Page 1LIETUVIŲ KALBOS MORFOLOGINĖ SANDARA IR JOS RAIDA
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
ADVERBIERUNG DES SINGULAR-GENITIVS UND ADVERBIEN MIT DEN FORMANTEN -(i)o, -(i)os, -ės IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE
K. ULVYDAS
Abgesehen von Präpositionalkonstruktionen gibt es in der heutigen litauischen Sprache vergleichsweise wenige Beispiele für adverbialisierte Singulargenitive, die eine klare, unzweifelhafte Kasusendung bewahrt haben. Schon daraus lässt sich schließen, dass dieser Kasus zumindest in den Fällen, in denen er ohne Präpositionen verwendet wird, keine ausgeprägte Tendenz zur Adverbialisierung zeigt. Auch J. Endzelīns führt weder in seiner „Latviešu valodas gramatika“ noch in „Baltu valodu skaņas un formas“ bei seiner Erörterung der Kasusadverbien ein einziges Beispiel eines adverbialisierten Genitivs mit erhaltener Endung in der litauischen Sprache an. Nur K. Būga merkt in seiner Rezension von A. Leskins „Litauisches Lesebuch mit Grammatik und Wörterbuch“ (Heidelberg, 1919) an: „Im Adverb namõn können wir wie Leskin keinen Akkusativ suchen, denn dann müsste es naman heißen (<*naman+na). Namõn wird aus dem Genitiv namõ stammen (: namó-pi). Die Endung -n wird nach dem Muster von laukàn hinzugefügt worden sein. Die Form namõn kenne ich nur aus Schriften; in der lebendigen Sprache habe ich nur namõ und (in Marcinkonys) namópi gehört.“1
Besonders selten sind Singulargenitiv-Adverbien (natürlich abgesehen von Präpositionalkonstruktionen) in der heutigen litauischen Literatursprache. Das lässt sich jedoch nicht über die Sprache älterer Schriften sagen, und insbesondere nicht über einzelne Dialekte – die lebendige gesprochene Volkssprache. In den Dialekten werden deutlich mehr adverbialisierte Genitivformen als Nominativformen verwendet. Gewiss ist es hier bisweilen außerordentlich schwierig, ja unmöglich festzustellen, ob es sich um einen unmittelbar adverbialisierten Genitiv oder um eine Analogiebildung handelt; im Übrigen gibt es jedoch Adverbien verschiedener Art, die die Singulargenitivendung bewahrt haben: substantivische, adjektivische, Zahlwort- und sogar Partizipialadverbien; Stämme auf a, ia, o, io und sogar iu; einfache, präfigierte, zweistämmige und sogar solche, die aus ganzen Wortverbindungen gebildet sind. Am häufigsten kommen darunter Adverbien mit den Stämmen a, ia, o und io vor. Der Stamm iu ist sehr selten. Adverbien anderer nominaler Stämme kommen hier, kann man sagen, nicht vor.
1 K. Būga, Kalba ir senovė, I d., Kaunas, 1922, p. 160.
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Page 2Stamm a: greito „schnell“ Lkm, Rš, OG 422 (Beeil dich, lauf nach Hause. Sv. Schnell dreht er die Beine (läuft schnell). Ds, Sv), guolto sl. (Er schreit laut. Sv. Vgl. poln. gvaltu woltać „um Hilfe rufen“), jauno (sc. des Mondes) „bei jungem Mond“ OG 419, krómo sl. „auf dem Rücken tragend“ (Ich habe ihn noch auf dem Rücken getragen. Sv), piėsto „auf den Hinterbeinen“ (Das Pferd bäumt sich auf. Sv, Skp), plozo sl. „der Länge nach ausgestreckt“ (Er liegt ausgestreckt auf dem Gras. Kp. Er liegt ausgestreckt im Schlamm. An. Vgl. poln. płazem mit derselben Bedeutung), ryto „morgens, am Morgen“ OG 419 (Am Morgen trieb ich die Pferde hinaus. Bien. Am Morgen fuhr ich in die Stadt. Sv. Es gab Morgenfrost. Bien. Jener ging schon gestern früh am Morgen fort. Sv. Ich stand früh am Morgen auf. ib), ū́karo „abends“ OG 419, Dglš (Komm am Abend zu mir. Bien. Vgl. adverbiale Verbindungen: morgen Abend Sv, spät am Abend ib, früh am Abend ib), zovado sl. „im Galopp“ Sv, išgryto² „frühmorgens“ (Komm nicht zu spät, komm früh, gleich am Morgen. Alv. Er führte die Pferde frühmorgens aufs Feld. Lp), išilgo „der Länge nach“ Sdk, išvientaro „ununterbrochen, fortwährend“ (Er rennt ununterbrochen weiter wie ein Besessener. Arm. Er schlägt immer weiter und weiter. Asv), palengvėliūko „ganz langsam“ (Nur leise, leise, ganz langsam: weckt die Kinder nicht auf. Sv), palengūko „ebenso“ ib, palengvo „langsam, leise“ Sv, Ds, Kp (Sag es ihm leise, damit die anderen es nicht hören. Pnm. Vgl. das in Vaižgantas Schriftsprache verwendete Adverb palengvo mit derselben Bedeutung.), patykiuko „ebenso“ Ds, patyko „ruhig, leise, langsam“ (Geh ruhig über den Steg. ib. Er spricht leise. Sv), patyliūko „ebenso“ (Er ging ganz still und leise weiter. ib), aukštikaupo „höher als der Haufen“ Gmž, dvysėdo „zu zweit sitzend (auf einem Pferd)“ Skp, Slm (Reitet nicht zu zweit auf einem Pferd. Kp), naktigūlto „schlafen, übernachten“ (Ich kam zum Schlafen. Pl), nūsiariko „mit der Nase den Boden aufwühlend, kopfüber“ (Wohin rast du kopfüber – willst du dir noch den Hals brechen? Lkm), sausāgrūdo „trocken“ (Er sieht sich trockenes Brot an und arbeitet den ganzen Tag. Vlk), trilapo „halb im Trab, halb im Galopp“ (Unser Brauner läuft halb im Trab, halb im Galopp. Ds).
Stamm ia: kūlio „purzelnd, kopfüber“ Slm (Wir stürzen uns kopfüber vom Birnbaum. Kp. Hättest du keine Angst, kopfüber vom Grabhügel zu stürzen? Ds), namelio „nach Hause, heim“ rš, namytužėlio „ebenso“ JD 724, namolėlio „ebenso“ Lnkv, namolio „ebenso“ Brž, namulio „ebenso“ Kp (Nachdem ich reife Gerste aufgeladen habe, bringe ich sie auf trockenen Wegen nach Hause. Str), riščio „im Trab“ Kp (ryščio „ebenso“ Sv: Er fuhr im Trab davon. ib), šuolio „im Galopp“ (Ich kann schon im Galopp reiten. Slm. Vor dem Berg im Galopp, bergab keinen Schritt (wenn die Fackel brennt). Kp), žimblio „so dass es summt“ (Ich schleuderte den Stein so, dass er summte. Ds), žingsnio „schrittweise, im Schritt“ Ds, išlydžio „ununterbrochen, ständig, fortwährend“ (Arbeitet ununterbrochen. Prk. Das Mädchen schläft schon seit mehr als acht Tagen ununterbrochen. prš), palengvėlio „allmählich, ganz langsam“ Pnm, Kp, Sv (Geh langsam, dann kommst du in die Stadt. Ds), palengvėliūko „ebenso“ Sv, pamažėlio „ebenso“ Ds (Ganz still und allmählich trank er das Gläschen bis zum Grund. (d.) Kls. Die Erde trocknet langsam und erwärmt sich nach und nach durch die Sonne. rš), patykėlio „ebenso“ (Bis wir langsam dort ankommen, wird es Tag sein. Ds), patykio „ebenso“ ib, basamindžio „ohne Strümpfe oder Fußlappen, mit bloßen Füßen in die Schuhe geschlüpft“ (Solch ein Loch —
2Die Präposition iš wird gewöhnlich getrennt geschrieben, selbst in adverbialisierten Konstruktionen (vgl. iš lėto, iš lengvo, iš aukšto usw.). Manchmal verschmilzt sie jedoch so stark mit der erstarrten Kasusform, dass eine getrennte Schreibung keinesfalls möglich wäre.
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Page 3Auch der Zaun knarrt, während du barfuß gehst, um zu dreschen. Arm), zweirädriges „dvisėda“ („Abu jojo dvieračio.“ rš), „kiauliariščio“ ‚im Schweinetrab‘ Sv („Ot bėga arkliokas kiauliariščio.“ Užp. „Tik jau kiauliariščio bėgdamas nepagaur arklio.“ Vžns), „tapėdžio“ ‚hinterher, nachfolgend‘ („Tapėdžio tuoj paskui mane ir atsistojo.“ Upn), „tolydžio“ ‚sofort; häufig, immer, ständig‘ Lp, Kps, VIkv, rš („Kai parvažiuodavo per vakacijas, tai tolydžio ateidavo pas mus.“ Gs. „Jis sveikatos visai neturi — tolydžio serga ir serga.“ Brt. „Eiti buvo sunku, kojos tolydžio klimpo į gilų, patižusį sniegą, permirkusiuose batuose klerksėjo vanduo.“ BltšR 70. Vgl. topalýdžio ‚ebenso‘ dz).
o-Stamm: „bėgtinõs“ ‚laufend, im Laufschritt‘ rš („Bėk bėgtinõs, kad tik būtų greičiau!“ Sl), „duotinos“ ‚gebend, auf gebende Weise‘ („Duotinos įdavė, aš nevogiau.“ Trk), „órãtos“ Hybridbildung ‚rufend, schreiend, Hilfe!‘ Vrn, Smn, Žln, Alv, Dkš, Bd, Klvr, Sn, Mrk, Knv („Domarko namai degė — visi órãtos šaukė.“ Slnt. „Kaip jam dantį traukė, jis órãtos rėkė.“ Lš. Vgl. poln. ratować ‚retten‘, ratunek ‚Hilfe‘, ratunku! ‚Hilfe!‘), „pėstõs“ ‚zu Fuß‘ („Nuvėjo miestelin pėstõs.“ Pg), „senýbos“ ‚früher, in alten Zeiten‘ („Kai būdavo senybos (Kaip būdavo senais laikais).“ OG 419), „skersõs“ ‚quer‘ („Skersõs šniurą traukt.“ Ds), „šautinõs“ ‚schießend, auf Schussart‘ („Šautinõs nušãvo.“ KlvrŽ), „šliurptinõs“ ‚schluchzend (weinend), schluchzend‘ Šts, „visuotinos“ ‚alle, gemeinsam‘ J, „intimpõs“ ‚angespannt, ununterbrochen‘ („Padirbėk intimpõs visą dieną, tai pamatysi.“ Ds), „išilgõs“ ‚der Länge nach‘ („Nugi žiūrau — guli išilgõs purvynan.“ Lp), „ištisõs“ ‚durchgehend, ohne Unterbrechung‘ LlkŽ, „užuolankõs“ ‚auf einem Umweg, rundherum‘ („Užbėk užuolankos ir pagausi.“ Paj), „sausakimšõs“ ‚zum Bersten voll‘ („Prie jo žmonių sausakimšõs.“ Ds), „tavienãtos“ (=tuovienatos?) ‚ständig‘ („Jis tavienãtos rūko ir rūko.“ Lnkv), „tuõtampõs“ ‚ohne Halt, ununterbrochen‘ („Kaip pradėjo varyti rugius per mašiną, tuõtampõs ir išvarė.“ Up), „tuoitimpõs“ ‚ebenso‘ Skrd, Šv (vgl. tuo intimpõs DP 296), „visaplatõs“ ‚in voller Breite, durchgehend‘ Ssk („Kad pradėjo visaplatõs bitýs lįsti, kad nieko nebegali padaryti.“ Grz. „Pamatėm, kad namas jau visaplatõs bedegąs.“ Jis taško pinigus visaplatõs. Kair. „Jei jis taip visados leis gyvuolius visaplatos, tai bematant viską numins.“ Lnkv. „Užtat pamažu sužinoję žmonės mano darbus, visaplatõs ėmė peikti ir rodyti pirštais.“ LzP).
io-Stamm: „riščiõs“ ‚im Schweinetrab‘ Ds („Tokiam šlapiam kely riščiõs nepavažiuosi.“ Ėr), „nežiniõs“ ‚unbekannt, wer weiß‘ Lkm, „pamažėlõs“ ‚ebenso‘ ib, „dviračios“ ‚zu zweit sitzend (auf einem Pferd)‘ („Tėvas su berniuku dviračios išjojo į ganyklą.“ Sdk), „galvatrūkčiõs“ ‚sehr schnell, mit großer Geschwindigkeit‘ („Vaikas galvatrūkčiõs išlėkė.“ Vad. „Atlekia galvatrūkčiõs.“ Ds), „kūliavirsčiõs“ ‚Purzelbäume schlagend‘ („Kūliavirsčiõs nurūko (katinas) per laukus.“ Ut), „tapradžiõs“ (=tuopradžios?) ‚mit diesem Beginn, ständig‘ („Tapradžios neklauso, kad ir sakai.“ Grž. Vgl. „Pulkai vaisko traukia tuopradžios iš vienos vietos į kitą.“ TŽ VII 338), „vienavaliõs“ ‚ununterbrochen, ohne Unterlass‘ („Tai vaikelis — visą naktelę rėkė ir rėkė vienavaliõs.“ Smn. „Ko čia šmaužioji (landai) vienavalios per duris?“ Kt).
Als Beispiel für den iu-Stamm kann „tolydžiaus“ ‚sofort‘ K I 449, II 166, 190, 317, ‚zusammen‘ ib I 551 dienen (vgl. auch „tuolýdžiaus“ ‚sofort‘ Sdr).
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Page 4Schließlich ist hier auch die eine oder andere sehr individuelle Bildung anzuführen: greitosios ‚schnell, eilig‘ (Greitosios susirinko. OG 423), greitūjos ‚ebenso‘ (Ana tik greitūjos apsivilko. Rš), ištošančio (<iš to sančio) ‚aus dem, was vorhanden ist, was man hat‘ (Įpilk pieno ištošančio. Ktk. Jau kam, kam, o pavargėliui duok ištošančio. ib).
Die Wurzel, die die Hauptbedeutung aller hier angeführten Adverbien trägt, ist meist nominal oder adjektivisch. Das heißt, von allen Wortarten ist der Genitiv Singular des Substantivs und des Adjektivs am stärksten adverbialisiert und wird weiterhin adverbialisiert. Darüber hinaus kommen hier auch verbale (genauer gesagt: partizipiale) Adverbien und nur vereinzelt numerale vor (išvientaro, vgl. añtaras, wobei das Suffix -tara- angesetzt wird, das auch in den Wörtern kataras, paš taras vorkommt).
Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass im Litauischen nicht nur der Genitiv des Substantivs, Adjektivs, Numerale oder Partizips adverbialisiert werden kann. Auch beim Genitiv Singular des Pronomens lassen sich gewisse Tendenzen zur Adverbialisierung erkennen. Allerdings sind sie in der Gegenwartssprache sehr schwach ausgeprägt, und die meisten Pronomen weisen sie überhaupt nicht auf.
Von allen Genitivformen im Singular der Pronomen sind in der Geschichte der litauischen Sprache nur die Genitive der Pronomen kas und tas ką, to etwas deutlicher adverbialisiert worden. Von diesen kann gewöhnlich nur die erste Form allein zum Adverb werden, das heißt ohne Präpositionen und andere Wörter. In den häufigsten Fällen bilden die Genitive der Pronomen kas und tas jedoch zusammengesetzte Adverbien mit anderen Wörtern bzw. Partikeln, besonders mit der Präposition dėl (dėl), die vor oder nach diesen Genitivformen steht, z. B.: ką ‚wozu, warum, weshalb‘ (Ko tu čia atėjai? Rš. Ko čia dabar puldinėji prieš vyrą! Šlv. Kō vakar neatėjai? Up. Kō tu toks nuliūdes? rš. Kō aš žaliuosiu, kō linksmas būsiu, žada mane kirsti. d.), kodėl ‚weshalb, aus welchem Grund‘ (Kodėl nelais tai žaliųjų rūtelijų? d. Vgl. in älteren Schriften kodrin ‚ebenso‘), dėko (<dėlko) ‚ebenso‘ End, dėlgiko ‚weshalb denn‘ XVIII–XIX Jh. rš, dėlko ‚warum‘ Rdm, Als, Jb, del-kō ‚ebenso‘ Vrb, dėlko gi ‚warum denn‘ P, delkōgi ‚ebenso‘ Rdm, kažin kō ‚wer weiß warum‘ (Man kažin ko pusiau nujeme, gal jau reiks sirgt. Slm), mažko ‚fast‘ Pc, nieko ‚ziemlich, recht gut‘ (Jie nieko pragyvena. Jnšk), todėlei gi ‚deshalb eben‘ srš, todelios ‚deshalb‘ Grž, antatō ‚dort, an jener Stelle‘ (Jis antatō stovė. Pn), benetō ‚fast, nahe daran‘ (Pasitaiko benetō kai kada ir susibarti. Nmn), dēlgito ‚deshalb eben‘ srš, dėligto ‚ebenso‘ DP 286, dėlto ‚deshalb‘ Kt, VnlP 16, Alv, Rm, Vvr, dėlto ‚ebenso‘ Rdm, Ds, dēltogi ‚deshalb eben‘ BsP III 38, dēltōgi ‚ebenso‘ Rdm. Zugleich ist hier auch zu erwähnen, dass vermutlich die Form tiekōs (vgl. tiekas, -a) als erstarrter Genitiv anzusehen ist (Tiekōs (tiek) jau nuvejau, tai reikia ir pas jį ažeit. Grv. Tiek tiekōs (tiek to), einu gult. Pg. Su tuo miegu tiek tiekōs! ib).
