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IŠ LIETUVIŲ LEKSIKOLOGIJOS IR LEKSIKOGRAFIJOS

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

M. AKELAITIS ALS LEXIKOGRAF

J. KRUOPAS

Der Presse-, Kultur- und Gesellschaftsaktivist, Literat und Historiker M. Akelaitis (1829—1887) interessierte sich sehr für die litauische Sprache und war entschlossen, drei Wörterbücher der litauischen Sprache (ein vergleichendes und zwei zweisprachige) sowie eine Grammatik zu verfassen. Hier möchten wir seine lexikografische Tätigkeit überblicken, soweit dies die in unserer Republik vorhandenen Handschriften, veröffentlichten Schriften und Briefe von M. Akelaitis, die kürzlich erschienene Monografie von A. Janulaitis über M. Akelaitis, die Informationen über in Polen befindliche Handschriften von M. Akelaitis und andere seine Biografie betreffende Literatur ermöglichen.

Das meiste Material über M. Akelaitis’ sprachwissenschaftliche Arbeiten ist im Handschriftenarchiv des Instituts für Litauische Sprache und Literatur zusammengetragen, wo der Nachlass von M. Akelaitis (F1) aus 49 Mappen besteht und etwa 800 Seiten unterschiedlich großer, überwiegend auf Polnisch, aber auch auf Litauisch, Russisch (F1—12, 21, 23) und Deutsch (F1—24, 37) verfasster Handschriften umfasst.

Bei der Untersuchung dieser Handschriften wurde festgestellt, dass auch Handschriften anderer Verfasser in den Nachlass von M. Akelaitis gelangt sind. Dazu gehört vor allem das Manuskript eines litauisch-polnischen Wörterbuchs (F1—1), das in ostlitauischer Mundart verfasst ist und deshalb M. Akelaitis nicht zugeschrieben werden kann1. Auch das Heft mit religiösen Gesängen (F1—36), das in ostlitauischer Mundart und von anderer Hand geschrieben wurde, stammt nicht von ihm. Die Übersetzung „Įpėdinis ir Ubagas“ (F1—13), bei der vermerkt ist, dass sie von M. Akelaitis aus dem B. übersetzt wurde, unterscheidet sich in Rechtschreibung (Verwendung von š, v usw.) und Schreibstil von den Handschriften M. Akelaitis’. Auch dies ist kein Manuskript von M. Akelaitis. Zweifelhaft ist, ob ihm auch die kurze Schilderung eines Vorfalls mit Störchen (F1—4) sowie drei Entwurfsseiten lexikografischen Inhalts (F1—32) zugeschrieben werden können. Die Handschriften umfassen außerdem fünf maschinenschriftliche Abschriften der gedruckten Briefe von M. Akelaitis (F1—5, 6, 7, 8, 9). Die übrigen Handschriften scheinen von M. Akelaitis selbst geschrieben worden zu sein. Ihr Inhalt ist vielfältig. Sie behandeln vor allem Fragen der litauischen Sprache, Literatur, Folklore, Mythologie und Geschichte.

M. Akelaitis streift beiläufig folgende sprachliche Themen: die Stellung der litauischen Sprache unter den indoeuropäischen Sprachen (F1—10, 22), die Beziehungen der litauischen Sprache zu den slawischen (F1—10, 12, 22) und germanischen Sprachen (F1—22), die Verwandtschaft der litauischen Sprache mit dem Sanskrit (F1—13, 22), Besonderheiten der litauischen Phonetik (F1—12, 38), verschiedene litauische Suffixe (F1—12, 23, 25, 29), den Gebrauch der Tempora (F1—41), Beispiele für den Gebrauch der Kasus und Präpositionen (F1—37), den Reichtum des litauischen Wortschatzes (F1—11, 22), ein Verzeichnis litauischer Dorfnamen (F1—35), litauische Familiennamen

1 Siehe J. Kruopas, Das handschriftliche litauisch-polnische Wörterbuch der ostlitauischen Mundart aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, „Lietuvos TSR Mokslų akademijos darbai“, A serija 2(30), Vilnius, 1969.

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(F1—22), verschiedene etymologische Deutungen, verstreut in einem Dutzend Handschriften (F1—1, 10, 12, 13, 15, 17, 18, 19, 22, 29, 41), Auszüge aus M. Daukšas Postille und anderen Schriften (F1—41), lexikografische Arbeiten (F1—10, 11), Forscher der litauischen Sprache (F—42) usw.

Unter den literarischen Arbeiten von M. Akelaitis sind zu nennen*: Klastorius (F1—47), Skaitymaj Szwentadieniniai (Übersetzung aus dem Polnischen, F1—28), Moja chata (F1—14), der Anfang einer Biografie von K. Donelaitis (F1—46), Giesme Apej S. Stanislawa Kostka (F1—34), Bücher in litauischer Sprache (zwei Verzeichnisse der litauischen Bücher im Besitz von M. Akelaitis, F1—2,27) usw. Unter den Folklorehandschriften sind folgende besonders wichtig: zwei Märchensammlungen (52 Märchen, F1—43, 44), Rätsel und andere Folklore (F1—12, 21), der Inhalt der Liedersammlung von G. Neselman (F1—32) usw.

Einige Handschriften von M. Akelaitis behandeln die litauische Mythologie, für die er sich sehr interessierte und deren Wesenheitsnamen, besonders Perkūnas, er gern häufig etymologisch deutete: Ustęp z mitologii litewskiej (F1—15), Nazwiska bogów litewskich (F1—17), Etymologien von Namen der Gottheiten (F1—15, 17, 18, 19, 21, 40 usw.) und anderes.

Zu den wichtigeren historischen Handschriften gehören: Trumpas pasakojimas apie Lietuvos veikalus (F1—30), Z Dziejów Litwy (F1—48), Geschichte Preussens (F1—49), Auszüge aus verschiedenen historischen Quellen zur Geschichte Preußens (auf Deutsch, F1—37), über die Anfänge Russlands (F1—29) usw. Darüber hinaus enthält der Nachlass von M. Akelaitis Handschriften aus verschiedenen anderen Bereichen: Przygląd systematyczny wszystkich nauk (F1—45), Apej garus (F1—31), aus der politischen Ökonomie (F1—3), aus der Religion (F1—39) usw.

Die meisten Handschriften von M. Akelaitis sind Entwürfe und kurz; einige haben weder Anfang noch Ende. Es handelt sich um verstreute Notizen, Materialsammlungen, Auszüge und Ähnliches. Nur ein Teil wurde abgeschrieben und, wie es scheint, für den Druck vorbereitet: die Feiertagslesungen, zwei Märchensammlungen, die kurze (unvollendete) Erzählung über die Werke Litauens, der Artikel „Apej garus“ und das Gebet „Vater unser“ (sie wurden gedruckt).

Wenn man das litauisch-polnische Wörterbuch (F1—1) aus dem handschriftlichen Nachlass von M. Akelaitis ausschließt, da es nicht von ihm stammt, bleibt nur wenig Material zu seiner lexikografischen Arbeit. Zusammen mit den Angaben aus dem gesamten Nachlass und anderen Quellen ermöglicht es jedoch, die Untersuchung der lexikografischen Tätigkeit von M. Akelaitis zu beginnen, die von recht weitreichenden Vorhaben geprägt war.

M. Akelaitis wurde zur Erforschung der litauischen Sprache durch wissenschaftliches Interesse, den Wunsch, die litauische Sprache zu fördern, und praktische Erwägungen – das Verfassen litauischer Büchlein für das einfache Volk – angeregt.

Nachdem er sich selbstständig einige Sprachen angeeignet hatte (Polnisch, Russisch, Deutsch, Französisch, Latein, Griechisch), sich ein wenig mit den Grundlagen der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft und einigen Untersuchungen zur litauischen Sprache (von A. Schleicher und S. Mikuckis) vertraut gemacht hatte, wollte M. Akelaitis selbst in der litauischen Sprachwissenschaft hervortreten. Darüber schreibt er aus Warschau am 1856.II.25 in einem Brief an M. Valančius: „Nachdem ich einige Sprachen ein wenig kennengelernt habe, möchte ich meine eigene Sprache erklären; ich beabsichtige, ein Wörterbuch und eine Grammatik des Samogitischen zu schreiben, verglichen mit den indischen und europäischen Sprachen“ (TŽ, III, 293). Aus den Arbeiten ausländischer Sprachwissenschaftler wusste M. Akelaitis um die wissenschaftliche Bedeutung der litauischen Sprache für die vergleichende Sprachwissenschaft, insbesondere die Slawistik, und hob dies häufig in seinen Briefen und Artikeln hervor. Der Wunsch, die litauische Sprache kennenzulernen, ihre grammatische Struktur zu beschreiben und die Herkunft von Wörtern und Namen zu erklären, ließ M. Akelaitis sein ganzes Leben lang nicht los. Er gab sich nicht mit den Untersuchungen der litauischen Sprache durch Ausländer zufrieden, hielt sich für sachkundiger als sie in der litauischen Sprache und glaubte, die Sprachwissenschaft mit neuen Arbeiten bereichern zu können. Er suchte nach neuen Gesetzmäßigkeiten, um verwandte Sprachen zu erkennen und zu erlernen, und glaubte, sie gefunden zu haben. So waren seine weitreichenden wissenschaftlichen Interessen

* Die Sprache und Rechtschreibung von M. Akelaitis und anderen Autoren werden nicht korrigiert.

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war einer der wichtigsten Anstöße, die M. Akelaitis zur litauischen Sprachwissenschaft führten und ihn dazu veranlassten, sich an die Arbeit an einem vergleichenden Wörterbuch und einer Grammatik zu machen.

Neben dem wissenschaftlichen Interesse wurde M. Akelaitis auch von seiner Liebe zur Muttersprache dazu bewegt, die litauische Sprache zu erforschen. Er stammte aus dem litauischen Volk und war in ihm aufgewachsen, das damals unter schwerer wirtschaftlicher, sozialer und nationaler Unterdrückung litt. Obwohl M. Akelaitis das ausgebeutete und unterdrückte Volk nicht zum Aufstand gegen die Ausbeuter aufrief und obwohl er ein Anhänger der alten patriarchalischen Verhältnisse auf Gut und Dorf war, stand er doch stets aufseiten des Volkes und kümmerte sich unablässig um dessen Bildung, Kultur und Sprache. M. Akelaitis war überzeugt, dass das Volk die Grundlage der Gesellschaft sei: „Wie das Fundament gelegt ist, so ist es in der Gesellschaft das Volk. Das Gebäude wird schwach sein, wenn das Fundament schwach ist“ (Jan MA, p. 32). Besonders am Herzen lag M. Akelaitis die Bewahrung und Pflege der litauischen Sprache. Er sah, dass seine Muttersprache verachtet, eingeschränkt und verfolgt wurde und dass sie in Schulen, Behörden, Presse und öffentlichem Leben keinen Platz hatte. Deshalb grämte er sich und rief seine Landsleute auf, für die Rechte und das Fortbestehen der Muttersprache zu kämpfen: „Werden wir Litauer etwa unserer Sprache entsagen und so aus eigenem Willen unser Volk töten, wofür wir am Jüngsten Tag Rechenschaft ablegen müssen? Hat etwa in uns, die wir so leidenschaftlich lieben, was unser ist, das litauische Herz aufgehört zu schlagen?... Wir müssen die litauische Sprache heben und aus der Verachtung jene Sprache herausführen, die den Reichtum des Sanskrit, die Kraft des Lateinischen, die Schönheit des Griechischen und den Wohlklang des Italienischen besitzt. Gehen wir es allmählich an, gründen wir in den Pfarreien Schulen, in denen alles auf Litauisch gelehrt wird, schreiben und drucken wir litauische Bücher für das Volk“ (JanMA, p. 18). Diesen Überzeugungen blieb M. Akelaitis bis an sein Lebensende treu. Aus der Emigration schrieb er 1871 einem seiner Verwandten:

„Zostałem po części literatem i to nie dla jakiejś sławy, nie dla czczych kadzideł tego świata, ale dla dobra moich braci, dla pożytka tych poczciwych chłopaków Litwinów, w pośród których zrodziłem się i wzrosłem“ (AkG, p. VIII). [Ich wurde zum Teil Literat, nicht um irgendeines Ruhmes willen, nicht wegen der eitlen Schmeicheleien dieser Welt, sondern zum Wohl meiner Brüder, zum Nutzen jener rechtschaffenen litauischen Bauern, unter denen ich geboren wurde und aufwuchs.]

Beim Verfassen litauischer Büchlein und Aufrufe an das Volk, beim Schreiben von Gedichten und beim Übersetzen aus anderen Sprachen ins Litauische musste sich M. Akelaitis mit der litauischen Literatursprache sowie deren grammatischen und lexikalischen Normen vertraut machen. Zu seiner Zeit war dies keine leichte Aufgabe, denn die Literatursprache war noch nicht gefestigt und wies vielfältige Varianten auf. In ihr kamen Merkmale verschiedener Mundarten (der samogitischen, der ostaukštaitischen und der westaukštaitischen) zum Ausdruck; es fehlten einheitliche grammatische und lexikalische Normen. Daher mussten sich die Schreibenden selbst vertieft mit sprachlichen Fragen befassen und Fragen der Orthografie, Grammatik, des Wortschatzes und anderes entscheiden. Es ist also ganz natürlich, dass sich viele Kulturträger und Literaten des 19. Jahrhunderts sehr für Sprachfragen interessierten, selbst zweisprachige Wörterbücher zusammenstellten und Grammatiken verfassten. In dieser Hinsicht war M. Akelaitis keine Ausnahme. Auch er suchte nach Grammatiken und Wörterbüchern des Litauischen, um sich besser mit der Literatursprache vertraut zu machen und zu ihrer Erforschung und Pflege beizutragen.

M. Akelaitis’ erste litauische Handschriften zeigen, dass ihm das Schreiben auf Litauisch schwerfiel und dass die Mundartformen der von ihm gelesenen Schriften auf ihn, einen südlichen Westaukštaiten, einwirkten, insbesondere die samogitischen. Einige davon drangen in die Sprache von M. Akelaitis’ Schriften ein, obwohl sie seiner heimischen Mundart fremd waren, z. B.: Vokyczus, in, kan, susirinken, užėjen, atsidūren, dideliaj und andere (F1—30).

