Page 1Palmira ZEMLEVIČIŪTĖ
Institut für Litauische Sprache
BEZEICHNUNGEN VON HEILMITTELN IN DEN MEDIZINISCHEN HEFTEN DES ARZTES ANTANAS VILEIŠIS
Antanas Vileišis (1856–1919) buvo žymus XIX a. pabaigos – XX a. pradžios lietuvių visuomenės veikėjas, atkaklus lietuvybės gaivintojas ir stiprintojas, visą nuo tiesioginio darbo likusį laiką skyręs „ne savo malonumams, ne pramogoms, bet savo tautai: jos kultūrai, sveikatingumui, kalbos gynimui, mokslui, labdarybei ir laisvei“ (Kučys 1993: 233). Jis aktyviai reiškėsi kaip puikus liaudies švietėjas, populiarinęs spaudoje medicinos ir higienos žinias. A. Vileišis pasirinko „geriausią kelią padėti žmonėms apsisaugoti nuo ligų ir, joms ištikus, patarimais palengvinti jų padėtį“ – tai „paskleisti lengva ir suprantama kalba knygučių ir straipsnių laikraščiuose“ (ten pat, 232).
A. Vileišis hinterließ eine Vielzahl von Artikeln¹ und populärwissenschaftlichen Heften über Infektionskrankheiten und andere Krankheiten, ihre Behandlung und Prophylaxe, Hygiene und Sanitärwesen. Einige Hefte verfasste er selbst, andere übersetzte oder bearbeitete er auf der Grundlage der Arbeiten anderer Autoren. Dieser Artikel behandelt etwas mehr als 400 Bezeichnungen von Heilmitteln³, die aus medizinischen Heften² gesammelt wurden, und zwar nach ihrer Bedeutung; außerdem werden Ausdrucksweise, Herkunft und weitere wichtige sprachliche Aspekte angesprochen. Die Hefte erschienen zwischen 1895 und 1915. Das kürzeste Heft umfasst 7, das längste 164 Seiten. Ihr Gesamtumfang beträgt 745 Seiten. Einige Hefte enthalten Abbildungen.
1 Zahlreiche Artikel, die in den Zeitungen jener Zeit gedruckt wurden, erschienen als Fortsetzungen und wurden als separate Hefte herausgegeben.
2 In die untersuchte Materialsammlung wurden die Bezeichnungen aus dem umfangreichsten Heft Naminis gydytojas (1. Aufl. – 1908, 2. Aufl. – 1924) nicht aufgenommen, da sie zusammen mit anderen medizinischen Termini im Artikel Naminio gydytojo medicinos terminai (siehe Terminologijos istorijos ir dabarties problemos, Vilnius, 2004, 330–362) behandelt wurden. In einigen Heften fanden sich nur vereinzelt Bezeichnungen für Heilmittel, in anderen überhaupt keine; daher stammen die hier angeführten Beispiele nur aus sechzehn Heften.
3 Bei der Materialsammlung wurden auch etliche Bezeichnungen für Behandlungsmethoden gefunden; sie werden daher im Artikel gemeinsam mit den Bezeichnungen für Heilmittel behandelt.
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Page 2I. Bedeutungsgruppen der Bezeichnungen für Heilmittel
Die umfangreichste Bedeutungsgruppe bilden Arzneimittelbezeichnungen. Nach der Art der Anwendung lassen sie sich in zwei Untergruppen einteilen:
1. Bezeichnungen für innerlich anzuwendende Arzneimittel, z. B.: Tee Pp 52, Kamillentee Kru 6, gekühlter Champagner Ch 10, Hafergrützenschleim Pp 114, bulgarische Sauermilch Rp 8, Hoffmannstropfen Ch 11, schwarzer Kaffee Pm II 12, heißer Tee D 7, Kaffee Pp 52, Kokain Ch 10, eiskaltes Wasser Ll 116, Lactobacillin Rp 8, winzige Eisstückchen Ll 116, Apfelwein Ku 41, Milchsäure Ch 9, Pfefferminztee Ll 116–117, Rizinusöl Pm I 28, Tš 19, Pm II 25, Ll 62, Sauermilch Rp 3 (vgl. Sauermilch Rp 3, ferner vgl. saure Milch Rp 5), Leinsamen Pm II 27, Sodawasser Ll 68, kalter Tee Pp 72, kaltes Wasser mit Zitrone Pm I 14, Pm II 13, kaltes Wasser mit Wein Pm I 22, Pm II 20, kalter Wein Pp 72, kaltes Selterswasser Ch 10, Pfefferminztee Ll 116–117, kalte Fruchtsuppen Ku 41, Champagner Ch 11, warmer Tee mit Zitrone Ach 10 (vgl. warmer Tee mit Zitrone Tš 11), warmer Tee mit etwas Wein Ach 10 (vgl. warmer Tee mit etwas Wein Tš 11), Tannin Ch 10, Tanninlösung Ch 10, Früchte Ku 41, Wasser mit Zitrone Pm II 12, Sommerwasser Tš 19, Wein Pm I 21, Ku 32, Pp 79, Pm II 19, D 7, Weintrauben Ku 42, Hustenkräuter Tš 13 usw.
