Page 1LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, III LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
DAS SUBSTANTIV IM DIALEKT DES MITUVOS-FLUSSGEBIETS1
E. GRINAVECKIENĖ
I. Genus, Numerus, Kasus2
II. Stamm
Die Stämme der Substantive des Dialekts sind dieselben wie im Litauischen (lk), doch sind sie untereinander etwas vermischt. Einige Stämme (i, u, iu, konsonantische) haben neben ihren eigenen Stammendungen, besonders im Plural, auch Endungen anderer Stämme oder gehen vollständig in andere Stämme über, siehe S. 165, 167; bei den Stämmen a, io dagegen haben nur in seltenen Fällen einzelne Kasus Endungen anderer Stämme erhalten, siehe S. 171–174.
Außerdem können die Stämme im Dialekt wechseln, wenn sich der Numerus des Substantivs ändert, z. B.:
a) Alle Familiennamen von Männern mit den Stämmen o-, io- sind im Plural in den Stamm a, ia übergegangen, z. B.: Byla, Petraūvytė, Riaubà, Stanėvytė, Vadeišà, aber: Bylai, Petraūvyčei, Riaubai, Stanevyčei, Vadeišai.
b) Alle Substantive mit abwertender Bedeutung und dem Stamm u- sind im Plural nicht in den Stamm a übergegangen, wie zu erwarten wäre (vgl. S. 172), sondern in ia, z. B.: lipkus (jemand, der zusammengeklebt ist), pliūrpkus (Hitzkopf), smìrškus (ein armer Verstorbener), aber: lipkei, pliūrpkėi, smìrškei. Möglicherweise liegt das daran, dass alle Substantive ähnlicher Bildung mit abwertender Bedeutung nicht den Stamm u, sondern den Stamm iu haben und im Plural sämtlich in den Stamm ia übergehen; vgl. miegalìus, nuogālùs und miegalèi, nuogālèi. Somit könnten auch diese Substantive mit dem Stamm u-, die im Dialekt unproduktiv sind, analog nach dem Muster des Stammes iu im Plural in den Stamm ia übergegangen sein. Auf dieselbe Weise ließe sich auch erklären, warum Familiennamen mit den Stämmen o-, io- im Plural in den Stamm a, ia übergehen.
c) Das maskuline Substantiv mit dem Stamm i- petys ist im Singular Nominativ und im Plural in den Stamm ia- übergegangen: pečèi, pečių, pečiàms, pečès...
1Der hier gedruckte Artikel ist das Morphologiekapitel des zweiten Teils von „Der Dialekt des Mituvos-Flussgebiets“. Siehe E. Grinaveckienė, „Der Dialekt des Mituvos-Flussgebiets“ (im Folgenden Mut), Dissertation zur Erlangung des Grades eines Kandidaten der Philologischen Wissenschaften, Typoskript, 531, Vilnius, 1955, Handschriftensammlung der Staatlichen Universität Vilnius V. Kapsukas. Die Dialektbeispiele in diesem Artikel sind mit den üblichen litauischen Schriftzeichen (lk) wiedergegeben; dabei wird die allgemeine Bedeutung der diakritischen Zeichen zugrunde gelegt, wie sie in „Fragen der litauischen Sprachwissenschaft“ (im Folgenden LKK) 1, 119–120 angegeben ist.
2Die charakteristischen Genus-, Numerus- und Kasusformen der Substantive des Dialekts des Mituvos-Flussgebiets werden in LKK, 2, 177–185, Vilnius, 1959, behandelt.
11. Kalbotyros klausimai, III
161
Page 2III. Akzentuierung
Die Substantive des Dialekts werden in vier Akzentklassen (mit Unterteilungen) eingeteilt. Die Akzentklassen entsprechen denen des 1k³; es gibt jedoch einzelne Wörter, die anders als im 1k akzentuiert werden, sowie Wörter mit schwankender Akzentuierung.
1. Im Dialekt gibt es Substantive, die parallel akzentuiert werden:
a) nach der I. und der III. Akzentklasse, z. B.: brūkšnìs — brūkšmỹs, gréblis — grėblỹs, inkštai — inkštaĩ, kanai — kalnaĩ, pė́da — pėdà, siūlai — suolaĩ.
b) im Singular nach der I. und (häufiger) der III. Akzentklasse, im Plural wie im 1k nach der I. Akzentklasse, z. B.: ašara — ašarù — ašarų, čerpė — čerpė̃ — čerpių, kráutuvė — krautuvė̃ — krautuvių, leñtpjuvė — lentpjū̃vė — lentpjūvių, náginė — naginė̃ — naginių, pãmoka — pamokà — pamokų, pirštinė — pirštinė̃ — pirštinių.
c) im Singular nach der I. Akzentklasse, im Plural parallel nach der I. und der III. Akzentklasse; z. B.: brólis — brolẽi — brolẽ.
d) nach der II. und der IV. Akzentklasse, z. B.: ãslas — aslõs, bãlas — balõs, diržai — diržaĩ, dúdas — dúdos, ievõs, ievų — ievų, glėbis — glėbỹs, krantai — krantaĩ, kuolai — kuolaĩ, vam̃plas (smulkio, burnos) — vamplõs.
e) im Singular nach der II. und (häufiger) der IV. Akzentklasse, im Plural nach der II. (einzelne Formen können auch der IV. Akzentklasse folgen), z. B.: Ágnė (Agnietė) — Agnė̃ — Agnių, ẽglė — eglė̃ — eglių, Elzė (Elžbieta) — Elzė̃ — Elzių, lãpė — lapė̃ — lapių, kir̃ptė (kas trumpai apkirptais plaukais) — kirptė̃ — kirpčių, kū̃prė — kuprė̃ — kuprių, Mãgde — Magdė̃ — Magdžių, mẽntė — mentė̃ — menčių, Marė̃ — Mãrių — Marių, musė̃ — musių — musių, rùpkė (rupūžė) — rupkė̃ — rupkių — rupkių, virvė̃ (bet virvės — virvės) — virvių — virvių.
Die wurzelbetonte Akzentuierung dieser Wörter ist für ältere Menschen charakteristisch.
f) im Singular nach der I. Akzentklasse, im Plural nach der IV. So werden alle Männernamen (mit und ohne Suffixe) akzentuiert, z. B.: Adomaitis, Adomaičių (~ Adomaitis, Adomaičių) — Adomaičėn, Adomaičius, Bagdánckis, Bagdánckiu — Bagdánckei, Bagdánckius, Balčytis, Balčyčiu — Balčyčei, Balčyčius, Dúoba — Duobai, Duobės, Jõnelis, Jõneliu — Jonelė, Joneliai, Lazdáuckas, Lazdáucku — Lazdauckai, Lazdauckius, Miliūnč, Miliūniu — Miliūnai, Miliūnius, Várna — Varnai, Varnės, Viršìls, Viršìlu — Viršilai, Viršilius, o taip pat ir uošvis, uošviu — uošvei, uošvius.
