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Verständnis und Verwendung der literaturwissenschaftlichen Begriffe pastiss (pastiche) und parodija (Parodie) in der lettischen Literaturwissenschaft

ANITA HELVIGA

Liepāja University

Kurzeme Institute of Humanities

SIGITA IGNATJEVA

Liepāja University

Kurzeme Institute of Humanities

SCHLÜSSELWÖRTER: pastiss, parodija, literaturwissenschaftliche Begriffe, lettische Terminologie

EINLEITUNG

Begriffe unterliegen Veränderungen wie jede lexikalische Einheit einer Sprache. Bei der Erforschung der Entstehung und Entwicklung der Terminologie der lettischen Literaturwissenschaft wird den Begriffen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, die verschiedene semantische und funktionale Veränderungen erfahren haben. In diesem Artikel werden zwei solche Begriffe untersucht – pastiss und parodija. Die Begriffe pastiss und parodija sind in der lettischen Literaturwissenschaft nicht neu, doch ihre Erläuterungen sind uneindeutig, und mehrere semantische Nuancen entwickeln sich weiterhin. Dies hängt mit der Interpretation der Begriffe in verwandten Fachgebieten und verschiedenen Kulturen sowie mit ihrer wechselseitigen Interaktion und ihrem Einfluss zusammen. Es wird die Ansicht vertreten, dass pastiss ebenfalls parodija sei, wodurch die Begriffe gleichgesetzt werden. Eine solche Sichtweise ist verengt und ermöglicht kein vollständiges semantisch-funktionales Verständnis der Begriffe; folglich gewährleistet sie auch keinen angemessenen und präzisen Gebrauch.

Ziel des Artikels ist es, die wesentlichen Merkmale des Verständnisses und Gebrauchs der Begriffe pastiss und parodija anhand der Chronologie der Entwicklung der lettischen Literaturwissenschaft herauszuarbeiten, wobei die spezifischen Merkmale der Begriffe hervorgehoben und die Veränderungen dokumentiert werden.

Um ein breiteres Spektrum des Begriffsgebrauchs zu untersuchen, werden neben Beispielen aus Wörterbüchern der Fachterminologie auch Beispiele aus allgemeinen Sprachwörterbüchern, aus der Fachliteratur der Literaturwissenschaft, aus Lehrbüchern und aus Periodika angeführt.

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Comprehension and use of the literary terms pastiss (pastiche) and parodija (parody) in Latvian literary studies

Der Artikel besteht aus zwei Hauptteilen. Der erste Teil beschreibt das Auftreten und die Form des Begriffs pastišš, erläutert und definiert den Begriff, vergleicht seine semantische Interpretation in verwandten Fachgebieten und Kontaktsprachen und legt die Merkmale der Transterminologisierung dar. Der zweite Teil analysiert Erläuterungen des Wortes/Begriffs parodija in verschiedenen lexikografischen (einschließlich terminografischen) Quellen und zeigt Aspekte der Determinologisierung des Wortes auf. Zum Vergleich werden lexikografische Quellen aus zwei Kontaktsprachen (Englisch und Russisch) herangezogen, da semantische Veränderungen von Wörtern (einschließlich Fachbegriffen) von einem wesentlich größeren sprachlichen Raum als nur einer Sprache beeinflusst werden.

1. DER BEGRIFF PASTIŠŠ

Der Begriff pastišš wird in der lettischen Musikwissenschaft wesentlich häufiger verwendet als in der lettischen Literaturwissenschaft. Offenbar wurde das Wort als musikalischer Fachbegriff ins Lettische übernommen. Das Wort pastišš findet sich in wenigen lettischen Wörterbüchern. Seine Bedeutung wird gewöhnlich als „Stilimitation, Reproduktion“ erläutert. Es sei darauf hingewiesen, dass das Wort (und somit auch der Fachbegriff) nicht allgemein bekannt ist – in den lettischen Massenmedien fragen Intellektuelle häufig: „Was ist Pastiche?“

1.1. Die Anpassung des Lehnworts im Lettischen

Das lettische Wort pastišš „Pastiche“ ist aus dem Französischen pastiche entlehnt, das seinerseits ein Lehnwort aus dem Italienischen ist: pasticcio „gemischt, vermengt“. Über die korrekte lettische Wortform besteht keine Einigkeit: Der Begriff wurde in unterschiedlichen Formen verwendet, sowohl im Maskulinum (pastišš) als auch im Femininum (pastiša), sowohl als flektierbares als auch als unflektierbares Wort (pasticio, pastićo, pastičio):

“Pastičio ir savervējums no jau agrāk uzrakstītām arijām, kurām tagad piemēro citu tekstu.” (Sproģis 1921: 14);

“[..] lieliskas ir Klieņa dzeju pastišas.” (Grīns 1956a: 5);

“[..] kāpēc tāds pastišš būtu vajadzīgs.” (Sarma 1983: 24);

“[..] cik šinī skatē ir nopietnu veikumu, cik šarlatānisku eksperimentu [..] un pasticio darbu?” (Dambergs 1986: 3);

“Pastičo – stila imitācija, atdarinājums.” (Ausekle u. c. 1997: 421)

Daher werden all diese unterschiedlichen Formen des Lehnworts – pastišš, pastiša, pastićo, pasticio, pastičio – im Lettischen zur Bezeichnung desselben Begriffs verwendet. Die unflektierbaren Formen wurden hauptsächlich in den veröffentlichten Quellen verwendet

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vor dem Zweiten Weltkrieg und in den Veröffentlichungen der lettischen Emigranten. Obwohl verschiedene grammatische Formen des Begriffs sogar im heutigen Lettisch vorkommen, ist die vorherrschende Form die deklinierbare maskuline Form pastiss, die als normative Form gelten kann.

1.2. Erklärung und Definition des mit dem Begriff pastiss bezeichneten Konzepts

Es gibt nur wenige lettische Quellen, die eine Definition von pastiss geben. Die wesentlichen Elemente der Erklärung sind – Stilimitation, Stilisierung, Reproduktion.

