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ACTA LINGUISTICA LITHUANICA

LI (2004), 69–80

Die Redaktionen der Gesänge aus Mažvydas’ Katekizmas in den Gesangbüchern Ostpreußens des 16.–17. Jahrhunderts

INGA STRUNGYTĖ

Vilniaus universitetas

Ein Vergleich der in Mažvydas’ Catechismus enthaltenen Gesänge mit ihren Entsprechungen in den Gesangbüchern von Mažvydas und Vilentas, Bretkūnas, Sengstock und Klein zeigt, dass die aufeinanderfolgenden Herausgeber kleinere Korrekturen vornahmen, die Texte jedoch (mit Ausnahme eines Gesangs in Kleins Sammlung) nicht grundlegend überarbeiteten. Sengstocks Korrekturen beruhen in manchen Fällen nicht nur auf Mažvydas und Bretkūnas, sondern auch auf dem Catechismus von 1547. Klein war bei der Korrektur sprachlicher und versifikatorischer Unzulänglichkeiten wesentlich konsequenter als seine Vorgänger.

1. Viele Wissenschaftler haben die Sprache, die Versifikation und den melodischen Text der Gesänge in Mažvydas’ Katekizmas untersucht; ein ausführlicherer Vergleich der Gesänge im Katekizmas mit den in späteren Gesangbüchern abgedruckten Varianten steht jedoch bislang aus. Ein solcher Vergleich ist aufschlussreich, weil er die Haltung der Herausgeber gegenüber den alten Gesängen zeigt, dazu beiträgt, die Motive hinter einigen Änderungen aufzudecken, und erkennen lässt, welche Bücher ihrer Vorgänger die Herausgeber benutzten. Einige der Überarbeitungen der alten Gesänge waren nicht systematisch; so können etwa die wenigen Änderungen der Versifikation im Gesangbuch von Mažvydas oder Bretkūnas nicht als Versuch gelten, die Silbenzahl der Gesänge zu korrigieren, doch zeigen solche Korrekturen die Bemühungen der Herausgeber. Deshalb werden in diesem Artikel auch einzelne Korrekturen vorgestellt, die sich nicht verallgemeinern lassen, aber Aufschluss über die Arbeit geben, die die Herausgeber als Sprachredakteure geleistet haben. Diesmal wurde versucht, mithilfe einer vergleichenden Textanalyse die Gesänge aus Mažvydas’ Katekizmas mit ihren Varianten in den Gesangbüchern von Martynas Mažvydas und Baltramiejus Vilentas, Jonas Bretkūnas, Lozorius Zengštokas und Danielius Kleinas zu vergleichen.

1.1. Die ersten Akteure der Reformation bemühten sich, die vergleichsweise schwache, im Spätmittelalter entstandene Tradition des gemeinschaftlichen Singens in der Volkssprache fortzuführen. Nach und nach nahmen sie Gesänge aus dem 13.–15. Jahrhundert sowie die wenigen Übersetzungen der beliebtesten Festhymnen aus dem Lateinischen, die im Spätmittelalter entstanden waren, in ihr Repertoire auf (Pociūtė 1995: 51).

1547 erschienen im Herzogtum Preußen zwei Publikationen mit Gesängen in den Sprachen der einheimischen Volksgruppen. Es waren Seklucjano’s Gesangbuch Pieśni duchowne und, einige Monate später, Mažvydas’ Katekizmas, in dem 11 Gesänge mit Noten abgedruckt waren. Letztere Publikation war untypisch, denn gewöhnlich enthielten Katechismen entweder überhaupt keine Gesänge oder nur den Hauptgesang „Dievo prisakymai“ (Pociūtė 1995: 14). Wahrscheinlich war es nicht Mažvydas selbst, sondern Herzog Albrecht oder seine Ratgeber, die meinten, ein litauischer Katechismus müsse mit Gesängen gedruckt werden, die damals in der lutherischen Liturgie eine außerordentlich große Bedeutung hatten (Michelini 2000: 11). Der Herzog wollte

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die Grundlagen des lutherischen Glaubens im Land Preußen fest verankern; daher könnte Mažvydas empfohlen worden sein, sich auf Seklucjano’s Gesangbuch zu stützen (Michelini 2000: 11). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellte Christian Stang fest, dass dieses Gesangbuch die Hauptquelle für die Übersetzung von sieben Gesängen aus dem Katekizmas war (Stang 1929: 29–47).

In den Katekizmas wurde der beliebteste Psalm des Herzogtums Preußen aufgenommen, „Liaupflink dufcha mana pana“, den der Königsberger Pastor Johann Graumann (Poliander) in Verse brachte (Pociūtė 1995: 15). Ein weiterer, ebenfalls sehr beliebter Psalm jener Zeit, „Sulimilk ant mufu Diewe“, war für Begräbnisfeiern bestimmt. Andere Texte werden Luther zugeschrieben, darunter eine Bearbeitung eines mittelalterlichen Gesangs1 und ein Gesang des tschechischen Reformators Jan Hus2. Die letzten drei Gesänge werden nicht mit Seklucjano’s Gesangbuch in Verbindung gebracht: „Bernelis gime mumus“, eine der Varianten des beliebten mittelalterlichen Hymnus „Dies est leticiae“, sowie der Abendhymnus „Chriftau Dena effi ir fchweibe“ könnten unmittelbar aus einer lateinischen Quelle übersetzt worden sein3. Im Katekizmas wurde das programmatische protestantische Lied „O Diewe kurfs dangui ebi“ (eine von Johann Frederi bearbeitete katholische Litanei) abgedruckt, das J. Zablockis aus dem deutschen Text „O Gott Vatter im hymelreich“ übersetzt hatte (Michelini 2000: 114). Die Quelle der Übersetzung des gereimten mittelalterlichen Dekalogs „Tas eft Dieva prilikimas“, mit dem das Gesangbüchlein beginnt, war vermutlich der Gesang „Tocz iest boże prikazanie“ aus Seklucjano’s Katekizmas von 1545.

2. IM GESANGBUCH MAŽVYDAS’ wurden nahezu alle Gesänge aus dem litauischen Katekizmas von 1547 nachgedruckt, mit Ausnahme von „Thiewe mufu Danguielis“, das im Katekizmas nach dem Gesang „Oicze nasz, któryś jest w niebie“ (aus Seklucjano’s Gesangbuch von 1547) übersetzt worden war; in Mažvydas’ Gesangbuch erschien stattdessen eine neue Übersetzung von Luthers Gesang „Vater unser im himelreich“ (Michelini 2000: 443).

