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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXV (1995)

LIETUVIŲ LEKSIKOLOGIJOS TYRINĖJIMAI

Vytautas VITKAUSKAS

KONSONANTENs:š und z:ž-VARIATION IN DEN NORDÖSTLICHEN VARNIAI-MUNDARTEN

In vielen samogitischen Mundarten, besonders in den nördlichen Samogitischen (im Gebiet der Dounininkai), sind verschiedene Wörter aufgezeichnet, in denen ein Schwanken der Konsonanten s und š sowie z und ž in bestimmten Wörtern und Formen zu beobachten ist1. Hier soll dasselbe Phänomen in den östlichen Mundarten der südlichen Hochlitauer von Varniai (der nordöstlichen Dūnininkai) untersucht werden. Dabei lassen sich gleichsam drei Unterabschnitte unterscheiden: 1. Einige Wörter werden ausschließlich mit s, z anstelle von š, ž der Standardsprache oder anderer litauischer Mundarten ausgesprochen; 2. In einzelnen Mundarten gibt es Schwankungen – hier wird s, z, dort š, ž ausgesprochen. Es entsteht nicht einmal eine Isoglosse – es gibt gewissermaßen Dubletten; 3. Der Konsonant z wird durch ž ersetzt. Einige dieser Beispiele wurden auch im „Wörterbuch der nordöstlichen Dūnininkai-Mundarten“ (1976) erfasst und veröffentlicht, andere Beispiele wurden später aufgezeichnet (solche Wörter sind auch in den benachbarten sogenannten Dounininkai-Mundarten belegt – in Papilė, Raudėnai, Tryškiai und Eigirdžiai).

1. kùmščia „Faust“ (vgl. kù.m's't'ė, kum's't'ė.k'ė Pvn, Vkšn, Vds) || kàmste „Faust“ (kúm's't'í Drv, Vrp, Krš, vgl. kù.m's'l'ė Eig, Pp, Rdn); plėškė „Plėškė“ (p'l'ėsk'ė Pvn, Vkšn, Užv; Rdn, p'l'ėšk'ė Drv, Vrp, alt. Krš), plestākė „Handfläche, Schmetterling“ (p'l'est'ā·k'ė Užv, Vkšn, Pvn), plestėkė „Schmetterling“ (p'l'est'ėk'ė Krš, Drv, Vrp); plùškis „Pliuškis“ (plù.s'k'is Pvn, Vkšn, plùs'k'is Krš); graznà „Strafe“ (gràznà Pvn, Vkšn, Krš, Drv), graznóti „verbieten“ (graznàot'ė Pvn, Vkšn, Užv, graznùot'í Krš, Vrp), žvaizdė „Stern“ (žvàiz'd'ė Pvn, Vkšn, žvaiz'd'ė Krš, Drv; žvaiz'ė Vrp, Vds), nusižvaizdėti „viele Sterne haben“: gràžė, nus'ížvaiz'd'ėjęs dùn.gùs Krš; žábtai „Kiemen, Lippen“ (žá.ptā· Pvn, zá·pta· Drv, Vrp, vgl. žùopta· Krš, wohl infolge des Schwunds von Mundartmerkmalen?). Vergleiche auch die Namen eines Sees und eines Baches: Lūkstas (lù·ksc See Pvn, Varn, Vkšn, Bach lù·ksc Zufluss des Ringuovė-Bachs Krš). Hinzu kommt das eine oder andere Lehnwort: sìlkas „Seide“ und Ableitungen silkinis „seiden“, sìlkvilnės „Seide und Wolle“ (s'ėl.ks Pvn, Vkšn, Vds, s'ìl.ks Krš, Vrp, Drv, s'ìlk'ì.n'is Pvn, Užv, Vkšn, s'ìlk'ìn'is Krš, Drv, Vrp, s'ėl.kv'ė.l'n'es Pvn, Vkšn, s'ìl.kv'il'n'es Krš, Drv). Obwohl wir keine Etymologie kennen, scheint z auch in den Wörtern mazýti „quälen“ (mɔn'dz'ì·t'ė, mộ·ndza Pvn, Užv, Vkšn), remėžytis „sich kratzen“ (r'em'ė·z'ì·t'ì·s Pvn, Vkšn, r'em'ė·z'i·ti·s Drv, Krš, Vrp) aufzutreten.

