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TERMINOLOGIE UND GEGENWART

Stasys KEINYS

Institut für Litauische Sprache, Vilnius

J. KRUOPAS UND DIE LITAUISCHE TERMINOLOGIE

Beveik ketvirtis šimtmečio prabėgo po Jono Kruopo (1908–1975) mirties, bet jo darbų reikšmė bei veiklos svarba, rodos, nė kiek nenublanko. Dabar, kaip ir anuomet, kai J. Kruopas tebebarė į priekį savo paties pasirinktą ar kitų paskirtas kalbotyros vagas, galima neabejojant teigti, kad jis priklauso prie pačių žymiųjų lietuvių kalbininkų. Vidurinė ir jaunoji lituanistų karta nejuto šio šviesaus stotingo žmogaus kaip pedagogo, mokslo darbų vadovo išminties ir šilumos, tačiau ji išaugo iš tos dirvos, kurioje arė, akėjo ir sėjo J. Balčikonis, J. Kruopas ir kiti senieji bei senesnieji kalbininkai. J. Kruopas buvo ir visuomet liks pobūginės ir pajablonskinės kalbininkų kartos atstovas, kuriam kartu su J. Balčikoniu ir nedideliu būreliu mokslo draugų, Vytauto Didžiojo universiteto auklėtinių, sudėtingais pokario laikais teko pareiga ir atsakomybė ugdyti gimtąją kalbą ir jos tyrinėtojus, tvarkyti kalbos tiriamuosius darbus ir pačiam našiai į juos įsitraukti, pagaliau rengti tautos gyvybei būtinus lietuvių kalbos ir literatūros mokytojus. Visus šiuos darbus J. Kruopas dirbo rimtai, atsidėjęs ir dorai. Į lietuvių mokslo istoriją jis įėjo kaip žymus senųjų raštų kalbos bei žodynų istorijos tyrinėtojas, kaip iškilus žodynininkas, kaip nuotokus bendrinės kalbos teikybininkas. Aiškios jo pėdos ir lietuvių terminologijos baruose.

Die terminologische Note erklang bereits in J. Kruopas erstem, 1935 in „Gimtoji kalba“ veröffentlichtem Artikel „Sprachpflege und unsere Gesellschaft“. Wenn J. Kruopas über das Sprachschaffen schrieb, erwähnte er neben den Schriftstellern (die damals beinahe den alleinigen Anspruch erhoben, die Sprache zu gestalten) auch „den einen oder anderen“ Fachterminologen (P. Avižonis, E. Draugelis, K. Grinius, St. Šalkauskis, J. Vidmantas) oder Sammler (J. Elisona)1. Dieser Ton

1 Žr. Kruopas J. Kalbos ugdymas ir mūsų visuomenė // Gimtoji kalba. 1935. Nr. 7. P. 98.

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verstummte in den vier Jahrzehnten, in denen J. Kruopas seine wissenschaftlichen Arbeiten schrieb und veröffentlichte, nicht mehr. Besonders verstärkte er sich jedoch ab 1951, als J. Kruopas zum Vorsitzenden der Terminologiekommission des Instituts für Litauische Sprache ernannt wurde (seit 1952 Institut für Litauische Sprache und Literatur); dieses Ehrenamt übte er bis 1972 aus, als an die Stelle der Kommission der Terminologierat beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften trat. Auch stellvertretender Vorsitzender dieses Rates war J. Kruopas bis zu seinem Tod. Somit leitete J. Kruopas etwa fünfundzwanzig Jahre lang die in Litauen geleistete terminologische Arbeit und wirkte selbst daran mit. Während der gesamten Zeit stand er mitten im organisatorischen Zentrum der Terminologiearbeit: Er regte Fachleute verschiedener Bereiche, insbesondere Wissenschaftler der Institute der Akademie der Wissenschaften, dazu an, die Fachterminologie zu ordnen und Terminologiewörterbücher oder -bulletins vorzubereiten; er setzte sich dafür ein, dass Terminologiearbeit in die Pläne aller wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen aufgenommen und dort systematisch betrieben wurde.

Damit die terminologische Arbeit in Litauen leistungsfähiger und zielgerichteter vorankomme, schrieb J. Kruopas 1953: „Bislang gibt es in unserer Republik kein Organ, das die gesamte terminologische Arbeit koordinieren und leiten würde. Es versteht sich von selbst, dass eine dreiköpfige Terminologiekommission, die am Institut für Litauische Sprache und Literatur tätig ist, diese Aufgaben nicht erfüllen kann: Sie prüft unter sprachlichem Gesichtspunkt die von den einzelnen Instituten der Akademie der Wissenschaften vorgelegten Termini und berät verschiedene Einrichtungen, Betriebe und Organisationen mündlich und schriftlich. Zusammensetzung, Aufgabenbereich und Zuständigkeit dieser Kommission erlauben es nicht, die Terminologiearbeit auf republikanischer Ebene zu organisieren und weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck sollte nach dem Vorbild anderer Sowjetrepubliken eine republikanische Hauptterminologiekommission eingerichtet werden, die einzelne wissenschaftliche Einrichtungen, Betriebe und Organisationen verpflichten könnte, zur Ordnung der Terminologie ihres Fachgebiets beizutragen, die die Terminologiearbeit der einzelnen wissenschaftlichen Einrichtungen, Institute, Verlage usw. koordinieren würde und deren beschlossene Termini für alle verbindlich wären“, fügte er hinzu; den der Hauptterminologiekommission unterstellten Fachterminologiekommissionen sollte zufolge seine Auffassung an den Instituten der Akademie der Wissenschaften oder an Hochschulen tätig sein2. Obwohl die hier geäußerten