Der Begriff pastiss wurde erstmals in der ersten Hälfte des 20.th Jahrhunderts in lettischen Periodika erwähnt, und wir müssen einräumen, dass der Begriff nur in der Musik mit der Bedeutung „Imitation, Variation, Bearbeitung des zuvor Bekannten“ verwendet wurde. Dieselbe Erklärung findet sich in der renommierten lexikografischen Publikation Latviešu konversācijas vārdnīca. Zum Beispiel:

„[..] der Bruch in Glucks Bewusstsein habe sich in London ereignet, wo man ihn einst gebeten hatte, ein ‚p a s t i č i o‘ zu schreiben. [..] Für dieses ‚p a s t i č i o‘ suchte Gluck gerade jene Stellen aus seinen Opern aus, die dem Publikum am besten gefielen.“ (Sproģis 1921:14);

“1738. [gada] 25. febr. viņš [Hendelis] dod pirmuzvedumā operu “Alesandro Severo”, kas gan rakstīta kā “p a s t i č o”, tas ir, izmantojot ārijas un gabalus no viņa citām operām.” (Rollāns 1935: 39);

„P a s t i č o (it. pasticcio ‚Pastete‘): 1) Opern, deren Musik aus früheren Werken verschiedener Komponisten zusammengestellt und einem neuen Libretto angepasst wurde; auch Opern, die als Ergebnis gemeinschaftlicher Arbeit entstanden sind; 2) Kompositionen, an denen mehrere Komponisten beteiligt waren, insbesondere Variationen.“ (LKV 1937–1938, 31106)

In der Literaturtheorie wurde der Begriff nur sehr allmählich und offenbar zögerlich eingeführt. In der Sowjetzeit war der Begriff nahezu außer Gebrauch; deshalb ist er weder in der bedeutendsten lexikografischen Publikation der Sowjetzeit, Latviešu padomju enciklopēdija (LPE 1981–1988), noch in zahlreichen poetologischen Werken von Vitolds Valeinis (z. B. Valeinis 1961; Valeinis 1978; Valeinis 1982) oder in den Lehrbüchern (z. B. Bībers et al. 1983; Grase 1988; Ausekle et al. 1990) enthalten. Das Wort findet sich weder im maßgeblichen Wörterbuch der lettischen Sprache, Latviešu literārās valodas vārdnīca (LLVV 1972–1996), noch in den während der Sowjetzeit veröffentlichten Fremdwörterbüchern (z. B. SV 1951; SV 1969; SV 1978).

In the recent period of the development of terminology (after 1990, cf. Baltiņš 2006: 72), the explanation of the meaning (general and termino-

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Die lexikografische Behandlung des Begriffs Pastiche im Lettischen wird noch weitgehend vernachlässigt. Der Begriff wird weder im neuesten Wörterbuch der lettischen Sprache (MLVV-e) noch in Publikationen zu musikalischen, kulturellen und literarischen Begriffen erwähnt, in denen er hätte aufgenommen werden sollen, beispielsweise in Wörterbuch der Musiktermini (Torgāns 2010), Wörterbuch der Kunst und Kultur (Aldersons 2011), Wörterbuch für Leserinnen und Leser der modernistischen und postmodernistischen Literatur (Skalberga 2011). Auch in zweisprachigen Wörterbüchern lässt sich eine Vermeidung des Wortes Pastiche beobachten – der Begriff wird vollständig oder teilweise durch Stilisierung ersetzt, etwa im Englisch-Lettischen und Lettisch-Englischen Wörterbuch: Im lettisch-englischen Teil wird der Begriff nicht erwähnt, im englisch-lettischen Teil wird pastiche mit pastičo (in der Musik) und Stilisierung (in der Literatur) übersetzt (ALLAV 2003: 314). Es sei darauf hingewiesen, dass die terminologische Bedeutung des Wortes Stilisierung ähnlich, aber nicht identisch ist. Janīna Kursīte zufolge bezeichnet Stilisierung die Übernahme und Einbindung der charakteristischsten Merkmale eines Autors, einer literarischen Bewegung oder einer Epoche in einen Text einer anderen Bewegung, Epoche oder eines anderen Autors (Kursīte 2002: 389). Ohne näher auf die Stilisierung einzugehen, lässt sich feststellen, dass die moderne Interpretation die Stilisierung eng mit der Erklärung des durch beide Wörter bezeichneten Begriffs verbindet: Pastiche und Parodie.

Das moderne Verständnis der lexikalischen und terminologischen Bedeutung des Wortes pastišs beruht auf unterschiedlichen Erläuterungen in verschiedenen Quellen. Für den Vergleich wurden vier Quellen herangezogen: die Lielā enciklopēdiskā vārdnīca (LEV 2003), die zu den allgemein ausgerichteten enzyklopädischen Wörterbüchern gehört; ein terminologisches Wörterbuch der Dichtung, die Dzejas vārdnīca von J. Kursīte (Kursīte 2002); ein Literaturlehrbuch für die Sekundarstufe (Lukaševičs, Mickeviča, Sokolova 2007) sowie ein Fremdwörterbuch, die Ilustrētā svešvārdu vārdnīca (ISV 2005), das die allgemeine Bedeutung des Lehnworts erläutern soll.

“Pastičo – mākslas darbs, kurā apzināti atdarināts cita laikmeta vai mākslinieka stils.” (LEV 2003: 781);

„Pastišs (fr. pastiche) oder pastičo – ein Begriff der poststrukturalistischen Poetik, abgeleitet vom italienischen pasticcio, das eine Stilisierung oder die Zusammenstellung von Fragmenten verschiedener Opern zu einem Potpourri bezeichnet. Er wird hauptsächlich in zwei Bedeutungen verwendet: 1) eine Form der Parodie oder Selbstparodie, die nach Auffassung der Postmodernisten den Kampf gegen stagnierende Sprache sowie sprachliche und poetische Klischees ermöglicht; 2) eine Schreibweise, die frei mit Elementen unterschiedlichster Stile, Richtungen und Strömungen verfährt und sie „wie es sich ergibt“ zusammenfügt.“ (Kursīte 2002: 299);

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„Pastiss – eine Art der Parodie, die sowohl experimentelle Form als auch Selbstparodie umfasst. [..] Die traditionelle Parodie kann im Rahmen der Postmoderne nicht mehr bestehen, da Autoritäten abgeschafft wurden; an ihre Stelle tritt das Pastiche, das faktisch eine Parodie der Parodie ist. Auf diese Weise werden bewusst Elemente verschiedener künstlerischer Stile und literarischer Gattungen vermischt und kombiniert sowie unterschiedliche lexikalische Schichten und soziale Positionen verwendet.“ (Lukaševičs, Mickeviča, Sokolova 2007: 109);

“Pastičo [it. pasticcio ‘pastēte’] – glezna, kāda ievērojama mākslinieka darba atdarinājums.” (ISV 2005: 552)

Die erste Erläuterung hebt das Prinzip der bewussten Nachahmung hervor; die zweite definiert das Pastiche im Zusammenhang mit der Ästhetik der Postmoderne als eine Art Selbstparodie. Die dritte Erläuterung versteht den Begriff als Parodie einer Parodie, in der sprachliche, stilistische und gattungsbezogene Elemente absichtlich vermischt werden. Die vierte Erläuterung ist enger gefasst, da sie den Begriff ausschließlich mit der Malerei verbindet.

1.3. Erläuterungen des Begriffs in englischen und russischen Quellen

Die Terminologieentwicklung und Lexikografie werden zweifellos von den wichtigsten Kontaktsprache beeinflusst; daher ist es sinnvoll, terminografische Quellen auf Englisch und Russisch heranzuziehen.

Bemerkenswert ist, dass die Erläuterung des Pastiche in lettischen Quellen gewöhnlich keine wertende Komponente dieses stilistischen Phänomens enthält, obwohl sich aus dem Kontext erschließen lässt, dass der Begriff entweder neutral oder negativ konnotiert verwendet wird. Englische Quellen betonen dagegen, dass ein Pastiche mit einer bestimmten Haltung gegenüber dem Ausgangstext oder Hypotext geschaffen werden kann – mit einer neutralen, positiven oder negativen Haltung.

