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ALMA RAGAUSKAITĖ

Institut für Litauische Sprache

Forschungsschwerpunkte: historische Anthroponomastik, historische Toponymik.

DIE PERSONENNAMEN DER FRAUEN AUS JONIŠKIS IM KONTEXT DER LITAUISCHEN HISTORISCHEN ANTHROPONYMIE IM ÄLTESTEN TAUFREGISTERBUCH VON JONIŠKIS IN LITAUEN AUS DEN JAHREN 1599–1621

Personennamen der Frauen aus Joniškis aus dem ältesten litauischen Taufregister von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 im Kontext der litauischen historischen Anthroponymie

ZUSAMMENFASSUNG

Eine der wichtigsten Quellen für die litauische historische Anthroponymie sind Kirchenbücher. Unter ihnen sticht das chronologisch besonders einzigartige und derzeit als ältestes in Litauen bekannte Taufregisterbuch von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 hervor. Der Beitrag untersucht vor allem unter dem Aspekt der Bildung 122 Anthroponyme von Frauen aus Joniškis (Zweitglieder des zweigliedrigen Benennungsmodells), die diesem Buch entnommen wurden. Darüber hinaus wird versucht, die Situation der Bildung von Personennamen der Einwohnerinnen und Einwohner von Joniškis (Frauen) im allgemeinen Kontext der Forschungen zur litauischen historischen Anthroponymie des 16.–17. Jahrhunderts zu erörtern.

SCHLÜSSELWÖRTER: Joniškis, Frau aus Joniškis, Taufregisterbuch, historische Anthroponomastik, historischer Personenname, Wortbildung.

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ANNOTATION

Pfarrmatrikel gehören zu den wichtigsten Quellen der litauischen historischen Anthroponymie. Ein chronologisch einzigartiges Taufregister von Joniškis aus den Jahren 1599–1621, das derzeit als das älteste bekannte Pfarrregister Litauens gilt, nimmt unter solchen Registern eine besondere Stellung ein. Der Artikel untersucht 122 Anthroponyme von Frauen aus Joniškis in diesem Register im Hinblick auf ihre Bildung (zweite Komponenten des binären Benennungsmodells). Darüber hinaus wird versucht, die Bildung persönlicher Namen weiblicher Einwohnerinnen von Joniškis in den allgemeinen Kontext der litauischen Forschung zur historischen Anthroponymie des 16th–17th. Jahrhunderts einzuordnen.

SCHLÜSSELWÖRTER: Joniškis, Frau aus Joniškis, Taufregister, historische Anthroponymie, historischer Personenname, Wortbildung.

0. EINLEITUNG

Die frühe Schicht der historischen Anthroponymie von Joniškis aus dem 16.–17. Jahrhundert ist bislang nur wenig bekannt. Zunächst begann man, die Einträge im ältesten Taufregister von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 zu untersuchen, die zahlreiche litauische Anthroponymformen enthalten. Nur ein kleiner Teil dieser Formen wurde in einer Studie über litauische Formen von Siedlungsnamen in nichtlitauischen Quellen des 16.–19. Jahrhunderts veröffentlicht (Gar liauskas 1998: 152–153).

Einzelne Benennungen von Männern aus Joniškis mit litauischstämmigen Beinamen aus demselben Register führte die Autorin dieses Artikels an (Ragauskaitė 1999: 155). Ihre eingehendere Analyse der Herkunft der Personennamen in der betreffenden Quelle ergab, dass unter den rekonstruierten litauischstämmigen Anthroponymen von Einwohnern Joniškis Spitznamen verbreitet waren, während die rekonstruierten nichtlitauischstämmigen Personennamen überwiegend aus verschiedenen Formen christlicher Vornamen (Lang- und Kurzformen) gebildet waren. Ein Vergleich des Namenguts von Joniškis und den umliegenden Orten der Pfarrei zeigte, dass sich die Personennamen der Einwohner von Joniškis hinsichtlich ihrer Herkunft von denen der Dorfbewohner unterscheiden. Im Namengut der Letzteren waren alte zweistämmige litauische Personennamen häufiger, wobei litauische patronymische Suffixe dominierten (Ragauskaitė 2004: 16–17).

Bei der anschließenden Untersuchung der Polonisierung der Anthroponyme im selben Kirchenbuch kam man zu dem Schluss, dass die meisten Familiennamen der Männer aus Joniškis mit litauischen patronymischen Suffixen –aitis, –ūnas, diminutiven Suffixen –ytis, –uilis, –uitis sowie dem Suffix –iškis geschrieben wurden, die auch patronymische Bedeutung haben konnten. Nur vereinzelte Familiennamen weisen slawische Suffixe –ovič, –evič und polnische Suffixe vom Typ –sk- auf.

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Seniausios Lietuvoje 1599–1621 metų Joniškio krikšto metrikų knygos joniškiečių moterų asmenvardžiai lietuvių istorinės antroponimijos kontekste

Suffixe. Unter anderem wurde auf die Funktion litauischer Suffixe in Frauennamen hingewiesen (Ragauskaitė 2005: 66–67).

Angesichts der genannten Besonderheiten hinsichtlich der Herkunft und Slawisierung der Joniškier Anthroponyme sowie weiterer Aspekte wird mit dieser Publikation die Erforschung des historischen Namenguts von Joniškis fortgesetzt.

Ziel dieses Artikels ist es, die 122 Frauennamen aus Joniškis aus den Jahren 1599–1621 (die zweiten Elemente eines zweigliedrigen Benennungsmodells) unter dem Aspekt ihrer Wortbildung eingehend zu erörtern, ihre Formen mit litauischen Suffixen zu rekonstruieren und sie mit heutigen litauischen Familiennamen zu vergleichen. Um die Wortbildungssituation der Frauennamen in Joniškis im Kontext der damaligen Forschung zur historischen litauischen Anthroponymie zu charakterisieren, soll außerdem versucht werden, die Verbreitung von Frauennamen mit litauischen Wortbildungsformanten in den historischen Namensbeständen anderer Städte mit Magdeburger Recht (Vilnius, Kaunas, Kėdainiai) und mindestens einiger alter Pfarreien¹ (Krakių, Merkinės, Plungės, Sedos, Šiluvos, Švenčionių, Tytuvėnų, Žagarės) zu ermitteln.

Das Material für den Artikel wurde größtenteils der ältesten Taufmatrikel der Pfarrei Joniškis² aus den Jahren 1599–1621³ entnommen. Benediktas Sviechovskis war von 1594 bis 1621 Pfarrer der Kirche Mariä Himmelfahrt in Joniškis. 1594 brannte Joniškis nieder und wurde danach allmählich wieder aufgebaut (Vasiliauskas 2005: 111). Es wird angenommen, dass diese kirchliche Quelle 1599 auf seine Initiative hin in lateinischer Sprache zu schreiben begonnen wurde⁴ und dass er 1601–1606 mit der Unterstützung von Radvila Našlaitėlis in Joniškis eine gemauerte Kirche errichtete und sie ausschmückte (LKD 79). Offiziell wurde Joniškis erst am 4. Juli 1616 zur Stadt, als ihm das Magdeburger Recht verliehen wurde.

1 Die Verfasserin des Artikels dankt Vidas Garliauskas für seine Beratung zum Namengut anhand der ältesten Kirchenmatrikel Litauens.

2 Es ist bekannt, dass Bischof Jonas von Vilnius 1523 die Randgebiete des damals von ihm verwalteten Amtsbezirks Šiauliai visitierte. Auf seine Anordnung hin wurden in mehreren Siedlungen Pfarreien gegründet; eine dieser Siedlungen erhielt den Namen Joniškis. 1526 wurde in Joniškis eine Kirche errichtet (Vasiliauskas 2005: 111).

3 Etwa gleich alt ist das älteste erhaltene Kirchenbuch aus dem Umland von Berlin (Greb eno, seit 1578) sowie das älteste Kirchenbuch Lettlands (der katholischen St.-Jakobs-Kirche in Riga, seit 1588) (siehe auch Mickienė, Venislovaitė 2011: 155). Es wird angenommen, dass die allerersten Kirchenmatrikel in Italien zu schreiben begonnen wurden (etwa ab dem Anfang des 14. Jahrhunderts); die derzeit bekannte älteste Matrikel befindet sich in Frankreich, in Givry (Givry, Département Saône-et-Loire). Sie beginnt im Jahr 1334. Auch in den deutschsprachigen Gebieten kamen Kirchenmatrikel im 14. Jahrhundert auf. So gibt es im Archiv von Basel Sterbe- und Trauungsmatrikel aus den Jahren 1380–1751 sowie einen erhaltenen Teil der Basler Taufmatrikel (1390–1407). Die ältesten Kirchenmatrikel Polens stammen aus der Pfarrei der Heiligen Jungfrau Maria in Gdańsk (seit 1530) und aus Bochnia (seit 1559) (Garliauskas 2010: 3–4). Vermutlich stammt das älteste erhaltene Taufregister in Italien aus dem Jahr 1396 und das in Frankreich aus dem Jahr 1467 (Žilys 2012: 131).

4 Die Verfasserin des Artikels bereitet eine Edition dieser alten kirchlichen Quelle vor (gemeinsam mit Vidu Garliausku).

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das Privileg5 (Kryževičius 1981: 133). Vielleicht wurde nach diesem großen Brand von 1594 dafür gesorgt, dass die Matrikelbücher ordnungsgemäß geführt wurden.

Der Titel der Quelle lautet „Liber Baptisatoru[m] ‖ Ecc[lesi]æ Parochialis Jani=‖scensis ab Anno 1599. – ‖ usq[ue] ad An[n]um ‖ 1621. –“. Auf dem Vorsatzblatt ist ein weiterer Titel verzeichnet: „CATA: ‖ LOGVS. ‖ BAPTISATO: ‖ RVM. EC: ‖ CLESIÆ. ‖ IANI: ‖ SCEN: ‖ SIS.“ Das handschriftliche Buch ist in lateinischer und polnischer Sprache verfasst. Die Blätter 1–79 (1599–1606) und 195v–222 (1617–1618) sind lateinisch beschrieben, die Blätter 80–195 (1606–1616) und 222v–272 (1618–1621) hingegen polnisch. Auf Blatt 2 aus dem Jahr 1599 findet sich ein polnischer Eintrag, von dem der Schreiber einen Teil durchgestrichen hat. Lateinische Matrikeltexte finden sich außerdem auf den Blättern 236, 269 und 271. Die Jahres- und Monatsnamen sind im gesamten Buch konsequent auf Latein verzeichnet. Ein Vergleich der Handschriften zeigt, dass dieses Buch möglicherweise von mehreren verschiedenen Personen geschrieben wurde. Das Taufdatum wird anhand von Festtagen angegeben. Die Formeln der Joniškis-Taufeinträge von 1599 bis 1621 waren nicht festgelegt; ihre Anordnung änderte sich im Laufe der Jahre und variierte. Es ist zu erkennen, dass der Text der Einträge häufig gekürzt wurde. In einem Teil des Buches wurden lediglich die Vornamen der Personen (Männer und Frauen) festgehalten; weitere Namensbestandteile fehlen (ab Blatt 50–188v, und zwar von 1604 bis 1616)6.

