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Alvydas UMBRASAS

Institut für Litauische Sprache

WURZELVERWANDTE SYNONYME UND VARIANTEN ZWEIWÖRTIGER RECHTSBEGRIFFE IN DEN LITAUISCHEN GESETZBÜCHERN VON 1918–1940

Der Artikel analysiert die Rechtsterminologie der Gesetzbücher, die 1918–1940 in Litauen galten. Alle untersuchten Gesetzbücher1 wurden aus dem Russischen übersetzt (Originale gab es nicht); sie wurden durch übersetzte und originale litauische Ergänzungen erweitert. In früheren, vom Autor in Terminologijoje (Nr. 9 und 10) veröffentlichten Artikeln wurde die Rechtsterminologie der damaligen Übersetzungen des Straf- und Zivilgesetzbuchs verglichen. Diesmal ist die Quellenbasis breiter, doch geht es nicht um das Verhältnis der Termini einzelner Übersetzungen, sondern um die Termini als Ganzes. Die Untersuchung ergab, dass zweigliedrige Rechtstermini in den Gesetzbüchern von 1918–1940 besonders zahlreich Synonyme und Varianten aufwiesen. Etwa ein Drittel aller gefundenen zweigliedrigen Termini gehört zu Synonym- und Variantenreihen. Besonders häufig waren synonyme Termini mit Wörtern derselben Wortwurzel; daher wurde beschlossen, die vorherrschenden Typen ihrer Ausdrucksformen darzustellen.

In der litauischen Terminologieforschung ist die Grenze zwischen Synonymen und Varianten von Termini nicht klar gezogen. In den Untersuchungen richtet man sich eher nach praktischen Aspekten der unterschiedlichen Benennung von Termini und greift bei Bedarf auf die allgemeine sprachwissenschaftliche Theorie zurück. Bislang galt die größte Aufmerksamkeit der Synonymie litauischer und internationaler Termini (Klimavičius 1975); mitunter wird versucht, die Struktur zu berücksichtigen, doch bleibt der wichtigste und aktuellste Gesichtspunkt weiterhin die Entsprechung einheimischer und entlehnter synonymischer Termini (Keinys 1974).

Unsere gesamte bisherige Terminologieforschung wurde am stärksten von der russischen Terminologieforschung beeinflusst; dort werden Synonyme bei der Analyse meist mit Varianten in Verbindung gebracht und manchmal mit ihnen gleichgesetzt (Moschitz-Hagspiel 1994: 146).

1 Eine Liste der Gesetzbücher findet sich am Ende des Artikels.

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Bei der Erörterung synonymischer Termini mit derselben Wortwurzel ist die Auffassung zu beachten, dass nur Wörter mit unterschiedlichen Wortwurzeln Synonyme sein können. Ist die Wortwurzel (und die Wortart) dieselbe, so handelt es sich entweder um Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen oder um Varianten (Молодец 1983: 15). Unter Berücksichtigung der Wortwurzel haben O. Achmanova, M. Nikitin, N. Semeniuk und V. Vinogradov versucht, die Grenze zwischen Varianten und Synonymen zu ziehen. Es gab auch Gegenstimmen, die eine andere Auffassung vertraten, etwa A. Jevgenjeva, F. Filin, E. Ivannikova und V. Grečka (ausführlicher siehe Vaskelienė 2000: 12–13).

In der litauischen Sprachwissenschaft wird die Wortwurzel gewöhnlich nicht berücksichtigt, obwohl dies in der Terminologieforschung (insbesondere bei der Analyse komplexer Termini) recht nützlich wäre. Ausgehend von der allgemeinen Theorie der litauischen Sprachwissenschaft müssen wir viele stammverwandte Termini als Synonyme betrachten (tatsächlich nehmen sie eine Zwischenstellung zwischen unbestreitbaren Synonymen, das heißt solchen mit unterschiedlichen Wortwurzeln, und Varianten ein), denn Varianten werden sehr eng definiert – als „Abweichung derselben sprachlichen Einheit. Varianten haben gewöhnlich dieselbe Funktion und unterscheiden sich nur in ihrer Ausdrucksform; deshalb heißt es oft, sie seien unterschiedliche Realisierungen derselben einzelnen sprachlichen Einheit“ (Gaivenis, Keinys 1990: 225). Theoretisch scheint dies klar zu sein, praktisch ist es jedoch nicht immer leicht zu entscheiden, wann eine bestimmte sprachliche Einheit lediglich eine Abwandlung einer anderen Einheit und wann sie eine andere Einheit ist. Sprachwissenschaftler räumen ein, dass die Grenze zwischen Varianten und Synonymen mitunter fließend ist (Pikčilingis 1988: 47). Wenn wir bedenken, dass sowohl ein Synonym als auch eine Variante eines Terminus denselben Begriff bezeichnen (anders als in der allgemeinen sprachwissenschaftlichen Theorie, in der Synonyme oft Bedeutungsunterschiede aufweisen), können wir annehmen, dass ihre Funktion im Wesentlichen dieselbe ist. Hinsichtlich der Bedeutung sind Varianten ebenfalls Synonyme (sie werden in Synonymwörterbüchern aufgeführt, siehe Lyberis 2002: IX). Um also in der Terminologieforschung Varianten von Synonymen zu unterscheiden, bleibt nur, die Unterschiede in der Ausdrucksform zu berücksichtigen (obwohl auch die lexikalische Bedeutung nicht außer Acht gelassen werden darf). Als Varianten von Termini wären demnach solche Termini zu betrachten, die aus denselben Wörtern bestehen und lediglich unwesentliche Unterschiede aufweisen, etwa in Rechtschreibung, Phonetik, Morphonologie, Morphologie, Flexion, Anpassung ans Litauische und Ähnlichem (Unterschiede in der Wortbildung weisen gewöhnlich nicht auf Varianten, sondern auf Synonyme hin).

Die Arbeit zielt nicht darauf ab, Varianten und Synonyme strikt voneinander abzugrenzen; daher werden einige Varianten zusammen mit Synonymen aufgeführt (zumal Termini bisweilen sowohl Synonyme als auch Varianten aufweisen). Allgemein betrachtet sind Varianten ein Teil der Synonymie im weiteren Sinne; daher gibt es in der Terminologieforschung keinen großen

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die Notwendigkeit, zwischen ihnen eine strikte Grenze zu ziehen, da es um die Benennung desselben Begriffs geht. Die im Beitrag vorgestellte Klassifikation ist nicht detailliert; einige Typen werden anhand ihrer charakteristischsten Merkmale zusammengefasst. Einige Synonyme und Varianten wurden zu unterschiedlichen Zeiten verwendet (z. B. apeliacijos instancija BS34 68 T, BPI33 180/12 – apeliacinė instancija CTI38 202, BPI24 291 P, BPI33 33 P; die Zahlen bei den Abkürzungen geben die Jahre an), daher werden sie2 nicht chronologisch, sondern nach dem bezeichneten Typ angeführt (in diesem Fall Substantiv im Genitiv – Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė). Wo die Chronologie erkennbar ist, wird sie bei der Anführung der Termini berücksichtigt.

