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SOLVITA LABANAUSKIENĖ

Institut für Litauische Sprache

SYNTAXFEHLER IN DEN AUFSÄTZEN DER ABITURIENTEN DES BEZIRKS VILNIUS

SCHLÜSSELWÖRTER: Syntax, Kasus, Präpositionen, Postpositionen, Halbpartizipien, Fehler im Satzbau.

EINLEITENDE BEMERKUNGEN

In den letzten Jahren wird viel über Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gesprochen, die immer schlechter schreiben, und über die sich nicht verbessernden Ergebnisse der Abiturprüfung in litauischer Sprache und Literatur1. Daher besteht die Notwendigkeit, nach einer eingehenden Untersuchung der Arbeiten der staatlichen Abiturprüfung in litauischer Sprache und Literatur aus einzelnen Bezirken Litauens nach den Ursachen dieser Entwicklung und nach Lösungen zur Verbesserung der Situation zu suchen.

Nachdem 20152 vom Nationalen Prüfungszentrum 2000 Aufsätze von Abiturienten aus der staatlichen Abiturprüfung in litauischer Sprache und Literatur des Jahres 2014 eingegangen waren, wurde die Untersuchung begonnen. Die Forschenden ordneten die Aufsätze den 10 Bezirken Litauens zu. Gegenwärtig werden diese Aufsätze (nicht von den Korrektoren berichtigte Exemplare) unter orthografischen, interpunktorischen, syntaktischen und lexikalischen Gesichtspunkten untersucht.

Der Artikel untersucht 238 Aufsätze von Abiturienten des Bezirks Vilnius, die Schulen mit Unterricht in den Sprachen nationaler Minderheiten (119) und Schulen mit Litauisch als Unterrichtssprache (119) besucht haben. Gegenstand der Untersuchung sind die in diesen Aufsätzen gefundenen Syntaxfehler. Ziel des Artikels ist es, Aufsätze zu einem frei gewählten Thema aus der staatlichen Abiturprüfung in litauischer Sprache und Literatur zu analysieren, regelmäßige Syntaxfehler festzustellen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Syntaxfehlern in den Prüfungsarbeiten von Schülerinnen und Schülern nationaler Minderheitenschulen und litauischsprachigen Schulen zu ermitteln und die Ursachen dieser Fehler zu bestimmen.

Im Artikel werden deskriptiv-statistische und vergleichende Methoden verwendet.

1 Nach Angaben des Nationalen Prüfungszentrums bestanden in den Jahren 2014–2015 etwa 10 Prozent der Abiturienten diese Prüfung nicht.

2 Siehe auch den Artikel von Solvita Labanauskienė „Die häufigsten Syntaxfehler in den Aufsätzen der Abiturienten Süd-Aukštaitijas“ im 88. Band der Bendrinė kalba.

BENDRINĖ KALBA 89 (2016)

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UNTERSUCHUNGSDATEN

Untersuchungen zur sprachlichen Korrektheit (von Texten aus den Geistes-, Natur- und exakten Wissenschaften) werden laufend durchgeführt. Die Staatliche Kommission für die litauische Sprache (im Folgenden: VLKK) überprüfte die Sprache von Lehrbüchern an Hochschulen, die zwischen 2010 und 2012 veröffentlicht wurden. Dabei wurde festgestellt, dass in den Lehrbüchern die Zeichensetzungsregeln am häufigsten missachtet wurden (35 Prozent aller Fehler). Dies zeigt, dass syntaktische Beziehungen nicht verstanden werden; daher rangieren Syntaxfehler hinsichtlich ihrer Häufigkeit an zweiter Stelle (24 Prozent). Dabei handelt es sich nicht nur um Fehler beim Gebrauch von Kasus und Präpositionen, sondern auch um Fehler bei der Verknüpfung von Satzgliedern sowie um die Nichtbeachtung von Thema und Rhema (Urnėžiūtė 2015: 14–15). In den 2013 für die Untersuchung der VLKK eingereichten Masterarbeiten machten Syntaxfehler den größten Teil der Verstöße gegen Sprachnormen aus (60 Prozent): falscher Gebrauch von Kasus, Präpositionen, Partizipien und Gerundien sowie die fehlerhafte Bildung von Sätzen und Wortverbindungen (Urnėžiūtė 2015: 18).

Die VLKK bewertet außerdem die Sprache der Manuskripte von Lehrbüchern für allgemeinbildende Fächer (seit 2003) und für die berufliche Aus- und Weiterbildung (seit 2007) (weitere Informationen zur Untersuchung unter www.vlkk.lt). Bemerkenswert ist, dass auch hier Syntaxfehler am häufigsten festgestellt wurden.

Gimtosios kalbos, eine Zeitschrift für Redakteure, Sprachpfleger, Hochschullehrende und Lehrkräfte sowie Vertreter anderer Berufe, bewertet und rezensiert die Sprache von Publikationen unterschiedlichster Art. In den Rezensionen spiegeln sich die häufigsten Grammatikfehler wider; die Syntax ist dabei eines der am ausführlichsten behandelten Gebiete.

Diese Untersuchungen werden durch die hier beschriebene deskriptive Untersuchung der Syntaxfehler in Aufsätzen von Abiturienten aus dem Bezirk Vilnius ergänzt. Bei der Unterscheidung zwischen korrektem und nicht korrektem syntaktischem Gebrauch stützte man sich auf die Bewertung variierender syntaktischer Erscheinungen in den Kalbos patarimuose (im Artikel gelten zu vermeidende und nicht zulässige Varianten als Sprachfehler) sowie auf die Beschreibung zur sprachlichen Bewertung von Abschlussarbeiten aus dem Jahr 2014.

Die im Artikel zitierten Aufsätze von Schülern aus dem Bezirk Vilnius sind mit folgenden Kürzeln gekennzeichnet: VATM – Aufsätze von Abiturienten aus Schulen nationaler Minderheiten im Bezirk Vilnius, also von Anderssprachigen; VA – Aufsätze von Abiturienten aus litauischsprachigen Schulen im Bezirk Vilnius, also von Muttersprachlern3. In den zitierten Beispielen werden nur die jeweils besprochenen Fehler korrigiert; andere Fehler und stilistische Mängel bleiben unkorrigiert, die Sätze sind im Originalwortlaut wiedergegeben.

Der Text jedes Aufsatzes umfasst durchschnittlich drei Seiten (500–600 Wörter). Bemerkenswert ist, dass von den 238 Aufsätzen 16 aus Schulen nationaler Minderheiten und 28 aus litauischsprachigen Schulen stammten

3 Der Zweckmäßigkeit der Untersuchung halber ist diese Einteilung der Schüler in Muttersprachler und Anderssprachige nur bedingt zu verstehen (auch Angehörige nationaler Minderheiten besuchen Schulen mit Litauisch als Unterrichtssprache).