Texte zu Taufen und anderen kirchlichen Zeremonien (zum Beispiel die katholische Agenda von 1616 – die darin aufgezeichneten Rituale waren möglicherweise noch älter) sowie Beispiele für Matrikel-Formulare, auf die sich jeder Priester bei der Durchführung von Zeremonien und beim Führen der Kirchenmatrikel stützen konnte, waren damals bereits bekannt (Garliauskas 2001: 214–215). Mit diesen Ritualformularen waren höchstwahrscheinlich auch die meisten Schreiber kirchlicher Matrikel jener Zeit (Pfarrer, Vikare, Mönche) vertraut. Die Form der kirchlichen Matrikeleinträge hing jedoch offenbar vor allem von der Kompetenz, der allgemeinen Bildung, der Herkunft, der Nationalität und der sprachlichen Ausbildung des Schreibenden sowie von seiner Einstellung zu der ausgeführten Arbeit ab.

5 Demnach behielt sich der Landesherr das Recht vor, für die Stadt Joniškis einen Vogt zu ernennen. Der Vogt konnte aus den Bürgern einen Untervogt ernennen; die Bürger selbst konnten Schöffen, einen Bürgermeister und Ratsherren wählen. Die Stadt durfte ein Rathaus errichten und dort Gerichtsverfahren abhalten; außerdem durfte sie einen wöchentlichen Donnerstagsmarkt veranstalten. Zwei Jahrmärkte wurden bestätigt, der Stadt ein Siegel verliehen und anderes mehr (Vasiliauskas 2005: 111). Dieses Magdeburger Recht wurde geändert und den Verhältnissen in Litauen angepasst. Die Städte konnten es selbst ergänzen, indem sie Vorschriften für das städtische Leben, sogenannte Willküren, erließen (Kiaupa 1998: 170). Auf der Grundlage der Dokumente der selbstverwalteten Städte Samogitiens im Litauischen Metrikbuch und anderer historischer Quellen wurde festgestellt, dass diese Selbstverwaltungsrechte später erneut bestätigt wurden: 1635, 1650, 1679, 1718 und 1736 (Tyla 1988: 5, 10, 15, 21). 1776 wurden die Magdeburger Rechte der Stadt Joniškis – wie auch die vieler anderer litauischer Städte – aufgehoben, und Joniškis kam unter die Herrschaft des Gutes. Die Selbstverwaltung der Stadt Joniškis wurde später kurzzeitig, 1791 und 1794, wiederhergestellt; für einen längeren Zeitraum erfolgte die Wiederherstellung erst 1840 (Tyla, Miškinis 1981: 86, 87, 91).

6 Dar žr. Garliauskas 1998: 139; Žilys 2012: 126–127.

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Verschiedene Hinweise halfen dabei, die tatsächlichen Einwohnerinnen von Joniškis zu identifizieren. Dazu gehören: poln. Janiszki ‚Joniškis‘, poln. Z miafta ‚Aus der Stadt‘, poln. Z miafta Ianiskiego ‚Aus der Stadt Joniškis‘, lat. de Ciuitate Ianibek ‚Aus der Stadt Joniškis‘, lat. de Janiszek ‚Aus Joniškis‘, zum Beispiel: 1617 Zophia Macieio{wa}⁷ de C[iui]tate⁸ Ianiszek JNŠ 204⁹; 1618 Pat[rini] <...> Dorota Mikołoiowna de Ciuitate Ianibek JNŠ 217; 1601 Janiszki <...> Paluła Mixiene JNŠ 29v; 1617 Zophia Paginayciowa de Ciuitate Ianiszek JNŠ 198v; 1621 K[uma] Dorota Palułaiciowna Z miafta Ianiskiego z ulicy Szawelskiej JNŠ 261; 1617 Giendruta Paruyciowa de C[iui]tate Ianiszek JNŠ 202; 1618 Pat[rini] <...> Zofia Pietrayciowa de ciuitate Ianibek JNŠ 221; 1621 K[uma] 3 miafta Vlici βawelskiei Pelania Rudiβkaiciowna JNŠ 263; 1620 M[atka] Gęndruta Sowdiowa <...> Z miafta JNŠ 253v; 1599 Barbara Szymkowna <...> omnes de Janisʒki{e} JNŠ 1 und andere.

Auch Straßenangaben (Dvaro-, Šiaulių-, Upytės- und Vokiečių-Straße)¹⁰, in denen sie wohnten, helfen dabei, die Frauen aus Joniškis zu identifizieren, zum Beispiel: 1619 Kuma Marina z dworskiej ulici. JNŠ 233; 1617 K[uma] Dorota Gabriciowna Z miafta z Vlicy Niemieckiej JNŠ 258; 1621 Niemieckiei Vlici <...> K[uma] Zofia Golminowa JNŠ 270v; 1621 Z miafta Vlici βawelskiei Elena Kalwiβiowa JNŠ 266; 1621 Z miasta Vlici βawelskiei M[atka] Ańna Kowalowa JNŠ 268; 1621 Z miafta Vlici Vpickiei M[atka] Gendra Powiłłaciowna JNŠ 265v; 1618 Orβula Purgiowa Vboga de Ianifek JNŠ 218. In manchen Fällen wird der Name des Wohnorts nicht angegeben, doch ist klar, dass die Frau aus Joniškis stammt: s teýze Vlicý ‚Aus derselben Straße‘, zum Beispiel: 1620 <...> K[uma] Gedwiga Quederai-ciowna s teýze Vlicý wβýśći JNŠ 254v – 1620 K[uma] Z miafta Z ulicy Niemieckiey Jadziuła Kwadarrowna JNŠ 258v.

Das System der Benennung von Frauen variierte. Am häufigsten, besonders zu Beginn des Buches, werden Mütter, Töchter, Ehefrauen oder Taufpatinnen nur mit ihrem christlichen Vornamen bezeichnet, zum Beispiel: 1603 Pat[rini] Agnesca <...> ex ciuitate JNŠ 39v; 1603 Pat[ri-ni] <...> cum Anastafia Ciues JNŠ 39v; 1603 Pat[rini] <...> cum Anna Ciues JNŠ 39v; 1603 Pat[rini] <...> e[t] Barbara Ciues JNŠ 39v; 1607 3 miasta R[odzice] <...> Catharina JNŠ 95; 1605 Janiszki. <...> Pat[rini] <...> Dasłute JNŠ 60; 1609 3 miasta Corka Dorota JNŠ 113v; 1603 Pat[rini] <...> e[t] Dorotea é ciuitate JNŠ 39v; 1603 Pat[rini] <...> cum Elizabeta é ciuitate JNŠ 39v; 1608 Z miasta R[odzice] <...>

⁷ In historischen Quellen unklar wiedergegebene Fragmente der Einträge stehen in geschweiften Klammern.

⁸ In historischen Dokumenten überlieferte Abkürzungen werden ergänzt. Zusätze stehen in eckigen Klammern. Bei der Wiedergabe von Personennamen wird versucht, die in den Handschriften festgehaltenen Originalformen zu bewahren.

⁹ Alle im Artikel angeführten Anthroponyme sind mit dem jeweiligen Jahr versehen. Neben jedem sind das Jahr, in dem der Personenname belegt ist, die Abkürzung der historischen Quelle und die Blatt- (Seiten-)nummer angegeben.

¹⁰ Bemerkenswert ist, dass die im Taufmatrikelbuch von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 erwähnten Straßen (Šiaulių-, Vokiečių-, Dvaro- und Upytės-Straße) auch auf dem ältesten Plan (der Ansicht) der Stadt Joniškis von 1703 zu sehen sind (Vasiliauskas 2010: 95–98).

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Enule kum <...> Gendruta JNŠ 102v; 1604 Janiszki. <...> Pat[rini] Giendre e[t] Lucia JNŠ 52; 1603 Pat[rini] <...> Cum Heduige é ciuitate JNŠ 39v; 1602 Janiszki Filia Helena JNŠ 32; 1601 Janiszki Fil[ia] Jedwiga JNŠ 25; 1607 Z miasta R[odzice] <...> Jedziule kum <...> Nostę Giendruta Corka Elżb ietha JNŠ 98; 1601 Ciuis Janiszki Filia Krif tina JNŠ 25; 1603 Patr[ini] <...> e[t] Lucia Aduo[cati] ex urbe Janiscensis JNŠ 47; 1603 Pat[rini] <...> cum Magdalena. e ciuitate JNŠ 39; 1602 Janiszki Filia Margoreta JNŠ 34v; 1606 3 miasta R[odzice] <...> Onela <...> Corka Erfiule JNŠ 86; 1607 Z miasta R[odzice] <...> Palule kum <...> by tule JNŠ 97v; 1606 Ex ciuitate. <...> Pat[rini] <...> cum Połonia JNŠ 75v; 1606 Ex ciuitate <...> Pat[rini] <...> Cum Zophia JNŠ 79v.

Bei der Eintragung unter einem Namen wird bisweilen ein Verwandtschaftsverhältnis angegeben (über den Ehemann oder den Vater, der mit zwei Anthroponymen bezeichnet wird), z. B.: 1604 Janifzki Fil[ia] Dorotea Annusa Diczkaus JNŠ 48; 1600 Janisce[n]ses. Filia Dorothea. Nicolai Memejbaicia JNŠ 10; 1600 Ciues. Filia Gertrudis Simonis Sidaugonia JNŠ 10v; 1600 Ciues Filia Helena Jacobi Czepaitis JNŠ 13v; 1600 Janiszki Filia Helena Gaspari Męckis JNŠ 14; 1599 Opidi Janiszki <...> Jadwiga Gaspari Szapnagis uxor JNŠ 2.

Bei der Bezeichnung der Einwohnerinnen von Joniškis mit einem christlichen Namen wird ihre Zugehörigkeit mitunter durch ein männliches Anthroponym im Genitiv ausgedrückt, z. B.: 1618 Pat[rini] <...> e[t] Barbara Stankuna de Ciuitate Janibek JNŠ 215v; 1599 cum Dorotheâ Vrbani de Janis[c]ie[ns]e[f]. JNŠ 2; 1602 Gendruta Stephani ex ciuitate Janiszki JNŠ 38v–39; 1601 Janiszki <...> Pat[rini] <...> Jedwiga Thomæ JNŠ 29; 1601 Zophia Stephani e[x] ciuitate Janifzki. JNŠ 19v.

Hervorzuheben sind die wenigen Eintragungen von Einwohnerinnen Joniškis mit einem christlichen Namen, neben dem die familiäre Zugehörigkeit durch das im Nominativ eingetragene Anthroponym des Mannes (Ehemanns oder Vaters) angegeben wird (1600 Ciues <...> Cum Lucia drobuitis JNŠ 13v; 1600 cum Magdalенâ Petrikas. Janiscenses. JNŠ 10v), sowie weitere interessante Fälle ihrer Erwähnung – mit dem Vornamen und einer kollektiven Familien- (Sippen-)namensform (1621 Ku[m] <...> y Elena Martinaiciow 3 miafta JNŠ 263; 1600 <...> Ciuis Cum Margarethâ Balčiunow. JNŠ 9).

Neben diesen war ein Modell zur Bezeichnung von Frauen mit zwei Anthroponymen recht verbreitet (besonders in den späten Einträgen des Buches), z. B.: 1621 K[uma] 3 miafta Vlici Niemieckiei Magdalena Iurgaiciowa JNŠ 262; 1621 Zofia lebkoiowa <...> 3 miafta Vlici Niemieckiei JNŠ 267v; 1620 Kuma Catharina Morzczinowa <...> Z miasta Z rinku JNŠ 253v; 1621 3 Miasta Vlici Niemieckiei M[atka] Catarina ftubui ciowuna JNŠ 267v.

