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LEKSIKOS TYRINĖJIMAI

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

LEXIK DER DIALEKTE DES MŪŠA-FLUSSGEBIETS

E. GRINAVECKIENĖ

In der Sprache der Menschen aus jeder Gegend unserer Republik verbirgt sich eine Fülle bisher kaum veröffentlichter, lebendiger alltäglicher Redewendungen, seltener Wörter und erstarrter Wortverbindungen. Die meisten von ihnen geraten mitsamt den damit bezeichneten Realien allmählich in Vergessenheit und verschwinden. Daher ist es wichtig, diese lexikalischen Belege möglichst sorgfältig aufzuzeichnen, zu veröffentlichen und zu untersuchen, denn das Wort ist ein guter Spiegel des Lebens der Menschen im ganzen Land oder in einzelnen seiner Gebiete, ein Zeuge dieses Lebens, der auf dessen Verbindungen mit Vergangenheit und Gegenwart hinweist.

Die hier vorgelegte Lexik der Dialekte des Mūša-Flussgebiets wurde von der Autorin in den Jahren 1960–1965 im Gebiet zwischen Pašvitinys, Žeimelis, Vaškai und Linkuva aufgezeichnet. Das Verhältnis der ausgewählten Wörter zur Literatursprache ist ein kontrastives, d. h. hier werden Wörter aufgenommen, die Dialektismen sind – lexikalische, wortbildungsmäßige, akzentuelle oder semantische, einige wenige auch syntaktische. Aufgenommen werden außerdem Wörter, deren übertragene Bedeutung eng dialektal geprägt ist, oder die nach Auffassung der Autorin selbst oder hinsichtlich einzelner ihrer wortbildenden Elemente mit diesen Dialekten oder größeren Einheiten dieser Dialekte verbunden und ihnen näher sowie für sie charakteristischer sind. Das Verhältnis der vorgelegten Wörter zur Lexik anderer litauischer Dialekte wird hier nicht behandelt; einzelne Wörter können also in der angegebenen Form oder Bedeutung auch in einem größeren Gebiet der litauischen Dialekte gebräuchlich sein. Den größten Teil der hier aufgenommenen Wörter bilden wohl die aktivsten und markantesten Elemente der Dialektlexik – anschauliche Verben. Ein beträchtlicher Teil der veröffentlichten Lexik lebt nur noch in Erzählungen und Erinnerungen von Angehörigen der älteren Generation fort und bezeichnet Realien, die inzwischen meist aus dem Leben verschwunden sind oder im Verschwinden begriffen sind und mit alten Bräuchen, Traditionen usw. zusammenhängen. Ein Teil der Wörter weist lexikalische, semantische oder wortbildungsmäßige Gemeinsamkeiten mit dem Lettischen (la.) auf. Manche Wörter sind auch Lehnwörter. Meist handelt es sich um Slawismen (sl.) oder Germanismen. Die mit anderen Sprachen gemeinsame oder entlehnte Lexik kann dazu beitragen, die Beziehungen der Dialekte des Mūša-Flussgebiets oder allgemein des Litauischen und seiner Dialekte zu anderen Sprachen unter einem oder einem anderen Gesichtspunkt zu erhellen. Viele der vorgelegten Wörter und Formen können helfen, zahlreiche Fragen der litauischen Lexik, Grammatik und Akzentuierung sowie die Herkunft mancher Formen und den Wandel der Wortsemantik zu beleuchten und zu erklären.

Wörter aus den Dialekten des Mūša-Flussgebiets werden, wie die Lexik aller übrigen litauischen Dialekte, seit Langem gesammelt und in der Kartei des „Wörterbuchs der litauischen Sprache“ und in den letzten Jahren auch des „Atlas der litauischen Sprache“ aufbewahrt sowie (zusammen mit allen litauischen Wörtern) im großen „Wörterbuch der litauischen Sprache“¹ veröffentlicht. Arbeiten, in denen ausschließlich die Lexik dieser Dialekte veröffentlicht oder untersucht würde, gibt es jedoch bisher, kann man sagen, nicht. Der bekannte litauische Sprachwissenschaftler K. Jaunius hat zwar „Die lexikalischen Besonderheiten des Panevėžys-Dialekts“ veröffentlicht

1 Siehe Wörterbuch der litauischen Sprache, I–VIII.

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², doch die relativ wenigen von ihm beschriebenen Wörter des Panevėžys-Dialekts stammen größtenteils aus anderen Orten (Pašvalys, Pãmpėnai, Krinčinas, Joniškėlis, Vabalninkas, Linkuva) als die hier vorgelegte Lexik. Zudem wurden sie dort nach einem anderen Gesichtspunkt ausgewählt und präsentiert: ohne Belegmaterial, miteinander verglichen und hinsichtlich ihrer Entsprechungen in anderen litauischen Dialekten und anderen Sprachen untersucht. Aufgrund des unterschiedlichen Ziels unterscheidet sich auch die von K. Jaunius zusammengestellte Lexik von der hier vorgelegten.

* * *

Jedes hier vorgelegte Dialektwort wird durch einen oder mehrere Sätze veranschaulicht – lebendige Äußerungen aus der gesprochenen Volkssprache, aufgezeichnet aus dem Mund von Menschen, die den Dialekt gut sprechen. Auf diese Weise werden zahlreiche anschauliche Redewendungen, Phraseologismen und Beispiele der Kleinkunst überliefert. Alle Wörter und die sie veranschaulichenden Sätze sind in die Literatursprache übertragen. Die Reihenfolge der Wörter ist alphabetisch. Die Stichwörter und alle Wörter in den Belegssätzen sind mit Akzenten versehen. Bei den nominalen Stichwörtern wird auch das Akzentparadigma angegeben. Zur Erläuterung der Wortbedeutungen sowie bei grammatischen und sonstigen Hinweisen und Abkürzungen werden im Allgemeinen dieselben Verfahren verwendet wie im „Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache“³; lediglich hybride Bildungen tragen in Klammern den Vermerk hibr., und nach einem Fremdwort wird, sofern möglich, in Klammern angegeben, aus welcher Sprache oder über welche Sprache es in den Dialekt gelangt ist. In einzelnen Fällen wird das Fremdwort mit entsprechenden lexikalischen Entsprechungen anderer Sprachen verglichen; im Allgemeinen wird jedoch nicht angestrebt, die Herkunftsfragen aller hier vorgelegten Dialektwörter umfassend zu behandeln.

A

advikãtas (aus dem Lat.) (2) Rechtsanwalt: Du redest ganz wie ein Rechtsanwalt. aičvaras (3ᵃ) Aitvaras (Hausgeist): Der aičvaras fliegt: weder Kopf noch Schwanz, nur ein Lichtlein wie ein Schürhaken. Der Aičvaras holt aus einem Speicher Getreide und schüttet es in einen anderen; dessen Besitzer wird reich. Der Aičvaras ist dort, wo jenes Feuer am Himmel dahinfliegt. Dieses Kind – ein Sprössling des Aičvaras – ist sehr wild.

akikplėša b (1) Frechdachs: Mit ihm will ich nicht reden: So ein Frechdachs ist er.

akis (4) 1. △ jemandem Augen einsetzen jemanden unterrichten: Sie haben sie alle ausgebildet, ihnen Augen eingesetzt: Sie sehen alles und verstehen alles. die Augen abwenden nicht hinschauen: Er ist so hübsch, dass man die Augen nicht von ihm abwenden kann: eine gelbe Tolle (Haare) und lockig. mit den Augen verschlingenmit den Augen „aufessen“: Das Fleisch verschlingen wir mit den Augen, aber keiner von uns isst es. 2. Mühlsteinloch: Ich habe ein ganzes Loch voll Getreide hineingeschüttet und kann nicht mehr mahlen.

ãmalas (3ᵇ) △ ãmalą mesti das Getreide durch Blitz ohne Donner mit Rost befallen: Wenn es blitzt, ohne zu donnern, sagen die Leute früher: „Es wirft den ãmalas, der Roggen wird verderben.“

amžinãtilsi 1. Verstorbener: Die selige Mutter ist gestorben. 2. vorbei, zu Ende: Bald wird es mit ihnen vorbei sein. Mit diesen Häusern ist es schon zu Ende.

antãlekas (1) (vgl. poln. antãlek) kleines Bierfass: Die Knechte kaufen ein kleines Fass Bier und trinken es im Wald zu Pfingsten. In ein antãlekas passen dreißig Liter Bier.

ancak|ỹs (3ᵃ) Augenbraue: Wie sind deine Augenbrauen – schwarz oder gefärbt? -ėlis (2): Das Kleine hatte helle Augenbrauen und helle Haare.

2 V. Drotvinas ir V. Grinaveckis, Kalbininkas Kazimieras Jaunius, Vilnius, 1970, p. 154–161.

3 Žr. Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius, 1954, p. V–XVI.

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apirėdai Pl. Hybridbildung (aus dem Slawischen) (1) Kleidung, Bekleidung: Ich zeigte alle Kleidungsstücke, die ich habe.

apýrupiai grob, ziemlich grob: Wenn man für die Schweine mahlt, dann so grob, zu kleinen Grützekörnchen.

apjó|ti, -ja, -jo unterdrücken, einschüchtern: Er ist ein langsamerer Mensch, von ihr eingeschüchtert.

apjuo|k|ti, -ja, apjuokė verspotten: Alle werden ihn auslachen, wenn er weiterhin so trinkt. Geh nicht ohne Kopftuch, alle werden dich auslachen.

ap|kamšýti, -kamšo, -kamšė 1. beschenken: Womit wirst du mich heute wohl beschenken? 2. mit etwas bestecken, bepflanzen: Sie bringen viele schöne Kränze (Blumen) und schmücken damit das ganze Grab der Mutter.

apol|býti, -ija, -ijo beschämen, herabwürdigen: Ich mache sie fertig: Ich beschimpfe sie als Kuh, als Schwein.

apsi|glaudýti, -glaúdo, -glaũdė liebkosen: Wenn man nach Hause kommt, schmiegt sich vielleicht auch der Alte ein wenig an einen.

apsi|kelti, apsikelia, -kėlė sich etwas aussuchen: Ich hatte mir eine Last ausgesucht.

apsi|manyti, -māno, -mānė fühlen, sich überzeugen: Der Onkel fühlt sich so, als könne er wieder gehen, und verspricht, loszugehen.

apsimynėlėlis, -ė (1) jemand, der schmutzig ist: Sie war sehr schmutzig, sodass man einen Hund mit ihrer Schürze hätte totschlagen können.

apskrie|ti, -ja, -jo umranden, umziehen: Wenn ein Knöchelchen wächst, muss man es mit einem Knochen eines Verstorbenen umrunden, dann wächst es nicht weiter.

apsmaug|ti, -ia, -ė überwältigen, besiegen: Der Große überwältigt den Kleineren.

apsūkėlis (2) rundes, ganz kleines Fleckchen: Wie viele kleine Wiesen es hier gibt: nur ein winziges Fleckchen.

apstremėk|l|inti, -ina, -ino (vgl. traminti ‘beruhigen’) zurechtweisen: Sie pflegte sie zurechtzuweisen: Du bist so, du bist so.

aptūtalo|ti, -ja, -jo warm einpacken, anziehen: Sie packen ihn warm ein wie einen alten Mann und bringen ihn in die Stadt.

ap|ūti, apūja, -ūjo beschuhen: Sie fing an, ihr Schuhe anzuziehen, Schuhe anzuziehen, und ließ sie so begriffsstutzig zurück.

apvartó|ti, -ja, -jo verheiraten, an den Mann geben: Jau apvartójau abuodų vaikų, galiu mirti.

apžir|ti, apžyra, -o zu flimmern beginnen: Dabà negaliù teip išsiuvinėti: apžyra tuoj akys, bėga ašaros, ir tadà jau nieko nėra.

ārdskelė (1) Stange, die in der Tenne zum Auflegen der Garben dient: Tõs ārdskelės yra dvėjos: vienos aukščiau, kitos žemiau. Ant ārdskelių uždėti ãrdai.

atādrekis (1) Tauwetter: Kad atādrekis, važiuoja kiškių šaudyti. Nebešąla oras, jau atādrekis.

atlapiùs, -i (4) vertrauensvoll: Aš labai atlapi: viską palieku valio (offen, unverschlossen).

atsidvėsti, atsidvesia, atsidvėsė an Kraft verlieren, schal werden: Alùs neskanùs – atsidvėsęs. Pripylė tokiõ atsidvėsusio alaus.

atsitriš|yti, -ija, -ijo lästig werden, überdrüssig werden: Atsitrišėjo mán tie pijókai, nebekenčiú aš jų.

atsivērsti, atsivērčia, atsivērtė aufkochen: Nueinù pas kárvę, sugrįžau ir atsivėrčiau ant lóvos.

atsižiūrė|ti, atsižiūria, -jo 1. berücksichtigen: Er nimmt auf einen anderen Menschen keine Rücksicht: Er arbeitet, wie es ihm passt. 2. sich umdrehen, sich umsehen: Geh und sieh dich nicht um!

atstó|ti, -ja, -jo △ nuo próto atstojęs nicht ganz bei Verstand: Visi žmonės kaip žmonės, o jis – lygiai nuo próto atstojęs.

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heranbringen, heranbringt, brachte heran △ heranbringen ãtlaidus zu den Kirchweihfesten Bewirtung herbeibringen: Er brachte schon am Vorabend die Kirchweihbewirtung heran (Bier für die Kirchweih), und man brauchte nicht einmal mehr in die Stadt zu fahren.

atžėlà (3ᵇ) Schössling: Der Hopfen ist bei uns schon im Herbst wieder ausgetrieben.

atžindas Subst. (3ᵇ) jemand, der nach einer Unterbrechung wieder gestillt wird: Ein Kind, das nach dem Abstillen wieder gestillt wird, taugt nicht: Es könnte ein Zauberer sein.

augtinė Subst. (2) Heimatort: Hier ist meine Heimat, mein Heimatort — ich kenne hier alles.

avikirp|lis, -ė Adj. (1) zum Scheren der Schafe: Bring mir die Schafschere.

avižis (2) Maikäfer: Sammle Maikäfer und schütte sie diesen Buben ins Bett. Die Beine der Maikäfer sind rau.

B

báldalas (3ᵃ) geschlossen: Wenn der Onkel düngt, braucht man weniger báldalas.

balė (4) Sumpf: Hier gibt es einen Sumpf hinter diesem Wald. Dieser Sumpf ist dieses Jahr bis zum Rand voll – es hat geregnet.

bal|ėsas (aus dem sl.) (2) schmales Zaunbrett: Ein Zaun aus schmalen Brettern umschließt die Gärten sehr hübsch. -esiukas (2): Das kleine Haus ist mit grünen schmalen Brettern verkleidet.

balseminka Hybr. (aus dem Lat.) (1) kleinblütige Balsamine (Impatiens balsamina): Die Balsaminen blühen im Garten.

bandà (4) Lohn für einen Knecht in Form eines Feldstücks, auf das ein Scheffel (48 kg) Gerste, ein Scheffel Hafer und ein kleines Maß Flachs gesät werden konnten: Sieh nur, wie gut sein Lohn ist: so gute Gerste — er hat eben Glück. △ als Knecht gegen einen Lohn in Naturalien arbeiten: Er ging als Knecht gegen Naturalienlohn in Stellung, er war sehr wohlhabend.

bandinỹkas (2) Knecht, der seinen Lohn in Form eines Feldstücks erhielt: Er wollte nicht als Knecht gegen Naturalienlohn arbeiten, für eine Stelle als Verwalter reichte es ihm nicht.

bàstellėti, -elia, -ėjo leicht antippen: Der Arzt hat mich nur aus der Ferne leicht angetippt, und das war alles.

bėgis, -ė (2) stumm: Der Stumme kann nicht sprechen: Er zeigt es, wenn er etwas möchte. begėlis (2): Ein armer Bettler kam; man muss ihm etwas geben.

ber̃gždin|lis, -ė (1) kinderlos: Im Alter ist es schlecht, kinderlos zu sein.

bičkorẽ|lis, -ė Adj. (2) dessen Aussehen einer Bienenwabe ähnelt: Dahlien, die wie kleine Waben aussehen, haben auch ihre Schönheit. Bei den kleinen Wabendahlien wachsen kleinere Blütenköpfe.

birbynė (2) △ būti kai birbynėi mager sein: Das Mädchen ist wie eine Birbynė: weder hat sie dort einen Bauch noch sonst etwas.

blùnkt lautmalerisches Wort für ein Umfallen: Die Müdigkeit zieht ihm sehr in die Beine: plumps ins Bett – wenn man sich erst hinsetzt, steht man nicht mehr auf.

brangiai neugierig, anerkennend: Er schaut so anerkennend auf dieses Nähstück, er möchte es unbedingt lernen.

brazdė|ti, brázda, -jo ticken: So winzig, und doch tickt Ihre Uhr gut.

brúkšnėlis (2) Häufchen, Wölkchen: Es zieht sich zu, vielleicht kommt eine kleine Regenwolke auf.

bruzdukėlėlis (2) die Mühle mit dem Stellseil heben oder senken: Das Stellseil ist gerissen – man kann die Mühlsteine nicht mehr heben, ein neues Seil wird gebraucht.

bùlbė (1) Kartoffel: Dieses Jahr sind die Kartoffeln sehr gut.

bu-bulėlis (2) pummelig: So hübsch: rund wie eine Kartoffel – wie ein kleines Kügelchen.

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C

zwitschern: Die Feldlerche zwitschert: Sie steigt mit Flügelschlägen auf und sinkt wieder herab.

geschickt, flink (4) gewandt: Geschickte Finger, dass du einen Floh gefangen hast.

Haarbüschel (aus dem Slawischen) (2) Kopfhaar: Der Mann hat so schönes Haar: sein Haar ist blond. Binde dir ein Kopftuch um: sonst verfängt sich Heu in deinem Haar. Der Mann wurde wütend und riss sich ein Haarbüschel aus: „Warte nur!“

zirpen zirpen, piepsen: Die Kiebitze zirpen, sagen sie – es ist schon Zeit, den Roggen zu säen.

Bündchen (2) Anfangsmasche bei einem Handschuh oder einer Socke: Mach dieses Bündchen länger, jetzt ist es so kurz.

knirschen knarren: Kartoffelstärke knirscht.

D

Betreuer, -in hybr. (aus dem Slawischen) (1) Aufseher/in: Du wirst die alte Frau in jene Häuser lassen, und du wirst ihre Betreuerin sein.

Dompfaff (2) Gimpel: Im Winter zeigen sich Gimpel, solche kleinen, hübschen, schwärzlichen Vögel, nur das Kehlchen ist rot.

Nachwuchs (3) Nachwuchs, Säugling, übertragen: Ein Junges ist herangewachsen, gleich kommt auch das nächste. So eine junge Frau, und sie ist schon voller Nachwuchs, und das reicht.

hören wahrnehmen: Die Ohren müssen alles hören.

Zahnwurf Subst. (2) △ einen Zahn aus dem Pflugzinken lösen und so werfen, dass er sich in die Erde bohrt (ein solches Hirtenspiel): Am Ende des Pflugzinkens lässt der Hirte, den Pflugzinken im Mund, den Zahnwurf los, damit sich der Zinken in die Erde bohrt.

Zähne (4) Zahn: Die Zähne des Flügels, an denen der Faden hängen bleibt, sind ausgebrochen. Seine Zähne sind zerbröselt. Äpfel sind gut für die Zähne.

Arbeitstage (1) Arbeitstag: Fünf Arbeitstage wurden ihr für das Jäten der Zuckerrüben angerechnet.