Synonymischer Ausdruck der Nebenbestandteile

Die meisten Synonyme von Termini, die in den Kodizes von 1918–1940 in derselben Bedeutung verwendet wurden, unterscheiden sich durch ihre Nebenbestandteile. Der typischste Ausdruckstyp ist die synonymische Verwendung des Substantivs im Genitiv und eines Adjektivs mit dem Suffix -inis, -ė (oder Varianten dieses Suffixes, z. B. -tinis, -ė) für denselben Sachverhalt, z. B.: administracijos organas CTI38 1222/18, BPI33 1, BPI20 1226 – administracinis organas CTI38 1 S, BS34 37 S, BPI33 852/20; alimentų pensija CPI31v 1554 – alimentinė pensija CTI38 1554; apeliacijos instancija BS34 68 T, BPI33 180/12 – apeliacinė instancija CTI38 202, BPI24 291 P, BPI33 33 P; asmens samda CPI31c 138, CTI38 138 – asmeninė samda CTI33 1737 S; atsargos kapitalas CTI33 2200/2 – atsarginis kapitalas CTI33 2200 P; biržinė kaina CTI33 2200 P – biržos kaina CTI33 1674/1, CTI38 615, BPI33 779 S; diplomatijos agentas BS19 478 – diplomatinis agentas CTI38 225, BS34 5 R, BPI33 230; įpote kos kreditorius CPI31v 1563 – įpotekinis kreditorius CTI38 1563; karo vyresnybė CI33 56 – karinė vyresnybė CI33 56, BPI33 272; kasacijos skundas CPI31v 813, CTI38 29 T, BS34 74 T, BPI24 199, BPI33 175 – kasacinis skundas CPI31v 1460/21, CTI38 191, BPI33 894; likvidacijos komisija CI33 2200 P – likvidacinė komisija CTI38 4 T; pasižymėtinis ženklas BS19 28 – pasižymėjimo ženklas BS34

2 Wenn ein Terminus in mehreren Quellen belegt ist, werden die Abkürzungen in folgender Reihenfolge angegeben: Zivilgesetzbuch und Zivilprozessordnung (CI, CPI, CTI), Strafgesetzbuch und Strafprozessordnung (BS, BPI).

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28; pinigų bauda BS₃₄ 2 V – piniginė bauda CTI₃₃ 684 S, CTI₃₈ 91, BS₃₄ 2 V, BPI₃₃ 52/1: savitarpiniai įžeidimai BPI₃₃ 219 S – savitarpio įžeidimai BS₃₄ 477 S; savivaldybės įstaiga CTI₃₃ 698, BS₁₉ 30/8 – savivaldybinė įstaiga CTI₃₈ 1219; tarnybinis įsakymas BPI₃₃ 279 P – tarnybos įsakymas BS₃₄ 44; testamento liudytojas CTI₃₃ 1048 – testamentinis liudytojas CTI₃₃ 1054 S; valstybės kalba BPI₃₃ 579 V – valstybinė kalba BPI₃₃ 579 V; valstybės tarnyba BS₁₉ 30/2, BPI₃₃ 238/1, CTI₃₈ 893 – valstybinė tarnyba BS₃₄ 532 S; visuomenės įstaiga CTI₃₃ 2012, BS₁₉ 30/8 – visuomeninė įstaiga CTI₃₃ 173. Hier sind auch morphologisch unterschiedlich gebildete Synonyme zu nennen: išmarų palikimas CTI₃₈ 1749 – išmir­tinis palikimas CTI₃₃ 1246 T; kaimyninė teisė CTI₃₃ 442 T, CP₃₁₃ 34, CTI₃₈ 29 T – kaimynystės teisė CP₃₁₃V 29, CTI₃₈ 34. Einige der hier angeführten Termini werden heute³ überhaupt nicht mehr verwendet, andere stehen mit einem Genitiv (z. B.: atsargos kapitalas, biržos kaina, pasižymėjimo ženklas, savivaldybės įstaiga), wieder andere mit einem Adjektiv (z. B.: apeliacinė instancija, diplomatinis agentas, kasacinis skundas, piniginė bauda). Auch heute lassen sich unterschiedliche Formen mitunter nicht vermeiden: Neben dem vorherrschenden hipotekos kreditorius kommt gelegentlich unnötigerweise auch hipotekinis kreditorius vor; neben der vorherrschenden likvidacinės komisijos – likvidacijos komisija (letztere ist vielleicht sogar geeigneter). Termini, die sich nur durch den Substantivgenitiv oder ein Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė unterscheiden, erhalten nur selten unterschiedliche terminologische Bedeutungen; so ließen sich etwa valstybės įmonė und valstybinė įmonė unterschiedlich auslegen: Der erste Ausdruck könnte als Gegenstück zu savivaldybės įmonės verstanden werden, der zweite als Gegenstück zu privačios įmonės (KKP 1998: 313); tatsächlich werden sie jedoch synonym verwendet, wobei sich der Gebrauch allmählich auf valstybės įmonės verlagert (diese Wahl könnte durch die Parallelbildung mit savivaldybės įmone begünstigt worden sein). Allgemein gab und gibt es terminologische Schwankungen bei den Wörtern valstybinis und valstybės: Es gibt ein Valstybės tarybos įstatymą, während die Verfassung jedoch valstybinė tarnyba nennt. Bemerkenswert ist, dass in den Verfassungen von 1922 und 1928 der Terminus valstybės kalba verwendet wurde, während 1938 (und heute) valstybinė kalba steht (LVTA 1996: 7, 14, 21).

3 Der heutige Sprachgebrauch wurde anhand der Rechtsaktedatenbank des Seimas überprüft.

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Es gibt vergleichsweise zahlreiche Fälle, in denen wortverwandte Synonyme durch die Benennung mit einem Substantiv im Genitiv und einem Passivpartizip (mit oder ohne Artikelendung) entstehen, z. B.: apsaugojamos priemonės BS₃₃ 245 – apsaugojimo priemonės CPI₃₈ 824; įkeitimo tvirtybė CĮ₃₃ 1647 – įkeičiamoji tvirtybė CĮ₃₃ 707; įrodomoji galia CĮ₃₃ 120 S, CTĮ₃₈ 469 – įrodymo galia CTĮ₃₈ 467; kaltinimo aktas BPI₃₃ 520 T – kaltinamasis aktas BPI₃₃ 519; mokėjimo raštelis CĮ₃₃ 2054, BS₃₄ 552 S – mokamasis raštelis CĮ₃₃ 2054 S, BS₃₄ 552 S; nusikalstamasis įvykis BPI₂₄ 328 – nusikaltimo įvykis BPI₃₃ 315; paveldėjimo teisė CĮ₃₃ 132 S – paveldimoji teisė CĮ₃₃ 1123 S; perkamasis aktas CĮ₃₃ 579 – pirkimo aktas CĮ₃₃ 692 T, CTĮ₃₈ 1439; tardymo veiksmai BPI₃₃ 144 – tardomieji veiksmai BPI₃₃ 1038; vykdymo byla CTĮ₃₈ 1187 T – vykdomoji byla CTĮ₃₈ 1154 T. Wie zu sehen ist, wird in solchen Fällen meist der Genitiv eines Verbalabstraktums verwendet, obwohl auch andere Bildungen vorkommen, z. B.: ieškinio pasėmimas CTĮ₃₈ 69 T – ieškomasis pasėmimas CTĮ₃₈ 266 S; skolos raštas CĮ₂₈ 1259, BS₃₄ 68 S – skolinamasis raštas CĮ₃₃ 2052 PT; laiduojamasis raštas CĮ₃₃ 1562 S, CPI₃₁V 649 – laido raštas CTĮ₃₈ 645 – laidavimo raštas CTĮ₃₈ 649. Der heutige Sprachgebrauch zeigt, dass sich Genitivformen stärker durchgesetzt haben (z. B.: laidavimo raštas, nusikaltimo įvykis, paveldėjimo teisė, pirkimo aktas, tardymo veiksmai); es gibt jedoch auch Partizipien, die semantisch besser passen (z. B.: įrodomoji galia, kaltinamasis aktas, vykdomoji byla).

