Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

ASTA MITKEVIČIENĖ

Institut für Litauische Sprache

IST TERMINOLOGISCHE SYNONYMIE EIN MANGEL?

Ein Wissenschaftler muss stets die Freiheit haben, Termini auszuwählen und Neubildungen zu schaffen.

Ohne diese Freiheit ist wissenschaftlicher Fortschritt unmöglich.

Kazimieras Gaivenis1

SCHLÜSSELWÖRTER: terminologische Synonymie, Terminologieplanung, begründete Synonymie, motivationale Synonyme.

ABSTRACT

Der Beitrag untersucht die systemische terminologische Synonymie im Kontext der Terminologieplanung. Auf der Grundlage der wichtigsten Arbeiten zur litauischen Terminologie und terminografischer Daten werden die Bewertung terminologischer Synonymie, ihr Verhältnis zur Terminologieplanung sowie der Begriff der begründeten terminologischen Synonymie erörtert und neu bedacht. Es wird gefolgert, dass terminologische Synonymie zwar aus pragmatischen Gründen zu vermeiden und sinnvollerweise zu regulieren ist, es jedoch nicht zutrifft, sie ausschließlich als Mangel zu bewerten: Terminologische Synonymie und Terminologieplanung stehen in einer wechselseitigen Beziehung, und in der Synonymie verschränken sich die sprachliche, kognitive und kommunikative Ebene der Termini.

EINLEITUNG

Über die Terminologiesynonymie in der litauischen Terminologielehre ist recht viel geschrieben worden (eine Übersicht und Literaturangaben siehe Mitkevičienė 2015), doch dieses vielschichtige Phänomen ist bei Weitem noch nicht erforscht und wäre mehr als einer Monografie würdig. Dieser Artikel ist lediglich ein Streifzug durch das Feld der Terminologiesynonymie.

Im durch einen protokollarischen Beschluss der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache (VLKK) genehmigten Fachsprachenprogramm wird die Frage der Terminologiesynonymie ebenso wie die der vermeintlichen Synonymie neben Sprachfehlern wie fehlerhaften Bildungen, nicht zu empfehlenden Lehnübersetzungen usw. behandelt (VLKK 2014). Das ist bedeutsam, weil damit eine allgemein negative Bewertung der Termini

1 Gaivenis Kazimieras. Rinktiniai raštai, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2014, p. 253.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 2

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

synonymie festgeschrieben wird. Öffnet man jedoch die erweiterte Suche der nationalen Terminologiedatenbank (TB), die von der VLKK verwaltet wird, zeigt sich, dass eines der Suchkriterien „Synonym des Terminus“ lautet.

Ziel des Artikels ist es, die Bewertung der Terminologiesynonymie im Litauischen zu erörtern, ihr Verhältnis zur Terminologiearbeit zu bestimmen2 und den Begriff der begründeten Terminologiesynonymie neu zu überdenken. Dazu werden die wichtigsten Arbeiten zur litauischen Terminologielehre gesichtet und terminografische Daten untersucht. Da Synonymie im Kontext der Terminologiearbeit analysiert wird, geht es nicht um den Gebrauch von Synonymen, sondern um ihre normative Festlegung; untersucht wird ausschließlich systemische Synonymie. Angewandt wird die deskriptiv-analytische Methode.

EIN BEGRIFF, NUR EIN TERMINUS: FORDERUNG, PRINZIP ODER AXIOM?

Die zur Tradition gewordene Vermeidung von Terminologiesynonymie ist pragmatisch bedingt: Synonyme erschweren die Kommunikation, belasten das Gedächtnis unnötig und können die systemischen Beziehungen zwischen Termini verwischen. Die Vermeidung von Synonymie steht zudem in direktem Zusammenhang mit Merkmalen der Wissenschaft und, allgemeiner, der Fachsprache: Genauigkeit und Klarheit.

Bekanntlich werden an Termini bestimmte A n f o r d e r u n g e n gestellt. Das Fehlen von Synonymen (anders gesagt: ein Terminus für einen Begriff, Mononymie3) wird in grundlegenden Arbeiten zur litauischen Terminologielehre (Keinys 1980; Gaivenis 2002; siehe auch Gaivenis 2014: 204–213) nicht zu den Anforderungen gezählt.

Angelė Kaulakienė (1994, 2009) terminų sinonimijos klausimą tiesiogiai sieja su vienareikšmiškumo reikalavimu: vienam terminui – viena sąvoka, vienai sąvokai – vienas terminas4. Stasys Keinys 1980 m. vienareikšmiškumą laikė vienu iš svarbiausių terminams keliamų reikalavimų, tačiau jį aiškino tik kaip terminų monosemiją (vienoje srityje), skyrė nuo mononimijos (Keinys 1980). 2013 m. terminų vienareikšmiškumo problemai skirtame straipsnyje autorius teigė, kad tai labiau pageidavimas (Keinys 2013: 50).

2 Terminų tvarkyba, remiantis K. Gaiveniu (2002), suprantama kaip terminų sisteminimas ir norminimas.

3 Stasys Keinys yra pavartojęs terminą vienareikšmiškumas (Keinys 2013: 47), plg. į TB įtrauktą tarptautinį LST ISO 1087-1:2005 terminą mononimija „santykis tarp žymiklių ir sąvokų vienoje kalboje, kai viena sąvoka turi vienintelį žymiklį“ (TB 2019).

4 Vgl. die damalige übersetzte internationale Terminologienorm (1990), in der die eindeutige Zuordnung von Terminus und Begriff folgendermaßen erläutert wird: „Bei der Erstellung einer standardisierten Terminologie ist es wünschenswert, dass ein Terminus nur einen Begriff bezeichnet und ein Begriff nur durch einen Terminus ausgedrückt wird“ (LST 1115-90: 19). K. Gaivenis schrieb, dass ein Teil der Aussagen dieser Norm den heutigen sprachwissenschaftlichen Auffassungen nicht entspricht (Gaivenis 2014: 215).

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 3

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Im vergangenen Jahrhundert wurde die litauische Terminologie aufgrund der historischen und politischen Situation am stärksten von der russischen (sowjetischen) Terminologie beeinflusst. In dem von A. Kaulakienė aus dem Russischen übersetzten Buch Terminologinis darbas (Pagrindai ir metodai), dessen Original auf den Arbeiten von Dmitrij Lotė und dem Komitee für wissenschaftlich-technische Terminologie der Akademie der Wissenschaften der UdSSR beruht, wird Synonymie als ein gravierender Mangel der Terminologie dargestellt (TD 1973). 1979 führte K. Gaivenis die Benennung eines Begriffs mit einem einzigen Terminus als einen der Grundsätze der litauischen Terminologie an (Gaivenis 2014: 114). Er betonte jedoch, dass diese Grundsätze, also auch die Vermeidung von Synonymie, nicht vorschrieben, wie die litauische Terminologie beschaffen sein sollte, sondern die terminologische Arbeitspraxis der vorangegangenen Jahrzehnte widerspiegelten (ebd.: 113). Der Grundsatz, einen Begriff mit einem einzigen Terminus zu benennen, ist demnach durch die Erfordernisse und Tendenzen der praktischen Terminologiearbeit begründet. In seiner Monografie (2002) spricht K. Gaivenis nicht von einem Grundsatz „ein Terminus pro Begriff“.

