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MOKSLO KALBOS KULTŪROS IR TERMINOLOGIJOS PROBLEMOS

LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXIV (1985)

ВИТАУТАС БУДА

PROBLEME DER AUSBILDUNG WISSENSCHAFTLICHER SPRACHE AN TECHNISCHEN HOCHSCHULEN

Im Zeitalter der wissenschaftlich-technischen Revolution, an deren Umsetzung auch unsere technischen Hochschulen mitwirken, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ein erfülltes Leben der Gesellschaft nicht nur materieller Wohlstand und nicht nur die großen Errungenschaften der technischen Wissenschaft und Praxis sind. Ebenso wichtig sind geistige Werte sowie die Sprache als Mittel der Verständigung zwischen Menschen, als Bewahrerin und Mittel der Weitergabe dessen, was der menschliche Geist geschaffen hat, von einer Generation zur nächsten.

Doch diese Wahrheit wird von jenen vergessen, die, während sie materielle Güter schaffen und den technischen Fortschritt vorantreiben, den geistigen Reichtum und die Sprache als etwas betrachten, das man nutzen kann, um das sich die Nutzer jedoch nicht kümmern müssen.

Unserer Ansicht nach erklärt dies, warum der Sprachkultur an unseren technischen Hochschulen viele Jahre lang nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Dort infiziert ein beträchtlicher Teil der Lehrkräfte – technische Fachleute – während des Unterrichts und auch außerhalb des Hörsaals ihre Studierenden mit sprachlichen Fehlern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sogar jene Studienbewerber, die mit recht guten Kenntnissen der mündlichen und schriftlichen Sprache an die Hochschule kamen, diese technischen Hochschulen bisweilen mit einer schlechteren Sprachkultur verlassen. Diese Tatsache bestätigte sich beispielsweise auch am Ingenieur- und Bauinstitut Vilnius, als 1979 auf Anweisung des Ministeriums für Hochschul- und mittlere Fachbildung der UdSSR unter anderem die sprachliche Korrektheit der Diplomarbeiten angehender Ingenieure überprüft wurde. In den Texten einiger solcher Arbeiten (mit einem Umfang von mehreren Dutzend Seiten) wurden Hunderte schwerwiegender Sprachfehler entdeckt – ein Beleg für geringe Kenntnisse nicht nur der Rechtschreibung und Zeichensetzung, sondern auch der tieferen Sprachebenen: des Wortschatzes, der Wortbildung, der Wortsemantik und der Syntax. Nicht besser steht es um schriftliche Aufgaben, die von einem Lehrstuhlleiter oder einer Lehrkraft – einem Dozenten oder gar Professor – verfasst und den Diplomarbeiten beigefügt werden.

Dasselbe Bild zeigt sich auch in der mündlichen Sprache von Lehrenden und Studierenden unseres Instituts bei öffentlichen Versammlungen, im Unterricht und im Alltag (übrigens ist die Lage an den anderen Hochschulen der Litauischen SSR nicht besser).

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Was kann man von der Sprache eines angesehenen Professors in Vorlesungen erwarten, wenn er bei Sitzungen des Institutsrats und des Rektorats ständig sagt: vot… vot… vot (=va, taigi, tad «вот») oder beispielsweise sagt: D a v a i t e, u g i m k i m e «Давайте, займем»; Mes suradome sprendimą iš išeities «Мы нашли решение из выхода»; Mokslinė kvalifikacija nėra p i l n u m o j (=pakankama «Научная квалификация не является полностью (т. е. не является достаточной или полной)»; S t u d e n t a s (=Studento duomenys) bus skaičiavimo mašinoj nuo įstojimo ligi diplomo gavimo «Студент (т. е. данные о студенте) будет находиться в вычислительной машине со дня поступления до получения диплома».

Werfen wir also einen kurzen Blick auf jene Fehler, die die Sprache der technischen Intelligenz entstellen.