In den untersuchten Materialien werden die Nebenbestandteile eines zweigliedrigen Terminus recht häufig synonymisch durch Adjektive (überwiegend mit dem Suffix -inis, -ė) oder verschiedene Partizipien ausgedrückt, z. B.: atsiskaitinė knygelė CPI₃₁V 471 – atsiskaitomoji knygelė CTĮ₃₈ 161/1; įpoteruota skola CPI₃₁V 1575, CTĮ₃₈ 816 T – įpoterinė skola CTĮ₃₈ 1575; melaginga paraiška BS₁₉ 160 – meluojama paraiška BS₁₉ 158; pareiškiamoji tvarka CĮ₃₃ 1531 – pareikštinė tvarka CTĮ₃₈ 1374; paveldėtinis turtas CĮ₃₃ 1011 – paveldėtas turtas CĮ₃₃ 188; perduotinis įrašas CĮ₃₃ 2058 S – perduodamasis įrašas CĮ₃₃ 2059; pildytinis raginimas CTĮ₃₈ 943 – pildomasis raginimas CTĮ₃₈ 1096; rašytinis pasiaiškinimas CPI₃₁V, CTĮ₃₈ 145 – rašytas pasiaiškinimas CPI₃₁C 145, CTĮ₃₈ 313; terminuotas išmokėjimas CĮ₃₃ 1086 S – terminis išmokėjimas CTĮ₃₈ 593 S; tvirtinamieji

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Steuern Cl₂₈ 1683 – Festungssteuern Cl₃₃ 1683 – Festungsabgaben CPI₃₁V 1162, CTI₃₈ 1573 S. Von den uns aus früheren Zeiten überlieferten und hier angeführten Termini sind diejenigen häufiger, deren Nebenkomponente durch Adjektive ausgedrückt wird (z. B.: verantwortliche Aufsicht, Antragsverfahren, schriftliche Erklärung); verwendet werden jedoch auch Partizipien (z. B.: Abrechnungsheft, ererbtes Vermögen).

Zu nennen sind terminologische Ausdrucksvarianten aufgrund verschiedener als Nebenkomponenten fungierender Adjektive:

1) Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė – Adjektiv mit dem Suffix -iškas, -a, z. B.: persönliche Verantwortung BPI₃₃ 20 – personelle Verantwortung CTI₃₈ 1097 T; körperliche Gewalt BS₃₄ 589 R – physische Gewalt BS₃₄ 507 R; konkludente Handlungen BS₃₄ 51 R – konkludentische Handlungen BS₃₄ 591 R; mikroskopische Untersuchung BPI₂₄ 625 – mikroskopische Untersuchung BPI₃₃ 691. Obwohl sie sich hinsichtlich der Wortbildung unterscheiden, ist hier auch terroristischer Akt BPI₃₃ 226 P – terroristischer Akt BS₃₄ 2 P zu nennen. Übrigens gibt es in den Codes fast 20-mal mehr Rechtstermini, deren Nebenkomponente die Form eines Adjektivs mit dem Suffix -inis, -ė ist, als Termini mit -iškas, -a. In einigen anderen Wissenschaftsbereichen jener Zeit war dieses Verhältnis anders. So gibt es beispielsweise nach den Angaben von St. Kein bei den von Maironis verwendeten zweigliedrigen literaturwissenschaftlichen Termini mehr Nebenkomponenten in der Form -iškas, -a (Keinys 2002: 42–43). Die Synonymie dieser beiden Suffixe ist bereits aus den Schriften des 16.–17. Jahrhunderts bekannt (Ambrazas 2003: 20), heute werden die Bedeutungen jedoch meist unterschieden.

2) Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė – Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė (-tinis, -ė), z. B.: beschuldigungsbezogene Vernehmung BS₁₉ 157 – Vernehmung des Beschuldigten BS₃₄ 38 T; schriftliche Verpflichtung Cl₃₃ 220 – schriftliche Verpflichtung Cl₃₃ 2052 S, BS₃₄ 611 S; zu kennzeichnendes Papier BS₁₉ 433 – Kennzeichnungspapier BS₃₄ 433. Die Adjektive in Termini dieses Typs sind mit demselben Suffix gebildet, ihre Grundwörter unterscheiden sich jedoch erheblich.

Es gibt auch einige synonyme Termini, deren verschiedene Adjektive keine ausgeprägten Typen bilden; es handelt sich um Einzelfälle, z. B.: unbare Wechsel BPI₃₃ 29 S – geldloser Wechsel BS₃₄ 591 T – eine Ableitung mit dem Suffix -inis, -ė und dem Präfix ne- gegenüber einer Substantivableitung mit dem Präfix be-. Der heutige Terminus lautet ausschließlich unbarer Wechsel (vgl. auch TT 1992: 26). Wortbildungsmäßig anders, diesem Fall aber ähnlich ist das Begriffspaar zinsloses Darlehen Cl₂₈ 2014 – unverzinsliches Darlehen Cl₃₃ 2014. In der späteren …

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Übersetzung des CĮ findet sich zwar … gelungen, doch wurde einseitige Verpflichtung CP₃₃₁V 161/24 ohne Not durch einseitige Verpflichtung CT₃₈ 161/24 ersetzt.

Obwohl nicht zahlreich, gibt es auch einige Synonyme mit Nebenkomponenten, die aus verschiedenen (meistens verschiedenen Arten und Zeiten angehörenden) Partizipien bestehen, z. B.: strafbarer Übergriff BP₃₃ 852/1 – strafrechtlich verfolgter Übergriff BS₃₄ 4 P; unzüchtige Handlungen BP₁₂₄ 103 – Handlungen, die Unzucht treiben BP₃₃ 89; Vollstreckungsakt CP₃₁V 161/10, CP₃₁C 161/10, CT₃₈ 161/11 T – zu vollstreckender Akt CT₃₈ 161/10. Die Partizipart kann auch dieselbe sein, während sich die Verben derselben Wurzel unterscheiden, z. B.: Gefängnishäuser BS₃₄ 24 – Haftanstalten BS₃₄ 174 T (vgl. gefangen sein – gefangen halten). Von den hier angeführten Termini ist heute wohl nur unzüchtige Handlungen gebräuchlich (pronominale Form).

Es wurden auch einige Synonyme gefunden, die sich durch die Stellung der Nebenkomponente (vor oder nach der Hauptkomponente) unterscheiden. Ein Teil davon lässt sich eindeutig ineinander umformen: 1) Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė – Instrumental eines Substantivs, z. B.: schriftliche Aussagen BP₃₃ 88 S – Aussage in Schriftform BP₃₃ 88 S; mündliche Beleidigung BS₃₄ 475 S – Beleidigung durch Worte BS₃₄ 530 S. Zu diesen Termini kann auch ein Genitiv des Substantivs hinzukommen (mündlicher Vertrag CĮ₃₃ 1702 S – Vertrag mündlich CĮ₃₃ 1531 S – Vertrag des Wortes CĮ₃₃ 1700 T) oder ein Partizip (Handlungsbeleidigung BS₃₄ 475 S – Beleidigung durch eine Handlung BS₃₄ 475 S – bewirkte Beleidigung BS₃₄ 475 S); 2) Genitiv des Substantivs – Infinitiv des Verbs, z. B.: Verfügungsrecht CĮ₃₃ 387 T, CP₃₁C 73, CT₃₈ 32/1 – Recht zu verfügen CP₃₁V, CT₃₈ 73, BS₁₉ 255. Trotz unterschiedlicher Präfixe bedeuten auch die folgenden Begriffspaare dasselbe: Aufforderung zum Entfernen BP₁₂₄ 289 – Aufforderung, sich zu entfernen BP₁₂₄ 288, Aufforderung zur Absetzung BP₁₃₀ 275 – Aufforderung, sich der Sache zu enthalten BP₁₃₀ 273. Zu solchen Paaren kann auch ein Partizip hinzutreten, z. B.: Vollstreckungsvermerk CP₃₁C 161/10 – Aufforderung zur Vollstreckung CT₃₈ 161/10 – vollstreckbare Aufforderung CP₃₁V 161/10, CT₃₈ 942; 3) Dativ eines Substantivs – Genitiv eines Substantivs, z. B.: Häuser für Festgenommene BS₃₄ 21 S, BP₃₃ 395 – Häuser der Festgenommenen CT₃₈ 528, BP₃₃ 950; 4) Lokativ eines Substantivs – Genitiv eines Substantivs, z. B.: ab-

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Besichtigung vor Ort CPI31V 82/2 – Ortsbesichtigung CPI31C 119, CTI38 119, BPI33 48 V.