Wenn wir hingegen in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgehen, zeigt sich, dass Kazys Grinius bereits 1913 in einem Vortrag vor der Litauischen Wissenschaftlichen Gesellschaft mit dem Titel „Apie botanikos organografijos lietuviškąją terminologiją“ (veröffentlicht in Grinius 1914) als erste Anforderung an die wissenschaftliche Terminologie nannte: „1. Dass es für jeden Begriff eine Bezeichnung, ein Wort gibt, denn ein wissenschaftlicher Terminus ist ein tikras nomen proprium und darf nur ein einziger sein“ (Grinius 1914: 4). K. Grinius hatte dabei zweifellos die botanische Terminologie vor Augen. Jonas Jablonskis forderte einheitliche Termini, vor allem für die Schulen (siehe Jablonskis 1935: 280), aber auch in der Wissenschaftssprache und in der Presse (ausführlicher siehe Keinys 2012: 45). Kazimieras Būga stellte laut St. Keinys offenbar keine strikte Forderung nach der Vermeidung terminologischer Synonymie (Keinys 2012: 43). Über das um 1920 erschienene zoologische systematische Terminologiewörterbuch von Jurgis Elisonas, das Synonyme enthielt, schrieb K. Būga: „[A]us den mehreren im Wörterbuch angeführten Termini wählt der denkende Leser denjenigen aus, dessen Quelle ihm als zuverlässiger erscheint“ (Būga 1961: 784).

Der erste Theoretiker der litauischen Terminologie, Stasys Šalkauskis, schrieb nicht über Synonyme; bedeutsam ist jedoch seine Feststellung, dass „Wörter, sobald sie in die wissenschaftliche Terminologie aufgenommen sind, semantisch nicht erstarren“ (Šalkauskis 1991: 43). Demnach lässt sich die Annahme aufstellen, dass seiner Ansicht nach in der Terminologie dieselben semantischen Phänomene auftreten wie im nichtfachsprachlichen Wortschatz.

In der litauischen Terminologielehre wird seit mehreren Jahrzehnten darauf hingewiesen, dass die Vermeidung von Terminologiesynonymie relativ ist. St. Keinys zufolge sind „Verbote der Synonymie in der Terminologie in Wirklichkeit lediglich recht formale Deklarationen“ (Keinys 1980: 102); in der Praxis und sogar in Wörterbüchern ist Synonymie sehr verbreitet (Keinys 2005: 254). K. Gaivenis vertrat die Auffassung, dass „[t]īlos srities terminijoje visada esti

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 4

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

sinonimų ir dubletų“ (Gaivenis 2002: 34)5. A. Kaulakienės nuomone, „[k]ategoriškas sinonimų draudimas, kurio praktiškai terminijoje nesilaikoma“, turi neigiamą pusę, nes, pirma, teorija supriešinama su praktika, antra, visiškai atsisakyti sinonimų nepavyksta (Kaulakienė 1994: 51; 2009: 167–168). Todėl, remdamasi fizikos ir technikos terminija (o tai reikšminga), sinonimiją vertinti ji siūlo daug lanksčiau, skiria pagrįstąją ir nepagrįstąją terminų sinonimiją, pastarąją laiko terminijos trūkumu. A. Kaulakienė aiškiai išskiria tik du pagrįstosios sinonimijos tipus: lietuviškų ir tarptautinių terminų sinonimiją, sudėtinių ir elipsinių terminų sinonimiją.

In enzyklopädischen Artikeln zum Begriff „Terminus“ wird als Ziel angegeben, dass Termini keine Synonyme haben sollten (LKE 2008; VLEe 2019). In der litauischen Lexikologie wird das Fehlen von Synonymen als eines der Merkmale genannt, die Termini von Einheiten des Allgemeinwortschatzes unterscheiden, allerdings mit Einschränkungen, vgl.: „Etablierte Termini eines bestimmten Fachgebiets sind (oder sollten zumindest sein) die einzigen Bezeichnungen für Begriffe“ (Jakaitienė 2010: 185). Zwar heißt es in der Terminologielehre, es müssten mehrere Jahrzehnte vergehen, bis sich Termini etablierten und die Forderung „ein Begriff – ein Terminus“ Wirklichkeit werde (Kaulakienė 2014: 16); empirische terminologische Untersuchungen (siehe Gaivenytė 2000; Zemlevičiūtė 2001; Stankevičienė 2012; Vladarskienė 2015; Auksoriūtė 2018 u. a.) sowie terminografische Daten zeigen jedoch, dass dies nur auf einzelne Termini oder Terminusgruppen zutrifft, nicht aber auf die Terminologie eines ganzen Fachgebiets.

TERMINOLOGISCHE SYNONYME UND TERMINOLOGIEARBEIT

Zwischen terminologischer Synonymie und Terminologiearbeit lässt sich eine wechselseitige Beziehung erkennen (siehe Abb. 1): Synonymie ist sowohl Ursache als auch Folge der Terminologiearbeit. Dies stützt A. Kaulakienės Feststellung, dass „das Auftreten von Synonymie und Varianten in der Terminologie ein ununterbrochener Prozess ist“ (Kaulakienė 1994: 53).

5 Den Terminus dubletas verwendete K. Gaivenis wahrscheinlich für absolute Synonyme. Der Begriff „Dublett“ dürfte aus russischen terminologischen Arbeiten in die litauische Terminologie übernommen worden sein, konnte sich jedoch nicht umfassend durchsetzen.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 5

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Termini

Termini

Synonymie

Terminologiearbeit

ABB. 1. Zusammenhang zwischen Terminsynonymie und Terminologiearbeit

Synonymie als Ursache der Terminologiearbeit. Sowohl in der litauischen als auch in der ausländischen Literatur gilt die Synonymie traditionell als Merkmal der Anfangsphase der Bildung eines Terminologiesystems oder -teilsystems6. Häufig sind zu diesem Zeitpunkt die Begriffe und ihr Umfang, ihre Beziehungen untereinander sowie ihre klassifikatorischen Zusammenhänge noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine gewisse Zeit lang mehrere synonymische Termini zur Bezeichnung desselben Begriffs verwendet werden. Das gilt auch für Benennungen neuer, noch nicht gefestigter Begriffe. Bei der Bearbeitung der Terminologie eines Fachgebiets7 wird gewöhnlich unter den synonymischen Termini ausgewählt (oder ein neuer Terminus gebildet); bleiben mehrere Termini zur Bezeichnung desselben Begriffs bestehen, wird einem davon der Vorzug gegeben (vgl. Sager 1990: 59). In litauischen Terminologiewörterbüchern hat der Hauptterminus in der Regel einen eigenen Wörterbucheintrag, auf den vom Eintrag des Verweissynonyms aus verwiesen wird (zu den Anforderungen an die Erstellung litauischer Terminologiewörterbücher siehe Umbrasas 2008). Aus bestimmten Gründen ungeeignete (nicht normgerechte, unsystematische, falsch motivierte u. a.) Synonyme werden als nicht zu empfehlen gekennzeichnet8.

Sinonimų perteklius lietuvių terminografijoje vertinamas neigiamai (žr. Gaivenis 2014: 200; Umbrasas 2008: 221). Kita vertus, galima klausti, kiek sinonimų jau būtų per daug ir, svarbiausia, kokio tipo sinonimų.

6 In der ausländischen Terminologielehre finden sich auch gegenteilige Aussagen: Terminsynonymie gilt nicht als Merkmal der Anfangsphase der Entwicklung eines Fachgebiets, sondern als Merkmal einer späteren Entwicklungsphase (z. B. Tatarinov 2006: 175). In diesem Fall ist jedoch die Benennung eines Begriffs auf mehr als einer Grundlage gemeint, was eher eine Frage der Erkenntnis als der Terminologiearbeit ist.

7 Als eines der terminologischen Probleme, mit denen Übersetzerinnen und Übersetzer in den Institutionen der Europäischen Union konfrontiert sind, wird der Terminüberschuss angeführt – synonymische Termini (Zaikauskas 2015: 130).

8 Rita Miliūnaitė zufolge ist es in einem solchen Fall nicht zutreffend, von Synonymie zu sprechen (Miliūnaitė 2009: 186).

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 6

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Synonymie als Folge der Terminologieplanung. Zu den klassischen Aussagen, die häufig von Terminologen und nicht nur von ihnen zitiert werden, gehört die Feststellung, dass Termini anhand von Synonymen und Varianten normiert werden. Bei der Bearbeitung der Terminologie eines Fachgebiets oder eines anderen wird vorgeschlagen, verschiedene Termini zur Benennung eines Begriffs9 zu verwenden. So werden beispielsweise, dem Prinzip der sprachlichen Reinheit folgend, für Lehnwörter oder, enger gefasst, für Internationalismen litauische Entsprechungen gesucht10, während man im Sinne der Sprachökonomie für lange Termini kürzere Ersatzformen sucht. Nicht immer gelingt es, sofort den präzisesten, systematischsten, kürzesten oder aus anderen Gründen besser geeigneten Terminus zu finden. All dies führt zur Synonymie von Termini, die zumindest während eines bestimmten Zeitraums besteht11. Zweifellos findet sich in einem angemessen redigierten Text meist nur einer oder zwei der in dem betreffenden Fachgebiet gebräuchlichen Synonyme (zulässige kontextuelle Synonyme ausgenommen; ausführlicher dazu Mitkevičienė 2015), während in der Terminografie unterschiedlich verfahren wird: Synonyme werden nur begrenzt angegeben (d. h. die Terminologie wird normiert) oder der Informationsfülle wegen in großer Zahl aufgenommen.

Im Übersetzungskontext ist Synonymie als Ergebnis der Terminologieplanung besonders relevant, da bei der Suche nach der am besten geeigneten Entsprechung eines Terminus der Ausgangssprache verschiedene Synonyme entstehen. Hat ein Terminus der Ausgangssprache Synonyme, können auch in der Zielsprache Synonyme auftreten. So entsprechen in der Terminologiedatenbank der Europäischen Union IATE die Synonyme Durchbruchinnovation, radikale Innovation (beide mit drei Sternen als Termini mittlerer Zuverlässigkeit bewertet) sowie Diskontinuitätsinnovation (mit zwei Sternen gekennzeichnet, was bedeutet, dass der Terminus wenig zuverlässig ist) den drei englischen Synonymen: breakthrough innovation, radical innovation und discontinuous innovation (IATE 2019).

Aus dem Gesagten wird deutlich, dass Synonyme in der Terminologie sowohl Gegenstand als auch Mittel der Normierung sind. Wenn Synonyme ein Mittel der Normierung darstellen, können sie bei logischer Betrachtung nicht als Mangel der Terminologie gelten.

9 Schon die erste litauische Terminologiekommission verzichtete, wie aus ihren Sitzungsprotokollen hervorgeht, bei der Normierung von Termini nicht auf Synonyme (siehe Mitkevičienė 2013).

10 Es wird dafür plädiert, bereits vorhandene litauische Entsprechungen internationaler Termini stärker zur Geltung zu bringen und zugleich mehr litauische Neubildungen zu schaffen (Gaivenis 2014: 239; vgl. Klimavičius 1975: 117).

11 Absoliučiosios sinonimijos kalba vengia ir kratosi (Klimavičius 1975: 92). Tarptautinių ir lietuviškų sinonimų semantinis atskyrimas nėra dažnas (ten pat: 122), dažniau vienas iš jų ilgainiui išstumiamas iš terminų sistemos.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 7

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

SYNONYMIE UND DIE TERMINOLOGIE DER TERMINOLOGIE

Die Terminologie ist eines der Fachgebiete, für die internationale Normen erarbeitet werden. Man kann annehmen, dass die Terminologie in Normen sehr gut geregelt sein sollte. Betrachten wir die Synonyme in einer Terminologienorm. Die Norm LST ISO 1087-1:2005 Terminologijos darbas. Aiškinamasis žodynas. 1 dalis. Teorija ir taikymas (identisch mit ISO 1087-1:2000) umfasst 92 Terminologieeinträge; 11 Prozent der Termini haben Synonyme (die Synonyme sind nicht in separaten Einträgen aufgeführt)12. Die Hälfte davon sind litauische und internationale synonyme Termini: Mehrdeutigkeit (Syn. Polysemie), Eindeutigkeit (Syn. Monosemie); Abkürzung (Syn. Abbreviatur). Einige litauische Synonyme ähneln Umschreibungen und Minimaldefinitionen, z. B.: Extension (Syn. Begriffsumfang), Intension (Syn. Begriffsinhalt); Makrostruktur (Syn. Aufbau der Sammlung), Mikrostruktur (Syn. Aufbau des Eintrags). Diese Beispiele veranschaulichen den typischen Fall der Synonymie zwischen litauischen und internationalen Termini. Kann man solche Synonympaare als Mittel oder Folge der Terminologieplanung ansehen? Angesichts der Beispiele, die Umschreibungen und Minimaldefinitionen ähneln, lässt sich diese Frage im Kontext der Norm vermutlich bejahen. Zugleich muss jedoch berücksichtigt werden, dass „die Terminologie bis zu einem gewissen Grad in zwei Varianten existiert – einer nationalen und einer internationalen“ (Klimavičius 1975: 92).

