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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXV (1995)

LIETUVIŲ LEKSIKOLOGIJOS TYRINĖJIMAI

Angelė VILUTYTĖ

J. PABRĖŽOS BOTANIKOS TERMINŲ ŽODYNAS ”SRYJE BALSENYNYNY” (1834)

Viele Jahre lang sammelte J. Pabrėža Material über die Pflanzenwelt Samogitiens und nahm eine gewaltige Arbeit in Angriff — botanische Werke in litauischer Sprache zu verfassen. Das war eine schwierige Arbeit, denn er musste selbst eine botanische Terminologie schaffen und den Pflanzen litauische Namen geben. J. Pabrėža arbeitete allein und hatte keine Vorbilder, auf die er sich hätte stützen können; doch dank seines außerordentlichen Fleißes und seiner Beharrlichkeit stellte er umfangreiche botanische Wörterbücher zusammen, die auch heute noch wissenschaftlich bedeutsam sind.

Die Pflanzennamen sammelte J. Pabrėža aus der gesprochenen Sprache; das gesammelte Material verwendete er zur Entwicklung einer wissenschaftlichen Terminologie. Diese Arbeit erforderte eine eingehende theoretische Untersuchung.

1921 fand J. Elisonas in der Bibliothek des Klosters Kretinga unter den Handschriften von J. Pabrėža die Manuskripte eines umfangreichen Wörterbuchs botanischer Termini mit dem Titel ”Sryje Balsenyny” sowie eines gleichnamigen Aufsatzes. Da er erkannte, dass in diesem Aufsatz erstmals interessante Fragen der botanischen Terminologie erörtert wurden, veröffentlichte J. Elisonas den Aufsatz — ”Anmerkungen zur Erstellung einer vollständigen samogitischen Flora” (Uwagi łączące się ulozenia doskonaley Flory Zmudzkiej)1. J. Pabrėžas erwähnter, 1834 auf Polnisch verfasster Aufsatz lässt sich als theoretische Grundlage des Wörterbuchs (Sryje Balsenyny. Būluu Žemayt. Lotinyyniu Par Kónyga Ambrozieejó Paabrezá sóórinktu. Metusy 1834. Kretingoo. — ”Litauisch-lateinisches Wörterbuch der Pflanzenmorphologie”) betrachten, das im Folgenden in dieser Arbeit untersucht wird. Da J. Pabrėža im Aufsatz dieselben Termini behandelt wie im Wörterbuch, kann der Aufsatz sogar als einleitender Teil des Wörterbuchs angesehen werden. Die Autorin stützte sich auf den von J. Elisonas veröffentlichten Aufsatz.

Der Aufsatz enthält sieben Anmerkungen (Abschnitte), in denen J. Pabrėža darlegt, wie Pflanzennamen gebildet werden, eine etymologische Klassifikation samogitischer Bezeichnungen gibt und ausführlich untersucht, von welchen Wörtern die jeweiligen Namen abgeleitet sind.

In der ersten Anmerkung des Aufsatzes sagt J. Pabrėža, dass samogitische Pflanzennamen meist im Plural gebraucht werden (in plurali numero), zum Beispiel: avietes (f. pl.) ~ avietes Rubus idaeus, kvijte (m. pl.) ~ kviečiai Triticum hybernum, dagė (m. pl.) ~ dagiai Centaurea benedicta, gailė (m. pl.) ~ gailiai Ledum palustre usw. Im Singular gebraucht (in singulari numero) bezeichnen diese Namen bereits den Samen oder die Frucht. Baumnamen werden nur im Singular verwendet: ašis (m. sing.) ~ uosīs Fraxinus excelsior, gtūsnis (m. sing.)

1 Elisonas J. Bemerkungen zur Ausarbeitung einer besseren Flora Samogitiens. — Kosmos 1, 1922, 46—51; 2, 1923, 183—186; 3, 283—294.

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~ gluostis Salix fragilis. Pilznamen haben sowohl Singular- als auch Pluralformen. Die Pluralformen bezeichnen jedoch bereits eine Familie: barawijks ~ barawijnkã (m.) ~ baravukai, kelmutis ~ kelmutė (m.) ~ kelmučiai.

