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PAVEL SKORUPA

Institut für die litauische Sprache

ORCID-iD: orcid.org/0000–0003–3903–7006

Forschungsgebiete: Toponymie, kognitive Onomastik, kognitive Semantik.

DOI: doi.org/10.35321/all84–12

MOTIVATION UND SEMANTIK DER TOPONYMISCHEN OPPOSITIONEN DER HEUTIGEN VILNIUS-REGION: DAS KONZEPT DER POSITION DES OBJEKTS IM RAUM

Motivation und Semantik der toponymischen Oppositionen der heutigen Vilnius-Region: das Konzept der Position des Objekts im Raum

ANNOTATION

Der Beitrag bietet eine synchrone und diachrone Analyse der Motivation und Semantik der lexikalischen toponymischen Oppositionen der heutigen Vilnius-Region, die auf dem Konzept der Position im Raum, insbesondere ihrer Beziehung zu anderen Objekten, beruhen. Die relative Position von Objekten im Raum ist für praktisch jede Klasse von Toponymen charakteristisch: Oikonyme, Potamonyme, Limnonyme usw. Auf der lexikalischen Ebene wird in vollständigen wie auch in unvollständigen lexikalischen toponymischen Oppositionen die „obere“ bzw. „untere“ Position der Objekte durch die antonymische Korrelation der pronominalen Adjektive Lith. aukštãsis „der Hohe; der Höhere“ – žemãsis „der Niedrige; der Niedrigere“, der einfachen Adjektive Lith. áukštas „hoch“ – žẽmas „niedrig“ sowie Lith. kalnìnis „zum Berg/Hügel gehörig“ – klõninis „zum Tal gehörig“ ausgedrückt.

SCHLÜSSELWÖRTER: Toponyme, synchrone und diachrone Analyse, Etymologie, Semantik, Motivation, lexikalische toponymische Oppositionen.

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXIV

Motivation and semantics of the present-day Vilnius county toponym oppositions: the concept of the object’s position in space

ANNOTATION

Der Beitrag präsentiert eine sowohl synchrone als auch diachrone Analyse der Motivation und Semantik der Toponyme der heutigen Vilnius-Region, die lexikalische antonymische Oppositionen bilden, und stützt sich dabei auf die räumliche Position der bezeichneten Objekte, d. h. auf ihre Beziehung zu anderen Objekten. Die relative Position von Objekten im Raum ist für jede Klasse von Ortsnamen charakteristisch: Oikonyme, Potamonyme, Limnonyme usw. Auf der lexikalischen Ebene wird sowohl in vollständigen als auch in unvollständigen toponymischen Oppositionen die relative Position der Objekte durch die antonymische Korrelation der pronominalen Adjektivformen aukštasis – žemasis und der einfachen Adjektivformen aukštas – žemas sowie kalninis – kloninis ausgedrückt.

SCHLÜSSELWÖRTER: Toponyme, synchrone und diachrone Analyse, Etymologie, Semantik, Motivation, lexikalische toponymische Oppositionen.

0. EINLEITUNG

Seit dem Aufkommen der Toponyme bestand ihre wichtigste natürliche Funktion in der Bezeichnung eines Ortes (einer Adresse), d. h. sie sollten Informationen über das Objekt selbst und seine Beziehung zu anderen Objekten liefern. Daher haben Vertreter zahlreicher onomastischer Schulen der Fülle von Toponymen Aufmerksamkeit gewidmet, die auf Korrelationen wie oben – unten, näher – weiter entfernt (nah – fern), alt – neu, groß – klein, nass – trocken usw. beruhen, sowie der Vielzahl „farbiger“ oder „schwarz-weißer“ Ortsnamen in verschiedenen toponymischen Klassen. Das Problem der Antonymie und Opposition in der Toponymie wurde von zahlreichen Onomastikern behandelt (vgl. Superanskaja 1970; Korepanova 1973; Kondrashina 1980; Štěpán 2009; Ahundova 2011; Tkachenko 2003, 2013, 2014; Hontsa 2014; Bukharova et al. 2016; Ilchenko, Isachuk 2016; Gataullin, Fatykhova 2018; Stachowski 2018), die behaupten, dass die antonymischen Beziehungen zwischen Ortsnamen verschiedener Klassen für die meisten Gebiete typisch sind. In Litauen erfahren toponymische Oppositionen jedoch nach wie vor nicht die gebührende Aufmerksamkeit. Die ersten Versuche, das Problem der Opposition und Antonymie in der regionalen Toponymie zu untersuchen, unternahm Pavel Skorupa (2019). Dies unterstreicht die Relevanz der vorliegenden Untersuchung, da die Motivations- und Bedeutungsforschung zur litauischen regionalen Toponymie, insbesondere zur Toponymie der heutigen Vilnius-Region, noch unvollständig ist.

Die genannten Wissenschaftler sind der Ansicht, dass solche Benennungsmuster nicht nur für die Bezeichnung geografischer Objekte von großer Bedeutung sind, sondern auch eine Schlüsselrolle bei der Herausbildung des nationalen Onomastikons spielen, da solche formalen und semantischen Reihen von Toponymen unter Berücksichtigung sowohl sprachlicher als auch außersprachlicher Bedingungen im Untersuchungsgebiet gebildet werden. Somit,

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kann die Analyse strukturell-semantischer Oppositionen in der Toponymie zumindest in gewissem Umfang dazu beitragen, zahlreiche motivierende Faktoren zu identifizieren und zu erklären, die zur Entstehung von Toponymen geführt haben, und die Prinzipien der Benennung toponymischer Einheiten in den litauischen Gebieten zu bestimmen. Bevor man jedoch in die außerordentliche Vielfalt einfacher, abgeleiteter, zusammengesetzter und komplexer Ortsnamen der Vilnius-Region eintaucht, stellen sich zahlreiche logische Fragen, etwa: Können Toponyme überhaupt antonymische Beziehungen ausdrücken? Welche Elemente in den Bezeichnungen geografischer Objekte erzeugen die entgegengesetzte semantische Bedeutung? Welche Kategorien bilden solche Toponyme? Welche sprachlichen oder außersprachlichen Faktoren bestimmten die Entstehung solcher Namen? usw.

Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind toponymische Oppositionen der heutigen Vilnius-Region (sowohl Siedlungs- als auch Nichtsiedlungsnamen), die auf dem Konzept der relativen Position des bezeichneten Objekts im Raum beruhen.

Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die Motivation und Semantik der Bestandteile von Toponymen mit homogenen Namenslexemen und antonymischen differenzierenden Markern zu untersuchen.

Untersuchungsmaterial und Quellen. Die Hauptgrundlage der Untersuchung bilden toponymische Oppositionen, die auf dem Konzept der relativen Position des bezeichneten Objekts im Raum beruhen und aus dem Korpus von 5126 Toponymen der heutigen Vilnius-Region1 ausgewählt wurden, die der Autor im Zeitraum von 2018 bis 2020 gesammelt hat. Die Untersuchung stützt sich auf Toponyme und tatsächlich erhobene Daten aus verschiedenen modernen elektronischen, gedruckten und handschriftlichen (archivalischen) Quellen (siehe Quellen und Literatur zur Toponymie). Diese Materialien ergänzen einander, helfen bei der Ermittlung und Begründung plausibler etymologischer (einschließlich motivationsbezogener) Versionen und bilden die Grundlage der Untersuchung. Die Toponyme werden sowohl synchron als auch diachron untersucht.

1. THEORETISCHER UND METHODISCHER RAHMEN

1.1. Das Konzept der Opposition in der Toponymie

Antonymische Beziehungen existieren in praktisch jeder Klasse von Toponymen – Oikonymen, Hydronymen, Mikrotoponymen (Bezeichnungen von Schluchten, Überschwemmungsgebieten, Bergrücken, Flurstücken, Kaps,

1 3900 Siedlungsnamen (von Städten, Kleinstädten, Dörfern und Bahnhöfen mit Siedlungen), 718 Seennamen, 362 Namen von Flüssen und Bächen sowie 146 Teichnamen.

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Inseln usw.) – und werden durch binäre Oppositionen² ausgedrückt, d. h. durch Paare semantisch entgegengesetzter, miteinander verbundener Ortsnamen. Nach Nataliya Podolskaja (1978: 40) ist eine binäre Opposition in der Toponymie die Opposition bzw. der Kontrast zweier miteinander verbundener Objekte, durch den sie mittels Namen mit denselben Basislexemen und antonymischen differenzierenden Markern (Elementen) unterschieden werden. Wie Vera Kondrashina (1980: 29) feststellt, kann eine Opposition manchmal aus mehr als zwei Gliedern bestehen, von denen eines oder mehrere keinen differenzierenden Marker aufweisen, d. h. eine unveränderte Basis haben können. Die Identifizierung von Antonymen oder (binären) Oppositionen in der Toponymie ist daher die Identifizierung der abhängigen Verwendungen von Toponymen, die das einfachste Mikrosystem bilden (Tkachenko 2014: 68). Das bedeutet, dass antonymische Toponyme (toponymische Antonyme) typischerweise in einem toponymischen Kontext untersucht und durch die Korrelation von Objekten erklärt werden, die sowohl sprachlich als auch geografisch, d. h. räumlich, begrenzt sind.

