Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

doi.org/10.35321/term28-08

Subordination der Komponenten eines Mehrwortterminus und seiner Definition: Analyse eines Einzelfalls

AUŠRA RIMKUTĖ-GANUSAUSKIENĖ

Institut für Litauische Sprache

ORCID-ID: https://orcid.org/0000-0001-8655-7333

ZUSAMMENFASSUNG

Jeder Terminus muss eine Definition haben – das Ergebnis einer konstruktiven Verständigung. Der Inhalt der Definition hängt vom Umfang des Begriffs ab: Ändert sich die Zahl der durch ihn bezeichneten allgemeinen und unterscheidenden Merkmale (nimmt sie ab oder zu), kann sich auch der Inhalt der Definition ändern (präzisiert, d. h. eingeengt oder erweitert werden). Bei der Definition desselben Begriffs können Fachleute eines bestimmten Sachgebiets unterschiedliche Begriffsmerkmale zugrunde legen. Diese Uneinheitlichkeit ist auf unterschiedliche Erfahrung, Kenntnisse, Ausbildung und Begriffsverständnis der Fachleute und letztlich sogar auf ihre Vorstellungskraft zurückzuführen. Der Artikel untersucht anhand von Beispielen erstmals ausführlicher die Subordination zwischen den Komponenten eines Mehrwortterminus und seiner Definition.

SCHLÜSSELWÖRTER: Terminus, Begriff, terminologische Bedeutung, Definition, Mehrwortterminus.

ABSTRACT

Jeder Terminus muss eine Definition haben – das Ergebnis einer konstruktiven Verständigung. Der Inhalt der Definition hängt vom Umfang des Begriffs ab. Ändert sich die Anzahl der darin widergespiegelten Grund- und Unterscheidungsmerkmale (nimmt sie ab oder zu), kann sich auch der Inhalt der Definition ändern (aktualisiert, d. h. eingeengt oder erweitert werden). Bei der Definition desselben Begriffs können Fachleute eines bestimmten Fachgebiets leicht unterschiedliche Merkmale zur Beschreibung dieses Begriffs auswählen. Diese Uneinheitlichkeit kann auf Unterschiede hinsichtlich ihrer Erfahrung, Ausbildung und ihres Begriffsverständnisses sowie sogar ihrer Vorstellungskraft zurückzuführen sein. Anhand konkreter Beispiele bietet der Artikel erstmals eine ausführlichere Analyse der Subordinationsbeziehung zwischen den Bestandteilen eines Mehrwortterminus und seiner Definition.

SCHLÜSSELWÖRTER: Terminus, Begriff, terminologische Bedeutung, Definition, Mehrwortterminus.

Terminologija | 2021 | 28

175

EINLEITENDE BEMERKUNGEN

Bei der praktischen Erstellung von Terminologiewörterbüchern begegnet man verschiedenen komplexen Situationen. So hat beispielsweise ein in der Sprache eines bestimmten Tätigkeitsbereichs verwendeter Begriff mitunter überhaupt keine Bezeichnung (keinen Terminus), sodass man ihn neu schaffen oder, falls vorhanden, ein Lehnwort verwenden muss. Manchmal muss zwischen einer bereits nahezu etablierten Begriffsbezeichnung und einer neuen gewählt werden. Es kommt vor, dass die Frage der Wahl einer grammatischen Beziehung zwischen den Gliedern eines Mehrwortterminus (Kongruenz, Rektion oder Anlehnung) zu entscheiden ist usw. In allen Fällen hilft jedoch die terminologische Bedeutung dabei, den Inhalt eines Fachterminus zu erschließen, d. h. die Bedeutung, die ein Wort in der Terminologie eines bestimmten Fachgebiets hat (Kvašytė 2005: 53).

Ziel dieses Artikels ist es, die Subordination des Glieds bzw. der Glieder eines Mehrwortterminus eines bestimmten Typs zur Definition zu untersuchen1. Als Untersuchungsgegenstand wurden Mehrworttermini mit den Grundgliedern apranga und batai gewählt, die in der Terminologiedatenbank der Republik Litauen aufgeführt sind oder in der unter „Quellen“ angegebenen Literatur gefunden wurden.

Der Artikel verfolgt folgende Aufgaben:

1) einen Überblick darüber zu geben, wie Definitionen in ausgewählten Arbeiten litauischer und ausländischer Sprachwissenschaftler verstanden werden und welche Anforderungen an sie gestellt werden;

2) auf der Grundlage litauischer und ausländischer sprachwissenschaftlicher Literatur häufigere Definitionstypen herauszuarbeiten;

3) den Zusammenhang zwischen der Wahl des Glieds bzw. der Glieder eines Mehrwortterminus und deren Subordination zur Definition aufzuzeigen.

Bei der Abfassung des Artikels werden analytische und vergleichende Methoden angewandt. Zusätzliche Informationen werden in Abbildungen dargestellt.

1. DER BEGRIFF DER DEFINITION

Kuris laikas terminologijoje vartojamas terminas apibrėžtis (Jakaitienė 2005: 24; 2010: 183 ir kt.), o terminas apibrėžimas pateikiamas kaip sinonimas (Kvašytė 2005: 12 ir kt.), kaip ir tarptautinis terminas definicija2 (Kvašytė 2005: 12). Kalbininkas Jonas Klimavičius pastebi, kad su „Lietuvos Respublikos terminų banko įstatymu (2003 m. gruodžio 23 d.

1 Subordination wird in diesem Beitrag als Abhängigkeit verstanden, vgl. Subordination – 1. die Abhängigkeit von etwas von etwas anderem (TŽŽ 2007: 1049; 2013: 781). Der Terminus Subordination wird am häufigsten in der Syntax verwendet, wenn von syntaktischen Beziehungen „zwischen den Einheiten des Satzbaus die Rede ist, von denen die eine (die abhängige) von der anderen (der übergeordneten) abhängt und nur über die übergeordnete in den Satz eingebunden wird“ (LKE 1999: 509; vgl. Gaivenis, Keinys 1990: 160). Stattdessen wird häufiger das litauische Äquivalent Anfügung verwendet.

2 Interessant ist, dass in dem 2005 erschienenen Heft Kalbos patarimų mit dem Titel Leksika: skolinių vartojimas empfohlen wird, statt des Wortes definicija den Wörtern apibrėžtis, apibrėžimas den Vorzug zu geben (KP L1 2005: 40), während in der 2013 gedruckten zweiten, ergänzten und korrigierten Ausgabe des Hefts nur apibrėžtis empfohlen wird (KP L1 2013: 22).