Beim Lesen der Schriften der älteren Autoren M. Daukša und K. Širvydas sowie seiner Zeitgenossen S. Daukantas, M. Valančius und anderer beobachtete M. Akelaitis ihre Sprache, fertigte Exzerpte an und sammelte Material für eine Grammatik und Wörterbücher. Obwohl ihn vor allem der Sprachvergleich und die vergleichende Sprachwissenschaft interessierten, widmete er auch der Sprachnormung große

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Aufmerksamkeit. Er selbst merkt an: „Najprzód napiszę ją [gramatiką] do užytku praktycznego, o później obrobię umiejętne“ (F1—11, p. 3). [Zuerst werde ich die Grammatik für den praktischen Gebrauch schreiben, später werde ich sie fachkundiger bearbeiten]. M. Akelaitis achtete auch auf den litauischen Charakter und die Reinheit des Wortschatzes und bemühte sich, unnötige Lehnwörter zu vermeiden. Neben dem Elementarbuch „Mokslas skaitima raszta lietuwiszka“ (1856) vermerkte er in der Liste seiner Bücher: „nie ma żadnej wartości — pełno makaronizmów“ (F1—2). [Es hat keinerlei Wert — es ist voller sprachlicher Mischformen]. Lehnwörter waren weit verbreitet, und auch M. Akelaitis fiel es schwer, sie zu vermeiden. In seinen Handschriften finden sich ebenfalls: turmon, neprieteliu, pawietre, nebagele, smerties, zlasties, waina und weitere Lehnwörter, für die er litauische Entsprechungen in den Schriften von M. Daukša und K. Širvydas hätte finden können. Dennoch ist M. Akelaitis’ Sprache besser als die Sprache kirchlicher Schriften. Er schrieb recht schlicht und volkstümlich und verwendete lebendige und anschauliche Wendungen der Volkssprache, z. B.: Bajme žmoniu ten susirinko; Batorius buvo in musu karalius pakeltas; nelajke ranku už ancžio; bajsi įsitiko kowa; apkalęs jin geležiniais panczajais instume turmon; sukulti in patraszas und andere (F1—30).

Somit veranlassten auch praktische Erwägungen M. Akelaitis dazu, die litauische Sprache zu erforschen und sich um die Ausarbeitung einer litauischen Grammatik und von Wörterbüchern zu kümmern.

Als M. Akelaitis seine lexikografische Arbeit aufnahm, bemühte er sich, die wenigen Arbeiten seiner Vorgänger kennenzulernen, die zu den wichtigsten Quellen bei der Vorbereitung eines neuen Wörterbuchs der litauischen Sprache gehörten. Welche Wörterbücher des Litauischen waren M. Akelaitis bekannt, und in welchem Umfang konnte er sie nutzen?

Aus der Liste der Bücher, die M. Akelaitis in seinem Brief an M. Valančius vom 25. September 1856 erwähnte, geht hervor, dass sich in seiner kleinen Bibliothek damals nur das Wörterbuch von G. Nesselmann, „Wörterbuch der litauischen Sprache“, befand (TŽ, III, 293). In diesem Wörterbuch sind die litauischen Wörter nicht in der üblichen alphabetischen Reihenfolge angeordnet, sondern nach bestimmten Vokal- und Konsonantengruppen, während Verben mit Präfixen unter den entsprechenden präfixlosen Verben aufgeführt werden. Dadurch wird das Auffinden von Wörtern in diesem Wörterbuch erheblich erschwert; deshalb äußerte sich M. Akelaitis in dem genannten Brief kritisch zu G. Nesselmanns Werk: „Kiekwienas, nesakisiu jau pažinusis kalbą žemajtišką, pripazis jog Nesselmannas butu galėjęs gieresni parasziti žodiną, turiedamas isz wisur didelę pagialbą. Wokiečej papratusis kožną daiktą dariti iki trupucziuj: taritum tik wienas Nesselmannas į tą paprotį ne-nugimęs: jo Žodinas it tikra tamsi giria: klajdžiok be galo o nerasi ko jeszkaj“ (TŽ, III, 294).

M. Akelaitis žinojo ir apie K. Širvydo žodyno buvimą, nes 1856.X.15/27 d. laiške M. Valančiui prašo jį paskolinti K. Širvydo žodyną ir gramatiką (TŽ, III, 295). Matyti, kad M. Valančius paskolino M. Akelaičiui K. Širvydo žodyną, nes jis minimas vėlesniame M. Akelaičio turimų knygų sąraše (F1—2, p. 1). 1858.V.3 d. laiške A. Kirkorui jis užsimena, kad žodžio kauras jam niekur netekę užtikti, nors jis duodamas Neselmano, Milk aus ir Širvydo žodynuose (TŽ, III, 300). Šiais žodynais M. Akelaitis turėjo naudotis, nes ten iš tikrųjų duodamas žodis kauras.

M. Akelaitis interessierte sich nicht nur für die ihm bekannten gedruckten, sondern auch für handschriftliche Wörterbücher. In seine Hände gelangte ein in einer ostaukštaitischen Mundart verfasstes litauisch-polnisches Wörterbuch eines unbekannten Autors, das sich heute unter den Archivmaterialien von M. Akelaitis im Manuskriptenbestand des Instituts für Litauische Sprache und Literatur befindet (F1—1). Aus den sprachlichen Merkmalen des Wörterbuchs geht hervor, dass es ostaukštaitisch ist und daher nicht von M. Akelaitis zusammengestellt wurde. Letzterer hatte es sich von jemandem ausgeliehen und floh nach dem Aufstand von 1863

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aus Litauen stammend, hinterließ es Andruškevičius, der das Wörterbuch J. Basanavičius übergab, und dieser — der Litauischen Wissenschaftlichen Gesellschaft2.

In einem Brief an M. Valančius vom 15./27.10.1856 erwähnt M. Akelaitis die handschriftlichen Wörterbücher von S. Daukantas und vermutlich D. Sutkevičius:

„Wie glücklich wäre ich, wenn jene von Herrn Dowkont für das polnisch-samogitische Wörterbuch vorbereiteten Folianten in meine Hände gelangten! Oder jenes Manuskript des samogitisch-polnischen Wörterbuchs, das irgendwo in einem Kloster liegt und den Motten preisgegeben ist!“ (TŽ, III, 296). [Wie glücklich wäre ich, wenn jene von S. Daukantas vorbereiteten Folianten polnisch-litauischer Wörterbücher in meine Hände gelangten, oder das Manuskript eines litauisch-polnischen Wörterbuchs, das irgendwo in einem Kloster liegt und den Motten zum Fraß überlassen ist.] Später (1858) lebte M. Akelaitis gemeinsam mit S. Daukantas in Svirlaukkis; daher ist anzunehmen, dass er Zugang zu S. Daukantas’ lexikografischen Arbeiten haben konnte, zumal in einer Korrespondenz aus Vilnius geschrieben wird, dass sich unter den hinterlassenen Manuskripten M. Akelaitis’ Wörterbücher von L. Andruškevičius und möglicherweise S. Daukantas für Litauisch und Polnisch befunden hätten3. Das von M. Akelaitis erwähnte litauisch-polnische Wörterbuch im Kloster war vermutlich das Wörterbuch von D. Sutkevičius, an das er sich bei anderer Gelegenheit, am Ende einer für M. Valančius bestimmten Bücherliste, erinnert:

„Könnte die Archäologische Gesellschaft von Vilnius in dieser Hinsicht nicht etwas erreichen? Vielleicht wäre es sinnvoll, dem Minister für Volksbildung das zur Veröffentlichung vorgesehene Wörterbuch von Sutkevičius zu empfehlen?“ (F1—2, S. 3). [Könnte die Archäologische Gesellschaft von Vilnius hier nicht etwas unternehmen? Vielleicht wäre es gut, dem Bildungsminister das zur Veröffentlichung vorgesehene Wörterbuch von Sutkevičius vorzuschlagen.]

M. Akelaitis erwähnt auch das handschriftliche Wörterbuch von J. Brodovskis, in dem sich angeblich das von ihm etymologisierte Wort Percunas findet (F1—17, S. 2). Es ist anzunehmen, dass M. Akelaitis dieses Wörterbuch aus den Arbeiten von G. Milk aus, Neselman und anderen kannte, da er selbst keinen Zugang zum Manuskript von J. Brodovskis haben konnte.

Später, als M. Akelaitis in Paris lebte und eine Grammatik der litauischen Sprache verfasste, benutzte er auch das Wörterbuch von F. Kuršaitis (AkG, 24), das noch nicht erschienen war, als M. Akelaitis in Litauen seine Wörterbücher zusammenstellte (im Ausland konnte er keine lexikografische Arbeit leisten, da er mit Grammatik und vergleichender Sprachwissenschaft beschäftigt war).

M. Akelaitis verfügte also zu Beginn und während seiner lexikografischen Arbeit über mehrere gedruckte (von Širvydas, Milk aus, Neselman) und mehrere handschriftliche zweisprachige Wörterbücher der litauischen Sprache. Dies waren seine wichtigsten Quellen, in denen er eine beträchtliche Anzahl (mehr als zwanzigtausend) litauischer Wörter sowie Entsprechungen in anderen Sprachen finden konnte und die ihm halfen, sich mit dem Aufbau von Wörterbüchern, der lexikografischen Technik usw. vertraut zu machen. Außerdem hatte M. Akelaitis auch Wörterbücher anderer Sprachen vor Augen. In einem Brief an M. Valančius erwähnt er das Brüder-Grimm-Wörterbuch „Zodina wokiszka, kami ir dėl žemaj-tisz kos kalbos daug naudos randasi“ (TŽ, III, 294). Aus dem von einem Vertreter der zaristischen Behörden, der M. Akelaitis verfolgte, zusammengestellten Bücherverzeichnis geht hervor, dass er beim Gutsherrn Kudrevičius ein „Словарь российско-польский“ und ein „Dictionaire Français-Polonais“ besaß (Jan MA, 85, 87). In einem Manuskript von M. Akelaitis wird Stenders Wörterbuch der lettischen Sprache erwähnt (F1—21, S. 4). In verschiedenen etymologischen und sonstigen Erläuterungen stützt sich M. Akelaitis außerdem auf die folgenden Wörterbücher anderer Sprachen oder erwähnt sie: 1) F. Nes-selmann, „Die Sprache der alten Preussen“ (1845) (F1—17, S. 3); 2) F. Bopp, „Glossarium sanscritum“ (1847) (F1—17, S. 3); 3) Chavée, Lexiologie Indo-Eu-ropéenne (F1—22, S. 13, 15, 16); 4) „The Bonaparte polyglott: being the parable of the sower, in 72 languages and dialects“ (F1—22, S. 20).

2 J. Kruopas, ebenda, S. 184.

3 „Kraj“, 1893, Nr. 13, S. 12.

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Wahrscheinlich hat M. Akelaitis hauptsächlich die Wörterbücher von K. Širvydas und G. Neselmanas benutzt; die Entsprechungen aus anderen indoeuropäischen Sprachen, insbesondere dem Sanskrit, entnahm er den genannten Arbeiten von F. Bopp und Chavė.

Für seine lexikografische Arbeit war M. Akelaitis entschlossen, verschiedene literarische Quellen sowie die litauischen Bücher zu verwenden, die er besaß oder zu erwerben wünschte. Anfangs befanden sich 1856 in der Bibliothek von M. Akelaitis nur elf litauische Bücher. Sie sind in M. Akelaitis’ Brief an M. Valančius vom 25.IX.1856 aufgeführt, in dem er ihn bat, ihm möglichst viele litauische Bücher zu schicken (TŽ, III, 293). Der Drucker und Buchhändler Zavadskis verschaffte M. Akelaitis ebenfalls litauische Literatur. Auf diese Weise kamen innerhalb weniger Jahre 42 litauische Bücher in die Bibliothek von M. Akelaitis (nicht 37, wie in JanMA, S. 87 behauptet). Dies belegen zwei Verzeichnisse seiner Bücher, die sich im Handschriftenarchiv des Instituts für Litauische Sprache und Literatur befinden (F1—2, S. 1—2; F1—27, S. 1—2). Im ersten, für M. Valančius bestimmten Verzeichnis sind 41 Bücher aufgeführt, im zweiten 42 (hinzugefügt wurde das Büchlein „Žine kajp rejk atlikti spawiednę“, 1852). Da diese Verzeichnisse nirgends veröffentlicht wurden und zeigen, welche litauischen Bücher M. Akelaitis benutzte, wird hier das zweite Bücherverzeichnis vollständig abgedruckt:

Verzeichnis litauischer Bücher

Dowkont 1) Bedeutung der lettischen Sprache. 1837.

„ 2) Die Lebensweise der alten Litauer. 1845.

„ 3) Das Leben der großen Krieger. 1846.

„ 4) Fabeln des Phaedrus—1846.

„ 5) Alphabet der litauischen und žemaitischen Sprache. 1842.

„ 6) Žemaitische Lieder. — 1846.

7) Bienenbüchlein — 1848.

8) Büchlein der Holzsamen 1849.

9) Predigt über Obstgärten. 1849.

10) Über Futterkräuter — 1855.

11) Epitome Historiae Sacrae — 1838.

Wółonczewski 12) Žemajtių Wiskupiste. 1848.

13) Belehrung über das Sakrament der Firmung. 1850.

14) Wissen, wie man beichten soll. 1852.

15) Tamoszius isz Kempis. 1852.

16) Ziwatas Jezaus Kristaus. 1853.

17) Geschichte des heiligen Alten Testaments. 1855.

Proniewski 18) Auslegung der Evangelien. 1855.

Szyrwid 19) Punktai Sakimu — 1845.

20) Feuerbüchlein. 1801.

21) Litauische Evangelien. 1806.

Juzumowicz 22) Heiliger Isidor 1854.

„ 23) Großes Elementarbuch. 1855.

24) Kalwaria — 1855.

Werejka 25) Der Sünder wird zur Umkehr gezwungen. 1854.

Zieniewicz 26) Katholischer Katechismus 1854.

Kitkiewicz 27) Litauische Hymnen.

Mieleszka 28) Büchlein über Kenntnisse der Freundschaft und der Sparsamkeit. 1846.

29) Akten und Gebete. 1856.

30) Mokslas skajtima raszta lietuwiszka 1856 (hat keinen Wert).

31) Heilige Lieder — 1855.

32) Rosenkranz. 1855.

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Iwiński Giedrojć

33) Goldener Altar. 1854.

34) Jezus Maria. 1854.

35) Ehre Gottes — 1855.

36) Kalendarze zr. 1846.47.50.51.55.57.

37) Neues Gesetz. 1816.

38) Wörterbuch von Szyrwid 1713.

39) Wörterbuch der litauischen Sprache von Nesselmann. 1850.

40) Handbuch der litauischen Sprache von August Schleicher, Prag. 1856.

41) Litauische Grammatik von Kossakowski.

42) Rhesa – Lieder. 1843.

In der Liste der Bücher, die M. Akelaitis bei Kudrevičius zurückgelassen hatte, werden außerdem erwähnt: 1) Daynos Zemaycziu, surinktos yr wszdutos par Simona Stanewicze, 2) Wajkams Zemaitiu yr Lietuwos (JanMA, S. 85). Da M. Akelaitis Donelaitis’ „Jahreszeiten“ ins Polnische übersetzte, muss er dieses Werk besessen haben.

Außerdem ist aus M. Akelaitis’ Handschriften ersichtlich, dass er Auszüge aus M. Daukšas Postille (Fl – 41, S. 1 – 39), dem Koncyonolas von 1845 (Fl – 41, S. 43 – 48) und dem Neuen Testament von 1844 (Fl – 41, S. 49 – 52) anfertigte.

