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Überblick über die Tätigkeit der Terminologiekommission (1945–1971)

Überblick über die Tätigkeit

Zum 80. Geburtstag von Kazimieras Gaivenis

ALBINA AUKSORIŪTĖ

Institut für Litauische Sprache

SCHLÜSSELWÖRTER: Terminologiekommission, Termini, Kazimieras Gaivenis, Protokolle der Terminologiekommission

Die organisierte Pflege der litauischen Terminologie begann mit der Tätigkeit der ersten Terminologiekommission (1921–1926), die nur fünf Jahre lang bestand (ausführlicher siehe Palionis 1979: 268–269; Keinys 2012: 38–41; Auksoriūtė 2011: 80–91). Die in diesem Artikel behandelte Terminologiekommission nahm nach dem Krieg ihre Arbeit auf, als „1945 bei dem Präsidium der Akademie der Wissenschaften eine Terminologiekommission eingerichtet wurde, um die terminologische Arbeit in der Republik zu organisieren und zu koordinieren; 1951 wurde sie an das Institut für Litauische Sprache verlegt (seit 1952, nach der Zusammenlegung der Institute, hieß sie Terminologiekommission des Instituts für Litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der LSSR)“ (Keinys 2012: 65). Für die Erstellung des Artikels wurden die im Institut für Litauische Sprache aufbewahrten Protokolle der Terminologiekommission herangezogen. Der Artikel untersucht die Arbeit der Terminologiekommission von 1951 bis Ende 1971, als beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften der LSSR ein Terminologierat eingerichtet wurde. Informationen über die Arbeit der Terminologiekommission von 1945 bis 1951 wurden nicht gefunden.

Ziel des Artikels ist es, die Tätigkeit der Terminologiekommission sowie ihre Arbeitsweisen und Grundsätze zu erörtern, die Bedeutung der Terminologiekommission für die Entwicklung der litauischen Terminologiewissenschaft zu bewerten und die Arbeit ihres langjährigen Sekretärs Kazimieras Gaivenis in der Kommission zu überblicken.

Am 25. Oktober 1951 fand die erste Sitzung der Terminologiekommission (im Folgenden: Kommission) statt, an der Juozas Balčikonis, Jonas Kruopas und Jonas Paulauskas teilnahmen. In dieser Sitzung wurden die Aufgaben der Kommission formuliert,

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Wie im ersten Protokoll festgehalten, sollte ihre „Arbeit umfassen: a) die Festlegung von Prinzipien für die Bildung von Termini in verschiedenen Fachgebieten, b) den Kampf gegen das fremde bürgerliche Erbe im Bereich der Terminologie, c) die Koordinierung der terminologischen Arbeit sowohl innerhalb der Akademie der Wissenschaften als auch in der gesamten Republik, d) die Popularisierung der Terminologiefragen (in der Presse, auf Konferenzen)“1 (TKP 1951 12). Auch die Tätigkeitsbereiche der Kommission wurden festgelegt: „a) Sich mit dem bürgerlichen Erbe im Bereich der Terminologie vertraut machen; b) sich mit der in diesem Bereich geleisteten Arbeit einzelner Institute, staatlicher Verlage und anderer Einrichtungen vertraut machen und diese regulieren; c) eingereichte Entwürfe erörtern und auf einzelne aufgeworfene Fragen antworten; d) in der Presse über Terminologiefragen schreiben; e) den stellvertretenden Sekretär Jonas Paulauskas beauftragen, die Termini des literarischen Wörterbuchs der litauischen Sprache durchzusehen, das derzeit für den Druck vorbereitet wird“ (TKP 1951 1). Es ist verständlich, dass unter den gestellten Aufgaben Punkt b) genannt wurde; dies war der damaligen Situation geschuldet. Der unter den Tätigkeitsbereichen genannte Punkt a) – die Beschäftigung mit dem terminologischen Erbe – zeigt deutlich, dass die Mitglieder dieser Kommission die Arbeit der ersten Terminologiekommission kennenlernen und an deren Fortführung anknüpfen wollten. Zum Vorsitzenden der Kommission wurde J. Kruopas ernannt.

In der zweiten Sitzung der Kommission wurde die Vorbereitung einer Terminologiekonferenz erörtert und beschlossen, „im ersten Halbjahr 1952 in Vilnius eine Terminologiekonferenz abzuhalten, um Prinzipien und Leitlinien für die Schaffung und Ordnung der Terminologie festzulegen, die terminologische Arbeit zu koordinieren usw. Zur Konferenz Vertreter wissenschaftlicher, künstlerischer, publizistischer und anderer Einrichtungen und Organisationen einzuladen“ (TKP 1951 2). Ende 1951 fand eine weitere Sitzung der Kommission statt, in der die Termini für Maße und Messinstrumente erörtert wurden.

1952 waren 13 Sitzungen der Kommission der Erörterung des Rechtslexikons3 gewidmet. Neben den bereits genannten J. Kruopas und J. Paulauskas nahmen an den Sitzungen häufig auch der Jurist Alfonsas Žiurlys, Verfasser des Wörterbuchs, Chackelis Lemchenas, Bronius Kalinauskas und Vladas Bartusevičius teil. Ende des Jahres begann die Erörterung des Geologie- und Geographielexikons4 (5 Sitzungen), in

1 Zitate aus den Protokollen werden originalgetreu wiedergegeben; die Rechtschreibung wurde nicht korrigiert. Lediglich Beispiele sind von der Verfasserin des Artikels kursiv hervorgehoben. Die Bezeichnungen von Wörterbüchern und Institutionen werden im Artikel so verwendet, wie sie in den Protokollen stehen.

2 Nach der Jahresangabe wird die Protokollnummer genannt.

3 Das Wörterbuch erschien 1954 – Lexikon der Rechtsterminologie. [Litauisch–Russisch.] Verfasser: A. Žiurlys; Redaktionskollegium: J. Bulavas, K. Jablonskis (verantwortlicher Redakteur), J. Žiugžda, A. Žiurlys; Institut für Geschichte und Recht der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR, Vilnius: Staatlicher Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1954. – 240 S.

