, jiedvi aniódu, júodu aniódvi, júodvi G. anūdvieju·, anūdves, aniódvieju·, júodvieju· aniódves D. Ins. anūdviem, jiedviem G. anūdvieju·, aniódviem, júodviem aniódvieju·, júodvieju· anū dum, D./Ins. anūdviem, jiedviem aniódum, aniódviem, júodviem Lok. anūdviejuos(e), Lok. anūdviejo·s(e), aniódviejuos(e) anūdviejuos(e), aniódviejo·s(e), aniódviejuos(e)

Abgesehen von den Dingen, die über die einzelnen Kasus dieser Pronomen im Abschnitt „Allgemeine Bemerkungen“ gesagt wurden, ist noch zu erwähnen, dass neben der Singular-Nominativform il des Pronomens der 3. Person Femininum nahe der Grenze zu den mittleren Aukštaiten recht häufig auch jn vorkommt. Diese Form ist aus jinai entstanden, nachdem die enklitische Partikel -ai abgefallen ist. Die Dualformen der Pronomen der 3. Person werden nur vom Stamm der maskulinen Pronomen gebildet; das Geschlecht dieser Formen wird durch die Endung angezeigt. Außerdem haben sich in der Dualparadigma der Pronomen àns, àna solche Formen weitgehend durchgesetzt, bei denen die alte maskuline Dual-Nominativ-Akkusativ-Endung -uo der ersten Komponente, wahrscheinlich in Analogie zum Zahlwort abù, abùdu, zu -u verkürzt ist, z. B.: anūdu, anūdvieju·. Die Dualkasusendungen der Pronomen àns, àna, jìs, jì sind dieselben wie die der Pronomen àš, tù. Der Dual des Pronomens jìs, jì ist seltener als der des Pronomens àns, àna. Da jìs, jì an der Grenze zu den Žemaiten nicht verwendet wird, gibt es in seinem Paradigma keine žemaitischen Formen.

Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen šavè·s wird wie der Singular der Personalpronomen àš, tù dekliniert. Es unterscheidet sich nur dadurch, dass es einen Lokativkasus hat — sàvi·. In dem Teil des Sprachgebiets, in dem die Singular-Akkusativform tèvi vorkommt, wird neben sàvi manchmal auch die etymologisch gleichartige Form sèvi wie tèvi gesagt.

201

Possessivpronomen

Die beschriebenen Mundarten haben folgende unveränderliche Possessivpronomen: mana, tava, sāva, mū’su || mū’sa, jū’su || jū’sa.

Außerdem kommt in der Gegend um Skaistgirys und Gruzdžiai mā „mein“ vor, z. B.: tū mā· vaika suvil’ojei Grz; mā· vaiks, lai pastō (Kuh) pas pirtį; ēik tū, mā· vaiks, kas jā· dē·s pēnku· mečiuku Sk.

Dekliniert werden die Possessivpronomen: a) manā­sis, manō·ji; savā­sis, savō·ji; tavā­sis, tavō·ji; ju’sāsis, ju’sō·ji; mu’sāsis, mu’sō·ji;

b) der meinige, die meinige; der deinige, die deinige; der seinige, die seinige; der ihrige, die ihrige; der unserige, die unserige.

Die Pronomen maniškis, maniškė… werden wie Adjektive mit dem Suffix -iškis, -ė. dekliniert und akzentuiert. Ihr maskuliner Singular-Dativ und -Lokativ haben meist substantivische Endungen, z. B.: mu’siškui, mu’siški.

Die Pronomen manā­sis, manō·ji; tavā­sis, tavō·ji… werden wie pronominale Adjektive (baltā­sis, baltō·ji). dekliniert und akzentuiert.

Die deklinierbaren Possessivpronomen neigen, ebenso wie im lk., bereits in gewisser Weise zur Substantivierung, z. B.: mu’sāsis (d. h. Vater oder Sohn) kai vā·kar išē·je, tai dā·r i nesirō·da; maniškis (d. h. Ehemann) i miška išvažā·va Škn.