Man muss annehmen, dass ursprünglich auf diese Weise (im Plural nach der IV. Akzentklasse) nur der gemeinsame Familienname von Mann und Frau akzentuiert wurde, während der Plural des Familiennamens mehrerer Brüder ebenso wie der Singular gleichbleibend akzentuiert wurde, z. B.: Adomãčei konnte mehrere Brüder bezeichnen, Adomaičė̃ dagegen deren Eltern (Vater und Mutter). Demnach konnte die unterschiedliche Akzentuierung des Plurals von Familiennamen ursprünglich dazu dienen, den Familiennamen mehrerer Brüder von dem ihrer Eltern (Vater und Mutter) oder dem eines Bruders und seiner Frau zu unterscheiden. Im Laufe der Zeit könnte die Akzentuierung des Familiennamens der Eltern — der Familie — verallgemeinert worden sein und auch zur Bezeichnung von Männern mit einem gemeinsamen Familiennamen gedient haben. Dies ist offenbar keine alte Erscheinung, denn im Dialekt finden sich Beispiele dafür, dass dieselben Wörter je nach unterschiedlicher Bedeutung im Plural unterschiedlich akzentuiert werden können: Bezeichnen sie eine Familie, werden sie nach der IV. Akzentklasse akzentuiert; bezeichnen sie mehrere Männer desselben Berufs, bleibt die Akzentuierung dieselbe wie im Singular, z. B.: pirmininkai (der Vorsitzende und seine Frau) und pirmininkai (Männer, die das Amt des Vorsitzenden ausüben), mokytoję (der Lehrer und seine Frau) und
3 Žr. Dabartinės lietuvių kalbos žodynas (toliau DLKŽ), XI—XIV, Vilnius, 1954.
162
Page 3Lehrer (männliche Lehrer), Förster (ein Förster mit seiner Frau) und Förster (mehrere Forstfachleute), Pastorenehefrau (ein protestantischer Geistlicher mit seiner Frau) und Pastorenehefrau (mehrere Geistliche), Onkel (ein Onkel mit seiner Frau) und Onkel (mehrere Onkel).
Der Plural der Nachnamen kleiner Kinder verändert seine Betonung nicht, z. B.: Butk- bytis (Sohn des Butkus) und Butkyčei (Söhne des Butkus), mačiai Ramanauckytyčūs į Butkyčius.
Der Plural von Ortsnamen, die in ihrer Wortbildung diesen Personennamen ähneln, weist ebenfalls eine feste Betonung auf — er behält dieselbe Betonungsklasse wie der Singular bei, z. B.: laukinaitis (ein „laukinaitis“; jemand, der einen anderen Dialekt spricht und in der Ebene lebt. So werden westliche Aukštaiten genannt, die den Akzent zurückziehen.) — laukinaičei, Butkāčei (Dorfname), Jobūbāčei (Dorfname), Mikutāčei (Dorfname), Šimkāčei (Ortsname), Žindāčei (Dorfname).
g) Der Singular des Substantivs žmogus wird im Dialekt nach Betonungsklasse II, der Plural nach Betonungsklasse III flektiert: žmogus, žmogaus,… žmogum,… žmonys, žmonių,… žmonis…
IV. Deklination
a) a-, ia-Stämme
Alle a-, ia--stämmigen Substantive sind maskulinen Geschlechts. Einige wenige sind auch geschlechtsübergreifend⁴.
Betonungsklasse I
Singular
N. pūoc, arūoc, mōlis, augītinis G. pūoda, arūoda, mōle, augītine D. pūodui, arūodui, mōliui, augītiniui A. pūoda, arūoda, mōli, augītini Akk. pūodu, arūodu, mōliu, augītiniu Lok. pūode, arūode, mōly, viršūgalvy Vok. vyrē, apūoke, bēri, augītini
Plural
N. pūodai, arūodai, bērei, augītinei G. pūodu, arūodu, bēriu, augītiniu D. pūodam(s), arūodam(s), bēriam(s), augītiniam(s) A. pūodus, arūodus, bērius, augītinius I. pūodais, arūodais, bēreis, augītinēs Lok. pūoduos, arūoduos, mōliuos, viršūgalvūos
II., III. und IV. Akzentklasse
a-, ia- Stämme: Bei Substantiven der II., III. und IV. Akzentklasse liegt der Akzent wie bei Ik; die Kasusendungen entsprechen denen der Substantive der I. Akzentklasse im Dialekt, siehe Paradigma:
4 Siehe LKK, 2, 177–179.
163
Page 4Beispiele für Substantive mit a-, ia- Stamm
I. Akzentklasse. a) Zweisilber: bálkis, brėdis, dúms, káilis, kálc, kálbis, káuls, krúms, kúgis (Hammer und Haufen), kúrrmis, nórs (Wunsch), pántis, párkai (Räude, Krätze), plėnc, pjūklas, sieksnis (Längenmaß von der Spannweite beider ausgestreckter Arme. Ein langer Streifen dieser Breite auf gemeinschaftlichen Wiesen.), stúls, sáris, sviestas, pláokštas (Büschel, Schopf), šáukštas, šáolis, t árps, tilc, tvárc, vėjis, žirmis, žvórblis, žvýnė usw. b) Mehrsilber: ántakis, ántkaklis (Last, Schwere), ántkiauštis (Entenei), atškaras, blakstienc, galąstuvs, gėrims, gyvenims (hat auch die Bedeutung „Gehöft, Wirtschaft“), gyvastis (Leben), gyvuolis, gyvuonis (Räuber), ižgąstis, kúpetis, pakaušis, pavasaris, patáls, púsyns, perėjims, prákraic, rūpestis, skiltuvs, vardininks (veraltet: Zauberer, Beschwörer), vieškelaitis (kleiner Landweg), várjymas (Arbeit mit vielen Arbeitsgängen: Bier- und Schnapsbrauen, Waschen, Mahlen usw.) und viele weitere.
II. Akzentklasse. a) Zweisilber: aũkšlis (zusammengebogene Birkenrinde zum Beerensammeln), aũkštas (auch taũkštas), aũc, bìc (Werkzeug), čėpkis (gestrickter Hausschuh), ẽntis (Ente), ẽlksnis (Erle), dalgis, dãntis, giñčas (bezeichnet auch eine streitlustige Person), glõbis (Geizhals und das Vermögen selbst), grãibštas (Kescher, dreieckiges Netz an einer langen Stange. Mit dem Kescher fängt man Fische vom Ufer aus.), grìžis, kãrčiai (Mähnenhaare des Pferdes), kãršis, kañštis, kẽlis (Teil des Beins), kẽltis (Teil des Beins auf der dem Absatz gegenüberliegenden Seite), kõžync (Kümmel), lãps, liẽpc (Steg, ein Brett oder Baumstamm über einen Fluss), mẽc (Ernte), mẽdžis, miẽstas, mìls (dickes Wolltuch), mìlkc (Schluck), mùšis (Schlagen), miẽžis, naščeì, pãc (Sohle), paũkštis, pelìs, pìrštas, plaũčiai, plõtis, pìžris, rãc, rãkc, rẽtis, sõc (Garten), skẽrac (Schürze), šáltis, sẽnis, sỹris, skỹščei, slẽnkstis, šũzis, tìškas (aufgespritzter Tropfen, das Spritzen selbst), vãgis (Türangel), vãrtai, žãptai (Kiefer), žãrdis, žõdis, žiñksnis, žiùpsnis usw.
b) Mehrsilber. 1) Ableitungen mit häufiger verwendeten Suffixen: -(i)ukas — gaidùks, girãuks; -imas — ejìms, gaudìms; -umas — saldùms (süße Speisen), sūrùms (meist geräucherter Kochschinken, Wurst); -ininkas — kaklinìnks, pakabnìnks und andere Ableitungen von Substantiven mit Endungsakzent; -ikas — kūrìks, vežìks; -elis — karvẽlis, puodẽlis; -ėlis — vakarẽlis, vežimẽlis usw. substantivische Ableitungen; -inis — kiaušìnis, panaktìnis (Nachtwächter), skrandìnis (mit Walkstoff überzogener Pelzmantel); -uris — mentùris; -utis — kelùtis, lytùtis, lakùtis, -uvai — karštùvai, mestùvai und andere Ableitungen von kurzem und zirkumflektiertem Stamm; -uvis — koštùvis, liežùvis, 2) einige Ableitungen mit den Präfixen pa-, pra-: pavãdis, pagrėpstai, pavỹc, padùr-kai, praskẽps usw.