4 Lexikon der Geologie und physischen Geographie. [Russisch–Litauisch.] Verfasser: V. Gudelis; Institut für Geologie und Geographie der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR, Vilnius: Staatlicher Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1956. – 220 S.

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Abb. 1. Protokoll Nr. 2 der Terminologiekommission

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An seinen Beratungen beteiligten sich auch der Autor, der Geograf Vytautas Gudelis, und der Philosoph Vincentas Žemaitis. Erwähnenswert ist ferner, dass die Kommission auch die Terminologie der zu übersetzenden Lenin-Schriften überprüfen musste; 1952 fanden dafür drei Sitzungen statt. In der Sitzung vom 29. März wurde die Koordinierung der Terminologiearbeit erörtert. Daran nahmen nicht nur die Sprachwissenschaftler J. Kruopas und J. Paulauskas teil, sondern auch Vertreter anderer Institute der Akademie der Wissenschaften: Klemensas Dauta, Jonas Mazelaitis, Jonas Kazlauskas, Kostas Doveika, Elzbieta Mikalauskaitė, Jurgis Lebedys, Stasys Bizulevičius, Teodoras Čyžas, Antanas Poviliūnas, Gerardas Žilinskas und V. Gudelis. Die Sitzungsteilnehmer berichteten über die Terminologiearbeit in den einzelnen Fachgebieten, wiesen auf deren Mängel hin und schlugen vor, mehr Fachleute daran zu beteiligen. Sie berieten über eine künftige Konferenz, auf der Vertreter aller Fachrichtungen über den Stand der Terminologiearbeit in ihrem Bereich informieren und Maßnahmen zur Regelung dieser Arbeit vorschlagen sollten; außerdem sollten sie darlegen, wie Termmaterial gesammelt und erörtert wird und welche Quellen für Termini herangezogen werden. 1952 waren J. Paulauskas, Vytautas Būda und V. Žemaitis Sekretäre der Kommission.

Anfang 1953 schloss die Kommission die Durchsicht des Geologijos–geografijos terminų žodyno ab und beriet praktisch das ganze Jahr über das Ekonominių terminų žodyną5. Wie im Protokoll vermerkt, „<...> wurde in der Sitzung, in der die Beratung des Ekonominių terminų žodynas begann, eine Methode zur Erörterung der Termini vereinbart: In den Sitzungen werden nur jene Termini erörtert, die Zweifel aufwerfen. Zur Vorbereitung auf die Sitzungen wird das zu beratende Material vorab durchgesehen“ (TKP 1953 12). 1953 fanden 41 Sitzungen statt; ab 1953 beteiligten sich die Sprachwissenschaftler Bronė Vosilytė und Napalys Grigas an der Arbeit der Kommission.

1954 überprüfte die Kommission die Gymnastik- und Mathematiktermini; an der Erörterung der Letzteren nahmen Vertreter der Mathematischen Fakultät der Universität Vilnius sowie ein Vertreter des Staatlichen Verlags für politische und wissenschaftliche Literatur teil. Im Oktober begann die Beratung des Botanikos terminų žodynas6. An den Beratungen nahmen Vertreter der Universität Vilnius, des Pädagogischen Instituts, des Forstwirtschaftlichen Technikums, des Biologischen Instituts und des Wissenschaftlichen Verlags teil. Zu Beginn der Wörterbuchberatung wurden dessen Charakter und Aufbau erörtert; beschlossen wurde, „<...> ein litauisch-russisches Wörterbuch botanischer Termini (ohne Pflanzennamen) ohne Ter-

5 Russisch-litauisches Wörterbuch der Wirtschaftsfachterminologie=Русско–литовский словарь экономических терминов. Redaktion: K. Meškauskas (verantwortlicher Redakteur), A. Poviliūnas, V. Puronas, A. Skupeika, Vilnius: Mintis, 1966. – 292 S.

6 Wörterbuch botanischer Termini. Zusammengestellt von der Kommission für das botanische Wörterbuch; redigiert von J. Dagys (Hauptredakteur), A. Lekavičius, V. Mališauskienė; Botanisches Institut der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR und Gesellschaft litauischer Botaniker, Vilnius: Mintis, 1965. – 664 S.

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... bei Bedarf mit lateinischer Angabe des Terminus“ (TKP 1954 13). 1954 tagte die Terminologiekommission 24-mal.

Die Beratung der botanischen Termini wurde auch 1955 fortgesetzt; die Kommission trat in diesem Jahr 52-mal zusammen. Neben den genannten botanischen Termini wurden Termini aus dem Sport (Rudern, Wasserspringen, Schwimmen, Boxen, Wasserball, Fechten), der Medizin und der Zoologie erörtert. Im Dezember begann die Beratung der chemischen Termini. 1956 fanden 42 Sitzungen statt, in denen die Beratung der chemischen Termini fortgesetzt wurde; außerdem wurden Termini aus Technik, Zoologie, Anatomie und Gartenbau behandelt. Die Kommission analysierte nicht nur Termini, sondern auch allgemeinere Sprachfragen. So heißt es beispielsweise im Protokoll Nr. 31 vom August 1956: „Die vom Exekutivkomitee der Stadt Vilnius eingesetzte Kommission zur Überprüfung von Schildern und Bekanntmachungen ging bei drei Sitzungen den Stalin-Prospekt und die Gorki-Straße durch und stellte fest, dass viele Schilder Fehler im Litauischen und Russischen aufweisen oder anderweitig nicht den Normen entsprechen. Es wurde beschlossen zu verlangen, dass ungeeignete Schilder oder Bekanntmachungen ersetzt werden. Der Beschluss der Kommission wird vom Exekutivkomitee von Vilnius an die Leiter der Einrichtungen oder Unternehmen gesandt, deren Schilder oder Bekanntmachungen ungeeignet sind“ (TKP 1956 31). 1956 beteiligten sich die Sprachwissenschaftler Antanė Kučinskaitė und Kazys Ulvydas an der Arbeit der Kommission.