Zum Vergleich werden zwei englische Quellen mit ausführlichen Erläuterungen des Begriffs angeführt:

„Pastiche [pas-teesh] Ein literarisches Werk, das aus Elementen besteht, die entweder verschiedenen anderen Schriftstellern oder einem bestimmten früheren Autor entlehnt sind. Der Begriff kann abwertend verwendet werden, um mangelnde Originalität anzuzeigen, oder neutraler für Werke, die eine bewusste und spielerisch nachahmende Hommage an andere Schriftsteller darstellen. Das Pastiche unterscheidet sich von der Parodie dadurch, dass es Nachahmung als Form der Schmeichelei statt des Spottes verwendet, und vom Plagiat durch das Fehlen einer Täuschungsabsicht. [..] Der häufige Rückgriff auf Pastiche gilt als charakteristisches Merkmal der Postmoderne.“ (Baldick 2008: 249);

„Pastiche Ob der Begriff auf einen Teil eines Werks oder auf das ganze Werk angewandt wird, impliziert er, dass dieses größtenteils aus Phrasen, Motiven, Bildern, Episoden usw. besteht, die mehr oder weniger unverändert aus dem Werk oder den Werken anderer Autoren entlehnt wurden. Der Begriff wird oft verwendet in

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eine leicht abwertende Bezeichnung für jene Art hilfloser Entlehnung, die ein unreifes oder einfallsloses Werk wie ein Mosaik aus Zitaten erscheinen lässt. Genauer gesagt hat der Begriff zwei Hauptbedeutungen [..]. Es gibt eine Art Pastiche, die darauf abzielt, die Ausdrucksweise bedeutender Schriftsteller in einer extremeren und zugänglicheren Form nachzubilden. Sie neigt dazu, Spannungen zu beseitigen und einen farbigeren und geschliffeneren Effekt zu erzeugen, indem sie bevorzugte stilistische Eigenheiten herausgreift und wiederholt und zu einem neuen Ganzen verbindet, das oberflächliche Kohärenz und Ordnung aufweist. Anders als Plagiat soll ein Pastiche dieser Art nicht täuschen: Es ist Literatur, die offen von Literatur inspiriert ist [..]. Die zweite Hauptverwendung von Pastiche ist nicht ehrerbietig und anerkennend, sondern respektlos und bisweilen entlarvend. Statt Mehrdeutigkeiten in seinen Vorlagen zu glätten, hebt es sie hervor. Es lässt sich nicht eindeutig von PARODIE unterscheiden; während der Parodist jedoch nur gelegentlich auf das Original anzuspielen braucht, bildet der Verfasser eines Pastiches es mit großem Fleiß nach und stellt oft ein Gemisch entlehnter Stile zusammen [..]. Viele der spezialisierten Verwendungen des Pastiches erinnern an dieses literarische Spiel: Es kann einem Werk enzyklopädische Weite verleihen, indem es alle früheren Stile einbezieht (Joyces Ulysses); es wird von Schriftstellern verwendet, die mit ihm ihre ironische Überzeugung veranschaulichen wollen, dass Sprache ihnen nur aus zweiter Hand und stilisiert zukommt (George Herberts ‚Jordan I‘). Und bei vielen Schriftstellern entsteht ein allgemeiner Anschein des Pastiches, die aus verschiedenen Gründen darauf verzichten, einen eigenen Stil zu entwickeln [..]. Fredric Jameson argumentiert, dass die Parodie im Postmodernismus durch das Pastiche ersetzt worden sei, in dem alle kulturellen Stile der Vergangenheit zur Ausschlachtung und Aneignung freigegeben sind: ‚Das Pastiche ist, wie die Parodie, die Nachahmung eines besonderen oder einzigartigen, idiosynkratischen Stils, das Tragen einer sprachlichen Maske, das Sprechen in einer toten Sprache. Doch ist es eine neutrale Praxis solcher Mimikry, ohne die Hintergedanken der Parodie, vom satirischen Impuls amputiert, des Lachens bar.‘ (Childs, Fowler 2006: 167–168)

Diese Erläuterungen betonen die Verwandtschaft des Pastiches mit der Parodie und der Ästhetik des Postmodernismus sowie mit der bewussten Nachahmung anderer literarischer Werke und dem literarischen und sprachlichen Spiel.

Im allgemeinen Sprachwortschatz (nicht in der Fachterminologie) beziehungsweise im weiteren Sinne ist das Hauptmerkmal des Pastiches die Nachahmung eines bestimmten Werks, Autors oder Zeitraums:

„pastiche – ein Kunstwerk in einem Stil, der den Stil eines anderen Werks, Künstlers oder Zeitraums nachahmt.“ (COED 2002: 1043);

„pastiche – 1. Bild oder musikalische Komposition, die aus verschiedenen Quellen zusammengesetzt ist oder diese nachahmt. 2. ein literarisches oder anderes Kunstwerk, das im Stil eines bekannten Schriftstellers, Künstlers usw. verfasst ist.“ (OID 2000: 598)

Die Verbindung des Pastiches mit der Parodie und der Selbstparodie sowie mit dem Postmodernismus tritt in den Definitionen des Pastiches in russischen Quellen noch deutlicher hervor:

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„Пастиш – das ist (aus ital. pasticco – Oper, die aus Stücken anderer Opern zusammengestellt ist; Potpourri) der Ersatz der Parodie des klassischen Modernismus durch den Postmodernismus. Das Pastiche unterscheidet sich von der Parodie dadurch, dass es nun nichts mehr zu parodieren gibt, kein ernstzunehmendes Objekt, das dem Spott ausgesetzt werden könnte. Wie O. M. Freidenberg schrieb, kann nur das parodiert werden, was „lebendig und heilig“ ist. Im Zeitalter des Postmodernismus ist nichts lebendig und erst recht nichts heilig.“ (TextoLogia-e);

„Пастиш ist ein Begriff des Postmodernismus, eine reduzierte Form der Parodie. In den frühen Phasen der Auseinandersetzung mit der künstlerischen Praxis des Postmodernismus wurde diese von ihren Theoretikern entweder als besondere Form der Parodie oder als Selbstparodie interpretiert.“ (ЛСТ-е);

„Пастиччо (aus ital. pasticcio, wörtlich ‚Pastete‘, übertragen ‚Mischung‘) – oder vieler Autoren; manchmal verfolgt eine solche Verbindung das Ziel, ein neues Werk zu schaffen. Der P. nahe steht die moderne literarische Komposition – eine Montage aus zahlreichen Werken eines oder mehrerer Autoren nach thematischen Gesichtspunkten. Im P. ist jedoch auch ein satirischer Sinn angelegt, es enthält ein Element der Parodie; daher ist das P. häufig mit der Parodie verbunden.“ (СЛТ-е)

Folglich ist der Begriff pastiche in zeitgenössischer Bedeutung in englischen und russischen lexikografischen Quellen eng mit der Ästhetik des Postmodernismus verbunden, während sich ein solches Verständnis im Lettischen bislang nicht verbreitet hat.