Bei mehreren synonymen Termini unterscheidet sich das Motivationsmerkmal: Äquonymischer Begriff und Syn. koordinativer Begriff; hyperonymischer Begriff und Syn. superordinierter Begriff; hyponymischer Begriff und Syn. subordinierter Begriff. Die jeweils erstgenannten Glieder dieser Synonympaare sind nach einer linguistischen Klassifikation benannt (vgl. Äquonyme, Hyperonyme, Hyponyme), die jeweils zweiten nach einer logischen Klassifikation (vgl. Koordination, Superordination, Subordination). Es ist fraglich, ob solche Synonyme eine unmittelbare Folge oder ein Mittel der Normierung sind, denn ihre Auswahl hängt von der Situation und dem Ziel ab.

Die übrigen Synonyme der besprochenen Norm sind Einzelfälle. Der Terminus Kausalitätsrelation und der als Synonym angegebene Terminus Ursache-Wirkungs-Relation lassen sich als Kurz- und Langform betrachten, obwohl dies kein besonders typisches Beispiel für diese Art von Synonymie ist. Die Termini Artbegriff und Begriff der Art sind hingegen typische zusammengesetzte grammatische Synonyme (ein Adjektiv mit dem Suffix –inis und ein Substantiv im Genitiv), und solche stammverwandten Synonyme werden bei der Terminologiearbeit üblicherweise vermieden13.

12 Die Termini dieses Wörterbuchs sind von VLKK gebilligt und auch in TB zu finden. Die Norm selbst ist seit Ende November 2019 ungültig, da im September desselben Jahres eine neue Ausgabe des Originals veröffentlicht wurde (ISO 1087:2019 Terminology work and terminology science – Vocabulary); diese wurde nicht ins Litauische übersetzt und wird wegen der geringen Nachfrage wahrscheinlich auch nicht übersetzt werden.

13 In ausländischen terminologischen Arbeiten werden stammverwandte Synonyme häufig nicht als Synonyme, sondern als Varianten betrachtet. Dies wirkt sich entsprechend auch auf die Art und die Ergebnisse der Forschung aus.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020) http://journals.lki.lt/bendrinekalba ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 8

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Warum beide letztgenannten in die Norm aufgenommen wurden, lässt sich schwer erklären. Vielleicht wurden diese Termini als nicht absolute Synonyme aufgefasst? Dann wäre es gerechtfertigt, Synonyme in der Norm aufzuführen.

In den Anmerkungen zu den Terminologieeinträgen dieser Norm finden sich ebenfalls Aspekte der Synonymie, die den tatsächlichen Sprachgebrauch widerspiegeln. Beispielsweise steht beim Terminus akronimas die Anmerkung: „In der litauischen Terminologie wird <...> bisweilen als Synonym des Terminus santrumpa betrachtet“; beim Terminus gimininis santykis findet sich die Anmerkung: „[S]ynonyme: Ober- und Unterordnungsrelation; generisch-spezifische Relationen“.

Übrigens werden einige englische und französische, nur englische oder nur französische Termini mit Synonymen aufgeführt, während ihre litauischen Entsprechungen in der Norm keine Synonyme haben. Haben Termini in anderen Sprachen Synonyme mit unterschiedlicher Motivierung, können in einem bestimmten Kontext litauische Entsprechungen dafür erforderlich sein, z. B. der Terminus *pragmatinis santykis neben asociatyvusis santykis (vgl. engl. pragmatic relation, associative relation, frz. relation associative, relation pragmatique). Außerdem könnte im Kontext anstelle des bereits erörterten Terminus hiperoniminė sąvoka der Terminus platesnė sąvoka verwendet werden (vgl. die englischen Entsprechungen broader concept, superordinate concept), ohne anzunehmen, dass ein solcher Gebrauch als ungenau gelten oder als Einfluss der englischen Terminologie verstanden werden müsste.

BEGRÜNDETE SYNONYMIE

In den durch einen Beschluss der VLKK bestätigten allgemeinen Anforderungen an die Erstellung von Terminologiewörterbüchern (Fassung von 2015) heißt es, dass Synonymie zu vermeiden ist, mit Ausnahme der begründeten Synonymie litauischer und internationaler Termini (VLKK 2015). Somit wird darin nur ein Synonymietyp hervorgehoben. In den Leitlinien für den litauischen Teil der IATE-Terminologiedatenbank wird Synonymie wesentlich ausführlicher behandelt, was auch auf die Besonderheiten und den Zweck der Datenbank zurückzuführen ist. Dort werden sechs Fälle unterschieden, in denen die Synonymie litauischer Termini in der Datenbank gerechtfertigt ist14. Die Fälle lassen sich gruppieren: 1) noch nicht etablierte Benennungen neuer Begriffe; 2) Synonyme in unterschiedlichen funktionalen Stilen und Fachsprachenvarianten (wissenschaftlicher und administrativer Sprache); 3) Synonyme in unterschiedlichen Fachgebieten („die Rechtstermini der EU und der Republik Litauen unterscheiden sich“, „der Fachbereich, in dem die Synonyme verwendet werden, unterscheidet sich geringfügig“). Die übrigen Fälle sind sehr allgemein gehalten und stellen die Vielfalt des Sprachgebrauchs fest („Synonyme kommen im tatsächlichen Sprachgebrauch vor, und keines ist eindeutig vorherrschend oder hat einen höheren Status“, „Synonyme werden in verschiedenen geltenden EU-Dokumenten von ungefähr gleicher Bedeutung verwendet“). Wenn Synonyme

14 In den IATE-LT-Leitlinien heißt es, dass Kurzformen von Termini nicht als Synonyme gelten (IATE-LT 2016: 2). Auch bei der Suche in der TB werden Synonyme und Kurzformen von Termini als gesonderte Bestandteile eines Terminologieeintrags behandelt.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 9

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

die in EU-Dokumenten von ungefähr gleicher Bedeutung verwendet werden, wird dazu angeregt, sie zu vereinheitlichen und ihnen einen normativen Status zu verleihen (IATE-LT 2016).