Am häufigsten befinden sich Toponyme, die eine oppositionelle (antonymische) Beziehung bilden, innerhalb der Grenzen eines bestimmten Gebiets, d. h. in unmittelbarer Nähe zueinander; sie spiegeln die Relativität der Lage der von ihnen bezeichneten Objekte wider und bilden dadurch ein bestimmtes (Mikro-)System (vgl. Štĕpán 2009; Tkachenko 2003, 2013, 2014; Ilchenko, Isachuk 2016). Daher sind antonymische Paare in der regionalen Toponymie (Hydronymie, Oikonymie usw.) rein kontextuell und durch das hydronymische, oikonymische oder sonstige (Mikro-)System begrenzt, das sie innerhalb ihrer eigenen Klasse bilden³: Limnonym × Limnonym, Potamonym × Potamonym, Oikonym × Oikonym, Oronym × Oronym, Drimonym × Drimonym usw.

Wie in der onomastischen Literatur dargelegt (Kondrashina 1980: 29–35; Štĕpān 2009: 915–919; Tkachenko 2003: 58–60; 2013: 399–404; 2014: 67–69; Ilchenko, Isachuk 2016: 100–101 und andere), werden antonymische Beziehungen in der Toponymie sowohl durch komplexe (zusammengesetzte) als auch durch Kompositnamen⁴ erzeugt,

² Das Konzept der binären Oppositionen in der Sprache wurde erstmals in der strukturalistischen Theorie Ferdinand de Saussures vorgeschlagen. In deren Rahmen ist die binäre Opposition ein Paar miteinander verbundener Termini oder Konzepte, die ihrer Bedeutung nach entgegengesetzt sind. Nach de Saussure (1959: 53ff.) ist die (binäre) Opposition ein Mittel, durch das Spracheinheiten Wert oder Bedeutung erlangen, d. h. jede Spracheinheit wird in Relation zu einer anderen Einheit definiert. Dies ist keineswegs eine widersprüchliche (d. h. eine Beziehung der Negationen), sondern vielmehr eine strukturelle, komplementäre Beziehung. Daher ist die Bedeutung der sprachlichen Einheit nicht absolut, sondern vielmehr relativ (kontextuell) und kann sowohl aus syntagmatischen (kontextuellen) als auch aus paradigmatischen (gruppenbezogenen) Beziehungen der Einheit abgeleitet werden.

³ Im Folgenden wird die Korrelation der die Opposition bildenden Onyms mit „ד gekennzeichnet.

⁴ In der litauischen Toponomastik wurden Untersuchungen sowohl zu komplexen als auch zu Komposittoponymen in den Arbeiten von Renata Endzelytė (2005), Nerija Bartkutė (2008), Dalia Kačinaitė (2008), Marija Razmukaitė (1998, 2002, 2003, 2009), Dalia Sviderskienė (2006, 2006a, 2007), Aleksandras Vanagas (1970) und anderen durchgeführt. Der Schwerpunkt dieser Untersuchungen liegt auf den Ableitungsmodellen von Toponymen verschiedener Klassen unter dem Gesichtspunkt der Toponymbildung und Herkunft. Bestimmte

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die auf der Korrelation lexikalischer und/oder grammatischer differenzierender Attribute bzw. differenzierender Marker⁵ beruhen, die als Prä- oder Postmodifikatoren verwendet werden, um zwei identische Namenslexeme zu unterscheiden. Bei komplexen Toponymen wird die entgegengesetzte Beziehung gebildet, wenn die gemeinsame Komponente der Oppositionsglieder (der identische Namensteil) durch einen autonomen DM modifiziert wird, gewöhnlich durch qualifizierende Adjektive der Größe, des Alters, der horizontalen oder vertikalen Position im Raum, der Farbe usw., die antonymische Beziehungen aufweisen, wie groß – klein (auch groß – klein), alt – neu, oben – unten (manchmal – mittig), weiter entfernt – näher, schwarz – weiß usw. Bei Komposittoponymen wird die entgegengesetzte Beziehung durch Namen erzeugt, die ein gemeinsames Lexem und ein Lexem (gewöhnlich das erste Element eines Kompositnamens) teilen, dessen Funktion einem DM ähnelt, der eine entgegengesetzte (antonymische) Beziehung zwischen den Oppositionsgliedern herstellt. DMs bilden sowohl in komplexen als auch in Komposittoponymen nach Pavel Štěpán (2009: 915–917) antonymische semantische Beziehungen, die auf der Grundlage der Konzepte des Ausmaßes, der Position, des Alters, des Besitzers, der Farbe usw. des bezeichneten Objekts in Kategorien eingeteilt werden.

In der Mehrzahl der Fälle werden Oppositionen in der Toponymie durch eine Vielzahl außersprachlicher Faktoren motiviert, die durch die Bedürfnisse der Gesellschaft auf einer bestimmten Entwicklungsstufe bestimmt sind, nämlich durch das Bedürfnis, die Beziehung neuer Namen zu bereits bestehenden mithilfe sprachlicher Mittel auszudrücken (Ilchenko, Isachuk 2016: 101). Darüber hinaus spiegeln sie verschiedene Bereiche menschlicher Tätigkeit wider, darunter unter anderem territoriale und naturgeografische Besonderheiten des menschlichen Lebens sowie die Kognition (Ilchenko, Isachuk 2016; Gataullin, Fatykhova 2018). Daher kann behauptet werden, dass solche Konstruktionen im weitesten Sinne das Ergebnis der historischen und kulturellen Entwicklung einer Nation sind.

Yevgeniy Tkachenko (2014: 68) vertritt die Auffassung, dass nicht alle Onomastiker die Existenz von Antonymen auf der Ebene der Eigennamen anerkennen, weil Namen mit etymologisch antonymischen Lexemen eine einzige onomastische Reihe bilden und die objektive Korrelation der Namen wichtiger ist als ihr konzeptueller Aspekt, während dieses Phänomen bei appellativischen Antonymen streng konzeptuell ist, da die Korrelation der Appellativa nur durch die Korrelation der Konzepte wiederhergestellt wird. Dennoch lassen sich zwei unterschiedliche Kategorien toponymischer Antonyme bzw. Oppositionen, die strukturell den appellativischen Antonymen ähneln, unterscheiden:

Aspekte der Antonymie in der Klasse der Hydronyme wurden bei Vanagas (1981a) beobachtet. Die Vielfalt litauischer Ortsnamen mit den pronominalen Formen der Adjektive Lith. áukštas, aukšta „hoch“ wurde in Razmukaitė (2003a) erörtert.

⁵ Die Begriffe „differenzierendes Attribut“ und „differenzierender Marker“ werden von den genannten Forschern zu Oppositionen in der Toponymie synonym verwendet. Um daher sprachökonomisch vorzugehen und die Verwendung mehrerer synonymischer Begriffe zu vermeiden, wird im Folgenden der Begriff „differenzierender Marker“ (im Folgenden DM) verwendet.

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hingewiesen, d. h. lexikalische und grammatische toponymische Antonyme. Lexikalische toponymische Antonyme werden durch homogene Namenslexeme (Wurzeln; im Folgenden HNL) sowohl in Komposit- als auch in komplexen Namen6 gebildet. Grammatische toponymische Antonyme werden durch HNLs gebildet, die mit bedeutungsentgegengesetzten Affixen markiert sind.

Sowohl lexikalische als auch grammatische toponymische Oppositionen können ihrem Typ entsprechend vollständig oder unvollständig sein, wie in der onomastischen Literatur festgestellt wird (vgl. Korepanova 1973: 31; Kondrashina 1980: 30–32; Tkachenko 2013: 400–404; 2014: 68–69; Ilchenko, Isachuk 2016: 100–102 und andere). Die vollständige Opposition weist in allen Namen, die die Opposition bilden, eine vollständige antonymische Ausprägung der Bestandteile auf, d. h. identische Namenslexeme sind mit einem bestimmten DM (einem Suffix, Präfix oder einem anderen Kompositelement) markiert. Die unvollständige Opposition weist in einem der Oppositionsnamen eine unvollständige antonymische Ausprägung der Bestandteile auf, d. h. einer der Namen ist hinsichtlich eines DM (Suffix, Präfix, autonomes Wort usw.) klar bzw. unmarkiert.

1.2. Forschungsmethoden und Einschränkungen

Forschungsmethoden. Unter Bezugnahme auf die Theorien der kognitiven Linguistik und der kognitiven Onomastik sowie auf traditionelle onomastische Forschungsmodelle beruht die linguistische Untersuchung und die semantische Klassifikation der motivierenden Konzepte der toponymischen Oppositionen der Vilnius-Region auf der etymologischen, derivationalen und semantischen Analyse sowohl der DMs als auch der HNLs der Toponyme. Die etymologische Analyse stützt sich auf die Arbeiten von Kazimieras Būga (1958, 1959, 1961), Jonas Jurkštas (1985), Marija Razmukaitė (1998, 2002, 2003, 2009 usw.), Aleksandras Vanagas (1970, 1981, 1981a, 1996) und anderen sowie auf verschiedene lexikografische Quellen (litauische, russische, polnische usw. Wörterbücher). Die Kompositionsanalyse toponymischer Oppositionen basiert auf der von Vanagas (1970: 21–27) vorgeschlagenen strukturell-grammatischen Klassifikation von Gewässernamen. Zur Bestimmung der Motivation der ausgewählten Toponyme wird die von Vanagas (1981b: 19–120) vorgeschlagene semantische Klassifikation der Hydronyme angewandt. Es wird angenommen, dass sich beide Klassifikationen von Vanagas leicht auf die Untersuchung verschiedener Klassen von Toponymen (nicht nur von Hydronymen) übertragen lassen.