In der lettischen Literaturwissenschaft wurden bislang keine Untersuchungen zur Verwendung des Pastiches veröffentlicht, während auf Litauisch die Studie von Laura Auksutytė Pastišas lietuvių literatūroje: žaidimas klasikų kaukėmis (Pastiche in Lithuanian Literature) vorliegt (siehe Auksutytė-e). Eine eingehende Untersuchung, die Analyse einer breiten Auswahl von Beispielen und die Bestimmung charakteristischer Merkmale würden umfassende Informationen liefern, um den Inhalt des Begriffs zu beschreiben und eine angemessene Definition der lexikalischen und terminologischen Bedeutungen des Wortes pastišs vorzuschlagen. Bislang ist dies in der lettischen Literaturwissenschaft nicht geschehen.

1.4. Die Verwendung des Begriffs pastišs in früheren Entwicklungsphasen der lettischen Terminologie

Wie oben erwähnt, wird der Begriff in der Sowjetzeit sehr selten verwendet, während er in den Periodika der lettischen Emigranten vergleichsweise häufig zur Bezeichnung der Stil-/Sprachimitation und der Wiedergabe von Stil/Sprache dient; mitunter wird der Begriff mit einer Erläute-

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rung verwendet, dass weder die Leser noch die Literaturkritiker sich der Bedeutung des Begriffs vollständig bewusst sind:

„Unsere Originalliteratur ist noch keine vollen hundert Jahre alt, sie hat sich rasch entwickelt und verfügt über keine größeren Traditionen – womit soll sie sich beispielsweise mit James Joyce messen, der die Kapitel seines Ulysses jeweils im Stil einer anderen Epoche der englischen Literatur verfasst hat (in Pastiche).“ (Grīns 1955: 8);

„Dem Romanautor [Jānis Sarma] passiert es also nur gelegentlich, sich in einer Pastiche altertümlicher Ausdrucksweise zu ‚übertreffen‘.“ (Pļavkalns 1967: 11);

„Am schwierigsten ist es, jene Sprachform zu erreichen, die man Pastiche nennt (imitierte Sprache). [..] Eine Pastiche zu schaffen ist sehr schwierig, denn dafür muss man das wirtschaftliche, geistige und politische Leben einer Epoche bis ins kleinste Detail kennen. Da sich aber gerade in der Sprache der tiefste Sinn einer Epoche verbirgt, muss man diese jahrelange Mühe auf sich nehmen. Für den Leser ist es natürlich lediglich eine ‚altmodische‘ Sprache, und selbst viele Kritiker wissen nicht, warum eine solche Pastiche nötig sein sollte.“ (Sarma 1983: 24)

Am häufigsten wird der Begriff in den in den 1950er-Jahren in den Periodika der lettischen Emigranten veröffentlichten Artikeln verwendet und erläutert, und zwar in Laiks und Austrālijas Latvietis, verfasst von dem in Stockholm lebenden lettischen Literaturkritiker Jānis Grīns (1890–1966):

„Jānis Sarma ist ein derartiger Meister der Pastiche beziehungsweise der imitierten Sprache, wie es keinen zweiten bei uns gibt. Diese ‚Altmodischkeit‘ ist in seinem gesamten Roman [„Negantnieks“] konsequent durchgehalten. Man sieht, dass er die dargestellte Epoche ‚wie seine Westentasche‘ kennt.“ (Grīns 1957b: 3);

„Weniger gelungen ist in diesem Roman [Anšlavs Eglītis’ „Līgavu mednieki“] der imitierte Stil (die Pastiche) der eingefügten Gedichte und humoristischen Briefe.“ (Grīns 1957a: 3);

„Bemerkenswert ist, dass Schriftsteller es mitunter für notwendig erachtet haben, einen fremden Stil zu imitieren, wobei auch der Lexik (bis hin zur Syntax) eine große Rolle zukommt. Rūd. Blaumanis hat in einem Zyklus humoristischer Gedichte auf subtile Weise den Stil mehrerer Dichter imitiert. Aleksandrs Grīns’ „Krustnešu gaitas“ ist in Nachahmung des Chronikstils samt dessen Lexik verfasst. Auch Jānis Sarma hat in „Vīru valoda“ sein großes Können bewiesen, indem er den Stil einiger Abschnitte des 19. Jahrhunderts nachahmte. Einen nachgeahmten, imitierten Stil nennt man Pastiche (vom französischen pastiche).“ (Grīns 1956b: 8)

Wie aus den obigen Beispielen hervorgeht, betont J. Grīns, dass eine Pastiche eine gezielt gewählte, imitierte Sprache oder einen Stil bezeichnet, die beziehungsweise der absichtlich so gestaltet ist, dass er einen Autor oder eine Epoche nachahmt. Nur gelegentlich dient sie dazu, einen komischen Effekt zu erzeugen.

Gelegentlich wird beispielsweise in Konstantīns Raudives Buch Laikmetu ārdītāji die Wortgruppe pastišais stils ‚pasticheartiger Stil‘ verwendet, um auf eine Situation Bezug zu nehmen, in der das Thema, die Handlung und die Erfahrungen nicht

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den wichtigsten Bestandteilen eines literarischen Werks, sondern vielmehr einer bewussten Stilisierung, Kombinationen und stilistischen Verfeinerungen den Vortritt lassend:

„Prusts ir intelektuālās Francijas visdīvainākais kompozitums: viņa pastišais stils, viņa finešu smalkums, viņa kombināciju sublimācija, viņa apziņā stilizācija aizsniedz tās garīguma robežas, kur viela, tematika, atziņa, pārdzīvojums zaudē savu pirmatnējo nozīmi [..].” (Raudive 1974: 61)

1.5. Zeitgenössischer Kontext des Begriffs pastišs

Der Begriff pastišs wird in der jüngeren Entwicklungsphase der lettischen Terminologie (seit 1990) zunehmend populär. Er wird in Schriften über die Literatur der 1920er- und 1930er-Jahre verwendet und bezeichnet eine für die jeweilige Zeit passende Sprachwahl, beispielsweise in dem Artikel über das literarische Schaffen von Aleksandrs Grīns von Ingrida Kiršentāle:

„[Aleksandrs Grīns] krāja materiālu dažām vēlākam literāram sacerējumam, ko rakstīja pastišā, atdarinot seno laiku valodu.” (Kiršentāle 1994: 66)

Meistens bezieht sich der Begriff auf die theoretischen Aspekte der Ästhetik der Postmoderne und wird durch Übersetzungen von Forschungsarbeiten (z. B. Boiko 1989), Veröffentlichungen lettischer Literaturtheoretiker (z. B. Berelis 2001) und Untersuchungen zur Postmoderne im Theater (z. B. Gulbe 2004) in die lettische Sprache eingeführt:

„Hibridizācija, vai arī mutējoša žanru reprodukcija, kur ietilpst arī tādas formas, kā parodija, travestija un pastišo. [..] Reprezentāciju bagātina gan klišejas, gan plaģiārismi [..], parodija un pastišo, pops un kičs.” (Boiko 1989: 4);

„Ideja nogājusi pilnu aprites loku: no tekstiem, kas orientēti uz visaugstpierai-nākamajiem intelektuāļiem, līdz triviālajai literatūrai, bet no tās – atpakaļ “nopiet-najā” literatūrā, kas nu nekautrējas tiem pašiem augstpierainiem piedāvāt tri-viālo žanru parodijas? pastišus? inversijas? vārdu sakot, nopietni uztvert šās pavisam nesen par banālām un sevi cienošiem rakstniekiem par nepiemērotām uzskatītas lietas.” (Berelis 2001: 146);

„Galveno – sakrālo – varoņa tēmu nomāc perifērā tēma par aprobēzoto tautu, kas risināta parodijas un pastišo formā.” (Gulbe 2004: 170)

Gegenwärtig finden sich in lettischen Zeitschriften, der Alltagskommunikation und im elektronischen Umfeld verschiedene Erklärungen des Begriffs, die das zeitgenössische Verständnis und den Gebrauch des Begriffs erkennen lassen und eine enge Verwandtschaft der Begriffe pastiša und parodija einschließen. Das erste Beispiel ist ein Zitat aus einem Essay von Rihards Rubins Smiekli, no Homēra līdz pastišam („Lachen von Homer bis zum Pastiche“) (siehe Rubīns 2008-e),

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das zweite und dritte Beispiel – aus online verfügbaren Referenzmaterialien (siehe Postmodernisma ABC-e; Kulturoloģija-e):

„Pastīšs. Postmoderne Parodie. Eine Aufforderung, zeitgemäß zu lächeln, über sich selbst zu lachen und sich der Tragikomik der Situation bewusst zu sein. Ironischer Weltschmerz, Dekonstruktion, aber keineswegs Nihilismus. Eher ein neues plato (eine Collage von Wertesystemen), das, durch Erfahrung erprobt, einen Anspruch auf eine neue Wahrheit erhebt, die keines Beweises bedarf. Zweifle an allem, bewahre dir jedoch stets ein Lächeln. Schizophrener Diskurs, der „Geisteskranke“ kritisiert, die sich für „normal“ halten. Menippea – das Streben, ästhetische Werte abzulehnen. Mit dem Hässlichen, ja sogar mit Pathologie schockieren. Kunst ist alles. Das ist nicht die Meinung eines Fußgängers oder eines Menschen, der in einer Kutsche fährt. Eine hastig hingeworfene Bemerkung. Der Zufall – die Königin des Lebens. Ein lachender Mensch – ein angenehmer Reisegefährte.“ (Rubīns 2008-e);

„Was ist Pastiche und worin unterscheidet es sich von Parodie?

Pastiche ist die Imitation eines einzigartigen Stils, die Verwendung einer stilistischen Maske, das Sprechen in einer toten Sprache, neutrale Mimikry, ein Verfahren ohne verborgene Absicht zur Parodierung und ohne Satire oder Spott; Pastiche ist eine Parodie, die ihren Sinn für Humor verloren hat.

Die Postmodernisten hielten die Parodie offenbar für zu maßvoll, denn sie erinnert an normale Erscheinungsformen des Lebens. Und zwar nicht nur an normale, sondern auch an auffällige und einzigartige Erscheinungsformen, die das Publikum in Parodien sofort wiedererkennen kann.

Wiederholen wir: Der Postmoderne blieb nichts anderes übrig, als sich dem Pastiche zuzuwenden, denn stilistische Innovationen sind unmöglich; man kann nur tote Stile imitieren, mit der Stimme dieser Stile sprechen und sich hinter einer Maske verbergen. Das bedeutet, dass die Postmoderne nach Kunst strebt, allerdings auf einem anderen Weg. Und das bedeutet, dass eines der wichtigsten Ergebnisse der postmodernen Kunst darin bestehen wird, dass die Kunst unter die Herrschaft der „alten“ Kunst gerät.“ (Postmodernisma ABC-e);

„Pastiche – Stilisierung, eine Art der Parodie oder Selbstparodie; auch eine Schreibweise, die frei mit Elementen verschiedenster Stile, Richtungen und Strömungen verfährt und sie nach Belieben zusammenfügt.“ (Kulturoloģija-e)

Obwohl die Verwendung des Begriffs pastīšs im zeitgenössischen Lettisch deutlich zugenommen hat, scheint sein Verständnis noch nicht überzeugend und völlig eindeutig zu sein. Der Verwendungskontext weist darauf hin, dass Pastiche als stilistisches Mittel mit neutralen oder negativen Konnotationen wahrgenommen werden kann. Dieser Aspekt des Pastiche wird in englischsprachigen Quellen stärker hervorgehoben. Pastiche kann mit unterschiedlichen Haltungen gegenüber dem Ausgangstext oder Hypotext gestaltet werden – positiven, neutralen oder negativen; in der lettischen Literaturwissenschaft mangelt es weiterhin an entsprechender Forschung.

Lettische lexikografische Quellen bieten keine allgemein anerkannte und eindeutige Unterscheidung zwischen den Begriffen parodija und pastīšs (oder zwischen stilizācija und imitācija als den grundlegenden kennzeichnenden Wörtern), während

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Mehrere ausländische Autoren nennen Kriterien für die Unterscheidung. Der Vergleich der verschiedenen Definitionen zeigt, dass ein wesentliches Kriterium das Vorhandensein von Komik ist. Die Parodie umfasst im Gegensatz zum Pastiche komische Elemente und humorvolle Haltungen.

2. DER BEGRIFF PARODIJA

Das erste Kapitel des Artikels hat bereits den engen Zusammenhang zwischen pastīš und dem im Begriff parodija enthaltenen Konzept aufgezeigt. Um beide Konzepte möglichst präzise zu definieren und ihren terminologischen Gehalt offenzulegen, sollten die Nuancen der ähnlichen und unterschiedlichen Merkmale sorgfältig untersucht werden. Das Wort parodija wird im Lettischen häufig verwendet (im Gegensatz zum Wort pastīš); daher ist anzunehmen, dass sich die Semantik des Wortes erheblich erweitert hat, mehrere Bedeutungen gebräuchlich sind und das Wort nun zum Wortschatz der Allgemeinsprache gehört.

2.1. Etymologie und Schreibweise des Wortes

Das Wort parodija ist ein Lehnwort aus dem Französischen parodie, aus dem Griechischen parōidia < para „neben, parallel zu“ + ōidē „Lied, Ode“; seine literarische Bedeutung ist „Gegengesang“ (SV 1999: 563).

