Page 1LIETUVIŲ KALBOS GRAMATIKOS TYRINĖJIMAI
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
MORPHOLOGIE DES SÜDLICHEN DIALEKTS DER OSTHOCHLITAUISCHEN MUNDARTEN
(Substantiv, Adjektiv, Zahlwort, Pronomen, Verb)
K. MORKŪNAS
Šis darbas yra prieš keletą metų (1961) apie Pabaisko, Pašilės (Ukmergės r.), Čiobiškio, Gėlvonų, Musninkų, Viesų (Širvintų r.) apylinkių tarmę (tiksliau – šnektą) parašytos monografijos dalis. Pirmoji monografijos dalis, kurioje aprašyta tarmės fonetinė sistema, taip pat detaliau nurodytas tarmės plotas ir ribos, yra paskelbta anksčiau1. Pora mažesnių straipsnių paskelbta ir iš morfologijos. Šiame darbe jau skelbti dalykai nekartojami, būtinais atvejais tiktai nurodoma ankstesnės publikacijos.
Das Hauptaugenmerk gilt dem morphologischen System der Mundart und der Darlegung der Fakten; auf weiterführende Erläuterungen zu ihrer Herkunft wird meist verzichtet. Dies geschieht sowohl aus Platzgründen als auch deshalb, weil die Herkunft morphologischer Erscheinungen in vielen litauischen Mundarten (darunter auch solcher, die für den südlichen ostlitauischen Dialekt charakteristisch sind) bereits in einigen in den letzten Jahren erschienenen grundlegenden Werken recht ausführlich behandelt worden ist2.
SUBSTANTIV
1. Allgemeine Bemerkungen
Genus. § 1. a) Maskulinen sind überwiegend die sogenannten (i)a-Stamm-Substantive, z. B.: dūgnas, guolis, svėčis ~ svėčius, žvirblis ~ žvirblỹs. Teilweise oder vollständig sind auch nicht zahlreiche maskuline Substantive mit i-, (i)u- und konsonantischen Stämmen in die (i)a-Stämme übergegangen, z. B.: unglis ~ anglis, vagis, dungùs ~ dangùs, sūnas ~ sūnus, sūkčis ~ sūkčius; akmuo, pemuo ~ piemuõ, tešmuõ (vgl. auch §§ 13–16).
Männliche Personen können auch durch einzelne Substantive mit o- und ē-Stamm bezeichnet werden. Meist handelt es sich um Personennamen, z. B.: (Vornamen) ãleksa „Aleksas“, vínca „Vincas“, žigma „Zigmas“; (Familiennamen) avižà ~ Avižà, dúda ~ Dū̃da (|| dúdas ~ Dū̃das, vgl. dudai ~ Dūdai „Dorfname“), gineikà ~ Gineikà, vėgelė ~ Vėgelė. Gemeine maskuline Substantive mit diesen Stämmen sind selten, z. B.: barzáila ~ barzdylà, dėdė ~ dėdė.
1 Siehe „Lietuvių kalbotyros klausimai“, Bd. 3, Vilnius, 1960, S. 5–59. Außerdem wird dort (S. 5–6) auch die phonetische Transkription erläutert, in der die Phonetik der Mundart wiedergegeben ist. In dieser Arbeit werden die morphologischen Daten der Mundart im Wesentlichen in derselben Transkription dargestellt.
2Institut für Litauische Sprache und Literatur der Litauischen SSR, Akademie der Wissenschaften, Grammatik der litauischen Sprache, Bd. 1, Phonetik und Morphologie (Substantiv, Adjektiv, Numerale, Pronomen), Vilnius, 1965; Z. Zinkevičius, Litauische Dialektologie (Vergleichende Phonetik und Morphologie der Dialekte), Vilnius, 1966; Chr. S. Stang, Vergleichende Grammatik der baltischen Sprachen, Oslo – Bergen – Tromsö, 1966, u. a.
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Page 2b) Feminine Substantive sind Stämme auf (i)a, ė und i, z. B.: galvà, sáuje ~ sáuja, katė. Zu diesen Stämmen sind gewöhnlich auch die früheren Feminina mit konsonantischem Stamm übergetreten, z. B.: ausis, dukte (vgl. auch §§ 11, 12, 16).
c) Substantive des sogenannten gemeinsamen Geschlechts gibt es nur wenige. Eine etwas größere Gruppe bilden lediglich Wörter mit o-Stamm, z. B.: dvėsna, dvòkla, džùsna ~ džiusna, gniùsa ~ gniūsa „jemand, der bei der Arbeit langsam ist“, gvóša „Tölpel“, kemerėkla „jemand, der unbeholfen, ungeschickt ist“, kėrėpla, kevėrza, kìurza „Schmutzfink“, lepėiza „Tölpel“, nùrna, pikčiurna, ráira „Nichtsnutz, Schwätzer“, snūda ~ snūdà „Schlafmütze“, sùsnà (|| sùsna), švėna „jemand, der schvenoja (viel redet)“, vėpla, žópla.
Von den übrigen Stämmen kommen nur vereinzelte Wörter vor, mit denen gelegentlich Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts bezeichnet werden, z. B.: galvócis ~ galvóčius „jemand mit einem guten Kopf, der klug ist“ (jisai didelis galvócis; anà gerà galvócis), gudróčis ~ gudróčius (tokò gudróče neabgausi; nebūk tòke gudróčis); gerklõnas „jemand, der gewohnt ist, laut zu schreien und zu schimpfen“ (jisai toks gerklõnas; tòj boba tòke gerklõnas); ackalūnas ~ atskalūnas (jisai toks ackalūnas paždarė; anà tòke ackalūnas || ackalūne— nenòri su nieku giminiuotis), perėjūnas ~ perėjūnas (tasai vaikas tikras perėjūnas; tòj mergà tòke perėjūnas || perėjune); rekšnis ~ rėkšnys (der Junge ist ein rekšnis, aber das Mädchen wird noch größer, ein rekšnis || rekšnė); plūške ~ plūškė „Schwätzer“ (anà tòke plūške; neklausik kū tas plūškė || plūškis šneka), skrėšne ~ skrėšnė „Schmutzfink“ (anà tòke skrėšne; jisai toks skrėšne || skrėšnis), žnipīala ~ žnypėlė „jemand, der unbedeutend und klein von Wuchs ist“ (mòtina tòke žnipīala; kū jisai padarīs toks žnipīala).
Die Substantive des gemeinsamen Geschlechts im Dialekt sind überwiegend Ableitungen mit Suffixen; Präfixableitungen und Komposita kommen nur vereinzelt vor, z. B.: patérška „Schwätzer, -in“, naktibalda.
Substantive des gemeinsamen Geschlechts drücken gewöhnlich eine negative Einstellung gegenüber der angesprochenen Person aus.
Numerus. § 2. Neben Singular und Plural kommen in der Sprache der älteren Generation noch Dualformen vor. Doch hat auch die ältere Generation diese Formen nicht bei allen Stämmen und in allen Kasus bewahrt. Etwas häufiger wird nur der Akkusativ Dual der Substantive mit (i)a-Stamm verwendet, der zusammen mit du oder abu(du) steht, z. B.: du kartù atàlake (~ atàlėkė); kaũilam pa dù kùošiku umpìlau „den Schweinen habe ich je zwei Körbe eingefüllt“; abì maĩšù nupìrka; pa dù pė́du dēda; až dù ròžu ženíjus „ich habe zweimal geheiratet“; atàveže pér dien dù vežimù; ans narė́je, kàd abùdu vaikù paįimtumem; pė́rnii dù cañtnāru gavau „letztes Jahr bekam ich zwei Zentner“; pa dù rublių makė́je; vežikam dàve pa dù padelù (~ puodelių). Noch seltener sind Akkusativ-Dualformen der Substantive mit o-Stamm, z. B.: dvì diẽni laũkių (~ laũkiau); pìrka dvì kapì agùrku; dvì vagì iššvàre. Dualformen dieses Kasus bei anderen Stämmen sind überhaupt nicht belegt.
In erstarrten Wendungen (z. B. in manchen Sprichwörtern) kommen noch hier und da Nominativ-Dualformen vor, z. B.: abù galù tòku; saldù kaip dù medù; sù durnù — dù turù, sù plikù nér kò pėstis.
Dennoch verwenden auch die Dialektsprecher der älteren Generation (von den Jüngeren ganz zu schweigen) anstelle der genannten Dualformen überwiegend den Plural, z. B.: dù kartùs buvaũ; abù maĩšùs nupìrka…
Als Überreste des Duals gelten auch die heute gebräuchlichen Pluralformen des Dativs bei (i)a-Stämmen sowie die Dativ- und Instrumentalformen bei (i)o-, ė-, i- und u-Stämmen, ohne
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Page 3-s3, z. B.: (üblich) daržām, médžem ~ médžiam; (üblich, in.) galvóm, sáujem ~ sáujom; katėm, žėmem ~ žėmėm; ausim, ugnim; pelūm. Die Formen dieser Substantive in diesen Kasus mit -s werden im Dialekt ebenso wenig verwendet wie die Formen anderer flektierbarer Wortarten.
§ 3. Wie auch in der Literatursprache gibt es im Dialekt Substantive, von denen entweder nur Singular- oder nur Pluralformen gebraucht werden, z. B.:
a) Singulariatantum: pėnas, penėlis ~ pienėlis, malis ~ molys „Ton“; báila ~ báilė, kulž ~ kūlė „Zeit des Dreschens; Dreschgetreide“; ėdelas „Futter“, pėnelas „Nahrung, Futter“; snaudulis ~ snaudulys, graudulis ~ graudulys; gerùmas, kuntrumas ~ kantrumas; jaunùmė, mažumė: jaunātve ~ jaunātvė, senātve ~ senātvė; baltžemis, jedžemis ~ juodžemys „Schwarzerde“; papjūtė ~ papjūtė „Erntezeit“, pripratīs ~ pripratys „Gewöhnung“, šūopratis „Verständnis, Einsicht“;
b) Pluraliatantum: kailinei ~ kailiniai, kailinūkai, kailinōkai; dalibas ~ dalybos, radybas ~ radybos; spaudiklas ~ spaudykles „Nussknacker“; žabōklį ~ žabōkliai; krēkenas ~ krēkenos, rietenas ~ rietenos, šēlenas ~ šēlenos, smāgenas „Gehirn“, svaigenas ~ svaigenos „Rauschmittel“; muštnės ~ muštynės, žudnės ~ žudynės; pelasei ~ pelėsiai, plakesėi ~ plėkesiai „Schimmel“, rudesei ~ rudesiai „Rost“, dūmtuves ~ dūmtuvės, karštūves ~ karštuvės „Heizöfen“, skerštūves ~ skerštuvės; ataudai, iš(i)edas ~ išėdos, niūobaigas ~ niūobaigos, niūosedas ~ niūosedos, pagrėbstas ~ pagrėbstos „Zusammengeharktes“, pākritas ~ pākritos, pražvalg as ~ pražválgos.
Kasus. § 4. Neben den in der Literatursprache verwendeten Kasus gibt es im Dialekt auch einen direktiven Innenlokativ (Illativ). Die Formen dieses Kasus vertreten die präpositionale Konstruktion in der Literatursprache: in + Akkusativ.
Über die Kasusendungen, die für Wörter eines Stammes oder für Wörter bestimmter Stammgruppen charakteristisch sind, wird im Folgenden gesprochen. Hier sind lediglich die allen Stämmen gemeinsamen Merkmale zu nennen, nämlich:
1. Die Pluralformen des Vokativs stimmen stets mit dem Pluralnominativ überein.
2. Die Bildung der Lokativ- und Illativformen ist bei Substantiven aller Stämme (und anderen flektierbaren Wörtern) gleich.
Substantive der a-Stämme haben im Singular-Lokativ überall den Vokal -i (< *-ēn) ~ -e (vgl. § 6), während die Formen der anderen Stämme verkürzt sind (§§ 7–16). Die Plural-Lokativformen aller Stämme haben im Gebiet von Musninkai und Širvintos den Vokal -e (laukiuose, šakose), im Gebiet von Gélvonys und Pabaiskas dagegen den Vokal -i ~ -e (laukiuosi, šakōsi). Plural-Lokativformen ohne auslautenden Vokal kommen im Dialekt sehr selten vor, z. B.: laukios, šakos4.
Der Singular-Illativ aller Stämme endet auf -n (vgl. §§ 6–16). Die Plural-Illativformen sind nicht im gesamten Dialektgebiet einheitlich. Im östlichen und südlichen Teil – Graužiečiai, Krikštenai, Viešos, Kaimynėliai, Juknónys – werden überwiegend Formen mit -na verwendet, z. B.: kapióšna, sáujesna ~ sáujosna. Im Gebiet von Čiobiškis und Musninkai gibt es neben ihnen oder an ihrer Stelle auch folgende Plural-Illativformen: kapióšnan, rátasnan, šakōšnan, širdisnan oder (seltener) juknanišan ~ Juknónyšan, smailūosan ~ Smailiūosan, žāšlesan ~ Žāšliuosan. Im Gebiet von Gélvonys und Pabaiskas werden überwiegend Plural-Illativformen verwendet
3 Plg. J. Endzelīns, Latviešu valodas gramatika, Rīga, 1951, p. 405.
4 Ausführlicheres zu den Plural-Lokativformen des Dialekts siehe K. Morkūnas, Iš rytų aukštaičių tarmių daugiskaitos inesyvo formų istorijos, in: Lietuvių kalbos morfologinė sandara ir jos raida, Vilnius, 1964, S. 145 ff.
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Page 4sind: kapiosin, ratasin, šakosin, širdisin (sie wurden aus den Formen des Lokativs Pl. gebildet, indem an diese -n nach dem Illativ Sg. angefügt wurde).
Dasselbe ließe sich auch über die Postpositionen der Lokativ- und Illativformen aller übrigen flektierbaren Wortarten und ihre Verbreitung sagen.
Stamm. § 5. In der Mundart sind von den Substantiven mit (i)u- und konsonantischen Stämmen nur noch Reste vorhanden. Auch Wörter mit i-Stamm aus bestimmten Gruppen gehen in andere Stämme über. Das regelmäßige Vermischen der Substantivstämme wird im Kapitel „Deklination“ (§§ 11—16) deutlicher hervortreten. Hier erwähnen wir nur einzelne Wörter, die in der Mundart einen anderen Stammvokal haben als im Litauischen. Zum Beispiel:
Stamm auf a: víkas, Pl. Dat. vikám, Akk. vikùs (: lit. vikis);
Stamm auf ia: klùmpis (: klùmpė), reikalìs ~ reikalỹs (: reikalas);
Stamm auf o: káima (: káimas), krėklà „Specht“, Pl. Dat. krėklám ~ krėklom, Akk. krėklàs ~ krėklàs (: krėklas), mótera (: moteris), riėtkas ~ riėtkos Pl. (: rietkas);
Stämme auf -ė: Apfelbaum (: Apfelbaum), Wald (: Wald), Nadel, Dativ Pl. Nadeln, Akk. Nadeln (: Nadel), Schale (: Schale), Schuld (: Schuld), Grütze, Dativ Pl. Grützen, Akk. Grützen (: Hengst), hintere Schale, Dativ Pl. hinteren Schalen, Akk. hintere Schalen (: hintere Schale), Diebin (: Dieb, -es).
2. Deklination
a-Stamm
§ 6. Die Endungen der a-stämmigen Substantive des Dialekts unterscheiden sich vom Litauischen Standarddialekt meist nur phonetisch: Sg. Nom. [piuod-, vaik-]-as ~ [piuod-, vaik-] -as, Gen. -a ~ -o, Dat. -ai ~ -ui, Akk. -u ~ -ą, Ins. -u (-ù) ~ -u (-ù), Loc. -i (-ì) ~ -e (-ė), Vok. -i ~ -e; Pl. Nom., Vok. -ai (-ài) ~ -ai (-ai), Gen. -u (-ų) ~ -ų (-ų), Akk. -us || -as (-ùs || -às) ~ -us (-ùs), Ins. -ais (-àis) ~ -ais (-aĩs). Die unbetonte Endung des Sg. Illativs wird stets -an ~ -an ausgesprochen (piuodan), die betonte dagegen auf zwei Arten: -añ und -ań, z. B. miškañ || miškán (häufiger ist offenbar -ań).
Bei einigen a-stämmigen Substantiven (meist Personennamen) weisen die Vokativformen im Sg. die Partikel -ai auf, z. B.: jōnai ~ Jōnai, pētrai ~ Pētrai; augūnai ~ Augūnai, juzēnai ~ Juzēnai; bitinikai ~ bitinykai || bitiniki, tēvai || tēvi. Bei mehrsilbigen Wörtern kann die Vokativform im Sg. auch vollständig ohne den Endvokal oder Diphthong auskommen, z. B.: dōbil, šūniuk ~ šūniuk, untan ~ Añtan (|| untānai ~ Antānai).
Zum Dat. Pl. siehe § 2, zum Loc. und Illativ Pl. siehe § 4.
ia-Stamm
§ 7. Im Dialekt hat die betonte Endung -is im Nom. Sg. der ia-stämmigen Substantive einen langen Vokal (bràlis ~ brolỹs „Bruder“, kellś ~ kelỹs „Weg“, malis ~ molỹs „Lehm“, šmelis ~ smelỹs, žvìris ~ žvyrỹs „Kies“), die unbetonte einen kurzen (brìedis, peilis, žodis). Außerdem entspricht die Nom.-Sg.-Endung -is phonetisch auch dem standardlitauischen -ias, z. B.: svėcis ~ svėčias, vėjis ~ vėjas. Die Affrikaten zeigen, dass auch jautis „Stier“ und medzis (|| medis) diese Endung hatten.
Die Gen.-Sg.-Endung -e des Dialekts entspricht phonetisch dem standardlitauischen -io (z. B. brōle ~ brōlio), Dat. -iį ~ -iui, Akk. -i ~ -į (brōli ~ brōlį) und -ią (svėči ~ svėčią, vėji ~ vėją), Ins.
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Page 5-’u5 (-’ū) ~ -iu (-iū), Ill. -in (-īn) ~ -in (-īn); Pl. Nom., Vok. -ij (-eī) ~ -iai (-iaī), Gen. -’ų (-’ū) ~ -ių (-iū), Akk. -is (-is [-’ūs]) ~ -ius (-iùs, z. B.: brólis ~ brólius, švečis || švečiùs ~ svečiùs), Ins. -įs (-eis) ~ -iais (-iaīs).
Die Endung des Loc. Sg. wird durch die Akzentstelle bestimmt: Formen mit unbetonter Endung enden auf -ių ~ -yj <- -yje (sūri ~ sūryj, vėji ~ vėjji), betonte Formen dagegen auf den Vokal -y (malý ~ molý „im Lehm“, smėlì ~ smėlý „im Sand“). Zum Loc. und Illativ Pl. siehe § 4.
Der Vok. Sg. mit unbetonter Endung endet auf -i (bróledi), mit betonter Endung auf den Vokal -y (arklì ~ arklý). Der Vok. Sg. mehrsilbiger ia-Stämme weist meist die Endung -ių ~ -iau auf, z. B.: artójiu ~ artójau, kasėjù ~ kasėjau, kreivarūnikių ~ kreivarūnikiau || kreivarūniki, vaikūpaláikiu || vaikūpaláiki. Seltener können auch zweisilbige Wörter die Endung -ių aufweisen, z. B.: jáučiu || jáuti, švẽčiu || švẽti. Neben der häufigeren Vok.-Sg.-Form des Wortes brolis, brali, kommt gelegentlich auch braláu. vor.
Zum Dat. Pl. siehe § 2.
o-Stamm
§ 8. Die meisten Kasusendungen der o-Stamm-Substantive des Dialekts sind dieselben wie im Standardlitauischen (sie unterscheiden sich nur phonetisch): Sg. Nom. [-lōv-]-a, [šak-]-à, Gen. -as (-õs) ~ -os (-õs), Dat. -ai ~ -ai, Akk. -u ~ -ą, Ill. -an (-ōn) ~ -on (-ōn); Pl. Nom., Vok. -as ~ -os, Gen. -u (-ū) ~ -ų (-ū), Akk. -as (-às) ~ -as (-às).
Der Sg. Instrumental unterscheidet sich vom Standardlitauischen durch eine morphologisch veränderte Endung, vgl. den dialektalen Sg. Instr. lóvaì, šakaì. Die Endung -aì ist aus -uj ~ -aį herzuleiten. Diese Endung wurde auf alle (i)o-stämmigen Nomina nach dem Sg. Instrumental der Pronomen des Femininums verallgemeinert, z. B.: anùj ~ anąj || aną „jene“, šitùj ~ šitąj || šitą „diese“ (zu diesen Pronomenformen siehe auch § 42 und Fußnote 15). Die einfachen Endungen im Sg. Instrumental aller übrigen flektierbaren Wörter des Femininums (sowie auch der gelegentlich vorkommenden maskulinen Substantive auf o- und ē-Stämme) wurden ebenfalls durch längere (diphthongische) Endungen ersetzt6, vgl. §§ 9–12, 16c, 25, 26.
Die Endung des Sg. Lokativs ist verkürzt: -aį (-ōi) ~ -oj (-ōj). Zum Pl. Lokativ und Illativ siehe § 4.
Der Sg. Vokativ hat neben Formen mit der Endung -a bisweilen auch Formen mit -a. Die ersteren (z. B. gálva, mergà) sind älter: ihr auslautendes -a < -ā, während die letzteren (galvà, mergà) nach dem Sg. Nominativ entstanden sind.