176 Aušra Rimkutė-Ganusauskienė │ Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

Nr. IX-1950) vietoj apibrėžimo vald ingai įsiveržė jau nuo RLŽ 1932 3213 žinoma ir nemažai vartota (S. Šalkauskio ir kt.) apibrėžtis“ (Klimavičius 2005: 248). Mokslinės lietuvių terminologijos teorijos kūrėjo Stasio Šalkauskio manymu, apibrėžimas yra „sudaiktavardintas (ad modum substantiae) veiksmo“ apibrėžti pavadinimas, o terminas apibrėžtis reiškia įvykdytą veiksmą, yra apibrėžimo išdava (Šalkauskis 1991: 204). Matyt, terminas apibrėžimas, ilgą laiką vartotas terminologų darbuose, pakeistas terminu apibrėžtis, siekiant išvengti dvireikšmiškumo – mat terminu apibrėžimas gali būti įvardijamas ir veiksmas (abstrakti reikšmė), ir veiksmo rezultatas (konkreti reikšmė). Terminologo Stasio Kein io manymu, tvarkant terminiją, „[K]onkrečios reikšmės vediniai darytini su atitinkamiems darybos būdams būdingomis priesagomis ar galūnėmis“ (Keinys 2005: 25), kaip tik todėl priesagos -tis vedinys apibrėžtis parankesnis.

Im von Regina Kvašytė erstellten Mokomajame terminologijos žodynėlyje heißt es, eine Definition sei „eine ausführliche verbale Beschreibung, die die Sememe des Kerns der terminologischen Bedeutung widerspiegelt und den Inhalt des Begriffs bestimmt, indem sie auf einer bestimmten Abstraktionsebene die wesentlichen Merkmale aufzeigt, durch die er sich von benachbarten Begriffen unterscheidet“ (Kvašytė 2005: 13). In der litauischen Norm LST ISO 1087-1:2005 Terminologijos darbas. Aiškinamasis žodynas. 1 dalis. Teorija ir taikymas ist eine Definition „eine beschreibende Aussage, die einen Begriff definiert und dazu beiträgt, ihn von verwandten Begriffen abzugrenzen“ (TB). Ähnlich wird sie auch im Terminologijos vadovėlyje beschrieben, das für die Übersetzerinnen und Übersetzer der litauischen Sprachabteilung der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission bestimmt ist: Eine Definition sei „eine Aussage, die einen Begriff beschreibt und dazu beiträgt, ihn von anderen Begriffen abzugrenzen. Sie muss den Begriff als Einheit definieren, die eine einzigartige Merkmalskombination und eine einzigartige Menge von Objekten bezeichnet“ (TV 2006: 16). Eine Definition bestimmt oder beschreibt also präzise einen Begriff eines bestimmten Fachgebiets sowie bestimmte Merkmale des von ihm bezeichneten Gegenstands; der Begriff selbst wird im Fachgebiet durch sprachliche (in der Regel Termini) oder nichtsprachliche Zeichen (verschiedene Symbole) wiedergegeben (Abb. 1).4

Ähnlich wird eine Definition auch in dem für Studierende bestimmten Lehrmaterial von Ilona Mickienė und Birutė Briaukienė Lietuvių terminologijos aspektai verstanden. Hier wird jedoch der Terminus Definition verwendet. Er wird als „Offenlegung des Inhalts eines Begriffs, d. h. als Angabe der wesentlichen Merkmale der durch den Begriff widergespiegelten Dinge und Erscheinungen“ beschrieben (Mickienė, Briaukienė 2016: 18).

3 Gemeint ist das von dem Lexikografen Jonas Baronas erstellte Rusų lietuvių žodynas (Kaunas: Spindulys) – Anm. d. Verf.

4 Hier und im Folgenden durch die Wörterbuchautorin R. Kvašytė gesperrt gesetzt.

Terminologija | 2021 | 28 177

Abb. 1. Verhältnis zwischen Gegenstand, Begriff, Definition und Terminus

Im Wörterbuch linguistischer Termini wird der Terminus Definition sowie sein internationalstämmiges Synonym Definición aufgeführt und wie folgt definiert: „Eine logische Operation, durch die die wesentlichen Merkmale eines Gegenstands offengelegt und dieser von anderen benachbarten Gegenständen abgegrenzt wird. Eine Definition muss adäquat sein, d. h., zwischen dem zu definierenden und dem definierenden Begriff muss ein Äquivalenzverhältnis bestehen. Eine Definition darf weder zu weit noch zu eng gefasst sein. Außerdem darf sie keinen Zirkel enthalten, d. h., der zu definierende Gegenstand darf nicht durch einen Begriff definiert werden, der erst durch den zu definierenden Begriff selbst klar wird, oder der definierende und der zu definierende Begriff dürfen nicht identisch sein“ (Gaivenis, Keinys 1990: 22). Wie ersichtlich, wird der Begriff der Definition durch praktische Empfehlungen ergänzt; mögliche Mängel werden benannt und die gegenseitige Abhängigkeit des zu definierenden und des definierenden Begriffs hervorgehoben. Anders ausgedrückt: In einer Definition müssen diejenigen Merkmale genannt werden, die den Inhalt des Terminus genau offenlegen (weder zu weit noch zu eng usw.).

Als logische Operation wird eine Definition auch in der Visuotinėje lietuvių enciklopedijoje beschrieben: „Eine logische Operation, bei der Kriterien festgelegt werden, um den untersuchten Gegenstand von anderen Gegenständen abzugrenzen, indem seine Besonderheit und die Bedeutung des verwendeten oder eingeführten sprachlichen Ausdrucks angegeben werden“ (VLEe)5. Die Enzyklopädie betont, dass zwar jede Wissenschaft Definitionen ihrer Begriffe formuliert, jedoch alle die von der Logik entwickelten Definitionsmittel verwenden. Also ist es keine Ausnahme—

5 Siehe online unter: https://www.vle.lt/straipsnis/apibrezimas [abgerufen am 2021-07-05].

178

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

– und auch die Terminologiewissenschaft. Gerade deshalb wollen wir kurz daran erinnern, wie der betreffende Gegenstand in der Logik verstanden wird. Hier wird die Bedeutung des Ergebnisses einer Handlung durch die verbale Ableitung mit dem Suffix –imas apibrėžimas (lit. „Definition“, lat. definitio) bezeichnet und als eine bestimmte Aussage, genauer gesagt als deren Art, erläutert. Eine Aussage besteht aus drei Teilen: dem zu definierenden Teil (lat. definiendum), dem definierenden Teil (definiens) und dem verbindenden Teil, der gewöhnlich durch Wörter wie ist, wird genannt, bedeutet usw. ausgedrückt wird. Der zu definierende Begriff bezeichnet, wie bereits erwähnt, ein bestimmtes Objekt, während der definierende Teil dessen wesentliche Merkmale angibt, die dabei helfen, die allgemeine Gattung oder Klasse des Objekts festzustellen und es zugleich von anderen Arten derselben Gattung oder Unterklassen derselben Klasse zu unterscheiden (ausführlicher siehe Plečkaitis 2004: 163; Eidukienė 2009: 60; Bubelis ir kt. 2012: 116).

Wie die Quellen zeigen, wird Definition (oder Definieren, da die Begriffe synonym verwendet werden) zwar mit leicht unterschiedlichen Worten beschrieben – hier als logische Handlung, dort als verbale Beschreibung oder Aussage –, doch alle Quellen halten fest, dass eine Definition einen Begriff genau bezeichnet oder beschreibt. Überall werden auch bestimmte Merkmale des Terminus hervorgehoben, die das Wesen des Begriffs erschließen und/oder seine Besonderheiten, Einzigartigkeit und Eigenständigkeit in einem bestimmten Fachgebiet benennen. Sprachwissenschaftler sind sich darin einig, dass eine Terminusdefinition in der Terminologie nicht dasselbe ist wie die Definition eines gewöhnlichen Wortes in Wörterbüchern – sie unterscheidet sich vor allem durch ihren festgelegten Inhalt und ihre Genauigkeit. Das Wesen eines Terminus wird also durch seine Beziehung zu dem von ihm bezeichneten Begriff charakterisiert; bei der Definition sollte man daher nicht vergessen, dass „[D]ie Begriffsdefinition so kurz und einfach wie möglich sein sollte, zugleich aber die notwendigsten Informationen enthalten muss, die den Begriff von anderen abgrenzen“ (Jakaitienė 2010: 183).

Im Buch Empfehlungen für die Terminologiearbeit heißt es, dass ein Terminus seinem Inhalt oder seinem Anwendungs- (Gebrauchs-)bereich entsprechend durch eine Definition beschrieben wird, die ihn von anderen Termini unterscheidet (EFT 2018: 44). Andere vertreten eine etwas weiter gefasste Auffassung: Die Terminusdefinition „ist nur eines der Bedeutungselemente eines Terminus und muss nicht vollständig und unabhängig sein“ (Sager 1990: 45). Diese Sichtweise beruht offenbar auf der Annahme, dass einzelne Termini durch bestimmte Beziehungen miteinander verbunden sind und in einem Fachgebiet Terminologiesysteme bilden. Ändert sich das Verständnis eines Terminus (weil sich der Begriffsumfang vergrößert oder verkleinert) oder muss gar das Terminologiesystem angepasst werden, können auch Definitionen ergänzt oder geändert werden. Außerdem werden in Definitionen vermutlich nicht immer alle wichtigsten unterscheidenden Merkmale eines Begriffs festgehalten, da dies teilweise von seinem Verfasser – einem Fachgebietsspezialisten – und von dessen Erfahrung, Sachkenntnis und vorhandenem Wissen abhängt.

Terminologija | 2021 | 28

179

Abb. 2. Subordinationsverhältnis zwischen Terminusbestandteil(en) und Definition

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Definition dazu beiträgt, den Inhalt eines Begriffs in einem bestimmten Fachgebiet zu erschließen. Wie definiert wird, das heißt, welche wesentlichen Merkmale in der Definition aufgeführt werden, hängt im Wesentlichen davon ab, wie Inhalt und Umfang des Begriffs verstanden werden: Je mehr wesentliche Merkmale eines Objekts bekannt sind, desto präziser und vollständiger ist der Begriffsinhalt. Aus dem in Abbildung 1 dargestellten Schema geht hervor, dass Objekt, Begriff, Terminus und Definition eines bestimmten Fachgebiets durch bestimmte Subordinationsbeziehungen miteinander verbunden sind und voneinander abhängen (siehe Abb. 2) – verändert sich eines der Elemente, ändern sich auch die anderen.

2. A R T E N V O N D E F I N I T I O N E N

In der Terminologie gibt es unterschiedliche Definitionen. Einige Autoren unterscheiden mehrere Dutzend Arten. So unterscheidet Helmut Mönke’ė laut einem Artikel von Julios Eduardovnos Mueller sogar 70 Arten (Mueller 2016: 41); mehrere Dutzend werden auch in VLEe aufgeführt: ostensiv, nominal, semantisch, syntaktisch, operational, kontextuell, deskriptiv (beschreibend), Definition durch Gattung und spezifischen Unterschied, Nominaldefinition u. a. Allerdings werden sie dort als Definitionen der Logikwissenschaft beschrieben.

Der litauische Terminologe Kazimieras Gaivenis führt in seinem Buch Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys an, dass der polnische Terminologe Stanisław Gajda zur Definition und Erklärung von Begriffen in der Wissenschaftssprache elf Arten von Definitionen verwendet, die jeweils mehrere Unterarten umfassen können: erklärende, vergleichende, klassische, genetische (oder Herkunfts-), operationale, ursprüngliche (oder protodefinitorische), induktive und rekursive, ostensive, nominale

180

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

liosios ir realiosios, kontekstinės ir leksikografinės (Gaivenis 2002: 132–133). Pats kalbininkas, bene daugiausia iš visų Lietuvos terminologų nagrinėjęs terminų apibrėžtis, skiria šešis nevienodo produktyvumo apibrėžčių tipus: „1) pilnuosius apibrėžimus (artimus loginiams apibrėžimams, vadinamiems definitio per genus proximum et differentiam specificam), kai pirmoje apibrėžimo dalyje nurodoma termin nės sąvokos artimiausia giminė, o antroje – rūšinis skirtumas; 2) sinoniminius apibrėžimus, kai sudėtinis terminas aiškinamas vienu ar keliais tapačios arba labai artimos reikšmės atitikmenimis; 3) išvardijamuosius apibrėžimus, kai išskaičiuojami daiktai ar reiškiniai, priklausantys apibrėžiamai termininei sąvokai; 4) palyginamuosius apibrėžimus, kai po santrumpos plg. dedamas vienas žodis arba sudėtinis terminas, kuris atskirai yra apibrėžiamas, panaudojant bet kurį kitą apibrėžimo tipą; 5) nepilnuosius apibrėžimus, kurie gali neturėti loginio apibrėžimo formos ir nurodyti tik vieną kurią terminės sąvokos ar realijos ypatybę – paskirtį, kilmę, pavidalą ir pan.; 6) nuorodinius apibrėžimus, kai nurodomi mokslinei komunikacijai teiktini norminiai terminai vietoje siaurai vartojamų profesionalizmų ar netaisyklingų ir pasenusių terminų“ (Gaivenis 2004: 114–115). K. Gaivenis šiuos apibrėžčių tipus išskyrė išnagrinėjęs visų tipų sudėtinių terminų pateikimą pokario metais išleistuose terminų žodynuose.

Wie bereits deutlich geworden sein dürfte, hängt der Definitionstyp im Wesentlichen von der vom Wissenschaftler gewählten Einteilungsgrundlage ab. In anderen litauischsprachigen Quellen werden gewöhnlich intensionale und extensionale Definitionen unterschieden (Gaivenis 2002: 30; vgl. Celiešienė, Džežulskienė 2008: 45; EFT 2018: 44–45; ISO 1087: 2019)6. Als intensionale Definition (engl. intensional definition) gilt eine Definition, die „den nächsthöheren bereits definierten oder allen bekannten Oberbegriff7 und die Merkmale angibt, die die Artunterschiede des Begriffs beschreiben“ (Kvašytė 2005: 13; vgl. Gaivenis 2002: 30); eine extensionale Definition (engl. extensional definition) hingegen ist eine Definition, „die Artenbegriffe derselben Abstraktionsebene oder die Bestandteile eines Ganzen aufzählt“ (ebd.; vgl. Gaivenis 2002: 17, 30; außerdem vgl. ISO 1087: 2019)8. K. Gaivenios

6 Wie bereits geschrieben, bezeichnete K. Gaivenis diese Definitionen als vollständige Definitionen.

7 Hier und im Folgenden wird aus dem Wörterbuch in der von der Autorin R. Kvašytė hervorgehobenen Form zitiert.

8 In der 2019 erarbeiteten internationalen Norm ISO 1087: 2019 Terminology work and terminology science – Vocabulary (sie wurde nicht ins Litauische übersetzt) werden zwei Arten extensionaler Definitionen unterschieden: generische extensionale Definition (engl. generic extensional definition) und partitive extensionale Definition (engl. partitive extensional definition).

Terminologija | 2021 | 28

181

Laut ihm sind „[I]ntensionale Definitionen meist klassische Definitionen definitio per genus proximum et differentiam specificam. In diesen Definitionen können mehrere Merkmale, nicht nur eines, den Artunterschied bilden. Das liegt daran, dass es Fälle gibt, in denen sich nicht das eine Merkmal finden lässt, das den zu definierenden Gegenstand von allen anderen Gegenständen unterscheidet und seinen Inhalt im Wesentlichen offenlegt“ (Gaivenis 2002: 30).

Nicht alle Definitionstypen sind in der praktischen Terminologiearbeit gleichermaßen wichtig. So beschreiben Reiner Arntz, Heribert Picht und Felix Mayer in ihrem Buch Einführung in die Terminologiearbeit zwei häufigste Arten:

1) Inhaltsdefinitionen (vgl. dt. Inhaltsdefinition, engl. analytical definition, intensional definition, generic definition) vermitteln den Inhalt des Terminus, d. h. die spezifischen Merkmale oder Eigenschaften, die dem definierten Gegenstand zugeschrieben werden können. Im Wesentlichen entspricht dies dem, was in der litauischen Terminologie als die bereits erwähnte intensionale Definition gilt, denn es wird auf bereits Bekanntes zurückgegriffen und es werden bestimmte notwendige (nicht alle!) Merkmale des zu definierenden Begriffs hervorgehoben, die dazu beitragen, den Terminus in das bestehende Terminologiesystem einzuordnen;

2) Umfangsdefinitionen (vgl. dt. Umfangsdefinition, dt. extensionale Definition, engl. extensional definition) helfen, einen Terminus zu beschreiben, indem sie Merkmale angeben, die einem Abstraktionsniveau angehören, oder Bestandteile des Begriffs als Ganzes benennen. Die Autoren unterscheiden hier also die in der litauischen terminologischen Literatur beschriebene extensionale Definition und betonen, dass der Umfang eines Terminus auf verschiedene Weise angegeben werden kann, etwa durch die Aufzählung einzelner Gegenstände oder Erscheinungen, die den zu definierenden terminologischen Begriff bilden, oder durch die Beschreibung mittels bestimmter Symbole, Formeln, Zahlen und anderer spezieller Begriffssymbole (Arntz et al. 2004: 62–66).

Nach Ansicht der genannten Autoren helfen Inhalts- und Umfangsdefinitionen, hierarchische Begriffsbeziehungen offenzulegen; zur Definition von Termini kann entweder der Inhalts- oder der Umfangsparameter genügen, obwohl Begriffsumfang und -inhalt in manchen Fällen zusammenhängen. R. Arntz, H. Picht und F. Mayer begründen die Wahl solcher Definitionen mit ihrer Anwendbarkeit in der praktischen Terminologiearbeit. Man kann zustimmen, dass dies besonders für Fachleute eines bestimmten Sachgebiets von Bedeutung ist, die sich bemühen, Termini präzise zu definieren.

Juan C. Sager betont, dass in der praxisorientierten terminologischen Arbeit Definitionen aller möglichen Typen erstellt werden können, auch wenn sie den strengen inhaltlichen Anforderungen an eine klassische Definition nicht entsprechen (Sager 1990: 42). Hier wäre es wohl angebracht

182

Aušra Rimkutė-Ganुसauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

Man sollte nicht vergessen, dass sich Klassifikationen oft auf unterschiedliche Auffassungen der Autoren und, wie bereits erwähnt, auf eine uneinheitliche Einteilungsgrundlage stützen.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der russische Terminologe Sergej Šelov den Termini-Definitionen, ihren Typen und Anforderungen. In seiner 2003 erschienenen Monografie Термин. Терминологичность. Терминологические определения schreibt er, die Aufgabe einer Definition bestehe weder darin, zu bestätigen, noch darin, zu beschreiben, sondern darin, ein Objekt festzustellen und zu definieren und es so von anderen abzugrenzen (Шелов 2003: 33). Der Sprachwissenschaftler unterteilt Definitionen, hauptsächlich auf der Grundlage der Logik, in fünf Gruppen:

1) klassifikatorische Definitionen (russ. родовидовые, классифицирующие определения), in denen ein Gattungsbegriff und sein Artmerkmal unterschieden werden (Шелов 2003: 37). Diese Definitionen werden in partitive und totative unterteilt;

2) aufzählende Definitionen (russ. перечислительные определения), bei denen der Inhalt eines Terminus durch die Aufzählung der ihm zugehörigen Elemente erschlossen wird (Шелов 2003: 45);

3) kontextuelle Definitionen (russ. контекстуальные определения), bei denen die Bedeutung des Terminus durch die vollständige Aufzählung aller Kontexte erklärt wird (Шелов 2003: 51);

4) operationale Definitionen (russ. операциональные определения), in denen eine bestimmte operationale Tätigkeit widergespiegelt wird. Sie sind charakteristisch für die Physik und die Mathematik (Шелов 2003: 62);

5) monomorphe und polymorphe Definitionen (russ. мономорфные и полиморфные определения). Monomorphe Definitionen zeichnen sich dadurch aus, dass der Inhalt des definierten Terminus klar und genau festgelegt ist; polymorphe Definitionen lassen eine freiere Interpretation der Semantik des Begriffs zu und sind nicht präzise, weshalb sie in der normativen Terminografie nicht empfohlen werden (Шелов 2003: 67). Der Autor ist der Ansicht, dass dieses Definitionssystem auch Ungenauigkeiten aufweist (ebd.).

Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass eine Definition, um einen Begriff genau zu bestimmen, zu benennen oder zu beschreiben, bestimmte Merkmale des zu benennenden Begriffs offenlegen sollte, die dazu beitragen, seine Unterschiede zu anderen Begriffen herauszustellen und bestimmte semantische Beziehungen aufzuzeigen. Nach dem bisher Gesagten dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass nicht nur Termini, sondern auch Definitionen dazu beitragen, eine für alle gleichermaßen verständliche und zugleich zuverlässige fachliche Kommunikation zu gewährleisten. Darüber hinaus, wie Abbildung 1 zeigt, stehen Terminus und Definition in Beziehung

Terminologija | 2021 | 28

183

Sie stehen in Subordinationsbeziehungen – der Terminus hängt davon ab, was in der Definition offengelegt wird, und umgekehrt bestimmt die Wahl eines bestimmten Terminus oder seiner Komponente(n) den Inhalt der Definition. Bei der praktischen terminologischen Arbeit darf jedoch nicht vergessen werden, dass in manchen Fällen „nicht nur eine, sondern sogar mehrere Terminusdefinitionen richtig sein können“ (Gaivenis 2002: 19). Bei der Beurteilung eines Terminus (auch seiner Qualität) ist es daher stets wichtig, auch die Qualität der Definition zu bewerten, d. h. zu prüfen, ob sie den gestellten Anforderungen entspricht.

3. ANFORDERUNGEN AN DEFINITIONEN

Im Standard der Republik Litauen LRST 1115–90 Terminologijos principai ir

metodai werden vier Anforderungen genannt, die bei der Formulierung einer Definition zu beachten sind: 1) Die Definition muss die wesentlichen Merkmale des Begriffs widerspiegeln; 2) Adäquatheit; 3) Systematik und 4) Kürze (Noreikaitė 1994: 99)9. Obwohl dieser Standard nicht mehr gilt, zeigen die im Wesentlichen internationalen Anforderungen (es handelt sich um einen übersetzten internationalen Standard), welche Anforderungen Fachleute beim Verfassen von Definitionen einhalten mussten.

Julia Eduardovna Mueller nennt folgende Anforderungen an Definitionen: Eine Definition sollte möglichst kurz sein, aber alle wesentlichen und unterscheidenden Merkmale des Begriffs umfassen; sie sollte die Stellung des definierten Terminus im Begriffssystem offenlegen; in Definitionen sollten bekannte und bereits definierte Termini verwendet werden; Termini sollten nicht durch Synonyme oder im Wesentlichen bedeutungsgleiche Wörter erklärt werden (Mueller 2016: 44–46).

S. Šelov unterscheidet sieben logische und sprachliche Anforderungen an die Definition eines Terminus: 1) Die Definition muss proportional sein, d. h. der Umfang des Definierten und des Definierenden muss übereinstimmen; 2) in der Definition sind die nächsthöhere Gattung und die Art herauszustellen; 3) die Spezifik des Artunterschieds muss verdeutlicht werden; 4) ein Zirkelschluss ist im Definitionssystem unerwünscht; 5) logisch widersprüchliche Definitionen sind ungeeignet; 6) die Definition muss präzise und klar sein; 7) negative Definitionen sind zu vermeiden (Шелов 2003: 204–205).

Die meisten ausländischen Terminologen nennen sehr ähnliche Anforderungen an den Inhalt von Definitionen und weisen darauf hin, dass Definitionen regelmäßig

9Die Regeln für das Verfassen von Definitionen wurden im Lehrbuch von Vilija Celiešienė und Judita Džežulskienė Profesinės kalbos pagrindai etwas ausführlicher zu beschreiben versucht. Dabei werden die Prinzipien der Adäquatheit (der Terminus muss den Begriff charakterisieren), der Systematik (die Begriffsmerkmale müssen die Beziehungen zu anderen Begriffen oder die Unterschiede offenlegen), der Prägnanz (komplexe Erläuterungen werden als Anmerkungen angeführt), der Wahrung des Sachgebiets und der Veränderbarkeit unterschieden (Celiešienė, Džežulskienė 2008: 46). Die Autorinnen beschreiben die Prinzipien für das Verfassen von Definitionen anhand von Beispielen aus erklärenden Terminologiewörterbüchern; daher sind die genannten Regeln nicht in allen Fällen geeignet.

184

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

atnaujinti, nes jų turinys, laikui bėgant, gali kisti (Arntz ir kt. 2004: 14).

In der praktischen terminografischen Arbeit formulieren in der Regel Fachleute die Definitionen; bei Bedarf werden sie von Terminologen beraten. In Terminologiewörterbüchern bemüht man sich darum, dass nicht nur die Termini bestimmte Systeme bilden (dies ist ein offensichtliches logisches Merkmal von Definitionen), sondern auch ihre Definitionen miteinander vereinbar sind. Selbstverständlich können Fachleute beim Formulieren einer Definition auf Schwierigkeiten stoßen, die auf ihre Definitionsprototypen, ihr Begriffsverständnis und ihr Wissen zurückzuführen sind. Die genannten Faktoren können auch dazu führen, dass Definitionen desselben Terminus aus einem bestimmten Fachgebiet in verschiedenen Quellen voneinander abweichen. Welche Definition genau und vollständig ist, kann Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen sein. In einigen ausländischen Quellen wird betont, dass, wenn für einen Terminus aus einem bestimmten Fachgebiet eine präzise und klare Definition von Fachleuten vorliegt, die in einer terminografischen Quelle oder Datenbank des Fachgebiets gebilligt und veröffentlicht wurde, diese verwendet werden sollte, statt eine neue zu formulieren (Oberholzer 2002: 16).

Eines ist klar: Die Definition eines bestimmten Begriffs darf nur nach einer einzigen Kategorie angegeben werden; das zuverlässigste Kriterium für die Systematisierung und Gruppierung von Begriffen nach Kategorien ist ihr Inhalt. Auch die sprachlichen Anforderungen an Definitionen dürfen nicht vergessen werden, etwa Korrektheit, Systematik, Ökonomie, Verbreitung usw.

4. ANALYSE EINES EINZELFALLS

Nicht nur Fachleute eines bestimmten Fachgebiets oder Bereichs, sondern auch Terminologen fragen sich recht häufig, wie Termini zu definieren sind, also wie eine klare, präzise und systematische Definition zu formulieren ist, aber auch, welchen Terminus oder welches Terminusglied man verwenden sollte, damit er alle zu bezeichnenden Aspekte des Begriffs möglichst genau zum Ausdruck bringt, den Umfang des durch das Grundglied bezeichneten Begriffs definiert und dessen Inhalt konkretisiert. Vor beinahe eineinhalb Jahren fiel mir das Manuskript eines im Entstehen begriffenen Wörterbuchs der Sportterminologie in die Hände. Da es viele Sportarten gibt, gibt es auch viele Fachleute, die am Wörterbuch mitarbeiten. Zweifel weckten Fälle, in denen Vertreter verschiedener Sportarten die im Sport verwendeten Bekleidungstermini unterschiedlich benannten, insbesondere solche mit den Gliedern apranga und batai. Deshalb wurde beschlossen, bereits gebilligte und in Terminologiewörterbüchern aufgeführte Termini und ihre Definitionen näher zu untersuchen.

In der Terminologiedatenbank der Republik Litauen10 finden sich folgende zusammengesetzte Termini aus dem Sportbereich mit dem Grundglied apranga:

10 Weitere Informationen zur Terminologiedatenbank und den dort veröffentlichten Termini finden sich in Alvydas Umbrasas’ Artikel „Lietuvos Respublikos terminų bankas: 10 metų po įstatymo priėmimo“, der in der 20. Ausgabe der Zeitschrift Terminologija veröffentlicht wurde (S. 96–122).

Terminologija | 2021 | 28

185

gimnastikos apranga – Sportkleidung und Schuhe, die beim Turnen getragen werden (AATŽ 2014);

golfo apranga – Kleidung, Schuhe und Kopfbedeckungen zum Golfspielen (AATŽ 2014);

slidinėjimo apranga – Kleidung, Schuhe und Kopfbedeckungen zum Skifahren (AATŽ 2014);

teniso apranga – Kleidung, Schuhe und Kopfbedeckungen zum Tragen beim Rasentennis (AATŽ 2014).

