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Institut für Litauische Sprache
SUBSTANTIVISCHES UND POSTPOSITIONALES LABUI IN DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN (SCHRIFT-)SPRACHE
SCHLÜSSELWÖRTER: Dativ des Substantivs, Desemantisierung, Postposition.
ZUSAMMENFASSUNG
Dieser Artikel behandelt anhand des Materials aus dem Korpus der Gegenwartssprache Litauisch (DLKT) den substantivischen und postpositionalen Gebrauch von labui. Die hierarchische Analyse ergab, dass der Dativ des Substantivs labas gewöhnlich als Objekt oder Adverbialbestimmung fungiert, wenn sein abhängiges Glied im Genitiv eines eine Person bezeichnenden Substantivs (Pronomens) steht (für das Wohl der Gesellschaft notwendig; schuf sowohl für sich selbst als auch zum Wohl anderer Völker). Das substantivische labui rückt den Benefizienten in den Vordergrund; außerdem bezieht es sich auf das Finitem, den Patienten und das Kontentivum und bezeichnet die Art und Weise. Für die Konstruktion aus der Postposition labui und einem Genitiv ist die Zielbedeutung am typischsten. Ein typisches vom als Objekt fungierenden postpositionalen labui abhängiges Genitivglied ist ein abstraktes Substantiv (notwendig zum Wohl des Gemeinwohls); das Genitivglied der als Adverbialbestimmung fungierenden Konstruktion ist lexikalisch nicht eingeschränkt.
EINLEITUNG
Im Großen Wörterbuch der litauischen Sprache (LKŽₑ)1 werden drei Bedeutungen des maskulinen Substantivs labas im Singular unterschieden: (1) „Wohlergehen2, Nutzen3“ (siehe Sätze 1–3), (2) „Besitz, Schatz, Gut“ (siehe Sätze 4–5) und (3) „Gruß“ (siehe Satz 6). Das Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache (DŽₑ) und das Wörterbuch des litauischen Standardsprachgebrauchs (BŽₑ) führen die beiden ersten Bedeutungen an: „Wohlergehen, Nutzen“ (siehe Sätze 7–8), „Besitz, Schatz, Ressource“ (siehe Sätze 9–10).
1) Ihm ist unwohl, und ihm geht es nicht gut Sv4.
1 Der zweite Band (C–F) des Wörterbuchs der litauischen Sprache, dessen Chefredakteur Jonas Kruopas war, erschien 1969 in Vilnius.
2 Vgl. DŽₑ: Wohlergehen – ein gutes, gut versorgtes Leben: Er lebt in materiellem Wohlstand – er hat alles, was er braucht.
3 Vgl. DŽₑ: Nutzen – 1. etwas Nützliches, Wertvolles, Gewinnbringendes: Aus dieser Arbeit wird großer Nutzen erwachsen. 2. Wohlergehen, Wohl: Lasst uns alle zum Wohl des Vaterlands arbeiten. 3. ein positives, günstiges Ergebnis: Das Spiel endete zugunsten unserer Mannschaft. 4. Besitz: So viel Besitz hatten wir noch nie. 5. Feldfrüchte, Getreide: Dieses Jahr fiel die Ernte gut aus.
4 Abkürzungen wie LKŽₑ.
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2) Das Beste von allem <...> verwenden wir zum Wohl des Volkeslabui sp.
3) Die Eltern arbeiteten zum Wohl ihrer labo Kinder A1885,6.
4) Die Burg wurde zerstört, und all ihr labą wurde mitgenommen A1884,335.
5) Doch wenn man die labą des Waldes beschreiben und erklären will, muss man darlegen, was man dort erlebt hat.
6) Für labą bekommst du nicht einmal ein Wort, geschweige denn etwas zu essen PrLXVII26.
7) Mein ganzes Leben lang habe ich zum Wohl der Menschen [des Vaterlandes]/labui. BŽe
8) Die Regierung sollte sich am Streben nach dem Gemeinwohl orientieren labo. BŽe
9) Dieses labo reicht für das ganze Leben. BŽe
10) Hier ist unser ganzes labas. BŽe
11) Vėliau aš supratau, kad jis pažabojo Seto jėgą, neišmatuojamą dangaus galybę, ir naudojo ją harmonijos, o ne chaoso labui. DLKT
12) Kai neilgai priešinesis pasidavė penktasis fortas, gradgrotai nusprendė, jog, turint omeny pavojingą laiko stygių, reikalo labui su likusiais kanonieriais pasikalbės patys. DLKT
In den Sätzen 2 und 7 entspricht der finale zum Wohl dem Dativ des Substantivs Wohlergehen (vgl.: Alles Gute verwenden wir zum Wohl des Volkes; Mein ganzes Leben lang habe ich zum Wohl der Menschen gearbeitet5). Anders verhält es sich in den Sätzen 11–12, wo sich zum Wohl nur schwer durch das synonyme zum Wohlergehen ersetzen lässt (vgl.: ?Die Kraft wurde zum Wohl der Harmonie und nicht des Chaos eingesetzt;?Über die Angelegenheit werden die übrigen Kanoniere selbst zum Wohl sprechen). Es ist möglich, dass die Substantivhaftigkeit von zum Wohl – die Klarheit der Bedeutung „Wohlergehen, Nutzen“ – damit zusammenhängt, ob der als sein abhängiges Glied fungierende Genitiv eines Substantivs (Pronomens) ein Lebewesen oder einen abstrakten Gegenstand bezeichnet.
Zum Wohl mit Genitiv, wie es in den Sätzen 2, 11 und 7, 12 verwendet wird, unterscheidet sich hinsichtlich seiner Notwendigkeit im Satz: Die erstgenannten, semantisch voneinander abweichenden Verwendungen von zum Wohl mit Genitiv sind Valenzaktanten des Verbs (pa-)verwenden6, die letztgenannten nicht. Die fakultative Konstruktion zum Wohl mit Genitiv in den Sätzen 7 und 12 kann mit der präpositionalen Zweckkonstruktion mit wegen im Satz 3 verglichen werden (vgl. Balkevičius 1963: 226). Der Zweck wird im Satz 7 durch den Dativ des Substantivs Wohl ausgedrückt (vgl. Satz 2), durch die Konstruktion mit der Präposition wegen im Satz 3 sowie durch die sekundäre Präposition7, genauer gesagt, die Postposition zum Wohl mit Genitiv
5 Vgl. ein Beispiel aus dem Korpus der Gegenwartslitauischen Sprache (DLKT): [Pliusnys] weiterhin zur Ehre des Schöpfers und zum Wohl der Menschen wirken möge.
6 Plg. Nijolės Sližienės (1998: 10) teikiamą naudoti „vartoti kaip priemonę, įrankį kokiam tikslui, taikyti kur“ junglumo aprašą, kur naudininkas atliepia finitývo – tikslo, paskirties funkciją (žr. Sližienė 1994: 23).
7 „Sekundär (neugebildet) nennt man Präpositionen, die mit Wörtern anderer Wortarten, vor allem mit Adverbien, verbunden werden können“ (Vaiulytė in: DLKG 2006: 438).
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konstrukcija (plg. Šukys 1998: 552; Kazlauskienė, Rimkutė, Bielinskienė 2011: 150–1518) 12 sakinyje (plg. 11 sakinį). Pagal 3 ir 7 sakinių analogiją ir atsižvelgiant į tai, kad tipiška priežasties (siaurąja prasme) raiška – prielinksnio dėl konstrukcijos, o daiktavardžio naudininkui priežasties reikšmė nėra būdinga, taip pat galima manyti, kad polinksნიო labui konstrukcija ir (arba) prielinksniu dėl su kilmininku (gali būti) žymima priežastis. Kokią vietą tikslo, priežasties raiškoje užima daiktavardiškasis ir polinksniškasis labui? Ar jais pasakomos tik šios reikšmės? Kaip bus matyti, ir kitos.
Im Folgenden (siehe Kapitel 2) wird nach einer Antwort auf die Frage gesucht, anhand welcher Kriterien die substantivische und postpositionale Verwendung von labui begründet werden kann, oder anders gesagt, was beeinflusst und wann das bedeutungstragende labui desemantisiert wird (ist) und den Status einer Postposition erlangt. Man kann annehmen, dass neben dem erwähnten Belebtheitskriterium auch die grammatische Funktion Einfluss darauf hat: Der Dativ des Substantivs labas fungiert als Objekt (Ergänzung) eines atypischen Benefizienten9, zum Beispiel im Satz Alle Tiere sind dem Wohl des Menschen dienlich (vgl. dem Wohlergehen des Menschen, dem Menschen); die Konstruktion mit postpositionalem labui fungiert als finale Adverbialbestimmung. Andererseits sollte man hier eher von stärker substantivischen und stärker postpositionalen, durch labui markierten Objekt- und Adverbialbedeutungen sprechen (Ursache im weiten Sinne (inter alia Balkevičius 1963) oder im engeren Sinne – (reale) Ursache und Zweck (inter alia LKG 1971, 1976; DLKG 2006; Labutis 1998)10).
Gegenstand dieses Artikels ist somit das substantivisch und postpositional verwendete labui. Ziel des Artikels ist es, die Funktionen von labui im Satz auf Grundlage von Hierarchien zu erörtern. Zur Erreichung dieses Ziels werden folgende Aufgaben gestellt: Ohne Anspruch auf einen umfassenden Literaturüberblick wird kurz erwähnt, was in grammatischen Beschreibungen der litauischen Sprache über den Dativ des Substantivs und dessen Synonyme geschrieben wurde (siehe Kapitel 1); die Verwendungsfälle des (eher) substantivischen und (eher) postpositionalen labui werden analysiert und darauf aufbauend wird zusammengefasst, was damit in der heutigen litauischen (Schrift-)Sprache bezeichnet wird (siehe Kapitel 2 sowie Zusammenfassung und Schlussfolgerungen). Verwendet werden deskriptiv-analytische und interpretative Methoden.
Vgl.: „Als Neuerungen werden solche Präpositionen bezeichnet, die deutliche etymologische Beziehungen zu den selbstständigen Wörtern bewahrt haben, von denen sie abstammen“ (Vaitulytė in: LKG 1971: 580).
8 Vgl.: „Einige Adverbien können ebenfalls als Postpositionen verwendet werden, zum Beispiel labui, metu usw. Sie stehen fast nie vor einem Kasus, daher können sie als Postpositionen betrachtet werden, z. B.: Alles tat ich nur zu deinem Wohl“ (Kazlauskienė, Rimkutė, Bielinskienė 2011: 150–151). Es liegt ein Beispiel vor, in dem labui als Präposition verwendet wird: Dass es mit den Staatsangelegenheiten bergab geht und dass ohne sein Eingreifen der Bürgerkrieg zum Leidwesen aller vernünftigen und guten Menschen ewig weitergehen wird. Er griff allein zum Wohl jener Sanftmütigen ein, die unter allen Umständen nur ruhig ihrer Arbeit nachgehen und ein schlichtes Familienglück genießen möchten (DLKT). Die präpositionale Verwendung von labui wird durch den untergeordneten Attributsatz beeinflusst.
9 Die Benefizientenfunktion ist für Lebewesen typisch, insbesondere für Personen, zu deren Vorteil oder Nachteil etwas geschieht oder sich ereignet. „Manchmal werden auch unbelebte Dinge und abstrakte Sachverhalte als Benefizient aufgefasst, z. B.: sie setzten dem Rechen Zähne ein, Rauchen schadet der Gesundheit“ (siehe Sližienė 1994: 21)
10 Vaida Našlėnaitė-Eberhardt (2002: 17–18) kalba apie šešias priežasties subkategorijas: realiosios priežasties (kauzatyvo), hipotetinės priežasties (sąlygos), kaip į ateitį nukreiptos priežasties (tikslo), nerealiosios priežasties (nuolaidos), motyvo (t. y. skatinančios priežasties), padarinio (pasekmės, rezultato). Priežasties semantiniams santykiams ji priskiria realiosios priežasties, motyvo ir padarinio subkategorijas ir teigia, kad hipotetinės priežasties (sąlygos), kaip į ateitį nukreiptos priežasties (tikslo), nerealiosios priežasties (nuolaidos) santykiai yra savarankiški, pasižymintys savita semantika ir turintys tiktai jiems būdingą gramatinę raišką.