2 Kruopas J. Dėl terminologijos darbo išvystymo ir pagerinimo // „Tiesa“. 1953, sausio 11.

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Gedanken zur Organisation der Terminologiearbeit nicht verwirklicht wurden, nahm die Terminologiearbeit selbst seit Beginn der fünfziger Jahre dennoch merklich an Fahrt auf. Es wurde eine Vielzahl von Terminologiewörterbüchern aus verschiedenen Fachgebieten erarbeitet und veröffentlicht; aktive Fachterminologiekommissionen wurden wiederbelebt oder neu gebildet. Einige von ihnen, etwa die für Botanik und Physik, arbeiten bereits seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich. Die von J. Kruopas geleitete Terminologiekommission prüfte A. Žiurlis „Wörterbuch juristischer Termini“ (1954), das von I. Kisin zusammengestellte erste Heft der „Bibliothekarischen und bibliografischen Terminologie“ (1956), V. Gudelis „Wörterbuch der geologischen und physischen-geografischen Termini“ (1956), das von P. Brazdžiūnas herausgegebene „Wörterbuch der physikalischen Termini“ (1958), das vom Fachkollektiv des Instituts für Körperkultur erarbeitete „Wörterbuch sportlicher Termini“ (1959), J. Čeičys „Wörterbuch der Meliorationstermini“ (1960), K. Daukšas „Chemiewörterbuch“ (1960), den ersten Teil des „Erklärenden Wörterbuchs der Textiltermini“ von A. Jurevičius und A. Čižas (1962), das vom Kollektiv unter Leitung von J. Dagys erarbeitete „Wörterbuch botanischer Termini“ (1965), das von den unter Leitung von K. Meškauskas stehenden Wirtschaftswissenschaftlern zusammengestellte „Russisch-litauische Wörterbuch wirtschaftlicher Termini“ (1966), B. Augustins, P. Danisevičius’ und K. Miecevičius’ „Kurzes Handbuch für Kriminalisten“ (1970) sowie das „Russisch-litauisch-englische Wörterbuch der Rechentechniktermini“ von V. Kairys, A. Kaminskas, Z. Kudirka, R. Kundrotienė, M. Lipšicas, A. Mačernius, J. Norkus, J. Riaubūnas, J. Stanatys, B. Stulpinas und A. Šliavas (1971). Die Verfasser oder Herausgeber fast all dieser Wörterbücher dankten in ihren Vorworten herzlich unter anderem J. Kruopas für seine Beratung, seine Ratschläge oder seine Teilnahme an der Erörterung der Termini. J. Kruopas half außerdem bei der Vorbereitung von S. Gecevičiūtės „Erläuterungen zoologischer Termini“ (1974), M. Mikalajūnas’ „Russisch-litauischem Wörterbuch meteorologischer Termini“ (1975) und V. Astrauskas’, S. Bizulevičius’, S. Pavilionis’, A. Vaitilavičius’ und A. Vileišis’ „Wörterbuch medizinischer Termini“ (1980); er unterstützte die Terminologiekommission des Instituts für Energietechnik und Elektrotechnik der Akademie der Wissenschaften, die in den sechziger Jahren eine Reihe von Bulletins zu technischen Termini herausgab, und förderte weitere Arbeiten zur terminologischen Ordnung.

Mit seiner Begeisterung, seiner Schwungkraft, seiner Lebhaftigkeit, seiner Kontaktfreudigkeit, seiner Heiterkeit und seinem ansteckenden Lachen zog J. Kruopas die Menschen in seinen Bann. Fachleute aus verschiedenen Bereichen besuchten J. Kruopas häufig oder riefen ihn an,

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und um Rat oder auch um das entscheidende Wort zu verwendeten oder fehlenden Termini baten. Heute könnte wohl kaum jemand feststellen, wem J. Kruopas wie viele und welche Termini selbst vorgeschlagen hat; doch hat er vermutlich dem größten Teil der Termini zugestimmt, die in die von der Terminologiekommission unter seiner Leitung beratenen Terminologiewörterbücher und Bulletins aufgenommen wurden und in zahlreichen Lehrbüchern, Monografien und anderen Veröffentlichungen verschiedener Fachgebiete verwendet werden, deren Verfasser – Wissenschaftler oder Verlagsredakteure – sich an ihn wandten. Nicht wenige dieser Wissenschaftler stützten sich bei ihrer Arbeit ernsthaft auf die terminologische Ordnungsarbeit. Bedeutende terminologische Arbeit leisteten der Physiker P. Brazdžiūnas, der Botaniker J. Dagys, der Geograf V. Gudelis und andere.