Wie die Beispiele zeigen, kann der Genitivkasus nur dann adverbialisiert werden, wenn er adverbiale Funktionen übernimmt. Eine adverbiale Funktion ist notwendige Voraussetzung dafür, dass der Genitiv eines flektierbaren Wortes zum Adverb wird. Unter den oben angeführten Beispielen finden sich überwiegend Modaladverbien. Das heißt: Sobald der Genitivkasus in einem bestimmten Kontext als Modalbestimmung fungiert, nähert er sich allmählich dem Adverb an. Interessant ist, dass dieser morphologische
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Page 5Modaladverbien weisen einen höheren Grad der Adverbialisierung auf als Temporal- oder Lokaladverbien.
Die Genitivformen der Pronomen kas und tas sind überwiegend mit kausaler Bedeutung adverbialisiert.
Die vergleichsweise geringe Tendenz des Genitivs (ohne Präpositionen verwendet), adverbialisiert zu werden, lässt sich nicht nur durch seine starke objektive Bedeutung und seine geringe Neigung, als Adverbialbestimmung aufzutreten, erklären, sondern auch dadurch, dass man in der Sprache adverbiale Beziehungen eher durch präpositionale Genitivkonstruktionen ausdrückt. Präpositional- und Genitivkonstruktionen sind außerordentlich weit verbreitet.
Einige Genitivformen, die regelmäßig mit einer Präposition in adverbialer Bedeutung verwendet werden, erstarren und gehen zusammen mit der Präposition in ein Adverb über. Den Prozess des Erstarrens und der Adverbialisierung erleichtert und beschleunigt hier auch die lexikalische Bedeutung des Hauptglieds der präpositionalen Konstruktion – des Genitivs selbst: In der Regel neigen Wörter mit allgemeinerer, abstrakterer Bedeutung stärker zur Adverbialisierung, da sie bereits ihrem Inhalt nach besonders mit Modal-, Lokal- oder Temporalbedeutungen verbunden sind. Auch präpositionale Konstruktionen, die eine stärker verallgemeinerte, übertragene phraseologische Bedeutung annehmen, adverbialisieren schneller, selbst wenn die Bedeutung ihres Hauptworts für sich genommen ganz konkret ist.
Unter allen Konstruktionen des hier behandelten Typs, die adverbialisiert oder den Adverbien zumindest angenähert sind, heben sich die Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv besonders hervor. Von ihnen gibt es wesentlich mehr als von Konstruktionen mit anderen Präpositionen und dem Genitiv. Lernen wir sie also zunächst kennen.
Als Hauptglieder dieser Konstruktionen treten auf: a) a, ia, o, io, ė, i, u-stämmige und konsonantstämmige Substantive, b) meist substantivierte Adjektive der Stämme a, ia, o, io, ė sowie pronominale Adjektive, c) einzelne Numeralia, Pronomen oder sogar Partizipien.
a) Die Präposition iš und der Genitiv des Substantivs
a-Stamm: aus einem Gegenstand „zusammen, aus einem Stück“ (Wir essen alle aus einem Stück Yl), aus Spaß „scherzhaft“ (Aus Spaß habe ich mich schon verliebt. Ds), aus dem Hals „mit letzter Kraft“ Kp (Und jener mühte sich mit letzter Kraft ab. Ob), vom Berg Trgn, Rgv, GGuzKIt 455 (wahrscheinlich eine Lehnübersetzung aus dem Polnischen, vgl. von oben) „im Voraus“ (Ich sage es dir im Voraus. Ktk. Er versprach, im Voraus zu bezahlen. Sdb. Schon die Hälfte des Geldes hat er im Voraus genommen. Dgl. Zahle im Voraus, dann bekommst du es. Pl. Das Geld habe ich im Voraus bezahlt. VnlP 303), auf einmal „in einem Zug, plötzlich“ (Wenn das Pferd nicht von Anfang an gut läuft, ist es später schwer, es einzuholen. Ds. Jeweils zehn Garben Erbsen legt er auf einmal in die Tenne. Sl. Hier sah ich sofort, dass ich richtig vermutet hatte. BltšR 43), „am Anfang“ (Am Anfang wusste er nicht einmal, wie er seinen Bruder fragen und genau beschreiben sollte, was ihn beschäftigte. GGuzKIT 784), aus der Zeit „im Voraus“ (Die Besen habe ich rechtzeitig besorgt. Krtn. Mach es rechtzeitig, dann brauchst du es später nicht mehr zu tun. Gž), „vor der Zeit, zu früh“ (Wer sich vor der Zeit freut, der wird
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Page 6… wird weinen. Jnš), iš lauko „von der Feldseite“ (Iš lauko namas lentomis apmuštas. Llkž), iš matymo „dem Äußeren nach“ (Aš jį iš matymo pažįstu. Alk), iš mažumo „seit der Kindheit“ (Iš mažumo jis toks pablendęs (pabalęs) buvo. Jnšk), iš oro „von außen, dem Anschein nach, von der Feldseite“ (Iš oro nieko nematyti (ar neščia, ar ne). Rgv. Prie kitų durų iš oro vis dar ėjo ginčiai. VnIP 144), iš ryto „morgens“ Llkž, iš vakaro „abends“ (Margis iš vakaro loja, o daugiau miega per naktį. Pc).
ia-Stamm: iš arčio (:artis, arčio „Nähe“ SD 15, Srv, Skr) „aus der Nähe“ (Iš arčio šauo kiškį, ir tai nevažavo. Prng), iš kelio „nicht auf dem Weg“ (Jis man iš kelio. Kdn. Pamislijęs, labai iš kelio, ir nebevažėjęs. Ds), iš prieko „im Voraus“ (Iš prieko moka. Sv), iš rudenio „im Herbst“ (Šalnos iš rudenio želmenis gadino. Jnšk), iš sykio „auf einmal“ Sd, „anfangs“ (Reikėjo iš sykio taip sakyti. Llkž), iš tolio „aus der Ferne“ (Ar iš tolio tas svečias? Grž. Ugnį iš tolio matyti. OsG. Ir atvažiavo iš tolio bernelis. RD 119), iš nejūčio „unvermutet“ (Užpuolė zuikelį iš nejūčio ir sudraskė. Užv), iš paskubio „eilig, in aller Eile“ (Iš paskubio apsiriko. ps.).
o-Stamm: iš didumos „oberflächlich, ein wenig“ (Visų obuolių nekrešim, tik iš didumos. Lš), iš galvos „auswendig“ (Ar visa knyga reikia iš galvos mokėti? Ds. Jie tikt iš galvos šventus mokinosi mokslus. Dn), iš mažienos „seit der Kindheit“ (iš mažienos kojos prijunkę prie rugienos. Pls. Iš mažienos jau jo tors žugimimas (prigimtis, būdas). Rod), iš tiesos „in Wahrheit, tatsächlich“ R 155, K (Iš tiesos bylau jumus. BP I 15. Iš tiesos galėkėtės, DP 12. Iš tiesos numirė. DP 459), iš paskos (iš paskos Kp) „hinterher, danach, hinten“ (Aš važiau pirmą, o jis iš paskos. Ll. Iš paskos sėrė. Grž. Ir motina iš paskos atėjo. Pc. Paveizėk, ben atvažiuoj kas iš paskos. Lkv. — Ar dar toli iki Sabalio lentpiūvės? — paklausė Mykolas žmogų, kuris susėlęs ir susikūprinęs stūmė iš paskos pabėgį prikrautas vežėčias ir vis nuoksėjo savo kuing. VnIP 94. — Tui, tui! Ulū-liū-liū! — suklego vaikai, puldami iš paskos ir stengdamiesi pralenkti viens kitą. BltšR 186. Tik nebūt nuošaly, tik iš paskos nepasilikt! GGuzKĮt 674), iš pažiūros „dem Anschein nach“ (Iš pažiūros gražus arklys. Llkž).
io-Stamm: iš apačios „von der Erde, von unten“ (Duok iš apačios, tai nereikia per pėdus lipt. Vad), „aus den Tiefen der arbeitenden Bevölkerung, vonseiten der breiten Massen“ (Vystyti savikritiką ir ypač kritiką iš apačios. tsp), iš po apačios „von der Erde, von unten“ (Dabar kuliam iš po apačios (pačias javų apačias). Jnšk), iš eilios „der Reihe nach, nacheinander“ rš, iš mažumenios „seit der Kindheit“ TZ VII 321, iš nežinios „aus Unwissenheit“ XVI amž. rš, XIX amž. rš, iš pradžios „anfangs, zuerst; auf einmal“; iš priešcios „im Voraus, von vorn“ (Pirkia iš priešcios gražiai aptvarkyta. Knv), iš valios Vs, Mrs, Vj, Ds „allmählich, langsam, behutsam“ (Eik iš valios, kad nepailstum. Alk. Jis viską iš valios dirba. Lš. Akėdamas arklių nevuk smarkiai, tegul eina iš valios. Kps. Iš valios ark. Ūd. Per tiltą reikia važiuoti iš valios. Lp), „aus eigenem Willen“ (Grįžčia, jau grįžčia atgal pas tėvelį, kurio iš valios apleidau namelį. (d.) Plv).
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Page 7ė-Stamm: iš atidės „aufmerksam“ (Iš atidės pradėkit galvoti, ir matysit, kad taip yra. rš), iš mažatuvės „seit der Kindheit“ Grž, iš maženėlės „ebd.“ J, iš mažentės „ebd.“ Ut, iš mažienėlės „ebd.“ (Iš mažienėlės jie taip vargiai užauginti. Brt), iš mažystės „ebd.“ Als, iš mažumėlės „ebd.“ (Iš mažumėlės be motinėlės papratūs vargti didį vargelį. (d.) Ds), iš mažumės „ebd.“ Šd, Slap, Srv, Kdn, Grž, Svn, Žž, Ktv, Mrs (Iš mažumės ji buvo gražesnė, dabar kažin ko suprastėjo. Slm), iš mažuntėlės „ebd.“ Prng, iš mažuntės „ebd.“ Vj, iš mažuonėnės „ebd.“ Ds, iš mažūomės Grž (iš mažùomės Ad) „ebd.“, iš mažūminės „ebd.“ Dglš, iš mažuotės „ebd.“ (Jau jis iš mažuotės taip šneka (šveplas). Slk), iš pusės „zur Hälfte an den Früchten teilend“ Kp (Viską dirbsime iš pusės. Kbr. Tada pelė su žvirbliu iš pusės kviečius sėjo. (ps.) rš. Kad bus pinigai iš pusės, tai pasakysiu, kur yra padėti. Ml), iš teisybės „in Wahrheit“ (— Tai jau iš teisybės — nešneketum, Palionį, kad taip nušnekei! GGuzKlt 411), iš valės „aus eigenem Willen“ Ž., iš nevalės „nicht aus eigenem Willen“ ib.
į-Stamm: iš akies „ungefähr, ohne genau zu zielen“ (Iš akies šauna. Grž. Į koją pažiūrėjo ir iš akies pasiūvo kurpeles. Tvrč), iš arties (: artīs, -ies K) „aus der Nähe, aus nächster Nähe“, iš ausies „ohne Noten, nach dem Gehör“ (Gieda iš ausies. Jb), iš dalies „nicht vollständig“ (Tatai parodo iš dalies ir duotieji pavyzdžiai. Jb. Iš dalies teisybė, iš dalies ne. Grg. Jie iš dalies būrai, iš dalies žvejai. K II 226. Na, ir aš iš dalies, su rezervais, su jumis sutinku. VnlP 212. Dabar gi tą kančią iš dalies jis patyrė pats. ib 358), iš pat mažintės „seit frühester Kindheit“ Slk, iš mažunties „seit der Kindheit“ Lkm, Tvr, iš peties „energisch, eifrig“ (Rugius visi sustoję iš peties kerta. Grž. Cukrinių runkelių augintojai pasidarbo iš peties. tsp. Tad nors pašniobždom, bet liejo tulžį iš peties ir atkišę delną tikrino, ar ne į kerdžiaus pusę neša vėjas. BltšR 49), iš šalies „von außen, von der Seite, von anderen“ (Juk girdam iš šalies, kad visi iš ano juokiasi. Slnt. Taip atrodo tik žiūrint iš šalies. VnlP 23), „zur Seite“ (Kliša karvė — iš šalies koją met. ž.), iš pašalies „von der Seite, von außen, indirekt“ (Iš pašalies šneka. Lp. Iš pašalies žiūrėti. Gs).
u-Stamm: iš vidaus „innen, von der Innenseite“ (Dar klaikiau atrodė tie dideli pastatai iš vidaus. VnlP 6. Kai kvėpavo, regėjos, kad įkaitinta geležimi degina jam krūtinę iš vidaus. ib 393), iš viršaus „von außen, von oben“ (Dantis buvo kiauras iš viršaus. Llkž. Iš viršaus žemsiurbės nedidukės, lyg plunksnų dėžutės. rš), iš paskaus „hinten, danach, hinterher“ (Vilkos iš paskaus kaip uodega. Žg).
Konsonantenstamm: iš mažens „seit den frühen Kindertagen“ (Jau jis iš mažens buvo toks priešgina. Jrk. Toks jis ir iš mažens buvo. Jb. Iš mažens ji tokia perdrėžius. Jrb. Iš mažens jau man išrašė žaibai širdį skausmus. LGR I 137), iš mažumens „ebd.“ (Iš mažumens buvo lepinami. Lnkv).
Es versteht sich von selbst, dass nicht alle angegebenen Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv eines Substantivs im gleichen Maße adverbialisiert sind. Den Grad ihrer Adverbialisierung festzustellen ist besonders schwierig, weil bei fast allen diesen Konstruktionen das Grundglied — das Substantiv (mit der möglichen Ausnahme nur von tai
2. Lietuvių kalbos morfologinė sandara ir jos raida
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Page 8von hinten, von der Seite, von hinten, aus der Ferne) werden auch alle übrigen Kasus verwendet, allerdings nicht mit gleicher Intensität. Außerdem haftet den meisten dieser Grundbestandteile zumindest ein Teil objektischer Bedeutung an, die für den Genitiv so charakteristisch ist und ihn gerade am Adverbialisierungsprozess hindert. Die adverbiale Funktion und die bereits zuvor erwähnten Besonderheiten der lexikalischen Bedeutung des Grundbestandteils sowie die enge Verbindung des von ihm ausgedrückten Begriffs mit verallgemeinerten Bedeutungen der Art und Weise, der Zeit und des Ortes bzw. Raumes verblassen jedoch die objektische Bedeutung des Genitivs und lenken ihn in diesem Fall zusammen mit der Präposition in die Kategorie des Adverbs. Die häufigsten Bedeutungen der auf diese Weise entstandenen Adverbien sind zeitlich, örtlich-räumlich und modal. Andere Bedeutungen (z. B. Grund und Zweck) kommen so gut wie nicht vor.
Analoge Bildungen kommen hier ebenfalls kaum vor. Die angeführten Beispiele sind also sämtlich unmittelbar erstarrte oder im Erstarren begriffene Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv eines Substantivs.
Wenn neben dem geläufigsten Adverb iš mažėns (zumindest nach meinen verfügbaren Daten) in der Sprache mehr als 20 Varianten derselben Wurzel mit gleicher oder etwas anderer Bedeutung verwendet werden, erklärt sich dieser Umstand nicht nur durch die dialektale Aufsplitterung, sondern oft auch durch stilistische und rhythmische Erwägungen der Sprache (vgl. die emotionale Sprache, die Sprache der Lieder und die emotional nicht gefärbte Sprache).