Die deklinierbaren Possessivpronomen unterscheiden sich von den unveränderlichen außerdem dadurch, dass die unveränderlichen in allen Fällen verwendet werden können, die deklinierbaren dagegen nur, wenn von Personen oder (manchmal) Tieren die Rede ist, und nur dann, wenn das Pronomen allein, d. h. ohne Substantiv, gebraucht wird, z. B. nicht manā­sis vī·rs, tavō·ji pati, sondern nur manā­sis, tavō·ji.

Zu den Possessivpronomen kann auch die Ableitung des Pronomens tava, tavinis, -e „dein, der deine“ erwähnt werden, z. B.: jau tavine gē·roje grē·blūka nebē·; kūr ta tavine šā·ke Škn. Dieses Derivat ist allerdings selten und vermutlich nicht alt. Noch seltener kommt tamstinis, -e „der/die Ihre, der/die euren“ vor, z. B.: to·s tamstines bülbes grēičau pū·n Škn.

Demonstrativpronomen

Die beschriebenen Mundarten weisen folgende Demonstrativpronomen auf: āns, āna; šō·ks ~ šiōks || šō·ks || šō·ks ~ šiōks, šō·ki ~ šiōki || šō·ki || šō·ki ~ šioki; šis, ši; tās, tā; tō·ks ~ tōks || tō·ks || tō·ks ~ tōks, tō·ki ~ tōki || tō·ki || tō·ki ~ to·ki. Das Pronomen šitas, šita wird selten verwendet. Als Korrelat zum Interrogativ-Relativpronomen kātras, kātra wird neben dem Demonstrativpronomen tās, tā auch das Pronomen tātras, tātra verwendet, z. B.: kātras važuoste i žagā·re? – kātras važuosme, tātras, a tā·u ne vis tiek; kātra šā·ke mā·n īm? kātra nō·ri, tātra Škn.

Die Demonstrativpronomen werden unterschiedlich flektiert: šō·ks || šō·ks || šō·ks, šō·ki || šō·ki || šō·ki, tō·ks || tō·ks || tō·ks, tō·ki || tō·ki || tō·ki werden wie das Interrogativpronomen kō·ks || kō·ks || kō·ks, kō·ki || kō·ki || kō·ki flektiert; tātras, tātra wie das Interrogativpronomen kātras, kātra; āns, āna wie das Personalpronomen āns, āna; die Pronomen šis, ši, tās, tā werden wiederum unterschiedlich flektiert, vgl.:

Maskulinum

Singular

Plural

Nom. šis, tās

Nom. šie, tie

Gen. šō·, tō·

Gen. šių, tų

202

N. šã'm, tã'm G. šĩ˙, tã˙ In. šĩo, tũo šũom, tũom šũm, tũm Vt. šãm(e), tãm(e)

N. šiem(s), tiem(s) šīm(s), tīm(s) G. šũos, tũos šũs, tũs Įn. šẽis || šẽis, tãis || tãis Vt. šũos(e), tũos(e)

Weibliches Geschlecht

Singular

Plural

V. šĩ, tã K. šõ˙s, tõ˙s N. šẽ˙i, tã˙i G. šũ˙, tã˙ Įn. šẽ˙je, tã˙je šẽ˙i, tã˙i šũ, tã Vt. šõ˙, tõ˙ tãm(e)

V. šõ˙s, tõ˙s K. šũ˙, tũ˙ N. šũm(s), tũm(s) šõ˙m(s), tõ˙m(s) G. šã˙s, tã˙s Įn. šũm(s), tũm(s) šõ˙m(s), tõ˙m(s) Vt. šõ˙s(e), tõ˙s(e) šũos(e), tũos(e)

Zu den Dingen, die hinsichtlich der einzelnen Kasus dieser Pronomen im Abschnitt „Allgemeine Bemerkungen“ gesagt wurden, ist noch hinzuzufügen, dass das Pronomen tãs im Genitiv Singular bisweilen auch die fragende Form tãno˙ hat, die neben der gewöhnlichen Genitiv-Singular-Form tõ˙, tõ˙s verwendet wird. Die Form tãno˙ wird nur als Antwortwort auf das possessiv gebrauchte Fragepronomen kãno˙ || kẽno˙ „wessen“ verwendet, z. B.: kãno˙ tas pẽilis? kãno˙ tas pẽilis? kãno˙ ī˙ tãno˙, tũ savõ nãgu˙ nẽkišk; kãno˙ rũnkelus pĩrma atva-gõ˙f? kãno˙ nô˙ri, tãno˙; tik vagõ˙k greičiau Škn.