Da J. Kruopas wusste, wie wichtig es für den Gebrauch der Gemeinsprache ist, die wichtigsten Termini der verschiedenen Fachgebiete in allgemeinen Sprachwörterbüchern angemessen wiederzugeben, zog er eine Gruppe namhafter Fachleute hinzu, die mit ihrem Rat bei der Erstellung des grundlegenden Werkes zur Erschließung des Wortschatzes der Gemeinsprache helfen sollten – des „Wörterbuchs der heutigen litauischen Sprache“, dessen erste Ausgabe 1954 erschien. Im Wörterbuch wird dem Physiker P. Brazdžiūnas, dem Juristen J. Bulavas, dem Mediziner S. Biziulevičius, dem Chemiker K. Daukšas, dem Historiker J. Jurginis, dem Lexikografen Ch. Lemchenas, dem Oberst V. Lunys, dem Biologen J. Maciukas, dem Ingenieur A. Novodvorskis, dem Astronomen P. Slavėnas, dem Arzt J. Vaitilavičius, dem Mathematiker G. Žilinskas, dem Juristen A. Žiurlys und anderen gedankt. So entstanden dank J. Kruopas’ Bemühungen Beziehungen zwischen Sprachwissenschaftlern und Fachleuten anderer Gebiete, die für beide Seiten wichtig und nützlich waren. Übrigens kam diese harmonische Zusammenarbeit der litauischen Sprache selbst am meisten zugute.

J. Kruopas war ein geschickter Mensch, ein guter und kreativer Organisator, der es verstand, Menschen für die Arbeit zu gewinnen und sie zu inspirieren. Er unterstützte kontinuierlich die Arbeit der Fachterminologiekommissionen und nahm, soweit es ihm möglich war, selbst an ihren Sitzungen teil. Er organisierte landesweite Terminologietagungen und bemühte sich, die terminologische Arbeit in allen wissenschaftlichen Einrichtungen in Gang zu bringen und institutionell zu verankern. Wiederholt erklärte er, dass die terminologische Arbeit in jeder wissenschaftlichen Einrichtung als integraler Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit gelten müsse und dass dafür sowohl Mitarbeiter als auch andere notwendige Ressourcen bereitgestellt werden müssten. Diese Auffassung erscheint völlig richtig. Terminologie ist schließlich für die wissenschaftliche Arbeit unerlässlich; sie muss nach wissenschaftlichen Grundsätzen geschaffen und gepflegt werden.

Menschen entscheiden über den Erfolg der Arbeit. Doch jede Arbeit erfordert eine gewisse Vorbereitung. Es ist unmöglich, Terminologie zu ordnen, ohne

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Sachkenntnis und ohne ausreichende sprachliche Bildung und Sprachgefühl. Das Wesen terminologischer Arbeit besteht in der Erschließung der Fachsprache. Die Termini eines beliebigen Fachgebiets können daher nur ausgezeichnete Fachleute mit breiter Bildung und weitem Horizont gemeinsam mit entsprechend ausgebildeten Sprachwissenschaftlern angemessen ordnen. Gemeinsam, denn Fachleuten fehlt gewöhnlich die für diese Arbeit erforderliche sprachliche Bildung und schließlich auch die Erfahrung darin, während Sprachwissenschaftlern die Kenntnis der Spezialgebiete fehlt. Erst im Laufe längerer gemeinsamer Arbeit machen beide Seiten beträchtliche Fortschritte. J. Kruopas vertrat in dieser Hinsicht die früher verbreitete, aber auch heute noch lebendige Auffassung, dass in Terminologiekommissionen Fachleute aus den jeweiligen Wissenschaftsgebieten mitarbeiten sollten, während Sprachwissenschaftler „mit sprachlicher Beratung beitragen“3. Doch wer die Arbeit nicht beherrscht und sich allein auf Beratung stützt, kann kein Haus oder keinen Anbau errichten. Schließlich genügt auch die Wissenschaft allein nicht. Sprachliches Schaffen erfordert, wie jedes andere schöpferische Tun, Talent und ein gutes Sprachgefühl. Nicht jeder gute Sprachwissenschaftler kann einen guten und geeigneten Terminus oder überhaupt ein gutes Wort bilden. Andererseits ist der größte und natürlichste Teil des Sprachwortschatzes keineswegs von Sprachwissenschaftlern, anderen Fachleuten oder Schriftstellern geschaffen worden, sondern gleichsam von selbst von einfachen Menschen, die ihre Muttersprache bis in die Tiefe empfanden. Es liegt also auf der Hand, dass auch jene im Unrecht sind, die von den Sprachwissenschaftlern lediglich Termini verlangen, um sie anschließend selbst zu verwenden. Die Sprache wird von der Gesellschaft geschaffen. Sie feilt auch an den Ausdrucksmitteln der Sprache, präzisiert sie und verändert sie allmählich. Dabei darf jedoch nicht aus dem Blick geraten, dass Gemeinsprachen überwiegend bewusst geschaffen, entwickelt und geordnet werden. Deshalb braucht es hier unbedingt die Fähigkeit, sprachliche Arbeit zu ordnen und zu leisten – auch die terminologische.