Legehenne (1) eine, die Eier legt: Wenn die Henne nicht legt, schlachte sie.

didel|is, -ė (1) 1. nicht groß: Die Kinder waren noch klein, als ihre Mutter starb. 2. berühmt: Sie brachte große Ärzte, und starb trotzdem.

didelėsn|is, -ė (2) größere Mauersegler (Höhlenschwalben).

diėdas (aus dem Slawischen) (2) alter Mann: Vier alten Männern steht der Schwanz nach hinten (im Rätsel über ein Pferd).

dienā (4) △ Vertretungstag des Vorarbeiters, ein Tag, an dem der Hirte für den Hirtenjungen dieses Hofes hütete: Am Vertretungstag des Vorarbeiters bleibt der Hirtenjunge zu Hause – der Vorarbeiter hütet an diesem Tag für ihn. Der Hirtenjunge freut sich: Am Vertretungstag des Vorarbeiters ist für mich Pfingsten.

dōbilas Sg. (1) Klee: Unser Klee war hinter dem Weg als Saatgut zurückgelassen worden. Der Klee wurde mit einer Maschine gemäht. Man setzt den Klee zu Haufen zusammen.

drāskata Adj. (1) der nicht ruhig ist: Dieses Kind ist sehr wild; die Mädchen können sich nicht gegen ihn wehren.

draūgė (2) Freundschaft: Ich wollte nicht, aber aus Freundschaft trank ich doch etwas Bier.

drįstė|ti, -ja, jo sich trauen: Als ich ein Mädchen war, wagte mich kein Mann so anzusprechen: Wenn du dich so verhältst, drehe ich ihm den Rücken zu.

drōbinis Subst. (2) Leinenstoff: Durch Leinen beißen Schlangen nicht hindurch.

drōgnės Pl. Masern: Dieses Kind ist an Masern erkrankt: Es ist ganz rot, sogar die Augen – alle Kinder bekommen diese Krankheit.

dročėjas (1) jemand, der mit Ruten schlug: Man legte die Menschen auf die Bänke, und die Schläger schlugen sie mit Ruten. Die Schläger waren ebenfalls solche Leute und sagten: Wir werden zuschlagen, ihr schreit.

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dūntuvai (1) Blasebalg: In der Schmiede gibt es keinen Blasebalg mehr, das Feuer wird elektrisch betrieben.

dvasúo|ti, -ja, dvasávo schwer atmen: Der alte Mann schnappt schon ganz schön (völlig) mit offenem Mund nach Luft.

dvynick|is, -ė Subst. (2) Zwilling: Sie bekamen auf einmal Zwillinge.

E

eigastis (1) Gangart: Eine schöne Gangart hast du: Du schwingst die Arme seitwärts und gehst schön.

eilà (4) Reihe: Der Tod nimmt keine Rücksicht auf die Reihenfolge.

F

fliūkcija (1) (aus dem Lat.) Phlox, Flammenblume: Die Phloxe blühen in großen Büscheln, sehr schön: mit bunten, roten und weißen Mitten.

G

Kopfende (1) das Ende des Kopfes: Zieh das Kopfende zu dieser Seite. Leg das Geld zwischen die Betten ans Kopfende.

gangreit ungefähr, beinahe: Der Kopf des Waldkauzes ist fast wie der einer Katze; manchmal ähneln sie einander; seine Beine sind befiedert, sein Schnabel ist gekrümmt.

gãradas (aus dem Slawischen) (3b) Umzäunung, Pferch: Das Schwein ist aus dem Pferch ausgebrochen; man muss hingehen und ihn ausbessern.

gargãlė (2) übertragen: Radio: Mach das Radio an: Es gibt nichts Gutes, es röhrt nur.

garsvyčios (1) Senf: Winzig klein wie ein Senfkorn. Senf ist sehr scharf: Er brennt im Hals.

geidáu|ti, -ja, geidávo sich wünschen: Alle wünschen sich, dass die Bushaltestelle zurückverlegt wird.

gegutiūtis (1) junger Kuckuck: Die Bachstelze hat ein Kuckucksküken ausgebrütet.

geinys (4) 1. von den Kettfäden abgenommene Fäden: Leg die Ruten (Kienspäne) in den geinys, um sie mit Garn zu verbinden, und webe sie dann in das Webblatt ein. 2. gebogener Stock mit langem Stiel, mit dem man beim Spielen den Ball schlägt: Wie er mit dem geinys zuschlug, wie der Ball flog! 3. ein bestimmtes Spiel mit einem gebogenen Stock: Sie trieben den geinys aus der Gasse hinaus. △ geinį mušti ein bestimmtes Spiel mit dem geinys spielen: Auch die Burschen gingen, um dieses geinys-Spiel zu spielen.

geluõnė (2) Furunkel mit gelbem Eiterkern: An ihrem Finger sind zwei Furunkel entstanden.

genėt|as, -a (1) bunt, gefleckt, gesprenkelt: Der Dompfaff ist gefleckt, nur seine Kehle ist rot. Die Eier der Lerche sind gesprenkelt, so hübsch. Der Kuckuck ist bunt, gefleckt, er hat solche rötlichen Federn; er ist ganz und gar dunkel gefleckt.

gerai viel: Schon lange wollten wir unbedingt Land kaufen.

gėrėj|as, -a (1) jemand, der trinkt: Bier ist da, aber keine Trinker: Wir müssen Trinker anheuern.

gėring|as, -à (3) trinkfähig: Sie ist sehr wenig trinkfest.

gès|yti, -ija, -ijo jagen, umherhetzen: Sie jagte die Entenküken sehr, dabei verletzte sie sich am Bein.

giltinė (1) Tod: Viele meiner Freunde leben schon nicht mehr, aber der Tod hat mich vergessen.

girià (4) Nadelwald: Im Wald wachsen vor allem Kiefern und Fichten.

girtybė (1) Trunksucht: Durch seine Trunksucht wurde er verrückt.

gyvatienė (2) Schlangenaufguss mit Wodka: Es ist gesund, Schlangenaufguss zu trinken.

glitė (2) Rotz: Er nahm ein Taschentuch heraus und putzte sich den Rotz aus der Nase. Besser hinter dem Bart eines Alten als hinter dem eines Jungen (besser bei einem Alten als bei einem Jungen zugrunde gehen).

grãbštel|ėti, -ja, -ėjo kurz greifen, zwicken: Im Vorbeigehen zwickte er das Mädchen in die Seite.

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grąža (4) Umkehr: Ihr fahrt schon in die falsche Richtung, ihr müsst jetzt umkehren.

grąžaila Adj. (1) jemand, der hübsch ist: Unsere Kuh ist hübsch.

grąžgalvė (1) ein Waldvogel mit braunen, weißen und grauen Federn (lynx torquilla): Der Wendehals hat einen langen Hals und dreht den Kopf. Der Wendehals fürchtet Ameisen, weil sie seine Jungen angreifen. Der Wendehals ist größer als ein Star und recht länglich. Der Wendehals brütet in einer Baumhöhle. △ Wie ein Wendehals: mit langem Hals.

grėbčiai Pl. (2) zusammengerechtes Heu: Man muss das zusammengerechte Heu zusammenfahren.

grybà (2) Pilz: Die Milchlinge sind nur matschig, aber sie sind gute Pilze.

grieb|ti, -ia, -ė nehmen, packen: Womit er auch arbeitet, damit fährt er: sei es mit dem Auto oder mit dem Mähdrescher.

grindė (4) Metallring zum Einfädeln einer Kette: Der Hund löste sich von diesem Ring und lief davon.

gróbas (1) Rippe: Er fuhr mit der Maschine über ihn und brach ihm die Rippen. Auch dem Mann der Brautführerin brach er eine Rippe.

grobúon|is, -ė (1): Die Eulen sind Kannibalen: Sie fressen ihre Jungen, nachdem sie geschlüpft sind.

gùdkūlis (1) Knäuel, unschön zusammengerolltes Bündel: Er wickelte es nicht ordentlich ein und faltete es nicht zusammen, sondern drehte es zu einem solchen Knäuel und warf es weg. gudkūliukas (2) Er wickelte es auf, so ein kleines Knäuel aus Därmen.

gùmė (2) Gummi: Quer durchgeschnittenes Gummi.

gumijin|is, -ė (2) gummiartig: Mit dem Gummischlauch muss man das Schweinchen hinunterlassen.

gvaizdikas (2) Nelke: Der ganze Garten ist voller Nelken; sie blühen wunderschön: rot, bunt, rosa.

I

įbr|sti, įbrenda, -do eintreten, anfangen: Ich bin schon ins einundachtzigste Lebensjahr eingetreten.

iesmė (3) Holzmenge, die in den Ofen passt: Diese Holzladung ist schon verbrannt; leg noch eine nach. Vielleicht ist auch der Ofen schuld: Ich habe drei Holzladungen verbrannt, und das Brot ist trotzdem roh geblieben; leg noch eine zweite Holzladung hinein, vielleicht ist das Getreide in der Tenne noch nicht ganz trocken.

įdėmiai aufmerksam: Du hörst aufmerksam jedem Wort zu.

įlaidas (3ᵃ) Einfülltrichter: Ich kaufte neue Trichter und füllte das Kissen damit.

įlip|ti, įlipa, -o eintreten, anfangen: Ich bin ins achtzigste Lebensjahr eingetreten.

įmakó|ti, -ja, -jo einsäen, hineinstreuen: Sie säten den Roggen in den nassen Boden, und es ging nichts auf.

įmintr|ùs, -i (4) selten, interessant: Sing uns doch ein interessantes Lied vor.

ing in: Geh nach draußen! dienà ing dienà täglich: Wie sie arbeitet: Tag für Tag.

įpùlti, įpùola, įpùolė hineingeraten: Jetzt lebt derjenige, der zuerst hineingerät (in die verlassenen Höfe); denn es gibt keine Ordnung.

įsigalė|ti, įsigalia, -jo sich leisten können zu kaufen: Wenn man sich schließlich einen gekauften Rock leisten konnte, war das schön.

įsigyv|énti, -ėna, -ėno sich anschaffen, sich einrichten: Hätte er sich schon so viele Bienen angeschafft?

įsirėmti, įsirėmia, įsirėmė sich festsetzen: Heute hat sich mir ein Stich festgesetzt.

įsisi|rb|ti, -ia, įsisirbė sich einsaugen: Die Zecke saugte sich in den Arm fest.

įsiterp|ti, -ia, įsiterpė eintreten, sich niederlassen: Valug (per) mótinos jinai įsiterpė ing tuos namus.

išagurk|úoti, -úoja, -ãvo vollständig belauben (von Gurken): Die Gurkenblätter waren stark belaubt, aber jetzt sind sie nach dem Nachtfrost verwelkt.

4. Leksikos tyrinėjimai

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iš|braukyti, -braūko, -braūkė 1. hinaustragen, verstreuen: Was auch immer da war, sie trug alles hinaus, als sie starb. 2. abpflücken, abreißen: Alle Preiselbeeren pflückte sie grün ab.

išdūrti, išdūria, išdūrė gerade machen, gerade führen: Sie legten eine neue Straße an, und Schulter an Schulter konnten sie sie nicht gerade führen.

iš|eiti, -eina, -ėjo sich erfüllen: Mit der Zeit erfüllt es sich: Die Leute sagen es voraus.

išgaidė|ti, -ja, -jo zu Hähnchen heranwachsen (von Küken): Alle Hühnerküken sind zu Hähnchen herangewachsen: gut — es wird etwas zum Schlachten geben.

išgalė (1) Umstand: Wir erzählen ihm den ganzen Hergang, und er sagt: Gut, ich helfe.

iš|gręžti, -gręndžia, -gręndė mit Steinplatten pflastern: Der Boden des Schlittens ist mit solchen kleinen Platten gepflastert, damit er nicht durchbricht.

išgrom|uōti, -uoja, -āvo wiederkäuen: Wenn die Kuh sich ausruht, wenn sie das wiedergekäut hat, dann gibst du ihr die Wölfe.

iškalbis (1) Beredsamkeit: Sie ist sehr schlagfertig und bei allerlei Dingen scharfzüngig.

iškatālin|ti, -a, -o durchnässen: Der Regen hat den Hirten tagsüber durchnässt — abends kommt er nass nach Hause.

išklý|sti, -sta, -do 1. schlecht werden: Auch er war auf Abwege geraten: Er ging zu den Weibern. 2. sich zerstreuen: Das Haus stürzte ein, und sie gingen alle in die Luft. 3. fortgehen, aufbrechen: Während dieses Durcheinanders zog er in die Welt hinaus, und ich weiß nicht, ob er lebt oder tot ist.

iškluik|ti, -sta, -o fortgehen, aufbrechen: Er zog in die Welt hinaus.

iškurst|yti, -o, -ė herauslocken; Gut, dass wir sie zum Gehen überredet haben; er selbst wäre nicht gegangen.

iškavė|ti, iškavka, -jo den Verstand verlieren: Bist du vor dem Tod so verrückt geworden, dass du derart sauber geworden bist? Er ist völlig verrückt geworden und reicht: Er schaut auf nichts.

išl auž|ti, -ia, -ė zerschlagen: Steckt den Korken nicht so fest in den Wein: Er wird ihn herausschlagen; der Wein muss auslüften.

išleink|ti, -ia, išlenkė überlegen sein: Da hast du ihn übertroffen: Er hat ein Mädchen bekommen, du aber einen Sohn.

išlie|ti, -ja, -jo △ išliėti nūgarą den Rücken durchprügeln, verprügeln: Die Kinder sind herangewachsen, haben ihm den Rücken durchgeprügelt und ihn verjagt.

išling|uōti, -uoja, -āvo ausgiebig singen: Die Feldlerche singt ihr Lied wunderschön aus.

išmėt|yti, -o, -ė freilegen, anlegen: Im Winter sind die Wege angelegt, schön. Im Winter bahnen sie sich selbst Wege. Einen großen Weg haben sie angelegt.

išmušinė|ti, -ja, -jo ausdreschen: Das Heu war aus den Schwaden herausgeschlagen worden.

išpūsti, išpučia išpūtė △ käili išpūsti verprügeln, windelweich schlagen: Gut, dass der Bruder nicht da war: Sie hätten ihn ordentlich windelweich geschlagen.

išputė|ti, -ja, -jo (vgl. lett. putēt) 1. verlieren, einbüßen, verschwenden (durch Misswirtschaft): So eine gute Arbeit hat er vergeudet. Den Hof hat er heruntergewirtschaftet, er verstand es nicht, den Betrieb zu führen. Er kam nach Hause, um den Hof zu vergeuden. 2. verschwinden: Früher grasten wilde Kühe im Wald, jetzt sind sie verschwunden, es gibt keine mehr.

iš|rašyti, -rašo, -rašė mit Mustern verzieren, ornamental besticken: Gib mir die bestickten Handschuhe.

išrūš|ti, išrūšta, -o (aus dem Slawischen) vertreiben, hinaustreiben: Der untere Teil des Ofens ist ausgeräumt.

išsiblūvė|ti, -ja -jo nüchtern werden, den Rausch ausschlafen: Gestern war er betrunken, heute ist er wieder nüchtern.

išsidūmė|ti, -ja, -jo sich ausräuchern: Wenn die Würste ausgeräuchert sind, isst man sie roh.

išsikliūkin|ti, -a, -o sich lockern, sich lösen: Die Scherkreuze sind angebracht, damit sich die Egge nicht lockert und nicht seitwärts ausschert.

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ausbrü|ten, -tet, -tete schlüpfen, sich erholen: Da ist er (endlich) aus dieser Krankheit herausgekommen, und ich dachte schon, er würde sterben.

sich schläng|eln, -elt sich, -elte sich 1. sich winden: Der Weg schlängelt sich quer durch den Wald. 2. gesanglich ausgeführt werden: Dieses Lied schlängelt sich durch alle möglichen Töne.

sich aussondern, sondert sich aus, sonderte sich aus sich unterscheiden: Das Kind ist nicht vom Vater: Es ist aus der Familie ausgeschieden.

ausschla|fen, schläft aus, schlief aus durch Schlaf gesund werden: Meine Krankheit lässt sich nicht ausschlafen.

sich aus dem Kopf schlagen, schlägt sich aus dem Kopf, schlug sich aus dem Kopf △ sich aus dem Kopf schlagen vergessen: Mir ist diese Bezeichnung aus dem Kopf geschlagen.

schwächer werden, wird schwächer, wurde schwächer an Kraft verlieren, schwächer werden: Meine Gesundheit geht nun allmählich dahin. Das Bier wird schnell schal.

aufplat|zen, -zt, -zte aufspringen, sich öffnen: Vom Regen platzen die Erbsen schnell auf.

aussehen, sieht aus, sah aus scheinen: Mir scheint, dass sie keine Ärztin, sondern eine Feldscherin war. Mir scheint, dass ich jene Kuh auf der Wiese nicht liebgewinne.

Grieben Pl. (1) Grieben ohne Speck: Den Hausangestellten (Knechten) gab man Grieben.

auflö|sen, -st, -ste schmelzen: Ich fürchte, der Regen könnte den Zucker auflösen.

erschöpft sein, ist erschöpft, war erschöpft schwach werden: Jetzt ist meine Gesundheit schon ganz erschöpft: Sobald jemand etwas sagt, kommen mir die Tränen.

ausreichen, reicht aus, reichte aus zurechtkommen: Während der Fastenzeit muss man mit einem halben Fass Heringe für die Familie auskommen.

herauszieh|en, -t, -te △ Ausschlag bekommen mit Pickeln und Bläschen ausbrechen: Brennnesseln sind schlimm: Sie verursachen sofort Ausschlag, und es juckt sehr.

zerren, zerrt, zerrte herausreißen, ausreißen: Als er stürzte, zerrte er sich jene Muskeln in der Wade.

Ausschweifung (2) Ungezogenheit: Bei den Hirten gibt es Ungezogenheit im Übermaß.

aus dem Affekt plötzlich: Wie er aus dem Affekt heraus sprach, begannen seine Hände sofort zu zittern.

ausheiraten eine Frau verheiraten, zur Ehe führen: Schon hat die Mutter die Tochter verheiratet. Schon habt ihr beide Kinder verheiratet. Das letzte Kind habe ich verheiratet.

unter Tränen verabschieden unter Tränen fortgehen lassen: Wir haben ihn unter Tränen zum Militär verabschiedet.

herausziehen, herauszerren herausrufen, herausziehen: Die Schwalben singen dieses Lied mit allerlei Melodien heraus.

besonders besonders, sehr: Ich werde das Wasser besonders heiß erhitzen.

J

sich ärgern wütend werden: Ich muss mich übergeben, ich werde es nicht schaffen, ohne mich zu übergeben: So flau ist es mir im Magen, mir ist schlecht.

jüngste (2) die jüngste: Ich bin schon selbst die Jüngste, und ich bin bereits fünfzig Jahre alt.

jünger Adj. (2) die jüngste: Die ist als Jüngste zur Tochter geworden.

Jungtier Adj. (2) Junges: Sie hatten einen jungen Marder gefangen.

wenn falls: Wenn der alte Bettler sich eine schwarze Kopftuch bindet. Wenn du dich hinlegst, wirst du nicht mehr aufstehen.

Liebhaber Geliebter: Schick diesen Liebhaber fort. Solch ein Liebhaber klebt an den Mädchen: Er heiratet nicht und macht sonst nichts.

K

kabaldėlė (2) zerbrochen, was kaputt ist: Der Sattel ist ein völlig kaputtes Fahrrad.

kabal|iuóti, -iuoja, -iãvo hängen: Damit er sich erhängt, baumelt er dort; sie kommt nicht einmal in die Nähe.

kãbaras (3ᵇ) jemand, der langsam ist und einen unschönen Gang hat: Solche Lahmen sind die Männer; sie gehen hinkend über den Hof.

