Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

Kazimieras GAIVENIS

ÜBER ZWEI TERMINOLOGIEGLOSSARE AUS DER ZWISCHENKRIEGSZEIT

1. Glossar der pädagogischen Terminologie von S. Šalkauskis

Der Philosoph S. Šalkauskis entwickelte nicht nur eine originelle Terminologietheorie und normierte philosophische Termini, sondern interessierte sich auch für die pädagogische Terminologie. Sein unvollendetes viersprachiges Glossar pädagogischer Termini mit dem Titel „Allgemeine pädagogische Terminologie“ (auf Litauisch, Französisch, Deutsch und Russisch) wurde im zweiten Band seiner „Schriften“ abgedruckt (V., 1991). In den Erläuterungen zum Glossar heißt es: „Insgesamt wurden 1600 pädagogische Termini zusammengetragen. Davon stammen 600 aus der ‚Allgemeinen philosophischen Terminologie‘. Sie sind mit einem + gekennzeichnet. 400 Termini sind fremder Herkunft. Sie sind mit einem − gekennzeichnet. Für sie wäre es wichtig, litauische Entsprechungen zu finden. Die verbleibenden 600 Termini sind litauischer Herkunft und haben einen spezifisch pädagogischen Charakter. Sie sind durch kein Zeichen gekennzeichnet. Es wurde versucht, alle Termini mit Akzentzeichen zu versehen“ (277). Dieses Glossar wurde in der Terminologiesektion der Litauischen Sprachgesellschaft erörtert und geringfügig ergänzt, blieb jedoch unvollendet. Hinsichtlich seiner terminografischen Prinzipien unterscheidet es sich kaum von der „Allgemeinen philosophischen Terminologie“. Das letztgenannte Glossar wurde bekanntlich vom Sprachwissenschaftler P. Skardžius mit Akzentzeichen versehen. Folglich lässt sich annehmen, dass die mit einem Plus gekennzeichneten Termini von P. Skardžius mit Akzentzeichen versehen wurden. In diesem kurzen Artikel wollen wir Šalkauskis pädagogische Terminologie nicht im Hinblick auf die Systematisierung der Fachbegriffe bewerten, sondern uns nur mit zwei sprachlichen Aspekten befassen, nämlich: 1) dem Charakter des von S. Šalkauskis terminologisierten Wortschatzes und 2) der Akzentuierung der pädagogischen Termini von S. Šalkauskis.

1. S. Šalkauskis schrieb über die Quellen der Terminologie: „Nehmen wir irgendeine Wissenschaft, die sich eine wissenschaftliche Terminologie schaffen musste, so werden wir leicht feststellen, dass diese Terminologie aus drei Quellen geschöpft ist. Einige ihrer Termini sind nämlich der lebendigen Volkssprache entnommen und lediglich den besonderen Erfordernissen der Wissenschaft angepasst; andere Termini sind neu nach den Sprachgesetzen und außerdem in Analogie zu ihren typischen Erscheinungen gebildet; schließlich ist eine dritte Gruppe von Termini unmittelbar aus anderen Sprachen entlehnt und nur mehr oder weniger an die phonetischen und“

89

morphologischen Eigenschaften der Sprache angepasst, in die die Wörter entlehnt wurden“ (Šalkauskis 1991 24). S. Šalkauskis nutzte alle drei genannten Quellen der Terminologie, bildete jedoch vergleichsweise wenige Neologismen. Wir meinen, dass die Neologismen in S. Šalkauskis’ pädagogischer Terminologie die Wörter atkaklà (obstination, entêtement; Eigensinn, Trotz), auménybė (intelligen-ce; Intelligenz), erdvėmenis (art d’espace; Raumkunst), imlà (récep-tion; Rezeption, Aufnahme), kvotinis (objet sur lequel on examine; Prüfungsgegenstand), mokslāžmis (scolarité, Schulter), pergyvenà (survivance), rašlūmas (l’écriture et la lecture), sielingumas (carac-tère de ce qui est animé, Seelenhaftigkeit), šaunà (bravoure; Bra-vour) usw. sind. Leider waren fast alle von ihnen schwach gebildet oder bezeichneten künstliche Begriffe und setzten sich daher in der späteren pädagogischen Terminologie nicht durch. Anders verhält es sich mit den von S. Šalkauskis terminologisierten oder gebildeten Wörtern, die im „Wörterbuch der litauischen Sprache“ (im Folgenden LKŽ) nur mit Belegen aus der Sowjetzeit angeführt werden, z. B.: globōtinis (pupille; Pflegling), paauglystė (adolescence; Adoleszenz) usw. Sie werden auch in unserer heutigen Terminologie verwendet.