III. Akzentklasse. a) Zweisilber: arklỹs, bérnas, dárps, dáikc, dìeks (Stich), drìežas (Eidechse), grùc, béržas, ožỹs, kẽlmas, kõc, lopšỹs, slìeks, kũoc, láiškas, lãnks (Fenster), lùops (Bast), mẽšlas, õrs, pẽc (Spur), pláuks, ránc (Grenze), rỹc, sárks, spìrks, sriẽks (Fischhautleim, Schleim), stóks, súols, šármas, šiáuc (Stroh), špóks (Star), taũkai, úoc (Mücke), vėic (Gesicht), vórs, vẽlnes, vežỹs, váistas, žánc (Wange), žénc, žìec usw.
b) Mehrsilber: akiõc, ábdiegs (Wasserwurm mit einem Gehäuse aus Schilf), apmatãt, ataudãt, ąžuõls, avìlẏs, ávinė, bùrbuls, gaĩgals, ešerỹs, garlaivỹs, dóbilis, kamuolỹs, kosulỹs, kãminc, kẽvals, kibìris (kleine Zweiggabel zum Anfeuern), marškinėi, nebylỹs,
5Weitere Beispiele für einzelne Suffixe siehe Mut, §§226, 130, 208, 121, 120, 227, 228, 265, 234, 138 usw.
164
Page 5pabrolys, patalkys, pašals, pašinc (Splitter), riebals, skiaudulys, stipinc, šnekals (Sprache, Sprechen), šiupinys (ein solches Gericht), užvalkals, vabal[s], vanaks, vidarys, vėdars, žabars, žiuburys (Leuchtkäfer) und andere.
IV. Akzentklasse. a) Zweisilbige: balnas, balsas, būrys, daržas, drugys, gail[s], ėžys, garnys, genys, griužas (Abfallstück und kleiner glatter Bachfisch), gūžys (Kropf), jėus (Getreide), kaklas, kamp[s], korys, kūlys, juok[s], lāks, lāsas, lāks, linc (Flachs), lōps, māšas, nāks, nāms, rāks (Horn), rugys, rišys, sakai, sā̄pnas, smē̄ks, stāls, stulps, skilvys, šernas, šienc, šēskas, slaic, slāks (Punkt, Fleck), šūls (Strohhalm), šāšas, šer̄ys, tāks, vāks, varč, vārks, vārps, vōks, zuikys (Hase) und andere.
b) Mehrsilbige Substantive kommen im Dialekt nicht vor, abgesehen von der Pluralform der Familiennamen (siehe S. 162).
Besonderheiten der Kasusendungen bei Substantiven mit a-, ia-Stamm
Wie das Paradigma zeigt, haben die meisten Substantive mit a-, ia-Stamm ihre Stammendungen bewahrt, die von den lautlichen Gesetzen des Dialekts am Wortende beeinflusst sind; lediglich die Diminutivsubstantive mit a-Stamm werden im Lokativ Singular durchgehend mit der Endung der Substantive mit ia-Stamm verwendet, -y ~-yje: daržūky, mazgūky, šulinūky, tvartūky. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass nur dieses eine Diminutivsuffix im Dialekt einen a-Stamm hat, während alle anderen Diminutivsubstantive einen ia-Stamm haben. Daher werden möglicherweise einzelne Kasusformen des Suffixes -(i)ukas durch die Analogie anderer Diminutivsubstantive beeinflusst. Außerdem werden im Unterschied zu 1k alle zweisilbigen Substantive der III. Akzentklasse im Lokativ Singular stets auf dem Stamm betont: dā́kte, lā́nge, ōre, stōge, vēide. Die Vokativform der Substantive mit a-Stamm im Singular ist zweifach⁷. Im Dialekt kommen auch zwei Formen des Dativs Plural vor: mit und ohne die Endung -s: arklēm(s), medžēm(s), nagām(s), jedoch wird die Form mit der Endung -s häufiger verwendet. Dasselbe gilt für den Dativ Plural aller anderen maskulinen Substantive mit sämtlichen übrigen Stämmen sowie für den Dativ und Instrumental Plural aller femininen Substantive.
b) o-, io-Stämme
Alle Substantive mit o-, io-Stamm sind feminin. Einzelne Personennamen dieser Stämme (Dūoba, Byla, Engelėka) sind maskulin; einige o-Stämme sind auch geschlechtsübergreifend⁸.
I. Akzentklasse
Singular
V. Š. gēlda, lentȳna, sāuje, užvējē K. gēldas, lentȳnas, sāujes, užvējēs N. gēldai, lentȳnai, sāujei užvējēi G., Įn. gēlda, lentȳna, sāuje, užvējē Vt. gēldo, lentȳno, sāujo, užvējō
6 Siehe LKK, 1, 151–159, 161–162. Ebenda siehe auch zum Vokalismus der Kasusendungen anderer Stammklassen des Dialekts.
7 Siehe LKK, 2, 183.
8 Siehe LKK 2, 177.
165
Page 6Plural
V., G., Š. gėldas, lentynas, sąjes, pakobės
K. gėldų, lentynų, sąjų, pakobijų
N. In. gėldom(s) || gėldum(s), lentynom(s) || lentynum(s), sąjom(s) || sąjum(s), pakobijom(s) || pakobijum(s)
Vt. gėldos(e), lentynos(e), sąjos(e), pakobijos(e)
II. Akzentklasse
o-, io- Stamm. Der Akzent der Substantive der II. Akzentklasse ist wie bei Ik, die Kasusendungen dagegen wie bei den Substantiven der I. Akzentklasse des Dialekts; siehe das Paradigma.
III. Akzentklasse
Singular
N. skiedrà, skepetà, apačė
G. skiedrõs, skepetõs, apačiõs
D. skiedrai, skepetai, āpačei
A., I., L. skiedra, skepeta, āpačė
Loc. skiedrõ, skepetõ, apačiõ
Plural
Nom., Gen., Akk. skiedras, skepetas, āpačės
Dat. skiedrų, skepetų, apačių
Instr. skiedróm(s), skepetóm(s), apačiom(s)
Lok. skiedróm(s), skepetóm(s), apačiom(s)
Ill. skiedrõs(ė), skepetõs(ė), apačiõs(ė)
IV. Akzentklasse
o-, io- Stämme. Der Akzent der Substantive der IV. Akzentklasse ist wie bei Ik, die Kasusendungen jedoch wie bei den Substantiven der III. Akzentklasse des Dialekts, siehe Paradigma.