1957 tagte die Kommission etwas seltener – es fanden 31 Sitzungen statt, in denen hauptsächlich Termini aus dem Medicinos terminų žodyno7 und dem Fizikos terminų žodyno8 erörtert wurden. Das Medicinos terminų žodynas wurde auch 1958–1959 beraten. Neben den medizinischen Termini wurden 1958 auch Termini aus der Nähtechnik und 1959 Termini aus dem Melioracijos terminų žodyno9 und dem Chemijos terminų žodyno10 überprüft. 1958 trat die Kommission 53-mal zusammen, 1959 30-mal. Von März 1953 bis Mitte 1956 war V. Bartusevičius Sekretär der Kommission, 1956–1957 versah N. Grigas das Sekretärsamt, und von September 1957 bis November 1959 Vitas Labutis.

In der Sitzung vom 13. November 1959 nahm Kazimieras Gaivenis zum ersten Mal teil und führte das Protokoll. In dieser Sitzung wurden außerdem die Chemiewörterbü-

7 Das Wörterbuch erschien erst 1980 – Medicinos terminų žodynas. Verf. V. Astrauskas, S. Biziulevičius, S. Pavilo-nis, A. Vaitilavičius, A. Vileišis, Vilnius: Mokslas, 1980. – 996 S.

8 Wörterbuch physikalischer Termini. Hrsg. P. Brazdžiūnas; Institut für Physik und Mathematik der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR, Vilnius: Staatlicher Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1958. – 124 S.

9 Wörterbuch der Meliorationstermini=Словарь мелиоративных терминов. Verf. J. Čeičys; Wissenschaftliches Forschungsinstitut für Wasserbau und Melioration Litauens, Vilnius: Staatlicher Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1960. – 284 S.

10 Chemiewörterbuch. Verf. K. Daukšas, Vilnius: Staatlicher Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, 1960. – 452 S.

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Nicht die Termini, sondern ab Dezember und praktisch während des gesamten Jahres 1960 wurden botanische Termini erörtert. 1960 fanden 19 Sitzungen der Kommission statt, an denen neben den Sprachwissenschaftlern J. Kruopas, K. Gaivenis und Antanas Balašaitis auch die Botaniker Jonas Dagys, Petras Bluzmanas, Kazys Brundza, Jonas Geležėvičius, Algirdas Lekavičius, Vincentas Urbonas, Antanas Minkevčius, Valerija Mališauskienė, Marija Ivanauskienė, Vytautas Galinis u. a. teilnahmen.

Das botanische Terminologiewörterbuch erörterte die Kommission auch 1961 weiter; außerdem waren in jenem Jahr weitere 8 Sitzungen den Ergänzungen zum Medizinischen Terminologiewörterbuch, 4 Sitzungen dem Wörterbuch der wirtschaftlichen Terminologie und eine Sitzung der Erörterung einer Sammlung astronomischer Termini auf Litauisch, Russisch und Englisch gewidmet. Insgesamt fanden 1961 23 Sitzungen der Kommission statt; Sekretär war K. Gaivenis. Bemerkenswert ist, dass die Kommission bei der Erörterung des botanischen Terminologiewörterbuchs auch eine Liste der in der Botanik verwendeten Farbbezeichnungen bestätigte.

Aus den Protokollen geht hervor, dass die Kommission nicht jedes Jahr aktiv tätig war: 1962 trat sie siebenmal zusammen und erörterte botanische, literarische, kunstwissenschaftliche und stomatologische Termini. 1963 fand nur eine Sitzung statt, in der kunstwissenschaftliche Termini behandelt wurden; 1964 wurden in sieben Sitzungen stomatologische, Fernmelde-, pädagogische, kriminalistische und botanische Termini sowie Bezeichnungen für Küchengeräte erörtert.

Die Jahre 1965–1968 waren für die Kommission arbeitsreich: 1965 und 1966 fanden jeweils 19 Sitzungen statt, 1967 tagte die Kommission 16-mal und 1968 22-mal. Die meisten Sitzungen im Jahr 1965 waren kriminalistischen Termini gewidmet; außerdem wurden Ballet-, meteorologische und botanische Termini sowie Bezeichnungen für Schlossarten und deren Teile erörtert. 1966 setzte die Kommission die Erörterung kriminalistischer Termini fort und bestätigte Pflanzen- und Pilznamen. 1967 überprüfte sie Pflanzen- und Pilznamen und behandelte einige entomologische und musikalische Termini. 1968 erörterte die Kommission erneut Pflanzennamen und bestätigte musikalische und kriminalistische Termini. Am 20. Juni 1968 beriet die Kommission über die Organisation der Erörterung bautechnischer Termini. „In der Zeitschrift „Statyba ir architektūra“ sollen ausgewählte und erörterte Terminologiesammlungen veröffentlicht werden. Besondere Aufmerksamkeit ist den Termini zu widmen, die fehlerhaft aus dem Russischen übersetzt werden“ (TKP 1968 154).

1969 und 1970 trat die Kommission jeweils nur sechsmal zusammen und erörterte ausschließlich Pflanzen- und Pilznamen. Eine Ausnahme bildete eine Sitzung im Jahr 1969, in der Termini aus einem Astronomielehrbuch für Schulen behandelt wurden. Bei der Erörterung der Pflanzen- und Pilznamen nahm von den Sprachwissenschaftlern neben den Botanikern nur K. Gaivenis an den Sitzungen teil.

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Abb. 2. Protokolle der Terminologiekommission Nr. 80–81

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1971 änderte sich die Zusammensetzung der Kommission; die Sprachwissenschaftler Jonas Klimavičius und Angelė Kaulakienė nahmen ihre Arbeit auf, und an einigen Sitzungen beteiligten sich K. Ulvydas und Pranas Kniūkšta. In jenem Jahr fanden nicht weniger als 33 Sitzungen statt. Sekretär war J. Klimavičius; nur bei zwei Sitzungen führte K. Gaivenis und bei einer Teresė Guogaitė das Protokoll. 1971 wurden Termini aus den Bereichen Ausrüstung von Nähbetrieben, Choreografie, Fototechnik, Wasserbau, Wärmetechnik, Schuhmaterialkunde, Akustik, Schreibwesen, Botanik, Soziologie u. a. erörtert.