Das Wort parodija ist seit der zweiten Hälfte des 19.th Jahrhunderts in lettische Wörterbücher aufgenommen (z. B. Valdemārs 1872; Dravnieks 1886) und bedeutete „zobgalīgi pārgriezts raksts“ („spöttisch umgeformter/veränderter Text“) (Valdemārs 1872: 363). Entsprechend der damaligen Rechtschreibung wurde es auch mit langem ō geschrieben – parōdija (vgl. SV 1934: 215).

Auch verwandte Ableitungen sind im Lettischen gebräuchlich: die Substantive parodists, parodējums, parodēšana, das Verb parodēt, das Adjektiv parodisks und das Adverb parodiski.

2.2. Erläuterung der Bedeutung von parodija

Das Wort parodija (anders als das Wort pastīš) findet sich in Wörterbüchern des allgemeinen lettischen Wortschatzes, in Fremdwörterbüchern, in Enzyklopädien und in Fachwörterbüchern. Meist werden zwei Bedeutungen angegeben:

1) Bezug auf ein Kunstwerk (literarisch oder musikalisch), in dem das Wesen des Phänomens humoristisch oder ironisch nachgeahmt wird;

2) Bezug auf etwas, das dem Kern des Phänomens nur äußerlich oder sogar verzerrt ähnelt. (SV 1999: 563; LVV 2006: 788; usw.)

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Sigita Ignatjeva | (pastiche) and parodija (parody) in Latvian literary studies

Daher lässt sich schlussfolgern, dass die erste lexikalische Bedeutung überwiegend dem Verständnis des Begriffs zugeordnet werden kann, während die zweite Bedeutung eher dem umgangssprachlichen Stil entspricht und mit der Determinologisierung zusammenhängt.

Das Verständnis des Begriffs parodija im Lettischen ist genauer bestimmt als das Verständnis von pastišs. Das zentrale semantische Element des Wortes parodija steht mit Nachahmung in Zusammenhang.

2.3. Die Verwendung des Begriffs parodija am Ende des 19.th Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20.th Jahrhunderts

Am Ende des 19.th Jahrhunderts und zu Beginn des 20.th Jahrhunderts wurde der Begriff parodija meist verwendet, um eine abwertende Haltung gegenüber dem nachgeahmten, verspotteten oder charakterisierten Phänomen auszudrücken. Wie das 1908 veröffentlichte Fremdwörterbuch erklärt, ist parodija „eine spöttische Nachahmung, eine Verzerrung, die sich möglichst eng an das Original hält“. (Lībknehts 1908: 218)

Viele Parodien der damaligen Zeit erscheinen in der Zeitschrift Vārdotājs. Üblicherweise wird zuerst der Originaltext (das Gedicht) veröffentlicht, gefolgt von der Parodie. Die Titel zeigen an, was das Original und was die Parodie ist, zum Beispiel:

P. Bērziņš Oriģināls Wer Rosen pflücken, süßen Honig schlürfen will, muss, wenn der Dorn ihn sticht, es ertragen.

Mas.-Dund. Parodija Wer Kassierer werden und einen vollen Geldbeutel haben will, muss, wenn er noch den Direktor ertragen soll. (Vārdotājs, 1906, 1. Jan.)

Wenn das Original (der Autor, das literarische Werk) bekannt ist, wird es nicht angegeben, da davon ausgegangen wird, dass die Leser mit dem Originaltext vertraut sind. Zum Beispiel die Parodie auf das beliebte Lied „Wenn jeder nur einen einzigen ganzen Samen in die Erde säte – wer könnte dann den Vorrat an goldenem Weizen zählen?“:

Wenn jeder, der schreiben könnte, Kritiken zu schreiben begänne, wer könnte dann den endlosen Unsinn lesen! (Jūrm.-Janc.) (Vārdotājs, 1906, 15. Jan.)

In den folgenden Jahrzehnten wird der Begriff meist verwendet, um ein bestimmtes Merkmal des literarischen Stils oder eine Gattung des literarischen Werks zu bezeichnen. Eine solche Erklärung findet sich in der ersten angesehenen Enzyklopädie Konversācijas vārdnīca (KV III) sowie in Artikeln aus dem frühen 20.th Jahrhundert (z. B. Bērziņš 1925):

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„P A R O D I J A Eine Gedichtform, die nach dem Vorbild eines bekannten, ernsten Gedichts unter Beibehaltung seiner Form und teilweise seines Ausdrucks einen niedrigeren Gegenstand besingt, um ihn auf diese Weise zu verspotten.“ (KV III 3075);

„Višmanis unterscheidet fünf Arten der Imitation. Die erste davon ist die P a r o d i e, die entsteht, indem man die Form und die Reime des Originals bewahrt, ihnen aber einen anderen Inhalt gibt.“ (Bērziņš 1925: 16)

In einer der renommiertesten Nachschlagequellen der ersten Hälfte des 20th Jahrhunderts, Latviešu konversācijas vārdnīca, wird Parodie in Literatur und Musik erläutert, wobei die spöttischen und lächerlich machenden Aspekte der Nachahmung hervorgehoben werden:

„parōdija (gr. parōdīa ‚Nebengesang‘): 1. Nachahmung einer literarischen Erscheinung oder eines Gedichts in entgegengesetztem Geist, wobei gewöhnlich in der charakteristischen Ausdrucksweise des Vorbilds ein gegensätzlicher Inhalt gestaltet wird. Insgesamt ist die Gattungsfärbung heiter und satirisch, besonders in solchen Werken, in denen der ernste Gedanke des Vorbilds durch Paraphrasierung in einen Scherz, eine Spöttelei oder einen Hohn verwandelt wird. […] Es kann aber auch eine parodistische Schöpfung allgemeineren Charakters geben, die mit einem gewissen eigenständigen Humor typische literarische oder alltägliche Widersprüche der Zeit berührt. In einem noch weiteren Verständnis nähert sich die parodistische Nachahmung der Travestie. […] 2. In der Musik bezeichnete parōdija früher sowohl die Nachahmung eines Musikstücks zu karikierenden Zwecken als auch die Anpassung eines Textes an einen bekannten Text ohne spöttische Absicht. […]“ (LKV 1937–1938: 30870–30872)

2.4. Das gegenwärtige Verständnis des Begriffs parodija in der lettischen Literaturwissenschaft

In der Literaturwissenschaft der Sowjetzeit Mitte des 20th Jahrhunderts bezeichnet der Begriff meist die Beseitigung der albernen oder absurden Merkmale eines Werks eines anderen Autors in satirischer Literatur oder Karikaturen. So wird parodija beispielsweise im aus dem Russischen übersetzten Wörterbuch der Literaturbegriffe als eine Art satirischer Literatur definiert (siehe ĪLTV 1957), während der Begriff in den frühen Arbeiten des bedeutendsten Literaturtheoretikers jener Zeit, V. Valeinis, eine Karikatur des Stils eines Autors oder einer literarischen Bewegung bezeichnet (siehe Valeinis 1961 u. a.):