Der Akkusativ Singular des Femininums hat in den Mundarten gelegentlich auch die Form šĩ˙; z. B.: šĩ˙ nãkti „diese Nacht“ Auks, šĩ˙ vã˙sara „diesen Sommer“ Škn48.

Interrogativ- und Relativpronomen

Die beschriebenen Mundarten haben folgende Interrogativ- und Relativpronomen: kàs; kãtras, kãtra; kẽli, kẽ˙les; kẽlint, kẽlinta; kẽleri, kẽ˙leres; kelerõ˙ps, kelerõ˙pa; kõ˙ks || kõ˙ks || kõ˙ks, kõ˙ki || kõ˙ki || kõ˙ki. Das Pronomen kuris, kuri ist sehr selten. An seiner Stelle wird gewöhnlich kãtras, kãtra verwendet, manchmal auch kàs oder kõ˙ks || kõ˙ks || kõ˙ks, kõ˙ki || kõ˙ki || kõ˙ki, z. B.: kãtrie nô˙ri, tie viskà padã˙ra Škn; tàs klã˙us, kàs (der steht) lãuka pùsẽ: „bist du hineingegangen?“; kai rẽ˙žuos (das Getreide) bù˙dã˙va, tai pirmieji, kàs (die) nupjã˙udã˙va (ihr Roggen), pẽ˙dus mẽ˙t į aukštą: „rùduo, rùduo, rùduo“, sakìdã˙va Žg; às ẽsu (derjenige), kàs duona dúodu Dam; ka kõ˙ke senẽ˙la gãuce, kàs pàded (die helfen würde) gĩ˙vẽ˙ti; iš kõ˙ko˙s (welcher) nô˙ri pùses, iš tõ˙s gali mešt Kyb.

Interrogativ- und Relativpronomen werden unterschiedlich flektiert.

Kàs wird wie der maskuline Singular des Demonstrativpronomens tàs flektiert, hat jedoch keinen Lokativ; an seiner Stelle wird das Adverb kùr verwendet. Vie-

48 Zu seiner Herkunft siehe LKMSR, S. 170.

203

Der Lokativ ist nur in alten gereimten Redewendungen erhalten geblieben, z. B.: vaikai, vanagai, kame tė·va pinigai? Škn. Außerdem hat der Genitiv Singular neben der Form kǭ· auch die Besitz anzeigende Form kàno· || kàeno „wessen“.

Die Pronomen kėli, kė·les, kėling, kėlinta, keleró·ps, keleró·pa werden wie Adjektive des entsprechenden Stammes flektiert.

Das Pronomen kėleri, kė·leres wird wie ein distributives Zahlwort flektiert.

Die Pronomen kàtras, kàtra, kó·ks || kó·ks || kó·ks, kó·ki || kó·ki || kó·ki werden folgendermaßen flektiert:

Maskulinum

Singular N. kàtras, kó·ks || kó·ks || kó·ks G. kàtro·, kó·ke D. kàtrá·m, ko·ká·m A. kàtra·, kó·ki ~ kóki || kó·ki· ~ kóki Instr. kàtruo, kó·ku kàtrum kàtrum (selten) Lok. kàtram(e), kó·kem(e) Plural N. kàtrie, kó·kie || kó·kie G. kàtru·, kó·ku· D. kàtriem(s), ko·kiem(s) kàtrim(s), ko·kim(s) (Škn, Auks, Krp) A. kàtrios, kàtrus, kó·kus Instr. kàtrais, kó·keis Lok. kàtruos(e), kó·kuos(e)

Femininum

Singular N. kàtra, kó·ki || kó·ki || kó·ki G. kàtro·s, kó·ko·s D. kàtrá·i, ko·ké·i A. kàtra·, kó·ke Instr. kàtrá·je, kó·ke kàtrá·i kàtra Lok. kàtro·, kó·ko· Plural N. kàtro·s, kó·kes G. kàtru·, kó·ku· D. kàtrum(s), ko·kum(s) kàtro·m(s), ko·ko·m(s) A. kàtrá·s, kó·kes Instr. kàtrum(s), kó·kum(s) kàtro·m(s), kó·ko·m(s) Lok. kàtro·s(e), kó·ko·s(e) kàtruos(e), kó·kuos(e)

Zu dem, was über die Deklination dieser Pronomen im Abschnitt „Allgemeine Bemerkungen“ gesagt wurde, lässt sich lediglich hinzufügen, dass die unterschiedliche Betonung der Pronomen koks, koki wahrscheinlich dadurch entstanden ist, dass in den Mundarten die ostaukštaitische Form kokis mit der westaukštaitischen Form kóks zusammentraf.