Ebenfalls ist vor allem am Ende des Manuskripts eine Bezeichnungsweise mit drei Anthroponymen zu beobachten, z. B.: 1617 Pat[rini] <...> et dosiula Barzdzowa macieiowa de C[ivi]tate Janibek JNŠ 204; 1617 Patr[ini] Giendruta Bordzel{o}wa Macieiowna de Ciuitate Ianiszek JNŠ 201v; 1617 Patr[ini] <...> e[t] Iadwiga S3epanowna Remieykowna, de Ciuit[ate] Ianiszek JNŠ 199; 1617 Patr[ini] <...> e[t] Hanna Stasiowa

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Syrukciowa, de Ciui[tate] Ianiszek. JNŠ 198v; 1618 Pat[rini] <…> et Hanna Sta- nifławowna Stypinakaýciowna de C[iui]tate Ianiβek JNŠ 210v.

Aus dieser Vielfalt an Eintragungstypen wurden 122 zweigliedrige Bezeichnungen von Einwohnerinnen Joniškis ausgewählt. Gerade die Zweitglieder dieser Bezeichnungen (suffixale Anthroponyme) bilden den Hauptgegenstand der Analyse.

Die Namen, die an erster Stelle dieser zweigliedrigen Bezeichnungen stehen, sind christlichen Ursprungs, z. B.: 1618 Hanna Andrzeiowna JNŠ 212v, 1617 Orβula Iurgowa JNŠ 199, 1617 Iadwiga Macieiowna JNŠ 196v, 1617 Gendruta Mazunowna JNŠ 197v, 1618 Zofia Pawłowna JNŠ 216, 1621 Anna powiłaiiciowa JNŠ 270, 1621 Gendria Smatiβkiowa JNŠ 266, 1617 Lucya Stanisławowna JNŠ 197v, 1617 Barbara Sży- mowna JNŠ 208v, 1618 Dorota Tomaβowna JNŠ 214.

Wie zu erkennen ist, werden 1599–1621 meist die geläufigen traditionellen Formen dieser christlichen Namen verwendet, z. B.: 1621 Anna JNŠ 27011; 1600 Annâ JNŠ 8v; 1621 Ánna JNŠ 268; 1618 Hanna JNŠ 209v – vgl. heute den Namen Onà (LVKŽ 294–295); 1617 Barbara JNŠ 208v – vgl. heute den Namen Barborà (LVKŽ 90); 1621 Catarina JNŠ 267v; 1601 Catharina JNŠ 25; 1620 Catharyna JNŠ 253; 1620 Katrina JNŠ 255v – vgl. heute den Namen Kotryna (LVKŽ 235); 1602 Dorotea JNŠ 35 – vgl. heute den Namen Do- rotėja (LVKŽ 127); 1621 Elena JNŠ 267v; 1617 Helena JNŠ 200 – vgl. heute den Namen Elenà (LVKŽ 146); 1599 Elisabetha Gen. Sg. JNŠ 1; 1621 Elzβieta JNŠ 264v; 1618 Helzβietà JNŠ 221 – vgl. heute den Namen Elžbietà (LVKŽ 148); 1621 Erβula JNŠ 261v; 1618 Orβula JNŠ 219; 1621 Vrβula JNŠ 266v – vgl. heute den Namen Uršùle (LVKŽ 354); 1620 Gedwiga JNŠ 254v; 1618 Iadwiga JNŠ 216v; 1620 Iedwiga JNŠ 242; 1617 Ja- duig{ą} JNŠ 195v; 1601 Jedwiga JNŠ 23 – vgl. heute die Namen Jadvyga, Jadvýga (LVKŽ 201); 1617 Gendruta JNŠ 197v; 1620 Gęndruta JNŠ 255v; 1621 Giendruta JNŠ 269v – vgl. heute den Namen Gendrùtė, ferner vgl. die alte Namensvariante Gendrùtà (LVKŽ 174); 1621 Krij- tina JNŠ 265 – vgl. heute den Namen Kristinà (LVKŽ 237); 1621 Lucia JNŠ 260v; 1617 Lu- cya JNŠ 197v; 1618 Lucýa JNŠ 221v – vgl. heute den Namen Liùcija (LVKŽ 252); 1617 Mag- dal[ena] JNŠ 208; 1621 Magdalena JNŠ 266v – vgl. heute den Namen Magdalenà (LVKŽ 255–256); 1620 Magreta JNŠ 242; 1621 Magrieta JNŠ 262v; 1621 Margareta JNŠ 268 – vgl. heute den Namen Margarità (LVKŽ 263); 1600 Marta JNŠ 14v – vgl. heute den Namen Mortà (LVKŽ 279); 1617 Vlianà JNŠ 200 – vgl. heute den Namen Uljonà (LVKŽ 353); 1621 Zofia JNŠ 270v; 1617 Zofia JNŠ 195v; 1617 Zophia JNŠ 204; 1600 Zophiâ JNŠ 10, 10v; 1602 Zophia JNŠ 35 – vgl. heute den Namen Žòfia (LVKŽ 385); 1606 ʒuzana JNŠ 86 – vgl. heute den Namen Zuzanà (LVKŽ 385).

Wesentlich seltener sind Kurzformen, die aus kanonischen Taufnamensformen gebildet sind, z. B.: 1619 Darota JNŠ 233; 1618 Dorota JNŠ 214 – vgl. heute die Namen Daratà < Dorotėja (LVKŽ 112, 127); 1621 Gendra JNŠ 265v; 1621 Gendria JNŠ 266; 1617 Giendra

11 Der Kürze halber werden in diesem Namensregister der Einwohnerinnen von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 nur die Vornamen aufgeführt (die Erstglieder des zweigliedrigen Bezeichnungsmodells).

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JNŠ 200v – vgl. heutige Form Geñdrė < Gendrūtė, ferner vgl. ältere Variante der heutigen Form Gendrùtà (LVKŽ 174).

Sehr seltene Koseformen, die sich aus Kurzformen christlicher Namen entwickelt haben, z. B.: 1618 Iadžiulà JNŠ 217v; 1620 Iadžiulà JNŠ 258v – vgl. heutige Form Jãdžė < Jadvýgà, Jadvýga (LVKŽ 201); 1601 Palulà JNŠ 29v – vgl. heutige Form Pòlė < Apolonìja (LVKŽ 77); 1621 Zaniùta JNŠ 265v – vgl. heutige Form Zanà < Zuzanà (LVKŽ 385).

Die zweiten Glieder weiblicher zweigliedriger Benennungen sind suffixale Personennamen, die im Folgenden unter dem Aspekt der Wortbildung ausführlich untersucht werden.

1. WORTBILDUNGSTENDENZEN BEI DEN PERSONENNAMEN DER FRAUEN AUS JONIŠKIS

1.1. Wie erwähnt, wurden aus dem Taufregisterbuch von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 122 Anthroponyme von Frauen aus Joniškis exzerpiert (die zweiten Glieder des zweigliedrigen Benennungsmodells). Sie sind aus männlichen Personennamen mit slawischen und litauischen Suffixen gebildet. Die Anthroponyme mit den genannten Suffixen werden nach der Häufigkeit der Derivate aufgeführt:

-ova (geschrieben -owa) – 54 Personennamen (44,26% aller Anthroponyme aus Joniškis), z. B.: 1617 Grygowa JNŠ 195v, 1617 Kafprowa JNŠ 207, 1618 Lawrynowa JNŠ 221, 1621 Macieiowa JNŠ 265v, 1621 Maciowa JNŠ 261v, 1618 Matyfowa JNŠ 218, 1602 Mikołayczowa JNŠ 35, 1621 Motekiciowa JNŠ 265v, 1621 Muiliciow{a} JNŠ 270v, 1621 Powilaicio{wa} JNŠ 264v, 1621 Rudpowilaicio{wa} JNŠ 263v, 1621 Ruβkiciowa JNŠ 270, 1621 Sabaiciowa JNŠ 269v, 1621 Siduiciowa JNŠ 268v, 1621 βewcβikowa JNŠ 264v, 1617 Sзymkowa JNŠ 207, 1621 Sзmatiβkowa JNŠ 267, 1617 Tomaszowa JNŠ 200, 1621 Vrmaduoniowa JNŠ 260v, 1621 Vs-balaiciowa JNŠ 265, 1617 Walenty nowa JNŠ 200, 1621 Зemrietui ciowa JNŠ 262v usw.

-owna (geschrieben -owna) – 33 Anthroponyme (27,04%), z. B.: 1617 Bałtromiejowna JNŠ 206, 1621 Banaiciowna JNŠ 260v, 1617 Daugielowna JNŠ 195v, 1621 Grigai ciowna JNŠ 266v, 1617 Grygowna JNŠ 200v, 1618 Iakubowna JNŠ 209v, 1618 Ianowna JNŠ 221v, 1599 Januszkiewiczowna JNŠ 1, 1601 Kuprelowna JNŠ 22v, 1617 Macieiowna JNŠ 196v, 1617 Mikołaiowna JNŠ 199v, 1618 Piotrowna JNŠ 209v, 1618 Stanifławowna JNŠ 211v usw.

-aicia (die Schreibweise variiert: -aicia, -aīcia, -aycia, -ayicia, -aiczia, -ajcia) – 12 Personennamen (9,84%), z. B.: 1620 Adomayčia JNŠ 255v, 1620 Baskutaiczia JNŠ 254v, 1621 Dabrayčia JNŠ 260, 1617 Iawnajcia JNŠ 207, 1601 Łuknaycia JNŠ 25, 1602 Peczułayčia JNŠ 34v, 1602 Stangaicia JNŠ 35, 1619 ftafaicia JNŠ 233 u. a.

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alphabetisch. Anschließend werden die in der Quelle belegten Personennamen angeführt, auf deren Grundlage die Form des Anthroponyms rekonstruiert wurde. Diese Formen werden mit den heutigen Familiennamen im Lietuvių pavardžių žodyno 1–2 (im Folgenden LPŽ₁ und LPŽ₂) verglichen, in einigen Fällen auch mit den heutigen Vornamen im Lietuvių vardų kilmės žodyno (LVKŽ). Wenn sich im heutigen Namenbestand kein genau belegtes Gegenstück findet, werden mehrere Familiennamen mit entsprechender Wurzel oder entsprechendem Stamm angegeben.