In den weiteren Anmerkungen des Aufsatzes führt J. Pabrėža aus, dass samogitische Pflanzennamen in zwei Hauptklassen eingeteilt werden können, nämlich in einfache (voces simplicae) und zusammengesetzte (voces compositae). J. Pabrėža zufolge können Pflanzennamen aus verschiedenen Wortarten abgeleitet sein. Zum Beispiel aus Adjektiven (voces derivatae ab adjectivis): gayle (m. pl.) Ledum palustre (ab adjectivo gaytus), aklė (m. pl.) Galeopsis versicolor (ab adjectivo aklas), kulė (m. pl.) Angelica silvatica (ab adjectivo kultus); rūksžtijnes (f. pl.) Rumex acetosa (ab adjectivo rugsztus), rėtynos (f. pl.) Scabiosa succisa (ab adjectivo retas). Pflanzennamen können von Verben abgeleitet sein (voces derivatae a verbis): kibe ~ kibiai (m. pl.) Aretum Lappa (a verbo kibti), dagė ~ dagiai (m. pl.) Centaures benedicta (a verbo dijgti), wyturės ~ wyturės (f. pl.) Convolvulus arvensis (a verbo wyturti).

J. Pabrėža führt auch zusammengesetzte Namen an (vocabula composita), die aus zwei Substantiven (substantivum cum substantivo) gebildet sein können, zum Beispiel: wyłkadalge ~ wilkadalgaı (m. pl.) Iris pseudacorus (ex Wylk’s et·dalgis), warnakė ~ varnakiai (m. pl.) Senecio Jakobea (ex Warna et akis); aus einem Substantiv und einem Adjektiv (substantivum cum adjectivo) gebildet sein können: geltongalwe ~ geltongalviai (m. pl.) Ranunculus acris, baltagalwe ~ baltagalviai (m. pl.) Anthemis arvensis usw. J. Pabrėža zufolge kann man zur Bildung von Pflanzengattungsnamen, die dem Wesen des samogitischen Dialekts entsprechen, eine Lehnübersetzung aus dem Lateinischen verwenden; ein Name (eine Bezeichnung) kann aus einer charakteristischen Wurzel und einem entsprechenden Suffix gebildet werden.

Diese terminologische Arbeit diente gewissermaßen als Leitfaden für J. Pabrėžas botanische Werke.

Bevor J. Pabrėža (1821—1834) sein umfangreichstes Werk zur Pflanzensystematik ”Tayslõus augalų mynnys” (”Das System der Pflanzen”) verfasste, schrieb er mehrere vorbereitende Arbeiten, nämlich: ”Dictionarium Botanicum Latino Samogiticum” (”Wörterverzeichnis der Pflanzennamen in den Sprachen Lateinisch und Litauisch”), um 1821 zusammengestellt, ”Vardaa tayslyvnee Augimiu (”Systematisches Pflanzenverzeichnis”) und das bereits erwähnte ”Sryje Balsenynny Biluu Žemayt. Lotinywny” (Alphabetisches Wörterbuch der morphologischen Pflanzentermini in den Sprachen Litauisch und Latein). Letzteres Wörterbuch verfasste J. Pabrėža 1834.

Dieser Aufsatz soll die Quellen und den lexikografischen Aufbau des Wörterbuchs ”Sryje Balsenynny” untersuchen. Das Manuskript wird in der Bibliothek der Botanischen Gesellschaft Litauens aufbewahrt. Die Autorin arbeitete mit einer Fotokopie, die sich in der Wörterbuchabteilung des Instituts für Litauische Sprache befindet. Über dieses Wörterbuch von J. Pabrėža ist bislang keine eigene Arbeit erschienen. Das Manuskript ”Sryje Balsenynny” (im Folgenden SB) umfasst 505 Seiten. Es ist mit Tinte geschrieben. Die Handschrift ist schön und ordentlich, auch wenn nicht alle Seiten gleich groß und gut lesbar sind. Im Wörterbuchtext finden sich nach den lateinischen Termini mehrere Abkürzungen: Blaff (stellenweise Bluf und Bl), Bess, Pers, Link, Rich, Wach, Grec usw. Diese Abkürzungen erläutert J. Pabrėža im SB-Wörterbuch nirgends, doch im Vorwort zu ”Taisliaus”, ”Prajows weykala”, im Abschnitt ”Paagalbas, kokių datiriaua