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In den Arbeiten der Schülerinnen und Schüler wurde kein einziger Syntaxfehler gefunden. Die gefundenen Syntaxfehler werden in drei Typen unterteilt: Fehler beim Gebrauch von Kasus, Präpositionen und Postpositionen sowie Fehler im Satzbau (siehe Tabelle 1).

TABELLE 1. Statistik der von Abiturientinnen und Abiturienten mit anderer Muttersprache und von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern gemachten Fehler

Fehlertyp | Fehler von Lernenden mit anderer Muttersprache | Fehler von Muttersprachlern | Anzahl der Fehler | Prozent | Anzahl der Fehler | Prozent | 1. | Kasusfehler | 107 | 56,3 | 79 | 60,8 | 2. | Präpositions- und Postpositionsfehler | 36 | 19 | 21 | 16,1 | 3. | Fehler im Satzbau | 47 | 24,7 | 30 | 23,1 | Insgesamt: | 190 | 130

Die Analyse der statistischen Daten ergab drei Erkenntnisse:

1) Lernende mit anderer Muttersprache machen ein Drittel mehr Fehler; 2) am häufigsten sind Kasusfehler – (sie machen etwa 56,3 Prozent (VATM) und ungefähr 60,8 Prozent (VA) aller Syntaxfehler aus); 3) am seltensten wurden Präpositions- und Postpositionsfehler gefunden (etwa 19 Prozent beziehungsweise ungefähr 16,1 Prozent).

Die ermittelten Fehlergruppen werden im Folgenden nach ihrer Häufigkeit besprochen.

1. FEHLER BEIM GEBRAUCH DER KASUS

Es wurde festgestellt, dass in den Arbeiten von Schülerinnen und Schülern an Schulen nationaler Minderheiten am häufigsten Wortverbindungen fehlerhaft gebildet werden, indem ein unpassender Kasus gewählt wird. Die gefundenen Kasusfehler werden weiter untergliedert (siehe Tabelle 2).

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TABELLE. Statistik der Kasusfehler von Abiturienten mit anderer Muttersprache und Muttersprachlern

Fehlertyp

Fehler von Abiturienten mit anderer Muttersprache

Fehler von Muttersprachlern

Beispiel

Anzahl der Fehler

Prozent

Anzahl der Fehler

Prozent

a) Fehler im Nominativ

1

0,9

–

–

gyvenimo kelyje pasirodo sunkumai

b) Fehler im Dativ

4

3,7

–

–

ihr zuliebe

c) Fehler im Akkusativ

19

17,8

1

1,3

verschenkte von Bienen produzierten Honig

d) Fehler im Instrumental

19

17,8

2

2,5

eine solche Figur war

e) Fehler beim Gebrauch des Lokativs

26

24,3

32

40,5

im Endergebnis ist Folgendes zu beobachten...

f) Fehler beim Gebrauch von Doppelformen der Kasus

38

35,5

44

55,7

können sich als edel fühlen

Insgesamt:

107

79

Aus Tabelle 1 geht hervor, dass in den Aufsätzen der Abiturienten beider Schultypen am häufigsten Fehler beim Gebrauch von Doppelformen der Kasus gemacht werden; allerdings machen Muttersprachler mehr davon. Seltener, aber ebenfalls recht häufig, verwenden die Schülerinnen und Schüler den Lokativ falsch. Auch in diesem Fall treten solche Fehler in den Arbeiten der Abiturienten litauischer Schulen häufiger auf. In den Aufsätzen der Abiturienten von Schulen nationaler Minderheiten gibt es viele Fehler beim Gebrauch des Instrumentals und des Akkusativs, während den geringsten Anteil Fehler beim Gebrauch des Nominativs und des Dativs ausmachen, die für die Aufsätze von Schülerinnen und Schülern litauischer Schulen überhaupt nicht charakteristisch sind.

1.1. Die Forschungsdaten zeigen, dass ein gemeinsames Problem der Schülerinnen und Schüler darin besteht, Doppelformen der Kasus nicht korrekt verwenden zu können, das heißt, statt anderer Kasus wird ein falscher Instrumental gewählt. Der Instrumental von Adjektiven und adjektivisch gebrauchten Wörtern wird in den Aufsätzen für den Zustand

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fälschlich gebraucht wird, anstelle des doppelten: a) Nominativs; b) Genitivs, c) Dativs und d) Akkusativs, z. B.: a) [Ein verliebter Mensch möchte sich weiterentwickeln, etwas schaffen, sich freuen, glücklich sein (= glücklich) (VATM 29); <...> Sruoga wurde moralisch stärker (= stärker), was ihm half, die Freiheit seiner Persönlichkeit zu finden und das wunderbare Werk „Dievų miškas“ zu schaffen (VATM 85); Ich denke, dieses Werk zeigt, dass nicht alle Menschen es verstehen, beim Lieben edel zu bleiben (= edel) (VATM 182); Er meint, dass glücklich (= glücklich) nur er sein werde, während Elena sich nur darüber lustig machen würde, wenn sie Garšvas von Krankheitsanfällen befallen sähe (VA 10); Auch die Helden der litauischen Literatur sind, um frei zu sein (= frei), gezwungen, sich den sozialen Normen zu widersetzen und gegen die Gesellschaft zu rebellieren (VA12); <...> Liudas Vasaris selbst, obwohl er bei weitem nicht religiös war (= religiös), wird von seinen Eltern dazu gedrängt, ins Priesterseminar einzutreten (VA 71); b) Somit sehen wir an diesem Werk wieder deutlich, dass die Liebe einen Menschen weder edler noch besser macht (= weder edler noch besser) (VA 17); Somit macht die Liebe einen Menschen oft nicht edel (= edel), wenn sie von Eifersucht, Untreue <...> (VA 28) „befallen“ wird; c) Für die einen ist sie das Lebensziel, für andere ein einfaches Gefühl, das einem einfach hilft, ein Mensch zu werden (= glücklich) (VATM 182); Zur wichtigsten Aufgabe wird es, ein besserer Mensch zu werden, anderen gegenüber nicht gleichgültig zu sein (= gleichgültig), ihnen gegenüber (VATM 1525); Denn edel, rechtschaffen und rein zu sein und Achtung zu verdienen (= edel zu sein bedeutet, rechtschaffen und rein zu sein und Achtung zu verdienen) (VA 10); Um glücklich zu sein (= glücklich), muss man lieben und geliebt werden (VA 13); Freiheit bedeutet, unabhängig und ungebunden zu sein (= unabhängig und ungebunden) (VA 22); Liebe ist warm und angenehm, sie streichelt die Seele und hilft, sich selbst zu entdecken, sich stärker zu fühlen (= stärker) (VA 22); Das bedeutet, dass die Erinnerungen an geliebte Menschen, die in uns fortleben, helfen, sich nicht einsam zu fühlen (= einsam) (VA 68); <...> besonders die Liebe wird zu einem festen Halt, der uns ermöglicht, nicht aufzugeben und menschlich zu bleiben (= menschlich), selbst in den absurdesten Situationen <...> (VA 87); d) Meiner Meinung nach machte die Liebe des Jungen zu Severiutė seinen Tag hell und glücklich (= hell und glücklich) (VATM 32); Liebe kann jeden Menschen verändern, vermag es, ihn besser, sanfter und edler zu machen (= besser, sanfter und edler) (VATM 50); Dieses warme Gefühl verändert den Menschen, macht ihn besser (= besser) (VA 1); Gute Taten, die dank des wunderbarsten Gefühls vollbracht werden, machen Menschen besser (= machen Menschen besser) (VA 6); Schaut euch die Menschen an, die sich im Alltag glücklich fühlen: Was macht sie glücklich (= macht sie glücklich)? (VA 8).