Einige Korrekturen zeigen, dass man sich in den Liedern stärker bemühte, den Besonderheiten des Originals Rechnung zu tragen und die Übersetzung der Vorlage anzunähern. So wurde der Wortschatz angepasst. So heißt es statt der Liedtexte des Katechismus (Gen. Pl.) waiku⁴: ant fawa miloiu funu / MžK 6₂₆ → Ant fawa miluyu waiku / MžG₁₁, vgl. poln. nad swemi milemi dziećmi⁵; der Gen. Sg. fweikatas wird in den Akk. Sg. ifchganima geändert, vgl.: Be tawęs gauti fweikatas MžK 7₄ → Be tawes gauti ifchganima MžG₁₁, vgl. poln. być zbawiona bez łaski twej. (poln. zbawiona ‚erlöst‘). Im Gesangbuch wird die Übersetzung im Vergleich zum Katechismus weiter verbessert und werden Formen korrigiert, die aus einer durchgerutschten wörtlichen Übersetzung stammen: At mufchku iu ftrelas beganczias / MžK 5₁₅ → Atmufchk io ftrelas beganczias / MžG₁₁, vgl. dt. Wend von uns ab sein feurig pfeil. Zum litauischen Äquivalent im Sg. f. dvasia wurde das Substantiv linksmintoja angepasst, denn im Katechismus wurde die grammatische Form des Substantivs Mask. duch beibehalten: Ligfmintaiu mes wad inam / MžK 3₅ → Linksmintoie mes wadinam / MžG₁₁, vgl. Cieszycielem cię zowiemy. In den Werken „Liaupflink dufcha mana pa-

1 „Mes tikim ijg wenagi Diewa“, „Paprafchaim fchwentales dwafes“, „Schwenta Dwafe mufump ateik“, „Thiewe mufu Danguielis“.

2 „Jefus Chriftus ifch gilbetas mufu“.

3 Das litauische Lied „Bernelis gime mumus“ hat bislang keine genaue Entsprechung.

4 Bei den Abkürzungen bezeichnet die große Zahl den Gesang aus Mažvydas’ Katekizmas in derselben Reihenfolge, in der er im Katekizmas abgedruckt ist, die kleine Zahl hingegen bezeichnet die Gesangszeile; zum Beispiel ist der Gesang „Schwenta Dwafe mufump ateik“ im Katekizmas der dritte usw.

5 Bei der Angabe der Übersetzungsentsprechungen wurde hier und an anderer Stelle Michelini (2000) zugrunde gelegt.

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In „na“ und „Paprafcham ſchwentafes dwafes“ wurde das mehrfach korrigierte Lehnwort laſka (im Original laſka) durch das litauische Äquivalent meilė. ersetzt.

Auch die Struktur der Lieder wurde bearbeitet (eine Strophe oder Zeile wurde ausgelassen oder eingefügt). In das Lied „Bernelis gime mumus“ wurden eine sechste Zeile und eine fünfte Strophe eingefügt. Das zusätzliche Segment (Ing ghi tikedami) am Ende der Strophe glich die Zahl der Verszeilen aus – nur diese Strophe hatte neun statt zehn.

Der ältere syllabische Versbau war durch eine annähernd gleiche Silbenzahl in den Zeilen, gleiche grammatische Endungen, Assonanzen und Reime gekennzeichnet (Girdzijauskas 2001: 448–449). Nach einem ähnlichen Prinzip, wenn auch ungeschickt, sind auch die Lieder aus Mažvydas’ Katekizmo gedichtet. Am syllabischen Versmaß hielt man auch in Mažvydas’ Gesangbuch fest; Ungenauigkeiten wurden nur in wenigen Fällen zu korrigieren versucht. Die metrische Struktur der Strophe des Liedes „Schwenta Dwale muſump ateik“ lautet 8/8/8/7. Mažvydas korrigierte die holprige letzte Zeile recht einfach – er verkürzte das Wort vienybė[je] um eine Silbe: Venibe Diewa garbinta. MŽK 3₂₄ → venib Diewa garbinta. MŽGII. Ebenso werden Abweichungen im Versbau im Lied „O Diewe kurſ dangui ebi“ beseitigt, dessen ursprüngliches metrisches Schema 8/8/9/9/8/8 verbessert wird (8/8/9/8/8/8), vgl.: Venibe Diewa amſinagi / MŽK 5₄ → Venib Diewa amſinagi / MŽGII. Auch die Klangentsprechungen am Versende werden verbessert: Dufcha mana tu platink / Cjeſti ir garbe Dewui. MŽK 6₄₇–₄₈ → Platink tu dufcha mana / Cjeſti ir garbe Diewa. MŽGII. Beim Nachdruck des Liedes „Liaupſlink dufcha mana pana“, ohne das sich die kirchliche Liturgie jener Zeit nicht denken lässt, wurde der Melodietext korrigiert und zusätzlich eine fünfte Strophe abgedruckt – die traditionelle Verehrung und Verherrlichung der Heiligen Dreifaltigkeit am Ende des Liedes.

Auch den veränderten Gegebenheiten der Zeit wurde Rechnung getragen. Mažvydas druckte Zablockis Litanei „O Diewe kurſ dangui ebi“ im Gesangbuch ohne die dreizehnte Strophe nach, die der Gemahlin des preußischen Herzogs Albrecht, Herzogin Dorothea, gewidmet ist (ihr werden Gesundheit und die Geburt eines gesunden Kindes gewünscht); sie war nach der Veröffentlichung von Mažvydas’ Katekizmo gestorben (Kaunas 1999: 17). Daher musste die Strophe gestrichen werden.

Auch die Sprache der Lieder wurde redigiert. Man bemühte sich, archaische und niederlitauische Formen zu vermeiden (der lange Vokal /ā/ wurde zunehmend zu /ō/ korrigiert; im Wortstamm und am Wortende wurde der niederlitauische Diphthong /ie/ durch das oberlitauische lange /ė/ ersetzt, das in der Schrift als /e/ wiedergegeben wird usw.)6.

3. BRETKŪNAS nahm das Lied „Bernelis gime mumus“ nicht in die 1589 erschienene Sammlung Giefmes Duchau nas auf. Dainora Pociūtė erwähnt, Bretkūnas habe bei der Zusammenstellung des Gesangbuchs auf katholische, schon im Mittelalter gesungene Texte verzichtet, um möglichst viele während der Reformation, insbesondere von Martin Luther, geschaffene Lieder aufzunehmen. Vermutlich verzichtete er deshalb auch auf das katholische Lied „Bernelis gime mumus“. Dieser Hymnus wurde im Mittelalter nicht nur auf Latein, sondern auch in den Volkssprachen Europas gesungen (Pociūtė 1995: 17). Soweit bekannt, wurde das genannte Lied nicht in die protestantischen Veröffentlichungen des damaligen Großfürstentums Litauen, Polens und Preußens aufgenommen. Wenn Mažvydas die vermutete Übersetzung im ersten litauischen Buch und im Gesangbuch von 1566 abdruckte, lässt sich annehmen, dass auch das litauische Lied beliebt war.

6 Auf detailliertere phonetische und morphologische Korrekturen wird nicht eingegangen, da sie in der Forschungsliteratur ausführlich beschrieben sind, vgl. Palionis (1967, 1995), Zinkevičius (1988).