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kabavó|ti, -ja, -jo dial. überprüfen, befragen: Wenn jemand auf der Straße kontrolliert wird, zeigen Sie die Papiere vor. Er kontrollierte die Dokumente.

kačiõkas (2) Kätzchen: Das Kätzchen kuschelt sich unter die Webstühle.

kagė|ti, kãga, -jo gackern: Das Huhn kommt gackernd herbei: Es hat ein Ei gelegt und Wasser getrunken. Nun gackert wieder eines.

kãliakraštis (1) Fellrand, Fellrest: Aus dem Fellrand machten sie Schuhe.

kãklas (4) 1. △ Halskrankheit, Diphtherie: Halskrankheiten würgen ein Kind schnell ab. 2. Steuer, übertragen: Der Mann ist der Kopf, die Frau der Hals: Wohin der Hals sich dreht, dorthin schaut auch der Kopf.

kanapė|as, -a (1) sommersprossig: Drei sommersprossige Männer kommen.

kãnas (vgl. lett. kañņa) (4) großes Metallgefäß: Diese Kuh zu melken wäre nicht so schwer, aber diese Kannen zu heben!

kańtat|as, -a (aus dem Russ.) (1) zufrieden: Gib der Kuh sauberes Wasser, dann ist sie nicht zufrieden. Die Männer sind unzufrieden – es gibt nichts zu trinken.

kãpinnykas (1) Friedhofswärter: Mutter gab dem Friedhofswärter fünf Rubel (dem Totengräber), und die Gräber wurden hergerichtet.

kapl|iuoti, -iúoja, -iãvo hacken: Er half, die kleinen Gärten zu hacken. Seit dem Morgen hacken die Frauen die Zuckerrüben.

kàpšena (zur Vorsilbe vgl. lett. krišana) (1) Verenden, Ende, Schluss: Für diesen Kater ist das Ende schon nahe, denn er schreit so schäumend.

karklỹs (4) Schnarchen: Was ist das für ein Schnarchen hier! – Ich sehe: Er schläft auf einem Webstuhlbrett sitzend und schnarcht sehr laut.

karš|ti, -ia, -ė dreschen: Die Flachsstängel werden ausgerauft, nach Hause gebracht und in der Tenne geschwungen: Die Köpfchen fallen ab. Die Flachsbreche sind an der Wand befestigt, und damit wird der Flachs geschwungen.

karštiniai Pl. (1) Typhus: Geh nicht zu ihm auf Besuch, damit du dich nicht mit Typhus ansteckst; Typhus ist ansteckend.

kartumėlis (2) herber Geschmack: Diese Äpfel sind noch etwas herb, sie sind noch nicht reif.

karvelūitis (1) Täubchen: Die Täubchen laufen in der Scheune auf dem Balken herum. Die Täubchen sind aus Ton (Tonfiguren), hübsch.

kaspinykas (2) Band: Sie kaufte ein sehr breites Band. Man muss sich mit einem Band binden.

kavaliérnykė Hybridbildung (1) unmoralische Frau, Mädchen: Sie ist schon so eine Unmoralische: Sie versucht ständig, einen fremden Mann zu verführen.

kavõ|ti, -ja, -jo (aus dem Slawischen) reinigen: Man bringt Helfer, damit sie beim Reinigen der Felder helfen.

kažin kok|s, -ia (1) ausgezeichnet, sehr gut: Der Geschmack des Hafers ist ja nicht besonders.

kėgė (2) Traube, Büschel: Die Blumen blühen in schönen Büscheln. Die Eberesche trägt große Büschel – der Herbst wird regnerisch.

kėkšė (2) (vgl. lett. keksis) langstielige Gabel mit gebogenen Zinken zum Löschen eines Feuers: Die kėkšė steht neben dem Speicher. In unserem Hof gab es eine Leiter, bei euch aber eine kėkšė. Wenn ein Haus in Brand gerät, reißen drei Männer, die sich an die kėkšė klammern, die Wände ein und löschen das Feuer.

kėlena (1) Zeitraum vom Aufstehen bis zum Frühstück oder vom Frühstück bis zum Mittagessen, vom Mittagessen bis zum Abendessen: Wenn du mit den Vorbereitungen fertig bist, kannst du eine ganze kėlena lang sitzen. In zwei kėlena habe ich die Zuckerrüben gehackt.

keliãvietė (1) unbewirtschaftete kleine Wiese beim Dreschschuppen, Wendestelle: Hier gibt es auch eine keliãvietė zum Wenden (Umdrehen).

kelmiuot|as, -a (1) mit haufenförmigen Wolken, wolkig: Der Himmel ist voller Haufenwolken: Es wird größere Kartoffelknollen geben.

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aufwühlen, wühlt auf, wühlte auf graben, umwenden: Wenn die Maulwürfe die Gärten aufwühlen, muss man einen Zweig des Faulbaums nehmen und ihn mit der linken Hand in das Loch stecken und nicht zurückblicken.

gebacken|, -e (2) aus geröstetem Malz hergestellt: Bier kann man auch backen: Das Malz wird gemahlen, unter den Ofen gestellt, mit kochendem Wasser übergossen und ziehen gelassen – Backbier. Backbier ist rötlicher und hat seinen eigenen Geschmack.

kleiner, unscheinbarer Mensch m. (2) jemand ohne gutes Aussehen, von kleinem Wuchs, der nicht wächst: Da, so ein kleiner Kerl: klein, kahl – was ist das für ein Mann? Das ist eine Frau – ein kleines dürres Ding.

Habseligkeiten Pl. (2) Hab und Gut, Sachen: Nimm deine Sachen und geh, wir mit den Kindern bleiben hier, denn du läufst immer wieder dorthin.

durch und durch 1. ganz und gar, vollständig, rein: Der Specht ist durch und durch bunt. 2. gut, deutlich: Meine Augen sind noch gut: Wenn jemand am Wald entlanggeht, sehe ich ihn deutlich. 3. so lange: Der Hund bellt ununterbrochen, bis ich weggehe. 4. vergeblich: Wenn man im Frühling sät, blühen die Erbsen vergeblich.

sich anschmiegen, -schmiegt sich an, -schmiegte sich an schmeicheln, sich anbiedern: Sie schmusen hier in diesem Bett, und ich muss daran vorbei.

winziges bisschen (2) Krümelchen, ein klein wenig: Er nimmt nicht einmal ein winziges bisschen Gewicht ab.

Holzfäller (2) Holzfäller: Ich gehe durch den Garten, zu jener Birke, schaue hin – da kommen drei Holzfäller Pl.

mit der Axt gehacktes Holz Pl. (1) ohne Säge hergestelltes Brennholz: Ich habe mit der Axt gehacktes Brennholz gekauft. Das mit der Axt gehackte Holz ist aufgeschichtet.

Klößchen (aus dem Slawischen) Pl. (2) Milchsuppe mit Mehlteigklümpchen: Ich habe sie gekocht – ach du meine Güte – die Klößchen sind ziemlich dick geraten!

sitzen: Alle sitzen, sitzen da und bleiben sitzen.

herumschreien, -schreit herum, -schrie herum kreischen, laut rufen: Warum schreist du hier herum? Niemand hat Angst vor dir!

sich verirren, -verirrt sich, -verirrte sich nicht wissen, verlieren: Ich habe den Weg verfehlt und bin weit zu Fuß gegangen.

Rindenstrick (vgl. lett. klūga) (1) eine aus Baumrinde gedrehte Schnur: Die Rindenstricke sind gedreht, und der Zaun ist gebaut.

kliūrkt kūkt: Im Frühling beginnen die Kröten zu quaken: kliūrkt kikt, kliūrkt kūkt.

Unterlage (2) Boden, Unterseite, Untergrund, auf den etwas gelegt wird: Das Heu, das auf der Unterlage liegt, ist noch etwas feucht.

kneřk|ti, -ia, -ė quieken, krächzen, klagen: Die Eulen krächzen und lachen.

knerp|lyš, -ė Subst. (4) Nörgler: So ein Nörgler ist der Alte, er kann sich nie zufriedengeben.

kneřp|ti, -ia, -ė nörgeln, Vorwürfe machen: Warum nörgelst du, wenn es eine Wanze (Bettwanze) ist? Sag, was dir nicht gefallen hat.

knieža (vgl. kniežti) Subst. (1) jemand, der unzufrieden ist, ständig brummt, Vorwürfe macht und nörgelt: So ein Nörgler, zu nichts zu gebrauchen: Er nörgelt und nörgelt, während er einem ständig hinterherläuft.

kniež|ti, -ia, -ė (vgl. lett. kniežēt ‚jucken, prickeln‘) ständig brummen, Vorwürfe machen, unzufrieden sein: Mir ist es lästig, dass die Großmutter den ganzen Tag dasitzt und unaufhörlich an dir herumnörgelt: Dies sei nicht gut, jenes sei nicht gut. Sie kommt zurück, isst und geht wieder hinaus, und zu Hause nörgelt der Alte den ganzen Tag an dir herum.

knýnas (aus dem Slawischen) (2) Moos: Moos ist in großen Mengen gesammelt und ein ganzes Körbchen voll hingestellt worden.

knit|ėntis, -ėnasi, -ėnosi kribbeln, kitzeln: Die Beine der Mistkäfer sind rau: Sie kribbeln stark, wenn sie irgendwo hineinkriechen.

knitė|ti, kničia, -jo prickeln, taub werden: Wenn ich lange schreibe, prickelt es immerzu in meinen Fingern: Ich muss der Hand eine Ruhepause gönnen.

knūn|ti, -a, -o kribbeln, kitzeln: Es kribbelt und kribbelt mir hier im Nacken: Vielleicht ist eine Ameise hineingekrochen.

knūkt auf einen Zug: Ich trank alles auf einmal mit einem Zug aus.

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Knivarpas (1) Kinivarpas: Die Wände sind voller Holzwürmer: Die Holzwürmer werden euch zu Bettlern machen.

Knūp|ti, knūmpa, -o stolpern: Das Pferd rannte heftig, stolperte und brach sich das Bein.

Kojūgalė (1) Fußende: Das Fußende des Sarges stellen wir an die Wand.

Kōk|s, -ia (4) welcher: Ich ging ungefähr hin, es waren nur etwa fünf Frauen da.

Kōlek solange: Wenn du eine einmal liebgewonnen hast, dann liebe sie, solange du die Augen schließen kannst; aber heutzutage wechselt und wechselt man, wie ein Zigeuner sein Pferd.

Koš|ti, -ia, -ė filtern: Wenn sich die Nieren durch Alkohol so zusetzen, filtern sie nicht mehr.

Košvirėlis (2) bauchiger Tontopf: Früher gab es solche Töpfchen mit Henkel, aus Ton, in der Mitte eingeschnürt: in der Mitte dicker, nach unten und oben schmaler – wir nannten sie Košvirėliai. Schöpf Wasser mit einem Košvirėlis.

Kránsa Subst. (1) Greis, hinfälliger Alter: So ein Kránsa ist alt geworden; einen solchen Menschen achte ich schon nicht mehr. Können von einem solchen hinfälligen Alten überhaupt Kinder kommen? Andere helfen ihm. Kransėlė (2): So ein Kransėlė ist dieser Kater völlig geworden – es ist nichts mehr aus ihm zu machen.

Kráutnyk|as, -ė (1) Kaufmann, Ladenbesitzer: Am einen Ende wohnt eine Ladenbesitzerin.

Kregždūtis (1) Schwalbenjunges: Schon lassen sich die jungen Schwalben auf den Drähten nieder, schon ist Herbst.

Krėmblis (2) ein pyramidenförmiges Stück Birken- oder eines anderen Hartholzes, das man während des Spiels mit einem Wurfholz umwerfen musste: Wirf das Wurfholz, damit es gegen diesen Krėmblis stößt und ihn umwirft. Man stellte vier Krėmbliai auf und zielte darauf, sie mit dem Wurfholz umzuwerfen. △ krėmblį mušti ein bestimmtes Spiel spielen: Gehen wir Krėmbliai umwerfen.

Krėnikis (2) (vgl. lett. krankšķēt) Unruhe, Sorge: Aus so großer Sorge trank er ein Glas Bier, obwohl er sonst nie trank.

Krėšnė (2) Süßkirsche: Mir schmeckten diese Süßkirschen besser als Sauerkirschen: Die Süßkirschen sind rot und werden sehr schnell weich. Krėšnėlė (2): Im Garten gab es einen Krėšnėlė-Baum: Er war immer voller Früchte, Jahr für Jahr.

Krietn|ūs, -i (4) (vgl. lett. krietns, krietns) rechtschaffen, ehrlich: Der Vater war nicht rechtschaffen: ein Schläger. Er ist rechtschaffen: Er würde nicht einmal ein Fünkchen nehmen. Dieses unredliche Mädchen: Sie gibt sich mit Männern ab.

Krigulis (1) Verkrümmung, Biegung: Wenn du etwas bestickst, musst du darauf achten, dass nicht eines hier und das andere dort ist, damit keine solchen Krigulis entstehen.

Kripšlas (2) Splitter: Im Auge des anderen sieht er sogar einen Splitter. Kripšlėlis (2): Man muss die Butter gründlich auswaschen, damit kein einziges Kripšlėlis darin bleibt. Kripšlytīs (1): Ein Kripšlytīs ist ins Auge gefallen und kratzt.

kri|sti, kriinta, -to fallen: Die Spatzen stürzen sich wie wild aufs Kirschenfressen. Dass jene Frauen auf den Vormann gefallen sind!

kriūtīnė (2) Brust: Meine Brust ist verstopft.

krýžmais mit ausgestreckten Armen bäuchlings, das Gesicht nach unten: Früher bestrafte man Mädchen mit Kindern schwer: Man befahl ihnen, bäuchlings zu liegen.

kruopė|tas, -a (1) aus kleinen Teilchen, gleichsam aus Grützekörnern, bestehend: Der Honig ist so schön, so gelb, so körnig!

kūirin|tis, -asi, -osi sich kratzen, sich an etwas reiben: Warum kratzt sich die Kuh so sauber: als wäre sie von Bremsen befallen?

kuksė|ti, kūksia, -jo aufstoßen: Ich habe zu viel gegessen und angefangen aufzustoßen.

kuk|ūoti, -ūoja, -āvo quaken (von Fröschen): Früher quakten die Frösche in den Sümpfen.

kūlėjas (1) Dreschmaschine: Der Traktor zieht die Dreschmaschine. Die Dreschmaschine wurde nach Hause gezogen.

kūlynas (1) Gebüsch, Jungwald: Im Wald wachsen Erlen- und Weidengebüsche. Geh nicht in jene Gebüsche: Hier wimmelt es von Brennnesseln. Als die Frauen im Gebüsch Himbeeren entdeckten,

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strich es sofort aus, und es blieb nichts übrig. Klümpchen (2) Sträucher, Wäldchen: Pfifferlinge zwischen kleinen Klümpchen.

Klümpchen (2) Zünglein eines Röhrchens aus Erlenrinde: Blas auf der Hirtenflöte durch das Klümpchen in das Hörnchen.

Klümpchen (aus dem Slawischen) (2) Faust: Ich lerne und lerne und weiß nichts; man sagt, man müsse sich mit einem Klümpchen auf den Kopf schlagen, dann werde man alles wissen; während ich lernte, schlug ich mir mit einem Klümpchen gegen die Stirn, damit ich mir alles merken konnte.

Mäusepenis (1) ein essbarer weißer Pilz, Stinkmorchel (?): Mäusepenisse sind weiße Pilze, die aussehen, als seien sie mit den Fingern abgeschnürt; sie sind essbar. Im Frühling sammeln die Leute Mäusepenisse. Die Köpfe der Mäusepenisse sind spitz, die Stiele dicker.

Knecht (aus dem Slawischen) (2) Knecht: Kapsukas hat in unserer Gegend die Knechte aufgewiegelt.

kuplì Adj. (4) schwanger: Martėlė ist schon schwanger.

Kurklėlis (2) braune Heuschrecke: Der Kurklėlis zirpt mitten auf den Wiesen. Der Kurklėlis ähnelt einem kleinen Grashüpfer, ist aber braun.

Kurkliai Pl. (2) Kaulquappen: Aus Froschlaich entstehen Kaulquappen. Die Kaulquappen brauchen warmes Wasser.

kušė|ti, kuša, -jo sich regen, arbeiten: Regt sich dein Vater noch?

kuštė|ti, kušta, -jo gehen: Vielleicht geht er noch zur Arbeit?

Kuhställchen (1) kleiner Stall: Treibe die Gänschen in das Kuhställchen.

Schürze (aus dem Slawischen) (2) Schürze: Du hast dir eine nicht sehr saubere Schürze umgebunden.

L

láibgalis (1) langer Stiel: Der láibgalis des Weidenröschens ist in den Rockbund gesteckt, der drūžgalis ist am Gürtel festgeknotet.

labiai 1. sehr: Du hast einen sehr bösen Menschen erwischt. Der Kuckuck ist sehr bunt. Wer einen Kopf hat, kann sehr gut lernen. 2. völlig: Ihr wolltet früher überhaupt kein Bier, ihr habt gar nicht getrunken, und jetzt trinkt ihr.

láima (1) Glück: Er hat Glück.

laiming|as, -à (3): Glücklich ist jene Frau, die kein Bier trinkt.

laiškanėš|is, -ė (2) laiškanėšys: Die laiškanėšė bringt einen Brief und eine Rente.

lañk stymas (1) Biegen: Wer weiß, wie viel Zungenbiegen es noch geben wird.

lankúot|as, -a (1) mit Reifen: Du bist ein Fass, du bist mit Reifen versehen, du gibst uns kein Bier mehr.

lapūkas (2) ein belaubter Zweig eines Baumes (meist einer Erle): Brich einen lapūkas ab und vertreibe die Mücken vom Pferd.

lã stos Pl. (2) Kiste zum Legen und Ausbrüten von Gänseeiern: Das Mädchen lag auf den lãstos. Die Gänse gehen in jene lãstos, um Eier zu legen und zu brüten.

laukin|is, -ė Subst. (2) Bewohner eines Dorfes oder Einzelhofes: Als die Siedlungen sich auflösten, gab es viele laukiniai.

lauk|ti, -ia, -ė △ būti laukiámai trächtig, schwanger sein: Wie konnte jene Kuh ein Kalb bekommen, wenn sie nicht trächtig war?

lazdà (4) Kartoffelkraut: Das Kartoffelkraut ist schon vertrocknet, man muss die Kartoffeln nun ausgraben. Die Kartoffeln blühten schön – das Kraut ist gelb.

lei (vgl. lett. lei) wenn: Wenn ein Tier niedergeht, wenn es sich hinlegt!

léip|ti, -ia, -jo dahinsiechen, schwächeln: Wir setzten uns, und sie liegt ganz danieder, drückt; so steht sie auf und wieder hin.

léis|ti, -džia, -dė △ kraujais blutig Durchfall haben: Sie hatte schon blutigen Durchfall, aber ich heilte sie.

