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Litauische Universität für Erziehungswissenschaften
Forschungsschwerpunkte: Morphologie, Dialektologie, historische Grammatik.
GRENZPROBLEME DER WORTARTEN
Probleme im Randbereich der Wortarten
ZUSAMMENFASSUNG
Der Artikel untersucht die unklare Stellung einiger Wortarten und morphologischer Formen sowie deren uneindeutige Interpretation in wissenschaftlichen und praktischen Grammatiken und in den wichtigsten Wörterbüchern der litauischen Sprache. Die noch immer weit verbreitete Illativform wird häufig unbegründet ignoriert, das heißt schlichtweg verschwiegen. Es wurden zahlreiche Fälle gefunden, in denen Wörter mit sehr ähnlicher Struktur und Semantik nicht derselben Wortart zugeordnet werden. Die Substantivierung einiger Adjektive wird widersprüchlich beurteilt. Noch uneinheitlicher ist die Auffassung zur Adjektivierung von Partizipien. So werden die Wörter karpytas, –ą, prakėiktas, –ą, prišlėgtas, –ą von manchen Linguisten als Adjektive, von anderen als Partizipien angesehen. Kurz wird auch die Stellung der Adverbien pronominalen Ursprungs erörtert: Manche betrachten sie ausschließlich als Adverbien, andere sowohl als Adverbien als auch als Konjunktionen.
ANNOTATION
Der Artikel untersucht die für einige Wortarten und morphologische Formen typische unklare Stellung sowie ihre ambivalente Interpretation in wissenschaftlichen und praktischen Grammatiken und in den wichtigsten Wörterbüchern des Litauischen. Die noch weit verbreitete Illativform wird häufig grundlos ignoriert, das heißt schlichtweg verschwiegen. Zahlreiche Fälle wurden gefunden, in denen Wörter mit sehr ähnlicher sprachlicher Struktur und Semantik als unterschiedliche Wortarten behandelt werden. Auch die Interpretation der Substantivierung einiger Adjektive ist uneinheitlich. Unterschiedliche Auffassungen gibt es ebenfalls hinsichtlich der Adjektivierung von Partizipien. Beispielsweise werden die Wörter karpytas, –a ‘gestutzt’, prakėiktas, –à ‘verflucht’, prišlėgtas, –à ‘niedergedrückt’ von manchen Linguisten als Adjektive, von anderen als Partizipien angesehen. Der Artikel gibt außerdem einen kurzen Überblick über den Status von Adverbien pronominalen Ursprungs: Manche interpretieren sie als Adverbien, andere sowohl als Adverbien als auch als Konjunktionen.
S C H L Ü S S E L W Ö R T E R: Wortarten, Illativ, Substantivierung des Adjektivs, Adjektivierung des Partizips.
S C H L Ü S S E L W Ö R T E R: Wortarten, Illativ, Substantivierung des Adjektivs, Adjektivierung des Partizips.
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EINLEITENDE BEMERKUNGEN
Als Randfälle der Wortarten gelten Fälle, in denen Wörter ausgeprägte Merkmale zweier Wortarten aufweisen und es mitunter Zweifel daran gibt, welcher Wortart sie zuzuordnen sind. Als Randfälle gelten auch Wörter, deren Status sich im Zuge der Sprachentwicklung verändert.
Es gibt zahlreiche Wörter, die bei gleicher phonologischer Form verschiedenen Wortarten angehören. Abgesehen von nicht sehr häufigen Fällen von Homonymie (zum Beispiel girtas – Adjektiv und Partizip, be – Präposition und Partikel) gehören Wörter aufgrund semantischer, morphologischer oder anderer Veränderungen unterschiedlichen Wortarten an.
Die Migration von Wörtern aus einer Wortart in eine andere ist im Litauischen ein altes Phänomen. Grundlegende Veränderungen treten ein, wenn bestimmte grammatische Formen verschwinden. So wurden beispielsweise nach dem Verschwinden des alten Lokativs, des Lokativs, seine Überreste namie, pusiáu, die von einem Teil der ostlitauischen Hochlitauer verwendeten Formen artiẽ ‚nahe‘, toliẽ ‚weit‘, oriẽ ‚draußen‘ sowie die samogitischen Formen dvìjau oder dvìejau ‚zu zweit‘ zu Adverbien. Dasselbe Schicksal ereilte auch die Überreste des postpositionalen Lokativs, des Allativs: galóp, myrióp, namóp, pavakarióp, pavasarióp, rudeniop, vakaróp, velniop. Heute gelten diese Wörter als Adverbien. Der Illativ hat sich wesentlich besser erhalten, doch seine Stellung in den Grammatiken ist unklar.
In diesem Artikel werden außerdem zahlreiche Fälle untersucht, in denen sich selbst Sprachwissenschaftler nicht einig sind, welcher Wortart bestimmte Wörter angehören. Das Problem ist bereits teilweise erforscht. Rita Šepetytė hat über die Adverbialisierung von Substantivkasus und über häufige Abweichungen im Wörterbuch der litauischen Sprache und in der Grammatik der litauischen Sprache geschrieben, wo dasselbe Wort an einer Stelle noch als Substantiv, an einer anderen dagegen als Adverb gilt (Šepetytė 1995: 142–147).
In Grammatiken kann man solche Fälle unerwähnt lassen oder als problematisch kennzeichnen. Die Lexikografen müssen jedoch eine Entscheidung treffen: Bei der Erstellung von Wörterbüchern muss jedes Wort genau beschrieben werden.
DIE UNGEKLÄRTE STELLUNG DES ILLATIVS
Das Schicksal des Illativs ist günstiger als das des alten Lokativs und der postpositionalen Lokative des Umlands. Bis heute ist er in den süd- und ostlitauischen Hochlitauer-Dialekten (mit Ausnahme der nördlichen Panevėžys- und des westlichen Teils der südlichen Panevėžys-Mundart) sowie im östlichen Teil des westlitauischen Hochlitauer-Dialekts (Birštonas, Jieznas, Kaišiadorys, Žiežmariai, Jonava u. a.) noch ein systematischer achter Kasus. Das bedeutet, dass ihn mindestens die Hälfte Litauens verwendet. Und diese Hälfte gebraucht ihn, wie Rasuolė Vladarskienė bemerkt, „[...] ohne allzu viel über die Empfehlungen der Sprachwissenschaftler nachzudenken, nicht nur in der Alltagssprache, sondern auch in öffentlich veröffentlichten Texten“ (Vladarskienė 2003: 48). Leider ist die Stellung des Illativs in der sprachwissenschaftlichen Literatur ungeklärt. Im ersten Band der Grammatik der litauischen Sprache gelten noch alle postpositionalen Lokative als Kasus. Der Illativ gilt als Ersatz für die Konstruktion į + Akkusativ, als eine bestimmte stilistische Ausdrucksmöglichkeit. Seine Bedeutungen werden angegeben (LKG I 207–209). Auch der Illativ-
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Adverbien baltischer Herkunft: dešinėn, kairėn, laukan, namõn1, orañ, priekin, viršuñ, žemėn (LKG II 447–448). In der Grammatik der heutigen litauischen Sprache wird der Illativ als Kasus der ost- und südlitauischen Dialekte aufgeführt, seine Verwendung in der Standardsprache wird jedoch nicht mehr erwähnt (DLKG 2006: 68). Es werden einige erstarrte Adverbien aufgeführt, die vom Illativ abstammen: laukañ, namõn, šalìn, viduñ, viršuñ (DLKG 2006: 412).