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In diesem Gesangbuch wurden auch die Lieder „Tas eft Dieva prifakimas“ und „Papralchaim ſchwentales dwafes“ nicht abgedruckt. Es gibt zwar einen Text mit einem ähnlichen Anfang, „Praſchikime ſchwentaię Dwarffia“, doch der weitere Verlauf unterscheidet sich stark; offenbar handelt es sich um eine neue Übersetzung aus einer anderen (deutschen) Vorlage, „Nu bitten wir der heyligen Geist“ (siehe Michelini 2001: 36–37).

Bretkūnas bemühte sich, ebenso wie die Bearbeiter von Mažvydas’ Gesangbuch, die Texte dem Original anzunähern: Jei tu pats ſau gali ſweikata dūti. MžGII 1032 → Jei tu pats ſau pagalba gali dūti. BGD, vgl. deutsch so du selber dir helffen wilt.

Wie in Mažvydas’ Gesangbuch wird die Übersetzung verbessert. Da Mažvydas einer polnischen Vorlage folgte, blieb die Genusform uneinheitlich: Das Substantiv steht im Singular Femininum dvasia, während das polnische duch im Singular Maskulinum steht: Malones ghis ſawa mums neſchikſt / MžGII 826 → Malones ghi ſawa mums neſchikſcht / BGD⁷. Auch Versmaß, Reim und Klangentsprechungen am Versende werden bearbeitet: ßindanczias wurde an das letzte Wort der vorangehenden Zeile, ſiunkingas, angepasst: Saugak ir ßindanczias waikus/ MžK 586 → Saugok ir waikus ßindanczias / BGD. In einem anderen Fall wurde die athematische Verbform esti gewählt, wodurch der Mangel einer Silbe in der Zeile ausgeglichen wird: Kurs amßins eſti ſu Tiewu BGD 814. Um der syllabischen Norm zu entsprechen, wird der Allativ mit der Postposition -pi statt des von Mažvydas verwendeten -p geschrieben, z. B.: Steikes muſumpi ir ne truk / BGD 1127. In einem Lied fügte Bretkūnas wahrscheinlich aus metrischen Gründen ein Pronomen ein: dūk malone ßmaneſu MžGII 310 → Dūk malone tu ßmoneſu BGD.

Bretkūnas bearbeitete auch die Sprache der Übersetzungen leicht, jedoch anders als die Redakteure von Mažvydas’ Gesangbuch. Die Dativ-Singular-Form der o-Stämme wurde gelegentlich mit der Endung -u statt Mažvydas’ -ui versehen: Maieſtatu BGD 555, kunigaikſchcziu BGD 567, milietoiu BGD 568. Die übrigen sprachlichen Korrekturen entsprechen im Wesentlichen denen im Gesangbuch Mažvydas’ – der Verzicht auf /ā/ (→ /ō/)⁸ und auf den niederlitauischen Dativ Plural -ims (→ -iems)⁹ –, wurden jedoch wesentlich konsequenter vorgenommen. Allerdings blieb Bretkūnas’ Reduktion von /o/ in unbetonten Endungen unkorrigiert. Häufiger werden Wörter in der Mitte einer Zeile bearbeitet; das letzte Wort der Zeile wird dagegen nach Möglichkeit nicht korrigiert¹⁰.

Vermutlich aus metrischen Gründen bleibt ein für Mažvydas’ Mundart typisches Merkmal des südniederlitauischen Dialekts erhalten – die Verengung der Instrumental-Singular-Endung -ia, graphisch durch den Buchstaben <i> wiedergegeben, z. B.: Taweſp ſchaukèm naſrais taip ir ſchirdi/ Jeib mus neapleiftumbi BGD 1125–26; Idant potem gera ſchirdi / Galetu tawe garbinti BGD 583–84.

7 Žengštokas stützte sich auf Bretkūnas’ Variante und behielt in seinem Gesangbuch die feminine Form des Pronomens bei. Klein bearbeitete die Stelle jedoch auf eigene Weise, da er verstand, dass nicht der Geist, sondern Gott mit Gnade nicht spart.

8 baßia MžGII 538 → Sßodza BGD, Apſaugak MžGII 525 → Apſaugok BGD, naglas MžGII 526 → noglos BGD.

9 den Gesunden MžGII 1027 → ſweikiems BGD, Besitzenden MžGII 592 → Turintiems BGD, ihnen MžGII 599 → iems BGD, den Wissenden MžGII 717 → wiſjiems BGD, den Ruhenden MžGII 622 → Liauientiems BGD.

10 Dies ist eine recht eigenartige Haltung Bretkūnas’: Selbst bei einer Änderung wäre der Reim nicht beeinträchtigt worden (zum Beispiel blieben in aufeinanderfolgenden Zeilen, die mit den Wörtern iſchgangima und ſugrieſchima enden, die systematischen Klangentsprechungen am Versende erhalten, wenn man den Vokalismus /a/ zu /o/ änderte). Andererseits waren Bretkūnas beide Gebrauchsweisen gut bekannt. In Frydland, seiner Herkunftsregion, gab es keine Reduktion langer Vokale in unbetonten Endungen; in Labiau jedoch, wo er 1587 seine Arbeit aufnahm, wurde der unbetonte lange Endungsvokal reduziert (siehe Zinkevičius 1988: 71–72) und stimmte mit Mažvydas’ Gebrauch überein – vermutlich wurde er deshalb nicht immer korrigiert.

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Da Bretkūnas Lieder mit ergänzten oder ausgelassenen Strophen sowie sprachliche und versmetrische Überarbeitungen ausschließlich aus Mažvydas’ Gesangbuch übernimmt, ist anzunehmen, dass er Mažvydas’ Katekizmu nicht benutzt hat.

4. ZENGŠTOKAS’ EIGENES Gesangbuch Giesmes Chríkſćioníſchkos ir Duchauſniſchkos wurde 1612 gedruckt. Darin sind acht Lieder aus Mažvydas’ Katekizmo enthalten. Alle bis auf das Lied „Bernelis gime mumus“ waren in Bretkūnas Gesangbuch gedruckt worden. Somit nahm Zengštokas den mittelalterlichen Hymnus „Bernelis gime mumus“ wieder in sein Gesangbuch auf; vermutlich war er damals noch ebenso beliebt wie zu Mažvydas’ Zeiten. Dies ist der erste Hinweis darauf, dass Zengštokas zwei Liedersammlungen heranzog – Bretkūnas Gesangbuch von 1589, Giefmes Duch[a]unas, und Mažvydas’ Gesangbuch. Eine systematische Analyse der Lieder zeigte, dass auf Zengštokas Arbeitstisch nicht nur diese beiden Bücher, sondern auch Mažvydas’ Katekizmas. lag. Einen Beleg dafür, dass sich Zengštokas auf den Katekizmu, stützte, finden wir im Lied „Bernelis gime mumus“. Zengštokas wiederholte eine im Katekizme gedruckte Zeile, die im Gesangbuch bereits durch andere Wörter ersetzt worden war: buki cʒeſtis ir garbe / MžK 9₆₃ → Buki cʒeſtis wienamui / MžG₁₁ → buki cʒeſtis ir garbe / ZG. Ein weiterer eindeutiger Hinweis auf den Katekizmą findet sich in Zablockis Litanei „O Diewe kurſ danguj eſi“. Hier wird das Verb neapleiſk gewählt statt des im Gesangbuch und in Bretkūnas Fassung eingetragenen nepraſtok: Ach weſchpate mus neapleiſk / MžK 5₂₇ → Ach weſchpate muſs nepraſtak / MžG₁₁ → Ach Wieſchpatie mus nepraſtok / BGD → Ach wieſchpatie mus neapleiſk / ZG. Da keine weiteren lexikalischen oder syntaktischen Änderungen zu beobachten sind, lässt sich anhand der Schreibweise und anderer Besonderheiten des Liedes nur schwer beurteilen, ob Zengštokas bei der Bearbeitung weiterer Werke den Katekizmu, verwendete, denn er setzte lediglich die von Bretkūnas begonnenen sprachlichen Korrekturen der Lieder noch konsequenter um.