2. a) Wörter und Formen schwanken in einzelnen Mundarten (eine Frage der Verbreitung):

1 Būga K. Rinktiniai raštai 3, Vilnius 1961, 220—250; Zinkevičius Z. Lietuvių kalbos istorija 2, Vilnius 1987, 19—24.

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gõštautas || góstautas „eine solche Nelke“ (gúoštã.uc Pvn, Vkšn, gúostau̯c Vrp, Drv), klùkšnis || klùkšnis „Gurgel“: klù.kš'n'is Pvn, klùkšnis Vrp, ožkãkšnis || ožkãkšnis „Faulbaum“ (uoškã:kš'n'is Pvn, Krš, Drv, uoškã:kš'n'is Vrp, Rdn), gūrkšnis Drv || gūrkšnis wohl? Krš, Drv; pùšeliȯties || pùšeliȯties „herumspielen“ (p'i̇:s'el'uot'i:s Pvn, Užv, p'i̇:s'el'uot'i:s Krš, p'i̇:s'el'uot'i:s Drv), pliùškė || pliùškė „Dorftänze“ (p'l'ȯ.s'k'e Pvn, p'l'ȯ.s'k'e Vkšn, Užv), skrãbti || skrãbti „schrumpfen, frieren“ (skrã.p't'e Pvn, Vkšn, škràp't'i Krš, Drv, Vrp), skrãbis, -ė || skrãbis, -ė „vertrocknetes Wesen“ (skrã:b'is Pvn, Užv || skrã:b'is Drv, Krš, Vrp) – in allen hier untersuchten Mundarten jedoch nur skrãbalas „vertrocknetes Wesen“ (skrã:bà.ls Pvn, Vkšn, Vds, škrà:bals Drv, Krš, Vrp), skùrlis || skùrlis „Lumpen“ (skù.r'lis Pvn, Vds, Vkšn, škūr't'lis Drv, Krš, Vrp (sowie alle Ableitungen: skurlinis || skurlinis „lumpenartig“, skūrlininkas, -ė || skūrlininkas, -ė „Lumpenhändler(in)“), skùrti || skùrti „reißen“ (skọ̇.r't'e Pvn, Užv, Vds, skūr't'i Drv, Krš), spìglis || spìglis „einen Dorn“ (s'p'i̇gl'is Drv, s'p'i̇.gl'is Vds || s'p'i̇gl'is Vrp, Krš), spigliúotas || spigliúotas, -a „dornig“ (s'p'i̇gl'u̇:c Drv, s'p'igl'u̇:c Vds, s'p'igl'u̇:c Vrp, Krš), spoksóti || spoksóti „starren“ (spuoksuot'e Pvn, Vkšn, špuoksúot'i Krš, Drv, Vrp), stýbra || stýbra „hoch aufgeschossener, sehr großer Mensch“ (st'i̇:bra Pvn, Užv, st'i̇:bra Vrp) usw.

Dasselbe Merkmal zeigt auch eine ganze Reihe von Ableitungen mit dem Suffix -sena || -šena: bẽŋasena || bẽŋgšena „Abschluss“ (b'ẽ:nks'ena Pvn, Vkšn || b'ẽ:nks'ena Vds, Užv || b'ẽ:n.kš'ena Drv, Krš, Rdn), cúpsena || cũpšena || cũpšena (c'ĩ:p's'ena Pvn, c'ĩ:p's'ena Drv, Krš und Rdn; c'ĩ:p's'ena Vrp), eĩsena || eĩsena „Gangart, Gang, Gehen“ (ãis'ena Pvn, Vkšn, ãis'ena Užv, Vds, ãi̇.s'ena Drv, Krš, Vrp; ãis'ena auch Rdn, Kaunatava, Dūseikiai), jaũksena || jaũkšena „Mischen, Umrühren“ (jáuks'ena Užv, Vds, jáu.kš'ena Drv, Krš), kaũksena || kaũkšena „Heulen, Rufen“ (kãuks'ena Pvn, kaũ.kš'ena Drv, Krš), krókšena || krūokšena „Weinen, Schreien“ (krũoks'ena Pvn, Vkšn, krũoks'ena Užv, Vds, krūokšena Drv, Krš – krūokšena auch Rdn), lẽksena || lẽkšena „Laufen, Rennen“ (l'ẽks'ena Pvn, l'i̇ẽkš'ena Drv, Krš), sprógšena || sprógšena „Explosion, Sterben, vulg.“ (sprũoks'ena Vkšn, sprũogs'ena Vds, sprũoks'ena Drv, Krš, Vrp – sprũoks'ena auch Rdn, Trš, Pabalvė-Gegend), žviẽgsena || žviẽgšena „Quietschen, Summen“ (ž'v'i̇:kš'ena Pvn, Vkšn, ž'v'i̇:kš'ena Užv, Vds, ž'v'i̇:kš'ena Drv, Krš usw. Nur st'ĩpš'ena „Sterben, vulg.“ weicht ab: Drv, Krš, Vrp (ist das ein Neubildung?).

