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All dies zeigt, dass M. Daukšas „Postilė“ žmogus, žmogaus tatsächlich žmogus, žmogaus ist. Damit wäre dies wohl das einzige echte Beispiel für ein Substantiv mit u-Stamm in der Akzentklasse I, nicht nur in der „Postilė“29, sondern in der gesamten litauischen Sprache30.

Die Chronologie belegt unwiderlegbar, dass M. Daukšas žmogus älter ist als die heutige Betonung žmogùs. Der Wandel von festem Stammakzent zu Endungsakzent (Akzentklasse I–>IV)31 entspricht in diesem Beispiel der allgemeinen Haupttendenz der Entwicklung der Akzentuierung litauischer Nomina.

J. Klimavičius

ZU EINER TERMINOLOGISCHEN KLEINIGKEIT IN DEN SCHRIFTEN VON K. BŪGA UND E. FRENKEL

In ganz Litauen brütet in Schutthaufen, Stapeln von Holz, Löchern in steinernen Fundamenten und anderen Verstecken ein kleiner Vogel, den Ornithologen auf Latein Oenanthe oenanthe L. nennen. Prof. T. Ivanauskas schreibt über ihn: „In Litauen findet man ihn auf offenen Feldern, besonders an unfruchtbaren Orten. Häufig kommt er an Landstraßen und großen Feldwegen vor, aber auch in unmittelbarer Nähe von Städten, auf militärischen Übungsplätzen, in Stadien, in der Nähe von Bahnhöfen, vor allem dort, wo Steine und Holz aufgeschichtet sind … Nach dem Krieg, als unser Land mit Trümmern aller Art übersät war, entstanden für diesen Vogel sehr günstige Brutbedingungen, denn die Trümmer ersetzen ihm die Gebirgsausläufer und die steinige Landschaft. So tauchten nach dem Krieg zahlreiche Kultupiai auch mitten in Vilnius auf, wo ganze Stadtviertel zu Ruinen geworden waren“1. Als litauische Bezeichnung für diesen kleinen Vogel wurde ein Wort aus dem samogitischen Dialekt entlehnt: kúltupys (in Wörterbüchern und wissenschaftlichen Zeitschriften finden sich noch drei Varianten dieses Wortes: kúltupis, kultupis und kultupys)2. Die Wortbildung dieses Terminus ist klar: Er setzt sich aus dem samogitischen Wort kūlis „Stein“ + tupėti „hocken“ zusammen. In Ostlitauen werden für kúltupis die Wörter antukas || antikas und intukas3 verwendet. Erwähnenswert sind außerdem die Formen antuka, antukys, antukytis usw. K. Būga hat in seinem Artikel „Славяно-балтийские этимологии“4 bemerkt, dass „Slaw. ot-oka

29 M. Daukšas „Postilė“ žmogus 8₄₃, žmogaus 13₂₈ usw. P. Skardžius neigt ebenfalls dazu, es der Akzentklasse I zuzuordnen; doch handelt es sich, wie auch der Autor selbst anmerkt, lediglich um eine Vermutung, wenn auch um eine sehr wahrscheinliche (siehe P. Skardžius, a. a. O., S. 124).

30 Vgl. K. Būgas Anmerkung: „Für ein Substantiv habe ich kein Beispiel“ (siehe K. Būga, a. a. O., III, S. 35).

31 Der Grund dafür ist, wie A. Girdenis zutreffend bemerkt hat, wohl „das Bedürfnis, verschiedene Kasus zu differenzieren“ (siehe A. Girdenis, Warum sich die „Endungsbetonung“ bei Nomina durchsetzt, „Programm und Thesen der Beiträge zur Konferenz der Hochschullehrenden über Fragen der litauischen Sprache, gewidmet dem 50. Jahrestag des Oktober“, Vilnius, 1967, S. 6).

1 Žr. T. Ivanauskas, Lietuvos paukščiai, III, V., 1955, p. 309–310.

2 Die nicht normierte Verwendung der Varianten dieses Terminus zeigt sich sogar im akademischen „Wörterbuch der litauischen Sprache“: Bei den Wörtern akmenė und antikas (I, V., 1968) steht dort kultupys, beim Wort girnakalis (III, V., 1956) – kultupis, bei den Wörtern gudžvirblis (III, V., 1956) und intukas (IV, V., 1957) – kultupys, während beim als Hauptlemma angesetzten kúltupis (VI, V., 1962) nur die Formen kultupys und kultupis aufgeführt sind.

3 Erwähnenswert sind noch folgende Synonyme: akmenė (Ornithologen bezeichnen mit diesem Terminus nicht kúltupis, sondern Arenaria interpres), čekšla, čekšta, girnakalis, gudžvirblis und wahrscheinlich auch čekutis. Obwohl im akademischen „Wörterbuch der litauischen Sprache“ (II, V., 1969) beim letztgenannten Wort angegeben wird, dass es „Bekassine“ (Scolopax gallinago) bedeutet, widerlegt der Beispielsatz dies: „Ach du čekut, čekutėli, warum kriechst du in den Schutthaufen?“ (Švenčionys).