6 Dies lässt sich in der litauischen Toponymie sowohl bei Kompositnamen, vgl.: Oikonyme Senādvaris × Naujàdvaris, als auch bei komplexen Namen beobachten, vgl.: Limnonyme Ílma Didžióji × Ílma Mažóji oder Oikonyme Seniẽji Miežionys × Naujíeji Miežionys usw. Bei den Kompositoikonymen wird die antonymische Beziehung durch die Semantik der Lexeme (Namenswurzeln) in Präposition ausgedrückt, Lith. sėnas „alt“ und naujas „neu“, während bei komplexen Namen die Antonymie durch den DM (autonome Wörter) in Prä- oder Postposition zu den homogenen Namenslexemen ausgedrückt wird.

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Nach den bekannten Theorien der kognitiven Onomastik (Coates 2006, 2012, 2015, 2016; Van Langend...

Zusätzlich zur linguistischen Analyse wurden zum Verständnis der Semantik und Motivation der DMs in lexikalischen toponymischen Oppositionen außersprachliche (geografische, historische, soziokulturelle) Daten berücksichtigt, insbesondere die Beziehung des bezeichneten Objekts zu benachbarten Objekten (Hügeln, Tälern, Flüssen, Siedlungen usw.) und seine Lage im Gelände (einschließlich der Lage über dem Meeresspiegel – MSL7).

Forschungsbeschränkungen. Die vorliegende Untersuchung ist auf die Analyse von 21 Toponymen beschränkt, die 10 toponymische Oppositionen bilden (siehe Anhang), welche auf der Korrelation autonomer Wörter als DMs von Toponymen mit HNL beruhen; dabei werden die Motivation und Semantik der Bestandteile der Toponyme berücksichtigt, mit Schwerpunkt auf der relativen „oberen“ – „unteren“ Position des bezeichneten Objekts im Raum. Die Auswahl solcher toponymischer Oppositionen wurde durch den Entfernungsfaktor begrenzt. Forscher zu Oppositionen in der regionalen Toponymie (vgl. Korepanova, 1973; Štěpān, 2009; Ahundova, 2011; Tkachenko, 2003, 2013, 2014; Stachowski, 2018 und andere) stellen fest, dass toponymische Oppositionen, deren Korrelation zusätzlicher Merkmale entweder semantisch antonymisch ist oder nicht, nur möglich sind in

7 MSL – Meter über dem Meeresspiegel. In der vorliegenden Untersuchung wurden diese Informationen mithilfe von Werkzeugen zur Messung der Objekt-Höhenlage auf den Websites GP und UETK gewonnen. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass zum Zeitpunkt der Benennung Informationen über die Lage des Objekts über dem Meeresspiegel bekannt waren. Die Menschen berücksichtigten höchstwahrscheinlich einfach die Position des Objekts im Verhältnis zu anderen benachbarten Objekten am jeweiligen Ort, wobei sie das Relief des betreffenden Gebiets zugrunde legten.

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in einem bestimmten (Mikro-)System, d. h. in einem bestimmten Gebiet, da solche Namen tatsächlich miteinander korrelieren. Daher sind wir der Ansicht, dass eine Entfernung von bis zu 20 ± 5 km die maximale Entfernung darstellt, bei der zwei oder mehr korrelierende Toponyme als Opposition betrachtet werden können⁸. In dieser Untersuchung wurde die Entfernung zwischen den Objekten (Oikonym, Potamonym, Limnonym usw.) mithilfe von Entfernungsmesswerkzeugen (Luftlinie) auf den Websites von GP und UETK gemessen (siehe Quellen zur Toponymie). Alle Toponyme, die Oppositionen bilden, liegen innerhalb der Grenzen der Vilnius-Region.

2. MOTIVATION UND SEMANTIK LEXIKALISCHER TOPONYMISCHER OPPOSITIONEN

In der toponymischen Forschung wird festgestellt, dass die differenzierenden Adjektive, die die „obere“ – „untere“ Position eines Toponyms im Raum angeben, insbesondere in der Oikonymie, gewöhnlich entweder 1) die Position des bezeichneten Objekts im Verhältnis zum Flusslauf mit der Bedeutung „im unteren Teil des Flusses gelegen“, d. h. flussabwärts – nahe der Flussmündung, oder „im oberen Teil des Flusses gelegen“, d. h. flussaufwärts – nahe der Quelle des Flusses, oder 2) die Lage des Objekts auf dem Hügel/Berg oder am Fuß des Hügels/Berges bezeichnen (vgl. Kondrashina 1980, Tkachenko 2013, Ilchenko, Isachuk 2016).

In der litauischen Toponymie wird die Position der Objekte im Raum am häufigsten ausgedrückt durch: 1) die Korrelation einfacher Adjektive Lith. m s aukštas, f s aukšta „hoch“ – m s žemas, f s žemà „niedrig“; Lith. m pl kalniniai „zu den Bergen/Hügeln gehörig“ – klóniniai „zu den Tälern gehörig“⁹; 2) die Korrelation pronominaler Adjektive¹⁰ Lith. m s aukštàsis, f s aukštóji „der Hohe; der Höhere“ – žemàsis, žemóji „der Niedrige; der Niedrigere“; Lith. m

⁸ Dies entspricht der Beobachtung von Kamil Stachowski (2018: 201) über die Entfernung, die man regelmäßig, insbesondere zu Fuß, innerhalb eines Tages von einem Ort zu einem anderen und zurück zurücklegen kann.

⁹ Die einfachen Adjektive Lith. klõninis und kalnìnis sind jeweils von den nomenklatorischen Termini Lith. klõnis / klõnis „Tal, Senke, Niederung, Schlucht“ und kálnas „hohe natürliche Erhebung des Geländes; Hügel, Berg“ (LKŽe) abgeleitet.

¹⁰ In der modernen litauischen Sprache drücken pronominale Adjektivformen die Kategorie der Definitheit aus und können daher manchmal als Äquivalent zum bestimmten Artikel im Englischen betrachtet werden. Diese Adjektive haben verschiedene Funktionen, von denen eine darin besteht, bekannte Objekte hinsichtlich räumlicher, zeitlicher, physischer und anderer Eigenschaften zu unterscheiden, und zwar durch: a) den Vergleich des höheren Grades der bekannten Eigenschaft, b) eine Eigenschaft eines Objekts, die einem anderen entgegengesetzt ist (typischerweise, wenn auch nicht immer, wenn nicht mehr als zwei Objekte einander gegenübergestellt werden), und c) ein besonderes, individuelles Merkmal, das anderen Objekten dieser Art nicht eigen ist. Dieselben Funktionen der pronominalen Adjektive werden zur Unterscheidung von Objekten innerhalb der Klasse der Eigennamen verwendet (DLKG 174–177). Es ist zu beachten, dass in fast allen Fällen die Möglichkeit besteht, das Objekt durch ein einfaches Adjektiv zu modifizieren; die Bedeutung wird jedoch völlig anders sein.

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pl aukštieji – žemieji, f pl aukštosios – žemosios. Solche Oppositionen sind typisch für Berggebiete, die an Tiefländer angrenzen, und vermitteln bestimmte Informationen über das Relief eines bestimmten Gebiets.

In den folgenden Abschnitten werden die Toponyme in alphabetischer Reihenfolge präsentiert; dabei werden sowohl linguistische als auch außersprachliche Daten (Toponymklasse, Lokalisierung, historische Namensformen), die zum Zeitpunkt der Abfassung verfügbar sind, aufgeführt, gefolgt von der Analyse (Etymologie und Motivation) und der Erörterung der Opposition. Die aktuellen Formen der analysierten Toponyme sind kursiv gesetzt und, soweit möglich, mit Akzent versehen.

2.1. Bezdónystn × Bezdōnysv × Aukštieji Bezdónysv

Bezdónys – Bezdōnys eld, V D; auf 138 MSL gelegen, am Fuß des Hügels im Tal am rechten Ufer der Bezdonė (eines Nebenflusses der Neris), 6 km südöstlich von Nemenčinė; GSD1974 728 Bezdonystn, GI1905 58 Rus. ст.[анция] Безданы, д.[еревня] Безданы, REM1872 Rus. Безданы.

Bezdónys – Bezdōnys eld, V D; 137 MSL, am Fuß des Hügels im Tal am linken Ufer der Bezdonė, 1 km von der Stadt entfernt; GSD1974 728 Bezdonysv, GI1905 58 Rus. с.[еление] Безданы, им.[ение] Безданы, REM1872 Rus. Госп. [одский] д.[вор] Безданы.

Aukštieji Bezdónys – Bezdōnys eld, V D; 143 MSL, in den Hügeln des Waldes von Rõkantiškės, 6 km östlich von Bezdónys; GSD1974 728 Aukštieji Bezdonysv, GI1905 58 Rus. з.[астенок] Безданолтьсве, Безданольтьс, REM1872 Rus. з.[астенок] Безданайцы.