Ein Teil der hier erwähnten Termini wird heute mit einem untergeordneten Bestandteil vor dem Hauptbestandteil verwendet (z. B.: Verwaltungsrecht, Ortsbesichtigung), ein Teil nach dem Hauptbestandteil (z. B.: Beleidigung mündlich, Beleidigung schriftlich), manche werden überhaupt nicht verwendet.

Eine eigene Gruppe bilden Termini, deren untergeordnete Bestandteile Substantive – derivationelle Synonyme – sind. Allgemein ist der Begriff der derivationellen Synonyme in der Sprachwissenschaft nicht fest etabliert; ihr Verständnis unterscheidet sich in verschiedenen Arbeiten leicht (siehe Vaskelienė 2000: 5–10). J. Vaskelienė schlägt folgendes Verständnis derivationeller Synonyme vor: Es handelt sich um Ableitungen mit ähnlicher Bedeutung, die derselben Derivationskategorie angehören und dieselbe Wurzel haben (2000: 75). Das Kriterium der Derivationskategorie ist in den meisten Fällen praktisch. Im untersuchten Material werden am häufigsten Termini synonym verwendet, die aus Abstrakta von Verben derselben Wurzel, aber unterschiedlicher Ableitung gebildet sind, z. B.: Besichtigungsprotokoll CPI31V 511 – Protokoll der Besichtigung CTI38 511, BPI33 687; Tatort BPI33 396 V – Ort der Tatentstehung CTI38 62; Vertragsstrafe CPI31V 161/5 – Geld bei Nichterfüllung CPI31C 161 5, CTI38 161/5; Mietdauer CPI31V 161/1, CI33 542 S – Dauer der Vermietung CI33 1691; Arbeitsvertrag CI28 1700, CPI31V 125, CTI38 155/1 – Anstellungsvertrag CI33 106 T, CPI31C 125, CPI31V 157, CTI38 125; Gefahr der Flucht BS19 224, BS31 224 – Fluchtgefahr BS34 224. Unter den hier aufgeführten Termini sind heute solche ohne das Suffix -imas häufiger, zum Beispiel Besichtigungsprotokoll, Arbeitsvertrag, obwohl neben den vorherrschenden Tatort, Mietdauer weiterhin auch Ort der Tatentstehung, Dauer der Vermietung vorkommen.

Derivationssynonyme können beispielsweise auch Abstrakta von Adjektiven oder Substantiven sein (unzüchtige Handlung BS19 280 – Handlung der Unzucht BS31 280, BS34 280; Beweise der Jungfräulichkeit BPI24 841, BPI30 935 – Beweise der Unschuld BPI33 935; Beschränkung der Handlungsfähigkeit CPI31V 1681, CTI38 1460/13 T – Beschränkung der Geschäftsfähigkeit CTI38 1681); Bezeichnungen von Handelnden (Zeugenaussage CPI31C 102 – Aussage des Zeugen CI33 78 S, CPI31V 102, CTI38 101, BS31 158, BS34 158); Bezeichnungen des Ergebnisses einer Handlung (Klagepreis CPI31C 15/1 – Klagewert CPI31V 15/1, CTI38 15/1). Vielleicht sind auch zusammengesetzte Substantive als derivationelle Synonyme anzusehen, die als untergeordnete Bestandteile von Termini auftreten und sich hinsichtlich der Stellung ihrer Bestandteile unterscheiden, bei-

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spielsweise: gegenseitige Abrechnungen CPI31V 36/3 – wechselseitige Abrechnungen CPI33 36/3. Hier lassen sich auch Varianten erkennen; eindeutige Synonyme sind nur die davon abgeleiteten Formen: gegenseitige Vereinbarung CT33 1528 S – wechselseitige Vereinbarung CT38 1638.

Es gibt Fälle, in denen in Verbindungen gleicher Bedeutung auch Ableitungen aus unterschiedlichen Derivationskategorien verwendet werden, z. B.: Vorrangrecht CPI31V 814/5 – Recht des Vorrangs CT33 1301 T – Prioritätsrecht CT38 814/5. Hier wird neben zwei Abstrakta von Substantiven (derivationellen Synonymen) entsprechend auch ein Abstraktum eines Verbs derselben Wurzel verwendet. Für sich genommen würden sie nicht als derivationelle Synonyme gelten, doch alle Verbindungen werden synonym verwendet. Ähnlich sind auch folgende Paare: Schenkungsurkunde CT33 570 S – Schenkungsakt CT38 258 T, BS34 419 T; Pfandverschreibungsurkunde CT33 1670 – Pfandurkunde CT38 106 T. Allerdings kann der Grund für das Entstehen des letztgenannten Falls auch darin liegen, dass das russische Wort заклад sowohl die Handlung als auch deren Ergebnis bezeichnet, während es im Litauischen zwei Entsprechungen für dieses Wort gibt. Somit lässt sich von terminologischer Synonymie sprechen, wenn die Bestandteile völlig verschiedene (ansonsten nicht synonyme) Wörter derselben Wurzel sind; vgl. ferner: Respekttitel BS19 28, BS31 28 – Ehrentitel BS34 28; Wohltätigkeitseinrichtung BS19 578 – Wohltätigkeitsanstalt CT33 698; Personenstandsregister CT33 78 T, CT38 1647, BP33 1013 T – Geburtenregister CT33 78, CT38 1341, BS34 667 T; Nebenverhältnis CT33 1539 S – Nebenangelegenheit CT33 1536, BS34 108 T.

Schließlich sind Termini zu erwähnen, die sich durch das Nichtübereinstimmen der Präfixe unterscheiden (einschließlich ihres Vorhandenseins oder Fehlens), z. B.: Recht auf Verteidigung BP33 1186 S – Verteidigungsrecht BS34 45 T; Beweisschrift BS19 159 – Beweisdokument CT38 261 T, BS31 159; interessierte⁴ Person CT33 693 PT – interessierte Person CPI31V 241, CT38 1164 – interessierte Person CT33 919 S, CT38 1215 S. Es ist unklar, ob solche Fälle als Synonyme oder Varianten anzusehen sind. Da die Unterschiede derivationeller Art sind, sollte man wohl von Synonymen sprechen. In den Termini wurden auch (Versicherungs) Begriffe synonym verwendet, z. B.: Versicherungsgesellschaft BS19 325 – Versicherungsgesellschaft CT33 2199 S; Versicherungs-

4 J. Jablonskis korrigierte bereits 1914 užinteresuoti zu suinteresuoti (1935: 129).

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Versicherungsprämie Cl₃₃ 1509 S – Versicherungsprämie BS₃₄ 589 T. Da hier nicht die Handlungsart eines Ereignisses gemeint ist, ist das Präfix ap- nicht erforderlich. Der erste dieser Termini wurde in KPP 1976, KPP 1985 korrigiert.