Obwohl meiner Überzeugung nach Rechtschreibung und Zeichensetzung nur die äußere Seite der Sprache sind und nur mittelbar mit ihrem System zusammenhängen (doch erinnern wir uns an die historische Anekdote: Ein Komma spricht frei und verurteilt zum Tode!), weisen ein nachlässiger Gebrauch der Satzzeichen und ein unaufmerksamer Umgang mit den Rechtschreibnormen auf ein unzureichendes Bildungsniveau des Schreibenden hin, also eines Menschen, der unmittelbar davorsteht, sein Hochschuldiplom zu erhalten. Dazu gehört auch die Unkenntnis der Regeln für die Schreibung mit Bindestrich, beispielsweise: g i p s o - b e t o n o (=gipso ir betono, gipsbetonio) blokai «гипсобетонные блоки»; k a l k i u - c e m e n t o (=kalkių ir cemento) skiedinys «известково-цементный раствор»; p a r o s - v a l a n d i n i s (=paros valandinis) grafikas «суточно-часовой график». Dazu gehören auch Satzzeichen an Stellen, an denen sie nicht gebraucht werden, oder ihr Fehlen dort, wo sie erforderlich sind, beispielsweise: Trobesys projektuojamas K a u n u i, p a g a l (=Kaunui pagal) situacijos planą «Дом проектируется для Каунаса по ситуационному плану»; Gerinti darbo s ą l y g a s, (=sąlygas) partija numato ir ateityje «Улучшать условия труда партия намечает и в будущем»; Želdiniai, esantys g r e t a (=greta,) paliekami «Все зеленые площадки, находящиеся рядом, сохраняются»; Kadangi kolonų ž i n g s n i s 6 c m (=žingsnis 6 cm,) tai <…> «Поскольку шаг колонны 6 см, то <…>»; N u s t a t o m e (=Nustatome,) kokiu atstumu turi būti «Устанавливаем, на каком расстоянии должно быть установлено». Zukünftige Ingenieure wissen nicht, in welcher Form der Haken (nosinė) über den Vokalen a, e, i, u oder das Längenzeichen über dem Vokal i zu setzen ist, beispielsweise: Sklypo c h a r a k t e r i s t i k a (=charakteristiką) aprašyti «Характеристику участка описать»; š i u k š l i u (=šiukšlių). Nach Gehör und nicht gemäß dem System der Formen flektierbarer Wörter schreiben sie den Vokal a nach einem erweichten Konsonanten und den Vokal e, beispielsweise: t o l e s n i a s (=tolesnes «дальнейшие»), но s e n e i (=seniai «давно»); außerdem halten sie sich nicht an bestimmte Regeln für Wortabkürzungen und die Bildung verschiedener Buchstabensymbole.

Nicht besser steht es um den inneren Aufbau der Sprache. Fehler in diesem Bereich, sowohl in der schriftlichen als auch in der mündlichen Sprache, treten zuhauf auf, darunter sogar solche, die in unserer öffentlichen Rede außerhalb der Mauern nicht vorkommen

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Hochschule. Über solche Fehler, an denen manchmal auch unsere Sprache im Allgemeinen leidet, braucht man gar nicht erst zu sprechen – auch sie vermehren die Liste der Sprachfehler von Studierenden und Lehrenden technischer Hochschulen. Sofort fällt die unzulässige Verstümmelung des gesamten Satzbaus ins Auge. Sätze wie zum Beispiel: Čia parduodamos standartinės pramoninės ir ne- pramoninės prekės kaip pavyzdžiui karštom dėšrelėm, pieno pakeliais (=прекрас, павуздзіуі, карштош десрелес, пакелай пие-но «Hier werden standardisierte Industrie- und Nichtindustriewaren verkauft, zum Beispiel heiße Würstchen und Milch in Packungen»); Kiti aukštai, ten, kur gyvenamieji kambariai, (—Kitų, gyvenamųjų, aukštų) aukštis yra 2,8 m «Die Höhe der anderen, der Wohngeschosse, beträgt 2,8 m» zeigen, dass der künftige Ingenieur die Normen des allgemeinen Sprachbaus nicht beherrscht. Häufig wird der Kasus ungenau und nicht normgerecht verwendet – der Lokativ anstelle des Dativs. In solchen Fällen wird sogar der Sinn des ganzen Satzes verfälscht, zum Beispiel: Namas projektuojamas Kaune (= Kaunui) «Das Haus wird für Kaunas (und nicht in Kaunas) entworfen»; Numeriuose numatytos (=Numeriams numatytos; Numeriuose bus) sieninės spintos «Für die Hotelzimmer sind Wandschränke vorgesehen». Der Nominativ wird im Satz fälschlich anstelle des Instrumentalis für Mittel und Werkzeug verwendet, zum Beispiel: Šis rodiklis geriau įvertina darbų kokybę (= Šiuo rodikliu geriau įvertinama darbų kokybė «Mit diesem Indikator lässt sich die Arbeitsqualität besser bewerten»). Der Dativ wird anstelle des Genitivs bei einer unflektierten Bestimmung verwendet, zum Beispiel: užduotis diplominiam projektui (= diplominio projekto užduotis «Aufgabe für das Diplomprojekt»). Diese Beispiele zeigen, dass Schreibende und Sprechende den Dativ des Subjekts (reikia kam? — įmonei «Wem ist etwas nötig? — Dem Unternehmen») und den Dativ des Objekts (reikia ko? — žaliavų «Was ist nötig? — Rohstoffe») schlicht nicht unterscheiden. Die Konstruktion reikia kam «nötig für wen» und die Konstruktion poreikis kam «Bedarf bei wem» haben dieselbe Bedeutung – die eines durch den Dativ ausgedrückten Subjekts; folglich haben auch die Konstruktion reikia ko «nötig ist was» und poreikis ko «Bedarf an etwas» dieselbe Bedeutung – die eines durch den Genitiv ausgedrückten Objekts. Übrigens kommt dieser Fehler auch in unseren Druckerzeugnissen recht häufig vor. Der unberechtigte Gebrauch des Dativs ist überhaupt sehr aggressiv. Er verdrängt auch andere korrekte Kasus, insbesondere den Akkusativ, zum Beispiel: Butų nomenklatūra atitinka šeimos sudėtį (= šeimos sudėtį «Die Wohnungsarten entsprechen der Zusammensetzung der Familie»); Prekybos taškai išsidėstę betarpiškai gyvenamiesiems namams (= tiesiai prie gyvenamųjų rajono namų «Die Verkaufsstellen befinden sich in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser des Bezirks»). Häufig begegnen sowohl in der Schrift- als auch in der Umgangssprache unzulässige Beispiele für den Gebrauch des Lokativs bei Wörtern wie etwa: daugumoje (= dažniausiai, daugiausia «meistens, überwiegend»); pilnumoje (=visi «vollständig»