Wie St. Keinys schreibt, „[k]onnte eine ausschließlich aus Sprachwissenschaftlern bestehende und auf ehrenamtlicher Grundlage tätige Kommission angesichts der Ausweitung der terminologischen Arbeit in der Republik nicht mehr alle anfallenden Aufgaben der Organisation und Koordinierung der litauischen Terminologiearbeit bewältigen. Daher wurden auf Initiative der Terminologiekommission vorbereitende Arbeiten zur organisatorischen Umgestaltung dieser Tätigkeit durchgeführt“ (Keinys 2012: 66).

Im Findbuch Nr. 2 der im litauischen Zentralen Staatsarchiv im Bestand R-1034 aufbewahrten Akten zur Tätigkeit des Terminologierats befindet sich ein einseitiges Dokument mit dem Titel „Tätigkeit des Terminologierats beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR 1971–1982“, unterzeichnet vom Vorsitzenden des Terminologierats, Akademiemitglied Vytautas Mažiulis, und vom Sekretär K. Gaivenis. In diesem Dokument wird angegeben, dass der Terminologierat beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR durch Beschluss Nr. 383 des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR vom 7. Dezember 1971 gegründet wurde, gestützt auf den Beschluss Nr. 451 des Ministerrats der Litauischen SSR vom 22. November 1971 (Bescheinigung zum Bestand R-1034 des LCVA).

Wie die Kommission arbeitete und welchen Arbeitsprinzipien sie folgte, lässt sich den Beschlüssen und Anmerkungen in den Protokollen entnehmen. Nicht alle Protokolle sind ausführlich; in den Protokollen aus den Jahren 1951–1959 ist meist vermerkt, wie viele und welche Fachgebiete beziehungsweise Termini welcher Wörterbücher erörtert wurden, mit dem Hinweis auf die betreffenden Listen, Wörterbuchmanuskripte oder Karteien. Nachdem K. Gaivenis das Sekretariat übernommen hatte, enthalten die Protokolle mehr Informationen: In der Regel werden die in der Sitzung erörterten und angenommenen Termini aufgeführt, außerdem finden sich zahlreiche Korrektur- und Änderungsvorschläge für Termini sowie Anmerkungen zu den erörterten Termini.

Die Mitglieder und Teilnehmer der Kommission hatten sich vorab mit dem zu erörternden Material vertraut gemacht und besprachen in der Sitzung die Termini, die ihrer Ansicht nach zu korrigieren oder zu präzisieren waren oder bei denen Sprachwissenschaftler beziehungsweise Fachleute des jeweiligen Gebiets Bedenken hatten. Bei der Erörterung eines ausgearbeiteten Terminologiewörterbuchs wurden meist nicht nur allgemeine Fragen zur Behandlung des Materials, sondern auch die Struktur des Wörterbuchs sowie die Bildung und Wortbildung der Termini des jeweiligen Fachgebiets besprochen. Zum Beispiel,

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Bei der Erörterung des Wörterbuchs ökonomischer Termini und des Buchstabens o wurde „<...> beschlossen, den Wirtschaftswissenschaftlern vorzuschlagen, das Wörterbuch nicht wie bisher russisch-litauisch, sondern litauisch-russisch zu erstellen, da zunächst die Ordnung der litauischen ökonomischen Termini ansteht und nur russische Übersetzungen gegeben werden“ (TKP 1953 24). Im Protokoll vom 12. Dezember 1955 heißt es: „Nach Einsichtnahme in das für den Druck vorbereitete Material des Wörterbuchs der chemischen Termini wurden allgemeine Fragen erörtert. Beschlossen wurde, alle Alkohole im Litauischen mit Wörtern zu bezeichnen, die auf -olis enden, und Kohlenwasserstoffe auf -(n)as; eine Ausnahme bildet benzolas (denn es ist ein Kohlenwasserstoff). Termini, die auf -idė enden, sind am Ende mit ė zu schreiben, wie es in der Terminologie anderer Fachgebiete üblich ist. Beschlossen wurde, keine Zusammensetzungen aus mehr als zwei Wörtern zu bilden. Es wurde vereinbart, das Suffix -uoti zur Bezeichnung des Beschichtens zu verwenden, dagegen -inti für die Überführung in etwas, z. B. sidabruoti, nikeliuoti, deruoti, aber dervinti, anglinti. Mit Metall dengti – nicht traukti; anstelle von baltalas und mėlis sind baltasis, mėlynasis einzuführen, wie bei den übrigen Farben; nitro- ist mit den Bestandteilen zusammenzuschreiben, z. B. nitrojunginys“ (TKP 1955 47). 1964 wurde das vom Institut für wissenschaftliche Forschung an Schulen erstellte Glossar der Termini aus Pädagogik und Psychologie erörtert. Im Sitzungsprotokoll heißt es, „einige lexikografische Mängel des Glossars wurden erörtert und festgestellt: nicht überall sind die Nester sachgerecht angelegt, die Artbestimmungen zusammengesetzter Termini stehen nicht in der pronominalen Form, bei der Akzentuierung litauischer Entsprechungen finden sich Fehler <...>. Zahlreiche Mängel wies Genosse Kruopas nach, als er über falsch gebildete Neologismen und in der Literatursprache nicht gebräuchliche Formen von Bestandteilen zusammengesetzter Termini sprach“ (TKP 1964 83).

Die Kommission fasste ihre Beschlüsse nicht immer einstimmig und einvernehmlich; bisweilen stritten Linguisten und Fachleute lange, und wenn sie zu keiner Entscheidung gelangten, vertagten sie diese Fragen auf die nächste Sitzung. Dabei vereinbarten sie, dass die Linguisten die strittigen Wörter in der Wörterbuchkartei überprüfen oder die Fachleute den Begriff klären würden. So heißt es etwa im Protokoll von 1953: „Ein Teil der Termini blieb ungeklärt, da der Vertreter des Instituts für Ökonomie ihre Bedeutungen nicht genau erklären konnte. Beschlossen wurde, sie nach Klärung der Begriffe später zu erörtern“ (TKP 1953 18). Auch die Diskussionen untereinander wurden wiederholt protokolliert, zum Beispiel: „Viel wurde über das Wort atsistatymas (Regeneration von Gewebe) lat. restitutio, russ. восстановление gestritten. Schließlich stimmten die Mediziner der Verwendung von audinių ataugimas (Gewebewachstum) zu“ (TKP 1959 1); „Viel wurde über den Gebrauch von paveikslas: vaizdas: reginys gestritten, eine endgültige Einigung kam jedoch nicht zustande: Einige schlugen vor, образ im Sinne von meninį paveikslą (Kunstbild) zu verwenden, andere vaizdą (Bild), wieder andere atvaizdą (Abbild)“ (TKP 1963 80).