lýžinties || lýžinties „schmeicheln, sich einschmeicheln“ (l'i̇:ž'int'i:s Krš, Vrp, l'i̇:ž'int'i:s Pvn, Vkšn, Užv, l'i̇:ž'int'i:s Drv), palizókas, -ė || palizókas, -ė „Schmeichler(in), Speichellecker(in)“ (pàl'izūoks Drv, pàl'ežũoks Vds), važmà || važmà „mitgeführte Sachen, Gepäck“ (vàžmà Pvn, Vds, Vkšn, vàžmà Drv, Krš), zaksóti || zauksóti || zoksóti || žaksóti „gaffen, untätig dasitzen“ (zaksúoti Drv, Krš, zauksúot'e Pvn, Užv, zuoksúot'i Krš, Vrp, žaksúot'i Drv), zmẽgti || žmẽgti „zusammenfallen, niedergehen, misslingen, beim Backen zusammenfallen“ (z'm'ėk't'i Krš, Vrp, ž'm'ė.k't'e Vkšn, Vds, ž'm'ėk't'i Drv, ž'm'ė.k't'e Pvn), zmegini̇̇s || zmẽkinỹs || žmeginỹs „zusammengefallenes Gebäck“ (z'm'ėg'in'i̇:s Pvn, Vds, z'm'ėk'in'i̇:s Vkšn, ž'm'ėg'in'i̇:s Drv), žaũdoti || žaũdoti

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„töten, erschlagen“ (žūr.duot'i Krš, žō·rdūot'e Pvn, Vkšn, žūr.duot'i Drv, Vrp – und žō·rdūot'e auch Rdn, Gir, in den umliegenden Dörfern), vgl. auch das Lehnwort vāžotis || vāžotis „umherstreifen, sich herumtreiben“ (vā·zuot'i·s Pvn, Vkšn, vā·žuot'i·s Drv, Krš, Vrp).

3. In einem Wort — žylė wird in all diesen Mundarten der Konsonant ž ausgesprochen: ži·'liė Pvn, Užv, Vkšn, ži·'liė Drv, ži·'li Krš (besonders beliebt war der Ausspruch ži·'le p'el'ieda v'e·rsu·s / al'e n'epasidū·su Drv, ži·'le p'el'ieda v'e·rsū·s Pvn).