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); tikrumoje (=iš tikrųjų «in Wirklichkeit»); tokiame pavidale (= šitokiu pavidalu «in einer solchen Form»). Der Gebrauch verschiedener Präpositionen ist dem Litauischen völlig fremd, besonders der Präposition pas «bei» im Sinne des Besitzes von etwas, wenn wir über den körperlichen Zustand eines Menschen und Ähnliches sprechen, zum Beispiel: Pas jį (=Jis turi) daug gerų sumanymų «Er hat viele gute Ideen»; Pas studentą (=Studento darbe) daug techninių klaidų «Der Student macht viele technische Fehler».

Die Wort- und Formenübereinstimmung hinsichtlich ihrer lexikalischen Bedeutung lässt noch viel zu wünschen übrig. Das Adverbialpartizip (padalyvis) der Gegenwart wird nachlässig gebraucht; die notwendige Gleichzeitigkeit der Haupt- und Nebenhandlung wird nicht beachtet, zum Beispiel: Dviviečiai numeriai nutatomi sujungiant 2 viešbučio numerius (=Dviviečiai numeriai bus padaryti iš dviejų sujungtų viešbučio numerių «Es ist vorgesehen, Zweibettzimmer durch die Zusammenlegung zweier Einzelzimmer zu schaffen» – denn zuerst ist es vorgesehen, und erst danach werden sie zusammengelegt! Umgekehrt werden Partizipien oder Adverbialpartizipien der Vergangenheit unzulässigerweise dazu verwendet, eine Nebenhandlung auszudrücken, die gleichzeitig mit der durch das Prädikat ausgedrückten Haupthandlung stattfindet, zum Beispiel: Statybininkai įvykdė metinį planą, pastatę (=pastatė), kaip ir buvo numatyta, šešis namus «Die Bauarbeiter erfüllten den Jahresplan, indem sie wie vorgesehen sechs Häuser bauten». Im Litauischen ist der Gebrauch des Partizips (oder Adverbialpartizips) der Vergangenheit in dieser Weise unzulässig, da der Bau und die Erfüllung des Plans gleichzeitige Handlungen sind.

Bildungen mit dem Suffix -ėjas werden in der Bedeutung eines Werkzeugs oder Mittels der Handlung gebraucht, obwohl sie ausschließlich eine Person bezeichnen, die die durch das Verb angegebene Handlung ausführt. Wörter mit dem Suffix -ykla, die einen für eine Handlung bestimmten Ort bezeichnen, werden mit Wörtern mit dem Suffix -yklė verwechselt, die ein Arbeitsgerät bezeichnen, zum Beispiel: indų plovykla (=plovykle «Geschirrspüler»), virykla (=viryklė «Küchenherd»); das Verb mit dem Präfix pra- wird fälschlich mit dem Instrumentalis des Weges verwendet, zum Beispiel: Viena transporto linija praeina (=eina) Kęstučio gatve «Eine der Verkehrslinien verläuft durch die Kęstutis-Straße». Dieses Präfix kann in diesem Kontext nur zusammen mit der Präposition pro «an … vorbei» verwendet werden.