Tabelle 1 enthält Typen synonymischer Termini, die in der litauischen Terminologieforschung (in Arbeiten von K. Gaivenis, St. Keinys, A. Kaulakienė, J. Klimavičius und/oder anderen) traditionell als gerechtfertigt gelten – positiv oder zumindest neutral bewertet werden –, d. h. als Fälle begründeter Synonymie betrachtet werden können15. Daneben ist das wichtigste Kriterium der Synonymopposition angegeben, das die Autorin dieses Artikels herausgearbeitet hat.

TABELLE 1. Arten gerechtfertigter Synonyme und Kriterien synonymischer Opposition

Gerechtfertigte Synonyme Kriterium Lehnwort und litauische Entsprechung Herkunft Lange und kurze Varianten Länge Benennungen neuer, noch nicht etablierter Begriffe Entstehung von Begriffen Benennungen sich entwickelnder, umstrittener Begriffe Entwicklung von Begriffen Aspektuelle Synonyme16 Begriffsmerkmale, Klassifikation Synonyme aus dem fachlichen und dem allgemeinen Sprachgebrauch (Terminus und Nicht-Terminus, wissenschaftlicher Terminus und volkstümliche Bezeichnung); Termini der Wissenschaft und der populärwissenschaftlichen Vermittlung Kommunikative Situation (Sprachvarietät, funktionaler Stil, Register) Systematische und nichtsystematische (triviale) Benennungen Nomenklaturregeln, kommunikative Situation Termini unterschiedlicher Schulen, Strömungen und Theorien Begriffsmerkmale; Autorität …

Diese Aufstellung in der Tabelle ist nicht vollständig; beispielsweise sind darin keine Synonyme entlehnter Termini enthalten, obwohl sie, wie die litauische Terminografie zeigt, möglich sind. Natürlich können die genannten Kriterien nur bedingt und in sehr allgemeiner Form unterschieden werden. Dennoch lässt sich auf diese Weise herausarbeiten

15 Franco Bertaccini und Mitautoren unterschieden bei ihrer Untersuchung synonymischer italienischer Termini aus einem Fachgebiet zwischen physiologischer und pathologischer Synonymie. Erstere gilt als funktional zweckmäßig (Kontexte und Benutzergruppen der Synonyme unterscheiden sich), letztere ist beliebig und kann zu Verwirrung führen (Anglizismen und italienische Termini(!); unterschiedliche Übersetzungen (Entsprechungen) eines Terminus) (Bertaccini et al. 2010).

16 Aspektuelle Synonyme entstehen, wenn in unterschiedlichen Terminologiesystemen unterschiedliche Begriffsmerkmale hervorgehoben werden. Diese Aussage dürfte über die Arbeiten von D. Lotė in die litauische Terminologieforschung gelangt sein (siehe Keinys 2005: 254). In der litauischen Terminologieforschung wurde dieser Synonymtyp nicht eingehend untersucht; die Bezeichnung „aspektuelle Synonyme“ wurde von der Autorin dieses Artikels auf der Grundlage ausländischer terminologischer Arbeiten gewählt.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 10

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

eine uneinheitliche Synonymgrundlage. Offensichtlich ist auch der Grad der Synonymie unterschiedlich, wenn man ihn anhand der gegenseitigen Ersetzbarkeit im Kontext beurteilt. So sind etwa in unterschiedlichen Kommunikationssituationen verwendete Termini (z. B. Synonyme aus der fachsprachlichen und der allgemeinsprachlichen Verwendung) lediglich partielle Synonyme (Quasisynonyme). Sie entsprächen stilistisch-funktionalen (oder gattungsspezifischen) Synonymen (vgl. Župerka 1983: 32–34, ŠŽ 2002); zudem gibt es Auffassungen, wonach solche Synonyme über die Grenzen der Terminologie hinausgehen (vgl. Slož enikina 2005: 120). Nach der in der ausländischen Terminologieforschung gut bekannten und verwendeten Typologie der Ursachen der Benennungsvariation17 von Judita Freixa (2006) sind die Gründe für ihren Gebrauch funktionaler Art (weitere Ursachen sind dialektaler, diskursiver, sprachübergreifender und kognitiver Art).

Die Termini-Synonymie steht in Beziehung zu den Prinzipien der Terminusnormung18: die Synonymie litauischer und entlehnter Termini zum Reinheitsprinzip, die Synonymie langer und kurzer Terminusvarianten zum Ökonomieprinzip (und zur Anforderung an die Zweckmäßigkeit von Termini), die Synonymie von Termini unterschiedlicher Sprachvarietäten zum Prinzip der funktionalen Zweckmäßigkeit, die aspektuelle Synonymie u. a. zum Systemprinzip usw. Hier werden die Prinzipien mit Synonymtypen in Verbindung gebracht, obwohl die Termini-Synonymie insgesamt zweifellos auch durch weitere Prinzipien bestimmt wird, beispielsweise durch Beständigkeit, Verbreitung u. a. Selbst Synonymtypen, die im Kontext der Terminuspflege eine klare Richtung aufweisen (z. B. Entlehnung → litauischer Terminus, langer Terminus → kürzerer Terminus), verlaufen in Wirklichkeit nicht immer in diese Richtung, denn bei der Terminuspflege richtet man sich nicht nach einem einzelnen Prinzip oder einer einzelnen Anforderung, sondern nach ihrer Gesamtheit. So kann man im Einzelfall vom kürzeren zum längeren Terminus übergehen, wenn der längere genauer oder aus anderen Gründen geeigneter ist. So wird etwa im neuesten Wörterbuch psychologischer Termini dem genaueren Terminus psichinių reiškinių chronometrija der Vorzug gegeben und nicht dem Synonym psichinė chronometrija (Bagdonas, Bliumas 2019).

María Teresa Cabré, eine der bekanntesten Theoretikerinnen der Terminologie, unterscheidet drei Ebenen der terminologischen Einheit: die kognitive (Begriff), die sprachliche (Terminus) und die [soziale] kommunikative (Situation) (Cabré 2003: 183, 187). Die terminologische Einheit ist zugleich eine Einheit der Erkenntnis, der Sprache und der Kommunikation. Dieser Gedanke lässt sich auch auf die Erklärung der Termini-Synonymie anwenden, indem man dieses Phänomen durch diese untrennbar miteinander verbundenen Ebenen betrachtet. Verschiedene Synonymtypen rücken jeweils die eine oder die andere Ebene stärker in den Vordergrund, beispielsweise die Entlehnung und der litauische

17 In den letzten Jahrzehnten werden Synonyme in der ausländischen Terminologieforschung meist als Teil der terminologischen Variation untersucht (z. B.: Freixa 2006; Daille 2017; MPTV 2017). Terminologische Variation wird sehr weit und uneinheitlich verstanden. So kann eine Variante sowohl ein Synonym eines Terminus sein (systemisch oder kontextuell) als auch die Benennung eines anderen, semantisch verwandten Begriffs. Entsprechend unterscheidet man Benennungsvarianten und begriffliche Varianten (engl. denominative variants und conceptual variants). Synonyme gehören zur ersten Variantengruppe.