Demonstrativpronomen

Die Mundarten verfügen über vergleichsweise viele Demonstrativpronomen, z. B.: jó·ks || jó·ks || jó·ks, jó·ki ~ jóki || jó·ki || jó·ki ~ jóki; kàtras, kàtra „jeder, jede“; kàtras viens, kàtra viena „jeder, jede“; kitó·ks || kitó·ks || kitó·ks, kitó·ki || kitó·ki || kitó·ki || kitóki; nebėkó·ks || …⁴⁹, nebėkó·ki || nebėko·ki || nebėko·ki || nebėko·ki; nèkó·ks || nèkó·ks || nèkó·ks (nèkó·ks), nèkó·ki || nèkó·ki || nèkó·ki || nèkó·ki; nèjó·ks || nèjó·ks || nè·jó·ks (nè·jo·ks), nè·jó·ki || nè·jó·ki || nè·jó·ki || nè·jó·ki; nè-

49 Alle Pronomen mit den Suffixen -oks, -oki haben ebenfalls dreifach betonte Singular-Nominativformen, wie koks, koki, joks, joki.

204

kó·ks…, nė·kó·ki || nė·ko·ki…; nieks; pač, pati; šó·ks… šó·ki…; tó·ks…, tó·ki…; tàs pač, tà pati; tó·ks… pàt || pá·t, tó·ki… pàt || pá·t; visas, visa; viskas; vienó·ks…, vienó·ki…, visó·ks || viso·ks…, visó·ki || viso·ki… usw.

Die Pronomen joks, joki, toks, toki, šioks, šioki, kitoks, kitoki, vienoks, vienoki, visoks, visoki, nejoks, nejoki, nekoks, nekoki und andere ähnliche werden wie das Interrogativ-Relativpronomen koks, koki. dekliniert.

Nur die Betonung einiger Kasus der Pronomen kitoks, -i, nebekoks, -i, nejoks, -i, nekoks, -i, nėkoks, -i, visoks, -i schwankt; daher wird das Paradigma des Pronomens visoks, -i angegeben.

Maskulinum Singular Plural Femininum Singular Plural N. visó·ks || …, visó·ks visó·kie || viso·kie, viso·kie N. visó·ki || …, visó·ki visó·kes G. visó·ke visó·ku·, viso·ku· G. visó·ko·s, viso·ko·s visó·ku·, viso·ku· N. viso·ká·m viso·kiem(s) N. viso·ké·i viso·kúm(s), viso·kó·m(s) A. visó·ki || visó·ki·, visó·kus A. visó·ke visó·kes viso·ki I. visó·ke visó·kum(s) I. visó·ku visó·keis, viso·keis visó·kum(s), viso·ko·m(s), viso·ko·m(s) L. visó·kem(e), viso·kem(e) visó·kuos(e), viso·kuos(e) L. visó·ko·, viso·ko· visó·ko·s(e), viso·ko·s(e), visó·kuos(e), viso·kuos(e)

Der Akzent wird von der Endung entweder auf die vorletzte oder auf die erste Silbe zurückgezogen. Die Länge der Endung spielt für den Akzentrückzug keine Rolle; daher scheint es, dass die vorletzte Silbe wahrscheinlich nach Pronomen dieses Typs wie joks, -i, koks, -i, toks, -i begonnen hat, den Akzent zu tragen. In den heutigen Mundarten sind Formen mit Akzent auf der vorletzten Silbe häufiger.