Es kommen Fehler bei der semantischen Auswahl von Wörtern im Satz vor. Dazu gehören gautis anstelle von išeiti «gelingen», pasigesti anstelle von pageidauti, trūkti «sich wünschen, fehlen», rastis anstelle von būti «sich befinden» und andere. Es sei auf Wörter und Wortverbindungen fremder Herkunft oder fehlerhafter Bildung hingewiesen, die der Norm widersprechen, zum Beispiel: badė (=skiedinio dėžė «Mörtelkübel»); basankės (=basutės «Sandalen»); chomutas (=pavalkėlis, apkała «Schelle»); mažaaukštis (=mažaaukštis «niedriggeschossig»); pasėka (=padarinys «Folge»); sietka (=grafikas «Netz»); dalinai (=iš dalies «teilweise»); bendrastatybinės (=bendrosios statybinės) organizacijos

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„allgemeine Bauorganisationen“; allgemeintechnische, allgemeinwissenschaftliche, allgemein-institutsbezogene (=allgemeine technische, allgemein- naturwissenschaftliche, allgemeine Instituts-) Lehrstühle „allgemeintechnische, allgemeinwissenschaftliche, institutsübergreifende Lehrstühle“.

Der wissenschaftliche Stil hat nichts mit dem pseudowissenschaftlichen Stil gemein, der durch das völlig ungerechtfertigte Bestreben gekennzeichnet ist, sich mit unnötigen Fremdwörtern zu „bereichern“, die der Rede ein prätentiöses, zugleich aber inhaltsleeres Gepräge verleihen. Zu solchen Wörtern, an denen sich auch angehende Ingenieure versündigen, gehören mini, minimumas, mak-simum „Mini, Maximum“. In diesem Fall kann man entweder ein litauisches Wort oder sogar ein Wortbildungselement verwenden: minikirpykla (=kirpyk-lėlė „Mini-Friseursalon“); Maksimum (=Labiausiai patenkintų gyventojų poreikius „würde die Bedürfnisse der Bevölkerung weitestgehend befriedigen“; Prekyba iš gyventojų atims minimumą laiko (=pareikalaus labai nedaug laiko „Der Handel wird der Bevölkerung nur ein Minimum an Zeit nehmen“). Indem ich auf die Ungenauigkeiten im Gebrauch der oben genannten Wörter hinweise, möchte ich jedoch nicht sagen, dass sie für die litauische Sprache überhaupt unnötig sind.

Im Zusammenhang mit den Mängeln des allgemeinen Wortschatzes ist darauf hinzuweisen, dass bei der Herausbildung des wissenschaftlichen Sprachstils technischer Fachleute die Ordnung des allgemeinsprachlichen und fachsprachlichen Terminologiebestands eine große Rolle spielt. Unzulässig sind Verfälschungen von Fachausdrücken aus anderen Wissenschafts- oder Technikbereichen, z. B.: dur-aliuminijus (=duraliuminis „Duraluminium“); technoekonominiai (=techniniai ekonominiai) skaičiavimai, ro-dikliai „technisch-ökonomische Berechnungen, Kennwerte“. Besonders aufmerksam sollte man sich der Entwicklung der Fachterminologie widmen. Denn auf diesem Gebiet kann niemand mehr leisten als Hochschullehrkräfte, die verschiedene Lehrmaterialien und Lehrbücher verfassen und ihren Studierenden bestimmte terminologische Auffassungen und Fertigkeiten vermitteln. Diese Fertigkeiten müssen jedoch mit den allgemeinen Prinzipien der litauischen Terminologiebildung übereinstimmen. Deshalb müssen solche im Fachgebrauch technischer Hochschulen geläufigen Begriffe entweder korrigiert oder grundlegend geändert werden, wie etwa: asfaltbetonas (=asfaltbetonis „Asphaltbeton“, vgl. das von Bauleuten verwendete asbestcementis „Asbestzement“; gipsbetonis „Gipsbeton“ u. a.), aukštavertis (=vertin-gas) betonas „hochwertiger Beton“, gipso-betono (=gipsbe-tonio) pertvaros „Gipsbetontrennwände“, minvata (=minerali-nė vata „Mineralwolle“), palengvinti (=lengvesnieji) statybi-niai elementai „leichte Bauelemente“, prieijimo ir pravažiavimo (=takai ir privažiuojamieji) keliai „Fußwege und Zufahrtsstraßen“, stikloruberoidas (=stiklo ruberoidas „Glas-Dachpappe“); sutankintas (=suplūktas „verdichtet“).