Das größte Verzeichnis der Bücher aus M. Akelaitis’ Bibliothek wurde 1891 vom polnischen Journalisten L. Uzięmbło zusammengestellt und dem polnischen Ethnografen Żegota Paulius zugesandt. Dieses Verzeichnis entdeckte unser Bibliograf V. Žukas in der Bibliothek der Universität Krakau und veröffentlichte es im Druck4. Darin sind 77 Druckwerke verzeichnet (fünf davon sind lettische Bücher) sowie ein Manuskript von M. Akelaitis selbst. Vergleicht man dieses Verzeichnis mit der von M. Akelaitis selbst zusammengestellten und in diesem Artikel veröffentlichten Liste von 42 Büchern, so zeigt sich, dass sie sich nicht nur hinsichtlich der Zahl der aufgeführten Druckwerke, sondern auch hinsichtlich der Titel unterscheiden. In beiden Listen finden sich nur 21 identische Bücher; die übrigen sind verschieden. Das von V. Žukas veröffentlichte Verzeichnis enthält eine beträchtliche Zahl protestantischer religiöser und anderer Bücher, die in Königsberg gedruckt wurden und in M. Akelaitis’ Verzeichnis nicht erwähnt sind, z. B.: Giwasties Medis (1846), Augsburgiszkasis wieros išpažinimas (1855), Rojaus Darželis (1845), Ugnies knigelės (1801), Bybelės (1853) u. a. Andererseits werden in M. Akelaitis’ Verzeichnis zwei Wörterbücher, drei Grammatiken und 16 weitere Bücher aufgeführt, die in V. Žukas’ Verzeichnis fehlen. Zählt man alle litauischen Bücher aus M. Akelaitis’ Bibliothek zusammen, die in beiden Verzeichnissen und andernorts erwähnt werden, so kommt man auf etwa hundert. Gemessen an den Maßstäben jener Zeit war dies eine beachtliche kleine Büchersammlung.

Hier werden jene litauischen Bücher nicht aufgeführt, die sich in der Bibliothek der litauischen Gesellschaft „Želmuo“ in Paris befanden und die M. Akelaitis dort benutzen konnte. Sie wurden im Druck erwähnt5; eine vollständige Liste befindet sich im Handschriftenarchiv der Zentralbibliothek der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR (F64, Einh. 110, Bl. 4–12). Für die lexikografische Arbeit, der M. Akelaitis bis zu seiner Flucht aus Litauen Ende 1861 nachging, konnte diese Literatur jedoch nicht herangezogen werden; deshalb führen wir sie hier auch nicht auf. Ein bedeutender Teil davon besteht aus Zeitschriften und Broschüren, die größtenteils nach M. Akelaitis’ Tod erschienen, sowie aus einigen litauischen Werken der Belletristik, Grammatiken und Wörterbüchern. Insgesamt umfasste die Bibliothek „Želmuo“ 74 litauische Zeitschriften, Broschüren und Bücher6.

4 V. Žukas, Aus der Geschichte der Bibliotheken und der Bibliografie, „Jahrbuch der Wissenschaftlichen Bibliothek der Staatlichen V. Kapsukas-Universität Vilnius (1958–1959)“, Vilnius, 1961, S. 249–253.

5 V. Abramavičius, Die litauische Gesellschaft „Želmuo“ in Paris und ihre Bibliothek, „Arbeiten der Hochschulen der Litauischen SSR. Fragen des Bibliothekswesens und der Bibliografie“, III, Vilnius, 1964, S. 153.

6 V. Abramavičius, ebenda, S. 154.

11. Iš lietuvių leksikologijos ir leksikografijos

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Wie man sieht, widmete M. Akelaitis dem Lesen litauischer Bücher, dem Anfertigen von Exzerpten und dem Sammeln von Material für Grammatik und Wörterbuch große Aufmerksamkeit. Er schreibt selbst an M. Valančius, wie er die von ihm erhaltenen Bücher einschätzt und wie er sich darauf vorbereitet, sich in sie zu vertiefen, um wertvolles Material, kostbare Perlen zu suchen:

„Das sind keine Abfälle, wie Eure Hochwürden sich ausdrücken — es ist ein bengalischer Seitenarm, auf dessen Grund kostbare Perlen ruhen. Ich stürze mich wie ein Taucher in den Abgrund tiefer Gewässer; ich fange Perlmuscheln, ohne daran zu denken, dass man bei dieser Jagd leicht das Leben verlieren kann, wenn die Mitarbeiter an dieser Arbeit, die frei auf der Meeresoberfläche schwimmen, nicht auf das gegebene Zeichen hin eilen, den Taucher an die frische Luft zu ziehen. Aber wie sollte man diese Perlen nicht sammeln, die meinem Herzen so teuer sind?“ (TŽ, III, 295). [Das sind keine Kleinigkeiten, wie Eure Heiligkeit sagt; es ist der Golf von Bengalen, auf dessen Grund die kostbarsten Perlen liegen. Ich steige wie ein Taucher in den Abgrund tiefer Gewässer hinab; ich fange Perlmuscheln und vergesse dabei, dass man bei solchem Fischen leicht umkommen kann, wenn die Mitarbeiter an dieser Arbeit, die frei an der Meeresoberfläche schwimmen, den Taucher auf ein Zeichen hin nicht rasch an die frische Luft ziehen. Doch wie könnte ich diese Perlen nicht sammeln, die meinem Herzen so teuer sind?]

Die dritte Materialquelle, auf die M. Akelaitis sich bei seiner lexikografischen Arbeit stützen konnte, war die Volkssprache. Es war seine Muttersprache, die er in der Familie und im litauischen Dorf erlernt hatte, über die er stets mit großer Liebe und Achtung sprach und um deren Rechte, Ausweitung ihres Gebrauchs und Pflege er sich sein ganzes Leben lang bemühte. Die Umstände erlaubten M. Akelaitis nicht, ständig unter dem Volk zu sein und daraus sprachliche Schätze zu sammeln. Als Erwachsener lebte er auf Landgütern und kam nur selten mit dem Volk in Berührung. Doch in Abständen, während seiner Reisen durch das Land und bei anderen Gelegenheiten, schrieb er Folklore auf und sammelte sprachliches Material. Davon zeugen die recht zahlreichen Folkloreaufzeichnungen und verschiedenen sprachlichen Notizen in seinem handschriftlichen Nachlass. Hier einige Beispiele für den Gebrauch von Kasus und Präpositionen, die er für die Syntax notierte (ein Teil davon könnte auch aus Schriften stammen): Per. Per miestą eiti. Tai man ejo per szirdi. — Asz per žiemą sirgau. — Jis per naktį dirbo. — Per tworą lipti. — Per rubežių eiti. — Per vieną žmogų griekas į swietą atėjo ir smertis grieku. — Per Martyną jis atėjo. — Jis gywen per tris myles toli. — Asz tai per tiesą laikau. — Jis buvo per racziu. — Kas tai tas per paukštis? (F1 — 37, S. 110).

M. Akelaitis spricht wiederholt über den Reichtum des Wortschatzes der litauischen Sprache und veranschaulicht dies mit Beispielen, die er größtenteils der Volkssprache entnimmt. Er weist darauf hin, dass die Litauer für die Bezeichnung desselben Gegenstands, Merkmals, Vorgangs und anderer Dinge viele Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen haben, z. B.: kalba, szneka, tarme, byla, žadas; geltas, geltonas, geltokas, gelsvas, gelsvokas, geltonelis, geltonutelis, geltonužėlis; dajnuoti, giedoti, raudoti, audot, vel aldoti (pr. ȧuda), niuniuoti, ryloti, soukti (F1 — 11, S. 4). Zur Verwendung des Suffixes -ėnas führt er ebenfalls eine beträchtliche Zahl von Beispielen an: Tylzenas, tetenas, brolenas, seserenas, Kuprenas, Wilkenas, Warenas, Waszkenas, Rimkenas, Melenas, Masenas, Krezdenas, Kiszkenas, Bylenas, Tylenas, Prastenas, Druktenas (F1 — 29, S. 12).

In seinem Aufsatz „Apej garus“ (F1—31) sucht M. Akelaitis nach Bezeichnungen für Teile eines Dampfkessels und einer Lokomotive, übernimmt Wörter aus der Volkssprache und verwendet sie im technischen Bereich, wodurch er ihren Gebrauch erweitert und ihnen eine besondere Bedeutung verleiht. Auf diese Weise wurden folgende Wörter in den technischen Wortschatz eingeführt: stiebas, rankena, muštūvas, žirgis, anga, ugniavietė, žibintuvė, kamštis, stūma, volė, kabė, švilpynė und andere. Schließlich weist die Sprache in M. Akelaitis’ eigenen Schriften deutliche Merkmale der Volkssprache auf. Sie zeigen, dass er sich stets auf die in seiner Jugend erlernte Muttersprache stützte und dass sie für ihn eine unerschöpfliche Quelle sprachlicher Schätze war.

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M. Akelaitis hatte vor, drei Wörterbücher zu erarbeiten: 1) ein vergleichendes Wörterbuch der litauischen Sprache; 2) ein litauisch-polnisches und 3) ein polnisch-litauisches. Dies geht aus seinen Briefen an M. Valančius, A. Kirkor und andere hervor (TŽ, III, 292—321, IV, 433—443), ebenso aus den Äußerungen anderer Personen über die Arbeiten M. Akelaitis’. In einem Brief vom 1856.VI.27 (VII.9) an J. Zavadzki schreibt er:

„Ich arbeite an der litauischen Sprache, vergleiche sie mit den indoeuropäischen Sprachen – ich stelle ein Wörterbuch der litauischen Sprache zusammen, ein Wörterbuch im eigentlichen Sinne dieses Wortes. Es wird ein opus dignum laude et laurea sein – alle bisher bekannten Wörterbücher übertreffen, und... ich wollte noch etwas sagen, als mein Schüler in diesem Augenblick, während er sich seine Lateinstunde wiederholte, mit den Worten „Propria laus sordet“ – „Eigenlob stinkt“ – mir den Mund verschloss; ich muss also aufhören, von meinem Wörterbuch zu sprechen, und still daran arbeiten, bis die Zeit kommt, in der es vielleicht aus der Druckerei des Herrn Wohltäters in die Welt hinausgelangt“? [Ich erforsche die litauische Sprache, vergleiche sie mit den indoeuropäischen Sprachen – ich stelle ein Wörterbuch der litauischen Sprache im eigentlichen Sinne dieses Wortes zusammen. Es wird eine der Mühe und des Lorbeerkranzes würdige Arbeit sein – allen bisher bekannten Wörterbüchern überlegen, und... ich wollte etwas sagen, als mein Schüler, der in diesem Augenblick seine Lateinstunde wiederholte, sagte: „Eigenlob stinkt“. Das verschloss mir den Mund; deshalb kann ich nicht weiter von meinem Wörterbuch sprechen und muss es still erarbeiten, bis die Zeit kommt, in der es vielleicht in der Druckerei des Herrn Wohltäters gedruckt wird.]

Anfangs hatte M. Akelaitis vor, ein vergleichendes Wörterbuch der litauischen Sprache zusammenzustellen, in dem die litauischen Wörter mit Wörtern anderer indoeuropäischer Sprachen (slawischer, griechischer, gotischer, lateinischer und Sanskrit) verglichen werden sollten. In einem Brief vom 25.IX.1856 an M. Valančius veranschaulicht M. Akelaitis anhand von Beispielen, wie er das Wörterbuch zu schreiben beabsichtigt, nämlich⁸:

Aszw inis, = Sanskrit aszwa, französisch cheval, kon. Nagas, = Sanskrit nagah, russisch ноготь (nogieć, früher) paznogieć. Juodas; = griechisch ioeidēs, schwarz. Stogas, = griechisch stége, Dach; daher Dachdecker stegius. Piemuo, = griechisch poimēn, Hirte. Sapnas, = griechisch u̔́pnos [hýpnos], Traum. Sakiti, = deutsch sagen, sagen; daher erinnert pasakos an das normannische Wort sagos, Sagen, Legenden, sowohl hinsichtlich des Klangs als auch der Bedeutung. Szniaketi, = dänisch [duńsk] snaken, sprechen. Žardis, = französisch jardin, Garten, Weide; in manchen Gegenden nennt man ihn cielętnikiem, weil dort gewöhnlich nur Kälber weiden. Szuo, = französisch chien, Hund. Duris, = englisch doors, Tür. Szilkas, = englisch shilk, russisch шелк, Seide. Gintaras, = russisch янтарь, Bernstein, bernstein, électron; daher ließe sich Elektrizität mit gint arumas erklären. Wiras, = lateinisch Vir, Wiras, zieht das Joch heran – Viri trahite jugum. Jaknos, = jecus, Leber. Aug sztus [Angsztus], = (nicht auk sztus [anksztus] = lateinisch augustus [angustus], deutsch eng., eng, eng. Augmuo, = augmentum; augu = augeo = wächst und so weiter (TŽ, III, 293—294).

Aus den angeführten Beispielen wird deutlich, dass M. Akelaitis’ Vergleiche von Wörtern verschiedener Sprachen überwiegend nicht auf Entsprechungen der historisch-vergleichenden Phonetik beruhen, sondern entweder auf zufälligem Gleichklang, auf der Ähnlichkeit von Lehnwörtern mit Wörtern der Ursprungssprache, auf naiver Etymologisierung oder auf der Zusammenstellung von Wörtern aus verschiedenen Wörterbüchern, die ihrer Herkunft nach nichts miteinander zu tun haben. Obwohl M. Akelaitis anmerkt, dass er bei der Zusammenstellung des vergleichenden Wörterbuchs den Wegen von Grimm, Bopp und de Chasles gefolgt sei, konnte er als Autodidakt,

7 Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR (F7, — 536a).

8 Die Beispiele aus dem Griechischen werden mit lateinischen Buchstaben transkribiert.

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die wissenschaftliche Methode der Etymologisierung, die auf den Entsprechungen der historisch-vergleichenden Grammatik beruht, nicht verinnerlichen und erlag zunächst der Neigung zu unbegründeten Etymologisierungen, wie sie sich in den Werken polnischer Historiker (T. Narbutt, J. Lelewel und anderer) bei der Erklärung der Namen litauischer mythologischer Wesen, Götter und anderer Bezeichnungen zeigte. M. Akelaitis interessierte sich für Fragen der Geschichte Litauens, las die Werke polnischer, deutscher und anderer Historiker über die Geschichte Litauens und Preußens und betonte wiederholt, dass die Sprache eine wichtige Quelle der Geschichte ist:

„Etymologische Forschungen werfen mitunter ein großes Licht auf die Geschichte; die Philologie ist ihre rechte Hand. Man kann die Geschichte keines Volkes schreiben, ohne dessen Sprache zu kennen“ (TŽ, III, 296). [Etymologische Untersuchungen bringen manchmal viel Licht in die Geschichte. Die Philologie ist ihre rechte Hand. Man kann die Geschichte eines Volkes nicht schreiben, ohne dessen Sprache zu kennen.] Er war davon überzeugt, dass die litauische Sprache eine wichtige Quelle für die Erkenntnis der Vergangenheit ist; deshalb widmete er den etymologischen Spekulationen so viel Aufmerksamkeit.