Es ist aus mehreren Gründen unmöglich, alle Illativformen als Adverbien zu betrachten: 1. Der Illativ kann ein Attribut haben, z. B.: Nuėjo tamsią miškañ; Iñk kairėn rañkon; Sùk šitõn pušèn. Adverbialisiert werden können nur Illativformen ohne Attribut, z. B.: sùk dešinėn, traukis šaliñ, eik viduñ, iškeliãvo amžinybėn2. In der Grammatik der heutigen litauischen Sprache heißt es, dass von Adverbialität keine Rede sein kann, wenn Konstruktionen oder Wörter mit Attributen verwendet werden (DLKG 2006: 411). Daher lässt sich die Form viršuñ wohl kaum als Adverb betrachten, da sie zumindest in der Umgangssprache auch mit einem Attribut verwendet wird, z. B.: Ir mán lipt tãn bjauriãn viršuñ? (Alanta). Auch im Wörterbuch der litauischen Sprache gilt die Form nicht als Adverb, sondern als Substantiv, z. B.: Tada padarysi ratą, ažmausi viršuñ ir važinėsi (Apsas); Įdedi [sūrį] tuos spąstuos, kokį akmenio ką uždedi viršuñ (Palėvenė) (LKŽe; vgl. auch KltŽ 408). 2. Eigennamen können im Illativ stehen, z. B.: Kaunañ, Rokiškin, Panevėžiñ, Varenõn, Ukmergėn, Alytũn, Vilniun, Parýžiun. Eigennamen als Adverbien wären eine Anomalie. 3. Würde man den Illativ einbeziehen, würde sich die Kategorie der Adverbien übermäßig ausweiten. 4. Adjektive (z. B.: baltañ, baltõn), Numeralia (z. B.: vienañ, antrõn), Pronomen (z. B.: šitañ, kurión) und Partizipien (z. B.: atidarýtan, atneštõn) können nicht als Adverbien betrachtet werden, wenn sie im Illativ stehen.
Die gegenwärtige Auffassung des Illativs hat vielleicht Aldona Paulauskienė am treffendsten beschrieben. Es wird anerkannt, dass der Illativ zwar nicht in die normativen Grammatiken aufgenommen wurde, aber dennoch eine Tatsache der Sprache ist (Paulauskienė 2001: 198). Die Sprachwissenschaftlerin sagt: „Wenn es sich um freie Rede oder Publizistik mit Merkmalen des literarischen Stils handelt, lassen wir diesen Lokativ stehen“ (Paulauskienė 2001: 199).
In wissenschaftlichen und normativen Grammatiken sollte der Status des Illativs genau beschrieben werden. Die meisten Menschen begegnen dem Illativ zwangsläufig und müssen wissen, worum es sich dabei handelt. Zwei weitere Gründe nannte Erika Rimkutė. Ausländer, die Litauisch lernen, verstehen nicht, um welche Form es sich handelt und wie sie verwendet und gebildet wird. Da der Illativ in den Grammatiken nicht in das Kasussystem aufgenommen wird, erkennen ihn automatische morphologische Analyseprogramme nicht (Rimkutė 2004: 126).
Es ist sehr bedauerlich, dass der Illativ in praktischen Grammatiken (insbesondere in Schulgrammatiken) schlicht verschwiegen wird. Die grundlegenden Aspekte des grammatischen Systems der Muttersprache werden die Menschen lernen-
1 Die Form namõn ist tatsächlich nicht vom Illativ abgeleitet, denn der eigentliche Illativ lautet namañ. In diesem Fall hat sich vielmehr der umgekehrte Prozess vollzogen: Das Adverb namõ erhielt das Illativformans –n.
2 Das Adverb (oder vielleicht doch der Illativ) amžinybėn wird häufig in Beileidsbekundungen an die Angehörigen und Nahestehenden Verstorbener verwendet.
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...en insbesondere während der Schulzeit. Nur im litauischen Sprachlehrbuch für die elfte Klasse von Jonas Šukys findet sich der Hinweis, dass der dynamische Inessiv in informellen Stilformen verwendet werden kann (Šukys 2001: 111). In anderen Schulbüchern wird dieser Kasus nicht mehr erwähnt. Daher können sich viele nicht vorstellen, um welche Wortart oder Form es sich handelt, und wissen nicht, ob sie verwendet werden darf. Dreißig Informanten (Studierende verschiedener Fachrichtungen) wurden gefragt, zu welcher Wortart die Wörter vandeniñ und spiñton in den Sätzen Žiedas įkrito vandeniñ ir Dáilktus sukroviau senõn spiñton. gehören. Vierzehn von ihnen hielten die angegebenen Illativformen für Adverbien, fünf für „einen anderen Lokativ“, und die übrigen wussten nicht, um welche morphologische Form es sich handelt. Elf meinten, diese Formen dürften nicht verwendet werden. Deshalb sollte der Illativ in praktischen Grammatiken nicht verschwiegen werden. Man sollte erklären, dass es sich um einen unsystematischen Kasus, den zweiten Lokativ, handelt, der in Ost- und Südlitauen verwendet wird und anderswo selten vorkommt. Auch diejenigen, die ihn selbst nicht verwenden, sollten ihn kennen. Jeder wird zahlreiche Beispiele des Illativs in der Folklore und der schönen Literatur finden, ihn hören und viele werden ihn auch selbst in der Umgangssprache verwenden. Besonders häufig kommt der postpositionale Illativ vardãn vor: beim Kreuzschlagen, in der Taufformel, in der litauischen Nationalhymne u. a.
Paulauskienė zufolge beschränkt sich der Gebrauch des Illativs fast auf die alltägliche Umgangssprache und die schöne Literatur (Paulauskienė 1994: 104; Paulauskienė 2006: 84). Doch gerade das sind die wichtigsten Gebrauchssphären jeder Sprache. Es wäre sehr bedauerlich, wenn man richtiges Sprechen nur anhand der Sprache wissenschaftlicher, amtlicher oder anderer streng stilistischer Texte erlernen würde. Die Sprache der schönen Literatur ist keine minderwertige, periphere Sprachvarietät, und häufig darin verwendete Formen sollten nicht ignoriert werden.