J. Kruopas kümmerte sich um die Ausbildung professioneller Sprachwissenschaftler für die Terminologie. Neben den erfahrenen Sprachwissenschaftlern und Mitgliedern der Terminologiekommission des Instituts, N. Grigas und A. Kučinskaitė, arbeiteten unter seiner Leitung unterschiedlich lange an terminologischen Aufgaben die jungen A. Balašaitis, V. Bartusevičius, V. Labutis, T. Valiuvienė und andere. Von ihnen widmeten K. Gaivenis sowie später Ang. Kaulakienė und J. Klimavičius, die in ihre Fußstapfen traten, ihr ganzes Leben den niemals abgeschlossenen terminologischen Aufgaben. Auch den Verfasser dieser Zeilen, der gerade sein Studium an der Universität Vilnius abgeschlossen hatte, nahm J. Kruopas

Ebenda.3

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mit ins Institut für litauische Sprache und Literatur, damit er dort terminologische Arbeit leiste. Diese Aufnahme erwies sich als folgenschwer: Einige Jahre später schlug der unvergessliche Betreuer V. Urbutis dem inzwischen in die Aspirantur der Universität Vilnius eingetretenen Verfasser ein Dissertationsthema zur Terminusbildung vor. Und wiederum einige Jahrzehnte später wurde er von J. Kruopas zurückgerufen und musste für lange Zeit ans Institut für litauische Sprache und Literatur zurückkehren, um lexikografische und terminologische Arbeit zu leisten; nach J. Kruopas’ Tod führte er einige seiner Arbeiten weiter. Damals gab es am Institut bereits die 1972 auf J. Kruopas’ Initiative gegründete Terminologiegruppe. In ihr arbeiteten alle drei genannten Mitarbeiter; geleitet wurde sie von K. Gaivenis und dem Leiter der Wörterbuchabteilung, J. Kruopas. Unter seiner Betreuung verfassten und verteidigten A. Balašaitis („Die Geschichte der Termini der litauischen Sprachwissenschaft“, 1961) und K. Gaivenis („Zusammengesetzte Termini in der heutigen litauischen Sprache“, 1969) ihre Dissertationen zum Kandidaten der philologischen Wissenschaften; J. Klimavičius absolvierte die Aspirantur. Themen für künftige terminologische Dissertationen wurden gesammelt.

Man darf nicht außer Acht lassen, dass J. Kruopas sehr daran gelegen war, nicht nur praktische terminologische Arbeit zu leisten, sondern auch Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet durchzuführen. Er ermunterte jüngere wissenschaftliche Mitarbeiter, aktuelle Fragen zu untersuchen und Artikel zu schreiben, schlug Themen vor, gab bereitwillig Ratschläge und half mitunter selbst als Mitautor mit. Seine fachliche und persönliche Unterstützung haben alle Terminologen der älteren und mittleren Generation Litauens erfahren. Genau genommen galt das nicht nur für Terminologen, sondern wohl für viele Wissenschaftler und Studierende, denen J. Kruopas auf ihrem Lebensweg begegnete und die insbesondere mit ihm gemeinsame Angelegenheiten hatten. Mit der Ausweitung der Terminologieforschung und der zunehmenden Erfahrung der Forschenden begann man, Publikationen zu terminologischen Themen herauszugeben. Zu Beginn der siebziger Jahre veröffentlichte das Institut für litauische Sprache und Literatur beinahe jährlich die „Anleitung zur Erstellung einer Kartei von Terminologiewörterbüchern“ (1972), ein der Terminologie gewidmetes Heft der „Sprachpflege“ (Heft 25. Vilnius, 1973) sowie einen Band der „Fragen der litauischen Sprachwissenschaft“ (Bd. 16: Litauische Terminologie. Vilnius, 1975). Aus dem Russischen wurde außerdem das vom Komitee für Wissenschafts- und Technikterminologie der Akademie der Wissenschaften der TSRS verfasste Methodenheft „Terminologische Arbeit“ übersetzt und herausgegeben (übersetzt von A. Kaulakienė. Vilnius, 1973).

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Terminologische Fragen griff J. Kruopas, so kann man sagen, ständig auf und vertiefte sie nicht selten in seinen eigenen wissenschaftlichen Aufsätzen sowie in den in der allgemeinen Presse (Zeitungen, Zeitschriften) veröffentlichten Artikeln. Einige Mitarbeiter der Terminologiearbeit erwähnte er, wie gesagt, in seinem ersten Aufsatz „Sprachpflege und unsere Gesellschaft“, der vor dem Krieg in „Gimtoji kalba“ erschien. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in einer zum 400. Jahrestag des ersten gedruckten litauischen Buches verfassten Studie „Slawische Lehnwörter im Schrifttum des M. Mažvydas“ auch terminologische Fragen kurz berührt. Nachdem Kruopas festgestellt hatte, dass Mažvydas, Vilentas, Bretkūnas und andere frühe Schrifttumschaffende „neue, schwierige Wege bahnen mussten, als sie die litauische Schriftsprache schufen und formten“, zählte er anschließend „schwer zu lösende Aufgaben“ auf, die sich ihnen stellen konnten und mussten. Die erste dieser Aufgaben war die „Herausbildung einer Terminologie zur Bezeichnung der neuen Religion, des Christentums und überhaupt abstrakter Begriffe“⁴. Anschließend richtete sich der Blick auf die Quellen religiöser Termini – ein Teil wurde aus anderen Sprachen entlehnt (bažnyčia, kryžius, altorius u. a.), ein Teil aus dem Heidentum übernommen und mit neuer Bedeutung versehen (dievas, šventas, dangus u. a.) – und es wurde der wirklich interessante Gedanke geäußert, dass „die Frage aufgeworfen werden kann, welche Folgen der Zusammenstoß zweier Kulte, das Verschwinden des Heidentums und die Durchsetzung des Christentums in der litauischen Sprache hatten“⁵. Die Frage nach der Herausbildung der christlichen und überhaupt der litauischen Terminologie wurde auch in einem Aufsatz über die Varianten des Katechismus von M. Daukša⁶ sowie in J. Kruopas’ umfangreichstem Werk, „Das Lexikon des Katechismus von Merkelis Petkevičius aus dem Jahr 1598“, behandelt-