Wie aus den Protokollen hervorgeht, diskutierte die Kommission ausführlich über internationale Termini und normierte ihre Schreibweise. Bei der Erörterung mathematischer Termini wurde beispielsweise beschlossen—

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ta: „Wörter vom Typ Abszisse, Direktrix, Äquidistante, Epizykloide, Evolute mit der Endung ė schreiben; Ausnahmen nur bei einigen Wörtern machen, die sich bereits mit der Endung a eingebürgert haben. Wörter griechischen Ursprungs vom Typ Ellipse, Genesis, Syntax mit der Endung ė schreiben, nicht is. Wörter vom Typ Fokus, Minus, Sinus, Plus mit doppelten Endungen verwenden und nicht Fokus, Minus, Sinus usw.“ (TKP 1954 9); „Wörter lateinischen Ursprungs, die auf -ulla enden, im Litauischen mit der Endung –ulė schreiben“ (TKP 1955 44); bei der Erörterung der Termini des Botanischen Terminologiewörterbuchs wurde beschlossen: „Bei den Internationalismen Zoospora, Akrospora, Autospora und ähnlichen die Endung a beibehalten, bei Wörtern litauischer Bildung mit dem Zweitglied „-spora“ dagegen ė schreiben, d. h. Buožiasporė, Aukšliasporė usw. Im Wörterbuch die Formen Dendrarium, Alpinarium, Rosarium verwenden (vgl. Symposium, Lektorium, Aquarium, Planetarium usw.), nicht aber Dendrarijus, Alpinarius, Planetarijus usw. <...> Posekcijė (nicht posekcijys // posekcijis)“ (TKP 1965 101). Bemerkenswert ist, dass die Anmerkungen zu diesem von K. Gaivenis verfassten Protokoll auch seine eigene Auffassung enthalten: „K. Gaivenis war der Meinung, dass bei Internationalismen des ersten Typs der Austausch der Endung a gegen ė häufig weder das Bestreben ist, den Vokal der ursprünglichen Quelle zu bewahren (vgl. litauisch Syntax und griechisch sinntaksis), noch auf den Einfluss des Russischen zurückgeht (vgl. синтаксис). Es ist auch nicht allein ein Einfluss des Deutschen (vgl. litauisch Molekül, deutsch Molekül // Molekel). Diese Tendenz stimmt teilweise mit den Tendenzen des Englischen, Französischen und Deutschen überein, ist aber nichts Schlechtes“ (TKP 1965 101). Darüber hinaus enthält das Protokoll der nächsten Sitzung, in der die Termini eines Astronomielehrbuchs für weiterführende Schulen behandelt wurden, folgende Korrekturen: „<...> Apogäum (nicht apogejis), Albedo (nicht albedo), Perigäum (nicht perigejis)“; in den Anmerkungen schrieb K. Gaivenis: „Apogäum < lat. apogaeum < gr. Apogaion, vgl. Museum < lat. museum < gr. Museion, Trophäe < lat. trophaeum < gr. tropaion usw.“ (TKP 1969 169). Somit ist offensichtlich, dass K. Gaivenis bei der Zusammenarbeit mit Fachleuten klare Begründungen für seine Korrekturen vorlegte.

In der Sitzung im Oktober 1967, an der Teilnehmer der II. republikanischen Konferenz der Musikwissenschaftler sowie die Linguisten K. Ulvydas, Kazimieras Kuzavinis und K. Gaivenis teilnahmen, wurden folgende Fragen erörtert: „1. Schreibweise der Vor- und Nachnamen von Komponisten; 2. Schreibweise der Titel von Musikwerken; 3. Gebrauch und Schreibweise einiger Musiktermini.“ Beschlossen wurde: „Alle stimmten zu, dass džiazas und nicht džazas zu schreiben ist, wie etwa džiunglės und nicht džunglės; klavyras < dt. Klavier, nicht klaviras usw.; mundštukas (=pūstukas), „Marselietė“, nicht „Mar-seljera“, repriza (=sangrąža), foršlagas (=priešgaidė), Konzert für Violine, nicht smuiko koncertas, das Ballett „Eglė žalčių karalienė“, nicht das Ballett „Eglės žalčių karalienės“ usw.“ (TKP 1967 137ᵃ). Wie aus dem Vorgelegten hervorgeht

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Zitate; einige entlehnte Termini sollten durch litauische ersetzt werden. In den Anmerkungen zu diesem Protokoll schrieb K. Gaivenis: „Viel wurde über die grammatische Anpassung von Komponistennamen gestritten: Die Sprachwissenschaftler schlugen vor, die Namen grammatisch anzupassen, z. B. Bizė, sie jedoch nur unvollständig zu flektieren; die Musikwissenschaftler neigen dazu, Bize usw. zu schreiben“ (TKP 1967 137ᵃ).

In der Kommission wurde auch die Bildung von Ableitungen aus internationalen Wörtern erörtert und die Prinzipien der Bildung solcher Termini besprochen, z. B.: „Bei Wörtern mit sub soll die Endung des zweiten Bestandteils unverändert bleiben: subtropikai, subnuomininkas, subrangovas usw.“ (TKP 1952 20); „Termini vom Typ Ambulakralinės – ambulakrinės sind, sofern es im Litauischen entsprechende Substantive gibt, aus diesen ohne das Suffix -al- zu bilden; fehlen solche Substantive im Litauischen, sind sie direkt aus anderen Sprachen mit -al- zu übernehmen“ (TKP 1955 45); bei der Erörterung des Chemijos terminų žodyną wurde beschlossen: „Zusammengesetzte Termini, deren erster Bestandteil ein Fremdwort ist (bi-, di-, poli- usw.), sind mit dem Suffix -inis zu verwenden (vgl. bimetalinis u. Ä.). Sind beide Bestandteile litauisch, ist ihre Rolle im Determinativkompositum zu berücksichtigen und das Suffix -inis nur dort zu verwenden, wo darauf nicht verzichtet werden kann“ (TKP 1959 29).

