INTERNATIONALE KONFERENZ NATIONALE SPRACHEN IN WISSENSCHAFT UND HOCHSCHULBILDUNG
(Nationalsprachen in der akademischen Forschung und Hochschulbildung)
Am 29. und 30. August 2011 fand in Tallinn die internationale Konferenz Nationale Sprachen in Wissenschaft und Hochschulbildung statt, die folgenden Themen gewidmet war:
akademischer Sprachpolitik;
der Analyse, in welchen Sprachen an den Universitäten der Länder je nach Wissenschaftsgebiet unterrichtet wird, Dissertationen verfasst und wissenschaftliche Zeitschriften herausgegeben werden;
Forschungen zur Qualität der Wissenschaftssprache und zu ihrer Entwicklung in der modernen, globalisierten Welt.
Die Konferenz wurde vom Zentrum für akademisches Estnisch der Universität Tallinn gemeinsam mit dem Institut für estnische Sprache und Kultur organisiert. Der spiritus movens der Konferenz war Dr. Peep Nemvalts. An ihr nahmen über dreißig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von anderen estnischen Hochschulen sowie aus Belgien, Großbritannien, Lettland und Finnland teil. Auch Gäste aus Übersee, aus Mexiko und den Vereinigten Staaten, waren dabei. Die Plenarvorträge hielten Kirsti Siitonen, Professorin an der Universität Turku, und die Verfasserin dieser Zeilen.
In ihrem Vortrag „Finnisch in der Hochschulbildung, in den Geistes- und Naturwissenschaften“ gab Kirsti Siitonen einen Überblick über die sprachpolitischen Strategien, die jede Universität entwickeln sollte. In Finnland kümmert sich darum das Finnische Sprachinstitut (KOTUS), das die Universitäten dazu auffordert, eine eigene Sprachpolitik für ihre Hochschule zu entwickeln, sie öffentlich bekannt zu machen und mit anderen Universitäten gute Erfahrungen auszutauschen. Da die Universitäten autonom sind, kann es weder ein Gesetz noch eine Verordnung geben; möglich ist jedoch die Schaffung eines Systems, das die Hochschulen dazu anhält, eine gemäßigte und vernünftige Politik zu verfolgen, die die Rechte der finnischen Sprache nicht einschränkt. Im Vortrag wurden außerdem Statistiken dazu vorgestellt und kommentiert, wie Finnisch bei der Erstellung von Lehrtexten sowie beim Verfassen von Dissertationen und wissenschaftlichen Artikeln verwendet wird. Auch praktische Empfehlungen wurden gegeben, wie Studierende verschiedener Fachrichtungen an der Universität Turku wissenschaftliches Finnisch schreiben lernen, da ihnen solche Fähigkeiten sehr fehlen. Die Situation
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KALBOS KULTŪRA | 84