4 K r u o p a s J. Slawische Lehnwörter im Schrifttum des M. Mažvydas // Senoji lietuviška knyga. K., 1947. S. 220. Dieser Gedanke wurde auch in dem einige Jahre später veröffentlichten Studienaufsatz „Lexikalische Parallelismen in der Sprache des Daukša-Katechismus (1595)“ wiederholt (siehe Lietuvių kalbotyros klausimai. V., 1960. Bd. 3. S. 223), woraus zu schließen ist, dass J. Kruopas davon offenbar fest überzeugt war. Es ist jedoch schwer zu glauben, dass das Christentum anderthalb oder gar zwei Jahrhunderte lang auf litauischem Boden ohne litauische Termini hätte bestehen können (Näheres siehe im Aufsatz des Verfassers „Überblick über die Entwicklung der litauischen Terminologie (bis 1940)“ // Kalbotyra. V., 1967. Bd. 18. S. 6–7).

5 Ebenda. S. 253.

6 Siehe K r u o p a s J. Lexikalische Parallelismen in der Sprache des Daukša-Katechismus (1595). S. 243, 245, 254.

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je“7. Somit würdigte J. Kruopas die Bedeutung aller drei im 16. Jahrhundert erschienenen litauischen Katechismen für die Geschichte der litauischen Terminologie. J. Kruopas veröffentlichte eine Reihe von Aufsätzen über die lexikografischen Arbeiten von Kulturträgern des 19. Jahrhunderts. Diese Aufsätze behandeln Wörterbücher und einzelne andere Arbeiten, die von M. Akelaitis (1829–1887), S. Daukantas (1793–1864), L. Ivinskis (1810–1881), A. Kašarauskas (1821–1882), J. Miliauskas (Miglovara, 1845–1937), D. Sutkevičius (1782–1849) und anderen zusammengestellt wurden. Der Aufsatz dieses Themenkomplexes über die Terminologiewörterbücher und -listen von K. Drąsutavičius (Drąsutis, etwa 1850 – etwa 1905) sollte J. Kruopas’ Veröffentlichungsverzeichnis abschließen. Der Sprachwissenschaftler erlebte dessen Drucklegung nicht mehr – der sechzehnte Band von „Lietuvių kalbotyros klausimai“ („Litauische Terminologie“) erschien wenige Monate nach dem Tod von J. Kruopas, dem Initiator und verantwortlichen Herausgeber dieses Buches. In einigen der genannten Aufsätze wurden die in diesen Wörterbüchern und anderen Arbeiten enthaltenen Termini stellenweise etwas eingehender untersucht oder zumindest erwähnt. So heißt es etwa im Aufsatz „M. Akelaitis als Lexikograf“, dass die „lexikografische Tätigkeit dieses Mannes sich nicht nur in den Bemühungen äußerte, ein vergleichendes und zwei zweisprachige Wörterbücher zusammenzustellen, sondern auch im Sammeln vielfältigen terminologischen Materials und im Bilden neuer Termini, im Eintragen litauischer Termini in den polnischen Text einer Grammatik der litauischen Sprache, in Worterklärungen und in anderen kleineren Bemerkungen“8. Ebenda wurde ein 20-seitiges handschriftliches Verzeichnis behandelt, das J. A. Pabrėža abgeschrieben, jedoch in die Hochlitauische Mundart übertragen hatte: „Rodykle wardų sawiszkųjų, kaip kores augimes wadina Žemajti˛ai“; es enthält 580 litauische Pflanzennamen mit ihren lateinischen Entsprechungen. Hier sind auch von M. Akelaitis verwendete sprachwissenschaftliche Termini aufgeführt und seine Bemerkung zum Begriff „Wörterbuch“ zitiert: „Wadinu „Žodinas“, ne Žodinis, kajp nor Walleniawicze [Valiūnas] ir Ivinskis; nes sakom – karklis, karklinas, puszis, puszinas: už tataj ir žodis – žodinas“9. Da-

7 Siehe K r u o p a s J. Das Lexikon des Katechismus von Merkelis Petkevičius aus dem Jahr 1598 // Lietuvių kalbotyros klausimai. Bd. 12: Iš lietuvių leksikologijos ir leksikografijos. V., 1970. S. 144 ff.

8 K r u o p a s J. M. Akelaitis als Lexikograf // Lietuvių kalbotyros klausimai. Bd. 12: Iš lietuvių leksikologijos ir leksikografijos. V., 1970. S. 172.