Zu fantastischen Etymologisierungen wurde M. Akelaitis auch durch die unbegründeten Etymologisierungen von S. Daukantas, des Sprachforschers S. Mikuckis und anderer angeregt. Er las S. Daukantas’ „Būdas“, wo er auf Erklärungen von Ortsnamen wie die folgenden stieß: Liep oja < lipti (hinaufsteigen; man könne leicht aus dem Meer an Land steigen), Klaipėda < klysti+pėda (sich verirren+Fuß; wer sich auf dem Meer verirrt habe, habe seinen Fuß aufsetzen können) und andere. In seinen Manuskripten erwähnt M. Akelaitis mehrmals, wie S. Daukantas den mythologischen Namen Perūnas (Perkūnas) erklärt: Er soll angeblich vom Wort perėti (brüten) stammen (Fl—15, S. 5, 17, S. 2); schließlich bietet er selbst ebenfalls naive Erklärungen für Perkūnas an: Perkūnas stamme von der Wurzel park (lateinisch parco-peperci „schonen, bewahren, verschonen“) (Fl—21, S. 6); Perkūnas < per+kunas, vgl. altpreußisch kunt „bewahren, behüten“, Sanskrit kund (Fl—19, S. 3).

M. Akelaitis glaubte, die litauische Sprache gut zu beherrschen und deshalb bessere etymologische Erklärungen geben zu können als S. Mikuckis, T. Narbutt und andere (Fl—10, S. 4; Fl—22, S. 9—19). Zwar gesteht er manchmal seine Schwäche bei der Erklärung der Herkunft von Wörtern ein und erwähnt, dass ihm dafür die wissenschaftliche Ausbildung und die Kraft fehlten. Als M. Akelaitis M. Valančius über seine Arbeit an den polnisch-litauischen und litauisch-polnischen Wörterbüchern unterrichtet, schreibt er:

„Ich habe keineswegs vor, mich auf Vergleiche mit anderen Sprachen einzulassen; das überstiege meine Kenntnisse und meine Kräfte. Ich möchte nur ein kleines Werk vorlegen, das meinen Landsleuten Nutzen bringt“ (TŽ, III, 298). [Ich denke überhaupt nicht daran, Vergleiche mit anderen Sprachen anzustellen; das würde meine Kenntnisse und Kräfte übersteigen. Ich möchte lediglich ein kleines Werk vorlegen, das meinen Landsleuten nützen würde.] M. Akelaitis konnte der Versuchung zur Etymologisierung jedoch nicht widerstehen, da sie in den Arbeiten von Historikern und Philologen weit verbreitet war.

In der Zeit vor seiner Emigration versuchte M. Akelaitis, zahlreiche Namen mythologischer Wesen, Götter, Völker, Personen, Orte und andere Bezeichnungen zu erklären. Diese verschiedenen Etymologisierungen sind über den handschriftlichen Nachlass M. Akelaitis’ verstreut (Fl 1—49), und man kann davon recht viele zählen (etwa anderthalbhundert). Zur Veranschaulichung seien hier einige Eigennamen und sonstige Wörter genannt, deren Herkunft M. Akelaitis zu erklären versuchte (in Klammern stehen die Nummern von Mappe und Seite):

abyda (10, p. 3), Aitvaras (22, p. 11), Алдань (Aldona) (29, p. 8), argutalius (12, p. 14), aukle (10, p. 4), Austurland (42, p. 4), autas (10, p. 1), awide (22, p. 10), Bejso gala (22, p. 5), Бернов (29, p. 8), Bitautas (22, p. 19), блинна (29, p. 2), blindas (10, p. 3), blusa (10, p. 2), Budė (40, p. 10), czewierkys (10, p. 3), daina (23, p. 7), Deimantas (10, p. 5), Dievas (21, p. 2), Erogala (29, p. 4—5), gajleti (22, p. 17), gailus (22, p. 17), garbintas (22, p. 15), gauras (10, p. 3), Gediminas (22, p. 18), gelbėti (10, p. 3), gelti (22, p. 17), Gesme (23, p. 8), Gyle (29, p. 3), Giltine (17, 5—6 p.), gowada (22, p. 26), gudas (18, p. 2; 29, p. 8), gudumas (gudimas) (22, p. 11), gulbintas (22, 15—16), įgytie (29, p. 10), Igor (Iggiwlod, Igeld) (29, p. 7), indas (10, p. 4), inkaras (29, p. 13), Jogaila (22,

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p. 17—18), kalwis (22, p. 13), karalus (29, p. 8), kardas (10, p. 3—4), Каршев (29, p. 8), Kaukaras (13, p. 3; 17, p. 7; 22, p. 14), Kaukas (22, p. 14), Kaukuole (22, p. 15), karti (22, p. 13), kiautas (22, p. 15), kiauszas (22, p. 15), kowa (22, p. 13), kriwule (12, p. 6), Kriwaitis (Kriwis) (12, p. 6—7), kudmentas (10, p. 5; 19, p. 3), kujis (22, p. 13), Kurland (42, p. 4), Labegelda (22, p. 15), laikas (1, p. 2), Laima (12, p. 5), lanka (10, p. 3—4), Lauma (laume) (12, p. 5), liežuwis (10, p. 4), Lietuwa (19, p. 4), Mandagus (10, p. 5, 10), manta (22, p. 18), Medininkai (15, p. 1), Mesag etai (42, p. 3), — muntas (22, p. 18), muse (10, p. 2), nuodeme (10, p. 4), Okas (Ockapirmas) (1, p. 2), Oleg (29, p. 7), Oras (1, p. 2), papleikti (22, p.), Papiles (13, p. 2), paszelpa (13, p. 2) Patelo (Potello, Potollo) (17, p. 7; 40, p. 6), Patrimpas (19, p. 3), Perkunas (15, p. 5; 17, p. 1—4; 18, p. 4; 19, p. 3; 21, p. 6), Pikulīs (Pakulīs, Pikole, Pokole...) (17, p. 4; 19, p. 3—4), pirkšnys (21, p. 6), Plateliai (19, p. 2), Pramentalas (10, p. 5), prustas (29, p. 11), Простенъ (Prastenis) (29, p. 7), (Resjkiun) Tyras (18, p. 1), Rjurik (29, p. 12—13), Ritland (42, p. 4), Rusne (15, p. 1), Sambija (42, p. 4), Simenas (12, p. 9), sopagas (10, p. 3), sudas (10, p. 3—4), Szatrija (13, p. 3; 22, p. 25), sziaurys (14, p. 24), Trimpos (Potrimpos) (15, p. 9; 17, p. 4); Turnbern (29, p. 8, 11), Умъни (29, p. 8), Uleb (29, p. 7), wajkas (22, p. 11), Wejdalotas (15, p. 7), Welnias (21, p. 5) wesele (15, p. 2), wersme (41, p. 35), žąsis (10, p. 2), Žemiogala (Semigallja) (29, p. 5), ženklas (22, p. 12), žiniczia (17, p. 6), žmogus (25, p. 10) ir kt.

Die Etymologien, die M. Akelaitis für Namen und Wörter ansetzt, sind durchweg unbegründet und naiv. So wird zum Beispiel die Herkunft des Berges Šatrijos folgendermaßen erklärt: szata, szeta bedeutet auf Litauisch „Ehre, Ruhm“; es sei ein Sanskritwort, abgeleitet von šat „verehren“ und atris „Berg“ (Fl—13, p. 2); demnach sei Šatrija ein Berg der Ehre, auf dem seit alters her die Götter verehrt worden seien (Fl—22, p. 25). Der Name des russischen Fürsten Olegas sei angeblich litauisch und aus al „jeder“ (vgl. al wienas) und jėgti „können, stark sein“ zusammengesetzt (Fl—29, p. 7). Solche und ähnliche Erklärungen wurden in der Presse von Letgola (einem Pseudonym) scharf kritisiert, doch M. Akelaitis verteidigte sich beharrlich und bewies, indem er den Ausführungen des russischen Historikers Kostomarov über die Anfänge des russischen Staates (Rus) und über Rjuriks litauische Herkunft zustimmte, dass Rus, Igor und andere russische Namen angeblich von litauischen Wörtern abstammten (Fl—29, p. 1—14). Gestützt auf zufällige Ähnlichkeiten zwischen einigen Namen und Wörtern ersann M. Akelaitis phantastische Erklärungen, obwohl er selbst angemerkt hatte, dass die Ähnlichkeit von Namen nicht immer auf eine gemeinsame Herkunft schließen lässt (Fl—10, p. 3).

Nur in seltenen Fällen, wenn etymologisch verwandte litauische Wörter miteinander verglichen werden, sind M. Akelaitis’ Erklärungen zur Wortherkunft begründet und zutreffend. So wies er beispielsweise richtig darauf hin, dass liežūvis von liežti abstammt (Fl—10, p. 4); von kalti seien kalvis und kalvė abgeleitet (Fl—22, p. 13) und so weiter.

Alle etymologischen Deutungen von Eigennamen sollten auch in M. Akelaitis’ vergleichendes Wörterbuch aufgenommen werden:

„W Słowniku porównawczym ile zdołam pomieszczę cały skarb naszej mowy, imion własnych, w których niemało przechowało się językowego“ (Fl—11, p. 3). [In das vergleichende Wörterbuch werde ich, soweit ich es vermag, den ganzen Reichtum unserer Sprache aufnehmen, einschließlich der Eigennamen, in denen sich nicht wenige sprachliche Daten erhalten haben.]

Während seines Aufenthalts in Warschau konnte M. Akelaitis das geplante vergleichende Wörterbuch der litauischen Sprache jedoch nicht intensiv vorbereiten, da er gleichzeitig begann, Material für zweisprachige Wörterbücher zu sammeln; darauf hatte M. Valančius seine Aufmerksamkeit gelenkt. Dies geht aus dem Brief M. Akelaitis’ an M. Valančius vom 1856.X.15/27 d. hervor:

„Słuchać rad Męża wyższego ode mnie nauką i doświadczeniem jest i będzie moim obowiązkiem. Zastosuję się do uwag Waszej Najdostojniejszej Mości; ułożę najprzód podręczny słownik Polsko-Żmudzki, o ile możności, najmniejszych rozmiarów, a słownik Żmudzko-Polski zostawię na później, chociaż materiały do niego mam już gotowe tylko — je ociosac i w jedną piękną całość zestawić“ (TŽ, III, 295). [Den Rat eines Mannes zu befolgen, der mir an Bildung und Erfahrung überlegen ist, ist und wird meine Pflicht sein. Ich werde die Anmerkungen Eurer Hochwohlgeboren berücksichtigen; zunächst werde ich ein handliches

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polnisch-litauisches Wörterbuch zusammenstellen, so klein wie möglich, und das litauisch-polnische Wörterbuch für später zurückstellen, obwohl ich das Material dafür bereits vorbereitet habe; es muss nur noch bearbeitet und zu einem stimmigen Ganzen zusammengefügt werden.]

Den Gedanken, ein vergleichendes Wörterbuch vorzubereiten, gab M. Akelaitis dennoch nicht ganz auf, denn gelegentlich erwähnten sowohl er selbst als auch andere, dass er ein vergleichendes Wörterbuch der litauischen Sprache zusammenstelle. So schrieb er beispielsweise 1858 in seinen „Notatki z wycieczek Litwina“ (Notizen von den Reisen eines Litauers):

„Jeżeli mi Bóg pozwoli, w słowniku porównawczym zewnętrznie wykaże podobieństwo litewskiego z językami indo-europ., a w gramatyce jaśniej i szerzej rozwinę te myśli (Fl–22, p. 25). [Wenn Gott es mir erlaubt, werde ich im vergleichenden Wörterbuch äußerlich die Ähnlichkeit des Litauischen mit den indoeuropäischen Sprachen aufzeigen und diese Gedanken in der Grammatik klarer und ausführlicher darlegen.]

In der Literaturübersicht (Przegląd literacki) der „Kuryer Wileński“ vom 1860.II.12 d. (Nr. 13) wurde eine recht genaue Auskunft über M. Akelaitis’ Arbeiten veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass ihm auch das vergleichende Wörterbuch am Herzen lag:

„Ein von der Landwirtschaftlichen Gesellschaft im Königreich herausgegebenes Elementarbuch für Landjungen wird demnächst in litauischer Übersetzung erscheinen. Übersetzer dieses äußerst nützlichen Büchleins ist Akielewicz.“

Im Allgemeinen bemühte sich der Übersetzer, wie wir feststellten, unter Wahrung des Gedankens und der Form des Originals auch volkstümliche Sprichwörter einzuführen und sie den Umständen anzupassen …

Oprócz wymienionego tu elementarza, Akielewicz drukuje obecnie dwie książeczki litewskie dla ludu: jedna zawiera wykład Modlitwy pańskiej, a drugiej tytuł: Kwestarz jeżdżąc po Litwie naucza lud. Ma jeszcze kilka broszurek w rękopiśmie i przygotowuje do druku słownik Litewsko-polski, oraz pisze słownik Litewski porównawczy, którego układ będzie taki: najprzód pójdą pierwiastki języka litewskiego, porównane z narzeczami słowiańskimi, z gotskim, greckim, łacińskim i sanskrytem. Po pierwiastkach nastąpią części mowy, każda oddzielnie w porządku alfabetcznym. Rzeczowniki i przymiotniki będą uszykowane wedle końcówek“. [Das für die Landbevölkerung bestimmte Lesebuch, herausgegeben von der Landwirtschaftsgesellschaft im Königreich, wird demnächst in litauischer Übersetzung erscheinen. Übersetzer dieser sehr nützlichen kleinen Schrift ist Akelaitis. Allgemein bemühte sich der Übersetzer, wie wir bemerkten, bei Wahrung von Inhalt und Form des Originals auch Volkssprichwörter einzufügen, die den örtlichen Umständen angepasst sind …

Außer dem erwähnten Lesebuch druckt Akelaitis derzeit zwei kleine Bücher für die Landbevölkerung: Das eine enthält eine Übersetzung des Vaterunsers, das andere trägt den Titel „Der Almosensammler, der durch Litauen reist und das Volk unterweist“. Er hat noch einige Broschüren in Manuskriptform und bereitet ein litauisch-polnisches Wörterbuch für den Druck vor; außerdem verfasst er ein vergleichendes litauisches Wörterbuch, dessen Aufbau folgendermaßen sein wird: Zuerst kommen die Wurzeln der litauischen Sprache, verglichen mit den slawischen Dialekten sowie mit Entsprechungen im Gotischen, Griechischen, Lateinischen und Sanskrit. Auf die Wurzeln folgen die Wortarten, jede gesondert in alphabetischer Reihenfolge. Substantive und Adjektive werden nach ihren Endungen geordnet.]

Ungefähr dieselbe Auskunft wurde auch in der „Biblioteka Warszawska“ (1860, 2, 271) wiederholt, wo ebenfalls das vergleichende Wörterbuch erwähnt und behauptet wird, das litauisch-polnische Wörterbuch sei bereits druckfertig, obwohl es in dem Bericht des „Kuryer Wileński“, auf den man sich stützt, heißt, ein solches Wörterbuch werde erst noch zusammengestellt.

Soweit sich aus den Manuskripten M. Akelaitis’ und anderen Quellen, insbesondere aus der kürzlich erschienenen Monografie „Mikalojus Akelaitis“ (1969) von A. Janulaitis, die sein Wirken beleuchtet, erschließen lässt, war das Sammeln von Material für ein vergleichendes Wörterbuch zufällig und nicht systematisch. Es äußerte sich in verschiedenen Etymologisierungen von Eigen- und Gattungsnamen, nicht aber in der systematischen Erstellung eines vergleichenden Wörterbuchs.