b) Die Präposition iš und der Genitiv eines Adjektivs
a-Stamm: iš ańksto „vorzeitig, früher“ Krtn, Dkš (Ich weiß im Voraus nichts. Ds. Ich werde dich im Voraus benachrichtigen. Dkš. Hätte ich im Voraus gewusst, dass ich erwartet würde. Sd. Er bezahlte im Voraus für den ganzen Monat. GGuzKlt 661. Sie eilten, im Voraus einzukaufen. VnlP 142), iš aukšto „hochmütig, verächtlich“ (Buozė blickt von oben auf den Bauern herab. Jrb. Warum hast du bis jetzt von oben auf unsere Arbeit herabgeschaut? Kd), „vorzeitig, früher“ Jb, Skr, iš arto „aus der Nähe, von ganz hier“ Š, Pl, iš dyko „aus Langeweile“ Ds (Die Kinder wussten aus Langeweile nicht mehr, was sie tun sollten. Slm), iš jauno „seit jungen Jahren“ (Das habe ich seit meiner Jugend nicht getan. Ldv), ne iš gero „aus zwingendem Grund, wenn es unbedingt nötig ist“ (Den Zahn zog man nicht ohne zwingenden Grund. Pc. Natürlich hat er das nicht ohne zwingenden Grund getan. Jb), iš lengvo (iš lengvo DP 254) „leicht, mühelos“ Er, Rgv, Sd, Lp, SD 272 (Wir gehen gemächlich weiter, bis es dunkel wird. Šlap. Die beiden brachten es leicht herbei. Pl. Geh gemächlich, dann wirst du nicht müde. Kps. Sie arbeiten mühelos. Jb), iš lėno „langsam, allmählich“ Grž, Ps (Wenn man langsam bläst, (die Pfeife) gibt sie einen kräftigen Ton von sich. LT II 107), iš lėto „ebenso“ DZ (Er spricht langsam. Jb. Er erhob sich langsam vom Tisch. rš. Langsam sprach er Wort für Wort. GGuzKlt 383. Sie gingen langsam, eng aneinandergeschmiegt. ib 161), iš lietuviško „unter Verwendung neuer Wörter, nicht dialektal“ (Er spricht in standardlitauischer Weise. Vb), iš mažo „seit früher Kindheit“ (Er war zu faul, schon als Kind zu lernen. Pc. Seit früher Kindheit war ich kränklich. Ll. Und die Kinder... schleppen sie in die Schenke, damit man auch ihnen gleich von klein auf das Saufen beibringt. Dn), iš pilno „vollständig, ganz“ (Gib ihm, was ihm zusteht, wirklich und vollständig. Gs), iš resvo „langsam“ (Sie arbeitet für sich ganz gemächlich, ohne sich zu beeilen. Ktk), iš réto „nicht schnell, nicht häufig, langsam, nicht hastig, gemächlich“ Mrk, Krtv, Skp, Slm (Unser Vater plappert immer langsam (spricht). Knv. Er spricht so langsam, ohne Eile
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Page 9lt. Jnšk. Er geht, isst langsam ib. Warum arbeitest du so langsam? Ut. Unser Onkel geht noch, aber sehr langsam. Šš. Der Vertreter aus Kaunas begann zu sprechen und trug die Wörter langsam vor. G.GuzKIt 312), iš reto „ebenso“ S, iš seno „seit Langem“ (Er lebt schon seit Langem hier. Btr. Das Gut Šventarėčio führte seit Langem Prozesse gegen die Bauern wegen gemeinschaftlicher Weidenutzungsrechte. VnlP 15. Dieser sumpfige und unheimliche Ort wurde von den Menschen seit Langem gemieden. GGuzKIt 87. Die Rasse ist böse — seit Langem lebt sie nur von Raubzügen. LGR II 58), iš tieso „tatsächlich“ R 354, iš tykeliuko „gemächlich, ganz still, allmählich“ (Er geht ganz leise. Ds), iš tykiuko „ebenso“ TDr IV 226, iš tyko, „ebenso“ Glv, Šd, Kps, Ds, Vj (Ich bin nicht müde geworden, siehst du, ich ging langsam. Ktk. Langsam, ganz langsam sprach er, und dann wurde er munter. Šv. Kaum zu erkennen — das Wasser fließt langsam. Ds. Ich werde langsam gehen, dann werde ich nicht müde. Lkm. So langsam fließt der Fluss, dass man meinen könnte, er stehe still. Trgn. Dein Schwiegervater fährt immer langsam. Bgs. Langsam, mein Söhnchen! On), iš tikro „wirklich, tatsächlich“ Krtn, Lkv, Šd (Sagst du das wirklich? Ds. Ein paar werden es wirklich reparieren. Slnt), iš tylo „leise, still“ Šd, iš tytólo (iš tytólo Nč) „von weitem“ (Von weitem lässt er nicht einmal sprechen. Vlk. Er vermeidet es, mich auch nur von weitem zu treffen. Nč), iš tolimo „ebenso“ (Ach, von weit her kam der Bursche angeritten und begann, beim Vater um die Tochter zu werben. Lp), iš tólo „aus der Ferne“ Krtn, Ps, Ds, Lš, Dkš (Die Lichter der Nachbarn sind aus der Ferne zu sehen. Vrb. — Aus der Ferne? — Aus der Kleefeld-Ferne, Sohn. Srv. Er ist ein entfernter Verwandter von mir. Švnč. Kommen Sie von weit her? Kv. Auch von weit her sind Leute zu den Kursen angereist. Jnšk), „auf Umwegen, vorsichtig“ (Ich spreche indirekt und taste mich heran. R 47. Er beginnt das Gespräch indirekt, indem er sagt, er sei gekommen, um Gänse zu kaufen. Up. Andere scheuten sich nicht, bei Didžkus Lesen und Schreiben zu lernen, aber die Stočkai dagegen immer nur aus der Ferne, von weitem... GGuzKIt 387. Fang indirekt an: beklage dich zunächst über dein Alter, dein Unwohlsein. VnlP 316), „auf keinen Fall, überhaupt nicht“ Alv (Er will auf keinen Fall eine tragende Stute. Alv), „sehr“ (Sie haben schon große Angst vor mir. Skr), nė (nei, anei) iš tólo „auf keinen Fall, überhaupt nicht“ (Mit einem solchen Wagen kommst du überhaupt nicht weg. Šts. Die Roggenernte wird dieses Jahr bei Weitem nicht so gut sein. prš. Ane’i iš tólo nieko nebus (ich bin nicht einverstanden). Rs), iš ūmo „plötzlich, jäh“ (Wenn die Katze plötzlich einen Igel bei der Schnauze packte, könnte sie ihn vielleicht fangen. Pc. Steht alle auf einmal auf. Str), iš netolo „aus der Nähe“ (— Aus der Ferne? — Aus der Nähe, gleich hinter dem See. Lnk), iš palengvo „gemächlich, allmählich“ Ps, R, Ndž (Wir rannten, und ihr gingt gemächlich. Skr. So einigten wir uns allmählich. Škn. Den Ackerboden kann man nur über mehrere Jahre hinweg allmählich vertiefen, damit der Ton nicht nach oben gelangt. Kl. Die schwarzen Schiffe am Kai bewegten sich gemächlich. VnclR 131), iš palėno „ebenso“ Grž, iš pamažo „allmählich, nach und nach“ (Allmählich begannen wir als Erste zu sprechen. rš), iš paniūro „verstohlen“ rš, iš patyko „leise, lautlos“ (Er schlich sich leise heran. Gl. Geh leise, damit du ihn nicht aufweckst. Lš. Er spricht sehr leise. ib), iš patólo (iš patólo) „von weitem; auf Umwegen, vorsichtig; aus dem Hinterhalt“ (Er schaut mich so aus der Ferne an. Lp. Frag nicht direkt, sondern indirekt, dann erfährst du, wo er wohnt. Dkš. Die Hunde fielen mich aus dem Hinterhalt an. Klvr).
ia-Stamm: iš didžio „mit Stolz, hochmütig“ Jrb. (Er blickt mit Stolz auf seine früheren Freunde. Šš. Er geht immer hochmütig umher. Alk), „oberflächlich, ein wenig“ (Brich nur ein paar Kohlblätter ganz oberflächlich ab. Knv), iš lengvėlio „leicht, allmählich“ (Schreib langsam, damit du nichts verschmierst.
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Page 10Slm. Wir schneiden uns etwas vom Leichten ab. Sld), von neuem (von neuem DP 161) „wieder, aufs Neue, wiederholt“ (Wenn du es von neuem machen würdest, wäre es jedenfalls besser. Trgn. Könnte man es trotzdem vielleicht noch einmal überdenken? VnlP 20), aus dem Stillen „ganz leise, langsam“ Grv, aus dem Stillen „ebenso“ (Geht ganz leise, damit das Kind nicht aufwacht. Ds. Ganz leise, ganz leise, damit es nicht gehört wird. ib. Ganz leise wirst du schon hingehen, niemand treibt dich ja. Skdt. Die Witwe schritt langsam dahin und weckte die Kinder ganz leise. LTR, Brš), aus dem Fernsten „auf keinen Fall, um nichts in der Welt“ (Ich wollte es kaufen, aber er verkauft es partout nicht, und damit basta. Vik), aus dem Letzten „mit aller Kraft, so gut man kann“ (Er strengt sich mit letzter Kraft an, um ihm zu helfen. Skd).
o-Stamm: aus dem Schnellen „schnell, in Eile“ (Ich arbeitete schnell. Lkv), aus dem Schrägen „schräg“ (Aber auch der alte Raketenwerfer schaute irgendwie schräg. LzP. Und auch Stasiukas Milašiukas blickte mich schräg an, und das passt zu ihm. ŽR I 33), aus dem Wahren „wirklich“ (Was mich betrifft, mach, wie du meinst, aber achte im Alter wirklich darauf. ŽR I 171), aus der Letzten „mit letzter Kraft, mit aller Kraft“ (Ich werde mich mit letzter Kraft bemühen, um endlich aus den Schulden herauszukommen. Gs. Sie wehrt sich mit letzter Kraft. Jb).
io-Stamm: aus der Neuen „von neuem“ (Fangen wir von neuem an. Skd), aus der Gestrigen „vom gestrigen Tag“ (Die Kleidung ist noch vom gestrigen Tag nass. Pc), aus der Letzten „hinterher“ (Der Rabe schimpft ständig und flattert, nachdem er zurückgeblieben ist. rš).
ė-Stamm: von rechts, von links (von der Seite) (Ich setze mich nach rechts, du nach links. Jnšk), aus der Letzten Llkž (aus der Letzten) „mit aller Kraft“ (Er lernt mit letzter Kraft. Kair. Die ganze Welt rührt sich mit letzter Kraft, und ihr zieht durch die Märkte. ŽR I 88).
Pronominale Adjektive: aus der Lebendigen „ernsthaft, gründlich“ (Nicht nur oberflächlich, sondern sie sucht gründlich danach, wer schuld ist. J), aus der Schnellen „in Eile, eilends“ (In der Eile habe ich auch vergessen, die Tür zu schließen. Slm. In der Eile hat er auch die Handschuhe vergessen. Sdk. Ich rannte in der Eile los und vergaß es. Lk), aus der Reinen „wirklich, wahrheitsgemäß“ (Er erzählte alles ganz ehrlich. Skr), aus der Seltenen „langsam“ (Ein anderer bringt, auch wenn er langsam arbeitet, alles zustande. Trgn), aus der Angenehmen „angenehm schnell“ (Wie er angenehm schnell lief und sich stieß. Ds), aus der Aufrichtigen sl. „mit aller Kraft“ (Wir arbeiten mit aller Kraft. Pg), aus der Vorletzten „mit letzter Kraft, mit aller Kraft, so gut man kann“ rš., aus der Allerletzten „ebenso“ (Er arbeitet mit letzter Kraft. Lkv. Der Vater würgt sich mit letzter Kraft am Hals. Rs), aus der Letzten „ebenso“ (Er tut es mit letzter Kraft, um nur zu gefallen. Gs).
Die angeführten Beispiele zeigen, dass Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv eines Adjektivs überwiegend adverbialisiert werden und als Modalbestimmungen gebraucht werden. Somit sind unter den adverbialisierten Konstruktionen dieser Art die Modaladverbien am zahlreichsten, während es deutlich weniger Lokal- und Temporaladverbien gibt. In der Funktion anderer Umstandsbestimmungen gebraucht, neigen diese Konstruktionen überhaupt nicht zur Adverbialisierung.
Charakteristisch für Adverbien dieses Typs ist, dass ihre adjektivischen Bestandteile zugleich in gewissem Maße substantiviert sind. Diese Substantivierung der adjektivischen Bestandteile erfolgt offenbar gleichzeitig mit dem Prozess ihrer Adverbialisierung, der
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Page 11sich als ausgeprägter erweist und nicht nur ihre beginnende Substantivierung in den Hintergrund drängt, sondern auch die adjektivische Bedeutung selbst verblassen lässt. Auf diese Weise wird die gesamte Konstruktion adverbialisiert. Es ist festzustellen, dass die Adverbialisierung dieser Konstruktionen häufig stärker und deutlicher ausgeprägt ist als die der Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv eines Substantivs.
c) Die Präposition iš und der Genitiv eines Zahlworts, Pronomens oder Partizips
Konstruktionen dieser Zusammensetzung, die adverbialisiert sind, gibt es nur sehr wenige. Als zweite Glieder treten hier häufiger lediglich die Genitive der Zahlwörter vienas „eins“ und pirmas „erster“, des Pronomens visas, -a „ganz“, die Form savęs des Reflexivpronomens und gelegentlich der Genitiv des einen oder anderen substantivierten Partizips auf, z. B.: iš vieno „zusammen, gemeinsam“ (Tik reikia dirbti, visiems eiti iš vieno. Jb. Mes daug galėtume nuveikt iš vieno. Kd), „ununterbrochen, ständig, ohne Unterlass“ (Patrankos iš vieno šveičia. Alv. Tenai jau iš vieno — ir gula ir kelia jis tenai. Jnšk. Iš vieno reikia ir reikia. Lš. Iš vieno tik kuliam ir kuliam. Lp. Iš vieno apsiniaukę — lis. Er), iš pirmo „zuerst, am Anfang“ NdŽ, iš viso „alles in allem“ (Nebesuskaitau, kiek čia tų vaikų iš viso. Vb. Kiek iš viso medžių nupiovė? Ds. Iš viso tik vos gals tvoros pasiliek[i]. Dn. Jis stebėjosi, kad ir iš viso nedaug prisirinko, ir salė buvo toli gražu nepilna. VnlP 145), „überhaupt“ (Ar iš viso ataduodi? Trgn. Nesūlyk man, nenoriu: aš iš viso pomidorų nevalgau. Kps. Aš iš viso nežinau. Ds), „generell“ (Aš iš viso nelabai mokėjau pasakų. Dglš), iš visos „für den ganzen Tag“ (Išginus bandą iš visos, praalkstas. Šts)³, iš savęs „von selbst, aus eigener Kraft“ (Tai iš savęs auga. KB I 48. Iš savęs išmoko. Likž), iš neviltosios „unerwartet“ (Kad ir parašau, tai ben kelintuose metuose, visai iš neviltosios. Bg), iš dėto „gleich hier“ (Gali girdėt kaip iš dėto. Prk).
Bei einigen der hier genannten Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv fällt manchmal die Endung ab; dadurch entstehen verkürzte Formen, die unter allen adverbialisierten Konstruktionen aus iš und dem Genitiv den höchsten Grad an Adverbialität aufweisen, da hier nicht nur die Kasusbedeutung selbst verblasst ist, sondern auch ihr formales Kennzeichen – die Endung – weggefallen ist. Wegen des Endungsabfalls neigt die Präposition iš meist dazu, mit dem Hauptglied zu verschmelzen. Wir kennzeichnen dies graphisch, indem wir solche verkürzten Adverbien als ein Wort schreiben, besonders in den Fällen, in denen die Hauptglieder in ihrer verkürzten Form ohne Präposition in der Sprache nicht verwendet werden⁴, z. B.: iškart< iš karto (Jis iškart tris antis nuėmė (nušovė). Lš), iššyk< iš šykio (Iššyk pataikė. Dkš), išvidur< iš vidurio (Buvo... padalytas ir išblaškytas išvidur (iš vidaus). brš), išpalengvėl< iš palengvėlio (Padės mums išpalengvėl išpirkti. rš), išpavirš< iš paviršiaus
3 Manchmal verschmilzt die Präposition iš vollständig mit einer anderen Präposition und einem pronominalen Hauptglied, dessen Endung erhalten geblieben ist, vgl.: neisišenėko „nicht leicht“ (Regis, kas čia, o dėto geras grėblys neiššenėko padirbti. Trgn.)
4 Genau genommen ist in diesem Fall in der litauischen Rechtschreibung keine strikte Einheitlichkeit erreicht worden.
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Page 12„oberflächlich, schlecht“ (Darbą išpavirš atliko. Llkž), išvien< iš vieno (Lietuvos darbininkai ėjo išvien su bolševikų partija. tsp. Jis išvien dirba ir dirba. Snt. Bruknės išvien raudonuoja. Skr).
Wie bereits erwähnt, wird der Genitiv mit anderen Präpositionen weit seltener adverbialisiert.
ant: ant galo „schließlich“ Rgv, Sd (vgl. die phraseologische Verbindung ant galo pagalės „ebd.“: Ant galo pagalės jie pripažino, kad mano teisybė. Pc), ant būrio „zeitweise“ (Ant būrio man šilta pasidaro, ant būrio šalta. Šd), ant abejo[s] „schwankend, zögernd“ (Dirbsiu ir tiek ant abejo[s]. Grž), ant nuomonės „wie du es verstehst, vermutest“ (Eik ant nuomonės ir rasi. Erž), ant lygasties „unentschieden“ (Pasidalinom ant lygasties — nebus skriaudos nei vienam, nei kitam. Ktk), ant greito „rasch“ (Padaryk ką ant greito užkąst. Vs), ant greitos „ebd.“ (Ant greitos gana guviai pasisuvau. J), ant roplos „auf allen vieren“ (Jonas ant roplos beveiziant smunka po lova. ŽR I 333), ant tuščios „nüchtern“ (Per kiaurą naktaitę ant tuščios. ib 265), ant greitosios „rasch, in aller Eile“ Lkm, Rgv (Kur čia ant greitosios tą vandenį išpilt? Pc), ant smagiosios „sehr laut“ (Kai suriks ant smagiosios, tai tik neparvirtau — taip persigandau. Ds), ant skardžiosios „ebd.“ (Nešūkauk ant skardžiosios — visi jau miega. Dbk), ant vieno „ungeachtet“ rš. Vgl. das verkürzte Adverb antvien „ebd.“ (Tai drąsuolis — antvien eina. Gs. Kai įvyksta jis, tai jau antvien eina. Brt)⁵.