9 Ebenda. S. 173.

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Erwähnt wird auch M. Akelaitis’ kleine Arbeit „Apej garus“, in der mehr als hundert Bezeichnungen für Lokomotivteile gefunden wurden, die, wie J. Kruopas sagte, größtenteils aus der Volkssprache übernommen waren; M. Akelaitis selbst gilt als Begründer der litauischen Fachterminologie10. Übrigens veröffentlichte J. Kruopas über diese Arbeit gemeinsam mit L. Gastila und A. Žitkutė in der Zeitschrift „Mokslas ir technika“ (1969, Nr. 11) auch einen eigenen Artikel mit dem Titel „Der Begründer der technischen Literatur und Terminologie“. Allgemeine Fragen zur Entwicklung der litauischen Terminologie, zu ihrem Zustand sowie Übersichten über die geleistete und laufende Arbeit legte J. Kruopas auf wissenschaftlichen Konferenzen und Besprechungen dar. Er nahm auch an der damals berühmten, 1959 in Moskau vom Sprachwissenschaftlichen Institut der Akademie der Wissenschaften der UdSSR einberufenen unionsweiten Besprechung teil und sprach dort über Fragen der Terminologiebildung sowie der Verbesserung von Rechtschreibung und Alphabeten. In der Eröffnungsrede dieser Besprechung stellte der einflussreichste russische Sprachwissenschaftler jener Zeit, V. Vinogradov, neben anderem das Prinzip möglichst geringer Unterschiede zwischen der internationalen Terminologie in den Gemeinsprachen der Völker der UdSSR und den auf der Grundlage russischer Lehnwörter neu geschaffenen Termini auf, das später bei vielen Gelegenheiten wiederholt erörtert wurde (dieses Prinzip wurde auch in die im Namen der Besprechung angenommenen Empfehlungen aufgenommen)11. Bei der Besprechung sprachen A. Balašaitis, J. Kruopas und Ch. Lemchenas über die Belange der litauischen Terminologie. Sie gingen auf V. Vinogradovs Prinzip nicht ein. J. Kruopas gab einen Überblick über die in Litauen geleistete terminologische Arbeit, erwähnte die Rolle der Terminologiekommission des Instituts für Litauische Sprache und Literatur sowie deren Anleitung zur Sammlung, Katalogisierung und Erläuterung von Termini und ging auf die Frage der Quellen der Terminologie ein. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er, dass es im Litauischen viele nebeneinander bestehende internationale und litauische Termini gebe und man daran festhalte, eine solche Synonymie nicht zu beseitigen12. Wie jede andere kann auch diese Haltung unterschiedlich, ja sogar gegensätzlich (sowohl zustimmend als auch ablehnend) bewertet werden; doch scheint offensichtlich, dass damit eine nüchterne Auffassung von den Grundlagen und dem Zustand der Terminologie zum Ausdruck kam, die eine maßvolle Politik der Terminologiepflege und der Sprachpflege im Allgemeinen widerspiegelte. Anno-

10 Ebenda. S. 173 und 162.

11 Siehe Вопросы терминологии (Материалы Всесоюзного терминологического совещания). Москва, 1961. С. 10, 227.

12 Ebenda. S. 212.

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Doch könnte dies eine Antwort auf die eifrigen Internationalisierer der Terminologie gewesen sein; und wer weiß, vielleicht auch der Wunsch, die Folgen einer künftigen Anwendung des soeben verkündeten und von manchem enthusiastisch unterstützten „Prinzips der geringstmöglichen Unterschiede“ abzumildern. Auch heute ist J. Kruopas’ Auffassung noch wichtig, denn es gibt keineswegs weniger Bestrebungen, die Fachsprache zu internationalisieren und an andere (wenn auch an Sprachen der anderen Seite der Welt) anzugleichen.

Der Zustand der litauischen Terminologie, die Lücken und Schwierigkeiten dieser Arbeit sowie die Arten der veröffentlichten Terminologiewörterbücher wurden im gemeinsamen Referat von J. Kruopas und K. Gaivenis „Terminologiearbeit und die Erstellung von Terminologiewörterbüchern in der Litauischen SSR“ erörtert, das 1969 bei einer interrepublikanischen Zusammenkunft der baltischen Terminologen in Riga vorgetragen wurde. Unter anderem wurde dort betont, dass die wichtigste Quelle für die Schaffung und Erweiterung der litauischen Terminologie die Volkssprache, die Dialekte und allgemein der Wortschatz sowie die Wortbildung des Litauischen seien13. Die Lage und die Perspektiven der Terminologiearbeit beleuchteten dieselben Sprachwissenschaftler auch in einem Referat, das bei der 1972 vom Terminologierat beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften und vom Institut für Litauische Sprache und Literatur veranstalteten republikanischen Terminologietagung vorgetragen wurde.