Das Oikonym Bezdónys ist eine litauische Ableitung mit dem Suffix -onys vom Fließgewässer Bezdonė¹¹. Dieses Ableitungsmodell der oben genannten Oikonyme vom Hydronym

¹¹ Das Potamonym Bezdonė (LKIVK Bezdonė, Bezdanka; der Vilnia-Zufluss) ist höchstwahrscheinlich slawischen Ursprungs und könnte mit russ. бездонный, - ая „bodenlos; (übertragen) äußerst tief (← russ. бездна)“ (Slovar.cc, SRYAe) oder poln. bezdenny „tief, bodenlos“, bezdeń „Strudel: eine sich schnell drehende Wassermasse in einem Fluss, in die Gegenstände hineingezogen werden können“ (PSPR 34), weißruss. безадань, бяздонне „Abgrund, tiefer Ort“ (Skarnik.by) zusammenhängen. Nach Jurkštas (1985: 19) ist der Flussname Bezdonė nicht authentisch. Der Wissenschaftler nimmt an, dass die authentische Form von Bezdónys *Bedugniai gewesen sein könnte, abgeleitet von dem ähnlichen Hydronym: In der Quelle von 1516 ist das Potamonym als Besdenayta, Besdanayta, Besdonayta geschrieben; dessen Suffix entspricht dem litauischen –ait(i)e, folglich könnte der Name *Bedugnaitė gelautet haben, abgeleitet vom Hydronym (entweder See oder Sumpf) *Bedugnis, -ė und verwandt mit litauisch bedugnė „große Tiefe“ (LKŽe) (vgl. auch LVŽ I 466). Nach Vykintas Vaitkevičius wurde der Bach früher Juodupis genannt: „z Bezdan – Jodupis, 1784 m., TVD 382“ (Vaitkevičius 2012: 111). Der Bach entspringt in den feuchten Wiesen zwischen den Wäldern Paskynai und Rõkantiškės, fließt in den sumpfigen Fischteich Bezdónys und durch die Wälder von Bezdónys und bewahrt dabei das ursprüngliche Tal, das voller Schlammlöcher, Gräben, Geröll, umgestürzter Bäume und natürlicher Dämme ist. Ob authentisch

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ist plausibel, denn nach Marija Razmukaitė (1998: 28) ist die Verbindung eines Siedlungsnamens mit einem Hydronym möglich, wenn die Siedlung nahe einem Fluss oder See dieses Namens liegt. Alle in diesem Abschnitt vorgestellten Oikonyme sowie die heute nicht mehr existierenden (GI1905 58 д.[деревня] Безданейцы, з.[астенок] Безданцы, з. Безданцы, з. Безданы Новые, з. Безданы) wurden durch ihre Lage in der Nähe des genannten Baches motiviert und drücken daher das Konzept der Zugehörigkeit (Lage) aus: Bezdó̄nys ← die Siedlung am/auf dem Bezdonė. Nach Jonas Jurkštas (1985: 19) ist die Form Bezdó̄nys nicht authentisch und muss früher *Bedugniai gelautet haben, abgeleitet vom ähnlichen Hydronym (vgl. LVŽ I 466). Das DM Aukštieji (← lit. aukštieji „obere“) in Aukštieji Bezdó̄nys¹² ist durch die Lage des Dorfes in den Hügeln in der Nähe von Bezdó̄nys und der Bezdonė motiviert und kann daher als metonymische Übertragung des Ortskonzepts betrachtet werden: Aukštieji + Bezdó̄nys ← die Siedlung in den Hügeln nahe Bezdó̄nys/der Bezdonė.

2.2. Jagelōnysᵥ × Klōniniai Jagelōnysᵥ

Jagelōnys – Amtsbezirk Kietäviškės, Kreis El; am See Švenčius, 135 MSL, in den Hügeln oberhalb des Tals der Spengłà, 5 km südwestlich von Kietäviškės; GSD1974 202 Kalniniai Jagelōnysᵥ, GI1905 339 russ. з.[астенок] Ягеляны-Горные, REM1872 russ. Ягеляны Гурные.

oder übersetzt, lässt sich behaupten, dass das Potamonym eher metaphorisch ist und der Bach mit dem Konzept des Abgrunds assoziiert und dadurch motiviert worden sein könnte: lit. bedugnė, russ. бездна, poln. bezdeń, weißruss. бездань, бяздонне → Abgrund, große Tiefe → die Bezdonė.

12 Wie aus den historischen Formen ersichtlich ist, ist der heutige offizielle Name Aukštieji Bezdó̄nys relativ neu (seit etwa der Mitte des 20. Jh. belegt) und das Ergebnis der Umbenennung der Siedlung. Die älteste Form REM1872 russ. з.[астенок] Безданайцы war höchstwahrscheinlich die Transliteration des lit. *Bezdonaiciai (lit. Diminutivsuffix –aitis, Pluralableitung (vgl. DLKG 91)), das auf eine kleinere Siedlung als Bezdó̄nys verwies, von deren Namen es abgeleitet war, höchstwahrscheinlich durch Menschen, die sich von der Hauptsiedlung abgetrennt hatten (Bezdó̄nys). Die Diminutivform war auch durch den Siedlungstyp motiviert – russ. застенок „ein Einzelgehöft“ (lit. vienšėdis (užusienis) ← poln. zaścianek, russ. застенок, altruss. застѣнокъ – eine kleine ländliche Siedlung. In historischen Karten und Quellen (siehe Toponym Sources) als poln. zaścianek, russ. застенок bezeichnet. Bemerkenswert ist, dass im Großfürstentum Litauen, in der Polnisch-Litauischen Adelsrepublik (später in einigen Teilen Polens) und später im Russischen Kaiserreich russ. застенок (← aus dem Polnischen ← sciana, russ. стена „Mauer, Schranke, Grenze“ → poln. zaścianek, weißruss. засценак, lit. užusienis) eine kleine ländliche Siedlung bezeichnete, die typischerweise aus einem Haushalt (Gehöft, Einzelgehöft) bestand und getrennt mit Wirtschaftsgebäuden und dem dazugehörigen Land lag (vgl. SSP2 243; LKŽe). Später wurde der Name Безданайцы geändert und spiegelte höchstwahrscheinlich das auffälligste Merkmal der Siedlung wider, nämlich ihre Lage im Wald: GI1905 58 russ. з. Безданольце, Безданолѣсь (russ. лѣсъ: лес „Wald“).

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Klōniniai Jagelōnys – Amtsbezirk Kietäviškės, Kreis El; 121 MSL, am Fuß des Hügels im Tal der Spenglā, 0,6 km nordwestlich von Jagelōnys; GSD1974 202 Klonininiai Jagelōnysᵥ, GI1905 339 russ. д.[еревня] Ягеляны–Дальние, REM1872 russ. Ягеляны.

Die homogenen, pluralia-tantum-Namenslexeme beider Oikonyme sind höchstwahrscheinlich anthroponymischen Ursprungs und mittels des litauischen Suffixes -onys aus dem lit. Jagela (→ lit. Jōgelas (Jāgelas, Jagēlas), Jagelōnis) abgeleitet (vgl. Zinkevičius 2008: 208, 347; PDB). Somit kann das Oikonym durch das Konzept der Possessivität motiviert sein: (Klōniniai) Jagelōnys ← die Siedlung, die Jagelōnis/den Jagelōnys gehört/von ihm gegründet wurde ← lit. Jagela/den Jagelōnys. Die Pluralflexion -ys kann sich kollektiv auf die Familienmitglieder beziehen. Das DM Klōniniai ← lit. klōninis „des Tals“ ← lit. klōnis „Tal, Senke, Niederung, Schlucht“ (LKŽe) in Klōniniai Jagelōnys ist durch die Lage des Dorfes im Tal motiviert. Das fehlende DM in Jagelōnys könnte bedeutet haben, dass dies die Hauptsiedlung war.

2.3. Aukštieji Karklėnaiᵥ × Žemieji Karklėnaiᵥ

Aukštieji Karklėnai – Amtsbezirk Šatrininkai, Kreis Vilnius; 163 MSL, in den Hügeln am rechten Oberlaufufer des Šeterninkų upėlis, etwa 0,8 km von der Stelle entfernt, an der der Bach sein Wasser in die Vilnia (den Nėris-Zufluss) entwässert; GSD1974 737 Aukštieji Karklėnaiᵥ, GI1905 53 russ. д.[еревня] Лознишки, REM1872 russ. Гаравыя Лозники.

Žemieji Karklėnai – Amtsbezirk Šatrininkai, Kreis Vilnius; 148 MSL, 0,7 km östlich am gegenüberliegenden Talhang bachabwärts des Šeterninkų upėlis; GSD1974 737 Žemieji Karklėnaiᵥ, GI1905 53 russ. з.[астенок] Лознишки, REM1872 russ. Лозовня.

Das HNL Karklėnai in beiden Oikonymen ist die pluralia-tantum-Ableitung mit dem litauischen Suffix -ėnai, das häufig zur Ableitung von Oikonymen aus Appellativa und Hydronymen verwendet wird (vgl. Razmukaitė 1998: 12ff., 27ff.). Höchstwahrscheinlich stand das Oikonym mit dem phyt lexem lit. kar̃klas „Baum oder Strauch aus der Familie der Weiden (Salix cinerea, S. aurita, S. nigricans oder S. pantandra)“ (LKŽe) in Verbindung und wurde durch die Lage der Siedlung an einem von Bäumen oder Sträuchern der genannten Arten bewachsenen Ort motiviert; es könnte daher von lit. karklynė „mit Weiden bewachsener Ort, Weidengebüsch“ (LKŽe)¹³ abgeleitet sein. Das Suffix -ėnai (← -ėnas, -ė) ist relativ häufig und vermittelt die Bedeutung einer Gattungsbezeichnung für den Wohnort oder könnte

¹³ Die Bedeutung eines solchen Ortes spiegelt sich auch in den älteren, übersetzten (?) Formen der Oikonyme GI1905, REM1872 russ. Лознишки, Лозники, Лозовня wider (← russ. лозняк „Weidengebüsch; dichtes Gestrüpp dieses Strauchs“ (SRY 291; SRYAe)), die alle mit russ. лоз– (← лоза) „Bezeichnung verschiedener Weidenarten“ (SRY 291; SRYAe) zusammenhängen.