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Zur Erreichung des Ziels wird Material herangezogen, das aus dem am Zentrum für Computerlinguistik der Vytautas-Magnus-Universität zusammengestellten Textkorpus der litauischen Gegenwartssprache (im Folgenden DLKT) stammt. Dessen größten Teil bilden schriftliche, häufig redigierte Texte verschiedener Genres (publizistische, belletristische, Sach- und Verwaltungsliteratur). Beispiele aus der gesprochenen Sprache machen den kleinsten Teil des DLKT aus. Der Artikel stützt sich auf 1250 Beispiele, in denen labui verwendet wird. Diese Sätze wurden ohne Unterscheidung nach Genres der Reihenfolge nach ausgewählt, indem das Wort labui in das Feld für die erweiterte Suche des DLKT eingegeben wurde (verwendetes Suchkriterium: entspricht).
1. DER DATIV UND SEINE SYNONYME IN GRAMMATISCHEN BESCHREIBUNGEN DER LITAUISCHEN SPRACHE
Um die Funktionen von labui im Satz genauer zu bestimmen, ist es zunächst wichtig, kurz darauf einzugehen, wie der Dativ des Substantivs in den Grammatiken verstanden wird und welche Synonyme er haben kann.
1.1. Adelė Laigonaitė stellt bei ihrer Erörterung des nominalen Dativs in der Grammatik der litauischen Sprache (im Folgenden LKG) (LKG 1965: 193f.) fest, dass „der von einem Verb regierte Dativ eine Person oder Sache bezeichnet, für die etwas bestimmt ist, in deren Interesse etwas getan wird oder die von der betreffenden Handlung auf die eine oder andere Weise betroffen ist. Ein solcher nominaler Dativ kann als Objektdativ bezeichnet werden. Im Satz erfüllt er die Funktion einer Ergänzung“ (siehe Satz 13). In den Fällen, in denen der von einem Verb regierte Dativ angibt, zu welchem Zweck etwas getan wird oder geschieht, erfüllt er die Funktion einer finalen Adverbialbestimmung (siehe Satz 14).
13) Die Fabrikanten waren gezwungen, den Arbeitern Lohn zu erhöhen. (zitiert nach LKG 1965: 193)
14) Der Onkel lieh ihr noch für den Weg und ein paar Rubel. (zitiert nach LKG 1965: 194)
Elena Valiulytė, gramatikose (LKG 1976: 29tt; DLKG 2006: 513t; plg. Šukys 1998: 147) aptardama veiksmažodinius junginius su naudininku, sako, kad naudininkas dažniausiai žymi objektinius (aukojasi vaikams), rečiau – tikslo (ruošiasi sėjai), kiekybinius (dingo amžiams) bei laiko (išvažiuos žiemai) santykius. Objekto naudininkas su tranzityviniais veiksmažodžiais „turi dvi ryškesnes reikšmes – veiksmo adresato ir veiksmo paskirties. Šios reikšmės ypač aiškiai skiriasi tada, kai abu naudininkai pavartojami greta su tuo pačiu veiksmažodžiu, pvz., nupirko dukteriai (adresatas) siūlų megztiniui (paskirtis). Adresatą paprastai reiškia asmenis (ar kitas gyvas būtybes) žyminčių daiktavardžių (ar jį atstojančių įvardžių) naudininkas. <...> Paskirties reikšmę turi paprastai daiktus žyminčių daiktavardžių naudininkas. Jis žymi, kam skiriamas kitu nuo to paties veiksmažodžio priklausomu linksniu (galininku ar kilmininku) pasakytas daiktas“ (Valiulytė in: LKG 1976: 31t; dar žr. DLKG 2006: 513t) (plg. 15–16 sakinius). Abstrakčios reikšmės (dažnai veiksmažodinės kilmės) daiktavardžių naudininkas 17–18 sakiniuose rodo veiksmažodžiu žymimo
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veiksmo tikslą (Valiulytė in: LKG 1976: 34). Kitaip kalbant, E. Valiulytės nuomone, 15–16 sakinių naudininkas yra (adresato, paskirties) papildinys, o 17–18 sakiniuose – (tikslo) aplinkybė.
Albertas Ruže LKG (1976: 517) teikiamą, pavyzdžiui, sakinio Beržo tošės pasidžiauk prakurai daiktavardžio prakuras naudininką laiko tikslo aplinkybe (plg. 16 sakinį). Panašios nuomonės yra ir Vitas Labutis, kuris 16–18 sakiniuose vartojamą daiktavardžio naudininką supranta kaip tikslo¹¹ – tiksliau, paskirtinio tikslo (paskirties) aplinkybę, kurią „rodome tariniu pasakyto požymio tikslą, kuris dažnai drauge žymi ir veiksniu ar papildiniu pasakyto daikto paskirtį“ (Labutis 1998: 302; panašiai Ruže in: LKG 1976: 517; Šukys 1998: 168t; dar žr. t. p.: 147, 176). Jonas Balkevičius (1963: 226) kalbamųjų sakinių naudininkus taip pat aptaria tikslo aplinkybių skyriuje. Tačiau jis (Balkevičius 1963: 219), skirtingai nei V. Labutis ar A. Ruže, tikslo aplinkybę įtraukia į plačiai suvokiamą priežasties aplinkybių sąvoką. Kaip sako Jonas Šukys (1998: 169), aplinkybių naudininkas 16 sakinyje „kartu rodo ir netiesioginį objektą¹²“, o 17–18 sakiniuose, kur yra „abstraktesnis daiktavardis, jis paprastai turi ryškesnį tikslo atspalvį“ (plg. Ruže in: LKG 1976: 517¹³; plg. t. p.: 34, 87).
15) Ich schüttete ihm einen Berg auf, er grub mir eine Grube. (zitiert nach Šukys, 1998: 148)
16) Ich selbst machte für das Haus Fenster. (zitiert nach LKG 1976: 32)
17) Sammelt der Regenbogen für ihre Schönheit siebenblütige Blumen? (zitiert nach LKG 1976: 34)
18) Seine Macht zum Bösen und Ehrlosen einzusetzen. (zitiert nach LKG 1976: 34)
Aldona Paulauskienė (1994: 120, dar žr. t. p.: 123, 173¹⁴) laikosi nuomonės, kad „visais šiais [papildinio, aplinkybių] vartojimo atvejais naudininkas išlaiko bendrą (invariantinę) paskirties ir naudos/nenaudos reikšmę“ (dar žr. Šukys 1998: 147).
Es wird deutlich, dass die Interpretation des nominalen Dativs auf der Unterscheidung zwischen Satzgliedern (grammatischen Funktionen) Ergänzung (indirektes Objekt) bzw. Adverbial und konkretem (belebtem bzw. unbelebtem) bzw. abstraktem Gegenstand beruht. Eine Ergänzung ist ein nominaler Dativ, der konkrete belebte oder unbelebte Gegenstände bezeichnet (Valiulytė); ein Adverbial ist ein nominaler Dativ, der konkrete unbelebte oder abstrakte Gegenstände bezeichnet (Labutis, Balkevičius, Šukys). Auf Grundlage dieser Unterscheidung
11 „Ein Finaladverbial ist ein sekundäres Satzglied, das einen impliziten, auf die Zukunft gerichteten Beweggrund angibt, um dessentwillen bzw. auf den hin ein durch das Prädikat ausgedrücktes Merkmal zur Geltung kommt“ (Labutis 1998: 300). Vgl.: „Ein Finaladverbial bezeichnet das Ziel und den Zweck einer Handlung oder eines Zustands und beantwortet die Fragen: wozu, zu welchem Zweck wird gegangen, gefahren, gestrebt oder für wen, zu welchem Zweck ist etwas da oder wird etwas getan?“ (Balkevičius 1963: 225). ¹² „Ein solches Objekt wird gewöhnlich durch ein recht konkretes Substantiv ausgedrückt“ (Šukys 1998: 168). ¹³ „Die deutlichste Finalbedeutung hat der Dativ verbaler Substantive“, z. B. Für die Gaszementierung werden verschiedene Öfen verwendet (LKG 1976: 517). ¹⁴ „Der Dativ des Adverbials bewahrt dieselbe grundlegende Zweckbedeutung. <...> Auch das Finaladverbial ist mit einer Zweckbedeutung verbunden“ (Paulauskienė 2001: 173).
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Bei den Dativen des indirekten Objekts und des Adverbials muss man sagen, dass der nominale Dativ in den Konstruktionen opfert sich für die Kinder, kaufte der Tochter Garn, ich schüttete ihm einen Berg auf ein indirektes Objekt ist und sich von dem als Adverbial fungierenden Dativ in den Konstruktionen opfert sich zugunsten der Kinder (vgl. zum Wohl), kaufte zum Wohl der Tochter Garn, ich schüttete zu seinem Wohl einen Berg auf unterscheidet. Auch die semantischen Unterschiede, die durch dieselbe Ausdrucksform bezeichnet werden, sind hier wichtig: In den Konstruktionen opfert sich für die Kinder, kaufte der Tochter Garn, ich schüttete ihm einen Berg auf liegt ein Benefaktivus vor, in opfert sich zugunsten der Kinder, kaufte zum Wohl der Tochter Garn, ich schüttete zu seinem Wohl einen Berg auf dagegen ein Finaldativ. Sind die letzteren Dative unterschiedlich? Das kann durchaus sein. Aber beispielsweise im Satz Freunde, seine Erfahrung wird noch unserem Wohl dienen (DLKT) steht labui eher einem indirekten Benefaktivusobjekt nahe, das durch den Dativ bezeichnet wird (d. h. wird unserem Wohl dienen ≈ uns; vgl.:?wird uns zu unserem Wohl dienen; ferner vgl.: Kaufte zum Wohl der Tochter Garn für einen Pullover; Lieh außerdem auch noch ihr zum Wohl Geld für die Reise) (siehe weiter unten). Folglich müssen weitere Kriterien gesucht werden, um die Unterschiede von labui zu erklären.
Axelis Holvoetas ir Loreta Semėnienė (2004) linksniams priskiria gramatiškumo laipsnius. Remdamiesi Veslavos Čižik (2003) preliminariai nustatyta linksnių hierarchija: vardininkas > galininkas > naudininkas > kilmininkas (arba kilmininkas > naudininkas) > įnagininkas, autoriai (Holvoet, Semėnienė 2004: 33) teigia, kad „linksniai išsidėsto skalėje pagal tai, ar jie koduoja centrines, ar periferines sakinio funkcijas“; linksnių reikšmės „yra labai abstrakčios ir sunkiai suformuluojamos linksnių hierarchijoje aukštai esančių linksnių atveju, bet darosi tuo konkretesnės kuo žemesnė linksnio pozicija hierarchijoje“. Pagal santykinį gramatiškumo (artimumo sakinio branduoliui) ar semantiškumo (periferiškumo) laipsnį skiriama linksnių hierarchija susijusi ir su sintaksinės priklausomybės (valdinys > modifikatorius15) pagrindu skiriama gramatinių funkcijų hierarchija: subjektas > tiesioginis objektas > netiesioginis objektas > tolimesni objektai (angl. oblique) (trumpiau, subjektas > objektai) > aplinkybės (plačiau Holvoet 2009a, 2009b). Kaip rašo A. Holvoetas (2009a: 18), „vardžodžių hierarchija, išrikiuojanti veiksmažodžio palydovus tam tikra žemėjančia tvarka pagal jų periferiškumo, arba atsietumo nuo pagrindinės predikacijos laipsnį, leidžia įsivaizduoti laipsnišką veiksmažodžio komplementų perėjimą į modifikatorių kategoriją, kartu numatydama ir tarpinius šio perėjimo atvejus“. Taigi hierarchizacijos pagrindu naudininkas yra labiau semantinis (mažiau gramatinis) linksnis, žymintis labiau periferines gramatines funkcijas.