Wie aus den Definitionen hervorgeht, sind sie als aufzählende Definitionen anzusehen, da sie angeben, woraus der zu definierende terminologische Begriff besteht – in diesem Fall aus Kleidung, Schuhen und Kopfbedeckungen. Bei der Definition von gimnastikos apranga wird weiter konkretisiert: Es handelt sich nicht um beliebige, sondern um Sportkleidung und Schuhe. Beachtenswert ist auch, dass die in den Definitionen verwendeten Wörter Kleidung, Schuhe, Kopfbedeckungen, Sportkleidung, Schuhe ebenfalls in Wörterbüchern der Bekleidungsterminologie zu finden sind, zum Beispiel im Aiškinamasis aprangos terminų žodynas (2014) von Stanislovas Algimantas Ratautas, Eugenija Strazdienė und Ada Gulbinienė oder in Juozas Prčiauskas’ Aprangos žodynas (2002). Das logische Zentrum aller aufgeführten Termini ist das Grundglied apranga. Natürlich stellt sich die Frage, ob die Nebenbestandteile gimnastikos, golfo, slidinėjimo, teniso, die eine bestimmte Sportart oder ein bestimmtes Sportspiel bezeichnen und einen gewissen Zweckbezug aufweisen, gezielt gewählt wurden. Wäre es vielleicht genauer, gimnastų, golfo žaidėjų, slidininkų ar tenisininkų apranga zu sagen, also in den Nebenbestandteilen die Personen zu nennen, für die diese Bekleidung bestimmt ist? Solche Überlegungen ergeben sich offenbar daraus, dass in bereits erschienenen Wörterbüchern auch zusammengesetzte Termini zu finden sind, deren Nebenbestandteile durch Pluralgenitive ausgedrückt werden und Personen bezeichnen, die die definierten Schuhe tragen (motociklininkas, parašiutininkas):

motociklininkų batai – Schuhe für den Motorradsport und zum Motorradfahren, gewöhnlich mit Riemen über dem Rist und einem Knöchelriemen, die über Rist und Ferse durch einen Metallring verbunden sind (AATŽ 2014);

parašiutininkų batai – von Fallschirmspringern getragene Schuhe für Fallschirmsprünge; Bestandteil der Fallschirmspringerausrüstung (AATŽ 2014).

Neben den bereits erwähnten werden auch spezifische Termini aufgeführt, deren Nebenbestandteile die Sportart bezeichnen, während die Definition erheblich weiter gefasst ist, vgl.:

bokso batai – Schuhe mit höheren oder niedrigeren Schnürstiefelschäften und leichten Sohlen aus Leder oder anderem Material mit guter Stoßdämpfung und Rutschhemmung, für Boxer (AATŽ 2014);

žolės riedulio batai – Schuhe, die beim Hockey getragen werden und sich durch höhere Schutz- und Dämpfungsfähigkeit sowie eine größere Anzahl von Nocken an der Sohle auszeichnen (AATŽ 2014).

186

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

Wie die Beispiele aus dem im Terminų bankas bereitgestellten Wörterbuch der Bekleidungsfachbegriffe zeigen, dienen in beiden Fällen Merkmale wie mit Schaft, mit bestimmten Sohlen, aus Leder als artbildende Unterschiede des definierten Gegenstands; das heißt, es werden bestimmte Schuhdetails, das Material, aus dem sie hergestellt sind, und Ähnliches angegeben. Darüber hinaus wird in einigen Definitionen auch der Verwendungszweck genannt: zum Spielen von Feldhockey, für den Motorradsport und zum Motorradfahren, für Fallschirmsprünge. Somit wird in allen Definitionen zunächst die nächsthöhere Gattung des Begriffs angegeben und anschließend der artbildende Unterschied beschrieben, meist sogar mehr als einer. Die Zugehörigkeit ausdrückenden Termini Motorradfahrerstiefel und Fallschirmspringerstiefel sind aus grammatischer Sicht interessant: Die abhängigen Bestandteile der Termini stehen im Plural. Es stellt sich die Frage, ob dieser terminologische Plural gerechtfertigt und notwendig ist. Würde nicht vielleicht der Singular ausreichen? Der zusammenfassende Plural gilt hier offenbar als präziser, denn die Schuhart wird verallgemeinernd bezeichnet, indem die Zugehörigkeit zu Motorradfahrern, Fallschirmspringern angegeben wird, ohne einen bestimmten Motorradfahrer oder Fallschirmspringer zu bezeichnen. Doch auch der Singular wäre hier durchaus geeignet, insbesondere wenn in den Definitionen die Personenbezeichnung ebenfalls im Singular stünde.

Warum werden also in manchen Fällen mit zusammengesetzten Termini, deren Grundbestandteile Bekleidung und Schuhe lauten, Arten mit einem Zweckaspekt bezeichnet, in anderen Fällen dagegen Arten mit einem Zugehörigkeitsaspekt? Wovon hängt das ab? Man kann vermuten, dass die Definition die Wahl der Fachleute bestimmt hat, genauer gesagt: diejenigen Merkmale, die als wesentlich ausgewählt wurden und einen bestimmten Begriff von anderen unterscheiden. Ein Terminologe hätte hier formal wohl nichts zu beanstanden, außer einem einzigen Punkt: Begriffe ähnlicher Art werden auf unterschiedlichen Grundlagen definiert und bilden, wenn sie in ein und demselben erklärenden Fachwörterbuch stehen, kein klares System. Man kann jedoch auch erwägen, dass sich die Grundbestandteile der erörterten Termini hinsichtlich ihres Bedeutungsumfangs unterscheiden: Der Bestandteil Bekleidung bezeichnet nicht nur bestimmte Kleidungsstücke, sondern auch Ausrüstungsgegenstände, die speziell für Sportler einer bestimmten Sportart hergestellt werden, also Ausrüstung; der Bestandteil Schuhe dagegen bezeichnet nur konkretes Schuhwerk, und genau deshalb entstehen Ausdrucksunterschiede. Auch lässt sich erwägen, dass die erörterten logischen Unzulänglichkeiten und Uneinheitlichkeiten auf Mängel der Definitionen sowie auf die unterschiedliche Erfahrung und das unterschiedliche Wissen von Fachleuten verschiedener Sportbereiche und auf die getrennte terminografische Arbeit zurückgehen, bei der das Gesamtsystem nicht in den Blick kommt.