In der litauischen Terminologie wird zusammengesetzten Termini mit pronominalen und nichtpronominalen Adjektivformen große Bedeutung beigemessen. Die pronominale Form macht die Wortverbindung zum Terminus und hebt den bezeichneten Gegenstand als eine Art hervor, während die nichtpronominale Form lediglich die betreffende Eigenschaft angibt.

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Der bezeichnete Gegenstand wird als eine Art hervorgehoben, während die nichtpronominale Form lediglich die betreffende Eigenschaft angibt. Dies veranschaulichen zwei Beispiele: aukštoji mokykla und aukšta mokykla. Das erste Beispiel (mit pronominaler Adjektivform) bezeichnet eine Art von Schule, eine Stufe in der Hierarchie der schulischen Einrichtungen (Hochschule), das zweite bezeichnet lediglich die Höhe des Schulgebäudes. Folglich sollte sich auch die Terminologie des Bauwesens an der allgemeinen Entwicklung der litauischen Terminologiebildung orientieren. Zum Beispiel: gyvenamas (=gyvenamasis) namas „Wohnhaus“, naudingas (=naudingasis) plotas „Nutzfläche“, surenkamos (=surenkamosios) konstrukcijos, detalės „Fertigkonstruktionen, Bauteile“, specializuotos (=specializuotosios) organizacijos „spezialisierte Organisationen“ u. a. Auch Wortverbindungen mit emotional gefärbten Wörtern eignen sich nicht immer als Termini, etwa apginkliuoti, perginkluoti, perginklavimas „bewaffnen, wiederbewaffnen, Wiederbewaffnung“ im Sinne von „ausrüsten, Ausrüstung, Neuausrüstung“, zum Beispiel: energetinis darbo apginklavimas (=darbo aprūpinimas energija); statybinės organizacijos techninis perginklavimas (=aprūpinimas nauja technika).

Bevor man sich ernsthaft mit dem tatsächlich wissenschaftlichen Sprachstil angehender Ingenieure, technischer Fachleute und ihrer Ausbilder befasst, sollte man ihnen daher das Bedürfnis nach einer korrekten, den allgemeinen Normen der Literatursprache entsprechenden Ausdrucksweise vermitteln. Solange sie sich dieser Notwendigkeit nicht bewusst werden und sich nicht ernsthaft und bewusst zumindest mit den grundlegenden Elementen der Sprachkultur zu befassen versuchen, ist von einer erfolgreichen Herausbildung ihres wissenschaftlichen Stils nicht zu sprechen. Das bedeutet selbstverständlich keineswegs, dass es unter Ingenieuren und Wissenschaftlern der Ingenieurwissenschaften keine Menschen gibt, denen Sprachkultur am Herzen liegt. Viele namhafte Fachleute des Ingenieurwesens, darunter auch Lehrkräfte technischer Hochschulen, setzen sich mit aller Kraft und Energie für die eigene Sprache ein; sie haben bereits viel erreicht. Doch die Bewegung für Sprachkultur muss zu einer Massenbewegung werden.

Um die gesamte technische Intelligenz für den Kampf um die Korrektheit der schriftlichen wie der mündlichen Rede zu gewinnen, bedarf es ernsthafter Anstrengungen der republikanischen Behörden für die höhere und mittlere Fachbildung. Zwar sind die Bemühungen der Leitung einiger technischer Hochschulen, etwa des Vilniuser Ingenieur- und Bauinstituts, zu begrüßen und gebührend zu würdigen, doch reicht dies nicht aus. Es handelt sich wohl um die einzige technische Hochschule der Republik, an der für Studierende im Abschlussjahr ein bescheidener Kurs zur Sprachkultur eingeführt wurde. Wenn tatsächlich der Wunsch besteht, den Studierenden der Hochschulen der Republik den wissenschaftlichen Sprachstil zu vermitteln, sollte das Ministerium für höhere und mittlere Fachbildung der Litauischen SSR einen Kurs zur Sprachkultur (der litauischen und russischen Sprache) im zweiten, dritten oder vierten Studienjahr an allen technischen Hochschulen und nichtgeisteswissenschaftlichen Fakultäten einführen. Solche Pläne hegte bereits in den ersten Nachkriegsjahren Prof. J. Balčiūkonis; nun sollten diese Pläne Wirklichkeit werden.

3 Užsāk. Nr. 1007

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