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„… meines ehrenwerten Herrn Geradiejų, in dieser Angelegenheit“2 dankt er Jonas Wolfgang, der ihm das sehr ausgezeichnete lateinische Werk von M. Bluffo und C. Fingerungo, „Compendium Florae Germaniae“ (Norimbergae 1825), überlassen hatte. Ebenda erwähnt J. Pabrėža auch weitere Werke, deren Titel mit den genannten Abkürzungen übereinstimmen: V. S. Besser. Enumeratio plantarum hucusque in Volhynia, Podolia, Gubernia Kijovien­si etc. collectarum (Vilnae 1822). Species plantarum seu Enchiridium Botanicum etc. Curante Dr. C. H. Persoon (Petropoli 1817). C. Linnei Genera Plantarum etc. Curante Dr. Joan. Jac. Reichard (Francofurti ad Moenum 1778). Linc. Handbuch zur Erkennung etc. (Berlin 1829). Monografija Skrzypow przez J.P.Vaucher Genewy. Tłumaczenie z francuzkiego przez W.J.Pannę Alexandrę Wolfgang. (Wilno 1826).

Es gibt keine Hinweise darauf, dass J. Pabrėža ein botanisches Terminologiewörterbuch benutzt hätte. In der Einleitung des SB „Einige Worte an den Leser“ erläutert J. Pabrėža den Zweck des Wörterbuchs: Es sei für den Leser sehr wertvoll, da es nicht nur lateinische „Wörter“ (Termini), sondern auch žemaitische enthalte; außerdem sei dieses Wörterbuch das einzige, denn „weitere žemaitische Werke dieser Art wird der Leser nicht erhalten“. Im Wörterbuch findet sich die Abkürzung Grec, die zeigt, dass J. Pabrėža die Terminbezeichnungen nicht nur aus dem Lateinischen, sondern auch aus dem Griechischen übersetzte. An einigen Stellen steht neben den lateinischen Termini ein griechisches Wort, zum Beispiel: augime (~ augymė) — planta (phytos), barzda — barba (pogon), dagtys (~ dantys) — dens (odon), akouts (~ akuotas) — arista (athera), aplink — circa (peri), po — intra (hypo), balnaskūris (~ balnaskūris) — leucodermis usw.

Der Aufbau des SB ist einfach: Die Wörter sind nach dem litauischen Alphabet in zwei Spalten angeordnet; links stehen ein- und mehrgliedrige litauische Termini, rechts die lateinischen Entsprechungen. Ein Bindestrich trennt die litauischen Wörter von den lateinischen. Alle lateinischen Wörter sind mit einer geraden Linie unterstrichen. Die Ränder enthalten zahlreiche Ergänzungen. Bei einigen Wörtern finden sich sogar grammatische Angaben, zum Beispiel: adjec., adver., conjunctio usw.

Der Verfasser des Wörterbuchs führt zu einem Terminus auch seine Verkleinerungsformen an, indem er die entsprechenden Suffixe hinzufügt, zum Beispiel: warpa ~ warpeely (varpelė), warpuuty (~ warputė), warpyyky (~ warpikė), žyydis (~ žiedas), žydeelis (~ žiedelis), žyiditeelis (~ žiedytelis), gisla (~ gysla) (vena), gisleely (~ gyslelė) (venula). Neben anderen ähnlichen Termini werden außerdem desubstantivische Adjektivformen aufgeführt, zum Beispiel: blakstienaa (~ blakstienai) — blakstieniigs (~ blakstieningas), blakstienots (~ blakstienotas), skiida (~ skyda) — skidoots (~ skydotas) — skidoouts (~ skyduotas), kóópka (~ kuopka), kóúpkkóóuts (~ kuopkuotas), kóúpkinynis (~kuopkininis) usw.

Verben werden wie in anderen Wörterbüchern jener Zeit in der ersten Person angegeben, zum Beispiel: atweró (~ atveru) — aperio, dabojó (~ dabojų) — observo, dalyjó (~ daliju) — divido, geemó (~ gemu) — nascor usw.

Zur Beschreibung von Pflanzenstängeln, Blättern, Blütenständen usw. führt J. Pabrėža auch partizipiale Wortverbindungen an, zum Beispiel: atsyremąs strajós (sich anlehnender Stängel-