Zum Pl. Dativ und Instrumental siehe § 2.
io-Stamm
§ 9. Die Endungen der io-stämmigen Substantive sind dieselben wie bei den o-Stämmen (siehe § 8), doch sind sie im Dialekt nach j oder einem palatalisierten Konsonanten phonetisch noch stärker verändert. Besonders verändert sind die unbetonten Endungen, vgl.: Sg. Nom. [sáuj-]-e ~ [sáuj-]-a, [valdž-]-ē ~ [valdž-]-ià, Gen. -es (-’õs) ~ -os (-iõs), Dat. -įi ~ -ai (-iaì), Akk. -i ~ -ą (-ią), Instr. -ii (-ī) ~ -aj (-iãj), Lok. -ij (-’ōi) ~ -oj (-iōj), Ill. -in (-’ōn) ~ -on (-iōn), Vok. -i ~ -a (-ia); Pl. Nom., Vok. -es ~ -os (-ios), Gen. -u (-’ū) ~ -ų (-iū), Dat. und Instr. -em (-’ōm) ~ -om (-iōm), Akk. -is (-is) ~ -as (-iàs), Lok. -esi
5Das Zeichen für den Zirkumflexakzent, das links vom Vokal geschrieben wird, zeigt an, dass dieser Vokal palatalisiert ist und der ihm vorausgehende Konsonant erweicht wurde.
6Ausführlicher zu diesen dialektalen Formen des Sg. Instrumentals siehe K. Morkūnas, Įvardžiuotinių būdvardžių įekanos rytų aukštaičių pietinėje tarmėje, „Lietuvos TSR Mokslų akademijos darbai“, serija A, t. 2(7), 1959, p. 198 tt.
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Page 6-ese (-’ōsil-’ōse) ~ -ose (-iōse), Ill. -esin/-esna/-esnan (-’ōsin/-’ōsna/-’ōsnan) ~ -osen /-osna|-osnan (-iōsen/-iōsna/-iōsnan).
Der Nominativ Singular einiger io-stämmiger Substantive endet auf -i < -ī: marti, pati „Ehefrau“.
ė-Stamm
§ 10. Die meisten Endungen der ė-stämmigen Substantive des Dialekts sind gleichen Ursprungs wie im Litauischen: Sg. Nom. [kárv-]-e ~ [kárv-]-ė, [kat-]-ė ~ [kat-]-ė, Gen. -es (-ės) ~ l-ės (-ės), Dat. -ii ~ -ei, Akk. -i ~ -ę, Ill. -in (-ēn) ~ -ēn (-ēn); Pl. Nom., Vok. -es ~ -ės, Gen. -ų (-ū) ~ -ių (-iū), Akk. -is (-is) ~ -es (-ės).
Zur Endung des Singular-Instrumentals -ii (-ī) siehe § 8.
Der Endvokal des Singular-Lokativs ist abgefallen. Bei Formen mit Endbetonung fällt häufig auch -i (~ -j) weg, z. B.: pamiškė „im Wald“, ukmergė „in Ukmergė“, žėvė „in der Rinde“, doch wird (seltener) auch mit -i gesagt: pamiškėi, žėvėi. Bei Formen mit nicht endständiger Betonung bleibt -i immer erhalten, z. B.: koši ~ košėj, ūpū ~ ūpėj, žėmiai ~ žėmėj. Zum Plural-Lokativ und Illiativ siehe § 4.
Die älteste Form des Singular-Vokativs ist vermutlich eine mit dem Endvokal -i, entstanden aus dem kurzen -e, z. B.: kãrvi, kãti, lãpi. Die Form mit -e (-ē), z. B.: katė, kãrvė, lãpė ~ lãpē, ist neu und nach dem Singular-Nominativ gebildet. Neben kãti, katė kommt bisweilen die Form kãte, wahrscheinlich als Kontaminationsform aus den beiden ersteren, vor.
Zum Plural-Dativ und -Instrumental siehe § 2. Die Pluralformen des Nominativs, Dativs und Instrumentals des Substantivs katė werden bisweilen auch mit i-stämmigen Endungen gebraucht: Nom. katìs ~ kãtys, Dat., Instr. katim.
Nach der Erhärtung des l sind die Endungen der ė-stämmigen Substantive, insbesondere die unbetonten, in vielen Fällen vollständig mit den Endungen der o-stämmigen zusammengefallen, vgl.: Sg. Nom. [sául-]-a ~ [sául-]-ė, [pel-]-ē ~ [pel-]-ė, Gen. -as, -ės, Dat. -ai, Akk. -u, Instr. -ai, -ąž, Lok. -ai, -ėj || -ę, Ill. -an, -ēn, Vok. -a || -a, -ą || -ę; Pl. Nom., Vok. -as, Gen. -ų, -ų, Dat., Instr. -am,-ēm, Akk. -as, -às, Lok. -asil-ase, -ēsi|-ēse, Ill. -asin|-asna(n), -ēsin|-ēsna(n).
i-Stämme
§ 11. Die Endungen der i-Stämme sind am besten bei Wörtern des Femininums mit endungsbetonter Akzentuierung erhalten geblieben, vgl.: Sg. Nom. [šird-]-is, Gen. -ies, Akk. -i ~ -į, Ill. -in, Vok. -ie; Pl. Nom., Vok. -is ~ -ys, Gen. [širdž-]-ių ~ [širdž-]-ių, Dat. und Instr. -im (vgl. § 2), Akk. -is (|| širdis), Loc. -isi ~ yse|-ise ~ -yse (vgl. § 4), Ill. -isin ~ -ysen|-isna(n) ~ -ysna(n) (vgl. § 4).
Der Sg. Dat. hat meist die Endung der Substantive mit io-Stamm: širdžiu ~ širdžiai. Von den alten Endungen des Sg. Dat. der i-Stämme -i (< -ie < -ei) scheint die seltenere Form širdži, sie noch zu bewahren; ebenso das adverbialisierte a-stämmige Wort iki gãli „bis zum Ende“. Das abschließende -i wurde hier nach den Dat.-Endungen anderer Stämme (a, o, ė) hinzugefügt, die mit dem Vokal -i enden.
Zur Endung des Sg. Instr. -ii (širdži || širdį) siehe § 8.
Die Formen des Sg. Loc., deren Akzent nicht auf der Endung liegt, enden auf -ii, z. B.: nòsį ~ nosyj, pâlti ~ pâlty, während die endungsbetonten auf -i enden, z. B.: akì ~ akỳ, pirtì ~ pirtỳ.
§ 12. Feminine i-stämmige Substantive mit nicht endungsbetonter Akzentuierung werden genau wie ė-stämmige Substantive mit nicht endungsbetonter Akzentuierung flektiert (§ 10), vgl.: Sg. Nom., Vok. [nós-]-e ~ [nós-]-ė, Gen. -es, Dat. -ii, Akk. -i,
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Page 7Instr. -ii, Loc. -ii, Ill. -in; Pl. Nom., Vok. -es, Gen. -ų, Dat., Instr. -em, Akk. -is, Loc. -esi/-ese, Ill. -esin/-esna(n).
So werden beispielsweise folgende Substantive flektiert: gaište ~ gaištė (: lk. gaištis), iiltė ~ iltė (: iltis), kártė ~ kártė (: kártis), klútė ~ kliūtė (: kliūtis), külšė ~ külšė (: külšis), kūge ~ kūgė (: kūgis), pálė ~ páltė (: páltis), paslėpsnė ~ paslėpsnė (: paslėpsnis), pažintė ~ pažintė (: pažintis), švirtė ~ svirtė (: svirtis), ūgnė ~ ūgnė (: ugnis), únkštė ~ ankštė (: ankštis), ūnė ~ antė (: antis).
Die Endungen aller Kasus dieser Substantive im Singular, mit Ausnahme des Nominativs, sowie die Endungen des Genitivs und Akkusativs im Plural fielen phonetisch mit den Endungen der ė-Stämme zusammen, z. B. ė-Stämme (z. B. kárve ~ kárvė). Später wurden auch die Endungen anderer Kasus — des Sg. und Pl. Nom., des Pl. Dat., Instr., Loc. und Ill. — durch die Endungen des „stärkeren“ ė-Stamms ersetzt.
§ 13. Maskuline i-stämmige Substantive sind in der Mundart fast vollständig zu ia-Stämmen übergegangen, vgl.: Sg. Nom. [uñgl-]-is ~ [añgl-]-is, [vag-]-is, Gen. [uñgl-]-e ~ [añgl-]-io, [vag-]-ies || [vāg-]-e ~ [vag-]-io, Dat. -ii ~ -iui, Akk. -i ~ -į, Instr. -’ù ~ -iù, Loc. -ii ~ -yj, -i ~ -ỹ, Ill. -in, -iń, Vok. [vag-]-ie || -is; Pl. Nom., Vok. [uñgl-]-iį ~ -iai, [vāg-]-is ~ -ys || [vag-]-ei ~ -iai, Gen. -’ų ~ -ių, -’ū ~ -ių, Dat. -em ~ -iam, -’ām ~ -iám, Akk. -’us || -is ~ -ius, Instr. -iįs ~ -iais, -eis ~ -iais, Loc. -esi/-’uose (-ese) ~ -iuose, -’iõsi/-’uose — -iuõse (vgl. § 4), Ill. -esin ~ -iuosen/-esna(n) ~ -iuosna (n), -’iõsin ~ -iuõsen/-uõsna(n) (vgl. § 4).
Der Sg. Gen. hat meist die Endung -e ~ -io, der Pl. Nom. hingegen -ei (unbetontes -ii) ~ -iai.
In der Mundart gibt es im Maskulinum auch kirkšnīs ~ kirkšnỹs „Leiste“.
(i)u-Stamm
§ 14. Die Endungen der u-stämmigen Substantive sind größtenteils durch Endungen der a-Stämme ersetzt worden. Nur einzelne Kasus haben die ursprünglichen Endungen der u-Stämme bewahrt.
Die Endung -us des Nom. Sg. ist größtenteils nur unter Akzent erhalten geblieben, z. B.: alūs, medūs, vidūs. Unbetont wird -us aufgrund der Reduktion am Wortende meist als -as ausgesprochen, z. B.: sūnas ~ sūnūs, turğas — turğus. Seltener auch -ùs > -às: alàs, vidàs.
Dasselbe gilt auch für den Akk. Pl., vgl.: pelùs || pelàs (seltener), piêtas ~ pie-tùs.
Der Gen. Sg. einzelner u-stämmiger Wörter hat nur die Endung -aus, z. B.: alaũs, medaũs, vidaũs. Andere Substantive können neben der Endung der u-Stämme oft auch eine Endung der a-Stämme haben, z. B.: letãus ~ lietaũs || lieta ~ lieto, viršaũs || virša ~ viršo, žmogaus ~ žmogaus || žmogų ~ žmogo.
Die Endung -aį des Dat. Sg. entspricht lautlich dem lit. -ui (sūnai ~ sūnui); der Akk. Sg. wie auch der Gen. Pl. weisen -u ~ -ų (sūnu ~ sūnų, sunū ~ sunų) auf, der Ill. Sg. -an (unter Akzent auch -un) ~ -un (turğan || turguń || turgań, vidun || vidan).
Der Instr. Sg. hat meist eine Endung der a-Stämme, -u (alù, lietu, medù, sūnu, žmogù); seltener kommt auch die verkürzte Endung der u-Stämme vor, -um < -umi (alum, medum).
Der Lok. Sg. einzelner Wörter wird nur mit der Endung -aį ~ -uj verwendet, z. B.: vidai, viršai. Der Lok. Sg. anderer u-stämmiger Substantive hat größtenteils die Endung der a-Stämme, -i (< *-en), z. B.: cukri ~ cukrė, duñgi ~ dangė, tūfgi ~ turgė (seltener tūr-gai).
8. Lietuvių kalbos gramatikos tyrinėjimai
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Page 8Vns. šauksmininkas daugiausia išlaiko u-kamienių galūnę -au (alãũ, sunãũ ~ sūnãũ, žmagãũ ~ žmogãũ), bet kartais pasitaiko ir a-kamienių galūnė (pvz., žmõgì ~ žmõgė).
Der Plural-Nominativ und -Vokativ haben meist die a-Stamm-Endung -ai: letai ~ lietai, pelai, turgai, viršai. Seltener ist die bewahrte (üblicherweise bei Angehörigen der älteren Generation) Endung -us (-as) ~ -ūs, z. B.: pėlus (pėlas) ~ pėlūs, pietus ~ pietūs.
Dativ und Instrumental Plural pelům, petům ~ pietům, sunům ~ sūnům sind Dualformen der u-Stämme, vgl. § 2. Daneben werden jedoch häufiger a-stämmige Formen verwendet: Dativ pelám, sunám ~ sūnám, turgam (turgám), viršám; Instrumental pelais, sunais ~ sūnais, turgais (turgais), viršais.
Die Lokativ- und Illativformen des Plurals sind überwiegend nach den a-Stämmen gebildet, z. B.: peluõsi|peluõse, petuõsi|petuõse ~ pietuõse, viršuõsi|viršuõse; peluõsin|peluõsna(n), petuõsin|petuõsna(n). u-stämmige Endungen hat nur noch das eine oder andere Wort bewahrt, z. B.: pelùsi (pelùsis), petùsi; pelùsin, petùsin. Letztere Formen werden sehr selten und nur von älteren Dialektsprechern verwendet. Zu den Postpositionen dieser Kasus vgl. außerdem § 4.
§ 15. Die Endungen der iu-stämmigen Substantive sind überwiegend mit denen der ia-Stämme zusammengefallen, vgl.: Singular Nominativ [krìž-]is ~ [krýž-]-ius, Genitiv -e ~ -io, Dativ -iį ~ -iui, Akkusativ -i ~ -ių, Instrumental -’u ~ -iu, Lokativ -iį ~ -iuj, Illativ -im ~ -iun, Vokativ -ių ~ -iau; Plural Nominativ, Vokativ -iį ~ -iai, Genitiv -u ~ -ių, Dativ -em ~ -iam, Akkusativ -is ~ -ius, Instrumental -i̇s ~ -iais, Lokativ -esi ~ -iuose|-ese (-uose) ~ -iuose, Illativ -esin ~ -iuosen|-esna(n) ~ -iuosna(n).
Konsonantische Stämme
§ 16. Wie bereits erwähnt (§§ 1, 5), haben Substantive mit konsonantischen Stämmen im Dialekt überwiegend Endungen anderer Stammklassen. Nach der gegenwärtigen Deklination lassen sich diese Substantive in mehrere Gruppen einteilen.
a) Die Wörter akmuõ, raumuõ werden fast vollständig wie a-Stämme dekliniert; vgl. die Kasusendungen: Singular Genitiv [ãkmen-]-a ~ [ãkmen-]-o, Dativ -ai ~ -ui, Akkusativ -u ~ -ą, Instrumental -u, Lokativ -į ~ -ę, Illativ -an ~ -añ, Vokativ -ie (neben der Nominativform, z. B. akmuõ); Plural Nominativ, Vokativ -ai, Genitiv -ų ~ -ų, Dativ -ám, Akkusativ -ãs ~ -ús, Instrumental -ais, Lokativ -iuõsi|-iuõ-se, Illativ -iuõsin|-iuõsna(n) (vgl. § 4). Nicht selten wird auch der Singularnominativ dieser Wörter mit der Endung -as ~ -as gebildet: ákmuõnas, raũmenas.
b) Die Singularformen des Wortes pemuõ ~ pietmuõ haben überwiegend Endungen der ia-Stämme, die Pluralformen dagegen solche der i-stämmigen Substantive; vgl.: Singular Genitiv [piemen-]-e ~ -io, Dativ -iį ~ -iui, Akkusativ -i ~ -į, Instrumental -’u ~ -iu, Lokativ -i ~ -y, Illativ -in, Vokativ -ie; Plural Nominativ, Vokativ -is ~ -ys, Genitiv -ų ~ -ų, Dativ, Instrumental -im, Akkusativ -is, Lokativ -isi|-ise ~ -yse, Illativ -isin ~ -ysėn|-isna(n) ~ -ysna(n) (vgl. § 4).
Wie pemuõ wird dekliniert: jezm(u)õ ~ juozm(u)õ „Lende“, lemuõ ~ liemuõ, ruduo, skemuõ ~ ski(em)uõ, stamuõ ~ stuomuõ, šelmuõ, šuvà (nur im Singulargenitiv hat es neben der häufigeren Form šūne ~ šūnio auch šūnies), tešmuõ, vanduõ (bei älteren Dialektsprechern: unduo); nur Plural: ãšmenis ~ ãšmenys, mẽtmenis ~ mẽtmenys. Daneben können die Wörter dieser Gruppe auch Endungen a-stämmiger Substantive aufweisen, z. B.: Singular Genitiv stūom ena, tẽšmena, Dativ stūomenai, tẽšmenai…; Plural Nominativ stamenai, tešmenai; ãšmenai, mẽtmenai, Dativ stamenám, tešmenám; mẽtmenám… Neben der Singularnominativform šelmuõ kommen auch šėlmenas, šėlmenis vor.
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Page 9Mit Ausnahme des Singulars Nominativ haben auch pemuõ turi ir dùntis ~ dantys „Zahn“, debesìs || debesìs ~ debesỹs dieselben Endungen (allerdings heißt es neben dem häufigeren Genitiv Plural debesù ~ debesų manchmal auch debesų ~ debesìų).
c) Die einstigen Substantive femininen Geschlechts mit konsonantischen Stämmen haben heute überwiegend i-Stamm-Endungen, vgl. die Kasusendungen des Wortes sesuõ (|| sesuvà): Singular Genitiv [seser-]-ìes, Dativ -ìi ~ -ìai, Akkusativ -ì ~ -į, Instrumental -ìi (vgl. § 8), Lokativ -ì ~ -ỹ, Illativ -ìñ, Vokativ -ìe (neben den Nominativformen); Plural Nominativ, Vokativ -ìs ~ -ỹs, Genitiv -ũ ~ -ũ, Dativ, Instrumental -ìm, Akkusativ -ìs, Lokativ -ìsi|-ìse ~ -ìse, Illativ -ìsin ~ -ỹsen|-ìsna(n) ~ -ỹsna(n). Ebenso werden noch folgende Substantive dekliniert: duktė (Singular Genitiv dukterìs || duktės); ausis, dùris ~ dùrys (nur Plural), pūšis, šaknìs, žùsis ~ žàsis, žuvis. Bei allen steht im Plural Genitiv vor der Endung ein harter Stammendkonsonant.
3. Akzentuierung
§ 17. Ohne auf die allgemeinen Aspekte der Akzentuierung von Substantiven in der Mundart und in der litauischen Standardsprache einzugehen, erwähnen wir hier nur diejenigen, durch die sich die Mundart von der Standardsprache unterscheidet.
1. Es kommt vor, dass einzelne (zwei- oder mehrsilbige) Substantive in der Mundart nach einem anderen Akzentparadigma betont werden als in der Standardsprache. Auch sämtliche (oder nahezu sämtliche) Ableitungen mit einem oder mehreren Suffixen können sich in ihrer Akzentuierung unterscheiden. Im Folgenden werden diese Suffixe aufgeführt und außerdem die am häufigsten verwendeten einzelnen Wörter mit abweichender Akzentuierung genannt.
a) In der Mundart haben folgenden Wörter einen festen Akzent:
zweisilbige Substantive: grìnčė ~ grìnčia (: Standardsprache⁷ gryčia 2), gùoba (: guoba 4), vãlgis || valgìs 2 (: valgis 2);
mehrsilbige Substantive: bėpratis, -e (: beprõtis, -ė 2), bedãrbis, -e (: be-darbis, -ė 2), bekėlnis, -e (: bekėlnis, -ė 2), beširdis, -e (: beširdis, -ė 2), gìltinė (: giltìnė 3ᵃ), ketašìrdis, -e (: kietašìrdis, -ė 2), minkštašìrdis -e (: minkštašìrdis, -ė 2), pailgavėidis, -e (: pailgavėidis, -ė 2), skõlinikas, -e ~ skõlinykas, -ė (: skolininkas, -ė 2).
b) In der Mundart werden folgende zweisilbige Substantive nach dem zweiten Akzentparadigma betont: drùmž-las (: drumžlės 4), pùšne ~ pùšnė (: pušnis 4), smùda ~ smudà (: smūdà 4), ùšne ~ ùsnė (: usnis 4), žvaigždė (: žvaigždė 4). Auch mehrsilbige Substantive mit dem Suffix -ìte ~ -ỹtė gehören zum zweiten Akzentparadigma, z. B.: avite, šakìte, vištìte. Hinzuzufügen ist, dass der Singular Instrumental und der Plural Akkusativ von Ableitungen dieser Art den Akzent überwiegend auf der Endung bewahren (Instrumental avitì, šakitì, vištitì; Akkusativ avitìs ~ avytès, šakitìs ~ šakytès, višìtis ~ višytès), obwohl er in solchen Fällen im Allgemeinen auf die vorletzte lange Silbe zurückgezogen wird (vgl. Singular Instrumental šìlvai „Pflaume“, Plural Akkusativ slivas ~ slyvàs).