In der schönen Literatur kommen Illativformen tatsächlich sehr häufig vor. Sie wurden und werden nicht nur von Schriftstellern aus Ost-, sondern auch aus Westlitauen verwendet: Kristijonas Donelaitis, Dionizas Poška, Silvestras Valiūnas, Simonas Daukantas, Simonas Stanevičius, Motiejus Valančius, Žemaitė, Vincas Kudirka, Maironis, Lazdynų Pelėda, Pranas Vaičaitis, Šatrijos Ragana, Jurgis Savickis, Vincas Mykolaitis-Putinas, Jonas Aistis, Salomėja Nėris, Kazys Boruta, Antanas Vaičiulaitis, Petras Cvirka, Marius Katiliškis, Vytautas Mačernis, Kazys Saja, Juozas Aputis, Juozas Erlickas und andere. Diese Form verwenden auch Schriftsteller, die außerhalb eines Dialektgebiets geboren wurden, beispielsweise die aus Kaunas stammenden Vytautė Žilinskaitė, Judita Vaičiūnaitė, Leonardas Gutauskas und andere. In vielen Fällen lag das wahrscheinlich daran, dass Jonas Jablonskis in seiner Grammatik der litauischen Sprache (1901) den unechten (oder zweiten) Lokativ anerkannte, der auf die Fragen kur̃, kañ, kuriõn viẽton? antwortet (Jablonskis 1957: 71). Zahlreiche Illativformen finden sich sogar in erst kürzlich übersetzten Werken der schönen Literatur: Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray (übersetzt von Lilija Vanagienė), Michail Bulgakows Der Meister und Margarita (übersetzt von Algimantas Mikuta), Jostein Gaarders Sofies Welt (übersetzt von Eglė Išganaitytė), Mark Twains Die Abenteuer des Tom Sawyer (übersetzt von Valentina Churginaitė) und andere. In den heutigen Übersetzungen der Heiligen Schrift (von Česlovas Kavaliauskas, Antanas Rubšys und Kostas Burbulys) werden Formen dieses Kasus nicht gemieden. Sie sind hier besonders passend, weil religiösen
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tekstams būdingas tam tikras archajiškumas (Markevičienė 2012: 119). Iliatyvas neretai vartojamas ir administracinėje kalboje (Vladarskienė 2003: 47–56), ir kitų stilių tekstuose3.
Paulauskienė behauptet ebenfalls, dass niemand den Illativ gezielt aus der Sprache verdrängt (Paulauskienė 1994: 105). Doch dieses bewusste oder unbewusste Verschweigen ist dennoch eine Art Diskriminierung dieser Form und der Menschen, die sie verwenden, und zugleich eine Verarmung der Morphologie der litauischen Sprache. Die Isolierung des Illativs schränkt die Möglichkeiten der schöngeistigen (insbesondere poetischen) und der gesprochenen Sprache stark ein. Deshalb sollte in praktischen Grammatiken klar gesagt werden, dass der Illativ weder ein Fremdwort noch eine Form ist, die gegen die Sprachnormen verstößt. Natürlich muss betont werden, dass es sich um eine mögliche, nicht aber obligatorische Form handelt, da ein großer Teil der Litauer sie tatsächlich nicht verwendet.
In den Grammatiken verschwiegene Formen verschwinden rasch. Zumindest in der schöngeistigen Literatur und in der gesprochenen Sprache hätten sich der Dual und das Supinum wahrscheinlich länger gehalten, wenn in den Schulgrammatiken erwähnt worden wäre, dass es sich um dialektale, aber nicht gegen die Sprachnormen verstoßende Formen handelt. Es ist klar zu erkennen, dass das von den Autoren verschiedener wissenschaftlicher und praktischer Grammatiken geförderte samogitische Notwendigkeitspartizip sich auch heute recht gut hält, obwohl es in einem kleineren Gebiet und viel seltener als der Illativ verwendet wird. Das Notwendigkeitspartizip wurde jedoch in Schulbücher aufgenommen4 (Palubinskienė, Čepaitienė 2008: 73 u. a.). Durch die Verwendung dieser samogitischen Form wird die Morphologie der litauischen Sprache nicht schlechter. In Grammatiken werden weiterhin die Formen teesiẽ, teateiniẽ, tebūniẽ aufgeführt, obwohl sie nur sehr selten verwendet werden (die ersten beiden meist in Gebeten)5.
SCHWIERIGERE FÄLLE DER SUBSTANTIVIERUNG VON ADJEKTIVEN
Am häufigsten wechseln flektierbare Wortarten und ihre Formen die Kategorie. Besonders häufig wird ein Adjektiv zum Substantiv und ein Partizip zum Adjektiv.
Es gibt drei grundlegende Kriterien für die Erkennung und Unterscheidung von Wortarten: das lexikalische (Bedeutung), das morphologische (Form) und das syntaktische (syntaktische Funktion, Kongruenz). Wenn ein Wort in eine andere Wortart übergeht, kommt es häufig zu einem Konflikt zwischen seiner Form und dem Flexionssystem der Wortart, in die es aufgenommen wurde. So treten beispielsweise im Substantivsystem pronominale Formen auf: jaunàsis, jaunóji, nelabàsis, paskutinóji, piktàsis, prakeiktàsis, šventàsis, šven-
3 Der Pluralillativ ist stark im Rückgang begriffen, aber noch keine ausgestorbene Form. Im Textkorpus der Vytautas-Magnus-Universität sind 136 substantivische Pluralillativformen belegt (Vladarskienė 2003: 52).
4 Leider bei weitem nicht bei allen.
5 Diese Formen wurden früher als Optativformen angesehen (LKG II 63), heute als Imperativformen (DLKG 2006: 343, 345).
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tóji, válgomasis und andere. Im Wörterbuch der litauischen Sprache wird sogar die Abkürzung emph. verwendet, mit der bestimmte Formen des Substantivs bezeichnet werden. Die Abkürzung sm. emph. steht bei den Wörtern válgomasis, výkdomasis; sf. emph. bei den Wörtern mirtinóji, paskutinióji, und smob. emph. bei den Wörtern paláimintasis, -oji, prakeiktàsis, -óji, tikintỹsis, -čioji und anderen (LKŽe). In der Umgangssprache und in den Dialekten kann das Substantiv sogar Steigerungsformen annehmen (z. B. vargšėsnis, asiliáusias, nabagiáusias, vėpliáusias). Pranas Skardžius verfasste zur Steigerung von Substantiven sogar zwei Artikel mit demselben Titel: „Daiktavardžių laipsniavimas“ (Skardžius 1997a: 431–433; Skardžius 1997b: 433–439). Vgl. seine Beispiele: jis už visus yra šunesnis; jis ir už tave ponėsnis (Skardžius 1997a: 432); jis už visus šuniausias, tinginesnis (Skardžius 1997b: 434, 437) und andere. Aus Substantiven werden also Komparativ- und Superlativformen von Adjektiven und Adverbien gebildet. Aus dem Substantiv výras wurden einst die Steigerungsformen des Adjektivs formos vyrė́nesnis ir vyríáusias gebildet (vgl. Skardžius 1997b: 437–438; LEW II 1260; SEJL 757–758). Skardžius führt außerdem die Beispiele piečiáu, ryčiáu, vakariáu, pakalniáu und andere an (Skardžius 1997b: 435–436) sowie galiausiai und das Adjektiv galiausias (Skardžius 1997a: 433). Bei so gebildeten Adjektiven und Adverbien im Komparativ und Superlativ gibt es keine Positivform. Aus Substantiven gebildete Steigerungsformen werden verwendet, wenn die Merkmalssemantik im jeweiligen Substantiv stark hervortritt, insbesondere wenn das Substantiv eine Metapher für ein bestimmtes Merkmal ist, etwa wenn ein Esel Dummheit und ein Hund Bösartigkeit symbolisiert usw.