Das Pronomen nieks wird wie der Singular Maskulinum des Demonstrativpronomens tàs dekliniert, hat jedoch im Instrumental die substantivische Endung nieku; die entsprechenden Nebenformen dieses Kasus sind jedoch dieselben wie beim Pronomen tàs. Außerdem wird anstelle des Lokativs das Adverb niekur. verwendet.

Wie tàs wird auch das Pronomen viskas dekliniert; in allen übrigen Kasus hat es jedoch Nebenformen mit dem Verbindungsvokal a, z. B.: Gen. visako, Dat. visaká·m (selten), Akk. visaką, Instr. visakuo…. Allerdings ist der Dativ mit erhaltenem Verbindungsvokal erheblich seltener als entsprechende Formen der anderen Kasus. Den Lokativ dieses Pronomens ersetzt das Adverb visur.

205

Die Deklination des Pronomens pàč50 lautet wie folgt:

Singular Plural N. pàč N. pà·tis G. pàties, G. pà·čių pà·če Dat. pàtim(s), Dat. pačà·m patìm(s) Akk. pà·ti Akk. pà·čius Instr. pà·ču, Instr. pà·čiais pàtim Lok. pàčem(e), Lok. pàčiuos(e) pàtem(e) (selten)

Der Genitiv Singular des Pronomens pàts hat auch eine seltener vorkommende Nebenform mit ia-Stamm ia, die wahrscheinlich aus den Substantiven über das Wort pàč „Ehemann (der Frau)“ übernommen wurde. Neben der ia-stämmigen Form hat der Instrumental Singular gelegentlich auch eine i-stämmige Form iai-stämmig. Die Nebenform des Lokativs Singular pàtem(e) könnte ein Samogitismus sein; sie könnte aber auch in den Mundarten selbst nach den Kasusformen entstanden sein, die t statt č haben. Zur Nebenform des Dativs Plural siehe die „Allgemeinen Bemerkungen“.

Indefinitpronomen

In den Mundarten gibt es recht viele Indefinitpronomen. Nach ihrem Bildungstyp lassen sie sich in mehrere Gruppen einteilen:

a) Indefinitpronomen ohne Suffixe und Präfixe, z. B.: kėli, kẽ·les; kàs „irgendjemand“; kic, kita „manche“; kùris, kùri „irgendein, irgendeine“; viens, viena.

b) Indefinitpronomen mit Suffixen oder Präfixen, z. B.: kėline, kėlintà „irgendeiner, -e“; kó·ks, kó·ki „irgendein, was für ein“; nẽ·kuris, -i || nekùris, -i „irgendjemand“ (nekùris vẽzdã·vo·s (nahm mit) in die kūhilus Žg; nakùri gėrai, ka vàika pasistuoruo-je Krp.). Dieses Pronomen ist nicht sehr lebendig. Häufiger hörte man es nur aus der Gegend von Žagarė.

c) Zusammengesetzte Indefinitpronomen:

1. Aus zwei Pronomen gebildet, z. B.: šis tàs; šó·ks tó·ks, šó·ki tó·ki…

2. Das erste Glied ist die Partikel kaži || kažin || kažint, das zweite ein Pronomen. Außerdem können die beiden Glieder vollständig verschmolzen oder unverschmolzen sein, z. B.: kažikas; kaži·ko·ks, kaži·ko·ki; kažinkas; kažin(t) kàs; kažin(t) kàtras, kažin(t) kàtra; kà-žin(t) kó·ks, kažin(t) kó·ki…

3. Das erste Glied ist die Partikel kai, das zweite ein Pronomen, z. B.: kai kàs; kai kó·ks, kai kó·ki…

4. Das erste Glied ist ein Pronomen (kàs; kàtras, -a; kó·ks, -i; kùris, -i), das zweite die Partikel nóns || nônt || nórs, nô·renì || nô·rentais (vgl. Papilė nũorintã·s), z. B.: kàs nóns; kàtras, -a nónt; kó·ks…, -i nô·renì.

5. Das erste Glied ist die Partikel bil(e) || bèle51fremder Herkunft, das zweite ein Pronomen (kàs; kàtras, -a; kó·ks…, -i; kùris, -i…), z. B.: bil(e) kàs || bel(e) kàs; bil(e) kàtras, -a || bel(e) kàtras, -a.