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Von allen doppelt verwendeten Kasus gebrauchen Schülerinnen und Schüler an Schulen nationaler Minderheiten den Genitiv am seltensten. Der Instrumental von Adjektiven und adjektivisch gebrauchten Wörtern wird am häufigsten fälschlich statt des Nominativs verwendet (siehe Abb. 1).

ABB. 1. Häufigkeit von Fehlern bei doppelt verwendeten Kasus (in Prozent) in den Aufsätzen von Abiturientinnen und Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten

Sprachbeispiele von Schülerinnen und Schülern an Schulen mit litauischer Unterrichtssprache zeigen, dass im Unterschied zu Schulen nationaler Minderheiten am häufigsten der Instrumental anstelle des Dativs falsch verwendet wird (siehe Abb. 2).

ABB. 2. Häufigkeit von Fehlern bei doppelt verwendeten Kasus (in Prozent) in den Aufsätzen von Schülerinnen und Schülern an litauischen Schulen

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1.2. Einen beträchtlichen Teil der gefundenen Syntaxfehler bilden falsch verwendete Lokative, die aus dem Russischen übernommen wurden. Der russische Lokativ hat mehr Bedeutungen als der litauische Lokativ; seine beiden Hauptbedeutungen sind Ort und Zeit (Šukys 1998b: 43). In den Aufsätzen finden sich recht häufig fehlerhafte Lokative mit temporaler Bedeutung, z. B.:

Doch im Laufe der Zeit (= mit der Zeit) kühlten die Gefühle der Verwandten ab (VATM 78); Somit waren die in B. Sruogas Erzählung „Dievų miškas“ dargestellten Probleme in jenem Zeitraum (= damals) sehr aktuell (VATM 76); Denn die Hauptfigur Juozapota, die sich aus Liebe zu Petriukas, von dem wir im Verlauf des Werkes (= während wir das Werk lesen) erfahren, das Leben nimmt, dem Wahnsinn verfällt (VATM 50). Zeitliche Lokative werden von Abiturientinnen und Abiturienten an litauischen Schulen viel seltener falsch verwendet, z. B.:

Die Liebe zu einem Mitmenschen, die Unterstützung und Anteilnahme der Mitmenschen (= Mitgefühl), die Wertschätzung der Entwicklung oder des Schaffens im Laufe des Lebens (= im Leben) sollen Erfüllung schenken (VA 2).

In einigen Aufsätzen von Abiturientinnen und Abiturienten an litauischen Schulen zur litauischen Sprach- und Literaturprüfung wurden unzulässige litauische Lokative gefunden, die a) den Zustand eines Gegenstands bzw. eine Art und Weise, b) einen Grund ausdrücken, z. B.:

a) <...> in Theateruniform (= in Theaterkleidung) fühlt sich der Held des Werkes wie eine Figur aus einer Operette von J. Strauss (VA 116); Im Werk „Balta drobulė“ bemüht sich der Autor, die Freiheit der Persönlichkeit auf unterschiedliche Weise (= die Freiheit der menschlichen Persönlichkeit auf unterschiedliche Weise darzustellen) (VA 53); <...>, ständig an alte Erinnerungen zu denken, ist nicht gut, denn wenn wir unter guten Bedingungen (= unter guten Bedingungen) gelebt haben und es uns jetzt nicht besonders gut geht, müssen wir nach vorn blicken <...> (VATM 124);

b) Zunächst bleibt dem Menschen das gesehene Bild in Erinnerung, infolge dessen daraufhin (= deshalb) auch ein Gefühl entsteht, das die Wirklichkeit des Ereignisses bezeugt (VA 60); Liudas Vasaris achtete seine Eltern und ihre Meinung sehr, doch in der Folge (= deshalb) verliert der Mensch seine wahre persönliche Freiheit (VA 71); Severiją kann man als egoistische Persönlichkeit beurteilen, denn im Endergebnis (= schließlich) zeigt sich, dass sie Mykoliukas aus Mitleid liebte (VATM 286).

Es wurden Sätze gefunden, in denen der Lokativ verbaler Substantive falsch verwendet wird. Laut Jonas Šukys sind Lokative abstrakter Substantive, insbesondere solcher mit dem Suffix -imas (-ymas), ungeeignet – sie müssen durch ein Halbpartizip, ein Partizip oder einen Nebensatz ersetzt werden (siehe Šukys 1998a: 297), z. B.:

So zeigt sich Agnės Edelmut in ihrem Sichabfinden und Nichtkämpfen (= indem sie sich abfindet und nicht kämpft) (VA 74); Das zeigt sich auch in seiner Namensänderung (= nachdem sich sein Name geändert hat): Aus Mykoliukas wird Dzidorius der Pflüger, der in der Gesellschaft geachtet wird (VA 87).

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Fehlerhaft verwendet werden auch solche übersetzten Wendungen, bei denen keine Ortsbedeutung vorliegt – solche Fälle fanden sich häufiger in den Arbeiten von Schülern an Schulen nationaler Minderheiten, z. B.:

O kas galėtų jam tame (= tokiu atveju) padėti labiau negu meilė (VATM 80); Siužetas slypi tame (= toks), jog kartą eidami pro paštą susitikimo moteris ir vyras (VATM 192); <...> cigaretės ir alkoholis jam vienareikšmiškai gali tame (= tokiu atveju) padėti (VATM 386); Šiame kūrinyje kiln­umas slypi tame (= parodo), jog meilė yra labai stipri jėga <...> (VA 43).

Ein aktueller Fehler ist der in den Aufsätzen von Schülern aus dem Bezirk Vilnius häufige Binnenlokativ (Illativ) vardan, der sich besonders unter dem Einfluss der russischen Sprache verbreitet hat und nur in festen Wendungen verwendet werden sollte, z. B.:

Sehr oft vergessen die Menschen ihre persönlichen Wünsche und verzichten um (= wegen) des Glücks anderer auf eine selbstständige Wahl (VATM 46); Nur ein starkes Gefühl wie die Liebe bringt einen Menschen dazu, die Welt anders zu betrachten und um (= wegen) ihrer Dinge zu tun, die er sich sonst niemals erlauben würde (VATM 80); In diesem Werk spiegeln sich Ausnutzung und Betrug um (= wegen) der Liebe wider (VA17); Es ist schwer, sich des eigenen Glücks zu freuen, wenn man andere unglücklich macht um (= wegen) der eigenen Ziele (VA 92); Trotz dieser Umstände bewahrt Mykoliukas seine Demut und rebelliert nicht um (= wegen) seines eigenen Egos (VA 119).

1.3. Es gibt Fehler beim Gebrauch des Akkusativs. Wird ein Verb, das den Akkusativ regiert, verneint nicht-, verwendet man den sogenannten negierten Genitiv, der für das Litauische charakteristisch ist (siehe Šukys 1998a: 107); Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Muttersprache drücken die Negationsverhältnisse jedoch manchmal fehlerhaft aus, z. B.:

Erinnerung ist ein einzigartiges Gefühl, das uns hilft, die meisten der Dinge (= der meisten Dinge) nicht zu vergessen <...> (VATM 94); Wir sehen also, dass die Liebe dem Alltag eines Menschen Edelmut verleiht; der verliebte Mensch gibt, obwohl er zurückgewiesen wird, dennoch nicht die Arme auf (= gibt nicht auf) <...> (VATM 131).

In den Aufsätzen von Abiturienten litauischer Schulen fand sich nur ein Satz, in dem der negierte Genitiv fehlerhaft verwendet wird: Doch wenn man seine Schuld nicht anerkennt (= seine Schuld)⁴ kann die Stimme des Gewissens einen ein Leben lang verfolgen (VA 16).

Mitunter verwenden Abiturienten bei bestimmten Verben den Akkusativ fehlerhaft, weil diese Verben einen anderen Kasus regieren, z. B.:

Laisvės temą atstovauja (= temai atstovauja) autoriai Balys Sruoga, Antanas Škėma savo literatūroje parodo, kokia yra laisvės vertė ir reikšmė (VA 53).

4 Dies kann auch ein Rechtschreibfehler sein: Anstelle von ė wurde e geschrieben.

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In den Arbeiten der Schüler mit einer anderen Muttersprache fanden sich etwa 21% Sätze mit Fehlern beim Akkusativ, bei den Muttersprachlern dagegen nur 6%.

1.4. In einigen Fällen wird in den Aufsätzen der VATM der Instrumental des Substantivs mit Formen des Verbs būti verwendet; er sollte vermieden werden, wenn ein dauerhafter oder unveränderlicher Zustand ausgedrückt werden soll, z. B.:

<...> auch wir sind nicht immer esame Schmiede unseres Schicksals kalviai (– Schmiede) <...> (VATM 446); Sein Inspirations-objektu (– Inspirationsobjekt) buvo Severiutė (VATM 447); Das 20. Jahrhundert buvo sunku laikotarpiu (– eine schwierige Zeit), da von 1939 bis 1945 der Zweite Weltkrieg tobte (VATM 448); Diese Erzählung yra geru pavyzdžiu (– ein gutes Beispiel) dafür, dass vieles, ungeachtet der Macht der Liebe, von der Entscheidung des Menschen abhängt (VATM 449); <...> obwohl es einen Teil solcher Menschen gibt, die yra savanoriais ir egoistais (– Freiwillige und Egoisten) <...> (VATM 506).

Bei der Verwendung des Instrumentals machen Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten mitunter Fehler, indem sie diesen Kasus unnötigerweise zur Bezeichnung des Objekts bei vollendungsbezogenen Verben mit dem Präfix pri- wählen, z. B.:

Liebe ist ein Gefühl, das pripildo das Herz mit warmen Gefühlen (= warmer Gefühle) (VATM 1191).

In den Aufsätzen der Abiturienten litauischer Schulen gab es einen Fall, in dem mit einem Verb der Instrumental statt des vom Verb geforderten Dativs verwendet wird:

Zwei Jahre lang war die Umgebung von Balys Sruoga abstoßend, die Menschen wurden prilyginami gyvuliais (= Tieren gleichgestellt) <...> (VA 21).

Die angeführten Beispiele zeigen, dass Fehler beim Instrumental häufiger von Abiturienten mit einer anderen Muttersprache gemacht werden.

1.5. Einige Fehler beim Dativ wurden in den Arbeiten von Schülern an Schulen nationaler Minderheiten gefunden. Seltener wird der Dativ von Verbalnomen zur Bezeichnung von Zweck oder Bestimmung unkorrekt verwendet, z. B.:

Die Liebe gibt Kraft und Willen zum Streben nach einem edlen Ziel (= ein edles Ziel anzustreben) (VATM 550).

In einem Satz wurde der Dativ fälschlich zur Bezeichnung der Zeit verwendet, z. B.:

Und gerade beim Inneren lässt sich beobachten, ob die Liebe dem Individuum wirklich jeden Tag Würde verleiht (= an jedem Tag / täglich) (VATM 1522).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in den Aufsätzen von Schülern mit einer anderen Muttersprache verschiedene Dativfehler vorkommen, während sie in den Arbeiten der Abiturienten mit litauischer Muttersprache nicht gefunden wurden.

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1.6. Die seltensten Nominativfehler in den Aufsätzen, zum Beispiel, wenn anstelle des Partitivgenitivs fälschlich der Nominativ mit dem Verb pasirodyti verwendet wird: Wenn auf dem Lebensweg Schwierigkeiten auftreten (= Schwierigkeiten), gehen die Menschen oft zu Boden <...> (VATM 283).

In den Aufsätzen von Schülerinnen und Schülern litauischer Schulen wurden keine Nominativfehler festgestellt.

Die Häufigkeit der Kasusfehler von Abiturientinnen und Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten ist in Abb. 3 dargestellt: Häufiger sind Fehler bei doppelte Kasusrektionen (33%), beim Lokativ (24%), beim Akkusativ (21%) und beim Instrumental (18%); Fehler beim Dativ (3%) und beim Nominativ (1%) sind selten.

ABB. 3. Häufigkeit der Kasusfehler (in Prozent) VATM

Schülerinnen und Schüler litauischer Schulen machen weniger Syntaxfehler als Schülerinnen und Schüler von Schulen nationaler Minderheiten. Die Häufigkeit der Syntaxfehler litauischer Muttersprachler ist in Abb. 4 dargestellt; offensichtlich sind Fehler bei doppelte Kasusrektionen (53%) und beim Lokativ (39%) besonders häufig. Fehler beim Akkusativ (6%) und beim Instrumental (2%) kommen selten vor.

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ABB. 4. Häufigkeit der Kasusfehler (in Prozent) VA

2. MÄNGEL IM SATZBAU

Aus den Daten in Tabelle 3 geht hervor, dass Schülerinnen und Schüler von Schulen nationaler Minderheiten Sätze oder Satzteile nicht korrekt miteinander verbinden können, während sie sich bei der Wortstellung nur selten irren. In den Aufsätzen der Abiturientinnen und Abiturienten mit einer anderen Muttersprache wurden keine Fehler beim Gebrauch von Partizipien festgestellt.

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TABELLE. Statistik der Fehler von Abiturienten mit anderer Muttersprache und Muttersprachlern

Fehleruntertyp

Fehler von Abiturienten mit anderer Muttersprache

Fehler von Muttersprachlern

Beispiel

Fehleranzahl

Prozent

Fehleranzahl

Prozent

a) Partizipialfehler

-

-

1

3,3

entschlossen <...> wagten nicht, sich zu opfern

b) Gerundialfehler

20

42,6

20

66,7

zusammenfassend möchte ich daran erinnern

c) Fehler beim Halbpartizip

5

10,6

1

3,3

verriet die Mutter indem er sie einsperrte

d) Fehler bei der Verbindung von Sätzen und Satzteilen

20

42,6

6

20

zu allem entschlossen, nur um zu führen

f) Fehler in der Wortstellung

2

4,2

2

6,7

das Streben nach Höherem und das Streben nach den eigenen Zielen

Insgesamt:

47

30

In den folgenden Unterabschnitten werden Fehler beim Gebrauch von Partizipialkonstruktionen, beim Verknüpfen von Sätzen und Satzgliedern sowie bei der Wortstellung besprochen.

2.1. Sätze mit einer zu korrigierenden Gerundialkonstruktion machen in den Abituraufsätzen den größten Anteil der Fehler dieser Gruppe aus. Gerundien werden fehlerhaft verwendet, wenn sie nicht dieselben Beziehungen zwischen der Haupt- und der Nebenhandlung ausdrücken, die sie tatsächlich ausdrücken sollten. Wenn beide Handlungen von derselben Person ausgeführt werden, ist anstelle des Gerundiums ein Halbpartizip oder Partizip zu verwenden (vgl. KP S2: 14), z. B.:

Lyginant (= Lygindami) Rapolą kūrinio pradžioje ir pabaigoje, mes galime aiškiai pajausti jo pasikeitimus <...> (VATM 80); Meilė priverčia žmogų ne tik keisti savo pilką

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kasdienybę, duodant (= suteikdama) jai grožio, spalvų, kilnumo <...> (VATM 81); <...> ketvirtą kartą Rusijos caro valdininkai jį kirto nesigailint (= nesigailėdami) (VATM 94); Praleidus visą savaitę kartu <...> (= Praleidę visą savaitę kartu), nusprendžia nuvažiuoti į Kauną (VATM 804).

Auch die Abiturienten litauischer Schulen machen zahlreiche Fehler beim Gebrauch des Gerundiums, z. B.:

Als der Krieg nahte, um der Einberufung zum Militär zu entgehen (= um dem Militärdienst zu entgehen), kehrte V. Mačernis in seine Heimat Žemaitija zurück (VA 2); Beim Lesen (= Als ich dieses Werk las) bemerkte ich, dass Menschen nicht nur ihre eigenen Interessen verteidigen, sondern auch die Würde eines geliebten Menschen (VA 10); Wenn man sich verliebt (= Wenn wir uns verliebt haben), beginnen wir, nicht nur unsere eigene, sondern auch die Ehre des geliebten Menschen zu schätzen (VA 10); Also nachdem ich alles zusammengefasst habe (= nachdem ich alles zusammengefasst habe), kann ich antworten, warum im Gedächtnis des Menschen lebendig bleibt, was nicht mehr existiert (VA 11); Zusammenfassend (= Zusammenfassend) möchte ich sagen, dass es gleichgültig ist, wer du bist <...>, du dich stets so verhalten solltest, wie dein Herz es dir sagt (VA 17); Ein Individuum ist ein Mensch mit Prinzipien, an denen es selbst dann festhält, wenn es sich befindet (= obwohl es sich) in einem ihm ungünstigen Umfeld befindet (VA 50); Folglich um edel zu sein (= wenn man edel sein möchte), muss man nach wahrer Liebe streben, und um geliebt zu werden (= wenn man geliebt werden möchte), muss man selbst etwas geben (VA 99).

2.2. Gelegentlich finden sich Sätze, in denen die nichtnormgerechte Konstruktion kad mit dem Infinitiv verwendet wird, um einen Zweck auszudrücken. Arnoldas Piročkinas (Piročkinas 1990: 95) weist darauf hin, dass solche und ähnliche Wendungen mit kad in den slawischen Sprachen keine Fehler sind; deshalb finden sich in den Arbeiten von Abiturienten nationaler Minderheitenschulen etliche solcher Fehler. Zum Beispiel:

Der Dichter nannte auch sein Gefühl „meilytė“, um seine Empfindsamkeit (= um seine Empfindsamkeit und Zartheit hervorzuheben) und Zartheit hervorzuheben (VATM 29); Natürlich muss man sich nicht verlieben, damit man sich so fühlt (= um sich so zu fühlen) (VATM 98); Also ist es im Leben eines Menschen sehr wichtig, eine eigene Liebe, einen nahestehenden Menschen zu haben, um nicht zu zerbrechen (= um nicht zu zerbrechen) (VATM 99); <...> Tilius hat keine Angst vor dem bösen Mann und ist bereit, aus Liebe bis zum Ende zu kämpfen, nur um mit (= damit er bei seiner wahren Liebe sein kann) seiner wahren Liebe zusammen zu sein (VATM 191); Gerade dieses Licht fehlt den Menschen manchmal, um glücklich zu sein (= die glücklich sein möchten) (VATM 247); Die Figur war gezwungen, als Liftboy in einem New Yorker Hotel zu arbeiten, um zu überleben (= um zu überleben) (VATM 299); Heutzutage muss man, um seine bessere Hälfte zu finden (= um seine bessere Hälfte zu finden), nicht einmal das Haus verlassen (VATM 377); Um wirklich zu lieben und dieses himmlische Gefühl zu empfinden (= um zu lieben und dieses himmlische Gefühl zu empfinden), muss man sich hingeben, und das vermag nur ein edler Mensch (VATM 669).

Bemerkenswert ist, dass in den Arbeiten von Abiturienten, die Schulen mit Litauisch als Unterrichtssprache besucht haben, nur ein Fehler dieses Typs gefunden wurde:

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<...> padarius netinkamą sprendimą, prisiminti ir pasimokyti, kad gyvenime atėjus laikui padaryti (= padarytum) išvadas (VA 20).