S. Šalkauskis kennzeichnete nichtlitauische Ergänzungen des Glossars mit einem Minuszeichen; unter sie gerieten jedoch vermutlich versehentlich auch einige litauische Termini, z. B.: idėmus, idėmų (attentif; aufmerksam), kūdikis (petit enfant; Wickelkind), miegas, miegai (sommeil; Schlaf), patirtinis (expérimental; experimentell) usw.

Im Glossar finden sich Termini, die heute als nicht normgerecht oder falsch geschrieben gelten, z. B.: pramatymas (prévoyance; Voraus-sehen), pramatyti (prévoir; voraussehen), pusiaūsvyras, -a (équi-pondérant; das Gleichgewicht haltend), pusiausvyrumas (qualité de ce qui est équipondérant), savigina, -os (défense de soi-même; Selbstverteidigung, Selbstschutz). Der erste Terminus wird heute durch das Wort numàtymas ersetzt, der zweite durch numatyti, der dritte durch pusiaūsvyras, -a, der vierte durch pusiausvyrumas und der fünfte durch savigyna.

Viele von S. Šalkauskis etablierten pädagogischen Termini sind auch heute noch in Gebrauch. So finden wir beispielsweise in L. Jovaišas Wörterbuch „Pädagogische Termini“ (K., 1993) folgende Bezeichnungen abstrakter Begriffe, die bereits damals verwendet wurden, z. B.: atgaminimas, atkakla, atpažinimas, atsakomybė, atsi-palaidavimas, auginimas, auklėjimas, bendravimas, bendravimas, darbingumas, darbštumas, dėmesys, dėstymas, dorovė, drausmė, dva-

90

samkeit, Begabung, Güte, Fürsorge, Zerstreutheit, Fertigkeit, Sinngebung, Gewohnheit, Überzeugung, Warnung, Sensibilität, Schöpfung, Ausbildung, Erwartung, Nachahmung, Pflicht, Berufung, Erfahrung, Erbschaft, Fortschrittlichkeit, Neigung, Antrieb, Übungen, Anlage, Fleiß usw.

Die Ergänzungen zu diesem Glossar, die in den Sitzungen der Terminologiesektion vorgenommen wurden, betreffen vor allem die Wiedergabe der internationalen Terminologie. Nur vereinzelt werden neben den internationalen Termini auch litauische Synonyme angeführt, z. B.: Aktivität – Tätigsein, Arithmetik – Rechenwissenschaft, Choleriker – Jähzorniger, Degeneration – Entartung, Diffusion – Ausbreitung, Egoismus – Selbstsucht, Ethik – Sittenlehre usw.

In S. Šalkauskis Terminologietheorie war der Ausgangspunkt das Wort und nicht der Begriff; daher werden in seinen Terminologiesammlungen nicht nur Substantive, sondern auch Adjektive, Verben und sogar Partizipien als Stichwörter aufgeführt. Insgesamt waren jedoch seine Wortauswahl sowie seine Prinzipien der Terminologisierung und Terminografie auf einem hinreichend hohen wissenschaftlichen Niveau.

2. Die Akzentuierung von Termini ist für Nicht-Litauer eine schwierige Arbeit. Wie bereits erwähnt, wurde ein Teil der Termini in S. Šalkauskis pädagogischem Glossar von P. Skardžius akzentuiert. Die übrigen Termini akzentuierte er selbst. Insgesamt blieben nur sehr wenige ohne Akzentangabe, nur einige wenige, z. B.: enzyklopädisch, emotional*, fühlen*, Hörvermögen, Richtung*, Körperkunde, mitreti, parteilich, positivistisch (Art. positiv), Rassen-*, menschlich* (die mit Sternchen markierten Termini wurden in der philosophischen Terminologie akzentuiert).

Interessant sind jene Termini aus der „Allgemeinen philosophischen Terminologie“, deren Akzentuierung nicht mit den heutigen akzentologischen Normen übereinstimmt. Solche Termini gibt es ein gutes Dutzend, z. B.: Einfluss, -es, Einfluss (=įtaka DLKŽ, LKTŽ), Suggestion, -en, Suggestion (=įtaiga DLKŽ, LKTŽ), ausführen (=įvykdyti DLKŽ), kiekins (=kiekins 1 DLKŽ, LKTŽ), Hindernis, -se (=kliūtis DLKŽ, LKTŽ), kūpinis (=kūpinis DLKŽ), künstlerisch (=meninis DLKŽ, LKTŽ), wissenschaftlich (=mokslinis DLKŽ, LKTŽ), negativ, -e (=neigiamas, -ą DLKŽ), Bedeutung, -en, Bedeutung (=reikšmė 3 DLKŽ, LKTŽ), gerecht (=sąžiningas DLKŽ, LKTŽ), positiv, -e (=teigiamas, -ą DLKŽ), gesellschaftlich (=visuomeninis DLKŽ, LKTŽ), menschlich (=žmoniškas DLKŽ, LKTŽ) usw. Einige dieser Akzentuierungsvarianten (z. B. įtakà, neigiamas usw.) sind keineswegs Fehler, sondern waren

91

im LKŽ aus M. Niedermanns, A. Senno, F. Brenders und A. Salys’ „Wörterbuch der litauischen Schriftsprache“ (Heidelberg, 1932–1968) und anderen Quellen belegt. Darüber hinaus gibt es auch Versehen. Die mit Pluszeichen markierten Wörter sąmonėti (devėnir conscient; bewusst werden), sąranga, -os, sąranga (construction, structure; Gefüge, Bau, Struktur), sąveika, -os, sąveika (interaction; Wechselwirkung) kommen in der „Allgemeinen philosophischen Terminologie“ überhaupt nicht vor, während die Termini skirtumas, -ai (différence; Unterschied), svajonė (rêve; Traum), tramdyti (dompter; zügeln) in der genannten Quelle anders akzentuiert sind (skirtumas, svajonė ir tramdyti).

In S. Šalkauskis Glossar pädagogischer Termini finden sich auch einfache Akzentuierungsfehler (oder Druckfehler), z. B.: nacija, -os (nation; Nation), pagilinimas (approfondissement; Vertiefung), partija, -os (parti; Partei), savarankiškumas (indépendance; Selbständigkeit), šielvatas, -ai (affliction; Seelenkummer), vienetas, -ai (unité; Einheit), žymūmas (valeur, eminence; Hervorrangendsein) usw. Davon zu unterscheiden ist eine solche Akzentuierung von Termini, z. B.: Antithese (=antitezė DLKŽ, LKTŽ), Energie (=energija DLKŽ, LKTŽ), Idee, -en (=idėja DLKŽ, LKTŽ), Einleitung, -en, Einleitung (=ižanga DLKŽ, LKTŽ), Jugend (=jaunystė DLKŽ, LKTŽ), Wettbewerb (=konkursas DLKŽ, LKTŽ), ligūistas (=ligūistas DLKŽ, LKTŽ), Probe, -n (=mėginys 3a DLKŽ, LKTŽ), Verneinung, -en (=neiginys 3b DLKŽ, LKTŽ), Organ (=organas DLKŽ, LKTŽ), pathos (=patosas DLKŽ, LKTŽ), prádedamas (=pradedamas, Unterhaltung, -en (=pramoga DLKŽ LKTŽ), Prosa, -en (=proza DLKŽ, LKTŽ), Prosaschriftsteller (=prozininkas DLKŽ), egoistisch (=savanaudiškas DLKŽ, LKTŽ), sielótis (=sielotis DLKŽ, LKTŽ), Synthese (=sintezė DLKŽ, LKTŽ), skáutas, -ai (=skáutas DLKŽ), ausführen (=vykdyti DLKŽ, LKTŽ), Spiel, -e (=žaismas DLKŽ, LKTŽ) usw. Die meisten Ungenauigkeiten bei der Akzentuierung dieser Termini sind typische Fehler, die von Intellektuellen begangen werden. Sie sind auch für heutige wissenschaftssprachliche Texte charakteristisch.

Bei der Akzentuierung von Adjektiven mit dem Suffix -inis, die meist als Attribute in zusammengesetzten Termini auftreten, war S. Šalkauskis ebenfalls nicht ganz konsequent. An manchen Stellen wich er nur geringfügig von den Akzentuierungsnormen ab (a), an anderen schuf er sogar Hyperkorrektismen (b), z. B.: a) hygienisch, hygienisch (=hygienisch, hygienisch DLKŽ), kiekīnis (=kiekinis DLKŽ,

92

LKTŽ), körperlich (=kūninis DLKŽ), liturgisch (=liturginis DLKŽ), normativ (=norminis DLKŽ, LKTŽ), beruflich (=profesinis DLKŽ, LKTŽ), artenbezogen (=rūšinis DLKŽ, LKTŽ), intermediär, -e (=tarpinis DLKŽ, LKTŽ); b) kollektiv (=kolektyvinis DLKŽ, LKTŽ), kulturell (=kultūrinis DLKŽ, LKTŽ), literarisch (=literatūrinis DLKŽ), mathematisch (=matematinis DLKŽ), methodisch (=metodinis DLKŽ, LKTŽ), pädagogisch (=pedagoginis DLKŽ, LKTŽ), aber vorschulisch (=priešmokyklinis DLKŽ) usw.

Zusammenfassend lassen sich aus den vorgetragenen Überlegungen folgende kurze Schlussfolgerungen ziehen:

1. Das Wörterverzeichnis pädagogischer Fachbegriffe von S. Šalkauskis ist alphabetisch geordnet; Artbegriffe werden darin nicht aufgeführt. In der Terminologiesektion der Gesellschaft für Litauische Sprache wurde es ungefähr bis zum Buchstaben m beraten (die letzte Beratungssitzung fand am 12.06.1940 statt). Das Wörterverzeichnis ist terminografisch ähnlich aufgebaut wie die „Allgemeine philosophische Terminologie“.

2. Die pädagogischen Fachwörter globótinis, pauglýstė können nicht als Wörter angesehen werden, die erst in der Sowjetzeit entstanden sind (wie es nach dem „Wörterbuch der litauischen Sprache“ scheinen mag). Diese Wörter finden sich bereits im Wörterverzeichnis von S. Šalkauskis. Die meisten von S. Šalkauskis vorgeschlagenen Neuschöpfungen (atkalbà, imlà, kvotinýs, rašlùmas usw.) haben sich in der pädagogischen Terminologie nicht durchgesetzt.

3. Einen Teil der Fachbegriffe im pädagogischen Wörterverzeichnis von S. Šalkauskis hat P. Skardžius geprägt. Andere Begriffe akzentuierte der Verfasser des Wörterverzeichnisses selbst. Es gibt relativ viele Fehler bei der Akzentuierung. Sie hängen hauptsächlich mit der ungenauen Bestimmung der Akzentstelle zusammen.

2. L. Dargis und A. Salys: „Wörterverzeichnis der Geschäftskorrespondenz“

1938 hatten der Wirtschaftswissenschaftler L. Dargis und der Sprachwissenschaftler A. Salys in der Zeitschrift „Tautos ūkis“ gemeinsam ein „Wörterbüchlein der Handelskorrespondenz“ veröffentlicht. Später wurde dieses Wörterbüchlein, ergänzt um englische Entsprechungen, in A. Salys „Schriften“ (Roma, 1979) abgedruckt. Alle litauischen Termini sind darin mit Akzenten versehen, einige zudem kurz anhand von Beispielen erläutert. Die Zusammenarbeit am Wörterbüchlein wird in A. Salys „Schriften“ folgendermaßen beschrieben: „L. Dargis trug zusammen, was damals von ihm und anderen in Litauen am häufigsten

93

verwendeten wichtigsten Wirtschaftsfachbegriffe, übersetzte sie ins Deutsche und teilweise auch ins Englische; A. Salys half, diese Begriffe zu litauisieren und ihre litauischen Formen festzulegen. Ein Teil dieser Begriffe (Beispiele: antspaud-as, įmonė, perlaida) war bereits zuvor von anderen zusammengestellt worden, ein anderer Teil (wie atlyginimas, išrankos, palūkanos) war schon seit Langem gebräuchlich. Die meisten Fachbegriffe, meist nichtlitauische, mussten jedoch neu bearbeitet werden; neue Formen mussten geschaffen und bereits gebräuchliche Wörter weiterentwickelt werden. Nachdem A. Salys von L. Dargis die Bedeutung eines Begriffs erläutert worden war, schlug er häufig mehrere litauische Entsprechungen vor; schließlich wählten er und L. Dargis gemeinsam das Wort und seine Form aus, die ihnen beiden am besten gefielen. L. Dargis selbst erklärte später (1975), dass „der Hauptautor der neuen Fachbegriffe im litauischen Teil Prof. A. Salys war“ (Salys,I,455).

Im Wörterverzeichnis finden sich interessante litauische Fachbegriffe, die heute nicht mehr oder nur selten verwendet werden, sich aber auch für die Terminologie der modernen Marktwirtschaft eignen könnten. Zum Beispiel:

apmokà (dt. Begleichungssumme, engl. payment). Der englische Begriff payment order ließe sich mit der litauischen Entsprechung apmokos dokumentas (kvitas). übersetzen.

Mitschuldner (dt. Gemeinschuldner, engl. fellow debtor). Heute wird dieser Begriff häufig mit dem unkorrekten litauischen Fachwort bendras-kolininkis. bezeichnet.

Leistungsfähigkeit (dt. Leistungsfähigkeit, engl. productivity). Dieses Wort eignet sich zur Beschreibung dessen, der viel leistet. Im „Wörterbuch der modernen litauischen Sprache“ (V., 1993; im Folgenden DLKŽ) wird das Wort darbus mit dem Synonym darbštus erklärt. In der Terminologie wäre es jedoch besser, diese Begriffe zu unterscheiden: darbštūs – jemand, der gern arbeitet; darbūs (oder darblūs) – jemand, der viel leistet.

Kaufkraft (dt. Kaufkraft, engl. purchasing power). Ein kaufkräftig ist, wer kaufen kann und über die nötigen Mittel verfügt. In Zeiten wirtschaftlicher Zerrüttung sinkt die Kaufkraft der Gesellschaft. Heute wird dieser Begriff meist mit dem Fachausdruck perkamasis pajėgumas bezeichnet. Ein einwortiger Ausdruck wäre praktischer.

Frachtbriefduplikat (dt. Frachtbriefduplikat, engl. bill of lading duplicate). Das Wort antrininkas wird auch im DLKŽ als Ersatz für „Duplikat“ empfohlen.

transportabel (dt. transportabel, engl. easily transportable). Im DLKŽ …

94

angegeben wird nur die Bedeutung dieses Wortes: „der gut transportiert“. Für Händler ist jedoch eine andere Bedeutung des Adjektivs važus erforderlich – „transportabel“. Diese Bedeutung kann das Wort haben. Folglich kann man auch von der Preistransportfähigkeit sprechen.