Betrachten wir noch einen Fall – Fischerstiefel, Angelstiefel, Fischereistiefel, Stiefel für die Fischerei oder Stiefel zum Fischen? Das heißt: Wie sollte man Stiefel bezeichnen,

Terminologija | 2021 | 28

187

die Fischer während des Fischfangs tragen sollen. Obwohl wir im Erklärenden Wörterbuch der Bekleidungsfachbegriffe den Terminus Fischerstiefel11 finden:

wasserdichte Stiefel für Angler und Fischer (AATŽ 2014),

warum könnten solche Stiefel aber nicht anders bezeichnet werden, z. B. im TB als Angelstiefel, vgl. Reitstiefel (AATŽ 2014), ferner TB Reithosen, wenn dieses Schuhwerk zum Tragen bei einer bestimmten Tätigkeit bestimmt ist? Oder könnte der abhängige Bestandteil des zusammengesetzten Terminus statt im Genitiv eines abstrakten Substantivs im Genitiv eines konkreten Substantivs stehen: des Fischfangs, vgl. Wanderstiefel (AATŽ 2014)? In der Terminologie werden abhängige Bestandteile im Dativ nur selten ausgedrückt. In diesem Fall ist im Ausdruck Stiefel zum Fischfang der Bestandteil zum Fischfang durch den gebräuchlicheren Genitiv des Fischfangs zu ersetzen. Möglich wäre auch Fischereistiefel: Mit dem abhängigen Bestandteil fischereilich würde die Zugehörigkeit zu der durch das Grundwort bezeichneten Handlung oder dem Prozess (Fischerei) oder der Zusammenhang damit ausgedrückt. Wie aus der im Wörterbuch angegebenen Definition hervorgeht, bezeichnet sie den Verwendungszweck (für Angler und Fischer bestimmt) sowie ein wesentliches Merkmal (wasserdicht). Zweifel am abhängigen Bestandteil des erörterten zusammengesetzten Terminus entstehen auch deshalb, weil in der Definition Angler und Fischer genannt werden, der Terminus jedoch nur Fischer lautet. Sind also Fischer und Angler dasselbe? Im neuesten normativen Wörterbuch der litauischen Standardsprache wird das Wort Fischer so erklärt: „ein Mensch, der fischt“; im akademischen Wörterbuch der litauischen Sprache heißt es zum Wort Angler: „jemand, der mit der Angel fischt“. Fische können sowohl von einem Angler als auch von einem Fischer mit der Angel gefangen werden. Der Begriff Fischer wird jedoch je nach dem Fachgebiet, in dem er definiert werden muss, deutlich weiter verstanden.

Offenbar sollten Fachleute bei der Bildung von Termini als Ausgangspunkt dennoch ausschließlich den Inhalt, das heißt die terminologische Bedeutung, wählen und in der Definition die wesentlichen und unterscheidenden Merkmale des bezeichneten Begriffs sachlich begründet wiedergeben. Auch die Logik und der semantische Gehalt des Terminus dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Im Wesentlichen hängt die Wahl des Bestandteils eines zusammengesetzten Terminus vom Inhalt und Umfang der Definition ab. Umgekehrt hängt die Wahl der Definition von dem Bestandteil beziehungsweise den Bestandteilen des zusammengesetzten Terminus ab, denn üblicherweise wird geprüft, ob Terminus und Definition zusammenpassen, ob die Definition zu weit oder zu eng ist, ob ein Zirkelschluss vorliegt und Ähnliches. Die Definition kann also nicht unabhängig vom Terminus bestehen, der Terminus nicht unabhängig von der Definition, und beide können nicht unabhängig von ihren Verfassern bestehen. Folglich stehen Definition und Terminus – unabhängig davon, ob der Terminus einfach oder zusammengesetzt ist – in einem Subordinationsverhältnis zueinander (siehe Abb. 2): Sie bedingen einander und hängen voneinander ab.

11 In Terminologijų taisymai wird vorgeschlagen, anstelle der Fremdwörter bachilai, bachilos die Bezeichnung Fischerstiefel zu verwenden (TT 1992: 21).

188

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Ein Terminus muss eine Definition haben. Der Inhalt der Definition hängt vom Umfang des Begriffs ab: Ändert sich die Anzahl der allgemeinen und unterscheidenden Merkmale, die ihn bezeichnen (nimmt sie ab oder zu), kann sich auch der Inhalt der Definition ändern (präzisiert, eingegrenzt oder erweitert werden). Bei der Formulierung einer Definition desselben Begriffs können Fachleute unterschiedliche Begriffsmerkmale festhalten. Diese Uneinheitlichkeit ist auf die unterschiedlichen Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungsstände und Begriffsauffassungen der Fachleute zurückzuführen. Eine Definition ist also das Ergebnis einer konstruktiven Verständigung.

2. In der wissenschaftlichen Literatur finden sich unterschiedliche Klassifikationen von Definitionen, die im Wesentlichen von der gewählten Klassifikationsgrundlage, der Erfahrung und Auffassung der Autoren sowie vom Fachgebiet abhängen. In der litauischen Terminologieforschung wurden Definitionen nur wenig untersucht. Am ausführlichsten befasste sich der Terminologe K. Gaivenis mit ihnen. Im Wesentlichen beruhen alle Klassifikationen auf den Begriffen Intension und Extension sowie auf den Ergebnissen der praktischen Arbeit – den in terminografischen Quellen veröffentlichten Termini-Definitionen.

3. Die sprachliche Gestaltung des spezifischen Bestandteils eines Mehrwortterminus hängt offenkundig vom Inhalt der Definition ab, die ein Fachmann eines bestimmten Fachgebiets formuliert. Folglich hängt die Wahl des zu verwendenden Bestandteils davon ab, wie der Fachmann den Terminus auffasst – ob er ein bestimmtes Gebiet oder einen Zweig abgrenzen oder eine Person usw. bezeichnen möchte. Ein Terminologe, der einen Fachmann bei der Erstellung eines Terminologiewörterbuchs berät, muss in einem solchen Fall anerkennen, dass eine der zentralen Anforderungen – die Definition muss vollständig, klar, objektiv und eindeutig sein und der Umfang des definierten Begriffs muss dem Umfang des definierenden Begriffs entsprechen – erfüllt ist. Terminus und Definition stehen somit in wechselseitigen Subordinationsbeziehungen: Die Wahl eines einfachen Terminus oder der Bestandteile eines Mehrwortterminus hängt vom Inhalt und Umfang der Definition ab und umgekehrt.

ŠALTINIAI

AATŽ – Stanislovas Algimantas Ratautas, Eugenija Strazdienė, Ada Gulbinienė, Aiškinamasis aprangos terminų žodynas: daugiau nei 6000 terminų lietuvių, anglų, obkiečių, prancūzų ir rusų kalbomis, Kaunas: Technologija, 2014.

Bendrinės lietuvių kalbos žodynas, vyr. red. D. Liutkevičienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: https://ekalba.lt/bendrines-lietuviu-kalbos-zodynas/.

Lietuvių kalbos žodynas, vyr. red. G. Naktinienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: https://ekalba.lt/lietuviu-kalbos-zodynas/.

Priešniauskas Juozas 2002: Aprangos žodynas, Vilnius: Apvašris.

TB – Valstybinės lietuvių kalbos komisijos Lietuvos Respublikos terminų bankas, 2005–2020. Prieiga internete: http://terminai.vlkk.lt/.

Terminologija | 2021 | 28

189

LITERATŪRA

Arntz Reiner, Picht Heribert, Mayer Felix 2004: Einführung in die Terminologiearbeit, Georg Olms Verlag AG Hildesheim.