Ein migriertes Wort wird nicht nach dem für die betreffende Wortart typischen Deklinationstyp flektiert. Substantivierte Adjektive und Partizipien bewahren die Endung der Dativform Singular des Adjektivs –(i)am (z. B. kùrsiniam, pažįstamam), die Endung der Lokativform Singular –(i)ame (z. B. keturnýčiame, kùrsiniame) usw. In der Umgangssprache und in den Dialekten versucht man, diesen Konflikt zu beseitigen oder zumindest abzumildern. Endungen von Formen, die dem System nicht entsprechen, können geändert werden, z. B. baltakakliui, kùrsiniui, laukiniui, pažįstamui, juodaspal̃voje, kùrsinyje. Paulauskienė rät dazu, nicht zu streng zu sein und substantivische Endungen zu tolerieren, wenn ein Adjektiv substantiviert wird (Paulauskienė 2004: 219).
Es gibt viele Fälle, in denen ein substantiviertes Adjektiv oder Partizip ohne Einschränkung als Substantiv anzusehen ist, z. B. jaunàsis, jaunóji, pažįstamas, stiklinė, girtuoklė ‚Blaubeere‘, ilgalūpė ‚Pflanze aus der Familie der Orchideen, die in feuchten Wäldern wächst‘, ilgapi̇̀rstis ‚Dieb‘, Šventóji, Įlgas (ein See bei Dubingiai), Juodsnùkis (Familienname). In der Umgangssprache sind solche substantivierten Adjektive gaisrinė, greitoji ‚Rettungswagen und das ihn betreuende Personal‘, keleivinė und andere.
Es gibt einen sehr breiten Grenzbereich zwischen Substantiv und Adjektiv, in dem sich oft sogar Linguisten „verirren“. Die Substantivierung von Adjektiven wurde am ausführlichsten im ersten Band der Grammatik der litauischen Sprache behandelt (LKG I 529–534). Am häufigsten werden Adjektive der Stämme ia₂ und ē substantiviert: Zusammensetzungen (z. B. antramėtis, -ė, bendrámžis, -ė, keturný-
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tis, –ė, nepilnamėtis, –ė, skeltalūpis, –ė), einige Präfix- und Suffixbildungen (z. B. begalvis, –ė, jauniklis, –ė, laukinis, –ė, mažėlis, –ė, mažiukas, –ė, vilnietis, –ė) und andere.
In Grammatiken und Wörterbüchern werden die Kriterien zur Unterscheidung solcher Wortarten gewöhnlich nicht angegeben. In der Grammatik der litauischen Sprache findet sich immerhin ein klarer Hinweis: Wörter dieses Typs können sowohl als Substantive als auch als Adjektive betrachtet werden, z. B. auliniai ‚Stiefel‘ (Substantiv) und a u l i n i a i b a t a i (Adjektiv) (LKG I 533). Aus den Beispielen in der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache lässt sich schließen, dass dort dieselbe Position vertreten wird: Adjektive werden jeweils mit ihren Bezugswörtern angeführt (z. B. baltakāklė antis) (DLKG 2006: 229), Substantive dagegen ohne Bezugswörter (z. B. geltonplaukis, –ė) (DLKG 2006: 155). Diese Position ist logisch und praktisch. Problematische Fälle gibt es jedoch reichlich.
Da es keine klaren Kriterien zur Unterscheidung von Adjektiven und Substantiven gibt, herrscht in verschiedenen Wörterbüchern erhebliche Verwirrung. Im Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache wird der Großteil der genannten Worttypen mit den Stämmen ią2 und ē als Adjektive eingestuft. In diesem Wörterbuch wird die Substantivierung von Adjektiven nur wenig berücksichtigt. Aufgrund des geringeren Umfangs des Wörterbuchs lässt sich dieser Prozess vermutlich auch nicht ausführlicher darstellen. Im Wörterbuch der litauischen Sprache sind wesentlich mehr substantivierte Adjektive mit der Abkürzung sud aufgeführt. Dennoch bleibt unklar, warum in der elektronischen Ausgabe dieses Wörterbuchs das Wort bemarškinis, –ė als Adjektiv, bekelnis, –ė, bekepūris, –ė als Substantive und bešvarkis, –ė sowohl als Adjektiv als auch als Substantiv eingestuft werden (LKŽe). Im Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache gilt die Zusammensetzung trumparėgis, –ė als Adjektiv, žemazūris, –ė dagegen als Substantiv; juod(a)plaukis, –ė als Adjektiv, juodaveidis, –ė dagegen als Substantiv; juodmaršis, –ė gilt als Adjektiv, juodberis, –ė als Substantiv und žalmaršis, –ė sowohl als Adjektiv als auch als Substantiv. Das Wort beveidis, –ė wird als Adjektiv eingestuft, beširdis, –ė dagegen als Adjektiv und Substantiv (DLKŽe 2006), obwohl beide eine übertragene Bedeutung haben. Solche Uneinheitlichkeiten finden sich auch in Wörterbüchern von Dialekten und Mundarten, zum Beispiel baltaplaukis, –ė – Adj. (DrskŽ 28), raudonabarzdis, –ė – Substantiv, Adj. (DrskŽ 297); greitūlis, –ė – Substantiv (DrskŽ 111), gražūlis, –ė – Adj., Substantiv (DrskŽ 108); baltpūkis, –ė – Adj. (ZnŽ 1 106), juodākis, –ė – Adj., Substantiv (ZnŽ 1 575); juodaplaukys, –ė – Adj. (KpŽ 2 87), baltabarždys – Substantiv (KpŽ 1 144); ilganōsis, –ė – Adj., ilgakašė – Adjektiv (KzRŽ I 271).
Im Wörterbuch der litauischen Sprache finden sich bei Wörtern dieses Typs (z. B. plačiapėtis, –ė, plikagalvis, –ė, trumparėgis, –ė) bisweilen zwei Kennzeichnungen: Adj., Substantiv (LKŽe). Eine solche Doppelkennzeichnung ist häufig im Wörterbuch des Druskininkai-Dialekts, Wörterbuch der Kupiškėnai, Wörterbuch der Kaltanėnai-Mundart. Im Wörterbuch der litauischen Sprache findet sich auch eine andere Variante: Substantiv und Adjektiv werden in getrennten Artikeln aufgeführt, z. B. baltaplūnksnis, –ė, liepsnabarždis, –ė ‚rotbärtig‘, liepsnagalvis, –ė ‚rothaarig‘ (LKŽe). Wenn Wörterbücher konsequent einer der beiden Positionen folgen würden, ließe sich die erwähnte Verwirrung vermeiden. Unter dem Gesichtspunkt der Ökonomie ist die erste Variante selbstverständlich praktischer, doch logischer wäre es, sie in getrennten Artikeln aufzuführen. Diese Wortpaare haben unterschiedliche morphologische Kategorien und erfüllen verschiedene syntaktische Funktionen.