2 P a b r ė ž a A. Prajows weykala. — P a b r ė ž a A. Botanika arba Taislius Auguminis (Manuskript), 1843, III.

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kel) — incumbens anthera, atgaal kni̇̇ḃas (~ atgal kniḃas) — retro spectans, nóóslẹṅkas laps (~ nuslenkąs lapas) — decurrens folium, kyylsṫas žydis (~ kilstąs žiedas) — ascendens flos, kyylsṫati siekla (~ kilstanti sėkla) — ascendens semen, prikliṁbati kaaruna (~ priklimbanti karūna) — adhaerens corolla, priṡykyyṡas koots (~ prisikišęs kotas) — contiguus stipes. Es ist unklar, ob dies daran liegt, dass das SB ein vorbereitendes Werk für J. Pabrėžas weitere Arbeiten war, oder daran, dass er die Terminologie der Pflanzenmorphologie allzu weit fasste; jedenfalls finden sich im Wörterbuch auch gesondert aufgeführte Adverbien, Zahlwörter, Pronomen, Präpositionen und sogar Partikeln: abejur (~ abejur) — utrimque, apaar (~ apar) — praeter, auksztaa (~ aukštai) — alte, auksztesnee (~ aukštesniai) — altius, daar (~ dar) — nondum, jpate (~ ypačiai) — deorsim, jaau (~ jau) — iam, dó (du) — duo, seeptiny (~ septyni) — septem, pęękts (~ penktas) — quintus usw.

Im Wörterbuch gibt es zahlreiche mehrgliedrige (meist zweigliedrige) Termini. Zweigliedrige Termini setzen sich gewöhnlich aus einem Substantiv und einem Adjektiv beziehungsweise einem Adverb und einem Adjektiv zusammen. Sie werden in der Regel alphabetisch nach dem zweiten Bestandteil angeordnet, wobei der erste Bestandteil wiederholt wird, zum Beispiel: sieklyniič́zė daugiawaly (~ sėklinyčia daugkevalė) — pericarpium multivalve, sieklyniič́zė dwykiawaaly (~ sėklinyčia dvikevalė) — pericarpium multivalve, sieklyniič́zė ketórkiawaaly (~ sėklinyčia keturkevalė) — pericarpium tetravalve, nóóugs akouts (~ nuogas akuotas) — nuda arista, nóóugs ražis (~ nuogas ražis) — nudus culmus, nóóugs styibs (~ nuogas stiebas) — nudus caulis, nóóugs žydis (~ nuogas žiedas) — nudus flos, laapinta galweely (~ lapinta galvelė) — foliosum capitulum, laapinta keeky (~ lapinta kekė) — foliosus racemus, laapinta koupka (~ lapinta kuopka) — foliosus calyx, laapinta paklooty (~ lapinta paklotė) — foliosus involucrum, laapinta waarpa (~ lapinta varpa) — foliosa spica, kekieetaa rypkóóuts (~ kekėtai ripkuotos) — racemoso verticillatus, kekieetaa sodieets (~ kekėtai sudėtas) — racemoso compositus, kekieetaa waarpots (~ kekėtai varpotas) — racemoso spicatus, paarmaatomaa plieweets (~ permatomai plėvetas) — pellucide membranaceus, paarmaatomaa spóágóóuts (~ permatomai spūoguotas) — pellucide punctatus usw.

Wenn Arttermini beim abhängigen (adjektivischen oder partizipialen) Bestandteil aufgeführt werden, bleibt die natürliche Reihenfolge der Glieder einer Wortverbindung erhalten, zum Beispiel: sóódieta keeky (~ sudėta kekė) — compositus racemus, sóódieta kóóupka (~ sudėta kuopka) — compositus calyx, sóódieta óóuga (~ sudėta uoga) — composita bacca, sóódieta waarpa (~ sudėta varpa) — composita spica usw.

Mehrgliedrige Termini aus drei oder mehr Wörtern sind im Wörterbuch meist ebenfalls alphabetisch aufgeführt, wobei die Wörter der Reihe nach miteinander verbunden werden, zum Beispiel: dóbóltaa atrýristy taapa (~ dubultai atriesti lapai) — duplicato revoluta folia; dóbóltaa dweeytos laps (~ dubultai dveitotas lapas) — duplicato binnatum folium; dóbóltaa isiaussty taapa (~ dubultai įsiiausti lapai) — duplicato involuta folia; plaaukaa penóklyynee szakoothyjyn skidooty (~ plaukai penukliniai šakotieji skydoti) — pili lymphatici ramosi scutati; plaaukaa penóklyynee szmotóóutyjyn (~ plaukai penukliniai šmotuotieji) — pili lymphatici articulati usw. Zu einigen litauischen Termini werden in einfachen Klammern, bisweilen nach dem Wort kyteep (~ kiteip), auch internationale Termini angeführt: rasodnós (kyteep iinspekts)

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~ rasodnas (anders: inspektas), wylnieets (anders: rólngiǿóts) ~ vilnetas (anders: rulongiuotas).