Seit Beginn der fünfziger Jahre veröffentlichte J. Kruopas in Zeitschriften, Zeitungen und Publikationen zur Sprachpflege mehrere Artikel und kleinere Beiträge, in denen er einzelne Termini oder Gruppen von Termini behandelte. Dazu zählen seine Beiträge „Wie lässt sich восприятие ins Litauische übersetzen?“ („Tarybinė mokykla“, 1952, Nr. 1), „Ist ein Hektar keine Fläche?“ („Žemės ūkis“, 1966, Nr. 5), „Zum Gebrauch des Wortes „reisas““ („Žemės ūkis“, 1966, Nr. 6), „Zu einigen Metallbezeichnungen“ („Mokslas ir technika“, 1971, Nr. 5), „Schieben wir keine unnötigen Wörter in die Sprache ein“ („Mokslas ir gyvenimas“, 1973, Nr. 7), der gemeinsam mit Ang. Kaulakienė verfasste Beitrag „Zur Differenzierung von Adjektivabstrakta mit dem Suffix -umas und den Endungen -is, -a in der Terminologie“ („Kalbos kultūra“, 1971, Heft 21) und weitere. In einigen seiner Artikel dieser Art finden sich unbegründete Behauptungen; mitunter hielt er aus Nachsicht Dinge, die andere ohnehin

13 I. R. Kruopas, K. B. Gaivenis. Terminologische Arbeit und Erstellung terminologischer Wörterbücher in der Litauischen SSR // Fragen der Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Terminologie. Riga, 1973. S. 24, 27.

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weitgehend einheitlich korrigierter Sachverhalte. Etwas mehr Ungenauigkeiten, stellenweise sogar Verzerrungen, finden sich in den polemischen Artikeln von J. Kruopas. So wurde in dem Artikel „Die Wirklichkeit und... umhergeisternde Gespenster“ („Tėvynės balsas“, 1965, Nr. 22), in der Auseinandersetzung mit den nicht ganz zutreffenden Aussagen von A. Salys zum Zustand der litauischen Terminologie im Artikel „Terminologie“ der „Lietuvių enciklopedija“, beinahe die offensichtliche Einflussnahme des Russischen auf die litauische Terminologie insgesamt geleugnet. Dabei hat J. Kruopas diesen Einfluss bei anderen Gelegenheiten in seinen Artikeln selbst wiederholt hervorgehoben14.

Im Allgemeinen ließ J. Kruopas keine wichtigere oder bedeutsamere Veröffentlichung und kein Ereignis aus den Bereichen Sprachpraxis und Terminologie unbeachtet. Das 1965 erschienene „Botanikos terminų žodynas“ schätzte er wohl besonders; als einzigem terminologischen Wörterbuch widmete er ihm sogar zwei Artikel – „Ein bedeutender Beitrag der Botaniker zur Terminologie“ („Tiesa“, 1966, 23. März) und „Botanikos terminų žodynas“ („Žemės ūkis“, 1966, Nr. 5).

Die terminologischen Anliegen ließen J. Kruopas, könnte man sagen, niemals los. Ob er ein Buch rezensierte, der Öffentlichkeit einen neuen Band des „Lietuvių kalbos žodynas“ vorstellte oder Fragen der Gegenwartssprache beziehungsweise ihrer Geschichte behandelte – stets erwähnte er zumindest kurz, weshalb diese Veröffentlichungen oder Themen für die litauische Terminologie wichtig und nützlich waren. So schrieb J. Kruopas 1948 bei der Besprechung des zweiten Bandes des „Lietuvių kalbos žodynas“: „Ohne ein Wörterbuch werden auch die Schöpfer und Bearbeiter der Terminologie einzelner Fachgebiete keinesfalls auskommen können. Viele Termini werden sie ohne jede Änderung aus dem Wörterbuch übernehmen; manche werden sie leicht selbst bilden können, indem sie Wörter, deren Bedeutung den zu bezeichnenden Begriffen am nächsten kommt, entweder verengen, erweitern oder übertragen,“

14 Auch der Verfasser dieser Zeilen wurde offenbar missverstanden und erhielt deshalb in dem Artikel „Internationale Wörter in der Bildung zusammengesetzter Termini“ („Tiesa“, 1967, 9. September) eine Rüge von J. Kruopas. Andererseits wurde ein Jahr später in einer gemeinsamen Stellungnahme von J. Kruopas und K. Gaivenis die vom Verfasser verteidigte Dissertation zur Erlangung des Kandidatengrades sehr positiv bewertet – als „erste umfangreichere wissenschaftliche Arbeit zur gegenwärtigen litauischen Terminologie“. In der Stellungnahme wurde auch Zweifel an der „bildungsbezogenen Interpretation zusammengesetzter Termini des Strukturtyps ‚internationales Element + litauisches Wort‘“ geäußert; dieser Zweifel wurde jedoch als nebensächlich bezeichnet. Damit war dieser Streit damals beendet.

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ihre Bedeutung und passen so das Wörterbuchmaterial dem eigenen Fachgebiet an. Die Pflege und Schaffung der Fachterminologie gehört zu unseren aktuellsten Aufgaben der Sprachkultur und darf nicht aufgeschoben werden. Das Wörterbuch ist dafür die wichtigste Quelle. Jeder wird daraus das Beste und Angemessenste auswählen. Wer aufmerksam sucht, wird sich auch nicht allzu sehr über einen Mangel an Wörtern zur Bezeichnung abstrakter Begriffe beklagen müssen. Solche Wörter finden sich ebenfalls oder lassen sich leicht aus dem vorgelegten Material bilden. Hier einige aus dem Wörterbuch entnommene, eigene und verständliche Wörter, die als Termini für bestimmte Zwecke geeignet sein könnten, zum Beispiel: nespėga (von nespėti) – Zeitmangel, „Zeitnot“; palydija – „Gefolge“; kloja – Zeit des Flachslegens; slinkis – „Butterbrot“; maigūnas – „Taptschan“; deglas – Fackel; esnos – Unterkieferdrüse; įdaras – Füllung und so weiter.15. Den „Lietuvių kalbos žodynas“ schätzte er besonders und stellte ihn immer wieder als unerschöpfliche, wichtigste Fundgrube litauischer Termini heraus. Andererseits befürwortete J. Kruopas eine maßvolle Aufnahme von Termini in das normierende Wörterbuch der Gemeinsprache16.