In diesem Glossar finden sich auch nicht angenommene Termini, an deren Stelle sich inzwischen andere Wörter oder Wortverbindungen durchgesetzt haben. In anderen Fällen werden an ihrer Stelle noch Fremdwörter verwendet. Zum Beispiel:

būdinė prekyba (dt. Hökerhandel, engl. hawking trade), būdininkas (dt. Höker, engl. hawker, peddler). In der heutigen Terminologie werden hierfür die Wörter Kiosk und Kioskhändler verwendet. Es besteht keinerlei Hoffnung, dass die Wörter būda und būdininkas sie ersetzen könnten.

gyvi, gyvieji pinigai (dt. Bargeld, engl. cash). In Litauen hat sich der Terminus Bargeld schon vor langer Zeit eingebürgert. Es gibt nun keinen Grund, diesen Terminus zu ändern.

mokmenys (dt. Zahlungsmittel, engl. means of payment). Der Terminus bezeichnet einen wenig aktuellen Begriff.

núodarbis (dt. Leistung des Angestellten, engl. piece of work, performance). Heute hat sich der Terminus Arbeitsleistung durchgesetzt. Er ist auch zu verwenden.

pádalas, pelninys (dt. Dividende, Gewinnanteil, engl. dividend). Zur Bezeichnung dieses Begriffs wird heute der internationale Terminus Dividende verwendet. Die erste der vorgeschlagenen litauischen Neubildungen wird sich sicherlich nicht durchsetzen, die zweite vielleicht.

pagavà (dt. Blickpunkt, Blickfangpunkt, blickfangende Ware, engl. eyecatching (in advertising or packaging) wares). Das in der heutigen Terminologie nicht verwendete und im Glossar aufgeführte Adjektiv pagavùs wird meist durch das Adjektiv patrauklùs ersetzt. Folglich wäre auch anstelle des Wortes pagavà das Wort patrauklà für die Terminologie besser geeignet.

prádovis (dt. Vorschuss, engl. advance money). Entspricht dem heutigen Terminus Vorschuss. Im Wörterbuch von Nyderman ist dieser Terminus ein Synonym für das Wort Handgeld.

pérstovis (dt. Überliegen, engl. lying-over time, days of demurrage). Die heutige litauische Bezeichnung für diesen Begriff lautet prastova. Sie passt besser zum Verb prastovėti.

saugóvė (dt. Stahlkammer, engl. safe). Da das Wort Safe da-

95

Da die gegenwärtige Terminologie mit dem Begriff nur einen nicht brennbaren Metallschrank zur Aufbewahrung von Wertgegenständen bezeichnet und der Raum einer Bank mit solchen Schränken als „Tresorraum“ bezeichnet wird, erweist sich die Neubildung saugovė als überflüssig.

Im Glossar werden als Stichwörter nicht nur ein- und mehrgliedrige Termini aufgeführt; darin finden sich auch Präpositionen, Adverbien, Partizipien, Infinitive und Wortformen. Zum Beispiel:

apiė (dt. betreff, engl. concerning, about);

kāiningai (dt. preiswert, engl. priceworthy);

laišku (dt. brieflich, engl. by means of a letter);

naūdai (dt. zu Gunsten, engl. to someone’s favor);

padieniui, padačiui (vok. nach Tagen, nach Datum, chronologisch, angl. daily, day after day);

panamiui (dt. vom Hause, zum Hause, engl. from house, to house);

atlikta (dt. erledigt, engl. accomplished);

paliepti (dt. anordern, engl. to command, to decree);

perkelti (dt. übertragen, engl. to carry over).

L. Dargis’ und A. Salys’ „Glossar der Handelskorrespondenz“ unterscheidet sich hinsichtlich seines terminografischen Niveaus nicht von den anderen mehrsprachigen Fachwörterbüchern jener Zeit. Für Praktiker wäre es zweifellos nützlich gewesen. Dieses Glossar sollte jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die litauische Wirtschaftsfachsprache haben. Das lag daran, dass es kurz vor dem Krieg veröffentlicht wurde und nach der Besetzung Litauens durch die Sowjetunion die Terminologie nicht mehr mit der freien Marktwirtschaft, sondern mit der zentral geplanten Wirtschaft verbunden war. Dennoch hat dieses Glossar auch heute noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Abkürzungen

DLKŽ - Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. V., 1993.

LKTŽ - Lietuvių kalbos tarties žodynas/ sudarė V. Vitkauskas. V., 1985.

96

Document details