Beispiele für Substantive mit o- und io-Stamm
Akzentklasse I. a) Zweisilbige: dėlna, girnas, grūoba, gėda, grįova, gūra, jāujė, juōsta, yla, kilpa, kóje, knirva (eine Person, die nicht mit Männern spricht und Freundschaften nicht mag) kūosa, kūmščė (Faust), kvėša, liepa, mälka, pieva, plūmsna (Feder), smilga, stirna, strėnas, siena, sėkla, šārka, ūoga, vārpa, vīlna usw. b) Mehrsilbige: akiplėša, išdėvas, išvarta (ein umgestürzter Baum), Mituva, motina, nūgara, pākulas, pārsmauga (die dünnere Stelle eines Fadens oder Darms), pelėda, pagėlba, stīpena (jemand, der sehr abgemagert und gebrechlich ist), sānkrýža, šeimyna, šērybas, trāiškanas, užūomirša, vāsara usw.
Akzentklasse II. a) Zweisilbige: brastà, gijė, girė, griščė (eine Handvoll zurückgekämmten Flachses), kaktà, kruopà, kulkà, kuprà, kvietkà, lūbas, plytà, plutà, pradžė, pupà, putà, rankà, rujė, ruknà, skujė (Tannenzapfen), šlājes (Schlitten), šūkas, vādzės, valė, viėčà, viztā, vyšnė, vyžā usw.
166
Page 7b) Mehrsilbige: badijė (Badehaus), ganykla, kamarà, lydekà, sveikatà, uošvė (das Haus der Eltern des Ehemanns oder der Ehefrau), žarijė usw.
Akzentklasse III. a) Zweisilbige: burnà, galvà, naudà, oškà, triobà, žarnà; io-Stämme konnten im Dialekt nicht belegt werden.
b) Mehrsilbige: avizà, ašakà, adatà, anhėstarà (Wärmflasche), gilumà, pava jė (Papier oder Stoff, um den ein Knäuel gewickelt wird), pabaigà, plaštakà, pašukas, pavažas, prapersà, raganà, šilumà, uodegà, vedegà usw.
Akzentklasse IV. a) Zweisilbige: Alsà (ein Bach im Gebiet des Dialekts), aušrà, bangà, bandà, barzà (Bart), bla usà, dainà, gaujė, dešrà, dienà, džióvà, jiegà (Kraft), kamšà (Verstopfung), kasà, kriaūnas, krūvà, mešà, mamà, lankà, lazà (Stock), lentà, ligà, liuobà, luomà (Stand), mergà, marti, meškà, naudà, noglà (Teufel, Schimpfwort), rasà, salà, sausà, spragà, sriubà, sėjė, sulà, skolà, šakà, šalnà, šeivà, tamsà, tvorà, tetà, vielà, žiemà, žinè, žveję (Fischfang) usw.
Mehrsilbige gibt es nicht.
o-, io-Stämme: Besonderheiten der Kasusendungen bei Substantiven
Wie das Paradigma zeigt, haben die meisten o- und io-Stamm-Substantive ihre Stammendungen bewahrt, die von den lautlichen Auslautgesetzen des Dialekts beeinflusst sind. Nur im Lokativ Singular haben einige io-Stamm-Substantive mit Wurzelbetonung neben ihrer eigenen Stammendung auch die Endung der ē-Stamm-Substantive -ē ~ ejė (im Dialekt ist diese seltener): girė (im Wald), griūšė (in der Birne), vyš nė (im Kirschbaum). Der Vokativ Singular unterscheidet sich seiner Form nach gewöhnlich nicht vom Nominativ (ausgenommen die Wörter pati: pačė, marti: marčė): oška, višta, ragana; bei allen liegt die Betonung meist auf dem Wortstamm (mehrsilbige Substantive der II. Akzentklasse tragen die Betonung im Suffix: lydekà, aguõna).
Substantive mit Wurzelbetonung begegnen im Dialekt im Dativ und Instrumental Plural mit zwei parallel verwendeten Endungen: mit -om(s) und mit -um(s): rankom(s) || rankum(s), vištom(s) || vištum(s), varnom(s) || varnum(s). Substantive mit Endungsbetonung haben hier nur ihre eigene Endung: avižom(s), mergom(s), šakom(s); avižom(s), mergom(s), šakom(s).
Die Lokativendung des Plurals ist im Dialekt ebenfalls zweifach. Ältere Dialektsprecher verwenden einen phonetisch verkürzten Lokativ Plural: pakulos, strėnos, šakos, vištėsios (diese Endung ist insgesamt seltener); bei allen übrigen Dialektsprechern ist sie wie in der Standardsprache: avižose, šakose.
c) ē-Stamm
ē-Stamm-Substantive sind gewöhnlich alle weiblichen Geschlechts, nur einige wenige von ihnen (memė, lojynė8) sind geschlechtsneutral.
I. Akzentklasse
Vienaskaita
Nom., Gen., Instr., Vok. žylė, mergàtė Akk. žylės, mergàtės Dat. žylei, mergàtei Lok. dróbė, al kūnė
• Siehe LKK, 2, 177.
167
Page 8Plural
N., G., Akk. žylės, mergatės
Gen. žylių, mergaičių
Dat., Instr. žylem(s) || žyliom(s) || žylium(s), alkūnem(s) || alkūniom(s) || alkūnium(s)
Lok. dróbėse(e), alkūnėse(e)
II. Akzentklasse
ē-Stamm. Der Akzent der Substantive der II. Akzentklasse entspricht dem der 1k, die Kasusendungen hingegen denen der Substantive der I. Akzentklasse des Dialekts; siehe Paradigma.
III. Akzentklasse
Singular
V., Vt. Kehle, Scheune
K. der Kehle, der Scheune
N. für die Kehle, für die Scheune
G., Įn., Š. Kehle, Scheune
Plural
V., G., Š. Kehlen, Scheunen
K. der Kehlen, der Scheunen
N. Kehlen || Kehlen, Scheunen || Scheunen
Įn. Kehlen || Kehlen, Scheunen || Scheunen
Vt. in der Kehle, in der Scheune
IV. Akzentuierungsklasse
ė-Stämme. Der Akzent der Substantive der IV. Akzentuierungsklasse entspricht dem der 1. Akzentuierungsklasse, die Flexionsendungen entsprechen denen der Substantive der III. Akzentuierungsklasse des Dialekts; siehe Paradigma.