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sich auf die an einem solchen Ort lebenden Menschen beziehen (vgl. DLKG 140). Das Oikonym kann eine metonymische Übertragung des Ortskonzepts (Nomenklaturterminus) in den Siedlungsnamen sein: 1) lit. karklynė + –ėnai → der mit Weiden bewachsene Ort, Weidengebüsch → Karklėnai; oder die metaphorische Übertragung des Konzepts, das sich auf die an einem solchen Ort lebenden Menschen bezieht (eine Art Spitzname), auf das Oikonym: karklynė + –ėnai → karklėnai (Menschen, die in karklynė leben) → Karklėnai. Die DMs Aukštieji (← lit. aukštieji „obere“) und Žemieji (← lit. žemieji „untere“) beider Oikonyme sind nicht nur durch die vertikale Position der Siedlungen im Raum, sondern auch durch ihre Lage in Bezug auf die Fließrichtung des Flusses motiviert.

2.4. Kalniniai Mijáugonysᵥ × Klóniniai Mijáugonysᵥ

Kalniniai Mijáugonys – Amtsbezirk Gilùčiai, Kreis El; 92 MSL, im Tal bachabwärts der Prakusa, unweit des Sees Ilgis, 4 km nordwestlich von Elektrėnai; GSD1974 210 Kalniniai Mijaugonysᵥ, GI1905 324 russ. д.[еревня] Милейганы–Горные, REM1872 russ. Милейганы гурные. Klóniniai Mijáugonys – Amtsbezirk Kietàviškės, Kreis El; 121 MSL, am Oberlauf des Prakusa-Baches, 2 km nordöstlich auf der Anhöhe von Klóniniai Mijáugonys; GSD1974 202 Kloniniai Mijaugonysᵥ, GI1905 324 russ. д.[деревня] Милейганы–Дольние, REM1872 russ. Дальн.[ие] Милейганы.

Die homogenen, pluralia-tantum-Basislexeme beider Oikonyme sind höchstwahrscheinlich anthroponymischen Ursprungs und mittels des litauischen Suffixes –onys aus der Verschmelzung zweier Anthroponyme abgeleitet: lit. Migónis (das sich auf geistige Eigenschaften bezieht und von lit. miẽgas (Schlaf) „physiologischer Ruhezustand, in dem viele physiologische Prozesse abgeschwächt sind und das Bewusstsein nicht oder nur teilweise beeinträchtigt ist“ (LKŽe; vgl. auch Zinkevičius 2008: 584)) oder lit. Mìgis, Migỹs (wahrscheinlich ein litauischer Spitzname, abgeleitet von und verwandt mit lit. mìgis, mìgius „Schlafmütze“ (PDB)), sowie lit. Jáuga (Jaugà), Jaugas (vgl. Zinkevičius 2008: 310) → *Mijáugonis, *Mijáugas. Somit können die Oikonyme durch das Konzept der Possessivität motiviert sein: (Kalniniai, Klóniniai) Mijáugonys ← die Siedlung, die *Mijáugonis/den *Mijáugonys, *Mijáugas/den *Mijáugai gehört/von ihnen gegründet wurde. Die Pluralflexion –ys kann sich kollektiv auf die Familienmitglieder beziehen. Die historische Form russ. Милейганы könnte das Oikonym mit dem alten litauischen zweistämmigen Anthroponym Milagáinis/Mìl-a-gainas in Verbindung bringen (vgl. Zinkevičius 2008: 88, 115, 221). Die räumliche Lage der Dörfer (Gelände) motiviert und erklärt die Semantik der DMs (Klóniniai und Kalniniai)¹⁴.

¹⁴ Die entsprechende Lage der Siedlungen in den Hügeln oder im Tal spiegelt sich auch in den historischen Namensformen durch die DMs russ. – Горные, гурные (← russ. горный, poln. górny „gelegen

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2.5. Nevardas Aukštasₗ × Nevardas Žemasₗ

Nevardas Aukštas – Amtsbezirk Paberžė, Kreis Vilnius; 164 MSL, auf der natürlichen Anhöhe (Plateau), 10,5 km nordöstlich von Paberžė; hohe, trockene Ufer, größtenteils mit Bäumen und Wiesen bedeckt; REM1872–.

Nevardas Žemas – Amtsbezirk Paberžė, Kreis Vilnius; 157 MSL, im Vilkiškių-Sumpf, am Fuß des Hügels 0,08 km südlich von Nevardas Aukštas; niedrige und sumpfige Ufer; REM1872–.

Der Name Nevardas ist höchstwahrscheinlich eine negative litauische Präfixableitung mit ne von der Basis vard-, die nach Vanagas (1981: 362) mit Hydronymen mit den Basen verd und vird- in Verbindung gebracht werden muss. Vanagas (ebd.) ist der Ansicht, dass sie alle drei Varianten einer etymologisch einheitlichen Wurzel umfassen – vard-, verd und vird-. Solche Hydronyme können aus lit. verdėnė, verdėnis „Quelle, Ursprung“ (LKŽe), virduklis „Quelle, Strudel“ (LKŽe) ← lit. virti (vėrda, vire) oder veřstis „aus unterirdischen Quellen hervorsprudeln oder aufwallen (von einer Quelle)“ (LKŽe) abgeleitet sein. Somit kann die linguistisch-kognitive Motivation der Namen Nevardas Aukštas und Nevardas Žemas als metaphorische Übertragung des Quellenkonzepts interpretiert werden: lit. ne + vardas (verdėnis, verduklis) → das Gewässer, das keine Quelle ist → Nevardas (Aukštas und Žemas). Dies sind die einzigen Hydronyme im Kreis Vilnius, deren DMs (lit. aukštas „hoch“ – žemas „niedrig“) ihre tatsächliche vertikale Position im Raum angeben, wobei Nevardas Aukštas räumlich etwas höher liegt.

2.6. Pamerkysᵥ × Aukštasis Pamerkysᵥ

Pamerkys – Amtsbezirk Turgėliai, Kreis Šalčininkai; GSD1974 527 Pamerkysᵥ, GI1905 43 russ. 3.[астенок] Подмеречье, им.[ение] Меречь-Юльяново oder Бѣлый-Дворъ, REM1872 russ. Подмереч (186 MSL, am linken Ufer bachabwärts der Merkỹs)

Aukštasis Pamerkys – Amtsbezirk Turgėliai, Kreis Šalčininkai; GSD1974 525 Aukštasis Pamerkysᵥ, GI1905 43 russ. ф.[ольварк] Подмеречье, им.[ение] Меречь-Михновский, REM1872– (194 MSL, am rechten Ufer bachaufwärts der Merkỹs)

Pamerkys und Aukštasis Pamerkys liegen 2 km voneinander entfernt und sind durch ihre Lage nahe der Merkỹs (eines Zuflusses der Němunas) motiviert, worauf das litauische Präfix pa- hinweist. Daher vermitteln die homogenen Lexeme Pamerkỹs die Bedeutung einer Siedlung nahe der Merkỹs, die das Konzept der

in den Bergen; oberer“ (SRYAe; PSPR 145)) und –Дольние (← russ. дольный, poln. dolny, weißruss. дольны „unterer“ (SRYAe; PSPR 95; Skarnik.by)).

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das Konzept der Zugehörigkeit (Lage) ausdrückt: (Aukštąsis) Pamerkÿs ← pa- + Merkÿs ← die Siedlung am/auf dem oder nahe der Merkÿs ← die Merkÿs. Das Pronominaladjektiv lit. aukštasis in Aukštasis Pamerkÿs kann außerdem die Lage der Siedlung in Relation zu Pamerkÿs angeben. Aukštāsis Pamerkÿs liegt flussaufwärts von Pamerkÿs. Daher kann die Korrelation aukštāsis „hoch“ – žemāsis „niedrig“ auch die Lage beider Siedlungen in Bezug auf die Fließrichtung des Flusses bezeichnen, an dem sie liegen (flussaufwärts und flussabwärts).

2.7. Aukštieji Rusŏkaistead × Žemieji Rusŏkaistead

Aukštieji Rusŏkai – Amtsbezirk Avižieniai, Kreis Vilnius; auf 163 MSL am rechten Ufer bachaufwärts der Riešė (eines Neris-Zuflusses), 8 km von Avižieniai entfernt; GSD1974 725 Aukštieji Rusŏkaistead, GI1905 72 russ. д.[еревня] Русаки Горные, REM1872 russ. Гурне-русаки (163 MSL, am rechten Ufer bachaufwärts der Riešė).

Žemieji Rusŏkai – Amtsbezirk Avižieniai, Kreis Vilnius; 152 MSL, am linken Ufer bachabwärts der Riešė, 2 km östlich von Aukštieji Rusŏkai; GSD1974 726 Žemieji Rusŏkai, GI1905 72 russ. д.[еревня] Русаки Дольные, REM1872 russ. Дольна-русаки.