18 Remiamasi K. Gaivenio išskirtais terminų norminimo principais (žr. Gaivenis 2002: 89–100).

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 11

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Terminus – die sprachliche Ebene; Termini, die unterschiedlichen Sprachregistern angehören – die kommunikative Ebene; Benennungen nicht etablierter Begriffe – die kognitive Ebene. Sabela Fernández Silva und Mitautorinnen unterscheiden drei kognitive Strukturierungsfaktoren, die für die Termini-Synonymie relevant sind: 1) Fachgebiet, 2) Intention, 3) idealisiertes kognitives Modell (Fernández-Silva ir kt. 2012: 197).

Eine der neueren Richtungen der Terminologie, die soziokognitive Terminologie, geht davon aus, dass Synonymie funktional ist. Es wird erklärt, dass der Kommunikationskontext bestimmt, welchen Aspekt eines Begriffs man hervorheben möchte, und dass davon abhängt, welches Synonym der Sender wählt (vgl. Temmerman 2000: 150–152). Es ist hervorzuheben, dass die Funktionalität von Synonymen anhand von Synonymen mit unterschiedlicher Motivation veranschaulicht wird.

MOTIVATIONSBEDINGTE SYNONYME UND TERMINUSPFLEGE

Bei der Opposition zwischen Synonymen mit unterschiedlicher Motivation ist eben der Motivationsunterschied entscheidend. Bei solchen Termini wird ein Begriff nicht anhand derselben Merkmale benannt; diese werden durch unterschiedliche, nicht synonyme Lexeme ausgedrückt19.

Derselbe Begriff kann mit einem neutralen und einem metaphorischen Terminus benannt werden, z. B.: pličioji rinkodara und virusinė rinkodara (engl. viral marketing), daugiametė apklausa und omnibuso apklausa (engl. omnibus survey) u. a. (RVŽ 2018). Man kann annehmen, dass diese Art von Synonymie ein Ergebnis und zugleich ein Mittel der Terminuspflege ist und dass die Richtung der Pflege eindeutig ist ((Lehn-)Metapher → neutraler und präziserer Terminus). Doch lassen sich nicht alle derartigen Synonyme allein durch Normung erklären (es bedarf eingehender Untersuchungen dazu, warum mehrere Termini entstanden sind und welcher der frühere ist); außerdem können sich die Verwendungsumstände metaphorischer und neutraler Termini unterscheiden, beispielsweise Kleinė-o-Levin’o sindromas und miegančiosios gražuolės sindromas (Bagdonas, Bliumas 2019) u. a.20

Die Wahl des einen oder anderen Terminus wird auch durch die Mehrdimensionalität des Begriffs bestimmt: Eine Fachperson kann gezielt einen Terminus wählen, um einen Aspekt des Begriffs hervorzuheben, und einen anderen, um einen anderen Aspekt desselben Begriffs hervorzuheben (Bowker 1998: 494). Wie bereits erwähnt, entstehen Synonyme mit unterschiedlicher Motivation auch dadurch, dass ein Begriff mehr als einem Terminsystem und Fachgebiet angehört (die bereits besprochenen Synonyme ekonominė sąvoka ir koordinacinė sąvoka). Es stellt sich die Frage

19 Unterschiedliche Motivation ist den meisten in Tabelle 1 aufgeführten Synonymtypen eigen; der Ausdruck motyvaciniai sinonimai umfasst hier also verschiedene Fälle von Synonymie.

20 Naujausiame psichiatrijos terminų žodyne (Mačiulis ir kt. 2017) kaip termino Kleinė-o-Levin’o sindromas sinonimai nurodyti kiti: periodinė hipergipnija, periodinis liguistas mieguistumas.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 12

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

die Frage, wie solche Synonyme mit kommunikativer kognitiver Grundlage von Synonymen zu unterscheiden sind, die lediglich auf die fehlende Festlegung oder Normierung von Termini zurückzuführen sind. Die Form des Terminus ist in dieser Hinsicht nicht informativ. Beispiele aus den neuesten Terminologiewörterbüchern: Altersnorm und Entwicklungsnorm; dysfunktionale Familie und Familie mit sozialem Risiko; ethologische Isolation und psychologische Isolation; unabhängige Variable und kontrollierte Variable (Bagdonas, Bliumas 2019); externe Dienstleistungen und entsprechend dem Tätigkeitsrang in Anspruch genommene Dienstleistungen, Absender einer Nachricht sowie Quelle, öffentliche Meinung und öffentliche Meinung (RVŽ 2018) u. a.

Nur wenn der weitere Kontext der Entstehung und Verwendung einzelner Termini bekannt ist, lässt sich sagen, dass bestimmte in Wörterbüchern verzeichnete Synonyme, zum Beispiel externe Dienstleistungen und entsprechend dem Tätigkeitsrang in Anspruch genommene Dienstleistungen (engl. outsourced services) (RVŽ 2018), auf die Terminologiepflege und nicht auf eine gezielte unterschiedliche Konzeptualisierung zurückzuführen sind. Von solchen Synonymen sollte langfristig nur eines bestehen bleiben. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die litauische Terminologie stark durch die Vorbilder entsprechender Ausdrücke in anderen Sprachen beeinflusst wird, vgl. dysfunktionale Familie und Familie mit sozialem Risiko (engl. dysfunctional family, family at social risk, russ. дисфункциональная семья, семья социального риска) (Bagdonas, Bliumas 2019). Es wäre jedoch unzutreffend, solche Synonymie allein durch die Übersetzung von Termini zu erklären, denn die Wissenschaft ist in gewissem Maße international, und in verschiedenen Sprachen werden Begriffe (insbesondere neue) häufig anhand desselben motivierenden Merkmals benannt.

Somit sind Synonyme mit unterschiedlicher Motivation nicht nur ein Mittel und eine Folge der Terminologiepflege, sondern auch ein funktional zweckmäßiges Phänomen; daher lässt sich nicht strikt behaupten, dass nur eines dieser Synonyme zu verwenden sei.