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DIE GRENZE ZWISCHEN ADJEKTIV UND PARTIZIP
Ein besonders komplexer Bereich ist die Adjektivierung von Partizipien, die attributive Funktionen erfüllen. Vytautas Ambrazas zufolge lässt sich der adjektivische Gebrauch vieler Partizipien nicht durch Adjektivierung erklären, da dieser Gebrauch ursprünglich sei, das heißt aus einer Zeit stamme, als das Partizip noch nicht in das System der Verbkategorien eingegliedert war. Insgesamt erkennt Ambrazas jedoch die Adjektivierung von Partizipien an, zum Beispiel: ein erwachsener Mann, eine passende Arbeit, ein wohlhabender Mensch (LKE 96).
In den maßgeblichen Grammatiken der litauischen Sprache wird die Adjektivierung von Partizipien zurückhaltend beurteilt. In der Grammatik der litauischen Sprache gelten Ableitungen, die eine dauerhafte Eigenschaft bezeichnen, als Partizipien im adjektivischen Gebrauch, zum Beispiel: nachgewürzt Severja, die ein Huhn legt, aufgehende Erbsen, ein untaugliches Messer, ein erwachsener Mann, ein umgänglicher Mensch, eine verständliche Sprache (LKG II 334–338). Nur vereinzelte Wörter mit Partizipialform gelten als Adjektive, zum Beispiel: drumštas, -à, glaũštas, -à, rieštas, -à, skiaũštas, -à, sùktas, -à, àtmestas darbas ‚schlechte Arbeit‘, paténkintas žmogus (LKG II 345). In der Grammatik der modernen litauischen Sprache gelten auch die Wörter àtmestas, paténkintas als Partizipien (DLKG 2006: 372). In dieser Grammatik finden sich nur sehr wenige Adjektive, die mit einer Partizipialform übereinstimmen, zum Beispiel: drumštas, glaũštas, rieštas, sùktas, skiaũštas (DLKG 2006: 372), gaũbtas, skėštas (DLKG 2006: 223). Sie gelten hier nicht als zu Adjektiven gewordene Partizipien, sondern als Adjektive, die von nicht präfigierten Verben mit dem Formans –t– und Endungen abgeleitet sind (DLKG 2006: 223).
Paulauskienė führt mehr Partizipien an, die zu Adjektiven geworden sind, zum Beispiel: Waschseife, Rettungsboot, Nähmaschine, Wohnhaus, ansteckende Krankheit, trübes Wasser, offenes Fenster, gekochte Kartoffeln, eine gebogene Nase, ein heftiges Verlangen, ein untaugliches Kind (Paulauskienė 2006: 52).
Die Autoren der maßgeblichen litauischen Wörterbücher vertreten eine andere Position. Dort wird die Adjektivierung von Partizipien deutlich häufiger anerkannt. Im Allgemeinen stimmen die Auffassungen der Autoren zu diesem Problem überein. So wurden 102 Fälle gefunden, die sowohl im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache (DLKŽ 2000) als auch im Wörterbuch der litauischen Sprache (LKŽ), in ihren elektronischen Fassungen (DLKŽe 2006; LKŽe) und im Rückläufigen Wörterbuch der modernen litauischen Sprache (ADLKŽ) als Adjektive gelten, zum Beispiel: atitiṅkamas, -à, drėbtas, -à, drumštas, -à, glaũštas, -à, įgimtas, -à, kiñtamas, -à, maišytas, -a, mókytas, -a, neapsakomas, -a, negirdėtas, -a, neišvengiamas, -à, nepakaltinamas, -a, nepriklausomas, -a, neraliuotas, -a, netašytas, -a, paláimintas, -a, tiñkamas, -à, žymėtas, -a. Weitere 23 Wörter dieser Art gelten nur im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache, in seiner elektronischen Fassung und im Rückläufigen Wörterbuch der modernen litauischen Sprache als Adjektive.
Ähnlich wie in den Wörterbüchern wird die Adjektivierung von Partizipien im ersten Teil von Antanas Pakerys’ Buch Akzentologie beurteilt (Pakerys 1994, 390–395).
Die Adjektivierung von Partizipien wird auch in Dialektwörterbüchern anerkannt. So gelten im Wörterbuch des Kupiškėnai-Dialekts die Wörter drumštas, -à (KpŽ 1 455), karpýtas, -a (KpŽ 2 191), nema-
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týtas, -a (KpŽ 2 999), im Wörterbuch des Zanavykai-Dialekts die Wörter būtinas, -à (ZnŽ 1 202), gimtas, -à (ZnŽ 1 450), im Wörterbuch des Kaltanėnai-Dialekts die Wörter mókytas, -a (KltŽ 177), nematýtas, -a, neraliuotas, -a (KltŽ 185) als Adjektive geführt.
Dennoch ist es manchmal schwierig, die Gründe für die Zuordnung mancher Wörter zu den Adjektiven oder Partizipien nachzuvollziehen. Nicht ganz klar ist, warum dieselben Wörter in einem Wörterbuch als Adjektive, in einem anderen dagegen als Partizipien gelten. So werden etwa atliekamas, -à, įperkamas, -à, įtariamas, -à, mątomas, -a, pamókomas, -a, paštebimas, -à, paveldimas, -à, sukalbamas, -à, suprantamas, -à, válgomas, -a, détas, -à, karpýtas, -a, pavėluotas, -a, prakėiktas, -à, prislėgtas, -a, užimtas, -à im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache als Adjektive geführt (DLKŽe 2006), im Wörterbuch der litauischen Sprache dagegen als Partizipien (sie werden dort überhaupt nicht als Adjektive aufgeführt; viele erscheinen nur in den Artikeln der entsprechenden Verben) (LKŽe). Umgekehrt gelten die Wörter suáugęs, -usi, paténkintas, -a im Wörterbuch der litauischen Sprache als Adjektive (LKŽe), im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache jedoch als Partizipien (DLKŽe 2006).
Sogar innerhalb desselben Wörterbuchs werden Lexeme mit sehr ähnlicher Bedeutung und Struktur unterschiedlichen Wortarten zugeordnet. Vgl.: Im Wörterbuch der litauischen Sprache ist das Wort édamas, -à ‚zum Essen geeignet‘ ein Adjektiv, während válgomas, -a ‚zum Verzehr geeignet‘ ein Partizip ist; sùšnekamas, -à ist ein Adjektiv, sùkalbamas, -à dagegen ein Partizip; padùkęs, -usi ist ein Adjektiv, pašėlęs, -usi dagegen ein Partizip; suáugęs, -usi ist ein Adjektiv, während pagyvėjęs, -usi und subréndes, -usi Partizipien sind (LKŽe). Im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache ist das Wort užkrečiamoji (Krankheit) ein Adjektiv, limpamóji (Krankheit) dagegen ein Partizip (DLKŽ 2000: 885, 370); tìkęs, -usi ist ein Adjektiv, výkęs, -usi dagegen ein Partizip (DLKŽ 2000: 844, 932).