Das Namenslexem Rusŏkai ist nicht eindeutig etymologisiert und hängt höchstwahrscheinlich mit dem Anthroponym *Rusokas mit dem Stamm Rus-(Rusas, Rusakas usw.) zusammen bzw. ist daraus abgeleitet; dieser Stamm ist in den Familiennamen der Region Vilnius und angrenzender Gebiete sowohl in Litauen als auch in den Nachbarländern relativ häufig (vgl. Zinkevičius 2012: 165), wahrscheinlicher handelt es sich jedoch um eine pl-Flexion des lit. -ai-Derivats aus russ./weißruss. Dial. (ugs.) pycaк „ein russischer Mann; eine Person mit Merkmalen des russischen Volkes, ein guter, einfacher Russe“ (Skarnik.by; Slovar.cc; SRYAe)15. Somit können die Oikonyme als metonymische Übertragung des Familiennamens auf das Oikonym betrachtet und durch das Konzept der Possessivität motiviert sein: (Aukštieji / Žemieji) Rusokai ← die Siedlung, die *Rusokas/den *Rusokai gehört/von ihm gegründet wurde (← Rusakas/die Rusokai mit Vokalwechsel: a → o). Andererseits könnte das Oikonym Rusokai die Siedlung bezeichnet haben, in der Menschen russischer Abstammung lebten (aus russ. pycaky ← pycaк). Somit kann das Oikonym eine metaphorische Übertragung des Konzepts, das sich auf die in der Siedlung lebenden Menschen bezieht (eine Art Spitzname), auf das Oikonym sein: russ. pycaky → Menschen russischer Abstammung/Russen → (Aukštieji / Žemieji) Rusokai. Die DMs Aukštieji (← lit. aukštieji „obere“) und Žemieji (← lit. žemieji „untere“) beider Oikonyme sind nicht nur durch die vertikale Position der Siedlungen im Raum, sondern auch durch ihre Lage in Bezug auf die Fließrichtung der Riešė motiviert.

15 Diese Etymologie ist angesichts der Schreibweise der alten Formen der Siedlungsnamen sehr wahrscheinlich, in denen die HNLs mit Kleinbuchstaben geschrieben sind (russ. pycакu ← pycaк).

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2.8. Aukštieji Semeniūkaiᵥ × Žemieji Semeniūkaiᵥ

Aukštieji Semeniūkai – Amtsbezirk Leṅtvaris, Kreis Trakai; 130 MSL in den Hügeln oberhalb der Täler der Vilsa und der Neṙis; GSD1974 648 Aukštieji Semeniūkaiᵥ, GI1905 341 russ. д.[еревня] Семенюки-Горные, REM1872 russ. Сойзе Мал.[ыые]. Žemieji Semeniūkai – Amtsbezirk Leṅtvaris, Kreis Trakai; 110 MSL, am Fuß des Hügels, am linken Ufer der Neṙis, im Tal des Vilsa-Baches, 0,5 km von Aukštieji Semeniūkai entfernt; GSD1974 649 Žemieji Semeniūkaiᵥ, GI1905 341 russ. д.[еревня] Семенюки-Дольние, REM1872 russ. Сойзе Бол.[ьшие].

Die homogenen, pluralia-tantum-Basislexeme beider Oikonyme sind höchstwahrscheinlich anthroponymischen Ursprungs und mittels des litauischen Suffixes –iuk– entweder aus dem lit. Sẽ-menas, Sẽ-me-nas, Semẽnis (vgl. Zinkevičius 2008: 114, 132, 239) oder aus dem Slaw. Sem-en-iuk/Sem-en-iukas (vgl. Zinkevičius 2012: 269), Semẽnas, Semė́nas, Semẽnas, Sẽmenis (← weißruss. Сямён: Симеон, russ. Семён: Симеон) (vgl. PDB) ← hebr. Simeon abgeleitet. Somit kann das Oikonym metonymisch und durch das Konzept der Possessivität motiviert sein: (Aukštieji, Žemieji) Semeniūkai ← die Siedlung, die Sẽ-menas, Sẽ-me-nas, Semẽnis, Sem-en-iuk/Sem-en-iukas gehört/von ihnen gegründet wurde. Die DMs beider Oikonyme sind durch die vertikale Lage der Siedlungen im Raum motiviert, d. h. in den Hügeln und am Fuß des Hügels.

2.9. Aukštieji Suirnaistead × Žemieji Suirnaistead

Aukštieji Suirnai̇ – Amtsbezirk Vidiškiai, Kreis Ukm; 93 MSL, am linken Ufer bachaufwärts der Sykė (eines Šventoji-Zuflusses), 7 km von Vidiškiai entfernt; GSD1974 675 Aukštieji SuirnaiGut, KGS1903 152 russ. ф.[ольварк] Свирны, REM1872 russ. Госп. [одский] д.[вор] Свирны Верх.[ние]. Žemieji Suirnai̇ – Amtsbezirk Vidiškiai, Kreis Ukm; 87 MSL, am linken Ufer bachabwärts der Sykė, 0,5 km östlich von Aukštieji Suirnai̇; GSD1974 677 Žemieji SuirnaiGut, KGS1903 151 russ. им.[ение] Свирны, REM1872 russ. Госп.[одский] д.[вор] Свирны Нижние.

Suirnai̇ ist ein Oikonym, das durch die litauische Pluralflexion –ai mit lit. svi̇rnas „Schuppen, in den Getreide geschüttet wird; größere Scheune“ (LKŽe) zusammenhängt und daraus abgeleitet ist. Somit ist der Name durch Wirtschaftsgebäude motiviert und bezeichnet höchstwahrscheinlich die Siedlung (in beiden hier untersuchten Fällen von Oikonymen), die sich an dem Ort entwickelt hat, an dem sich die (großen) Scheunen befanden. Nach den historischen Siedlungstypen zu urteilen, könnten dies dem Gutsherrn gehörende Scheunen gewesen sein und somit das hervorstechendste Merkmal des Ortes dargestellt haben, aus dem sich die Siedlungen entwickelt haben. Daher können die Oikonyme Suirnai̇ als metaphorische Übertragung des Ortskonzepts (Lage)

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Motivation und Semantik der gegenwärtigen Toponymoppositionen im Kreis Vilnius: des Ortes in der Nähe der Scheune(n) in das Oikonym betrachtet werden: svi̇r̃nas, –ai → der Ort nahe der Scheune(n) oder dort, wo sich die Scheune(n) befinden/befanden → (Aukštėji̇ / Žemėji̇) Svirnaĩ. Die DMs beider Oikonyme sind nicht nur durch die vertikale Lage der Siedlungen im Raum, sondern auch durch ihre Lage in Bezug auf die Fließrichtung des Flusses motiviert16.

2.10. Áukštosios Viẽsosᵥ × Žẽmosios Viẽsosᵥ

Áukštosios Viẽsos – Amtsbezirk Širvintos, Kreis Širvintos; 111 MSL, am linken Ufer bachaufwärts der Širvintà (eines Šventóji-Zuflusses) an ihrer Mündung in die Viesà, 6,5 km von Širvintos entfernt; GSD1974 587 Aukštosios Viesosᵥ, GI1905 78 russ. д.[еревня] Въсы–Горные, REM1872 russ. з.[астенок] Весы.

Žẽmosios Viẽsos – Amtsbezirk Širvintos, Kreis Širvintos; 108 MSL, bachabwärts der Širvintà, im rechten Ufertal 0,8 km von Áukštosios Viẽsos entfernt; GSD1974 589 Žẽmosios Viesosᵥ, GI1905 78 russ. з.[астенок] Въсы–Дольные, REM1872 russ. з.[астенок] Новые Весы.

Die homogenen Namen Viẽsos der beiden Dörfer verdanken ihre Namen der Viesà – dem Bach, an dessen Ufern beide Siedlungen liegen, und sind die pl-Flexion einer litauischen Ableitung auf -os vom Potamonym17. Daher kann das Oikonym als metonymische Übertragung des Potamonyms (Transonymisierung) (das Ortskonzept) betrachtet werden: Viẽsos ← Vies- + -os ← die Siedlung an/auf der Viesà. Die DMs Áukštosios und Žẽmosios beider Oikonyme sind nicht nur durch die vertikale Lage der Siedlungen im Raum, sondern auch durch ihre Lage in Bezug auf die Fließrichtung des Flusses motiviert.

16 Besonders interessant ist der Wechsel der DMs von der Nach- zur Voranstellung bei den HNLs (REM1872 russ. Свирны Верх.[ние], Свирны Нижние: Верхние und Нижние ← russ. верхний „oberer“, нижний „unterer“) in beiden Oikonymen (Aukštieji Suirnai, Žemieji Suirnai). Die Gründe für diesen Wechsel sind jedoch nicht klar.