4 K. Būga, Rinktiniai raštai, I, V., 1958, p. 472.

13. Iš lietuvių leksikologijos ir leksikografijos

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„утка“ = lit. ant-uka „eine Schnepfe“ Mielke I 6, añtukas „saxicola oenanthe“ Dusetos (Kreis Vozgėliai), antukỹs „ebd.“ Veliuona⁵. In der Abhandlung „Die Metatonie im litauischen und lettischen“ führt K. Būga die Wörter añtukas und iñtukas mit dem Suffix -ukas an und vergleicht sie erneut mit dem Wort añtis „Ente“. Im etymologischen Wörterbuch der litauischen Sprache von E. Frenkel finden wir im Artikel zum Wort añtis „Ente“ die Wörter antuka „Schnepfe“, añtukas „saxicola oenanthe, wheat ear, Weisskehlchen“, antikas (Dusetos), intukas (Tauragnai, Kreis Utena), antukýtis (Veliuona) „Steinschmätzer, Steinschnäpper“⁶. Diesen Vergleichen ist schwer Glauben zu schenken, denn der Flussuferläufer ähnelt einer Ente in keiner Weise. K. Būga wurde wohl durch Chr. G. Mielkes Wörterbuch und andere Wörterbücher etwas irregeführt, in denen die Bedeutung des Wortes antuka mit „eine Schnepfe, d. h. Bekassine“ angegeben wird. Im Akademischen Wörterbuch der litauischen Sprache ist diese Ungenauigkeit bereits berichtigt: Das Wort antuka verweist dort auf antukỹs, und dieses wiederum auf antikas „Oenanthe oenanthe“. Die Wortbildung der dialektalen Bezeichnungen antukas und intukas wäre genauer so zu erklären: antė + -ukas und intė + -ukas. Im „Wörterbuch der litauischen Sprache“ wird angegeben, dass die Wörter añtė und iñtė die Bedeutung „Getreideschuppen“ haben. Außerdem hat das Wort añtė (ebenso wie añtis) auch die Bedeutung „hinter dem Ofen“. Die Bedeutungsbeziehung zwischen „hinter dem Feuerraum, Ofenwinkel“ und „Getreideschuppen“ ist sehr deutlich. Wenn man den hochlitauischen Namen des Flussuferläufers mit diesen Wörtern in Verbindung bringt, lässt er sich überzeugender erklären.

K. Gaivenis

EIN WERK ÜBER DIE SLAVISIERUNG BALTISCHER ORTSNAMEN

UND DIE LITAUISIERUNG SLAVISCHER NAMEN

Jurgen Prinz, Die Slavisierung baltischer und Baltisierung slavischer Ortsnamen im Gebiet des ehemaligen Gouvernements Suwalki, Wiesbaden (Otto Harrassowitz leidykla), 1968, 320 p. su žemėlapiu.

Das Problem der Slavisierung baltischer Orts- und Personennamen wird in der linguistischen Literatur nicht zum ersten Mal behandelt – allein im letzten Jahrzehnt sind mehrere Arbeiten zu diesem Thema erschienen¹. Das hier besprochene Buch von J. Princ übertrifft jedoch die anderen Werke auf diesem Gebiet bei Weitem in seinem Umfang.

Das Buch besteht aus einer Einleitung, zehn Kapiteln und Schlussfolgerungen. Am Ende des Buches gibt der Autor ein thematisches Register an.

In der Einleitung macht J. Princ unter anderem auf die Schwierigkeiten bei der Untersuchung der in slawischen Gebieten anzutreffenden baltischen Toponymie aufmerksam. Er führt Beispiele aus dem Buch von V. Toporov und O. Trubačev „Linguistische Analyse der Hydronyme des oberen Dneprgebiets“ (Moskau, 1962) sowie aus den Arbeiten von H. Schall an, die zeigen, dass sich ein Teil der von diesen Autoren gedeuteten Relikte baltischer Toponymie auch anders interpretieren lässt. In den allgemeinen Bemerkungen skizziert J. Princ kurz die ethnische Zusammensetzung des Gouvernements Suwałki Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und gibt einen kritischen Überblick über die verwendeten

5 K. Būga, Rinktiniai raštai, II, V., 1959, S. 393.

6 E. Fraenkel, Litauisches etymologisches Wörterbuch, Heidelberg—Göttingen, 1955, tt., p. 11—12.

1 K. O. Falk, Studien zur Slawisierung litauischer Orts- und Personennamen, „Scando-Slavica“, IX (1963), S. 87—103; Über die Methoden der Slawisierung litauischer Personen- und Ortsnamen. Über Entstehung und Verbreitung der Namen auf -ańce, „Spräkliga Bidrag“, Bd. 4, Nr. 19, Lund, 1964, S. 1—16; J. Otrębski, Die Slawisierung litauischer Gewässer- und Ortsnamen, „Z polskich studiów slawistycznych“, Reihe 2, Sprachwissenschaft, Warszawa, 1963, S. 267—286.

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