Erwähnenswert ist, dass Zengštokas bei der Bearbeitung von Zablockis Litanei auch ein Exemplar von Mažvydas’ Gesangbuch heranzog. So entspricht die Wortstellung in einer Zeile nicht den Werken Bretkūnas, sondern Mažvydas’ Gesangbuch: Liŋkſmin̄k tu pats ſchitus didei / MžG₁₁ 9₅ → Liŋkſmin̄k ſchitus tu pats didei / BGD → Liŋkſmin̄k tu pats ſchitus didei / ZG. Bei der Überarbeitung des Psalms „Liaupſlink duſcha mana pana“ griff Zengštokas ebenfalls auf Mažvydas’ Gesangbuch zurück. Bretkūnas hatte das Pron. tava, gewählt, Zengštokas hingegen das Pron. savo, das auch in der im Gesangbuch Mažvydas’ enthaltenen Liedfassung gebraucht wird, vgl.: Ba daukſin gieribe ſawa / MžG₁₁ 6₃ → Ba daukſin geribe tawa / BGD → Ba daukſin geribe ſawa / ZG. Im selben Lied wurde noch eine weitere Änderung festgestellt, die Zengštokas wohl kaum selbst erdacht haben kann. Anstelle von Mažvydas’ Subst. atpirktuoju schien Bretkūnas ponui Kristui. geeigneter. Zengštokas kehrt zur Variante in Mažvydas’ Gesangbuch zurück¹¹. Vgl.: Jeſui muſu atpirktoujui / MžG₁ 6₅₂ → Jeſui Chriſtui muſu Ponui / BGD → Jeſui muſu atpirk-toui / ZG.

Es gibt weitere Beispiele, die darauf hindeuten, dass Zengštokas bei der Korrektur der alten Lieder nicht nur Bretkūnas, sondern auch Mažvydas’ Gesangbücher von 1566 und 1570 verwendete. Von dort könnte er kürzere athematische Verb- und Präfixformen abgeschrieben haben-

11 Die genannten Korrekturen Zengštokas und seine Übereinstimmungen mit Mažvydas’ Gesangbuch führte auch Guido Michelini in seinem kürzlich erschienenen Buch an (Michelini 2004). Der italienische Linguist bemerkte jedoch keine Bezüge zu Mažvydas’ Katekizmu.

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men. Vgl.: Kurs amƀins eſt fu tewu / MžG₁₁ ₈₁₄ → Kurs amƀins eſti fu Tiewu / BGD → Kurs amƀins eſt fu Tiewu / ZG; Ba io mokſła [weikegi tur uƀ iūka. MžG₁₁ ₁₀₂₈ → ba io mokſła [weikeghi tur uƀ iūka. BGD → Ba io mokſła [weikeghi tur uƀ iūka ZG; Kaip tu pats gawai nūg Diewa Tewa MžG₁₁ ₁₀₄₀ → Kaip tu pats gawai nugi Diewa Tiewa. BGD → kaip tu pats gawai nug Diewa Tewa ZG.

Andererseits könnte Zengštokas diese Zeilen auch selbst und ohne Einfluss einer zusätzlichen Textvorlage bearbeitet haben, da derartige (recht primitive und unkreative) Korrekturen, die eine unterschiedliche Silbenzahl in der Verszeile vermeiden sollten, verbreitet waren. Es scheint jedoch, dass Zengštokas die Abweichungen der alten Lieder vom Silbenmaß nicht korrigierte (mit einer Ausnahme). Daher waren auch die besprochenen Korrekturen wahrscheinlich nicht eigenständig.

Auch die Wiedergabe des langen Vokals /ā/ anstelle von Bretkūnas /ō/ sowie einige orthografische Fälle lassen sich als Abschriften aus Mažvydas’ Gesangbuch deuten. Vgl.: filpnams bei ferƀanczams / MžG₁₁ ₅₈₇ → filpnoms bei ferƀanczioms / BGD → filpnams bei ferƀanczams / ZG; Redik materis ir Sunus / MžG₁₁ ₅₁₁₅ → Redik materis ir ſunus / BGD → Redik materis ir Sunus / ZG; ſchito nak tie MžG₁₁ ₁₁ → ſchita Nak te BGD → ſchito naktie ZG.

Zengštokas verwendete die orthografische Wiedergabe des langen Vokals /ā/ recht inkonsequent. Das zeigt sich im Text „O Diewe kurſ dąngui eßi“. In einem Wort oder einer Silbe steht <o>, in einem anderen <a>. Da in mehreren Fällen die Wahl von <a> mit Mažvydas’ Gesangbuch übereinstimmt, lässt sich vermuten, dass Zengštokas bei der Bearbeitung dieses Textes sowohl Bretkūnas als auch Mažvydas’ Gesangbuch und in geringem Maße auch den Katekizmu. benutzte. Die Orthografie anderer Lieder steht jedoch Bretkūnas näher.

Obwohl Zengštokas seinen Vorgängern recht konsequent folgte und ihre Korrekturen fortführte, nahm er manches auch völlig eigenständig vor. So veränderte er an mehreren Stellen den Text der Litanei „O Diewe kurſ dąngui eßi“: Saugok tu mus ſunus ſawa. BGD 5₂₄ → Saugok tu mus tawa ranka. ZG; Diewe ſaugok tawa ranka. BGD 5₆₀ → Jeſau ſaugok tawa ranka. ZG; Dūk miera tarp wiſſu Panu / BGD 5₆₁ → Dūk miera tarp wiſſu ſmoniu / ZG.