M. Akelaitis wurde auch durch den Wunsch dazu angeregt, den Ursprung der Wörter zu erklären und die Bedeutung der grundlegenden Sprachelemente – Laute und Silben – sowie ihre Funktionen in der Sprache aufzuspüren. Bereits in der Zeit vor seiner Emigration kam M. Akelaitis auf die Idee, einen Schlüssel zu allen

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verwandten Sprachen, lebenden wie ausgestorbenen, zu finden, um sie kennenzulernen und zu verstehen. Er war überzeugt, dass jedes kleinste Element der Sprache – ein Laut – Bedeutung hat:

„Meine Forschungen zur litauischen Sprache haben mich davon überzeugt, dass jeder Wortstamm, selbst ein rein konsonantischer, und jeder Laut als Ausdruck der Stimme (nicht als Zeichen) seine Bedeutung hat. In der Sprache verhält es sich genauso wie etwa im Körper des Menschen: Jedes Glied, jeder Muskel, jeder noch so feine Nerv hat seine Bedeutung und seinen Zweck“ (F1–19, 1). [Meine Untersuchungen der litauischen Sprache haben mich überzeugt, dass jede Wurzel, sogar eine rein konsonantische, jeder Laut als Ausdruck der Stimme (und nicht als Zeichen) seine Bedeutung hat. In der Sprache ist es ebenso wie etwa im menschlichen Organismus, wo jedes Glied, jeder Muskel, jeder noch so feine Nerv seine Bedeutung und seinen Zweck hat.]

Davon ausgehend richtet M. Akelaitis seine besondere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Laute:

„Ich werde die Bedeutung der Buchstaben als Ausdruck von Lauten darlegen. Vielleicht gelingt es mir, die Sprachwissenschaft auf die Lautlehre zurückzuführen. Es wird genügen, die Bedeutung der Buchstaben und Silben zu kennen, um alle Sprachen eines Sprachstammes sprechen zu können. Es versteht sich, dass eine solche Arbeit Zeit und den Aufwand tiefgehender und gewissenhafter Studien erfordert“ (F1–11, p. 3). [Ich werde die Bedeutung der Buchstaben als Ausdruck der Stimme darlegen. Vielleicht gelingt es mir, die Sprachwissenschaft auf die Lautwissenschaft zurückzuführen. Es wird genügen, die Bedeutung der Laute und Silben zu kennen, um alle Sprachen eines Sprachzweiges sprechen zu können. Natürlich erfordert eine solche Arbeit Zeit und den Aufwand gründlicher und gewissenhafter Studien.]

M. Akelaitis glaubt, dass dies verwirklicht werden wird:

„Es wird die Zeit kommen, in der sich der gegenseitige Zusammenhang der Sprachen, der auf ihrer lautlichen Organisation beruht, zeigen wird. Und dann wird der Geist Gottes über uns kommen, und wir werden in allen Sprachen sprechen“ (F1–10, p. 6). [Es wird die Zeit kommen, in der der Zusammenhang zwischen den Sprachen, begründet auf ihrer lautlichen Organisation, deutlich wird. Und dann wird der Heilige Geist auf uns herabkommen, und wir werden in allen Sprachen sprechen.]

Die Idee, Lautbedeutungen und Gesetzmäßigkeiten zu finden, die als Schlüssel zum Erkennen und Erlernen aller verwandten Sprachen dienen sollten, ließ M. Akelaitis auch im Exil nicht los. Nachdem er sich etwas von dem Aufstand von 1863 erholt und irgendeine Arbeit gefunden hatte, widmete er sich erneut dem Sprachvergleich. In einem Brief aus Paris schrieb er 1871:

„Die Natur ist meine einzige und weiseste Lehrerin. Sie hat mich zu Wahrheiten geführt, die ich bei den größten Gelehrten nicht gefunden habe. Du weißt, dass mein Lieblingsfach die vergleichende Sprachwissenschaft ist! Nun habe ich mithilfe der Natur Entdeckungen gemacht, die den bisherigen Sprachwissenschaftlern unbekannt waren. Wenn Gott es erlaubt, werde ich sie der Welt verkünden und Regeln angeben, mit deren Hilfe man, wenn man eine Sprache kennt, alle lebenden oder ausgestorbenen Sprachen kennenlernen kann …“ (AkG, p. X). [Die Natur ist meine einzige und weiseste Lehrerin. Sie hat mich zu Wahrheiten geführt, die ich bei den größten Gelehrten nicht gefunden habe. Du weißt, dass mein Lieblingsfach die vergleichende Sprachwissenschaft ist. So habe ich mithilfe der Natur Dinge entdeckt, die den Sprachwissenschaftlern bisher unbekannt waren. Wenn Gott will, werde ich sie der Welt bekannt machen und Regeln angeben, nach denen man, wenn man eine Sprache beherrscht, alle lebenden oder ausgestorbenen Sprachen kennenlernen kann …]

M. Akelaitis wandte sich der Entwicklung einer neuen linguistischen Theorie, der Suche nach universellen Lautgesetzen, der Entwicklung einer auf neuen Prinzipien beruhenden Phonetik der litauischen Sprache sowie weiteren Erklärungen zur Herkunft von Wörtern und Namen zu.

Zahlreiche etymologische Erklärungen aus der Zeit der Emigration finden sich im 1890 gedruckten Teil (der Phonetik) von M. Akelaitis’ Grammatik sowie in dem 1885 in Petersburg erschienenen Büchlein „Rzut oka na starożytność narodu Litewskiego“ („Ein Blick auf das Altertum des litauischen Volkes“).

In der Grammatik werden neue Lautgesetze dargelegt. Bei ihrer Erklärung und Veranschaulichung werden auch Wörter, die etymologisch keinerlei Gemeinsamkeiten haben, auf eigene Weise etymologisiert und miteinander verglichen, zum Beispiel: Vater < ti+ev+as (54), lang < ug+as (59); Käse, schmal, svarnas (48); mähen, Messer, Sichel, Hirte, Wiese … (57); Soldat, König … (60); Furche, Öffnung, Fenster (65) usw. Diese und andere Erklärungen zur Wortherkunft beruhen auf M. Akelaitis’ fantastischem Gesetz, wonach der Vokal u die Mutter vieler Laute sei; aus dem ursprünglichen Laut u seien die Laute a, e, i entstanden, die stets mit Vokalen oder Konsonanten auftreten; aus u stammten alle

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Silben (56). Die einzige Wurzel der litauischen Sprache ist der Laut u. Nur aus ihm entstehen die Vokale a, e, i, o in Verbindungen mit r, l, m, n, p, v, j (5).

Die Fehlerhaftigkeit dieser neuen Theorie legte J. Jablonskis offen, als er den phonetischen Teil der von M. Akelaitis gedruckten Grammatik rezensierte: „Das ganze Büchlein von M. Ak-ius ist voll von einer solchen, unseren Linguisten ‚bislang unbekannten‘ Wissenschaft. Kaum jemand wird all diese zusammenhanglosen Einzelheiten verstehen, die der in den Arbeiten von Fachleuten anzutreffenden Phonetik völlig unähnlich sind. Wie soll man eine solche Wissenschaft eigentlich verstehen: ilgas, iltis, arti, jautis haben eine Wurzel? Hier kann man nur glauben oder nicht glauben; ginge es aber um Verstehen oder Nichtverstehen, so müsste man sagen, dass ein einfacher Mensch diese ganze Wissenschaft nicht verstehen kann. Um die Wahrheit zu sagen, gibt es hier überhaupt keine Wissenschaft, sondern nur Schlussfolgerungen, nicht vom Verstand, sondern von der ‚Eingebung‘ diktiert; deshalb kann der menschliche Verstand sie auch nicht begreifen“⁹.

Angesichts all dessen, was über M. Akelaitis’ Vorhaben, ein vergleichendes Wörterbuch zusammenzustellen, und über seine etymologischen Deutungen gesagt wurde, stellt sich die Frage, ob M. Akelaitis tatsächlich ein vergleichendes Wörterbuch verfasst hat, dessen Manuskript in den Arbeiten von S. Baltramaitis, V. Biržiška, M. Brenštein und anderen Autoren erwähnt wird. Man stützt sich auf Informationen von M. Akelaitis und anderen, die in Zeitungen erschienen und von seinen zur Drucklegung vorbereiteten oder gedruckten Arbeiten berichteten, unter denen auch ein vergleichendes Wörterbuch genannt wird. Das reicht jedoch noch nicht aus, um zu behaupten, M. Akelaitis habe tatsächlich ein vergleichendes Wörterbuch geschrieben, das, wie manchmal behauptet wird, ins Ausland gelangt sei (Jan MA, S. 1). Erstens wird in den Briefen M. Akelaitis’ und in der damaligen Presse (Kuryer Wileński, Bibioteka Warszawska) angegeben, dass er ein vergleichendes Wörterbuch zusammenstellte; nirgends wird behauptet, ein solches Wörterbuch stehe kurz vor der Fertigstellung oder sei fertiggestellt. Aus der Nachricht, dass M. Akelaitis ein vergleichendes Wörterbuch schrieb, entstand offenbar die Vorstellung, er habe ein solches Wörterbuch verfasst und hinterlassen, obwohl es niemand gesehen hatte. Dass dies möglich gewesen sein könnte, zeigt auch V. Biržiškas ungenaue Wiedergabe der Information aus der Zeitschrift „Biblioteka Warszawska“ in „Aleksandryne“ (III, 366), wo behauptet wird, die genannte Zeitschrift habe mitgeteilt, das vergleichende Wörterbuch sei bereits druckfertig, obwohl es dort tatsächlich heißt, ein solches Wörterbuch werde erst geschrieben.

Zweitens wurde das Manuskript von M. Akelaitis’ vergleichendem Wörterbuch weder in seinem Nachlass in Litauen noch in Polen oder Paris gefunden. Es wird auch in einer Zeitungsnotiz nicht erwähnt, in der andere lexikografische Arbeiten M. Akelaitis’ aufgeführt werden, die beim Wilnaer Maler J. Zenkevičius verblieben waren:

„Man schreibt uns aus Wilna: Vor nicht allzu langer Zeit wurde in Paris die litauische Gesellschaft ‚Żelmna‘ [‚Żelmuo‘] gegründet, deren Vorsitzender Marjan Akielewicz war, ein bekannter litauischer Schriftsteller, der im Oktober 1887 starb. Es war bekannt, dass der Verstorbene einen literarischen Nachlass hinterlassen hatte, doch zunächst konnte man ihn nicht finden. Erst nach dem Tod des Wilnaer Malers Zienkiewicz wurden in dessen Sammlungen die Manuskripte Akielewicz’ entdeckt. Unter ihnen gebührt der erste Platz dem unvollendeten litauisch-polnischen Wörterbuch (etwa 300 Schriftbogen), einer Arbeit, die mehrmals erwähnt wurde, sowie zahlreichen kleineren Werken. Neben den Arbeiten Akielewicz’ befinden sich in dieser Sammlung auch Arbeiten anderer Autoren, darunter litauisch-polnische Wörterbücher von L. Andruszkiewicz und vermutlich Dowkonta. Nun möchten die Erben Zienkiewicz’ die Manuskripte des seligen Akielewicz übergeben. Letuwisław“¹⁰. [Man schreibt uns aus Wilna: Vor nicht allzu langer Zeit wurde in Paris die litauische Gesellschaft „Želmuo“ gegründet, deren Vorsitzender M. Akelaitis war, ein bekannter litauischer Schriftsteller, der im Oktober 1887 starb. Es war bekannt, dass nach seinem Tod ein literarischer Nachlass geblieben war, den man bis dahin nicht hatte finden können. Erst nach dem Tod des Wilnaer Malers Zenkevičius wurden in dessen Sammlungen Akelaitis’ Manuskripte gefunden. Unter ihnen gebührt der erste Platz dem unvollendeten litauisch-polnischen

9 Jablonskio Raštai (redagavo J. Balčikonis), IV, Kaunas, 1935, p. 37–38.

10 „Kraj“, 1893, Nr. 13, S. 12.

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Wörterbuch (etwa 300 Blätter), einer mehrfach erwähnten Arbeit. Außerdem befindet sich im Nachlass eine beträchtliche Zahl kleinerer Werke. Neben Akelaitis’ Arbeiten enthält die Sammlung auch Werke anderer Autoren, darunter litauisch-polnische Wörterbücher von L. Andruškevičius und möglicherweise Daukantas. Nun wollen die Erben von Zenkevičius’ Besitz Akelaitis’ Manuskripte verkaufen. Letuwislaw“.]

Drittens ist angesichts der großen Vorhaben M. Akelaitis’, seines ständigen Hin und Her und seiner schwierigen Lebensumstände kaum vorstellbar, dass er in der Zeit von 1856 bis 1861, während er sich mit Unterricht und Pressearbeit seinen Lebensunterhalt verdiente und zugleich mit mehreren anderen Arbeiten beschäftigt war (Übersetzungen, zweisprachige Wörterbücher, Vorbereitung und Druck populärer Literatur usw.), ein vergleichendes Wörterbuch hätte verfassen können. Auch im Exil konnte er es nicht schreiben: Zunächst kämpfte er um sein tägliches Brot, und später, als er sich wieder der vergleichenden Sprachwissenschaft hätte widmen können, war er mit der Entwicklung einer neuen Sprachtheorie und dem Verfassen einer litauischen Grammatik beschäftigt. Zu den Wörterbüchern hätte er nach Fertigstellung der Grammatik zurückkehren müssen, doch auch diese konnte er nicht zu Ende bringen.

Viertens erfordert lexikografische Arbeit viel Kraft, Zeit, Geduld und außerordentliche Hingabe. M. Akelaitis war kein beständiger, einer einzigen Arbeit verbundener und ihr ganz gewidmeter Arbeiter, wie es ein Lexikograf sein musste, der sich vorgenommen hatte, sogar drei Wörterbücher zu verfassen, deren Zusammenstellung viele Jahre sorgfältiger, intensiver und kontinuierlicher Arbeit erforderte. Er war ein umtriebiger, expansiver gesellschaftlich engagierter Mensch, Literat und Herausgeber populärer Büchlein für das Volk, aber kein Lexikograf. A. Janulaitis beschreibt M. Akelaitis’ Unbeständigkeit und Rastlosigkeit treffend: „Akelaitis konnte nicht an einem Ort sitzen bleiben; er hatte so viele große und kleine Vorhaben und sprang von einer Sache zur anderen. Er spürte, dass er Bewegung und lebendige Menschen brauchte, während er, in Svirlaukas über Büchern eingeschlossen, moralisch verkümmerte. Deshalb bereitete er sich darauf vor, von dort fortzugehen, wusste aber selbst nicht, wohin und weshalb. Manchmal erwähnt er eine bezahlte Anstellung, doch P. Smuglevičius und Daukantas halten ihn zurück und sagen: Wenn du in den Dienst gehst, wirst du weder für dich noch für die Wissenschaft etwas leisten“ (Jan MA, S. 27). Nachdem M. Akelaitis mehr als ein Jahr in Svyr-laukis an den Wörterbüchern gearbeitet hatte, wo er die ruhigsten und besten Arbeitsbedingungen vorfand, zog er nach Rietavas. Dort kümmerte er sich um die Herausgabe einer litauischen Zeitung, die Einrichtung einer Druckerei und die Veröffentlichung von Büchlein für das Volk. 1860 zog er nach Vilnius, wo er sich ganz der Vorbereitung und Herausgabe eines Büchleins für das Volk widmete. Offensichtlich hatte er damals weder Zeit noch Lust, an den Wörterbüchern zu arbeiten.