Es ist zu beachten, dass diese soeben erwähnten Adverbien in der Standardsprache nicht häufig gebraucht werden. Sie kommen eher in der volkstümlichen Umgangssprache vor. In einigen Fällen lassen sich für litauische Adverbien dieses Typs leicht Entsprechungen in den slawischen Sprachen finden (vgl. russ. накорец|ant galo, на- тощак|ant tuščios, наскоро|ant greitos); daher ist es durchaus möglich, dass die Entstehung einiger Adverbien dieses Typs im Litauischen auf den Einfluss der slawischen Sprachen zurückzuführen ist.
be: be galo „unbeschreiblich, außergewöhnlich, sehr“ (Lietuvių tauta be galo dėkinga Komunistų partijai už naują, šviesų gyvenimą. tsp), be galo ir be krašto „ebd.“ (Ji žino, po širdim nauja gyvybė bręsta — Laininga ji be galo ir be krašto. TTSon 29), be galo, be krašto „ebd.“ (Be galo, be krašto daug turėtų susikrovę. Bien), be laiko „zu früh, bevor die Zeit gekommen ist, im Voraus“ (Be laiko mirė, be laiko rugius suvežė. Jb. Be laiko strypinių neišlaidyk (iš anksto nesididžiuk). VP 9. Šiandien tai be laiko sutems. Pc), be reikalo „ohne Grund“ (Be reikalo taip greitai ėmė pakuotis. VnIP 430. Gerai, kad jam neužminė be reikalo. Jnšk. Nebereikalo ši vieta vadinasi Perualka. rš. Doch vgl. auch die folgende Äußerung: Be reikalo mes nepardavėm tos karvės (das heißt, wir hätten sie verkaufen sollen) Grg), be stabo „unaufhörlich, ohne Unterlass, fortwährend“ (Be stabo lyja. Rm), be pérstojo „ebd.“ Llkž, Ktk, be pérstolio „ebd.“ (Be pérstolio dirba. Grž), be pértrūkio „ebd.“ (Be pértrūkio lyja. Llkž). Vgl. benedaugio „fast,
5 In den ostaukštaitischen Dialekten steht anstelle der Präposition ant der Standardsprache in, anderswo an.
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Page 13„nah“ (Arti, benedaugio trys mylios. Rdm), be dienos „sehr früh“ (Paskėlė be dienos. OG 434), be reikõs „ohne Grund“ (Be reikõs širdijatės (pykstatės). Bien), be atvangos „ununterbrochen, ohne Unterlass“ (Jis dirba be atvangos. Jb), be žinios „sehr“ (Per kiek metų priviso tų kiaulių be žinios daug. D), be paliovos „ununterbrochen, ohne Unterlass“ (Dangus užgriozdintas storais debesimis, be paliovos varvinančiais ledinį lietų. BltšR 29), be pérstojos „ebenso“ (Kada gi bus galas tam lietui — lyja ir lyja be pérstojos. Ktk. Čia pat plg. žemaičių ba parstojõs „ebenso“ Lkv), be pérstogės „ebenso“ (Lyja be perstogės. Llkž), be skaičiaus „sehr“ (Be skaičiaus daug buvo žmonių. Rm), be skyriaus „ohne zu unterscheiden, nicht unterscheidend“ BsP II 26, be vieno, be vienojo „durchgehend“ (Lapė išpiovė žąsičius be vieno. Grg. Igulė (igula) dajutusi mažą galę neprieteliaus te esant, užpuolusi be vienojo nukavo. D).
ik(i): ik valios „genügend, genug“ (Ir jam gana, ir tėvam ik valios. VnIP 31. Kartą taip ir rado Pranciškų negyvą, iki valios prisišutunusį pirtyje. CvR VI 31), iki valės „ebenso“ (Sieno prisišienaujam iki valės. Rm).
lig(i): lig laiko „vorübergehend, nicht lange“ (Lig laiko tu čia taip dūksti. Ds. Lig laiko puodas vandenį neša. Vg), ligi nãgo „durch und durch“ (Sušlapau ligi nago. Llkž), ligi valios „genügend, genug“ (Ligi valios prisiklausė. rš. Dabar tai jau ligi valios prisipirkau duonos. Grž), lig senės „bis ins Alter“ (Nuog mažens mokinas ir mokinas lig senės. Pls), lig valės „genügend, genug“ StrR 105, ligi paskutinio „durch und durch“ rš.
nuo: nuo daikto „ununterbrochen; ständig; der Reihe nach“ (Kaip tik žmogus nuo daikto bamba, niekas ano plepalo ir neklauso. Užv. Šią naktį nuo daikto tris sykius girdėjau perkūną trenkiant. Plt. Višta ded du dieni nuo daikto. Sts. Nuo daikto imk, neskyr(i)ok. Slnt. Malką imkite nuo daikto, nelipkit ant viršaus. Prk. Kask bulves nuo daikto, nebegiok! Sts. Eina ir eina žmonės nuo daikto. Vvr. Vieškelis apsodintas gluosniais nuo daikto. Jnšk. Ne nuo daikto turime dieną, ne nuo daikto teipogi ir naktį. brš), nuo tolo „aus der Ferne“ (Nuo tolo rugiai balti. LnkV. Jau nuo tolo vaikas išbėgo pasitikt tėvo. Ds. Nuo tolo žiūri, kaip gardžiai valgo, ir seilės varvina. Grž), nuo tamsõs „früh“ (Nuo tamsõs atsikėliau. Llkž), nuo vietos „ununterbrochen, der Reihe nach“ (Tris dienas nuo vietos švesdavo. Kdn), nuo mažumės „seit der Kindheit“ Plk, nuo jaunumės „seit jungen Jahren“ Bsg, nuo jaunumėlės „ebenso“ Gs, nuo maženėlės (Nuo maženėlės be motinėlės. Alk. Dirbau nuo maženėlės, nuo jaunumėlės. Gs), nuo mažumės „seit den frühen Jahren“ Vs, Srv, Šlap, Alv, Ig, nuo mažiuomenės „ebenso“ Ad, Švnč, nuo mažuomės „ebenso“ Ps, nuo akies „nach Augenmaß, ungefähr“ Llkž, nuo mažuntės „seit den frühen Jahren“ Aln, nuo arto (: ar̃tas, -à) „aus der Nähe“ (Iš tolo ir nuo arto keliauja. brš), nuo réto „selten“ (Kalba labai nuo réto. Lg), nuo seno „seit langem“ rš, nuo mažo „seit der Kindheit“ (Mūsų vaikai nuo mažo prie darbo pripratę. Ll).
põ: po laiko „zu spät“ Llkž (Jau po laiko — iš numirusių nebeprikelsi. Plt. Po laiko grybai rauti, kad nebedygsta. Dr). Vgl. nepoilgo Kt, nepoilgio rš, NdŽ „bald, sofort, in Kürze“.
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Page 14prie: prie daikto „an einem Ort, zusammen“ (Siemet daržus turėsime prie daikto. Šlap. Dirbkim visi prie daikto, ir gana. Sk.). už: už šviesos „bei Licht, noch vor Einbruch der Dunkelheit“ (Dar kur už šviesos metėm arę. Knv. Už šviesos iš medžio (iš miško) neparveši daržtes nei vieno pagalio. ib). Vgl. neužilgo „bald“ Dkš, Pc (Neužilgo atėjo ir žuvusiojo tėvai. VnlP 276).
Offensichtlich sind auch die hier aufgeführten Präpositions-Genitiv-Konstruktionen nicht in gleichem Maße und gleicher Ausprägung erstarrt und adverbialisiert. Als wichtigste Ursache ihrer Erstarrung und Adverbialisierung ist ebenfalls der adverbiale Gebrauch selbst anzusehen. Doch gibt es in unserer Sprache zahlreiche andere Präpositions-Genitiv-Konstruktionen, die im Satz lokale, temporale, modale, kausale und andere adverbiale Bestimmungen bilden (vgl. ant stogo, iš nusiminimo, iš širdies, iš džiaugsmo, be triukšmo, iki nakties, iki pašario, nuo kalno, po valandos, prie vieškelio usw.), die jedoch keine Neigung zur Erstarrung und Adverbialisierung erkennen lassen. Ihre substantivischen Bestandteile nehmen wir als eindeutige Genitive wahr, neben denen verschiedene Attribute stehen können, ohne die lexikalische Bedeutung des Grundbestandteils zu verändern; sie verstärken diese vielmehr noch, indem sie die grammatische Kasusbedeutung selbst hervorheben (vgl. ant skardinio stogo, iš didelio nusiminimo, iš visos širdies usw.). Folglich macht die bloße adverbiale Funktion noch nicht alle Präpositionalkonstruktionen zu Adverbien. Für die Erstarrung und Adverbialisierung dieser Konstruktionen ist, wie bereits erwähnt, die lexikalische Bedeutung ihres Grundbestandteils von großer Bedeutung: Je allgemeiner und abstrakter, bisweilen auch metaphorischer sie ist, desto leichter und schneller verläuft der Adverbialisierungsprozess. Hervorzuheben ist hier auch die Intensität des Gebrauchs der Präpositionalkonstruktion selbst, die ebenfalls für den Adverbialisierungsprozess bedeutsam ist. Die zweiten Bestandteile – Genitive – mancher der oben genannten adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Präpositionalkonstruktionen werden in der Sprache besonders intensiv verwendet. Betrachten wir die Adverbien aus mažens, nuo mažens, iš mažuties, nuo mažuties und all ihre übrigen Varianten. In ihrer ganzen Vielfalt gibt es zahlreiche solche Adverbien, deren zweite Bestandteile in der Sprache nur in erstarrter Genitivform bekannt sind. So gibt es in der Sprache die Form *mažuo. nicht mehr. Erhalten geblieben ist lediglich ihr Genitiv mažens, und zwar nicht allein, sondern in der Verbindung iš mažens. Auch die zweiten Bestandteile zahlreicher anderer Varianten dieses Adverbs werden am häufigsten in der Genitivform verwendet (zusammen mit den Präpositionen iš, nuo). Somit bewirkt und beschleunigt die Intensität des Gebrauchs einer Präpositionalkonstruktion ihre Erstarrung und damit auch ihre Adverbialisierung. In einer Konstruktion, die sich so adverbialisiert, findet eine semantische Veränderung statt; sie wird auf besondere Weise lexikalisiert und erhält gleichsam die Bedeutung eines einzigen Wortes. Daraus wird ersichtlich, warum in einer vollständig adverbialisierten Präpositionalkonstruktion zwischen Präposition und Genitiv kein Attribut eingefügt werden kann, ohne die Bedeutung des Adverbs zu beeinträchtigen oder zu verändern. Ist die Präpositionalkonstruktion noch nicht vollständig adverbialisiert, ist ein Attribut gelegentlich möglich und kommt vor, jedoch nur eingeschränkt. So könnten wir sagen und sagen auch: be jokio reikalo, be jokios reikės, be jokios perstogės, oder wir schieben bisweilen die Partikel pat ein: nuo pat mažumėlės, nuo pat jaunumės, nuo pat mažumės. Doch
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Page 15Wir sehen deutlich, dass der Gebrauch von Attributen hier bereits sehr eingeschränkt ist. Das zeigt die Erstarrung dieser Konstruktionen.
Da der Erstarrungs- und Adverbialisierungsprozess bei Präpositionalkonstruktionen (ebenso wie bei Kasuskonstruktionen) ständig vor sich geht und in der lebendigen Umgangssprache selbst sehr lange dauert, ist es uns schlicht unmöglich, jene Zeitpunkte zu erfassen und zu datieren, ab denen jeweils ein bestimmter Kasus mit einer Präposition adverbialisiert wird. Wenn wir die heutige Sprache und die vergleichsweise junge, nur wenige Jahrhunderte alte Schriftsprache beobachten, können wir Schlussfolgerungen lediglich aus den konkreten Sprachfakten ziehen – aus den Ergebnissen der Adverbialisierung selbst. Es versteht sich von selbst, dass man bei der Beobachtung und Untersuchung des Adverbialisierungsprozesses bei Präpositionalkonstruktionen (wie auch bei allen Kasuskonstruktionen) stets auf Übergangsfälle stößt, die sich oft schlicht nicht von Fällen vollständiger Adverbialisierung abgrenzen lassen. Daher gibt es zweifellos auch unter den bisher angeführten Beispielen solche Übergangsfälle.
Die Adverbialisierung oder zumindest die beginnende Adverbialisierung der genannten Präpositionalkonstruktionen wird auch durch die Tatsache bestätigt, dass bei ihren zweiten Gliedern manchmal die Endung abfällt, ohne – wie bereits erwähnt – die adverbiale Bedeutung zu verändern; vgl. begàl<begàlo<be gãlo, berèik<bereikõs<be reikõs oder berèikal<bereikalo<be reikalo.
Natürlich würde das bloße Vorkommen verkürzter Formen neben den genannten Konstruktionen noch nicht deren Adverbialcharakter belegen, denn auch gewöhnliche, nicht adverbialisierte Präposition-Nomen-Genitiv-Verbindungen können eine Endung verlieren und infolge dieses Abfalls einfach zum Adverb werden; vgl. nuopavãsar<nuo pavasario, nuotoláik<nuo to laiko, ik(i)tõlaik<ik(i)tõ laiko, ikšiõlaik< <ik šio laiko. Somit entstehen im Litauischen verkürzte Adverbien dieses Typs auf zwei Wegen: a) durch den Abfall der Endung des Hauptglieds bereits adverbialisierter oder sich adverbialisierender Präpositionalkonstruktionen und b) durch den Abfall der Endung des Hauptglieds von Präpositionalkonstruktionen, die bis dahin noch nicht adverbialisiert waren (und bisweilen sogar ein Attribut aufweisen).
Um ein klareres Bild von der Adverbialisierung des Genitivs im heutigen Litauischen zu erhalten, ist auch hervorzuheben, dass dieser Kasus sehr häufig als Glied adverbialisierter idiomatischer Verbindungen auftritt. Zunächst sind Verbindungen zu nennen, die aus dem Nominativ eines Substantivs, einer Präposition und dem Genitiv desselben Substantivs bestehen, zum Beispiel: dienà iš diẽnos „täglich, ständig, fortwährend“ (Tarybinė liaudis diena iš dienos mūsų valstybę, taikos tvirtovę, daro dar galingesnę. ebenso Dienà iš diẽnos oras jau šiltesnis. Ds), grūdas iš grūdo „durchweg, alle Körner“ (Dygsta kopūstai grūdas iš grūdo. Šts), kãrtas iš kãrto „von Zeit zu Zeit“ (Kārtas iš kārto pašėrei, ir tee inie sau. Užv), rankà iš rañkos „bar, sofort gegen Bezahlung“ Gs, rýtas iš rýto „jeden Morgen“ Llkž, dienà nuo diẽnos „täglich“ rš, gãlas nuo gãlo „durchweg“ (Galas nuo galo skaitau laikraštį. Šts. Gãlas nuo gãlo apmesti laukai mėšlu. Šts), kãrtas nuo kãrto „gelegentlich, manchmal“ (Ligonis kartas nuo karto ir pakliedėdavo. VnlP 395), kója nuo kójos „ununterbrochen“ (Advokatas... balsta ir raudonuoja, koja nuo kojos trypia. ŽR II 248), laĩkas nuo laĩko „zeitweise“ (Laikas nuo laiko vienas kitam maloniai paveizi į akis. BlnR 38), dienà po diẽnos „täglich“
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Page 16ŽR II 119, kartas po karto „gelegentlich; der Reihe nach“ tsp, ŽR II 184, rytas po ryto „jeden Morgen; an einem der nächsten Morgen“ ŽR II 127, žingsnis po žingsnio „allmählich“ CvR VIII 47, žodis po žodžio (Žodis po žodžio, priekaištas po priekaišto, — dvarininkas pradėjo grūmoti. CvR VIII 190), diena už dienos „bald“ (Dieną už dienos — jau ir darbininkas. Ds), koja už kojos „langsam, gemächlich“ (Ėjome koja už kojos. ŽR II 410) und so weiter.
Alle derartigen Wendungen sind erstarrt und haben adverbiale Bedeutung angenommen. Diese Bedeutung verallgemeinert sich bisweilen so weit, dass sie sich nur schwer mit anderen Worten ausdrücken lässt. Doch nicht nur solche idiomatischen Wendungen nehmen adverbiale Bedeutung an und werden auf diese Weise auf besondere Art adverbialisiert: Es gibt auch andere, deren erstes Glied eine Präposition ist und auf die ein Genitiv mit vollständigem oder verkürztem Attribut folgt, zum Beispiel: be vieno galo „außerordentlich“ (Be vieno galo mergaitė graži. Grg), be maža ko (>bemažko) „beinahe, fast“ (Be mažo ko pilnas sykėlis. Ds), iki amžių amžio „ewig“ BP II 151, iki gyvos galvos „lebenslang“ CvR VIII 207, iki gyvo kaulo „sehr“ (Iki gyvo kaulo įkyrėjo. VnlP 68), iš dyko buvimo „aus Langeweile, aus Müßiggang“ (Iš dyko buvimo ragai užaugo. Rdm), iš gerojo gero „von selbst“ (Šitas ežeras iš gerojo gero atsirado. LŠ), iš geros valios „ebenso“ (Iš geros valios pradėjo ranką gelti. Pc. Iš geros valios suka. Dkš), iš gražios valios „ebenso“ (Akį iš gražios valios pradėjo skaudėti. Al), nuo vieno daikto „ununterbrochen, ständig“ (Vaikas apdygo piktskauduliais nuo vieno daikto. Plt. Mažas vaikas reikalauja valgyti nuo vieno daikto. Mžk. Vgl.: Nuo vien daikto kaip pradėjo, tai ir pabaigė siūti. Šauk), nuo paties kėlimo „sehr, außerordentlich“ (Motina ta mitri nuo paties kėlmo. LlKž), nuo vien žodžio „mit einem Wort“ (Nuo vien žodžio tariant. Šauk), prie gyvo kaklo „auf keinen Fall“ (Prie gyvo kaklo su uksusu nenoriu košėros. Dr). Ferner vgl. das Prädikativ im Satz Jau jis nuo pusantro velnio (ziemlich, stark, sehr schlecht). Skr.
Gesondert zu erwähnen sind solche adverbialen idiomatischen Verbindungen, die Genitivformen von Pronomen zusammen mit Adjektiven, Adverbien und Funktionswörtern enthalten, zum Beispiel: viso gero „insgesamt“ (Kiek viso gero gauni pinigų? LlKž), viso labo „ebenso“ (Viso labo esam penki. ib), tiek to „macht nichts, sollst du’s eben wissen“ DŽ, tiek to „ebenso“ Ds, tiekai to „ebenso“ ib (vgl. tiekto-daug „ebenso“ Trgn), nė iš šio, nė iš to „von selbst, ohne Grund, grundlos“ rš, nei iš šio, nei iš to „ebenso“ Lkm, kaip niekur nieko „als wäre nichts geschehen“ VnlP 92 und so weiter.
* * *
Beim Übergang zur Untersuchung der Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ės ist zu beachten, dass es in der Sprache viele erstarrte Formen gibt, die man auf den ersten Blick vom Singulargenitiv ableiten könnte, da ihre Endung mit der Endung dieses Kasus übereinstimmt. Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die „Endung“ eines Adverbs nicht dasselbe ist wie die Endung eines flektierten Wortes.
Solange eine Kasusform noch nicht zum Adverb geworden ist, zeigt die Endung die Bedeutung des Kasus und die Beziehung des Wortes zu den anderen Satzgliedern an. Wenn eine Kasusform erstarrt, verblasst die Kasusbedeutung selbst und zugleich kann leicht
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Page 17verändert werden kann der formale Kasusmarker – die Endung selbst. Wie wir bereits gesehen haben, fällt die ursprüngliche Kasusendung manchmal ganz ab, doch die neu erworbene adverbiale Bedeutung der erstarrten Kasusform wird dadurch nicht im Geringsten beeinträchtigt. Im Gegenteil: Das Fehlen der Endung kann bisweilen sogar als Kennzeichen der adverbialen Bedeutung des Wortes hervortreten (vgl. nuopavasar < nuo pavasario).
