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Zur Charakterisierung der Gattungs-Art- und Teil-Ganzes-Struktur der linguistischen Terminologie*

SERGEJ SCHELOW

Lew-Tolstoi-Institut für Sprachen und Kulturen (Moskau, Russland)

In der Arbeit [Shelov 2009] wurden computerbezogene und linguistische Ergebnisse vorgestellt, die im Automatisierten Informationssystem für wissenschaftliche Terminologie WinTerm des Terminologischen Zentrums des V.-V.-Winogradov-Instituts für die russische Sprache gewonnen und umgesetzt wurden. Ein Teil dieser Ergebnisse bestand in einer formalisierten Darstellung der Begriffsstruktur der linguistischen Terminologie, die auf dem terminologischen Material des Lehrbuchs von Ju. S. Maslow zur Sprachwissenschaft aufgebaut wurde: Einführung in die Sprachwissenschaft (Moskau: Höhere Schule, 1998; im Folgenden „Quelle“ genannt, siehe [Maslow 1998]). Analysiert wurden nur solche Termini, die entweder in der Quelle eigene Definitionen oder Erläuterungen haben oder in Textpassagen vorkommen, die als Definitionen (Erklärungen) dieser Termini dienen (d. h. zu ihrer Definition oder Erläuterung verwendet werden). Insgesamt gibt es in der Quelle 2066 solcher Termini. Ziel war es, die Begriffsstrukturen der Terminologie anhand der Definition oder Erklärung der entsprechenden Termini in der Quelle formalisiert darzustellen. Bei der Bearbeitung der gestellten Aufgaben wurden aktiv einige linguistische und computerbezogene Ergebnisse verwendet, die bei der Entwicklung und dem Betrieb der computergestützten Terminologischen Wissensdatenbank (im Folgenden TBW) erzielt worden waren; eine hinreichend detaillierte Beschreibung findet sich in den Arbeiten [Shelov 2002; Shelov 2003; Shelov 2004; