Page 1LIETUVIŲ KALBOS GRAMATINĖ SANDARA LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
WUNSCHSÄTZE
V. VAITKEVIČIŪTĖ
Mit Wunschsätzen äußert der Sprecher einen Wunsch oder bringt sein Wohlwollen und seine Zustimmung dazu zum Ausdruck, dass eine Handlung stattfindet oder nicht stattfindet, ohne den Hörer jedoch zu aktivem Handeln anzuregen. Wunschsätze sind eine Untergruppe der Aufforderungssätze. Mit ihnen können Zustimmung, Wunsch und gute Wünsche (oft mit emotionaler Färbung) ausgedrückt werden.
Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen die grammatischen (morphologischen und syntaktischen) sowie lexikalischen Mittel der Wunschsätze, die die strukturelle Grundlage für den Ausdruck verschiedener modaler Nuancen bilden1.
Durch Wunschsätze wird Zustimmung dahingehend ausgedrückt, dass der Sprecher einer ausgeführten oder geplanten Handlung nicht widerspricht, nachgibt oder ihr gegenüber völlig gleichgültig ist, jedoch keine direkte aktive Aufforderung zum Ausdruck bringt.
In Wunschsätzen dieser Art werden verwendet:
a) Verschiedene synthetische Formen des Wunschmodus.
Sei es, Eglužė, wie du es willst, — gestrandete Schiffe sollen die Ufer nicht betrüben. SNErP₁ 447. Sechs soll es sein! — fügte Veronė hinzu, — aber keinen Pfennig weniger! ŽemR I 275. Er mag sehen, er mag sich abmühen, denn es gibt für ihn keine größere Freude, als jemandem aus der Not zu helfen oder einem Menschen etwas Gutes zu tun. ŽemR I 155. Nun gut, es sei, wie du willst. BalčHP 219. Möge jener Gottesgnadendieb zugrunde gehen. BaltRn 233. Die Leute sollen reden, was sie wollen. VienR I 265. Sollen sie sich doch mit ihren Brettern abfinden! Mögen die Stürme ihre bittere Trauer ausheulen! Mögen die Hörner des Herbstes ertönen! SNErR I 161.
b) Verschiedene analytische Formen des Wunschmodus mit dem Partikel tegu(l). Der logische Akzent liegt in diesem Fall auf dem Partikel tegu(l).
Es sei, wie du sagst, Herr! BalčHP 134. Mögen sie sich doch austoben!.. Gud-GuzKIT 114. Wer will, der soll gehen. SimonP 219. Warum streiten wir hier wegen der Tiefen der Eingeweide (wegen Nichtigkeiten)? Es sei auch dein Recht. (Dbk) LKŽ III 301. Es sei denn auch euer Recht. SruogR IV
1Die Intonation der Wunschsätze, die oft eine entscheidende Rolle bei der Unterscheidung einer Aufforderungsart von einer anderen spielt, wird die Autorin in einem eigens diesem Zweck gewidmeten Artikel untersuchen.
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Page 229. Seien es zehn oder elf Mädchen – das macht einen Unterschied – und das zwölfte wird ein Sohn sein, und damit basta! KrėvŠP 283.
In einigen Dialekten und in den Schriften mancher Schriftsteller wird in diesen Fällen anstelle der Partikel tegu(l) tai. verwendet.
Lass ihn schreien (weinen), wenn er will. Užv. Wenn er wegfährt, soll er eben fahren. Yl. Er soll gehen, wenn man ihn doch ruft! Jnš. Diesmal wird dir schon Recht gegeben. Skn. Er soll ruhig alles verkaufen, wenn er will, aber die Weide geben wir nicht her; wir gehen den Käufern mit Dreschflegeln und Knüppeln entgegen – sie sollen nur versuchen, hier einzudringen! LzP I 328.
c) Formen der dritten Person im Präsens oder Futur des Indikativs mit der Partikel te.
Möge ich wie der Regen sein, möge die Nacht mich begleiten wie die flatternden Vögel – wenn nur die schönen Sterne leuchten, damit der Morgen für die Seele anbricht! SruogR I 73. So sei es. Eglūže, ja, wie du es willst, sollen die Schiffe zerschellen, ohne die Ufer zu betrüben. S.NėrP₁ 447.
Zum Ausdruck der Zustimmung in Wunschsätzen werden auch lexikalische Mittel verwendet: die Formen der zweiten oder dritten Person Singular oder Plural im Präsens und Futur des Verbs galėti, die Bestandteil des Prädikats sind.
Wenn du willst, kannst du gehen. BalčGP 233. — Ich möchte beim Gehen noch eine Pfeife rauchen. — Du kannst ruhig drei rauchen, antwortete der König, aber glaub nicht, dass ich dir das Leben schenken würde. BalčGP 256. Kann auch sein, dass er nicht zurückkommt, murmelte Manečka und ging, ihre neuen Kleider rascheln lassend, ins Haus. VienR III 106. Sie können sich die Haare nicht mehr schneiden lassen – Sie können lange Haare tragen. SruogDM 191. Nun werde ich dich nicht mehr als Mädchen behandeln; du kannst mit uns am selben Tisch essen, kannst mit mir auch zur Kirche fahren und musst nicht mehr zu Fuß gehen. Du kannst auch mit mir in derselben Bank sitzen. SimonP 28. Sie können jede Woche schreiben und Briefe erhalten (bis jetzt schrieben und erhielten wir wie alle anderen alle zwei Wochen kurze Briefe). SruogDM 191. Wenn er will, kann er ja fahren. Brt.
Zustimmung mit einer deutlich gleichgültigen Färbung wird dadurch ausgedrückt, dass in einem Satzglied eine Imperativform und im anderen die Präsensform der zweiten Person des Verbs norėti verwendet wird.
Versuch es, wenn du willst. SruogR IV 55. Wenn du willst, geh allein mit der Axt, das Pferd bleibt zu Hause. KrėvRg 123. Und du, wandte er sich an Kukis, ob du nun glaubst oder nicht. KrėvRg 139.
Zustimmung wird auch durch unvollständige Sätze ausgedrückt, deren strukturelle Grundlage die Partikel tegu(l). bildet.
— So sei es! — sagte Ilžė zu sich selbst. — Auch meine Stunde wird kommen. SimonP 236. [Barbora] Ach nein! Nicht nötig! Ich habe es nicht verdient... So sei es! Ich will nicht den Titel einer Königin. SruogR IV 464. Schließlich musst du dann neue kaufen, nicht für jemand anderen. — So sei es! Aber von heute an ist es für sie aus! KrėvŠP 92.
In Wunschsätzen mit der Bedeutung eines Wunsches äußert der Sprecher seinen Wunsch, sein Verlangen oder sein Begehren danach, dass eine Handlung stattfindet oder nicht stattfindet. Das Element des Willens ist hier sehr schwach ausgeprägt.
In Wunschsätzen mit der Bedeutung eines Wunsches werden verwendet:
a) Formen des Konjunktivs mit der Partikel kad.
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Page 3Wenn wir nur nicht vergessen würden, es ihm zurückzugeben. ŽemR I 421. Wenn doch das Spielzeug nur so hell wie ein flimmernder Stern geleuchtet hätte! MainRR I 194. Wenn es doch nur gut ausginge! BalčHP 266. Dass mich doch die Angst packte! BalčGP 14. O, hätte ich doch ein Kind, weiß wie Schnee, rot wie Blut und mit so schwarzen Haaren wie der Rahmen dieses Fensters! BalčGP 113. Diese Brust ist vom Becher voll, ach, wäre es doch der letzte! SNėrR I 47. Das Glück verfliegt, meine Tage verfliegen – könnte ich ihnen doch die Hand reichen! SNėrR I 231. O, klopfte es doch leise an das Haus, in die Langeweile grauer Stille hinein!.. MiežSG 227.
Es gibt Beispiele, in denen ein Wunsch ohne Konjunktiv, lediglich mit der Partikel kad. ausgedrückt wird.
Möge Gott es aus deinem Mund in sein Ohr aufnehmen. Ds. Wenn es doch wenigstens ein Stückchen Erde gäbe! SNėrR I 216. Wenn es doch wenigstens ein Tröpfchen Glück gäbe! SruogR III 139. Herr, wenn es doch wenigstens schneller ginge, wenn es doch wenigstens schneller ginge, irgendein Ende nähme... VienR I 319. Wenn man doch so Hunderter auf Zinsen ausleihen könnte!.. ŽemR I 168. — Ach, hätte ich doch solche Stiefel! — rief der Alte begeistert, als er ein Paar Stiefel unter dem Bett hervorgeholt hatte. VienR III 49.
b) Formen der 3. Person Singular des Präsens oder Futurs im Indikativ mit der Partikel te.
Möge künftig eine festere Hand uns halten! VenclRn 245. Möge die ganze Welt für immer wissen, was das Herz und die Hände unserer Völker vermögen! VenclRn 233. Mehr Licht! Mehr Getreide und Stahl! Mögen die Tränen einer unerschöpflichen Quelle die glühende Feuerstätte überfluten. SNėrR I 264. Möge das Brot zu Stein werden und die Tage zu sternlosen Nächten — möge schwarzer Pesttod jene treffen, die uns die Freiheit nehmen wollen. SNėrR I 330. Möge noch ein Tropfen klangvoll in den randvollen Inhalt unseres Bechers fallen. Myk-PutP 65. Mögen die Blutflecken bald abgewaschen sein – schreitet dem Glück entgegen, alle freien Völker! Myk-PutP 224. Mögen die Mörder für alle Zeiten von der Menschheit verflucht sein! VenclRn 236.
c) Halbe-Past-Adverbialpartizipien mit der Partikel kad.
Wenn ich doch ganz mit dem Rauchen aufhören könnte! (Lkš) LKŽ III 61. — Wenn ich es doch rechtzeitig schaffte, sagte sie leise. BaltPV I 287. Wenn ich doch jetzt etwas zum Knabbern bekäme! BalčGP 260. — Wenn wir doch zu Abend gegessen hätten! — rief der Hahn. BalčGP 81. Wenn ich doch so schön auf einem guten Hengst reiten könnte! CvR I 108. Wenn ich doch nur schneller von hier wegkäme, dachte sie und spürte, wie ihr ganzer Körper zu zittern begann. BaltRn 8.
Gelegentlich wird ein Wunsch lediglich durch ein Halbe-Past-Adverbialpartizip ohne die Partikel kad. ausgedrückt. In solchen Fällen treten im Satz mit den Adverbialpartizipien verbundene Fügungen auf, die quantitative Beziehungen ausdrücken.
Wenn wir doch wenigstens ein paar Kilometer weiter von der Landstraße wegkämen! SruogDM 527. Wenn wir doch irgendwie noch diese zwanzig Minuten durchhielten – dann wären wir gerettet! SruogDM 530.
In schriftlichen Texten wird der Wunsch nur sehr selten mit dem Infinitiv des Verbs und der Partikel kad. ausgedrückt.
Dass ich doch so eine Fahrt machen könnte – der Gedanke geht ihm durch den Kopf. BilR I 161. O, wenn man die Sehnsüchte irgendwo begraben könnte! O, wenn man die Sehnsucht doch nur nicht mehr spürte! SruogR I 138.
Die Infinitivkonstruktion mit der Partikel kad wird zu diesem Zweck in der Umgangssprache nicht verwendet und ist für die Schriftsprache nicht zu empfehlen.
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Page 4d) In der Poesie wird häufig der Infinitiv verwendet, um einen Wunsch auszudrücken, der in ein Verlangen übergeht.
Und den teuersten Hafen zu sehen, der Litauen heißt! SNėR I 333. Wenn ich doch nur einen Sommer hier verbringen könnte! SruogR III 139. Möge ich doch bald über dem schwarzen Ozean den ersten weißen Vogel treffen! Mvk-PutP 63.
Bei Wunschsätzen mit der Bedeutung eines Wunsches wünscht der Sprecher dem Gesprächspartner oder durch ihn einer anderen Person etwas. Wünsche tragen stets einen Beiklang des Begehrens oder der Zustimmung. Der Kontext und die Intonation können helfen, die Bedeutungen zu unterscheiden.
In Wunschsätzen, die einen Wunsch ausdrücken, werden häufig dieselben grammatischen und lexikalischen Mittel verwendet wie in den oben genannten Sätzen mit anderen Bedeutungen.
a) Analytische Formen des Wunschmodus mit der Partikel tegu(1). Möge es ihnen nur gut gehen, möge der liebe Gott helfen. BaltRn 238. Möge Gott deiner Mutter ein langes Leben schenken. SimonP 21. Gestern beim Herrn, heute beim Herrn, mögen alle Krankheiten den Herrn befallen. LTRn 162. [Hortenzija] Soll sie sich doch aufhängen – eine Bessere gibt’s nicht, ich brauche so eine nicht. SruogR IV 471. Möge die Pest euch, ihr Verfluchten, von der Erde hinwegraffen! SNėR I 304. Mögen sie alle saufen, solche Schurken. SruogDM 434.
Wünsche, die mit einem Nominativ eines Nomens und der Partikel tegu(1) oder mit der Präsensform der dritten Person des Verbs imti und einem Nominativ ausgedrückt werden, sind erstarrt und zu Phraseologismen geworden.
Hinschauen, lächeln und leise seufzen: mögen die Götter dich, mögen die Götter dich... Mvk-PutP 135. — Zum Teufel mit ihnen... Ich bin so müde... — sagte sie, als sie sich setzte. ŽemR I 322. Mit diesem Getränk – zum Donner damit! (Er) LKŽ III 576. Mögen ihn die weißen Äcker hinwegraffen! SLT 393. Mögen sie von kalten Tagen dahingerafft werden. SLT 393. Möge ihn das Ende ereilen. KrėvSP 140. Mögen die Götter diese Schulden eintreiben! KrėvSP 223.
In den Dialekten kommen erstarrte Wünsche mit einem Nominativ eines Nomens und der Partikel ma. vor.
Mögen ihn die Baumstümpfe holen! Skr. Möge dich der Teufel holen! Brt. Möge ihn das Ende ereilen! Plv.
b) Formen der dritten Person des Präsens oder Futurs im Indikativ mit der Partikel te.
Möge es euch für alle Zeiten an Glück nicht mangeln, Polen, Litauen! VencI Rn 283. Möge der Tod selbst, der schwarze, mit den Raben sterben! SruogR I 59. Möge der Himmel über ihn hereinbrechen! SNėR I 439. Möge die Erde ihn verschlingen! SNėR I 439. Verflucht sei er, wenn er sie nicht aus der Sklaverei befreit! SruogR III 13.
c) Die Singular- und Pluralformen der zweiten Person des Konditionals mit der Partikel kad sowie die Form der dritten Person mit der Partikel kad.
Er presst die blutige Erde an die Lippen und sagt sterbend, nachdem er sie geküsst hat: — Mögest du Schmerz und Leid ertragen, mögest du Not und Tod überwinden, mögest du nicht weinen müssen. Wie hier für mich; mögest du keinen Schmerz erfahren, möge dich der Pflug, nicht die Bombe, aufreißen, mögest du Roggen und Weizen anbauen, möge man dein klares Wasser trinken, mögest du
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Page 5mögest du einen Stern erstrahlen lassen, mögest du Schmerz und Leid überwinden, mögest du erleben, wie die Menschen das sonnige Frühlingsfest feiern, pflügen und säen, nachdem sie den Schmerz ertragen haben, mögest du lieben, mögest du blühen, mögest du durchhalten, mögest du leben, Erde!.. MiežSG 21. Mögest du am Galgen enden! (B) SLT 390. Mögest du zugrunde gehen (verschwinden)! (Rod). LKŽ III 682. Mögest du dir den Kopf abreißen! (Ds) LKŽ III 77. Mögest du lebendig verwesen! (Prn) LKŽ III 362. Tpru, tpruu... mögest du verrecken, mögest du versinken! VienR I 104. Möget ihr euch irgendwo das Genick brechen! BalčGP 321. Ich werde dir nicht wegen dieses Trottels nachgeben, mögen euch die Tage nicht mehr reichen! ŽemR I 173—174. Möge dich der Blitz zerschmettern. SLT 529. Möge jener als Stein daliegen (zu Stein werden). (Rod) LKŽ III 717. Komm her, mögen dich die Falken davontragen! KrėvŠP 44. Mögen die Teufel sie alle irgendwohin entführen! SruogR IV 443.
Manchmal werden Wünsche ausschließlich mit Formen des Konjunktivs ohne die Partikel kad. ausgedrückt.
Mögest du verrecken! SruogR IV 373. Mögest du mit einem solchen kalten Winter zugrunde gehen! (rš) LKŽ III 42. Ach, mögest du es nicht mehr erleben, du Eidechse! SruogR IV 428. Pfui, mögest du es nicht mehr erleben! SruogR IV 425. Pfui, möge dich die Pest packen. BaltRn 259. Möge ein solches Leben verschwinden! Gud-GuzKIT 106.
Mit festen Wendungen aus einem Nominativ eines Nomens und der Partikel kad wünscht man gewöhnlich jemandem etwas Schlechtes.
Mögest du vom Donner zerschmettert werden! (Pn) LKŽ III 576. Mögest du blind werden! Mögen die Teufel dich holen! SLT 395.
Schlechte Wünsche, die mit den Partikeln tegu(l), kad, ma, geäußert werden, sind größtenteils bereits erstarrt und zu Sprichwörtern und stehenden Redensarten geworden. Ihre Wunschbedeutung ist darin bereits stark verblasst.
d) Synthetische Formen des Optativs:
O Herr, möge der Prophet dir Kraft geben. BalčHP 61. Es lebe der neue Königssohn! BalčHP 97. Mögen eure Hände verdorren, wenn ihr sie gegen Kinder erhebt. MiežPŽ 54. Möge ihm weder die Erde noch eine Frau Frucht bringen – so möge es in allen Moscheen und Versammlungen heißen. VienR I 146. Möge ihn in den Bergen auf seinem müden Pferd ein Sturm ereilen!.. VienR I 146.