Beispiele für ė-stämmige Substantive
I. Akzentuierungsklasse. a) Zweisilbige: báimė, bùožė, dírsė, dúlkė, dúmplės, gérvė, ímsrė (linker Nebenfluss der Mituva), kárvė, kérpė, kùrpė (Holzschuh), láimė, láisvė, léndrė (Schilfrohr), lénkė (Mulde, Tal), lýsvė || lýse, pélkė, pémpė, rýkštė, rópė, sáulė, séikė, smárvė, žìrklės, žiùrke usw.
b) Mehrsilbige: 1) Bildungen mit häufiger gebrauchten Suffixen: -ienė (bei Personennamen) — Jonėnė (Jonos Frau), Kasiulienė (Kasiulios Frau), Mýko- lienė (Mykolos Frau), Petrienė (Petros Frau); -uvienė — kūdliu vienė (eine Frau, deren Haare verfilzt und voller Locken sind), šeiliuvienė (eine Frau, die sabbert), smiliuvienė (eine Feinschmeckerin), Vaitkuvienė (Vaitkaus Frau); -aitė — kumelátė, vėgėlátė10
10 Weitere Beispiele für einzelne Suffixe siehe Mut, §§ 158, 159, 232.
168
Page 92) Verschiedene andere Substantive: gyvasnė, lygybė, pakalnė, paklėtė (Platz beim Speicher), spanguolė, sausakė, staltiesė, šilovės (Heidekraut), žėmuogė usw.
II. Akzentuierungsklasse. a) Zweisilbige: bigė (Hand mit abgeschnittenen Fingern, stumpfer Gegenstand, abgebrochenes Messer), blakė, braškė, brūknė, bōpšė (Frau, abwertend), bōbė (Frau, abwertend), draugė, gilė, kiaulė, košė, kūdlė, krėgždė, lipkė (eine, die zusammenklebt), ližė, pienė, pliūržė (Schlammloch, Morast), pōdė (veraltet, Taufpatin), pūsė, rāgė (stolz, als hätte sie Hörner), rėplės, rōgės, rōžė, sėne, smalkės, sprāgė, skērse (Rock mit Querstreifen), šilke, smilė (Naschkatze, Feinschmeckerin), skraistė, stāklės, šiurlės (schlechtes Getreide), šliūrė, šūkė, šventė, veislė, žāgrė, žēmė, žėbrė (schmutzige Frau), žūržė (Heulsuse), žvāke usw.
b) Mehrsilbige. 1) Bildungen mit häufiger gebrauchten Suffixen: -ybė — galūbybė, neteisybė, tamšybė; -yklė — pustyklė, šaudykėlė; -anė — kamānė, samānė; -ynė — pempynė (Sumpf, in dem Kiebitze brüten), klampynė; -inė — krūtinė, penkinė (fünf Rubel), šimtinė (hundert); -(i)ukė — peliūkė, kačiūkė; -ikė — riškė (Binderin), vėlikės (Wolle zum Filzen von Filzschuhen, gewöhnlich kurze Wolle von Lämmern); -elė — ausėlė (Öffnung der Getreideschwinge, durch die das Korn herausfällt), bobėlė (Vorrichtung zum Dengeln einer Sense); -utė — ausūtė, eglūtė; -ytė — mažytė, lūpytės11 usw.
2) Einzelne Wörter: drobūlė, gyvātė, kalādė, kelionė, kepūrė, padraikės, pleškataine (Schwätzerin), perėklė (brütende Henne), vienbōrės (die gleiche Gegenstände oder Namen haben) usw.
III. Akzentuierungsklasse. a) Zweisilbige: varškė, versmė.
b) Mehrsilbige: Antvardė (Nebenfluss der Mituva), deder v inė, eketė, giminė, kultuvė, malkinė, meškerė, pamergė, panagės, pikvotė, rupūžė, tinginė, vėgelė usw.
IV. Akzentuierungsklasse. a) Zweisilbige: budė (Wetzstein und zusammengebackenes Brot, Roggenbrot), dielė (Blutegel), duobė, eilė, ežė, garbė, gelė, gelmė, kabė, kalė, katė, kalvė, kedė, knyslė, kremzlė, kuislė (eine, die sich lange zurechtmacht), kvailė, kvieslė, laumė, mėnė, pelė, pynė, pislė, rauplė, rėksnė (Heulsuse), riūglė (Heulsuse), siūlė, skylė, sterblė, šliūžė, šnervė, viežė, žievė, žvyg lė (eine, die quiekt) usw.
Besonderheiten der Kasusendungen von ė-Stamm-Substantiven
Das Paradigma zeigt, dass die meisten Substantive der ė-Stämme ihre Stammsuffixe bewahrt haben, die von den phonologischen Gesetzmäßigkeiten der Mundart am Wortende beeinflusst wurden; im Plural-Dativ und -Instrumental kommen neben den eigenen Stammsuffixen jedoch auch andere Endungen vor. Substantive der ė-Stämme mit Endungsbetonung haben in diesen Kasus zwei Arten von Endungen: die phonetisch veränderte ė-Stamm-Endung -em(s) und daneben möglicherweise die io-Stamm-Endung -iom(s) (die in der Mundart mitunter sogar häufiger vorkommt): pelėm(s) || peliōm(s), giminėm(s) || gimin iōm(s); žievėm(s) || žiev iōm(s). Substantive der ė-Stämme mit Wurzelbetonung werden in diesen Kasus parallel mit drei Arten von Endungen verwendet: der ė-Stamm-Endung -em(s) (in der Mundart vergleichsweise selten): drōbėm(s), žāgrėm(s); der io-Stamm-Endung -iom(s) (am häufigsten): kūrpiom(s), pūsiom(s); und der Endung -ium(s): bōžium(s), žiūrki um(s).
Das Vorkommen der Endung -ium(s) im Plural-Dativ und -Instrumental bei Substantiven der o-, io- und ė-Stämme mit Wurzelbetonung sowie bei Adjektiven, Zahlwörtern und Pronomen12 und ihre Verwendung neben den für die jeweiligen Stämme üblichen Endungen dieser Kasus ist nicht nur für die beschriebene Mundart kennzeichnend. Vor allem ist diese Besonderheit weit verbreitet
11 Weitere Beispiele für einzelne Suffixe siehe Mut, §§ 207, 144, 169, 153, 265, 226, 120. 227, 234, 233.
12 Siehe Mut, §§ 382, 389k, 397, 401, 419, 427, 433, 434d.
169
Page 10kommt in den entsprechenden Kasus bei den Veliuona-Dialektsprechern, den östlichen Nachbarn der untersuchten Mundart, vor: bób(u)m(s), gírim(s). Das für den Atlas der litauischen Sprache gesammelte dialektologische Material zeigt, dass diese Besonderheit auch für nahezu alle nordwestlichen Hochlitauer Mundarten und die südöstlichen žemaitischen Mundarten ihrer Nachbarn kennzeichnend ist13. Diese Besonderheit nimmt somit ein ziemlich großes Gebiet der litauischen Mundarten ein, in dem andere Merkmale der Veliuona-Mundart nicht vorkommen. Daher lässt sich dieses Phänomen nicht durch die gegenwärtigen phonetischen Merkmale der genannten Mundarten erklären; inzwischen ist es bereits ein morphologisches Merkmal.
Alle Substantive der ė-Stämme, vor deren Stammauslaut die Konsonanten t, d stehen, haben im Plural-Dativ und -Instrumental ebenfalls drei Arten von Endungen: die ė-Stamm-Endung -em(s): katēm(s), katēm(s), krēgždēm(s), žvaigždēm(s), žvaigždēm(s); die i-Stamm-Endung -im(s) (sie ist selten, kommt aber häufiger bei Wörtern mit Wurzelbetonung vor): katìm(s), katìm(s), krēgždìm(s); oder die Endung -iem(s) (möglicherweise ließe sie sich durch den Einfluss der westlichen Nachbarn der Mundart, der žemaitischen Dūnininkai, erklären): krēgždìem(s), katìem(s), katìem(s).