Hierarchische Unterschiede können auch der Verwendung von labui zugrunde gelegt werden: Je nach syntaktischer Abhängigkeit bezeichnet es Objekte > Adverbiale (widmet sich dem Gemeinwohl > wird unserem Wohl dienen > arbeitet zum Wohl der Menschen > sammelt siebenblütige Blumen um der Schönheit willen). Dies hängt auch mit dem nominalen Charakter von labui> zusammen.
15 Zum Begriff der syntaktischen Relationen – Rektion und Modifikation, Rektum bzw. Modifikator, regierendes Wort bzw. modifiziertes Wort –, auf den wir uns hier stützen, siehe ausführlicher Holvoet, Judžentis (2003: 11–35; 2005: 11–38). Ebenda vgl. auch den Überblick über die traditionellen Typen syntaktischer Relationen. Zu den Kriterien für die Unterscheidung von Ergänzungen und Adverbialen, die im Artikel verwendet werden, siehe ausführlicher Holvoet, Čižik-Prokaševa (2005: 66–70).
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postpositionale Verwendung (sie kommt uns zugute (vgl. unserem Wohl) > zum Wohl der Schönheit (*dem Wohl der Schönheit) sammeln sie siebenblütige Pflanzen). Hinsichtlich ihrer semantischen Funktionen korreliert das als indirektes Objekt fungierende substantivische Wohl mit einem Benefizienten, während die adverbiale Konstruktion mit der Postposition Wohl mit einem Finalzweck korreliert16, d. h. mit dem Ausdruck eines Ziels. Wie zu sehen war, gibt es neben solchen substantivisch oder postpositional verwendeten Formen von Wohl Fälle, in denen Wohl (eher) substantivisch ist, aber hinsichtlich der syntaktischen Abhängigkeit kein Komplement des Prädikats darstellt (zu seinem Wohl (vgl. für ihn, zu seinem Wohl) schüttete ich einen Berg auf), und umgekehrt: Wohl ist eher eine Postposition, aber ein Komplement des Prädikats (er verwendete es zum Wohl der Harmonie und nicht des Chaos).
A. Holvoetas ir V. Čižik-Prokaševa (2005: 81–92) sintaksiškai naudininką, kuris neužima argumento pozicijos, t. y. nėra predikato valdinys, vadina laisvuoju ir skiria keturis jo tipus: dativus commodi (Jonas atnešė Onai vyno), dativus sympatheticus (Jonas paspaudė šeimininkui ranką), dativus ethicus (Jis tau atvažiuos!), dativus iudicantis (Šis paveikslas man visai gražus). Autoriai dativus commodi interpretuoja kaip beneficiento aplinkybę (plg.: jam kalną pyliau), dativus sympatheticus – kaip argumento suskaidymo atvejį, dativus ethicus sieja su diskursu ir laiko sakinio aplinkybėje, o „dativus iudicantis yra semantiškai reikalaujamas ir sintaksiškai valdomas“ (Holvoet, Čižik-Prokaševa 2005: 83, 86, 88, 90). Pastarasis laisvasis naudininkas siejamas „ne su visu sakiniu (kaip sakinio aplinkybė), o tik su konkrečių žodžių sintaksinėmis savybėmis“ (t. p.: 91).
Agnieszka Rembiałkowska schlägt bei der Erörterung freier Dative vor, sich „bei der Klassifizierung <...> am Kriterium ihres Skopus (engl. scope) zu orientieren“. Konkret gesagt: „Die Typen freier Dative werden vor allem danach unterschieden, zu welchem Satzabschnitt sie in Beziehung stehen, d. h. mit welcher Ebene der Prädikation sie eine engere Einheit bilden und auf welche Ebene der Prädikation sich die Wirkung der von ihnen ausgedrückten Prädikation erstreckt“ (Rembiałkowska 2009: 149–150). Auf dieser Grundlage „treten die durch dativus sympatheticus kodierten possessiven Bedeutungen auf der Ebene der Kernprädikation auf (vgl. Satz 16), während die durch dativus commodi / incommodi kodierten benefaktiven / malefaktiven Bedeutungen“ (ebd.: 167–168) „der Ebene der erweiterten Prädikation angehören sollten“ (ebd.: 162) (vgl. Satz 15); „die Bedeutungen des dativus iudicantis [werden] auf der Propositionsebene kodiert, die des dativus ethicus auf der Ebene des Sprechakts (des Satzes)“ (ebd.: 168). Somit begründet A. Rembiałkowska (2009: 161–162, 168) mit dem Skopuskriterium hierarchische Unterschiede zwischen freien Dativen, die nicht unmittelbar mit dem Prädikat verbunden sind. Wie (oder ob) sich die hier erörterte Hierarchie adverbialer freier Dative: dativus sympatheticus > dativus commodi / incommodi > dativus iudicantis > dativus ethicus, zu den behandelten Verwendungen von Wohl verhält, wird im Folgenden erörtert (siehe Kapitel 2). Aus dem bisher Gesagten wird deutlich, dass die Verwendung von Wohl im Bereich des dativus sympatheticus (möglicherweise) eingeschränkt ist (vgl.: ich machte dem Haus Fenster,?ich machte Fenster zum Wohl des Hauses, aber: ich machte Fenster zum Wohl des Hauses (d. h. für das Haus als Wohnstätte) Fenster (siehe weiter unten).
16 Der Finalzweck ist „charakteristisch für Dinge und Erscheinungen, die angestrebt werden und denen die durch das Verb bezeichnete Handlung gilt, z. B.: Die Mannschaften wetteifern um den ersten Platz, die Landwirte bereiten sich auf die Aussaat vor“ (Slizienė 1994: 23).
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Jurgita Kerevičienė (2008: 117tt), taikydama kognityvinės gramatikos teorines prielaidas ir metodus, siūlo naudininko funkcijas skirti ne pagal sintaksinius (valdomas resp. nevaldomas), bet pagal semantinius kriterijus. Kalbininkė naudininką interpretuoja kaip tam tikrą tarpusavyje susijusių skirtingų reikšmių tinklą (angl. network, set of meanings).
In diesem Artikel wird der Dativ des Substantivs als Mitglied von Hierarchien betrachtet, die den genannten Autoren (Holvoetas, Semėnienė, Čižik-Prokaševa, Rembiałkowska) zugeordnet sind. Auf ihrer Grundlage wird erörtert, wann zum Nutzen (eher) substantivisch (mit einer Bedeutung) und wann postpositional (als desemantisiert) verwendet wird. Dies wird unter Berücksichtigung seiner syntaktischen Abhängigkeit erörtert: Es wird darauf geachtet, ob er vom Verb regiert wird oder nicht. Der als Ergänzung des Verbs fungierende Dativ des Substantivs Nutzen oder die postpositionale Konstruktion zum Nutzen mit Genitiv ist ein Objekt (eine Ergänzung) (siehe Sätze 2 und 11); als Modifikator fungierende Formen sind Adverbialbestimmungen (siehe Sätze 7 und 12) (ausführlicher siehe Kapitel 2).
1.2. Im Folgenden sei unter Berücksichtigung des Gedankens von Vytautas Ambrazas (2006: 307), wonach „die Präposition dėl(ei) mit dem Genitiv in den Gebrauchsbereich des Dativs des Ziels und der Bestimmung vordringt, besonders dann, wenn von konkreten, mit einem Ziel verbundenen Dingen die Rede ist, z. B.: er ließ Kartoffeln als Saatgut zurück → wegen des Saatguts, er stellte Milch für die Kinder beiseite → wegen der Kinder, <...> verdrängt auch den durch Verbalsubstantive ausgedrückten Dativ der Bestimmung, z. B.: Zum Essen wird es reichen17“ (vgl. Balkevičius 1963: 226 und Sätze 17–18), kurz darauf hingewiesen, wodurch außer durch den Dativ noch das Zieladverbial ausgedrückt wird und wie es mit dem typischen Ausdruck der Ursache – Konstruktionen mit der Präposition dėl – zusammenhängt.
Beispielsweise ist nach Ansicht von A. Ružė neben dem bereits erwähnten Dativ das Adverbial des Zwecks ein Adverb, der Genitiv eines Substantivs, der Instrumental, der Genitiv mit der Präposition wegen, der Akkusativ mit den Präpositionen in, für, der Infinitiv, das Supinum, eine Phraseologisierung und eine Wortverbindung (LKG 1976: 514tt; vgl. Balkevičius 1963: 221t); das Adverbial des Grundes18 ist ein Adverb, der Instrumental eines Substantivs, der Genitiv mit wegen, aus, von und dank, der Akkusativ mit den Präpositionen durch, für, der Instrumental mit der Präposition mit, eine Phraseologisierung und eine Wortverbindung, zum Beispiel: Wegen des Eigensinns der Eltern und der Vorurteile fanatischer Ignoranten entsagte ich dem schönsten Gefühl – der Liebe (vgl. Satz 3) (LKG 1976: 516–517; siehe auch LKG 1965: 194). Der Genitiv mit der Präposition wegen ist häufig synonym mit dem Akkusativ mit der Präposition für19, der die Funktion eines Zweckes hat, oder mit dem Dativ, vgl.: Sie kämpftest schon als Schülerin für das Litauertum (vgl. für das Litauertum); Sie werden wegen des Bratens gejagt (vgl. dem Braten zuliebe) (Ružė in: LKG 1976: 518).
17 Plg. Šukio (1998: 169) nuomonę šiuo klausimu: „Vietoj paskirties [t. y. tikslo] naudininko paprastai nelabai tinka prielinksnio dėl konstrukcijos, pvz.: dėl sėklos pasilikom; dėl duonos užsidirbsiu; pasiskolink dėl kelionės.“
18 Eine Darstellung der Kausalrelationen in den wichtigsten Arbeiten zur litauischen Sprachwissenschaft findet sich bei Našlėnaitė-Eberhardt (2002: 8–12).
19 Konstruktionen mit der Zielpräposition už werden „bei Verben verwendet, deren Handlung ein Streben ausdrückt (kämpfen, zugrunde gehen, sterben, erheben usw.)“ (Ružė in: LKG 1976: 518).
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E. Valiulytė, DLKG (2006: 543) aptardama priežasties reikšmės veiksmažodinius junginius, teigia, kad „priežastį žymi junginiai su prielinksniai iš, nuo, dėl, už, rečiau – su dėka, per, su įnagininku be prielinksnio, su prieveiksmiais“ (dar žr. Valiulytė 1998: 337–410). Kiek toliau nagrinėdama tikslo raišką, ji (DLKG 2006: 551) laikosi nuomonės, kad „veiksmo tikslą bei paskirtį žymi kilmininkas ir naudininkas (vieni ar su bendratimi), bendratis, prielinksnių [dėl, prie, į su kilmininku] konstrukcijos“; pvz.: kovoja dėl laisvės, paklausė smalsumo dėlei (dar plg. Labutis 1998: 302). Prielinksnis dėl, vartojamas „reiškiant veiksmo tikslą, dažnai susipina su priežasties reikšmės atspalviu“ (LKG 1971: 59020; panašiai Ruzė in: LKG 1976: 51821; dar žr. Valiulytė 2001: 201, 222). Išsamiai aprašiusi dabartinės lietuvių kalbos sintaksinius sinonimus, kalbininkė apibendrina: „pagrindinės priežasties santykių raiškos priemonės yra konstrukcijos išKilм, nuoKilм ir dėlKilм“ (Valiulytė 1998: 406), o „centrinę vietą tikslo [konkrečiau, siekinio] reikšmės priemonių sistemoje užima bendratis – viena ir su kilmininku, o prielinksninės [į, prie, dėl] konstrukcijos sudaro tos sistemos periferiją“ (Valiulytė 2001: 222; panašią nuomonę dar žr. Labutis 1998: 300).
J. Šukio (1998: 380; dar žr. 1978: 31) nuomone, „bendroji prielinksnio dėl reikšmė – priežastis su paskirties atspalviu – gana aiški ir be sakinio“. „Kai prielinksnio dėl konstrukcija reiškia gana aiškią paskirtį [t. y. tikslą], jai yra artimas paskirties naudininkas, tačiau juo keisti nebūtina, nei norima išlaikyti priežasties atspalvį. Mama dėl savo vaiko (plg. savo vaikui) duoną paskutinę raiko. Tačiau vietoj tokios paskirtį reiškiančios prielinksnio dėl konstrukcijos, kur negalima įžiūrėti priežasties atspalvio, geriau tinka įprastas paskirties naudininkas. Pirkom bulvių dėl sėklos“ (Šukys 1998: 380t). E. Valiulytė (1998: 376) teigia, kad prielinksnio dėl – priežasties, tikslo, objektinė, nuolaidos – „reikšmės yra labai artimos: jas vienija bendras semantinis požymis, kurį sąlygiškai galima pavadinti „loginiu pagrindu“. <...> Pasitaiko tokių vartojimo atvejų, kad sunku pasakyti, kokiai reikšmei priskirti aptariamą konstrukciją“22.
Aus dem Gesagten geht hervor, dass die Konstruktion mit der Präposition dėl trotz ihrer typischen kausalen Bedeutung mehrdeutig ist: Mit ihr werden auch andere, nichtkausale Bedeutungen ausgedrückt (Zweck-, Objektbedeutung o. Ä.).
20 „Die Präpositionen dėl, dėlei werden verwendet, um den Grund einer Handlung (ebenso eines Zustands oder einer Handlungseigenschaft) auszudrücken“ (Valiulytė in LKG 1971: 590), außerdem Zweck, Einräumung und den Gegenstand eines Gedankens oder einer Äußerung sowie zur Verstärkung der Bedeutung eines anderen Wortes, z. B. Dėl gerumo jis geras (aus Güte ist er gut) (Valiulytė in DLKG 2006: 441). E. Valiulytės Ansicht nach (1998: 381) hat die Konstruktion mit dėl in Verbindungen mit Verben, die aktive, willentliche Handlungen bezeichnen, auch eine Zweckbedeutung, z. B.: atjojo dėl mergelės (er kam wegen des Mädchens / um das Mädchen zu sehen) (ausführlicher siehe LKG 1976: 87). Solche Verbindungen lassen sich in zusammengesetzte Finalsätze umformen, vgl.: atjojo, kad pamatytų mergelę. (er kam, um das Mädchen zu sehen).
21 „Die präpositionale Konstruktion [dėl mit Genitiv] in der Bedeutung einer Zweckangabe ist für die Literatursprache nicht sehr charakteristisch. Außerdem lässt sich die Zweckbedeutung des Genitivs mit der Präposition dėl nicht immer klar von der kausalen Bedeutung abgrenzen“, z. B. Dėl drąsumo jis užsikišo už diržo savo tėvo ilgą Damasko durklą, paėmė lazdą ir išėjo; Dėl smagumo vieną gali pasikviesti, bet daugiau nieko (LKG 1976: 518).
22 Balkevičius (1963: 225; dar žr. t. p.: 226; panašią nuomonę žr. Labutis 1998: 293, 300) sako, kad „tikslo aplinkybė nuo veikiančios priežasties aplinkybės skiria kitoks priežastinis ir laiko santykis su sakinio tariniu: veikiančios priežasties aplinkybė realioje tikrovėje kyla anksčiau už tarinį arba eina kartu su tariniu, o tikslo aplinkybė yra tik galimas arba laukiamas tarinio veiksmo arba buvimo rezultatas“, arba, Našlėnaitės-Eberhardt (2002: 17) žodžiais, kalbamasis tikslas – tai į ateitį nukreipta priežastis.
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Bedeutungen: In manchen Fällen sind sie rein, in anderen synkretisch. Mit dem Dativ des Substantivs wird gewöhnlich der Zweck bezeichnet (dirbame žmonių labui, pasidėjo pieną vaikams). Eine solche adverbiale Funktion ausübende Dativform wird durch die Präpositionalkonstruktion dėl verdrängt (Ambrazas). Da die Präposition dėl mit Genitiv möglicherweise sowohl Ursache als auch Zweck markieren kann, kann es schwierig sein, diese Bedeutungen voneinander abzugrenzen.
Im Folgenden werden Ursache und Zweck als zwei eigenständige Bedeutungen aufgefasst, d. h., es wird ein engerer Ursachenbegriff zugrunde gelegt (ähnlich siehe Labutis 1998), und es wird untersucht, welchen Platz das hier behandelte labui einnimmt (ausführlicher siehe Abschnitt 2). J. Šukys Ansicht nach (1998: 552–553; 1978: 134) drückt dieses zunehmend als Postposition auftretende labui „mit dem Genitiv Ursache und Zweck aus (besonders mit dirbti, daryti, stengtis...). Tavo labui, ne kieno kito, stengiuosi (ich bemühe mich zu deinem Wohl, nicht zu dem eines anderen) (vgl. Satz 7). Labui kann leicht durch die altertümliche Präposition dėl ersetzt werden, vgl. Dirbkime dėl tėvynės; Dėl tavęs stengiuosi“ (Arbeiten wir für das Vaterland; Deinetwegen bemühe ich mich). Auf der Grundlage von Satz 11 können wir sagen, dass die Konstruktion mit der Postposition labui in den Fällen, in denen sie als Objekt (Ergänzung) fungiert (d. h. regiert ist), synonym zum Zweckdativ ist.
Somit lassen sich adverbiale Verwendungen von labui durch kausale und finale Konstruktionen mit dėl sowie durch freie Dative ersetzen. Es stellt sich die Frage, ob die Konstruktion mit labui und diejenige mit dėl oder der Dativ als (freie) Varianten gebraucht werden oder ob jede Form ihre eigene Bedeutung hat. Sind zum Beispiel die Bedeutungen der adverbialen Konstruktionen mit labui und dėl synonym oder verschieden (vgl.: dirba, taupo vaikų labui / dėl vaikų ir savo ateities labui / dėl ateities23); wie hängt (oder ob) die adverbiale Verwendung von labui mit dem Benefizienten zusammen (vgl.: taupo vaikų labui / vaikams, pieną pasidėjo vaikų labui / vaikams); worin unterscheiden sich (oder ob sie sich unterscheiden) die Dative indirekter Objekte in den Sätzen Nepriklausomybė būtina visuomenei nuo būtina visuomenės labui. (Unabhängigkeit ist für die Gesellschaft notwendig vs. notwendig zum Wohl der Gesellschaft).
2. SUBSTANTIVISCHES UND POSTPOSITIONALES LABUI AUF GRUNDLAGE DES DLKT
Im Folgenden wird labui anhand von Beispielen aus dem DLKT im Satz erörtert, wobei berücksichtigt wird, ob es eher als Substantiv oder als Postposition gebraucht wird. Dabei wird untersucht, ob es Regens oder Modifikator ist. Danach wird die grammatische Funktion der Konstruktion mit labui bestimmt (Objekt > Adverbial), vgl.:
19) Der Mensch kann sich für maßvollen Genuss sinnlicher Freuden entscheiden oder strikt auf sie verzichten, in dem Wunsch, dem Staat zu dienen und dem Gemeinwohl. DLKT
23 Vgl.: „Eine Präposition oder Postposition verändert die Bedeutung eines Kasus stark und bildet zusammen mit dem Kasus eines Substantivs oder eines substantivisch gebrauchten Wortes (Pronomen, Zahlwort...) eine Präpositional- bzw. Postpositionalfügung. <...> Präposition und Kasus verschmelzen gleichsam zu einer Wortverbindung mit qualitativ neuer Bedeutung; deshalb spricht man gewöhnlich nicht von den Bedeutungen der Präpositionen, sondern von den Bedeutungen der Präpositionalfügungen“ (Šukys 1978: 5–6).
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20) Nur der äußere Nebel hinderte Lukas daran, die Abzweigung zu bemerken. Eine vertraute, warnende Stimme bat ihn, das zu vergessen und nicht mehr darüber nachzudenken, was für ihn und ihn selbst gut sei, doch der Nebel von Odessa war stärker. Ich sah Lukas’ Auto am Abend auf der leeren Straße dahinfahren. DLKT
Wie bereits erwähnt, verbindet das Verb mit seiner prädikativen Funktion Aktanten, d. h. die Bedeutung des Verbs erfordert Aktanten als Ergänzungen (Komplemente), die seine Argumente ausdrücken. Im Satz treten die Aktanten des Prädikats als Objekte auf (siehe Satz 19). Die Auffassung von Objekten als Aktanten eines Verbs (oder eines anderen prädikativen Wortes) hängt mit dessen Valenzeigenschaften zusammen, d. h. mit der Fähigkeit des Verbs, sich mit bestimmten Wörtern in der erforderlichen Form zu verbinden – den Valenzpartnern (Sližienė 1994: 5). Modifikatoren, die im Satz gewöhnlich als Adverbialbestimmungen fungieren, drücken eine zusätzliche Prädikation aus (siehe Satz 20). Objekte und Adverbialbestimmungen „könnte man anhand eines einfachen Kriteriums unterscheiden: Was in den Geltungsbereich der Hauptprädikation fällt, ist ein Objekt; was nicht dazugehört, ist eine Adverbialbestimmung“ (Holvoet, Čižik-Prokaševa 2005: 6624) (siehe auch weiter unten).
2.1. Substantivisches labui
Der Dativ des Substantivs labas wird in den Sätzen 19 und 21–28 verwendet. Beispiele dieses Typs, in denen labui eigene kongruierende Attribute hat, machen nur einen kleinen Teil des verfügbaren Materials aus (30 von 1250). Syntaktisch unterscheidet sich der in den Sätzen 19 und 21–24 verwendete Dativ des Substantivs labas von dem in den Sätzen 25–28 verwendeten, nämlich als Objekt (Ergänzung) vs. Adverbialbestimmung. Das als Objekt fungierende labui des Substantivs bezeichnet in Satz 21 einen Patienten als Empfänger der Wirkung einer Handlung (vgl. Sližienė 1998: 96), in den Sätzen 19 und 22–24 einen atypischen Benefizienten (siehe Fußnote 7) (vgl. Sližienė 1994: 343; 2004: 299); als Adverbialbestimmung bezeichnet es in den Sätzen 25–28 einen Zweck.
In den Sätzen 19, 21–25 lässt sich ein Personen bezeichnender Genitiv eines Substantivs recht leicht erschließen (vgl.: (19) dem Allgemeinwohl dienen (dem Wohlergehen) ≈ dem Allgemeinwohl aller Menschen dienen), der in den Sätzen 27–28 ausgedrückt wird (vgl.: (28) dem gemeinsamen Wohl aller (Menschen) dienen). Auf der Grundlage dieser Sätze kann das in den Sätzen 29–30 verwendete aller syntaktisch zweifach interpretiert werden: aller kann als kongruierendes Attribut des von labui abhängigen Wortes – eines Personen bezeichnenden Substantivs im Genitiv – betrachtet werden (vgl.: zum Wohl [aller Lebewesen] bleiben); oder man kann es aufgrund der semantischen Synonymie als nichtkongruierendes Genitivattribut aller auf die kongruierenden Attribute gemeinsam25, allgemein26 beziehen und es als vom selbständigen labui abhängiges Satzglied auffassen ((28) zum Wohl aller, d. h. zum gemeinsamen Wohl).
