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BEGINN DES WÖRTERBUCHS LITERARISCHER TERMINI

1995 veröffentlichte der Verlag „Baltų lankų“ das erste Heft des von Aleksandras Krasnovas zusammengestellten „Wörterbuchs literarischer Termini“, das den Begriffen einer Gattung – des Romans – gewidmet ist. Im Vorwort heißt es: „Baltos lankos“ haben sich vorgenommen, das Wörterbuch in thematischen Heften herauszugeben. Nach der Veröffentlichung einer Reihe von Heften, die die grundlegenden literarischen Begriffe umfassen, sollen diese zusammengeführt, ergänzt und als ein Buch gedruckt werden.“

Es sind zahlreiche Terminologiewörterbücher aus verschiedenen Fachgebieten erschienen, doch ein ähnliches Wörterbuch hatten wir im Litauischen bislang noch nicht (1961 erschien das von J. Vildžiūnas aus dem Russischen übersetzte „Wörterbuch der literaturwissenschaftlichen Termini“ von L. Timofejev und N. Vengrov, und 1962 das litauisch-russische „Wörterbuch literarischer Termini“, zusammengestellt von J. Petronis, V. Vanagas und A. Zalatorius). Daher ist das von den Initiatoren und Bearbeitern des litauischen „Wörterbuchs literarischer Termini“ gesteckte Ziel durchaus berechtigt. Auch die Bedeutung einer solchen Publikation steht außer Zweifel. Im Vorwort wird sie klar benannt: „Ein solches Wörterbuch wird für die Hochschulen und weiterführenden Schulen Litauens, für Schriftsteller und die Öffentlichkeit benötigt.“

Das erste Heft dieses enzyklopädischen erklärenden Wörterbuchs ist klein (nur 18 Seiten). Es besteht aus folgenden Teilen: Vorwort, Aufbau des Wörterbuchs und Register der litauischen Termini.

Das Heft enthält 57 Stichwörter, alphabetisch nach den Anfangsbuchstaben des ersten Wortes angeordnet. Sie erläutern nicht nur die Arten, Typen und Unterformen des Romans, sondern auch Begriffe wie Epos, Epik, epische Gattungen, Epopöe, Roman. Die Erläuterungen werden durch Romanbeispiele aus der Weltliteratur und der litauischen Literatur bereichert. Den meisten Artikeln ist ein Literaturverzeichnis beigefügt. Wäre es jedoch nicht zweckmäßiger gewesen, die verwendeten Quellen am Ende des Hefts alphabetisch aufzuführen (wie es im zweiten Heft des „Wörterbuchs literarischer Termini“ gemacht wurde), zumal einige Publikationen mehrfach genannt werden?

Bei einigen Termini (Epos, Epik, Epopöe, intellektueller Roman) wird die Herkunft erläutert und daneben werden Entsprechungen in anderen Sprachen angegeben (mit Ausnahme von intellektueller Roman). Bei der Erläuterung des Begriffs Amadisroman heißt es, es handle sich um einen spanischen Ritterroman, doch fehlen daneben Entsprechungen im Spanischen und in anderen Sprachen. Bei den Termini Versroman, Novellenroman sind nur russische Entsprechungen angegeben. Novellenroman-

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Beispiele werden nur aus der litauischen Literatur angeführt. Beim Terminus Räuberroman findet sich nur eine deutsche Entsprechung, während beim Terminus Radioproman keinerlei Entsprechungen angegeben sind.

Die meisten literarischen Termini im Heft sind litauisch. Es kommen jedoch auch solche in anderen Sprachen vor – Englisch, Deutsch und Französisch. Letztere werden als Stichwörter mit einem Verweis auf die litauischen Termini aufgeführt, zum Beispiel: college-novel ↑ Universitätsroman (S. 3), ich-roman ↑ Roman in der ersten Person (S. 8), kolportageroman ↑ Trivialroman (S. 9), roman à clef ↑ Schlüsselroman (S. 13), Zeitroman ↑ Zeitroman (S. 18).

Im Wörterbuch werden Synonyme durchaus berücksichtigt, wenn auch nicht viele, zum Beispiel: Künstlerroman ↑ Künstlerroman (S. 2), Abenteuerroman ↑ Abenteuerroman (S. 3), lyrischer Roman ↑ poetischer Roman (S. 10), pikaresker Roman ↑ Schelmenroman (S. 11), Feuilletonroman ↑ Zeitungsroman (S. 15).