Varianten bei der Wiedergabe von Attributen

Als charakteristisches Merkmal der Rechtsterminologie von 1918–1940 kann die Variation bestimmter und einfacher Formen gelten, z. B.: gesonderter Beschluss CT₃₈ 712 – der gesonderte Beschluss CT₃₈ 705; strafbare Verantwortlichkeit BP₁₂₄ 666 – strafrechtliche Verantwortlichkeit BS₃₄ 51 R, BP₁₃₃ 16; gemeinsame Polizei BP₁₃₃ 249/3 – die gemeinsame Polizei BP₁₃₃ 279 P; laufendes Konto Cl₃₃ 694 PT – das laufende Konto BS₃₄ 321; Zwangsmaßnahme BP₁₃₃ 257/1 – die Zwangsmaßnahme BS₃₄ 54 P, BPI₃₃ 77/2, BPI₂₄ 277; qualifizierter Mord BS₃₄ 455 R – der qualifizierte Mord BS₃₄ 455 T; strafbarer Versuch BS₃₄ 122 S – der strafbare Versuch BS₃₄ 122 S; einfache Haft BS₃₄ 2, BPI₃₃ 250 – einfache Haft BS₃₄ 2 V; Vollgesellschaft CPI₃₁V 67/1, CTI₃₈ 67/1, BS₃₄ 578 T – die Vollgesellschaft Cl₃₃ 2128, CPI₃₁V, CTI₃₈ 26; verbindliche Anordnung BS₃₄ 197 T, BPI₃₃ 1214 T – die verbindliche Anordnung BS₃₄ 125; Voruntersuchung BS₁₉ 305, BPI₁₃₃ 212 – durchgeführte Voruntersuchung BPI₃₃ 483; schwere Körperverletzung BPI₃₃ 349 P – schwere Körperverletzung BS₃₄ 45 T; verkauftes Vermögen Cl₃₃ 1679 S – verkauftes Vermögen Cl₃₃ 1679 S; öffentliche Bekanntmachung CTI₃₈ 58/1 – die öffentliche Bekanntmachung CPI₃₁₀ 58/1, CTI₃₈ 294; Vollstreckungsschrift Cl₃₃ 402 S, CTI₃₈ 633, BS₃₄ 440 R, BPI₃₃ 189 – vollstreckbare Schrift CTI₃₈ 126 S. Im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheiden sich die Bedeutungen bestimmter und einfacher Formen, doch wurden mit den genannten Termini dieselben Begriffe bezeichnet; der Unterschied bestand allein in der grammatischen Form. Daher können solche Varianten als Pseudovarianten gelten.

Eine kleine Gruppe von Varianten bilden Termini mit unterschiedlich litauisierten Adjektiven. Sie gehören zwei Typen an:

1) ein Adjektiv mit dem Suffix -(al, ar)inis, -ė – ein nicht abgeleitetes Adjektiv, z. B.: formaler Vertrag Cl₂₈ 1699 – formaler Vertrag Cl₃₃ 1699; materielles Recht Cl₃₃ 1084 T, CTI₃₈ 1 T – materielles Recht CTI₃₈ 1273 T; Amtssprache BPI₃₃ 185 V – Amtssprache BPI₃₃ 238/1 P; Privatklage BPI₃₃ 152 P – Privatklage

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ge38, 169, BPI33, 89; Gesamtschuldner CL33 1548 T – Gesamtschuldner CI33, 1548 S, CTI38, 1197 T;

2) ein Adjektiv mit dem Suffix -al, yv-inis, -ė – ein Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė, z. B.: Verwaltungsverfahren BPI33 1125/4 – Verwaltungsverfahren CTI38 1222/16 (vgl. das Synonym Verwaltungsverfahren BPI33 1126); Vorfrage BPI33 492 P – Vorfrage BS34 68 R; Prozessrecht CI38 1084 T, BPI33 73 P – Prozessrecht CTI38 1 T; Territorialitätsprinzip BPI33 200 P – Territorialprinzip BS34 5 R.

Die Termini des ersten Typs gelten nur bedingt als Varianten, da sich synchronisch das Adjektiv des einen als Ableitung und das Adjektiv des anderen als Grundwort dieser Ableitung auffassen lässt (unter dieser Annahme sind die Termini als Synonyme anzusehen, wie etwa die litauischen Termini gemeinschaftliches Vermögen CI33 543 T – gemeinsames Vermögen CI33 543 S). Diachron betrachtet könnten die genannten litauischen Adjektive gleichzeitig entstanden sein; möglicherweise entstanden sogar die Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė früher als jene ohne dieses Suffix.

An beiden Typen zeigt sich, dass man bei der Litauisierung fremdsprachiger Adjektive dazu neigt, fremde Adjektivsuffixe -al-, -yv- zu entfernen oder die Suffixe -al-, -ar- beizubehalten, jedoch -inis, -ė nicht hinzuzufügen.

Mit der Litauisierung hängen auch die in den Kodizes seltenen phonetischen (zugleich orthografischen) Varianten zweigliedriger Termini zusammen, z. B.: ipotekos5 Akt BS34 445 – Hypothekenakt BS34 445, Akziseabgabe CPI31V 1156/2 – Akziseabgabe CTI38 1163 S – Akziseabgabe CTI38 1156/2 (vgl. auch Akziseneinnahme BS34 346).

In den untersuchten Quellen wurden keine morphologischen Varianten gefunden, etwa unterschiedliche Partizipialformen: zahlungsunfähiger Schuldner BS34 578 S – zahlungsunfähig werdender Schuldner CTI38 23, BPI33 177; beeidigter Pfleger CI33 2308 S – beeidigter Pfleger CTI38 1400 P – der beeidigte Pfleger CTI38 1400 P. Der Morphologie lassen sich auch folgende Varianten zuordnen: teilbares Vermögen CI33 393 – zu teilendes Vermögen

5 Im Jahr 1992 erklärte die Staatliche Kommission für die litauische Sprache die Form hipoteka zur Normform (LKKN 1998: 16), obwohl vor dem Zweiten Weltkrieg ipoteca vorherrschte.

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CTI₃₈ 1585 T; betreute Person CPI₃₁V 1484 – unter Vormundschaft stehende Person CTI₃₈ 1484; ungeteiltes Vermögen CTI₃₈ 1585 T – unteilbares Vermögen CI₃₃ 393, CTI₃₈ 1188; Teilungsurkunde CI₃₃ 1337 T – Teilungsakt CTI₃₈ 80 T; Darlehenskasse CI₃₃ 1663, BS₁₉ 318 – Darlehnskasse BS₃₄ 318; Darlehensbedingungen BS₁₉ 608 – Darlehnsbedingungen BS₃₄ 608.

Morphonologische Varianten kann man als das folgende Begriffspaar betrachten: eigenmächtige Handlungen CI₃₃ 687 T – eigenmächtige Handlungen BS₃₄ 507 S, CTI₃₈ 29 T.

Erwähnenswert ist der Gebrauch von Singular- und Pluralformen innerhalb derselben Termini, z. B.: Urheberrecht BS₁₉ 620 – Rechte der Urheber BPI₃₃ 297 S; Blattgebühr CTI₃₈ 200/3 – Gebühr für Blätter CTI₃₈ 200/3; Liefervertrag CTI₃₈ 1300 S – Lieferverträge CTI₃₈ 409 S; Rechtsnachfolger CI₃₃ 695/4 – Rechtsnachfolger CI₃₃ 1650 S, CTI₃₈ 457; Rechtssubjekt CI₃₃ 543 S – Rechtssubjekt CI₃₃ 698 S. Termini, die sich ansonsten in der Zahl unterscheiden, können verschiedene Sachverhalte bezeichnen; in diesen Fällen scheinen jedoch dieselben Begriffe benannt zu sein. Auch dies sind Pseudovarianten.

Neben Varianten, die sich in der Zahl unterscheiden, werden auch Synonyme verwendet (Genitiv des Substantivs – Adjektiv), z. B.: servitutarisches Recht CI₃₃ 420 T – Recht der Dienstbarkeiten CI₃₃ 432 – Recht der Dienstbarkeit CTI₃₈ 1496; Wertpapiere BPI₃₃ 779 S – Papiere von Wert CI₃₃ 2200 P – wertpapierliche Papiere CI₂₈ 1674/1, CI₃₃ 2200 P, CTI₃₈ 1460/30, BS₁₉ 324.