Zengštokas wurde von Zeitgenossen (darauf weist er in der Vorrede seines Gesangbuchs „Gerbiamiesm... lietuviškų bažnyčių kunigams“ hin; vgl. Koženiauskienė, Hrsg., 1990: 236) und späteren Gesangbuchredakteuren kritisiert. Man warf ihm vor, bei der Bearbeitung des Erbes Bretkūnas und Mažvydas’ Fehler eingefügt und die Bedeutung von Wörtern und Wendungen entstellt zu haben. Wie bereits erwähnt, könnten die Zeitgenossen Zengštokas getadelt haben, weil ihnen Unregelmäßigkeiten in der Rechtschreibung aufgefallen waren, vielleicht auch, weil er stellenweise zu einer älteren Variante Mažvydas’ zurückkehrte. Dennoch verdiente Zengštokas’ Arbeit nicht nur Kritik. So sind seine Bemühungen als Redakteur erkennbar, Druckfehler zu berichtigen: pildanczin / BGD 7₂₇ → pildancziu ZG, teife BGD 7₂₇ → teifei ZG, gen. pl. kowa BGD 5₂₁ → kowu ZG, nur BGD 8₆ → nor ZG, wed mes eſmi futwerims tawa. BGD 7₆₄ → nes mes eſme futwerims tawa. ZG. Er bemerkte auch hyperkorrekte Formen Mažvydas’ im Lied „Gime mumus Bernelis“ und berichtigte sie: ßiedi MžG₁ ₁₂ → ßidi BGD. Im selben Lied bearbeitete er das von Mažvydas verwendete Graphem <ą>, das anstelle des Diphthongs /an/ geschrieben wurde, z. B.: dągaus MžG₁ ₂₉ → dangaus ZG, dąguſu MžG₁ ₆₈ → dangūja ZG. In anderen Liedern änderte Zengštokas das von Bretkūnas verwendete Graphem <o> zu <ū>: doſt BGD 8₂₉ → dūſt ZG, dok BGD 7₃₇ → dūk ZG. Unter den lautlichen Korrekturen ist der Gebrauch der Affrikate /dž/ erwähnenswert: Verb. Präs. 3 atteid BGD 6₅ → attleidž ZG, Adj. didem BGD

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6₄₅ → didżem ZG. Die Dat.-sg.-Endung -u wird zu -ui korrigiert: kunigaikſchcziu BGD 5₆₇ → kunigaikſchcziu ZG, milietoiu BGD 5₆₈ → miletoiu ZG. Einige phonetische und morphologische Korrekturen lassen vermuten, dass Zengštokas sich bemühte, die Sprache der Lieder dem westhochlitauischen Dialekt der Litauer in Preußen anzunähern, z. B.: prijch BGD 7₁₄ → priefch ZG, Instr. Sg. ſmerti BGD 5₃₄ → ſmertim ZG (Sawa ſmerti iſchwadawai → ſawa ſmertim iſchwadawai).

Wie seine Vorgänger verbesserte Zengštokas die Übersetzung weiter. Er änderte die Wortstellung und die Präposition pro mit dem Akkusativ zum Ausdruck eines Grundes: Pro ſawa malone MŽG 9₅₀ → per ſawa malone ZG. Die slawische Konjunktion ved, die Bretkūnas von Mažvydas übernommen hatte, korrigierte Zengštokas mehrmals zu nes (ZG 7₂₁, 7₆₄). Er bearbeitete die von seinen Vorgängern hinterlassene inkongruente Zahl der Wörter: Ir lapai krint ant ſemes / Ant kurio kaip weias uſchpus BGD 6₃₂₋₃₃ → Ir lapai krint ant ſemes / Ant kuriu kaip weias uſchpus ZG. Als misslungen könnte allenfalls die Änderung gelten: Ach Diewe neapleijk muſu / Duſchas ir kunus warguſu BGD 5₁₇₋₁₈ → Ach Diewe neapleijk muſu / Duſchas ir kuna warguſu ZG.

5. KLEINAS übernahm von Zengštokas fast alle älteren Kirchenlieder und druckte sie im 1666 erschienenen Gesangbuch Naujos Gieſmju knygos. Eine gesonderte Erörterung verdient das Lied „O Diewe kurſ danguj eßi“¹², das Kleinas grundlegend überarbeitete. Vergleicht man die Strophen von Kleinas Lied und dem deutschen Lied „O Gott Vatter im Himelreich“¹³, wird die Verbindung zwischen diesen beiden Texten deutlich. Beachtenswert sind die folgenden Fragmente des Liedes von Zengštokas, Kleinas und Luther:

(i) 2. Strophe (die letzten drei Zeilen)¹⁴:

ZENGŠTOKAS 10. Griekuſ muſu wiſſus uſßmirſchſch / 11. Del didzia ſuſſimilima / 12. ſaugok duſche taip ir kuna. KLEINAS 10. Mums kuna lobi, apſaugok / 11. Iß meiles ſuſſimik didżos 12. Ir ne apléik mus niekados. LIUTERIS Leib / Ehr und Gut behüt vor ſchad' ſey uns gnedig / und hilff uns Herr / verlaß uns nun unnd nimmermehr.

(ii) 4. Strophe:

ZENGŠTOKAS 19. Apgink tu mus tawa rankal / 20. nug piktbiu ir kiek grieka/ KLEINAS 19. Saugok mus nun ir wisſada/ 20. Nū giedos ir ſuſgrieſbima/ LIUTERIS Behüt uns HErr zu allerſtund/ Für Jerthumb/ laſter/ Schand unnd Sünd/

12 Kleinas nannte es „O Diewe Tėwe Danguje“.

13 Abgedruckt in Martin Luthers Buch Geiſtliche Pſalmen Und Lieder, Nürnberg, 1658 (MAB, Sign.:V–17/12099), 756–759.

14 Im deutschen Text sind die Wörter hervorgehoben, die mit den Wörtern in Kleinas Lied übereinstimmen.

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21. Vor Krieg und Kampf/ 22. Vor der Teuerung des Getreides/ 23. Vor Feuer, Wasser und Seuchen/ 24. Bewahre uns mit deiner Hand.

21. Vor Krieg und Feinden/ 22. Vor Hunger und bösen Krankheiten/ 23. Vor Wassersnot und Feuersbrunst/ 24. Und vor Donner und Sturm.

für Krieg/ Has Feindſchafft / Gifft und Neyd / für Peſtilenz und Kranckheit geſchwind/ für Waſſer / Fewer/ und theuer zeit/ für Ungewitter/ ſchädlich Wind.

Es drängt sich der Gedanke auf, dass Kleinas das Lied nicht neu übersetzte, sondern den Text von Sengstock auf Grundlage der genannten Quelle Luthers bearbeitete15. Dass Kleinas nicht sklavisch der deutschen Vorlage folgte, zeigt die schöpferische und freie Bearbeitung. Auch der Umfang von Kleinas Lied stimmt nicht überein: Es ist eine Strophe länger als Luthers Lied (18 und 17), jedoch erheblich kürzer als die ursprüngliche Fassung des Liedes von Mažvydas (21). Übrigens erwähnt Kleinas selbst dieses Lied im Vorwort zu seinem Gesangbuch („Neue Gesangbücher: Ein nützliches Vorwort mit einer Ansprache an den Leser“, siehe Girdzijauskas, Hg., 1985: 52–69) und erklärt, warum es redigiert werden musste: „Wie das Bußlied ‚Gott Vater im Himmelreich‘ verbessert werden musste, in dem es weder ein korrektes Versmaß noch einen klaren Satzbau gab und dessen Übersetzer es nicht verstand, wird der fromme Leser selbst erkennen, wenn er die frühere Übersetzung mit unserer verbesserten vergleicht“ (Girdzijauskas 1985: 57). Kleinas legte den Gläubigen das Lied mit seinen Initialen vor. Diese Fassung des Liedes wurde in späteren Gesangbüchern Ostpreußens nachgedruckt16.