2. Bezeichnungen für äußerlich anzuwendende Arzneimittel, z. B.: Augensalbe (Salbe) Kru 8, Öl gegen Sonnenbrand Pp 53, Öl Pp 55, Ammoniak Ku 38, Aristolo Pp 54, Bertolletsalz D 4, Wismut Pp 54, Mischung von Borsäure Ll 85, Borsäurelösung Ll 149 (vgl. Lösung aus Borsäure D 4), Borwasser Ll 93, Borvaseline Kru 11, Wodka mit Salz Tš 12, große Kru 11, klares Wasser Pp 27, reines Öl Pm I 32, Pm II 20, reines Öl Pm I 28, Pm II 26, reines warmes Wasser Pm I 22, Pm II 21, reines Wasser Pm I 20, Pp 25, Dž 19, Pm II 18, Ll 157, Ichthyol Pp 38, Kalkwasser Pp 53, Kampfer Ach 11, Kampferöl Pm I 27, Pm II 25, Kampferspiritus Ll 85, heißer Brei aus Kartoffelmehl Pm I 28, Pm II 26, Eigelb Pm I 31, Pm II 28, Stärke Ll 94 (vgl. krachmolas Rč 15) / skrobylas (Stärke) Pm I 31) [xskrobylas siehe skarbylas (russ. скорбило) „Stärke“ LKŽ XII 1981], Hefe Tš 13, Mandelöl Ll 104, einfaches Öl Kru 11, Ll 98, einfaches kaltes Öl Ll 158, Lösung aus Kochsalz Pp 29, antidiphtherische Flüssigkeit Ll 131, Essig Pp 75 (Essig (Hybrid.) 1 „Essig“
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Page 3LKŽ XI 1978), skystimas virintų ąžuolo žievių Pm I 6, Pm II 5, spiritas Pm I 29, Pm II 27, L1 157 / spirtas L1 91 / spyrtas Dž 20, spiritas su kamparu L1 117, stipri degtinė Pm I 29, Pp 39, Pm II 27, sviestas Kru 9, šalta žemė Ku 38, šiltas miluotas vanduo L1 117, štinkspiratis Pp 39 (xštinkspiratas žr. štinkspiratis „amoniakas“ LKŽ XVI 1995), tyras vanduo su arielka Pm I 30, Pm II 27, tirpalas iš amonijako Ku 38, tirpalas iš salicinės rūgšties D 4, vazelinas Kru 9, zinko mostelė L1 94 ir kt.
Zu dieser Gruppe gehörten auch einige Bezeichnungen von Arzneiformen, z. B.: Tropfen Pp 110, Kru 3, Pulver Pp 110, Salbe Kru 3, Kügelchen Pp 110.
Das Wort vaistai Kd I 32, Tš 23, Pp 26, Ab 26, Kd II 42, L1 27 wird in den Heftchen in mehreren Bedeutungen verwendet. In seiner terminologischen Bedeutung – „speziell hergestellte und zum Gebrauch geeignete Arzneistoffe, die helfen, Krankheiten vorzubeugen und sie zu behandeln“ (ME II 1993) – kommt vaistai vergleichsweise selten vor, denn auch über, mit den Worten A. Vileišis’, „Arzneimittel aus der Apotheke“ Ng 63 oder „richtige Arzneimittel“ Pp 54 wird nicht viel geschrieben. Weitaus häufiger wird vaistas in seiner zweiten, praktischen Bedeutung verwendet – „jedes beliebige Mittel, jede beliebige Methode“: Nu blusu vaistai – ajerai Skaudvilė. Jis žino vaistą nuo pelių, nuo žiurkių Veiveriai. Ka pailsęs gauni pasilsėt, tai nėra geresnių vaistų Pilviškiai. Linksmumas – vaistas nuo ligų ir bėdų Daukšiai (LKŽ XVII 1996). Somit werden in den genannten Heftchen als vaistais sowohl bestimmte Behandlungsmethoden als auch im Alltag verwendete Mittel sowie Lebensmittel und Getränke usw. bezeichnet. Solche vaistus hat der Autor als Hausmittel oder Arzneimittel der Menschen Pp 54 bezeichnet, z. B.: Daher besteht kein Zweifel, dass Früchte ein gutes natürliches Heilmittel sind Ku 43, <...> den Schwachen nach dem Bad oder während des Bades verabreichte stärkende Mittel (Wein, Tee usw.) Pp 113, Bei kleineren Verletzungen (blauen Flecken) sind am besten folgende Mittel anzuwenden: feuchte, kalte Umschläge auflegen und mit kalten Gegenständen drücken, denn Kälte und Druck verringern den Blutfluss Pp 21.
Interessanterweise werden Arzneimittel in einem Heftchen situationsbedingt auch vaistai als Ressourcen bezeichnet, z. B.: Darum sind die besten M i t t e l gegen kalte Füße und Schwitzen kräftige Bewegung, Waschen mit kaltem Wasser und größtmögliche Sauberkeit; diese R e s s o u r c e n (M i t t e l) müssen unbedingt eingehalten werden, <...> Ku 91.
Besonders zu erwähnen ist eine Vielzahl zusammengesetzter Bezeichnungen, deren Bestandteil das Wort vaistas ist und das meist in der Pluralform verwendet wird. Einige Gruppen lassen sich unterscheiden, z. B.:
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Page 4a) Arzneimittel nach ihrer Form: flüssige Arzneimittel Kru 4 (vgl. flüssige Arzneimittel Pp 109), Arzneimittel in fester Form Pp 109, Arzneimittel in Tropfenform Pp 110, Arzneimittel in flüssiger Form Pp 109,
b) Arzneimittel nach ihrer Bestimmung: Mittel gegen Erbrechen Tš 13, Mittel zur Förderung des Milchflusses Pm I 27, Pm II 25, Mittel zum Erbrechen Pm II 12, Mittel zur Abtötung von Bakterien Ll 43,
c) Arzneimittel nach ihrer Wirkung: stärkende Arzneimittel Pp 113, blutstillende Mittel Pp 37,
d) Arzneimittel nach ihrer Zugehörigkeit: Arzneimittel dunkler Zauberer Kru 15,
e) Arzneimittel nach ihren Geruchseigenschaften: Arzneimittel mit scharfem Geruch Pp 110.