Deshalb ist M. Akelaitis’ vergleichendes Wörterbuch als ein nicht verwirklichtes Vorhaben zu betrachten, das sich in etymologischen Deutungen und Vergleichen verschiedener Namen und Wörter äußerte, nicht aber im fortlaufenden Schreiben eines Wörterbuchtextes. Für das Verfassen eines vergleichenden Wörterbuchs fehlten M. Akelaitis die sprachwissenschaftliche Vorbereitung, die Hingabe und die Zeit; sein Vorhaben blieb daher unausgeführt. Es dürfte sich also kaum lohnen, nach dem Wörterbuchmanuskript zu suchen, das in den Arbeiten von Bibliografen und Autoren erwähnt wird, die über M. Akelaitis geschrieben haben. Wahrscheinlich handelt es sich um einzelne etymologische Erklärungen und Fragmente davon, von denen ein Teil gedruckt wurde, während andere verstreut in Manuskripten verblieben.

M. Akelaitis sammelte Material nicht nur für ein vergleichendes, sondern auch für zweisprachige (polnisch-litauische und litauisch-polnische) Wörterbücher, deren Zusammenstellung er auf den Rat M. Valančius’ hin begann. Dabei versprach er, zunächst ein kleines polnisch-litauisches und später ein litauisch-polnisches Wörterbuch vorzubereiten, für das er das Material bereits bereitliegen habe; es müsse nur noch ausgewählt („ociosac“) und systematisch bearbeitet („w jedno piękną całość zestawić“) werden. Bei diesem vorbereiteten Material handelte es sich wohl um gedruckte und insbesondere handschriftliche Wörterbücher anderer Autoren (von Andruškevičius, einem anonymen Ostlitauer und anderen), die M. Akelaitis meinte, leicht verwenden zu können.

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Über den Verlauf der Arbeiten am polnisch-litauischen Wörterbuch macht M. Akelaitis in seinen Briefen widersprüchliche Angaben. Im Entwurf eines Briefes an A. Kirkor vom 3. Mai 1858 schreibt er:

„Gegenwärtig beende ich das Polnisch-Litauische Wörterbuch. Ich habe einen Menschen gefunden, einen echten Litauer, der meine Arbeit auf eigene Kosten zum Druck bringen soll (F1–10, p. 2). [Jetzt beende ich das polnisch-litauische Wörterbuch. Ich habe einen Menschen gefunden, einen echten Litauer, der meine Arbeit auf eigene Kosten in Druck geben soll.]

Angesichts der leichtfertigen und voreiligen Versprechen M. Akelaitis’, alles rasch zu erledigen, weckt diese Nachricht Zweifel. Tatsächlich teilte M. Akelaitis wenig später in einem Brief an J. Kraszewski mit:

„Die Wörterbücher: das Polnisch-Litauische und das vergleichende Litauische schreiten im Schneckentempo voran. Im ersten werde ich neben litauischen auch altpreußische Wörter aufnehmen sowie lettische, die im Litauischen bereits ausgestorben sind. Selbstverständlich kann hier nicht von deutschen Wörtern die Rede sein, die sich ins Lettische eingeschlichen haben. Ferner werde ich polnische Wörter erläutern, deren Ursprung im Litauischen liegt, wie etwa skrzydło, oskard, kord, ogół, szczegół usw. Drittens werde ich kurz die Namen aus der litauischen Mythologie darlegen, die im Wörterbuch von Orgelbrand aufgenommen sind und dort (die Herren Verfasser mögen mir verzeihen) höchst unsinnig beschrieben werden“ (F1–11, p. 3). [Die Wörterbücher — das polnisch-litauische und das vergleichende litauische — schreiten im Schneckentempo voran. Im ersten werde ich neben litauischen auch altpreußische Wörter aufnehmen sowie lettische, die im Litauischen bereits ausgestorben sind. Selbstverständlich kann hier nicht von deutschen Wörtern die Rede sein, die sich ins Lettische eingeschlichen haben. Ferner werde ich polnische Wörter erläutern, deren Ursprung im Litauischen liegt, wie etwa skrzydło, oskard, kord, ogół, szczegół usw. Drittens werde ich kurz die litauischen mythologischen Namen darlegen, die im Wörterbuch von Orgelbrand aufgenommen sind und dort (die Herren Verfasser mögen mir verzeihen) schlecht beschrieben werden.]

Aus diesem Briefauszug geht hervor, dass das polnisch-litauische Wörterbuch nicht abgeschlossen, sondern, wie man sagen könnte, erst in Angriff genommen wird. Durch die altpreußischen und lettischen Entsprechungen sowie die mythologischen Namen ähnelt es einem vergleichenden Wörterbuch. Offenbar hatte M. Akelaitis keine feste Vorstellung davon, was wohin gehört, und gibt einmal an, die mythologischen Namen würden in das vergleichende, ein andermal, sie würden in das zweisprachige polnisch-litauische Wörterbuch aufgenommen. Das zeigt seine für den Beginn der Arbeit typischen Schwankungen. Soweit das in unserer Republik vorhandene Archivmaterial und andere Quellen ein Urteil zulassen, spricht M. Akelaitis sonst nirgendwo über die Arbeit an einem polnisch-litauischen Wörterbuch. Nur in einem Brief an A. Kirkor vom 26. November 1859 erwähnt er noch:

„Außer den Büchlein für das Volk werden wir bald ein Litauisch-Polnisches und ein Polnisch-Litauisches Wörterbuch sowie eine litauische Grammatik herausgeben (TŻ, III, 318). [Außer den Büchlein für das Volk werden wir bald ein litauisch-polnisches und ein polnisch-litauisches Wörterbuch sowie eine Grammatik der litauischen Sprache herausgeben.]“

Die zweisprachigen Wörterbücher, die damals noch nicht erstellt waren, sollten nach den populären Büchlein erscheinen, von denen M. Akelaitis 1860 fünf herausgab. Die weitere Verlagstätigkeit kam aus Geldmangel und wegen anderer Arbeiten zum Stillstand (vgl. JanMA, 49). Das polnisch-litauische Wörterbuch wird auch in der bereits zitierten Presse (Kuryer Wileński, Biblioteka Warszawska, Kraj), in der über M. Akelaitis’ lexikografische Arbeiten berichtet wurde, nicht erwähnt. Daher wurde ein solches Wörterbuchmanuskript höchstwahrscheinlich nicht fertiggestellt. Es handelt sich wohl um einen nicht verwirklichten Plan M. Akelaitis’, ebenso wie das vergleichende Wörterbuch. Mit K. Širvydas’ polnisch-lateinisch-litauischem Wörterbuch hätte M. Akelaitis ohne große Mühe ein kleines polnisch-litauisches Wörterbuch schreiben können. Doch wegen seiner Zerstreutheit und der Beschäftigung mit immer neuen Arbeiten konnte er sich diesem kleinen Wörterbuch nicht widmen, und es blieb, wie anzunehmen ist, ungeschrieben. Über die Existenz eines Manuskripts eines solchen Wörterbuchs liegen uns keine zuverlässigen Angaben vor.

Nur das dritte lexikografische Werk M. Akelaitis’ — das Litauisch-Polnische Wörterbuch — ist eindeutig als reale Tatsache belegt. M. Akelaitis selbst schrieb in seinen bereits früher zitierten Briefen wiederholt darüber. Das Wörterbuch wurde auch in der Presse erwähnt, wo zudem vermerkt wurde, dass das Manuskript von M. Akelaitis’ Litauisch-Polnischem Wörterbuch in den bei dem Vilniuser Künstler Zenkevičius zurückgelassenen Büchern und Manuskripten gefunden worden war,

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dass er unvollendet war und etwa 300 Blätter (nicht Lagen, wie in JanMA, S. 1, behauptet wird, denn ein so umfangreiches Wörterbuch konnte M. Akelaitis, der auch mit anderen Arbeiten beschäftigt war, nicht verfassen) umfasste. Nach Zenkevičius’ Tod gelangte M. Akelaitis’ litauisch-polnisches Wörterbuch in die Hände von J. Karlowicz¹¹. Da das Manuskript des Wörterbuchs heute nicht vorliegt, ist es unmöglich, es zu beschreiben. Es lässt sich nicht einmal sagen, um was für ein Wörterbuch es sich handelt — ein zweisprachiges oder ein mehrsprachiges. Im Entwurf eines Briefes an A. Kirkor erwähnt M. Akelaitis ein Wörterbuch der litauischen Sprache und gibt dafür folgendes Beispiel:

„Das litauische Wörterbuch wird auf Polnisch, Russisch und Deutsch dargelegt. Hier ein Beispiel. Kalpa, os f. Diener, Teilnehmer; clyra, участник; Diener und Dienerin, Teilnehmer. Giliminia kalpa, Knecht, Komplize des Todes, Räuber. Pórdvnaj: Sanskr. Klpn. 1) die Ursache von etw. werden, 2) machen, bewirken, 3) geben, zuteilen. Lotyskie Kalps, Knecht. Gotškie hilpa, halp, deutsch helfen, Polskie chłop (F1—10, S. 8).

Es scheint, dass hier ein Beispiel aus einem litauisch-polnischen und nicht aus einem vergleichenden Wörterbuch vorliegt, in dem auch lateinische und griechische Entsprechungen enthalten sein müssten. Es ist zu erkennen, dass M. Akelaitis überall Wörter aus verschiedenen Sprachen einstreute; deshalb nahm er auch in das Beispiel aus dem litauisch-polnischen Wörterbuch noch russische, deutsche und sanskritische Entsprechungen auf.

Über M. Akelaitis’ litauisch-polnisches Wörterbuch ließe sich etwas anhand dreier lexikografischer Entwurfsseiten sagen, die sich in M. Akelaitis’ Nachlass befinden (F1—32, S. 1—3). Eine davon geben wir hier vollständig wieder:

Saunóra = Egoist. šieks = Ziel. sáugulis = Vorsicht; fahre mit Vorsicht, wohin es auch fährt, damit du nicht vom Wagen fällst. saudarbis = Wer nur für sich selbst arbeitet und nicht für andere, der ist ein saudarbis = Egoist. savaimei = aus eigenem Antrieb; ihm ist die Uhr von selbst stehen geblieben, ohne sie aufzuziehen. savyšta, savyba = 1) Eigenschaft; wir kommen mit der eigenen Eigenschaft zurecht; 2) Eigentum — so eine Eigenschaft des Gegenstands. savigyra = Angeber. skaistyaris Messing skanakyš, ė anziehend, reizvoll; wessen Augen hübsch und scharf sind, dessen Herz ist weich; eine schöne Jungfrau zu sehen, ist eine Freude; wer schön aussieht, ist skanakyš skanskonis lakóč skarda Blech skėtis Regenschirm sausainis = Zwieback, auf Wasser gebacken, ohne Milch und Butter rakas Streit. Wenn der Streit ausbricht, schlüpfen die Gänse aus dem Ei skiltis, ies 1) Stamm, Geschlecht. Er stammt aus einem hochgestellten Geschlecht = der Verwandtschaft; 2) Art: eine Kartoffelsorte minikas Rätselsteller spėjikas Rätsellöser skyra Auswahl, Unterschied. Es gibt keinen Unterschied mehr, alle trinken. Er nimmt es ohne Unterschied. Alte und Junge liegen alle ohne Unterschied in einer Hütte skyras,a ausschließlich, getrennt. Er war von der ganzen Welt abgesondert skyrybė Unterschied skyris,io Abschnitt skyrus,i einsam skystalinti ohne Grund werden. Man kann nicht schwimmen skystis Flüssigkeit (Beschaffenheit), Dünnflüssigkeit skystutis — jemand, der nicht widerspricht, sich nicht wehrt skolinkas ohne Zins, unaufmerksam gegenüber der Schuld. Ich leihe es ihm = gebe skolytis = sich verschulden skomas = Geschmack. Mageres Kalbfleisch ohne Geschmack [.] eine schmackhafte Speise.

¹¹ V. Žukas, Aus der Geschichte der Bibliotheken und Bibliografie, „Jahrbuch der Wissenschaftlichen Bibliothek der Vilniaus Valstybinio V. Kapsuko vardo universiteto“, 1858—1959, Vilnius, 1961, S. 249.

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skometi = schmecken; der Mund schmeckt, wenn man etwas Süßes isst. Sie möchte Honig schmecken und kostet ihn.

skradžia — zugrunde gehen — Dich soll der Blitz [?] in die Tiefe schleudern dafür.

skradžias, ia Adjektiv = bodenlos. Mögest du in die bodenlose Tiefe fahren.

uktvere Er läuft um seinen Hof herum.

skráitas — Ausziehen, Entkleiden. Er zieht das Kleidungsstück aus und macht sich nackt.

skriesti, skriedžiu, skriešiu. Einen Kreis beschreiben. Der Zauberer umkreiste die Wunde mit einer kreisenden Bewegung, damit sie nicht weiter aufreiße.

skriest(u)vas — Zirkel. Damit zeichnest du einen Kreis.

skritulis

skrybele mit abgetragenen Stellen ist gut.

skritinys: Kreis. Die Wiese ist mit Kreisen übersät.

Viertel quadratisch.

Latte = pfosten, verflechte die Latte mit einer Latte und verbinde die Enden mit einer Latte an der Wand.

Eile = Eile. An hastiger Arbeit hat man keine Freude. Hastige Arbeit ist schlampig und nichts wert.

eilig = eilfertig, eine eilige Arbeit.

eilig = ein eiliger Mensch, hastig.

schwelgen — sich gehen lassen.

Ausschweifung — Ausschweifung, Leidenschaftsrausch. Užeja skut inys [skuitinys] Da skuitinys ne pereja jai.

skunda Sparsamkeit. Del skalsos reik skundos.

Armut Elend. Marcziai skurda ten.

Armut In Velunoj in Armut leben.

arm = elend. Es ist armselig, ihnen beim Streiten zuzuhören. Ein armes Herz.

Armer ein Habenichts

arm elend

Die Schreibweise dieser Seiten und die angeführten Belegbeispiele lassen jedoch Zweifel daran aufkommen, ob es sich um das Manuskript von M. Akelaitis handelt. Zum einen stimmen die bei einzelnen Wörtern angeführten Sätze vollständig mit den Beispielen im Wörterbuchmanuskript von A. Juška überein. M. Akelaitis konnte sie nicht aus A. Juškas Wörterbuch abgeschrieben haben, da dieses noch nicht zusammengestellt worden war. Zum anderen unterscheidet sich die Handschrift des Manuskripts von der Schrift M. Akelaitis’. Auch durch die Verwendung des Buchstabens v unterscheidet sich das Manuskript von M. Akelaitis’ Handschriften, in denen das polnische w geschrieben wird. Somit liegt der Schluss nahe, dass diese drei in den Nachlass von M. Akelaitis gelangten lexikografischen Seiten nicht von M. Akelaitis stammen.