Aus den Aufsätzen von Abiturienten im Bezirk Vilnius geht hervor, dass eine deutliche Tendenz besteht, anstelle der Konjunktion und sowie zu verwenden. Die Konjunktion sowie wird immer häufiger als stilistischer Ersatz für die Konjunktion und aufgefasst; dabei wird die Semantik der verbundenen Satzglieder außer Acht gelassen (Bielinskienė 2004: 123). Zum Beispiel:

Doch die Menschen schleusen, um sich zu befreien und unter Einsatz ihres Lebens, deutsche Waffen durch die Ghettotore hinein, sowie (– und) organisieren eine geheime Organisation (VATM 46); Also vergisst der Held des Romans von Jurgis Kunčinas Tūla nie sowie (– und) empfindet Liebe zu ihr (VATM 47); <...> dies ist eine außerordentlich starke Eigenschaft der Liebe – das Verleihen von Sinn und Erhabenheit, sowie (– und) die Fähigkeit, einen Menschen selbst aus tiefster Verzweiflung herauszuholen (VATM 80); Sollte ein Mensch nicht in seiner Heimat bleiben sowie (– und) sie lieben, schützen und pflegen? (VA 21); Das heißt, geliebt und verstanden zu werden sowie (– und) in einer schwierigen Minute unterstützt zu werden, wenn man wirklich einen Rat oder einfach eine tröstende Umarmung braucht (VA 32).

Es gab Fälle, in denen Wörter oder Sätze fehlerhaft eingebunden wurden, z. B.:

Es spielt keine Rolle, dass das Erlebnis lange zurückliegt; es wird immer wieder (= noch einmal) erlebt (VA 97); Ein Mensch beginnt zu verkümmern und stirbt schneller als jene Menschen, die lieben. Denn (= sie lieben, denn) die Liebe gibt die Kraft zu überleben (VATM 247); <...> Wir müssen wissen, dass wir auf dieser Welt für jemanden wichtig sind. Denn (= wichtig, denn) wenn wir uns nicht mehr sicher und geliebt fühlen, beginnt unsere Persönlichkeit zu verkümmern (VA 92); Dann erwachen in Mykoliukas Seele die Hoffnung und außerdem (= die Hoffnung und) die Erhabenheit (VATM 1993).

2.3. In einigen Aufsätzen von Abiturienten sowohl an Schulen nationaler Minderheiten als auch an litauischen Schulen wird die Wortstellung verletzt, indem ein nicht kongruierendes Attribut nach dem Bezugswort steht, z. B.:

Er war nur ein kleines Detail des Hotelmechanismus (= Detail des Hotelmechanismus) (VATM 299); Die Liebe bewirkt die grundlegende Erhöhung und Verfolgung der eigenen Ziele (= Im Wesentlichen werden durch die Liebe die eigenen Ziele erhöht und verfolgt) (VATM 495);

Ausgehend vom untersuchten Material lässt sich also feststellen, dass die für das Litauische charakteristische Wortstellung in den Sätzen eingehalten wird.

2.4. Häufig werden Halbpartizipien fehlerhaft verwendet, wenn sie sich nicht zur Bezeichnung eines Umstands eignen, dessen Handlung nicht gleichzeitig mit der Handlung des Prädikats stattfindet, z. B.:

<...> mamaitė turėjo galimybę pakeisti savo gyvenimą, pradėdama (= turėjo galimybę pakeisti savo gyvenimą ir pradėti) jį su ponu Janavičiumi – vyru, turinčiu tokias pačias vertybes kaip mamaitė (VA 74).

In diesem Fall machen nicht nur Schüler mit einer anderen Muttersprache, sondern auch einheimische Abiturienten Fehler, z. B.:

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Wie sie selbst sagten, dass sowohl ein erfolgreicher Flug als auch eine mögliche Katastrophe stärken den Geist der Söhne Litauens, indem sie inspiriert (= den Geist der Söhne Litauens stärken und inspirieren wird) zu neuen Heldentaten (VATM 89); <...> kämpfen nicht um ihr Glück, und gewähren dabei ihrem Alltag keine Würde (= und verleihen ihm so keine Würde) (VATM 804); Doveika erschoss Tilius und machte damit ihr ein Ende (= erschoss Tilius und beendete) die Beziehung zwischen ihm und Monika (VATM 821).

Manchmal verwenden einheimische Schüler in ihren Aufsätzen unachtsam Partizipien, z. B.:

<...> Sowohl Sam’s als auch Dean’s sind bereit, jederzeit und um jeden Preis lange ohne zu zögern (= ohne zu zögern) sich füreinander aufzuopfern (VA 108).

In den Arbeiten der Schüler mit einer anderen Muttersprache wurden keine Partizipfehler gefunden.

ABB. 5. Häufigkeit von Fehlern im Satzbau (in Prozent) VATM

Von den syntaktischen Themen fällt es Schülern an Schulen nationaler Minderheiten am schwersten, Gerundien korrekt zu verwenden und Wörter sowie Sätze angemessen zu verbinden (siehe Abb. 5). Ebenso viele Gerundiumfehler wurden auch in den Aufsätzen der Abiturienten litauischer Schulen gefunden (siehe Abb. 6), doch enthielten sie weniger Fehler bei der Verknüpfung von Sätzen und Satzgliedern. Wie festgestellt wurde, sind Fehler beim Gebrauch von Partizipien und Halbpartizipien am seltensten.

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ABB. 6. Häufigkeit von Fehlern im Satzbau (in Prozent) VA

3. FEHLER BEIM GEBRAUCH VON PRÄPOSITIONEN UND POSTPOSITIONEN

Wie bereits erwähnt, kamen fehlerhafte Präpositions- und Postpositionskonstruktionen am seltensten vor (siehe Tabelle 4).

TABELLE 4. Statistik der Präpositions- und Postpositionsfehler bei Abiturienten mit anderer Muttersprache und bei Muttersprachlern

Fehlertyp Fehler von Abiturienten mit anderer Muttersprache Fehler von Muttersprachlern Beispiel Anzahl der Fehler Prozent Anzahl der Fehler Prozent Fehler beim Gebrauch von Präpositionen 21 58,3 3 14,3 Liebe bei allen Individuen Fehler beim Gebrauch von Postpositionen 15 41,7 18 85,7 ein Zeitraum, dank dessen dank Insgesamt: 36 21

Die durchgeführte Untersuchung zeigte, dass Abiturienten mit anderer Muttersprache häufiger Fehler beim Gebrauch von Präpositionen machen, während Muttersprachler häufiger Fehler beim Gebrauch von Postpositionen machen.

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3.1. In den Aufsätzen finden sich aufgrund des Einflusses slawischer Sprachen Fehler beim Gebrauch der Präposition „pas“, zum Beispiel:

Die wichtigsten Orientierungspunkte bei der Hexe (= Die wichtigsten Orientierungspunkte der Hexe) waren die Heilige Schrift und christliche Ideale (VATM 33); Das Kind wünschte sich normale, anständige Eltern, wie alle anderen (= wie alle) (VATM 78); Bei ihnen gab es nur geistige Liebe (= ihre Liebe war nur geistig), doch Mykoliukas genügte das fürs ganze Leben (VATM 79); Liebe schenkt starke Gefühle, denn du hast (= du besitzt) viele Menschen, die dich lieben und dir Kraft geben (VATM 326); Liebe ist bei allen Individuen sehr verschieden (= Die Liebe aller Individuen ist sehr unterschiedlich) (VATM 500); Der Schriftsteller gehörte zu jenen Romantikern, bei denen die Liebe unglücklich war (= deren Liebe unglücklich war) (VATM 552); Bei glücklichen Menschen, die von schönen Gefühlen umgeben sind läuft alles gut (= Das Leben glücklicher, von schönen Gefühlen erfüllter Menschen verläuft gut) (VATM 1995).