Die zweitgrößte Gruppe bilden Bezeichnungen für Verbandmaterialien, z. B.: englisches Heftpflaster Pp 25, Verband (Tuchstreifen) Kru 10 [vgl. Verband (Binde) Pp 49 (Verband 1. „Verband, Gürtel“ LKŽ I₂ 1968, Binde, siehe Verband 1. „Verbandbinde“ LKŽ XVII 1996], Binde Pp 29, Cerata Ll 61 [vgl. Cirata Pp 112 (Cerata „wasserdichtes, gummibeschichtetes Gewebe, Wachstuch“ LKŽ II₂ 1969)], Leinenstückchen Pp 112, Leinenlappen Kru 10, Leinentüchlein D 5, Leinentuch Pm I 31 (vgl. Leinentüchlein Pm II 26, Leinentüchlein Pm II 28), Leinenbinde Pp 36, Stück guter Watte Ll 104, gute (aus der Apotheke) Watte Kru 4 (vgl. gute Watte aus der Apotheke Kru 9), Stück guter hygroskopischer Watte Kru 4, Gips Pp 43, reine Apothekenwatte Pm I 32, Pm II 29, Gummibinde Pp 36, Gummigurt Pp 36, Kattun Kru 11 [xkitaika (russ. китайка) „Nankin (ein solcher Baumwollstoff)“ LKŽ V 1959], Klejonka D 5, Heftpflaster Kru 12, weiche Stoffstücke Pp 45, Mull D 5, Musselin Kru 4, Ll 92, Pp 26, Musselinstückchen Kru 10, Taschentuch Pp 36, Taschentüchlein Pp 38, einfache Watte D 5, dünne Klejonka Kru 11, Handtuch Ach 10, Tš 11, sterilisiertes Verbandmaterial Pp 54, dickes Wolltuch Tš 11, Ach 10, sauberes Leinenstückchen Pp 53, sauberer Leinenfaden Pm II 19, Taft Kru 11 (Taft „festes, glänzendes Seiden- oder Chemiefasergewebe für Kleider und Blusen“ LKŽ XV 1991), dreieckiges Tuch Pp 29, Watte Pm I 27, Pp 26, Pm II 25, Kru 10, Ll 62 u. a.
Daran schließen sich Bezeichnungen für Heilverbände an, z. B.: feuchter Verband Kru 10, feuchte Kompresse Kru 11, feuchte wärmende Kompresse Kru 11, heiße Kompressen Ch 9, Kru 3, Ll 149, heiße feuchte Umschläge Pm I 23, Pm II 21, Borsäurekompressen Ll 92, Eiskompressen Kru 5,
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Page 5leichter, warnender Verband Kru 11, heiße Asche in Säckchen Tš 11, Ach 10, einfacher feuchter Verband Kru 11, Säckchen mit gedämpftem Hafer L1 116, trockener Verband Kru 10, kalte Kompressen Pm I 8, Pp 48, Pm II 8, Ku 32, Kru 5, L1 149, wärmende feuchte Kompressen L1 61, wärmende Kompressen Kru 11, kalte Kompressen Tš 11, Ach 10, Kru 6, L1 116, Säckchen mit warmer Asche L1 116, nasses Musselin Kru 11, nasse kalte Lappen (Kompressen) Pp 21, wärmende Kompressen D 5, Kräutersäckchen Kru 6 u. a.
Die dritte beträchtliche Gruppe umfasst Bezeichnungen für Erste-Hilfe-Mittel, z. B.: Kohlenzangen Pp 44, Kienspäne Pp 44, Sattelschleppe Pp 44, Zinngegenstände Pp 44 (x blėtinis „aus Blech“ LKŽ I₂ 1968), Zwiebel Pp 72, Riemchen Pp 44, Drahtstücke Pp 44 [xdratva žr. dratas (dt. dial. drôt) 1. „Draht“ LKŽ II₂ 1969], Salz Pp 67, Ahlen Pp 44, Gummiträger Pp 35, langer Stock Pp 61, heiße Schüsseln Pp 113, heiße Sandkissen Pp 113, heiße Kräuterkissen Pp 113, heiße Ziegelsteine Pp 113, Tragbahren Pp 46, keščios Pp 80 [keščios 1. siehe kestės 1. „zwei (manchmal verbundene) Stangen zum Tragen von Heu, Stroh u. Ä.; Tragbahre“ LKŽ V 1959], keščios auf Rädern Pp 81, keščios aus Uniformstoffen Pp 86 [xmandiera (russ. мундир) 1. „Uniformkleidung für Soldaten“ LKŽ VII 1966], keščios aus grobem Wollstoff Pp 86, Schlingengurte Pp 44, Stöcke Pp 44, Leiterchen (Leitern) Pp 61 (vgl. Leiterchen (Leitern) Pp 73), Scheiden (Futterale) Pp 44 (xmakšna 2. „Scheide, Futteral“ LKŽ VII 1996; 1 makštis 1. „Hülse, Behälter, Futteral“ LKŽ VII 1966), Holzfasern Pp 26, Baumrinde Pp 44, Werg Pp 45, Träger Pp 46, dünne Kienspäne Pp 42, Moos Pp 45, trockene Reisigbündel Pp 44, Siebe Pp 44, Tüchlein Pp 67, Schnee Pp 72, Tischdecken Pp 46, grobe Bürste Pp 75 [xberštas (dt. Bürste) „Bürste; Schuhbürste“ LKŽ I₂ 1968], dickes Papier Pp 44, erwärmte Decken Pp 113, kaltes Eisbad Pp 72, kalte Suppe Pp 72, kalte Gegenstände Pp 21, kalte Decken Pp 72, warme Lumpen Pp 72 (lupata 1. „Lappen, Fetzen“ LKŽ VII 1966), Schützen Pp 44, Löffel Pp 44, Strohtragen Pp 87, Heu Pp 45, Jackentragen Pp 86, Schnupftabak Pp 67, erhitztes Messer Pp 38, erhitzte Stricknadel Pp 38, Wolle Pp 46 u. a. Damit werden Mittel bezeichnet, die sich im Unglücksfall zur Leistung notwendiger Hilfe verwenden lassen. Alle Bezeichnungen dieser Gruppe stammen aus dem übersetzten Büchlein Erste Hilfe bei Unfällen, in dem ausführlich beschrieben wird, wie Erste Hilfe zu leisten ist und welche Mittel bei Verletzungen, Knochenbrüchen, Verbrennungen, Erfrierungen, Erstickungsanfällen u. a. einzusetzen sind.