M. Akelaitis’ lexikografische Tätigkeit zeigte sich nicht nur in seinen Bemühungen, ein vergleichendes und zwei zweisprachige Wörterbücher zusammenzustellen, sondern auch im Sammeln verschiedener terminologischer Materialien und im Schaffen neuer Termini, im Eintragen litauischer Termini in einen polnischen Text zur litauischen Grammatik, in Worterklärungen und anderen kleineren Bemerkungen.

Bei der Herausgabe litauischer Büchlein und beim Übersetzen aus anderen Sprachen musste M. Akelaitis auch litauische Termini bilden und Listen sowie Glossare davon zusammenstellen. Damals war die Terminologie der verschiedenen Fachgebiete im Litauischen sehr spärlich, uneinheitlich oder fehlte ganz. Es gab noch keine elementaren Lehrbücher der Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte, Geografie und anderer Fachgebiete; daher mussten diejenigen, die schrieben oder aus anderen Sprachen übersetzten, die wichtigsten benötigten Termini selbst schaffen. Auch M. Akelaitis ging diesen Weg.

Im Handschriftenbestand der Bibliothek der Staatlichen Universität Vilnius namens V. Kapsukas befindet sich ein 20-seitiges Manuskript von M. Akelaitis mit dem Titel „Verzeichnis der einheimischen Pflanzennamen, wie sie die Žemaiten nennen“ (Signatur D1020), das etwa 580 Pflanzennamen mit lateinischen Entsprechungen enthält. Unter dem Buchstaben A stehen 21 Pflanzennamen als Stichwörter, nämlich:

Agūnas darža Papaver somniferum (1), Agr asai Ribes. Uva crispa (1), Agrastai dᵉ, dᵉ, Agrastai derlėja, Ribes Grossularia (1), Agrastai gaurutėje. dᵉ reclinatum (1), Ajerai Aeorus, calamus. Kalmus (1), Akliai. Galeopsis Tetrahit (1); Amalai. viscum album, Mistel (1), Anyszys siehe Anyžys.

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Sison anisum (1), Ápalis, populus nigra (1), Apiniai, Humulus Lupulus. Apwiniai (1), Ápušze, populus tremula (1), Ásiai, epuisetum hiemale (1), Aszōkliai, ribes rubrum. Aszwōkliai (1), Átgires, lycopodium, selago (1), Átkaksznis, evonimus europaeus (1), Atūdōgiai, secale cereale vernum (1), Awētes, sanguisorba officinalis (1), Awētes, rubus, Idaeus, awēczios (1), Áwiżas, avena sativa. awižos tuszczios ave. fatua (flaves ser.), Awižu žole, bromus sterilis (1).

Im Wörterverzeichnis kommen žemaitische Formen vor, z. B.: Dēwamediai (4), Erszketiai (4), Papartiai (11), Žaltia lunks (17) usw. Bisweilen werden parallel žemaitische und aukštaitische Formen von Pflanzennamen angegeben, z. B.: Klaus, acer platanvides. Klevas (7), Warputiai. Ariticum repens. Warpucziai, warputis (15) usw.

Dieses Pflanzenverzeichnis schrieb M. Akelaitis aus dem Manuskript „Tayslōs augimiu“ (Taislius augymių) des žemaitischen Botanikers J. Pabrėža ab. Auf Seite 887 beginnt darin „Rodiikle Waarduu sawyszkuuju kaap kōres augimes wadyn Žemaytee“. M. Akelaitis übertrug das Verzeichnis und die Pflanzennamen in die aukštaitische Form und behielt nur hier und da žemaitische Formen bei.

Auf der Anfangsseite des Manuskripts des Wörterverzeichnisses steht, nicht von M. Akelaitis’ Hand: „Verwendet wurden Staugaitis’ Wörterbuch und das neue botanische Wörterbuch. Aus dem Archiv von Kriaučiūnas (über Čiuta).“

Bei der Übersetzung und Vorbereitung des kleinen Werks „Apej garus“ (Fl—31) für den Druck beschäftigte sich M. Akelaitis mit den Einzelteilen einer Lokomotive (wie er es ausdrückte: Dampfkoessel und Eisenwagen), für die litauische Bezeichnungen gefunden werden mussten. Damit wurde er zum ersten Schöpfer technischer Terminologie, der in seinem Werk mehr als hundert Bezeichnungen für Lokomotivteile samt Erläuterungen vorlegte, z. B.: antvožėlis, aušytojas, katilas, kaitintojas, muštuvė, plaukytojas, pliumpa, provadūrys, stiebas, svirtis, stūma, švilpynė, tarpininkas „Pleuelstange“, triuba, volė, vežės „Schienen“, žirgiai, žibintuvė usw. Es handelt sich überwiegend um Wörter der Volkssprache, die als Fachbegriffe verwendet werden, sowie um einige misslungene Neubildungen (plaukytojas „Schwimmer“, aušytojas „Kondensator“ usw.). Diese erste kleine Sammlung technischer Fachbegriffe ist für die Geschichte der Terminologie wichtig (Näheres siehe in der Zeitschrift „Mokslas ir technika“, 1969, Nr. 11).

M. Akelaitis gehört auch zu den Schöpfern der grammatischen Terminologie. Obwohl seine Grammatik der litauischen Sprache auf Polnisch verfasst ist, finden sich darin an einigen Stellen (in der Einleitung usw.) neben polnischen Fachbegriffen in Klammern auch ein gutes Dutzend litauischer Entsprechungen. Sie stammen von Vorgängern (A. Baranauskas u. a., z. B.: raštelis „Buchstabe“, rašyba, tarmė, lankstymas, žodži-ūgis, saudžiai „Konsonanten“) oder wurden von M. Akelaitis selbst geprägt (z. B.: balsyba „Lautlehre“, raštadailė „Grafik“, žodžkilis „Etymologie“, tartis „Silbe“ usw.). M. Akelaitis neigte generell dazu, Fachbegriffe zu bilden, wie auch sein erster litauischer Brief an M. Valančius zeigt (TŽ, III, 292–294), in dem wir folgende Neubildungen finden: raštenybė (poln. pismienictwo), mėnskaitlius oder metininkas „Kalender“, kalbamylis „Philologe“, tiesiaieškōjas „Kritiker“ und žodynas, mit folgender Anmerkung: „Ich nenne es ‚Žodinas‘, nicht Žodinis, wie Wallenjawicze und Iwinskis wollen; denn wir sagen — karklis, karklinas, puszis, puszinas: deshalb auch žodis — žodinas (S. 293).

Neben Terminologiesammlungen finden sich in den Manuskripten von M. Akelaitis verschiedene Wörter, Erläuterungen zu Ereignissen und ähnliche Dinge. Die meisten davon sind der Übersetzung von K. Donelaitis’ „Metai“ ins Polnische beigefügt, die im Zentralen Staatsarchiv der Litauischen SSR aufbewahrt wird (f. 378, PS, 1861, Bd. 16, Teil 1, Bl. 145–198). Die Übersetzung ga-

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Auf S. 197–198 finden sich 18 nummerierte Erläuterungen – Anmerkungen („Przypisy“), die wir hier wiedergeben, mit Übersetzungen versehen und mit dem Hinweis, auf welchen Teil und welche Zeile der „Metai“ sie sich beziehen: 1) Die Litauer glauben, dass der Storch in ferne Länder fliegt, um dort den Winterschlaf zu halten. [Die Litauer meinen, dass der Storch zum Winterschlaf in ferne Länder fliegt (I, 43).] 2) Diesen Vers lässt sich nur schwer ins Polnische übertragen, denn die Wörter: Jurgut! Jurgut! kinkyk, kinkyk, paplak, paplak ahmen den Gesang der Nachtigall nach. [Dieses Wort lässt sich schwer ins Polnische übersetzen, denn die Wendung: Jurgut! Jurgut! kinkyk, kinkyk, paplak, paplak ist eine Nachahmung des Nachtigallengesangs (I, 107).] 3) Nachtigall heißt auf Litauisch lakštingala, weiblichen Geschlechts. Die Litauerinnen singen unterwegs gewöhnlich ihre Lieblingsdainos; daher vergleicht der Dichter die Nachtigall mit einer Bäuerin, die zu Besuch geht. [Słowik — lakštingala, weiblichen Geschlechts. Die Litauerinnen singen auf Reisen gewöhnlich ihre Lieblingslieder, deshalb vergleicht der Dichter die Nachtigall mit einer Bäuerin (būre), die zu Besuch geht (I, 116).] 4) Szupinis haben wir mit Erbsensuppe übersetzt. Es handelt sich um Erbsen, die mit Mehl oder Graupen dick eingekocht werden. Eine solche Erbsensuppe kommt nicht ohne Speck, Schweinekopf, Füße und Schwanz aus, der in der Schüssel die ganze Zierde dieser bei den Litauern beliebten Speise bildet. [Šiupinį haben wir mit Erbsensuppe übersetzt. Es sind Erbsen, dick mit Mehl oder Grütze gekocht. Eine solche Erbsensuppe muss Speck, Schweinekopf und Schweineschwanz enthalten, der in der Schüssel den ganzen Reiz dieser bei den Litauern beliebten Speise ausmacht (I, 151).] 5) In den Jahren 1709 und 1710 wütete in Litauen die Pest. Die Sterblichkeit war hoch, die Dörfer standen leer. Die preußische Regierung ließ Kolonisten aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich kommen. Mit der Zeit verschmolzen sie mit den Litauern und übernahmen deren Sprache und Bräuche. [1709–1710 wütete in Litauen die Pest. Die Sterblichkeit war hoch, die Dörfer verwandelten sich in Ödland. Die preußische Regierung brachte Kolonisten aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich ins Land. Mit der Zeit gingen sie in den Litauern auf und übernahmen deren Sprache und Bräuche (I, 563).] 6) Giltinė — eine „żądnica“, Todesgöttin, so genannt, weil sie mit ihrem Stachel (żądło) aus den Leichen das tödliche Gift saugt und damit Menschen tötet. Daher legte man eine Schere neben den Toten, damit sie der Giltinė die Zunge abschneide, wenn diese kommt, um das Gift aus ihr zu holen. [Giltinė — Todesgöttin, weil sie mit ihrem Stachel das tödliche Gift aus den Leichen saugt und damit Menschen tötet. Deshalb legte man eine Schere neben den Toten, damit sie der Giltinė die Zunge abschneide, wenn sie kommt, um das Gift daraus zu saugen (II, 37, 88).] [Das Wort giltinė ist unübersetzt geblieben, auch im polnischen Text, und wird großgeschrieben.] 7) Indem der Dichter Giltinė mit einer Sense darstellt, weicht er von den bisherigen Überlieferungen des Volkes ab. (Siehe die vorhergehende Anmerkung.) [Der Dichter entfernte sich, indem er Giltinė mit einer Sense darstellte, von den damaligen volkstümlichen Vorstellungen. (Siehe die vorhergehende Anmerkung) (II, 90).] 8) Frondienst heißt auf Litauisch baudžiawa, was Zwang, Gewalt bedeutet. [Baudžiava bedeutet auf Litauisch Zwang, Gewalt (II, 99).] 9) „kaip būrą baudžiąwa baudžia“ bedeutet: wie die Fron den Bauern (gaura) gewaltsam bedrängt. [„kaip būrą baudžiąwa baudžia“ bedeutet: wie die Fron den Bauern bedrückt (II, 148).] 10) Deiwes — Gespenster, Schreckgestalten. [Deivė — Zauberin, Schreckgestalt (II, 212).] [Das Wort deivė wurde nicht ins Polnische übersetzt und wird großgeschrieben.] 11) Podkomorzy — Pakamorė, Gehilfe des Schultheißen. Zu den Pflichten des Pakamorė gehört es, den Bauern die Regierungsverordnungen bekannt zu machen und von ihnen Steuern einzuziehen. Pakamorė — Gehilfe des seniūnas. Seine Pflicht ist es, den Dorfbewohnern die Regierungsverordnungen bekannt zu machen und von ihnen Steuern einzuziehen (II, 437).] 12) Wachmeister, Beamter der örtlichen Polizei. [Wachmeister — Beamter der örtlichen Polizei (II, 544).] 13) Wir haben hier das Wort dziewosłęb unpassend verwendet. Kwieślys — derjenige, der zur Hochzeit ruft und einlädt: kweśće, kwęcciu, ich lade ein. Dziewosłęb heißt auf Litauisch pirszlys: perszu, Kuppler, Werber. [Unpassenderweise verwenden wir hier das Wort dziewosłęb. Kwieślys — derjenige, der um etwas bittet und zur Hochzeit einlädt: kviestie, kviečiu — ich bitte. Dziewosłęb heißt auf Litauisch piršlys: perszu (III, 83).] 14) Die Haube, die ausschließlich verheiratete Frauen tragen, heißt auf Litauisch rykas. Mit diesem Wort verwandt sind rykįs, rykūnas „Verwalter“; rykūne „Hausfrau“. Einen Kranz dürfen nur Mädchen tragen; eine verheiratete Frau darf sich mit Blumen und Raute schmücken, solange sie keine Tochter geboren hat, das heißt, solange sie noch keine alte Frau geworden ist. Wird ein Mädchen ausnahmsweise Mutter (was in Litauen sehr selten vorkommt), verliert sie das Recht auf die Haube (pałaklė) und den Kranz. In diesem Fall bekennt die Unglückliche ihre Schuld bei der Beichte und bittet den Priester unter Tränen, ihr wenigstens zu gestatten, sich mit Raute und Blümchen zu schmücken, wenn sie nicht zu den Zeichen der Jungfräulichkeit zurückkehren darf – zur Haube und zum Kranz, den sie heute in rührenden dainos beweint. [Die Kykas ist ein ausschließlich von verheirateten Frauen getragenes Kleidungsstück und heißt auf Litauisch rykas. Mit diesem Wort verwandt sind rykįs, rykūnas „Herrscher“, rykūne „Hausfrau“. Einen Kranz dürfen nur Mädchen tragen; eine verheiratete Frau darf sich mit Blumen und Raute schmücken, bis sie eine Tochter geboren hat oder alt geworden ist. Wird ein Mädchen zufällig Mutter (was in Litauen sehr selten vorkommt), verliert sie das Recht auf die Krone und den Kranz. In diesem Fall bekennt die Unglückliche ihre Schuld bei der Beichte und bittet den Priester unter Tränen, ihr wenigstens zu gestatten, sich mit Raute und Blümchen zu schmücken, wenn sie nicht zu den Insignien der Jungfräulichkeit zurückkehren darf — zur Krone und zum Kranz, den sie heute in rührenden Liedern beweint (III, 105).] 15) In der litauischen Stube gibt es keinen Fußboden, sondern nur einen festgestampften Lehmboden, einen aus Lehm geschlagenen Boden. [

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festgestampften Lehmboden. [In der litauischen Stube gibt es keinen Fußboden, sondern nur eine Diele, einen Lehmboden (III, 183).] 16) Kriwule ist ein gekrümmter Stab, den der Schultheiß benutzt. Wenn der Schultheiß den Bauern etwas bekanntgeben will, schickt er die Kriwulę von Hütte zu Hütte. Der Litauer, der den Stab erhält, schickt ihn weiter und eilt selbst zum Schultheißen. Daher sagt man: eimi in kriwulę, ich gehe zur Versammlung; pareimi iż kriwules, ich komme von der Versammlung zurück. Kriwule sowie Kriwis i Kriwiu-Kriwaitis (Kriwe-Kriwajto) haben einen gemeinsamen Ursprung. Auch das Spottwort über den Litauer — skurczypałka — erklärt sich hieraus. [Kriwulė ist ein gekrümmter Stab, der vom Schultheißen benutzt wird. Wenn der Šaltyšius den Bauern etwas mitteilen will, schickt er die kriwulė von Haus zu Haus. Der Litauer, der den Stab erhalten hat, schickt ihn weiter und eilt selbst zum Schultheißen. Daher sagt man: eimi in kriwulę, pareimi iš kriwulės. Kriwulė sowie Krivių-Krivaitis (Kriwe-Kriwajto) haben einen gemeinsamen Ursprung. Daraus entstand auch die spöttische Redensart über Litauer: liet uvis — riesta lazda (IV, 153).] [Das Wort krivulė wurde auch im polnischen Text beibehalten.] 17) Der Autor meint die beiden Brände, die 1764 und 1769 in Königsberg ausbrachen. [Der Autor hat zwei Brände im Sinn, die 1764 und 1769 in Königsberg ausbrachen (IV, 184).] 18) Damals ordnete die Regierung an, dass die Bauern Spatzen und Krähen vernichten sollten. Jeder Bauer musste jährlich zwölf Spatzenköpfe und mehrere Paar Krähenfüße abliefern. [Damals hatte die Regierung den Bauern befohlen, Spatzen und Krähen zu vernichten. Ein Bauer musste jedes Jahr zwölf Spatzenköpfe und einige Paar Krähenfüße abliefern (IV, 293).]