Auch das eine oder andere mehrsilbige Substantiv wird nach dem zweiten Akzentparadigma betont: garùnkštė ~ garàukštė (: garànkštis 1), pavartė (: pavartė 3ᵇ), užùntis ~ užàntis, Singular Genitiv užùntė ~ užàntčio (: užantis 1).
c) Zum dritten Akzentparadigma gehören in der Mundart zweisilbige Substantive: brãlis ~ brolỹs (: brõlis 1), gurkšnìs ~ gurkšnỹs (: gùrkšnis 1), klanìs ~ klonỹs (: klõnis 1), kušnìs ~ kašnỹs (: kãšnis 1), malìs ~ molỹs (: mõlis 1), šáukštas (: šáukštas 1),
7 Als Akzentuierung der Standardsprache gilt die Akzentuierung im „Dabartinės lietuvių kalbos žodynas“ (Vilnius, 1954).
8*
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Page 10Brücke (: Brücke 1), Kiemen 3 || Kiemen 1 (: Kiemen 1), Schwiegersohn ~ Schwiegersohn (: Schwiegersohn 1), Spatz ~ Spatz (: Spatz 1).
Auch mehrsilbige Substantive mit dem Suffix -iena werden nach der dritten Akzentklasse betont: avižiena, dobilieną ~ dobilieną, kvietiena ~ kvietiena, miežiena ~ miežiena, rugiena; aviena „Schaffleisch“, karviena, kiauliena ~ kiauliena, paukštiena, untiena ~ antiena, vištiena. Bei der Deklination dieser Substantive wechselt der Akzent von der Endung auf die vorletzte Silbe, vgl.:
Einzahl Mehrzahl N. rugiena, vištiena rugienas G. rugienos, vištenos D. rugienai, vištienai rugenom A. rugienų, vištienų rugienas I. rugiena, vištiena rugenom L. rugienoj, vištenoj rugenosi|rugenose Ill. rugienon, vištenon rugenosin|rugenosna(n)
Eine Ausnahme bildet das doppelt betonte Substantiv jautiena, nämlich: jautena (gleichbleibende Betonung) und jautiena (wie vištiena); einen stets gleichbleibenden Akzent im Suffix (wie im LK.) haben blakštiena, mėnesiena ~ mėnesiena.
Zu dieser Akzentklasse gehören außerdem Substantive mit dem Suffix -ėjis, -ė ~ -ėjys, -ė (verwendet neben Ableitungen mit gleichbleibender Betonung und -ėjas, -a), z. B.: pj eve jėis ~ piovėjys, rinkėję ~ rinkėjė, Gen. pjėvėje, rinkėjės; Pl. Nom. pj eve jėi, rinkėjės, Gen. pj eve jū, rinkėjū, Dat. pj eve jām, rinkėjēm, Akk. pj eve jīis, rinkėjīs…
Nach der dritten Akzentklasse werden überwiegend Ableitungen mit dem Suffix -iklė ~ -yklė betont, z. B.: baidiklė, ganiklė, šaudiklė, vetiklė ~ vėtyklė, Gen. baidiklės, ganiklės, šaudiklės, vetiklės; Pl. Nom. baidiklas, ganiklas, šaudiklas, vėtyklas, Gen. baidiklų, ganiklų, šaudiklų, vetiklų, Dat. baidiklēm, ganiklēm, šaudiklēm, vetiklēm, Akk. baidiklas, ganiklas, šaudiklas, vėtyklas. Zur zweiten Akzentklasse gehört jedoch spaudiklas ~ spaudýklės „Nussknacker“, Gen. spaudiklų, Dat. spaudiklam, Akk. spaudiklas ~ spaudykles.
In der Mundart gibt es auch einzelne andere mehrsilbige Substantive der dritten Akzentklasse, z. B.: dritte Akzentklasse: akėčės (: akėčios 1), grėbėstas (: grėbėstas 2); dritte „a“: arškėtis ~ erškėtýs (: erškėtis 2), prekląmis ~ priekląmýs (: prieklomis 1), ėremėtis (: priemėtis 1), ėresvirnis ~ priesvirnys (: priesvirnis 1), pretemis || pritemis (: priėtemis 1); dritte „b“: akatas ~ akuotas (: akuotas 1), ašaka (: ašaka 1), balana (: balana 2), balanda ~ balandą (: balanda 1), batkatis ~ botkotys (: botkotis 1), baudževà (: baudžiava 1), gabana (: gābana 1), ganėvà (: ganjava 1), lap(a)kritīs ~ lap(a)-kritýs (: lapkritīs 1), nugara (: nugara 1), paperis ~ popierýs (: popierius 1), samana (: samana 1), antakis ~ antakýs (: antakis 1), užkulnis ~ užkulnys (: užkulnis 1), užupis ~ užupýs (: užupis 1), veškėlis ~ vieškelys (: vieškelis 1).
d) Anders als im LK. werden in der Mundart folgende zweisilbige Substantive nach der vierten Akzentklasse betont: durys (: durys 2), gilė (: gilė 2), giṅklas (: giṅklas 2), grūntas (: grūntas 2), kråpas, (: kråpas 2), kriaušis ~ kriaušys (: kriaušis 2), kulė ~ kūlė „Getreidedruschzeit; Dreschgetreide“ (: kūlė 2), lóta (: lota 2), miestas (: miestą|2), prāsm as
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Page 11(: priešmas 2), putà (: putà 2), raístas (: raístas 2), rãktas (: rãktas 2), sklaũtas (: skliaũtas 2), sklỹpas (: sklỹpas 2), smukis ~ smukỹs (: smũkis 2), sõdas 4 ‖ sõdas 2 (: sõdas 2), srūtas ~ srūtos, sūtras ~ sūtros (: srūtos, sūtros 2), stūmbas ~ stūmbas (: stãmbas 3), šérnas (: šérnas 3), ū̃rvas (: ū̃rvas 3), žil̃ė ~ žylė (: žỹlė 1), žiñklas ~ žėñklas (: žénklas 3).
2. Erwähnenswert ist auch die eine oder andere weitere Besonderheit der Akzentuierung der Substantive im Dialekt.
a) Die Akzentstelle einzelner Formen kann sich infolge des Einflusses anderer Formen, aufgrund der sogenannten Tendenz zur Kolumnarakzentuierung, verändert haben.
Zum Beispiel wird bei mehrsilbigen Substantiven der zweiten Akzentklasse im Sg. Instr. und Pl. Akk. recht häufig, wie auch in den anderen Kasus, die vorletzte Silbe betont, vgl.: Sg. Instr. bur̃bėkļu ~ bur̃bėkliu „burbėklių“, bur̃bėklai „burbėklė“, snaudãliu ~ snaudãliu „snaudalių“, snaudãlai „snaudale“, sausãtii „sausate“, ukmer̃gišku ~ ukmergiškiu „ukmergiškiu“, ukmergiškiai „ukmergiškė“; Pl. Akk. bur̃bėklus ~ bur̃bėklius „burbėklius“, bur̃bėklas ~ bur̃bėkles „burbėkles“, snaudãlis ~ snaudãlius „snaudalius“, snaudãlas ~ snaudãles „snaudales“, sausãtis ~ sausãtes „sausates“, ukmergiškis ~ ukmergiškius „ukmergiškius“, ukmergiškes „ukmergiškes“.
Aus demselben Grund werden neben ašvijė ~ uošvijà8, mušėikà9 häufiger fälschlich ašvijė, mušėika. betont.
b) Die Vokativformen im Singular von Substantiven mit Diminutiv- oder Kosebedeutung, bei denen der Endvokal oder der Enddiphthong weggefallen ist, tragen sehr häufig einen aus dem Suffix auf die erste Silbe zurückverlagerten Akzent, z. B.: dabiluk (: dabilùkas ~ dobiliùkas), katiñuk (: katiñùkas ~ katiñiukas), katinė́l (: katinė́lis), stasùl (: stasùlis ~ Stasiùlis), šùnel (: šùnelis), vaĩkuk (: vaĩkùkas ~ vaikiùkas), vaikelùk (: vaikelùkas ~ vaikelìukas); gėgutìt (: gegutìtė ~ gegutýtė), ląputìt (: lapùtė ~ lapùtė), marčiùt (: marčiùtė ~ marčiūtė), moterel (: moterėlė ~ moterėlė), seserìt (: seserìtė ~ seserytė). So werden auch einzelne gewöhnliche (nicht diminutive) Eigennamen betont, z. B.: aũgustin (: aũgustinas ~ Augustinas), uñtan (: untãnas ~ Antãnas).
Die Rückverlagerung des Akzents auf die erste Silbe der genannten Formen hängt mitunter auch mit einem Bedeutungsunterschied zusammen. Beim lauten Zurufen aus der Ferne werden häufiger Singular-Vokativformen verwendet, bei denen der Akzent im Suffix erhalten bleibt (katiñuk, katiñėl(i); gegutìt, lapùt), während man im gewöhnlichen Gespräch, wenn man sich aus der Nähe an jemanden wendet, Formen mit Betonung der ersten Silbe gebraucht.
3. Im Dialekt kommen noch einzelne Wörter oder Formen vor, die sich von der Standardsprache nicht durch die Akzentstelle, sondern durch den Akzenttyp unterscheiden. Z. B.:
a) Die Wörter der Literatursprache kaũkaspenis (1), lakštingala (1) werden im Dialekt so ausgesprochen: kãukaspėnis (1), lakštingėla (1).
b) Die betonte Endung des Instrumentals Plural bei i-Stamm-Substantiven weist einen stoßtonigen Akzent auf, z. B.: akim, ausim, pirtim, vitim ~ vytim. Folglich sind diese Formen vollständig mit den Formen des Dativs Plural zusammengefallen. Auf die Entstehung dieser Übereinstimmung haben wahrscheinlich die Wörter mit (i)o- und ė-Stamm Einfluss gehabt, deren betonte Endungen im Dativ und Instrumental Plural regelhaft einen ähnlichen Akzenttyp angenommen haben:
Dat. galvóm, katė̃m Instr. galvóm, katė̃m 〉 Dat., Instr. galvòm, katė̃m10.
8 Im Dialekt wird dieses Wort auf zweierlei Weise betont: nach der zweiten und der vierten Akzentklasse, vgl.: Sg. Gen. ašvijės und ašvijos, Loc. ašvijìjì und ašvijòj.
9Gattungs- und Eigennamen mit dem Suffix -eika werden im Dialekt nach der zweiten Akzentklasse betont.
10 Hier bezeichnet, wie auch in der gesamten Arbeit, das Zeichen des mitteltonigen Akzents die im Dialekt zusammengefallenen stoßtonigen und schleiftonigen Akzente betonter langer Vokale sowie der Diphthonge ie, uo.
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Page 12DAS ADJEKTIV
1. Allgemeine Bemerkungen
Genus. § 18. Die Adjektive des Dialekts haben drei Genera: Maskulinum, Femininum und Neutrum.
Adjektive mit den Stämmen (i)a- und u- sind maskulin, solche mit den Stämmen (i)o- und ė- feminin.
Bei Substantiven des gemeinsamen Genus können sowohl feminine als auch maskuline Adjektive verwendet werden. In diesem Fall richtet man sich gewöhnlich danach, von wem die Rede ist: von männlichen oder weiblichen Personen, z. B.: jisai geras žopla „er ist ein großer Dummkopf“, jisai gėras pliuške (~ pliuškė) „er ist ein großer Schwätzer, Plauderer“ anà (= ji) gerà žopla, anà gerà pliuške.
Die Formen des Neutrums der Adjektive sind dieselben wie beim k., d. h. ein erstarrter Singularnominativ oder -akkusativ, z. B.: visur bálta; par mumis ii rudenį saùsa „bei uns ist es auch im Herbst trocken“; lauki žãli ~ laukė žãlia; šitoi vietai gìlu „an dieser Stelle ist es tief“; anamì miški labai tūnku. Neutrale Bildungen auf -(ut)inis, -ikščias ~ -ykščias, -ivas ~ -yvas gibt es nicht; ebenso fehlen einzelne andere Adjektive, z. B.: bėras, -a, dvìlas, -a ~ dvýlas, -à, kalbùs, -i, kniùpščis, -e ~ kniùpščius, -ià, landùs, -i ~ landus, -i, pėsčis, -e ~ pėsčias, -ià, šlìbas, -à, valgùs, -i.
Numerus. § 19. Adjektive haben Singular und Plural. Zusammen mit den Dualformen der Substantive kommen auch Adjektivformen desselben Numerus vor, z. B.: dù gerù vežimù atavėžiu (~ atavėžiau); dù mažù vaikù būva (~ būvo). Dualformen der Adjektive sind jedoch sehr selten – wesentlich seltener als die Überreste des nominalen Duals (dazu siehe § 2).
Kasus. § 20. Der Vokativ der Adjektive wird vergleichsweise seltener verwendet als der der Substantive. Gewöhnlich stimmen seine Formen mit den Nominativformen überein, z. B.: Sg. Vok. brúngus (-as) švėteli (: Nom. brúngus švėtėlis ~ brángus svėtelis), gėras vaikì (: gėras vaikas), laukinė katė (: laukinė katė ~ laukinė katė), miẽla matinėlė ~ miẽla motinėlė; Pl. Vok. brúngus švėtėlii (:Nom. brúngus švėtėlii ~ brángus švėtėliai), gerì vaikài (: geri vaikai), laukinės kãtes (: laukinės kãtes ~ laukinės kãtės), miẽlas matinėlas (: miẽlas matinėlas ~ mielos motinėlės).
Bei mehrsilbigen Adjektiven mit ia--Stämmen kommen mehrere Singularformen des Vokativs vor, z. B.: pirmutinis (wie der Nom.), pirmùtini, pirmutiniu ~ pirmutiniau; šveikėšnis, šveikėšniu ~ sveikėšniau; šveikáusis ~ sveikiausias, šveikáusiu ~ sveikiausiau.
Stamm. § 21. Die Adjektivstämme des Dialekts sind dieselben wie im lk. Bestimmte Adjektive können jedoch zwei verschiedene Kasusendungen haben – neben den älteren auch neuere, die aus anderen Stämmen übernommen wurden. Somit vermischen sich die Stämme der Adjektive ebenso wie die der Substantive.
Visų pirma atskiri a- (mot. g. o-) kamieniai būdvardžiai pereina į u- (mot. g. io-) kamienius. Tas reiškinys būdingas ir kitoms tarmėms. Pvz., daugelio tarmių, o taip pat dabartinės literatūrinės kalbos u- (mot. g. io-) kamieniai būdvardžiai ašt-rùs, -i, biaurùs, -i, pigùs, -i, stiprùs, -i, švelnùs, -i ir kt. kai kuriose tarmėse ir senou-
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Page 13In diesen Schriften sind noch a- (Fem. o-) Stämme erhalten11. Im südlichen Dialekt der Ostaukštaiten weist das Femininum dieser Adjektive Formen des io-Stammes auf (z. B. bjauri, bjaurõs, bjaurái,...), während das Maskulinum gewöhnlich zwei Varianten hat: Flexionsformen der Stämme a und u, vgl. die Flexion von bjaurùs:
Singular Plural N. bjaũras, bjaurùs bjaurùs (bjaũras) G. bjaũra, bjaurãus bjaurũ, bjaurũ D. bjaurám, bjaurãm bjaurìems A. bjaũru bjaurùs (bjaũras), bjaurìs Instr. bjaurũ, bjaurù bjaurãis, bjaureĩs Lok. bjauràm, bjaurẽn bjaurũosi, bjaurũosi Ill. bjaurán, bjaurẽn bjaurũosin, bjaurũosin
Neben den älteren a-stämmigen Formen weist auch das Adjektiv lẽngvas: lũngvas (häufig) || lungvùs (Pl. Nom. lũngvi || lũngvus) neben ihnen recht häufig neuere u-stämmige Formen auf; der Plural-Akkusativ, der Lokativ und der Illativ haben jedoch stets nur a-stämmige Formen (lungvùs, lungvũosi, lungvũosin). Auch das Femininum dieses Adjektivs hat zwei Varianten: o-- und io-stämmige Formen (Sing. Nom. lungvà, lũngvi, Gen. lungvõs, lungvės...).
Der allmähliche Übergang einzelner a-stämmiger Adjektive zu u-stämmigen hat wahrscheinlich auch den Grundstein für den umgekehrten Prozess der Stammvermischung gelegt: Im Dialekt kamen neben den alten u-stämmigen Adjektivformen auch a-stämmige Formen in Gebrauch, vgl. § 24.
Zum Übergang bestimmter ė-stämmiger Adjektive zu (i)o-stämmigen siehe § 26.
Steigerung. § 22. Wie auch in der Standardsprache gibt es im Dialekt drei grundlegende Steigerungsstufen der Adjektive: Positiv, Komparativ und Superlativ. Darüber hinaus gibt es noch den Elativ und den Superlativ höchster Stufe. Entsprechend dem Grad der ausgedrückten Eigenschaft folgen die Steigerungsstufen der Adjektive in dieser Reihenfolge: Positiv, Elativ, Komparativ, Superlativ und Superlativ höchster Stufe.
Aus Adjektiven im Positiv (aukštas, -à, báltas, -à) werden Elativ-, Komparativ- und Superlativformen gebildet. Ihre Bildung ist, könnte man sagen, dieselbe wie in der Standardsprache.
Elativformen werden mit dem Suffix -elėsnis, -ė ~ ėlesnis, -ė (aukštėlesnis, -ė, bãltelėsnis, -ė) gebildet, Komparativformen dagegen mit -ėsnis, -ė ~ ėsnis, -ė (aukštesnis, -ė, baltėsnis, -ė).
Die maskulinen Formen des Superlativs lauten: aukščiaũsis, balčiaũsis usw. Dieselben Formen kommen in einigen benachbarten und weiter entfernten ostaukštaitischen Dialekten vor (Siesikai, Taujėnai, Raguva, Truskava, Krekenava …). Doch sowohl im südlichen ostaukštaitischen Dialekt als auch in jenen Dialekten ist die Endung -as anderer Wörter nach einem weichen Konsonanten zu -is geworden (z. B. svẽčias, vėjas > švẽčis, vėjis). Folglich auch aukščiaũsis,
11 Plg.: ąztras SP I 14₄₀, DP 273₆, ąztra SP II 83₃₀, vns. kilm. ąztra SP II 108₁₀, mot. g. vns. gal. ąztrą DP 28₃₇, dgs. vard. aztri SP I 122₁₅, II 108₃; in. aztrai DP 155₃, aztromis SP II 199₇; dgs. kilm. biauru SP I 232₁₁, dgs. gal. biaurus SP II 170₈; pigas SP II 62₁, nepigas SP II 232₁₃, dgs. vard. pigi SP I 314₄, bev. g. piga SP I 27₂₃, 107₂₂, priev. pigay SP I 249₁₄, pigai DK 113₈, pigiai DP 4₁₁, 11₇, 19₅₈; stipras SP I 114₄, vns. įn. stipru SP II 19₉, dgs. gal. stiprus SP II 19₁₂, įn. stiprays SP II 227₃₀, priev. stipray SP II 20₁₈; dgs. gal. szwelmus SP I 32₁₃, įn. szwelnais SP I 32₁₃; ãstras, -à Miroslavas, Pilviškiai, biaũras, -à Linkmenys (dar plg.: Lietuvių kalbos žodynas, t. 1, Vilnius, 1941, p. 275, 651; Z. Zinkevičius, Lietuvių dialektologija, p. 274 t.).
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Page 14balčiausias, geriausias, greičiausiai sind phonetisch aus aukščiausias, balčiau-sias, geriausias entstanden. Ergänzend lässt sich noch sagen, dass die letztgenannten Formen des Superlativs der Adjektive in anderen ostlitauischen Dialekten (Uteną, Dūsetos, Obėliai...) verwendet werden, die das unversehrte -ias bewahren, ebenso wie in den Grundlagen der ostlitauischen Dialekte in den alten Schriften (vgl.: szwinčiausias AK 18₂₁, wiriáusias AK 37₃₀, aukščiausias ir didžiausias SP I 4₂₆–₂₇, wiriausias SP II 198₇). Die Formen des Femininums dieses Grades lauten im südlichen Dialekt des Ostlitauischen: aukščause ~ aukščiausia, balčiause ~ balčiausia usw.
Der Superlativ wird bei Adjektiven meist gebildet, indem man den Superlativformen das Pronomen pats, pati hinzufügt, z. B.: pat aukščiausis ~ pats aukščiausias, pati aukščause — pati aukščiausia. Anstelle von pats kann bisweilen auch der Genitiv, Akkusativ (seltener) oder Instrumental des Pronomens kas, der Genitiv oder Akkusativ Plural des Pronomens visas mit der Präposition už oder auch das slawische nai verwendet werden, z. B.: ko (kū ~ ką, kuo) geriausis, -ė; visų (~ visų) geriausis,-ė; už visus geriausis, už visas (~ už visas) geriause; nai geriausis, -ė. Selten wird mit derselben Bedeutung gesagt: už visus geresnis, už visas geresnė.
Auch Adjektive des Neutrums werden gesteigert, z. B.: aukšta, aukštelau ~ aukšteliau, aukščau ~ aukščiau, aukščause ~ aukščiausia, kū(kuo) aukščause ~ kū (kuo) aukščiausia, visų aukščause ~ visų aukščiausia, už vis aukščause.
Einen bestimmten Grad der vorhandenen Eigenschaft können auch Adjektive ausdrücken, die mit einigen anderen Suffixen oder Präfixen gebildet werden, vgl.: kepūre (~ kepūrė) maž ma-žoka (= zu klein); naktis dabar tumšokas ~ naktųs dabar tamsokos (= dunkel, aber nicht sehr); jisai dabar apisveikis (~ apysveikis „noch nicht ganz gesund, beinahe gesund“).