Seltener finden sich Fehler dieser Art in den Aufsätzen von Schülern litauischer Schulen, zum Beispiel:

<...> nur bei manchen liegen Erinnerungen (= die Erinnerungen mancher) tief im Gedächtnis, während andere in Erinnerungen leben <...> (VA 18); Bei uns (= Unser) sind die Werke und Erinnerungen anderer Menschen in unseren Gedanken lebendig (VA 58).

Aus den Daten geht hervor, dass die von Abiturienten mit anderer Muttersprache gemachten Fehler beim Gebrauch der Präposition „į“ häufig aus dem Russischen übernommen sind, zum Beispiel:

All dies lässt sich mit einem hineingeworfenen Spielzeug vergleichen (= mit einem weggeworfenen Spielzeug vergleichen) <...> (VATM 245); Im Roman „Miškais ateina ruduo“ wird über den Herbst berichtet es gibt nichts, woran (= womit) man sich erfreuen könnte (VATM 326); Von Tag zu Tag (= Tag für Tag) wartet man auf ein kleines Wunder (VATM 1526).

Mehr fehlerhafte Präpositionalkonstruktionen fanden sich in den Aufsätzen von Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten, zum Beispiel:

a) mit der Präposition ant: <...> aus Liebe werden wir glücklicher, auf unseren Gesichtern (= auf unseren Gesichtern) erscheint oft ein Lächeln (VATM 298); <...> inzwischen ist es auch nicht so sehr (= so) beschädigt <...> (VATM 803);

b) mit der Präposition nuo: <...> Im Roman „Dievų miškas“ trugen die Gefangenen gestreifte Uniformen, die ihnen raubten (= von) nicht nur die körperliche, sondern auch die moralische Freiheit nahmen (VATM 241); Solche Menschen unterscheiden sich von (= von) anderen, weil sie von ihrer Umgebung nicht immer verstanden werden <...> (VATM 669);

c) mit der Präposition prieš: Jakob aber beginnt, sich Vorwürfe zu machen, obwohl er nach den damaligen Gesetzen unschuldig ist (= obwohl er trotz der damaligen Gesetze unschuldig ist) (VATM 192); Da wir anderen gegenüber eine Pflicht empfinden (= gegenüber anderen), versuchen wir ihnen zu helfen und ihr Leben zu verbessern (VATM 528).

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In einigen Aufsätzen von Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten werden falsch übersetzte Wortverbindungen verwendet. Es wurden unzulässige übersetzte Wortverbindungen mit der Präposition prie (vgl. russ. при чём здесь) gefunden, z. B.:

Bei der Lektüre dieses Werkes stellt sich die Frage, was daran so besonders ist und was hat hier (= was hat damit zu tun) die persönliche Freiheit? (VATM 76).

Die Untersuchung zeigt, dass nichtlitauische syntaktische Konstruktionen, die unter dem Einfluss slawischer Sprachen entstanden sind, in Aufsätzen von Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten häufiger verwendet werden.

3.2. In den Arbeiten von Schülerinnen und Schülern an Schulen nationaler Minderheiten kommen Konstruktionen mit instrumentalischen Formen (su) und Hilfe vor, die wie Präpositionen verwendet werden. Die Wahl dieser Konstruktionen lässt sich mit den Prinzipien der sprachlichen Ökonomie und Klarheit begründen: mit der Tendenz, das Gemeinte so kurz wie möglich, d. h. reduziert, und klar auszudrücken (Vaičiulytė-Semėnienė 2016: 32). Diese Konstruktion ist dem Russischen при помощи entlehnt. Z. B.:

Einst war er ganz anders, doch mit der Zeit wurde er mithilfe der Krankheit (= krankheitsbedingt) irgendwie fremd <...> (VATM 124). Der Schriftsteller konnte mithilfe des Romans (= im Roman) diese Frage sehr genau beantworten (VATM 186).

Konstruktionen mit dem Instrumental des Substantivs (su) und Hilfe finden sich auch in den Abschlussarbeiten von Abiturienten an litauischen Schulen im Bezirk Vilnius, z. B.:

Diese Waffe beherrschte er hervorragend und verstand es meisterhaft, mit ihrer Hilfe (= mit ihr) den Menschen die Ideen der Freiheit zu vermitteln – der Priester Jonas Mačiulis-Maironis (VA 3); Mit Hilfe der Liebe (= Indem sie lieben) erreichen Menschen oft ihre ersehnten Ziele, überwinden ihre Angst und verleihen dem grauen und düsteren Alltag warme Farben (VA 39); Das bezeugt, dass alles, was vergessen wurde, mithilfe des Klangs wieder in Erinnerung gerufen werden kannmithilfe des Tons (= laut) (VA 60); Deshalb verwandelt er sich mithilfe seiner lebhaften Fantasie (= indem er seine lebhafte Fantasie einsetzt) in eine Fledermaus, um seine Geliebte wenigstens aus dem Augenwinkel sehen und bei ihr sein zu können (VA 61); So konnte Irusia, als Erwachsene und zur Frau geworden, erst mithilfe ihrer Erinnerung (= nachdem sie sich erinnert hatte) verstehen, woher ihr Wertesystem stammte (VA 118).

Dank wird in den Aufsätzen sowohl präpositionsartig als auch postpositionsartig verwendet, jedoch meist in Bezug auf Gegenstände und Erscheinungen (vgl. russ. благодаря кому), z. B.:

Der Schriftsteller der Romantik Antanas Baranauskas beschrieb in seinem Werk „Anykščių šilelis“ dank der Kraft der Erinnerungen und der Vorstellungskraft (= indem er sich auf Erinnerungen und Vorstellungskraft stützte) sehr anschaulich das Bild des Anykščiai-Waldes (VATM 94); Sie sind der Natur dankbar, der sie Nahrung gibt (= von der sie Nahrung erhalten) (VATM 504); Nur dank Büchern (= wenn wir Bücher lesen) können wir uns zumindest vorstellen, was Liebe ist (VATM 1997); Während der Weltkriege fand A. Škėma dank der gesammelten Erfahrung (= nachdem er Erfahrungen gesammelt hatte) einen Weg, der Grausamkeit zu entkommen

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der Realität (VA 16); Dank der Gefangenschaft (= Als Gefangener) gerät Sruoga an die Schwelle des Todes <...> (VA 71); Aufgrund irgendwelcher Ereignisse (= Wenn bestimmte Ereignisse eintreten) oder wenn man manchmal an denselben Ort fährt, an dem etwas geschehen ist, kann man sich plötzlich an <...> (VA 72) erinnern; <...> Der Protagonist und Erzähler schafft es dank seiner Bohème-Lebensweise (= indem er ein Bohème-Leben führt), nicht aufzugeben; die Liebe zu Tūla ist der Motor seines Lebens und seiner Freude (VA 87).