Im Wörterbuch der litauischen Sprache finden sich auch Fälle, in denen ein Wort mit derselben Bedeutung sowohl als Adjektiv als auch als Partizip aufgeführt ist (letzteres im entsprechenden Verbartikel). Zu beiden Wortarten werden unter anderem die Wörter nepaláužiamas, -à, nepalenkiamas, -à, nepataisomas, -a, nepérmaldaujamas, -a, pakáltinamas, -a, pakeñčiamas, -à, žinomas, -a gezählt (LKŽe). Dies entspricht der tatsächlichen Lage am besten, denn die besprochenen Wörter können zu Adjektiven werden, aber auch Partizipien bleiben.
Sowohl im Wörterbuch der litauischen Sprache als auch im Wörterbuch der modernen litauischen Sprache werden manche Wörter in eigenen Artikeln mit der Kennzeichnung part. aufgeführt, zum Beispiel: netìkęs, -usi, pasilėidęs, -usi, pasiùtęs, -usi, pašėlęs, -usi (LKŽe), oder mit der Kennzeichnung dlv., zum Beispiel: nemìtęs, -usi, pasilėidęs, -usi, suáugęs, -usi (DLKŽe 2006). Eine solche Darstellung war wohl kaum nötig. Das Partizip ist keine Wortart. Andererseits gibt es nur sehr wenige derartige Wörter. Im Rückläufigen Wörterbuch der modernen litauischen Sprache sind nur 18 davon verzeichnet (ADLKŽ 848). Bei einer derart kleinen Zahl wären eigene Kennzeichnungen wie dlv. oder part.6 unnötig. Man könnte sie viel einfacher aufnehmen in
6 Auch weitere äußerst seltene Abkürzungen sind entbehrlich. So findet sich in der elektronischen Fassung des Wörterbuchs der litauischen Sprache nur bei einem einzigen Wort, įsidėmėtinas, -a, die Abkürzung neces. (Notwendigkeitspartizip) (LKŽe).
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die Einträge der entsprechenden Verben. In diesen Fällen wären sie jedoch eher in den Adjektiveinträgen passend.
Die Adjektivierung der Notwendigkeitspartizipien wird häufiger in der elektronischen Fassung des Lietuvių kalbos žodyno angegeben. Dort wurden 42 Fälle gefunden, in der elektronischen Fassung des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno dagegen 18.
Die Adjektivierung der pronominalen Partizipien wird nur sehr selten anerkannt. In der elektronischen Fassung des Lietuvių kalbos žodyno steht nur bei 5 Wörtern dieses Typs die Abkürzung adj., während in der elektronischen Fassung des Dabartinės lietuvių kalbos žodyno 9 Wörter dieses Typs als Adjektive gelten.
Die Substantivierung pronominaler Partizipien wird jedoch weithin anerkannt, z. B.: išrinktasis, -oji, kaltinamasis, -oji, meldžiamasis, -oji, mylimasis, -oji, teisiamasis, -oji, miegamasis, priimamasis, valgomasis, kertamoji, kuliamoji, pakeliamoji, pjaunamoji, sėjamoji, sodinamoji, trešiamoji, mokamieji ‚Geld‘, baltosios ‚eine solche Frauenkrankheit‘, lygiosios (DLKŽe 2006).
Mit diesen Überlegungen soll niemandem ein Vorwurf gemacht werden. Die erörterte Situation zeigt, dass das Problem verworren ist. Selbst die Auffassungen erfahrener Sprachwissenschaftler sind widersprüchlich und inkonsequent. Noch schwieriger ist es für jemanden, der sich nicht eingehend mit Sprachproblemen befasst hat, den Überblick zu gewinnen. Daher sollte das System vereinfacht werden – alle oder zumindest viele solcher Wörter sollten entweder als Partizipien oder als Adjektive gelten.
Es wäre nicht schlimm, wenn Wörter, die eine beständige Eigenschaft ausdrücken, als Adjektive betrachtet würden, wie es meist im Dabartinės lietuvių kalbos žodyne geschieht. Die Tempuskategorie wird dabei irrelevant oder stark abgeschwächt. In den Wortverbindungen pakaltinamas / prieinamas / sukalbamas / mokytas / prakeiktas žmogus, nepakeliamas gyvenimas, prideramas atlyginimas, karpytas ląpas würde durch eine Änderung des Partizipialtempus (pakaltintas / prieitas / sukalbėtas / mokomas / prakeikiamas žmogus, nepakeltas gyvenimas, priderėtas atlyginimas, karpomas ląpas) die Bedeutung einer beständigen Eigenschaft verschwinden. In diesen Fällen ist auch die Genuskategorie irrelevant. Wenn die Eigenschaft mit einer einmaligen Handlung verbunden ist (zum Beispiel apgalvotas darbas), ist es besser, das Wort als Partizip zu betrachten.
ADVERB ODER KONJUNKTION?
Adverbien kur, kada, kol, kaip, kiek, kodėl werden unterschiedlich eingestuft, wenn sie eine verbindende Funktion erfüllen – wenn sie Nebensätze anschließen. Im Lietuvių kalbos žodyne werden in solchen Fällen zwei Wortarten unterschieden: Sie gelten sowohl als Adverbien als auch als Konjunktionen. Nur das Wort kodėl gilt ausschließlich als Adverb. Im Dabartinės lietuvių kalbos žodyne gelten sie ausschließlich als Adverbien. Unklar ist jedoch, warum das Wort kaip herausgehoben wird, das sowohl als Adverb als auch als Konjunktion gilt (DLKŽe 2006). Offenbar hat man das übersehen. Dabartinės lietuvių
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In der Grammatik der litauischen Sprache gelten Wörter, die Nebensätze einleiten, wie (nur vergleichend), kadà und kòl als unterordnende Konjunktionen, während kur, kiék, kodėl weder in der Liste noch in der Tabelle der Konjunktionen vorkommen (DLKG 2006: 457–461). Als Adverbien gelten die Wörter kur, kadà, kaip, während kiék und kodėl auch hier fehlen (DLKG 2006: 412). Am konsequentesten erscheint die Darstellungsweise des Wörterbuchs der heutigen litauischen Sprache.
Gintarė Judžentytė, die die lokalen Adverbien des Lettischen auf innovative Weise beschrieben hat, ist der Ansicht, dass die lettischen Wörter kur, kurp, kurpu Frageadverbien sind. Wenn sie Nebensätze einleiten, gelten sie als Relativadverbien (eine Untergruppe der Frageadverbien) (Judžentytė 2009: 20–22). Diese Sichtweise würde sich auch für die Beurteilung der Adverbien litauischer Pronominalherkunft gut eignen. Um jedoch an die Tradition litauischer Grammatiken anzuknüpfen, könnte man sie wie die Pronomen zwei Gruppen zuordnen. Dann ergäben die Pronomen kàs, kuris, kurì, katràs, katrà, kóks, kokià, kelìntas, kelintà und die Adverbien pronominaler Herkunft kur, kadà, kòl, kaip, kiék, kodėl eine ausgewogene Entsprechung: Es gäbe sowohl Frage- als auch Relativformen.