Wie in der Literatursprache gibt es auch im Dialekt Adjektive, deren bezeichnete Eigenschaften weder geringer noch stärker ausgeprägt sein können; sie sind nicht steigerbar, z. B.: basas, -a, geležinis, -e ~ geležinis, -ė, pernikščis, -e ~ pernykščias, -ia „vom vorigen Jahr“. Ebenfalls selten gesteigert werden Adjektive, die mit -ėtas, -otas, -uotas und einigen anderen Suffixen gebildet sind. Mit ihnen können jedoch bestimmte Adverbien des Komparativs und Superlativs stehen, z. B.: dabėtas ~ duobėtas, šakotas; daugiau (~ daugiau), labjau (~ labiau) dabėtas, šakotas; daugause (~ daugiausia), labjause (~ labiausia) dabėtas, šakotas.
2. Deklination
a- und ia-Stämme
§ 23. Die Endungen der Adjektive mit a- und ia-Stamm: Sg. Nom. [bált-]-as ~ -as, [naũj-]-is ~ -as, Gen. -a, -e ~ -o, Dat. -ám, Akk. -ų, -i ~ -ą, Instr. -u, -ù, Lok. -am̃, -em̃ ~ -am̃, Ill. -añ, -eñ ~ añ; Pl. Nom. -i, Gen. -ų ~ -ų, Dat. -iẽm ~ -iẽm, Akk. -us || -as ~ -us, -ūs || -is ~ -ūs, Instr. -aĩs, -eĩs ~ -aĩs, Lok. -uõsi / -uõse, Ill. -uõsin / -uõsna(n) (vgl. § 4).
Der Dativ Singular mehrsilbiger ia-Stamm-Adjektive weist neben der Endung -em ~ -iam bisweilen auch die nach dem Muster der ia-Stamm-Substantive entstandene Endung -iũ ~ -iui auf, vgl.: beržiniui pagaliui ~ beržiniui pagaliui, geriausi svečiai ~ geriausiui svečiui, kvietinių ragaišių ~ kvietiniui ragaišiui, vilniškiai svečiai ~ vilniškiui svečiui. Ein Dativ Singular dieses Typs findet sich auch in alten Schriften, vgl.: Noriu asz tam paskutiniui dit’ kaip ir taw DP 93₁₂–₁₃.
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Page 15Die Singular-Akkusativform des Superlativs kann phonetisch sowohl aus geriausi als auch aus geriusuta entstanden sein, ebenso wie aus geriausių. Letztere Akkusativform wird neben dem Nominativ geriausias in einigen anderen ostaukštaitischen Mundarten verwendet (vgl. auch Formen älterer Sprachdenkmäler, die auf Grundlage ostaukštaitischer Mundarten verfasst wurden: szwinciausi AK 30₁₉, 82₃₂₉, 98₃₀, szwynciausi SP I 101₁₅₇, brungiausi SP II 25₁₅, 27₁, 30₂₅).
Neben der Singular-Illativform der Komparativadjektive geresnin (vgl. Singular-Akkusativ gerėsni ~ geresnį) wird häufiger die Form geresnėn verwendet, die vermutlich nach naujėn entstanden ist. Mit -en ~ -ian wird überwiegend auch der Singular-Illativ der Ableitungen mit dem Suffix -utinė verwendet, z. B.: paskutinėn, pirmutinėn. Ob der Singular-Illativ -in der Superlativadjektive (vgl. geriausin) aus -in oder aus -ian entstanden ist, lässt sich schwer sagen, da auch die ursprüngliche Form des Singular-Akkusativs unklar ist.
Die Endung des Plurals Nominativ -ii ~ -iai und des Plurals Dativ -em ~ -iam haben medinis, paskutinis und andere Adjektive dieses Typs mit ia-Stämmen.
u-Stamm
§ 24. Endungen: Sg. Nom. [graž-] -ūs (|| -ās ~ -ūs), Gen. -aũs, Dat. -’ām ~ -iám, Akk. -u (-a) ~ -ų, Instr. -ù ~ -iù, Lok. -em̃ ~ -iam̃, Ill. -eñ ~ -iañ; Pl. Nom. -us (-as) ~ -ūs, Gen. -ų ~ -ių, Dat. -iém, Akk. -’ùs (-is) ~ -iùs, Instr. -eĩs ~ -iaĩs, Lok. -’ùosi | -’ùose, Ill. -’ùosin | -’ùosna(n) (vgl. § 4).
In die Deklination der Adjektive mit u-Stämmen dringen Endungen der a-Stämme ein; vgl. die im Dialekt recht häufig verwendeten Formen: Sg. Gen. brūnga ~ brūngo, gārda ~ gārdo, Sg. Dat. gražām, saldām, statām ~ sotām, Instr. gražù, saldù, sotù, Lok. gražūm, saldām, statām, Ill. gražān, saldān, statān; Pl. Gen. gražū ~ gražų, saldū ~ saldų, sotū ~ sotų, Akk. gražūs (gražās), saldūs (saldās), Instr. gražāis, saldāis, Lok. gražūosi, saldām, Ill. gražūosin, statūosin.
Zu den Ursachen für die Entstehung der konkurrierenden a-Stammformen siehe § 21.
o, io-Stämme
§ 25. Beispiele für Adjektive mit o-, io-Stämmen: baltā, naujė ~ naujā, gerāuse ~ geriāusia, gražī. Die Endungen dieser Adjektive sind dieselben wie bei Substantiven mit o, io-Stämmen (vgl. §§ 8, 9).
ė-Stamm
§ 26. Beispiele für Adjektive mit ė-Stamm: medinė ~ medinė, gerėsne ~ gerės-nė. Die Endungen dieser Adjektive sind größtenteils dieselben wie bei den Substantiven mit ė-Stamm (vgl. § 10); lediglich einzelne Kasusformen der Komparative und Elative sowie der mit dem Suffix -utinė gebildeten Adjektive können neben den Formen mit ė-Stamm auch Formen mit io-Stamm haben, vgl.: Sg. Gen. geresnės, gerelesnės, pirmutinės || geresnōs, gerelesnōs, pirmutinōs, Loc. geresnėj, gerelesnėj, pirmutinėj || geresnōj, gerelesnōj, pirmutinōj, Ill. geresnėn, gerelesnėn, pirmutinėn || geresnōn, gerelesnōn, pirmutinōn; Pl. Dat. und Instr. geresnėm, gerelesnėm, pirmutinėm || geresnōm, gerelesnōm, pirmutinōm, Loc. geresnėsi, gerelesnėsi, pirmutinėsi || geresnōsi, gerelesnōsi, pirmutinōsi, Ill. geresnėsin, gerelesnėsin, pirmutinėsin || geresnōsin, gerelesnōsin, pirmutinōsin. An einzelnen Orten im Verbreitungsgebiet des südlichen ostaukštaitischen Dialekts (z. B. in der Umgebung von Gelvonai) werden Formen mit Endungen des io-Stammes sogar häufiger verwendet.
Die Endungen einzelner Kasus der Adjektive mit l im ė-Stamm, das vor dem Stammvokal verhärtet ist, sind infolge lautlicher Veränderungen mit den Endungen von Adjektiven mit o-Stamm zusammengefallen-
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Page 16endungen, vgl.: Sg. Nom. didela ~ didelė, Dat. didelái ~ dideléi, Akk. didelù ~ didelę, Instr. didelãi; Pl. Nom. didelàs ~ didelės, Akk. didelàs ~ deles. Nach dem Muster dieser Kasus werden die Endungen des o-Stammes manchmal auch an Formen anderer Kasus angefügt, vgl.: Sg. Gen. didelõs || didelės ~ didelės, Loc. didelõj || didelėj ~ didelėj, Ill. didelõn || didelėn ~ didelėn; Pl. Dat. und Instr. didelõm || didelėm ~ didelėm, Loc. didelõsj || didelėsi ~ didelėse, Ill. didelõsin || didelėsin ~ didelėsen.
3. Reste der pronominalen Adjektive
§ 27. Das Gebiet des südlichen ostaukštaitischen Dialekts gehört zu jenem Teil Litauens, in dem pronominale Adjektive heutzutage fast nicht mehr verwendet werden. Ihre Funktionen erfüllen hier meist einfache Adjektive. Im Dialekt kommen etwas häufiger nur verschiedene substantivierte und adverbialisierte pronominale Adjektive vor, vgl. Eigennamen von Orten: bindrõje ~ Bendrõja Wiesen im Dorf Skominėliai, Dorf Vaitkūnai (Umgebung Pabaiskas), didžõje ~ Didžõja Wiesen im Dorf Knizlaukis (Umgebung Vėpriai), Slabada, Ulyčnykai, Dorf Vaitkūnai (Umgebung Pabaiskas), dubõje ~ Dubõja Wiesen in Slabada und im Dorf Vaitkūnai, ilgõje ~ Ilgõja Ackerland im Dorf Minčiukai (Umgebung Musninkai), plačõje ~ Plačõja Wiese im Dorf Vaiteliškiai (Umgebung Krikštėnai), smailõji Ackerland im Dorf Kaimynėliai (Umgebung Musninkai); didžõje balà ~ Didžõja balà Sumpf im Dorf Bagužiškiai (Umgebung Krikštėnai), didžõje pieva ~ Didžõja pieva Wiese im Dorf Santakiai (Umgebung Viesai), ilgiẽji alkaĩ ~ Ilgieji alkaĩ Moor im Dorf Skominai (Umgebung Pabaiskas), ilgõje pieva ~ Ilgõja pieva Wiese in Vindeikiai, platẽji alkaĩ ~ Platẽji alkaĩ Moor im Dorf Skominai; (fehlerhaft gebildete Formen) aukštõjes ~ Aukštõjos Ackerland im Dorf Lesčiūnai (Umgebung Juknonys), platusẽji skersini ~ Platusẽji skersiniai Ackerland im Dorf Gailiūnai (Umgebung Krikštėnai).
Zu weiteren substantivierten und auch adverbialisierten pronominalen Adjektiven dieses Dialekts siehe „Lietuvos TSR MA Darbai“, Reihe A, 2(7), 1959, S. 191.
4. Akzentuierung
§ 28. a) Die Akzentuierung zweisilbiger Adjektive des Dialekts unterscheidet sich wenig von der der litauischen Standardsprache. Erwähnenswert sind nur folgende Einzelheiten:
1. Die Akzentuierung einiger Adjektive stimmt nicht mit der der litauischen Standardsprache überein, z. B. wird tūmsus, -i nach der dritten Akzentklasse betont (: Standardsprache tamsùs, -i 4), nach der vierten Akzentklasse dagegen ker̃šas, -à (: kéršas, -à 3), šir̃mas, -à (: širmas, -à 3).
2. Der Singular-Nominativ des nach der dritten Akzentklasse flektierten Adjektivs brangùs, -i trägt den Akzent auf der Wurzel: brúngus, brúngi, Neutrum brúngu – es wird also betont wie aiškus, aiški, tūnkus ~ túnkus, túnki ~ tánki¹².
3. Bei den Adjektiven femininen Geschlechts, d. h. den Adjektiven mit (i)o-Stamm, wird die Singular-Dativendung betont: baltái, sausái; saldžiẽji ~ saldžiái, žaliái ~ žaliái. Ebenso werden mehrsilbige Adjektive dieser Stämme der dritten und vierten Akzentklasse betont, z. B.: alkanái, pailgái, purvìnai, svetimái; nažulnãi ~ nuožulnìai, panašái ~ panašiái.
Bei mehrsilbigen Adjektiven gibt es etwas mehr Unterschiede in der Akzentuierung gegenüber der litauischen Standardsprache.
12 Zur Akzentuierung dieser Adjektive vgl. A. Laigonaitė, Literatūrinės lietuvių kalbos kirčiavimas, Vilnius, 1959, S. 50.
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Page 171. Adjektive mit den Suffixen -onas, -ona; -ivas ~ -yvas, -iva ~ -yva werden im Dialekt nach dem dritten Akzentparadigma betont, z. B.: geltonas, -a ~ geltonas, -a, raudonas, -a ~ raudonas, -a; unkštivas, -a ~ ankstyvas, -a, velivas, -a ~ vėlyvas, -a; Dat. Pl. geltoniem, geltonom, raudaniem, raudanom; unkštiviem, unkštivom, veliviem, velivom.
Vorwiegend werden auch Ableitungen mit dem Suffix -ingas, -inga so betont, z. B.: smalingas, -a, geringą „geringą“; Dat. Pl. smalingiem, smalingom, geringom; Akk. Pl. smalingus, smalingas, geringas. Einzelne Adjektive mit dem Suffix -ingas, -inga werden verschieden betont — nach dem dritten Akzentparadigma, wie bereits erwähnt, oder (seltener) mit festem Akzent im Suffix (wie in der Standardsprache) oder im Stamm, z. B.: lėtingas, lėtingą || lėtingas, lėtinga || lėtingas, lėtingą; lėtinga; Dat. Pl. lėtingiem, lėtingom || lėtingem, lėtingam || lėtingiem, lėtingam; Akk. Pl. lėtingus, lėtingas || lėtingus, lėtingas.
Zusammengesetzte Adjektive mit dem Präfix prie- werden auf zwei Arten betont: Sie haben entweder einen festen Akzent auf dem Präfix (wie in der Standardsprache) oder einen vom Wortausgang auf das Präfix wandernden Akzent, z. B.: priedurnis, -ė, priešakvaišis, -ė, priešekurtis, -ė || priedurnis, -ė ~ priedurnys, -ė, prekvaišis, -ė ~ priekvaišys, -ė, prekurtys, -ė ~ priekurtys, -ė; Dat. Pl. priedurnem ~ priedurniam, priedurnėm || priedurnám ~ priedurniám, priedurnėm ~ priedurnėm; Akk. Pl. priedurnis ~ priedurnius, priedurnes.
Nach dem dritten „a“-Akzentparadigma wird das Adjektiv mėlinas, -a ~ mėlynas, -a betont (auch im Nom. Sg. Fem. wird die erste Silbe betont!), Dat. Pl. mėlinėm, mėlinom, Akk. Pl. mėlinus, mėlinas.
2. Adjektive im Komparativ und Elativ gehören im Dialekt zum vierten Akzentparadigma. Meist gehören zu diesem Akzentparadigma auch Adjektive mit dem Suffix -utinis, -utinė: paskutinis, -ė, pirmutinis, -ė, vidutinis, -ė; Dat. Pl. paskutiniem, paskutinom (zum Wortausgang siehe § 26), Akk. Pl. paskutinius, paskutinis.
3. Anders als in der Standardsprache werden einzelne Adjektive mit dem Suffix -inis, -inė betont. Im Dialekt haben z. B. miltinis, -e (: lk. miltinis, -ė, 2), mėšinis, -e (: mėšinis, -ė 2), vuosinis, -e (: uosinis, -ė 2) einen festen Akzent. Auf zwei Arten betont werden aglinis, -e ~ eglinis, -ė, alkšninis, -e, beržinis, -e — nach dem zweiten Akzentparadigma (wie in der Standardsprache) und mit festem Akzent (áglinis, -e, alkšninis, -ė, beržinis, -e).
ZAHLWORT
1. Kardinalzahlen
Grundlegende
§ 29. Die grundlegenden Kardinalzahlen des Dialekts unterscheiden sich in ihrer Bildung größtenteils nicht von den Kardinalzahlen derselben Art im Litauischen. Einzelne Zahlen oder Zahlen bestimmter Gruppen (etwa „11“–„19“) sind lediglich phonetisch leicht verändert, vgl.:
1. vienas, viena
2. dù, dvì
3. trìs ~ trỹs
4. keturi, kẽtres < kẽturios
5. piñki ~ penki, piñkes ~ peñkios
6. šeši, šešes ~ šešios
7. saptini < septyni, saptines < septynios
8. aštūmi, aštūmes ~ aštūnios
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Page 189. devìni ~ devyni, devìnes ~ devýnios
10. dešims, dešimtis
11. venùolka < vienuólika
20. dvìdešims
21. dvìdešims vienas, dvìdešims viena
30. trìzdešims ~ trisdešims
40. kètrezdešims < keturiasdešims
100. šimtas
1000. tūkstūntis ~ tūkstantis.
Neben den Kardinalzahlen septìnezdešims „70“, aštuónezdešims „80“…, tūkstūntis šimtas, tūkstantis du šimtai, tūkstantis du šimtai pìnk(e)zdešims… werden häufig (besonders von Angehörigen der älteren Generation) mit derselben Bedeutung auch folgende Formen verwendet: septìnez dešimtis (< sieben Zehner), aštuóne² dešimtis…; venùolka šìntu (~ šìntu), dvìlka šìntu, dvìlka šìntu ùi pìnk(e)zdešims… Vgl.: màn jau septìnez dešìmtis šeši metai; už kārvi tadaj makėje aštanòika devinòika šìntu; jisai be dvìdešims keturū šìntu neparādoda.
§ 30. Das Zahlwort viēnas13 wird wie ein Adjektiv mit a-Stamm flektiert, a-, und viēna wie ein Adjektiv mit o-Stamm o- (§§ 23, 25).
Die Genitiv-, Dativ- und Instrumentalformen des Zahlworts dù, dvì sind für Maskulinum und Femininum gleich: Gen. dvējì ~ dviejų oder dvìe, Dat. und Instr. dvìem. Der Lokativ des Maskulinums lautet dvējūosi|dvējūose ~ dviejuose, Ill. dvejūosin ~ dviejuosen|dvejūosna(n) ~ dviejuosna(n); der Lokativ des Femininums dvejōsil|dvejōse ~ dviejose, Ill. dvejōsin ~ dviejosėn|dvejōsna(n) ~ dviejosna(n) (vgl. § 4).
Ebenso wie dù, dvì werden auch abù, abì flektiert. Nur Nominativ und Akkusativ weisen die Formen abùdu, abìdvi auf — die übrigen Kasus werden nicht verwendet.
Das Zahlwort trìs besitzt getrennte Maskulinum- und Femininumformen im Lokativ und Illativ: Lok. trìjūosi|trìjūose, trìjōsi|trìjōse, Ill. trìjūosin|trìjūosna(n), trìjōsin|trìjōsna(n). Die Formen der übrigen Kasus unterscheiden nicht nach Genus: Gen. trìjų ~ trijų, Dat. und Instr. trìem ~ trim, Akk. trìs.
Die Endungen des Zahlworts keturi sind dieselben wie bei Adjektiven mit ia-Stamm ia (z. B. naujas, § 23), während kètrės ~ kètrios den Pluralformen der Adjektive mit io-Stamm io entsprechen (z. B. nauja, § 25). Außer in der Nominativform des Femininums fehlt der Vokal u nach dem Konsonanten t gewöhnlich auch in der Akkusativform: kètris ~ kètrias. Der Akkusativ des Maskulinums ist mit dem Akkusativ des Femininums zusammengefallen: kètris. Seine Endung -is kann jedoch in der Mundart phonetisch sowohl aus -is als auch aus -ius entstanden sein. Die Form dieses Kasus kèt(u)ris kommt in der Umgebung von Čiobiškis und Musninkai sowie anderswo am östlichen Rand des Mundartgebiets vor. Sie findet sich auch in den benachbarten ostlitauischen Mundarten, die nach einem palatalisierten Konsonanten (oder j) das vollständige -us bewahren (Kurkliai, Lyduokiai, Želva, Molėtai, Giedraičiai…). Die mittellitauischen Mundartsprecher aus der Umgebung von Kaišiadorys (z. B. Žasliai), die Nachbarn des Gebiets, haben diesen Akkusativ mit -is, obwohl an einzelnen Orten (z. B. Palomenė) daneben auch eine Form mit -ius vorkommt. Ergänzend sei bemerkt, dass die Endung -is auch für die Schriften von K. Širvydas charakteristisch ist,
13 Sowohl in der Standardsprache (vgl. Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, S. 938) als auch in der Mundart kann viēnas,-a noch adjektivisch oder pronominal verwendet werden, z. B.: tikāi viēna ki (= wie) ein Finger; mit diesem Kind ist es jetzt eine einzige Plage; in einem einzigen Jahr war der Frühling sehr kurz; sie wie die Hähne, einer gegenüber dem anderen, stritten sich; wir haben aus einem einzigen Laib (= Brotlaib) kein Brot gegessen.
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Page 19vgl.: pinkis SP I 25220, septinis SP I 14017 neben elnius SP I 14126, erszkiečius SP II 16332.
Wie keturi, ketres werden auch pinki, pinkes; šeši, šešes; septini, septines; aštuoni, aštuones; devini, devines. flektiert.
Das Zahlwort dešims ist unflektierbar. Seine flektierte Form dešimtis (etwas häufiger nur von Vertretern der älteren Dialektgeneration verwendet) hat dieselben Endungen wie die Substantive mit i-Stamm (vgl. § 11); neben dem Genitiv Plural dešimčių ~ dešimčių kommt jedoch auch dešimtų ~ dešimtų. vor.
Die Zahlwörter vienuolka – devinuolka haben Singularformen. Ihre Endungen sind dieselben wie bei den Substantiven mit o-Stamm (§ 8), nur hat der Akkusativ ein kurzes -a, d. h. er stimmt mit dem Nominativ überein.