Alle diese Beispiele zeigen, dass es in diesen Mundarten ein bemerkenswertes Phänomen gegeben hat. Warum die Aussprache von s, z und š, ž in einzelnen Wörtern und bestimmten Formen so schwankt, lässt sich nur vermuten. Eines ist jedoch klar: Mit diesen Beispielen weichen alle diese Mundarten von den Formen mit š oder ž ab, die von der Mehrheit der Litauer verwendet werden. Demnach lässt sich nur vermuten, dass es hier Menschen gab, die anstelle des litauischen š, ž s, z ausgesprochen und diese Laute später in manchen Wörtern beibehalten haben (kūmsčia || kūmstė, vazmà, žābtai), sie in anderen vermischt haben (skrabti || škrābti, zaksóti || žaksóti) oder sogar ganz ersetzt haben (žylė). Bei den Žemaiten und sogar bei den westlichen Aukštaiten gibt es viele derartige Belege (z. B. vazmà, das sich, wie die Zettelkartei des LKŽ zeigt, über ganz Žemaitija verbreitet findet — Vn, Grdm, Vvr, Šv, und sogar bei den Aukštaiten — Jrb, Pgg (in den Schriften Preußisch-Litauens verwendet), plėškė — nach den Angaben von LKŽ X 160 fast ausschließlich bei den Žemaiten, ebenso wie plestėkė, plestekė (LKŽ X 161, LKA I 86). K. Būga und Z. Zinkevičius zufolge kann man hier Belege für eine kurisch-žemaitische Zweisprachigkeit vermuten² (vgl. auch die verschiedenen Fälle des Wechsels von ei und ie hier³), also für enge Kontakte. Dadurch könnten auch Wörter entstanden sein, in denen die Aussprache von s, z und š, ž in bestimmten Fällen infolge von Einflüssen oder Sprachwechsel beziehungsweise Sprachwechselprozessen vermischt ist. Möglich ist auch ein jüngerer Wechsel infolge der Angleichung einer ungewöhnlichen z-Aussprache (z. B. zmegti ir žmėgti, žūr’doti ir žūr’doti; dies sind Aufzeichnungen aus den letzten Jahren, als die Eigenart dieser randständigen žemaitischen Mundarten und ihr internes System phonetischer Gesetzmäßigkeiten im Schwinden begriffen waren (vgl. ähnliche Erscheinungen in den sogenannten nahegelegenen „šlekiai“-Mundarten)⁴.

Besonders interessant sind die Schwankungen der Endung -sena || -šena. Die westlichen Mundarten kennen nur -sena; die nordžemaitischen Mundarten, sogar die von Akmenė und Papilė, wo es lettische Siedlungen gab (in Biliūniškiai, Barvydžiai, Vegėriai und Eliškiai), sprechen so in einem weiten Umkreis und auch andernorts. Wie ein Keil liegt die Pfarrei Kuršėnai dazwischen (es wurden einige Beispiele aus der Gegend von Raudėnai, vereinzelte aus Kaunatāva aufgezeichnet).

Man kann vermuten: a) Es handelt sich um Entlehnungen aus dem Lettischen (dagegen sprechen offenbar sowohl die Geographie als auch die Entfernung vom lettischen Sprachgebiet); b) die Form wurde nach gaišena, lūšena, vėšena verallgemeinert; c) die Aussprache von s und š wurde in bestimmten Formen aus einer baltischen Endung *-si̯ōna⁵ oder nach V. Mažiulis *-si-anā⁶, aus -si- vermischt.

2 B ū g a K. Ten pat; Z i n k e v i č i u s Z. Ten pat.

3 Z i n k e v i č i u s Z. Min. veik, 21; V i t k a u s k a s V. Apie vieną Žemaičių oikonimą. — Lietuvių kalbotyros klausimai 32, 1993, 238.

4 J o n a i t y t ė A. Nauji duomenys apie Skaistgirio tarmės konsonantizmą. — Lietuvių kalbotyros klausimai 3, 1960, 79—83.

5 E n d z e l ī n s J. Latviešu valodas gramatika, Rīgā, 1951, 296—297; S k a r d ž i u s P. Lietuvių kalbos žodžių daryba, Vilnius, 1943, 234.

6 M a ž i u l i s V. Prūsų kalbos etimologinis žodynas 1. Vilnius, 1988, 152—153.

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oder -sį wurde wegen der Vermischung der Konsonanten s und š, möglicherweise auch unter einem gewissen Einfluss des Lettischen, der durch diese baltischen Sprachen gebildete Konsonant š „gewählt“.