Aus den untersuchten Personennamen der Joniškier des 16.–17. Jahrhunderts lassen sich 32 Anthroponymformen mit litauischen Suffixen rekonstruieren. Es sind: *Adomaičia: 1620 Adomaycia JNŠ 255v. Vgl. heutiger Vorname Adõmas¹² (LVKŽ 61), Familienname Adõmas (LPŽ₁ 65); *Adomyčia: 1620 Adomyczia JNŠ 255v. Vgl. heutiger Vorname Adõmas (LVKŽ 61), Familienname Adõmas (LPŽ₁ 65); *Bačkiūčia: 1621 Baczkiucia JNŠ 265. Vgl. heutiger Familienname Bãčkius (LPŽ₁ 151); *Baskutaičia: 1620 Baskutaczia JNŠ 254v. Vgl. heutiger Familienname Baskùtis (LPŽ₁ 209); *Dabraičia: 1621 Dabraycia JNŠ 260. Vgl. heutiger Familienname Dabrỹs (LPŽ₁ 442); *Dūdzienė: 1617 dudienie JNŠ 201v. Vgl. heutige Familiennamen Dūdà, Dūdỹs (LPŽ₁ 535–536, 537); *Elekniškienė: 1621 Elekni̇pkienie JNŠ 266. Zum elek­n- vgl. heutigen Familiennamen Eleknà (LPŽ₁ 571); *Jaunaičia: 1617 Iawnaicia JNŠ 207. Vgl. heutigen Familiennamen Jaunàs (LPŽ₁ 824); *Jereminaičia: 1620 gereminaiczia¹³ JNŠ 254v. Vgl. heutigen Familiennamen Jereminas (LPŽ₁ 830); *Jonaičia: 1601 Jonaycia JNŠ 23. Vgl. heutiger Vorname Jõnas (LVKŽ 208), Familienname Jõnas (LPŽ₁ 841); *Jonelienė: 1606 Jonelene 86. Vgl. heutigen Vornamen Jonėlis, ferner heutigen Vornamen Jõnas (LVKŽ 208), Familiennamen Jõnelis, Jonėlis, Jonelis (LPŽ₁ 842); *Jonušienė: 1617 Ianuβenia JNŠ 208. Vgl. heutige Familiennamen Jõnušas, Jonùšis, Jonùšys (LPŽ₁ 844); *Jurgaičia: 1602 Jurgąicia JNŠ 36v. Vgl. heutigen Vornamen Jùrgis (LVKŽ 215), Familienname Jùrga (LPŽ₁ 866); *Kizyčia: 1600 Kizycia JNŠ 14. Vgl. heutige Familiennamen Kizis, Kizỹs (LPŽ₁ 1010); *Luknaičia: 1601 Łuknaycia JNŠ 25. Familiennamen mit dieser Wurzel sind im heutigen Namenbestand nicht belegt; *Mažeikienė: 1600 Maz{iek}iene JNŠ 14v. Vgl. heutige Familiennamen Mažeika, Mažeikà, Mažeika, Mažeĩkis (LPŽ₂ 191); *Medginyčia: 1599 Medginicia JNŠ 13v. Vgl. heutigen Vornamen Mėdginas (LVKŽ 267); *Mikšienė: 1601 Mixiene JNŠ 29v. Vgl. heutige Familiennamen Mikšà, Mikšas, Mikšė, Mikšis, Mikšỹs (LPŽ₂ 233); *Mižutaitienė: 1620 Miβutaitienia JNŠ 242. Vgl. heutigen Familiennamen Mižutaitis (LPŽ₂ 261); *Oželienė: 1621 Ożelenie 264v. Vgl. heutigen Familiennamen Oželis (LPŽ₂ 356); *Paruitienė: 1617 Paruytenie JNŠ 207v – zum par- vgl. heutigen Familiennamen Parutis (LPŽ₂ 398); *Paulienė: 1617 Paulenie JNŠ 200. Vgl. heutigen Vornamen Paũlius (LVKŽ 298), Familiennamen Paũlis, Paũlỹs, Paũlius (LPŽ₂

12 Forschungen zur litauischen historischen Anthroponymie zeigen, dass die zweiten Bestandteile zweigliedriger Frauenbezeichnungen (suffixale Personennamen) aus dem Namen des Vaters oder des Ehemanns (aus Formen von Taufnamen, ihren Kurzformen oder Diminutivableitungen) sowie aus dem männlichen Familiennamen (oder einem die Funktion eines solchen erfüllenden Personennamen) gebildet wurden (Maciejauskienė 1991: 266–267, 269–271).

13 Man kann annehmen, dass das Geschlecht 1620 gereminaiczia JNŠ 254v aus *Jereminaičia stammt, vgl. 1621 Ieremin Iożewic3 S[iola] Iordaiciow JNŠ 265v. Ähnliche graphische Varianten von Personennamen gibt es noch mehr, vgl. 1620 Gedwiga JNŠ 254v und 1601 Jedwiga JNŠ 23, vgl. heutige Formen Jadvyga, Jadvýga (LVKŽ 201) usw.

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Senausios Lietuvoje 1599–1621 metų Joniškio krikšto metrikų knygos joniškiečių moterų asmenvardžiai lietuvių istorinės antroponimijos kontekste

410–411); *Pečiulaičia: 1602 Peczulaýcia JNŠ 34v. Vgl. heutigen Familiennamen Pečiulis (LPŽ₂ 420–421); *Petraičia: 1620 Petraýcia JNŠ 255v. Vgl. heutigen Vornamen Pėtras (LVKŽ 299); *Petryčia: 1621 Petrycia JNŠ 263v. Vgl. heutigen Vornamen Pėtras (LVKŽ 299); *Siklyčia: 1620 Siklicia JNŠ 255v. Ein Familienname dieser Herkunft ist heute nicht belegt; *Staliorienė: 1601 Sta{}oriene JNŠ 28. Vgl. heutigen Familiennamen Staliōrius (LPŽ₂ 797); *Stangačia: 1602 Stangaícia JNŠ 35. Vgl. heutige Familiennamen Stangė, Stangỹs (LPŽ₂ 800); *Stasaičia: 1619 ftafaicia JNŠ 233. Vgl. heutigen Vornamen Stasỹs (LVKŽ 335), Familienname Stasỹs (LPŽ₂ 808); *Stasiūčia: 1618 ftasiucia JNŠ 235v. Vgl. heutigen Vornamen Stāsius (LVKŽ 335), Familienname Stāsius (LPŽ₂ 810); *Velikienė: 1604 Welikene JNŠ 48. Vgl. heutige Familiennamen Velikà, Velikis (LPŽ₂ 1184); *Žirnyčia: 1600 Žyrníčia JNŠ 10v. Vgl. heutigen Familiennamen Žirnis (LPŽ₂ 1338).

Aus den zweigliedrigen Bezeichnungen der Joniškier (den Zweitgliedern) wurden 32 Personennamen des 16.–17. Jahrhunderts rekonstruiert und mit heutigen männlichen Familiennamen (bei Bedarf auch mit Vornamen) verglichen. Dabei zeigte sich, dass 28 (87,5%) davon auch heute noch gebräuchlich sind. Ein Teil, nämlich 2 (6,25% aller rekonstruierten Formen), hat Entsprechungen in heutigen männlichen Familiennamen gleicher Herkunft, jedoch anderer Wortbildung. Es handelt sich um *Elekniškienė, *Paruitienė. Die übrigen 2 (6,25%) (*Luknaičia, *Siklyčia) sind aus männlichen Personennamen gebildet, die im heutigen Namenbestand nicht vorkommen. Vermutlich wurden Anthroponyme unverheirateter Frauen mit dem Suffix –yčia meist aus männlichen Personennamen mit den Endungen –is, –ys gebildet (siehe auch Maciejauskienė 1991: 268–271). Die angeführten Beispiele (*Adomyčia < Adomas, *Petryčia < Petras) zeigen jedoch, dass die Quelle diesbezüglich auch Variation und Uneinheitlichkeit aufweist.

1.2. Wie bereits erwähnt, weisen nicht weniger als 32 rekonstruierte Formen der Personennamen von Einwohnern Joniškis (das sind 26% aller zweiten Anthroponyme in zweigliedrigen Bezeichnungen) gerade litauische Suffixe auf: –aičia, –yčia, –ienė, –(i)ūčia. Die bisherigen Untersuchungen zur historischen Anthroponymie litauischer Frauen des 16. Jahrhunderts (aus den Adelsständen und überwiegend aus der bäuerlichen Bevölkerung) belegen dagegen nur vereinzelte Fälle des Gebrauchs von Personennamen mit litauischen Suffixen. In der Monografie von Vitalija Maciejauskienė, Lietuvių pavardžių susidarymas XIII–XVIII a., heißt es, dass im 16. Jahrhundert insgesamt „nur einige wenige Personennamen mit dem Suffix –aitė gefunden wurden: Юлия Билашта <...> Ева Чербанашта <...> Касюла Петрашта <...> Дорота Шляхташта <...> sowie der einzige mit dem Suffix –ienė: wdowa Strupieni <...>. Diese Anthroponyme zeigen, dass im 16. Jahrhundert tatsächlich litauische Suffixe verwendet wurden, die sich, wenn auch nur mühsam, dennoch ihren Weg in amtliche, nicht auf Litauisch verfasste Dokumente bahnten“ (Maciejauskienė 1991: 256). Weiter heißt es, dass auch im 17. Jahrhundert in Dokumenten administrativ-juristischen Charakters nur sehr wenige litauische Frauennamen mit dem Suffix –aitė (–aičia) nachgewiesen wurden. Auch das Suffix –ienė war selten. Es wird vermutet, dass „das litauische Suffix –ienė für fremdsprachige Schreiber offenbar schwer auszusprechen und zu schreiben war. Mit ihm weibliche Personennamen zu bilden, war mitunter nicht einfach“ (ebd., 262). Es wird anerkannt, dass die meisten Frauen

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Bezeichnungen finden sich in den in Kirchen geführten Trauungs- und Taufregistern, in denen Bräute, Mütter von Neugeborenen und Patinnen erwähnt werden. Es wird jedoch angenommen, dass „diese Bücher relativ spät angelegt wurden und ihre Angaben daher das Bild, das sich anhand des aus verschiedensten anderen Quellen gesammelten Materials von der Bezeichnung von Frauen gewinnen lässt, lediglich ergänzen und erweitern können“ (a. a. O., 249–250).

Um die Forschungsdaten zur historischen litauischen Anthroponymie des 16.–17. Jahrhunderts (vorwiegend der Bauern- und Adelsschichten) zu ergänzen, wurden zunächst die Personennamen von Frauen ausgewählt, die in den Dörfern der Pfarrei Joniškis lebten und in den Dokumenten jener Zeit die besonders seltene Endung -ienė (in der Quelle geschrieben: -ene, -ie-ne) sowie die längere Variante dieser Endung, -(i)uvienė¹⁴ (im Manuskript wiedergegeben als: -iuwene, -iuwiene, -uwiene), aufweisen, z. B.: *Augustinienė: 1602 Aduo[cati] Szapnag¹⁵ Dorotea Auguftiniene JNŠ 34v. Vgl. den heutigen Vornamen Augustinas (LVKŽ 85), den Familiennamen Augustī-nas (LPŽ₁ 137); *Bagdonienė: 1599 uillæ Alexnaičiu Agnes Bogdoniene JNŠ 2. Vgl. den heutigen Familiennamen Bagdōnas, Bagdōnas, Bagdonas (LPŽ₁ 153–154); *Balčiuvienė: 1601 Pagi Kiwilow Zaniula Balciuwiene JNŠ 20v. Vgl. den heutigen Familiennamen Balčius (LPŽ₁ 170); *Banienė: 1599 die Villæ Sznuravčiu Gendrutam Baniene JNŠ 3. Vgl. den heutigen Familiennamen Bãnis, Banys (LPŽ₁ 187); *Čebatorienė: 1599 Nobil{e}s <...> Gertrude Cobota-rene JNŠ 10v. Vgl. den heutigen Familiennamen Čebatōrius (LPŽ₁ 403); *Degutaitienė: 1600 Ger-truda Degutaytien{e} Pagi Deguciow JNŠ 10v. Zu degut- vgl. den heutigen Familiennamen Degutas, Degūtis (LPŽ₁ 479); *Dikčiuvienė: 1601 Pagi Gimbuciu Magdalena Digciuwene JNŠ 23. Vgl. den heutigen Familiennamen Dikčius (LPŽ₁ 496); *Gotautienė: 1621 S[iota] Iakis3-kiow 3ofia Gatautiene JNŠ 262. Vgl. den heutigen Vornamen Gōtautas (LVKŽ 185), den Familiennamen Gōtautas (LPŽ₁ 695); *Gricienė: 1559 die villæ Puknionu A{nn}iuta Griciene JNŠ 4v. Vgl. den heutigen Familiennamen Grīcas, Gricys (LPŽ₁ 708, 709); *Griciuvienė: 1601 Aduo[cati] Jonuf-zaic Lucia Griciuwiene JNŠ 28v. Vgl. den heutigen Familiennamen Gricius (LPŽ₁ 709); *Jonelienė: 1600 Lucia Joneliene Pagi Melayčiu JNŠ 15v. Vgl. den heutigen Vornamen Jonēlis, ferner den heutigen Vornamen Jōnas (LVKŽ 208), die Familiennamen Jōnelis, Jonēlis, Jonelis (LPŽ₁ 842); *Judienė: 1600 Lucià Judene Pagi Dagiečiow JNŠ 8v. Vgl. den heutigen Familiennamen Jūdas, Jūdis, Judy̆s (LPŽ₁ 850, 851); *Juodienė: 1602 Aduo:[cati] Jurdas Gendruta Juodene JNŠ 31. Vgl. den heutigen Familiennamen Jūoda, Jūodis, Juodys (LPŽ₁ 856, 858); *Lauciuvienė: 1602 Aduo[cati] Mantiurgia.