Als Varianten gelten auch Termini mit Reflexivpartikel oder ohne sie, z. B.: Nutzungsrecht CI₃₃ 514, CPI₃₁V 32/1, CTI₃₈ 32/1 – Recht auf Nutzung CI₃₃ 387 T, CPI₃₁C 32/1, CTI₃₈ 212.

Synonyme und Varianten in der Ausdrucksweise der Hauptbestandteile

Es wurden nur wenige wurzelverwandte synonyme Termini gefunden, die sich in den Grundbestandteilen unterscheiden; daher werden sie nicht weiter untergliedert. Am häufigsten sind in den Kodizes von 1918–1940 solche Synonyme, deren Grundbestandteil durch Wörter derselben Wurzel, aber unterschiedlicher Wortbildung gebildet wird, z. B.: aufsteigender Verwandter CI₃₃ 132, BS₁₉ 455, BPI₂₄ 5, BPI₃₀ 5 – aufsteigender Angehöriger BPI₃₃ 5 P; Zugehörigkeit zur Sache BPI₃₃ 1042 – Zugehörigkeits

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Abhängigkeit BPI₃₃ 200 P – der Fälle Abhängigkeit CTI₃₈ 40, BS₃₄ 442 S, BPI₃₃ 37; zivilrechtliche Folgen BS₃₁ 425 – zivilrechtliche Folgen BS₃₄ 425; Zivilklage CPI₃₁₆ 5 – Zivilklage CPI₃₁V 5, CTI₃₈ 5, BS₃₄ 38 T, BPI₃₃ 7; endgültiger Beschluss BPI₃₃ 1034/1 – endgültige Entscheidung CI₃₃ 678, BPI₃₃ 855; falsche Beschwerde BPI₃₃ 300 S – falsche Anzeige BS₃₄ 68 S, BPI₃₃ 307; Ausschluss des Richters BPI₂₄ 99 – Ablehnung des Richters CTI₃₈ 166, BPI₃₀ 85; Bewertung des Vermögens CTI₃₈ 1117 T – Schätzung des Vermögens⁶ CTI₃₈ 1000.

Varianten, die sich nur im Grundbestandteil des Terminus unterscheiden, sind in den Kodizes ebenfalls selten. Erwähnt seien die morphologischen Varianten Zeugenaussage einer Person CI₂₃ 2204 – Zeugnis einer Person CI₂₃ 2204. Es gab auch unterschiedliche Anpassungen von Fremdwörtern an das Litauische, z. B.: Geburtsregister CI₃₃ 34 S, CPI₃₁V 1460/7, CTI₃₈ 1623 T – Geburtsregister BS₃₄ 667 T – Geburtsregister CTI₃₈ 1460/7.

[verschiedene Reihen von Synonymen und Varianten

Die meisten Synonyme und Varianten bilden Paare (die zuvor genannten Fälle waren fast ausschließlich solche), es gibt jedoch auch längere Reihen. Sie sind sehr vielfältig. Es gibt Fälle, in denen sich sowohl die Ausdrucksform des Haupt- als auch des Nebenbestandteils desselben Terminus verändert, z. B.: örtlicher Brauch CI₃₃ 1184 T – örtliche Gewohnheit CI₃₃ 1184 T, CTI₃₈ 10/1 T – örtlicher Brauch CI₃₃ 1184 T, CTI₃₈ 10/1 T; staatliche Abgaben CI₃₃ 269, CTI₃₈ 1129 – Abgaben des Staates CTI₃₈ 1163 T – staatliche Abgaben CTI₃₈ 1150/1. Hier wurden für denselben Sachverhalt drei Synonyme verwendet, es gibt jedoch auch längere Reihen (insbesondere, wenn man zusätzlich Termini mit verschiedenen Wurzeln hinzuzählt), zum Beispiel:

Verlauf des Alterns CI₂₃ 1676 S – Verlauf des Sich-Einbürgerns BS₃₄ 68 T – Verlauf des Veraltens-

⁶ Der Unterschied zwischen kainuoti und kainuoti etablierte sich nur schwer. 1905 ersetzte J. Jablonskis kainuoti durch kainoti, später änderte er es zu kaštuoti, mokėti, atseiti, während er die Ableitung kainoti mit der Bedeutung „bewerten“ vorschlug (Piročkinas 1986: 84). Trotz seiner Bemühungen setzte sich kainuoti durch, wird aber auch heute noch manchmal mit kaĩnoti verwechselt. Nach Ansicht von P. Skardžius ist kainoti eine späte Neubildung; in der Sprachgemeinschaft ist es weder hinsichtlich der Betonung noch der Wortbildung beliebt, weshalb er es dem Typ der Verben mit dem Suffix -uoti zuordnet (1997: 556).

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Verlauf des Alterns CTI₃₈ 9 T – Verlauf des Älterwerdens CTI₃₈ 692 – Verlauf der Verjährung CTI₃₈ 161/7 (5 Synonyme); ursprüngliche Klage CPI₃₁C 38 – Anfangsklage CPI₃₁V 38, CTI₃₈ 226 – ursprüngliche Klage CTI₃₈ 39 – erste Klage CTI₃₈ 340 S – einleitende Klage CTI₃₈ 258/2 – Hauptklage CTI₃₈ 38 (6 Synonyme).

Meist entstehen drei oder mehr Synonyme (oder Varianten) aufgrund der noch nicht gefestigten Ausdrucksform des Nebenbestandteils eines zweiteiligen Terminus. So werden neben dem als Nebenbestandteil fungierenden Substantiv im Genitiv verschiedene Adjektive verwendet: Verwaltungsanstalt CI₃₃ 531 T, BPI₃₃ 1217 – Anstalt der Verwaltung CTI₃₈ 1527 P, BPI₃₃ 239 – administrative Anstalt CTI₃₈ 1 T; Geschlechtsverhältnisse BS₃₄ 520 S – sexuelle Beziehungen BS₃₄ 517 S – geschlechtliche Beziehungen BS₃₄ 505 R; schriftlicher Vertrag CI₃₃ 1700 T – schriftlicher Vertrag CI₃₃ 571 S – Vertrag in Schriftform BPI₃₃ 27 S – Vertrag in Schriftform CTI₃₈ 409 T. Der Genitiv und die Adjektive (mit oder ohne Artikelendung) müssen nicht derselben Wortwurzel entstammen; zu jeder Wurzel kann es Synonyme (Varianten) geben, z. B.: Kirchengericht BPI₃₃ 1013 P – kirchliches Gericht CPI₃₁V 45, BS₁₉ 71, BPI₃₃ 218 – Geistlichengericht CTI₃₈ 45 – geistliches Gericht CI₃₃ 24, CTI₃₈ 1338, BPI₃₃ 1013 P – geistliches Gericht BS₃₄ 412 T – geistliches Gericht CPI₃₁C 45, CTI₃₈ 86. Es gibt Fälle, in denen ein litauisches und ein entlehntes Substantiv sowie daraus gebildete Adjektive synonym gebraucht werden: Handelsgericht BS₁₉ 600 – Handelsgericht CPI₃₁C, CTI₃₈ 28 – Kommerzgericht CI₂₈ 1238 P, CPI₃₁V 1511 – kommerzielles Gericht CI₃₃ 1238 P, CPI₃₁V 28, CTI₃₈ 1400.

Neben dem Substantiv im Genitiv und dem Adjektiv kann auch ein Partizip verwendet werden, z. B.: Urkunden über Erklärungen CI₃₃ 1743 – Erklärungsurkunde CI₃₃ 707 – erklärende Urkunde CTI₃₈ 438, BS₃₄ 672 S.