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Page 6Der vierten Gruppe werden Bezeichnungen für Desinfektions- oder bakterienabtötende Stoffe zugeordnet, z. B.: Birkenteer L1 44, Borsäure Pp 26 (vgl. Borsäure L1 61), Chlorkalkmischung L1 107, Teerlauge L1 128, Torf L1 84, Formalin L1 76, Jodoform Pp 26, Kalk (vapna) L1 43 [2 x vapna (poln. wapno) 1. „Kalk“ LKŽ XVIII 1997], Kalkmilch Pp 74, L1 29, Karbolsäurelösung Dž 17 (vgl. Karbolsäurelösung Pp 116), Karbolwasser Pm II 19, L1 42 (vgl. Karbolwasser L1 107), Mischung mit Karbolsäure L1 107, Karbolsäurelösung L1 49 (vgl. Lösung von Karbolsäure Ach 13), Karbolsäure Pp 26, Dž 13, heiße Lauge Ach 16, L1 45, heißes Seifenwasser L1 29, Kreolin Pp 26, Kreolinlösung Pp 27, Lysol Pp 26, Meerwasser Dž 4, Holzteer L1 43, Holzasche L1 44, ungelöschter Kalk L1 107, Asche L1 107, Kiefernteer L1 44, Kiefernalkali L1 44, Salicylsäure Pp 26 (vgl. Salicylsäure L1 94), Soda Pp 55, Dž 13, L1 42, starke Lauge L1 30, starke heiße Lauge L1 122, Sublimat Tš 37, Dž 13, Pp 26, L1 42, Sublimatmischung L1 42, Sublimatlösung Pp 29, Ach 16, D 6, Mischung aus alkalischem Teer L1 29, warmes Seifenwasser L1 49, Thymol Pp 26, Lösung aus Kreosotseife L1 76, Wasserdampf Pp 26, grüne Seife L1 48, Lösung aus grüner Seife L1 49, Erde L1 84 u. a.
Die Bezeichnungen der fünften Gruppe benennen medizinische Geräte. Dazu zählen verschiedene Instrumente, Werkzeuge, Apparate und andere für medizinische Zwecke verwendete Gegenstände, z. B.: Gummibeutel für die Augen Kru 6, Flaschen mit heißem Wasser L1 117, medizinische Spritze L1 143, Streichholz Kru 9, Dettweilers Spucknapf Dž 13, Haarnadel mit stumpfen Enden Kru 9, kleiner Gummibeutel (Bläschen) Kru 4, kleine Gummispritze (Spritzball) L1 98, Gummischlauch Kru 5, Gummibeutel Pp 111, Irrigatoren Pp 113, Irrigator (Esmarchs) mit Gummischlauch Ch 10, Taschen-Spucknapf Dž 12, Klistierpumpe Pp 115, Gefäßklemmen (Tourniquets) Pp 33, Liebes Spucknapf Dž 13 (spiaudalinė siehe spjaudyklė 1. „Gefäß, in das gespuckt wird“ LKŽ XIII 1984), Maximalthermometer Pp 107, undurchlässige Schweinsblase Pp 111, einfache Schweinsblase L1 84, Impfmesser Rč 14 (įčiep yti 2. „Impfstoff einbringen“ LKŽ II 1969), Pinsel Kru 9 [xpenzelis siehe pendzelis (poln. pędzel) „Pinsel“ LKŽ IX 1973], Prodohls Spucknapf Dž 13, Auswurftöpfe Pp 105, Urintöpfe Pp 105, Spucknapf Dž 11, Spucknapf aus Aluminium Dž 14, Spucknäpfe aus Eisenblech Dž 12, Spucknapf mit hohem Fuß Dž
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Page 712, Speibanken Dž 13, Glasstäbchen Kru 8 (vgl. Glasstäbchen Rp 19), Glasflasche Kru 5, warme Ziegel Ll 117, Spritze aus Gummi D 5, Spritze (čirkšmyžaitė, šmirkšmyžutė) mit Knochenende Pp 15 (čirkšmyža 1. „Spritze, Sprühgerät“ LKŽ II₂ 1969; šmirkšmyža siehe šmiršklys 1. siehe šmiršktynė 1. „Gerät zum Einspritzen, Versprühen von Flüssigkeit, Spritzkolben, Spritze, Sprühgerät“ LKŽ XV 1991), Spritzchen D 3 (vgl. švirkštėlas Tš 11), Celsius-Thermometer Pp 107, Gänsefederchen Ku 36 u. a.