Die Endung des Plural-Lokativs ist in der Mundart zweifach: phonetisch verkürzt: šliūžės, panagės (sie wird durchgängig von den älteren Mundartsprechern verwendet, kommt aber seltener vor) sowie in der Form wie im lk: pradalgės, padrakėse.
d) i-Stamm
Die meisten Substantive mit i-Stamm sind feminin; nur einige Wörter (dantìs, geluonìs, gyvuonìs, grobuonìs, vagìs, žvėrìs) sind maskulin.
III. Akzentklasse
Singular
Nom.
širdìs,
pažastìs,
žvėrìs
Gen.
širdìes,
pažastìes,
žvėrìės || žvėrė
Dat.
širdžei,
pažąščei,
žvėriui
G.
širdì,
pažastì,
žvėrì
Įn.
širdže || širdìm,
pažąščė || pažastìm,
žvėriu || žvėrìm
Vl.
širdy,
pažasty,
danty
Š.
širdìe,
pažastìe,
žvėrìe
Plural
V., Š.
Herzen,
Achselhöhlen,
Tiere || Tier
K.
der Herzen,
der Achselhöhlen,
der Tiere
N.
Herzen,
Achselhöhlen,
Tieren || Tieren
G.
Herzen,
Achselhöhlen,
Tier || Wild
Įn.
im Herzen,
in der Achsel,
im Tier || wilde Tiere
Vt.
in den Herzen,
in den Achseln,
in den Zähnen
13 Siehe die Antworten der Wohnorte 363, 491, 327a, 24a, 260a, 390, 393, 429, 464, 326, 359, 360, 361, 362, 325, 327, 391, 463, 466, 398, 389, 259, 328, 295, 294, 225, 21, 49, 292, 257, 265 und 396 auf die Fragen 288 und 289 des „Programms zur Sammlung von Materialien für den Atlas der litauischen Sprache“ im Bereich Sprachgeschichte und Dialektologie des Instituts für Litauische Sprache und Literatur.
170
Page 11Akzentklasse I, II, IV
i-Stamm. Bei Substantiven der Akzentklassen I, II und IV ist der Akzent wie bei 1k, die Kasusendungen sind dagegen wie bei den Substantiven der Akzentklasse III des Dialekts; siehe das Paradigma.
Beispiele für i-Stamm-Substantive
Akzentklasse I. a) Zweisilbige: ántis, ánkštis, kártis, kùlsis, nósis, nýtis, pìntis (Baumpilz), plókštis (unreife Erbsenschote), skìltis, širšìs (Hornisse), plėnis (brennender Span von einem brennenden Gegenstand), šìuys (Menge), tóšis, vàltis usw.
b) Mehrsilbige gibt es nicht.
Akzentklasse II. a) Zweisilbige: bitìs (Biene), dùrys, karšìs (ein solcher Fisch), plūdìs (Fischblase), ùpis (Fluss), usnìs usw.
b) Mehrsilbige gibt es nicht.
Akzentklasse III. a) Zweisilbige: biržìs (ein breites Beet auf dem Feld, gewöhnlich mit Getreide, gepflügter Erde u. Ä.), smiltìs, švirtìs, šerdìs, viltìs usw.
b) Mehrsilbige: debesìs, geležìs, gaišatìs, geluonìs, kamšatìs, grobuonìs (letzteres wird wie žvėris flektiert) usw.
IV-oji kirčiuotė. a) Dviskiemeniai: akìs, ašìs, ausìs, anglìs, avìs, dalìs, kulnìs (kulnas), lýtis (ledo gabalas), naktìs, pusnìs, pušìs, rūšìs, saktìs, svėrìs (svėrė), šaknìs, šalìs, tulžìs, ugnìs, vilnìs, žąsìs, žuvìs, dantìs, vagìs (pastarųjų dviejų žodžių linksnių galūnės kaip žvėris) ir kt.
b) Mehrsilbige gibt es nicht.
Besonderheiten der Kasusendungen von i-Stamm-Substantiven
Die meisten i-Stamm-Substantive haben die Endungen ihres Stammes bewahrt, die von den dialektalen Lautgesetzen am Wortende beeinflusst sind. Die Endung -is des Nom. Sg. stimmt heute mit der Endung der ia-Stämme überein, hat jedoch einen anderen Ursprung; außerdem ist sie bei Wörtern mit Wurzelbetonung betont. Maskuline Substantive im Gen. Sg. werden neben der stammbildenden Endung (dantìes, vagìes) auch parallel mit der Endung -e ~ -io der ia-Stämme verwendet: dančè, vàge.
Der Instr. Sg. weist ebenfalls neben den eigenen Endungen Endungen anderer Stämme auf: Maskuline Wörter haben die Endung der ia-Stämme vagiù (parallel, aber seltener vagìm); feminine die der io-Stämme: avè (seltener avìm).
Maskuline Substantive im Akk. Sg. werden neben ihrer stammbildenden Endung grobuonìe, dantìe gelegentlich auch mit der Endung -y der ia-Stämme verwendet: grobuoný, dantý; feminine Formen begegnen gelegentlich auch mit der für die ė-Stämme charakteristischen Endung -e: ave, ánte. Wahrscheinlich handelt es sich um den Einfluss der westlichen Nachbarn, der Žemaiten, denn dort sind die meisten i-Stamm-Substantive vollständig zu den ė-Stämmen übergegangen.
Der Nom. Pl. Mask. wird neben der stammbildenden Endung (dañys, grobuõnys) parallel auch mit der Endung -ei ~ -iai der ia-Stämme angetroffen: vagėi, dančēi (sie ist offenbar seltener).
Es gibt i-Stamm-Substantive, die im Gen. Pl. die alte, für konsonantische Stämme charakteristische Endung mit hartem auslautendem Konsonanten bewahrt haben. Solche Substantive gibt es im Dialekt zahlreich, zum Beispiel: ašų, ausų, dantų, debesų, durų, geležų, kūlių, kulnų, nosų, naktų, pažastų, pušų, šaknų, šlaunų, sąsų. Alle übrigen i-Stamm-Substantive haben in diesem Kasus einen palatalisierten Konsonanten vor der Endung, zum Beispiel: ankščių, anglių, akių, avių, bičių, karčių, pinčių, smilčių, sakčių, žuvų und weitere.
171
Page 12Die Endung des Dat. und Instr. Pl. lautet -im(s): akim(s), akim(s); das Maskulinum im Pl.
Der Instr. hat auch die Endung -eis ~ -iais: dančės, vagės (sie ist jedoch seltener).
Der Gen. Pl. Mask. hat auch die Endung -ius: dančius (diese Form ist jedoch seltener).