Dem Inhaltsverzeichnis der Liedersammlung von G. Neselmann (Fl—26, S. 3) sind folgende sprachliche Auszüge, Anmerkungen und Erläuterungen (Zwroty językowe) beigefügt:

Kas gelbės ieškotie? — wer hilft beim Suchen (S. 3); surinko tris metelius. Pavytysius lapelius (S. 4); Mamuž, mamuž, garbužėle (S. 6); Pridab otie - dozierać (S. 6); Žemynelė — žiedekele, heißt das nicht: Erde, Erdele, mit Blüten geschmückt? (S. 7); Žemynos ziedai (S. 9); Kopini kas (S. 8); Nehrunger; Ei mergate pakalnele! Mädchen aus dem Tiefland. Del ko taip dailos į lemenelį (S. 9); Muma moczutes (S. 9); Weluka flaga (S. 12); Kas tawę nuszausai? (17); Palynelis, Schlingennetz (18); Penkes backzeliu (13); Ne kwete peledą vieną. Lckys niedzwiedz (14); O wilkelis linksmas esąs wedis oszka szokti (14); Paganikelis, Hirte.

Hier werden hauptsächlich Erläuterungen zu selteneren Wörtern auf Polnisch gegeben.

In M. Akelaitis’ auf Polnisch verfasstem kleinen Werk „Moja chata“ (Fl—14) finden sich ebenfalls einige kurze Hinweise („Objaśnienia“) zum Gebrauch der Wörter lenkai, Lauma, Perkūnas, šiaurys und anderer.

Erörtert wurden M. Akelaitis’ Vorhaben, litauische Wörterbücher vorzubereiten, sowie kleinere lexikografische Arbeiten, die er während seines Aufenthalts in Litauen ausgeführt hatte. Im Exil beschäftigten ihn der Aufbau einer neuen linguistischen Theorie und das Verfassen einer Grammatik; der Lexikografie konnte er nur wenig Aufmerksamkeit widmen. Hier erwähnt er lediglich gelegentlich, dass ihm auch Wörterbücher am Herzen liegen. In einem Brief aus Paris an J. Kraševičius schrieb er 1883:

Vor kurzem las ich in der Warschauer Zeitung eine Nachricht über die Ausschreibung von Wettbewerben durch die Akademie der Wissenschaften in Krakau. Darunter fand ich den Wettbewerb zum Gedenken an Samuel Bogumił Linde: „Forschungen im Bereich der polnischen Sprache“. — Ich habe Lust, mich am Wettbewerb zu beteiligen. Ich beabsichtige, eine solche Arbeit zu verfassen: „Verzeichnis polnischer Wörter, die aus dem Litauischen stammen oder mit ihm einen gemeinsamen Ursprung haben“. — Teuerster, liebster Landsmann! Bitte sende mir als Mitglied der Krakauer Akademie freundlicherweise ausführliche Auskunft über den erwähnten Wettbewerb. Auf welchen Tag und welches Jahr fällt der endgültige Abgabetermin, und bei wem ist das Manuskript einzureichen? Eine zweite Arbeit, von der ich unablässig träume, ist ein etymologisches Wörterbuch der polnischen Sprache. Die Polen besitzen bis heute kein derartiges Werk. Ich denke auch an ein polnisch-litauisches und ein litauisch-polnisches Wörterbuch. Aber wer wird mir die Mittel zur Ausführung dieser Arbeit sichern?…¹² [Kürzlich las ich in der Warschauer Zeitung eine Nachricht über den Ausschreibungsplan der Wettbewerbe der Krakauer Akademie der Wissenschaften. Darunter ist auch der Wettbewerb zu Ehren von S. B. Linde: „Forschungen zur polnischen Sprache“. Ich möchte am Wettbewerb teilnehmen. Ich beabsichtige, folgende Forschung vorzulegen: „Polnische Wörter, die aus dem Litauischen stammen oder einen gemeinsamen Ursprung mit ihm haben“. Teurer und lieber Landsmann! Bitte sende mir als Mitglied der Krakauer Akademie detaillierte Informationen über den erwähnten Wettbewerb. Wann ist der endgültige Abgabetermin (Jahr und Tag), und bei wem muss das Manuskript eingereicht werden? Eine zweite Arbeit, an die ich ständig denke, ist ein etymologisches Wörterbuch der polnischen Sprache. Die Polen haben bis heute kein vergleichbares Werk. Ich denke auch an polnisch-litauische und litauisch-polnische Wörterbücher. Aber wer wird mir die Mittel zur Ausführung dieser Arbeit sichern?…]

12Handschriftenabteilung der Staatlichen Universität Vilnius V. Kapsukas, Nachlass M. Akelaitis.

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Aus diesem Brief geht hervor, dass M. Akelaitis auch im Exil, mit anderen Arbeiten beschäftigt, von lexikografischer Arbeit träumte, von polnisch-litauischen und litauisch-polnischen Wörterbüchern, die offenbar noch nicht zusammengestellt worden waren. Dies erinnert nochmals daran, dass man das in der bibliografischen Fachliteratur erwähnte lexikografische Vermächtnis M. Akelaitis’ (ein vergleichendes und zwei zweisprachige Wörterbücher) sehr zurückhaltend beurteilen muss.

Nach einem Überblick über die lexikografische Tätigkeit M. Akelaitis’ lässt sich Folgendes feststellen:

Der Enthusiast und Träumer M. Akelaitis meinte, er könne bald sogar drei Wörterbücher verfassen, begann Material zu sammeln und verkündete, dieses oder jenes Wörterbuch sei bereits beinahe fertig, obwohl er in Wirklichkeit mit der Arbeit noch nicht einmal richtig begonnen hatte.

Auf lexikografische Arbeit war M. Akelaitis bis zu einem gewissen Grad vorbereitet. Er eignete sich Sprachen an, interessierte sich für zuvor zusammengestellte litauische Wörterbücher und sammelte sie, sowohl gedruckte als auch handschriftliche; einige davon (Andruškevičius’, das anonyme ostlitauische Wörterbuch) wurden in seinem Nachlass gefunden. Offenbar wollte er sie nutzen. Für die Erstellung von Wörterbüchern hatte M. Akelaitis eine recht große Menge gedruckter Literatur zusammengetragen. Aus seinen Äußerungen und den vorgelegten Beispielen geht jedoch hervor, dass er keine klaren und festen lexikografischen Grundsätze hatte. Besonders unschlüssig war M. Akelaitis hinsichtlich der Aufnahme von Entsprechungen aus anderen Sprachen in zweisprachige Wörterbücher; in den von ihm vorgelegten Beispielen solcher Wörterbücher finden sich Entsprechungen aus vier oder mehr Sprachen, obwohl sie für zweisprachige Wörterbücher nicht erforderlich sind. Auch an dem von M. Akelaitis geplanten vergleichenden Wörterbuch lässt sich vieles beanstanden: Aus den Beispielen geht hervor, dass er sich nicht an die etablierten Prinzipien des etymologischen Wörterbuchs hielt und häufig willkürlich Wörter zusammenstellte, die ihrer Herkunft nach nichts miteinander zu tun haben. Die Etymologisierungen von Eigennamen und Wörtern, die in das vergleichende Wörterbuch aufgenommen werden sollten, zeigen, dass M. Akelaitis die Prinzipien der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft nicht zu verinnerlichen vermochte; er suchte nach neuen Lautgesetzen und meinte, solche entdeckt zu haben, und schuf, auf sie gestützt, noch abwegigere Etymologien.

M. Akelaitis fehlten die erforderliche linguistische Vorbereitung und die Fähigkeit, sich auf lexikografische Arbeit zu konzentrieren; sein ständiges Hin und Her, sein Unverständnis für die Schwierigkeiten der Wörterbucherstellung und die schweren Lebensbedingungen verhinderten, dass er auf dem Gebiet der Lexikografie größere Ergebnisse erzielte. Seine lexikografische Tätigkeit war von weitreichenden, aber unrealistischen Vorhaben geprägt, von denen die meisten unausgeführt blieben.

Die von M. Akelaitis geplanten Wörterbücher blieben unvollendet und wurden nicht gedruckt. Nur das Manuskript des litauisch-polnischen Wörterbuchs gelangte in die Hände des polnischen Sprachwissenschaftlers J. Karlowicz und konnte für die Erforschung der litauischen Sprache genutzt werden. Dennoch spielte M. Akelaitis als Lexikograf eine positive Rolle in der Entwicklung der litauischen Lexikografie. Er setzte die Arbeit der Literaten sowie der Kultur- und Gesellschaftsvertreter der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Pflege der litauischen Literatursprache fort und trug dazu bei, den Wortschatz der litauischen Sprache zu sammeln und Wörterbücher zusammenzustellen. In der gebildeten Öffentlichkeit verbreitete und stärkte er den Gedanken, dass ein Wörterbuch notwendig sei, um die litauische Sprache zu erhalten und zu entwickeln, und dass eine weitere Bereicherung und Normierung der litauischen Sprache ohne Wörterbuch unmöglich sei. Über M. Akelaitis’ lexikografische Arbeiten wurde in der Presse berichtet, und seine Zeitgenossen kannten sie. Das regte auch andere Gebildete dazu an, sich um die Zusammenstellung und Veröffentlichung eines litauischen Wörterbuchs zu kümmern. M. Akelaitis befasste sich auch mit dem Sammeln und Schaffen litauischer Terminologie. Zudem trug er zur Sammlung und Bewahrung handschriftlicher litauischer Wörterbücher bei. Dank ihm ist uns ein ostlitauisches litauisch-polnisches Wörterbuch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben, das für die Beleuchtung der Geschichte der Lexikografie von Bedeutung ist.

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Dieser Artikel sollte einen tieferen Einblick in die lexikografische Tätigkeit M. Akelaitis’ geben, die bislang nur kurz anhand bibliografischer und biografischer Daten behandelt worden war, wobei drei lexikografische Arbeiten M. Akelaitis’ genannt wurden (ein vergleichendes und zwei zweisprachige Wörterbücher). Durch die Durchsicht des zugänglichen archivalischen und gedruckten Materials zu M. Akelaitis und die konkrete Untersuchung des ihm zugeschriebenen und uns zugänglichen lexikografischen Nachlasses wurde der Versuch unternommen nachzuvollziehen, was M. Akelaitis tatsächlich auf dem Gebiet der litauischen Lexikografie geleistet hat und welche seiner Vorhaben unausgeführt blieben. Es ist klar, dass diese Bemühungen lediglich den Anfang der Suche nach und Erforschung von M. Akelaitis’ lexikografischem Nachlass darstellen, eine Einführung, die durch weitere Nachforschungen zu M. Akelaitis’ Wörterbüchern (insbesondere dem realistischsten darunter — dem litauisch-polnischen Wörterbuch) und sonstigem Material sowie durch umfassendere Untersuchungen ergänzt und präzisiert werden muss.

QUELLENABKÜRZUNGEN

1. AkG = Gramatyka języka litewskiego. Glosownia. Napisał Mikolaj Akielewicz, Poznań. 1890.

2. Fl, 1…49 = Der handschriftliche Nachlass M. Akelaitis’ im Institut für Litauische Sprache und Literatur der Litauischen Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR (F1), bestehend aus 49 Mappen (sie werden nach dem Bindestrich angegeben).

3. Jan MA = A. Janulaitis, Mikalojus Akelaitis, Vilnius, 1969.

4. Tž = „Tauta ir Žodis“, eine Veröffentlichung der Fakultät für Geisteswissenschaften, Bde. I—VII, Kaunas, 1923—1931.

M. Akelaitis als Lexikograf

I. Kruopas

Zusammenfassung

Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die lexikografischen Arbeiten von M. Akelaitis (1829–1887), einer bedeutenden Persönlichkeit der Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Gebieten der litauischen Kultur, Bildung, Literatur und Wissenschaft. M. Akelaitis interessierte sich sowohl für die vergleichende Sprachwissenschaft, in der die litauische Sprache bereits damals einen wichtigen Platz einnahm, als auch dafür, zur Erforschung der litauischen Sprache und zur Erstellung ihrer Grammatik und Wörterbücher beizutragen. Er beabsichtigte, ein litauisch-polnisches, ein polnisch-litauisches und ein vergleichendes Wörterbuch der litauischen Sprache zusammenzustellen. Zu diesem Zweck sammelte er viele Jahre lang Material aus verschiedenen Quellen, insbesondere aus der litauischen schönen Literatur, und verfasste den größten Teil des litauisch-polnischen Wörterbuchs. Dieses Wörterbuch wurde von polnischen Sprachwissenschaftlern bei der Erforschung der litauischen Sprache verwendet. M. Akelaitis’ aktive Beteiligung am gesellschaftlichen, kulturellen und literarischen Leben Litauens, am Aufstand von 1863 gegen den Zarismus und seine anschließende Emigration nach Paris nach der Niederschlagung des Aufstands machten es M. Akelaitis unmöglich, seine lexikografischen Vorhaben abzuschließen. Dennoch spielte er eine positive Rolle in der Entwicklung der litauischen Lexikografie und Literatursprache.

12. Iš lietuvių leksikologijos ir leksikografijos

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