Kleinas bemühte sich wie seine Vorgänger, die Übersetzung der Vorlage anzunähern, z. B.: Iſchgi-da kiek ligga tawa / ZG ₆₆ → Ir gydo tawą ſilpnumą / KLNG, vgl. poln. leczy wszelką niemoc twoję und dt. unn hailt dein Schwachhait gross; Jei tikieſi tu iſch ſchiradies wiſſos / ZG ₁₀₃₃ → Jey tikki tattai iß ßirdies dugna / KLNG, vgl. Gleubſtu das von hertzen grunde.

Dennoch war Kleinas der Erste, der sich an eine entschlossene Überarbeitung der alten Übersetzung machte. Wiederholt ersetzte er ein von Sengstock verwendetes Wort durch ein seiner Ansicht nach passenderes Synonym. So wird etwa Sengstocks gailestis durch malonę ‚Barmherzigkeit, Erbarmen‘ (LKŽVII 803) ersetzt, der Slawismus nedastainai, dastainas ‚würdig, ehrenwert‘ (LKŽII 308) durch den Germanismus nevertingai, neapgalėti ‚[nicht] vermögen, [nicht] imstande sein‘ (LKŽIII 63), neprimanyti ‚[nicht] vermögen, [nicht] können‘ (LKŽVII 838) und dergleichen: wiſſur gaileſſi rodidams ZG ₆₁₆ → Wyſur malonę rodidams KLNG; kurs nedaſſainai ſtalop priſžengs ZG ₁₀₁₁ → Kurs nevertingay ſtalop priſžengs KLNG; Duſches muſu to neapgal ZG ₇₃ → Dußos muſu neprimana

15Die Annahme, Kleinas habe das Lied neu übersetzt, wird durch einige lexikalische Entsprechungen oder Ähnlichkeiten ausgeschlossen, vgl. die 1. Strophe:

1. O Gott, der du im Himmel bist/ 2. O Jesus und Heiliger Geist/ 3. O heilige Dreifaltigkeit/ 4. ewige Einheit Gottes/ 5. Wir bitten dich wie Bettler/ 6. Erhöre uns gnädig.

1. O Gott Vater im Himmel/ 2. O JESUS und Heiliger Geist/ 3. O gepriesene Dreifaltigkeit/ 4. ewige Einheit Gottes/ 5. Erhöre uns, die wir dich bitten/ 6. wie du es uns verheißen hast.

16Genau Kleinas’ Liedfassung übernahmen Rikovijus und Šusteris; sie ist in Liedersammlungen des späten 19. Jahrhunderts zu finden.

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KLNG (übrigens könnte das Motiv für diese Änderung zweierlei gewesen sein – Lexik und weiblicher Reim).

Kleinas ersetzte archaische Wörter bisweilen durch neuere, nasrai → burna; jauteti ‘wachen, nicht schlafen’ (LKŽIV 318) → budėti, vgl.: Ir taip tikrai [kelp]i Jawa najrais / ZG 1034 → Ir taip išpažysti Jawą burna / KLNG; Szirde dūk tawes jauteti / ZG 1114 → bet širdį dūk wis buddeti / KLNG. Auch modernere Konstruktionen wurden übernommen, zum Beispiel wurde eine Partizipialkonstruktion durch ein Gerundium ersetzt: Meldenczius mus išch stipros wieros / ZG 762 → Meldžent mums iš stipprôs wierôs / KLNG.

Auffällig ist, dass die Redaktion in vielen Fällen komplex war. So wurde etwa im Lied „Chriſtau Dena eſſi ir ſchwelibe“ ein präziseres Wort gewählt und dadurch der syllabische Versbau dem Isosyllabismus angenähert. Kleinas änderte die metrische Struktur 10/7 zu 8/8 und passte die Zeilen dem achtsilbigen Versmaß an: Idant junkus fapnas neuſgrutu / Jeib welns mus neſugautu ZG 119–10 → Jeib junkus mieg’s ne užpultu / Ir weln’s mus neiškaditu KLNG. Andere Beispiele zeigen, dass Kleinas Redaktion nicht nur durch ein präziseres Wort, sondern auch durch die Verbesserung der metrischen Struktur bedingt sein konnte (die Silbenzahl in den Zeilen wird vereinheitlicht). Z. B.: kitaip mes negalim biloti / ZG 729 → Bet kitaip negalim tarti KLNG; Kurio nuſtoiau per ſugrieſchima. ZG 748 → Pamelta per ſugrieſchima. KLNG (nustoti ‘aufhören zu bestehen, verlieren’, siehe Urbas 1996: 250); Schis eſmi gadnas prabudima ZG 754 → Eſmi wertas pražudima KLNG (gadnas ‘geeignet, würdig’ LKŽII 12); Atreme muſu piktybes. ZG 624 → Prawar muſu piktybes KLNG (atremti ‘entfernen, fortschaffen’, siehe Urbas 1996: 52).

Es gibt Fälle, in denen Kleinas sowohl den Versbau überarbeitete als auch ein neueres Wort anstelle des von Zengštokas verwendeten archaischen wählte. Hier wird penukšlas ‘Nahrung, Futter’ (LKŽXIX 78) durch valgį ersetzt. Vgl.: Ir tu penukſchlu duſche papeneiei. ZG 1036 → Ir tu walgiu duβę pennėjei KLNG;

Im Allgemeinen wurden die zahlreichen Änderungen am Versbau in den älteren Liedern meist dadurch vorgenommen, dass die Wortbildung verändert wurde (z. B. indem aus einem Grundwort eine Ableitung mit Suffix oder Präfix gebildet wurde) oder ein einsilbiges Wort eingefügt bzw. ausgelassen und eine andere grammatische Form gewählt wurde.