Alle i-Stamm-Substantive haben im Lok. Pl. eine Endung mit kurzem Vokal i: -ise— akise, ausise, nosise. Die Endung mit langem y wird unter dem Einfluss der Standardsprache von der jüngeren Generation im Dialekt verwendet. Der Ursprung der Endung -ise ist nicht völlig klar. Wahrscheinlich könnte sie durch Kontamination aus der alten Lok.-Pl.-Endung -isu und der schriftsprachlichen Form -yse14 entstanden sein.
e) u-, iu-Stämme
Alle u-, iu-Stamm-Substantive sind maskulin. In der Mundart sind sie nicht so zahlreich wie die anderen bisher untersuchten Stämme; außerdem gehen sie rasch in andere, viel produktivere Stämme über (in a-, ia-).
II. Akzentklasse
Singular
N. turgus, kurpius, miegalius || miegalis G. turgaus, kurpiaus, miegaliaus || miegale D. turgui, kurpiui, miegaliui A. turgu, kurpiu, miegaliu || miegali I. turgum, kurpium, miegali um || miegaliu L. turguj, spiečiuj, aliejųj || aliejų V. lipkau, kurpiau, miegaliau || miegalį
Plural
N., V. turgai, kurpėi, miegalėi G. turgų, kurpių, miegal(i)ų D. turgam(s), kurpėm(s), miegalėm(s) A. turgus, kurpius, miegalius I. turgais, kurpėis, miegalėis L. turguos, spiečiuos
I., III. und IV. Akzentklassen
u-, iu-Stamm-Substantive der I., III. und IV. Akzentklasse haben den Akzent wie Ik, die Kasusendungen jedoch wie die Substantive der II. Akzentklasse der Mundart; siehe das Paradigma.
Beispiele für Substantive mit den Stämmen u-, iu-
Akzentklasse I. a) Zweisilbige: amžius, oblius, stalčius.
b) Mehrsilbige: ātrajus, rytōjus, vasarōjus.
Akzentklasse II. a) Zweisilbige: būčius, būlius, kápčius, Márgius (Hundename), Mūrz(i)us (Hundename), klijus (Klebstoff), kryžius, lipkus (ein klebriger Mensch), midus, pikčius (Miesepeter), pliūrp(k)us (Hitzkopf), pūodžius, ráčius, rág(i)us (jemand, der stolz ist, wie ein Gehörnter), slánkius (ein hangabwärts gleitender Berg, ein Ufer), seilius, smilčius (Schlemmer,
14 Vgl. J. Endzelīns, Latviesu valodas gramatika, § 285, Rīga, 1951.
172
Page 13zweiter Finger), stalius, šveplius, zurzius (jemand, der wimmert und brummt), žėbrius (ein schmutziger Mensch); Personennamen: Bėnius (Benediktas), Gėnius (Eugenijus), Prūnius (Pranas), Sėlius (Saliamonas), Saulius, Stasius (Stasys) usw.
b) Mehrsilbige: aliejus, Elėnius (Elenos Ehemann, scherzhaft), nuogalius, pampalius (ein zerlumpter Mensch, mit Flicken behängt), skarmalius, utėlius.
Akzentklasse III. a) Zweisilbige: lytus, sūnūs.
b) Mehrsilbige: atlagus (Wasserableitung aus einem größeren in einen kleineren Fluss).
Akzentklasse IV. a) Zweisilbige: alus, dangus, medus, viršus, vidus, pietus.
b) Mehrsilbige gibt es nicht.
u-, iu- Besonderheiten der Kasusendungen von Substantiven mit Stamm
Wie aus dem Paradigma ersichtlich, haben Substantive mit u-, iu--Stamm nur im Singular ihre Stammsuffixe bewahrt, die von den dialektalen Lautgesetzen am Wortende beeinflusst wurden; doch können auch hier mehrsilbige Wörter in allen Kasus (natürlich seltener) Endungen mit ia--Stamm haben.
Im Plural sind alle Substantive mit u-, iu--Stamm durchgehend zum a-, ia--Stamm übergegangen; im Dialekt kommen jedoch noch Wörter mit u--Stamm vor, die in allen Pluralkasus auch ihre Stammsuffixe bewahrt haben, z. B.: lytùs, pietùs, vidùs, viršùs, pietùm(s), viršùm(s), pietùm(s), viršùm(s), pietusė, vidusė. Die Endung des Plural-Inessivs dieser Substantive lautet -use, die ebenso wie i--Stamm -ise, wahrscheinlich ebenfalls durch Kontamination entstanden sein kann, vgl. S. 172.
f) Konsonantische Stämme
Fast alle Substantive mit konsonantischem Stamm sind maskulin; nur sesuo, dukė, voveris, obelis sind feminin. Wörter mit diesen Stämmen sind in der Mundart nicht zahlreich und neigen daher stark dazu, in andere Stammklassen, insbesondere in die Klassen ia, ė., überzugehen. Sie werden überwiegend nach den Regeln der III. Akzentklasse betont; Beispiele für die II. Akzentklasse sind in der Mundart überhaupt nicht belegt.
III. Akzentklasse
Singular
Nom. vanduo, duktė, voveris || voverė Gen. vandens || vandene, duktės || dukteries || duktės, voverės || voverės Dat. vandeniui, dukterei, voverei Akk. vandenį, dukterį, voverį Instr. vandeniu, duktere || dukterim, vovere || voverim Lok. vandeny, obely Vok. piemenė || piemenys, dukterie, voverie || vover || vovere
Plural
N., V. vandene || vandenys || vandenai || vandenei, dukters || dukterys, vóders || vóverys || vóveres G. vandenų, dukterų, voverių
173
Page 14N. vandénim(s) || vandénam(s) || vandéném(s), dukterím(s) || dukteróm(s), voverím(s)
A. vándenis || vándenius, dúkteris, vóveris || vóveres
I. vandenim(s) || vandenaũs || vandeneĩs, dukterim(s) || dukteróm(s), voverim(s)
L. vandenisè || vandenuõs || vandeniuõs, obelisè || obelẽs(ẽ)
Betonungsklassen I und IV
Die Substantive mit konsonantischen Stämmen und Betonungsklassen I und IV haben einen anderen Wandel als im LK; die Kasusendungen entsprechen denen der Substantive mit Betonungsklasse III im Dialekt, siehe Paradigma.
Beispiele für Substantive mit konsonantischen Stämmen
I. Akzentklasse: mėnuo.
III. Akzentklasse: akmenũo (akmuo), juosmuõ, kėpenys (kepenys), krėkenys (krekenys), liemuo, pageluo (feuchte Kälte, die bis in die Knochen dringt), raũmuo, riemuo (Sodbrennen), ruduo, sėmenys (Leinsamen), skiemenys (Silben), sesuõ, smėgenys (Gehirn), tešmuõ, stuomuo, želmenys (Grünpflanzen), žiõmenys (Kiemen).
IV. Akzentklasse: šuo.
Besonderheiten der Kasusendungen bei Substantiven mit konsonantischen Stämmen
Wie aus dem Paradigma ersichtlich ist, weisen die Kasus der Substantive mit konsonantischen Stämmen im Dialekt mehrere Endungen verschiedener Stämme auf. Die erste der im Paradigma angeführten Formen ist die im Dialekt am häufigsten vorkommende. Im Singular treten maskuline Substantive – mit Ausnahme des Inessivs, der durchgehend mit der Endung des ia-Stamms verwendet wird (nur neben šunių wird seltener auch die Form šunim gebraucht) – häufiger mit den Endungen ihres eigenen Stamms auf; daneben wird im Genitiv parallel (vielleicht etwas seltener) auch die Endung des ia-Stamms und im Vokativ die Endung des i-Stamms verwendet. Außerdem kann das Wort piemuo manchmal auch als piemenys ausgesprochen werden und erhält dann die abwertende Bedeutung „Jugendlicher“.