Außerdem kann die „Endung“ in bestimmten Fällen (wahrscheinlich unter dem Einfluss der Analogie), ohne die Bedeutung des Adverbs zu verändern, auch dort auftreten, wo wir sie überhaupt nicht erwarten, z. B.: vėlios (vėlios Dgls) „wieder“ (Man vėlios galvą sopa. Rgv), dabarõs „jetzt“ (Dirbom, dirbom, dabarõs reikia ir pasil- sėti. Jnšk), tenãjos „dort“ Rm, Lnk. Deshalb wäre es, wenn man vom Adverb ausgeht, meist präziser, nicht von einer Endung im Sinne der flektierenden Wortarten zu sprechen, sondern von einem Formans, denn tatsächlich sind frühere Kasusendungen häufig zu Wortbildungssuffixen für Adverbien geworden, nach deren Muster neue Adverbien gebildet werden.
Diese Formantien betreffen, wie die soeben angeführten Beispiele gezeigt haben, häufig sogar solche Wörter, die heute nichts mehr mit Nomina zu tun haben. Daher wäre es unzutreffend, alle Adverbien mit den Formantien -(i)o, -(i)os, -ės, die sich auf den ersten Blick leicht mit den Genitivendungen des Singulars in Verbindung bringen lassen, als adverbialisierte Genitive von Nomina anzusehen; denn diese Formantien stimmen in vielen Fällen nur äußerlich mit den Genitivendungen überein, während die Adverbien mit diesen Formantien aus anderen Kasus hervorgegangen sind.
Formans — (i)o
darõ „jetzt, gerade“ (Darõ tai kas kita. Lp) dabartėlio „jetzt“ Ds, dykõ „umsonst“ (Dykõ niekas nieko neduoda. Lnkv), skersõ (in der Verbindung skersõ išilgõ) „quer und längs“ (Eik skersõ išilgõ — niekur geriau nerasi. Mlt), aplinkõ „ringsum“ (Visi tik geria aplinkõ. Ml), apsukõ „im Kreis, rundherum“ (Rietimo galus apsukõ atsuka. Dgļs. Apsukõ siuva. Bien. Vis darbas eina ir eina apsukõ (hier beendest du die Arbeit und fängst dieselbe wieder von vorn an). Tvr. Vis apsukõ ir apsukõ niūnia (redet um den heißen Brei herum). Bien), apžargõ „über die Fahrspuren hinweg“ (Važiuok apžargõ su tokiu vežimu. Arm), atatuõ „rückwärts (nur von Pferden)“ (Arkliai tik atatuõ atatuõ. Tvr), atgalõ „zurück“ (Ateitum atgalõ, bet takai užaugo. Bien. Stumk vežimą atgalõ. Krok. Amžiai kraunas, tolyn traukias, atgalõ negrįžta. BM I 451), intimpõ „angestrengt“ (Nebesveika tiek kelio bėgt intimpõ. Sdk), išilgõ „der Länge nach“ (Išilgõ perkirto. Bien), pasupõ „eines nach dem anderen, der Reihe nach“ (Pasupõ tris puodelius išgėrė. OG 422), pašyukštõ „flüsternd, leise“ (Anas pasakė pašyukštõ, kad niekas negirdėtų. OG 422), paviršiõ „an der Oberfläche, oberflächlich“ (Paviršio pabadė (jei kas blogai nupiovė su dalge). OG 422. Tik paviršio darbą darė. Bien), perėjo „durch und durch“ (Koją perėjo perdurė. Bien. Perėjo perljio. ib), dviračio „rittlings“ (Ant mažo arklio bais bloga dviračio jot. Ds).
Wie die Beispiele zeigen, ist dieses Formans in der volkstümlichen Umgangssprache meist betont. Es kann nicht nur aus dem Genitiv Singular
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Page 18stammen, sondern auch aus dem Lokativ sowie aus den Endungen des Instrumentals Plural. Die volkstümliche Umgangssprache zeigt eine starke Tendenz, die Instrumentalendungen Plural aller flektierbaren Wörter des Femininums zu kürzen, die in der Standardsprache gewöhnlich ungekürzt bleiben. Viele Dialekte kennen die vollständigen Endungen -(i)omis, -ėmis, -imis überhaupt nicht. Bei der Kürzung fällt das auslautende i weg; am häufigsten wird für den Instrumental Plural die Dualform des Instrumentals verwendet, die überhaupt kein auslautendes -s aufweist. Das aus dem Dual übernommene auslautende -m kann bei flektierbaren Wörtern nicht mehr wegfallen. Der Kürzungsprozess betrifft somit den am Wortende stehenden Laut m nicht mehr. Dieses auslautende -m bleibt zusammen mit dem davorstehenden Vokal (bei betonter Endung einem fallend-steigenden Akzentvokal) als Kennzeichen der Wortform erhalten. Bei Adverbien hingegen, in denen die Kasusbedeutung völlig verblasst ist, ist der Wortausgang weniger stabil, weshalb -m hier wahrscheinlich wegfallen kann, ohne die Bedeutung des Adverbs zu verändern. Dafür sprechen die folgenden bedeutungsgleichen oder bedeutungsähnlichen Adverbienpaare: dykõ||dykõm Vb, Srv, Lnkv, Ds, skersõ||skersõm Llḱž, apsukõ||apsukõm Grž, apžargõ||apžargõm „irgendwie“ Kp, atatupõ||atatupõm, paviršiõ||paviršiõm Slap. Hinzu kommt der Umstand, dass der Instrumental Plural unter allen Kasus im Litauischen die meisten Adverbien hervorgebracht hat und weiterhin hervorbringt; diese zeichnen sich durch außerordentliche Vielfalt und Verbreitung aus, und zwar nicht nur in der volkstümlichen Umgangssprache, sondern auch in der Standardsprache, insbesondere in der Sprache der schönen Literatur. Heute kann man die Adverbien mit Ursprung im Instrumental Plural als einen sehr verbreiteten Adverbtyp auffassen, der durch seine spezifischen, aus den Instrumental-Plural-Endungen hervorgegangenen Formantien fest zu einer großen Gruppe verbunden wird. Besonders häufig ist hier das Formans -(i)om(is), das aus den genannten Gründen wahrscheinlich zumindest in einigen Fällen zum Formans -(i)o werden konnte.
Schließlich besteht kein Zweifel daran, dass dieses Formans in vielen Fällen durch Analogie entstanden ist: Nachdem sich in der Sprache eine gewisse Anzahl von Adverbien mit diesem Formans aus den genannten Kasus etabliert hatte, begann man, nach ihrem Muster Adverbien aus anderen Formen, sogar aus unflektierbaren Wörtern, zu bilden (vgl. darõ, dabartėlio). Das Beispiel des Formans -(i)o zeigt somit deutlich, wie verschiedenartig die Quellen sein können, aus denen Adverbien mit ein und demselben Formans hervorgehen.
Die morphologische Zusammensetzung der Adverbien mit dem Formans -(i)o ist sehr vielfältig. Das hängt mit ihrer individuellen Wortbildung zusammen. Neben Bildungen wie darõ, dabartėlio, die sich heute nicht mehr mit flektierbaren Wörtern, sondern nur noch mit den Adverbien dar „jetzt“ Kps, Vlk, Lp, Vrn, dãr „ebd.“ Arm, Krok, Onš, dabartėl „ebd.“ SD 43, KIG 135, Lnkv, dabartėlei „ebd.“ Užp, dabartėlės „ebd.“ Dkš, Pnd, Lel, Jb, dabartėli „ebd.“ KIG 135, N, dabartėlios „ebd.“ Brž, Grž, Ds, finden sich hier auch Adverbien, sowohl einfache als auch präfigierte, die sich noch leicht mit Adjektiven verbinden lassen: dykõ (: dỹkas, -à), skersõ (: skẽrsas, -à), išilgõ (: išilgas, -à). Es kommen ferner präfigierte Adverbien mit diesem Formans vor, neben denen in der heutigen Sprache oder in älteren Schriften Substantive oder Adjektive mit derselben Wurzel belegt sind, z. B.: apžargõ||apžargà „Überspringen einer Furche beim Antreiben eines Seils“ Slv, apžarga „Überspringen eines Reifens beim Werfen eines Gewebes“ Alk; aplinkõ||aplinkas, -a „ringsum, rundherum“ K und aplinkà „Umgebung“ SD 222, J, „Umkreis, Zwischenraum“ Jb; apsukõ||apsukas, -à „ringsum gemacht, vollständig, ganz“ Š und apsuka „Achse,“
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Page 19„Drehung, Wirbel; (Körper-)Gelenk, Beugung“ SD 202; atgalió||atgalias, -ią „rückwärts, rücklings, verkehrt herum“ Prl, Trgn, Pg, Svn, Pc und atgaliai Pl. Nom. „kleinere Getreidereste, Bruchstücke“ J, Grg, Prk, Klt, Šv, Vkš, Brs, Lž, Klp; „Möglichkeiten, Kleinigkeiten“ D, atgalis „Überrest; Ende eines Landstreifens“ rš.
J. Otrębski merkt an, dass die Adverbien mit diesem Formans im Dialekt von Tverečius gewöhnlich präfigiert sind und aus nominalen, adjektivischen sowie sogar verbalen Stämmen und Wurzeln gebildet werden6. Andere Dialekte und Quellen belegen jedoch eine noch größere Vielfalt dieser Adverbien: Es gibt nämlich auch Zusammensetzungen, etwa solche, deren erstes Glied numerisch, das zweite verbal ist (dviraičio).
Formans -(i)os
In der volkstümlichen Umgangssprache ist dieses Formans betont oder unbetont. Während es sich seiner Herkunft nach in manchen Fällen mit Kasusendungen in Verbindung bringen ließe, ist es in anderen Fällen lediglich ein Adverbformans, das sogar Modalwörter und Partikeln umfasst.
Der Genitiv dürfte wahrscheinlich die Entstehung einiger Adverbien mit diesem Formans bewirkt haben. Hypothetisch könnte man noch behaupten, dass ein Teil der Adverbien mit diesem Formans aus dem Instrumental Plural hervorgegangen ist: Das Vorhandensein von Parallelformen in der Sprache aplinkòm||aplinkò, apžargòm||apžargò..., bei denen die zweiten Wörter aus den ersten hervorgegangen sein könnten, könnte die Entstehung von Parallelformen wie apsukõms||apsukõs, atgalióms||atgaliós... begünstigt haben. Es ist jedoch nicht möglich, alle Adverbien mit diesem Formans als erstarrte Kasusformen anzusehen, denn das in der Sprache etablierte Formans konnte sich sekundär auch an verkürzte Formen, an andere verkürzte Adverbien und, wie wir gesehen haben, sogar an Partikeln anfügen.
Zur Veranschaulichung der morphologischen Zusammensetzung, der Bedeutungen und der syntaktischen Verwendung der Adverbien mit diesem Formans werden im Folgenden einige Beispiele angeführt.
1. Nichtpräfigierte Wörter mit nominaler Wurzel: ankstičkõs „früh“ (Ich stand früh auf und ging die Soldaten füttern. Grv), aplõs „ungeordnet, verstreut“ (Mit offenem Mund bleibt alles ganz durcheinander liegen. Ds), artičkõs (präpositional verwendet) „nahe“ (Wir waren nahe beieinander. Grv), daugaliõs „viel, zahlreich“ Mit II 235.
2. Präfigierte Wörter mit nominaler Wurzel: aplinkõs (apliñkos) „ringsherum“ (Die Leute fuhren ringsherum. Kš. Wir fahren außen herum, wenn es geradeaus nicht geht. Grž), apsukõs „im Kreis herum“ (Das Pferd frisst nicht, sondern geht immer weiter im Kreis um den Pfahl. Grž), atgaliós „zurück“ (Nimm mich zurück. Bien), atskirõs „getrennt“ (Sie lebt schon getrennt von ihren Eltern. Ds).
3. Zweistämmige Bildungen: akimirkõs „sogleich, im Nu“ (Kaum hatte ich es hineingelegt, da kochte es im Nu auf. Klov).
6 J. Otrębski. Wschodniolitewskie narzecze twereckie, część I, Kraków, 1934, p. 422.
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Page 20Hierher gehört auch kiekdienos „täglich“ (Platesnio mokslo kiekdienos laukit. Mž 12. Ansai valgė ir gėrė apstu kiekdienos. DP 270), sofern es in der Sprache des 16. Jahrhunderts bereits vollständig adverbialisiert und tatsächlich zu einem Wort geworden war.
4. Das Formans -(i)os tritt auch bei sogenannten a l t e r t ü m l i c h e n oder p r o n o m i n a l e n Adverbien auf, die sich heute nur schwer mit Substantiven in Verbindung bringen lassen: anaipòs „auf jene Weise“ (Ne šitaipòs daryk, bet anaipòs. Gs), čianàjos „hier, an diesem Ort, bei dieser Sache“ (Cianàjos žemė kaip aguona (gera). Jnsk), kitaipòs „anders“ (Nuėjo kitaipòs (išėjo kitaip). Pls), niekadòs „niemals, nie“ DŽ (Niekados taip nedaryk. Jb), nuolatòs „häufig, ständig“ DŽ, „nacheinander, der Reihe nach“ (Dirbk nuolatòs, ko čia šokuoji iš vienos vietos kiton. Ds), šitaipòs „so“ (Šitaipòs neapausi vaiko — pasisodink ant kelių. Gs), vėliakos „wieder, von Neuem“ (Lijo lijo, o nareinant vėliakos sausa, gražu. Pc), visadòs „die ganze Zeit, immer“ (Visadòs vaikas geras. Grž).
Eine gewisse Besonderheit bilden lediglich solche Adverbien mit diesem Formans wie dabarčios „jetzt“ (Dabarčios aš jam parodysiu. Nmk), dabartėlės „ebd.“ (Ką dabartėlės dirbsi? Grž), die sich nicht nur mit dabar, sondern auch mit dabar-t- verbinden lassen; vgl. dabartis, -iės, dabartį „Gegenwart, gegenwärtige Zeit“ DŽ.
5. Dieses Formans findet sich auch bei Adverbien, in denen sich eine modale deiktische Bedeutung mit einer zeitlichen oder örtlichen Bedeutung verbindet, z. B.: anaurėlės „damals, zu jener Zeit“ (Anaurėlės buvau užėjęs aplankyti, dabar nebebuvau. Grž), antenainòs „da drüben“ (Antenainos žvilgterk. Bien).
6. Schließlich reicht dieses Formans sogar über den Bereich des Adverbs hinaus und berührt m o d a l e W ö r t e r u n d P a r t i k e l n, die der Adverbkategorie nahestehen: bėigos „übrigens, vielleicht, wie man sieht, daher, weshalb“ (Bėigos, ir tu, Jonai, ten buvai. Lš), bùcegos dial. „als ob, gleichsam“ (Jis bùcegos negirdi. Tvr), būdavos Ar (als Einschubwort, vgl. būdavo mit derselben Funktion), būteinos „als ob, wie wenn“ (Praėjo pro šalį būteinos nematydamas. Dglš), àros „oder, übrigens“ (Àros, ir tu ten buvai? Grž).
Formans -ės
Mit diesem Formans kommen modale deiktische Partikeln vor, die sich noch nicht endgültig vom Adverb gelöst haben, sowie eigentliche Adverbien: anasgatės „einst, siehe da“ (Anasgatės tu taip negerai padarei! Grg), ańsgatės „ebd.“ (Ańsgatės taip buvau padaręs, o dabar taip nepadariau. Grg), dabartėlės „jetzt“ (Kas čia dabartėlės man sakė, ir užmiršau. Dkš), dabartės „ebd.“ (Javus suvežėm, dabartės kulsim. Rm), dartėlės (dartėlės Rdm) „ebd.“ (Kur dartėlės eini? Vrn), dàrtės „ebd.“ (Dàrtės tai jau einam namo. Dg), čionàitės „hier, an diesem Ort, bei dieser Sache“ Brt, čionùitės „ebd.“ Vikv. Ferner vgl.: paskuitės „danach, anschließend“ Gs, tenùitės (ten) „dort“ Brt, Gs, tuojùitės „sofort“ ib. usw.