24 Ten pat (Holvoet, Čižik-Prokaševa 2005: 66t) plg. ir tradicinę papildinio ir aplinkybės sampratą.
25 Vgl. LKŽe: bendras – allen gehörend, allen gemeinsam; gemeinschaftlich genutzt.
26 Vgl. LKŽe: visuotinis – alles und alle umfassend, allen gemeinsam.
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21) Der Bundesrat kann die Spezialforschungen der experimentellen Landwirtschaftsbetriebe und wissenschaftlichen Institute der Kantone finanziell unterstützen, sofern sie dem Gemeinwohl dienen [P]. DLKT
22) Das Streben nach eitler Vorrangstellung bringt viele ins Verderben. Es hat dem Gemeinwohl geschadet [B] auch heute noch. DLKT
23) Die Kirche würdigt und lobt die Arbeit derjenigen, die sich im Dienst an den Menschen dem Gemeinwohl widmen [B] und die Last öffentlicher Ämter auf sich nehmen. DLKT
24) Santuoka „turi didžiausios reikšmės (plg. reikšminga) žmonių giminės pratęsimui, pačių šeimos narių asmeniniam labui bei amžinajam likimui“. DLKT
25) Die Mutigeren waren die Straße entlang an den Leitungen vorbeigefahren – da liegen sie, weit über den Bach gespannt; die Masten stehen hier weit auseinander, deshalb haben die Leitungen auch nicht gehalten. Am Morgen zum Wohl der Allgemeinheit (vgl. zum gemeinsamen Wohl) kam auch Mortūnienė in Bewegung; auf dem Weg ins Büro schaute sie bei Milašius vorbei. Man musste die Elektriker in der Stadt anrufen, damit sie es reparierten. DLKT
26) Könnten Sie den hier Versammelten vielleicht genauer sagen, welche Arbeiten Sie eigentlich verrichten? Ich denke, es wäre interessant zu erfahren, was Sie, Bruder Veler, zum Wohl der Allgemeinheit leisten (vgl. für das Gemeinwohl)? – Ich... – er blickte sich um, sah aber tatsächlich viele erwartungsvolle Blicke, – hmm... zum Beispiel helfe ich in der Küche... DLKT
27) Galėtų ir turėtų daugiau susikoncentruoti, gal ir susivienyti – bendrajam mūsų tautos labui. DLKT
28) Bendruomenėje ji padeda kitiems, o kiti padeda jam, arba vėl – kartu veikia bendram visų labui. DLKT
29) Tai tantrinės apeigos, jų metu mokiniai prašo Mokytoją kiek galima ilgiau pasilikti šioje žemėje visų gyvų būtybių labui (plg. bendram gyvų būtybių labui). DLKT
30) Mit anderen Worten: Mit Mühe und Not retten sie den Detektor vor dem Anschlag, den Detektorraum vor der Schändung, und das kostbare, begehrte Staatseigentum blieb zum Wohl aller (vgl. zum Wohl aller Menschen; für alle; zum gemeinsamen Wohl aller Menschen; zum gemeinsamen Wohl). DLKT
Kehren wir zum Substantiv labui zurück. Der Dativ des Substantivs labas in der Bedeutung „Wohlergehen, Nutzen“ wird in den Sätzen 31–40 mit zweiwertigen (z. B.: (pa-)aukotis, (pasi-)tarnauti, kenkti, prieštarauti, būtinas, svarbus und dergleichen) und dreiwertigen (z. B.: atiduoti, (pa-)aukoti, palikti, parūpinti, skirti; pašvęsti, pa(si)naudoti und dergleichen) Prädikaten verwendet. Dieses als Objekt fungierende labui entspricht in den Sätzen 31–37, ähnlich wie in den Sätzen 22–24, einem nichttypischen Benefizienten (vgl. z. B. Sližienė 1994: 109; 1998: 111, 122; 2004: 299). Genauer gesagt, aktualisiert der in diesen Sätzen verwendete Dativ des Substantivs labas
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(unterstreicht) die benefaktive Bedeutung des Nutzens, während der Benefizient selbst durch den als Attribut auftretenden Genitiv eines Substantivs bezeichnet wird, das konkrete Lebewesen oder selten unbelebte und abstrakte Dinge benennt, vor dem labui steht (vgl.: (31) der Ehe zum Wohl dienen (zum Wohlergehen) ≈ der Ehe; (32) wir haben zum Wohl von uns allen (zum Wohlergehen) verkauft ≈ wir haben an uns alle verkauft). Wie Valerijus Apresianas (1995: 18) sagt, macht ein solches labui das semantische Merkmal „damit es X gut geht“ sichtbar (vgl.: (31) zum Wohl der Familie dienen ≈ dienen, damit es der Familie [B] gut geht).
31) Dabar norėtume paskatinimo žodžius tarti mokslo vyrams, kurie galės labai daug pasitarnauti santuokos bei šeimos labui ir sąžinės ramybei, jeigu, drauge su kitais tyrinėdami, imsis geriau ištirti sąlygas gimimams doru būdu reguliuoti. DLKT
32) Mums dargi malonu, kad tu intuityviai, savo moterišku protu vadovaudamasi, taip nepigiai pars idavei mūsų visų labui. DLKT
33) Šeima būtų pripažinta pirmine visuomene ir tam tikra prasme „nepriklausoma“. „Nepriklausomybė“ būtina visuomenės labui. DLKT
34) NATO atstovų vizitai į Lietuvą – kartu ir Lietuvos draugų ir bičiulių būrio išplėtimas. Kaip rodo patirtis, svarbu Lietuvos labui ir asmeniniai kontaktai su užsieniečiais, asmeninės pažintys. DLKT
35) Brangusis commendatore, sėskitės, bičiulis de Ambrozijas pasakojo man apie Jus, apie Jūsų valstybės labui atiduotą gyvenimą (plg. Jūs atidavėte gyvenimą valstybės naudai). Ir slaptą poeto gyslelę, tiesa? DLKT
36) Kelmės rajono Paprūdžio žemę nerealizuoju, prašymo agrarinės reformos tarnybai dėl žemės ar kompensacijos gavimo nepateikiau, palikdamas ją Lietuvos labui. Netiesa ir tai, kad valstybės sąskaita į mano žmonos turimą sklypą nutiestas kelias ir iškirsti medžiai. DLKT
37) Supratau, daktare Ignacai. Ačiū jums už tėvišką rūpestį. Lieku skolinga visą likusį gyvenimą už šią bemiegę naktį, paaukotą mano kūno labui ir sielos išganymui. – V z a i m n o... DLKT
Das Substantiv labui entspricht in Satz 38 einem Kontentiv (vgl. Sližienė 1998: 226), in den Sätzen 39–40 dagegen einem Finitiv (vgl. Sližienė 1998: 10; 2004: 67). Wie aus dem Kontext von Satz 41 hervorgeht, kann labui hier als Ausdruck einer synkretischen Bedeutung interpretiert werden – der Bedeutung des Benefizienten und des Ziels (Finitivs) (vgl.: Fleisch für Lūšis besorgen ≈ für Lūšis [B] Fleisch besorgen und/oder Fleisch besorgen, damit Lūšis es essen kann [Fin], d. h. zum Nutzen von Lūšis oder wegen Lūšis). Als Objekt des aktualisierten Benefizienten fungiert der Genitiv des Substantivs labas
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Dativ, während das als Zielangabe fungierende labui sowohl als Substantiv im Dativ als auch als Postposition verstanden werden kann (siehe unten).
38) Sie werden falschen und irreführenden Entscheidungen geöffnet, die der Wahrheit widersprechen und dem Wohl des Einzelnen und der Völker labui. DLKT
39) Die Ergebnisse der Forschung können verwendet zum Wohl vieler Menschen labui: Menschen dabei helfen, sich besser anzupassen und glücklicher zu sein, zu lernen, Defizite der kognitiven Fähigkeiten zu überwinden sowie Angst und Beklemmung zu bewältigen. DLKT
40) Natürlich bestätigte ich als frisch Bekehrter – was angeblich an den Narben zu erkennen ist –, dass ich alle meine Kräfte Jerusalem und seinem Tempel labui widmen wollte. DLKT
41) Pietums suvalgiau bulvių su pienu ir supratau, kad Lūšio labui kuo greičiau turiu parūpinti mėsos. DLKT
Auch das substantivisch verwendete, als Angabe fungierende labui. Ein solcher labas-Dativ nimmt in den Sätzen 42–44 anders als in den Sätzen 31–40 keine Argumentstelle des Verbs ein, ist also ein Modifikator. So lässt sich das substantivische labui in Satz 42 zweifach verstehen: Er hat meinem Besitz schreckliche Dinge angetan, d. h. meinen Besitz beschädigt und ruiniert, oder er hat schreckliche Dinge zu meinem Nutzen getan, d. h. mir selbst. Der erste labas-Dativ wird in der Bedeutung „Besitz, Schatz, Ressource“ verwendet, der zweite aktualisiert die Bedeutung „Nutzen, Wohlergehen“ (d. h. mir ≈ zu meinem Nutzen). Dieses labui ähnelt, ebenso wie die Verwendung in den Sätzen 43–45, dem erwähnten dativus commodi, der dem Benefizienten entspricht. Die in Satz 46 verwendete labui-Konstruktion kann sowohl als dativus commodi (ich tat all dies zu deinem labui ≈ für dich) als auch als Zieldativ (ich tat all dies zu deinem labui ≈ zu deinem Wohl) oder als eine ihm ähnliche Präpositionalphrase mit dėl verstanden werden (ich tat all dies zu deinem labui ≈ deinetwegen). In Satz 47 kann die Konstruktion labui mit Genitiv als dem Benefizienten-Dativ dativus commodi nahestehend interpretiert werden (vgl.: (47) er wird zum Wohl Ägyptens arbeiten ≈ für Ägypten) oder als synonym zur Zielpräposition dėl-Konstruktion. Im letzteren Fall „verliert“ labui seinen substantivischen Charakter, d. h. die Bedeutung „Nutzen, Wohlergehen“ von labui verblasst und es wird als Postposition mit Genitiv verwendet. Aus den Sätzen 48–49 geht hervor, dass die hier verwendete Zielkonstruktion labui mit dem Genitiv eines Personen bezeichnenden Pronomens der Präposition dėl-Konstruktion nähersteht (vgl.: (48) die Bande schickt mir meine labui ≈ schickt sie mir meinetwegen) als dem Dativ des Substantivs Wohlergehen, Nutzen (vgl. (48) die Bande schickt mir meine labui ≈?schickt sie mir zu meinem Wohlergehen). Anders gesagt: In den Fällen, in denen das adverbiale labui mit dem Genitiv eines Personen bezeichnenden Pronomens (Substantivs) nicht mehr mit einem Benefizienten in Verbindung gebracht wird, sondern als Zielangabe verstanden wird, wird die Bedeutung des abstrakten
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Substantivs labas verblasst und es wird eher wie die Postposition labui mit Genitiv verwendet (siehe unten).