Manchmal wird das Substantiv im Genitiv synonym mit bestimmten und einfachen Partizipien (Varianten) gebraucht, z. B.: Vollmachtsurkunde CI₂₈ 922 – Urkunde, die bevollmächtigt CPI₃₁V 448 – Vollmachtsurkunde CI₃₃ 114, CPI₃₁V 248, BPI₃₃ 44 V; Schenkungsurkunde CI₃₃ 987 – Urkunde über eine Schenkung CI₃₃ 707 – Schenkungsurkunde CI₃₃ 514 – Schenkungsurkunde CI₃₃ 464. Die Art der anstelle des Genitivs verwendeten Partizipien kann variieren; außerdem können sie präfigiert oder nicht präfigiert sein (auch die Präfixe unterscheiden sich), z. B.: der deportierte Ort BS₁₉

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175 – Verbannungsort BS₁₉ 65 – Ort der Ausweisung BS₃₄ 175; Beweisgegenstand BS₁₉ 159 – Beweisgegenstand BPI₂₄ 356, BPI₃₃ 277 – des Beweisgegenstands BPI₃₃ 126 T; Schätzungskommission CI₂₈ 713 – Taxierungskommission CI₃₃ 583 – Schätzungskommission CI₃₃ 713 – Bewertungskommission CTI₃₈ 1117 T.

Besonders viele (6) Ausdrucksvarianten wies dieser für das Strafrecht relevante Begriff auf: strafbare Arbeit BPI₂₄ 6 – die strafbare Arbeit BPI₂₄ 15 – die strafbar seiende Arbeit BPI₂₄ 12 – die strafbare Arbeit CI₃₃ 964 1 PS, BS₁₉ 2, BPI₂₄ 21, BPI₃₃ 6 – strafbare Arbeit CI₃₃ 50, CPI₃₁V 5, BS₃₄ 1 S, BPI₃₃ 6 – Arbeit eines Verbrechens BS₃₄ 39 T. Hier konkurriert ebenfalls der Genitiv des Substantivs mit Partizipien verschiedener Art und Form. Heute entsprechen diesen Begriffen unmittelbar Verbrechen oder strafbare Handlung.

Die wohl längsten Synonymreihen sind zwei; sie umfassen sogar 7 (a) beziehungsweise 8 (b) Synonyme (und Varianten). Es konkurrieren der Genitiv des Substantivs, Partizipien und Adjektive (auch Präfixunterschiede kommen vor), zum Beispiel:

a) Urkundenbeweis BS₁₉ 159 – schriftlicher Beweis CI₃₃ 2054 S, BPI₃₃ 368 – schriftlicher Beweis BS₃₄ 507 T – schriftlicher Beweis CI₃₃ 1003 T, CTI₃₈ 101/1 T – geschriebener Beweis CPI₃₁C 57, CTI₃₈ 438 – der geschriebene Beweis CPI₃₁C 105, CTI₃₈ 438 – schriftlicher Beweis CI₃₃ 1003 S, CPI₃₁V 57, CTI₃₈ 57;

b) bekräftigte Urkunde BS₁₉ 674 – Bekräftigungsurkunde CI₂₈ 922 – zu bekräftigende Urkunde CI₂₈ 707 – Bekräftigungsurkunde CI₂₈ 1424 – Bekräftigungsurkunde CI₃₃ 699 T, CTI₃₈ 109 – Bekräftigungsurkunde CI₃₃ 707 – Bekräftigungsurkunde BS₃₄ 440 R – bekräftigende Urkunde CTI₃₈ 1364 S.

Übrigens liegt in der ersten Reihe wohl der einzige Fall synonymischer Verwendung des Substantivgenitivs und eines Adjektivs auf -iškas, -a vor (der Schrift, schriftlich). Im heutigen Recht ist der Begriff meist mit dem Adjektiv schriftlich gebildet.

Es gibt auch eine kleine Gruppe von Begriffen, bei denen nicht die als Bestimmungswort fungierenden Partizipien, sondern die Genitive des Substantivs (neben den Partizipien) variieren, zum Beispiel: Pfand-

7 Festigkeit wurde damals offenbar als eine bestimmte bestätigte Urkunde verstanden; ausführlicher siehe Umbrasas 2003: 78–79.

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tas CI₃₃ 1630, CPI₃₁V 161/7, CTI₃₈ 1129 – įkeičiamasis aktas BS₃₄ 577 S – įkaito aktas CI₃₃ 1644 S, CTI₃₈ 1168; įkeitimo sutartis CI₃₃ 1554 S, BS₃₄ 593 R, BPI₃₃ 27 S – įkeičiamoji sutartis BS₃₄ 577 S – įkaito sutartis CTI₃₈ 1514; ieškinio reikalavimas CTI₃₈ 138 – ieško reikalavimas CPI₃₁C 138 – ieškomasis reikalavimas CPI₃₁V 138; ieškovo prašymas CPI₃₁C 53 – ieškinio prašymas CPI₃₁V 197, CTI₃₈ 51 – ieško prašymas CPI₃₁C 51, CTI₃₈ 258 S – ieškomasis prašymas CPI₃₁V 51, CPI₃₁C 200/5, CTI₃₈ 54/2. Čia minėtina ir atstovavimo teisė CI₃₃ 1127 T – atstojimo teisė CI₃₃ 156 – atstojamoji teisė CI₃₃ 1123.

Einige Reihen von Synonymen und Varianten ohne Genitiv. Verwendet werden lediglich unterschiedliche Adjektive und Partizipien, z. B.: überwachende Aufsicht BS₁₉ 39 – verantwortliche Aufsicht BPI₂₄ 88 – verantwortliche Aufsicht BS₃₄ 39, BPI₃₃ 77/1; schriftlicher Akt CI₃₃ 711, BPI₃₃ 158 S – schriftlicher Akt CI₃₃ 993 S – verfasster Akt CTI₃₈ 456 – der schriftliche Akt CTI₃₈ 409 S. Es kommen auch Fälle vor, in denen ausschließlich Adjektive (mit und ohne Artikelendung) verwendet werden. In gleicher Bedeutung werden Synonyme mit Adjektiven anderer Wurzeln gebraucht, z. B.: gesamtschuldnerische Haftung CI₃₃ 1548 T – solidarische Haftung CI₃₃ 684 S, BPI₃₃ 195 – gemeinsame Haftung BS₃₄ 627 T – solidarische Haftung CTI₃₈ 112 T; Strafsache CI₃₃ 695/25, CPI₃₁C 200/4, CTI₃₈ 5, BS₁₉ 165, BPI₃₃ 3 – Strafsache BS₃₄ 156 S – Kriminalsache CPI₃₁V 200/4, CTI₃₈ 200/4, BS₃₄ 157 T; gesetzlicher Erbe CPI₃₁V 1352 – gesetzlicher Erbe CI₃₃ 1066 PT – der gesetzliche Erbe CI₃₃ 1066 PT – gesetzlicher Erbe CI₃₃ 1068/2 S, CTI₃₈ 1352. Übrigens ersetzte J. Jablonskis in ähnlichen Verbindungen das Wort įstatymiškas durch įstatyminis, teisėtas (1936: 223–224).

Zusammenfassende Schlussfolgerungen

In den Gesetzbüchern von 1918–1940 gab es vielfältige Synonyme und Varianten von Rechtstermini. Die Rechtsterminologie wurde damals erst entwickelt, und dies gelang nicht leicht. Etablierte Termini gab es kaum; daher verwendeten die Übersetzer der Gesetzbücher (zur Erinnerung: alle Gesetzbücher sind Übersetzungen) diejenigen Termini, die ihnen geeigneter erschienen. Die terminologische Qualifikation der Übersetzer und Redakteure war unzureichend. Es ist nicht auszuschließen, dass manche Synonyme bewusst verwendet wurden – schlicht aus stilistischen Gründen.