NOCH EINIGE ANMERKUNGEN
Am widersprüchlichsten beurteilt werden offenbar die sogenannten Adjektive des Neutrums. Adelė Valeckienė nennt vier Interpretationen (Valeckienė 1984: 174–175): 1. Sie werden in die Genuskategorie des Adjektivs aufgenommen und als drittes Genus des Adjektivs betrachtet (vgl. außerdem Valeckienė 1998: 244, 247–250; Holvoet, Vaičiulytė-Semėnienė 2006: 115–118; LKG I 478; DLKG 2006: 168). 2. Sie gelten als genuslose Adjektivformen (Jakaitienė, Laigonaitė, Paulauskienė 1976: 63–64; vgl. außerdem Paulauskienė 1994: 211–219 u. a.). 3. Es wird vorgeschlagen, Formen dieses Typs als Adverbien zu betrachten (Kazlauskas 1968: 324). 4. Solche Formen werden einer eigenständigen Zustandskategorie zugeordnet (Муствейikis 1972: 241–249). Tatjana Bulygina vertritt eine andere Auffassung. Auch sie nimmt diese Adjektive in die Genuskategorie auf, ordnet ihr aber zusätzlich adjektivische Adverbien zu (Булыгиna 1970: 36; vgl. außerdem Girdenis, Žulys 1973: 208).
Die Zuordnung eines Wortes zu der einen oder anderen Wortart kann auch von einer Vereinbarung abhängen. So gilt beispielsweise das als Verbform lange Zeit betrachtete Modifikativ in der Grammatik der heutigen litauischen Sprache als Adverb (DLKG 2006: 413). Doch selbst in der elektronischen Fassung des Wörterbuchs der litauischen Sprache gilt das Modifikativ weiterhin als Verbform. So findet sich zum Verb žìnti, žįsta, -o eine Reihe von Sätzen mit der Modifikativform žìnte (LKŽe).
In Wörterbüchern wird manchmal der Nominativ von Substantiven mit unvollständigem (defektivem) Deklinationsparadigma rekonstruiert, obwohl er in der Sprache generell nicht verwendet wird, z. B.: mažùmė, pakarpà, pérstojis, pir̃šles (DLKŽe 2006). Nicht selten haben solche Substantive nur einen Kasus, der adverbialisiert ist, z. B.: vargsta iš mažumės, pašėlęs nuo
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mažumės, lỹja be pérstojo, atvažĩavo piršlėmis (plg. Markevičius 2009: 43). Dažnai tokio tipo žodžiai ir laikomi prieveiksmiais, pvz.: užsùko prabėgõm, prótarpiais lỹja, gyvẽna pùsbadžiu (DLKŽe 2006). Dabartinės lietuvių kalbos žodyne prielinksninės konstrukcijos nuo mažumės ir iš mažumės pateikiamos daiktavardžio mažumė straipsnyje, o visai tos pačios reikšmės ir atitinkamos struktūros junginys iš mažẽnės laikomas prieveiksmiu (DLKŽe 2006). Tokiais atvejais žodynuose reikėtų teikti realų, egzistuojantį linksnį (vieną arba su prielinksniu) ir laikyti jį prieveiksmiu.
Žodžiai abù, abì, abùdu, abìdui žodynuose laikomi skaitvardžiais (LKŽe; DLKŽe 2006), o Albertas Rosinas juos laiko bendrumo įvardžiais (Rosinas 2001: 101–103).
Es gibt auch andere Abweichungen. So gilt im Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache das Wort vienóks als Pronomen, antróks und abejóks dagegen als Adjektive; šè „hier, da, nimm“ gilt als Partikel, tè „nimm“ hingegen als Interjektion (DLKŽe 2006).
In Wörterbüchern gibt es nur sehr wenige Wörter mit der Kennzeichnung modal. Diese Wörter könnte man ebenfalls einer der Wortarten zuordnen. So sollte man beispielsweise das Wort palýginti als Verb betrachten, tikriausiai als Adverb mit einer spezifischen Modalitätsbedeutung usw.
Die Zuordnung eines Wortes zu einer Wortart kann durch eine ungewöhnliche syntaktische Funktion erschwert werden, z. B.: Man muss jede Minute an d o r t denken (an die andere Welt); Du sagst immer: morgen, morgen machst du es, aber dieses M o r g e n kommt einfach nicht; So sind sie aufgewachsen und haben sich an d a s gewöhnt – sich vor dem Herrn zu verbeugen, vor dem Herrn den Hut zu ziehen (Vidiškiai).
Manchmal lässt sich ein Wort aufgrund seiner ungewöhnlichen Struktur kaum einer Wortart zuordnen. So gelten beispielsweise die Wörter alió, eĩkš, labãnakt, stòp als Interjektionen (DLKŽe 2006), obwohl sie keine typischen Merkmale von Interjektionen aufweisen.
Einige Unannehmlichkeiten können sich daraus ergeben, dass bestimmte periphere Lexikgruppen nicht in das normative Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache aufgenommen wurden: Refrains (z. B.: lỹlia, lingõ, rìto), Echo- (Reim-)Wörter (z. B.: kìškis p i š k i s, lãpė s n ã p ė, meškà l e p e š k à). Lautmalerische Wörter zur Nachahmung von Tierstimmen sind nur begrenzt verzeichnet. Es fehlen Lautwörter für das Wiehern des Pferdes (ỹgaga, ỹhaha), das Blöken des Schafes (bė), das Meckern der Ziege (mekekė), das Grunzen des Schweins (kriù), das Bellen des Hundes (aũ, ãm), das Miauen der Katze (miáu), das Schnattern der Gänse (gà), das Gackern der Hühner (kùt kudã), das Piepsen der Küken (cip, cỹp) usw. Es gibt jedoch die Wörter burkū, gir̃, kakarìeku, kár, kùkù, mũ usw. (DLKŽe 2006). Es gibt nur wenige Interjektionen, mit denen Tiere gerufen oder vertrieben werden, z. B. cibà, ciù, čiùk, kàc, kùzi, pùt, sà, šiù, škàc, štìš, ùis (DLKŽe 2006). Es fehlen jedoch Wörter, um eine Kuh zu rufen (tprukà), Schafe (burì), Gänse (ziù, ziùlia), Enten (ùt) oder einen Hund fortzutreiben (sciùc), ebenso Gänse (ziuliùkš), einen Wolf (tulè) usw. Fast alle diese peripheren Wörter sind im Wörterbuch der litauischen Sprache verzeichnet (LKŽe).
Wörter aus dem Randbereich sind morphologisch mitunter schwer zu identifizieren. Daher kann man in manchen Fällen eine liberalere Sichtweise vertreten. Diese sollte jedoch einheitlicher und stärker abgestimmt sein.