Bubelis Rimgaudas, Jakimenko Virginija, Valatka Vytis 2012: Logika. II dalis. Silogistika, klasių logika, daugiareiškė, modalinė, normų logika, nededukciniai samprotavimai, Vilnius: Mykolo Romerio universitetas.

Celišienė Vilija, Džėžulskienė Judita 2008: Profesinės kalbos pagrindai, Kaunas: Technologija.

EFT – Empfehlungen für die Terminologiearbeit, Bern, 2018. Prieiga internete: http://www.cotsoes.org/sites/default/files/KUEDES_Empfehlungen_fuer_die_Terminologiearbeit_Bern_2018.pdf [žiūrėta 2021-05-13].

Eidukienė Dalia 2009: Logika, Vilnius: Paranama.

Gaivenis Kazimieras 2002: Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

Gaivenis Kazimieras 2004: Sudėtinių terminų pateikimas ir aiškinimas terminų žodynuose. – Terminologijos istorijos ir dabarties problemos: straipsnių rinkinys Kazimierui Gaiveniui atminti, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

Gaivenis Kazimieras, Keinys Stasys 1990: Kalbotyros terminų žodynas, Kaunas: Šviesa.

ISO 1087: 2019 (en) Terminology work and terminology science – Vocabulary. Prieiga internete: https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:62330:en [žiūrėta 2021-07-05].

Jakaitienė Evalda 2005: Leksikografija, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.

Jakaitienė Evalda 2010: Leksikologija: studijų knyga, antr. pakart. leid., Vilnius: Vilniaus universiteto leidykla.

Keinys Stasys 2005: Priesaginė lietuviškų terminų daryba. – Dabartinė lietuvių terminologija, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 21–76.

Klimavičius Jonas 2005: Kazimieras Gaivenis. Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys [rec.]. – Leksikologijos ir terminologijos darbai: norma ir istorija, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 246–258.

KP L1 – Kalbos patarimai 4: kn. Leksika 1: skolinių vartojimas (L1), sud. D. Mikulėnienė, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2005.

KP L1 – Kalbos patarimai 4: kn. Leksika 1: skolinių vartojimas (L1), sud. D. Mikulėnienė, A. Dilytė, antras patais. ir papild. leid., Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2013.

Kvašytė Regina 2005: Mokomasis terminologijos žodynėlis, Šiauliai: VŠĮ Šiaulių universiteto leidykla.

LKE – Lietuvių kalbos enciklopedija, par. K. Morkūnas, red. V. Ambrazas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 1999.

LST ISO 1087-1:2005 Terminologijos darbas. Aiškinamasis žodynas. 1 dalis. Teorija ir taikymas (tapatus ISO 1087-1:2000).

Mickienė Ilona, Briaukienė Birutė 2016: Lietuvių terminologijos apsek tai: metodinė mokomoji knyga, Vilnius: Vilniaus universitetas. Prieiga internete: https://www.knf.vu.lt/dokumentai/failai/katedru/lietuviu/Lietuvi%C5%b3_terminologijos_apsektai_2016.pdf [žiūrėta 2021-04-01].

Mueller Julia Eduardovna 2016: Prinzipien, Arten und Charakteristika von Definitionen in der deutschen und englischen Logistikterminologie. – Филологические науки в МГИМО 7, 39–49. Prieiga internete: https://philnauki.mgimo.ru/jour/article/view/117/118 [žiūrėta 2021-07-01].

Noreikaitė Adelė 1994: Lietuvos Respublikos standartas „Terminologijos principai ir metodai“. – Terminologija 1, 99–100.

Oberholzer Mirjam 2002: Terminologische Definitionen: Form, Funktion, Extraktion, Zürich. Prieiga internete: https://www.cl.uzh.ch/dam/jcr:00000000-6a77-a254-ffff-ffffa5fa2b22/oberholzer_liz_terminologische_definitionen.pdf [žiūrėta 2021-07-01].

Plečkaitis Romanas 2004: Logikos pagrindai, Vilnius: Tyto Alba.

Sager Juan C. 1990: A Practical Course in Terminology Processing, Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.

Šalkauskis Stasys 1991: Raštai II: filosofijos ir pedagogikos terminija, Vilnius: Mintis.

TT – Kazimieras Gaivenis, Angelė Kaulakienė, Stasys Keinys, Jonas Klimavičius, Terminologijos taisymai, Vilnius: Mokslas, 1992.

TV – Terminologijos vadovėlis Europos Komisijos Vertimo raštu generalinio direktorato Lietuvių kalbos departamento vertėjams, Liuksemburgas, 2006. Prieiga internete: http://www.laraneda.lt/failai/terminology_guidelines_lt.pdf [žiūrėta 2021-05-12].

TŽŽ – Tarptautinių žodžių žodynas, red. A. Kaulakienė, Vilnius: Alma littera, 2013.

TŽŽ – Valerija Vaitkevičiūtė, Tarptautinių žodžių žodynas, 4-as patais. ir papild. leidimas, Vilnius: Žodynas, 2007.

VLEe – Visuotinė lietuvių enciklopedija, e. variantas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos centras, 2001–2020. Prieiga internete: www.vle.lt.

Шелов Сергей Дмитриевич 2003: Термин. Терминологичность. Терминологические определения, Москва.

190

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Sudėtinio termino dėmenų ir apibrėžties subordinacija: vieno atvejo analizė

SUBORDINATION BETWEEN COMPONENTS AND DEFINITION OF A COMBINATIVE TERM: CASE STUDY

Summary

As it is generally known, the content of the term is revealed by the definition of the terminological meaning, the content of which essentially depends on the scope of the concept. If the number of the basic and distinguishing features reflected by the concept changes (decreases or increases), the content of the definition may be further updated (narrowed or expanded). The professionals of a certain field may choose slightly different features of the concept to define the same concept. Such inconsistency may be determined by the difference in their experience, perception of the concept, professional knowledge, and even imagination. We may say that the definition of a certain term is the outcome of a constructive agreement, and there are cases where several definitions (rather than one) revealing the basic and distinguishing features of the concept devised by the professionals of a certain field may be considered correct and appropriate.

The article analyses two-word terms with the head component apranga and batai found in the Term Bank of the Republic of Lithuania: gimnastikos apranga, golfo apranga, slidinėjimo apranga, teniso apranga and motociklininkų batai, parašiutininkų batai, bokso batai, žolės riedulio batai, etc. It is discussed why in some cases the combinative terms with apranga and batai as head components indicate aspect with the shade of purpose and in other cases with the shade of belonging. The analysis of the examples entails a conclusion that the expression of the aspectual component(s) of the combinative term obviously depends on the content of the definition created by a professional of a certain field. It means that the way a professional conceives the specific term determines which element is chosen for use. Therefore, the term and its definition are linked by bidirectional relations of subordination, i.e. the selection of constituent components for a one-word or combinative term depends on the content and scope of the definition, and vice versa.

Gauta 2021-07-10

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė

Lietuvių kalbos institutas

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

E. paštas [email protected]

Terminologija | 2021 | 28

191

Document details