17 Das Potamonym Viesà ist etymologisch nicht eindeutig. Seine Quelle liegt in der Nähe der sumpfigen Ufer des Sees Viesỹs. Es ist heute jedoch nicht klar, ob der See oder der Bach die Namen des jeweils anderen motiviert hat. Vanagas (1981: 378) bringt diese beiden Hydronyme mit lit. viẽsulas „starker Wirbelwind“ (LKŽe) in Verbindung, das angeblich aus idg. *u̯ei̯- „biegen, drehen“ abgeleitet ist, und ordnet es den Hydronymen mit physiografischer Bedeutung zu (Vanagas 1981a: 63). Dies könnte teilweise zutreffen, wenn man den gewundenen Flusslauf berücksichtigt, insbesondere von der Mitte an bis zu der Stelle, an der er sein Wasser in die Širvintà entwässert, oder die gewundene Uferlinie der Sümpfe um den See Viesỹs. Daher könnten beide Hydronyme metaphorischer Natur sein und Übertragungen des Konzepts von Wirbeln, Biegungen und Windungen des Flussbetts bzw. der gewundenen Uferlinie darstellen: 1) viẽsulas → ein gewundenes Flussbett → die Viesà, 2) viẽsulas → eine gewundene Uferlinie → Viesỹs.

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Die vollständige antonymische Korrelation der DMs entweder in Vor- oder Nachstellung zu den HNLs ist in 7 Fällen zu beobachten (1 Limnonym- und 6 Oikonymoppositionen). Die unvollständige Korrelation der DMs in Voranstellung zu den modifizierten HNLs ist in 3 Oppositionen aus der Klasse der Oikonyme zu beobachten. Die analysierten Oppositionen, die auf der Korrelation einfacher und pronominaler Adjektive und ihrer Formen lit. áukštas, -à (aukštàsis, aukštíeji, aukštósios) „hoch“ („oberer“) – žẽmas, -à (žemàsis, žemíeji, žẽmosios) „niedrig“ („unterer“) und lit. kalnìnis (kalnìniai) „der Hügel“ – lit. klõninis (klõniniai) „des Tals“ beruhen, machen nur einen kleinen Teil aus – 10 Fälle (gebildet von 21 Toponymen), d. h. 0,251% der 251 Oppositionen, die gegenwärtig innerhalb der Grenzen des Kreises Vilnius funktionieren.

Die sprachliche und die außersprachliche Analyse der DMs hat gezeigt, dass die Wahl sowohl der pronominalen als auch der einfachen qualifizierenden Adjektive im Benennungsprozess auf der relativen Position (entweder horizontal oder vertikal) des benannten Gegenstands im Raum (Gelände) beruhte:

1) Die Korrelation des Lit. áukštas „hoch“ – žẽmas „niedrig“ beruht auf der horizontalen Position des Objekts im Raum (in Bezug auf den benachbarten Fluss): Aukštíeji Karklėnaiv × Žemíeji Karklėnaiv, Pamerkỹsv × Aukštàsis Pamerkỹsv, Aukštíeji Rùšokaistead × Žemíeji Rùšokaistead, Aukštósios Viẽšosv × Žẽmosios Viẽšosv, Aukštíeji Svirnaĩstead × Žemíeji Svirnaĩstead;

2) Die Korrelation des Lit. áukštas „hoch“ – žẽmas „niedrig“ beruht auf der vertikalen Position des Objekts im Raum (auf dem Hügel/Berg im Gegensatz zur Position des anderen Objekts am Fuß des Hügels/Berges): Aukštíeji Bezdõnysv × Bezdõnysv × Bezdõnystн, Nẽvardas ÁukštasL × Nẽvardas ŽẽmasL, Aukštíeji Semeníūkaiv × Žemíeji Semeníūkaiv;

3) Die Korrelation des Lit. kalnìnis „zum Berg/Hügel gehörig“ – klõninis „zum Tal gehörig“ beruht auf der vertikalen Position des Objekts im Raum (auf den Hügeln im Gegensatz zur Position des anderen Objekts im Tal des benachbarten Flusses): Jagėlõnysv × Klõniniai Jagėlõnysv, Kalnìniai Mijáugonysv × Klõniniai Mijáugonysv.

Unter Berücksichtigung des Obigen lässt sich schließen, dass die Korrelation einfacher und pronominaler Adjektive in der Toponymie des Kreises Vilnius recht eindeutig ist, da diese DMs folgende semantische Last tragen: 1) Lit. áukštas, -à (aukštàsis, aukštíeji, aukštósios) – „auf dem Hügel/Berg gelegen“ (vertikal obere Position), Lit. žẽmas, -à (žemàsis, žemíeji, žẽmosios) – „am Fuß des Hügels/Berges gelegen“ (vertikal untere Position); 2) Lit. áukštas, -à (aukštàsis, aukštíeji, aukštósios) – „im oberen Teil des Flusses gelegen (flussaufwärts)“ (horizontale Position oben/hinten), Lit. žẽmas, -à (žemàsis, žemíeji, žẽmosios) – „im unteren Teil des Flusses gelegen (flussabwärts)“ (horizontale Position unten); 3) Lit. kalnìnis (kalnìniai) – „

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auf dem Hügel/Berg gelegen“ (vertikal obere Position), Lit. klōninis (klōniniai) – „im Tal gelegen“ (vertikal untere Position).

Die Analyse der HNLs hat gezeigt, dass diese aufgrund der Vielfalt der motivierenden Konzepte in zwei Kategorien fallen können: 1) Namenslexeme mit eindeutiger Motivation und Semantik: a) motiviert durch das Toponym (das Konzept des Ortes/der Lage) – Bezdōnysₜₙ, Bezdōnysᵥ, Aukštieji Bezdōnysᵥ, Pamerkÿsᵥ, Aukštasis Pamerkÿsᵥ, Aukštosios Viēsosᵥ, Žemosios Viēsosᵥ; b) motiviert durch ein Anthroponym (das Konzept des Besitzes bzw. der Zugehörigkeit) – Jagėlōnysᵥ, Klōniniai Jagėlōnysᵥ, Kalniniai Miјаūgonysᵥ, Klōniniai Miјаūgonysᵥ, Aukštieji Semeniūkaiᵥ, Žemieji Semeniūkaiᵥ; c) motiviert durch ein Appellativum – (das Konzept der Quelle/des Quellbachs) Nẽvardas Áukštasₗ, Nẽvardas Žẽmasₗ, (das Konzept des Ortes) Aukštieji Suirnaiₛₜₑₐd, Žemieji Suirnaiₛₜₑₐd; 2) Namenslexeme mit unklarer Motivation und Semantik: a) motiviert durch ein Appellativum oder einen Spitznamen (das Konzept des Ortes oder der Menschen) – Aukštieji Karklėnaiᵥ, Žemieji Karklėnaiᵥ; b) motiviert durch das Anthroponym (das Konzept des Besitzes bzw. der Menschen) – Aukštieji Rusōkaiₛₜₑₐd, Žemieji Rusōkaiₛₜₑₐd.

3. SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Oppositionen, die auf der Korrelation einfacher und pronominaler Adjektive sowie ihrer Formen Lit. áukštas, –à (aukštàsis, aukštieji, aukštosios) „hoch“ („oberer“) – žẽmas, –à (žemàsis, žemieji, žemosios) „niedrig“ („unterer“) und Lit. kalninis (kalniniai) „zu den Hügeln gehörig“ – Lit. klōninis (klōniniai) „zum Tal gehörig“ beruhen, machen nur einen kleinen Teil aus – 10 Fälle (gebildet aus 21 Toponymen), d. h. 0,251% der 251 Oppositionen, die derzeit innerhalb der Grenzen des Kreises Vilnius funktionieren. Alle ausgewählten toponymischen Oppositionen, die in Oppositionen vorkommen, liegen 0,08 bis 6 km voneinander entfernt.

2. Eine vollständige antonymische Korrelation der DMs entweder in Prä- oder Postposition zu den HNLs wird in 7 Fällen beobachtet (1 Limnonym- und 6 Oikonymoppositionen, die jeweils aus 2 bzw. 12 Namen gebildet werden). Eine unvollständige Korrelation der DMs in Präposition zu den modifizierten HNLs wird in 3 Oppositionen aus der Klasse der Oikonyme beobachtet, die aus 7 Namen gebildet werden.

3. Zum Verständnis der Semantik der DMs wurden sowohl sprachliche als auch außersprachliche Daten analysiert. Die Analyse der DMs (einfacher und pronominaler Adjektive und ihrer Formen) hat gezeigt, dass die Wahl der DMs im Benennungsprozess durch die relative Position des benannten Objekts (entweder horizontal oder vertikal) im Raum (Gelände) bestimmt wurde. Die Motivation der DMs ist recht eindeutig, und sie tragen folgende semantische Last: 1) Lit. áukštas, –à (aukštàsis, aukštieji, aukštosios) – „auf dem Hügel/Berg gelegen“ (vertikal

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obere Position), Lit. žemas, -à (žemàsis, žemíeji, žemõsios) – „am Fuß des Hügels/Berges gelegen“ (vertikal untere Position); 2) Lit. áukštas, -à (aukštàsis, aukštíeji, aukštõsios) – „im oberen Teil des Flusses gelegen (flussaufwärts)“ (horizontale Position oben/hinten), Lit. žemas, -à (žemàsis, žemíeji, žemõsios) – „im unteren Teil des Flusses gelegen (flussabwärts)“ (horizontale Position unten); 3) Lit. kalnìnis (kalnìnìai) – „auf dem Hügel/Berg gelegen“ (vertikal obere Position), Lit. klõnìnis (klõnìnìai) – „im Tal gelegen“ (vertikal untere Position).