Folgende Änderungen im Zusammenhang mit dem Versbau lassen sich unterscheiden:

1. Kleinas kürzte Pronomen, an die das Postpositionspartikel -ai angefügt war, oder umgekehrt – er fügte das genannte Partikel hinzu: kurſai numalde Diewa Tiewa narſu / ZG 102 → Kurs numalde Diewa Tewa ruſtu KLNG; Tas uβ malone ſmerti amβina gaus. ZG 1012 → Taſſai už malónę ſmerti gaus. KLNG;

2. fügte ein Suffix oder Präfix hinzu (oder ließ sie weg): Ligei kaip padziuſt βoles / ZG 631 → Lygey kaip padźuſt’ žólėles / KLNG; Ant grieku muſu nepawiſdek / ZG 739 → Ant griekų muſu neweizdėk / KLNG; Serkti/ jaut/ gin ir reda/ ZG 810 → ſergti/ jaut’ apgin’ ir réda / KLNG;

3. wählte eine pronominale Form oder vermied sie umgekehrt: Wienibe Traices ſchventas / ZG 655 → Wienybę Traices βwentofes KLNG; eſti tikras Diewas / ZG 96 → Eſti tikkrąſis Diewas / KLNG; Mes tikim ing Dwaſſę ſchwentaię / ZG 823 → Mes tikim ing Dwáſę βwentą / KLNG; Idant negautumbei piktoſęs algos. ZG 1024 → Jeib negautumbei piktôs algôs KLNG;

4. änderte die Zahl des Imperativs oder wählte eine kürzere/längere Imperativform. Zum Beispiel: Lobe, jeder Getreue / ZG 656 → Lasst uns loben, ihr Getreuen / KLNG; Mensch, lobe Gott, den Vater / ZG 1013 → Mensch, lobe Gott, den Vater / KLNG;

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INGA STRUNGYTĖ

5. fügte Wörter ein oder ließ sie aus (meist Pronomen, seltener Adjektive, Adverbien und Verben). Anpassungen dieser Art an der Versstruktur gibt es besonders häufig. Vgl.: Kaip tews pats didei fuſſimilſt / ZG 625 → Kaip Tew’s diddey fuſſimilſta KLNG; Garba buk Diewui Tewui / ZG 649 → Garbė buk nu Diewui Tewui KLNG; Bet ſiprei tikiu tawa geribe: ZG 724 → Bet tikkiùs gėrybe tawa KLNG; Bet wiſſas piktibes nutremk. ZG 740 → Bet wiſſas piktybes nutremk. KLNG; Ant ſmerties biaưros dawe ſawa Sunu. ZG 1016 → Ant ſmerties dáwe ſawa Sunu. KLNG; nug wiſſa pikta nor apginti / ZG 87 → nug wiſſo pikto apginti / KLNG;

6. wählte ein Wort mit mehr bzw. weniger Silben: Ba io mokſla ſweikeghi tur uβ iūka. ZG 1028 → Bet jo mokſlą jie tur už jūką. KLNG; die Lokativform wird geändert: Amžinai dangui buſim / ZG 832 → amžinay danguje buſim / KLNG;

7. syntaktisch gestaltete die Zeile um, damit der Silbenumfang erhalten blieb: taip ir ſawa kraughi gerti wine ZG 108 → Ir jo kraują gėrtumbim wynė. KLNG.

Kleinas neigte dazu, die Formen am Versende zu vereinheitlichen, den Gleichklang anzupassen und auch den Reim der älteren Gesänge zu verbessern. Vgl.: Apſchlek mus Diewe Iſopu / Ir iau cziſts bus kuns bei duſcha / ZG 734 → Apſblek mus Diewe Iſopu / Ir czylta bus duſia muſu / KLNG; gimęs eſti žmogus tikras / ir ich malones ſawa teijei / ZG 818–19 → gimęs eſti žmogus tikras; Ir iβ mėles ſawa didžios / KLNG; Mes tikim ing Jeſu Chriſtuſą / ZG 812 → Mes tikkim ing Jeſu Kriſtu / KLNG (in diesem Fall wurde auf die doppelte Endung verzichtet, die seine Vorgänger wahrscheinlich aus dem Original übernommen hatten; nach ihrem Weglassen wurde das Wort an das Ende der nächsten Zeile, Sunu, angepasst).

Kleinas redigierte auch die Sprache der Übersetzungen. In seinem Gesangbuch setzte er die in der Grammatik (1653) ausgesprochenen Empfehlungen um. So verwendete er beim Genitiv und bei der Vergangenheitsendung einiger Verben die Endung /o/, obwohl im Kreis Ragainė und teilweise auch im Kreis Įsrutis die Endung /a/ geläufiger war (Grammatica Litvanica, zitiert nach Kruopas et al., Hrsg., 1957: 406): Gen. Sg. Diewa ZG 36 → Diewo KLNG; paliaugima ZG 312 → palaujimo KLNG; welna ZG 317 → wélnio KLNG. Die Bearbeitung ist jedoch nicht immer konsequent und erfolgt systematischer in der Versmitte. Offenbar blieben aus metrischen Gründen auch jene Substantive und Verben unkorrigiert, die eine Auslautreduktion aufweisen¹⁷: „Nicht immer wird ein Buchstabe oder sogar eine Silbe mit Apostroph ausgelassen, wo dies möglich wäre, sondern gewöhnlich nur dann, wenn das kurze Wort angenehm klingt oder das Metrum es erfordert“ (Kruopas et al., Hrsg., 1957: 429). Kleinas korrigierte die von seinen Vorgängern beibehaltenen spezifischen Lokativformen bei Substantiven mit e- und i-Stämmen: malone ZG 318 → malonej’ KLNG, karalyſte ZG 642 → Karalyſtej’ KLNG, Sirdie ZG 1114 → βirdij KLNG.

Prakalboje Kleinas (Girdzijauskas 1985: 52–69) minėjo nemažą Zengštoko giesmyno trūkumą – nukrypimus nuo tikėjimo tiesų. Tikriausiai šitai jis įžvelgė ir iš Mažvydo Katekizmo atkelia­vusioje psalmėje „Suſimilk ant muſu Diewe“: Jog gimditis eſmi narſe tawa ZG 723 → Jog gimditis eſmi griekſu KLNG. Plg. su lenkiškos giesmės „Zmiłuj się nademną Boże“ atitikmeniu: żem się począł w twoim gniewie (lenk. gniew ‘pyktis, rūstybė, niršulys’), kuris sutampa su Zengštoko vertimu, perimtu iš pirmtakų. Tačiau 1625 m. Jono Rėzos išleistame Pſalteras Dowido (kuris Kleinui turėjo būti žinomas), identiškos numeracijos psalmėje (51) yra tokia formuluotė: Afch ich grieſchningos

17 Pirſchts ZG 314 → Pirβt’s KLNG, Diews ZG 719 → Diew’s KLNG, krint ZG 632 → krint’ KLNG.

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Seklos elfmi pagimdits / Ir mana Motina mane Griekūfa pawaillę. Daneben ist die deutsche Entsprechung angegeben: Sinde ich bin aus Sündlichem Samen gezeuget / Und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen (RĖZA 187–188). Wahrscheinlich erinnerte sich Kleinas an diese Worte aus Davids Psalm und korrigierte danach seine Variante.

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN.

