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EINE WUNDERBARE REISE INS LAND DER COMPUTER

„Das Land der Computer ist erst vor Kurzem entstanden. Wie in jedem jungen Staat herrscht dort noch viel Unordnung; noch ist nicht klar, wer wo wohnt, manchmal sogar nicht einmal, wie das Land heißt. Dafür ist hier fast alles neu und zieht die Aufmerksamkeit auf sich – es verändert sich, entwickelt sich weiter, immer bessere und raffiniertere Geräte kommen hinzu.“ So beginnt die bekannte Computerspezialistin V. Dagienė ihr neues Buch. Ihr „Kelionė į kompiuterių šalį“ (V., 1995. – 127 P.) wurde vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft empfohlen und mit Mitteln des Fonds Offenes Litauen herausgegeben. Den Text des Buches redigierte V. Bėkstienė, die Illustrationen zeichnete V. Bortkevičienė, R. Rekašienė fügte sie in das Büchlein ein, und A. Klupšaitė begutachtete das Ganze.

Man kann ohne Zweifel sagen, dass sich für dieses Buch nicht nur jüngere, sondern auch ältere Schulkinder interessieren werden. Wenn sie die erste Seite aufschlagen, lernen sie den spannenden Inhalt des Buches kennen: Lernen Sie ihn kennen – das ist der Computer (6), das Gehirn des Computers (30), der Speicher des Computers (38), in der Stadt der Festplatten und Disketten (46), wie man sich mit dem Computer verständigt (54), das Königreich Logo (62), der Computer spielt (78), der Computer zeichnet und musiziert (86), der Computer als Textverarbeitungsprogramm (94), der Computer als Postbote (110), die Groß- und Urgroßväter des Computers (118). Auf den folgenden Seiten finden die Leser ausführlichere Erläuterungen zu den grundlegenden Begriffen der Informatik, zum Aufbau von Computern, zu Systemen und Programmen sowie deren Funktionsweise; außerdem lernen sie die Geschichte der Computer kennen.

Ergänzend zu der Bemerkung der Autorin, dass im Land der Computer strenge Ordnung herrscht und das Büchlein nach den Regeln dieses Landes aufgebaut ist (5), möchte man noch hinzufügen, dass auch die meisten Wörter und Sätze den Grammatikregeln entsprechend gebildet sind, abgesehen von der einen oder anderen lexikalischen Kleinigkeit, zum Beispiel: Wiederherstellung (= Wiedergewinnung, Erneuerung): <...> Demodulation bezeichnet den umgekehrten Vorgang – die Wiederherstellung (= Wiedergewinnung) des veränderten Signals (112); sich aneignen (= lernen, sich einprägen): Also haben Sie sich noch einen Befehl angeeignet (= gelernt, eingeprägt) (66). Um sich die Logo-Sprache anzueignen (= zu lernen, sich einzuprägen), muss man <...> (70); vorbereiten, vorbereitete (= erstellen, fertigstellen): Das heißt, der Computer ist ein hervorragender Helfer beim Vorbereiten eines Textes (= beim Erstellen eines Textes) (96). Heute werden fast alle Bücher mit Laserdruckern vorbereitet (= erstellt) (106);

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begegnen (= entdecken): Im Leben begegnen uns (= entdecken wir) viele Beispiele (39).

Da die Sprache des Buches klar, flüssig und anschaulich ist, macht es auch großen Spaß, durch ein solches Land zu reisen. Zum Beispiel wird der Computer so beschrieben: „Es war einmal ein Fernseher. Jeden Tag unterhielt er die Kinder, zeigte Filme und erzählte Märchen. Doch mit der Zeit wurde ihm traurig zumute. Er spricht alle an, erzählt, und niemand sagt auch nur ein Wörtchen zu ihm... Der Fernseher verstummte. Da hörte man das Klappern der Schreibmaschine: klack-klack, klack-klack... Die Maschine klagte: ‚Mir ist langweilig. Alle befehlen mir nur und sagen mir, was ich drucken soll. Aber ich selbst kann mich bei niemandem beklagen, ich habe niemanden, mit dem ich reden könnte.‘ So seufzten die beiden und beschlossen, sich zusammenzutun: Was die Schreibmaschine sagen würde, sollte der Fernseher zeigen, und was der Fernseher fragen würde, sollte die Maschine beantworten... Der Fernseher nannte sich Bildschirm, und die Schreibmaschine einfach Tastatur. So wurde der Computer geboren. Freilich fehlte ihm noch vieles, wirklich vieles. Vor allem ein Gehirn.“ (7).