14 „Diese Endung wird in der Standardsprache heute verwendet, um aus zweisilbigen männlichen Familiennamen auf -us Familiennamen verheirateter Frauen zu bilden <...>“ (Maciejauskienė 1991: 268). Es wird darauf hingewiesen, dass „für denselben Zweck – gewöhnlich zur Bezeichnung von Ehefrauen – in der Schriftsprache und in Teilen der hochlitauischen Dialekte in Fällen, in denen das Grundsubstantiv zur (i)u-Stammklasse gehört und gewöhnlich nicht mehr als zwei Silben hat, nicht -ienė, sondern die längere Variante dieser Endung, -(i)uvienė, verwendet wird, z. B.: dē-džiuvienė ‚die Frau des väterlichen Onkels, Tante‘ (: dėdžius ‚Onkel‘), ker̃džiuvienė, kūrpiuvienė, puōdžiuvienė“ (LKG I 417).

15 In einigen Fällen nennt dieses kirchliche Register den Vogt des Kreises Šiauliai (der ab 1616 faktisch als Ökonomie Šiauliai bestand), zu dessen Vogtei das Dorf gehört (siehe auch Žilys 2012: 127).

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Die Personennamen der Frauen aus Joniškis im Kontext der historischen litauischen Anthroponymie anhand des ältesten litauischen Taufregisters aus Joniškis von 1599–1621

Hedvige Laucūviene JNŠ 33v. Vgl. den heutigen Familiennamen Laūcius (LPŽ₂ 30); *Laumakienė: 1602 Aduo[cati] Łukoszaỳc Dorota Laumokene JNŠ 32. Vgl. den heutigen Familiennamen Laūmakis (LPŽ₂ 33); *Martynienė: 1600 Helena Martiniene pagi Eziekia JNŠ 13v. Vgl. den heutigen Vornamen Martýnas (LVKŽ 264), den Familiennamen Mártynas (LPŽ₂ 167); *Mekienė: 1601 Pagi Linkayciu Agneſca Mekiene JNŠ 23. Vgl. den heutigen Familiennamen Mekà, Mėkas, Meky̆s (LPŽ₂ 202, 203); *Mikutienė: 1602 Aduo[cati] Balciun Jedwiga Mikutene JNŠ 33, 1601 Nobilis. Eigierda subditi. Gendruta Mikutiene Pagi Niemeyxiu JNŠ 12v. Vgl. den heutigen Familiennamen Mikutà, Mikutȧs, Mikutis (LPŽ₂ 235, 236); *Pagai̇kštienė: 1601 Aduo[cati] Beynoraicia Jedwiga Pagajxtiene JNŠ 27. Ein Familienname dieser Herkunft ist heute nicht gebräuchlich; vgl. lit. pagaikštis, pãgaikštis (LKŽ IX 67); *Petrašienė: 1600 Pagi Waluni Helena Petraſziene JNŠ 7v. Vgl. den heutigen Familiennamen Petrašius (LPŽ₂ 438); *Staliorienė: 1601 Aduo[cati] Szapnag Dorothaea Staloriene JNŠ 28. Vgl. den heutigen Familiennamen Staliōrius (LPŽ₂ 797); *Tamošienė: 1617 de uilla Witnarý Dosiula TomaḂenie Jucowa JNŠ 202v. Vgl. den heutigen Vornamen Tamošius (LVKŽ 341), den Familiennamen Tamošius (LPŽ₂ 1016); *Vilvienė: 1600 Agnieſzka Wilwene Pagi Łekaỳciu JNŠ 17. Zu vilž- vgl. möglicherweise den heutigen Familiennamen Vėlvėkis (LPŽ₂ 1186); *Vorienė: 1601 Aduo[cati] Jurdas Magdalena Worene JNŠ 25v. Vgl. den heutigen Familiennamen Võras (LPŽ₂ 1254); *Žaudienė: 1601 Dorothea Zaudiene Pagi Dwiluỳciow JNŠ 19. Zu žaud- vgl. nur den heutigen Familiennamen Žaudžėvičius (LPŽ₂ 1316); *Želienė: 1601 Pagi Jauneikayciu Jedwiga Zelene 20v. Vgl. den heutigen Familiennamen Žėlys (LPŽ₂ 1321); *Žiaukienė: 1599 Dorothea Ziaukiene JNŠ 3v. Vgl. den heutigen Familiennamen Žiauka, Žiaūkas (LPŽ₂ 1327); *Žudienė: 1602 Lucia Žudene. Pagi Dageciow JNŠ 48v. Vgl. den heutigen Familiennamen Žudys (LPŽ₂ 1346).

Noch mehr Anthroponyme weisen die litauischen Suffixe –aičia (mit variierender Schreibung: –aicia, –aýčia, –aicžia, –aicžja), –yčia (in der Quelle geschrieben –icia) und –(i)ūčia (in zwei Varianten wiedergegeben: –iuci, –iucia) auf, z. B.: *Adomaičia: 1620 Siola Bernelow Chriſtina adomayčia JNŠ 254v. Vgl. den heutigen Vornamen Adõmas (LVKŽ 61), den Familiennamen Adõmas (LPŽ₁ 65); *Balčiūčia: 1620 S[iola] Wetnorow Anna Balcžiucia JNŠ 255. Vgl. den heutigen Familiennamen Balčius (LPŽ₁ 170); *Builyčia: 1619 S[iola] Mikolaiciunow Lucia Būylicia JNŠ 237v. Vgl. den heutigen Familiennamen Būilis (LPŽ₁ 335); *Butautyčia: 1620 S[iola] Skarow Gendruta Butauticia JNŠ 258. Vgl. den heutigen Familiennamen Butautis (LPŽ₁ 366); *Eidukýčia: 1620 Magrieta Eidukicia Z mielwidziow JNŠ 243. Vgl. den heutigen Familiennamen Eidùkis, Eidukýš (LPŽ₁ 565); *Galminaičia: 1620 Paluta Galmýnaicia S[iola] Trumpaiciow JNŠ 257v. Vgl. den heutigen Vornamen Gálminas (LVKŽ 163), die Familiennamen Galminas, Galminas, Galminas (LPŽ₁ 617); *Gavėnačia: 1620 S[iola] Enigiow Elżbieta Gawenaicia JNŠ 256v. Vgl. die heutigen Familiennamen Gavėnas, Gavėnas (LPŽ₁ 635); *Grigýčia: 1620 S[iola] Enigiow Dasiu{ł}a Grigicia JNŠ 256v. Vgl. den heutigen Familiennamen Grigis (LPŽ₁ 713); *Jakštyčia: 1620 S[iola] Dwelaicziow Magrieta Taxticia JNŠ 247. Vgl. die heutigen Familiennamen Jákštis, Jakštys (LPŽ₁ 789); *Jonaičia: 1615 S[iolo] Bernelu lucia jonaicžia JNŠ 173. Vgl. den heutigen Vornamen Jónas (LVKŽ 208), den Familiennamen Jónas (LPŽ₁ 841); *Jonkaičia: 1620 S[iola] Iauniunow Lucia Ionkaicia JNŠ 257v. Vgl. die heutigen Familiennamen Jonka, Jonkas (LPŽ₁ 843); *Jurgelyčia: 1600 cum Dorotha Jurgelicia

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Pagi Bujwidziu JNŠ 17v. Vgl. den Familiennamen Jurgėlis, ferner vgl. den Familiennamen Jūrgis (LVKŽ 215), Familienname Jurgėlis, Jurgelỹs (LPŽ₁ 867); *Juškýčia: 1617 M{ari}na Iuszkicia de uilla Grazaycie JNŠ 201. Vgl. den Familiennamen Juškỹs (LPŽ₁ 875); *Kibildýčia: 1621 Agnieβka Kibildicia S[iola] Iurdaciow JNŠ 260. Vgl. den Familiennamen Kibildis, Kibĩlis (LPŽ₁ 986); *Kiršaičia: 1619 Iaguta kirfajcia S[iota] Sabaς3unow JNŠ 236v. Vgl. den Familiennamen Kir̃ša, Kir̃šas (LPŽ₁ 1002); *Martynaičia: 1620 Anna Martynaiczia S[iota] Dwetai ciow JNŠ 259. Vgl. den Familiennamen Martýnas (LVKŽ 264), Familienname Máratynas (LPŽ₂ 167); *Medžiulyčia: 1620 Enula Medziulicia S[iola] tegoζ Girdziunow JNŠ 258v. Vgl. den Familiennamen Medžiulis (LPŽ₂ 198); *Povilaičia: 1620 Agnieβka Powilaicia S[iola] Skarow JNŠ 258. Vgl. den Familiennamen Póvılas (LVKŽ 301), Familienname Povilas (LPŽ₂ 497); *Puodžiūčia: 1620 S[iota] Waineikiow Elena Puodziuci JNŠ 255. Vgl. den Familiennamen Puõdžius (LPŽ₂ 534); *Senkaičia: 1620 S[iota] Iauniunow Zophia Senkaicia JNŠ 257v. Vgl. den Familiennamen Senkà (LPŽ₂ 701); *Staniulyčia: 1621 Dasiuta Staniulicia f tegoβ siola JNŠ 267. Vgl. den Familiennamen Staniùlis (LPŽ₂ 802); *Stasiūčia: 1619 Magreta Stasiucia Siolà Kozakow JNŠ 238. Vgl. den Familiennamen Stąsius (LVKŽ 335), Familienname Stãs̀ius (LPŽ₂ 810); *Šimaičia: 1620 Zophia Szymaicia S[iota] Melniow JNŠ 258. Vgl. den Familiennamen Šìmas (LPŽ₂ 929–930); *Tumaičia: 1619 S[iola] Bujwidziow Elzbieta Tumaicia JNŠ 232. Vgl. den Familiennamen Tùmas (LPŽ₂ 1081); *Ubagýčia: 1620 Dasiuta Vbagicia tegoβ siola JNŠ 259. Vgl. den Familiennamen Ubagas (LPŽ₂ 1094); *Valentinaičia: 1620 S[iola] Norunow Gendruta Walentynaycia JNŠ 252v. Vgl. den Familiennamen Valentinas (LVKŽ 363), Familienname Valentinas (LPŽ₂ 1150) usw.16

Die angeführten Fälle sind an sich wertvolle, einzigartige Daten zur historischen Anthroponymie, denn sie veranschaulichen nicht nur konkrete Aussagen, sondern belegen sie auch. Diese Beispiele haben deutlich gezeigt, dass es im Taufmatrikelbuch von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 wesentlich mehr weibliche Anthroponyme litauischer Bildung gibt als in den bisherigen Untersuchungen zur historischen Anthroponymie litauischer Frauen des 16.–17. Jahrhunderts (aus den adligen Ständen und der Bauernschaft), die überwiegend von Vitalija Maciejauskienė (1991: 250–278) durchgeführt wurden. Ausschlaggebend dafür waren offenbar die ethnische Zusammensetzung der Einwohner von Joniškis und den umliegenden Pfarrdörfern (die Litauer waren in der Mehrheit), die Besonderheiten der Kirchenmatrikelbücher und die Art ihrer Führung.