Ein Vergleich der Gesänge aus Mažvydas’ Katechismus mit den entsprechenden Gesängen in den Gesangbüchern von Mažvydas, Bretkūnas, Zengštokas und Kleinas zeigt, dass alle Herausgeber dem Original der Übersetzung und ihrer sprachlichen Flüssigkeit Aufmerksamkeit schenkten. Sie alle bemühten sich, die Übersetzung näher an das Original heranzuführen, bearbeiteten die Sprache und verbesserten die Übersetzung. Bretkūnas übernahm Gesänge mit verschiedenen Änderungen aus Mažvydas’ Gesangbuch; vermutlich nutzte er den Katechismus nicht. Auch das Versmaß bearbeitete er geringfügig. Die durchgeführte Analyse zeigt, dass Zengštokas bei der Bearbeitung der älteren Gesänge sowohl die Sammlung von Bretkūnas als auch Mažvydas’ Gesangbuch und in geringem Umfang den Katechismus von 1547 heranzog. Er überarbeitete die Übersetzungen weiter und korrigierte die verbliebenen grammatisch nicht übereinstimmenden Formen. Kleinas, der sich auf die Varianten im Gesangbuch von Zengštokas stützte, war der erste Herausgeber, der sich an eine entschlossene Bearbeitung der älteren Gesänge machte. Einige davon brachte er näher an ein isosyllabisches Versmaß heran. Häufig suchte er für ein von Zengštokas verwendetes Wort ein synonymes Äquivalent; mitunter ersetzte er archaische Lexik oder syntaktische Konstruktionen durch modernere. Unter Berücksichtigung des Versmaßes bearbeitete er auch die Sprache. Den von Zengštokas übernommenen Gesang „O Diewe kurfs dangui eßi“ arbeitete er grundlegend um; vermutlich griff er auf die kürzere Vorlage des Gesangs „O Gott Vater im Himmelreich“ zurück, die in Luthers Gesangbuch abgedruckt war. Es wurde nicht festgestellt, dass Kleinas die Gesangsammlung von Bretkūnas und frühere Gesangbücher benutzt haben könnte.

Die verschiedenen Korrekturen zeugen von den Bemühungen jedes Herausgebers, die Sprache und das Versmaß der Gesänge zu verbessern – dennoch waren diese Änderungen minimal (als Ausnahme ist lediglich Kleinas zu nennen). Der Hauptgrund, weshalb die Herausgeber grundlegende Überarbeitungen vermieden, war die Tradition, religiöse Texte unverändert zu bewahren: Korrekturen hätten den Sängern Unannehmlichkeiten bereitet, da sie an den alten Text gewöhnt waren. Für die Herausgeber (mit Ausnahme von Kleinas, und auch bei ihm nur teilweise) hatte die sprachliche Bearbeitung der Gesänge keine vorrangige Bedeutung; am wichtigsten war die genaue Wiedergabe und Verbreitung der Glaubenswahrheiten.

Die Autorin dankt Dr. Birutė Kabašinskaitė und Prof. Guido Michelini herzlich für ihre Hilfe bei der Vorbereitung des Artikels. Vor dem Nachdruck des Gesangbuchs von Zengštokas hatte Michelini die Nutzung der elektronischen Fassung des Psalms „Sufjmilk ant mufų Diewe“ gestattet.

ABKÜRZUNGEN DER QUELLEN

BGD – [Jonas Bretkūnas] Giefmes Duchaunas / ifch Wokifchka ing Lietuwifchka ließuwi / per ne kurus Plebonus Hercegiftes Prufu perguldotos. Iffpauftas Karaliauczuje per Jurgi Ofterbergera 1589 (MAB, Signatur: Mf 537).

KLNG – [Danielius Kleinas] Naujos Giefmju knygos, kurrofe fenos Giefmes fu pritarimu wiffu Baznyczos Mokitoju per mufų Lietuwa yra pagerintos / O naujos grazos Giefmes pridėtos […] Karalauczjuje Iffjpau de fawo ijffirdadimas Pridrikis Reufneris Metųje M.DC.LXII (MAB, Signatur: LK–17/14).

MžGI–II – [Martynas Mažvydas ir Baltramiejus Vilentas] Giefmes Chrīkſczoniskas gedomas Babniczoſu per Aduenta ir Kaledas ak Gramniczu. […] (zitiert nach: Martyno Mažvydo raštai ir jų šaltiniai, hg. von Guido Michelini, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2000).

MžK – [Martynas Mažvydas] Der Katechismus für die einfachen Leute... Königsberg... 1547...

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INGA STRUNGYTĖ

MžK– [Martynas Mažvydas] CATECHISMVS PRAf/tvy Szadei... KARALIAVCZVI... M. D. XLVII... (zitiert nach: Martyno Mažvydo raštai ir jų šaltiniai, hg. von Guido Michelini, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2000).

Rėza– [Jonas Rėza] Der Pfalter Davido Deutſch und Littauiſch Pfalteras Dowido WOKISCHKAI BELIETUWISCHKAI... Karaliauſboje Pruſſu... 1625 (VUB, Signatur: FD 20).

ZG– [Lozorius Zengštokas] GIESMES Chrikiſcionischkos ir Duchauiſchkos / Per Wiſſus metų Baſzniczioje Diewa giedamos [...] 1612 Jſchſpauſtos Karalaucſciuie Pruſuſu/ Per Joną Fabriciu (MAB, Signatur: LK–17/8).

LITERATŪRA

Girdzijauskas, J., par., 1985: Lietuvių poetikos pradmenys, Vilnius: Vaga.

Girdzijauskas, J. 2001: Silabinė eilėdara. Id., Lietuvių literatūros enciklopedija, Vilnius: Lietuvių literatūros ir tautosakos institutas, 448–449.

Kaunas, D. 1999: Knygos dalia, Vilnius: Pradai.

Koženiauskienė, R., sud., 1990: XVI–XVIII a. prakalbos ir dedikacijos, Vilnius: Mokslas.

Kruopas, J. et al., red., 1957: Pirmoji lietuvių kalbos gramatika, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla.

LKŽ = Lietuvių kalbos žodynas I–XX, red.: J. Balčikonis, J. Kruopas, K. Ulvydas, V. Vitkauskas, Vilnius, 1941–2002.

Michelini, G. 2000: Martyno Mažvydo raštai ir jų šaltiniai, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.

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Michelini, G. 2004: Lozorius Zengštokas „Giesmes Chriks(c)ionischkos ir Duchau­nischkos ir jų šaltiniai“, Vilnius: Baltos lankos.

Palionis, J. 1967: Lietuvių literatūrinė kalba XVI–XVII a., Vilnius: Mintis.

Palionis, J. 1995: Lietuvių rašomosios kalbos istorija, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.

Pociūtė, D. 1995: XVI–XVII a. protestantų bažnytinės giesmės, Vilnius: Pradai.

Stang, Chr. S. 1929: Die Sprache des Litauischen Katechismus von Mažvydas, Oslo.

Urbas, D. 1996: Martyno Mažvydo raštų žodynas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.

Zinkevičius, Z. 1988: Lietuvių kalbos istorija 3: Senųjų raštų kalba, Vilnius: Mokslas.

Inga Strungyte

Gauta 2004 08 30

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