Das Zahlwort šimtas wird wie die Substantive mit a-Stamm (§ 6) flektiert, tūkštūntis dagegen meist (bei den Vertretern der jüngeren Generation immer) wie die Substantive mit ia-Stamm (§ 7). Die ältere Generation verwendet es bisweilen auch noch mit Endungen der Substantive mit ē-Stamm, vgl.: Nom. Sg. tūkštūnė ~ tūkstantė, Gen. Sg., Nom. Pl. tūkštūntes ~ tūkstantēs, Dat. und Instr. Pl. tūkštūntiem ~ tūkstantēm. Solche Formen sind wahrscheinlich anstelle älterer femininer Formen mit i-Stamm entstanden (vgl. den Übergang femininer Substantive mit i-Stamm zu ē-Stämmen — § 12).
Zusammengesetzte Zahlwörter dvidešims — devineždesims sind unflektierbar. Bei Zahlwortgruppen (aus mehreren Wörtern gebildeten Zahlwörtern) werden alle Wörter flektiert, z. B.: Nom. dū tūktūnčiį irįs šimtąjį devini, Gen. dvėjų tūktūnčių trijų šimtų devinių usw.
Kollektivzahlwörter
§ 31. Zunächst sind Kollektivzahlwörter derselben Bildung wie im Standardlitauischen zu nennen: veneri ~ vieneri, vieneres ~ vienerios; abejì, abejes ~ abėjos; dvėji, dvėjes ~ dvėjos; frėji, frėjes ~ frėjos; ketveri, ketveres ~ ketverios; pinkeri, pinkeres ~ pinkerios... devineri ~ devyneri, devineres ~ devynerios.
Mit dem Suffix -er- sagt man bisweilen auch dvėjeri, dvėjeres ~ dvėjerios; frėjeri, frėjeres ~ frėjerios.
Neben Kollektivzahlwörtern mit dem Suffix -er- werden im Dialekt noch Zahlwörter gleicher Bedeutung mit dem Suffix -el- verwendet: veneli ~ vienelė, vienelės ~ vienelios, pinkeli, pinkelės ~ penkelios; šešeli, šešelės ~ šešelios; septineli < septyneli, septineles < septynelios; aštaneli ~ aštuoneli, aštaneles ~ aštuonelios; devineli ~ devyneli, devineles ~ devynelios.
Neben den femininen Nominativformen vieneres, vieneles und Akkusativformen vieneris ~ vienerias, vienelis ~ vienelias kommen auch Formen mit dem Wurzelvokal -e- vor: Nom. vėneres ~ vėnerios, vėnelės ~ vėnelios, Akk. vėneris ~ vėnerias, vėnelis ~ vėnelias. Letztere sind wahrscheinlich nach dem Muster von dvėjes oder dvėj eres, kė tveres (Nom.) sowie dvėjeris ~ dvėjerias, kė tveris ~ kė tverias (Akk.) entstanden.
Kollektivzahlwörter werden mit Substantiven im Plural verwendet, z. B.: dvėjes (dvėjeres, dvėjeles) dūris, kė tveres šākes, devineri (devineli) mētai.
Kollektivzahlwörter werden wie das Grundzahlwort keturi, ketres (§ 30) flektiert. Die Endung des maskulinen Akkusativs ist meist -is (dvėjis, frėjis); nur näher an der östlichen Dialektgrenze kommt auch -us (dvėjus, frėjus) vor. Neben dem Femininum
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Page 20Genitiv des Zahlworts für die Mehrzahl frėjes Die Dativ- und Instrumentalformen lauten manchmal auch trėjom und trijom, z. B.: frijom pirštinem neustėks šūlu; su frijom kėlnem. Die letztgenannte Form ist wahrscheinlich eine kontaminierende Umbildung aus frėjom ir frīm.
Sammelnumeralia
§ 32. Die Bildung der Sammelnumeralia in der Mundart ist dieselbe wie im Litauischen: dvėjetas, trėj etas, kėivertas, piñketas ~ peñketas, devinetas ~ devýnetas.
Numeralia dieser Art können sowohl mit Substantiven männlichen als auch weiblichen Geschlechts verwendet werden, z. B.: frėjetas arklių, kėivertas paršu; piñketas kárvu, šéšetas kañlu.
Sammelnumeralia haben Singularformen der Kasus. Ihre Endungen sind überwiegend dieselben wie bei den a-stämmigen Substantiven (§ 6); lediglich der Nominativ und der Akkusativ können bisweilen auch die Endung -a aufweisen, z. B.: piñketa paršu laksta, trėjeta kárviu ganasi; kėiverta arklių pardavė, aštíone ta vištu lápe nuneše. Diese Formen (wie auch vienuolika — devyniolika) sind als Reste des Nominativ-Akkusativs des Neutrums anzusehen.
Bruchzahlwörter
§ 33. Bruchzahlwörter dieses Typs, wie im Litauischen viena trečioji, trys aštuntosios, werden in der Mundart nicht verwendet; stattdessen sagt man: (vienas) trėčdalis, (vienas) kėvirtadalis, dù piñktadalii ~ dù penktadaliai, tris aštuntadalii ~ trýs aštuntadaliai usw.
Numeralia dieser Art haben nur Formen des männlichen Geschlechts; ihre zusammengesetzten Bestandteile trėčdalis, ketvirtadalis usw. werden wie ia-stämmige Substantive dekliniert (§ 7).
Als Bruchzahlwort wird auch das Wort pusė ~ pusė verwendet (es wird wie ein ē-stämmiges Substantiv dekliniert, § 10).
Die Numeralia pusúitra ~ pusáitro, puštrėčė ~ pustrėčio, puškėtv irta ~ pusketvirto... flektieren nach dem Genus, werden aber nicht dekliniert; verwendet werden nur ihre Genitivformen, z. B.: puštrėčė maiša ~ pustrėčio maišo, puštrėčės luntós ~ pustrėčios lentós.
2. Ordinalzahlen
§ 34. Die Bildung der Ordinalzahlen im Dialekt unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von der der Standardsprache; vgl.: pirmas, -à; úntras, -à ~ añtras, -à; trėčis, -ė ~ trėčias, -ià; ketvirtas, -à; devintas, -à; dešimtas, -à; dvidešimtas, -à; dvidešim(s) pirmas, -à. Nur die Ordinalzahlen von „11“ bis „19“ können im Dialekt zwei Formen haben: Neben veniúoiktas, -a, dvìlktas, -a wird von älteren Dialektsprechern recht häufig noch venalikis, -e ~ vienuolikìs, -ė, dvìlikis, -e ~ dvylikis, -ė usw. verwendet.
§ 35. Die Kasusformen des Zahlworts pirmas haben dieselben Endungen wie die a-stämmigen Adjektive, pirmà dagegen wie die o-stämmigen Adjektive (§§ 23, 25). Ebenso werden auch die anderen a- und o-stämmigen Ordinalzahlen dekliniert.
Die Zahlwörter trėčis, venalikis, dvìlikis... werden wie ia-stämmige Adjektive (§ 23) dekliniert, trėčė wie io-stämmige (§ 25) und venalike, dvìlike wie ē-stämmige Adjektive (§ 26). Wie bestimmte ia-stämmige Adjektive haben auch die Zahlwörter venalikis, dvìlikis u. a. neben der adjektivischen Endung des Singular-Dativs (venalikem ~ vienuolikìam, dvìlikem ~ dvylìkiam) bisweilen auch eine substantivische (venalikìi ~ vienuolikìui, dvìlikìi ~ dvylìkiui).
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Page 21Bei zusammengesetzten Ordinalzahlen wird nur das letzte Wort dekliniert, z. B.: Sg. Nom. tūkstantis devyni šimtai penktas, Gen. tūkstantis devyni šimtai penkta... Pl. Nom. tūkstantis devyni šimtai keturelikį metai, Instr. tūkstantis devyni šimtai keturelikiais metais.
3. Betonung
§ 36. Die wichtigsten Unterschiede bei der Betonung der Zahlwörter im Dialekt gegenüber der Standardsprache sind folgende:
a) Kardinalzahlen:
1. Beim rhythmischen Zählen kann bei den Zahlwörtern „4“–„6“ die erste Silbe betont werden: keturi, piñki, šeši.
2. Die Singular-Dativform des Zahlworts viena trägt den Akzent auf der Endung: venái ~ vienái (vgl. § 28a).
3. Der Dativ- und Instrumentalform des Zahlworts trìs ist der Zirkumflex-Akzent eigen: trīm (vgl. § 17,3).
4. Einzelne Kasusformen des Zahlworts dešimtis können neben dem Endungsakzent bisweilen (seltener) auch einen Stammakzent haben, z. B.: Sg. Nom. dešimtis || dešimtis, Gen. dešimties || dešimties.
5. Die Pluralformen des Zahlworts šimtas tragen den Akzent auf dem Stamm, wenn sie auf ein anderes Zahlwort folgen, z. B.: dù šimtai, dvìlika šimtų ~ dvyl(i)ka šimtų, trīm šimtam, dvìem šimtais, aber: šimtai jų tinai skraida; tų jų šimtais nepapirksi.
b) Multiplikativzahlen:
Neben den auf der Endung betonten Nominativformen septneri, septnelì, aštaneri, aštanelì, devineri, devinelì werden Formen mit Akzent auf dem Suffix verwendet: septýneri, septýnelì, aštuoneri, aštuonelì, devyneri, devynelì. Formen mit dieser Betonung sind nach septynì, aštuoni, devìni entstanden, wo der Akzent regelmäßig von der kurzen Endung zurückgezogen ist.
c) Ordinalzahlen:
1. pirmas, -à vns. įnagininko ir dgs. galininko formų dažniausiai kirčiuojama galūnė: pirmù, pirmąĩ; pirmùs, pirmàs. Tų formų galūnė pradėta kirčiuoti dėl kitų kelintinių skaitvardžių analogijos, pvz., ùntras, -à ~ àntras, -à — vns. įn. untrù, untrąĩ; dgs. gal. untrùs, untràs.
Bei den Zahlwörtern des weiblichen Geschlechts pirmà — dešimtà, dvidešimtà — devinezdešimtà hat der Dativ Singular den Akzent auf der Endung, z. B.: pirmái, ketvirtái, dvidešimtái..., ebenso wie derselbe Kasus bei o-stämmigen Adjektiven (§ 28 a).
2. venalikis, -e — devinelikis, -e ~ devyniolikis, -ė kirčiuojami antrąja kirčiuote (venuolktas, -a... turi pastovų kirtį, kaip lk.).
PRONOMEN
1. Allgemeine Bemerkungen
§ 37. Die meisten Pronomen der Mundart sind dieselben wie im Litauischen, nur einige sind phonetisch oder morphologisch leicht verändert; bei einzelnen Pronomen hat sich die Bedeutung verändert, und manches ist aus den slawischen Sprachen übernommen worden. Zum Beispiel:
1. Asmeniniai: aš, tū, jisai14 || ăns „jis“, anà „ji“, mẽs, jūs ~ jũs, jiẽ || àne ~ ãnie, jós || ãnas ~ ãnos.
14Die Kurzform er wird überhaupt nicht verwendet. Mit dem Partikel -ai, das seine hervorhebende, bekräftigende Bedeutung in der Mundart verloren hat, werden auch einige andere Pronomen verwendet (vgl. unten).
127
Page 222. Reflexiv: savi ~ savę.
3. Possessivpronomen: màna ~ màno, tàva ~ tàvo, sàva ~ sàvo.
4. Demonstrativpronomen: anàs, anõjį < anõjį15 „jene“, šitas, šitai ~ šitoj „diese“, tàs || tasai, tõj „die“, tõks || taksai ~ toksai, tõke ~ tokią, šitaks ~ šitoks || šitaksai ~ šitoksai, šitake ~ šitokia, tas pãc ~ tas pats, tõj pati, pãc tas, pati tõj, tõks pãc, taksai pãf, tõke pati (pãt).
5. Interrogativ-Relativpronomen: kàs, kõks || kaksai ~ koksai, kõke, katràs, katrõj, kuris, kurõj (selten), keli, -es ~ -ios, kelintas, -à, keleri, -es, kanõ „wessen“.
6. Indefinitpronomen: kàs, kõks || kaksai, kõke, katràs, -õj, keli, -es, kelõlika < keliõlika, keletas, bet kàs, bet kõks || bet kaksai, bet kõke, bet katràs, bet katrõj, katràs-ne-katras, katrõj-ne-katrõj, kai kàs, kažna kàs, kažna katràs, kažna kõks (kaksai), šis tàs, šõks tõks || šeksai taksai ~ šioksai toksai, šõke, tõke, kitas, kitai ~ kitoj, kas kita, vienas kitas, viena kita, kitõks, -e, kitõniškas, -a, visas, -à, viskàs, visõks, -e, niẽkas, ni joks, -e „kein, -e“, ni kõks (kaksai), -e „kein, -e“. Anstelle von kiekvienas, -a werden überwiegend die aus dem Slawischen stammenden Pronomen kõžnas, -a, žėdnas, -a verwendet.
7. Demonstrativpronomenpãc, pati.
2. Deklination
Geschlechtslose Pronomen
§ 38. àš, tù; savi.
Singular Plural N. àš, tù mẽs, jūs G. manì, tavì, savì mūsų, jūsų D. mãn, tàu, sáu mùm, jùm A. manì, tavì, savì mumìs, jumìs I. manìm, tavìm, savìm mùm, jùm L. manì, tavì, savì mumìsi|mumìse; jumìsi|jumìse
Neben den kürzeren Formen àš, tù gibt es im Singular-Nominativ mitunter auch längere: ãšen, ãšenai; tùjen, tùjenai. Sie werden überwiegend nur von der älteren Generation verwendet.
Die Singularformen des Genitivs und Akkusativs sind im Dialekt überwiegend gleich: manì ~ manę, tavì ~ tavę, savì ~ savę. Neben manì, tavì, savì kommen gelegentlich Singularformen des Akkusativs manì, tavì, savì vor. Sie könnten Überbleibsel älterer Formen manė, tavė, savė sein (im Dialekt -ė > -i); der Singular-Akkusativ dieser Pronomen auf -i tritt jedoch auch in jenen östlichen litauischen Dialekten auf, die das alte -ė unverändert bewahren (z. B. bei Tverečius), ebenso in Dialekten, in denen das alte -en > -e16 entspricht (Palomenė, Žasliai und andernorts). Daher ist die Herkunft der Singular-Akkusativformen auf -i unklar.
Der Pluralgenitiv lautet überwiegend mūsu ~ mūsų, jūsų ~ jūsų (diese Formen werden auch als Possessivpronomen verwendet). Gelegentlich kommt nach dem Vorbild des Singulargenitivs
15 Bei einzelnen Pronomen Femininum wurden die einfachen Singularformen des Nominativs und Instrumentals durch verkürzte pronominale Formen ersetzt (Näheres dazu siehe „Lietuvos TSR MA Darbai“, serija A, 2(7), 1959, p. 195 tt.). Neben den einfachen Formen weist mitunter auch der Pluralnominativ Maskulinum verkürzte pronominale Formen auf, z. B.: anieĮ, kairieĮ, šitieĮ, tieĮ. Diese Formen kommen jedoch nicht im gesamten Dialektgebiet vor – sie werden vorwiegend nur in der Umgebung von Čiobiškis und Musninkai verwendet.
16 Vgl. J. Otrębski, Gramatyka języka litewskiego, t. 3, Warszawa, 1956, p. 137; Z. Zinkevičius, Lietuvių dialektologija, p. 299.
128
Page 23gebildete Formen mumì ~ mumė, jumì ~ jumė (vgl.: jisai mumì nepràšė; iš jumì atėję un mumis „aus Ihrer Mitte kam er zu uns“).
Wie der Dativ Pl., so ist meistens auch der Instrumental Pl. (vgl.: neik su mùm; su jùm nėr kȯ šnekėt). Seltener kommt der Instrumental Pl. mumìm, jumìm vor (vgl.: su mumìm anà nėšneka; àš su jumìm nòru važiuòti).
Der Akkusativ Pl. lautet meistens mumìs, jumìs; seltenere Akkusativformen sind mumì, jumì.
§ 39. Die übrigen nichtpersönlichen Pronomen haben nur den Singular. Ihre Endungen sind meist dieselben wie bei den entsprechenden Pronomen des Litauischen, nur unterscheiden sich einzelne Kasus phonetisch geringfügig, vgl.:
Nom. kàs, niẽkas, šìs tàs
Gen. kȯ, niẽka, šȯ tȯ
Dat. kám, niẽkam, šám tám
Akk. kù, niẽku, šì tù
Instr. kuõ || kuõm, niẽku, šuõ tuõ || šuõm tuõm
Der Genitiv hat außerdem die Form kanõ, die in interrogativer, relativer und unbestimmter Bedeutung verwendet wird, z. B.: kanõ šitai kepùrė? kanõ padėta, tas jį pasiims; nemètik akmenų — da kanõ lùngu išmuši. Die Form kanõ ist wahrscheinlich aus kenõ < kienõ entstanden, d. h. aus dem Genitiv Singular des Pronomens kienas (das heute nur noch in den östlichen litauischen Dialekten vorkommt, z. B. in Lazūnai, Gervėčiai und Zietela).
Neben dem Akkusativ šì tù kommt auch šù tù vor (vgl.: dàve šù tù pasògas), wobei šù offenbar analog zum zweiten Bestandteil (tù) entstanden ist.
Der Instrumental Singular kuõm (< kuomi), šuõm tuõm (< šiuomi tuomi) wird, wie auch die Formen dieses Kasus der Pronomen mit grammatischem Geschlecht auf -m, häufiger von Angehörigen der älteren Generation verwendet.
Die Lokativformen werden durch Adverbien ersetzt: kur̃, niẽkur, šì tì „hier und dort“.
Das Pronomen kelõlka wird wie das Zahlwort veniõlka dekliniert (§ 30).
Pronomina mit Genus
a-Stamm
§ 40. Bei den Pronomina mit a-Stamm, z. B.: anàs, šìtas, vìsas, sind die Endungen der meisten Kasus dieselben wie bei den Adjektiven mit a-Stamm (§ 23); nur in einzelnen Fällen gibt es Unterschiede.
Der Instrumental Singular einiger Pronomina weist drei Endungen auf: -u, -uo und -uom, vgl.: anù, anuõ, anuõm; katrù, katruõ, katruõm; šitù, šituõ, šituõm. Die älteren Endungen -uo oder -uom (< -uomi) hat auch noch tàs: tuõ, tuõm. Am häufigsten werden die Formen dieser Pronomina mit -uo verwendet; -uom ist eher für Angehörige der älteren Generation charakteristisch, während -u nur noch äußerst selten vorkommt. Beim Instrumental Singular der übrigen Pronomina mit a-Stamm lautet die Endung stets -u (< -uo), z. B.: kitù, kitõnišku, kõžnu, kelintù, visù.
Die Pronomina anàs, katràs, šìtas, tàs weisen im Nominativ und Akkusativ Plural die älteren Endungen auf: Nom. aniẽ, katriẽ, šitiẽ, tiẽ; Akk. anuõs, katruõs, šituõs, tuõs. Bei den übrigen Pronomina mit a-Stamm sind die Endungen dieser Kasus verkürzt: Nom. kiti, kitõniški, kõžni, kelintì; Akk. kitùs, kitõniškus, kõžnus, kelintùs.
9. Lietuvių kalbos gramatikos tyrinėjimai
129
Page 24ia-Stamm
§ 41. Die Pronomina mit ia-Stamm, z. B.: jisai, kòks (kaksai), werden ähnlich wie die Adjektive desselben Stamms (§ 23) dekliniert. Diese Pronomina haben jedoch fast immer die älteren Endungen des Instrumentals Singular sowie des Nominativs und Akkusativs Plural bewahrt, z. B.: Instr. Sg. juõ || juõm, kakuõ || kakuõm, Nom. Pl. jiẽ, kakìẽ, Akk. Pl. juõs, kakuõs.
Neben der Nominativform Singular des Personalpronomens jisai wird mit derselben Bedeutung sehr häufig das Pronomen áns (< ánas) verwendet; neben dem Nominativ Plural jiẽ begegnet auch ãne ~ ãnie oder (seltener) ãnis ~ ãnys.
Die Pronomina keli, keleri haben nur Pluralkasus, deren Endungen genau dieselben sind wie die Endungen des Adjektivs naujas (§ 23).
In seiner Deklination unterscheidet sich das Pronomen pàč ~ pàts etwas von den übrigen Pronomina mit ia-Stamm. Einzelne Kasus dieses Pronomens haben die i-stämmigen Endungen bewahrt, vgl.: Gen. Sg. patìẽs, Akk. pàti ~ pàtį, Nom. Pl. pàtis ~ pàtys. Die Endungen der übrigen Kasus sind ia-stämmig. Die Endung dieses Stamms findet sich häufig auch im Genitiv Singular: pàče ~ pàčio. Neben dem Akkusativ Singular pàti kommt bisweilen auch pàči vor (vgl.: pàči didžiausi darbų padarèm; jisai un pàči karàli būva nuvėjis „er war zum König selbst gegangen“). Das č dieser Formen ist nach den übrigen Kasus entstanden, die regelmäßig eine Affrikate č aufweisen.
Die Endungen des Instrumentals Singular und Akkusativs Plural des Pronomens pàc sind verkürzt: Instr. Sg. pàčiu, Akk. Pl. pàčius || pàčis ~ pàčiùs.
o-Stamm
§ 42. Die meisten Pronomen mit o-Stamm haben dieselben Endungen wie die Adjektive dieses Stammes (§ 25).
