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GERTRŪDA NAKTINĖNĖ

Institut für Litauische Sprache

KURATIVE VERBEN

WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN STANDARDSCHRIFTSPRACHE

SCHLÜSSELWÖRTER: Standardsprache, kurative Verben, Sprachgebrauch, Normierung, Wörterbuch

EINLEITENDE ANMERKUNGEN

Bei der Erarbeitung des Wörterbuchs der litauischen Standardschriftsprache (im Folgenden BŽ) im Zentrum für Lexikografie des Instituts für Litauische Sprache werden einige Normen und Fakten der Standardsprache sowie deren Darstellung präzisiert. Eine der Verbgruppen, die zwar nicht umfangreich ist, jedoch den Nutzern der Standardsprache, den Sprachpflegern und den Lexikografen Schwierigkeiten bereitet, sind die kurativen Verben.

In der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache werden kurative Verben als Untergruppe der transitiven Verben betrachtet; dabei wird betont, dass es sich um „eine eigenständige, wenn auch zahlenmäßig kleine Bedeutungsgruppe mit deutlich ausgeprägten formalen Unterscheidungsmerkmalen“ handelt (DLKG 287; LG 226). „Sie werden aus transitiven Verben mit dem Suffix -dinti gebildet und bezeichnen eine Handlung, durch die dafür gesorgt wird, dass etwas geschieht oder von anderen Handelnden ausgeführt wird. Vgl.: ein Haus bauen: ein Haus bauen lassen (unter Hinzuziehung von Bauarbeitern, Handwerkern), einen Ring schmieden: einen Ring schmieden lassen (beim Schmied), ein Band weben: ein Band weben lassen (bei der Weberin)“ (DLKG 287). Wie festgestellt wird, werden kurative (kausative) Verben auch als nicht-aktive kausative Verben bezeichnet. Ihre Wortbildungsgrundlage bilden Verben mit aktivem Handeln (meist in sequentieller Bedeutung) (DLKG 399).

BESONDERHEITEN DER KOMPONENTEN VON SÄTZEN MIT VERANLASSUNGSVERBEN UND UNTERSCHIEDE IN DER LEXIKOGRAFISCHEN DARSTELLUNG

Zu den formalen und semantischen Besonderheiten der Veranlassungsverben sowie zu den Kriterien ihrer Abgrenzung von Kausativverben und anderen Verben ist bereits viel geschrieben worden (LKG II 25, 265; Jakulienė 1975; Paulauskienė 1979: 12, 1994: 286; LKM

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110, Savičiūtė 1984: 73–78, 1985: 236–251, 1986: 206–209, 1995: 129–141 u. a.). Neben anderen wichtigen formalen und semantischen Kriterien gilt, gestützt auf die Arbeiten von Friedrich Kurschat, Jonas Jablonskis und anderen Autoren (Kurschat 1876: 122; Jablonskis I 289; LKM 110), als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal der Veranlassungsverben das Vorhandensein eines zusätzlichen Subjekts, d. h. eines vermittelnden Subjekts, auf der Tiefenebene und mitunter auch auf der Oberflächenebene des Kurativsatzes (d. h. eines Satzes mit einem Veranlassungsverb). Auf der Grundlage der Daten aus LKŽ und DŽ₂ wurden die semantischen Besonderheiten der Komponenten auf der Tiefenebene von Kurativsätzen untersucht und Regelmäßigkeiten der semantischen Abstimmung (semantischen Kongruenz) ermittelt (Savičiūtė 1985: 236–251). Dabei traten (siehe die Tabelle „Semantische Abstimmung auf der Tiefenebene von Kurativsätzen“, ebenda, S. 239) drei Hauptsituationen hervor, die sich mit folgenden Paraphrasen beschreiben lassen:

1) „Ein mit Befehlsgewalt ausgestattetes Subjekt sorgt dafür und befiehlt, dass jemand (ein Diener, ein Henker usw.) etwas tut“, z. B.: Der König ließ ihm den Kopf abschlagen;

2) „Ein Auftraggeber (eine Person, die eine bestimmte Arbeit nicht selbst ausführen kann oder für die es schwierig ist, sie auszuführen) sorgt dafür und gibt in Auftrag, dass jemand (ein Fachmann, Handwerker usw.) etwas tut“, z. B.: áusdinti (Bänder weben lassen), dirbdinti (einen Grabstein anfertigen lassen), kaldinti (ein Kreuz schmieden lassen), mėzg­dinti (einen Pullover stricken lassen), siūdinti (Schuhe, einen Mantel nähen lassen), statydinti (ein Haus, eine Kirche, einen Palast bauen lassen), rašydinti (ein Testament schreiben lassen) usw.; Der Bischof ließ eine Kirche bauen;

3) „Eine Person sorgt dafür, bittet oder befiehlt, dass jemand (ein Vermittler) etwas tut“, z. B.: siūdinti (einen Brief schreiben lassen) usw.

Wie die für die Wörterbuchartikel des BŽ zusammengestellten Daten zeigen, sind im Gebrauch der Standardsprache vor allem Veranlassungsverben der zweiten und in geringerem Maße der dritten Untergruppe weiterhin gebräuchlich. Die Verben der ersten Untergruppe spiegeln vergangene Verhältnisse wider und werden gewöhnlich benötigt, wenn über die Antike geschrieben oder erzählt wird. In Sätzen mit Veranlassungsverben nehmen Wörter, die einen Gegenstand, einen Stoff oder ein Abstraktum bezeichnen, gewöhnlich nicht die Position des vermittelnden Subjekts ein. Ein vereinzeltes Beispiel dieses Typs liegt zwischen Kurativ und Kausativ: Die in der Chemie verwendete Bedeutung des Verbs ėsdinti wird in DŽ₃₋₆ als veranlassend eingestuft, in LKŽ, LKŽₑ und BŽ dagegen als kausativ, z. B.: Schwefelsäure wird zum Ätzen von Metallen verwendet[ (DŽ₂₋₆). Unter Berücksichtigung verschiedener Abgrenzungskriterien werden die Verben pažindinti, veikdinti, žiodyti in DŽ als Veranlassungsverben behandelt, im BŽ hingegen als Kausativverben aufgeführt.