4. Die Analyse der HNLs hat gezeigt, dass diese aufgrund der Vielfalt der motivierenden Konzepte in zwei Kategorien fallen können: 1) Namenslexeme mit eindeutiger Motivation und Semantik: a) motiviert durch das Toponym (das Konzept des Ortes/der Lage) – 7 homogene Oikonym-Lexeme; b) motiviert durch ein Anthroponym (das Konzept des Besitzes bzw. der Zugehörigkeit) – 6 homogene Oikonym-Lexeme; c) motiviert durch ein Appellativum – (das Konzept der Quelle/des Quellbachs) 2 homogene Limnonym-Lexeme, (das Konzept des Ortes) 2 Oikonym-Lexeme; 2) Namenslexeme mit unklarer Motivation und Semantik: a) motiviert durch ein Appellativum oder einen Spitznamen (das Konzept des Ortes oder der Menschen) – 2 homogene Oikonym-Lexeme; b) motiviert durch das Anthroponym (das Konzept des Besitzes bzw. der Menschen) – 2 homogene Oikonym-Lexeme.

ABKÜRZUNGEN

Bel. – Belarussisch; vgl. – vergleiche; koll. – umgangssprachlich; D – Bezirk; DM – differenzierendes Merkmal; dial. – dialektal; El – Elektrėnai; eld – Ältestenschaft; et al. – und andere; f – feminin; Heb. – Hebräisch; HNL – homogenes Namenslexem; InE. – indoeuropäisch; km – Kilometer; ʟ – See; Lit. – Litauisch; m – maskulin; MSL – Meter über dem Meeresspiegel; Pol. – Polnisch; pl – Plural; Rus. – Russisch; s – Singular; stead – Siedlung/Gehöft; Ščn – Šalčininkai; Šr – Širvintos; tn – Stadt; Trak – Trakai; trib. – Nebenfluss; Ūkm – Ukmergė; V – Vilnius; v – Dorf.

QUELLEN DER TOPONYME

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Website der Gemeindeverwaltung des Bezirks Šalčininkai unter: http://www.salcininkai.lt/

Website der Gemeindeverwaltung des Bezirks Širvintos unter: https://www.sirvintos.lt/lt

Website der Gemeindeverwaltung des Bezirks Švenčionys unter: http://www.svencionys.lt/lit/I_pradzia

Website der Gemeindeverwaltung des Bezirks Trakai unter: https://www.trakai.lt/; http://old.trakai.lt/

Website der Gemeindeverwaltung des Bezirks Ukmergė unter: https://www.ukmerge.lt/

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Motivation and semantics of the present-day Vilnius county toponym oppositions: the concept of the object’s position in space

APPENDIX. Analyzed Oppositions. Presented in the Order of Corresponding Sections in the Paper. Source: UETK, GP web sites.

2.1. Bezdōnysₜₙ × Bezdōnysᵥ × Aukštieji Bezdōnysᵥ

2.2. Jagelōnysᵥ × Klōniniai Jagelōnysᵥ

2.3. Aukštieji Karklėnaiᵥ × Žemėji Karklėnaiᵥ

2.4. Kalniniai Mijáugonysᵥ × Klōniniai Mijáugonysᵥ

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2.5. Nėvardas AukštasL × Nėvardas ŽemasL

2.6. PamerkysSV × Aukštasis PamerkysSV

2.7. Aukštieji Rusoškaistead × Žemieji Rusoškaistead

2.8. Aukštieji SemeniukaiV × Žemieji SemeniukaiV

2.9. Aukštieji Svirnaistead × Žemieji Svirnaistead

2.10. Aukštosios ViešosV × Žemosios ViešosV

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Acta Linguistica Lithuanica LXXXIV

Motivation and semantics of the present-day Vilnius county toponym oppositions: the concept of the object’s position in space

Dabartinės Vilniaus apskrities toponimų opozicijų motyvacija ir semantika: objekto padėties erdvėje samprata

S A N T R A U K A

Remiantis kognityvinės lingvistikos ir kognityvinės onomastikos teorijomis, straipsnyje tradiciniais onomastikos tyrimų modeliais analizuojami dabartinėje Vilniaus apskrityje funkcionuojantys toponimai (21 vnt.), sudarantys 10 opozicijų (t. y. 0,251% iš visų 251 kitų nustatytų opozicijų), motyvuotų įvardijamo objekto santykine padėtimi erdvėje, išreiškiama paprastu ir įvardžiuotiniu būdvardžių formomis: aukštas – žemas ir kalninis – klōninis. Analizė apima tiek toponimus diferencijuojančių žymiklių (DŽ), tiek homogeninių toponimų leksemų (HTL) kilmę, motyvaciją ir semantiką. Toponimai analizuojami pagal jų kilmę motyvuojančias sąvokas, remiantis konceptualiu metaforos modeliu, t. y. ryškiausių ypatybių (sąvokų) perkėlimu iš vienos srities į kitą (iš apeliatyvų / į onimų (toponimų) sritį): šaltinis (apeliatyvas / vardas) → konceptuali struktūra (ypatybė) → tikslas (toponimas) (žr. Kövecses 2002; Lakoff, Johnson 2003; Dobrić 2010). Manoma, kad toks semantinių ir konceptualių struktūrų perkėlimas iš vienos konceptualios srities į kitą yra labai svarbus kuriant oniminius prototipus (dar žr. Dobrić 2010: 139–141). Pažymėtina, kad onimų analizė pagal konceptualiąją metaforą yra ne etimologinė analizė, bet bandymas nustatyti, kaip žodžių konceptuali struktūra motyvavo ir vis dar motyvuoja jų kūrimą.

Antoniminiai santykiai toponimijoje egzistuoja kiekvienoje toponimų klasėje (oikonimuose, hidronimuose, mikrotoponimuose ir kt.) ir yra išreiškiami binarinėmis opozicijomis (Podolskaja 1978: 40). Opozicija toponimijoje – dviejų susijusių objektų priešprieša, siekiant juos atskirti vardais, turinčiais homogenines leksemas ir antoniminius žymiklius. Tokie antoniminiai toponimų santykiai kontekstiniai ir yra įmanomi tik hidroniminėje, oikoniminėje ir kitose (mikro)sistemose, kuriose jie radosi ir neįmanomi už tokios sistemos ribų (žr. Kondrashina 1980; Štěpán 2009; Tkachenko 2003, 2013, 2014; Ilchenko, Isachuk 2016). Todėl toponimai šiam tyrimui buvo atrenkami remiantis šiais principais: 1) jų DŽ turi išreikšti antoniminį santykį aukštas – žemas ir kalninis – klōninis; 2) atstumas tarp antoniminiais santykiais susijusių vietovardžių neturi būti didesnis nei 20 ± 5 km (toks atstumas pasirinktas neatsitiktinai – tiek žmogus gali pėsčiomis nukeliauti iš vienos vietos į kitą per vieną dieną). Atstumui tarp atrinktų vietovardžių matuoti buvo naudojami GP ir UETK tinklapių įrankiai. Siekiant suprasti leksinių toponimų opozicijų semantiką ir motyvaciją, be kalbinės analizės, buvo analizuojami ir ekstralingvistiniai duomenys.

Pilna antoniminė koreliacija tarp DŽ pastebėta 7 atvejais (1 limnonimų ir 6 oikonimų opozicijose). Nepilna antoniminė DŽ koreliacija pastebėta 3 opozicijose oikonimų klasėje. Kalbinė ir ekstralingvistinė analizė parodė, kad DŽ pasirinkimą nominacijos procese lėmė įvardijamo objekto santykinė (horizontali arba vertikali) padėtis erdvėje. DŽ motyvacija

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yra gana aiški ir perteikia tokią jų semantinę apkrovą: 1) aukštas, –ą (aukštasis / aukštieji / aukštosios) – „įsikūręs ant kalno“ (vertikali padėtis į viršų), žemas, –ą (žemasis, žemieji, žemosios) – „esantis kalvos / kalno papėdėje“ (vertikali padėtis į apačią); 2) aukštas, –ą (aukštasis / aukštieji / aukštosios) – „esantis viršutinėje upės dalyje (prieš srovę)“ (horizontali padėtis kylanti aukštyn / atgal), žemas, –ą (žemasis, žemieji, žemosios) – „esantis žemutinėje upės dalyje (pasroviui)“ (horizontali padėtis besileidžianti žemyn); 3) kalninis (kalniniai) – „įsikūręs ant kalno“ (vertikali padėtis viršuje (vertikali padėtis, viršus), klõninis (klõniniai) – „įsikūręs slėnyje“ (vertikali padėtis apačioje) (vertikali padėtis, apačia).

HTL analizė parodė, kad, remiantis motyvuojančių sąvokų įvairove, jos gali būti suskirstytos į dvi kategorijas: 1) aiškios motyvacijos ir semantikos HTL: a) motyvuotos vietovardžių (vietos samprata) – 7 oikonimų leksemos; b) motyvuotos antroponimų (posesyvumo sąvoka) – 6 oikonimų leksemos; c) motyvuotos apeliatyvais – (šaltinio samprata) 2 limnonimų leksemos, (vietos samprata) 2 oikonimų leksemos; 2) neaiškios motyvacijos ir semantikos HTL: a) motyvuotos apelatyvu ar pravardiniu asmenvardžiu (vietos ar žmonių samprata) – 2 oikonimų leksemos; b) motyvuotos antroponimu (posesyvumo ar žmonių samprata) – 2 oikonimų leksemos.

Įteikta 2021 m. gegužės 7 d.

PAVEL SKORUPA

Lietuvių kalbos institutas

Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva

[email protected]

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