Bei einigen Pronomen werden anstelle der einfachen Formen des Nominativs Singular, wie bereits erwähnt (vgl. Fußnote 15), meist verkürzte pronominale Formen verwendet (z. B.: andì, katròi, šitai...).
Der Instrumental Singular hat stets die längeren (pronominalen) Endungen, z. B.: anújį ~ anąjį || anó, šitùjį ~ šitáj || šitąj, visài.
Die Pronomen anà, katrà, šità haben neben den Akkusativ-Plural-Formen auf -as ~ -as auch Formen auf -uos: anuõs, katrõs, šitõs. Beim Pronomen tà wird nur die Form tuõs verwendet. Der Akkusativ Plural auf -uos ist nach den Formen des Maskulinums (a-, ia-Stämme) entstanden.
io-Stamm
§ 43. Die Endungen der Pronomen mit io-Stamm sind dieselben wie die der Pronomen mit o-Stamm; nach palatalisierten Konsonanten sind sie jedoch stärker phonetisch verändert, z. B.: Akk. Sg. pàči (< pàčiu) ~ pàčia, šitaki ~ šitokia, Instr. Sg. kakúi ~ kokiáj || kakì, pàčì „pačia“, Akk. Pl. pàčis ~ pàčias, šitakis ~ šitokias.
Anstelle der Akkusativ-Plural-Formen der 1. Klasse jàs, kòkias, kuriàs, šiàs, tòkias wird im Dialekt stets juõs, kakùõs, kuriõs, šiõs, takùõs. verwendet.
Anstelle der Nominativ-Singular-Form der 1. Klasse ji wird im Dialekt, kann man sagen, stets anà verwendet; neben dem Nominativ Plural jõs auch sehr oft ãnas ~ ãnos.
Die Pronomen kėlės ~ kėlios, kėleres ~ kėlerios haben nur Pluralformen.
130
Page 253. Betonung
§ 44. Die wichtigsten Unterschiede der Betonung der Pronomen im Dialekt gegenüber dem Litauischen sind folgende:
a) Das Pronomen šitas, šitai wird ebenso betont wie kitas, -a (kitai), visas, -a, d. h. wie zweisilbige Adjektive der vierten Betonungsklasse (geras, -a).
b) Die Pronomen kóks (kaksai), kóke ~ kokia, šóks (šeksai), šóke ~ šiokia, tóks (taksai), tóke ~ tokià haben Endungsbetonung (betont sind im Stamm nur der Nom. Sg. kóks, šóks, tóks und der Nom. Pl. kók es || kakós, šók es, tók es || takós).
c) Die Formen des Dativs Singular Femininum von Pronomen mit beweglicher Betonung werden stets auf der Endung betont, z. B.: kelintái, pačiái (vgl. die Betonung der Adjektive, § 28).
VERB
1. Allgemeine Bemerkungen
Modi, Zeiten, Numeri, Personen. § 45. Die Verben haben vier Modi: Indikativ, Konjunktiv, Imperativ und den permissiven Modus.
Der Indikativ hat vier Zeiten: Präsens, Präteritum, habituelles Präteritum und Futur.
Bei den Verben gibt es zwei Numeri: Singular und Plural; einen Dual gibt es nicht. Die Formen der 1. Person Plural aller Modi und Zeiten enden im Dialekt gewöhnlich auf -m, die der 2. Person auf -i. In diesen Formen ist der Vokal -e- ~ -ė- nach -m und -i- nur vor dem Reflexivpartikel erhalten, z. B.: nėšame ~ nėšamės, nėšate ~ nėšatės. Zum -e der 1. und 2. Person Plural im Futur vgl. § 55.
Die 3. Person Singular und Plural hat stets dieselben Formen.
Von einigen Verben wird nur die Form der 3. Person verwendet. Dies sind die sogenannten unpersönlichen Verben, z. B.: sópa, sapėja ~ sopėjo, sapėdava, sapės, sapėtu; šėkasi, šėkesi ~ šėkėsi...; tóptelaje ~ tóptelėjo. In bestimmten Wendungen kommen jedoch auch Imperativformen der 2. Person dieser Verben vor, z. B.: įir uñs isapėk tu mán teip „und so versoppe dich mir“; įir pašnik tu mán teip gražei.
Reflexive Verben. § 46. Verben ohne Präfix haben das Reflexivpartikel -s(i) stets am Wortende. Die ungekürzte Form (-si) bleibt häufiger nur in der 3. Person des Präsens, des Präteritums, des habituellen Präteritums und des Konjunktivs erhalten, z. B.: mátasi ~ mátosi, nėšasi, praūšisi ~ praūšiasi, šlūjosi ~ šlūojasi; mátėsi ~ mátėsi, nėšėsi ~ nėšėsi, praūšesi ~ praūšėsi, šlávėsi ~ šlávėsi; matídavasi ~ matýdavosi, nėždavasi ~ nėšdavosi, praūždavasi ~ praūsdavosi, šlūdavasi ~ šlūodavosi; matítusi ~ matýtusi, nėštusi, praūstusi, šlūotusi. Diese Formen werden jedoch auch nicht selten ohne -i verwendet. Dann bleibt das gekürzte Reflexivpartikel -s überwiegend weich, z. B.: mátas, nėšas, praūšis; mátės, nėšės, praūšes; matídavas, nėždavas, praūzdavas; matítus, nėštus, praūštus (allerdings sagt man auch mátas, nėšas...).
Bei den übrigen Formen ist das Reflexivpartikel in der Endung stets gekürzt, z. B.: matýtis ~ matýtis, nėštis, praūštis (die Weichheit des -s ist kaum ausgeprägt); nešuos, nešies, nėšames ~ nėšames, nėšates ~ nėšates; nešaus, nešies nėšemes ~ nėšėmes, nėšetes ~ nėšėtes; nėždavaus, nėždavais...; nešuos, nešies...; nėškis, nėškimes ~ nėškimes; nėštums.
Bei Verben mit Präfix steht das Reflexivpartikel stets zwischen Präfix und Stamm. Die ungekürzte Form (-si-) bleibt in folgenden Fällen erhalten:
1) wenn es betont ist, z. B.: apsiėme ~ apsiėmė, nusiprause ~ nusiprausė, pašsivėžė, pasisukem ~ pasisukeme, pasisukėt ~ pasisukėte;
131
Page 262) wenn es vor einer Wurzel steht, die mit den Konsonanten s, š, z, ž beginnt, sowie häufiger auch vor č, dž, z. B.: pasišveikinti, peršisverti; apsisvārinti, peršisālditi ~ peršisaldyti; pasižulinti, unsizuršt „įsiziursti“; apsižėrkti, susižinoti; nusičiaudėt ~ nusičiaudėti, susičėupk; apsidžiaūks, pasidžiaūt (seltener: suščėupk ~ susičiaupk, paždžiaūt ~ pasidžiauti);
3) wenn es nach den Präfixen iš- ~ iš-, už- und sehr häufig auch nach at- steht, z. B.: išsidilinti ~ išsidilinti, išsimāudīt ~ išsimāudyti, išsivaikščėt ~ išsivaikščioti; usidėkīt ~ užsidėgti, usinarēt ~ užsinorėti, usiprašīt ~ užsiprašyti; acidūsa ~ atsidūso, acikōsēi ~ atsikōsēti, acimīnīt ~ atsimīnīti (seltener: acadūsa, ackōsēt, acimīnīt).
In den übrigen Fällen ist das Reflexivpartikel nach dem Präfix meist verkürzt: -si- > -s- (vor einem stimmhaften Konsonanten -z-), z. B.: abždėgīnīt < apsidėginti, apšvilkt < apsivilkti, nusprāušīt < nusipraūšti, pastaisīt < pasitaisīti, parsvarīt < parsivarīti, peršnešt < persinešti, suždēt < susidėti. Formen dieser Verben mit unverkürztem Reflexivpartikel (apsidėgint, apsivilkti…) kommen seltener vor.
Infinitiv. § 47. In der Mundart wird überwiegend die verkürzte Form mit einem weichen -t am Ende verwendet, z. B.: ait ~ eiti, būt ~ būti, matīt ~ matyti, narēt ~ norėti, sūkt, važiuot. Längere Infinitivformen mit auslautendem -i oder -e ~ -ie kommen selten vor, z. B.: gáuti, gáute.
Vertreter der älteren Generation verwenden neben den genannten Formen manchmal noch den Infinitiv mit dem Partikel -nai, z. B.: aitēnai ~ eitienai, dirptēnai ~ dirbtienai, narētenai ~ norētienai, važiuotenai.
Der Infinitiv reflexiver Verben endet stets auf -tis, z. B.: nēštis, pīrktis, sūktis, vītis ~ vītis.
Supinum. § 48. Das für einige andere ostaukštaitische Mundarten so typische Supinum kommt in der beschriebenen Mundart, so kann man sagen, nicht vor – belegt ist nur ein einziges Beispiel: mēs būdavo vagātu važiuojim ~ mēs būdavo uogautų važiuojame (Jačionys, Umgebung von Pabaiskas). An seiner Stelle wird der Infinitiv verwendet, z. B.: visi išējē (~ išėjo) rūgų pjaūt; jisai važiuoji (~ važiuoja) šiena vėšt.
2. Konjugation
Indikativ
Gegenwart
§ 49. Die Präsensformen lassen sich nach dem Vokal am Stammende in vier Gruppen einteilen: Stämme auf a, auf ia, auf i und auf o. Die Personalendungen sind dieselben wie in den litauischen Präsensformen; im Dialekt haben sich einige von ihnen nur phonetisch verändert, vgl.:
Einzahl Mehrzahl
a-Stamm
1. sukù, sukúos sūkam, sūkamės
2. sukì, sukìes sūkāt, sūkates
sūka, sūkas(i)
ia-Stamm
1. kelù, kelìos kēlim, kēlimes
2. kelì, kelìes kēlit, kēlites
3. kēli, kēlis(i)
132
Page 27i-Stamm
1. turì, turìos tùrim, tùrimes
2. turì, turìes tùrit, tùrites
3. tùri, tùris(i)
o-Stamm
1. rõdau, rõdaus rõdam, rõdames
2. rõdai, rõdais rõdat, rõdates
3. rõda, rõdas(i)
§ 50. Die Bildung der Präsensstämme im Dialekt unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von der im Litauischen. Erwähnenswert ist lediglich das eine oder andere Detail.
a) Vom Verb bū̃t ~ būti werden mindestens je einige Formen für jede Person verwendet, und zwar: Sg. 1. Pers. būnu, asù, asmù, 2. Pers. būni, asi, 3. Pers. būna, būsta, įir(a), ästi; Pl. 1. Pers. būnam, äsam, 2. Pers. būnat, äsat. Zwar unterscheiden sich diese Formen manchmal etwas in ihrem Gebrauch: Mit den Formen asù, asmù, asi, įir(a), ästi, äsam, äsat wird das Vorhandensein einer Person zum Sprechzeitpunkt ausgedrückt, mit den Formen būnu, būni, būna, būsta, būnam, būnat dagegen meist eine zeitlich völlig unbestimmte Aussage.
Die Formen mit dem Stamm as- ~ es- sind Überbleibsel der athematischen Konjugation. Doch nur die 2. Pers. Sg. (asi ~ esi) und die 3. Pers. Sg. (ästi ~ ėsti) haben die Endungen dieser Konjugation bewahrt. Die Formen der übrigen Personen sind kontaminierte Formen, die Endungen thematischer Verben (mit a-Stamm) angenommen haben17.
b) Die Formen der ia-stämmigen Verben des Dialekts sind vollständig mit denen der i-stämmigen zusammengefallen. Ursache dieser Verschmelzung ist der Wandel des Stammvokals a (nach einem palatalisierten Konsonanten) zu i. So sind die Formen kėli, kėlisi; kėlim, kėlimes; kėlīt, kėlites phonetisch aus kėlia, kėliasi; kėliame, kėliamės; kėliate, kėliatės. hervorgegangen.
Im Dialekt gibt es auch Präsensformen der ia-stämmigen Verben girdė̃t, lidė̃t ~ lydėti, sedė̃t ~ sėdėti, židė̃t ~ žydėti; darauf weist die in diesen Formen vorhandene Affrikate hin: 3. Pers. Sg. giřdži(si), lidži, sėdži, židži, 1. Pers. Pl. giřdžim, lidžim, sėdžim, židžim, 2. Pers. Pl. giřdžit, lidžit, sėdžit, židžit.
Nur wenige Male wurde die Präsensform der 3. Pers. Sg. rõdze(s) ~ rõdžia(s) „zeigt (sich)“ gehört (rõdze in dem falschen Buch Juknonys, Umgebung von Čiobiškis; rõdžes, neprisimenų takų Leščūnai, Umgebung von Gelvonai).
c) Der Konsonant am Ende des Präsensstamms von Verben mit dem Suffix -aut kann j oder n sein, z. B.:
abaláut ~ obuoliáuti — abaláuju, 2. und 3. Pers. Sg. abaláuji, abaláujim, abaláujit || abaláunu, abaláuni, abaláuna, abaláunam, abaláunat; badáut — badáuju, 2. und 3. Pers. Sg. badáuji… || badáunu, badáuni, badáuna…; dūsaut ~ dūsauti — dūsauju, 2. und 3. Pers. Sg. dūsauji… || dūsaunu, dūsauni, dūsauna…; mainikáut — mainikáuju, 2. und 3. Pers. Sg. mainikáuji… || mainikáunu, mainikáuni, mainikáuna…; pašaráut — pašaráuju, 2. und 3. Pers. Sg. pašaráuji… || pašaráunu, pašaráuni, pašaráuna…; svačáut ~ svočiáuti — svačáuju, 2. und 3. Pers. Sg. svačáuji… || svačáunu, svačáuni, svačáuna.
17 Von den Resten der athematischen Konjugation gibt es im Dialekt nur sehr wenige. Außer den Formen des Verbs būti wird oft nur noch die Form der 3. Person verwendet: niešti ~ niežti.
133
Page 28Etwas häufiger sind offenbar Formen mit dem Auslautkonsonanten j. Bei einzelnen Verben neigt man jedoch dazu, (zumindest in einzelnen Gebieten des Dialektraums) das Präsens auch mit dem Konsonanten n zu verwenden, z. B.: gribáuti ~ grybáuti — gribáunu, gribáuni, gribáuna; vagáuti ~ vogáuti — vagáunu, vagáuni, vagáuna; žuváuti — žuváunu, žuváuni, žuváuna (Kuliškiai, Umgebung von Pabaiskas).
Den Auslaut j haben vorwiegend jene Präsensverben, vor deren Präfixdiphthong au ein Konsonant n steht, z. B.: bernàuti — bernáuju, bernáuji (2. und 3. Person Sg.), bernáujim, bernáujit; šenáuti ~ šienáuti — šenáuju, šenáuji, šenáujim, šenáujit; tingináuti ~ tinginiauti — tingináuju, tingináuji, tingináujim, tingináujit.
Bei primären Verben mit dem Wurzeldiphthong au (ohne Konsonant vor der Infinitivendung) enthält der Präsensstammauslaut stets n, z. B.: bláuti — bláunu, bláuni, bláuna; grãuti — grãunu, grãuni, grãuna; pláuti — pláunu, pláuni, pláuna; ráuti — ráunu, ráuni, ráuna.
d) Varianten des Präsens haben primäre Verben mit dem Wurzelvokal ū (ohne Konsonant vor der Infinitivendung). Im Präsensstammauslaut dieser Verben können die Konsonanten st, n, v stehen, z. B.: džūti ~ džūti — džūsta, džūna, džūva; grūti ~ griūti — grūsta, grūna, grūva; kliūti ~ kliūti — klūsta, klūna, klūva; pūti ~ pūti — pūsta, pūna, pūva; žūti ~ žūti „zu Tode kommen; verschwinden, zugrunde gehen; fischen“ — žūsta, žūna, žūva. Am häufigsten werden Formen mit -st- verwendet, am seltensten solche mit -v-.
Primäre Verben mit wurzelhaftem u haben bisweilen zwei Präsensformen: mit dem Suffix -st- und mit dem Infix -n- (vor b, p — -m-), z. B.: blùkti — blùksta, blùnka; dùpti ~ dùbti — dùpsta, dùmba; klùpti — klùpsta, klùmpa; kūrti ~ kiùrti — kūrsta, kūrna < *kiùrna; smùkti — smùksta, smùnka. Beide Formen sind nahezu gleich häufig.
Die Infinitive dùkti ~ dùkti, rùkti ~ rùgti, slùkti ~ slùgti werden bisweilen auch mit kurzem u ausgesprochen: dùkti, rùkti, slùkti. Das Präsens dieser Verben weist neben Formen mit dem Suffix -st- (dùksta, rùksta, slùksta) seltener auch Formen mit dem Infix -n- auf (dùnka, rùnka, slùnka).
Zwei Präsensformen — mit dem Suffix -st- und dem Infix -n- — haben bisweilen auch einzelne Verben mit anderen Wurzelvokalen (a, e, i), z. B.: nukápti ~ nukábti — nukápsta, nukámba; šlápti — (pa)šlápsta, šlámpa; glėpti ~ glébti — (su)glėpsta, (su)glémba; (pra)šmékti ~ (pra)smégti — (pra)šméksta, (pra)sménga; drìpti ~ drìbti — (su)drìpsta, (su)drìmba; (ab)gìšti ~ (ap)gìžti — (ab)gìšta, (ab)gìnža; ìrti ~ irti — ìrsta, ìrna (< *ìrna) || ìra ~ ýra; lìpti „kleben“ — lìpsta, lìmpa; plìkti — plìksta, plìnka; vi̇sti || vi̇st ~ vísti — vísta, vínta; žìlti — žìlsta, žìlna < *žìžla. Bei einigen Verben (nukápti, šlápti, glėpti, šmékti, drìpti, lìpti) ist die Form mit dem Infix -n- häufiger, bei anderen (ìrti, plìkti, vi̇sti, žìlti) sind beide Formen gleich häufig. Beim Verb gìšti wird die erste Form häufiger verwendet.
e) Zwei Präsensformen hat bisweilen das Verb šùlti ~ siùlyti: šùliju, šùliji (2. und 3. Person Sg.), šùlijim, šùlijit und šùlau, šùlai, šùla, šùlam, šùlat. Häufiger und älter (von der älteren Generation verwendet) sind die ersten, d. h. die Formen mit dem Suffix -ij-.
Vom Verb pelėti ~ pelėti werden die Formen der 3. Person pelėji und pėli; klajė ~ klajėti verwendet; die Form der 3. Person von klajėji lautet klòji (vgl.).
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Page 29Einfache Vergangenheit
§ 51. Die Formen der einfachen Vergangenheit lassen sich nach dem Vokal des Stammendes in (i)o- und ė-Stämme einteilen. Ihre Endungen unterscheiden sich von den Endungen der einfachen Vergangenheit im Litauischen der Standardsprache nur phonetisch, vgl.:
Einzahl Mehrzahl o-Stamm 1. dirbau, dirbaus dirbam, dirbames 2. dirbai, dirbais dirbat, dirbates 3. dirba, dirbas(i) io-Stamm 1. stojau, stojus stojem, stojemes 2. stojii, stojis stojėt, stojėtes 3. stojė, stojės(i) ė-Stamm 1. vedžiau, vedžiaus vėdem, vėdemes 2. vedei, vedeis vėdet, vėdetes 3. vėde, vėdes(i)
§ 52. Bei den ė-stämmigen Verben gul̃t, kãlt, kũlt, mãlt, pĩlt, pū̃lti, vėl̃ti, žel̃ti usw. sind nach der Verhärtung von l die Endungen der einfachen Vergangenheit – mit Ausnahme der 1. Person Singular – phonetisch mit den Endungen der o-stämmigen Formen zusammengefallen. Nach den übrigen Personen wurde auch die 1. Person Singular den o-Stämmen angeglichen. Daher werden die Verben dieser Gruppe heute genauso konjugiert wie die o-stämmigen, vgl.:
Einzahl Mehrzahl 1. kalau, kėlau kālam, kėlam 2. kalai, kėlai kālat, kėlat 3. kāla, kėla
§ 53. Im Präteritum sind auch folgende Verben ė-stämmig (in der Standardsprache o-stämmig): kišti, knisti, lipti, lūžti, rišti, rįšti, skųsti, sūkti, supūti, šūti ~ siūti, vgl.: 1. Person Singular lipau, 2. Person lipei, 3. Person lipe ~ lipė; 1. Person Plural lipem ~ lipėme, 2. Person lipet ~ lipėte.
Das Verb šūlīt ~ siūlyti hat zwei Formen der einfachen Vergangenheit (wie auch des Präsens, § 50e): šūlijiu, šūliji, šūlije, šūlijem, šūlijet und šūliu, šūli, šūle, šūlem, šūlet. Häufiger verwendet werden, besonders von der älteren Generation, die Formen mit dem Suffix -ij-.
Beim Verb reikėti werden in verneinter Verwendung zwei Formen der 3. Person gebraucht: eine längere, nereikėjo ~ nereikėjo, und eine kürzere, nėreike ~ nėreikė (z. B. nėreike tau su juo šnekėti), die wahrscheinlich nach prireike ~ prireikė entstanden ist.