1.3. Es lässt sich nur vermuten, dass es Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts in Litauen noch weitere ähnlich geführte Kirchenmatrikelbücher gegeben haben könnte. Diese Bücher sind offenbar lediglich nicht bis in unsere Zeit erhalten geblieben. Nach der Visitation des Bistums Samogitien von 1579 wurden in einigen Kirchen (Ariogala, Krakės, Kražiai, Medininkai, Vilkija, Veliuona) „wenn auch nicht sehr sorgfältig geführt und aufbewahrt, bereits damals Matrikelbücher angelegt <...>, doch das älteste erhaltene Tauf-

16Angesichts des begrenzten Umfangs des Artikels wurde nur eine kleine Auswahl charakteristischer Beispiele angeführt. Eine eingehende weitere Analyse der Personennamen der Frauen, die in den Dörfern der Pfarrei Joniškis lebten (Wortbildung, Herkunft usw.), könnte in einem eigens dafür vorgesehenen Artikel (oder einer umfangreicheren Arbeit) vorgenommen werden.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIII

Seniausios Lietuvoje 1599–1621 metų Joniškio krikšto metrikų knygos joniškiečių moterų asmenvardžiai lietuvių istorinės antroponimijos kontekste

Matrikelbuch ist das Taufmatrikelbuch der Kirche von Joniškis (Rajon Joniškis), dessen Einträge 1599 einsetzen; das Trauungsmatrikelbuch der St.-Johannes-Kirche in Vilnius beginnt 1602. Sterbematrikelbücher wurden in Litauen erst viel später eingeführt. Im Handschriftenbestand der Bibliothek der Litauischen Akademie der Wissenschaften17 ist eine Abschrift18 eines solchen Buches der Vilniuser Missionskirche erhalten, das ab 1696 geführt wurde“ (Žilys 2012: 131). Außer diesen sind weitere der ältesten Matrikelbücher Litauens bekannt: Merkinė (ab 1604), Paberžė (ab 1609, nur Fragmente erhalten), Lankeliškiai (ab 1612; der heute erhaltene Teil des Buches beginnt 1617), Plungė (ab 1615), Tytuvėnai (ab 1616), Krakės (ab 1619), Dusetos (ab 1619, im Zweiten Weltkrieg verschollen), Šiluva (ab 1622), Žagarė (ab 1622), Vabalninkas (ab 1623; ob es erhalten ist, ist nicht festgestellt), Salantai (ab 1631), Šiaulėnai (ab 1637), Kamajai (ab 1637), Švenčionys (ab 1638), Seda (ab 1640), Kupiškis (ab 1641), Tauragnai (ab 1644, im Zweiten Weltkrieg verbrannt), Prienai (ab 1644), Šiauliai (ab 1647) usw. Die meisten der aufgeführten Bücher stammen aus West- oder Nordlitauen (ausführlicher siehe Garliauskas 2009: 7–10; 2010: 8).

Weibliche Formen von Personennamen mit litauischen Suffixen wurden auch in einigen der erwähnten frühen Kirchenmatrikelbücher gefunden. Dazu gehören das Taufmatrikelbuch von Krakės aus den Jahren 1619–1635 und das Trauungsmatrikelbuch von 1631–1635, die Taufmatrikelbücher von Merkinė aus den Jahren 1604–1618 und 1615–1636 sowie das Matrikelbuch mit Tauf- und Trauungseinträgen, das Tauf- und Trauungsmatrikelbuch von Plungė aus den Jahren 1615–1659 und das Taufmatrikelbuch von 1616–1660, das Tauf- und Trauungsmatrikelbuch von Seda aus den Jahren 1641–1707, das Tauf- und Trauungsmatrikelbuch von Šiluva aus den Jahren 1622–1728, das Taufmatrikelbuch von Švenčionys aus den Jahren 1638–1648, das Tauf- und Trauungsmatrikelbuch von Tytuvėnai aus den Jahren 1616–1635 sowie das Trauungsmatrikelbuch von Žagarė aus den Jahren 1622–1655.

Zunächst sind die wenigen Personennamen verheirateter Frauen mit dem Suffix -ienė zu nennen (in den Quellen geschrieben: -ene, -eni, -enia, -enie, -iene, -ieni, -ienie, -ini), z. B.: 1624 cum Elizabetha Alxminieni ŠlvK 122v, 1641 Dorothea Bernotenie SdK 19v, 1646 Barbara Buywidenie SdK 2v, 1646 Dorothea Drobenie SdK 3, 1646 zufan- na Garuzaytiene SdK 3v, 1645 Magdalena Grayčižiene SdK 1, 1617 Cum Barbara Ionųbaitene TytK 8v, 1646 HElizabeth Jurgelienie SdK 3, 1620 cu[m] Gertrudi juželeni PlnK 14, 1622 cum Dorothea Karlenia KrkK 31, 1646 Anna Kolenie SdK 3, 1646 Anna Konderaytenie SdK 2v, 1638 Vrsula kułdonene ŠvnčK 5, 1641 Anna Lifikiene SdK 20v, 1617 cum Anna Luzinieni PlnK 4v, 1646 Anna Normontienie SdK 3, 1646 Vliana ortienie SdK 3, 1638 Eua Petrene ŠvnčK 5, 1606 Iagnief- ka puniene MrkKl 16v, 1606 Dorotey Sapikiene MrkKl 19v, 1617 cum Catarina

17 Handschriftenabteilung der Wróblewski-Bibliothek der Litauischen Akademie der Wissenschaften.

18 Es müsste erhaltene heißen.

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sžymkieni PlnK 4v, 1646 Chriftina Tupejenie SdK 2v, 1641 Anna Wawkßkutenie SdK 20, 1646 Marina Wenwitenie SdK 2, 1620 cum Lucia wilgalini PlnK 13v.

Deutlich mehr sind die Personennamen unverheirateter Frauen mit litauischen Wortbildungssuffixen, zum Beispiel: 1625 cu[m] Elizabeta Anskinaitčia ŽgS 7v, 1617 Gertrudis Bartusiaiycie TytS 41, 1628 cum Marina benußbayčia ŽgS 15, 1620 Elena Bo-rybaycža MrkKII 13v, 1623 cum Catherina Gasparaičie ŽgS 5v, 1623 cum agneta Ianulaičia ŽgS 6, 1621 cum Magdalena Luknayčia KrkK 17, 1627 cum Gedrude Martinajčia ŽgS 13v, 1617 Dorothea Pasalityčia TytK 7, 1631 Hetrudie Powilaj-cia KrkS¹⁹, 1623 cum Ragina Stungajcie ŽgS 3v; 1641 Anna Abromayte SdK 20v, 1646 Cæcilia Bernotayte SdK 1, 1624 Elisabeth Darwanayte TytK 1v, 1616 cum Barbara Gotzayte TytS 39v, 1616 Anna Iurgielayte TytK 3v, 1631 cu[m] Magdalena klapßtayti PlnK 71, 1624 Gendruta Martinaite TytK 2, 1616 Cum Anna Matutay-te TytS 39v, 1628 Marina Miz yukaite PlnK 46, 1641 Marina Nartkayte SdK 19, 1624 Catharina Normuntaite TytK 1, 1624 Heduigis Noruel aite TytK 1v, 1624 Dorotha Palawaite TytK 1v, 1624 HEduigis Staniułayte TytK 2, 1617 cum Agnete Stasiułayte TytS 40v, 1646 Magdalena Stugaÿte SdK 2v, 1624 Annae Szyrwayte TytK 1v, 1632 Cu[m] Helizabetha Tomafzaytie TytS 73v, 1641 Cristina Wilkragāyte SdK 19, 1632 Agnetis Zemgulayte PlnK 80; 1620 Magdalena baltuliczia MrkKII 12, 1628 cum Anastasia ciapicia ŽgS 15v, 1625 Elena Dabrijkicia ŽgS 11v, 1625 Chriftina Daugelicia ŽgS 10, 1625 Agnetis Dowil ticia ŽgS 10, 1638 Catharina Jakßtycia ŠvnčK 1, 1638 Margareta Jonußkicia ŠvnčK 1, 1625 Cu[m] Vrsula Kibildičia ŽgS 7v, 1628 cum Sophia knetkicia ŽgS 15v, 1638 Anna Mikalicia ŠvnčK 1, 1606 Catharina Mikalicza MrkKII 16v, 1624 cum Barbara Misycia ŽgS 6v, 1623 cum Agnießka Pakßtycia ŽgS 6, 1623 cu[m] Elizabetha Pauliczia KrkK 45, 1625 Polonia Piragicia ŽgS 11, 1623 Catherina Ramoßkicia ŽgS 4v, 1624 cum Marina Rymkicia ŽgS 6v, 1622 Eduigis Staniulicza MrkKII 31v, 1628 cum Cristina Stanułicia ŽgS 15v, 1627 Agnetis Tautwajßicia ŽgS 13v, 1625 Dorothea Wien-rakicia ŽgS 7v, 1624 Barbara 3mirklicia ŽgS 6v; 1617 Cum Magdalena Ambrozeiu cza TytK 8, 1625 Eua Andreiu cia ŠlvK 125, 1624 Zophia Dagelucia TytK 2, 1625 Cum Elizabetha Dawniucia ŠlvK 125, 1625 Chriftina Krišiucia ŠlvK 128, 1616 ex matre Anna Lukofzucie TytK 4v, 1625 cum Dorothea Lukßucia ŠlvK 125v, 1620 Anna Milkucia MrkKII 12v, 1625 Barbare Piragucia ŠlvK 128, 1624 Mag-dalenam Stasiucia ŠlvS 130v, 1617 cum Feliciana Vr baniucze TytS 41, 1624 Cum Margareta Wayciulucia ŠlvK 122v, 1617 m[a]tre Anna zedelu{c}że TytK 7v usw.