Die außerordentliche Vielfalt der Adverbienbildung im Litauischen und die Fülle ihrer Formantien zeigen sich bereits daran, dass neben diesen Formantien häufig
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Page 21In großer Zahl finden sich in der Sprache Adverbien derselben Wurzel und gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung neben anderen adverbialen Formen, sowohl vollständigen (die häufig andere Suffixe und andere Stämme haben) als auch verkürzten, z. B.: ankstič-kės „früh“, ankstainais „sehr früh“ Šv, ankštainiais „ebd.“ Als, Pln, Gršl, Brs, J, ankstáinintais „ebd.“ Šv, ankštéinai „ebd.“ Kv, ankstéinais „ebd.“ Pgr, Kv, Vvr, Užv, J, Tl, ankstéinyčiais „ebd.“ Up, ankstėinais „ebd.“ Vdk, ankstérnais „ebd.“ Grg, Vvr, anksti „nicht spät“ DŽ, ankstỳbai „ebd.“ KlyD 113, ankstýbókai „ziemlich früh“ Ktk, Gs, ankstičkai (ankstičkai Žt) „früh, sehr früh“ Asv, Arm, ankstičkutėlėliai „ebd.“ Rod, ankstiė „nicht spät“ Als, Sim, Mž 510, D, ankstienais „sehr früh“ J, Šv, ankstyvai „nicht spät“ Lnkv, Smn, ankstýūkai „recht früh“ Er, ankstókai (ankstokái K, Ds) „ebd.“ Alk, Kp, ankstuckutėlėliai „sehr früh“ Svn, ankstūčiai „ebd.“ Rš, ankstutėlti „ebd.“ BŽ 479; aplinkõ „ringsherum“, aplinkõs „ebd.“ Kš, Ds, aplink̃ „ebd.“ RŽ, aplinkai „ebd.“ SD 98, P, aplinkiniai „ringsherum, in der ganzen Umgebung“ Jnšk, aplinkiniais „ebd.“ J, aplinkiniu „ebd.“ Jb, Ž, aplinkój „ringsherum“ Pls, aplinkóm Kp, Jnšk (aplinkóm Dglš, Prng) „ebd.“, aplinkomis „ebd.“ SD 201, aplinkų „ebd.“ J, aplinkui „ebd.“ DŽ, aplinkun „ebd.“ N, aplinkuo ž. (= aplinkui); atgalió „in die entgegengesetzte Richtung, nach hinten“, atgaliós „ebd.“, atgál K, DŽ, Pn, Rm, Kp, Jž, Lp, Pc (atgal DŽ) „ebd.“, atgali „ebd.“ Mrn, atgaliai „ebd.“ Gr, SP II 70, D, Arm, „rückwärts“ VoL 205, atgalíau „zurück“ J, D, atgalíausia „ebd.“ Lz, atgalioms „ebd.“ d., atgalión „ebd.“ Aru 17, Nč, atgaliona „ebd.“ KlyD 264, atgaliónai „ebd.“ J, atgalióp „ebd.“ rš; čionájos „hier, an dieser Stelle, bei diesem Gegenstand“ J, čionáitės „ebd.“, čionuitės „ebd.“, čioñ Gs (čioñ K) „ebd.“, čiondi Pc, Gs (čionai K, čionai Š, čionai Rž) „ebd.“, čionáis VD 358 (čionais Ds) „ebd.“, čionajū „ebd.“ Lp, čiontais „ebd.“ Klp, čionui „ebd.“ Gs, čionuis „ebd.“ Šil, vgl. auch čianaikos „ebd.“ Grv, čianáitės „ebd.“ Rdm, čianájos „ebd.“ Er, Jnšk, čiais „ebd.“ Pun, čianai Er, Pn, Jnšk, Kp (čianai Kp) „ebd.“, čianáis „ebd.“ Er, čianajà „ebd.“ Mrc, čianájonais „ebd.“ Jnšk, čianajū „ebd.“ Lp, čianájuos „ebd.“ Tvr, čianájus „ebd.“ Lzd, čianui „ebd.“ Rdm, čianújaka „ebd.“ Rod; darõ „jetzt, zu dieser Zeit, in diesem Augenblick, nunmehr“, dabartėlio „ebd.“, dabarčios „ebd.“, dabarõs „ebd.“, dabartėlios „ebd.“, dabartėlės „ebd.“, dabartės „ebd.“, dabartėlės „ebd.“, dartės „ebd.“, dabà „ebd.“ Pg, Rm, BM 239, dabar̃ „ebd.“ DŽ, dabarai „ebd.“ Srv, dabarčiu „ebd.“ Mit III 458, dabarčiui „ebd.“ Nz, D, V, Š, dabarčiuo ž. „ebd.“, dabarčiuos „ebd.“ Zr, dabarškčiai „ebd.“ brš, *dabarnai „ebd.“ N, dabarštel „ebd.“ Jnš, K, dabartėl Lnkv, Grž, dabartėlei „ebd.“ Užp, dabartėlenai „ebd.“ Ds, dabartėli „ebd.“ KlG 135, dabartinau „ebd.“ BsP II 181, dar Kps, Dsm, Vlk, Lp, Vrn (dár Arm, Krok, Onš) „ebd.“, dartėliais „ebd.“ Rdm; kitadõs „einst, früher“, kitadà „ebd.“ DŽ, niekadõs „niemals“, niekadà „ebd.“ DŽ, niekad „ebd.“ ib, nuolatõs „fortwährend, ununterbrochen“, nuolatai „ebd.“ DŽ, nuólat „ebd.“ ib, vėliós „noch einmal, von Neuem“, vėliakos „ebd.“, vėlei (vėlai) „ebd.“ K, vėliais „ebd.“ K, vėl „ebd.“ DŽ, vė „ebd.“ Šlap, visadõs „fortwährend, immer“, visadà „ebd.“ K, visadai „ebd.“ ib, visad „ebd.“ DŽ.
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Page 22Diese Beispiele zeigen, dass Adverbien mit den Formanten -(
Page 23in ihm etwa drei Dutzend (jeweils einzeln gezählte) Wortvarianten hier und jetzt mit unterschiedlicher Betonungsstelle und unterschiedlichem Intonationsverlauf, mit verschiedenen Suffixen und Formanten – wozu, wenn mit all diesen Varianten lediglich die Bedeutungen hier und jetzt wiederholt werden?
Diese außerordentliche Formenvielfalt ist zweifellos ein Erzeugnis vergangener Epochen, entstanden unter den Bedingungen sprachlicher Differenzierung; ihre Wurzeln reichen tief in einzelne Dialekte zurück.
Ganz ebenso lässt sich auch das Nebeneinander von anksti, ankstučiai, ankstutėliai mit Adverbien wie ankstiškos, ankstainais, ankstainintais, ankstėinai, anksteiniais, ankstėinyčiais, ankstėlniais, ankštėrnais, ankštienais, ankštickutėliai, ankštuckutėliai usw. erklären, die lediglich Bedeutungsvarianten voneinander sind (nur in anderer Form und mit anderen Suffixen). Diese Verschiedenheit der Formen und Suffixe geht ebenfalls nicht auf etwas anderes als die Dialekte zurück.
Die Verwendung solcher nur in einzelnen Dialekten bekannten Formen in der Sprache literarischer Werke ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie stilistisch motiviert ist.
Wie bereits erwähnt, lässt sich in der Vielfalt der Adverbien derselben Wurzel und ihrer Formanten unschwer eine gemeinsprachliche Grundlage erkennen – die am weitesten bekannten und gebräuchlichen Adverbien und ihre charakteristischsten Formanten. So sticht beispielsweise unter den fast drei Dutzend adverbialen Ableitungen der Wurzel ankst-, die über einzelne Dialekte verstreut sind, anksti hervor, die am weitesten verbreitete, bekannte und sowohl in der gesprochenen Volkssprache als auch in der Literatursprache gebräuchliche Form. Die in einzelnen Dialekten aufgrund lokaler Tendenzen der Wortbildung entstandenen Adverbien aplinko, aplinkos, aplinkėm, aplinkėj, aplinkun usw. sind ebenfalls nichts anderes als dialektale Parallelformen. Von allen Formen derselben Wurzel und Bedeutung sind nur aplinkui und aplink im gesamten litauischen Sprachgebiet am weitesten verbreitet.
Auf ganz ähnliche Weise treten aus den zahlreichen Parallelformen auch solche Formen als gemeinsprachlicher Besitz hervor: atgāl, čia, dabar, vėl usw.
Es ist anzumerken, dass auch Adverbien derselben Wurzel, die völlig identische Umstände bezeichnen, in der Gemeinsprache nicht unbedingt in nur einer Form verbreitet sind: Häufig begegnen uns allgemein verbreitete Parallelformen, und manchmal lässt sich nur schwer, manchmal überhaupt nicht sagen, welche dieser Parallelformen unter dem Gesichtspunkt des Gebrauchs als vorrangig gelten sollte. Hier einige Beispiele solcher Parallelformen: aplinkui und aplink, apsukui und apsukai, čia, čion und čionai, kitadā und kitados, niekadā, niekados und niekad, nuolātos, nuolatai und nuōlat, visadā, visados und visad usw.
Das Vorhandensein solcher Parallelformen steht keineswegs im Widerspruch zur Norm der Literatursprache: Sie erweisen sich hier als notwendig. Wenn solche Formen in der Gemeinsprache erhalten geblieben sind, ist ihre Verwendung gerechtfertigt. Und tatsächlich verleihen sie der Sprache eine gewisse Vielfalt und melodische Farbigkeit, die sich Dichter besonders häufig zunutze machen. Solche Parallelformen sind zweifellos ein Besitz der Gemeinsprache.
Von den Formanten -(i)o, -(i)os, -ės gilt in den Fällen, in denen sie nicht eindeutig als aus der Genitivendung hervorgegangen erkannt werden, sondern sich aus den Endungen anderer Kasus entwickelt haben oder analogisch entstanden sind, in der Gemeinsprache jeweils
3. Lietuvių kalbos morfologinė sandara ir jos raida
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Page 24Häufiger ist nur -os. Doch dieses Formans haben hier auch solche Adverbien, die heute nicht mehr mit Nomina in Verbindung gebracht werden können – die sogenannten altertümlichen und pronominalen Adverbien. In allen anderen Fällen kommen diese Formanten in einzelnen Dialekten vor, wo sie sich im Vergleich zu anderen Formanten ebenfalls weder durch große Häufigkeit noch durch weite Verbreitung auszeichnen. Selbst in den Dialekten werden sie durch die Formanten -(i)ai, -(i)ui und besonders durch ehemalige Instrumentalendungen u. a. verdrängt.
Dieselben Tendenzen (nur noch ausgeprägter) zeigen sich auch in der Literatursprache. Hier fällt zunächst ein deutlicher Unterschied zwischen der Sprache der schöngeistigen Literatur einerseits und der wissenschaftlichen und publizistischen Literatur sowie der Periodika und der literarischen Umgangssprache andererseits auf.
Zunächst ist festzuhalten, dass der Gebrauch dieser Adverbien in der Literatursprache einer starken Auswahl unterworfen wurde: Die Formanten -(i)o, -(i)os, -ės finden sich nur bei einer vergleichsweise begrenzten Anzahl von Adverbien. Von all diesen Formanten tritt in der Literatursprache -(i)os häufiger auf, während -(i)o und -ės deutlich seltener, nur in einzelnen Fällen, vorkommen.
Mit dem Formans -(i)os werden meist nur Adverbien wie niekados (Seinen Vater hatte Raulas überhaupt nicht gekannt und nie gesehen. BlnR 3), visados (Und er bat ihn, dass der Geiger immer in der Kistynaschlucht bleiben und immer, jede Nacht, nur für sie allein spielen möge und dass nie wieder ein Mensch ihm beim Spielen zuhören solle. VnlU 13), kitados (Ja, einst hat hier eine echte Burg gestanden. SimnA 7), nuolatos (Immer wieder tauchten neue Mängel und Flickstellen auf. MPutA II 7), atgalios (— Und wir — zurück! Über den Bach, — rief Džiūras fröhlich und machte, als teilte er mit den Händen das Wasser vor sich, eine Schwimmbewegung. GGuzBr I 314).
Sehr selten werden Adverbien mit diesem Formans wie taipos (Wie die Frühlingssonne den tiefsten Schnee von unseren Äckern vertreibt, so werden die roten Sowjetregimenter, im Kampf erprobt, den bösen Feind bald wieder über unsere Felder vertreiben. LGR 279), vėliakos (Später gibt der Graf ihr (Agastelė) zwei, der Verwalter aber drei Ruten. CvR III 11), kanakadós „einst, vormals“ TPrg I 2, 198, šitaipos (So muss man also den Spion täuschen! MntvR 210) gebraucht.
Der Formans -(i)o bleibt hinsichtlich der Vielfalt einzelner Bildungen und besonders der Häufigkeit ihres Gebrauchs deutlich hinter dem Formans -(i)os zurück. Mit dem Formans -(i)o werden nur wenige Adverbien verwendet, darunter atgalio, taipo und noch einige wenige andere. Zum Beispiel:
Sie gehen nach Hause. Nach Adutiškis zurück. GGuzB I 270. Und wenn es so ist, dann ist es unbedingt nötig, auch die schlechten Seiten des gesellschaftlichen Lebens kennenzulernen. BlnR 265.
Hierher gehört auch kaipo, das nur als Vergleichspartikel gebraucht wird. In der modernen Literatursprache kommt jedoch auch diese Partikel fast völlig außer Gebrauch und macht dem Wort kaip Platz; das Adverb taipo weist heute den Formans -o nur noch in Fällen auf, in denen es mit der Partikel -gi verwendet wird (taipogi „ebenso, auch“).
Einige der oben genannten Adverbien mit dem Formans -(i)o (z. B. kaipo und besonders taipo) sind veraltet. Die Archaischheit des Wortes taipo hat Petras geschickt genutzt
34
Page 25Cvirka lässt in seinem Roman „Frank Kruk“ einen Bettler, der das Evangelium liest, eine Passage in Jargonsprache sprechen: „...veizdėkite ant fygos ir ant visų medžių kad jau sprogsta žinote jog arti yra vasara taipo ir jus kada išvysite tai dedantis... CvR VII 207.“
Mit dem Formans -ės begegnen in der Sprache literarischer Werke Adverbien wie dabartėlės, dartės „jetzt“, kadai kãdės „wann“, paskuitės, tuojauïtės. Z. B.:
Und Besąsparis, nachdem er eine neue Rauchwolke aus dem Mund gestoßen hatte, wieder: – Das wird dir jetzt bei der Wunde helfen. GGuzBr I 167. So kurz einen Augenblick lang schaute ich auf ihn, da erinnerte ich mich an unsere alte Heimat, einst von ihm gepriesen, jetzt in meinem Lied. LGR 268. Die Nacht bricht herein; wann es sein wird, und hier muss man sich beeilen. ŽR I 195. Schließlich, nachdem er ihn sich auf die Schultern gelegt hatte, ging er langsam zur Kirche. Die Türchen öffneten sich, und sofort stieg ein Priester, so stämmig wie ein Stier, aus. MntyR 234. MntyR 224.
Bei den beiden letztgenannten Adverbien (paskuitės, tuojauïtės) sind die „Stämme“ paskuit-, tuojaut- zu unterscheiden; das -t- ist wahrscheinlich nach dem Muster von Wörtern wie dart-ės, dabar-t-ės entstanden. Insgesamt ist die Endung -tės in den Wörtern paskuitės, tuojauïtės nichts anderes als eine unter dem Einfluss der Analogie entstandene gewisse Erweiterung, die häufiger bei Adverbien vorkommt, bei denen das Wortende selbst eine andere Rolle spielt als die Endungen flektierbarer Wörter. Dies wird bereits dadurch bestätigt, dass sowohl Veränderungen und Abschwächungen am Wortende selbst als auch Veränderungen vor dem Suffix, ebenso wie die Verlängerung des Wortes durch verschiedene Formanten oder gänzlich nichtetymologische Elemente, meist völlig unabhängig von Bedeutungsänderungen des Adverbs selbst sind oder bisweilen lediglich mit geringfügigen emotionalen Bedeutungsnuancen zusammenhängen.
So sehen wir, dass der Gebrauch dieser Adverbien mit den hier behandelten Formanten in der Sprache literarischer Werke im Vergleich zur Vielfalt, die sich in den Dialekten feststellen lässt, sehr begrenzt ist. In die Literatursprache gelangen sie zweifellos aus den Dialekten und treten nur in einer spezifischen (meist von handelnden Personen verwendeten) Sprache auf.
Wenn wir die Sprache der wissenschaftlichen und publizistischen Literatur sowie die literatursprachliche Umgangssprache betrachten, werden wir Adverbien mit diesen Formanten so gut wie gar nicht finden, abgesehen von dem einen oder anderen, insbesondere pronominalen oder altertümlichen, wie kitadõs||kitadà; niekadõs||niekadà, niẽkad; visadõs||visadà, visad; nuolatõs||nuõlat; taipogi||taip pat usw.
Diese Tatsachen zeigen, dass die gegenwärtige literarische Form der litauischen Nationalsprache, die auf der Mundart der südwestlichen Hochlitauer beruht und damit mit ihren Wurzeln in die Tiefen der lebendigen Volkssprache reicht, im Prozess ihrer Weiterentwicklung und Bereicherung keineswegs alles nicht nur aus dem Wortschatz anderer Dialekte, sondern auch aus ihrer unmittelbaren Quelle, der Mundart der südwestlichen Hochlitauer, übernimmt. Die zahlreichen parallelen Adverbformen, die auch heute noch in verschiedenen Dialekten vorkommen, gehen nicht alle in die Literatursprache ein: Aus ihnen werden nur diejenigen ausgewählt, die der gesamten litauischsprachigen Gesellschaft am vertrautesten sind, die am allgemeinsten verbreitet und somit am ausdrucksvollsten sind.
3*
35
Page 26Diese Auswahl findet seit den Anfängen der litauischen Literatursprache, seit dem Erscheinen der ersten Schriften, statt. Mehr noch: Die Auswahl im Wortschatz zwischen dem, was allgemein verbreitet ist, die Tendenz hat, sich am stärksten auszubreiten und durchzusetzen und darin am ausdrucksvollsten, für alle am verständlichsten und am elementarsten ist, einerseits, und dem, was darin nicht gedeiht und nur einem engen Kreis bekannt ist, andererseits, vollzog sich ganz natürlich in allen Epochen der Sprachentwicklung. Ein Auswahlprozess dieser Art findet auch heute noch statt. Unter dem Einfluss der Literatursprache vollzieht sich der Prozess der Dialektnivellierung heute schneller als je zuvor. Die Dialekte, der einheitlichen Nationalsprache untergeordnet, werden mit der Zeit vollständig verschwinden müssen. In der einheitlichen Nationalsprache werden sie nur das hinterlassen, was sie bereichern kann; alles Übrige wird in ihnen bedeutungslos werden und verschwinden.
Somit können von den zahlreichen aus den Dialekten stammenden Adverbformanten und einzelnen Adverbien nur diejenigen in die Literatursprache gelangen und sich dort einbürgern, die sie bereichern und geschmeidiger und ausdrucksvoller machen. Selbst die Sprache literarischer Werke, deren Funktionen sich bisweilen stark erweitern und die bei der Darstellung unterschiedlicher Lebensbereiche nicht nur Dialektismen, sondern auch Archaismen, Fachausdrücke und verschiedene Neologismen verwendet, übernimmt bei Bedarf aus den Dialekten nur das, was bei der Gestaltung eines entsprechenden literarischen Bildes oder beim Ausdruck einer Idee dem Vorhaben des Schriftstellers am besten dienen kann und vom Leser am leichtesten verstanden und angenommen werden kann.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Schöpfer literarischer Werke von den beinahe drei Dutzend morphologischen Varianten des Wortes dabar, die vorwiegend in den Dialekten und nur teilweise in älteren Schriften bekannt sind, kaum mehr als die eine oder andere verwenden; auch in den Dialekten sind diese weiter verbreitet und teilweise mit emotionalen Bedeutungsnuancen (wenn auch nur geringfügigen) verbunden. Alle übrigen Varianten würden, obwohl sie die außerordentlich große Bandbreite der Wortbildungsmöglichkeiten in der Sprache zeigen, die Sprache literarischer Werke nicht bereichern, sondern sie vielmehr mit parallelen Formen überladen, die nichts Neues beitragen, und der Norm der Literatursprache widersprechen.