Vergangenheit mit habitueller Bedeutung
§ 54. Die habituelle Vergangenheitsform des Dialekts wird ebenso wie im lk. gebildet, z. B.:
Einzahl Mehrzahl 1. dirbdavau, dirbdavaus dirbdavam, dirbdavames 2. dirbdavai, dirbdavais dirbdavat, dirbdavates 3. dirbdava, dirbdavas(i)
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Page 30Futur
§ 55. Die Endungen der Verben im Futur des Dialekts sind meist dieselben wie im lk.; nur die 1. und 2. Person Pl. haben manchmal zwei Formen, vgl.:
Einzahl
Mehrzahl
1. ich trage, ich werde tragen wir tragen || wir tragen, wir werden tragen || sie werden tragen
2. du trägst, du wirst tragen ihr tragt || tragt, ihr werdet tragen || sie werden tragen
3. neš, nešìs
Die Formen der 1. Person Pl. aìsme ~ eìsme, būsme ~ būsme, diṙṗsme ~ dirbsme, nešme, vėšme und der 2. Person Pl. aìste ~ eìste, būste ~ būste, diṙṗste ~ dirbste, nešte vėšte sind seltener; sie werden nur von Angehörigen der älteren Generation verwendet.
Bei Verben wie darìt ~ darýti, sakìt ~ sakýti und anderen dieses Typs ist der Vokal i in der Endung der 3. Person verkürzt, z. B.: darìs, sakìs (: lk. darỹs, sakỹs).
Konjunktiv
§ 56. Die Formen des Konjunktivs werden aus dem Infinitivstamm und den Personalendungen gebildet.
Die Formen der 1. Person Singular werden meist mit -čẽ ~ -čià gebraucht (z. B.: aìčẽ, gaučẽ, pìrkčẽ, žinõčẽ), seltener nur mit -č (aìč, gauč, pìrkč, žinõč) oder mit -čiù ~ -čiaũ (aìčiù, gaučiù, pìrkčiù, žinõčiù). Reflexivformen stehen meist auf -čes ~ -čias (z. B.: bȧrčes, pìrkčes, šùkčes, turẽčes), seltener auf -čius ~ -čiaus (barčiùs, pìrkčiùs, šùkčiùs, turẽčiùs).
Die 2. Person Singular endet stets auf -tum (aìtum, gau̇tum, pìrktum, žinõtum), ihre Reflexivformen auf -tums (baṙtums, pìrktums, šùktums, turẽtums).
Die 3. Person des Konjunktivs hat meist am Ende -tų ~ -tų (aìtų, gau̇tų, pìrktų, žinõtų); seltener werden verkürzte Formen nur mit -t verwendet (aìt, gau̇t, pìrkt, žinõt). Die Reflexivformen dieser Person lauten -tus(i) ~ -tusi (vgl. § 46), z. B.: baṙtusi, pìrktusi, šùktusi, turẽtusi oder baṙtus, pìrktus, šùktus, turẽtus.
Die 1. Person Plural endet stets auf -tumem ~ -tumėme (aìtumem, gau̇tumem, pìrktumem, žinõtumem), die 2. Person auf -tumėt ~ -tumėte (aìtumėt, gau̇tumėt, pìrktumėt, žinõtumėt). Die 1. Person Plural der Reflexivformen lautet -tumems ~ -tumėms (baṙtumems, pìrktumems, šùktumems, turẽtumems), die 2. Person -tumetes ~ -tumėtės (baṙtumetes, pìrktumetes, šùktumetes, turẽtumetes).
Imperativ
§ 57. Die Formen des Imperativs werden mit dem Formans k aus dem Infinitivstamm gebildet, — also wie im LK, vgl.: 2. Person Singular pìrk, pìrkis; 1. Person Plural pìrkim, pìrkimės ~ pìrkimės, 2. Person Plural pìrkit, pìrkites ~ pìrkìtes. Nur bei einem Vertreter der älteren Generation (einer 75-jährigen Frau aus dem Dorf Papėniškiai bei Pabaiskas) wurde die Imperativform der 2. Person Singular ohne -k gehört: dieve mil „Gott, liebe!“
Als Bedeutung der 1. Person Plural des Imperativs wird bisweilen die 1. Person Plural des Präsens verwendet, vgl.: ganà sėdėt, aìnam dirbt „es reicht, zu sitzen; gehen wir arbeiten“; ganà ganìt, vàram gyvulis namõn „es reicht, zu hüten; treiben wir das Vieh nach Hause“; ùštenka jòm lãst, vẽjim dabȧr laukȧn „es reicht, sie fressen zu lassen; jagen wir sie jetzt hinaus“.
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Page 31Optativ
§ 58. Der Optativ (oder Desiderativ) hat nur die 3. Person; sie wird aus der Form der 3. Person des Präsens mit den Partikeln tegu, tegul¹⁸ gebildet, z. B.: tegu(l) sūka, sūkasi; tegu(l) keli (∼ kẽlia), kẽlisi (∼ kẽliasi); tegu(l) tūri, tūrisį; tegu(l) rōda (∼ rōdo), rōdasi (∼ rōdosi).
Im Satz können die Partikeln tegu, tegul durch andere Wörter von der Verbform getrennt sein, z. B. tegu(l) jisai sau dirba.
Der Optativ ist seiner Bedeutung nach dem Imperativ¹⁹ ähnlich, drückt jedoch weder eine Aufforderung noch einen Befehl aus, sondern zeigt lediglich eine Erlaubnis, Zustimmung oder einen Wunsch an, dass diese oder jene Handlung ausgeführt werde.
Die im Optativ ausgedrückte Handlung kann jetzt oder in Zukunft ausgeführt werden. Soll die Handlung in Zukunft stattfinden, wird anstelle der Form der 3. Person des Präsens bisweilen auch die Form der 3. Person des Futurs verwendet, z. B. ritōi tegu jisai pãc ateis.
3. Akzentuierung
§ 59. Die wichtigsten Akzentuierungsunterschiede der nicht präfigierten (primären und sekundären) Verben des Dialekts gegenüber dem Litauischen der Standardsprache sind folgende:
1. Bei primären Verben mit kurzer oder langer zirkumflektierter Wurzel wird in den Formen der 1. und 2. Person Singular des Futurs die Endung betont, z. B.: kãsį – kasù (: lk. kasiù), kasi (: lk. kasi); mẽsį – mesù, mesi; rìšį – rišù, riši; sùkį – sukù, suksi; baũsį – bausù, bausi; gùlį – gulù, gulsi; pìrktį – pirksù, pirksi.
2. Verben, die in der Form der 3. Person des Präteritums das betonte Suffix -ije ∼ -ijo aufweisen, behalten den Akzent auch in der 1. und 2. Person Singular auf dem Suffix, z. B.: geltanije ∼ geltonijo – geltaniju (: lk. geltonijau), geltaniji (: geltonijai); kirmije ∼ kirmijo – kirmiju, kirmiji.
3. Einzelne Verben werden anders als im Litauischen der Standardsprache akzentuiert. So liegt der Akzent auf dem Suffix bei: ašarōt, ašarōji, ašarōje (: lk. ašaroti, ašaroja, ašarojo); kapanōtis, kapanōjasi, kapanōjese (: kãpanotis, kãpanojasi, kãpanojosi); plaiskanōt ∼ pleiskanōti, plaiskanōji, plaiskanōje (seltener, wie auch in der Standardsprache: plàiskanat ∼ plėiskanoti, plàiskanaji, plàiskanaje); vasarōt, vasarōji, vasarōje (: lk. vãsaroti, vãsaroja, vãsarojo)²⁰.
Beim Verb brūngintį wird überwiegend die Wurzel betont: brūngina, brūngina (: lk. branginti, brangina, brangino²¹).
¹⁸ Die Partikeln tegu, tegul tragen den Akzent bisweilen auf der zweiten Silbe (tegù, tegùl); im Satz sind sie häufig völlig unbetont – indem sie sich an die Verbform anschließen, werden sie zu Proklitika (tegu gina, tegul mẽta).
¹⁹ In der gegenwärtigen, für die Schule bestimmten Grammatik der litauischen Sprache werden die Formen des Optativs dem Imperativ zugerechnet, vgl. J. Žiugžda, Lietuvių kalbos gramatika, 1, Kaunas, 1966, S. 150–151.
²⁰ Auch bei den Verben baltuōt (baltuōji, baltãva), geltanōt ∼ geltonuoti, mėlinuōt ∼ mėlynuoti, raudanuōt ∼ raudonuoti wird nur das Suffix betont. Vgl. ferner Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, S. 64, 205, 455, 658 (dort werden die genannten Verben auf zweierlei Weise betont – auf der Wurzel und dem Suffix, z. B. baltuoni, baltuoja, baltavo und baltuoti, baltuoja, baltavo); A. Laigonaitė, Literatūrinės lietuvių kalbos kirčiavimas, S. 74.
²¹ Žr. Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius, 1954, p. 88. Kitaip šį veiksmažodį kirčiuoja šaknyje) A. Laigonaitė, plg. jos min. veik., p. 75.
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Page 324. Bestimmte Verbformen und einzelne Verben des Dialekts haben dieselbe Akzentstelle wie im Litauischen, jedoch einen unterschiedlichen Akzenttyp, z. B.:
a) Der Konjunktiv aller zweisilbigen Verben mit akutierter Wurzel hat einen zirkumflektierten Akzent, vgl.: laišti ~ leisti – laišč(e) ~ leisč(ia), laistum, laistu, laistumem, laistumėt; málti – malč(e), maltum, maltu, maltumem, maltumėt; spírti – spiř-č(e), spirtum, spirtu, spirtumem, spirtumėt. Auch die Konjunktivformen sekundärer Verben mit betonten Suffixen -aũ, -ẽi, -ĩnt haben einen zirkumflektierten Akzent, vgl.: badáut – badauč(e), badautum, badautu, badautumem, badautumėt; gyvént ~ gyventi – gyvenč(e), gyventum, gyventų, gyventumem, gyventumėt; sadínt ~ sodinti – sadinč(e), sadintum, sadintu, sadintumem, sadintumėt.
b) Einzelne Verben oder einzelne Formen mit einem vom Litauischen abweichenden Akzenttyp: dárdži, dárda (: lk. dardėti, darda); dárdint, dárdina, dárdina (: dardinti, dardina, dardino); karštelat ~ karšteleti, karštelaji, karštelaje (: karštelėti, karštelėja, karštelėjo); šalštelat ~ šalšteleti, šalštelaji, šalštelaje (: šalštelėti, šalštelėja, šalštelėjo).
§ 60. Die Präsensformen der Präfixverben des Dialekts neigen stärker als im Litauischen dazu, das Präfix zu betonen. Daher wird der Akzent, anders als im Litauischen, auch in folgenden Fällen auf das Präfix (bei reflexiven Formen auf das Reflexivpartikelchen) verlagert:
a) bei Formen mit ia-Stamm aus einer zirkumflektierten Wurzel, z. B.: jaũči ~ jaũčia – áčiauči, nėjaũči, nesijaũči, nūjaũči, užjaũči; kíńči ~ keńčia – átkińči, atakińči, nékińči, nesikińči, neiliškińči, prikińči; reiki ~ reikia – príreiki, prisireiki (aber nereiki); réki ~ rékia – nêreki ~ nêrėkia, sûreki, ûžreki, usreki ~ užsirekia; skelbi ~ skelbia – ápskelbi, apsiskelbi, páskelbi; šveičĩ ~ šveičia – ápšveičĩ, apišveičĩ, nėšveičĩ, nesišveičĩ, nūšveičĩ, prišveičĩ; švińči ~ švenčia – átsvińči, atasińči, nėšvińči, prišvińči.
b) bei Formen mit i-Stamm aus einer zirkumflektierten Wurzel, z. B.: lińki – nélįnki, pálįnki; tíli ~ týli – neištili ~ neštýli, nūtili, pátili (seltener: mutli, patili); žūri ~ žūri – ábžūri ~ apžiūri, apžūri, nežūri, pažūri, prižūri, sužūri, neužžūri „schaut nicht“ (seltener: apžūri, nežūri…).
Andere Formen der Präfixverben werden überwiegend wie im Litauischen betont.
PARTIZIP
1. Allgemeine Bemerkungen
§ 61. Partizipien sind aktiv und passiv.
a) Aktive Partizipien gibt es in drei Zeitformen: Präsens, Präteritum und habituelles Präteritum. Ein Partizip Futur wird im Dialekt nicht verwendet; es wird durch die 3. Person des Verbs im Futur ersetzt, z. B.: jisai pìrks kárvį (~ kárvę); pa petų jós aĩs šieną grėbti ~ po pietų jós eĩs šieno grėbti.
Das Präsenspartizip wird aus dem Präsensstamm des Verbs mit dem Suffix -ntis (männlich), -nti (weiblich) gebildet, z. B.: móka – mókuntis ~ mókantis, mókunti ~ mókanti; vèrki ~ vèrkia – vèrkìntis ~ vèrkiantis, vèrkìnti ~ vèrkianti; stóvi – stóvìntis, stóvìnti; žìna ~ žìno – žìnumtis ~ žìnantis, žìnumti ~ žìnanti. Präsenspartizipien mit Präfixen sind vergleichsweise sehr selten, z. B.: atsákuntis ~ atsákantis, pamókuntis ~ pamókantis. Partizipien dieses Typs wie mókas, vèrkias, stóvis, žìnas, werden im Dialekt überhaupt nicht verwendet.
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Page 33Aktive Partizipien des Präteritums und des habituellen Präteritums werden wie im lk. gebildet, doch ist die Endung -usi in den Formen des Femininums verkürzt (das i ist weggefallen), vgl.: dirbis ~ dirbes, dirbus (: lk. dirbusi), mātis ~ mātės, mācus (: lk. māčiusi); dirbdavys ~ dirbdavęs, dirbdavus (: lk. dirbdavusi).
b) Im Dialekt gibt es Passivpartizipien in zwei Zeitformen: Präsens und Präteritum. Sie werden ebenfalls wie im lk. gebildet, z. B.: dirbamas, dirbamà, kāremas ~ kāriamas, kāremà ~ kāriamà, žinomas ~ žinoma, žinoma; ārtas, artà, matītas ~ matītas, matīta ~ matīta.
Passivpartizipien können in bestimmten Fällen auch eine aktive Bedeutung haben, z. B.: dirbamas arklys „Arbeitspferd“, limpamà liga, suvamà mašina „Nähmaschine“.
Eine passive Bedeutung haben auch die sogenannten Notwendigkeitspartizipien. Im Dialekt kommen jedoch nur wenige davon vor, z. B.: būtinas reikalas ~ būtinas reikalas, neatidėliotinas darbas ~ neatidėliotinas darbas.
§ 62. Im Dialekt werden auch reflexive aktive und passive Partizipien verwendet. Allerdings kann das Reflexivpartikel nur bei Partizipien mit Präfix vorkommen, z. B.: nusistvėris ~ nusistvėręs, pasišpjāudīs ~ pasispjaudęs, suzdaužidavi ~ susidaužydavę; parsineštos, nusiskintas. Reflexive Partizipien ohne Präfix werden nicht verwendet.
§ 63. Wie Adjektive werden Partizipien nach Genus, Numerus und Kasus flektiert. Aktive und passive Partizipien stehen im Maskulinum und Femininum, vgl. die oben (§ 61) angeführten Beispiele. Von Passivpartizipien des Präteritums wird häufig auch das Neutrum verwendet, z. B.: daug darba padēta; letaūs būta ~ lietaūs būta; da rugēi (~ rugiai) nesēta; kas pasakīta, tūri būt padarita ~ kas pasakyta, tūri būti padaryta. Das Neutrum der übrigen Partizipien wird im Dialekt nicht verwendet.
Partizipien haben Singular- und Pluralformen, z. B.: mātis, virtas (Sing.); mātī ~ mātę, virtī (Pl.). Der Dual kommt sehr selten vor (nur in der Sprache der älteren Generation), z. B.: už vienu mužtu du nēmūštu duoda ~ už vieną muštą du némuštu duoda. Die Partizipien haben dieselben Kasus wie die übrigen Nomina, vgl. § 4. Nach dem Vokal des Stammauslauts lassen sich die Partizipien in (i)a- und (i)o-Stämme einteilen.
2. Deklination
(i)a-Stamm
§ 64. a) ia-stämmige Formen sind aktive Partizipien des Maskulinums. Sie werden überwiegend ebenso dekliniert wie die ia-stämmigen Adjektive (§ 23); einzelne Kasusformen der Partizipien Präsens weisen jedoch bisweilen auch Nebenendungen auf, vgl.: Sg. Nom. [dirbūn]-t-is || -čis ~ [dirban-]-tis || -čis, Gen. -če ~ -čio, Dat. -čiem ~ -čiam, Akk. -ti || -či ~ -tį || -čį, Instr. -ču ~ -čiu, Lok. -čem ~ -čiam, Ill. -tin || -čin, Vok. -tis || -čis || -čių (~ -čiau); Pl. Nom., Vok. -tis || -čij ~ -tys || -čiai, Gen. -ču ~ -čių, Dat. -tem || -čem ~ -tiem || -čiam, Akk. -čis ~ -čius, Instr. -čīs ~ -čiais, Lok. -česi / -čese ~ -čiuose, Ill. -česin ~ čiuosen / -česna(n) ~ -čiuosna(n).
Neben den Formen des Singulars Nom. und Akk. mit dem Konsonanten -t- des Suffixes sind auch Formen mit -č- anzutreffen; sie entstanden durch paradigmatischen Ausgleich, d. h. nach den anderen Kasus, die regelmäßig dieses -č- aufweisen.
Der Singular Illativ dirbūnčin (neben dirbūntin ~ dirbantin belegt) kann denselben Ursprung haben wie die Form mit Endungsakzent dirbūnčen ~ dirbančian (verwendet
139
Page 34wird neben dirbūntin ~ dirbantin gebraucht, § 66); vgl. ferner bei den Adjektiven gerėšnis, paskutinis den Singular Illativ mit -en ~ -ian (§ 23).
Der Plural Nom. dirbūnči hat dieselbe Endung wie der Plural Nom. des Adjektivs medinis mediniai ~ mediniai, der Plural Dat. dirbūnčėm dagegen entspricht dem Plural Dat. medinem ~ mediniam.
Der Singular Nom. der Partizipien Präteritum und Präteritum Frequentativ hat die Endung -is ~ -ęs (dirbęs, dirbdavęs), der Plural Nom. hingegen -i ~ -ę (dirbi, dirbdavi). Selten kommt der Plural Nom. des Partizips Präteritum mit -usį ~ -usiai vor, z. B. lika tik kakie supuvusį (dažniau — supūvi) abalėi.
Außer den Formen des Singulars und Plurals im Nominativ werden die übrigen Kasusformen des Partizips Präteritum Frequentativ nicht verwendet.
b) a-stämmig sind die passiven Partizipien des Maskulinums, z. B.: dirbamas, dirptas. Ihre Kasusendungen sind dieselben wie bei den a-stämmigen Adjektiven (§ 23).
o-Stamm
§ 65. a) Die io-Stämme sind aktive Partizipien des Femininums, z. B.: dirbūnti ~ dirbanti, dirbus, dirbdavus. Ihre Endungen sind dieselben wie bei den Adjektiven mit io-Stamm (§ 25).
Die Nominativformen Pl. der Partizipien des Präteritums und des iterativen Präteritums sind mit den Formen der ia-Stämme (Maskulinum) zusammengefallen, z. B.: jōs dirbi, dirbdavi ~ jōs dirbę, dirbdavę.
Beim Partizip des iterativen Präteritums werden nur die Nominativformen Singular und Plural verwendet; die übrigen Kasusformen werden nicht verwendet.
b) Die o-Stämme sind passive Partizipien des Femininums, z. B.: dirbamā, dirptā. Diese Partizipien werden wie Adjektive mit o-Stamm dekliniert (§ 25).
3. Akzentuierung
§ 66. Die aktiven Partizipien des Präsens werden häufig auf zweierlei Weise akzentuiert: a) Wie bei 1k. bewahren sie die Akzentstelle und den Akzenttyp der 3. Person Präsens des Verbs, von dem sie abgeleitet sind, z. B.: sėrga — sėrguntis, -i; vē rda — vērduntis, -i; b) sie haben einen beweglichen Akzent; zur Veranschaulichung wird ein Deklinationsparadigma dieser Akzentuierung angegeben.
Maskulinum Femininum Singular N. dirbūntīs dirbūnti G. dirbūnče dirbūnčōs D. dirbūnčām dirbūnčēi A. dirbūnti, dirbūnči I. dirbūnčū dirbūnčī L. dirbūnčēm dirbūnčōj Ill. dirbūntīn, dirbūnčēn dirbūnčōn
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Page 35Plural
Nom. dirbūntis, dirbūnčiai dirbūnčės
Gen. dirbūnčių dirbūnčių
Dat. dirbūntiem dirbūnčėm
Akk. dirbūnčis dirbūnčis
Instr. dirbūnčėis dirbūnčėm
Lok. dirbūnčiuosi | dirbūnčiuose dirbūnčiosi | dirbūnčiose
Ill. dirbūnčiuosin | dirbūnčiosna(n) dirbūnčiosin | dirbūnčiosna(n)
Ähnlich variiert auch die Akzentuierung einiger passivischer Partizipien des Präsens: neben Formen mit gleichbleibender Betonung (z. B.: gyvenamas ~ gyvėnamas, gyvenama ~ gyvėnama; žinamas ~ žinomas, žinama ~ žinoma) werden häufig auch Formen mit beweglicher Betonung verwendet: Sg. Nom. gyvėnamas, gyvenamà, žínamas, žinamà, Gen. gyvėnama, gyvenamõs, žinama, žinamõs, Dat. gyvenamám, gyvenamái, žinamám, žinamái, Akk. gyvenamù, žinamù, Instr. gyvėnamu, gyvėnamai, žinamu, žinamai, Lok. gyvenamam̃, gyvenamõj, žinamam̃, žinamõj, Ill. gyvenamañ, gyvenamõn, žinamañ, žinamõn; Pl. Nom. gyvenami, gyvėnamas, žinami, žinamas, Gen. gyvenamų, žinamų, Dat. gyvenamiém, gyvenamõm, žinamiém, žinamõm, Akk. gyvėnamas, žinamas, Instr. gyvenamais, gyvenamõm, žinamais, žinamõm, Lok. gyvenamúosi | -úose, gyvenamõsi | -õse, žinamúosi | -úose, žinamõsi | -õse, Ill. gyvenamúosin | -úsna(n), gyvenamõsin | -õsna(n), žinamúosin | -úsna(n), žinamõsin | -õsna(n).