Ein weiteres Merkmal dieser Erscheinung ist, dass sich bei vielen ähnlichen Wörtern keine Isoglossen feststellen lassen. Wörter mit unerwartetem s, z sind gleichsam über das gesamte Gebiet verstreut und kommen in einzelnen Dörfern vor. Das könnte bereits auf ein Fortbestehen aus einem zusammenhängenden früheren Gebiet hindeuten, in dem die ältere Erscheinung vorherrschte (möglicherweise auch eine substratbedingte). Da in den hier untersuchten zemaitischen Mundarten zahlreiche unterschiedliche Belege aufgezeichnet wurden, kann es sich nicht um Zufall handeln. Hier könnten bestimmte Relikte der kurischen Sprache vorliegen; vgl. ferner die Ortsnamen Kuršėnai, Kuršai, die bereits erwähnten Hydronyme Lūkstas7, die Ortsnamen der unmittelbar benachbarten Papilėner Zabikai, Zubrys (Fluss), die von den Pavandenėnern verwendete Verbindung (so haben auch die Luokėner gesagt) Sūdeklės kalnas, die Schwankung zwischen Sakalìnė und Šakalìnė, den Bezeichnungen für ein Dorf in Pavandenė, und Ähnliches. Man kann dies unterschiedlich deuten (besonders bei den Wörtern škàurlis || skùrlis, góštautas || gõštautas, žỹlė), doch die Fülle der Belege zeigt dennoch, dass hier eine besondere Lage in den zemaitischen Mundarten bestand, in der die regelhafte Aussprache von š, ž durch die Mehrheit der Litauer in bestimmten Wörtern und Formen ins Schwanken geriet.

ABKÜRZUNGEN

Drv — Dirvónėnai (Juozapavà), Šiaulių r.

Vkšn — Viekšņaliai, Telšių r.

Vrp — Várputėnai, Kelmės r.

ÜBER DIE VARIATION DER KONSONANTEN S:Š UND Z:Ž

IN DER MUNDART DES NORDÖSTLICHEN VARNAI-ZEMAITISCH

Zusammenfassung

In den Dialekten im Umkreis von Kuršėnai, Dirvonėnai, Užventis und Vidsodis werden im Allgemeinen Wörter verwendet, in denen anstelle der Konsonanten (Laute) š, ž der Gemeinsprache s, z ausgesprochen werden (pleškė, kùnstė || kùmščia, plestėkė || pleštakė), der See und der Fluss Lūkstas, žvaizdė (žvaizė), žábtai (vgl. auch sìlkas, mąžyti u. a.). Andere Wörter variieren in diesem Gebiet: góštautas in Pavandenė, Viekšņaliai und gõštautas in Kuršėnai, ožkàkšnis in Kuršėnai, Pavandenė und ožkàkšnis in Várputėnai, skràbti in Pavandenė, Viekšņaliai und skràbti in Kuršėnai, Dirvonėnai, skùrti in Pavandenė, Viekšņaliai, Užventis, Vidsodis und skùrti in Dirvonėnai, Kuršėnai, spìglis in Dirvonėnai, Vidsodis und spìglis in Kuršėnai, Pavandenė, spoksóti in Pavandenė, Viekšņaliai und spòksóti in Kuršėnai, Dirvonėnai, bėgsena in Pavandenė, Viekšņaliai und bėgsena in Kuršėnai, Dirvonėnai, bėngsena in Pavandenė, Viekšņaliai, Užventis und bėngsena in Dirvonėnai, Kuršėnai (sowie auch in Raudėnai), vazmà in Pavandenė, Užventis, Viekšņaliai und vazmà in Kuršėnai, zmėgti in Pavandenė, Vidsodis, Viekšņaliai und žmėgti in Kuršėnai, Dirvonėnai, žurdóti in Pavandenė, Viekšņaliai und žurdóti in Kuršėnai, Dirvonėnai. Das gemeinsprachliche Wort žylė wird in all diesen Dialekten wie žỹlė. ausgesprochen.

Möglicherweise gab es in diesen Dialekten phonetische Erscheinungen, bei denen die Aussprache der Konsonanten (Laute) s, z und š, ž zu schwanken begann. Man kann annehmen, dass hier Kontakte bestanden, möglicherweise sogar Zweisprachigkeit zwischen den Žemaičiai (Niederlitauern) und den Kurschen. Infolge dessen kam es zu einer solchen Vermischung (bėgsena, eišena u. a.); möglicherweise handelt es sich auch um einen nicht allzu alten Austausch von s, z zu š, ž oder umgekehrt sowie um eine gleichsam irreguläre Stellung (žmegìnys u. a.).

7 V a n a g a s A. Lietuvių hidronimų etimologinis žodynas, Vilnius, 1981, 198.

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