Die morphologischen Normen für Adverbien in der litauischen Literatursprache, die sich über ganze Jahrhunderte herausgebildet haben, sind heute meist so gefestigt, dass jede schreibende Person eine Abweichung davon leicht wahrnimmt. Dieses Normgefühl entscheidet meist auch darüber, welchen Adverbformanten oder welches einzelne Adverb man aus den zahlreichen Parallelen auswählt, die in der gesprochenen Volkssprache noch bestehen.
Fassen wir alles zusammen, was bei der Untersuchung der Adverbialisierung des Singulargenitivs zu Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ės gesagt wurde, so gelangen wir zu folgenden Schlussfolgerungen:
1. Obwohl es in der heutigen litauischen Sprache erheblich mehr Fälle eines adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Singulargenitivs gibt als beim Nominativ, gehört doch auch der Singulargenitiv zu den Kasus, die keine ausgeprägte Tendenz zur Adverbialisierung zeigen. Die vergleichsweise geringe Tendenz des Singulargenitivs zur Adverbialisierung lässt sich nicht nur durch seine starke objektive Bedeutung und seine geringe Neigung, als Adverbiale zu fungieren, erklären, sondern auch dadurch, dass die Um-
36
Page 27Zur Bezeichnung syntaktischer Beziehungen werden in der Sprache häufiger Präpositional- und Genitivkonstruktionen verwendet.
2. Die wichtigste und notwendige Bedingung für die Adverbialisierung des Genitiv Singular, ebenso wie der übrigen Kasus, ist seine Verwendung als Adverbialbestimmung. Häufig wird dieser Kasus nur dann adverbialisiert, wenn er als Modalbestimmung fungiert. Dies zeigen bereits die Ergebnisse der Adverbialisierung selbst: Genitivische Modaladverbien gibt es in der Sprache mehr als Temporal- oder Lokaladverbien; außerdem heben sich Modaladverbien dieses Typs auch durch einen höheren Grad an Adverbialität von den übrigen ab.
3. Genitivische Adverbien kommen in den Dialekten deutlich häufiger vor als in der Literatursprache. Etwas zahlreicher sind die substantivischen und adjektivischen. Andere Wortarten beteiligen sich nur in sehr geringem Maße an der Bildung dieser Adverbien. So ist in der Geschichte der litauischen Sprache von allen Pronominalgenitiven nur kõ, tõ adverbialisiert worden (das zweite nur in den Fällen, in denen es mit der Präposition dėl oder anderen Wörtchen verwendet wird, die mit dem Genitiv selbst zu einem Wort verschmolzen sind). Unter den Stämmen sind (i)a und (i)o häufiger; andere Stämme sind sehr selten oder kommen überhaupt nicht vor.
4. Analytische Genitivadverbien, das heißt solche, die aus Präpositions- (iš, ant, be, ik(i), lig(i), nuo, po, prie, už) und Genitivkonstruktionen hervorgegangen sind, sind wesentlich produktiver als synthetische (einfache, präfigierte, zweistämmige und aus Zusammensetzungen gebildete) Genitivadverbien. Das Erstarren und die Adverbialisierung von Präpositionalkonstruktionen werden nicht nur durch ihren intensiven Gebrauch als Adverbialbestimmungen verursacht, sondern auch durch die lexikalische Bedeutung ihres Hauptglieds — des Genitivs: Schneller adverbialisiert werden solche als Adverbialbestimmungen verwendeten Präpositionalkonstruktionen, deren Hauptglied eine allgemeinere, abstraktere Bedeutung hat oder die eine übertragene phraseologische Bedeutung annehmen. Die adverbiale Bedeutung einer intensiv gebrauchten Präpositions- und Genitivkonstruktion verändert sich semantisch: Sie lexikalisiert sich und erhält im Verlauf der Adverbialisierung gleichsam die Bedeutung eines einzigen Wortes. Solange eine solche Konstruktion noch nicht vollständig adverbialisiert ist, kann ihr Hauptglied (die Genitivform) durch ein Attribut näher bestimmt werden.
5. Unter allen vollständig adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Konstruktionen dieses Typs zeichnen sich die Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv durch ihre große Zahl aus; sie haben meist eine temporale, lokal-räumliche oder modale Bedeutung. Zweck- und Kausalbedeutungen kommen hier nicht vor. Als Hauptglieder der auf diese Weise entstandenen Adverbien fungieren meist Genitive von Substantiven und substantivierten (einfachen und pronominalen) Adjektiven. Die Substantivierung der adjektivischen Glieder dieser Konstruktionen erfolgt vermutlich gleichzeitig mit ihrer Adverbialisierung. Bemerkenswert ist, dass Konstruktionen mit adjektivischem Glied eine ausgeprägtere Adverbialität aufweisen als Konstruktionen mit substantivischem Glied.
6. Einige Konstruktionen aus der Präposition iš und dem Genitiv heben sich durch die große Zahl von Varianten mit derselben Wurzel und derselben oder einer ähnlichen Bedeutung von den übrigen ab (z. B. werden in den Dialekten neben dem Adverb iš mažėñs mehr als 20 Varianten verwendet). Dieser Umstand lässt sich nicht nur durch die dialektale Aufsplitterung erklären, sondern oft auch durch Erwägungen des Sprachstils und des Sprachrhythmus.
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Page 287. Neben vollständigen adverbialisierten Präpositionalkonstruktionen werden auch solche verwendet, deren Hauptglied verkürzt ist. Die Adverbialisierung der letzteren ist besonders weit fortgeschritten, denn hier ist nicht nur die Kasusbedeutung des Hauptglieds verblasst, sondern auch ihr formales Kennzeichen — die Endung — weggefallen. Beim Wegfall der Endung verschmilzt die Präposition gewöhnlich mit dem Hauptglied zu einem Wort. Bemerkenswert ist, dass der Verlust der Endung des Hauptglieds auch eine zuvor nichtadverbiale Konstruktion unmittelbar in ein Adverb verwandelt (vgl. nuopavāsar< nuo pavasario, nuotolaik< nuo to laiko usw.).
8. Von Genitivadverbien sind Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ės zu unterscheiden. Diese Formanten können nicht nur aus den Endungen des Genitiv Singular, sondern auch aus denen anderer Kasus (des Lokativ Singular und des Instrumental Plural) hervorgegangen sein; häufig sind sie vermutlich Analogiebildungen. Lassen sich manche Adverbien mit diesen Formanten leicht mit Substantiven, Adjektiven und anderen flektierbaren Wörtern verbinden, so können andere überhaupt keiner flektierbaren Wortart mehr zugeordnet werden (vgl.: darō „jetzt“, anaurėlės „damals, ein andermal“).
9. Neben Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ės werden in den Dialekten sehr viele anders gebildete Adverbien derselben Wurzel und derselben oder einer ganz ähnlichen Bedeutung verwendet. Diese Vielfalt wurzelgleicher Adverbien zeugt von der Flexibilität und dem Reichtum des Wortbildungssystems dieser Wortart. Wenn Varianten von Adverbien derselben Wurzel einander lediglich wiederholen, ist im Gebrauch denjenigen der Vorzug zu geben, die sowohl in der gesprochenen als auch in der geschriebenen Sprache am weitesten verbreitet sind.
10. Der Gebrauch von Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ės unterscheidet sich einerseits in der Literatursprache und andererseits in der gesprochenen Volkssprache: In der Literatursprache gibt es deutlich weniger solcher Adverbien; außerdem sind dort Varianten derselben Wurzel nur äußerst spärlich vertreten.
ABKÜRZUNGEN
Al — Alytus
Alk — Alksnėnai, Rajon Vilkaviškis
Als — Alsėdžiai, Rajon Plungė
Alv — Álovė, Rajon Daugai
An — Anykščiai.
Ar — Ariògala.
Arm — Armoniškės (Belarussische SSR).
Aru — Litauische mundartliche Texte aus der Wilnaer Gegend. Mit grammatischen Anmerkungen von P. Arumaa. Dorpat, 1930. (Skaičiai rodo puslapius.)
Asv — Asavà (Belarussische SSR).
Bd — Būdvietis, Rajon Lazdijai
Bg — Kazimieras Būga (1879—1924), seine Schriften und Zettel aus unbekannten Quellen.
Bien — Bieniūnai, Rajon Dūkštas
BlnR — J. Biliūnas, Raštai, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1947. (Skaičiai rodo puslapius.)
38
Page 29BlṫsR — J. Bal tušis, Rinktinė, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1952. (Skaičiai rodo puslapius.)
BM — Litauische Mundarten, gesammelt von A. Baranowski. Band I: Texte aus dem Weberschen Nachlass, herausgegeben von Dr. Franz Specht... Leipzig, 1920. (Skaičiai rodo puslapius.)
BP — Postilla, tatai esti Trumpas ir Prastas Ischguldimas Euangeliu... Per Jana Bretkuna... Karaliaucz̄ue... 1591, Teil I und II. (Die Zahlen geben Teile und Seiten an.)
Brs — Barstyčiai, Kreis Seda.
brš — ein Wort oder Satz aus weniger bekannten kirchlichen Schriften.
Brš — Birštonas, Kreis Prienai.
Brt — Bartininkai, Kreis Vilkaviškis.
Brž — Biržai.
Bsg — Baisógala, Kreis Šeduva.
BsP — Verschiedene litauische Märchen. Gesammelt von Dr. J. Basanavičius. Chicago, 1903—1905. I, II, III und IV. (Die Zahlen geben Teile und Seiten an.)
Btr — Butrimonys, Kreis Eišiškės.
BŽ — J. Baronas, Russisch-litauisches Wörterbuch. Zweite, neu überarbeitete und akzentuierte Ausgabe, Kaunas, 1932. (Die Zahlen geben Seiten an.)
CvR — Petras Cvirka, Werke, Bde. I—XI, Staatlicher Verlag für Belletristik, 1949—1953. (Die Zahlen geben Bände und Seiten an.)
d. — ein Wort oder Satz aus einem Lied.
D — Simanas Daukantas (1793—1864), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften. D mit einer Zahl — Dajnes Žiamajtių... Petropilie 1846 (Die Zahl gibt die Nummer des Liedes an.)
Dbk — Debeikiai, Kreis Anykščiai.
Dg — Daugai.
Dgl — Daugailiai, Kreis Utena.
Dglš — Daugėliškis, Rajon Ignalina.
Dkš — Daukšiai, Rajon Simnas.
Dn — Kristijonas Donelaitis (1714—1780), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften.
DP — Daukšos Postilė. Fotografuotinis leidimas, Kaunas, 1926. (Skaičiai rodo puslapius.)
Dr — Darbėnai, Rajon Kretinga.
Ds — Dusetos.
Dsm — Dusmenys, Rajon Daugai.
DvD — Dainos, Jurgio Dovydaičio surinktos... Kaunas, 1931. (Skaičiai rodo puslapius.)
dz. — dzūkisch (Dialekt).
DŽ — Wörterbuch der Gegenwartssprache Litauisch, Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur, Vilnius, 1954.
End — Endriejavas, Rajon Rietavas.
Ėr — Eiškai, Rajon Ramygala.
Erž — Eržvilkas, Rajon Skaudvilė.
Gl — Gelgaudiškis, Rajon Sakiai.
Glv — Gelvonai, Rajon Širvintos.
Gmž — Silvestras Gimžauskas (1841—1897), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften oder Manuskripte.
Gr — Gaurė, Rajon Tauragė.
Grg — Gargždai, Rajon Klaipėda.
Gršl — Grūšlaukis, Kreis Salantai.
Grv — Gervėčiai (Belorussische SSR).
Grz — Gruzdžiai, Kreis Šiauliai.
Grž — Grūžiai, Kreis Joniškėlis.
Gs — Geistarai (Didvyžiai), Kreis Vilkaviškis.
39
Page 30GGuzBr — A. Gudaitis-Guzevičius, Broliai, Bücher I–III, Staatlicher Verlag für Schöne Literatur, 1948–1953. (Die Zahlen geben die Bücher und Seiten an.)
GGuzKlt — A. Gudaitis-Guzevičius, Kalvio Ignoto teisybė, Bücher I–II, Staatlicher Verlag für Schöne Literatur, 1948–1949. (Die Zahlen geben die Bücher und Seiten an. Mit demselben Zeichen, jedoch mit Seitenangabe, wird auch die zweite Ausgabe dieses Werks bezeichnet, die 1952 vom selben Verlag herausgegeben wurde.)
hibr. — Hybrid
I — Laurynas Ivinskis (1811–1881), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften.
Ig — Igliáuka, Kreis Kapsukas.
Yl — Ylakiai, Kreis Seda.
J — Литовскій словарь А. Юшкевича съ толкованіемъ словъ на русскомъ и польскомъ языкахъ. Томъ 1—1897, II — 1904, III — 1922. Петроградъ. (A — kukštūties. Mit demselben Zeichen werden auch Wörter aus dem ungedruckten Teil des Wörterbuchs gekennzeichnet.)
Jb — Jonas Jablonskis (1860–1930), seine Schriften und Zettel, deren Quelle unbekannt ist.
JD — Lietuviškos dainos užrašytos par Antaną Juškevičę. 3 Bände. Kazanius, 1880, 1881, 1882. (Die Zahlen geben die Nummer des Liedes an.)
Jnš — Joniškis.
Jnšk — Joniškėlis.
Jrb — Jūrbarkas.
Jrk — Litauische Märchen und Erzählungen... von C. Jurkschat... Tilsit, 1898. (Skaičiai rodo puslapius; kiti jo raštai žymimi tuo pačiu ženklu, tik nenurodant puslapiai.)
Jž — Jūžintai, Kreis Dusetos.
K — Littauisch-deutsches Wörterbuch von Friedrich Kurschat, Halle a. S., 1883. (Žymimas tik K). Deutsch-littauisches Wörterbuch von Friderich Kurschat. 2 Teile. Haalle a. S., 1870—1874: I, II. (Skaičiai rodo dalis ir puslapius.)
KB — Beiträge zur Kunde der littauischen Sprache, von Friederich Kurschat... Erstes Heft. Deutsch-littauische Phraseologie der Präpositionen. Königsberg, 1843. — Zweites Heft. Laut- und Tonlehre der littauischen Sprache. Königsberg, 1849. (Skaičiai rodo sąsiuvinius ir puslapius.)
Kbr — Kybārtai.
Kdn — Kėdainiai.
Kl — Kuliai, Kreis Plungė.
KlG — Grammatica Litvanica... zuerst veröffentlicht von M. Daniele Klein Pastore Tils. Litv... im Jahr... 1653. (Die Zahlen geben die Seiten an.)
Klov — Klovainai, Kreis Pakruojis.
Klp — Klaipėda.
Kls — Kalesninkai, Kreis Eišiškės.
Klt — Kaltanėnai, Kreis Švenčionėliai.
KlvD — Prūsijos Lietuvių dainos. Surinko... Vilus Kalvaitis. Tilžėje 1905. (Skaičiai rodo puslapius.)
Klvr — Kalvarija.
Klvrž — Žemaičių Kalvarija, Kreis Seda.
Knv — Kaniava, Kreis Varėna.
Kp — Kūpiškis.
Kps — Kapsukas (ehemals Marijampolė).
Krok — Krókialaukis, Bezirk Simnas.
Krtn — Kretinga.
Krtv — Kūrtuvėnai, Raj. Šiauliai.
Kš — Kaišiadorys.
40
Page 31Kt — Keturvalakiai, Raj. Vilkaviškis.
Ktk — Kuktiškės, Raj. Utena.
Ktv — Kietaviškės, Raj. Vievis.
Ie. — polnisch (Sprache).
Lel — Leliūnai, Raj. Utena.
Lg — Lygumai, Raj. Pakruojis.
LGR — Liudas Gira, Rinktinė, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1951. (Skaičiai rodo puslapius. Tuo pačiu ženklu su tomo ir puslapio nuoroda žymimi ir Liudo Giros Raštai, I, II t., išleisti tos pačios dykla, 1952. (Skaičiai rodo puslapius.)
Lkm — Linkmenys, Raj. Švenčionėliai.
Lkv — Laukuva, Raj. Rietavas.
Ll — Lioliai, Raj. Kelmė.
Likž — Manuskripte des Wörterbuchs der gegenwärtigen litauischen Sprache, das vom Institut für Litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der LSSR erstellt und 1954 vom Staatlichen Verlag für politische und wissenschaftliche Literatur herausgegeben wurde.
Lnkv — Linkuva.
Lp — Leipalingis, Raj. Veisiejai.
Lš — Liškiava, Raj. Veisiejai.
LT — Das litauische Volk. Schriften der Litauischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, Bde. I—V, Vilnius, 1907—1936. (Die Zahlen geben die Bände und Seiten an.)
LTR — Handschriftenarchiv litauischer Volksüberlieferung (handschriftliche Sammlungen litauischer Volksüberlieferung des Instituts für litauische Sprache und Literatur).
Lz — Laz(d)ūnai (Litauische SSR).
Lzd — Lazdijai.
LzP — Lazdynų Pelėda, ein Wort oder ein Satz aus ihren Schriften.
Lž — Laižuva, Rajon Mažeikiai.
Mit — Mitteilungen der litauischen litterarischen Gesellschaft. Bd. I—V. Heidelberg, 1880—1911. (Die Zahlen geben die Bände und Seiten an.)