50 Das Femininum (pàti) wird wie Adjektive des io-Stamms dekliniert (grãži).

51 Vgl. Lietuvių kalbos žodynas, Bd. 1, Vilnius, 1941, S. 671.

206

6. Die erste Komponente ist die Partikel jeb, die zweite ein Pronomen (kàs; kàtras,-a; kó·ks…; kùris usw.), z. B.: jèpkàs; jèpkàtras, -a; jèpkó·ks…

7. In der Mundart begegnet bisweilen das Indefinitpronomen kas nebūt(u) „irgendjemand“, gebildet mit der Partikel nebūt(u), deren Herkunft unklar ist, und in sehr seltenen Fällen mit bū·⁵²

Deklination der Indefinitpronomen

Einfache Indefinitpronomen werden wie die entsprechenden Demonstrativ- oder Interrogativpronomen dekliniert (kàs; kó·ks…, -i; kìc, kita usw.). Das Pronomen kėli, kė·les wird wie der Plural zweisilbiger Adjektive mit ia- und io-Stamm dekliniert. Das Pronomen kėlinc, kėlinta wird wie Adjektive mit a- und o-Stamm dekliniert.

Bei den Pronomen šis tàs, šó·ks… tó·ks…, šó·ki… tó·ki werden beide Bestandteile getrennt dekliniert.

Bei allen übrigen zusammengesetzten Indefinitpronomen wird nur die Komponente dekliniert, die aus einem Pronomen besteht.

ADJEKTIV, NUMERALE UND PRONOMEN IN DEN WESTAUKŠTAITISCHEN MUNDARTEN DES GRENZGEBIETS DER LETTISCHEN SSR

А. ИОНАЙТИТЕ

Zusammenfassung

Der Artikel behandelt das Adjektiv, das Numerale und das Pronomen der nördlichsten westaukštaitischen Mundarten und gibt ihre Entsprechungen zu den entsprechenden Erscheinungen der litauischen Literatursprache sowie der benachbarten žemaitischen und mittelaukštaitischen Mundarten (in einzelnen Fällen auch zu Erscheinungen der lettischen Sprache) an.

Es werden folgende besonders charakteristische Merkmale dieser Wortarten festgestellt:

Adjektiv. In den untersuchten Mundarten verschwinden die Adjektive des Neutrums allmählich. Die Kasusendungen der femininen Adjektive sind mit den entsprechenden Kasusendungen der femininen Substantive derselben Stämme identisch. Die Kasusendungen der maskulinen Adjektive entsprechen in den meisten Fällen den jeweiligen Kasusendungen der Literatursprache, unterliegen jedoch verschiedenen Kürzungen. Als besonders auffällige Abweichungen von der Literatursprache lassen sich nennen: a) das Eindringen der Substantivendung in den Dativ Singular mehrsilbiger Adjektive mit Stämmen auf a, ia (alkaná·m ‖ á·Ikanui „hungrig“; vakari·kščiui „gestrig“) sowie in den Lokativ Singular mehrsilbiger Adjektive mit Stamm auf ia (vakari·kšti-); b) der häufige Ersatz der Genitiv-Singular-Formen von Adjektiven mit Stamm auf u durch Genitiv-Singular-Formen von Adjektiven mit Stamm auf ia (li·gaus ‖ li·ge „glatt, eben“). Außerdem können entlang der žemaitischen Grenze maskuline Adjektive

52 Näheres siehe LKGS, S. 175–176.

207

im Dativ Plural gelegentlich auch žemaitische Formen mit der Endung -ims (gražiems || gražims „schönen“) aufweisen.

Einzelne Kasus der Komparativformen femininer Adjektive haben auch Formen mit Stamm auf io, z. B. Genitiv Singular báltėsńo·s || báltęsńe·s „weißer“, Lokativ Singular báltėsńo· || báltęsńe·, Dativ Plural baltėsńo·m(s) || baltesńe·m(s), Instrumental Plural báltėsńo·m(s) || báltęsńe·m(s), Lokativ Plural báltėsńo·s(e) || báltęsńe·s(e). Der Nominativ Singular der maskulinen Superlativadjektive hat die Endung -is (bálčá·usis), der Akkusativ die Endung -i (bálčá·usi).