Die Termini im Wörterbuch sind mit Akzentzeichen versehen. Vereinzelt finden sich auch Akzentuierungsfehler, zum Beispiel: gotiškasis romānas (=gotiškasis romanas, noch besser wäre jedoch gotikinis romānas) (S. 7) und Ähnliches. Wir würden vorschlagen, den Terminus Ritterroman (S. 13) durch riterių romānas zu ersetzen (siehe DŽ₃ riterių romānai) (vgl. im selben Wörterbuch: plėšikų, šelmių romānas), den Terminus vystymosi romānas (S. 18) durch brandós romānas. Anstelle des Terminus eiliuotas romānas wäre der Terminus eiliuotasis romānas besser geeignet, da es sich um einen Gattungsbegriff handelt; und anstelle des Terminus intelektualinis romānas – intelektinis romānas.

Im Wörterbuch wurden einige Druckfehler gefunden: Anzahl der Figuren (=veikėjų) (Art. Epik) (S. 6), Universalität kausaler Zusammenhänge (=neigiamas) (Art. Horrorroman) (S. 16).

Wie bekannt, werden erläuternde Wörter und Wendungen durch Kommas abgetrennt: „<...> die Welt an sich zu untersuchen, sei sinnlos, denn im traditionellen Roman verzerrt die vorgefasste Meinung und die Überzeugungen des Erzählers, d. h. des wahrnehmenden Subjekts, unausweichlich das Abbild der Welt (=vorgefasste Meinung und die Überzeugungen des Erzählers, d. h. des wahrnehmenden Subjekts) (Art. „Der neue Roman“) (S. 11).

Das zweite Heft des „Wörterbuchs literarischer Termini“, das der Verslehre gewidmet ist, erschien 1998. Es wurde von Prof. J. Girdzijauskas bearbeitet. Im Vorwort

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Es wird angegeben, dass „das Heft fast 600 theoretische Begriffe und Termini enthält, die vor allem die Versifizierung der europäischen Poesie beschreiben“. Dieses Heft ist wie das erste sehr schön erschienen. Am Ende des Hefts befinden sich ein Literaturverzeichnis und Abkürzungen. Unklar ist jedoch, warum kein Terminusregister vorhanden ist.

Die Publikation wurde wirklich sorgfältig erstellt; gefunden wurde nur ein einziger Korrekturfehler: silaboonikos (= silabotonikos) (S. Paroksitonas) (S. 41). Die Termini im Wörterbuch sind alphabetisch geordnet. Zu den Stichwörtern stehen in Klammern Entsprechungen im Englischen, Französischen, Deutschen, Russischen, Polnischen und gelegentlich im Spanischen und Italienischen. Bei den meisten Termini ist ihre Herkunft angegeben (meist aus dem Griechischen oder Lateinischen; einige Termini sind arabischen Ursprungs). Die Termini werden durch Beispiele illustriert; es gibt Beispielschema. Wie es im Vorwort heißt, „wurde die Erläuterung gesamteuropäischer (=allgemeineuropäischer – P. Z.) Termini um Daten zur litauischen Verslehre und litauische Beispiele ergänzt“. Der größere Teil der Wörterbuchtermini ist international. Die Termini sind mit Akzenten versehen. Einige sind jedoch nicht akzentuiert: balsių harmonija (= balsių harmonija) (S. 11), dipirichis (= dipirichis) (S. 16).

In einigen Artikeln mit Erläuterungen zu Termini finden sich Termini mit einem Verweis auf ↑, doch letztere fehlen im Wörterbuch. Im Artikel Eilių steht die Abkürzung vgl. eilėraštis, lyrika, poema, poezija; im Artikel karališkojo rimo steht Troilo strofa; im Artikel nario steht periodas, doch die Termini eilėraštis, lyrika, poema, poezija, Troilo strofa, periodas fehlen im Wörterbuch.