Die übrigen Partizipien werden im Dialekt überwiegend ebenso betont wie im Litauischen. Allerdings liegt bei allen Partizipien femininen Geschlechts im Singular Dativ die Betonung gewöhnlich auf der Endung, z. B.: melžemái ~ melžiamái, suvamái; pakeltái, važetái ~ važiuotái (vgl. die Betonung der Adjektive, § 28 a).
4. Zusammengesetzte Zeiten und Modi
§ 67. Aus den Formen des Verbs būti „sein“ und den konjugierten Partizipien werden zusammengesetzte Zeiten und Modi gebildet.
Die zusammengesetzten Formen sind aktiv (mit einem aktiven Partizip gebildet) und passiv (mit einem passiven Partizip gebildet).
Zusammengesetzte Formen des Aktivs werden nur perfektiv verwendet, d. h. mit einem Partizip des Präteritums gebildet (initiale zusammengesetzte Formen, d. h. mit einem Partizip des Präsens gebildete, sind nicht belegt). Diese Art zusammengesetzter Formen kennt vier Modi: den Indikativ, den Konjunktiv, den Imperativ und den Adhortativ. Häufiger werden jedoch nur die Formen des Indikativs Präsens, Präteritum und Futur sowie die des Konjunktivs verwendet. Beispiel der Konjugation:
Indikativ
Präsens
Singular Plural
1. ich gebe, geben wir geben22
2. asì ãsat
3. jìra jìra
²² Die Formen des Nominativs Plural Maskulinum und Femininum des Partizips Präteritum sind identisch (vgl. § 65 a): ãsam dãvi „wir haben gegeben; wir (Frauen) haben gegeben“.
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Page 36Einmaliges Präteritum
1. ich war gebend, gebend wir waren gebend 2. du warst „ „ du warst „ 3. er/sie/es war „ „ er/sie/es war „
Futur
1. ich werde sein, du wirst sein, wir werden sein (būsme), ihr werdet sein 2. du wirst sein „ „ ihr werdet sein (būste) „ 3. er/sie/es wird sein „ „ er/sie/es wird sein „
Konjunktiv
1. ich wäre (būč, būčiu), du wärest, wir wären (būtumem), ihr wäret 2. du wärest „ „ ihr wäret „ 3. er/sie/es wäre „ „ er/sie/es wäre „
Das analytische Plusquamperfekt sowie die zusammengesetzten Formen des Imperativs und des Erlaubnismodus werden selten verwendet; ihr Partizip wird gewöhnlich von einem präfigierten Verb gebildet, z. B.: būdavam suveži, būdavai suveži; būk atėjęs, būkim atėję; tegul būna atėjęs, tegul būna atėję.
Zusammengesetzte Passivformen kommen ebenfalls überwiegend nur im Perfekt vor, z. B.:
Präsens: asù prašìtas, prašìta; ásam prašìti, prašìtas (~ prašýtos);
einmaliges Präteritum: buvau prašìtas, prašìta; buvat prašìti, prašìtas;
Futur: būsu prašìtas, prašìta; būsit prašìti, prašìtas;
Konjunktiv: būtum prašìtas, prašìta.
Zusammengesetzte (periphrastische) Formen, die mit dem passiven Präsenspartizip gebildet werden, sind selten, z. B.: tòji pieva įìra šienaujema (~ šienaujama); tôs pievas senau būva (būdava) šienaujamas (~ šienaujamos).
HALBPARTIZIP
§ 68. Das Halbbpartizip wird vom Infinitivstamm mit dem Suffix -damas (männliches Genus), -dama (weibliches Genus) gebildet. Es hat Nominativformen im Singular und Plural des männlichen und weiblichen Genus, z. B.: veždamas, veždami, važiuodamas, važiuodami; veždama, veždamas ~ veždamos, važiuodama, važiuodamas ~ važiuodamos.
Reflexive Halbbpartizipien können im Dialekt nur präfigiert sein, z. B.: aciguldamas ~ atsiguldamas, pasiturėdamas, usinėždamas ~ užsinešdamas. Halbbpartizipien ohne Präfix werden nicht mit einem am Ende stehenden Reflexivpartikel verwendet; an ihrer Stelle gebraucht der Dialekt einfache (nichtreflexive) Halbbpartizipialformen.
§ 69. Aus sekundären Verben gebildete Halbbpartizipien bewahren den festen Infinitivakzent und die Intonation, z. B.: matì ~ matýti — matìdamas, matìdama, matìdami, matìdamas; ródì ~ ródýti — ródìdamas, ródìdama, ródìdami, ródìdamas; šakinėti — šokinėti — šakinėdamas, šakinėdama, šakinėdami, šakinėdamas; tránukì ~ tránukyti — tránukìdamas, tránukìdama, tránukìdami, tránukìdamas.
Halbbpartizipien, die aus primären Verben gebildet sind, werden auf zweierlei Weise akzentuiert. Den festen Infinitivakzent haben jene Halbbpartizipien, deren Wurzel die langen Vokale é, o, y, ū oder die Diphthonge
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Page 37Vokale ie, uo enthält, z. B.: lėk̃ti ~ lėkti – lėgdamas, lėgdama, lėgdami, lėgdamos; rę̃kti – ręgdamas, ręgdama, ręgdami, ręgdamas; lōti – lōdamas, lōdama, lōdami, lōdamas; vīt ~ vỹti – vidamas, vidama, vidami, vidamas; bū̃ti ~ bū́ti – būdamas, būdama, būdami, būdamos; lies̃ti – liedamas, liedama, liedami, liedamas; duōti – duōdamas, duōdama, duōdami, duōdamas. Andere aus primären Verben gebildete Halbbpartizipien haben einen beweglichen Akzent: Die Singularform des männlichen Genus bewahrt den Infinitivakzent und die Intonation, während die Pluralform den Akzent auf der Endung trägt; beim weiblichen Genus ist es umgekehrt: Die Singularform trägt den Akzent auf der Endung, während die Pluralform den Infinitivakzent und die Intonation bewahrt. Z. B.: (mit den alten kurzen Vokalen der Wurzel) kãsti ~ kàsti – kãzdamas, kazdama, kazdami, kãzdamas; vė̃sti ~ vėžti – vėždamas, veždama, veždami, vėždamas; (mit den Wurzeldiphthongen ai, au, ei) áukti ~ áugti – áugdamas, augdama, augdami, áugdamas; baĩkti ~ baĩgti – baĩgdamas, baigdama, baigdami, baigdamas ~ baigdomos; smeĩkti ~ smeĩgti – smeigdamos, smeigdama, smeigdami, smeigdamas; (mit gemischten Wurzelverbindungen) kált – káldamas, kaldama, kaldami, káldamas; vir̃šti – virždamas, virzdama, virzdami, virždamas.
Reflexive Halbbpartizipien werden genauso akzentuiert wie einfache.
PARTIZIP
§ 70. Das Partizip wird nur nach Zeiten flektiert. Es wird ebenso wie im lk. gebildet, z. B.: Partizip Präsens: ainuñti (|| ainañti) ~ einant, būnuñti (|| būnañti) ~ būnant, dirbuñti (|| dirbañti) ~ dirbant; jojiñti ~ jojant, sėdžiñti ~ sėdžiant „sitzend“; gūliñti, tiliñti ~ tỹlint; mātuñti (|| mātañti) ~ mātant, tvarkuñti (|| tvarkañti) ~ tvarkant; (reflexive Formen) juōkiñtis ~ juōkiantis, vėduñtis (|| vėdañtis) ~ vėdantis; nesigiriñti ~ nesigiriant, parsiveduñti (|| parsivedañti) ~ parsivedant;
Partizip Präteritum: dirbus, lėkus, nešus, rėkus, verkus.
Partizipien des Präteritums aus nichtpräfigierten Verben sind vergleichsweise selten; etwas häufiger werden sie von präfigierten Verben gebildet, z. B.: pabuvus, padavus, nemačius (|| nemačius) ~ nemačius, nuvažiavus, užėjus (|| užėjus), unvažiavus „eingefahren“. Eine reflexive Form haben nur präfigierte Partizipien, z. B.: atsigrįžus ~ atsigrįžus, nes(i)mačius (|| nes(i)mačius) ~ nesimačius.
Partizipien des Präteritums frequentativum und des Futurs werden im Dialekt überhaupt nicht verwendet.
Die Akzentuierung der Partizipien des Dialekts unterscheidet sich nicht von der des lk.
GERUND
§ 71. Das Gerundium hat denselben Stamm wie der Infinitiv. Es endet auf die Endung -ti, die aus (der Inessivendung des Singulars) *-tēn hervorgegangen ist (>lett. -te), z. B.: nešti, señti, stum̃ti, vešti.
Das Gerundium hat keine präfigierten oder reflexiven Formen.
Das Gerundium ist adverbialisiert: Im Satz wird es neben einer konjugierten Form eines Verbs derselben Wurzel verwendet, z. B.: gérti gėri ~ gertė gėria, gulti gūla, gáuditi gáude ~ gáudyte gáude, kelti kėla ~ keltė kėlė, kunkuliuoti kunkuliūdava ~ kunkuliuote kunkuliūdavo, nešōti nešōs ~ nešiōte nešiōs, stum̃diti stumdīk ~ stum̃dyte stumdīk, vešti vėšče „ich würde es transportieren“.
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Page 38Gerundien auf -tinai werden im Dialekt nicht verwendet; es kommen nur vereinzelte Formen dieser Art vor (die adverbialisiert sind), z. B.: būtinai reiki ~ būtinai reikia, užtektinai privezèm ~ užtektinai privezėme.
Die Akzentuierung der Gerundien ist dieselbe wie im Litauischen.
MORPHOLOGIE DES SÜDLICHEN DIALEKTS DER OSTHOCHLITAUEN
К. МОРКУНАС
Zusammenfassung
Der Artikel beschreibt die Flexion (Nominalwortarten, Pronomen und Verb) des südlichen Dialekts der östlichen Aukštaiten. Das Gebiet dieses Dialekts umfasst die folgenden wichtigsten Ortschaften: Krikštėnai, Pabaiskas, Pašilė (Bezirk Ukmergė), Bagaslaviškis, Gelvonai, Musninkai und Čiobiškis1 (Bezirk Širvintos).
Die morphologischen Merkmale des untersuchten Dialekts werden mit entsprechenden Erscheinungen der litauischen Literatursprache verglichen.
Substantiv. Neben den Singular- und Pluralformen kommen in der Sprache der älteren Generation auch Dualformen vor (meist Akkusativformen zusammen mit du „zwei“, abu „beide“, z. B. jisai du pėdu dėdo „er legt zwei Garben hin“). Als Relikte des Duals gelten auch die folgenden Formen, die gegenwärtig im Sinne des Plurals verwendet werden: Dativ vaikám „den Kindern“, Dativ und Instrumental galvóm „den Köpfen, mit den Köpfen“, žėmėm ~ žėmėm „den Ländern, mit den Ländern“.
Im Dialekt werden zwei Lokalkasus verwendet – Inessiv und Illativ. Der Illativ Singular wird im Dialekt ebenso gebildet wie in anderen östlichen Dialekten (miškán „in den Wald“, pirtìn „ins Badehaus“); im Plural gibt es mehrere Formen dieses Kasus. Am östlichen und südlichen Rand des Dialektgebiets (Krikštėnai, Musninkai, Čiobiškis) werden am häufigsten Formen mit dem Formans -na und seltener mit -nan oder -an verwendet (miškùosna, miškùosnan, miškùosan). Im übrigen Teil des Dialektgebiets (Gelvonai, Pabaiskas) wird der Pluralillativ des Typs miškùosin ~ miškùosen. verwendet.
Das charakteristischste morphologische Merkmal des Dialekts ist das Vorkommen diphthongischer Endungen im Singularinstrumental von Substantiven (und anderen Nomina) mit Stämmen auf -(i)o, -ė, -i, z. B.: gálvai, marčiǐ, kárvì, akì (in der Literatursprache: gálva, marčià, kárve, akimi). Ursache für das Entstehen der Endungen -ai, -ij könnte die Ersetzung kurzer Singularinstrumentalformen im Pronominaldeklinationssystem (z. B. tù < *tán „jener“) durch Formen des Typs túj. gewesen sein.
Maskuline Substantive mit Stämmen auf -i, -(i)u und auf einen Konsonanten sind teilweise oder vollständig in die Kategorie der Substantive mit Stamm-
¹ Zu Phonetik und einigen morphologischen Besonderheiten – Relikten pronominaler Adjektive und Inessivformen – dieses Dialekts siehe: „Trudy Akademii nauk Litovskoi SSR“, Reihe A, Bd. 2(7), 1959, S. 191–203; „Voprosy litovskogo jazykoznanija“ („Lietuvių kalbotyros klausimai“), Bd. 3, 1960, S. 5–59; Bd. 7 (Morphologischer Aufbau der litauischen Sprache und ihre Entwicklung), 1964, S. 145–152.
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Page 39Substantive auf -(i)a, vgl.: vagis „Dieb“, sūnus (sūnas) ~ sūnūs „Sohn“, sūkčis ~ sūkčius „Betrüger“, akmuõ „Stein“; Genitiv Singular: vagĩs und vãge ~ vãgio (häufiger), sunãus und sūna ~ sūno, sūkče ~ sūkčio; ãkmena ~ ãkmeno; Instrumental Singular: vagũ, sūnù, sūkčù, ãkmenù; Nominativ Plural: vagis ~ vãgys und vageĩ ~ vagiaĩ (häufiger), sunai, sūkčiai ~ sūkčiai, akmenai; Dativ Plural: vagãm, sunãm, sūkčēm ~ sūkčiam, akmenãm. Barytonische feminine Wörter mit einem Stamm auf -i gingen in die Kategorie der Wörter mit einem Stamm auf -ė über, z. B.: nŏse ~ nŏsė „Nase“ (: in der Standardsprache nŏsis), Nominativ Plural: nŏses ~ nŏsės, Dativ und Instrumental Plural: nŏsem ~ nŏsėm.
Auch im Akzentsystem der Substantive sind einige Abweichungen von den Normen der Standardsprache zu beobachten. So gehören Substantive mit dem Suffix -ytė (avītė „Schäfchen“) im Dialekt zur zweiten Akzentparadigmatik, die meisten Wörter mit dem Suffix -iena (rugiena „Stoppelfeld“, vištiena „Hühnerfleisch“) zur dritten Akzentparadigmatik.
Adjektiv. Einige Adjektive können doppelte Endungen haben – alte und neuere, die von einem anderen Deklinationstyp übernommen wurden. Vor allem gehen einzelne Wörter mit einem Stamm auf -a (feminine auf -o) in das Deklinationssystem der Wörter mit einem Stamm auf -u (feminine auf -io) über, z. B.: aštrùs „scharf“, bjaurùs „abscheulich“ (in Denkmälern des Alt-Litauischen und in einigen Dialekten aštras, bjauras), Genitiv Singular: aštra ~ aštro und aštraũs, bjaura ~ biaũro und bjauraũs, Dativ Singular: aštrám und aštrām, bjaurám und bjaurām … Der allmähliche Übergang der Wörter der genannten Gruppe zur Deklination der Adjektive mit einem Stamm auf -u war vermutlich auch Ursache des entgegengesetzten Prozesses: In der Deklination der Adjektive mit einem Stamm auf -u traten Endungen auf, die für Adjektive mit einem Stamm auf -a typisch sind (vgl.: platùs „breit“, Genitiv Singular: plataũs und plãta ~ plãto). Einzelne feminine Adjektivformen des Komparativs können neben den Endungen der Deklination auf -ė auch Endungen der Adjektive mit einem Stamm auf -io haben (vgl. Genitiv Singular: geresnės und geresnõs).
Adjektive mit den Suffixen -onas (geltõnas „gelb“), -yvas (velìvas ~ velývas „spät“) gehören im Dialekt zur dritten Akzentparadigmatik, die Komparative zur vierten Akzentparadigmatik.
Numerale. Neben den Kollektivzahlen mit dem Suffix -er- kommen Numeralia gleicher Bedeutung mit -el- vor, z. B. šešeri und šešeli „sechs (Personen/Dinge)“. Doppelte Formen haben auch die Ordinalzahlen von „11“ bis „19“, z. B. vienuoliktàs, -a < vienuoliktas, -a und (meist in der Sprache der älteren Generation) vienalikis, -e ~ vienuolikis, -e „elfter, -e“.
Pronomen. Die Genitiv- und Akkusativformen Singular der Personalpronomen aš „ich“, tù „du“ und des Reflexivpronomens stimmen meistens überein: manì ~ manę̀, tavì ~ tavę̀, savì ~ savę̀. Der Genitiv Plural der genannten Personalpronomen lautet mūsų ~ mū́sų, jū́sų ~ jū́sų oder (seltener) mumì, jumì; der Akkusativ Plural lautet mumis, jumis oder muti, jumi. Der Akkusativ Plural der femininen Pronomen anà „sie“, katrà „welche“, kókė ~ kokià „welche Art“, tókė ~ tokià „eine solche“ stimmt gewöhnlich mit der maskulinen Form überein (anìos, katrìos …).
Verb. Der Infinitiv des Verbs endet meistens auf -ti (nėšti „tragen“), seltener auf -ti (nėšti) oder -te ~ -tie (nėšte). In der Sprache der Vertreter der älteren
10. Lietuvių kalbos gramatikos tyrinėjimai
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Page 40Generation kommt ein Infinitiv mit dem Formans -nai vor (nēštenai). Der Infinitiv reflexiver Verben endet immer auf -tis (nēštis).
Primärverben mit dem Stammvokal ū (ohne Konsonant vor -t im Infinitiv) haben am Ende des Präsensstamms meistens -st-, können aber auch -n- oder -v- aufweisen, z. B. pūt ~ pūti „verfaulen“ – 3. Person Präsens: pūsta, pūna, pūva. Doppelformen im Präsens (mit dem Suffix -st- oder dem Infix -n-) sind auch für Primärverben mit dem Stammvokal u typisch, z. B. smūkti „hinuntergleiten, fallen“ – 3. Person Präsens: smūksta, smūna.
Neben den Formen der 1. und 2. Person Plural des Futurs gul̄sim „wir werden uns hinlegen“, gul̄sī „ihr werdet euch hinlegen“ kommen in der Sprache der Vertreter der älteren Generation auch Formen eines anderen Typs vor – gul̄sme, gul̄ste.
Im Dialekt werden folgende Formen des Konjunktivs verwendet: 1. Person Singular gul̄cē ~ gul̄ćia, seltener gul̄ē, gul̄ćiu ~ gul̄ćiau; 2. Person Singular gul̄tum; 3. Person Singular und Plural gul̄tu ~ gul̄tu, seltener gul̄t; 1. Person Plural gul̄tumet ~ gul̄tumėte; 2. Person Plural gul̄tumet ~ gul̄tumėte.
Folgende Formen des Imperativs werden verwendet: 1. Person Singular gul̄k, 1. Person Plural gul̄kim, 2. Person Plural gul̄kit.
Die Formen der 1. und 2. Person Singular des Futurs von Primärverben mit kurzem Stamm oder einem Stamm mit steigender Länge tragen den Akzent auf der Endung, z. B.: kasū „ich werde graben“, kasī „du wirst graben“; pirksū „ich werde kaufen“, pirksi „du wirst kaufen“. Anders als in der Standardsprache wird bei Präsensformen mit Stämmen auf -ia und -i der Akzent vom Stamm mit steigender Länge auf das Präfix verlagert, z. B.: 3. Person Präsens šveičī ~ šveičia „er/sie/es putzt, sie putzen“ – nušveičī; žūri ~ žiūri „er/sie/es schaut, sie schauen“ – prižūri, seltener prižiūri.
Partizip, Gerundium, Halbpartizip. Im Dialekt werden aktive Partizipien des Präsens (dirbuntis ~ dirbantis oder dirbuntīs ~ dirbantys, dirbunti ~ dirbanti), des einmaligen Präteritums (dirbis ~ dirbęs, dirbus) und des iterativen Präteritums (dirbdavis ~ dirbdavęs, dirbdavus) verwendet. Passive Partizipien können Präsensformen (dirbamos, -ā) und Präteritumsformen (dirbtos, -ā) haben. Von reflexiven Verben können Partizipien nur gebildet werden, wenn Präfixe vorhanden sind (pasidirbis, paždirptas < pasidirbtas).
Gerundien haben zwei Tempusformen – Präsens und einmaliges Präteritum (dirbunt̃ ~ dirbant, dirbus).
Das Halbpartizip wird mithilfe des Suffixes -damas, -dama gebildet (dirbda-mas, dirbdama).