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lėkas (2) Schwertlilie (Gladiolus communis): Die junge Frau hat sich solche schönen Schwertlilien gepflückt: weiße, große.

lenkė (2) Kufenbeschlag eines Schlittens: Zwei Kufenteile sind aus Holz gehauen; an den Kufen sind vier Speichen.

len|ūs, -i (4) langsam: So ein langsamer Mensch hat so eine flinke Frau bekommen. Diese Kuh ist langsamer, aber an jene kam man nicht heran.

lėpnai behütet, verwöhnt: Heutzutage wachsen die Kinder behütet auf: Sie kennen keine Mühsal.

liáu|ti, -na, liōvė lassen, erlauben (vgl. lett. ļaut ‘erlauben’): Sie ließ sich verheiraten und heiratete. Die Mutter lässt ihn fahren, aber er selbst fährt nicht.

lieting|as, -a (1) regnerisch: Dieser Herbst ist regnerisch.

liežiūviai Pl. (2) Schmeicheleien: Sie läuft mit ihren Schmeicheleien umher.

lig 1. Präp. bis (mit Dat.): Bis zum Morgengrauen muss man eine Scheffel Getreide mahlen; (mit Instr.) Wohin werdet ihr gehen? Legt euch bei Tagesanbruch hin, dann schlafen wir bis zum Tag. Wenn du betrunken bist und trinken willst, trink weiter, bis du zu Boden fallen musst. 2. Konj. wenn: Wenn sie nur zugeschlagen hätte, hätte ich nicht geschwiegen. lig šitolei bis hierher: Die Hemden waren bis hierher bestickt.

lȳgiai wie, als ob: Ihr sprecht, gnädige Frau, wie ein kleines Kind. Ihr sprecht wie mit einem Kamm. Vom Beißen in diesen Apfel geht mir ein Schmerz durch die Zähne.

lȳgin|ti, -a, -o jemandem Ehebruch mit einer anderen Person vorwerfen: Es kam zu einer Schlägerei – sie begannen, sich gegenseitig Untreue vorzuwerfen: du ihm wegen seiner Geliebten, du ihr wegen ihres Kavaliers.

linaraūtis (2) Zeit des Flachsraufens: Die Mädchen gehen vom Feld zur Flachsernte und singen.

lingėlė (2) Wiege, Schaukel: Von der Spitze werde ich eine kleine Schaukel biegen, mit jener Schaukel werde ich das Mädchen schaukeln d.

liniēn|is, -ė (2) leinen: Die Leinenflachsstängel sind dieses Jahr sehr schlecht.

lišti, leĩda, liĩdo sich anziehen: Der Ring lässt sich nur schwer auf den Finger stecken. △ lišti į úodegąschmeicheln: Sie schleppt die Bündel umher, während er sich ausstreckt; siehst du, wie die Männer sind: Zuerst schmeicheln sie einem, und danach wollen sie nichts mehr.

liumpsē|ti, liùmpsia, -jo sich bewegen, schwanken: Wir schaukelten, und jene Brücke schwankte.

liūotega (vgl. lett. luōtaga) (1) Peitsche, Stock: Der Mann nahm eine Peitsche und kommt näher. Ich werde dir damit eins überziehen, du wirst schon sehen!

liùrlin|ti, -a, -o zum Spielen bringen, zum Spielen lassen, drehen: Man sieht, dass es ihm immer nicht gut geht: Dieses Radio liùrlina auch (ebenfalls).

lóva (1) Grab: Die beiden begruben sie in einem einzigen Grab. Ich ging zum Friedhof, um das Grab des Großvaters zu richten.

lūskanos (aus dem Lettischen) Pl. (1) Schuppen: Die Schuppen des Barsches sind hart: Man kann sie nicht abschuppen – es ist sehr mühsam.

lūžnis Sg. (2) (vgl. lett. lūznis) Gerümpel, unnötige Gegenstände: Wie viel von diesem Gerümpel hier auf dem Regal: Ich habe es zusammengetragen und weggeworfen.

M

maigýtis, maĩgosi, maĩgėsi sich drehen, sich reiben, sich drängen: Die Hündin drehte sich, drehte sich mit dieser Leine und riss das Seil entzwei.

māktiŋ|gas, -a (1) (vgl. lett. maktīgs) kräftig, gut aussehend: Sie war ein kräftiges Mädchen, doch nun ist sie mit diesen Prüfungen am Ende. Der Jüngste war schön, ein stattlicher Mann. Bernatautienė starb, eine stattliche Frau.

mantà (4) bewegliches Vermögen: Fünf Wagen waren mit Habe beladen. Die Wagen waren mit Habe vollgeladen. Ihre Habe war ungeheuer groß (viel).

mās wir: Wir wurden einmal aus dem Haus vertrieben.

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mãšina (1) Maschine: An jener Biegung kippte die Maschine um.

matytis, mãtosi, mãtėsi aussehen: Mir schien, dass er betrunken zurückgekehrt war, doch ich schaue hin – und das ist nicht der Fall.

mãukd|ytis, -osi, -ėsi baden: Wenn man völlig durchgefroren ist, badet man selten. Zwischen den tiefen Stellen badeten wir.

maũrin|as, -à (3ᵇ) schmutzig, schlammig: Schmutzige Kinder, nur die Augen leuchten.

mažỹl|is, -ė Adj. (2) 1. der/die Kleine: Das kleine Küken fing ein Hermelin. 2. der/die Jüngste: Die Jüngste von ihnen ist begabt in der Schule – lauter Fünfen.

maž|iūtis, -iūtė (2) winzig: Der Kuckuck ist wie ein Kälbchen, nicht mehr winzig. -iutýtis, -iutýtė (1) winzig klein: Unser Stich – Gott bewahre! Wenn so ein winzig kleines Tierchen sticht, möchte man am liebsten weinen.

mãžvaikis (1) kleines Kind: Für die kleinen Kinder war diese Schaukel schön.

mẽdžgalis (1) Stock, Stange: Ich habe alle Stöcke zu Ende zertrümmert.

medžiõklis (2) Jäger: Meine Brüder waren große Jäger.

mėg|ti, -ia, -o mögen: Borschtsch mag jeder anders: manche saurer, manche süßer. -tis: Es ist sehr unangenehm, wenn die Fliegen anfangen, sich auf dem Tisch niederzulassen.

meitėlis (1) Eber △ meitėlių ieškóti läufig sein: Wenn die Sau laut grunzt und an den Wänden hochspringt, sucht sie nach Ebern.

melínsv|as, -à (4) bläulich: Die Erlen haben eine bläuliche Farbe.

menkiš|ius, -ė (2) jemand mit unscheinbarem Aussehen: Ein unscheinbarer Mensch kam an.

mẽntalas (3ᵇ) aus Roggenmehl gekochter Brei: Sie kochte Mẽntalas für die Sauerampferblätter. Diesen Mẽntalas vermischt man mit Sauerampferblättern, lässt ihn säuern, und daraus bereitet man ein sehr schmackhaftes Essen.

mergẽšė (2) Mädchen, Tochter: Sie überließen der Tochter den Hof.

mergìčkà (2) Mischform: Tochter: Ihnen wurde ein Mädchen geboren.

mešà (4) △ lebendige Hufeisen: Auf einer eisernen Platte – lebendige Hufeisen (ein mit Hufeisen beschlagener Pferdehuf).

meškõtis (2) Holztasche: Schneid dir Käse mit dem meškõtis ab.

mẽšlavežtis (1) Mistwagen: Vom Mistwagen wird sie krank.

mėt|yti, -o, -ė 1. verrichten, schaufeln: Im Winter muss man die Wege freischaufeln. Warum schaufelt ihr die Wege frei, wer wird denn kommen? 2. Vorwürfe machen: Sie fing an, mir Vorwürfe zu machen: Ich habe dir dies gegeben, ich habe dir das gegeben.

mẽzgas (4) Knoten: Man bindet Knoten, und dann hört die Hand auf zu schmerzen.

mik|lėnti, -ėna, -ėno sich drehen, sich anschmiegen: Während er um die Dame herumschmeichelt, dreht er sich kokett. Wirst du ihn heiraten?

min|ti, -a, -ýnė laufen, sich beeilen: Ein armer Mensch hat niemals Ruhe: Er läuft und läuft.

miškas (4) Laubwald: Im Wald wachsen Traubenkirschen, Weiden, Faulbäume, Birken, Espen, Eichen und Linden.

mitrėnga (aus dem Slawischen) (1) Unordnung, Lärm: Was ist das hier für ein Durcheinander: Die Fenster sind eingeschlagen, die Türen stehen weit offen.

mója (1) Mutter: Geh zu deiner Mutter, warum stehst du hier herum! Jetzt ist sie Mutter: Sie hat ein Kind.

mojėlė (2) Großmutter: Die Großmutter arbeitet im Haus und passt auf die Kinder auf. mojýtė (1) Mütterchen: Dein Mütterchen ist böse: Sie schimpft und schimpft. Jetzt werde ich es deinem Mütterchen sagen.

moksó|ti, mókso, -jo glotzen: Sei still, glotz nur, dann wirst du ein Ochse.

mólmyn|is, -ė Adj. (1) schmutzig, stets dreckig: Das ist so ein schmutziges Mädchen: ungepflegt, beschmutzt alles; dabei ist sie noch so jung und schon so verwahrlost.

molúot|as, -a (1) lehmfarben: Lehmfarbene Kühe haben ein entsprechendes Fell: weiß, grau und braun.

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Móterė (1) Frau: Diese Frau muss alles bewältigen. Diese Frau hat keine Zeit, gesund zu sein: gleich schwanger werden, gleich aufhören zu stillen, gleich gebären, und immer wieder, und immer wieder.

Mūkenos Pl. (1) Flicken, etwas stark Abgetragenes: Die Schuhe sind solche Flicken, aber man wirft sie nicht weg.

Mūrin|is, -ė (2) höhlenbewohnend: Die Uferschwalbe unter der Brücke: Sie hat das Nest ausgekleidet und lässt nur ein kleines Loch zum Hinausschlüpfen frei.

Murmul|iuoti, -iuoja, -iavo heftig strömen, hervorquellen: Ihm strömt das Blut aus dem Mund.

Mūš|ti, -a, -ė sprießen lassen: Siehst du, wie die Tomaten neue Triebe sprießen lassen. △ Mūšti rėkežį ein bestimmtes Spiel spielen, bei dem man versucht, zwei auf ein Erlenstativ gelegte und „Fröschlein“ genannte Stöckchen herunterzuschlagen: Gehen wir rėkežį mūšti! Die Burschen spielten dieses rėkežis-Spiel. Auch die Hirten gingen rėkežį mūšti, wenn die Kühe sich mittags auf dem Acker niederlegten. Wenn man das Fröschlein des rėkežis heruntergeschlagen hat, läuft man los, um es wieder aufzulegen.

N

Nabašnikas (aus dem Slawischen) (1) Verstorbener: Wir haben keinen Verstorbenen, also legen wir uns selbst in den Sarg; Nabašnikėlis (2) (gewöhnlich von Kindern gesagt): Hier ist mein kleiner Verstorbener noch auf dem Bett.

Nãgos (4) △ die Nägel krümmen sterben: In ein paar Jahren werden auch wir die Nägel krümmen.

Namėlė 1. zu Hause: Ich war noch zu Hause. Wir waren zu Hause und gingen nicht zur Schule. 2. nach Hause: Geh nach Hause, Herr!

Namólė nach Hause: Karolis Požela war nur ein einziges Mal nach Hause gefahren.

Nastārnas (2) Aster: Astern blühen sehr schön: rot, gelblich und weiß — in allen möglichen Farben. Astern beginnen früh zu blühen, weil sie üppig wachsen.

Naujikas (2) Geschwulst, Tumor: Eine solche Geschwulst begann zu wachsen. Man schnitt diese Geschwulst heraus, und der Mensch lebt.

Naujikaulis (1) Knochenkrebs: Er bekam Knochenkrebs und starb daran.

Nė △ nė šiaip toli nicht im Geringsten: Dieser Stiefvater des Kindes — überhaupt nicht im Geringsten.

Nedėgulis (1) glühende Kohle: Hell und rot wie eine glühende Kohle.

Nedidū|tis, -ė (2) klein: Auch die Espen sind noch klein. Die Birkenblätter sind klein.

Nedūo|ti, -da, nėdavė △ nedūoti nė ant angliės nicht einmal aus der Ferne heranlassen: Wen du auch immer holen willst, lass ihn nicht einmal in die Nähe kommen: Er wird Vertrauen genießen.

nervō|ti, -ja, -jo verspotten, tadeln: Jauni nervoja tikėjimą. Ji visi nervoja, kad girtuoklis.

nesismagė|ti, nesismagia, -jo sich unwohl fühlen: Teip nesismagia mán tamsta.

netoli Adverb. beinahe, wie, ähnlich: Kitų vardai netoli šuniės (nežmoniški).

suniāuks|ėti, -ia, -ėjo winseln: Kātinas suniāuksėjo ir užlėkė ant aukšto.

nikte|ėti, -ia, -ėjo leicht anstoßen: Mán koja nik telėjo.

niur|gti, - zgia, -zgė undeutlich sprechen: Jis niužgia ir niužgia: suprasti negali, ką kalba.

niurk|yti, -o, -ė zermahlen: Mán vieną šil telė dańčio paliko: niurkkyk niurkkyk tą valgį.

nósė (1) Nase: Tāmstos nósė gangreit (beveik) kaip vānago.

notà (2) Weise, Melodie △ prišekti nòtą sich an die vorgegebene Melodie halten: Mās tūriame prišekti nòtą. užturėti nòtą die richtige Melodie halten: Kai dainūoji, reikia užturėti nòtą. užžiūrėti nòtą die Stimme auf der erforderlichen Tonhöhe halten: Kur neprātė dainūoti, neužžiūria

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aus der Tonart geraten. aus dem Takt kommen nicht die richtige Tonhöhe beim Singen treffen: Schon wieder ist die Note aus der Tonart geraten; wieder muss ich sie im Mund mit der Zunge suchen.

nu|daryti, -dãro, -dãrė färben: Sind deine Haare gefärbt, dass sie so gelb sind?

nudūk|ti, -sta, -o weggehen, davonflattern (von einem Betrunkenen): Ist er betrunken in die Stadt abgezogen?

nūgara (1) △ dãlgės nūgara die dem Blatt abgewandte Seite der Sense, der Rücken: Der Rücken der Sense ist dicker, die Schneide aber dünner.

nugýb|ti, -sta, -o abmagern, im Gesicht eingefallen aussehen: Siehst du nur, wie eingefallen sie aussieht – hast du Würmer?

nugõglin|ti, -a, -o hochnäsig herumstolzieren, weggehen (mit unnötigem Hochmut): Sie stolzierte aufgeblasen zu jenen Büschen.

nugulti, nūgula, nūgulė sich hinlegen, ein Nickerchen machen: Man muss sich mittags hinlegen, bis sich die Stube gelüftet hat.

nu|kilti, -kỹla, -kìlo wegfahren: Fahr weiter weg – es ist sehr schwer, sich zu verständigen.

nukiūr|ti, -sta, -o von allen Seiten durchlöchert werden: Vom Wagen ist ihm die Nase durchlöchert worden. Und die Nase ist durchlöchert, und die Zähne – nichts hilft.

nukiut|énti, -ėna, -ėno langsam und vorsichtig heranschleichen: Das Mädchen schlich langsam zum Bienenstock und begann, die Bienen zu betasten.

nuklūk|ti, -sta, -o den Verstand verlieren: Wenn man aus Angst die ganze Nacht nicht schläft, ist man morgens wie von Sinnen: Der Kopf tut weh und dreht sich.

nukranė|ti, -ja, -jo alt und abgenutzt werden: Ein alter Mann, der völlig heruntergekommen ist; aus ihm ist nichts mehr zu machen. Männer, die viel mit Mädchen herumschäkern, werden schnell alt.

nukrì|sti, nukrìnta, -to verenden: Ein Ferkel ist plötzlich verendet.

nukuštėl|ti, nukušta, -jo langsam wegfahren: Als sie langsam weggefahren waren, war es schon spät.

nu|laikyti, nulaiko, nulaikė bis ins hohe Alter pflegen: Für dieses Land hat sie sich verpflichtet, ihn bis ins hohe Alter zu pflegen.

nulė|isti, -džia, -dė herunterziehen, ausziehen: Er zog die Hose aus und ging mit nacktem Hintern davon.

△ vom Bein losmachen umbringen, töten: Ich werde den Alten schnell vom Bein losmachen.

wegwerfen, wirft weg, warf weg △ die Hand wegwerfen, mit der Hand winken: Wenn ihm etwas nicht gefällt, winkt er ab und geht an die frische Luft.

heruntertauchen, -t, -te tauchen: Er pflegte solche kleinen Netze zu knüpfen, um Hasen zu fangen.

Verstand (1) Urteilsvermögen: Um Brot zu backen, muss man Verstand haben, wissen, wie man den Teig ansetzt und knetet. Er hatte schon keinen Verstand mehr – so betrunken war er.

gleichmäßig gemächlich: Der Bach fließt gemächlich.

bemalen, -t, -te verzieren, schmücken: Meine Hand ist bemalt, ich gebe dir diese [unverständlich].

nach|stricken, -strickt, -strickte Muster einstricken: Ich kann einen Handschuh mit zwei Fäden schön mit einem Muster stricken.

ausdünnen, -t, -te lichten, ausdünnen: Die Rüben, die ich zuerst ausgedünnt habe, sind schon halbwegs in Ordnung.

kreisen, -t, -te im Flug taumelnd dahinfliegen: Es war mitten am Tag, und ich sah – ein Drache schwebte über die Baumkronen dahin.

sich hinsetzen, setzt sich hin, setzte sich hin sich setzen: Setz dich nur eine oder zwei Stunden in der Stube hin, gleich drückt es dir auf den Kopf. Sie verschränkt die Hände, setzt sich hin und setzt sich hin, und isst dann wieder.

sich ab|schlagen, -schlägt, -schlug sich abwirtschaften: Ihre Mutter hat sich im Laufe ihres Lebens abgewirtschaftet, und deshalb ist sie so.

sich beschmutzen, -t, -te sich schmutzig machen: Ach, ich habe mir die Füße im Stall schmutzig gemacht!

sich räkeln, -t, -te sich strecken: Der Kater reckte und reckte sich.

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nusiskan|áuti, -áuja, -ávo sich auf die passende, gewünschte Güte oder Wärme bringen: Nusiskanaváu támsta vántą, kad nùgarą nenúplikytum! Nusiskanaváu vándeni — mán geriaũ vėsesnis.

nusišmaĩž|yti, -ja, -jo sich beschmieren, sich bekleckern: Pareiña visas nusišmaĩžojęs su tais móliais, nespėja jo nė pláuti.

nusi|švaityti, -švaito, -švaitė zerstreut werden: Nubudau, ir miegai nusišvaĩtė.

nusitarti, nusitaria, nusitarė erwarten, vermuten: Mãs nusitarėme, kad támsta parvė- ši mum saldainių.

nusitrĩš|yti, -ija, -ijo (vgl. auch trišėti ‚zittern‘, lett. trišēt) sich entsetzen, erzittern: Aš labai nusitrĩšiju, kad vỹras pãčią mùša.

nuskaũdin|ti, -a, -o bedrängen, quälen: Kai tą bóbą (žmoną) nuskaũdina, jinai atbėga pas mán.

nusklaũb|ti, -ia, nùskliaubė allgemein abschneiden, abtrennen: Švárko galaĩ nùskliaubti — lygiai kaip advikãto.

nusmáug|ti, -ia, -ė erwürgen: Trìs mano vaikelìus kaklų ligos (difteritas) nusmáugė.

nusmìlk|ti, -sta, -o verrußen: Labiaĩ jau nusmìlkusi pẽčiaus kaktą.

nusodin|ti, -a, -o übersäen, übersäen mit: Kóks gražùmas tõ kùdikio: sãulė kãktoje, mėnuo pakaušyje, visas žvaigždėm nusodintas.

nuspirti, nùspiria, nuspýrė △ perkūnijai nuspirti vom Blitz erschlagen (vgl. lett. pērkuonam nùospērt): Jos vỹrą perkūnija nuspyrė.

nu|stirti, -stỹrsta, -stỹro durch Schmutz verklebt sein: Nabagė — kaip iš mólio išlipus: nustỹrus visa, čystai paniekinta.

nustumti, nùstumia, nustùmė herunterschieben: Šìlta labiaĩ, skarelę nustūmiau nuo galvós.

nušliauk|ti, -ja, nušliaukė von oben abkehren: Su šlúota gražiaĩ nušliaukìa tuos grūdus, kad šiaudgalių nebūtų.

nu|taisyti, -taiso, -taisė beschmutzen: Tokį naują drabužį, ir teip greit nutais ei. Kur teip nutais ei tą skarelę? Jau tiek nutaisyta ta nosinė — bjauru ir žmogų parodyti.

nuvárdin|ti, -a, -o besprechen, durch Beschwörung heilen: Eina nuvárdinti ròžę pas burtininkus.

O

õras (3) Feld: Im Freien kann das Heu lange stehen.

ožėlis (2) 1. Heuschrecke: Die Heuschrecken springen über die Wiesen. 2. Bekassine: Die Bekassinen blöken im Frühjahr wie Ziegen an den Teichen.

P

pãaug|lis, -ė Adj. (1) Jugendlicher: Ihre Tochter im Teenageralter ist gestorben.

pabūdas (2) 1. Art, Charakter: Was für ein heftiger Charakter dieser Mensch! Sie ist ganz von heftiger Art. 2. Aussehen: Er hat ein trockenes Aussehen. Sie sieht finster aus.

padaigšlis (2) Federkiel: Wenn Hühnern die Federkiele wachsen, lassen sie sich nicht einmal fangen. Wenn Gänschen Federkiele bekommen, sind sie sehr schmerzempfindlich: Die Federkiele tun ihnen weh, man darf sie dann nicht anfassen. padaigšlėlis (2): Den Küken wachsen schon Federkiele, bald bekommen sie Federn.

padaigšliúot|as, -a (1) mit Federkielen versehen: Diese Hühner sind schon so voller Federkiele – sie mausern sich ja.

padángė (1) Schuppenunterstand (meist an der Scheune): In diesen Unterstand stellt man die Räder, bringt die Schlitten hinein und stapelt das Holz.

padangė3b) Himmel: Ein so langer, heller Streifen zieht über den Himmel – das ist ein Feuerball.

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padegės|is, -ė Subst. (2) Brandstifter: Wie viele solche Brandstifter kommen.

padūlin|ti, -a, -o mit Rauch einräuchern, räuchern: Wenn man sie einräuchert, beißen die Bienen nicht so.

pagà entlang, neben: Die Frösche hüpfen entlang der Pfützen, entlang der Büsche.

pagalam (vgl. lett. pagalam) △ pagalam sein erschöpft sein: Die Katze wird wohl erschöpft sein – man sieht sie schon den wievielten Tag nicht mehr.

paginės Pl. (1) feines Mehl, das unmittelbar am Mühlstein zermahlen wird: Ich werde dir schmackhafte kleine Klöße aus dem allerfeinsten paginės-Mehl kochen. d.

pagirti, pagiria, pagyrė loben: Er war von allen als Mensch gelobt worden: ein durchschnittlicher, nicht schlechter Arbeiter.

pagriūti, -grūva, -grūvo 1. sich kurz hinlegen: Leg dich ein wenig hin, bitte: Du bist vom Schreiben müde geworden. 2. sterben: Ruhe in Frieden: Rudis ist gestorben.

pagurklės Pl. (1) Kehllappen: Die Kehllappen des Hahns sind rot, der ganze Körper aber hell. Die Kehllappen des Kiebitzes sind weiß.

pailsis (1) Ruhe: Wenn man Kinder großzieht, hat man keine Ruhe.

paist|yti, -o, -ė erzählen, erklären, schwatzen: Du musst dich waschen, solange ich vor mich hinrede.

paišinybė (1) Schmutz, Unsauberkeit: Und der Schmutz an diesen Händen – na, sieh nur, was für eine Frau eines Brigadiers!

pãkalis (vgl. lett. pakaļš) (1) Hinterteil: Sie hatte einen so dicken Hintern, und überhaupt war sie rundlich; aber sie wird sich wieder erholen, sich ausruhen, und dann wird alles gut.

pakly|sti, -sta, -do tauen: Ist es am Tauen: Es regnet, während die Sonne scheint.

pakógo|ti, -ja, -jo dahinvegetieren, kaum am Leben sein: Er wird noch eine Weile dahinvegetieren, vielleicht stirbt er noch nicht, aber lange wird er nicht mehr leben. Auch der da wird noch nicht krepieren, wird noch ein bisschen dahinvegetieren.

pakrósnės Pl. (1) Asche und Kohlen aus dem Saunaofen: Als es früher noch Saunen gab, streute man diese Ofenasche auf die Rauten – die Rauten waren grün, sogar dunkelgrün.

pakuišlė (2) sumpfiger, nasser, buschiger Ort: Dieser Bach entspringt an solchen sumpfigen Stellen. Hier gibt es solche sumpfigen Stellen, Moräste.

pakūlynis (1) Gebüsch: Ich bin alle Gebüsche durchstreift und habe keine Beeren gefunden, nur einen Beerenstrauch.

pakum|pas, -a (4) etwas bucklig, gebeugt: Seine Nase war gekrümmt – ein hässlicher Mann. Der Baum ist krumm – er hat Krebs.

pakumpnõs|is, -ė (2) jemand mit einer krummen Nase: Sein Vater war ein solcher Mensch mit krummer Nase. So einen mit krummer Nase hat er bekommen.

pakurà Sg. (3ᵇ) Brennholz: Er geht in den Wald, um Brennholz zu holen.

pamirkalas Sg. (3ᵇ) △ heiliges pamirkalas geweihtes Wasser in einem Gefäß: Man geht in die Kirche zu diesem heiligen pamirkalas.

palė|is(ti), -džia, -dė: 1. ein Ei aufschlagen und braten: Ich habe drei Eier auf Butter aufgeschlagen und sie bewirtet. 2. abgeben, auslassen: Die Kirschen geben ihre ganze Farbe an diese Flüssigkeit ab.

paleistūvas (2) Lümmel: Diese Kinder sind schon immer Lümmel.

palengvytė langsam: Man muss langsam essen; hastiges Essen ist ungesund. So kaut er lange: langsam, langsam.

palėpis (1) Dachboden: Füllt die Dachböden gut, damit mehr Getreide hineingeht. Ich habe einen Dachboden vollgestopft.

pamėsti, pamėta, pamėtė unbemerkt, heimlich ablegen (über ein Ei): Der Kuckuck zieht seine Jungen nicht auf und legt seine Eier bei anderen ins Nest.

pasi(m)ilž|ti, pasimėlžia, -o sich die Kühe gemolken haben: Als ich zurückkam, hatte sie die Kühe gemolken.

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paneig|ti, -ia, pāneigė kränken, demütigen: Vor der Hochzeit sprang er so hoch, wie er mich gedemütigt hat.

paniur|gzti, -zgia, paniurzgė leise vor sich hin summen: Beim nächsten Mal erinnere ich mich daran und summe ein Lied vor mich hin.

panerg|lenti, -ėna, -ėno ein wenig anknabbern: Ich knabberte nur ein wenig daran und aß nichts von solchen Speisen mit Zwiebeln.

panėšti, panėša, panėšė aushalten, ertragen: Er verträgt Kälte besser als Hitze.

papiāu|ti, -na, papiāvė bedrücken, niederdrücken: Sie ist eine vom Kummer niedergedrückte Frau.

pāpykis (1) Wut: Die Kuh wird von solcher Wut gepackt, dass sie sogar nach mir stößt: Ich kann mit ihr überhaupt nicht fertigwerden – sie geht auf einen los.

par Präp. (vgl. lett. par) 1. durch, über: Die Katze läuft über den Hof. 2. über: Sie fing an, über Süßigkeiten zu reden, wo du schlafen wirst. 3. Adv. etwa: Mehr als sechs bis sieben Liter Blaubeeren sammelt man nicht.

parblizg|ėti, parblizga, -jo glänzend zurückfahren: Mein Pferd kommt glänzend glänzend zurück – es ist zweirädrig.

pargalvinis Subst. (2) eine Art Hirtenjungen-Spiel, bei dem ein Messer mit den Zähnen über den Kopf geworfen wird, damit es in der Erde stecken bleibt △ pargalvinį leisti das Spiel „pergalvini“ spielen: Einmal spielte ich „pargalvinį“, und das Messer bohrte sich in meinen Hinterkopf: Das Blut lief, ich erschrak.

paryd|yti, -o, -ė füttern, zu essen geben: Man muss das Kind füttern. Die Kinder des špōkas sind schon lange gefüttert.

par|kratyti, -krato, -kratė gründlich betasten: Die Krankheit hat uns schwer getroffen: Von acht sind nur zwei übrig geblieben.

paršvei|sti, -čia, -tė hinüberwerfen: Er warf den Topf über das Dach in die Brennnesseln.

partyv|is, -ė Subst. (2) Parteigänger: Er ist so ein Parteigänger, ein sehr rechtschaffener Mensch.

paržodis (1) Sprichwort: Das ist schon unser Sprichwort in dieser Gegend.

partik|ti, partinka, -o im Überfluss leben: Sie leben im Überfluss, haben von allem genug und wissen nicht, was sie noch wollen.

pa|sakyti, -sāko, -sākė △ pasakyti kaip aguonos grūdą alles, ausführlich erzählen: Frag sie, dann erzählt sie es bis ins kleinste Detail.

sich zufällig einfinden, sich einfindet, sich einfand unerwartet dazwischenkommen, sich ergeben: Sie hatte zugesagt, zweitausend zu geben, und dann kam er zufällig vorbei – er gibt zweieinhalbtausend.

kosten, kostet, kostete probieren, das auf den Teller Genommene mit der Zunge berühren: Er aß ein wenig, aß dann nicht mehr, kostete noch davon und ließ es stehen.

einsinken, sinkt ein, sank ein stecken bleiben: Der Traktor ist tief eingesunken; diesen Hang wird er wohl nicht mehr hinaufkommen.

sich selbst Wasser heraufpumpen, pumpt herauf, pumpte herauf sich Wasser heraufpumpen: Pump dir selbst Wasser herauf, oder kannst du das nicht?

sich zufällig ergeben, ergibt sich, ergab sich sich zufällig finden: Sie hat solche Kavaliere: Welcher sich zufällig findet, der ist gut.

abklopfen, klopft ab, klopfte ab abklopfen, den Gesundheitszustand durch Abklopfen prüfen: Sie ziehen meinen Bruder aus und klopfen sein Herz ab.

sterben, stirbt, starb versterben (umgangssprachlich): Der Alte starb, und die Alte kommt ans Grab.

danach anschließend: Bei ihnen kommt mal Brot an, mal etwas anderes zum Knabbern, und danach trinken sie.

unter dem Kinn festbinden, bindet fest, band fest unter dem Hals befestigen: Binde der Kuh das Halfter unter dem Kinn fest, damit es ihr nicht vom Kopf rutscht.

Raserei (2) △ Zeit der Raserei schlechte Ordnung: Weder die Kühe sind gefüttert noch die Schweine versorgt – was ist das hier für eine Zeit der Raserei!

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paštir|as, -à (3ᵇ) hart gekocht: Ein hart gekochtes Ei isst er nicht – es muss immer in Butter gebraten werden.

pastūrlakos Pl. (1) minderwertiges Getreide, Nachfrucht: Wohin laufen die weiter, diese pastūrlakos, das zweite Getreide? Pastūrlakos für die Schweine, fürs Vieh.

pašarnykas (1) Fütterer: Er war bei uns der Fütterer.

pašoninis Subst. (2) Matratze: Man breitet ein Bettlaken aus und legt sich auf eine pašoninis.

pašpóg|ti, -sta, -o hinfällig werden, abmagern: Mir scheint jetzt, dass er nach jener Krankheit so abgemagert ist.

pašvytur|iuoti, -iuoja, -iavo mit den Scheinwerfern leuchten, anleuchten (meist mit Autoscheinwerfern): Er leuchtete und leuchtete mit den Scheinwerfern, drehte um und fuhr weg.

pa|taisýti, -táiso, -táisé schlachten, zum Essen zubereiten: Jetzt ist das Kälbchen bei solcher Wärme geschlachtet worden – wer wird es denn aufessen?

patró|kšti, -kšta, -ško großen Durst bekommen: Er hatte sehr großen Durst und trank deshalb viel.

paveizdė|ti, pãveizda, -jo kurz hinblicken, ansehen: Die Eule blickt manchmal mit ihren Augen hin.

pavilgas Sg. (1) dicke Sauce: Die ganze Sauce zu den Kartoffeln – dieser Brei aus Gänsefußgewächsen.

pečlind|à (3ᵇ) Ofenkriecher, Ofenläufer, ein winziger gelber Vogel, brütet nahe Erlenwäldern; baut sich aus Moos ein überdachtes Nest: Finken tanzen mit den pečlindos, Hasen mit Füchsen, Wölfe mit Bären Dim. -ùitis (1) Junges der Ofenkriecher: Wir fanden ein pečlindūtėchen – so winzig wie eine Fingerspitze.

pekšdėnė (2) Ofenverschluss: Unser Ofenverschluss ist völlig verbrannt, er ist schon alt geworden. Mit dem pekšdėnė deckt man den Ofen ab, wenn das Brot fertig gebacken ist. △ Es klingt wie pekšdėnė.

pėlūs Pl. (4) Spreu: Von den Leinsamenschalen fressen die Schweine gern. So schön sind die Leinsamenschalen: Die Schweine fressen sie sehr gern – es sind noch Leinsamen darin geblieben.

pėmpė (1) männliches Geschlechtsorgan: So ein großes Kind, und es zeigt seinen Penis. Der Penis des kleinen Jungen ist zu sehen. pėmpiūtis (1) Kiebitzjunges: Die Hirten fingen die Kiebitzjungen: Sie freuten sich daran und ließen sie wieder frei. Solange man ein Kiebitzjunges in den Händen hält, fliegt der Kiebitz über dem Kopf und schreit.

pérniai letztes Jahr: Letztes Jahr war auch der Älteste den ganzen Winter krank. △ Dass der Pfarrer letztes Jahr herumfuhr, dieses Jahr aber die Fahrspuren deutlich sichtbar sind (das Feld ist von Furchen durchzogen).

pešiõ|ti, -ja, -jo rupfen: Mit vierzehn Jahren ging ich als Magd arbeiten: die Schweine füttern, den Ofen heizen, Federn rupfen.

piáu|ti, -na, piové beschädigen: Beschädige ihr Herzchen nicht mit diesen Medikamenten.

piemenỹs (3ᵃ) Hirte: Für die Hirten gab es viel Herumgerenne. Wenn sie groß sind, sind sie immer noch sehr Hirten. Im Herbst liefen die Hirten immer ganz nass hinter den Schweineschwänzen her.

piemenystà Sg. (2) Hirtendienst △ von piemenỹstos seit der Kindheit: Sie ist seit ihrer Kindheit krank.

piemenỹstė (2) Dummheit, Streiche der Hirten: Er hat allerlei Hirtenstreiche auf Lager.

piev|ókšnis (1) Wiesenstück: Er hat alle Wiesenstücke umgepflügt, es gibt nirgends mehr eine Stelle, wo man die Kuh weiden lassen kann. Er pflügte, machte mit diesen Eggen alles durcheinander und konnte nicht säen; nun liegt dort so ein Wiesenstück. -okšnėlis (2): Jetzt sind noch kleine Wiesenstücke übrig: Im Vorfrühling war es nass, man konnte nicht umpflügen.

pikt|as, -à (4) 1. stark, bitter: Der Senf ist furchtbar scharf – probier mal. Sind vielleicht diese scharfen Pfefferkörner dir in den Teller gefallen? 2. was die Haut reizt: Brennnesseln reizen stark, man kommt nicht an die Himbeersträucher heran.

piliõtas (vgl. lett. pilot „unruhig weinen“) (2) Rowdy: Er ist ein großer Rowdy: Er hat das Fenster eingeschlagen.

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piliotyštė (vgl. piliotas) Sg. (2) Unfug: Er steckt voller Unfug: Er nahm einfach den Teller und zerbrach ihn.

pilnaitis Sg. (1) Vollmond: Wenn man Erbsen sät, sät man nicht bei Neumond; man erwischt den Vollmond: Es heißt, die Erbsen blühen dann ganz durch.

piningas (3ᵇ) Geld: Gesundheit kann man nicht für Geld kaufen.

pirktin|is, -ė Adj. (2) nicht hausgemacht: Wir selbst haben früher viel gesponnen; wer hat denn diese gekauften Sachen getragen!

pirmaračiai Pl. (1) Vorderteil des Wagens: Die vorderen Räder des Wagens sind kaputtgegangen.

pirp|ti, -ia, -ė brummen, summen: Das Radio brummt, ich kann nicht mehr zuhören; mach es aus, bitte.

pirš|auti, -áuja, -ávo als Heiratsvermittler tätig sein, jemanden vermitteln: Man fing an, mir ein Mädchen aus der Gemeinde Pakruojis zu vermitteln.

piršlystà (2) Heiratsvermittlung: Die Eltern sind ständig mit Heiratsvermittlungen beschäftigt. Heiratsvermittlung – das ist mein Pferd: Es verdient das Brot.

plákan|as, -à (vgl. lett. plakans „platt, flach“) (3ᵇ) flach: Die Karauschen sind flach, die Hechte aber schön, dick und nicht flach.

plaukúot|as, -a (1) △ plaukúota pabieda Pferd und Wagen: Ich kam mit plaukúota pabieda.

pleikà (2) unser Fliegenklatscher aus Gummi an einem Holzstiel: Die Fliegen erschlägt man mit einer pleikà.

plepė|ti, plėpa, -jo brodeln, stark kochen (von einer dickflüssigen Speise): Der Brei brodelt und kocht, bis sich sogar eine Kruste bildet.

plėrpaičia Substantiv (1) jemand, der seine Anwesenheit durch lautes Lachen kundtut, eine unernste Person: Solche plėrpaičios, siehst du, laufen herum und suchen Männer.

plėš|ti, -ia, -ė reißen, rupfen: Na, wenn sie Flachs ausreißt, ist sie eine tüchtige Rupferin. Sie reißt die Haselnüsse samt allen Blättern ab.

plikakàkl|is, -ė Adjektiv (2) einer Rasse mit unbefiedertem, nacktem Hals: Früher gab es Hühner mit nacktem Hals: der ganze Hals war kahl, nur der Kropf war befiedert.

pliupšė|ti, pliùpsia, -jo △ pliupšėti dykojė vietojė verleumden, grundlos schlecht über jemanden reden: Ich rüge (beschäme) jene Weiber, wenn sie anfangen, grundlos schlecht über andere zu reden. Ist es denn in Ordnung, an einem beliebigen Ort schlecht über andere zu reden? Seht doch, wie ihr euch aufführt!

pló|ti, -ja, -jo schlagen, prügeln, geben: Ich sehe schon: Sie schlagen ständig auf mich ein – gleich werden sie mir auch noch auf den Kopf schlagen.

plūk|ti, -ia, -ė schlagen, stampfen: Jetzt stampft man den Flachs mit Maschinen.

pluš|tis, -iasi, -ėsi sich abmühen, fleißig arbeiten: Und die Frau müht sich noch immer ab, arbeitet, bis ihr warm wird.

po (mit dem Akkusativ): Nach jenem Krieg teilte man das Land auf. Ich habe schon gebetet (mich im Gebet versenkt).

pódinai (1) Plural (vgl. lett. pāde ‘der Taufvater, die Taufmutter’, pādēns ‘der Taufsohn’) Taufeltern, Paten: Das sind seine pódinai. Man brachte den pódinam Geschenke mit.

pómpis (2) Pumpe: Geh zur Pumpe und pump dir Wasser.

pópieriai Plural (1) Dokumente: Er sah alle Dokumente durch und legte sie weg.

prádantė (1) natürliche Zahnlücke: Mir gefällt ein Mensch mit großer Zahnlücke und weit auseinanderstehenden Zähnen.

pradėniu jeden zweiten Tag: Wenn ich die Milch jeden zweiten Tag zum Verkauf bringe, kostet es ihn einen halben Arbeitstag.

pragrim|ti, -sta, -o versinken, untergehen, zugrunde gehen: Kórtų grájime pragrimė buvome labai.

prakapimas (2) Hindernis, erfundener Vorwand: Jie išsimà nė eiti ing mūsų šulinį gerti: vis vyràm prakapimas — ar neatràs geriant, ar nepakviės jų, ar negauis ir jie alàus.

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prāmanē (1) Spitzname: Jau jam nedėsi prāmanę, nebepaminėsi, sakys: ar nežinai pavardės.

pramėt|yti, -o, -ė freilegen, säubern: Atsikėlė rytą gaspadōrius ir takūs pramėtė.

pranōk|ti, -sta, -o antrocknen: Tōs drāpanos gal dar pranōks lig vākaro.

prasidė|ti, prasideda, -jo △ prasidėti gyvenimą sich niederlassen, sich eine Existenz aufbauen: Par dvejūs metus galėjote prasidėti gyvenimą.

prasikalt|is, -ė (1) Straftäter: Jo tėvas buvo prasikaltėlis.

prasikūrti, prasikuria, prasikūrė sich eine Existenz aufbauen: Jaunā ištekėjau, vyras buvo gēras, greit prasikūrėm. △ Ožkā prasikūrti, ožkā pasibaigti.

prasimūld|yti, -ija, -ijo (vgl. lett. mūldēt, mūldināt) sich irren, sich verrechnen: Mān mātėsi (atrodė), kad būvo trečiādienis, o gal aš prasimūldijau. Nereikia prasimūldyti, reikia žiūrėti gerai.

prasis kėlti, prasiskel ia, prasiskelė sich den Schädel aufschlagen: Eina ir griūva, eina ir griūva: bijau, kad galvā neprasiskel ia.

pra|smukdyti, -smukdo, -smukdė herunterwirtschaften, verkommen lassen: Ir prasmukdė jis tā vietā.

pra|taisýti, -taiso, -taisė vertrinken, verprassen: Su mergōm prataisė vietā, ir išvaržė ant varžytinių.

pratvirk|ti, -sta, -o übermütig werden: Na, jau čystai pratvirko seniūkas: matai, kiek pieno priliejo. Jie abū labai pratvirkę: ir vienas tōks, ir kitas tōks.

pravarinēti, -ja, -jo auseinanderjagen, zerstreuen: Vējas gal tūos dėbes is kiek pravarinēs.

pravōž|ti, -ia, -ė die Augen öffnen: Akim jau nežiūria: pravōžia kiek ir vėl užvōžia.

pri|daryti, -daro, -darė leiser stellen: Pridarīk tā mūziką!

pridė|ti, prideda, -jo schließen (in einem Rätsel): △ Kad prideda — mažiau, kad ātima — daugiau (Fensterläden schließen und öffnen).

priekšis (vgl. lett. priekšā) (1) Vorderseite: Kur čia nieko nebūs: gali iš priekšio ār pažinti, ne tik iš pakalio (užpakalio).

priekšutin|is, -ė (vgl. priekšis) (2) vorderer: Iškrito māno vienas priekšutinis dantis.

priekšakta (1) Teil des Ofens vor der Stirnöffnung: Pečiaus priešak(a)ta nurūkus labai.

prietvara (1) Harnverhaltung, eine solche Krankheit: Tēvas prietvara mirē: ant šlapimo neišēdavo.

prigiedō|ti, prigieda, -jo einrichten, besorgen: Jis jai prigiedōjo vaiką.

prigimti, prigimsta, prigimė geboren werden: Jiem prigimė dukrytė.

prigimt|is, -ies (1) Geburt, Wesen: Jau nedūok dieve tokiō prigimties — jis niekuō nekaltas.

prikýšlė (2) Ursache, Angelegenheit: Daūg jam prikýšlių: kol pareina (pereina) par sōdžių, ir vākara ateina, — čia žōdi tenai žōdi. Gerā prikýšlė jam būvo nuēiti.

prilik|ti, prilieka, -o 1. übrig bleiben (in großer Menge): Kas priliko kárčių, tai nėra kur ir dėti. 2. anfertigen: Nemōka bērnas ārti ir priliko daug užūogam.

priliṅk|ti, -sta, -o Zuneigung entwickeln, sympathisieren: Nebūvo dar šitōs (Tarybų) valdžios, o Kārolis Pōzela jau būvo prie jūs prilinkęs.

primezgýtuvė (1) Material, an dem Anfang und Ende des Webgarns befestigt werden: Ant primezgýtuvės suriša geīnį (apmatus), kai pradeda āusti ir kai baigia. Primezgýtuvė iš pākulnio.

pri|ramtyti, -ramto, -ramtė bis zum Äußersten abweiden: Žąsinai priramte lig kakliukų.

pri|rasti, -randa, -rado finden, entdecken: Aš viskā sukapōjau, o tāmsta vēl prirāsi ką kapōti.

prisidirb|ti, -a, -o sich sehr abmühen: Aš prisidirbau gerai: šieną variau ing krūvās.

5. Leksikos tyrinėjimai

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anziehen, sich anschaffen: sich etwas anziehen, erwerben: Ein neues Kleid kann sie sich nicht anschaffen: Sie hat kein Geld und kauft daher ein altes.

sich anschmiegen, sich einschmeicheln Hybridbildung (aus dem Slawischen) sich heranmachen, sich lieb Kind machen: Er wollte sich bei ihr einschmeicheln.

sich Sorgen machen (vgl. sich sorgen) sich kümmern: Wie viele Sorgen habe ich mir um dich gemacht, weil du so unruhig bist.

sich zahlreich vermehren Junge bekommen: Die Spatzen haben viele Junge bekommen.

sich beliebt machen gefallen, sich einschmeicheln: Nur die Bäuerin kann sich bei der Kuh beliebt machen, ein Fremder wird sie nicht liebgewinnen.

sich aneignen sich zu eigen machen: Ein solcher Verwandter hat sich bei ihnen eingenistet und ist dort wohnen geblieben.

helfen beistehen: Auch wir helfen ihm, wenn es nötig ist, etwas zu erledigen.

vollstopfen (vgl. füttern) △ die Schober vollstopfen die Horden bis zum Rand füllen: Die Horden sind so vollgestopft, dass man nichts mehr hineinstopfen kann.

verprügeln verprügeln: Warte, bis er kommt und dich ordentlich verprügelt. Passt auf, dass man euch nicht verprügelt!

stumpfes Ende (2) (aus dem Slawischen) das stumpfe Ende eines Eis: Das stumpfe Ende des Eis von Lerche und Kiebitz ist sehr gesprenkelt.

Tontopf (vgl. lett. puncis ‘eine Art Lehmgefäss’, estn. punts ‘dick bäuchig’) (2) Tontopf, mit Birkenrinde umwickelt: Der Topf ist in der Mitte breit, der Hals aber schmal. Er ist aus Ton und mit Birkenrinde umflochten. Wir haben den Topf randvoll mit Federn gefüllt. Der Topf stand unter den Mühlsteinen.

Kaulbarsch (1) Kaulbarsch: Kaulbarsche schwimmen unter Wasser: Sie haben dicke Köpfe und nicht so schmale Schwänze.

Topf (1) △ fromme Frau eine sehr fromme Frau: Meine Mutter ist eine sehr fromme Frau.

Topflappen (1) Lappen zum Anfassen heißer Töpfe, schmutziges Taschentuch: Mit so einem Topflappen in der Hand trägst du hier noch die Wischlappen.

Pachtparzelle (1) altes Wort für ein kleines, mit einem Zentner Saatgut bestellbares Grundstück, das ein Hirte oder Knecht zur Aussaat erhielt: Auf der Hälfte der Parzelle säst du auch viel Flachs. Für den Knecht teilt man eine Pachtparzelle ab. Auf eine Desjatine kommen vier solche Parzellen.

sich bewegen, zittern sich bewegen, zittern: Die Papiere rascheln, und die Spatzen gehen nicht an die Kirschen. △ sich im Sand wälzen im Sand baden: Vor dem Regen wälzen sich die Hühner sehr im Sand.

purpsē|ti, pūrpsia, -jo knistern, knarren: Meine Hand knistert zwischen den Fingern, sie tut sehr weh.

pūrti pūrti: Das Reisig knistert und knistert: für sie ist es ein Spaß, aber für mich sind die Bienen lästig.

pūšbackis Mask., (1) kleines Fass: Er brachte ein kleines Fass Heringe; wie das duftet, wie köstlich!

pusbernēkas (2) Halbwüchsiger, 14–17-jähriger Knecht, veraltet: Man mietete den Halbwüchsigen, damit er Milch transportierte.

pusiáuryčiai Pl. (1) Mahlzeit vor dem Frühstück: Die Hausfrau hat schon eine Zwischenmahlzeit gegessen, deshalb möchte sie jetzt nicht so früh. Früher gab es zur Zwischenmahlzeit eine Scheibe Brot, und wie gut das schmeckte!

pūsgegutuītis (1) junger Kuckuck: Schon ist sein Schwanz lang, schon kommt er aufs Dach hinaus – da war er bereits so ein junger Kuckuck.

pūsrakis (1) die Hälfte der Zeit vom Einlegen der Eier zum Brüten bis zum Schlüpfen: Die Eier sind schon halb ausgebrütet; ich gehe nachsehen, ob sie zugedeckt sind.

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pūsras (1) morsches Holz: Dort unten glimmt das morsche Holz: Es schwelt nur, Rauch steigt auf. Morsches Holz vom Weidenstumpf. Klopfe auf das morsche Holz, dann zerbröselt es.

pūšti, pūčia, pūtė sich übergeben: Ich kann nicht fahren: Gleich muss ich mich übergeben, und es hört gar nicht auf – es zieht und zieht.

△ pūsti sāvo dūdą sein eigenes Ding machen, wie es einem gefällt: Als die Schwiegertochter kam, machte jeder sein eigenes Ding.

putō|ti, -ja, -jo schmelzen, zu Schaum werden: Der Schnee schmilzt schon, in den Pfützen schäumt es. Auf dem Wasser bilden sich Bläschen – der Schnee schmilzt.

putrà (2) △ für den Glauben, nicht für den Brei für Ideen und nicht aus materiellem Interesse: Für den Glauben, nicht für den Brei: Einer steht für den anderen ein.

R

rāgas (4) Lenkergriff: Damit kann man das Fahrrad nicht mehr am Lenker drehen.

raguōlis (2) runder Brotlaib: Sieh nur, wie der raguōlis aus Roggenmehl aufgegangen ist: Der Ofen hat nicht gezogen. Der Ofen hat gut gezogen, ach, was für ein guter raguōlis.

rānga (1) (vgl.? lett. ruoga „Brunstzeit“) Fest, Versammlung: Mein Onkel ist zu einer großen rānga gefahren: zu einer Versammlung der Abgeordneten.

rankà (2) Schlag mit der Hand: Ein Schlag von einem Mann tut einem Mann weh: Es tut mehr weh – man sollte sich nicht schlagen.

rāštis, rāndasi, rā do si entstehen: Im Leben der Würmer entstehen sie ja aus demselben Ei. Allerlei Technik entsteht in der Natur.

rašyti, rāšo, rāšē Muster stricken, nach Mustern stricken: Sie strickt wunderschön Handschuhe mit Mustern: Ach, man müsste ihr welche zum Stricken geben!

raudonīkė (2) Rotkappe: Die Rotkappe wächst direkt am Weg, sehr schön: Der Stiel ist weiß, der Hut aber rot.

rāugalas (3ᵃ) Sauerteiggetränk aus vergorenem Roggenmehl, veraltet. Rāugalas aß man mit Brot. Rāugalas war lecker und würzig, aber nicht zu sauer, sodass es die Kiefer zusammenzog: gerade so, dass man es trinken konnte. Man ließ den Rāugalas vergären: sogar auf ein Brett schlug man ihn – so lecker war er.

rauklāzolē (1) Schafgarbe: Ich trank einen Aufguss aus Schafgarbe, und mein Bauch beruhigte sich. Die Blätter der Schafgarbe sind fein, sie blüht weiß.

redēstas (2) (aus dem Poln.) Heckenrose: Nun, redēstas sind schön: Sie duften sehr gut und blühen rot. Die Früchte der redēstas sind gut für die Zähne. Auf redēstas kommen Würmer. Schön sind sie, die redēstas, aber sie haben Dornen.

rētumais (vgl. lett. rētumiem) gelegentlich: Alle meine Kleider sind selbstgemacht, nur gelegentlich ziehe ich etwas Gekauftes an.

rý|yti, -o, -ē mästen, füttern: Wir setzten uns zusammen auf einen Baumstumpf und schauen zu, wie die Vögel das Kuckucksküken füttern. Denn jene Eltern fütterten diese Würmer und zogen diese Kinder auf.

rýkštē (1) Weblitze zum Aufteilen der Kettfäden: Die Weblitzen halten die Kettfäden auseinander. Weblitzen sind beim Weben sehr wichtig. Lege die Weblitzen in den Kamm und führe sie dann ins Webblatt!

ristis, ritasi, ritōsi △ von einer Klasse in die nächste aufsteigen in die nächsthöhere Klasse wechseln: Jedes Jahr steigt man von einer Klasse in die nächste auf.

ritulýs (3ᵇ) Webrolle: Als ich heiratete, brachte ich fünf Webrollen mit, jede zu zehn Ellen.

roblà kriechen: Ich kroch nach Hause: um vier.

rōd|yti, -o, -ē beleuchten: Im Tau zieht sie kleine Blättchen groß, die Sonne lässt helle Blüten erstrahlen d.

rugiena (1) Stoppelfeld: Im Sommergetreide hat man so lange gemäht – so lange Stoppeln.

5*

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rūgštinė Subst. (1) kleines Fass zum Einlegen von Rote-Bete-Suppe: Mein Gärgefäß ist schon ausgetrocknet, es ist nichts mehr da.

rumbúot|as, -a (1) uneben, gerippt: Der Fliegenpilz ist unten gerippt,

ruošinė|tis, -jasi, -josi sich füttern, sich vorbereiten, sich zurechtmachen: Ich werde mich fertig machen gehen – es ist schon Abend.

ruoš|tą (4) Vorbereitung, häusliche Arbeiten am Nachmittag: Sie hielten die Vorbereitungen für die Ankunft bereit. Macht euch keine Umstände, hier gibt es so wenig Arbeit, so wenig Abendbeschäftigung: die Kuh melken, und das genügt. -ėlė (2): Ich gehe nachsehen, was für die Abendvorbereitung noch zu tun ist.

rūpl|is (2) eine Birkenart: Rūplis-Birken sind sehr kräftig. Das Holz der Rūplis-Birke lässt sich nicht spalten: sehr hart. Rūplis-Birken gibt es mehr in den Tälern, auf den Höhen dagegen die Weißbirken. Die Blätter der Rūplis-Birke sind nicht besonders groß. Wenn du eine Birke siehst, deren Äste herabhängen, dann weißt du, dass es eine Rūplis-Birke ist.

S

Bonbon (2) Bonbon: Alle Bonbons haben wir aus den Hochzeitsgeschenken herausgenommen.

Salat (2) Salat: Der Salat ist schon aufgegangen, die Gurken aber hatten noch Angst, aus der Erde zu kommen.

Sąmalas Sg. (1) Mahlgut: Die Männer mahlten das Mahlgut. Sie vermahlten das Mahlgut für einen Tag. Bis zum Abend mahlten die Männer einen Sack Mahlgut.

Sąmata (1) dreisträngiger Lederriemen zum Zusammenziehen des Zuggeschirrs: Ich werde dich mit dem Riemen festbinden, du musst mir nur noch ein wenig helfen. Die Zugstränge werden mit dem Riemen zusammengezogen. Die Kinder können den Riemen nicht mehr zusammenlegen. Der Riemen zieht das Zuggeschirr zusammen.

Sámbaris (1) Pfingstmahl der Hirten und halbwüchsigen Knechte, veraltet. Zu Pfingsten schaukeln die Hirten die Sámbari und essen und trinken; dann geht es den Hirten gut. Die Hirten verabredeten, Sámbari zu veranstalten. Die Bäuerin bereitet Sámbari für die Hirten (für den Hirten) zu, und ich möchte, glaube ich, zu ihnen gehen. Zu Pfingsten trinken die halbwüchsigen Knechte Sámbari, nachdem sie beim Bauern ein kleines Fässchen Bier gekauft haben. Sie trinken Sámbari im Wald und tränken den Hirten, damit er sie nicht zum Hüten in den Wald schickt.

Sapnys (vgl. 1a. sapnis) (4) Wunschtraum, leerer Gedanke: Sie ist voller Träumereien: Sie schwärmt für alle möglichen halbwüchsigen Knechte.

Sáulė (1) △ in der Furche Sonne sein die Zeit, wenn der Schatten eines Menschen mit der Linie der Furche zusammenfällt. Verläuft diese Furche von Osten nach Westen, ist das morgens gegen 8 Uhr und abends gegen 6 Uhr (von entgegengesetzten Seiten); verläuft sie von Süden nach Norden, ist es tagsüber um 12 Uhr: Die Sonne steht schon in der Furche, wir treiben die Schweine schon nach Hause; Männer, lasst uns arbeiten!

trocken, -e (4) △ trocken bleiben ohne Milch, ohne Eingeschlossenes sein: Von diesem Geld gibt es nur wenig, und wir, die Kinder, sind leer ausgegangen.

Sėbras (aus dem Slawischen) (2) Mitglied einer schlechten Clique: Die Sėbras treiben Rowdytum: Sie haben sich versammelt und prügeln sich.

Sėdyba (1) Hofstelle: Seine Hofstelle war sehr schön.

Hartriegel (2): Hartriegel sind nicht dick. Wirf den Hartriegel ins Wasser – er sinkt. Hartriegel ist sehr hart; daraus macht man Spindeln.

Sejõnas (aus dem Slawischen) (2) Rock: Solche langen Röcke trug man nicht: Die Beine waren zu sehen.

der Alte (über einen Mann): Schämt sich der Alte denn nicht, dass du für den ganzen Sommer wegfährst?

seleliõ|ti, -ja, -jo vertreiben, wegjagen: Wir jagen ihn aus dem Dorf.

Großmutter (2) Großmutter: Sie war noch eine kräftige alte Großmutter.

séngalis Sg. (1) letzte Mondviertelphase: Ein Schwein zu schlachten ist im letzten Mondviertel besser: Das Fleisch hält sich besser und wird nicht ranzig.