Im Wörterbuch der litauischen Standardsprache wird gemäß den Anforderungen von BŽPP und BŽln bei Fragen mit dem Pronomen kas versucht, das Hauptargument und das fakultative Argument anzugeben

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die Valenz der Verben, doch werden beide Arten der Valenz nicht durch irgendwelche formalen Mittel voneinander unterschieden. Wörterbuch der litauischen Standardsprache besonders dienlich ist das Valenzwörterbuch der litauischen Verben (Sližienė 2004: 35), in dem die grundlegende und die in Klammern angegebene fakultative Valenz des einzigen dort aufgeführten kausativ-veranlassenden Verbs siūdinti, ~a, ~o (pa-)₅ „dafür sorgen, dass jemand näht“ angegeben sind: Nom Acc (Dat) (išGen) (pasAcc) [C P B O A₍c₎] sowie die semantischen Funktionen der Aktanten: Nom Hum Acc –Anim Dat +_ Anim pasAcc Hum išGen –Anim1. Die Valenzeigenschaften werden durch folgende Sätze veranschaulicht: „Die Kleidung Mama für sie ließ bei der Dorfschneiderin nähen; Von diesem Müller ließ ich einen Anzug für meinen Mann nähen; Lass Möbelbezüge nähen; Bei wem hast du die Pferdegeschirre nähen lassen?; Die Schuhe ließen die Eltern nähen, sie kauften sie nicht“ (Sližienė 2004: 35). Es wird darauf hingewiesen, dass „anstelle von pasAcc im Satz Loc stehen kann, das den Ort bezeichnet, an dem die nähende Person arbeitet, z. B.: Einige Damen lassen ihre Festkleider in der N ä h e r e i nähen.“ (2. Anmerkung, Sližienė 2004: 35). Wie Nijolė Sližienė erklärt, weist die Valenz reflexiver kausativ-veranlassender Verben keine wesentlichen Unterschiede gegenüber derjenigen nichtreflexiver Verben auf: „Der Gebrauch des reflexiven Verbs siūdintis unterscheidet sich nur dadurch, dass im Satz kein Dativ vorkommt, der durch das Reflexivsuffix -s(i) ersetzt wird (dessen Bedeutung durch eine Possessivpronomenform sau verstärkt werden kann), z. B.: Aus Schaffellen ließ ich mir neue Pelzmäntel nähen.“ (1. Anmerkung, Sližienė 2004: 35). Auf Grundlage der genannten Untersuchungen zu kausativ-veranlassenden Verben und der ausführlichen Valenzanalyse des Verbs siūdinti wurde im BŽ folgender Wörterbucheintrag zum Verb siūdinti formuliert2:

siūdinti, siūdina, siūdino Verb [veranl.]3 (was, wem, wo) dafür sorgen, in Auftrag geben, dass jemand (gewöhnlich ein Schneider oder Schuhmacher) näht: Ich lasse meinem Mann in einer Schneiderei einen Anzug nähen. | refl. (bei wem): Viele lassen bei ihm nähen. Jetzt ist die beste Zeit, sich etwas nähen zu lassen – wir gewähren einen Rabatt. | refl. (was, wo, bei wem, woraus): Sich orthopädische Schuhe nähen lassen. Ich lasse mir einen Mantel aus glattem Kaschmirstoff nähen. Sie ließ sich ein Abendkleid in einem Modeatelier von einem berühmten Designer nähen. Es wurde vorgeschlagen, denjenigen Pfarreien, die noch keine haben, Fahnen nähen zu lassen. | refl. neg. (wovon): Ich lasse mir nicht gern Kleidung maßschneidern, sondern kaufe fertige.

1 A – Agens (Funktion des Handlungsausführenden); C – Kausator; P – Patiens (Funktion des betroffenen Gegenstands oder des Zustandsträgers); B – Benefizient (Funktion des Adressaten, Empfängers oder Besitzers); O – Quelle (Funktion des Ursprungs der Handlung oder des Zustands, des Ausgangszustands); A₍c₎ – kausierendes Agens; +Anim – belebtes Wesen, einschließlich einer Person; –Anim – unbelebter Gegenstand; Hum – Person (auch eine Personengruppe, eine Einrichtung usw.) (Sližienė 2004: 6).

2 Hier werden Wörterbucheinträge zu veranlassenden Verben aus dem BŽ zitiert, die die Autorin dieses Artikels 2003 verfasst, später ergänzt und überarbeitet hat und die von Klementina Vosylienė redigiert wurden. Nach der endgültigen Redaktion des Wörterbuchs können sie sich noch ändern.

3 Die Kennzeichnung [prp.] (= veranlassendes Verb) dient im BŽ-Text derzeit ausschließlich der Suche.

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Bei der Aufnahme veranlassender Verben in das Wörterbuch der litauischen Standardsprache wurde auf die für Wörterbuchbenutzer schwer verständliche Verweisform verzichtet, bei der diese Verben nicht erklärt, sondern lediglich durch die Kennzeichnungen prp. (veranlassendes Verb, DŽ₁–₆ₑ), cur. (verbum curativum, veranlassendes Verb, LKŽ, LKŽₑ) mit den Grundverben oder deren Bedeutungen verknüpft werden. Im Wörterbuch der litauischen Standardsprache wird die Definitionsformel „dafür sorgen (in Auftrag geben, anordnen, befehlen, bitten usw.), dass jemand (gewöhnlich ein Fachmann eines bestimmten Gebiets) das tut, was das Grundwort bezeichnet“ verwendet. Mit dem Pronomen kas wird in der Definition ausgedrückt, dass es einen weiteren Akteur gibt, der die veranlasste Handlung physisch ausführt. Wenn möglich, wird die Semantik des Wortes, das diesen Handlungsausführenden bezeichnet, präzisiert (siūdinti – ein Schneider näht; statydinti – Bauarbeiter bauen, (nu)kišdinti – ein Henker schlägt (den Kopf) ab usw.). Es wird versucht, anschauliche Beispiele anzuführen, in denen entweder das mit Befehlsgewalt ausgestattete Subjekt benannt oder zusätzlich der Akteur genannt wird, der die in Auftrag gegebene (angeordnete, befohlene, erbetene usw.) Handlung physisch ausführt, oder ausgedrückt wird, dass die Handlung in einem Dienstleistungsbetrieb (einer Werkstatt, Reparaturwerkstatt, einem Atelier usw.) erfolgt, z. B.:

liėdinti, liėdina, liėdino Verb [veranl.], liėdinti, liėdina, liėdino (was) dafür sorgen, in Auftrag geben, dass jemand (gewöhnlich Handwerker) gießt⁴: Der Pfarrer ließ eine Kirche bauen und ließ Glocken gießen. Die eingedrungenen Fremden nahmen die Glocken mit und ließen daraus Kanonenkugeln gießen. | refl. (was, wo): Wir ließen den Grabstein in einer Steinmetzwerkstatt anfertigen.

Obwohl diese Art der Definition häufig den Eindruck einer künstlichen, unnatürlichen und umständlichen Ausdrucksweise erweckt, ist sie für Nichtphilologen verständlicher als Arbeitskennzeichnungen und Verweise auf das Grundwort (Naktinienė 2000: 21–22; 2006: 24).

TABELLE 1. Beispiele für die Darstellung veranlassender Verben in Wörterbüchern

DŽ₆ₑ

LKŽₑ

BŽ

áusdin‖ti, ~a, ~o veranl. zu a u s t i „weben“ 1. ~imas (1)

áusdinti, -ina, -ino cur. zu austi „weben“ 1: Ich werde ein Boot weben lassen, ich werde ein Segel weben lassen KlpD44. | refl. trans.: Sie lassen sich schon keine Röcke aus Penknytė-, Rips- oder Blakyčių-Stoffen mehr weben I. Simon.

áusdinti, áusdina, áusdino Verb [veranl.] (was, bei wem, für wen) dafür sorgen, in Auftrag geben, dass jemand (gewöhnlich eine Weberin) webt (1. Bedeutung): Sie lässt bei einer bekannten Textilkünstlerin einen Wandteppich als Geschenk weben. | refl. (was): Ich ließ mir eine Tagesdecken- und Vorhanggarnitur weben.

4 Siehe die zweite Fußnote.

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DŽ6e

LKŽe

BŽ

káldin||ti, ~a, ~o prp. s c h m i e d e n 3: K. eine Pflugschar, ein Hufeisen, Geld

káldinti, -ina, -ino Š; M 1. iter. 1 schmieden 6: Das muss er aus gehauenen Steinen machen Bb¹²Moz20,25. Aus Stein gehauen R399. 2. K iter. 1 schmieden 10: Pflugscharen schmieden J. Und bei der neuen kleinen Egge schmiede kleine Pflugscharen LTR. Eine Pflugschar oder ein Streichbrett in eine Lanze oder ein Schwert schmieden S.Dauk. Und ich gebe dir die Macht, in deinem Land Geld zu prägen Bb1Mak15,6. Ich schmiede einen Ring J.Jabl. [...] Baue eine kleine Brücke über den See N174. Schmiede keinen kleinen Ring, präge keinen kleinen Namen JV74. [...]

káldinti, káldina, káldino Verb [Kaus.] (etw., jmdm.) dafür sorgen, in Auftrag geben, dass jemand (gewöhnlich Handwerker) etwas schmiedet (3. Bed.): Wir ließen Kreuze und Kerzenleuchter in einer Metallwerkstatt schmieden. | verneinend (etw.): Wir lassen keine Ringe schmieden, wir kaufen fertige. | refl. (etw., bei jmdm.): Sie lässt sich bei einem Juwelier ein Schmuckset anfertigen.

statýdin||ti, ~a, ~o prp. e r r i c h t e n – b a u e n: Ein Haus errichten | refl.: ein Haus bauen lassen. ~imas (is) (1)

statýdinti (–yti), –ina, –ino [...] 3. NdŽ iter. statyti 5: Lass neue Ställe errichten J. Der Herr lässt eine Brücke bauen J.Jabl. Vytautas ließ an verschiedenen Orten Litauens Kirchen errichten A1884,22. | refl. tr. NdŽ, D޹: Wir bauen kein Haus für uns selbst, wir haben kein Geld Mrj. Der Großteil des litauischen Adels ließ sich Paläste bauen und folgte dabei dem klassizistischen Stil rš. [...]

statýdinti, statýdina, statýdino Verb [Kaus.] (etw., jmdm.) dafür sorgen, in Auftrag geben, dass jemand (gewöhnlich Bauarbeiter) baut: Sie lässt ihrer Tochter ein Haus bauen. | refl. (etw.): Der Nachbar hat vor, neue Wirtschaftsgebäude bauen zu lassen. | verneinend refl. (etw.): Wir werden kein Haus bauen lassen, lieber kaufen wir ein gebrauchtes.

GEBRAUCHSBESONDERHEITEN DER BESCHAFFUNGSVERBEN

Seltenheit und Unregelmäßigkeit des Gebrauchs

Beschaffungsverben sind eine alte, jedoch im Schwinden begriffene, uneinheitlich verwendete5 und zu bewahrende Gruppe von Verben der Standardsprache –

5 Am 26. Februar 2004 führte die Verfasserin dieses Artikels bei einem am Institut für Litauische Sprache abgehaltenen Seminar für Übersetzer und Redakteure eine kleine mündliche Befragung durch. Die Seminarteilnehmer wurden gefragt, ob sie selbst beim Sprechen (nicht beim Schreiben, Redigieren oder Übersetzen) die Verben siūdinti verwenden.

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gruppe. Von den 95 im DŽ₃ aufgeführten Beschaffungsverben (einschließlich der präfigierten), ausgewählt mithilfe von DŽ₃ₖ, bestätigen die Daten des Textkorpus der Gegenwartssprache des Zentrums für Computerlinguistik der Vytautas-Magnus-Universität, das über das Internet zugänglich ist, sowie weitere im Suchwerkzeug http://www.google.lt/, auffindbare Online-Sprachressourcen nicht den Gebrauch aller Verben. So wurden beispielsweise keine neuen Belege für das Verb pīrk­dinti gefunden, obwohl eine solche Situation heutzutage durchaus denkbar wäre, etwa: für den Sohn ein Grundstück kaufen lassen (über einen Vermittler), sich eine Wohnung kaufen lassen (während man im Ausland lebt und eine Freundin bevollmächtigt) usw.; in den Wörterbüchern (DŽ₂₋₆ₑ, LKŽ und LKŽₑ) wird das Verb pīrk­dinti jedoch nur durch Beispiele aus der Volksüberlieferung veranschaulicht:

pīrkdin‖ti, ~a, ~o Beschaffungsverb kaufen 1: Ich werde ein kleines Pfluggerät arbeiten lassen, ~siu junge Ochsen, ich werde Pflugscharen schmieden lassen (d.) (DŽ₂₋₆ₑ). pīrk­dinti (–yti), –ina, –ino 1. besch. kaufen 1: Ich lasse ein kleines Pfluggerät arbeiten, kaufe junge Ochsen, lasse Pflugscharen schmieden KlpD44. Wirst du ein Kränzchen kaufen lassen? Wirst du ein kleines Geschenk geben? JV218 (LKŽₑ).

Šiuo metu BŽ yra 107 parūpinamieji veiksmažodžiai, iš jų – 39 nepriešdėliniai: áusdinti, darýdinti, dirbdinti, gabéndinti, griáudinti, grįsdinti, káldinti, kárdinti, kãsdinti, kéldinti, kėpdinti, kiŕpdinti, kiŕsdinti, kùldinti, kùrdinti, kviẽsdinti, líedinti, mál­dinti, mė̃gzdinti, mùšdinti, nérdinti, nė̃sdinti, plákdinti, rašýdinti, ráudinti³, siūdinti, siū̃sdinti, skélbdinti, skùsdinti, statýdinti, šáudinti, šáukdinti, taisýdinti, varýdinti, vėldinti, veŕpdinti, veŕsdinti, vėsdinti, vė̃ždinti. Iš jų į Dažninį dabartinės rašomosios lietuvių kalbos žodyną pateko tik káldinti, siūdinti, statýdinti (Grumadienė, Žilinskienė 1998).

Da die Gruppe der Beschaffungsverben klein ist, werden daneben andere einfache (nicht beschaffende) Verben verwendet, die ähnliche Situationen ausdrücken, obwohl in beiden Fällen nicht die Auftraggeber selbst, sondern Fachkräfte des jeweiligen Bereichs – Schneider, Bauarbeiter, Friseure usw. – die Arbeiten ausführen,

und statýdinti, wenn die Situation eindeutig ist, das heißt, wenn gemeint ist, dass das Subjekt nicht selbst näht oder baut, sondern die Arbeiten in Auftrag gibt und dafür bezahlt. Es wurden drei Antwortmöglichkeiten angeboten: „Verwende ich immer“, „Verwende ich manchmal“, „Verwende ich nie“. Die Seminarteilnehmer signalisierten ihre Zustimmung durch Handheben. Zum Verb siūdinti äußerten sich 29 Seminarteilnehmer: „Verwende ich immer“ – 14 (48 Prozent), „Verwende ich manchmal“ – 4 (14 Prozent), „Verwende ich nie“ – 11 (38 Prozent). Zum Verb statýdinti äußerten sich 24 Seminarteilnehmer: „Verwende ich immer“ – 6 (25 Prozent), „Verwende ich manchmal“ – 16 (67 Prozent), „Verwende ich nie“ – 2 (8 Prozent). Dass die Sprachexperten – Übersetzer und Redakteure, von deren Tätigkeit der Zustand der litauischen Standardsprache stark abhängt – die genannten Verben selbst in der Umgangssprache nicht alle oder nur unregelmäßig verwenden, bestätigt, dass Beschaffungsverben in der litauischen Standardsprache nicht sehr verbreitet sind.

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z. B.: siūdinti, aber taisyti, trumpinti, siaurinti (páltą); statydinti, aber įrengti, miryti (namą); kirpdinti, aber šukuoti, garbanoti, plauti, dažyti (plaukus). Solche Verben werden nicht selten in einem Satz verwendet, z. B.: Manchmal wenden sich auch Männer an eine Schneiderei. Sie haben jedoch nicht vor, sich etwas nähen zu lassen, sondern wollen meistens ihre Kleidung ausbessern lassen (G); Sich ein neues Kleid nähen lassen oder das alte ausbessern lassen?

Die Veranlassungsverben werden nicht mit allen Präfixen verwendet. So enthält beispielsweise DŽ₃ áusdinti, išáusdinti, aber nicht pri(si)áusdinti; es lagen Belege für das Verb parašydinti vor, aber offenbar keine für das Verb rašydinti (letzteres ist bereits in DŽ₅ₑ–₆ₑ verzeichnet) usw.

Nicht aus allen Bedeutungen des Grundverbs werden entsprechende Veranlassungsbedeutungen gebildet. So ist beispielsweise mėgzdinti (Strickwaren) eine Veranlassungsbedeutung, während aguŕkai mėzga, žiedai užsimezga keine entsprechenden Veranlassungsäquivalente haben.

Verbreitung in den Dialekten

Der unkorrekte Gebrauch von Veranlassungsverben und ihren Grundverben (Ableitungen) ist auch darauf zurückzuführen, dass ein großer Teil der Einwohner Litauens nicht weiß, was Veranlassungsverben bedeuten, weil sie in den eigenen Heimatdialekten nicht vorkommen. Dabei handelt es sich vor allem um die ost- und südhocheitischen Dialektsprecher. Der Gebrauch von Ableitungen anstelle der Veranlassungsverben der Standardsprache ist mitunter auch im LKŽ und LKŽₑ belegt, z. B.: siūti [...] 2. siehe siūdinti 1 (veranschaulicht durch Sätze aus Kupiškis, Rodūnia, Skrebotiškis, Eržvilkas, Miežiškiai, Meškuičiai, Apso, aus J. Kardelytės Buch Gervėčių tarmė, S. 78 sowie aus den Schriften von J. Paukštelis (LKŽ XII 631). Wenn man dem Präzedenzfall siūti „siūdinti“ (LKŽₑ) folgt, bei dem der Gebrauch des Grundverbs (der Ableitung) in einer Veranlassungsbedeutung lexikografisch anerkannt wird, könnte man vielleicht auch im BŽ analog verfahren: In den Artikeln zu Grundverben, für die Veranlassungsäquivalente existieren, könnte zusätzlich eine eigene Bedeutung als Variante des Veranlassungsverbs oder seiner Veranlassungsbedeutung angegeben werden, z. B.: Siuvúosi páltą siuvýkloje (pas gẽrą siuvėją). Das würde nicht nur den bestehenden Sprachgebrauch anerkennen und den Interessen eines großen Teils der Sprecher der Standardsprache entsprechen, sondern auch den Wörterbuchlesern helfen, zu erfahren, dass es ein Veranlassungsverb gibt.

In den süd- und osthocheitischen vilniškiai-Dialekten sind transitive Verben mit dem Suffix –inti keine Veranlassungsverben. Ihre Bedeutungen stimmen meist mit den Bedeutungen der entsprechenden Grundverben der Standardsprache überein (Naktinienė 1997: 154–162), z. B.:

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piřkdinti (–yti), –ina, –ino [...] 2. tr. pirkti: Die Kinder klettern über die Zäune, ruinieren die Hosen, ruinieren das Hemd, und du kaufst es ihnen wieder Lz. Sie ließen ein Netz kaufen Lz. Any (jie) ließ Zucker billiger kaufen Lz. Sie fangen Barsche, bringen sie auf den Markt, und die Burschen lassen sie kaufen LKKIII204(Lz) (LKŽe).

Am weitesten verbreitet sind Veranlassungsverben bei den Žemaiten; häufig kommen sie auch bei den westhocheitischen Suvalkiai vor, selten bei den šiauliškiai, die an die Žemaiten angrenzen. Sie finden sich in den Schriften von Autoren, die aus diesen Regionen und aus Kleinlitauen stammen, sowie in den Sammlungen der dort aufgezeichneten Volksüberlieferung. In älteren Schriften gab es ihrer wesentlich mehr und vielfältigere.

Grundverb anstelle eines kausativen Verbs

Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (DLKG 2006: 287) nurodoma, kad „šnekamojoje kalboje kartais linkstama jų (parūpinamųjų veiksmažodžių – G. N.) nevartoti, sakyti siūtis paltą, užuot sak ius siūdintis paltą. Mat šie veiksmažodžiai žymi įprastus veiksmus ir iš šnekos situacijos kartais savaime aišku (arba nesvarbu), kas juos atliks“; „Tas veikėjas, kuris pasirūpina, kad veiksmas būtų atliktas, čia yra svarbesnis, negu tas, kuris iš tikrųjų atlieka veiksmą“ (LKM 1976: 110). Neretai taip ne tik sakoma, bet ir rašoma. Atitinkamais pamatiniais (padaromaisiais) veiksmažodžiais reiškiamos situacijos suvokimas dažnai priklauso nuo konteksto, pvz., atstatyti apleistą pastatą gali reikšti ir tiesioginius savininko darbo veiksmus, ir parūpinamąją situaciją, kai darbus atlikti yra pasamdyti statybininkai. Net jei subjekto semantika aiškiai rodo, kad juo reiškiamas asmuo pats nedirbs fizinio darbo, dažnai pavartojamas pamatinis (padaromasis), o ne parūpinamasis veiksmažodis, pvz.: Didikas pastatė (// pastatydino) rūmus. Veiksmažodis pastatyti pavartotas net kruopščiai parengtame vadovėlyje, kuriame kalbant apie valdovą būtų geriau pasirinkti pagrindinį normos variantą – parūpinamąjį veiksmažodį pastatydinti (paryškinta straipsnio autorės), pvz.:

Abgesehen von der Großen Mauer, er (Qin Shi Huang Di – eingefügt von G. N.) baute einen Palast, in dem 10 000 Menschen Platz fanden. 700 000 Kriegsgefangene und zwangsrekrutierte Bauernbautenseine riesige Grabkammer (Pasaulis I 210).

Es gibt noch weitere Fälle eines solchen Gebrauchs (Savičiūtė 1985; Savičiūtė-Naktinienė 1995). Bemerkenswert ist, dass ähnliche Erscheinungen beim Gebrauch von Kausativverben nicht nur im Litauischen, sondern auch im Finnischen und Norwegischen beobachtet werden (Racekevičienė 2001: 29; 2002: 138, 142–144).

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Kausatives Verb anstelle eines Grundverbs

Wenn die Unterschiede zwischen Kausativverben und Grundverben (Faktitiva) nicht erkannt werden, werden manchmal Kausativverben zur Beschreibung von Situationen verwendet, in denen das Subjekt die Handlung selbst ausführt, z. B.: die Schneiderin lässt ein Kostümchen nähen (=näht) usw. Obwohl ein solcher Gebrauch in der Standardsprache kaum zu rechtfertigen ist, sind Fälle davon in Dialekten belegt, z. B.:

mėgzdinti (-yti), -ina, -ino [...] 3. tr. megzti: A jau i žmogui mėgzdini pirštines? KzR. Da aš turiu gobtūrą..., mezgėjėlių mėgzdintą JV416. | refl. tr.: Žakietuką pradėjau mėgzdytis KzR (LKŽₑ);

numėgzdinti [...] 2. tr. numegzti: Einer Person eine Jacke stricken lassen KzR (LKŽₑ).

Wahrscheinlich ist ein ähnlicher Gebrauch eines Kausativverbs in nichtkausativer Bedeutung auch in einem von J. Jablonskis aufgezeichneten Satz belegt:

statydinti [...] 3. [...] In den Städten wird für die sehr guten Öfen viel Geld dafür bezahlt, sie bauen zu lassen J.Jabl (LKŽₑ).

Eine Neigung zu einem solchen ungenauen Gebrauch ist, wie Beispiele aus dem Internet, der Presse und der gesprochenen Sprache zeigen, besonders für das Verb kaldinti charakteristisch, obwohl der Ort, an dem die entsprechende Arbeit ausgeführt wird, als (Münz-, Medaillen-)Prägewerkstatt und nicht als Schmiedewerkstatt bezeichnet wird. Bei verallgemeinernder Verwendung und ohne ausführlicheren Kontext bleibt unklar, was mit ein Kreuz, eine Medaille, Münzen, ein Denkmal, Geld kaldinti usw. gemeint ist – der Auftrag, ein Kreuz, eine Medaille, Münzen, ein Denkmal oder Geld zu schmieden, oder die Ausführung des Auftrags, d. h. die konkrete Arbeit von Fachleuten. Aus dem Kontext des folgenden Beispiels geht hervor, dass konkrete physische Handlungen gemeint sind; daher hätte das Grundverb (Faktitiv) nukalti verwendet werden müssen (von der Verfasserin des Artikels hervorgehoben):

Viele interessierten sich für die nach einem historischen Vorbild hergestellte Münzprägemaschine. Es war schwierig, mit einem schweren Hammer darauf einzuschlagen und selbst ein kleines Geldstück herzustellen; das konnte jeder, der wollte [...]. Wer wollte, konnte hier gleich das Schmiedehandwerk erlernen und vielleicht sogar etwas für seine Liebste prägen (= schmieden). (LŽ 2004 06 02: 24). Viele wollten sich ein kleines Geldstück prägen lassen (= selbst prägen) (Bildunterschrift; ebenda).

Volkskünstler werden beim Stadtfest prägen (= schmieden) auch eine „lokale Währung“ (T: Lietuvos rytas, 2001).

Dennoch kann die Mehrdeutigkeit des Grundverbs kalti, wenn kein Objekt im Satz steht, Unklarheit darüber hervorrufen, was gemeint ist – einen Nagel einschlagen in

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einen Baum, beim Einschlagen von Nägeln einen Gegenstand aus Holz, z. B. einen Nistkasten, herzustellen oder durch das Bearbeiten von Metall auf bestimmte Weise ein Werkstück daraus zu fertigen, z. B.:

[...] während die Neugierigen zuschauen, pins, vys, aus, žies, droš, kaldins (= kals) (T: Lietuvos rytas, 2001).

Es ist möglich, dass die genannten Beispiele gewisse, wenn auch unklare Tendenzen zu einem zusätzlichen Ausdrucksnuancen komplexer Arbeitsabläufe bei einigen kausativen Verben erkennen lassen. Es gibt jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass sich eine solche Nuance bereits herausgebildet hat; deshalb werden sie im Wörterbuch der litauischen Standardsprache nicht aufgeführt, und ein solcher Gebrauch wird in der Standardsprache nicht gefördert.

LEXIKALISIERUNGSPHÄNOMENE

Einige Verben mit dem Suffix -dinti (oder deren Bedeutungen), die früher als kausativ betrachtet wurden, gelten im BŽ als lexikalisiert, z. B.: kìldin‖ti, ~a, ~o kaus. kilti 6; die Herkunft angeben, feststellen; siedin‖ti, ~a, ~o kaus. sieti (DŽ₃₋₆e). Vgl.:

nukìršdinti, nukìršdina, nukìršdino Verb. [...] 2. [kaus.] (jdn., jdm.) dafür sorgen, anordnen, befehlen, dass jemand (gewöhnlich der Henker) den Kopf abschlägt, die Todesstrafe durch Enthauptung verhängen: Der König ließ ihn enthaupten (Volkslied). 3. jur. die Todesstrafe durch Enthauptung vollstrecken: Auf seinen Befehl wurde niemand enthauptet oder gehängt.

TABELLE 2. Beispiele für Lexikalisierung

DŽ

LKŽₑ

BŽ

kìldin‖ti, ~a, ~o kaus. k i l t i 6; die Herkunft angeben, feststellen: Er leitet sich ~o von den Adligen ab. K. das Wort aus welcher Sprache her. ~imas (1)

kìldinti, -ina, -ino tr. die Herkunft angeben, feststellen: Die Griechen leiten ihre Stämme aus der Mythologie her. Aus welcher Quelle lassen sich Ortsnamen und sonstige Eigennamen herleiten? Wo immer möglich, werden Wörter aus Wurzeln hergeleitet, insbesondere aus Verbalwurzeln EncIX513. Ich neige dazu, das litauische ė aus dem engen ē herzuleiten K.Būg.

kìldinti, kìldina, kìldino Verb. 1. (jdn., aus etw.) Herkunft angeben, bestimmen: Es ist üblich, den Namen Litauens von einem Flussnamen herzuleiten. Einige Historiker neigen dazu, Birutė von einer einflussreichen Adelsfamilie herzuleiten. 2. (etw.) KILDYTI 1: Den Teig gehen lassen [Hefe] (Kochk.).

G. NAKTIENĖ. Parūpinamieji veiksmažodžiai Bendrinės lietuvių kalbos žodyne

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DŽ

LKŽe

BŽ

siedin||ti, ~a, ~o prp. s i e t i: Mit dem Ahnenkult ~tene Bernsteinfiguren von Menschen. ~imas (1)

siedinti, -ina, -ino cur. sieti. 1. Als binden, befestigen: Ein Seil an einem Balken befestigen J. 2. einen Zusammenhang zwischen etwas herstellen: Auch die in Juodkrantė gefundenen Bernsteinfiguren von Menschen werden mit dem Ahnenkult in Verbindung gebracht rš. Das fortschrittliche gesellschaftliche Denken an der Universität wird in erster Linie mit dem Namen Joachimo Lelevelio in Verbindung gebracht rš.

siedinti, siedina, siedino Verb (was, womit) einen Zusammenhang, Verbindungen herstellen: Krašeškis brachte die Unabhängigkeit Litauens mit Vytautas in Verbindung. In Litauen gefundene Ohrringe werden gewöhnlich mit der Verzierung der Kopfbedeckung oder des Haars in Verbindung gebracht.

—

atstatydinti 1. KŽ cur. atstatyti 4: Jetzt beginnt man, [abgerissene Denkmäler] wiederherzustellen Mšk. | refl. KŽ: Jetzt erholt sich Kražiai sehr Krž. 2. KŽ cur. atstatyti 9. | refl. Š, Rtr, KŽ: Das Ministerkabinett trat zurück rš. Er beschloss sogar, ein Rücktrittsgesuch einzureichen J.Jabl.

atstatydinti6, atstatydina, atstatydino Verb [...] 2. (wen) aus dem Amt entlassen (aufgrund bestimmter Umstände): Die Vollversammlung entließ den Vorstandsvorsitzenden. | refl. das Amt niederlegen (aufgrund bestimmter Umstände): Ein Angestellter kann entweder selbst zurücktreten oder wegen Verfehlungen entlassen werden. Der Bankdirektor trat zurück.

SCHLUSSBEMERKUNGEN

1. Im Wörterbuch der litauischen Standardsprache, das die grundlegenden (prestigeträchtigen) und sekundären Normen des standardsprachlichen Gebrauchs aufführt, sind nur solche Beschaffungsverben aufgenommen, deren Gebrauch nicht nur durch Wörterbücher, sondern auch durch andere schriftliche Quellen der Standardsprache, Korpora und die Internetkommunikation belegt ist oder die in der standardsprachlichen Umgangssprache verwendet werden.

2. Der Gebrauch von Beschaffungsverben in der Standardsprache wird durch mehrere Faktoren bestimmt: Diese Verben werden in den ost- und südhöhenlitauischen Mundarten nicht verwendet; zudem gibt es nur wenige Lexeme und unvollständige Paradigmen sowie andere ähnlich geartete …

6 Zur Bewertung dieses Wortes siehe KancKP 47.

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KALBOS KULTŪRA | 84

der Gebrauch einfacher Verben zusammen mit Veranlassungsverben (häufig sogar innerhalb eines Satzes), die Komplexität der ausgedrückten Situation usw.

3. Im Wörterbuch der litauischen Standardsprache wird folgende Definitionsformel für Veranlassungsverben verwendet: „dafür sorgen (bestellen, anordnen, befehlen, bitten u. Ä.), dass jemand (gewöhnlich ein Fachmann aus einem bestimmten Bereich) das tut, was durch das Grundwort bezeichnet wird“. Auf die Verweisdefinition wurde verzichtet, bei der Veranlassungsverben nicht erklärt, sondern lediglich durch eine grammatische Kennzeichnung mit den Grundverben verknüpft werden.

4. Es wird versucht, anschauliche Beispiele anzuführen, in denen das Subjekt (die anordnungsbefugte Person, der Auftraggeber) benannt wird und zusätzlich der Handelnde genannt wird, der die bestellte (angeordnete, befohlene, erbetene u. Ä.) Handlung physisch ausführt, oder in denen gesagt wird, dass eine solche Handlung in einem Dienstleistungsunternehmen o. Ä. ausgeführt wird.

5. Der Gebrauch von Veranlassungsverben anstelle der Grundverben (der Verben, die eine Handlung ausführen lassen) gilt als nicht normgerecht und wird in einem normativen Wörterbuch nicht verzeichnet.

6. Der Gebrauch von Grundverben (Verben, die eine Handlung ausführen lassen) anstelle von Veranlassungsverben gilt als übliches Phänomen der Standardsprache, insbesondere der gesprochenen Sprache, und könnte im Wörterbuch der litauischen Standardsprache verzeichnet werden.

7. Bei der Aufnahme der Veranlassungsverben in das Wörterbuch wurde bewusst von der lexikografischen Tradition des LKŽ, LKŽₑ, DŽ₁–₆ₑ abgewichen, in der Erwartung, dass die Definitionen und anschaulicheren Beispiele den Sprechern der Standardsprache helfen, die Besonderheiten dieser archaischen Verben besser zu verstehen, sie korrekter zu verwenden und sie in der Standardsprache zu bewahren.

ŠALTINIAI

BŽ – Bendrinės lietuvių kalbos žodynas (rengiamas).

DŽ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Atsak. redaktorius J. Kruopas. Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla, 1954.

DŽ₂ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. 2-as papildytas leid. Atsak. redaktorius J. Kruopas. Vilnius: Mintis, 1972.

DŽ₃ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. 3-ias pataisytas ir papildytas leid. Vyr. red. S. Keinys, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1993.

DŽ₃ₖ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. 3-io pataisyto ir papildyto leidimo kompiuterinis variantas. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, Matematikos ir informatikos institutas, 1995.

DŽ₄ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Ketvirtas leidimas. Vyr. redaktorius S. Keinys. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2000. 4-o

G. NAKTINIENĖ. Parūpinamieji veiksmažodžiai Bendrinės lietuvių kalbos žodyne

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leidimo elektroninis variantas (kompaktinė plokštelė), Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2002. Internetinis variantas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2002. Prieiga per internetą: www.lki.lt.

DŽ5e – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Penktas (kompiuterinis) leidimas. Kompaktinė plokštelė. Vyr. red. S. Keinys, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla, 2003.

DŽ6e – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Šeštas (trečias elektroninis) leidimas. Kompaktinė plokštelė. Vyr. red. S. Keinys, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2006.

G – Interneto vartosenos pavyzdžiai, atrinkti paieškos įrankiu http://www.google.lt.

Grumadienė L., Žilinskienė V. 1998: Dažninis dabartinės rašomosios lietuvių kalbos žodynas (abėcėlės tvarka). Vilnius: Mokslo aidai.

LKŽ – Lietuvių kalbos žodynas I–XX. Ats./vyr. red. J. Balčikonis, J. Kruopas, K. Ulvydas, V. Vitkauskas, Vilnius, 1941–2002.

LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas (t. I–XX, 1941–2002): elektroninis variantas. Redaktorių kolegija: G. Naktinienė (vyr. red.), J. Paulauskas, R. Petrokienė, V. Vitkauskas, J. Zabarskaitė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2005. [Atnaujinta versija, 2008]. Prieiga per internetą: www.lkz.lt.