ZUSAMMENFASSENDE BEMERKUNGEN UND SCHLUSSFOLGERUNGEN

Schon vor fast einem halben Jahrhundert begann man in der litauischen Terminologielehre festzustellen, dass terminologische Synonymie ein kaum erreichbares Ideal ist. In den grundlegenden Arbeiten zur litauischen Terminologielehre (von St. Kein(i)s und K. Gaivenis) wird Mononymie weder den Anforderungen an Termini noch den Grundsätzen der Terminologienormung zugeordnet.

Obwohl terminologische Synonymie aus pragmatischen Gründen zu vermeiden ist und ihre Regulierung sinnvoll ist, ist es dennoch nicht zutreffend, sie ausschließlich als Mangel zu bewerten. Da zwischen terminologischer Synonymie und Terminologiepflege eine Wechselbeziehung besteht, kann Synonymie nicht ausschließlich negativ beurteilt werden: Synonyme Termini sind ein Mittel und eine Folge der Terminologienormung; die Anwendung der Grundsätze der Terminologienormung

BENDRINĖ KALBA 93 (2020) http://journals.lki.lt/bendrinekalba ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 13

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

(Reinheit, Ökonomie, Systemhaftigkeit u. a.) vermehrt die terminologische Synonymie in gewissem Maße.

Terminologische Synonymie ist ein vielschichtiges Phänomen; die Ursachen und die Art der Entstehung synonymischer Termini sowie die kommunikative Situation und der Kontext unterscheiden sich. In der terminologischen Synonymie greifen die sprachliche, kognitive und kommunikative Ebene der Termini ineinander; daher sollte begründete Synonymie nicht auf die lediglich zwei von A. Kaulakienė hervorgehobenen Synonymtypen beschränkt werden, deren Opposition auf der Ausdrucksform (Herkunft und Länge) beruht, und auch nicht ausschließlich mit neuen Begriffen aus den frühen Entwicklungsphasen der Terminologie verknüpft werden. Die komplexe Frage der motivierenden Synonyme bedarf einer gesonderten Untersuchung – solche Synonyme können sowohl Folge und Mittel der Terminologienormung als auch Ergebnis unterschiedlicher Konzeptualisierung und Begriffsklassifizierung sein.

LITERATŪRA

Auksoriūtė Albina 2018: Informatikos ir kompiuterijos terminijos raida ir sinonimija. – Lietuviškos informatikos ir kompiuterijos terminijos tyrimai, aut. A. Auksoriūtė, J. Gaivenytė-Butler, S. Labanauskienė, A. Mitkevičienė, R. Stunžinas, A. Umbrasas, P. Zemlevičiūtė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 247–307.

Bagdonas Albinas, Bliumas Remigijus 2019: Aiškinamasis psichologijos terminų žodynas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos centras, 2019.

Bertaccini Franco, Massari Monica, Castagnoli Sara 2010: Synonymy and Variation in the Domain of Digital Terrestrial Television: Is Italian at Risk? – Terminology in Everyday Life, ed. M. Thelen, F. Steurs, Amsterdam: John Benjamins Publishing Company, 11–19. DOI: https://doi.org/10.1075/tlrp.13.02ber.

Bowker Lynne 1998: Variant Terminology: Frivolity or Necessity? – Proceedings of the 8th EURALEX International Congress, ed. T. Fontenelle et al., Liège: University of Liège, 487–496. Prieiga internete: https://euralex.org/publications/variant-terminology-frivolity-or-necessity/.

Būga Kazimieras 1961: Rinktiniai raštai 3, sud. Z. Zinkevičius, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla.

Cabré Castellví M. Teresa 2003: Theories of Terminology. Their Description, Prescription and Explanation. – Terminology 9(2), 163–199. DOI: 10.1075/term.9.2.03cab.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 14

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Daille Béatrice 2017: Term Variation in Specialised Corpora: Characterisation, Automatic Discovery and Applications, Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.

Fernández-Silva Sabela, Freixa Judit, Cabré Teresa 2012: A Cognitive Approach to Synonymy in Terminology. – Cognitive Linguistics between Universality and Variation, ed. M. Brdar, I. Raffaelli, M. Žic Fuchs, Cambridge Scholars Publishing, 189–211.

Freixa Judit 2006: Causes of Denominative Variation in Terminology: A Typology Proposal. – Terminology 12(1), 51–77. DOI: https://doi.org/10.1075/term.12.1.04fre.

Gaivenis Kazimieras 2002: Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys, Vilnius: LKI leidykla.

Gaivenis Kazimieras 2014: Rinktiniai raštai, sud. J. Gaivenytė-Butler, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

Gaivenytė Jolanta 2000: Sudėtinių fizikos terminų sinonimijos atvejai terminų žodynuose. – Kalbos kultūra 73, 62–67.

Grinius Kazys 1914: Apie botanikos organografijos lietuviškąją terminologiją, Vilnius. Prieiga internete: https://www.epaveldas.lt/object/recordDescription/LNB/C1R00000038947.

IATE 2019: Interaktyvioji terminologija Europai. Prieiga internete: https://iate.europa.eu/home [žiūrėta 2019 m. lapkričio mėn.].

IATE-LT 2016: IATE-LT gairės. Lietuvių kalbos įrašų tvarkymas. Prieiga internete: https://iate.cdt.europa.eu/iat enew/help/pdf/LT.pdf.

Jablonskis Jonas 1935: Jablonskio raštai 4. Kalbos dalykai, red. J. Balčikonis, Kaunas: Švietimo ministerijos leidinys.

Kaulakienė Angelė 1994: Fizikos ir technikos terminų sinonimijos vertinimas. – Lietuvių kalbotyros klausimai 31, 51–55.

Kaulakienė Angelė 2000: Kompiuterijos terminijos sinonimija: yda ar būtinybė. – Terminologija 6, 23–28.

Kaulakienė Angelė 2009: Lietuvių fizikos terminijos raida, Vilnius: Technika.

Kaulakienė Angelė 2014: Terminologija. Terminografija. Terminija, Vilnius: Technika.

Keinys Stasys 1980: Terminologijos abėcėlė, Vilnius: Mokslas.

Keinys Stasys 2005: Dabartinė lietuvių terminologija, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

Keinys Stasys 2012: Lietuvių terminologijos raida, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 15

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Keinys Stasys 2013: Dėl mokslo terminų vienareikšmiškumo supratimo. – Terminologija 20, 47–55.

Klimavičius Jonas 1975: Tarptautinių ir lietuviškų terminų sinonimija terminografijoje. – Lietuvių kalbotyros klausimai 16, 91–123.