Ml — Mielagėnai, Rajon Ignalina.
Mlt — Molėtai.
MntvR — Vytautas Montvila, Rinktinė, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1950. (Skaičiai rodo puslapius.)
Mrc — Marcinkonys, Rajon Varėna.
Mrk — Merkinė, Rajon Varėna.
Mrn — J. Mačiulis-Maironis (1862—1932), ein Wort oder ein Satz aus der Sprache seiner Schriften.
Mrs — Miroslavas, Rajon Alytus.
Mž — Mažvydas, Die ältesten Denkmäler der litauischen Sprache bis zum Jahr 1570... Kaunas, 1922. (Die Zahlen geben die Seiten an.)
Mžk — Mažeikiai.
N — Wörterbuch der littauischen Sprache von G.H.F. Nesselmann. Königsberg. 1851. N su dainos numeriu — Litauische Volkslieder gesammelt, kritisch bearbeitet und metrisch übersetzt von G.H.F. Nesselmann, Berlin, 1853.
Nč — Nočia (Litauische SSR).
Ndž — Wörterbuch der litauischen Schriftsprache. Litauisch-deutscher Teil. Zusammengestellt von M. Niedermann’as... Heidelberg, 1932.
Nmk — Nemaikščiai, Kreis Skaudvilė.
Nmn — Nemunaitis, Kreis Alytus.
NžR — unbekanntes Manuskript.
Ob — Obėliai.
OG — Jan Otrebski, Wschodniolitewskie narzecze twereckie. Część I, Gramatyka, Kraków, 1934. (Die Zahlen geben die Seiten an.)
On — Onuškis, Kreis Rokiškis.
Onš — Onušiškės (Onuškis), Kreis Daugai.
41
Page 32OsG — Neue Litauische Grammatik ans Licht gestellt von Gottfried Ostermeyer... Königsberg, 1791.
P — Ambroziejus Pabrėža (1771—1849), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften.
Paj — Pajūstrys, Rajon Panevėžys.
Pc — Pociūnėliai, Rajon Šeduva.
Pg — Pagiriai, Rajon Ramygala.
Pgr — Pagramantis, Rajon Tauragė.
Pl — Palėvenė, Rajon Kupiškis.
Plk — Plokščiai, Rajon Šakiai.
Pln — Plungė.
Pls — Pelėsą (Belorussische SSR).
Plt — Plateliai, Rajon Salantai.
Plv — Pilviškiai, Rajon Vilkaviškis.
Pn — Panevėžys.
Pnd — Pandėlys.
Pnm — Panemunėlis, Rajon Rokiškis.
Prk — Priekulė.
Prl — Perloja, Rajon Varėna.
Prng — Paringys, Rajon Ignalina.
prš — Wort oder Satz aus weniger bekannten prußischen Schriften (aus dem Gebiet von Tilsit und Klaipėda), in denen die Quelle nicht angegeben wird, oder aus Zeitungen.
Ps — Märchen.
Ps — Buch der Psalmen (in der Bibel).
Pun — Punia, Rajon Jieznas.
R — Littauische-Deutsches und Deutsch-Littauisches Lexicon... von Philipp Ruhig... Königsberg... 1747. R-Littauisch-Deutsches Lexicon. R su puslapio nurodymu — Deutsches-Littauisches Lexicon.
RD — Lieder von Liudas Rėza. Teil I und II der 3. Ausgabe des ersten litauischen Liederbuchs... Kaunas, 1935. (Die Zahlen geben die Liednummern an.)
Rdm — Rudamina, Rajon Lazdijai.
Rgv — Raguva, Rajon Troškūnai.
Rm — Ramygala.
Rod — Ródunė (Belorussische SSR).
Rs — Raseiniai.
rš — Sprachwort oder -satz aus jüngeren Schriften, Zeitungen oder Zeitschriften, bei denen die Quelle nicht genauer angegeben wird.
Rš — Rimšė, Rajon Dūkštas.
Rž — Wörterbuch der litauischen Rechtschreibung, Staatlicher Verlag für Enzyklopädien, Wörterbücher und wissenschaftliche Literatur, Kaunas, 1948. (Seitenzahlen werden nur angegeben, wenn nicht aus dem alphabetischen Teil des Wörterbuchs zitiert wird.)
sc — scilicet, das heißt.
SD — Dictionarium trium linguarum... Avctore... Constantino Szyrwid... Quinta editio... Vilnae MDCCXIII. (Die Zahlen geben die Seiten an.)
Sdb — Sidabravas, Kreis Radviliškis
Sdk — Sudeikiai, Kreis Utena
Sdr — Sudárgas, Kreis Šakiai
Sim — Sammlung von Sprichwörtern von Simutis (aus allen Gegenden). Er soll selbst aus der Gegend von Kartena stammen. (Quelle: P. Sragis.)
SimnA — Ieva Simonait y tė, Das Schicksal der Hoch-Simoner, Staatsverlag für schöngeistige Literatur, 1948. (Die Zahlen geben die Seiten an.)
Skd — Skuodas.
Skdt — Skudutiškis, Kreis Molėtai
Skp — Skapiškis, Kreis Pandėlys
Skr — Skirsnemunė, Kreis Jurbarkas
Skrd — Skriaudžiai, Kreis Kazlų Rūda
42
Page 33sl. — slavisch (Sprachen).
Sl — Salos, Kreis Rokiškis.
Sld — Saldutiškis, Kreis Švenčionėliai.
Slk — Salakas, Kreis Dūkštas.
Slm — Salāmiestis, Kreis Vabalninkas.
Slnt — Salantai.
Smn — Simnas.
Sn — Sejny (in Polen).
Snt — Sintautai, Kreis Kudirkos Naumiestis.
srš — alte Schriften (Wörter aus alten Schriften, bei denen keine Quelle angegeben ist).
Srv — Surviliškis, Kreis Dotnuva.
Ssk — Siesikai, Kreis Ukmergė.
Str — A. Strazdas (1763—1833), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften.
StrR — Antanas Strazdas, Raštai, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1952. (Skaičiai rodo puslapius.)
Sv — Svėdasai, Kreis Anykščiai.
Svn — Suvainiškis, Kreis Pandėlys.
Š — Lietuvių ir rusų kalbų žodynas. Sudarė D-ras J. Šlapelis. Vilnius, 1921. (Tuo pačiu ženklu žymimi žodžiai, paimti iš kitų J. Šlapelio žodynų ar iš jo lapelių, kur nenurodytas šaltinis.)
Šauk — Šaukėnai, Kreis Užventis.
Šd — Šeduva.
Šil — Šilavótas, Kreis Prienai.
Škn — Šakýna, Kreis Žagarė.
Šl — Šiauliai.
Šlap — Šlapabėržė, Kreis Dotnuva.
Šlv — Šiluva, Kreis Tytuvėnai.
Šš — Šašuoliai (Šešuoliai), Kreis Ukmergė.
Šts — Šatės, Kreis Skuodas.
Šv — Švėkšna, Kreis Priekulė.
TDr — Volkskundliche Arbeiten, Bde. I—VI, Veröffentlichung des Litauischen Volkskundearchivs. 1935—1939. (Die Zahlen bezeichnen Bände und Seiten.)
Tl — Telšiai.
t. p. — dasselbe, dieselbe Bedeutung.
TPrg — J. Tumas-Vaižgantas, Pragiedruliai.
Trgn — Taurāgnai, Kreis Utena.
Trk — Tirkšliai, Kreis Mažeikiai.
tsp — sowjetische Presse, wenn keine Quelle angegeben ist.
TTSon — Teofilis Tilvytis, Sonette über das Glück, Staatlicher Verlag für Belletristik, 1951. (Die Zahlen geben die Seiten an.)
Tvr — Tverečius, Rajon Ignalina.
TŽ — Volk und Wort. Herausgabe der Fakultät für Geisteswissenschaften, Hefte I—VII. (Die Zahlen geben Hefte und Seiten an.)
Up — Upyna, Rajon Skaudvilė.
Upn — Upninkai, Rajon Jonava.
Ut — Utenà
Užp — Užpaliai, Rajon Dusetos.
Užv — Užventis.
V — M. Valančius (1801—1875), ein Wort oder Satz aus der Sprache seiner Schriften.
Vad — Vadōkliai, Rajon Ramygala.
Vb — Vabalninkas.
VD — A. Vireliūnas, Lieder der Kupiškėner (siehe Tauta ir žodis, Hefte III und IV. Die Zahlen geben die Liednummern an.)
Vdk — Vidūklė, Rajon Raseiniai.
Vj — Vajašiškis, Rajon Zarasai.
Vķš — Viekšniai, Rajon Akmenė.
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Page 34Vlk — Valkininkai, Kreis Eišiškės.
VnclR — A. Venclova, Rinktinė, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1950. (Skaičiai rodo puslapius.)
VnlP — A. Vienuolis, Puodžiūnkiemis, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1952. (Skaičiai rodo puslapius.)
VnlU — A. Vienuolis, Užžėlusiu taku, Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1946. (Skaičiai rodo puslapius.)
VoL — E. Volteris, Lietuviška chrestomatija, St. Peterburgas, 1904. (Skaičiai rodo puslapius.)
VP — M. Valančius, Patarles Žemaičių, Tilžėje 1867. (Skaičiai rodo puslapius.)
Vrb — Virbalis, Kreis Kybartai.
Vrn — Varėna.
Vs — Veisiejai.
Vvr — Veiviržėnai, Kreis Priekulė.
Vžns — Vyžuonos, Kreis Utena.
Zt — Zietela (Belarussische SSR).
ž. — žemaitischer Dialekt (Dialekte).
Ž — Žemaitė-J. Žymantienė (1845—1921), ein Wort oder Satz aus der Sprache ihrer Schriften.
Žg — Žagarė.
Žln — Žilinai, Kreis Daugai.
Žr — Zarėnai, Kreis Telšiai.
ŽR — Žemaitė, Raštai, I—IV t., Valstybinė grožinės literatūros leidykla, 1948. (Skaičiai rodo tomus ir puslapius.)
Žž — Žiežmariai, Kreis Kaišiadorys.
Adverbialisierung des Genitivs Singular und Adverbien mit den Formantien -(i)o, -(i)os, -ės im modernen Litauischen
К. УЛЬВИДАС
Zusammenfassung
1. Obwohl im modernen Litauischen Fälle eines adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Genitivs Singular deutlich häufiger vorkommen als Fälle eines adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Nominativs Singular, gehört auch der Genitiv Singular zu den Kasus, die keine ausgeprägte Neigung zur Adverbialisierung zeigen. Die vergleichsweise geringe Neigung des Genitivs Singular zur Adverbialisierung erklärt sich durch seine stark ausgeprägte Objektbedeutung sowie dadurch, dass für ihn die adverbiale Funktion nicht charakteristisch ist. Zum Ausdruck adverbialer Beziehungen werden im modernen Litauischen häufiger Genitiv-Singular-Konstruktionen mit Präpositionen verwendet.
2. Die wichtigste und unerlässlichste Voraussetzung für die Adverbialisierung des Genitivs Singular wie auch anderer Kasus ist die adverbiale Funktion. Der Genitiv Singular wird häufiger in der Funktion einer Bestimmung der Art und Weise adverbialisiert, was auch die Ergebnisse der Adverbialisierung selbst bestätigen: Bei den mit dem Genitiv Singular korrelierenden Adverbien tritt die Bedeutung der Art und Weise häufiger auf als eine temporale oder lokale Bedeutung. Darüber hinaus weisen Adverbien dieses Typs mit der Bedeutung der Art und Weise unter den übrigen auch einen höheren Grad an Adverbialität auf.
3. Aus dem Genitiv Singular hervorgegangene Adverbien werden häufiger in den Dialekten als in der Literatursprache verwendet. In den meisten Fällen korrelieren sie mit Substantiven und Adjektiven. Die übrigen Wortarten beteiligen sich nur sehr geringfügig
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Page 35an der Bildung dieser Adverbien. So wurden in der Geschichte der litauischen Sprache von allen Genitiv-Singular-Formen der Pronomen nur die Formen kŏ „was“, tŏ „dessen“ adverbialisiert (die zweite nur in Fällen, in denen sie mit der Präposition dėl „für“ oder mit anderen Wörtern gebraucht wurde, die mit der Genitiv-Singular-Form zu einem Wort verschmolzen waren). Am häufigsten sind Bildungen mit Stämmen auf (i)a- und (i)o-; andere Stämme sind sehr selten oder kommen überhaupt nicht vor.
4. Synthetische (einfache, präfigierte, aus zwei Wurzeln oder Stämmen bestehende sowie aus festen Wortverbindungen entstandene) Adverbien, die mit dem Genitiv Singular korrelieren, sind weniger produktiv als analytische Adverbien, die aus dem Instrumental Singular mit den Präpositionen iš „aus“, ant „auf“, bè „ohne“, ik(i) „bis“, lig(i) „bis“, nuo „von“, pō „nach“, prie „bei“, už „hinter“ hervorgegangen sind. Die Adverbialisierung von Präpositionalfügungen wird nicht nur durch ihren intensiven Gebrauch in adverbialer Funktion ausgelöst, sondern auch durch die lexikalische Bedeutung ihres Hauptbestandteils – des Genitivs Singular: Präpositionalfügungen, die in adverbialer Funktion gebraucht werden, adverbialisieren leichter, wenn ihr Hauptbestandteil eine allgemeinere, abstrakte Bedeutung hat oder wenn sie die übertragene Bedeutung einer phraseologischen Verbindung annehmen. Eine Genitivkonstruktion mit Präposition, die intensiv in adverbialer Funktion gebraucht wird, verändert ihre Semantik: Sie lexikalisiert sich und erhält im Zuge der Adverbialisierung die Bedeutung eines einzelnen Wortes. Solange eine solche Konstruktion noch nicht adverbialisiert ist, kann ihr Hauptbestandteil (der Genitiv Singular) eine Bestimmung bei sich haben.
5. Unter allen adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Genitiv-Singular-Konstruktionen mit Präposition zeichnen sich die Konstruktionen mit der Präposition iš „aus“ durch ihre große Zahl aus; sie haben meist temporale, lokale-räumliche sowie Art-und-Weise-Bedeutungen. Ziel- und Kausalbedeutungen kommen hier nicht vor. Als Hauptbestandteile von Adverbien, die aus Genitiv-Singular-Konstruktionen mit Präpositionen hervorgegangen sind, treten am häufigsten Substantive und substantivierte Adjektive (sowohl einfache als auch pronominale) auf; wobei der Substantivierungsprozess bei adjektivischen Bestandteilen aller Wahrscheinlichkeit nach gleichzeitig mit ihrer Adverbialisierung erfolgt. Bemerkenswert ist, dass sich hier Adverbien, deren Hauptbestandteil ein Adjektiv und kein Substantiv ist, durch eine ausgeprägtere Adverbialität auszeichnen.
6. Einige Adverbien, die aus Genitiv-Singular-Konstruktionen mit der Präposition iš „aus“ hervorgegangen sind, weisen zahlreiche Varianten mit derselben Wurzel und gleicher oder ähnlicher Bedeutung auf (so werden beispielsweise neben dem Adverb iš mažens „seit frühester Kindheit“ in den Dialekten mehr als 20 Varianten verwendet). Dies erklärt sich nicht nur durch die dialektale Zersplitterung, sondern oft auch durch stilistische oder reimrhythmische Erwägungen.
7. Neben vollständigen adverbialisierten Präpositionalfügungen werden auch solche gebraucht, deren Hauptbestandteil verkürzt ist. Gerade diese letzteren Konstruktionen zeichnen sich durch die stärkste Adverbialität aus, da hier nicht nur die Kasusbedeutung des Hauptbestandteils „verblasst“ ist, sondern auch ihr formales Kennzeichen – die Endung – weggefallen ist. Mit dem Wegfall der Endung verschmilzt die Präposition gewöhnlich mit dem Hauptbestandteil zu einem Wort. Es ist zu beachten, dass der Wegfall der Endung des Hauptbestandteils auch eine zuvor nicht adverbialisierte Genitiv-Singular-Konstruktion mit Präposition unmittelbar in ein Adverb verwandelt (vgl.: pavąsarį < nuo pavasario „seit dem Frühling“, nuotolaik < nuo to laiko „seit jener Zeit“ usw.).
8. Von Adverbien, die mit dem Genitiv korrelieren, sind Adverbien mit den Formantien -(i)o, -(i)os, -ės zu unterscheiden. Diese Formantien können nicht nur auf die Endungen des Genitivs Singular, sondern auch auf die Endungen anderer Kasus des Singulars und Plurals (Inessiv Singular, Instrumental Plural) zurückgehen. Außerdem sind Adverbien mit diesen Formantien in vielen Fällen aller Wahrscheinlichkeit nach als Ergebnis einer Wortbildung nach dem Muster bereits in der Sprache vorhandener Beispiele zu betrachten. Während einige Adverbien mit diesen Formantien mit Substantiven, Adjektiven und anderen flektierbaren Wörtern korrelieren, tun dies andere
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Page 36ist allgemein bereits schwer mit irgendeinem flektierbaren Wortartglied in Verbindung zu bringen (vgl.: darō „jetzt“, anaurēlios „damals, damals“).
9. Neben Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ēs werden in den Dialekten viele Varianten mit denselben Wurzeln verwendet, die den ersteren bedeutungsmäßig identisch oder ähnlich sind. Die Vielfalt der Adverbien mit denselben Wurzeln zeugt von der Flexibilität ihres Wortbildungssystems und von ihrem Reichtum. In Fällen, in denen diese Varianten bedeutungsmäßig völlig übereinstimmen, haben im literarischen Gebrauch diejenigen Vorrang, die in der Allgemeinsprache am weitesten verbreitet und bekannt sind.
10. Der Gebrauch von Adverbien mit den Formanten -(i)o, -(i)os, -ēs unterscheidet sich in der Literatursprache einerseits und in der volkstümlichen Umgangssprache andererseits: In der Literatursprache kommen diese Adverbien selten vor; außerdem gibt es hier nur wenige ihrer Varianten mit denselben Wurzeln.