Im Wörterbuch finden sich Begriffe, die ins Polnische übersetzt wurden: augimniíčźe istoryynu (~ Botanika historyczna), augimniíčźe nó’mriedy (~ Botanika ekonomiczna), augimniíčźe skyrtynyyny (~ Botanika opisowa), augimniíčźe zolyny (~ Botanika lekarska).

J. Pabrėža stammte aus der Gegend von Lenkimai. In seiner heimischen Küsten- und Kretingaer Žemaitisch-Dialektform verfasste er auch botanische Werke.

Bereits in der Einleitung zu „Taisliaus“ sagte J. Pabrėža: ”Ich schrieb nicht für die Litauer (die vielleicht bessere pisoriu als mich finden können), sondern für die echten Žemaiten”3. Auch die Sprache des Wörterbuchs ”Sryje Balsenyny” ist žemaitisch (in Phonetik, Morphologie und Lexik). J. Pabrėžas Rechtschreibung ist jedoch sehr eigenwillig. Im Vorwort zu ”Taisliaus” schreibt J. Pabrėža über die Orthografie seines Werks (Apey Rasztuyny (Ort-hographia) kokios čźe jėmiaus apey apsyyrykymus wertus pataysyyty). Hier sagt der Autor, dass er ”reiszkios rašziau teyp, kayp anyi diikaa žemaytyszkamy Liyžówiej bruungz”4.

Im Wörterbuch verwendet J. Pabrėža das polnische Alphabet und passt es an die Phonetik des Dialekts an. ”Die Aussprache der Vokale (Litera) habe ich genauso bezeichnet, wie sie in ihrer Sprache, der polnischen, gegen Ende des Jahrhunderts üblich war”5. Die Konsonanten č, š, ž entsprechen cz, sz, z, z. B.: dwysz oonis (~ dvišonis), szaknys (~ šaknis), aszeely (~ ašelė). Die weich ausgesprochenen č, š, ž werden durch ćź, śź, ź bezeichnet, z. B.: ćźesnakinis (~ česnakinis), śźerióóuts (~ šeriúotas), sieklyniíčźe (~ sėklinyčia). Der harte Konsonant l wird durch ł bezeichnet: blakstienaa (~ blakstienai), taps (~ lapas), jedoch: daugeleee (~ daugeliai), aukszliis (~ aukšlys).

Der Vokal i entspricht dem y der Standardsprache und am Wortende einem i oder į, z. B.: augimys (~ aygymės), ira (~ yra), bi (~ by), pati (~ patį). Der Vokal ó liegt zwischen o und u und entspricht dem žemaitischen ǫ, z. B.: dóbóltaa pjuklóóuts (~ dubultai pjūkluotas), atbókósee dątiets (~ atbukusiai dantėtas), kódla (~ kudla).

Die Diphthonge ay, au, ey, yi, óy, óu entsprechen in der Standardsprache ai, au, ei, ie, oi, uo, z. B.: labay (~ labai), lapóóuts (~ lapuotas), lyižów eelis (~ liežuvėlis), kóupka (~ kuopka), styibs (~ stiebas), ketwersyynis (~ ketversienis).

Der Diphthong ei wird am Wortende anstelle von iai geschrieben: dydeesney (~ didesniai), labiausey (~ labiausiai), doch manchmal verwendet J. Pabrėža auch ee: daugelItee (~ dau-gialyčiai).

Im Wörterbuch steht der Doppelvokal aa für die Endung ai, z. B.: daugingaa (~ daug-in-gai), dątietaa (~ dantėtai), baltaa (~ baltai), źyidaa (~ žiedai): Der Vokal ee bedeutet ~ iai: atbókósee (~ atbukusiai), gruudla pee (~ grūdlapiai).

Die Doppelvokale aa, ee, ii, oo, uu, yy sind nach J. Pabrėžas Auffassung dann zu schreiben, wenn die Silbe ”dó kaartó ylgesney reikia ysztarty nekayp kad buutu wy-ina”6. Die Doppelvokale im Wort kennzeichnen also auch einen betonten oder verlängerten Vokal,

3 P a b r ė ž a A. Ebenda, V.

4 P a b r ė ž a A. Ebenda, XI.

5 P a b r ė ž a A. Ebenda, XI.

6 P a b r ė ž a A. Ebenda, XI.

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z. B.: kaszeely (~ käsėlė), keelny (~ kelniė), waarpa (~ varpa), moorkaa (~ morkai), ruutaa (~ rūtai) usw.