42) Varnui aš niekad nebuvau nei mergina, nei moteris, nei netgi žmogus, Ligoni. Nesvarbu, kad mano labui (plg. mano ištekliams, turtui; man) jis pridarė siaubingų dalykų. DLKT
43) Jie sukūrė jas patys savo energija ir kūrybiniu talentu tiek sau, tiek kitų tautų labui (plg. kitoms tautoms). DLKT
44) Jam brangios ne šios vertybės savaime, bet jų nauda. Naudos jis ieško asmeniškai (plg. sau) arba visuomenės labui (plg. visuomenei). DLKT
45) Yra pabrėžęs, kad dalyvavimas šventuosiuose slėpiniuose „yra tikras išpažinimas ir atminimas, kad Viešpats mirė ir grįžo į gyvenimą dėl mūsų ir mūsų labui (plg. mums)“: DLKT
46) Šaukiuosi tavęs, mano tėve Amonai, nes esu vienas, visiškai vienas. Mylinčia širdimi aš dariau visa tai tavo labui (plg. tau, tavo gerovei, dėl tavęs), tad šią sielvarto ir negandos valandą padėk tam, kuris ryžtasi veikti. DLKT
47) Mozė keletą mėnesių liks karališkųjų statybų prižiūrėtoju – kol paruoš sau įpėdinį. O paskui jis kartu su manimi dirbs Egipto labui (plg. Egiptui; dėl Egipto) ir gerovei. DLKT
48) Pažvelkim, kas jie, ta bepročių šutvė, kurią vadinamas Dievas siunčia man [B] mano labui (plg. ?mano gerovei, dėl manęs). DLKT
49) Kitaip dar apšauks vokiečių šnipais. Geriausia jums [B] jūsų pačių labui apsirūpinti vardais. DLKT
Ausgehend von den genannten Hierarchien der freien Dative: dativus sympatheticus > dativus commodi / incommodi > dativus iudicantis > dativus ethic(us) stellt sich die Frage, ob das substantivische labui parallel zu dem links von dativus commodi / incommodi abgegrenzten Glied verwendet wird, also anstelle des einen externen Possessor bezeichnenden Dativs – dativus sympatheticus? Ein solcher Wechsel ist möglich, doch semantisch unterscheiden sich dativus sympatheticus und das substantivische labui. In Satz 50 bezeichnet der freie Dativ (dem Fahrgast) einen possessorischen Benefizienten, der in die durch das Prädikat ausgedrückte Handlung einbezogen wird (dt. involviert) und von ihr indirekt betroffen ist (engl. affected; dt. indirekt) (vgl. Vaičiulytė-Semėnienė 2015 und die dort zitierte Literatur). Anders gesagt: Der hier verwendete Dativ hat neben der Bedeutung dativus sympatheticus im Hintergrund (engl. background) auch die Bedeutung dativus commodi. Es scheint, dass in Satz 51 die Possessivrelation zwischen dem Possessor (dem Fahrgast) und dem Possessum (dem Bein) aufgehoben wird. Vielmehr tritt die Interpretation als dativus sympatheticus in den Hintergrund, und in den Vordergrund (engl. foreground) rückt
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und die benefaktive Interpretation eines dem Possessor zugutekommenden Nutzens aktualisiert wird. Dieses substantivische labui, das dem Dativus commodi nahekommt, ist besonders in den Fällen gebräuchlich, in denen labui mit dem Genitiv vom durch den Akkusativ bezeichneten Possessum getrennt und an den Satzanfang gestellt wird, wie in Satz 52 (vgl. Vaičiulytė-Semenienė 2006: 171–172). Unter den vorhandenen DLKT-Belegen finden sich keine Sätze wie 50–52. Es gibt auch keine Sätze, in denen labui als Umstandsangabe eines Malefizienten verwendet wird (vgl. Rembia|kowska 2009: 154). Der Dativ des Malefizienten (des Misserfolgs) in Satz 53 (der Mutter) würde in Satz 54 durch die Konstruktion zum Wohl der Mutter ersetzt, was ihre Interpretation als Dativus commodi voraussetzen würde: für die Mutter war es gut / sie hatte Glück, dass der Kuchen diesmal misslang; genau das wollte sie (vgl.: Zum Wohl der Mutter (vgl. zum Nutzen) misslang der Kuchen). Aufgrund derselben Interpretation von labui als „Nutzen, Wohlergehen“ passt es nicht in Sätze mit dem Dativus iudicantis, der eine subjektive Bewertung bezeichnet (vgl. Rembia|kowska 2009: 156–157, 163; siehe Satz 55). Anders gesagt, steht der Dativus iudicantis mit dem Perzipienten in Verbindung (siehe Šličienė 1994: 20–21), labui dagegen mit der Funktion des Benefizienten. Andererseits könnte man in Satz 56, in dem „der freie Dativ sowohl als Dativus iudicantis als auch als Dativus commodi verstanden werden kann“ (Rembia|kowska 2009: 157), auch eine Konstruktion mit labui und Genitiv erwarten, die den Benefizienten hervorhebt.
50) Numazgojo keleiviui kojas. (zitiert aus DLKG 2004: 514)
51) Numazgojo keleivio labui (vgl. naudai) kojas.
52) Keleivio labui (vgl. keleivio naudai, keleiviu) wusch der Hausherr die Füße.
53) Ši kartą pyragas mamai nenusisekė. (zitiert aus Rembia|kowska 2009: 154)
54) Ši kartą pyragas mamos labui nenusisekė.
55) Tai tau (vgl.?tavo labui) ist der Monitor vielleicht doch ein Bildschirm? (zitiert aus Rembia|kowska 2009: 155)
56) Studijos man (vgl. mano labui) wurde zu dem, was das Teebrühen für den alten Chinesen ist. (zitiert aus Rembia|kowska 2009: 156)
Schließlich lässt der Kontext von Satz 57 auch von einer Art und Bedeutung sprechen, die durch das substantivische labui ausgedrückt wird.
57) Der Beschluss wird mit einfacher Mehrheit der Abstimmenden gefasst, nachdem sich je zwei Abgeordnete dafür und dagegen ausgesprochen haben. Wir können diese Frage jetzt išspręsti (WIE?) zu Ihren labui lösen (vgl. jūsų naudai; jums palankiai). DLKT
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Aus dem, was über labui als Substantivform gesagt wurde, wird deutlich, dass es mit seiner abhängigen Konstituente – einem (selten) kongruierenden Adjektiv oder einem (gewöhnlich) nicht kongruierenden Genitiv eines Substantivs (Pronomens) – als Ergänzung des Prädikats oder als Modifikator verwendet wird.
Das substantivische labui mit kongruierendem Attribut fungiert im Satz als Objekt oder Adverbialbestimmung. Aufgrund seiner abstrakten lexikalischen Bedeutung entspricht der als Objekt fungierende Dativ von labas einem atypischen Benefizienten (widmet sich dem Gemeinwohl) oder einem Patiens (Forschungen dienen dem Gemeinwohl). Der als Adverbialbestimmung fungierende Dativ des Substantivs labas mit kongruierendem Attribut bezeichnet einen Zweck (für das Gemeinwohl erhob er sich). Der finale Dativ steht der Präpositionalfügung mit dėl nahe (für das allgemeine Wohl (Wohlergehen) erhob er sich).
Als Ergänzung des substantivischen labui fungiert gewöhnlich der Genitiv eines Substantivs, das Lebewesen (Personen) oder (selten) abstrakte Dinge bezeichnet (dem Wohl von Ehe und Familie dienen). Unter Berücksichtigung der Eindeutigkeit der lexikalischen Bedeutung des Substantivs labas selbst und gestützt auf seine nicht kongruierende abhängige Konstituente lässt sich Folgendes zusammenfassen: Der als Objekt fungierende Dativ des Substantivs labas aktualisiert einen Benefizienten (für das Wohl der Gesellschaft notwendig) oder entspricht einem Patiens, einem Contentiv (dem Wohl einer Person zuwiderlaufen), einem Finitiv (zum Wohl der Menschen nutzen); die als Adverbialbestimmung fungierende Form entspricht gewöhnlich einem aktualisierten Benefizienten (er schuf es nicht für sich, sondern zum Wohl der Völker), manchmal wird damit eine Art und Weise ausgedrückt (zu Ihren Gunsten lösen). Für das substantivisch verwendete labui sind auch synkretistische Bedeutungen (Benefizient und Zweck) charakteristisch (für Lūšis Wohl sorgen, all das tat ich zu deinem Wohl). In Fällen, in denen die adverbiale Konstruktion mit labui und dem Genitiv eines Personen bezeichnenden Substantivs (Pronomens) als Zweck verstanden wird, verblasst die Bedeutung von labui selbst (vgl. schickt es mir zu meinem Wohl) (siehe unten).
2.2. Das postpositionale labui
Im DLKT finden sich weitere Beispiele, in denen die Bedeutungen des Substantivs labas weniger eindeutig sind und deutlich wird, dass labui mit einem Genitiv (eher) als postpositionale Konstruktion verwendet wird. Dies hängt mit der Abstraktheit der durch den Genitiv bezeichneten Ergänzung von labui zusammen.
Beispielsweise lässt sich auf Grundlage von Satz 58, in dem der Dativ eines abstrakten Substantivs (der Gesundheit) als Benefizientenobjekt fungiert, annehmen, dass ein Benefizient durch den Dativ des abstrakten Substantivs labas aktualisiert werden kann, ähnlich wie in Schlechte Laune schadet deinem Wohl (dir). Satz 59 zeigt jedoch, dass die Verwendung von labui mit dem Genitiv eines abstrakten Substantivs problematischer wird (?schadet dem Wohl der Gesundheit). Es scheint, dass ein abstraktes Substantiv in Objektfunktion die substantivische Verwendung von labui schwächt. Es wird jedoch in Satz 60 verwendet, wo es als Finitivobjekt fungiert. In den Sätzen 61–64 wird das Benefizienten- oder Finitivobjekt durch die postpositionale Konstruktion labui mit dem Genitiv eines abstrakten Substantivs bezeichnet; sie ist synonym mit dem von einem Verb oder Adjektiv regierten Dativ.
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58) Schlechte Laune und Gereiztheit schaden der Gesundheit. (zitiert nach Sližienė 1994: 343)
59) ?Schlechte Laune und Gereiztheit schaden dem Wohl der Gesundheit labui (vgl. ?dem Wohlergehen der Gesundheit).
60) „Šiuo pakviutoju, kad maloningasis Utenos dvaro ponas Balcevičius lenkų revoliucijos labui (plg. lenkų revoliucijos gerovei; lenkų revoliucijai) paaukojo tris šimtus rublių. Jam atlygins Dievas ir laisvoji Žėčpospolita. Pasirašė revoliucijos pasiuntinys Smilga“. DLKT
61) Der Bauer und der Handwerker durch die Bereitstellung materieller Güter, der Geistliche durch Gebete und religiöse Riten, und jede Klasse durch die Verrichtung ihrer Arbeit. Zum Wohl des Gemeinwohls labui (vgl. dem Gemeinwohl) ist es notwendig, dass ein solches System einen herrschenden Teil hat, so wie die Seele den Körper lenkt oder die höhere Natur die niedere beherrscht. DLKT
62) Dauginančios politinio godumo ir nusikaltimų aukas, valdžios galią naudojančios ne bendrosios gerovės (plg. bendrajai gerovei), o kurios nors partijos arba pačių vadovų labui. DLKT
63) Ungeachtet dessen, was manche gern hätten, darf man nicht vergessen – denn wir Menschen können genau das tun: schweigen, Angst haben, in Zahlen denken, opfern Mittel den Zielen labui (vgl. für die Ziele, wegen der Ziele), wir beschmutzen ungern unsere Hände mit Blut, doch wenn jemand anderes in unserem Namen so handelt, wenden wir den Blick ab oder stimmen mit Jubelrufen zu. DLKT
64) Liebe Brüder, euer Priestertum ist ein Geschenk Gottes, bestimmt zur Heiligung des eigenen Volkes labui (vgl. ?zum Wohl / Nutzen der Heiligung des eigenen Volkes; der Heiligung des eigenen Volkes). DLKT
Zum Nutzen verliert die Abstraktheit des als abhängiges Glied auftretenden Substantivs ihre distinktive (substantivische > postpositionale) Kraft in den Fällen, in denen zum Nutzen mit dem Genitiv als finale Adverbialbestimmung auftritt oder so interpretiert werden kann (vgl. die Sätze 47–49). Das Genitiv-Rektionsglied der in den Sätzen 63–68 verwendeten Postposition zum Nutzen ist lexikalisch nicht eingeschränkt: Es wird durch ein Substantiv ausgedrückt, das konkrete (belebte/unbelebte) und abstrakte Dinge bezeichnet. Solche Konstruktionen mit der Postposition zum Nutzen im Genitiv mit finaler Bedeutung sind nach V. Apresjan (1995: 18) als „damit P zustande kommt“ zu interpretieren. Das Ziel wird kondensiert ausgedrückt (vgl. Valiulytė 1998: 369): Nach dem Prinzip der Ökonomie wird die Konstruktion mit der Postposition zum Nutzen anstelle eines Nebensatzes gewählt (vgl.: (67) Sie haben am wenigsten geschwitzt für ein kostenloses Mobiltelefon ≈ sie haben am wenigsten geschwitzt, um ein kostenloses Mobiltelefon zu bekommen / zu kaufen). Diese Konstruktionen mit der Postposition zum Nutzen sind synonym zu Konstruktionen mit dem finalen wegen und Genitiv. Neben solchen eindeutigen Fällen gibt es auch mehrdeutige: Das im Satz 71 als Adverbialbestimmung verwendete zum Nutzen kann auch substantivisch interpretiert werden, d. h. als Aktualisierung des Benefizienten (tun wir es nicht für uns
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[B], zum Wohl der Menschen ≈ den Menschen), und als stärker postpositionales Element, d. h. zur Kennzeichnung eines Ziels (lasst uns nicht für Berichte arbeiten [Fin], zum Wohl der Menschen ≈ für die Menschen) (siehe auch Sätze 46–47).