Pronominale Adjektive werden in diesen Mundarten ebenso häufig verwendet wie in der Literatursprache. In den Fällen, in denen die Deklinationsformen der pronominalen Adjektive von der Literatursprache abweichen, stimmen sie meist mit den entsprechenden Formen der benachbarten žemaitischen Mundarten überein.

Zahlwort.

Die Kardinalzahlen von „4“ bis „9“ haben im Akkusativ die Endung -us (šėšus „sechs“). Im westlichen Teil des Gebiets der untersuchten Mundarten hat das Zahlwort dì „zwei“, dvi „zwei“ in einigen Kasus auch häufig gebrauchte samogitische Formen mit dem Stammvokal i (dviju· „zwei“, dvìm(s), „zweien“). Die Zahlwörter von „11“ bis „19“ werden mithilfe der Formantien -lika und -leka (dvì·lika || dvì·leka „zwölf“) gebildet. Mitunter werden die Zahlwörter dieser Gruppe nicht flektiert (àna bùva dvì·leka māt·tu „sie war zwölf Jahre alt“). Anstelle des Pluralzahlworts vieneri, vieneres wird sehr häufig das einfache Zahlwort vieni, vienas (vieni márškinėi „ein Hemd“) gebraucht. Kollektiv-distributive Zahlwörter (trẽ·jec „zu dritt“, kẽ·tverc „zu viert“) sind nicht besonders häufig. In den übrigen Fällen stimmen die Deklination und der Gebrauch der Zahlwörter meist mit der Standardsprache überein.

Pronomen.

Die Personalpronomen haben den Dual bewahrt. Reste des Duals haben auch die Demonstrativpronomen āns „jener“, šis „dieser“, tàs „jener“ bewahrt. Einzelne Kasus des Duals weisen neben aukštaitischen auch samogitische Formen auf. Die Personalpronomen der 1. und 2. Person sowie das Reflexivpronomen enden im Genitiv Singular auf -ė·s (mànė·s, tāvė·s, sāvė·s) und im Akkusativ auf -i (màni, tāvi, sāvi). Im Akkusativ Plural haben diese Personalpronomen die Formen: mùm(s) || mūm(s) || mùmis || mùmes „uns“, jùm(s) || jūm(s) || jùmis || jùmes „euch“. Die Pronomen āns, jis „er“, kàs „wer, was“, kàtras „welcher“, nieks „niemand, nichts“ haben im Instrumental Singular auch Formen mit -m (ānuo || ānuom…). Die Pronomen āns, kìc „der andere“, tàs haben im Lokativ Singular mitunter auch die den benachbarten samogitischen Mundarten eigenen Formen ànem(i), kìtem(i), tėm(i). Maskuline Pronomen weisen entlang der samogitischen Grenze im Dativ Plural gelegentlich auch samogitische Formen mit der Endung -im(s): kìtiem(s) || kìtim(s) „den anderen“ auf. Samogitische Formen mit der Endung -us haben im selben Teil des Mundartgebiets im Akkusativ Plural die Pronomen āns, kàtras, šis, tàs, tàtras „jener“: ānuos || ānus, tūos || tūs. Feminine Pronomen, die in der Standardsprache im Nominativ Singular die Endung -ia (jokia „keine“, tokia „solche“ …) haben, weisen in den Mundarten die Endung i (jō·ki, tō·ki…) auf. Die Pronomen āna, ji „sie“, kàtra, ši, tà, tàtra haben im Instrumental Singular meistens nur die volle oder

208

Kurzform des Pronomens (anā́:je || anā́:i, tá:je || tá:i). Das Pronomen tà, und im westlichen Teil des Mundartgebiets häufig auch šì, ā́pa, vièna, wie auch in den benachbarten samogitischen Mundarten. Im Lokativ Singular kommen auch maskuline Formen vor, z. B. tàm(e), dúobė́ „in jener Grube“, šėm(e) pùsė „auf dieser Seite“. Die Pronomen āna, jì, tātra, šì, tà, kātra haben im Akkusativ Plural das lange a bewahrt (anā́s, tá:s), obwohl nahe der samogitischen Grenze bereits auch Formen mit kurzem a vorkommen (ānas).

14. Lietuvių kalbos gramatikos tyrinėjimai

Document details