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serẽntis (aus dem Russischen) (2) Nelke: Die Blütenblätter der Nelke sind ganz samtig. Die Nelken blühen gelb, nicht besonders schön.

siaũ|sti, -čia, -tė anstoßen: Manchmal, wenn man eine Kuh wegtreibt (zum Aufstehen), stößt sie mit den Hörnern.

siekavietė (1) Land, das einem Knecht oder Pferdeknecht für ein Jahr Arbeit zugeteilt wurde (etwa 20 Ar groß), damit er eine Sieke Getreide aussäe, veralt.: Zur Sieke-Fläche gehörten zwanzig Ar. Der Knecht bearbeitet seine Sieke-Fläche gut, und der Flachs wächst gut. Er säte Gerste auf der Sieke-Fläche aus.

siekšnis (1) gesponnener Faden: Als meine Mutter mir das Spinnen beibrachte, sagte sie: „Schau, spinn schön gleichmäßig.“ Beim Spinnen ist es ein siekšnis; wenn man ausgesponnen hat, bleibt ein Faden.

sylė (aus dem Russischen) (4) Kraft: △ Ein alter Greis, auf dem Buckel gebückt, an Kraft reich: Was hundert Pferde nicht wegziehen können, das trägt er auf dem Buckel (Ameise).

silkuitė (1) Hering, kleiner Hering: Man musste welche mitbringen, solche winzigen Heringe.

siratuītis Mischform (aus dem Russischen) (1) Waise: Eine gute Mutter: Sie kümmerte sich um die Waisenkinder.

sirbėlė (1) Blutegel: Ein Blutegel ist im Wasser, saugt sich am Bein fest. Ich habe Angst vor Blutegeln, wenn ich zum Baden gehe (baden). Ich habe einen Blutegel gefangen.

sytas (aus dem Russischen) (2) ein tischgroßes Sieb zum Sieben von Getreide, an Seilen aufgehängt und bewegt, veralt.: Dieses Sieb hängt man an Seilen auf und siebt das Getreide. Man muss es durch das Sieb sieben, danach wird es geworfelt.

siūsti, siūta, siūto △ aus gegerbtem Leder sein launisch sein: Er ist sehr launisch: Er wurde wütend und legte sich ohne Abendessen hin.

skaudėjimas (1) Schmerz: Schmerzen ziehen durch die Eingeweide.

skerdūnas (2) ein Geschlachteter, blutüberströmt: Man brachte ihn nach Hause wie einen geschlachteten Ochsen.

skérskampis (1) ein breit dreieckiges, aus dem Brotlaib herausgeschnittenes Stück Brot mit oberer und unterer Kruste: Schneide dem Kind ein großes dreieckiges Stück Brot ab, gib ihm nicht mehr so ein kleines.

skéršplautis (1) Teil eines Wagens, in das die Deichselstreben eingesetzt werden: Das Querbrett des Wagens ist gebrochen, man muss ein neues machen, so kann man nicht fahren. In das Querbrett ist ein Loch gebohrt. Hinteres Querbrett.

skérštvorė (1) Zaun mit schräg eingeschlagenen Latten: Ein Schräglattenzaun steht auf dem Feld, wo die Hühner eingesperrt sind; er besteht aus schräg gekreuzten Hölzern.

skolinỹkas (2) Schuldner: Sie bekam Geld von einem Schuldner: Sie hatte dreihundert in der Hand.

skurdù 1. geizig: Im Herzen ist er geizig, dass er einen solchen alten Mann ehrt. 2. wenig: Du hast wenig Geld.

slaptūkas (2) verschlossen: Er war ein so verschlossener Mensch, dass er nichts erzählte.

slaugýtis, slaugósi, slaugési sich herumtreiben, sich herumwinden: Die Kinder trieben sich eine ganze Weile an den Fenstern herum, gingen aber nicht in die Stube.

slėgutis (2) Albtraum: Ein Albtraum drückte auf mich während ihrer Hochzeit.

slėnksnis (2) Schwelle: Das Kind kam an die Schwelle und weint. △ Setz dich nicht auf die Schwelle – die Hunde werden beißen. slėnksnėlis (2): Sie kroch in die Kammer durch das Schwällchen.

slidė (2) Kufe, Teil des Pflugs, das durch die Furche gleitet: Die Pflugkufe ist abgebrochen, ich kann nicht mehr pflügen; man muss sie in die Schmiede bringen und reparieren lassen.

smaigalis (1) spitzes Ende: Halte die Spitze nach oben – früher ging ein solcher Kerl mit Eiern umher. Wenn du die Spitze durchstochen hast, wende das andere Ende.

smakiūkas (2) Hybrid (aus dem Slawischen) Löwenzahn: Der Löwenzahn welkt, wenn man ihn drückt. Löwenzahn blüht lange, bis zum Herbst: Die oberen Blütenköpfe vertrocknen, und aus der unteren Partie treibt er wieder Blüten.

smalstýbė Sg. (1) Verlangen, Gier: So eine verfluchte Gier nach diesem Bier: Er trinkt, bis er die Augen schließt (bis er einschläft).

smėgčiai Pl. (2) ein altes Messerspiel: △ Wir gehen Smėgčiai spielen. Als Jungen gingen wir Smėgčiai spielen: Man klappt das Messer auf und lässt es mit zwei Fingern fallen, damit es sich in die Erde bohrt.

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smèrčium (aus dem Slawischen) tödlich: Er fiel vom Wagen und erschlug sich dabei tödlich.

sodynėlis Hybridbildung (aus dem Slawischen) (2) kleines Gefäß: Spül das kleine Gefäß aus, in das die Beeren gefüllt werden.

spaiglis (2) Dorn, Stachel: Der Faulbaum ist voller Dornen: Sie stechen, ach, wie sie stechen. Die Brennnesseln haben Stacheln: winzig kleine, aber sie stechen. Die Stachelbeeren haben Stacheln; man kommt nicht heran – sie zerkratzen einem die Hände.

spaigliúot|as, -a (1) dornig, stachelig: Die Distel ist sehr stachelig: Man kann sie nicht in die Hände nehmen.

spárd|ytis, -osi, -ėsi sich heftig hin und her bewegen (vom Gewitter): Da tobt das Gewitter – mach Feuer, es will das Haus anzünden!

spèk|áuti, -áuja, -ávo raten: Wir begannen, anhand der Nachnamen zu raten, wen man nach Hause schickt.

spiáutuvas (1) Ausgespucktes: Der Fußboden ist voller Ausgespucktem. Wie ekelhaft, dieses Ausgespuckte – davon wird einem übel. Das Ausgespuckte begann blutig zu werden.

spinduolis (2) Strahl: Die Sonnenstrahlen bilden ein Glücksband.

sprágšė (vgl.? lett. spradzene „eine Erdbeerenart“) (2) Erdbeere: Die Erdbeeren werden groß. Wir haben Erdbeeren für den Winter eingekocht. Erdbeermarmelade mag ich sehr.

spręsti, sprendžia, sprendė überlegen, besprechen: Lass uns überlegen, ob das Tuch gut gewebt sein wird. Lass uns besprechen, wie wir das Tuch weben: ob wir es achtschäftig weben oder nicht.

sprogtinė Fem. Sg. (2) die Letzte, die Dahinsiechende: Na, der Gaul ist nun am Ende: Er geht auf Almosenbrot.

spróklena Subst. (1) jemand, der abgemagert, ausgemergelt und ausgetrocknet ist: Kàc kàc kàc – sieh nur, wie sie diesen Ausgemergelten nennt.

spog|úoti, -úoja, -ávo Bläschen bilden: Das Wasser beginnt Bläschen zu bilden, gleich kocht es.

spūr|is, -ė Adj. (2) zottig, einer zottigen Sorte zugehörig: Die Federn der zottigen Gans hängen herab. Zottige Astern. Zottige Dahlien.

stabulė (3b) Radnabe: Am Abend brannte bei Jonas die Radnabe. Man zündet die Radnabe an, wenn sie zusammensitzen und singen.

stačiai geradezu, gleichsam, wie: Sie bringt geradezu Pferdefleisch mit.

stainia (sl.) (4) Pferdestall: △ Vier Hengste stehen im Stall, und der fünfte läuft um den Stall herum (Rätsel).

stàkt: Er springt vom Heuschober und schießt einen Hasen.

stankėlis (2) (vgl. lett. stankis ‘ein Holzgefäss’) ein hölzernes, gleichseitiges Fass: In das Stankėlis gießt man die abgelassene Milch. Früher bewahrte man den Gäransatz im Stankėlis auf.

starkūitis (vgl. lett. stārka, starkis, starkis) kleiner Storch: Oh, die kleinen Störche sind schon gar nicht mehr so klein, schon haben sie ihre Köpfchen aus dem Nest gesteckt!

stiebūn|is, -ė (2) △ stiebūniai salōčiai eine Salatsorte: Stängelsalat wird schnell bitter, Kopfsalat dagegen bleibt länger zart, jung und nicht bitter.

strèkis (vgl.? lett. strākis) (1) seitlicher Heuhaufen: Viele strèkiai sind aufgeschichtet, es gibt viel Getreide. Steig auf den strèkis und stampfe es fest. Die Garben werden nicht auf den strèkis geladen; man wartet bis zum Spätherbst, damit die Mäuse sie nicht fressen.

su (mit Genitiv) Man muss sich mit dir messen.

su|arkýti, -árko, -árkė zerstören: Und so hat er einem solchen Mädchen das Leben verdorben, und selbst ist er wie der Tod zusammengesunken.

sudirb|ti, -a, -o umpflügen, bearbeiten: Er hat für alle die kleinen Gärten umgepflügt.

su|draskýti, -drásko, -dráske aufessen: Die Hausfrau isst in der Küche einen Pfannkuchen auf.

sugub|úoti, -úoja, -ávo zu Haufen, zu Schobern aufschichten: Sie schichten den Roggen zu Haufen auf. Vor dem Regen schaffte er es, das Heu aufzuschichten; jetzt, wo es regnet, braucht er sich um nichts zu sorgen.

sukirmýdin|ti, -a, -o verfaulen lassen: Na, dieses Jahr werden die Regenfälle alles verfaulen lassen.

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sukir|myti, -ija, -ijo vermodern, verfaulen: Man sagt, dass Seide lange nicht von Motten zerfressen wird. Wirf es in die Ecke, und alles Gras wird wurmstichig.

suknėr|pti, -ia, suknerpė herstellen, zusammenbasteln: Er kommt von der Arbeit nach Hause und möchte immer noch etwas basteln.

sukranė|ti, -ja, -jo (vgl. nukranėti) alt werden: Er bringt schon gar nichts mehr zustande: Er ist alt geworden, kann nicht mehr gehen und ist außerdem so hässlich.

sukrigul|iuoti, -iuoja, -iavo (vgl. krigulis) knittrig nähen: Du hast hier hässlich genäht: so knittrig – wie kann das nur sein!

sukri|sti, sukri̇̀nta, -to sich hinlegen: Sie legten sich in ein einziges Bett.

sūk|ti, -a, -ė hineinstecken: Er schiebt ihm die Faust unter die Nase. △ vėtrai sūkti stürmen: So ein Sturm tobt, er hebt die Dächer ab.

su|laistyti, -lȧ́isto, -laistė zukleben, verkleben: Man muss den Ofen zukleben: unten ist er stark rissig. Ich verklebte den Ofen, damit keine kleinen Löcher blieben und kein Feuer herauskam.

sulig entsprechend, gemessen an: Gemessen an meinem Alter bist du noch ein Mädchen, so ein halbwüchsiges Ding.

sumačio|ti, -ja, -jo zusammenknoten, verkürzen: Weil die Peitsche zu lang war, kürzte sie sie.

sumetė|jas, -a (1) jemand, der verständig und gewitzt ist: Er ist wohl keiner, der etwas auf die Reihe bekommt: Er zieht in der Welt herum, und das war's.

sunkà (2) Saft: Aus diesen Himbeeren wird ein ziemlich dickflüssiger Saft. Trink den Saft aus – dann wird es kräftiger.

sūpuoklės (1) Schaukel: Die Schaukel war beim Viehstall aufgehängt.

susig|auti, -auna, -avo fangen, zu fassen bekommen: Die Hühner sind lahm und schmerzempfindlich und lassen sich nicht fangen.

susigrėž|ti, -ia, susigrėžė sich umdrehen, kehrtmachen: Sie kamen an, warfen die Säcke ab, drehten um und waren weg. Er drehte um und fuhr davon.

sugrū|sti, -da, -do sich zusammenkrümmen: Und so habe ich mich verletzt: Ich hatte die Hände so verkrampft, dass ich nichts zum Mund führen konnte.

susikrenkė|ti, -ja, -jo (vgl. krenkis) sich Sorgen machen: Warum bist du so besorgt, sind die Kinder krank geworden?

sich parfümieren, -iert sich, -ierte sich sich mit Duft versehen: Sie werden mich auslachen, werden sagen: eine sich parfümierte Großmutter, die sich eingesprüht hat.

sich gegenseitig verleumden, -det, -dete einander schlechtmachen: Sie beschweren sich übereinander, verleumden einander – und sind keine Freunde mehr.

mit Heringsfett beschmieren, -t, -te mit Heringsfett verschmutzen: Ich sehe, dass ich Ihnen kein Glas mit Heringsfett beschmiere.

sich zusammentun, tut sich zusammen, tat sich zusammen Freundschaft schließen, eng zusammenleben: Wir waren nicht zusammen, wir liebten uns nicht.

runzlig werden, wird runzlig, wurde runzlig Falten bekommen, sich verziehen: Die Wangen sind eingefallen: von dem alten Mann ist nichts übrig geblieben.

sich frisieren, -siert sich, -sierte sich sich kämmen: Was ist nur mit dir los: Du hast dir die Haare so hergerichtet und gehst mit hochgereckter Nase herum.

losweinen, -t, losgeweint in Tränen ausbrechen: Sie brach in Tränen aus und lief hinaus.

zusammenhäufen, häuft zusammen, häufte zusammen (vgl. füttern) aufschichten: Häuf das nasse Leinen zwischen den Bretterwänden zusammen – es wird faulen.

zusammenkehren, -t, zusammengekehrt zusammenfegen, zusammenschieben: Sie würde die Strohhalme in die Ecke kehren und die Pferde füttern.

sich kurz unterhalten, unterhält sich, unterhielt sich kurz miteinander sprechen: Er sprach kurz mit dem Stellvertreter.

abmagern, wird mager, magerte ab dünn werden, in sich zusammenfallen: Warum bist du so abgemagert, bist du krank?

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sutrāt|yti, -ija, -ijo zerstören, zerschlagen: In Naujā war ein Wohnhaus errichtet worden — alles hat er zerstört.

sutrāk|ti, -ia, -ė austrinken: Wir tranken das Bierchen schnell aus.

sutvėrimas (2) Aussehen, Körperbau: Dem Körperbau nach wäre der Mensch schön, aber so ist er missgestaltet.

s(u)varvė|ti, suvarva, -jo △ kąd tu suvarvėtum dass du versinkst: Dass du versinkst – wie viel Schaden du mir zugefügt hast!

sužaginiuōt|as, -a (1) zu Garben gebunden: Der Klee ist zu Garben gebunden und steht zwischen den Garben aufgeschichtet.

svaigulỹs (3b) alkoholische Getränke: Was willst du machen – man braucht Alkohol. Bei diesem Alkohol kommt nichts voran: Arme und Herren, alle trinken.

svėtīm|as, -à (3b) der nur vorbeifliegt (von Vögeln): Die Kraniche ziehen nur vorüber: Sie kommen an und fliegen wieder fort.

svietas (sl.) (1) Menschen: Jetzt ist die Menschheit schon ganz klein geworden, was für ein Aussterben!

sviltas Singular (2) angebrannte Reste: Was riecht hier für mich nach Angebranntem?

Š

Schakal (3b) △ ohne Schakal ohne angezündeten Kienspan, so viel man will, reichlich: Ohne Schakal kann es solche geben, die kein Vieh herzeigen.

Zweiglein (2) gabelförmiges Stöckchen: Wenn man im Sommer mäht, bindet man ein Zweiglein an die Sense und an den Sensenstiel. Das Zweiglein ist ein gabelförmiges Hölzchen.

beiseite △ beiseitelegen nicht tadeln: Ob du es genauso sagst oder beiseitelegst – es ist dasselbe.

seitlich daneben: Bei ihm sind die Läden seitlich ausgelegt. Sie stehen seitlich.

Hitze, Dampf (3b) Wärme, Hitze, Dampf: Jetzt ist die Hitze selbst da. Bei dieser Hitze ist es schwer zu melken: Die Bremsen fallen sehr über einen her, man kann sich nicht wehren. Wenn es wenig Hitze gibt, legt man mehr auf (wenn es im Badehaus nicht heiß ist, gießt man Wasser auf die Steine).

Schafgarbe (2) eine hochstängelige Kamille, die in den Gärten weiß und rot blüht: Die Schafgarben blühen wie Kamille, die Blätter sind wie die von Möhren. Schafgarben wachsen groß.

Vogelbeere (2) Eberesche: Die Eberesche vertreibt den Teufel aus dem Haus.

Haushaltsführung (2) das Wirtschaften als Hausherr: Als ich heiratete, beteiligte ich mich nicht an der Haushaltsführung.

First (1) Dachfirst: Wir haben es ganz durchgesteckt – bis zum First. Unser First ist zerzaust.

Darren|Darrerin (vgl. lit. šērėjs) (1) jemand, der Getreide oder Flachs in der Scheune auf die Horden zum Trocknen legt, veralt.: Sie war eine Darrenarin: Nicht jeder konnte die Darre beschicken.

darren, darrt, darrte △ eine Darre beschicken (vgl. lit. šērt riju) Getreide oder Flachs zum Trocknen auf die Horden laden, veralt.: Die Männer beschicken die Darre. Man muss gehen und die Darre beschicken.

Strohhalm (2) Strohhalm: Man nimmt einen Strohhalm in den Schnabel, dann bespeichelt man damit die Erde und klebt sie an das Nest.

Strohhalmrest (1) Strohhalmende: Der Hof ist mit Strohhalmresten übersät.

dieses Jahr dieses Jahr: Es regnet, als wollte es nicht aufhören: Nun wird es dieses Jahr wohl schlecht um das Getreide stehen.

sich öffnen, sich entfalten sich entfalten: Bald wird es blühen, es öffnet sich schon.

zäh, -e (4) widerstandsfähig, abgehärtet: Er ist sehr zäh: Er wurde nie krank, nichts kann ihm etwas anhaben.

šil|tybė Subst. Sg. (1) Wärme, Hitze: Eine schreckliche Hitze: Man hat weder Lust zu essen noch zu irgendetwas anderem. Eine schreckliche Hitze zum Schlafen.

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šilionas (aus dem Slawischen) (2) Spaßmacher, Lügner: Hör nur auf diese šilionai: Er wird dir etwas vorzeichnen, und du wirst es glauben.

šimtin|is, -ė Adj. (2) hundertste(r): Er ist nun schon ins hundertste Jahr eingetreten.

šit|as, -à (4) dieser: Diese Katze wird von den Mäusen aus dem Haus vertrieben werden: so ein Faulpelz.

šiurpos Pl. (1) Schüttelfrost: Ein Schauer läuft einem durch den ganzen Körper von diesen bitteren Beeren, die du gestern gegessen hast.

šlepu šlepu šlept šlept: Am Haus vorbei waten wir mit den Stiefeln – es war ja sehr nass.

šoninis (2) △ leisti šoninį ein bestimmtes Messerspiel spielen, bei dem das Messer seitlich geworfen wird, sodass es im Boden stecken bleibt: Šoninį zu spielen ist nicht schwer. Šoninį mit der linken Hand zu werfen ist schwieriger; vielleicht trifft man nicht gleich: Beim Werfen kann man nur jedes dritte Mal treffen.

špuolia (vgl. lett. spuole, spūole) (1) Spule: Die špuolia, auf die der Faden gewickelt wird. Den Faden auf die špuolia wickeln.

štabinas (vgl. lett. stabans) (1) grober, rücksichtsloser Mensch: So ein schönes Mädchen war sie, und dann ließ sie sich so einen groben Kerl an sich heran, der dich so beschmutzt hat! Diese Männer sind echte štabinai: Sie liegen faul herum, während du allein arbeitest.

šulnis (2) Brunnen: Spuck nicht in den Brunnen, denn nach dem Tod musst du den ganzen Brunnen austrinken.

šūtas (2) △ duoti šūto jemandem die Hölle heiß machen, schimpfen: Der Mann schimpft sie wegen dieser Schurken ordentlich aus.

švank|ūs, -ì (4) schnell: Ein schnelles Flugzeug: Wie viele Kilometer legt es pro Stunde zurück? Der Wind ist sehr schnell – er weht (läuft) weit. Der Hase ist sehr schnell: Der Hund kann ihn nicht einholen – er läuft sehr schnell.

švañkiai Adv. schnell, heftig: Lass das Pferd nicht so schnell laufen.

švap|lỹs, -ė (4) Lispler: Er war so ein Lispler: Man konnte nicht richtig verstehen, was er sagte.

šuvà, šunìes (4) △ šuo: šunį nudurti so schmutzig sein, dass man sehr robust ist: Sie ist so schmutzig: Man könnte einen Hund mit einem Handtuch erstechen.