„P A R O D I J A Griechisch parōdia von para ‚gegen‘ und ōdē ‚Lied‘. Eine der Arten satirischer Literatur: ein in Versen oder Prosa verfasstes Werk, in dem gewöhnlich die komischen oder absurden Seiten des Schaffens eines bekannten Schriftstellers oder eines populären Werks dargestellt werden.“ (ĪLTV 1957: 167);

„Eine Parodie ist die karikierende Nachahmung des Stils eines Schriftstellers oder einer literarischen Strömung. Häufig verbindet sich die Parodie mit der Karikatur. So ist beispielsweise „Don Quijote“ zugleich eine Parodie auf den Stil der Ritterromane und eine Karikatur des Ritters selbst. In der lettischen Literatur hat Andrejs Upīts eine Reihe von Parodien unter dem Titel „Karikatūras“ veröffentlicht.“ (Valeinis 1961: 209)

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Comprehension and use of the literary terms pastīšs (pastiche) and parodija (parody) in Latvian literary studies

In den lexikographischen Quellen vom Ende des 20th Jahrhunderts verweisen die Erläuterungen des Begriffs parodija weiterhin auf das zuvor beschriebene Ziel des Phänomens – Parodie soll verspotten, kritisieren und gegen Unerwünschtes ankämpfen –, doch sind die Formulierungen allgemeiner und weniger tendenziös. So wird Parodie beispielsweise als „absichtlich verzerrter Kern des Phänomens“ (LVV 2006: 788) oder als „übertriebene komische Nachahmung“ (MLVV-e) bezeichnet.

Zu Beginn des 21st Jahrhunderts geben lettische Literaturtheoretiker umfassendere Erläuterungen des Begriffs. Andrejs Grāpis betrachtet Parodie als ästhetische Kategorie der Belletristik (siehe Grāpis 2001), J. Kursīte hebt die Erscheinungsformen der Parodie in der lettischen Literatur hervor – insbesondere wurden die bedeutendsten Werke und Autoren der vorangegangenen Periode parodiert (siehe Kursīte 2002):

„P a r o d i j a. Eine ästhetische Kategorie der Belletristik. Eine komische Nachahmung eines literarischen Werks, einer Vorstellung, Thematik oder eines Stils, bei der das Wesen verfälscht wird.“ (Grāpis 2001: 10);

„P a r o d i j a. Ein in Versen oder Prosa verfasstes Werk, in dem die Eigenschaften eines in der Gesellschaft bekannten Schriftstellers oder literarischen Werks von der komischen Seite gezeigt werden. Durch karikierende Übersteigerung werden für den parodierten Autor charakteristische sprachliche Konstruktionen, bevorzugte lexikalische Elemente, syntaktische Eigenheiten u. Ä. dargestellt. In der lettischen Dichtung wurden vor allem die Dekadenten und J. Steiks parodiert, weil sie als Erste bewusst und entschieden die klassische Ausdrucksweise ablehnten, die in der lettischen Tradition seit dem 18. Jahrhundert vorgeherrscht hatte. Die erste Parodiewelle richtete sich gegen die Dichtung der nationalromantischen (genauer: pseudonationalromantischen und pseudosentimentalen) Strömung, die die klassische Ausdrucksweise banalisiert hatte. Sowohl die Dekadenten als auch die pseudonationalromantischen Dichter parodierte R. Blaumanis gern in seinen Gedichten. [..] Auch übermäßige Begeisterung für bestimmte Strophenformen oder Versmaße wurde parodiert [..].“ (Kursīte 2002: 295)

2.5. Die Definitionen des Begriffs Parodie in den englischen und russischen lexikographischen Quellen

Wie die lettischen literarischen Quellen betonen auch die russischen lexikographischen Quellen solche Elemente der Parodie wie Komik und Spott:

„ПАРОДИЯ eine Art satirisches Werk, dessen Ziel die Verspottung einer literarischen Strömung, einer Gattung, eines Stils, der Schreibweise eines Schriftstellers oder eines einzelnen Werks ist. Eine Parodie kann sich gegen bestimmte Merkmale literarischer Werke richten – Thematik, ideellen Gehalt, Besonderheiten der Handlung, Figuren, Komposition und Sprache.“ (СЛТ-е);

„Пародия ist in der Literatur und (seltener) in der Musik und bildenden Kunst eine komische Nachahmung eines Kunstwerks oder einer Gruppe von Werken. Sie beruht gewöhnlich auf einer absichtlichen Nichtübereinstimmung der stilistischen und thematischen Ebenen der künstlerischen Form [..]“ (ЛСТ-е)

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Andererseits heben englische Literaturtheoretiker sowohl die analytische Natur der Parodie als auch ihre Verspottung hervor, obwohl Linda Hutcheon, die die Parodie des 20th Jahrhunderts erforscht, darauf hinweist, dass Verspottung kein unverzichtbares Element der zeitgenössischen Parodie ist (Hutcheon 2000: 32). Einige Definitionen in englischsprachigen Quellen beschreiben Parodie lediglich als Nachahmung des Stils und erwähnen keine anderen Ebenen des literarischen Werks, die nachgeahmt werden könnten:

„Parodie Eine der am stärksten kalkulierten und analytischen literarischen Techniken: Durch subversive Nachahmung spürt sie jede Schwäche, Anmaßung oder mangelnde Selbstwahrnehmung im Original auf. Obwohl sie oft ernüchternd und komisch wirkt, ist ihr kennzeichnendes Merkmal nicht die Ernüchterung, sondern die analytische Nachahmung.“ (Childs, Fowler 2006: 166–167);

„Parodie Eine spöttische Nachahmung des Stils eines oder mehrerer literarischer Werke, die durch übertriebene Nachahmung die stilistischen Eigenheiten eines Autors oder einer Schule lächerlich macht. Die Parodie ist mit der Burleske verwandt, wenn sie ernsthafte Stile auf lächerliche Gegenstände anwendet, mit der Satire, wenn sie Eigenheiten bestraft, und sogar mit der Kritik, wenn sie den Stil analysiert.“ (Baldick 2008: 248)

2.6. Anzeichen der Determinologisierung

In der zweiten Hälfte des 20th Jahrhunderts verbreitete sich in der lettischen Presse die Verwendung des Wortes parodija im allgemeinen Wortschatz, also in einer nichtterminologischen, metaphorischen Bedeutung von „etwas Falsches, Unechtes“, zum Beispiel tiesas parodija „Parodie eines Gerichtsverfahrens“, vēlēšanu parodija „Parodie von Wahlen“:

“[..] vēlēšanas Portugālē noteikti beidzas ar pastāvošā režīma kandidāta “uzvaru”. Tāpēc šīs vēlēšanu parodijas rezultāti nevar radīt nekādu interesi.” (Cīņa 1969: 3);

“Savienoto Valstu pilsētā Kīvestā bija sarīkota tiesas parodija pret četriem kubiešu zvejniekiem, ko ASV krasta apsardze 26. maijā nelikumīgi apcietināja, kad viņi zvejoja Atlantijas okeāna starptautiskajos ūdeņos.” (Cīņa 1971: 3)

Bei parodija ist die Determinologisierung nicht vollständig, da das Wort auch seine terminologische Bedeutung bewahrt hat. Der Prozess der Determinologisierung bringt häufig Nebenwirkungen mit sich: semantische Erweiterung, metaphorische Mehrdeutigkeit, Kontextabhängigkeit usw., die in der Terminologie nicht wünschenswert sind. In diesem Fall hat sich die Bedeutung des Wortes stabilisiert und ist allgemein gebräuchlich; sie kann als sekundäre oder übertragene Bedeutung („etwas, das nur äußerlich oder verzerrt Ähnlichkeit aufweist“) gelten, die in den neuesten lexikografischen Veröffentlichungen verzeichnet ist.