Es besteht kein Zweifel, dass die Kommission nicht zu verwendende Entlehnungen oder Lehnübersetzungen durch litauische Termini ersetzen wollte, auch wenn sich in den Protokollen nicht viele solcher Korrekturen finden, da darin meist Listen bestätigter Termini aufgeführt sind. Die eine oder andere Korrektur ist jedoch zu finden, etwa bei der Erörterung des Ekonominių terminų žodyną, als beschlossen wurde, „konditerinių išdirbinių fabrikas durch konditerijos gaminių fabriką, fabrikatas in gaminį und pusfabrikatis in pusgaminį zu ändern; neben falsifikato als Synonym padirbinį hinzuzufügen <...>“ (TKP 1954 1(42)); „Die Juristen waren keineswegs damit einverstanden, доведение до самоубийства mit privarymas iki nusižudymo zu übersetzen, sondern schlugen privedimas iki nusižudymo vor, obwohl diese Konstruktion eine Lehnübersetzung und unserer Sprache völlig fremd ist (vgl. privarė (nicht privedė!) iki ašarų); privarė jo piktumą iki tokio laipsnio, kurį indai vadina „muč“ (aus J. Balčikonis’ Übersetzung von „Hauffs Märchen“) usw.“ (TKP 1960 48); „<...> Anstelle von baladona nur šunvyšnė verwenden. <...>“ (TKP 1961 49).

Die Kommission stellte an die erörterten Termini sowohl sprachliche als auch logische Anforderungen. Eine der wichtigsten sprachlichen Anforderungen an Termini ist „<...> die Korrektheit – die Übereinstimmung mit den Regeln der Akzentuierung, Rechtschreibung, Grammatik, Wortbildung, grammatischen Anpassung und Verwendung“ (Gaivenis 2002: 36). Ein Teil der Korrekturen im Zusammenhang mit der Korrektheitsanforderung wurde bereits behandelt; einige weitere Korrekturfälle sind jedoch zu erwähnen. Die Kommission korrigierte einige zusammengesetzte Termini, z. B.: pašalotyra (=išalotyra) (TKP 1952 26); pelkiamokslis (=pelkėtyra) (TKP 1953 3); upėmokslis (=upėtyra) (TKP 1953 6); „<...>

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Bei den Termini vamzdžiogaudis, vamzdžiolaidis ist als Fugenvokal nicht o, sondern a zu verwenden“ (TKP 1953 11). Aus den in den Protokollen aufgeführten, von der Kommission bestätigten Terminilisten geht hervor, dass die Artbestimmungen in zusammengesetzten Termini in pronominaler Form angegeben werden, z. B.: slankusis vamzdelis, jungiamasis varžtelis (TKP 1965 93); paprastasis šiaudenis, puošnioji bajorė (TKP 1966 114); nur einige wenige Korrekturen dieses Typs sind verzeichnet, zum Beispiel: „Für den Terminus die pronominale Adjektivform verwenden – sausasis rūkas“ (TKP 1953 11); grynieji pinigai (nicht gryni pinigai) (TKP 1966 113). Etwas häufiger finden sich in den Protokollen Korrekturen, bei denen adjektivische Bestimmungsbestandteile mit den Suffixen –inis, –ė in zusammengesetzten Termini durch den Genitiv ersetzt werden, z. B.: arbitražinė komisija (=arbitražo komisija), teism(in)ės psichiatrijos ekspertas (=teismo psichiatrijos ekspertas) (TKP 1952 17); prekybinis tarpininkas (=prekybos tarpininkas); techninis ekspertas (=technikos ekspertas), darbinės santaupos (=darbo santaupos) (TKP 1952 20); rutulinė išpiova (=rutulio išpiova), skaitinė ašis (=skaičių ašis) (TKP 1954 10); cheminė pramonė (=chemijos pramonė) (TKP 1959 27). Einige weitere Beispiele für Korrekturen zusammengesetzter Termini aus den Protokollen: aktyvinė rinkimų teisė (=aktyvioji rinkimų teisė), individualinis užsakymas (=individualus užsakymas), neteisėtas užsiėmimas gydytojavimu (=neteisėtas gydytojavimas) (TKP 1952 17); miškui kirsti bilietas (=miško kirtimo bilietas), išimtinė būklė (=ypatingoji būklė) (TKP 1952 19); karo vedimas (=kariavimas), karinė apskaita (=karinė įskaita) (TKP 1952 20); palaikinis (=laikinis (užmokestis, atlyginimas)), padieninis (=dieninis (užmokestis, atlyginimas)) (TKP 1953 28).

Die Kommission stellte an die erörterten Termini auch logische Anforderungen und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Genauigkeit, Systematik und Motivation der Termini, wie aus K. Gaivenis’ Anmerkungen in den Protokollen hervorgeht, zum Beispiel: „Doz. Ivanauskienė schlug vor, überall anstelle des Terminus plačialapių lapuočių m. [miškai] den Terminus baltmiškis zu verwenden. (Dieser Terminus wird in dem von ihr verfassten Kapitel über die Wälder Litauens in der „Physikalischen Geographie der Litauischen SSR“ verwendet.) Dieser Terminus ist jedoch unpraktisch, weil 1) der Terminus smulkialapių miškas ohnehin bestehen bliebe und 2) baltmiškis gewöhnlich jeden beliebigen Laubwald bezeichnet (лиственный лес). Vgl. „Wörterbuch sportlicher Termini“, S. 165, A. Baran. „Anykščių šilelis“: „Kai balto miško lapeliai mirgėjo...“ (TKP 1959 30); „<...> ilgasnapį bastutį durch stepiniu bastučiu ersetzen (da das erste Adjektiv nicht der Morphologie der genannten Pflanze entspricht) (TKP 1960 41); „Erörtert wurden Bezeichnungen für Küchengeräte – anstelle von dešros pjaustymo mašinėlė (mašinėlė dešrai pjaustyti, dešros pjaustomoji mašinėlė) wurde beschlossen, dešros pjaustytuvas zu verwenden. Ebenfalls angenommen wurden die Bezeichnungen plaktuvas, skustuvas usw., <...>“ (TKP 1964 85).