Wie oben erwähnt, wurden alle in der Kirche vollzogenen Zeremonien in bestimmten liturgischen Büchern festgehalten, die bis 1633 Agenden (lat. Agenda) und später Rituale (lat. Rituale Sacramentorum) genannt wurden. Dort finden sich die Texte der Zeremonien in mehreren Sprachen (in der Reihenfolge ihrer Anordnung: Latein, Polnisch, Litauisch,

19 Unleserliche Blattnummer (aufgrund des schlechten Zustands dieses Kirchenregisterbuchs).

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Deutsch, Lettisch). In diesen liturgischen Büchern ist auf Litauisch festgehalten, was die Kirchenbesucher sagen sollen: die Worte des Priesters, Fragen, Antworten an den Priester, Formeln, das Glaubensbekenntnis usw. Die an Tauf- und Trauungszeremonien Beteiligten und der Priester konnten sich auch auf Litauisch verständigen, denn „lateinische katholische Rituale des 17.–18. Jahrhunderts ließen den mündlichen Gebrauch der Volkssprachen bei bestimmten religiösen Zeremonien zu“ (Garliauskas 2001: 214). In der behandelten katholischen Agenda von 1616 waren die Schreibweisen von Personen- und Ortsnamen in keiner Weise geregelt (ebd., 217). Die litauischen Texte der liturgischen Bücher und die lebendig gesprochene litauische Sprache20, die Besonderheiten der Führung von Kirchenregistern, die frühe Chronologie und die allgemeine Schriftkultur jener Zeit könnten das Aufkommen litauischer Formen in den Anthroponymen von Frauen beeinflusst haben. Denn je früher die Zeit, desto häufiger wurden Personennamen in authentischen, das heißt von den Litauern selbst verwendeten Formen aufgezeichnet (siehe Ragauskaitė 2005: 58–60). Dies gilt offenbar für den gesamten alten litauischen Namenbestand.

1.4. Im Kontext der litauischen historischen Anthroponymieforschung erscheint es außerdem wichtig, die Verbreitung weiblicher Anthroponyme mit litauischen Suffixen in den historischen Namenbeständen zumindest einiger Städte (Vilnius, Kaunas und Kėdainiai) zu beschreiben.

Der Gebrauch fremder Sprachen im Vilnius des frühen 17. Jahrhunderts hatte großen Einfluss auf das Gesamtbild der Herkunft von Personennamen (Zinkevičius 1976: 125–130). „Das Buch beleuchtet ausführlicher, als es zunächst erforderlich erscheinen mag, die historischen Bedingungen jener Zeit und die sprachliche Situation der Stadt Vilnius, also jene Faktoren, die den Gebrauch der Personennamen tatsächlich bestimmten und die Personennamen selbst prägten“ (Zinkevičius 1977: 4). Einer der wichtigsten Gründe war, dass die Personennamen der damaligen Einwohner von Vilnius stark slawisiert wurden: Die Schreiber ersetzten litauische patronymische Suffixe durch slawische. Deshalb ist „bei polnisch geschriebenen <...> Personennamen der Kontext ihrer Niederschrift von Bedeutung: In Litauen nahm der Einfluss der polnischen Sprache zu, und ab 1697 wurde sie zur Amtssprache des Großfürstentums Litauen, in der gemäß einem Beschluss des litauischen Sejms alle Dokumente verfasst werden mussten“ (Sinkevičiūtė, Račickaja 2014: 309). In den Taufregistern der Vilniuser St.-Johannes-Kirche aus dem 17. Jahrhundert wurde nur ein einziger wenig eindeutiger Fall eines Frauennamens mit litauischem Suffix gefunden: Barbara Bazukaitė, vermutlich statt ostlit. Bazukaitčia oder Bazukaitica ‘Baziukaitė, Tochter des Baziukas

20 Obwohl das Taufregister von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 auf Latein und Polnisch geführt wurde, lassen sich gleich zu Beginn dennoch Spuren der lebendig gesprochenen litauischen Sprache erkennen. Es sind einige litauische Wendungen: 1599 Gertrudis uel Littuiszkai Gendr{uta}]JŃŠ 1 = litauisch Gendruta; 1599 Kuisayčiu Kuniga Kle-bona Gen. Sg. JNŠ 4 = Pfarrer des Pfarrers von Kuisaičiai, 1599 Nuo fienos Konarzewskienes Gen. Sg. JNŠ 3 = Von der alten Konarževskienė; 1599 De Onuszayciu iß walsciaus upites JNŠ 3v = aus dem Amtsbezirk Upytė der Onušaičiai (siehe auch Garliauskas 1998: 138). In mehreren Taufeinträgen wurde die Bezeichnung für Beruf, Gewerbe, Tätigkeit usw. einer Person durch ein litauisches Lexem wiedergegeben: 1599 Caspari Mefinika, omnes de oppidulo Janißki Gen. Sg. JNŠ 1 = des Metzgers; 1601 Grigas warpininks <...> ciues Janißki JNŠ 18 = der Glockengießer. Ähnliche Aufzeichnungen finden sich auch in anderen historischen Quellen (siehe Zinkevičius 1977: 60; Garliauskas 2001: 213; 2012: 73–74; Ragauskaitė 2005: 60).

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duktė’ (Zinkevičius 1977: 77). Tačiau kiti to meto rankraščiai parodė, kad Vilniuje bei jo apylinkėse tada buvo vartojamos moterų asmenvardžių formos su lietuviškais darybos elementais (min. veik., 77). Tai liudija, kad tarsi „vyko intensyvi kova tarp senosios lietuviškos asmenų nomenklatūros ir naujosios svetimos, kuri, palaikoma oficialiųjų dokumentų, ėmė vis labiau įsigalėti“ (min. veik., 111–112).

Edvardas Gudavičius zufolge „erstarkte in Kaunas, als die Stadt ihren deutschen Charakter verlor, nicht das polnische, sondern das litauische Element, das sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts endgültig durchsetzte“ (Gudavičius 1999: 359). Zu Beginn des 16. Jahrhunderts bestand die Mehrheit der Einwohner von Kaunas aus Personen litauischer Nationalität (Kiaupa 1977: 15). Vor dem Vogtgericht, das am günstigsten und deshalb am zugänglichsten war, prozessierten ebenfalls hauptsächlich Litauer – sowohl Einwohner von Kaunas als auch Zuwanderer aus anderen Teilen Litauens (Kiaupa 1988: 28). Es heißt, „an der litauischen Prägung von Kaunas im 17. Jahrhundert besteht kein Zweifel – sie unterscheidet sich nicht oder nur sehr wenig von der anderer Orte: Es gibt dort sehr viele Litauer“ (Lebedys 1976: 58). So sang Ende des 17. Jahrhunderts ein Bürgermeister der Stadt Kaunas Pilypas Ruigys das Lied „O Hopfen, du grünes Pflänzchen“ vor. Auch die Ehefrauen der Magistratsmitglieder sprachen Litauisch. Folglich beherrschten nicht nur die unteren Schichten der Stadt, sondern auch die herrschende Elite die litauische Sprache (a. a. O., 54, 56–60). Das Umfeld der Kanzleien von Kaunas war im 16. Jahrhundert noch litauisch geprägt. Aus den genannten Gründen waren im Namengut von Kaunas im 16. Jahrhundert weibliche Anthroponyme mit litauischen Suffixen –aičia, –yčia, –ienė, –ikė, –iškė, –(i)ūčia verbreitet. Darauf machte auch Zigmantas Kiaupa aufmerksam. Zunächst veröffentlichte er aus den vier frühesten Vogtbüchern von Kaunas (1542–1544, 1544, 1545 und 1550–1555) weibliche Personennamen litauischer Bildung (Kiaupa 2000: 87–88). Darunter waren überwiegend Anthroponyme mit dem litauischen Suffix –ienė (81, d. h. 50,62%) (Ragauskaitė 2005: 107–108). Auch der Gebrauch des Suffixes –iškė in der Anthroponymie der Frauen von Kaunas dieser Zeit ist ein in den Aktenbüchern der Stadt festgestelltes Phänomen. Später, nach dem Wandel des Umfelds der städtischen Kanzleien, änderte sich diese Situation grundlegend. Die weiblichen Personennamen der Einwohnerinnen von Kaunas im 17. Jahrhundert wurden meist mit den slawischen Suffixen –ova und –ovna gebildet (a. a. O., 113, 146).

Anthroponyme von Frauen aus Kėdainiai sind in historischen Quellen des 17. Jahrhunderts aus Kėdainiai belegt. Die eingesehenen frühen Stadtinventare von 1604, 1624 und 1666 sind auf Polnisch verfasst, die Aktenbücher von 1623–1806 und 1690–1775 dagegen auf Polnisch und Latein. In den untersuchten Inventaren wurden nicht nur die Einwohner benannt, sondern auch ihre Häuser und die Straßen, in denen diese standen, registriert²¹. In diesen Bezeichnungen sind die slawischen Suffixe –owa (üblicherweise in den Nachnamen verheirateter Frauen) und –owna (in den Nachnamen unverheirateter Frauen) häufiger: 1666 Dom P[ani] Buzewiczowey gen. sg. Kl₃₁, 1604 Miafto Kíęýdáný Rýnek prawa ftrona od moftú Hanny Gielezowey gen. sg. Kl₄, 1624 Vlica Kowienfka Abramowa Gięndrelowa Kl₂

21 Diese Quellen sind für die Erforschung nicht nur der Geschichte der Personennamen, sondern auch der Straßennamen geradezu einzigartig.

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8, 1690 <...> Ia Ewa Jankowska Małzonkowie Mieszczanie Miasta Kieydan[skiego] KAK₁ 24v, 1691 <...> Ia Barbara Adamowna Bartłomieiowa Jufsewiczowa Małzonkowie Mieβczanie Miasta Kieydan[skiego] KAK₁ 36v, 1624 Druga Strona Jakubowa Kramnikowa KI₂ 3, 1604 Ulica nad eÿfnilga prawa strona do dworu ÿdąc od rzęki niewiąży Hanna Kunigielowna KI₁ 9, 1624 Vlica Kowienska Adamowa Lelawβowa KI₂ 8, 1624 Janowa Łukaszewiczowa KI₂ 3v, 1691 <...> Ia Zophia Kurklinska Stanisławowa Staginska Małzonkowie Mieszczanie Miasta Kieydan[skiego] KAK₁ 26, 1624 Ogrodÿ nad Eÿsmilgą ÿ Gumna Adamowa Miκβewiczowa KI₂ 3, 1690 <...> Ia Ewa Butkiewiczowna Janowa Pawłowiczowa Małzonkowie Mieβczanie Miaſta Kieydan[skiego] KAK₁ 21, 1691 Ia Anna Jerzyna Marcinkiewiczowna Pronowska Obywatelka Miaſta Kieydan[skiego] KAK₁ 46, 1624 Kamienica Mikołaiowa Stagiełowa KI₂ 81, 1624 Vlica Szątska Mikołaiowa Tykniowa KI₂ 6, 1604 ulica nad niewiązą jasiuły wergielowej gen. sg. KI₁ 15v, 1604 ulicÿ od rynku lewa strona Giendru{t}ą Wiprikowna KI₁ 11v, 1690 Ia Katharyna Michniewiczowna Andrzeiowna Janowa Wysocka Mieszczanka Miasta Kieidan[skiego] KAK₁ 7v, 1604 Ulica ftara 3 rÿnku lewa strona Magdalena {Ż}eÿkniowa KI₁ 7v und weitere.