Das Substantiv mėnuo weist in allen Kasus durchgehend die Endungen der ia-Stamm-Substantive auf. Auch im Singular, Nominativ, kann neben der konsonantischen Form parallel die ia-Stammform vorkommen: mėnesis.
Im Plural sind nur im Nominativ, Genitiv und Akkusativ die Endungen des konsonantischen Stamms erhalten geblieben; alle übrigen Kasus werden mit Endungen verwendet, die für i-, a- und ia-Stämme charakteristisch sind. Es ist anzumerken, dass im Pluralnominativ dennoch die phonetisch verkürzte Endung des konsonantischen Stamms charakteristischer, lebendig und am häufigsten gebraucht ist, z. B.: obels, piemens, raũmens, rūdens, skiemens, smėgens, žiõmens, vóvers; nur beim Wort šuo werden zwei Pluralnominativformen verwendet: die unversehrte alte Form des konsonantischen Stamms — šunes (häufig) — und die des i-Stamms — šunys. Außerdem setzen sich auch im Nominativ, Genitiv und Akkusativ parallel die Endungen der i-, a- und ia-Stämme zunehmend durch (sie sind im Dialekt natürlich etwas seltener).
Das Femininum hat sowohl im Singular als auch im Plural wesentlich weniger die für seinen Stamm charakteristischen besonderen Kasusendungen bewahrt. Hier stehen neben der konsonantischen
174
Page 15des Stammes, doch sind häufiger auch an seiner Stelle die für i- und ē-Stämme charakteristischen Endungen vorherrschend. Die Form im Instr. Sg. der I. weiblichen Deklination dūkterė ~ dūkteria gehört nicht zum ē-, sondern zum io-Stamm, wie auch alle anderen i-Stamm-Substantive in diesem Kasus (vgl. S. 171); die Form vōvere ~ vōveria, vōvere neben dem io-Stamm kann dagegen auch als ē-Stamm verstanden werden (vgl. Nom. Sg. vōverē). Die Formen Nom. Sg. und Nom. Pl. der III. weiblichen Deklination vōverē, vōveres ~ vōverēs haben ē-Stamm-Endungen; eine ē-Stamm-Endung hat auch die Form Gen. Pl. der II. weiblichen Deklination.
DAS SUBSTANTIV IN DEN MUNDARTEN DES MITUVA-FLUSSGEBIETS
Е. И. ГРИНАВЕЦКЕНЕ
Zusammenfassung
Charakteristisch für die Deklination der Substantive ist die Vermischung der Stämme. Die Stämme auf a, ia, o, io, ē sind am beständigsten, doch können einzelne Kasusformen Endungen anderer Stämme aufweisen. Substantive mit dem Suffix -(i)ukas haben im Lok. Sg. stets die Endung des ia-Stammes (daržiūkuje ‚im Gärtchen‘). Einige Substantive mit io-Stamm haben im Lok. Sg. die Endung des ē-Stammes (girēje ‚im Wald‘). Substantive mit ē-Stamm haben im Dat. und Instr. Pl. neben der Endung -ēms (drōbēms ‚Leinwänden‘, vēžēms ‚Spurrillen‘) auch die Endung des io-Stammes -ioms (drōbioms, vēžioms). Substantive auf ē mit Stammakzent nehmen mitunter die Endung -iūms an (giriūms ‚Wäldern‘); Substantive, vor deren Endung t oder d steht, haben meist -ims (krēždims ‚Schwalben, mit Schwalben‘) oder -iems (kātiems ‚Katzen‘).
Unbeständig sind die Stämme auf i, u, iu und auf einen Konsonanten. Maskuline Substantive mit i-Stamm haben in fast allen Kasus neben den Endungen ihres Stammes (danties ‚des Zahns‘, dantim ‚mit dem Zahn‘, žvėrys ‚Tiere‘) auch Endungen des ia-Stammes (dančio, dančių, žvėriai). Bei Feminina desselben Stammes kommen im Instr. Sg. nur Formen mit der Endung des io-Stammes vor (akià ‚mit dem Auge‘); im Vok. haben sie neben der Endung ihres Stammes (aviē ‚Schaf‘) auch die Endung des ē-Stammes (ave). Die meisten Substantive mit i-Stamm haben im Gen. Pl. meist eine konsonantische Stammendung (kūlsų ‚der Hüften‘). Einige Substantive mit u- und iu-Stämmen haben im Instr. und Lok. Sg. neben den Endungen ihrer Stämme (aliējūm ‚mit Öl‘, vasarōjuje ‚auf dem Sommerfeld‘) auch Endungen des ia-Stammes (alieju, vasarōjuje). Im Pl. werden Substantive dieser Stämme meist nach dem Typ der a- und ia-Stämme flektiert (nuogāliai ‚Nackte‘, stālčiais ‚mit Tischchen‘); viršus, pietūs, vidūs, rytūs, sūnūs haben hier jedoch häufiger Formen ihres eigenen Stammes (viršūs ‚Gipfel‘, vidūms ‚Mitten‘, pietusē ‚im Süden‘). Konsonantische Stämme haben ihre Endungen nur in einigen Kasus bewahrt (piemenį ‚den Hirten‘, piēmēns ‚Hirten‘, piemenų ‚der Hirten‘); in allen übrigen Kasus haben sie Endungen
175
Page 16von Substantiven mit ia- und i-Stämmen (ia, i (píemeniu ‚mit dem Hirten‘, sėscia ‚mit der Schwester‘). In unseren Mundarten gibt es Fälle, in denen ein Kasus von Substantiven mit konsonantischem Stamm Endungen mehrerer Stämme aufweist (vándens, vándenys, vandenai, vandeniai ‚Wasser‘; vandenisė, vandenuoš(ė), vandeniuòs(ė) ‚in den Wassern‘).
Der Stamm im Dialekt ändert sich mit dem Wechsel der Zahl. Alle Familiennamen mit o-Stamm (o (Byla)) werden im Pl. nach dem Typ des a-Stammes flektiert (a (Bylai)). Einige Substantive mit abwertender Bedeutung und u-Stamm (u (Įpkus ‚Schmutzfink‘)) wechseln im Pl. zum ia-Stamm (ia (Įpkiai ‚Schmutzfinken‘)).
Einige Substantive folgen im Dialekt parallel der ersten und dritten Akzentparadigmen (grėblis und grėblỹs ‚Harke‘), andere der zweiten und vierten (glėbis und glėbỹs ‚Umarmung‘). Einige Substantive mit ė-Stamm haben im Nom. Sg., anders als in der Literatursprache, den Akzent auf der Endung (eglė ‚Fichte‘, musė ‚Fliege‘, pirštinė ‚Handschuh‘). Der Akzent im Pl. von Familiennamen, wenn damit ein Ehepaar gemeint ist, folgt stets der vierten Paradigma (vierten) (Adomaičiai, Onušaičius, Balčyčiais).