65) Dievas rungtyniauja su žmonėmis: Abraomas mirtingą sūnų paaukojo Dievui, bet jam nereikėjo mirti; gi Dievas nemirtingą Sūnų atidavė mirčiai žmonių labui (plg. *žmonėms;?žmonių gerovei; dėl žmonių). Ką mes į tai pasakysime? DLKT
66) Varge tu, varge, juk galėjo dar pagyventi žmonių ir miesto labui (?žmonių ir miesto gerovei; dėl žmonių ir miesto), bet gi va, nebūna taip, kaip tu nori. Bet galgi Dievas susimils ir jis pasveiks. DLKT
67) Nusiuntė „špargalką“. Tad tie, kurie sekė paskui ausinėmis apsirūpinusį akcijos dalyvį, išliejo mažiausiai prakaito nemokamo mobiliojo telefono labui. Niokotojai tikėjosi sumaišties. DLKT
68) Žmonėms, suvarytiems į narvą, atsiranda tik toks poreikis įsivaizduoti savo gyvenimo rimtumą: eiti į mokslus, išsilavinti, daryti vaikus, dirbti narvo labui, pagal būtinumą kalbėti dviem kalbomis tiesiogine ir perkeltine prasme. DLKT
69) Jie valdo atsižvelgdami į tai, kas geriausia valstybei ir visiems jai priklausantiems, o kai dauguma valdo bendros naudos labui, [tokia santvarka] vadinama bendru visų santvarkų vardu – politeja. DLKT
70) Kodėl jūs mane pakvietėte, Ofirai? Man tai nelabai patinka. – Drįsau pakviesti jus, pone, nes vis darbuojuosi mūsų reikalo labui. Jūs nenusivilsite. – Tikiuosi. DLKT
71) Reformas darykime ne sau [B], ne ataskaitoms [Fin], bet žmonių labui [B/Fin]. DLKT
Die adverbiale Postpositionskonstruktion mit labui labui und einem Genitiv konkreter und abstrakter Substantive weist auch in den Sätzen 72–75 synkretische Bedeutungen auf: In den Sätzen 72–73 ist der Zweck mit der Ursache verwoben, in den Sätzen 74–75 mit Ursache und Bedingung.
72) Paaiškinti, iš ko jis sudarytas, bet žirgas galų gale pats nuspręs, kada bus laikas atsigerti. Būkite budrūs ir nenaudokite prievartos. Savo vaiko labui (plg. dėl savo vaiko) neskubinkite įvykių. Laikas pats savaime negydo netekties paliktų emocinių žaizdų, todėl privalome leisti vaikams rikiuoti savo emocijas individualiai. DLKT
73) Umfassende staatliche Unterstützung für Baugenossenschaften von Jugendhäusern. Zum Wohl des Volkes und des Landes vergessen wir die Ambitionen, vergessen wir den Spruch „zwei Litauer – drei Parteien“, schließen wir uns zu einer Koalition zusammen. DLKT
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74) Nachdem er ihn bereits verloren hatte, weil er ihn aus eigenem Willen hinausgeworfen hatte, nannte er sich in Gedanken einen Idioten und wollte sich eine Ohrfeige geben. Aber es ist zu spät, nichts lässt sich mehr ändern. Um der Wahrheit labui willen (vgl. Um der Wahrheit willen; Wenn wir die Wahrheit wollen), müssen wir sagen, dass Eduard zwar das Bild des verlorenen schönen Körpers schmerzte, er den Verlust jedoch recht schnell kompensierte. DLKT
75) Negana to, pasibaigus siaubo juostai, jis patiria tikrą siaubą išvydęs tuščią šaldytuvą! Todėl žmogaus sveikatos ir kišenės labui (plg. dėl žmogaus sveikatos ir kišenės; jei norime, kad...) vertėtų rodyti kuo daugiau lėto galabymo filmų, o ne taukšt paukšt! Beje, daugelis kūrėjų tą perprato ir vaisingai triūsia vien šia linkme. DLKT
Ziel und Ursache werden auch in jenen Fällen ausgedrückt, in denen als abhängiges Glied des Postpositionsgefüges labui der Genitiv des kataphorisch verwendeten Demonstrativpronomens tas steht. Das Pronomen mit der Bedeutung eines allgemeinen Verweises vertritt, wie aus Satz 76 oder 77 ersichtlich, einen umfassenderen Kontext. Der Kontext von Satz 78 erlaubt es, von einer Konstruktion mit der Postposition labui zu sprechen, die eine Kausalbedeutung ausdrückt.
76) Die Renaissance übte einen entscheidenden Einfluss auf die Liturgie aus, indem sie das Heilige relativierte und es demunterordnete, was in den Augen des Menschen schön ist, labui. Der Hochmut des Menschen verführte ihn: Er nimmt sich selbst so ernst, dass er vergisst, dass das Leben einen spielerischen Zug hat. DLKT
77) Die Askese wird „neu bewertet“ im Hinblick auf das, was als „fundamentalste Lebensvoraussetzungen“ gilt; labui. DLKT
78) Daher ist offensichtlich, dass man, wenn dieses Alter um vier oder fünf Jahre überschritten ist, auf das Kinderkriegen verzichten und weiterhin leben sollte, und zwar nur zum Wohl der Gesundheit labui (vgl. aus gesundheitlichen Gründen) oder aus irgendeinem anderen ähnlichen Grund. DLKT
Aus dem Gesagten geht hervor, dass zum Nutzen (eher) postpositional verwendet wird, wenn es als Objekt auftritt und sein Genitiv-Rektionsglied durch ein abstraktes Substantiv ausgedrückt wird (zum Nutzen des Gemeinwohls). Die typische Bedeutung der als Adverbialbestimmung auftretenden Konstruktionen mit der Postposition zum Nutzen ist das Ziel, das sich bisweilen mit anderen Bedeutungen vermischt. Die Konstruktion mit der Postposition zum Nutzen drückt auch einen Grund aus.
Schließlich lässt sich auf der Grundlage der Sätze 79–80 auch von einem zum Nutzen sprechen, das dem dativus ethicus nahekommt und „verwendet wird, um die lebendige emotionale Beziehung des Sprechers zu den besprochenen Dingen auszudrücken“ (Holvoet, Čižik-Prokaševa 2005: 87). Syntaktisch ist ein solches diskursbezogenes zum Nutzen mit dem Dativ des Pronomens der 2. Person eine Satzadverbialbestimmung und keine Prädikatsadverbialbestimmung (vgl. Holvoet, Čižik-Prokaševa 2005: 88). Es empfiehlt sich
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anzuerkennen, dass dieses zu deinem Wohl auch als dem dativus commodi nahestehend interpretiert werden kann (vgl.: (79) hat nichts zu deinem Wohl ≈ für dich).
79) Na, was hat Anupras denn noch nicht getan zu deinem Wohl (vgl. Was hat Anupras denn noch nicht für dich getan), Kollege? Sein Kopf funktionierte nicht. Er zog eine Flasche Ginseng aus der Tasche, schraubte den Verschluss ab und nahm einen Schluck... bis auf den letzten Tropfen. DLKT
80) Seimas tuoj į atlapus kibs dėl Ūkininkų įstatymo, Vyriausybė tavo labui (plg. tau) kurą pabrangina ir tuojau atlygina (gražūs šmugelis!) – plok katutes, žmogau, valdantiems ir tiems, kurie gracingai rauko nosis. DLKT
ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Untersuchung ergab, dass die Form labui im heutigen Litauischen (der Schriftsprache) sowohl als Substantiv als auch als Postposition verwendet wird. In manchen Fällen ist die Dativbedeutung des Substantivs labas klar (dem Gemeinwohl dienen; gemeinsam zum Wohl aller wirken), in anderen ist sie weniger deutlich (schickt es mir zu meinem Wohl). Ähnlich verhält es sich mit Konstruktionen der Postposition labui: Neben eindeutigen Fällen (zum Wohl des Gemeinwohls notwendig) gibt es solche, in denen labui sowohl als Form eines abstrakten Substantivs als auch als Postposition verstanden werden kann (all das tat ich zu deinem Wohl). Berücksichtigt man die eindeutigen und erkennt man zugleich die weniger eindeutigen (Übergangs-)Fälle an, so beruht der Gebrauch von labui als Substantiv und als Postposition auf Hierarchien, deren jeweilige prototypische Ausprägung ein eindeutiges (typisches) nominales oder postpositionales labui bildet.
Für die Erklärung des Gebrauchs von Labui ist das Belebtheitskriterium bedeutsam, d. h. >Person abstrakter Gegenstand. Dies steht im Zusammenhang mit der von Michael Silverstein (1976) oder Robert Dixon (1979: 85) beschriebenen (i) Belebtheitshierarchie27, in der die unterschiedenen Belebtheitsmerkmale mit Hierarchien (ii) semantischer28, (iii) grammatischer Funktionen und ihrer (iv) morphosyntaktischen Markierung korrelieren (Hentschel 1992; vgl. Givón 1984: 239ff.; Dik 1989: 269–270; Holvoet 2009a, 2009b).
(i) Person > belebtes Wesen (Nichtperson) > unbelebter konkreter Gegenstand > abstrakter Gegenstand
(ii) A > P > Rec29 > Ben > I > L > T
27 In späteren Arbeiten wurde die Belebtheitshierarchie in (i) eine Personenhierarchie (Kommunikationsteilnehmer), (ii) eine Belebtheitshierarchie (im engeren Sinne) und (iii) eine Bekanntheitshierarchie untergliedert (vgl. Croft 1990: 111; 127; Comrie 1989: 128, 185). Alan Timberlake (1986) unterscheidet anhand der Merkmale Belebtheit (im engeren Sinne), Definitheit, Numerus, Konkretheit und weiterer Merkmale eine Hierarchie der Individualität (engl. individuation).
28 Kritišką nuomonę semantinių funkcijų hierarchijos skyrimo klausimu žr. Croft (2012: 175tt) ir ten aptariamą literatūrą.
29 „Die morphosyntaktische Markierung der semantischen Rolle Rezipient ist die prototypische Dativfunktion. <...> Ein typischer Rezipient ist eingebunden in eine Transferhandlung. Ein Objekt wechselt den
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(iii) Subjekt > Objekt > Supplement (Umstandsangabe).
(iv) Nom > Acc > Dat > Präpositionalkonstruktionen.