J. Pabrėžas Rechtschreibung ist sehr eigenwillig und uneinheitlich und verlangt geradezu nach einer eigens dafür bestimmten umfassenden Untersuchung. Einige der von J. Pabrėža in diesem Wörterbuch verwendeten Termini werden auch heute noch für die Terminologie der Pflanzenmorphologie benötigt. Im „Botanikos terminų žodynas“ (1965) finden wir folgende botanische Termini Pabrėžas: šepečiuotas lapas (folium hispidum, шершавый лист), fleischiger Stängel (caulis carnosus, мясистый стебель), plėnėtas stiebas (caulis tunicatus, стебель снабженный оболочкой-туникой), plaukuotas stiebas (caulis pilosus, волосистый стебель), kahler Stängel (caulis nudus, голый стебель), mėsingas stiebas (caulis carnosus, мясистый стебель), nykštęs rinkys (annulus fugax), patenkś rinkys = nuolatinis rinkys (annulus persistens), paslankus rinkys (annulus mobilis), aštuonžiedė ripka = aštuonžiedis menturis (verticillus octoflorus, восьмицветковая мутовка), tikroji uoga (bacca vera, истинная ягода), lapūnas (frons, листоватое слоевище), terlytėlės (cyphellae, цифеллы) usw.

Obwohl viele der von J. Pabrėža geschaffenen Termini veraltet sind und sich von den heute gebräuchlichen unterscheiden (au gynė = Pflanze, augmynyčia = Botanik, žolinyčia = Herbarium, bragas = Schirm, kuopka = Kelch, sėklinyčia = Frucht), sind seine botanischen Arbeiten dennoch als erster Versuch, eine litauische Terminologie dieses Fachgebiets zu schaffen, von Bedeutung.

Schlussfolgerungen

1. In Vorbereitung auf die Abfassung eines umfangreichen Wörterbuchs zur Pflanzenmorphologie und -systematik im žemaitischen Dialekt verfasste J. Pabrėža mehrere Hilfswerke. Ein solches Vorbereitungswerk ist sein Wörterbuch „Sryje Balsenyyny“.

2. Bei der Abfassung dieses Werks stützt sich der Autor in erster Linie nicht auf ein Wörterbuch, sondern auf die lateinischsprachigen botanischen Werke von M. Besser, M. Bluff, D. H. F. Link, C. H. Person und L. C. M. Richard, die ihm von Prof. J. Wolfgang von der Universität Vilnius beschafft wurden.

3. Einwortige und zusammengesetzte Termini sind im Wörterbuch alphabetisch angeordnet. Die Artbezeichnungen sind nach dem natürlichen Wortverbindungsverfahren der litauischen Sprache gebildet. Neben lateinischen Termini stehen griechische und polnische Entsprechungen. Die lexikografische Technik des Wörterbuchs „Sryje Balsenyyny“ unterscheidet sich nicht von der anderer handschriftlicher Wörterbücher jener Zeit.

4. Einige der im Wörterbuch „Sryje Balsenyyny“ verwendeten Termini werden auch heute noch in der Terminologie der Pflanzenmorphologie gebraucht.

DAS WÖRTERBUCH DER BOTANISCHEN TERMINOLOGIE „SRYJE BALSENYYNY“ VON J. PABRĖŽA

Zusammenfassung

J.Pabrėža (1771—1849) schuf als erster die litauische botanische Terminologie. Im Aufsatz wird das terminologische Wörterbuch ”Sryje Balsenyyny” behandelt. Das Wörterbuch erschien 1834, es besteht aus 505 Seiten. - Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf der Erforschung zwei Hauptfragen: 1) es werden die Quellen und

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2) lexikographischer Aufbau des Wörterbuches untersucht. Im Wörterbuch von J.Pabreža kommen solche Abkürzungen vor, wie z. B.Bluff, Bess, Link u.a. Das sind die abgekürzten Familiennamen, auf die sich J.Pabreža bei der Zusammenstellung seines Wörterbuches stützte.

Im Wörterbuch werden die botanischen Termini in alphabetischer Ordnung angegeben. Ihrer Bildung nach sind die Termini auszusondern, die aus einem Wort und zwei Wörter gebildet sind (einfache und zusammengesetzte).

Manche von den im erwähnten Wörterbuch angegebenen Termini haben auch heute ihre Bedeutung nicht verloren.

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