J. Kruopas leistete sowohl auf dem Gebiet der allgemeinen als auch der Fachlexikografie wirklich viel. Hier hatte er große Erfahrung gesammelt und blieb zugleich stets schöpferisch. Unter seiner Aufsicht und Leitung entwickelten sich die litauische Lexikografie und Terminografie erheblich weiter und reiften. Am Ende seines Lebens stellte er neue, anspruchsvolle Aufgaben für die Erstellung von Terminologiewörterbüchern, indem er schrieb: „Bislang bestand unsere Arbeit an der Pflege der Terminologie hauptsächlich in der Erfassung von Termini sowie in der Vorbereitung und Veröffentlichung zweisprachiger Terminologiewörterbücher einzelner Fachgebiete. Die meisten veröffentlichten Wörterbücher sind jedoch klein; sie enthalten keine Erläuterungen der Termini, und einigen fehlen die erforderlichen Register und Ähnliches. Nun steht die Aufgabe an, von der Erfassung der Termini zur Ausarbeitung von Terminologiesystemen und Definitionen überzugehen und umfangreiche, systematische, erläuternde Terminologiewörterbücher zu erstellen“17. Als Verfasser von Artikeln und als beratender Redakteur wirkte J. Kruopas an „Mažo-

15 Kruopas J. Lietuvių kalbos žodynas // „Tarybinė mokykla“. 1948. Nr. 12. P. 45.

16 Žr. Kruopas J. Koks turėtų būti literatūrinės kalbos žodynas // „Literatūra ir menas“. 1968, spalio 19.

17 Kruopas J. Daugiau dėmesio terminologijai // „Tiesa“. 1972, balandžio 20.

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sios lietuviškosios tarybinės enciklopedijos“ (1966–1971) rengimo, talkino „Lietuviškosios tarybinės enciklopedijos“ (1976–1985) rengimo pradiniame tarpsnyje. Būdamas gyvo būdo ir veiklus žmogus, jis gebėjo suspėti turbūt visur, kur kildavo terminologijos klausimų ir kur reikėjo jo paramos ir svaraus žodžio.

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J. Kruopas veikla terminologijos srityje buvo plati ir įvairiapusė, energinga ir išmintinga. Remdamasis tarpukario Lietuvos šios srities darbo tradicijomis (beje, J. Balčikonio parengti J. Jablonskio „Raštai“, visas ano meto „Gimtosios kalbos“ komplektas, daugelis kitų svarbių leidinių, taip pat trečiojo ir ketvirtojo dešimtmečių žurnalo „Logos“ numeriai, kuriuose buvo išspausdinti St. Šalkauskio terminologijos darbai, visą laiką buvo J. Kruopo darbo kambaryje institute, tad jaunieji terminologai galėjo juos bet kada studijuoti), J. Kruopas, dirbdamas petys į petį su anuomet išugdytais ir jaunosios kartos įvairių sričių specialistais, mokslo bei technikos darbuotojais, svariai prisidėjo prie to, kad sunkiais pokario metais ir vėliau terminologijos darbas būtų našiai tęsiamas ir kreiptųsi tinkama linkme. Šių darbų vertė didelė, o J. Kruopo ir jo bendražygių indėlis į mūsų terminologijos raidą jaučiamas ir šiandien. Galima drąsiai teigti, kad šis šviesus, kuklus, itin inteligentiškas žmogus, žymus lietuvių kalbos istorikas ir žodynininkas, buvo didžiausias šeštojo, septintojo ir aštuntojo dešimtmečių lietuvių terminologijos autoritetas.

Im genannten Artikel „Kalbos ugdymas ir mūsų visuomenė“ schrieb der junge J. Kruopas: „Wir müssen verstehen, dass die Sprache das Band eines Volkes, der Ausdruck seiner Seele und sein höchster kultureller und sozialer Wert ist, ohne den ein Fortschritt des gesellschaftlichen Lebens unmöglich ist. Wir müssen uns bewusst machen, wie wichtig es ist, dass die Sprache rein, schön und vollkommen ist, und dass wir alle zur Pflege der Sprache beitragen müssen, denn Sprache entsteht und wächst nur in der Gesellschaft“18. Mit seinen Arbeiten und seinem Wirken trug auch er

18 K r u o p a s J. Kalbos ugdymas ir mūsų visuomenė // Gimtoji kalba. 1935. Nr. 7. P. 99.

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Er selbst trug wesentlich zur Herausbildung und Weiterentwicklung der Standardsprache bei und zog andere für diese Arbeit hinzu. Damit setzte J. Kruopas sich ein ewiges, wahrhaft „stärker als Kupfer“ dauerhaftes Denkmal und wird im Gedächtnis des Volkes fortleben.

Eingegangen am 14.07.1998

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