In diesem Heft finden sich wie im ersten fremdsprachige Stichwörter (englische, lateinische und französische) mit Verweisen auf litauische Entsprechungen: brevis brevians↑ Jambo sutrumpinimas (S. 12), cobla↑ kobla (S. 14), chronos protos↑ mora (S. 14), enjambement↑ perkėlimas (S.), rhyme royal↑ karališkasis rimas (S. 46), versus anacyclici↑ anaciklinės eilės (S. 61), versus cancrini↑ anaciklinės eilės (S. 61), versus memoriales↑ mnemonotechninės eilės (S. 61), versus politicus↑ politinės eilės (S. 61), versus recurrentes↑ palindromas (S. 61). Vielleicht sollte man auf die erstgenannten als Verweisstichwörter verzichten und nur die litauischen beibehalten, mit Angabe ihrer Herkunft: jambo sutrumpinimas (lat. brevis brevians) (S. 31), kobla (prov. Cobla) (S. 33), mora (lat. mora – Dauer, Zeitspanne) (S. 39), perkėlimas (frz. enjambement) (S. 43)

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(im Wörterbuch steht der Terminus anžambemanas (S. 8)), karališkasis rimas (engl. rhyme royal) (S. 32), anaciklinės eilės (lat. versus anacyclici, versus cancrini) (S. 5), mnemoninės eilės (< gr. mneme – Gedächtnis, techne – Wissenschaft, Kunst) (S. 38), politinės eilės (< gr. stichos politikos) (S. 44). Anstelle von palindromo wurde bereits der litauische Terminus grįžinys. verwendet.

Es kommen lateinische und französische Stichwörter vor, bei denen keine Entsprechungen angegeben sind (sondern nur die Herkunft der Termini): cursus (lat. cursus – Lauf) (S. 14) (es gibt den litauischen Terminus kursas (S. 34)), cursus planus (lat. planus – eben, klar, einfach) (S. 14), cursus tardus (lat. tardus – langsam, ruhig) (S. 14), cursus trispondiacus (lat. trispondiacus – aus drei Spondeen bestehend) (S. 14), cursus velox (lat. velox – schnell, hastig) (S. 14), numeri (lat.) (S. 40), numerus (lat. – Glied, Bestandteil) (S. 40), vers cummun (frz. einfache Verse) (S. 60), versus correlativi (frz. vers rapportés) (S. 61), versus quadratus (lat.) (S. 61).

Es gibt Termini, bei denen weder die Herkunft noch Entsprechungen angegeben sind: versus concordantes (S. 61), versus crescentes (S. 61), versus descrescentes (S. 61), versus rapportati (S. 61).

Das Wörterbuch enthält zahlreiche Synonyme, zum Beispiel: aidinis rimas ↑ aidinės eilės (S. 2), akcentas (S. 2) und kirtis (S. 32) amfibrachis ↑ kretikas (S. 5), dibrachis ↑ pirichis (S. 16), dichorejas ↑ ditrochejas (S. 16), eupolidėjas ↑ eupolidinės eilės (S. 22), falaikejas ↑ falaikinės eilės (S. 22), grafika ↑ eilerasčio grafika (S. 23), heptapodija ↑ heptametras (S. 25), intonacinė–sintaksinė eilėdara ↑ sintaksinė–intonacinė eilėdara (S. 28), kadencinis rimas ↑ finalinis rimas (S. 31), ketureilis ↑ katrenas (S. 32), mejuras ↑ mejurinės eilės (S. 35), orkestruotė ↑ instrumentuotė (S. 40), parijambas ↑ pirichis (S. 41), prosodija ↑ prozodija (S. 45), skestetas ↑ setestas (S. 49), stornelis ↑ ritornelis (S. 55), versifikacija ↑ eilėdara (S. 61), versologija ↑ eiletyra (S. 61) usw.

Jeder Buchstabe des Alphabets, mit dem Stichwörter beginnen, ist separat in großer Fettschrift gedruckt. Ein paar Termini, die mit dem Buchstaben č beginnen, stehen unter dem Buchstaben c; dabei hätte man č neben c setzen können (siehe das erste Heft – cd, gi, mn, št, vz) oder sogar als eigenen Buchstaben ausweisen können, wie es beim Buchstaben u gemacht wurde. Auch Termini mit diesem Anfangsbuchstaben gibt es nur zwei.

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Daher hoffen wir, dass die Herausgeber des Wörterbuchs bei der Zusammenführung der bereits erschienenen und noch erscheinenden thematischen Hefte des „Wörterbuchs der Literaturterminologie“ zu einem Buch die hier erwähnten kleineren Ungenauigkeiten berücksichtigen werden.

Palmira ZEMLEVIČIŪTĖ

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