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SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. Wenn morphologische Formen verschwinden, gehen ihre Überreste in andere Wortarten über; so wurden beispielsweise die Reste des alten Lokativs und des Allativs zu Adverbien.
2. Wenn sich der Verwendungsbereich bestimmter Formen (zum Beispiel des Illativs) verengt, werden sie in Grammatiken mitunter zu Unrecht ignoriert. Dies gilt besonders für Schulbücher. Obwohl die Menschen den Illativ noch häufig hören und ihn sogar selbst verwenden, können sie diese Form oft nicht identifizieren und wissen nicht, ob sie verwendet werden darf.
3. In der litauischen Sprachwissenschaft sorgt der Prozess der Substantivierung von Adjektiven für erhebliche Verwirrung. Dieselben Wörter werden von manchen Autoren als Substantive, von anderen als Adjektive eingestuft. Im elektronischen Angebot des Wörterbuchs der litauischen Gegenwartssprache werden Wörter mit sehr ähnlicher Semantik und Struktur häufig unterschiedlichen Wortarten zugeordnet, z. B. gilt juodaplaukis, -ė als Adjektiv, juodaveidis, -ė hingegen als Substantiv.
4. Besonders verwirrend ist die Adjektivierung von Partizipien, die attributive Funktionen erfüllen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Deutungen in den maßgeblichen Grammatiken und Wörterbüchern des Litauischen stark. In der Grammatik der litauischen Sprache und der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache wird die Adjektivierung von Partizipien nur in sehr geringem Maße anerkannt, während im Wörterbuch der litauischen Sprache, Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache, Rückläufigen Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache und in verschiedenen Dialektwörterbüchern zahlreiche Partizipien, die eine dauerhafte Eigenschaft bezeichnen, als Adjektive gelten.
5. Uneinheitlich interpretiert werden das Neutrum des Adjektivs (fünf Interpretationen) und die adverbialen Pronominalbildungen, die Nebensätze einleiten. Auch die Einordnung einiger anderer sprachlicher Elemente unterscheidet sich in den Werken zur litauischen Morphologie und Lexikografie.
QUELLEN UND LITERATUR
ADLKŽ – Rückläufiges Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache, hrsg. von Vida Žilinskienė. Vilnius: Institut für Mathematik und Informatik, Institut für litauische Sprache, 1995.
DLKG 2006 – Grammatik der litauischen Gegenwartssprache, redigiert von Vytautas Ambrazas. Vilnius: Institut für Wissenschaft und Enzyklopädieverlagswesen.
DLKŽ 2000 – Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache, Chefredakteur Stasys Keinys. Vilnius: Institut für Wissenschaft und Enzyklopädieverlagswesen.
DLKŽe 2006 – Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache, elektronische Ausgabe, Chefredakteur Stasys Keinys. Vilnius: Institut für litauische Sprache.
DrskŽ – Gertrūda Naktinienė, Aldona Paulauskienė, Vytautas Vitkauskas, Wörterbuch des Druskininkai-Dialekts. Vilnius: Mokslas, 1988.
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Jablonskis Jonas 1957: Rinktiniai raštai 1. Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla.
Jakaitienė Evalda, Laigonaitė Adelė, Paulauskienė Aldona 1976: Lietuvių kalbos morfologija. Vilnius: Mokslas.
Judžentytė Gintarė 2009: Latvių kalbos vietos prieveiksmiai: sinchronija ir diachronija. Daktaro disertacija. Vilniaus universitetas.
Kazlauskas Jonas 1968 (rec.): Lietuvių kalba tarybiniais metais. – Baltistica 4(2), 322–327.
KltŽ – Vilutytė Angelė 2008: Kaltanėnų šnektos žodynas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
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KpŽ 2 – Vosyl y tė Klementina 2010: Kupiškėnų žodynas 2: I–O. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
KzRŽ I – Pupkis Aldonas 2008: Kazlų Rūdos šnektos žodynas 1: A–M. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
LEW II – Fraenkel Ernst 1962: Litauisches etymologisches Wörterbuch 2. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
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Page 16Probleme der Abgrenzung von Wortarten
Probleme im Zusammenhang mit der Peripherie der Wortarten
Z U S A M M E N F A S S U N G
Der Artikel widmet sich der Analyse der unbestimmten Stellung, die für einige Wortarten und morphologische Formen typisch ist, sowie ihrer ambivalenten Interpretation in den Arbeiten verschiedener Linguisten, in Wörterbüchern und in praktischen Grammatiken (insbesondere in Schulgrammatiken).
Wörter erhalten den Status einer anderen Wortart gewöhnlich aufgrund des Verschwindens bestimmter grammatischer Formen. Nach dem Aussterben des alten Lokativs und des postpositionalen Lokativs, des Allativs, wurden deren Relikte (z. B. namie „zu Hause“, pusiaú „halb-“, vakaróp „gegen Abend“ usw.) zu Adverbien. Solche Fälle geben keinen Anlass zu Diskussionen.
Der Illativ, der keineswegs ausgestorben ist und recht häufig verwendet wird, wird in einigen morphologischen Arbeiten jedoch ohne jeden Grund ignoriert – er wird schlicht ausgelassen. Daher wissen sowohl Litauer selbst als auch Menschen aus anderen Ländern, die Litauisch lernen, oft nicht, um welche Form es sich handelt, wie sie gebildet wird und ob ihre Verwendung korrekt ist.
Die Substantivierung von Adjektiven dürfte keine großen Probleme verursachen. Dennoch werden Wörter mit ähnlicher Struktur und Semantik häufig unterschiedlichen Wortarten zugeordnet. So werden die Wörter beveĭdis, -ė „gesichtslos“ und juodaplaukis, -ė „schwarzhaarig“ als Adjektive bezeichnet, während juodaveĭdis, -ė „schwarzgesichtig“ als Substantiv behandelt wird (Wörterbuch des modernen Litauischen).
Große Unsicherheit kennzeichnet die Grenze zwischen eigentlichen Partizipien und adjektivierten Partizipien. Die Adjektivierung des Partizips wird in litauischen Grammatiken kaum anerkannt, ist jedoch in den wichtigsten litauischen Wörterbüchern breit dokumentiert. Dennoch gibt es auch hier zahlreiche Fälle uneinheitlicher Zuordnung. So werden die Wörter pavėldimas, -à „vererbbar“ und prakėiktas, -à „verdammt“ in einigen Veröffentlichungen als Adjektive, in anderen hingegen als Partizipien bezeichnet.
Der Artikel bietet außerdem einen kurzen Überblick über die ambivalente Einordnung von Adverbien, die als unterordnende Konjunktionen dienen (z. B. kur̃ „wo“, kadà „wann“, kaĩp „wie“, kiẽk „wie viel(e)“ usw.). Am sinnvollsten wäre es, sie als Relativadverbien zu behandeln.
Eingereicht am 21. Mai 2012.
AURIMAS MARKEVIČIUS
Litauische Universität für Bildungswissenschaften
Taraso-Ševčenkos-Straße 31, LT-03111 Vilnius, Litauen
[email protected]
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