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SCHLUSSFOLGERUNGEN

Das lettischsprachige Material (Wörterbücher, theoretische Literatur, Lehrbücher, Periodika usw.) zeigt ein uneinheitliches und bisweilen ungenaues Verständnis der terminologischen Bedeutung, die in den Wörtern pastišs und parodija enthalten ist, und lässt dadurch unterschiedliche Deutungen zu. Um ein gründlicheres Verständnis zu gewährleisten, ist es wichtig, das lexikalische Material in den einflussreichsten Kontaktsprache(n) zu untersuchen. In den englischen und russischen Quellen sind die Definitionen von Parodie und Pastiche im Allgemeinen umfassender als in den lettischen Quellen; sie weisen häufig auf die Beziehungen zwischen Hypotext und Hypertext sowie auf verwandte Gattungen hin und grenzen die beiden Begriffe voneinander ab (oder versuchen dies zumindest). Dennoch können auch diese Definitionen widersprüchlich sein, und verschiedene Theoretiker vertreten unterschiedliche Auffassungen zur Bedeutung der Begriffe und ihrer Darstellung.

Weitere Forschung zur Verwendung des Begriffs parodija und insbesondere zur Verwendung des Begriffs pastišs im Lettischen ist erforderlich, um ihre Bedeutung sowohl in der Terminologie als auch im allgemeinen Sprachgebrauch genauer zu bestimmen und in lexikografischen Quellen zu beschreiben.

Um unterschiedliche Deutungen des Begriffs pastišs in der lettischen Terminologie zu vermeiden, ist es notwendig, eine gründliche und fundierte Definition zu formulieren, die die Schlussfolgerungen der lettischen und ausländischen Lexikografie und Literaturwissenschaft berücksichtigt. Dennoch ist festzuhalten, dass die Definitionen der Begriffe sowohl in ausländischen Quellen als auch in lettischen Publikationen widersprüchlich sind und sich überschneiden und dass beide Begriffe gemeinsame Merkmale aufweisen und nicht vollständig voneinander abgegrenzt werden können.

Da es kein zeitgenössisches Wörterbuch literaturwissenschaftlicher Begriffe auf Lettisch gibt (ein solches Wörterbuch wäre unverzichtbar), ist es wichtig, umfassende Definitionen für Begriffe auszuarbeiten, deren Verständnis sich verändert hat, darunter die Begriffe pastišs und parodija. Die Definitionen dieser beiden Begriffe sollten folgende Aspekte umfassen:

– das Vorhandensein von Komik (Humor, Ironie, Satire);

– die Beziehung zum Hypotext;

– den Grad der Stilisierung;

– die Blütezeit/Verbindung mit einer ästhetischen Bewegung.

Weder Pastiche noch Parodie lassen sich anhand ihrer Darstellung in der Literatur aller Epochen und Kulturen definieren, doch eingehende Forschung ermöglicht eine Annäherung an terminologische Präzision. Natürlich haben sich die Darstellungen von Pastiche und Parodie in der Literatur verändert, und in der Folge hat sich

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Das Verständnis der Begriffe hat sich verändert. Diese Veränderungen bestätigen die Tendenzen und Regelmäßigkeiten der Entwicklung der literaturwissenschaftlichen Terminologie und der Terminologie im Allgemeinen.

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LITERARISCHE BEGRIFFE PASTICHE (PASTICHE) UND PARODIE (PARODIE)

VERSTÄNDNIS UND GEBRAUCH IN DER LETTISCHEN LITERATURWISSENSCHAFT

Ziel des Artikels ist es, die grundlegenden Merkmale des Verständnisses und Gebrauchs der lettischen Begriffe pastišs und parodija offenzulegen, ausgehend von der Chronologie der Entwicklung der lettischen Literaturwissenschaft (im Vergleich zur russischen und britischen Literaturwissenschaft), wobei die spezifischen Merkmale dieser Begriffe hervorgehoben und ihre Veränderungen betont werden.

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Quellen ausländischer Autorinnen und Autoren (britischer und russischer) bieten Definitionen von Parodie und Pastiche, die insgesamt umfassender sind als jene in lettischen Quellen. Häufig werden Verbindungen zwischen Hypotext und Hypertext sowie Bezüge zu verwandten Gattungen aufgezeigt und die Unterschiede zwischen den beiden Begriffen hervorgehoben. Dennoch können selbst diese Definitionen einander widersprechen: Verschiedene Theoretiker vertreten unterschiedliche Auffassungen über die Bedeutungen der Begriffe und deren Darstellung.

Weitere Untersuchungen zur Verwendung des Begriffs parodija und insbesondere des Begriffs pastišas im Lettischen sind erforderlich, um ihre Bedeutungen sowohl im terminologischen Bereich als auch im alltäglichen Gebrauch genauer zu bestimmen und sie in lexikografischen Quellen zu beschreiben.

Um unterschiedliche Interpretationen des Begriffs pastišs in der lettischen Terminologie zu vermeiden, muss eine durchdachte Definition formuliert werden. Die Definitionen der Begriffe pastišs und parodija in ausländischen wie lettischen Publikationen widersprechen einander und stimmen mitunter nahezu überein, da sie gemeinsame Merkmale aufweisen und sich nicht vollständig voneinander abgrenzen lassen.

In der lettischen Literaturwissenschaft besteht Bedarf, zeitgemäße und umfassende Definitionen der genannten Begriffe zu formulieren. Diese Definitionen sollten folgende Aspekte abdecken:

– Komik (Humor, Ironie, Satire);

– Verhältnis zum Hypotext;

– Grad der Stilisierung;

– Blütezeit und Verbindung zur ästhetizistischen Bewegung.

Weder Pastiche noch Parodie lassen sich anhand ihrer Ausprägung in der Literatur über alle Epochen und Kulturen hinweg definieren. Ihre Erscheinungsformen in der Literatur haben sich verändert, und deshalb hat sich auch das Verständnis der Begriffe selbst gewandelt.

Eingegangen am 05.06.2017

Anita Helviga Liepāja University Kurzeme Institute of Humanities Kūrmājas prospekts 13–303, LV-3401 Liepāja, Latvia E-mail [email protected]

Sigita Ignatjeva Liepāja University Kurzeme Institute of Humanities Kūrmājas prospekts 13–303, LV-3401 Liepāja, Latvia E-mail [email protected]

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