Wunschsätze bestimmter Bedeutung, in denen an erster Stelle eine mit der Partikel te, gebildete Optativform des Verbs steht, können, wenn sie mit einer bestimmten Intonation gesprochen werden, zu einem Schlachtruf werden.
Es lebe die proletarische Revolution! Gud-GuzKIT 139. Es lebe die Weltrevolution! Gud-GuzKIT 213.
Wünsche werden auch durch sogenannte unvollständige, nominativische oder subjektlose Sätze ausgedrückt, deren strukturelle Grundlage der Nominativ eines Substantivs, der Genitiv eines Nomens, der Akkusativ eines Substantivs mit der Präposition „in“ oder ein Adverb bildet.
Tod den Eindringlingen! Tod!.. VienPL 48. Wehe dann, sage ich euch, ihr Verfluchten, wehe! VienR I 33. — „Auf viele, viele Jahre!“ beendete der Priester seine Ansprache und hob den Kelch auf das Wohl des Brautpaares. VienR III 190. Viel Glück! Myk-PutP 65. Gute
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Page 6Viel Glück, Väterchen! (trš). Viel Glück, junge Freunde. (trš). Gute Reise. Guten Appetit. Zum Wohl, lieber Verwandter! SimonVK I 335. Zum Wohl! SruogR IV 215. Auf die Fülle. Brt. — „Gute Reise!“ rief ihm Pagirys mit letzter Kraft zu, doch der Lehrer hörte ihn schon nicht mehr: aufmerksam nach vorn blickend kroch er auf dem Grund des Grabens entlang und dachte nur: „Nicht verpassen! Nicht verpassen!“ Gud-GuzKIT 399. Gute Reise! VienR VII 423.
Gute Wünsche können auch durch Interjektionen oder ihnen ähnliche Wortverbindungen ausgedrückt werden. Mit diesen Mitteln geäußerte Wünsche sind bereits völlig erstarrt und zu gewöhnlichen Gruß- oder Abschiedsworten geworden, die heute kaum noch eine konkrete Wunschbedeutung haben.
Na, dann leb wohl! KrevŠP 76. Leb wohl, leb wohl, du Wald der Götter! SruogDM 443. Leb wohl, du Sonnenschein! SruogR I 92. Gute Nacht, bleib, lieber weißer Gast. SNėrR I 27. Gott helfe dir, Dauny! MarcinkKP 7. Sei gegrüßt, Vilius! SimonVK I 334. Seid gegrüßt, Freunde! — begrüßte Mykolas die Versammelten. VnlP 501. Bleibt gesund, liebe Täubchen! VaižgRR I 253. Gott helfe Ihnen, Herr Katinauskas! LTt 280. Gott helfe. SLT 389. — Mit Gott! — der Hausherr hieb mit der Peitsche. BaltPV I 29. — Mit Gott, mit Gott, — antwortete die Mutter. BaltPV I 29. Guten Morgen, Romai! MarcinkPKJ 13. Guten Abend! SNėrR III 23. Guten Tag. VienR VII 421. Sei gesund, Jugend Litauens! SNėrR I 366. Sei gegrüßt, liebliche Sonne des Morgens, du strahlende Mutter reiner Freude! Myk-PutP 75. Gesegnet seist du, mein Kind! Ihr Blutsauger, verflucht seid ihr für die geraubte Sonne! Für alle Ewigkeit sollt ihr auf der ganzen Welt verflucht sein! SNėrR I 304. — Seid verflucht! Verflucht... — schrie der Unglückliche, als er vom Berg in den Abgrund stürzte. VienR I 31. Sei verflucht!.. Ach! Verräterische Tochter. SNėrR I 441.
AUFFORDERUNGSSÄTZE, DIE WÜNSCHE AUSDRÜCKEN
В. ВАЙТКЯВИЧЮТЕ
Zusammenfassung
Mit Aufforderungssätzen dieser Art äußert der Sprecher seine Wünsche, sein Wohlwollen oder seine Zustimmung dazu, dass eine Handlung stattfindet oder nicht stattfindet, fordert den Zuhörer jedoch nicht zur aktiven Teilnahme auf. Der Artikel richtet sein Hauptaugenmerk auf die grammatischen (morphologischen und syntaktischen) sowie lexikalischen Mittel, die zum Ausdruck von Aufforderungen – Wünschen unterschiedlicher Bedeutungen – verwendet werden. Die Intonation dieser Sätze wird die Autorin in einem gesonderten Artikel untersuchen.
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