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Das Protokollmaterial zeigt, dass die Kommission bei ihrer Arbeit auch dem Beständigkeitsprinzip folgte – bereits gebräuchliche Termini wurden nicht ohne triftigen Grund geändert, zum Beispiel: „<...> Zum zweiten Mal wurde die Frage der plokštumos und plokšmės erörtert. Man kam zu dem Schluss, dass beide Wörter dasselbe bedeuten, und beschloss, plokštumą beizubehalten, das auf eine ältere Tradition zurückgeht“ (TKP 1954 10); „<...> Anstelle des vorgeschlagenen Terminus bambažolės wurde beschlossen, die geläufige Bezeichnung linãžolės zu verwenden. 4. Anstelle der gelegentlich vorkommenden Bezeichnungen bajano, inžyro nur figmedis verwenden, wie im DLKŽ“ (TKP 1961 49).

In den zwei Jahrzehnten ihrer Tätigkeit prüfte die Kommission zahlreiche Terminlisten aus verschiedenen Fachgebieten und sichtete mehr als zehn Fachwörterbücher (Teisės terminų žodyną, Geologijos-geografijos terminų žodyną, Medicinos terminų žodyną, Melioracijos terminų žodyną, Chemijos terminų žodyną, Botanikos terminų žodyną, Ekonomikos terminų žodyną, Aiškinamąjį tekstilės terminų žodyną, Literatūros terminų žodyną, Technikos terminus (Bulletinreihe), Kriminalistikos žinyną usw.). St. Keinys würdigte ihre Arbeit treffend: „Diese Kommission leistete beträchtliche Arbeit, indem sie Fachleute aus verschiedenen Bereichen dazu anregte, der Pflege der litauischen Terminologie mehr Aufmerksamkeit zu widmen und die erscheinenden Fachwörterbücher sprachlich zu überprüfen. <...> In den Jahren der Tätigkeit der Kommission wurden die Grundlagen für die weitere erfolgreiche Pflege der litauischen Terminologie gelegt; zugleich verfestigten sich die Formen und Methoden dieser Arbeit, die später fortbestanden und weiterentwickelt wurden“ (Keinys 2012: 65).

Bei der Bewertung der von einem Kollektiv geleisteten Arbeit ist es wichtig, auch den Einfluss und das Wirken der Persönlichkeiten und Autoritäten des jeweiligen Fachgebiets zu würdigen. Die hier behandelte Kommission wurde von dem Sprachwissenschaftler J. Kruopas geleitet, über den St. Keinys schrieb: „In den Nachkriegsjahren war J. Kruopas der bedeutendste Organisator der Pflege der litauischen Terminologie und die größte Autorität auf diesem Gebiet“ (Keinys 2012: 65). Eine weitere Autorität auf diesem Gebiet war K. Gaivenis, verantwortlicher Sekretär der Terminologiekommission des Instituts für Litauische Sprache und Literatur, der am 2. November 1959 vom Präsidenten der Litauischen Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR in dieses Amt berufen wurde. Vom 1. August 1962 bis zum 1. April 1970 war er verantwortlicher Redakteur derselben Kommission, danach wissenschaftlicher Mitarbeiter. Ihm fiel nicht nur der größte Teil der organisatorischen Arbeit und der Dokumentenverwaltung der Kommission zu, sondern auch der praktischen terminologischen Arbeit. In den Sitzungen der Kommission wurden von Fachleuten erstellte Fachwörterbücher oder Terminologiesammlungen erörtert; außerdem erhielt die Kommission verschiedene terminbezogene Anfragen von den damals tätigen Instituten, Gesellschaften, Verlagen, Redaktionen, Fabriken, unterschiedlichen Organisationen und Einzelpersonen

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Abb. 3. K. Gaivenis’ Antwort auf das Schreiben Nr. 306 aus dem Jahr 1962

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Personen, die sich für Terminologie interessieren. Aus der Akte der ein- und ausgehenden Schreiben der Terminologiekommission11 geht hervor, dass praktisch alle an die Kommission gerichteten Fragen von ihrem Sekretär K. Gaivenis beantwortet wurden; außerdem schrieb er den Autoren Anmerkungen zu den von ihnen erstellten Terminologiewörterbüchern, d. h. Rezensionen dieser Wörterbücher.

Als Beispiel für die Fragen, die die Kommission erhielt, sei das Schreiben Nr. 7–2235 genannt, das V. Lepšys, stellvertretender Leiter der Abteilung für Konserven-, Fett- und Tabakindustrie der Lebensmittelindustrieverwaltung des Volkswirtschaftsrats, am 10. Juni 1961 sandte: „Ab Beginn der diesjährigen Saison plant die Konservenindustrie, ein neues Kartoffelprodukt herzustellen. Dabei handelt es sich um in dünne Scheiben (1 mm dick) geschnittene, in Fett gebackene Kartoffeln mit knuspriger Konsistenz. Auf Russisch heißt dieses Produkt „хрустящий картофель“ oder „чипсы“. Wir schlagen die Bezeichnung „traškučiai“ vor. Wir bitten Sie um Ihre Zustimmung oder um einen Vorschlag für eine andere Bezeichnung.“ Der verantwortliche Sekretär der Terminologiekommission des Instituts für Litauische Sprache und Literatur, K. Gaivenis, antwortete auf dieses Schreiben wie folgt: „<...> teilen wir mit, dass чипсы wir mit gruzdesiai übersetzen würden. Das Wort traškučiai könnte für diesen Zweck ebenfalls geeignet sein, seine Bedeutung ist jedoch etwas zu weit gefasst.“

Hervorzuheben ist, dass K. Gaivenis in der Kommission nicht nur praktische Arbeit zur Normierung der Terminologie leistete und Fachleute verschiedener Gebiete in der Terminologiearbeit unterrichtete, sondern diese Arbeit auch auf wissenschaftliche Untersuchungen stützte, verschiedene terminologische Probleme analysierte und die grundlegenden Fragen der litauischen Terminologietheorie in seinen wissenschaftlichen Arbeiten zusammenfasste. Daher ist die Bedeutung seiner Leistungen für die litauische Terminologie besonders groß; er war einer der wichtigsten Theoretiker der litauischen Terminologie.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Die Terminologiekommission (1945–1971) arbeitete nach denselben Grundsätzen wie die erste, vor dem Krieg tätige Terminologiekommission: Sprachwissenschaftler erörterten gemeinsam mit den Verfassern die von Fachleuten bestimmter Gebiete erstellten Terminologiewörterbücher oder Terminologiesammlungen.