In den Einträgen des 17. Jahrhunderts begegnen jedoch noch vereinzelt Personennamen von Stadtbewohnerinnen mit litauischen Suffixen –aičia (in zwei Schreibweisen: –aycia, –ayčia), –yčia (geschrieben –ica): 1604 Miaſta Kieÿdany 3a ręka niewiązą Paliula Budrayčia KI₁ 14v, 1690 Zofia Jafaycia KAK₂ 4, 1690 Ia Anna Jeywaycia Macieiowa Garnelowa Mieszczka Miaſta Kieydan[skiego] KAK₂ 16, 1690–1775 Ia Zofia Mazaycia Zwilgowa KAK₂ 74, 1690 Pani Zofia Plawfzkaycia Piotrowa Mordafzewiczowa KAK₂ 13, 1624 Vlica Stara Barbara Sabulica KI₂ 2; 1604 Miaſta Kieÿdany 3a ręka niewiązą jęva Wataÿcia KI₁ 13v.

Im 17. und 18. Jahrhundert bemühten sich die Reformierten (Calvinisten) von Kėdainiai sehr um die Pflege der litauischen Sprache (KNK 22). Im 17. Jahrhundert war diese Stadt ein bedeutendes Zentrum litauischer reformierter Kultur im Großfürstentum Litauen. In Kėdainiai wurden Gottesdienste auf Litauisch ab dem dritten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts abgehalten, mit nur einer fünfjährigen Unterbrechung (1682–1687) (Lukšaitė 1970: 23). Der Bürgermeister der Stadt, Steponas Jaugelis Telega, nahm selbst an einer Sitzung der städtischen Reformierten teil, auf der beschlossen wurde, die für die Gottesdienste auf Litauisch benötigten Bücher vorzubereiten. Auch der bekannte Bürgermeister Juozapas Lipskis und weitere Personen beteiligten sich aktiv an der Arbeit der reformierten Gemeinde (Lukšaitė 2001: 12). Bedenkt man, dass die litauische Sprache im öffentlichen Leben von Kėdainiai im 17. Jahrhundert noch erklang, spiegeln sich diese Erscheinungen litauischer Sprachlichkeit vermutlich in gewissem Maße auch in den untersuchten Handschriften wider. Ohne den hier erörterten sozialen und kulturellen Kontext wären die Einträge in den alten Handschriften stumm (Параускайте 2012: 218).

Die vergleichende Analyse der Bildungstendenzen im Namengut verschiedener litauischer Städte (Vilnius, Kaunas, Kėdainiai) hat gezeigt, dass das zuvor beschriebene Inventar litauischer Suffixe in den weiblichen Personennamen von Joniškis kein einzigartiges Phänomen ist, sondern lediglich ein in dem Taufregister von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 belegter Befund. Daher sollten die Untersuchungen zu historischen Personennamen der städtischen Bevölkerung Litauens

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(Frauen) fortgesetzt werden. Es ist anzunehmen, dass sich noch mehr authentische Anthroponyme, mit denen litauische Stadtbewohnerinnen damals in der gesprochenen Alltagssprache ihres Umfelds bezeichnet wurden, auch in anderen historischen Dokumenten des 16. und 17. Jahrhunderts finden ließen.

2. SCHLUSSFOLGERUNGEN

2.1. Der Beitrag erörterte vorwiegend unter dem Aspekt der Wortbildung 122 Anthroponyme von Frauen aus Joniškis (die zweiten Bestandteile des zweiteiligen Benennungsmodells), die der Taufmatrikel von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 entnommen wurden.

2.2. Die Untersuchung dieser Namen ergab, dass die Bildung der Personennamen der damaligen Einwohner von Joniškis tatsächlich eigenartig war. 32 Personennamen (26% aller zweiten Anthroponyme in zweiteiligen Benennungen) sind mit litauischen Suffixen -aičia, -yčia, -ienė, -(i)ūčia belegt, die übrigen mit slawischen Suffixen -ova, -ovna. Drei Personennamen (2,46%) mit polnischen Suffixen des Typs -sk- wurden den Ableitungen mit der Endung -a zugeordnet.

2.3. Insgesamt wurden 32 Formen weiblicher Anthroponyme aus den Jahren 1599–1621 mit litauischen Suffixen rekonstruiert und mit heutigen litauischen Familiennamen verglichen. Die meisten, nämlich 28 (87,5% aller rekonstruierten Formen), haben eindeutige Entsprechungen im heutigen Namensbestand. Ein Teil, nämlich 2 (6,25%), hat Entsprechungen gleicher Herkunft, aber anderer Wortbildung unter den heutigen litauischen Männernamen. Die letzten 2 (6,25%) wurden aus männlichen Personennamen gebildet, die im heutigen Namensbestand nicht belegt sind.

2.4. Das erörterte Inventar litauischer Suffixe in den Anthroponymen der Einwohner von Joniškis ist nicht das einzige Phänomen, das ausschließlich in der Taufmatrikel von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 festgestellt wurde. Litauische Suffixe weiblicher Personennamen fanden sich auch in den Namensbeständen anderer alter Pfarrgemeinden (Krakių, Merkinės, Plungės, Sedos, Šiluvos, Švenčionių, Tytuvėnų, Žagarės). Dies ist in bisherigen Untersuchungen zur litauischen Anthroponymie des 16.–17. Jahrhunderts, die Frauen – vorwiegend Bäuerinnen und Adlige – betreffen, nicht üblich.

2.5. Die Ergebnisse der Analyse der Anthroponyme der Einwohner von Joniškis wurden außerdem mit den Schlussfolgerungen aus Analysen der Wortbildung in den Namensbeständen der Aktenbücher von Kaunas aus dem 16.–17. Jahrhundert sowie von Vilnius und Kėdainiai aus dem 17. Jahrhundert verglichen. Dabei zeigte sich, dass in den Namensbeständen dieser Städte damals noch weibliche Personennamen mit litauischen Wortbildungselementen in Gebrauch waren.

2.6. Historische Anthroponyme der Einwohner litauischer Städte müssen weiter untersucht werden. Künftige Untersuchungen dieser Art könnten die dargelegten Aussagen ergänzen und präzisieren.

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ANHÄNGE

ABB. 1. Lateinischsprachiger Ausschnitt aus dem Jahr 1599 aus der Taufmatrikel von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 (Bl. 1)

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ABB. 2. Fragment aus dem Jahr 1607 in polnischer Sprache aus dem Taufregister von Joniškis aus den Jahren 1599–1621 (Bl. 88)

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ŠALTINIAI

Joniškio 1599–1621 metų krikšto metrikų knyga [„Liber Baptisatoru[m] Ecc[lesi]æ Parochialis Janiscensis ab Anno 1599. – usq[ue] ad An[n]um 1621. –“]. LVIA. F. 1196. Ap. 1. B. 76. (JNŠ)

Kėdainių 1604 metų inventorius. VUBRS. F. 4. A1723. B. 34308a. (KI1)

Kėdainių 1623–1806 metų aktų knyga. LVIA. F. SA. B. 15360. (KAK1)

Kėdainių 1624 metų inventorius [„Inwentarz spíłany ẏmíenia Kíeydanſkiego wíelmoznego pana ye°[go] m[o]ści pana Stanisława Ki[ż]ki Woiewodzica Witebſkie°[go] <...>“]. VUBRS. F. 4. A1724. B. 34308b. (KI2)

Kėdainių 1666 metų inventorius [„Inwentarz miasta Kieydanskiego 1666“]. VUBRS. F. 4. A215. B. 16891. (KI3)

Kėdainių 1690–1775 metų aktų knyga [„Księga Aktowych Dokumentow Roku 1690 do Roku 1775“]. LVIA. F. SA. B. 15357. (KAK2)

Krakių 1619–1635 metų krikšto ir 1631–1635 metų santuokų metrikų knyga. LVIA. F. 1122. Ap. 1. B. 1. (KrkK)

Merkinės 1604–1618 metų krikšto metrikų knyga. LVIA. F. 1541. Ap. 1. B. 1. (MrkKI)

Merkinės 1615–1636 metų krikšto ir santuokų metrikų knyga. LVIA. F. 1541. Ap. 1. B. 2. (MrkKII)

Plungės 1615–1659 metų santuokų ir 1616–1660 metų krikšto metrikų knyga. F. 1827. Ap. 1. B. 1. (PlnK)

Sedos 1641–1707 metų krikšto ir santuokų metrikų knyga. F. 1455. Ap. 1. B. 13 (SdK)

Šiluvos 1622–1728 metų krikšto ir santuokų metrikų knyga. LVIA. F. 1575. Ap. 1. B. 2. (ŠlvK)

Švenčionių 1638–1648 metų krikšto metrikų knyga. Švenčionių bažnyčios archyvas. (ŠvnčK)

Tytuvėnų 1616–1635 metų krikšto ir santuokų metrikų knyga. LVIA. F. 1522. Ap. 1. B. 7. (TytK, TytS)

Žagarės 1622–1655 metų santuokų metrikų knyga. LVIA. F. 1191. Ap. 1. B. 1. (ŽgS)

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ALMA RAGAUSKAITĖ

LITERATŪRA

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIII

Sెనiausios Lietuvos 1599–1621 metų Joniškio krikšto metrikų knygos joniškiečių moterų asmenvardžiai lietuvių istorinės antroponimijos kontekste

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ALMA RAGAUSKAITĖ

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Personal Names of Joniškis Women from the Oldest Lithuanian Baptismal Register of Joniškis of 1599–1621 in the Context of Lithuanian Historical Anthroponymy

SUMMARY

The author of the article continues the research of historical proper names from the oldest known Lithuanian baptismal register of Joniškis dating to 1599–1621. This time the article presents an in-depth analysis of 122 personal names of Joniškis women in terms of their formation (second components of the binary naming model). The analysis revealed that 32 (i.e. 26 per cent of all second anthroponyms in binary names) recorded female personal names bear Lithuanian suffixes -aičia, -yčia, -ienė, -(i)ūčia, whereas the remaining ones contain Slavic suffixes -ova, -ovna. 3 personal names (2.46%) bearing Polish -šk- type suffixes were attributed to ending -a derivatives. 32 forms of personal names of Joniškis women in total, dating to 1599–1621, which contain Lithuanian suffixes, were restored and compared to contemporary Lithuanian surnames. The majority, i.e. 28 (87.5%)

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Acta Linguistica Lithuanica LXXIII

Seniausios Lietuvos 1599–1621 metų Joniškio krikšto metrikų knygos joniškiečių moterų asmenvardžiai lietuvių istorinės antroponimijos kontekste

of the restored forms have clear equivalents among modern-day personal names. Only 2 (6.25%) of them have the equivalents of the same origin but different formation among contemporary Lithuanian male surnames. The remaining 2 (6.25%) were formed from male personal names which are no longer apparent among contemporary personal names. Lithuanian suffixes of female anthroponyms may not only be traced among the historical proper names of Joniškis but also Krakiai, Merkinė, Plungė, Seda, Šiluva, Švenčionys, Tytuvėnai, Žagarė parishes. The results of the analysis of anthroponyms of Joniškis women were also compared to the conclusions of the analysis of formation of personal names from Kaunas registers of the 16th–17th centuries and 17th century Vilnius and Kėdainiai manuscript registers. It leads to the conclusion that female personal names bearing Lithuanian suffixes were also recorded in the manuscript registers of these cities.

In the future the research will focus on the historical anthroponyms of female residents from other Lithuanian cities. Only further studies can supplement the statements presented in the article.

Įteikta 2015 m. rugpjūčio 31 d.

ALMA RAGAUSKAITĖ

Lietuvių kalbos institutas

Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva

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