Die kleinste Gruppe bilden Bezeichnungen für Behandlungsverfahren, z. B.: Augenspülungen Kru 14, Augenbad Kru 5, Ausblasen des Rachens D 5, Inhalation von Rauch Ch 11, Einträufeln von Tropfen Kru 14, Waschen mit kaltem Wasser Ku 91, Ansetzen von Blutegeln Kru 12, Halbbäder Pm I 6 (vgl. pusvanos Pm II 5), kaltes Bad Pp 113, warmes Bad Ku 89 (vgl. šil ta vania Pm I 23, šilta vana Pm II 21), Einläufe Kru 14, Einreiben Pm II 28, Wännchen Pm I 31, Pm II 28, Darmspülungen Ch 10, Massage (Bewegung) der Augenlider Kru 9, Bad (Wanne) mit warmem Wasser Ach 11 [²tynė (dt. dial. tīn, tīne) 1. „längliches Gefäß zum Baden, Waschen oder für anderes, Badewanne, Wännchen“, 2. „das Baden in diesem Gefäß, Bad“ LKŽ XVI 1995], Bäder Pp 113, Ach 14, Ku 45, Ch 11, Kru 5, Ll 98 u. a.
Mit den Heilmitteln hängen auch die Behandlungsmethoden zusammen. Von dieser Art von Bezeichnungen wurde jedoch nur ein kleines Häuflein gesammelt. Hervorzuheben sind Bezeichnungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen, z. B.: Einwickeln in Watte Pp 54, Bestreuen mit Mehl Pp 54, Bestreuen mit Soda (Bulirich-Salz) Pp 54, leichtes Zusammendrücken der Wunde Pp 31, starkes Zusammendrücken Pp 31, Einreiben mit Ölen Pp 54, Einreiben mit Eiweiß Pp 54, Einreiben mit Speck Pp 54, Einreiben mit flüssigem Klebstoff Pp 54, Einreiben mit Schmalz Pp 54, Druck auf die Wunde Pp 30 u. a. Mit einigen wenigen Bezeichnungen sind Desinfektionsmethoden benannt, z. B.: Hitze Ll 41, Räuchern Dž 4, trockene Hitze Ll 41, Abkochen in Wasser Ll 42 u. a.
Separate Gruppen bildeten Bezeichnungen mit dem wiederkehrenden Bestandteil Behandlung, z. B.: Behandlung mit Milch D 7, Behandlung mit warmen Bädern D 7, Behandlung mit Weintrauben Ku 42, einfache Wasserbehandlung Ku 45, systematische Behandlung mit Früchten Ku 42 u. a., sowie Impfung, z. B.: Impfung gegen Diphtherie Ll 61, Jenner-Impfung Tš 39 u. a.
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Page 8II. Ausdrucksweise und Herkunft der Bezeichnungen für Heilmittel
1. Von den einwortigen Bezeichnungen für Heilmittel wurden etwas mehr als 100 gefunden. Mehr als die Hälfte davon sind litauische Wörter, z. B. Tagesdecken Pp 46, Zweige Pp 44. Ein beträchtlicher Teil der Bezeichnungen ist nichtlitauischen Ursprungs. Nicht dazu zählen die alten (echten) Entlehnungen, die „vollständig an das System unserer Sprache angepasst sind und ohne Einschränkungen verwendet werden <…>. In der Terminologie sind sie keine Entlehnungen mehr, sondern terminologisierte Wörter der Volkssprache“ (Gaivenis 2002: 58). Als Wörter nichtlitauischen Ursprungs gelten daher nur Internationalismen, z. B. Kompressen Pp 110, Kru 3, Ll 104, sowie Fremdwörter oder Barbarismen, z. B. Essig Pp 73.
Gelegentlich kommt es vor, dass derselbe Gegenstand mit zwei litauischen Wörtern bezeichnet wird, z. B. Verbände oder Binden Kru 10. In diesem Fall haben Verbände keine reine Handlungsl Bedeutung (DLKG 1996: 94), sondern benennen einen konkreten Gegenstand. Übrigens sind auch die Artbezeichnungen mit dem Wort Verbände und nicht mit Binden gebildet, z. B. Druckverband Kru 11. Erwähnenswert ist der Fall, in dem für denselben Gegenstand sogar zwei Fremdwörter verwendet werden, z. B. patelnė (skaurada) Pp 44 [xpatelnia (poln. patelnia, weißruss. патэльня) „Bratpfanne“ LKŽ IX 1973; xskaurada (poln. skowroda, russ. сковорода) bzw. „Bratpfanne“ LKŽ XII 1981]. Daraus lässt sich schließen, dass beide Wörter in der damaligen Sprache weit verbreitet waren, da es noch keine litauische Neubildung gab. Den Angaben des Akademischen Wörterbuchs der litauischen Sprache zufolge ist das Wort keptuvė in seiner ersten Bedeutung – „flaches Metallgefäß zum Backen von Pfannkuchen, Fleisch u. a.“ – erst 1934 in der Zeitung der Standardsprache Gimtoji kalba belegt (LKŽ V 1959). Man kann jedoch auch das umgekehrte Phänomen beobachten, bei dem ein eigenes, litauisches Wort ein Fremdwort aus dem Gebrauch verdrängt. So wurde arielka Pm I 21, Pm II 11 nur in einem Büchlein gefunden, während sein litauisches Gegenstück degtinė Pm I 22, Pp 79, Pm II 20, Ku 32, D 7 viel häufiger verwendet wird. Übrigens hat K. Sirvydas arielka als degtinė bezeichnet. Dies ist eine von ihm geschaffene Neubildung (Balčikonis 1978: 163). Einige litauische Bezeichnungen haben Synonyme nichtlitauischen Ursprungs, z. B. Regenschirm (Parasol) Pp 74 [vgl. x parasonas (weißruss. парасон) „Regenschirm“ LKŽ IX 1973], oder Bezeichnungen nichtlitauischen Ursprungs werden mit litauischen Entsprechungen angegeben, z. B. Detritus (Impfstoff) Ll 91 (detritas 2. „Abschabung eines Pockenherdes zur Immunisierung“ MTŽ). Vereinzelt begegnen variierende Bezeichnungen, z. B. Kalk Ll 107 / Kalk Pp 73. Hybride oder gemischte Bezeichnungen sind in den behandelten Texten
74
Page 9so gut wie nicht üblich; es wurden nur wenige gefunden, z. B. čiepijimas Rč 10 / čiepijimas Tš 15 (vgl. skiepijimas L1 90).
Lateinische Entsprechungen sind in der medizinischen Literatur üblich und wichtig. In den Büchlein von A. Vileišis sind sie sehr selten; das ist verständlich, da die meisten Bezeichnungen gemeinsprachliche Wörter oder Wortverbindungen sind, die ihre terminologische Bedeutung erst im Kontext erhalten, und zudem in den Büchlein medizinisches Wissen möglichst verständlich vermittelt werden sollte. Eine vorkommende lateinische Entsprechung steht daher nur neben der einwortigen Bezeichnung einer Bedeutungsgruppe – der Arzneimittel – „Kalomel“ (lat. Calomelanos) Ch 9. Die lateinische Bezeichnung kollodium Pp 25 steht im Text offenbar in der Originalform, da wohl keine litauische Form dafür gefunden wurde.
2. Zusammengesetzte Bezeichnungen für Heilmittel machen den größten Teil aller behandelten Bezeichnungen aus (es gibt etwas mehr als 300 davon).
Der Häufigkeit nach stechen zweigliedrige Bezeichnungen hervor (über 200). Hinsichtlich der Ausdrucksweise des Artglieds sind Verbindungen mit kongruierenden und nichtkongruierenden Attributen nahezu gleich häufig.
Kongruierende Attribute werden am häufigsten durch Adjektive ausgedrückt: durch qualitative Adjektive (sie machen mehr als die Hälfte aus), z. B. echte Arzneimittel Pp 54, sowie durch Adjektive mit dem Suffix -inis, z. B. strohene Kissen Pp 87. Einige kongruierende Attribute werden durch Partizipien im Aktiv oder Passiv ausgedrückt, z. B.: kochende Lauge Ach 16, erwärmte Tücher Pp 71. Pronominale Formen (von Adjektiven oder Partizipien) sind nicht häufig, z. B.: feuchte Kompressen Pp 112, kühlendes Laken Pp 112. Einige Bezeichnungen werden sowohl in der einfachen als auch in der pronominalen Form verwendet, z. B. künstliche Atmung Pp 31 und die künstliche Atmung Pp 67.
Nichtkongruierende Attribute werden am häufigsten durch den Genitiv Singular oder Plural ausgedrückt, z. B.: Kochlöffel Pp 44, Telegraphendrähte Pp 45. Bei einigen Bezeichnungen besteht das nichtkongruierende Attribut aus einem Personennamen – entweder vollständig litauisiert, z. B. Bardelebenscher Verband Pp 54, oder in der authentischen Form mit einer nach dem Apostroph angefügten litauischen Endung, z. B. Pasteur’o-Impfung Tš 29. Es kommen auch nichtkongruierende Attribute vor, die durch andere Kasus (meist den Instrumental) ausgedrückt werden, z. B. Einreiben mit Butter Pp 54. Bei einigen Dutzend Bezeichnungen werden nichtkongruierende Attribute durch Kasus mit Präpositionen ausgedrückt (am häufigsten Verbindungen mit den Präpositionen aus und mit), z. B.: Kissen aus einem Laken Pp 86, Säckchen mit Eis L1 75.
Gelegentlich werden synonymisch verwendete Grundglieder angetroffen. Die Synonyme sind meist litauische Wörter, z. B. trockene Tagesdecken (Laken) Pp
75
Page 1071, jedoch wurden Fälle gefunden, in denen ein Synonympaar aus einem litauischen und einem nichtlitauischer Herkunft entstammenden Wort besteht, z. B. akių operacijos (piovimai) Kru 18. Gelegentlich weisen auch untergeordnete Bestandteile Synonyme auf. In solchen Fällen konkurrieren ein Adjektiv mit dem Suffix -inis und der Genitiv eines Substantivs, z. B. gumilastikinis diržas Pp 37 / gumilastikos diržas Pp 35. Einige Bezeichnungen weisen Varianten der Hauptbestandteile auf, z. B. karbolinė rūgštis L1 42 / karbolinė rūgštis Pp 39 (vgl. auch karbolinė rūgštė D 6, Tš 37). Manchmal variieren beide Bestandteile – der Haupt- und der untergeordnete –, z. B. vaškinis popieris D 5 / vaškinis popierius L1 92, vaškuotas poperis Kru 11 / vaškuotas popieris L1 62 (vgl. auch vaškuota popiera Pp 112).
Chronologisch betrachtet kommen in den Heftchen späterer Ausgaben auch minderwertigere Termini vor, z. B. 1906 – ryžiai (ryžių miltai) Pm I 31, Pm II 29), und 1908 – risai (risų pudra Rč 15).
Einige Bezeichnungen sind mit lateinischen Entsprechungen angegeben, z. B.: borinė rūgštė (acidum boricum) Tš 19, opijo lašai (Tinctura opii) Ch 9. Übrigens wird für Letzteres auch die litauisierte Variante tinktūra opijo Ch 10 verwendet.
Betrachtet man die Herkunft der Bestandteile zweigliedriger Bezeichnungen, so zeigt sich, dass Bezeichnungen mit zwei litauischen Wörtern am häufigsten sind, z. B.: karšti akmenys Pp 105, ledo gabalėlis Pm I 22, Kru 6. Weniger häufig sind Bezeichnungen, die aus einem litauischen und einem internationalen oder einem litauischen und einem hybriden Bestandteil zusammengesetzt sind, z. B.: citrinos rūgštis Dž 4, guminis spenelis Pm I 29, Pm II 26.
Dreigliedrige Bezeichnungen wurden knapp 80 gefunden. Hinsichtlich der Ausdrucksform der untergeordneten Bestandteile überwiegen Bezeichnungen, deren Hauptbestandteil ein unflektiertes Attribut mit einem flektierten Attribut enthält, z. B. išsitrynimas šaltu vandeniu Ku 45, sowie Bezeichnungen, deren untergeordnete Bestandteile durch Kasus mit Präpositionen ausgedrückt werden, z. B.: buteliai su karštu vandeniu Pp 71, tirpalas iš karbolinės rūgšties D 4. Etwas seltener sind Bezeichnungen mit einem flektierten und einem unflektierten Attribut, z. B. apsaugojantis raupų įčiepijimas Rč 3, sowie Bezeichnungen mit zwei flektierten Attributen, z. B. kišeninė spiaudoma bankelė Dž 12.
Einige Hauptbestandteile haben Synonyme, z. B. buteliai (bonkos) su karštu vandeniu Pp 105, oder Varianten, z. B. vania šilto vandens Pm I 8 / vana šilto vandens Pm II 7.
Hinsichtlich ihrer Herkunft sind Bezeichnungen mit ausschließlich litauischen Bestandteilen am häufigsten, z. B. maišiukuose karšti pelenai Tš 11, Ach 10. Die übrigen Bezeichnungen bestehen meist aus zwei litauischen Bestandteilen und einem hybriden, z. B. sterilizuota
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Page 11perrišimui medega Pp 54, oder aus zwei litauischen Bestandteilen und einem internationalen, z. B. gabalėlis gerosios vatos Ll 104.
Nur in einem Heftchen wurde eine aus drei Bestandteilen zusammengesetzte lateinische Arzneimittelbezeichnung ohne litauische Entsprechung gefunden: Liquor alumini acetici Pm I 29.
Vier- und fünfgliedrige Bezeichnungen sind in den untersuchten Texten sehr selten; es wurden nur wenige gefunden, z. B.: įleidimas į organizmą druskos tirpalo Ch 11, išvirkštimas po oda šilto druskos tirpalo Pp 54. Zu den fünfgliedrigen wurden zwei Bezeichnungen mit einer Zahl und einem Symbol gezählt; diese gelten als separate Bestandteile, z. B.: 2% miešimas borinės rūgšties Ll 103, nenuvalyta 5% karbolinė rūgštis Pp 116. Unter den viergliedrigen Bezeichnungen finden sich Bestandteile mit Varianten, z. B. vanios gryno drungno vandens Pm I 5 / vanos gryno drungno vandens Pm II 5.
III. Schlussfolgerungen
1. Die populärmedizinischen Broschüren von A. Vileišis (1895–1915) sind eine wichtige Quelle für die Erforschung der Geschichte der litauischen medizinischen Terminologie.
2. Die Bezeichnungen für Behandlungsmittel in den Broschüren lassen sich in sechs Bedeutungsgruppen einteilen: Bezeichnungen für innerliche und äußerliche Arzneimittel, Verbandmaterialien und therapeutische Verbände, Erste-Hilfe-Mittel, Desinfektionsmittel oder bakterienabtötende Substanzen, Medizintechnik und therapeutische Verfahren.
3. Mehr als die Hälfte der Bezeichnungen für Behandlungsmittel sind zusammengesetzt, meist zweigliedrig; es gibt auch zahlreiche dreigliedrige Bezeichnungen, deren bestimmende Bestandteile vielfältig ausgedrückt werden.
4. Unter den gesammelten Bezeichnungen für Behandlungsmittel überwiegt der litauische Wortschatz. Es gibt auch zahlreiche Wörter nichtlitauischer Herkunft, die einen beträchtlichen Anteil der einwortigen Bezeichnungen ausmachen; zusammengesetzte Bezeichnungen bestehen häufig aus litauischen, internationalen und hybriden Bestandteilen. Besonders auffällig sind Fremdwörter. Vereinzelt werden sie durch litauische Entsprechungen ersetzt, doch manchmal setzt der Autor das Fremdwort in Klammern neben das litauische Wort – offenbar bemüht er sich so, dem Wortschatz der Adressaten Rechnung zu tragen. Die Fülle an Entlehnungen könnte auch durch Sprache, Stil und Terminologie der Werke nichtlitauischer Autoren beeinflusst worden sein, denn von den sechzehn behandelten Broschüren wurden nur sechs von A. Vileišis selbst verfasst; die übrigen wurden übersetzt oder nach Arbeiten polnischer, russischer und deutscher Autoren zusammengestellt.
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Page 125. Ein auffälliges Merkmal der untersuchten Bezeichnungen sind Synonymie und Variantenreichtum, unvermeidliche Erscheinungen in der Entstehungsphase der Terminologie jedes Fachgebiets. Am häufigsten werden entweder zwei litauische Wörter oder ein litauisches und ein Wort nichtlitauischer Herkunft synonym verwendet. Es wurden phonetische oder orthografische, morphologische und syntaktische Varianten von Bezeichnungen festgestellt (die eine oder andere Variante könnte auch ein Druckfehler sein).
UNTERSUCHTE QUELLEN
Ab – Über die schlimme Krankheit oder Syphilis (Franzosen), Tilsit, 1904.
Ach – Über Cholera und wie man sich vor ihr schützen kann, Vilnius, 1905.
Ch – Cholera und der Kampf gegen sie, Vilnius, 1907.
D – Diphtherie, Vilnius, 1907.
Dž – Knopf S. A. Džiova ir kova su ja, Tilžė, 1903.
Kd I – Was tun, damit wir gesund bleiben und lange leben, Tilsit, 1895.
Kd II – Was tun, damit wir gesund bleiben und lange leben, Vilnius, 1905.
Kru – Wie man gesunde und kranke Augen pflegen muss, Seinai, 1910.
Ku – Wie man sich im Frühling, Sommer, Herbst und Winter verhält, Vilnius, 1906.
Ll – Ansteckende Krankheiten und wie man sich vor ihnen schützt? Kaunas, 1915.
Pm I – Ratschläge für Frauen, die gesund sein möchten, Tilsit, 1899.
Pm II – Ratschläge für Frauen, die gesund sein möchten, Vilnius, 1906.
Pp – Esmarch F. Pirmoji pagalba nelaiminguose atsitikimuose, Tilžė, 1903.
Rč – Oks B. Raupų čiepijimas: (Šneka su jauna motina), Vilnius, 1908.
Rp – Tarchanov I. Saure Milch von Prof. Metschnikow: Ein Mittel zur Erhaltung der Volksgesundheit, Vilnius, 1907.
Tš – Ein kurzer Vortrag über ansteckende Krankheiten und wie man sich vor ihnen schützt? Tilsit, 1901.
HILFSQUELLEN
LKŽ I, 1968 – Wörterbuch der litauischen Sprache 1, Vilnius.
LKŽ II 1969 – Wörterbuch der litauischen Sprache 2, Vilnius.
LKŽ IV 1957 – Wörterbuch der litauischen Sprache 4, Vilnius.
LKŽ V 1959 – Wörterbuch der litauischen Sprache 5, Vilnius.
LKŽ VII 1966 – Wörterbuch der litauischen Sprache 7, Vilnius.
LKŽ IX 1973 – Wörterbuch der litauischen Sprache 9, Vilnius.
LKŽ X 1976 – Wörterbuch der litauischen Sprache 10, Vilnius.
LKŽ XI 1978 – Wörterbuch der litauischen Sprache 11, Vilnius.
LKŽ XII 1981 – Wörterbuch der litauischen Sprache 12, Vilnius.
LKŽ XIII 1984 – Wörterbuch der litauischen Sprache 13, Vilnius.
LKŽ XV 1991 – Wörterbuch der litauischen Sprache 15, Vilnius.
78
Page 13LKŽ XVI 1995 – Wörterbuch der litauischen Sprache 16, Vilnius.
LKŽ XVII 1996 – Wörterbuch der litauischen Sprache 17, Vilnius.
LKŽ XVIII 1997 – Wörterbuch der litauischen Sprache 18, Vilnius.
ME II 1993 – Medizinische Enzyklopädie 2, Vilnius.
MTŽ – Wörterbuch der medizinischen Fachbegriffe, Vilnius, 1980.
Ng – Vileišis A. Hausarzt: Kurze Beschreibung der schlimmsten Krankheiten und der schlimmsten Arzneimittel zu ihrer Bekämpfung: / Bd. 1. Über Krankheiten der Menschen und ihre Behandlung. Seinai, 1908.
LITERATŪRA
Balčikonis J. 1978: Rinktiniai raštai, Vilnius.
DLKG 1996: Dabartinės lietuvių kalbos gramatika, Vilnius.
Gaivenis K. 2002: Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys, Vilnius.
Kučys A. 1993: Vileišiai: Trijų brolių darbai tėvui, Chicago.
THE NAMES OF TREATMENT MEANS IN MEDICAL BOOKS OF THE DOCTOR ANTANAS VILEIŠIS
Summary
This article analyses the names of treatment means (over 400) collected from sixteen books of popular medicine by doctor Antanas Vileišis (1856–1919) according to their meaning, expression and origin.
In respect of meaning these names differ. Six notional groups were identified – names of medications for internal and external use, bandaging means and medical dressings, first aid means, disinfecting or anti-bacterial means, medical implements and manipulation treatment.
In respect of expression the majority of names of treatment means are complex terms, mainly two-word terms (200), also there are quite few three-word terms (nearly 80). A variety of means of expression is characteristic to specific elements of those terms.
In respect of origin Lithuanian words prevail, though there are quite a lot of words of foreign origin – international words and barbarisms. In some cases barbarisms were substituted with Lithuanian equivalents, though sometimes the author gives a barbarism next to Lithuanian word – presumably trying to adjust his language to the lexicon used by target readers. The abundance of borrowed words possibly has been influenced by the language, style and terminology of foreign authors, because most of doctor Vileišis books were translations of works of Russian, Polish or German authors or were prepared using such works.
The names of treatment means have synonyms and variants. Most frequently two Lithuanian words or a Lithuanian word and non-Lithuanian word are used synonymously.
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Page 14Popular medical books by doctor Antanas Vileišis are the important source for the history of Lithuanian medical terminology.
Palmira ZEMLEVIČIŪTĖ
Lietuvių kalbos institutas
P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius
E. paštas [email protected]
Gauta 2005-11-18
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