T

tãčkas (4) Punkt: Genỹs hat solche Punkt für Punkt. Das Gesicht des Mädchens war mit braunen Punkten übersät. tačkelis (2): Die Eier des Vieversio sind blau mit Pünktchen, der Flaum ist sehr hanffarben.

talkà (4) Gäste, Helfer beim Trinken: Eine kleine talkà bei Petras war: Es blieb sehr viel Bier übrig.

talkinỹkas (2) Helfer: Das sind Helfer: Sie haben nur die Stangen abgebrochen, die Kartoffeln aber ließen sie stehen.

tamsėlėsn|is, -ė (4) dunkler: Gib mir die dunklere der Šūknių.

tánka (1) Panzer: Fünf Panzer wurden zerstört. Ein Panzer ist noch nicht explodiert. Aus dem Panzer wurde ein toter Mensch herausgeworfen.

tarýtum sozusagen, gleichsam: Am Ende kamen sozusagen noch ein paar zusammen.

ter̃p zwischen: Zwischen den Kahlschlägen wachsen am meisten Erdbeeren (vgl. lett. starp priedites, starp eglites).

tetìrvinas (1) Auerhuhn: Das Auerhuhn balzte in den Wäldern.

tėvỹnė (2) Heimat, Geburtsort: Unsere Heimat lag in der Nähe.

tėvinis (vgl. lett. tēviņš) (1) Väterchen: Väterchen gibt mir ein Fahrrad. Väterchens Fahrrad ist sehr gut.

tiek △ tiek ir tiek sehr viel: Dieser Hund hat sehr viel Bosheit. Das Kind hat sehr viel Unfug im Kopf.

tiesùmas (2) △ pro tiesùmù geradeaus, direkt: Wenn du geradeaus gehst, kommst du in diesen Wald.

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knack rutschen: Von dem Messer knack zurück: Bis man es zum Mund führt, leckt man das Messer ab, und fertig.

zack: Der ältere Bruder setzte sich zack in den Wagen.

zerbrech|lich, -e (4) zerbrechlich: Die Bäume sind so zerbrechlich, sie zerbröseln gleich.

plapper|haft, -e (4) viel redend: Sie selbst ist so redselig. Sie sind sehr redselig – es ist so schön, Ihnen zuzuhören.

üpp|ig, -e (4) üppig: In unserem Garten sind die Kartoffeln üppig gewachsen.

zieh|en, -t, -og △ wie aus dem Auge gezogen sehr ähnlich: Das Kind war wie aus dem Auge gezogen – es sah seinem Vater sehr ähnlich.

zerquetsch|en, -t, -te zerdrücken, knacken lassen: Man musste den Käfer zertreten und zerquetschen.

tri tri: Der Hirte bläst dreimal „tri tri“ auf dem Horn, und dann steh auf.

Hornsignal (sl.) (2) Horn: Die Hirten blasen das Hornsignal und treiben abends das Vieh nach Hause.

△ zweites Hornsignal veralt. das zweite Zeichen des Hirten zum Austreiben der Herde: Das zweite Hornsignal des Hirten treibt das Vieh aus dem Stall auf die Dorfstraße. Erstes Hornsignal veralt. der erste morgendliche Klang des Hirtenhorns: Beim ersten Hornsignal des Hirten müssen auch die Hirtenjungen aufstehen.

vergeh|en, vergeht, -ing nicht dauern: Wie schnell diese Schönheit vergeht: Gerade sieht man noch, und schon ist man alt.

weich, -e (4) weich: Weiches Essen kann man noch essen, aber wenn das Brot schon altbacken ist, kann ich es nicht mehr.

kräft|ig, -e (4) rein, bedeutend, voll: Das Mädchen sollte kräftig und voll sein, aber jetzt ist es abgemagert, so dünn.

Tante (2) Tante: Warum schlurfst du, Tante, und hebst beim Gehen die Füße nicht? Immer nur schlurf, schlurf.

zwick zwack: Gestern Abend zwickte es mich in die Hose: Der Hahn hatte so fest zugekniffen.

sich halten, hält sich, hielt sich △ nicht stillsitzen können nicht zur Ruhe kommen, nicht an einem Ort bleiben: Er kann nicht stillsitzen: Er läuft ständig auf den Tanzveranstaltungen herum.

tykšó|ti, týkšo, -jo *telkšoti*: Hier ist so ein Kiesplatz, und die Pfützen stehen dort – das kommt vom diesjährigen Regen.

tvorinėlė Adj. (2) *tvorinė*: Auch ein kleiner Feldschuppen und derselbe kleine Zaunschuppen.

U

uk|ùs, -i (4) gut genährt: Der Honig ist sehr gehaltvoll.

ùnaras (sl.) Hochmut, Ehrgeiz: Er selbst geht zu Fuß, den Hochmütigen fährt er im Wagen.

uodega (3ª) △ gauti į úodegą Schläge bekommen: Er bekam von ihrem Mann ordentlich Schläge.

įmėgzti į úodegą verprügeln, Schläge versetzen: Sie warf ihn zu Boden und versetzte ihm einige Hiebe mit dem Riemen.

upókšnis (1) Bächlein: Ein kleiner Bach, aber das Wasser fließt ständig.

ùžantis (1) Feuerstelle: Man kehrt die Asche in die Feuerstelle. Die Feuerstellen sind voller Asche.

užimti, užima, užėmė aufnehmen, verdauen: Ich vertrage die Butter nicht: Mir geht es tagsüber nicht gut, nicht gut.

užkabavó|ti, -ia, -jo Hybridbildung: Frauen nachstellen, sich an Mädchen heranmachen: Er geht immer wieder auf Frauen los, macht ihnen nach, sucht aber keine Frau zum Heiraten.

ùžkambaris (vgl. *užkambaris* „Feuerstelle“ — Šeduva, *kambarỹs* „dunkler Teil des Hauses zur Aufbewahrung von Vorräten“, *kamburỹs* „abgelegene Ecke“, *ùžkaboris* „abgelegene Ecke“) (1) abgelegene Ecke: Stell die Kiste in jene hintere Ecke.

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hinauftragen, hinaufträgt, hinauftrug △ Gerede in Umlauf bringen verleumden: Wenn du mit einem Mädchen herumgehst, dann nimm sie auch zur Frau; wenn nicht, dann bringen die Leute hinterher Gerede über euch in Umlauf.

sich entzünden, entzündet sich, entzündete sich rot anlaufen: Die Beine entzündeten sich, schwollen an und wurden rot; nun lieg auf dem Bettende und halte die Beine hoch.

für Gäste backen, bäckt für Gäste, buk für Gäste etwas für Gäste backen: Ich habe Brot gebacken — ihr seid nun keine Gäste mehr.

sich ausbreiten, breitet sich aus, breitete sich aus sich ausbreiten, wachsen: Es ist sehr schön, wenn diese Kränze sich ausbreiten.

nach oben gebogen, -e (4) umgebogen, gekrümmt: Die Enden dieser Mistgabel sind stark nach oben gebogen: Mit ihr kann man Mist vom Wagen abladen.

hinauffliegen, fliegt hinauf, flog hinauf auffliegen, sich niederlassen: Die Hühner sind auf das Tor geflogen und gackern — es wird regnen.

Dachlatten der Scheune Pl. (2) Latten unter der Scheunendecke: Ich habe den Sack an die Latten gehängt. Die Latten erstrecken sich über die ganze Scheune. Auf die Latten legt man den Rechen, mit den Rechenzinken nach oben.

übrig bleiben, bleibt übrig, blieb übrig fortbestehen: Was die Welt hervorgebracht hat und noch hervorbringen wird — was davon übrig bleibt!

austragen, trägt aus, trug aus aus der Schwangerschaft austragen: Wenn du ihn ausgetragen und zur Welt gebracht hast, dann zieh ihn auch groß!

zuschneien, schneit zu, schneite zu verwehen, mit Schnee bedecken: Die Busse fahren nicht: Die Straßen sind zugeschneit.

befallen, befällt, befiel sich festsetzen: Die Halskrankheit (Diphtherie) befiel sie: Innerhalb von drei Wochen erstickten vier Menschen.

anschwellen, schwillt an, schwoll an aufschwellen, anschwellen: Auch meine Augen schwellen an, und mir ist sehr schwer auf der Brust, wenn eine Biene sticht.

anweisen, weist an, wies an befehlen: Sie wiesen uns an, Steine sammeln zu gehen.

beginnen, beginnt, begann anfangen: Schon beginnt diese Flüssigkeit zu gären.

untergehen, geht unter, ging unter sinken: Die Schweine sind noch nicht gefüttert, und schon ist die Sonne untergegangen.

überfallen, überfällt, überfiel angreifen: Sie hatten sie schon zweimal überfallen und ihnen das Geld weggenommen. Diese Frauen stellten sich vor den Brigadier und baten.

užtvie|ksti, -skia, užtvieskė anheizen: Die Sonne heizte ein, und gleich wird es wieder regnen – das wird den Roggen verderben.

užuogana (1) Ackerstreifen, Feldwinkel, Wiese: Der Bursche kann nicht pflügen und lässt solche Randstücke stehen. Viele solcher Randstücke sind übrig geblieben.

užuovė (1) Windschutz: Wir gehen in den Windschutz, wo der Wind nicht hinweht! Was für ein guter Windschutz: warm, und wir frieren nicht.

užvarė (1) umzäunte Feldfläche, mit Stangen eingezäunt, um Tiere hineinzutreiben: Wenn die Hirten zum Mittagessen nach Hause kommen, treiben sie die Tiere in diese Umzäunung, und die Kühe legen sich hin.

užveja (1) dritter Strang eines Seils: Lege noch einen zusätzlichen Strang über die zwei Seilstränge – dann wird es sehr stark. Auch an die Zügel legte man einen zusätzlichen Strang.

V

vabuolė (2) (vgl. lett. vabuolis) Käfer: Sieh nur, was für einen Käfer du gefangen hast: Der eine zieht zu sich, der andere zu sich.

vagystā (2) Diebstahl: Der Diebstahl klärt sich von selbst auf.

vaidinuōklis (2) Maskierter: Abends kamen die Teufel als Maskierte, um Ripka zu spielen.

vaik|ėsas (2) 1. junger Mann: Die jungen Männer gerieten aneinander. 2. Tagelöhner, veraltet: Zwei Tagelöhner waren angestellt.-esėlis (2) Sohn, Junge: Der Junge jener Hausfrau fährt mein Pferd in die Scheune.

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vaikėšnykė (1) eine Frau, die Männer verführt: Sie ist so eine Verführerin, sie liebt Männer sehr.

vainikas (2) Blume: Ich gehe in den Garten, um Blumen zu pflücken. Dahlien sind schöne Blumen. Das Hemd ist mit Blumen bestickt. Ich werde eine Blume ausreißen. Die Blumen blühen sehr schön.

váľio △ palikti váľio (vgl. lett. ielikt vaļā) öffnen, offen lassen: Wenn die Grillen erstarren, gehen sie in die Stube schlafen, lassen aber die Türen und Fenster des Hauses weit offen.

vaľko|tis, -jasi, -josi umhergehen, umherstreifen, herumlungern: Streif nur immer im Wald umher, und – da ist nichts.

vántlapis (1) Blatt des Besenginsters: Die Eier färbten wir (bemalten wir) mit Besenginsterblättern: Sie wurden hellgelb – das war eine schöne Farbe.

varlėlė (2) zwei Stöcke eines Dreibeins, die man bei einem bestimmten Spiel umzuwerfen versucht: Wenn jemand die varlėlė umwirft, läuft er hin, um sie wieder aufzustellen, und schlägt erneut danach.

varniūtis (1) junge Krähe: Die Krähe hat ihre Jungen bereits aus dem Nest geführt.

važ|iuoti, -iuoja, -iavo das Fahrradfahren erlernen, fahren können: Als es bei Tagesanbruch hell wurde, fuhr ich schon Fahrrad (bis zum Morgen hatte ich Fahrradfahren gelernt).

vedžio|ti, -ja, -jo gebären, aufziehen: Die Zähne wurden besser, als ich anfing, Kinder zu bekommen.

velniūkas (2) der Böse (anderswo: ein weiblicher Naturgeist): Der velniūkas schlägt das Pferd, doch das Pferd wird nicht fetter.

verdenėlė (2) kleine Quelle: Die kleine Quelle friert auch im Winter nicht zu: Das Wasser steigt ständig nach oben.

verpėtas (2) Strudel: Mitten in der Tiefe (in der Tiefe) dreht sich ein Strudel: Dort kann man ertrinken.

vėrti, vėria, vėrė △ vėrti akim eindringlich, verführerisch schauen: Sie schaut einem direkt in die Augen, und das war's.

vientul|is, -ė (1) (vgl. lett. vientulis) fett, gleichmäßig: Der Aal ist schon der schönste Fisch: schön, dick, gleichmäßig, nicht mager. Ich hatte ein gleichmäßig fettes Ferkel.

vienūj|is, -ė (2) △ vienas vienūjis ganz allein: Du lebst dort ganz allein.

vikas (2) Wicke: Die Wicken haben sie grün gemäht. Sie gaben der Kuh Wicke zu fressen.

gedei|hen, -ht, -te gedeihen: Dieses Jahr gedeihen meine Gurken nicht. Böse Augen werden es sehen – das Vieh ist nicht gut geraten.

virbė (vgl. virbas) (2) Versammlung der Dorfbewohner zur Besprechung gemeinsamer Angelegenheiten p...

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vog|onė (2) (aus dem Slawischen) kleines Holzgefäß mit Deckel, in das die Hirten Essen für draußen einpackten, veraltet: Meine Mutter gab saure Sahne in dieses vogōnė-Gefäß. Wenn ich beim Viehhüten herumrannte, wurde die Butter im vogōnė-Gefäß zu einer Masse. -onėlė Hybridbildung (2): Dem Hirten (für den Hirten) legte die Hausfrau ein vogonėlė-Gefäß voll Essen dazu.

voverėlė (2) Pfifferling: Die Pfifferlinge sind gelb und schön.

Ž

žabangos Pl. (1) Schlingen, Fallen: Ich stelle ihnen Fallen: Wenn sie laufen, werden sie hineingeraten.

žabelė (2) Gabel: Die Zweige der Hunde und die Bäumchen liegen alle in einer Reihe.

žaburėlis (2) kleiner Zweig: Bring kleine Zweige, wir machen schnell Feuer.

žaibas (3) Blitz: Sie warfen alle Blitze auf jenen Pfahl.

Spielzeug (4) Spiel; △ spielen Spielzeuge spielen: So viele Jahre bin ich nicht mehr mit diesen Spielzeugen spielen gegangen und weiß nichts mehr.

žaizdrė (2) Schlacke, großer Funke: Die großen Funken fliegen vom Eisen weg.

žālbaravykis (1) Kiefernsteinpilz: Die Unterseite des Kiefernsteinpilzes ist blau, der Hut groß und aufgebläht.

žerp|ėlti, -jasi, -josi verblassen: Wenn die Glut verglimmt, werden die Steine sehr heiß und rot.

žiaunėlė (2) Brotkruste, Riss: Das Brot ist aufgegangen, siehst du, wie es aufreißt – lauter Risse.

žibė|ti, žiba, -jo leuchten: Am Morgen begann gerade der Tag zu leuchten, da fielen die Fliegen über uns her.

žiebsė|ti, žiebsia, -jo aufblitzen: Schließ die Augen, ob sie blitzen, wenn es blitzt.

žieželka hibr. (1) Funke: Wie die Funken fliegen, wie sie aus dem Eisen sprühen!

žinoms natürlich: Wenn es schon nass ist, natürlich, kann man nicht pflügen.

žiopsė|ti, žiōpsia, -jo glotzen: Warum glotzt du so oft, als hättest du dich gerade überfressen? Er glotzte und verendete.

žirgūtis (2) Erlenzapfen: Die schlimmste Not kam damals über sie: Sie sammelten Erlenzapfen von den Erlen und taten sie ins Brot.

žiū sieh: Sieh, wie schön das hier hergerichtet ist! Sieh, wie mir Bier mit Eiern und saurer Sahne schmeckt!

žiurkūitis (1) junge Ratte: Aus dem Mehl fielen sechs junge Ratten heraus.

žmogėlis (2) Mann, selbst: Ich gehe zum Grab des Mannes.

žmonelytė (1) Frauchen: Da geht so ein kleines Frauchen, ein kleines altes Weib, durch den Hof.

žnāib|yti, -o, -ė 1. zwicken. Wir rollen den Teig und zwicken ihn in fingerbreite Stücke. 2. stechen, durchdringen: Mir sticht es in die Seite.

žōdis △ ne už žōdžio kein Wort verfehlen: Er ist so jähzornig; wenn man ihm nicht das richtige Wort sagt, oje: Feuer und Wasser!

žuvėlnykas (1) Fischhändler, veraltet: In der Stadt diente ich bei einem Fischhändler.

žvaigždė (2) Stern: Der Abendstern ist schon aufgegangen. Kein einziger Stern ist zu sehen – so finster ist es!

žvengalas (3ᵇ) etwas, das wiehert: △ Der Wieherer wieherte auf einem hohen Berg, eiserner Kopf, hanfener Schwanz (eine Glocke im Rätsel).

žvirbl|ūitis (1) Spätzchen: Spatzen zu fangen – das ist immer Sache des Hirten. Aus kleinen Weidenruten flochten wir ein Fangnetz und fingen Spätzchen. Die Spätzchen fliegen in das Netz hinein und schlagen mit den Flügeln. -ėlis (2) Drehgelenk eines Kettenglieds, damit sich die Kette nicht verdreht: Die Kette riss bis zum Kettendrehgelenk. Das Gelenk löste sich, und die Kette verdrehte sich.

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LEXIK DER MUNDARTEN IM EINZUGSGEBIET DES FLUSSES MŪŠA

Э. Й. ГРИНАВЯЦКЕНЕ

Zusammenfassung

Die in diesem Artikel aufgeführte Lexik wurde 1960–1965 aus dem Mund von Menschen aufgezeichnet, die im Rajon Pakruojis leben (im Gebiet des Vierecks zwischen den Ortschaften Pašvitinys–Žeimelis–Vaškai–Linkuva).

Hier werden nach Möglichkeit nur diejenigen Dialektwörter angeführt, die entweder in der Literatursprache gänzlich fehlen oder sich von deren Norm hinsichtlich ihrer Form, Wortbildung, Akzentuierung, Semantik, übertragenen Bedeutung und Syntax unterscheiden. Aufgenommen wurden auch Wörter, die nach Ansicht der Autorin durch ihren Gebrauch mit dem Gebiet der untersuchten Mundarten oder mit dem Gebiet größerer Dialekteinheiten verbunden sind, zu denen diese Mundarten gehören.

Den Hauptteil der angeführten Lexik bilden Wörter, die das aktivste Element der Umgangssprache darstellen – expressive Verben, die eine Handlung ausdrücken und diese Handlung charakterisieren. Hier wird auch die archaische Lexik der untersuchten Mundarten erschlossen, die Realien und Gegenstände bezeichnet, die mit der alten Lebensweise der Bevölkerung, ihren Bräuchen, Sitten und ihrer Weltanschauung verbunden sind und im Sprachgebrauch (oder sogar nur in den Erinnerungen) der älteren Generation erhalten geblieben sind. Für einen Teil des angeführten Materials ist eine lexikalisch-semantische und wortbildnerische Gemeinsamkeit mit der verwandten lettischen Sprache charakteristisch, besonders mit deren benachbarten Mundarten. Dieser Teil der Lexik der untersuchten Mundarten ist aus arealer Sicht von großem Interesse, da sich darin die sprachlichen und kulturellen Verbindungen dieser Gebiete mit ihren nächsten Nachbarn widerspiegeln. In der Lexik der Mundarten des Einzugsgebiets des Flusses Mūša finden sich auch einige slawische und germanische Entlehnungen, die zum Teil über die lettische Sprache übernommen wurden.

Die Lexik dieser Mundarten ist bislang, könnte man sagen, kaum erforscht worden; einzelne Belege wurden und werden jedoch in den Karteien des Akademiewörterbuchs der litauischen Sprache und des Atlas der litauischen Sprache gesammelt und finden in gewissem Maße ihren Niederschlag in den veröffentlichten acht Bänden des „Wörterbuchs der litauischen Sprache“ und in der Anthologie „Mundarten der litauischen Sprache“.

Die Dialektwörter werden in alphabetischer Reihenfolge angeführt und durch einen oder mehrere Sätze veranschaulicht.

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