LKE 2008: Lietuvių kalbos enciklopedija, par. K. Morkūnas, red. V. Ambrazas, 2-as patiksl. ir papild. leidimas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.

LRST 1115-90: Terminologijos principai ir metodai. Lietuvos RST1115-90 (ISO 704-87), Vilnius.

Mačiulis Valentinas, Šurkus Jonas, Lapytė Aldona 2017: Enciklopedinis psichiatrijos terminų žodynas, Vilnius: Presvika.

Miliūnaitė Rita 2009: Dabartinės lietuvių kalbos vartosenos variantai, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

Mitkevičienė Asta 2013: Terminologijos komisijos (1921–1926) vaidmuo lietuvių literatūros mokslo terminijos istorijoje. – Terminologija 20, 172–179.

Mitkevičienė Asta 2015: Kai kurie terminų sinonimijos aspektai. – Terminologija 22, 39–60.

MPTV 2017: Multiple Perspectives on Terminological Variation, ed. P. Drouin, A. Francœur, J. Humbley, A. Picton, Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.

RVŽ 2018: Aiškinamasis ryšių su visuomene terminų žodynas, Vilnius: Lietuvos komunikacijos asociacija. Prieiga internete: https://www.ltka.eu/zodynas/.

Sager Juan 1990: A Practical Course in Terminology Processing, Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.

Složенikina Julija 2005: Сложеникина Юлия Владимировна, Термин: семантическое, формальное, функциональное варьирование, Самара: Изд-во СГПУ.

Stankevičienė Sigita 2012: Variantinė ir sinoniminė lietuvių ir vokiečių kalbų elektrostatikos terminų raiška. – Kalbų studijos 21, 21–27.

SŽ 2002: Sinonimų žodynas, sud. A. Lyberis, 2-asis patais. leid., Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2002.

Šalkauskis Stasys 1991: Raštai 2. Filosofijos ir pedagogikos terminija, par. A. Sverdiolas, Vilnius: Mintis.

Tatarinov Viktor 2006: Татаринов Виктор Андреевич. Общее терминоведение. Энциклопедический словарь, Москва: Московский лицей.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 16

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

TB 2019: Lietuvos Respublikos terminų bankas. Prieiga internete: http://terminai.vlkk.lt/ [žiūrėta 2019 m. gruodžio mėn.].

TD 1973: Terminologinis darbas (Pagrindai ir metodai), vertė A. Kaulakienė, Vilnius: Mintis, 1973.

Temmerman Rita 2000: Towards New Ways of Terminology Description: the Sociocognitive Approach, Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.

Umbrasas Alvydas 2008: Atnaujinti Terminų žodynų rengimo bendrieji reikalavimai. – Terminologija 15, 216–225.

Vladarskienė Rasuolė 2015: Skolintų ir lietuviškų ekonomikos terminų konkurencija. – Terminologija 22, 98–109.

VLKK 2007: Valstybinės lietuvių kalbos komisijos 2007 m. gruodžio 20 d. protokolinis nutarimas (rekomendacija R-4) „Dėl Terminų žodynų rengimo bendrųjų reikalavimų“ (2015 m. gruodžio 3 d. protokolinio nutarimo Nr. PN-8 redakcija). Prieiga internete: http://www.vlkk.lt/aktualiausios-temos/terminija/terminu-zodynu-rengimo-bendrieji-reikalavimai.

VLKK 2014: Valstybinės lietuvių kalbos komisijos 2014 m. birželio 12 d. protokolinis nutarimas Nr. PN-1 „Dėl Specialybės kalbos programos pakeitimo“. Prieiga internete: http://www.vlkk.lt/vlkk-nutarimai/protokoliniai-nutarimai/specialybes-kalbos-programa-nauja-redakcija.

VLEe 2019: Visuotinė lietuvių enciklopedija (elektroninis variantas), Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos centras. Prieiga internete: https://www.vle.lt/ [žiūrėta 2019 m. gruodžio mėn.].

Zaikauskas Egidijus 2015: Vieno langelio sistema – Europos Sąjungos teisės aktų projektų lietuvių kalba terminų derinimo su Lietuvos Respublikos institucijomis priemonė. – Terminologija 23, 127–148.

Zemlevičiūtė Palmira 2001: Sinoniminiai „Medicinos enciklopedijos“ terminai. – Terminologija 8, 34–39.

Župerka Kazimieras 1983: Lietuvių kalbos stilistika. Vilnius: Mokslas.

Gauta 2020 02 04

Priimta 2020 04 25

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 17

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

IS SYNONYMY OF TERMS AN IMPERFECTION?

Summary

The article investigates the systemic synonymy of Lithuanian terms in the context of terminology regulation. With reference to the most important works in the area of Lithuanian terminology as well as terminography data, it examines the evaluation of synonymy of terms, relation between synonymy and terminology regulation and reevaluates the concept of valid synonymy of terms.

Terms without synonyms have been considered to be only an aspiration in Lithuanian terminology for almost half a century. In the classical works of Lithuanian terminology (S. Keinys (1980), K. Gaivenis (2002)) mononymy is included neither in the requirements for terms nor in the principles of normalization of terms.

The article proposes that synonymy of terms and terminology regulation are linked in bidirectional mutual way: synonymous terms are both a tool for and a consequence of normalization of terms and application of principles of normalization of terms (eg. as preference for native origin terms, economy, systematicity etc.) increases synonymy of terms to a certain extent.

synonymy of terms

terminology regulation

The article comes to a conclusion that although synonymy of terms should be avoided and regulated due to pragmatic reasons, it is not accurate to regard it only as an imperfection.

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

ASTA MITKEVIČIENĖ. Ar terminų sinonimija yra trūkumas? | 18

doi.org/10.35321/bkalba.2020.93.01

Synonymy of terms is not a homogenous phenomenon as the causes for the occurrence of synonymous terms, their nature, communicative situation and context differ. Linguistic, cognitive and communicative dimensions of terms are interrelated in the synonymy of terms, therefore valid synonymy should not be limited only (as is quite common in Lithuanian terminology) to two types of synonyms whose opposition is based on the expression (origin and length) or linked only to the primary stage of terminology and new concepts.

The article also separately explores synonymous terms of different linguistic motivation and demonstrates that these synonyms can be both a consequence and means of regulation of terms and a result of different conceptualization and classification of concepts. Therefore it is impossible to conclude that only one synonymous term should be used.

KEYWORDS: synonymy of terms, terminology regulation, valid synonymy, synonyms of different linguistic motivation.

ASTA MITKEVIČIENĖ

Lietuvių kalbos institutas

Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

[email protected]

BENDRINĖ KALBA 93 (2020)

http://journals.lki.lt/bendrinekalba

ISSN 2351-7204

Document details