LŽ – Lietuvos žinios. Dienraštis.

Pasaulis I – Emblemas T., Hetlandas O. et. all. Pasaulis I: Pasaulio istorija iki 1850 m. Istorijos vadovėlis. Iš norvegų kalbos vertė Eglė Išganitytė, red. Rimanta Jokimaitienė. Vilnius: Vaga, 1999.

T – Vytauto Didžiojo universiteto Humanitarinių mokslų fakulteto Kompiuterinės lingvistikos centro parengtas Dabartinės lietuvių kalbos tekstynas. Prieiga per internetą: donelaitis.vdu.lt/tekstynas.

LITERATŪRA

BŽln – „Bendrinės lietuvių kalbos žodyno“ rengimo instrukcija (rankraštis).

BŽPP – Liutkevičienė D., Naktinienė G. „Bendrinės lietuvių kalbos žodyno“ rengimo pagrindai ir principai (rankraštis; Valstybinės lietuvių kalbos komisijos aprobuota), 1998, 1–3.

DLKG 2006: Dabartinės lietuvių kalbos gramatika. 4-oji pataisyta laida. Red. Vytautas Ambrazas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.

Jablonskis J. 1957: Rinktiniai raštai I. Sudarė J. Palionis, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla.

Jakulienė A. 1975: Priežastinių ir parūpinamųjų veiksmažodžių skyrimo kriterijai. – Kalbotyra 26 (1), 78–81.

KancKP – Kancel(i)arinės kalbos patarimai. Pataisytas ir papildytas leidimas. Parengė Pranas Kniūkšta. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas,

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KALBOS KULTŪRA | 84

1998. Internetinis leidimas. Sudarytojas Pranas Kniūkšta, vyr. red. Rasuolė Vladarskienė, 2007. Prieiga per internetą: kanceliariniaipatarimai.lki.lt.

Kurschat F. 1876: Grammatik der littauischen Sprache. Halle: Buchhandlung des Waisenhauses.

LG – Lithuanian Grammar. Ed. by Vytautas Ambrazas, Vilnius: Baltos lankos, 1997.

LKG II – Lietuvių kalbos gramatika. II: Morfologija. Vyr. red. Kazys Ulvydas, Vilnius: Mintis, 1971.

LKM 1976: Jakaitienė E., Laigonaitė A., Paulauskienė A. Lietuvių kalbos morfologija, Vilnius: Mokslas.

Naktinienė G. 1997: Pietų aukštaičių ir rytų aukštaičių vilniškių priežastiniai veiksmažodžiai žodynuose. – Lietuvių kalbotyros klausimai 37, 154–162.

Naktinienė G. 2000: Bendrinės kalbos žodynas ir leksikos norminimo problemos. – Kalbos kultūra 73, 12–24.

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Paulauskienė A. 1979: Gramatinės lietuvių kalbos veiksmažodžio kategorijos, Vilnius: Mokslas.

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Rackevičienė S. 2001: Kauzacijos raiška Baltijos regiono kalbose (kauzatyviniai veiksmažodžiai ir veiksmažodiniai junginiai). Daktaro disertacija, Vilnius, 2001.

Rackevičienė S. 2002: Morfologiniai lietuvių, norvegų ir suomių kalbų kauzatyvai. – Kalbotyra 51 (1), 135–146.

Savičiūtė G. 1984: Parūpinamieji veiksmažodžiai ir sakinio struktūra. – Jaunųjų filologų darbai 1, 73–78.

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Savičiūtė G. 1986: Dėl lietuvių kalbos priežastinių veiksmažodžių reikšmės aprašymo. – Jaunųjų filologų darbai 2, 206–209.

Savičiūtė–Naktinienė G. 1995: Lietuvių kalbos priežastinių ir parūpinamųjų veiksmažodžių leksikografinis pateikimas. – Lietuvių kalbotyros klausimai 35, 129–141.

Sližienė N. 2004: Lietuvių kalbos veiksmažodžių junglumo žodynas 2(2), Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

Gauta 2011 12 12

G. NAKTINIENĖ. Parūpinamieji veiksmažodžiai Bendrinės lietuvių kalbos žodyne

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CURATIVE VERBS IN THE

BENDRINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS

(DICTIONARY OF STANDARD LITHUANIAN)

Summary

Curative verbs constitute a small group of archaic words preserved in standard Lithuanian. Their rare occurrence in actual usage must have been determined by the scarcity of lexemes and lack of systematicity (e.g. siūdintis naują suknelę ar taisytis seną? ‘should I have another dress made or have the old one mended?), a limited number of prefixes attached to them, not being found in some dialects, the complexity of a situation described by them, their context-dependent understanding, similarity with causative verbs, likely confusion with the base verbs referring to crafts or other professional activities etc.

The norm setting Bendrinės lietuvių kalbos žodynas (Dictionary of Standard Lithuanian) includes curative verbs, which are found in dictionaries and other written sources, such as newspapers, language corpora, internet and standard spoken Lithuanian. In an attempt to contribute to a better understanding of these verbs and their more accurate usage, the Dictionary of Standard Lithuanian offers an explicit formulaic definition: ‘to have something done (order, ask, insist etc.) by someone (usually a specialist in the field), as indicated by the base verb’ and includes clear illustrative examples. The Dictionary also gives well-formed cases of lexicalisation (e. g. atsistatydinti ‘to resign’); however, instances of actual usage where curative verbs replace respective base verbs (e.g. kaldinti ‘to have something made using a hammer, as by a blacksmith’ rather than kalti ‘to hammer, to make with the hammer’) with no lexicalisation are treated as violating the norm and are not included into the Dictionary. Common cases, when in standard spoken Lithuanian base verbs replace respective curative verbs, are not treated as violating the norm (e.g. kalti ‘to hammer, to make with the hammer’ rather than kaldinti ‘to have something made using a hammer, as by a blacksmith’), presently, such cases are not featured in the Dictionary of Standard Lithuanian.

KEY WORDS: standard language, curative verbs, usage, accuracy.

GERTRŪDA NAKTININĖ

Lietuvių kalbos institutas

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

[email protected]

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