Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

JAGDTERMINOLOGISCHES WÖRTERBUCH

Die polnischen und litauischen Begriffe für „Jagen“ werfen einiges Licht auf die Antike.

K. Būga

Eine vergleichbare Veröffentlichung gab es bisher noch nicht; daher ist der Plan, ein fünffachsprachiges (litauisch-englisch-deutsch-französisch-russisches) Fachwörterbuch für diesen Bereich zu erstellen,1 tatsächlich gut. Zumal die Jagd und ihre Traditionen den Litauern seit alters her vertraut sind.

Das Wörterbuch ist thematisch aufgebaut: Die Begriffe sind darin nach Themen in 8 Kapitel gegliedert, die etwa 1000 alphabetisch angeordnete allgemeine Begriffe und Wendungen aus dem Sprachgebrauch von Jägern, Jagdarten und -methoden, Jagdausrüstung, Jagdhunderassen, Vögeln und Wildtieren sowie ihren Körperteilen, außerdem Trophäen und Jagdwaffen umfassen. Die letzten beiden Kapitel sind illustriert. Zu einigen litauischen Begriffen stehen Erläuterungen in Klammern, und bei vielen Tier- und Vogelnamen sind auch die lateinischen Bezeichnungen angegeben. Viele Begriffe sind in Wortnestern angeordnet, doch ist nicht ganz klar, nach welchem Prinzip diese gebildet wurden, denn zum Beispiel sind Herde, Population; Huftierherde; Wildtierpopulation; Schalenwildherde als separate Stichwörter aufgeführt, während die Begriffe Entenbrut, Wolfswurf, Gänsebrut desselben Kapitels in einem Wortnest beim Stichwort Brut stehen. Diese Uneinheitlichkeit im Aufbau kennzeichnet das gesamte Wörterbuch. Gut ist, dass alle Stich- und Unterbegriffe (mit Ausnahme der Begriffe in Kapitel 7 und 8) nummeriert sind; deshalb können die alphabetischen Register aller fünf Sprachen am Ende der Veröffentlichung bei der Suche nach einem gewünschten Begriff helfen. Die Nummerierung der darin aufgeführten Begriffe stimmt mit der Nummerierung im Wörterbuch überein. Doch auch hier gibt es Ungenauigkeiten. So fehlt im Wörterbuchtext der Begriff Entenjagd, der in den Registern aller Sprachen unter der Nummer 196 aufgeführt ist (er wurde ausgelassen), und die unter den Nummern 95 und 308 verzeichneten Begriffe fehlen sowohl in den Registern als auch im Text (ausgelassen wurden entweder die Begriffe oder die Nummern). Es sollte präzisiert werden, dass die laufende Nummer des Registereintrags

1 Petružis G. Medžioklės žodynas. Vilnius: Enciklopedija, 1997. 128 p.

77

nicht, wie im Vorwort steht, „bei jedem Stichwort“ steht (in diesen Registern gibt es schließlich keine Wortnester!), sondern bei jedem Begriff, denn Jagdrevier oder einjähriger Rehbock mit Schaufelgeweih ist kein Wort, sondern ein zusammengesetzter Begriff. Ebenso unklar ist, was der Verfasser des Wörterbuchs mit der Aussage erklären wollte, „die Wortfolge der Wörter in den zusammengesetzten Begriffen des Registers wurde so belassen, wie sie im Wörterbuch stand“. Es stellt sich die Frage, ob sie denn anders sein könnte. Außerdem fällt einem, noch bevor man sich näher mit dem Wörterbuch selbst befasst, gleich im ersten Satz des Vorworts ein übersehener Korrekturfehler sowie einige Ungenauigkeiten auf: Wortnester werden aus unerfindlichem Grund „Unterwortnester“ genannt; statt des Begriffs „sächliches Geschlecht“ wäre „Neutrum“ besser.

Einige Anmerkungen sind auch zu den Begriffen selbst angebracht. Einer der auffälligsten Mängel dieses Wörterbuchs besteht darin, dass die darin enthaltenen litauischen Begriffe keine Akzentkennzeichnung haben. Die Betonung von Wörtern und damit auch von Fachbegriffen ist für Litauischsprachige sehr wichtig; daher ist es mindestens ebenso wichtig, die litauischen Begriffe mit Betonungszeichen zu versehen, wie bei den deutschen und französischen Stichwörtern das Genus des Grundworts anzugeben oder Pluralwörter zu kennzeichnen. Auch weist dieses Wörterbuch einige kleinere Ungenauigkeiten und Uneinheitlichkeiten bei der Darstellung der Begriffe auf. So ist zwar das Wort abrichten (20) aufgeführt, verwendet wird jedoch der Begriff gut abgerichteter (=dressierter) Hund (267). Der Begriff Abschuss (147) wird folgendermaßen erklärt: „die Zahl der Tiere, die erlegt werden kann oder erlegt wurde“. Wie kann das Wort Abschuss eine Zahl bezeichnen? Tatsächlich bezeichnet es nur die Handlung. Seltsam, dass wir in einem Jagdwörterbuch den Begriff Hahn (330) finden, nicht aber den Begriff Kampfläufer (Philomachus pugnax). Wir finden ornithologische Begriffe wie Schwarzstorch (Ciconia nigra), Singschwan (Cygnus cygnus), aber nicht den interessanten litauischen Begriff Gargatūnas. Auch Bezeichnungen für kürzlich ausgestorbene jagdbare Wildtiere, z. B. Eurasischer Luchs, Wildkatze usw., fehlen. Wenn die Begriffe Elster, Krähe aufgenommen werden, dann wären auch die Begriffe Saatkrähe (Corvus frugilegus), Rohrweihe (Circus) passend. Neben (oder anstelle) von Internationalismen und Fachbegriffen vermisst man bisweilen litauische Entsprechungen. Was ist an prüfen, beaufsichtigen schlechter als an inspizieren, kontrollieren (38); an Topinambur statt Erdbirne (169); an Schulterblattfehlern statt Defekten des Schulterblatts (S. 62) und Ähnlichem?

78

Es wäre interessant zu wissen, auf welche lexikografischen Quellen und Kriterien für die Auswahl der Begriffe sich der Verfasser des Wörterbuchs gestützt hat, denn im Abschnitt „Jagdhunde“ sind nur wenige Rassen aufgeführt, während die Enzyklopädie „Hunde“ (V., 1995) über 50 Jagdhunderassen enthält, zum Beispiel: Afghanischer Windhund, Englischer Foxhound, Golden Retriever, Azawakh (Südwindhund), Bloodhound (St.-Hubertus-Hund), Estnischer Laufhund, Clumber Spaniel, Kurzhaar (Deutsch Kurzhaar), Laikas, Langhaar (Deutsch Langhaar), Lettischer Laufhund, Litauischer Laufhund, Russischer Langhaarwindhund, Sloughi (Arabischer Windhund), Taigan (kirgisischer Windhund), Terrier, Weimaraner (Weimarer Vorstehhund), Ungarischer Windhund usw.

Die hier genannten Punkte sind möglicherweise nicht alle Mängel der Veröffentlichung, schmälern aber insgesamt nicht den Wert des Wörterbuchs. Vielleicht sind sie bei der Vorbereitung einer nächsten, verbesserten und vollständigeren Ausgabe dieses Wörterbuchs hilfreich.

Nijolė BANEVĮČIENĖ

79

Document details