Grammatische (oder strukturelle) Kasus – Nominativ und Akkusativ – werden syntaktisch und semantisch für die hervorstechendsten Satzglieder (engl. salient) gewählt, um das Subjekt des Agens und das direkte Objekt des Patiens zu kennzeichnen (Jonas [A] baut ein Haus [P]); die übrigen Kasus dienen weniger hervorstechenden (grammatischen und semantischen) Funktionen. Der in diesem Artikel untersuchte Dativ des abstrakten Substantivs labas korreliert mit weniger hervorstechenden Funktionen des Satzkerns oder freien Satzgliedern – Supplementen (d. h. Prädikats- oder Satzadverbialen).
Auf der Grundlage des untersuchten substantivischen und postpositionalen labui-Gebrauchs lässt sich die Hierarchie grammatischer Funktionen (iii) um die Hierarchie der freien Dative (Rembiałkowska 2009) ergänzen. Demnach korreliert der substantivische labui-Gebrauch bzw. der postpositionale labui-Gebrauch mit folgender Hierarchie grammatischer Funktionen: Objekt > Supplement (Umstandsangabe): dativus sympatheticus > dativus commodi > sonstige Umstandsangaben (Zweck, Grund) > dativus ethicus. Dies entspricht auch den hierarchischen Unterschieden der syntaktischen Abhängigkeit (Regens > Modifikator).
Es zeigt sich eine Korrelation zwischen den Hierarchien Person > abstrakter Gegenstand und substantivisches labui > postpositionales labui, wenn labui als Objekt fungiert: Der Dativ des Substantivs labas regiert typischerweise den Genitiv eines Personen bezeichnenden Substantivs (oder eines dieses vertretenden Pronomens) (für das Wohl der Gesellschaft notwendig), die Postposition labui den Genitiv abstrakter Substantive (zum Wohl des Gemeinwohls notwendig; die Möglichkeit, zum Wohl des allgemeinen Wohlergehens zu nutzen). Obwohl es mehr Schwankungen zwischen substantivischem und postpositionalem labui gibt, besteht eine ähnliche Korrelation auch in den Fällen, in denen labui eine Umstandsangabe ist: Das substantivische labui wird gewöhnlich mit dem Genitiv eines Personen bezeichnenden Substantivs (Pronomens) verwendet (sein Leben dem Wohl der Familie widmen; für sich selbst und zum Wohl des Volkes geschaffen); das von der Postposition labui regierte Genitivglied wird häufig durch ein abstraktes Substantiv (oder ein es vertretendes Pronomen) ausgedrückt (sie werden zum Wohl ihrer eigenen besseren Zukunft eingeladen; um der Schönheit willen sammeln sie die siebenblütigen), doch aufgrund syntaktischer Kondensation kann der Genitiv auch Lebewesen bezeichnen (gab sich für das Wohl der Menschen dem Tod hin).
Der als Objekt fungierende Dativ des Substantivs labas entspricht der Benefaktiv- oder Finalfunktion; in manchen Fällen korreliert er mit dem Patiens oder dem Kontentiv. Der Dativ des Substantivs labas, der als Umstandsangabe fungiert, bezeichnet gewöhnlich einen Benefaktiv, manchmal eine Art und Weise. Die postpositionale Konstruktion labui mit
Besitzer, vom Vor–Possessor zum Nach–Possessor. Der Rezipient ist Nach–Possessor nach einer erfolgreichen Transferhandlung. Die Verben des ‘geben / nehmen’–Feldes bilden den Hintergrund für diese prototypische Bestimmung von Rezipiententum: Klaus gab seinem Bruder ein Buch“ (Bartels 2005: 105; plg. Hentschel 2001: 181tt, 196–197).
Plg.: Valeckienė (1998: 36): „Recipientas [Rec] yra ko nors gavėjo, ėmėjo funkcija. Jis dažniausiai pasakomas vardininku. Kaip recipientas paprastai suvokiamas asmuo, pvz.: Vaikas [Rec] gavo dovanų [Con] (plg.: Vaikui [B] davė dovanų [Con]).“
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Genitivkonstruktionen, die als Objekt fungieren, bezeichnen einen Final oder einen Benefaktiv; als Umstandsangabe fungierende Konstruktionen bezeichnen typischerweise einen Zweck.
Postpositionale labui-Konstruktionen sind synonym zu Dativkonstruktionen und/oder Konstruktionen mit der Präposition dėl (zum Wohl des Gemeinwohls notwendig (vgl. für das Gemeinwohl); Ziele zum Opfer bringen (vgl. den Zielen, für die Ziele); sich für die Sache einsetzen (vgl. wegen der Sache)). Das substantivische labui mit dem Genitiv eines Personen bezeichnenden Substantivs oder Pronomens unterscheidet sich vom Benefaktivdativ: Bei labui wird der semantische Aspekt des Nutzens – jemandem Gutes zu tun – hervorgehoben (zum Wohl der Gesellschaft notwendig (vgl. für die Gesellschaft); zum Wohl anderer Völker geschaffen (vgl. für andere Völker)).
Die Konstruktion mit zum Nutzen und Genitiv dringt, da sie weniger Bedeutungen aufweist, also klarer (engl. transparent) und leichter vorhersehbar (engl. predictable) ist, in den Ausdruck des Objektdativs ein (und damit in die Valenzstruktur des Prädikats – den Satzkern) und verdrängt den als Umstandsangabe fungierenden Zieldativ aus Sätzen wie: Möge also das „Volk, das für das Leben eintritt“, ständig wachsen, möge sich eine neue Kultur der Liebe und Solidarität zum wahren Wohl der gesamten menschlichen Gesellschaft entwickeln (DLKT), und ersetzt Konstruktionen mit der Zielpräposition wegen aufgrund deren Mehrfunktionalität.
ŠALTINIAI
DLKT – Dabartinės lietuvių kalbos tekstynas, sud. Kauno Vytauto Didžiojo universiteto Kompiuterinės lingvistikos centras. Prieiga internete: http://donelaitis.vdu.lt.
BŽₑ – rengiamas Bendrinės lietuvių kalbos žodynas. Redaktorių kolegija: Danutė Liutkevičienė (vyr. redaktorė), Gertrūda Naktinienė, Rūta Petrokienė, Dovilė Svetikienė, Klementina Vosyl y tė, Jolanta Zabarskaitė. Programuotojas Vikis Satkevičius. D. 1: Įvadas, B, C, H, J, O. – Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2013. D. 3: Č, E, Ę, Ė, F, Z. – Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2014. Prieiga internete: http://bkz.lki.lt.
DŽₑ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Vyriausiasis redaktorius Stasys Keinys. – 7-as patais. ir papild. leid. – Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2012, XXVI, 969 p.; elektroninis variantas, 2015. Prieiga internete: http://lkiis.lki.lt.
LKŽₑ – Lietuvių kalbos žodynas (t. I–XX, 1941–2002): elektroninis variantas. Redaktorių kolegija: Gertrūda Naktinienė (vyr. redaktorė), Jonas Paulauskas, Rūta Petrokienė, Vytautas Vitkauskas, Jolanta Zabarskaitė. – Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2005 (atnaujinta versija, 2008). Prieiga internete: www.lkz.lt.
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Įteikta 2017 10 25
Priimta 2017 12 20
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SUBSTANTIVAL AND POSTPOSITIONAL LABUI IN THE MODERN (WRITTEN) LITHUANIAN LANGUAGE
S u m m a r y
This article deals with the word labui (Lith. ‘for the sake, good, benefit (of)’), which in modern (written) Lithuanian is used as a substantive form and a postposition. Reference is made to the material sampled in the Corpus of the Modern Lithuanian Language compiled by the Centre for Computer-assisted Linguistics of Vytautas Magnus University.
The study has revealed that while the meaning dative meaning of the noun labas is transparent (tarnauti visuotinį labui (Lith. ‘to serve the common good’); kartu veikia bendram visų labui (Lith. ‘working together for the good of all’)) in some instances, in others it tends to be somewhat more obscure (siunčia man mano labui (Lith. ‘sending (s.t.) to me, for my benefit’)). A similar situation has been observed with constructions of the postposition labui: in addition to the clear-cut cases (būtinas bendro gėrio labui (Lith. ‘necessary for the common good’)), there are those where labui can be construed both as an abstract substantive form, and a postposition (visa tai dariau tavo labui (Lith. ‘I did it all for your benefit’)).
Relying on the transparent and recognising the less obvious (transitional) cases, the usage of the substantive and postpositional labui is grounded on a system of hierarchies, where the appointed member is represented by a clear substantive or postpositional labui.
Analysis of the usage of labui (substantive resp. postpositional) has showed that it correlates with a hierarchy of grammatical functions: object > supplement (circumstance): dativus sympatheticus > dativus commodi > other circumstances (purposes, cause) > dativus ethicus. This mirrors the hierarchical differences of syntactic subordination (complement > modifier) as well.
The hierarchical correlation of person > abstract thing and the substantive labui > postposition labui shows when labui acts as the object: the dative of the substantive labas typically controls the genitive of a noun that denotes persons (or the substitute pronoun) (būtinas visuomenės labui (Lith. ‘necessary for the good of the public’)), the postposition labui, the genitive of abstract nouns (būtina bendro gėrio labui (Lith. ‘necessary for the sake of the common good’)); galią naudoti bendros gerovės labui (Lith. ‘using power for the sake of common wellbeing’)). Even though there are more variations between the substantive and the postpositional labui, a similar correlation exists when labui is a circumstance: the substantive labui is typically used with the dative of a noun (or pronoun) that denotes persons (gyvenimą pašvęsti šeimos labui (Lith. ‘dedicate
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one’s life for the good of the family’); sukūrė savo ir tautos labui (Lith. ‘created (smth.) for the benefit of himself and his nation’)), while the subordinate of the dative of the postposition labui is usually expressed with an abstract noun (or pronoun in its stead) (kviečiami jų pačių šviesesnės ateities labui (Lith. ‘are being invited for the sake of their own bright future’); grožio labui septynžiedžius renka (Lith. ‘collecting seven-leafs for the sake of beauty’)), but thanks to syntactical condensation, the genitive can also stand to signify living things (atidavė mirčiai žmonių labui (Lith. ‘gave up to die for the sake of the people’)) as well.
The dative of the substantive labas that acts as an object mirrors the function of the beneficiary or finitivus; there are cases when it correlates with the patient or the contentive. The dative of the substantive labas that acts as a circumstance usually denotes the beneficiary, and sometimes, the method. Genitive constructions involving the postpositional labui that act as the object denote the finitivus or beneficiary, and those that act as a circumstance typically designate the purpose.
Constructions of the postposition labui are synonymous with the dative and/or the constructions of the preposition dėl (būtinas bendro gerio labui (plg. bendram gerui) (Lith. ‘necessary for the sake of common good’; cf. ‘for common good’); aukoti tikslų labui (plg. tikslams, dėl tikslų) (Lith. ‘donate for the sake of purposes’; cf. ‘for purposes’); darbuojasi reikalo labui (plg. dėl reikalo) (Lith. ‘working for the sake of the cause’; cf. ‘for the cause’). The substantive labui paired with the genitive of a noun denoting persons or a pronoun differs from the dative of the beneficiary: labui explicates the attribute of benefit, of doing good for a person (būtina visuomenės labui (plg. visuomenei) (Lith. ‘necessary for the good of the public’; cf. ‘for the public’); sukūrė kitų tautų labui (plg. kitoms tautoms) (Lith. ‘created (smth.) for the good of other nations’; cf. ‘for other nations’).
The construction of the postposition labui involving a genitive has fewer meanings, is more transparent, and penetrates the expression of the dative of the object (the valence structure of the predicate – the nucleus of the sentence), pushing the dative of purpose acting as a circumstance, and altering constructions of the purpose preposition dėl due to their multifunctional nature.
KEYWORDS: the dative of the substantive, desemantisation, postposition.
LORETA VAIČIULYTĖ-SEMĖNIENĖ
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Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius
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