2. Für die erörterten Termini stellte die Kommission sowohl sprachliche Anforderungen und richtete besonderes Augenmerk auf ihre Korrektheit als auch logische Anforderungen, um Präzision und Systematik der Termini zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden bereits verwende-

11 Diese Akte wird im Institut für Litauische Sprache aufbewahrt.

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In der älteren Sprache fest etablierte Termini änderte sie nicht ohne triftigen Grund und bemühte sich, das Prinzip der Beständigkeit einzuhalten. Die Kommission leistete viel bei der Normierung der Schreibweise internationaler Termini, bei der Ordnung von Mikrosystemen zusammengesetzter Termini in einigen Wissenschaftsbereichen sowie beim Ersetzen von Lehnwörtern und Lehnübersetzungen durch litauische Termini und Ähnlichem.

3. In diesen mehr als zwanzig Arbeitsjahren leistete die Kommission bedeutende Arbeit bei der Ordnung des Terminologiebestands sowie seiner Förderung und Weiterentwicklung: Sie prüfte nicht nur die in Vorbereitung befindlichen Fachwörterbücher aus Botanik, Chemie, Wirtschaft, Physik, Geografie, Kriminalistik, Literatur, Medizin, Melioration, Technik, Recht und anderen Bereichen, beriet Einrichtungen und Unternehmen zu verschiedenen terminologischen Fragen und gab ihnen Empfehlungen, sondern organisierte auch Konferenzen und Beratungen mit Fachleuten zur Schaffung, Weiterentwicklung und Verbreitung litauischer Terminologie.

4. Zum erfolgreichen Wirken der Kommission trugen ihr Vorsitzender, Dozent Dr. Jonas Kruopas, und Dr. Kazimieras Gaivenis bei, der ab Ende 1959 Sekretär und Redakteur der Kommission war. Wie aus den Protokollen der Kommission hervorgeht, trugen K. Gaivenis’ fundierte Anmerkungen zur Schreibweise internationaler Termini und zur Genauigkeit und Systematik litauischer Termini sowie seine praktische Arbeit an der Schaffung und Normierung von Termini und seine wissenschaftlichen theoretischen Arbeiten dazu bei, dass sich die litauische Terminologielehre als eigenständiger Zweig der Sprachwissenschaft herausbildete.

LITERATUR UND QUELLEN

Auksoriūtė A. 2011: Terminologijos komisijos (1921–1926) veiklos apžvalga. – Terminologija 18, 80–91.

Gaivenis K. 2002: Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

Keinys St. 2012: Lietuvių terminologijos raida, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

Vermerk zum Bestand LCVA R–1034 – Vermerk zum Bestand des Rates beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR, Nr. R–1034. Online verfügbar: <http://www.archyvai.lt/lt/fondai/moksliniai_tyrimai/lcva_fr1034_pazyma.html> (abgerufen am 14.11.2014).

Palionis J. 1979: Lietuvių literatūrinės kalbos istorija, Vilnius: Mokslas.

TKP 1951–1971: Terminologijos komisijos protokolai Nr. 1–207, saugomi Lietuvių kalbos institute.

ÜBERBLICK ÜBER DIE TÄTIGKEITEN DER TERMINOLOGIEKOMMISSION (1945–1971)

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Terminologiekommission ihre Tätigkeit in Litauen auf. Sie wurde beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften gegründet, um die terminologische Arbeit zu organisieren und zu koordinieren, und 1951 an das Institut für Litauische Sprache überführt. Der Artikel behandelt die Tätigkeit dieser Terminologiekommission sowie die Methoden und Grundsätze ihrer Arbeit von 1951 bis Ende 1971, als sie in den Terminologierat beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften umgewandelt wurde.

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Die Arbeit der Terminologiekommission wurde nach demselben Verfahren wie bei der ersten Kommission organisiert: Von Fachleuten eines bestimmten Bereichs erstellte Wörterbücher oder Terminologielisten wurden gemeinsam von litauischen Linguisten und Fachleuten erörtert. Die geprüften Termini mussten sprachlichen Anforderungen genügen; besonderes Augenmerk galt der Regelmäßigkeit sowie den logischen Anforderungen, wobei Genauigkeit und Systematik angestrebt wurden. Das Prinzip der Beständigkeit wurde beachtet, und gebräuchliche Termini wurden nicht ohne triftigen Grund geändert.

In den zwanzig Jahren ihrer Tätigkeit leistete die Terminologiekommission wichtige Arbeit bei der Ordnung, Förderung und Weiterentwicklung der Terminologie. Sie erörterte die in Vorbereitung befindlichen terminologischen Wörterbücher aus den Bereichen Botanik, Chemie, Strafrecht, Wirtschaft, Geografie, Literatur, Melioration, Recht, Medizin, Ingenieurwesen und anderen Fachgebieten, bot verschiedenen Einrichtungen terminologische Beratung an und organisierte Konferenzen und Diskussionen mit Fachleuten über die Schaffung, Weiterentwicklung und Verbreitung litauischer Terminologie.

Einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Wirken der Terminologiekommission leisteten ihr Vorsitzender Dr. Jonas Kruopas sowie ihr seit Ende 1959 amtierender Sekretär und Redakteur Kazimieras Gaivenis. Gaivenis’ praktische Arbeit an der Schaffung und Ordnung von Termini sowie seine wissenschaftlich-theoretischen Arbeiten trugen dazu bei, dass sich die Terminologielehre in Litauen zu einem eigenständigen Zweig der Sprachwissenschaft entwickelte.

Eingegangen am 27.11.2014

Albina Auksoriūtė

Institut für Litauische Sprache

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

E-Mail: [email protected]

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