Gelegentlich kommen Sätze vor, in denen die Postposition atgal zur Bezeichnung eines Zeitraums verwendet wird – dabei handelt es sich um aus dem Russischen übersetzte Wortverbindungen (vgl. russ. пару лет (веков) назад), z. B.:

Vor ein paar Jahren (= Vor ein paar Jahren) fühlte ich mich hoffnungslos <...> (VATM 98); Doch vor ein paar Jahrhunderten (= vor ein paar Jahrhunderten) wurden Schwarze aufgrund des grausamen Verhaltens der Weißen versklavt <...> (VA 36).

Es wurde ein Satz gefunden, in dem das Wort sąskaita in der Bedeutung einer Postposition verwendet wird, z. B.:

Doch wenn Liebe auf Kosten anderer erreicht wird (= wenn Liebe dadurch erreicht wird, dass man anderen schadet), kann ein Mensch sich niemals vollkommen (= völlig) glücklich fühlen und seine Liebe genießen (VA 92).

ABB. 7. Häufigkeit der Fehler bei Prä- und Postpositionen (in Prozent) VATM

Präpositionsfehler machen etwa 58% der Arbeiten von Abiturienten aus, deren Muttersprache nicht Litauisch ist (siehe Abb. 7). Am häufigsten werden die Präpositionen pas, į, ant falsch verwendet, seltener prie und su. Zu den unpassend verwendeten Postpositionen (etwa 42%) zählen pagalba, dėka und atgal. Der Lehnübersetzungstyp dėka ist, wie das Untersuchungsmaterial zeigt, für Abiturienten an Schulen nationaler Minderheiten charakteristischer.

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ABB. 8. Häufigkeit der Fehler bei Prä- und Postpositionen (in Prozent) VA

Muttersprachliche Abiturienten machen am seltensten Fehler bei Prä- und Postpositionen (siehe Abb. 8). Solche Fehler fanden sich nur in 21 Aufsätzen. Das entspricht etwa 14% der Präpositionsfehler; am häufigsten sind darunter fehlerhafte Konstruktionen mit den Präpositionen pas und į. Fast 86% entfallen auf Postpositionsfehler – festgestellt wurde, dass am häufigsten die Postpositionen dėka und pagalba falsch verwendet werden, selten hingegen Konstruktionen mit atgal und sąskaita.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. In den Abituraufsätzen von 2014 im staatlichen Examen in litauischer Sprache und Literatur an Schulen für nationale Minderheiten und litauischen Schulen im Bezirk Vilnius wurden drei Arten von Syntaxfehlern festgestellt: Kasusfehler, Fehler beim Gebrauch von Präpositionen und Postpositionen sowie Fehler im Satzbau. Die Datenanalyse zeigt, dass Anderssprachige ein Drittel mehr Fehler machen. Die durchgeführte Untersuchung ermöglicht verallgemeinernde Schlussfolgerungen.

1.1. Zu den Hauptfehlern, die in allen Aufsätzen gemacht werden, gehören Kasusfehler; ihr Anteil ist in den Aufsätzen sowohl der Muttersprachler als auch der Anderssprachigen ähnlich. Die größte Fehlergruppe bilden Fehler durch den Nichtgebrauch des doppelten Kasus. Solche Fehler wurden häufiger in den Arbeiten der Abiturienten mit litauischer Muttersprache festgestellt. Ursache dafür könnte sein, dass diese Ausdrucksweise häufiger gewählt wird.

1.2. Schüler beider Schultypen machen Fehler beim Gebrauch des Lokativs: In den Aufsätzen der Abiturienten von Schulen für nationale Minderheiten sind Fehler beim temporalen Lokativ häufiger, an litauischen Schulen dagegen Fehler beim Lokativ der Bewegung im Inneren vardan.

1.3. Anderssprachige Abiturienten übertreffen Muttersprachler in ihren Aufsätzen mit deutlichem Abstand beim fehlerhaften Gebrauch des Akkusativs anstelle des Genitivs bei einer Verneinung.

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2. Die zweite Gruppe von Syntaxfehlern umfasst Mängel im Satzbau.

2.1. Der vorherrschende Fehler dieses Typs ist der fehlerhafte Gebrauch des Gerundiums. Diesen Fehler machen Abiturienten sowohl von Schulen für nationale Minderheiten als auch von litauischen Schulen. Art und Verhältnis der Fehler deuten darauf hin, dass auch hier dieselbe Ursache vorliegen könnte: Es wird nicht verstanden, dass das Gerundium in unpersönlichen Sätzen ungeeignet ist, um eine Nebenhandlung desselben Handelnden auszudrücken.

2.2. Anders als bei den Muttersprachlern finden sich in den Aufsätzen Anderssprachiger, vermutlich unter dem Einfluss der russischen Sprache, zahlreiche Konstruktionen kad mit einem Infinitiv zum Ausdruck eines Zwecks.

3. Der dritte Fehlertyp, der sowohl für Aufsätze von Muttersprachlern als auch von Anderssprachigen charakteristisch ist, betrifft den fehlerhaften Gebrauch von Präpositionen und Postpositionen.

3.1. Unter dem Einfluss der russischen Sprache entfällt in den Arbeiten der Schüler von Schulen für nationale Minderheiten der größte Teil der Präpositionsfehler auf den fehlerhaften Gebrauch der Präpositionen pas und į.

3.2. Für Abiturienten litauischer Schulen ist der fehlerhafte Gebrauch der Postpositionen dėka und pagalba charakteristisch.

4. Die Ergebnisse zeigen, dass die in den Aufsätzen vorkommenden Syntaxfehler überwiegend auf den Einfluss slawischer Sprachen zurückzuführen sind. Aus dem Russischen übersetzte Wortverbindungen finden sich in den Arbeiten von Schülern sowohl anderssprachiger als auch litauischer Schulen. In Analogie zum Russischen setzen sich syntaktische Konstruktionen im Bewusstsein als Norm fest. Einfluss haben offenbar auch die Sprache in der Familie und die Sprache im Umfeld sowie die Medien, deren schriftliche wie mündliche Texte zahlreiche Sprachfehler enthalten, die für Abituraufsätze charakteristisch sind.

LITERATŪRA

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Vadovėlių rankraščių kalbos apžvalga. Prieiga internete: http://www.vlkk.lt/aktualiausios-temos/svietimas/vadoveliu-aprobavimas/vadoveliu-rankrasciu-kalbos-apzvalga (žiūrėta 2016 11 02).

Vaičiulytė-Semėnienė 2016: Daiktavardžio pagalba įnagininko desemantizacija. – Acta Linguistica Lithuanica 74, 9–39.

Įteikta 2016 12 05

Priimta 2017 01 20

SOLVITA LABANAUSKIENĖ

Lietuvių kalbos institutas

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

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