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(möglicherweise wurden sie gar nicht als Termini betrachtet). Die Synonymie eines beträchtlichen Teils der hier angeführten zweigliedrigen Verbindungen (Termini) ist in der Sprache natürlich – möglich wird dies durch die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Zweitglieder litauischer Wortverbindungen. Fast alle erörterten Verbindungen sind formal korrekt, auch wenn manche aus heutiger Sicht ungewöhnlich erscheinen. Die Gründe für ihren damaligen Gebrauch lassen sich heute nur schwer erahnen; manchmal gab es vielleicht überhaupt keine klaren Gründe. Gerade im untersuchten Zeitraum entstand eine Tradition für den Gebrauch bestimmter Rechtstermini. Ungeeignete (oder zufällige) Synonyme und Varianten wurden nach und nach beseitigt. In der heutigen Terminologie werden zur Bezeichnung eines spezifischen Merkmals meist attributive Adjektiv- und Partizipialformen verwendet; Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė werden bevorzugt, wenn in der Verbindung stattdessen ein Substantiv im Genitiv stehen kann; Adjektive werden häufiger mit dem Suffix -inis, -ė als mit -iškas, -a gebildet; internationale Adjektive des Typs -alinis, -arinis, -yvinis werden vermieden; Prinzipien zur Anpassung an das Litauische haben sich etabliert usw. Die Abweichung der damaligen Termini von den heutigen bedeutet nicht zwangsläufig, dass die früheren unkorrekt oder anderweitig mangelhaft waren. Vielmehr zeigt sich einfach, dass es nicht immer sofort gelang, präzise und systematische Termini zu schaffen. Andererseits wurden in späteren Übersetzungen manchmal unnötigerweise neue Termini geprägt, wobei bereits früher geschaffene absichtlich oder aus mangelnder Aufmerksamkeit außer Acht gelassen wurden.

Damals wurde nicht ausreichend auf die Einheitlichkeit der Rechtstermini geachtet; da es jedoch kein Wörterbuch der Rechtsterminologie gab (man hatte versucht, eines zu erstellen, es aber aus unbekannten Gründen nicht fertiggestellt), waren Varianten und Synonyme in den damaligen Gesetzbüchern unvermeidlich. Der Staat sorgte nicht für offizielle Übersetzungen, und es bestand keine Pflicht, die nichtoffiziellen Übersetzungen (als solche galten alle) miteinander abzustimmen. Auch innerhalb ein und derselben Übersetzung wurden Termini uneinheitlich verwendet. Das sind redaktionelle Mängel. Andererseits wurden die Texte der Gesetzbücher und ihre Anhänge (und viele Synonyme stammen gerade aus Letzteren) oft von verschiedenen Personen bearbeitet und aus unterschiedlichen Quellen übernommen. Nicht übersetzte Anhänge (zum Beispiel Entscheidungen des Obersten Tribunals Litauens) wurden oft bewusst so belassen, wie sie waren; ihre Terminologie stimmte nicht immer mit der im Gesetzbuchtext verwendeten überein.

WICHTIGSTE QUELLEN (GESETZBÜCHER)

BPI24 – Strafprozessgesetz. Red. A. Kriščiukaitis. – Teisė 6–10 [Beilage], Kaunas, 1924–1926.

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BPI30 – Strafprozessgesetz. J. Byla, Kaunas, 1930.

BPI33 – Strafprozessgesetz mit Kommentaren, zusammengestellt aus Entscheidungen des russischen Senats und des Obersten Tribunals Litauens sowie anderen Erläuterungen zum Strafprozessrecht Großlitauens und des Memellandes. Red. M. Kavo-lis, Kaunas, 1933.

BS19 – Strafstatut, Kaunas, 1919 // Strafgesetze, Kaunas, 1919.

BS31 – Strafstatut mit Ergänzungen. K. Jablonskis, 2. Aufl., Kaunas, 1930.

BS34 – Strafstatut mit ergänzenden Strafgesetzen und Kommentaren, zusammengestellt aus Entscheidungen des russischen Senats und des Obersten Tribunals Litauens sowie anderen Erläuterungen, Kaunas, 1934.

CI28 – Zivilgesetze: [Gesetzessammlung Bd. X, Teil 1: Übersetzung.

CII – S a l k a u s k i s K. Zivilgesetze: Band X, Teil I, Kaunas, 1933.

CPI31C – Zivilprozessgesetz. Ins Litauische übertragen von M. Čepas, Kaunas, 1931.

CPI31V – Zivilprozessgesetz mit den beigefügten Gesetzen und einem Sachregister. Für den Druck vorbereitet von J. Viskanta, Kaunas, 1931.

CTI38 – Zivilprozessgesetz mit allen Änderungen und Ergänzungen sowie mit den Auslegungen des Obersten Tribunals und des Russischen Senats. Hrsg. Č. Butkys, Kaunas, 19388.

LITERATUR UND ZUSÄTZLICHE QUELLEN

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8 Um einen Begriff leichter zu finden, wird neben der Abkürzung des Kodex nicht die Seitenzahl, sondern die Artikelnummer angegeben. Viele Begriffe stammen aus den Anlagen zu den Artikeln, die Kommentare enthalten. In diesem Fall wird neben der Artikelnummer zusätzlich ein Buchstabe angegeben, der die Art der Anlage bezeichnet: T – Entscheidung des Obersten Tribunals Litauens, S – Entscheidung des Russischen Senats, R – Kommentar der Redaktionskommission des Kodex, V – ein anderes Gesetz, P – alle übrigen Anlagen, einschließlich der bereits im Original enthaltenen. Einige Begriffe stammen aus nachfolgenden Artikeln. In diesem Fall wird neben der Artikelnummer nach einem Schrägstrich auch die Nummer des nachfolgenden Artikels angegeben.

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KPP 1985: Kalbos praktikos patarimai. Sudarė A. Pupkis, Vilnius.

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LKKN 1998: Lietuvių kalbos komisijos nutarimai 1977–1998. Sudarė R. Dobelienė, Vilnius.

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SYNONYME UND VARIANTEN VON KONJUGIERTEN ZWEIWORT-RECHTSBEGRIFFEN IN LITAUISCHEN GESETZBÜCHERN VON 1918–1940

Zusammenfassung

Dieser Artikel untersucht Rechtsbegriffe aus den Gesetzbüchern, die aus dem Russischen ins Litauische übersetzt wurden und von 1918 bis 1940 in Kraft waren. Die Analyse zeigt, dass zweigliedrige Rechtsbegriffe zahlreiche Synonyme und Varianten aufwiesen. Am häufigsten waren synonymische und variantische Begriffe mit demselben Wortstamm; daher wurde beschlossen, die vorherrschenden Ausdrucksformen darzustellen. Die typischsten Varianten sind Begriffe mit einfachen oder pronominalen Formen von Adjektiven und Partizipien. Die typischsten Synonyme sind Begriffe mit untergeordneten Elementen im Genitiv eines Substantivs oder mit einem Adjektiv mit dem Suffix -inis, -ė.

Die Fülle an Synonymen und Varianten zeigt, dass sich die Rechtsterminologie damals im Entstehen befand und dieser Prozess nicht einfach war. Es gab kaum gefestigte Begriffe; daher verwendeten die Übersetzer der Gesetzbücher diejenigen Begriffe, die sie für am geeignetsten hielten. Präzise, systematische Begriffe, die den Bedürfnissen der Benutzer entsprachen, entstanden nicht auf Anhieb. Andererseits wurden in späteren Übersetzungen der Gesetzbücher manchmal unnötigerweise neue Begriffe geschaffen, während bestehende Begriffe absichtlich oder versehentlich unbeachtet blieben. Das Material zeigt, dass es nicht genügend Bemühungen gab, eine Vereinheitlichung der Rechtsbegriffe zu erreichen.

Alvydas UMBRASAS

Eingegangen am 2004-11-08

Institut für Litauische Sprache

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