Da möchte man dieses Buch am liebsten in einem Zug durchlesen und herausfinden, was dieser Computer eigentlich tut und wie man sich mit ihm verständigen sollte. Wie sich herausstellt, ist die Verständigung ganz einfach. Man muss nur die richtigen Fachbegriffe verwenden. Davon gibt es im Büchlein jede Menge – verwandte Begriffe und Unterbegriffe. Die meisten Fachbegriffe werden erklärt, und oft werden sogar die vorzuziehenden Synonyme angegeben. Hier eine kleine Auswahl solcher Begriffe:

Algorithmus (Ein Algorithmus ist eine genaue Beschreibung der Lösung einer beliebigen (=jeden) Aufgabe. Wird ein Algorithmus in einer für den Computer verständlichen Sprache formuliert, nennt man ihn Programm (58);

Rechenmaschine (Das ist eine einfache Rechenmaschine, die die vier Grundrechenarten ausführen kann. Die ersten Rechenmaschinen waren mechanisch, später elektrisch (120);

Zeichengerät (Für die Anfertigung komplizierter und präziser Zeichnungen verwendet man spezielle Drucker – Plotter. Die ältesten sind Stiftplotter (107);

Datenträger (46): Kompakt- oder auch optischer Datenträger (51), Winchester-Festplatte (48);

Diskette (Manchmal wird die Diskette fälschlicherweise „diskete“ genannt. Warum das so ist, ist völlig verständlich – Disketten werden im Ausland hergestellt, auf ihrer Hülle steht oft auf Englisch Diskette, und so lesen wir

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buchstäblich. Übrigens sagt man manchmal auch „flexible Diskette“. Ganz unnötig – es ist ohnehin klar, dass sie flexibel und magnetisch ist (50);

Display (Das Wort Display haben die Litauer aus dem englischen Wort „display“ übernommen – „zeigen, darstellen“. Manche nennen das Display „Monitor“ (das englische Wort „monitor“ hat viele Bedeutungen: eine davon ist ein Gerät zur Überwachung und Kontrolle) (16);

Sprache Logo (Wissen Sie, woher der Name der Sprache Logo stammt? Aus dem Griechischen „logos“, was „Wort“ oder „Gedanke“ bedeutet (64);

Computer (Das Wort Computer stammt, wie bekannt, vom englischen Wort „compute“ – rechnen. Die Engländer übernahmen dieses Wort aus dem Lateinischen „computo“, was „ich rechne“ bedeutet (8): Personalcomputer (10), Heimcomputer (15), elektronischer Computer (121), Taschencomputer (15), Laptop (15);

Drucker (Auf Englisch heißt Drucker printer (und wird ähnlich ausgesprochen – „printe“). Deshalb wird er auch bei uns manchmal gern Printer genannt. Wenn wir ein schönes litauisches Wort haben, sollten wir uns keine Wörter aus anderen Sprachen leihen (104): Nadeldrucker (103), Laserdrucker (102), Tintenstrahldrucker (103);

Cursor (Plötzlich zog das sich auf dem Bildschirm bewegende kleine Rechteck unsere Aufmerksamkeit auf sich – man tippt einen Buchstaben, und es rückt nach rechts. Was ist das? Wozu braucht man es? Das ist der Cursor (15).

Diese kleine Liste ließe sich noch um viele weitere korrekte und empfehlenswerte Fachbegriffe aus der Informatik ergänzen, die im Buch „Reise ins Computerland“ verwendet werden. Doch schon daraus wird deutlich, dass die Autorin mit der Fachterminologie der Informatik gut vertraut ist und sich nicht in deren gegenwärtigem Synonymmeer verirrt. Über den einen oder anderen Begriff könnte man allerdings diskutieren.

Sehr gut ist, dass die Autorin den Anglizismus Datei ablehnt. Der von ihr vorgeschlagene und von ihren engsten Mitarbeitern ständig verwendete Synonymvorschlag für Datei – Akte (59) – gibt jedoch Anlass zu beträchtlichen Zweifeln; einige davon wurden bereits erörtert1. Daher braucht man sie nicht zu wiederholen. Man kann lediglich hinzufügen, dass die Begründung für die Bedeutungsübertragung des Wortes Akte sehr unklar ist (übertragen wird nicht die Hauptbedeutung dieses Wortes). Ein passenderes litauisches Äquivalent für Datei wäre demnach wohl das Wort Dateisatz.

1 Žr. Gimtoji kalba, 1994, Nr. 8–9, p. 17; Nr. 4, p. 21–22.

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Der Code aus schwarzen und weißen Linien auf ausländischen Waren ist nicht als Strichcode (75), sondern als Balkencode zu bezeichnen.

Zu korrigieren sind auch solche Termini wie: Festwertspeicher (42) (= Festwertspeicher), sensorischer (= berührungsempfindlicher) Bildschirm (74), Scanner (75) (= Lesegerät). Wozu braucht man den Zeilenabstand (96) und spezifische Buchstaben (26), wenn man es einfacher sagen kann: Abstand zwischen den Zeilen, besondere Buchstaben.

Angelė KAULAKIENĖ

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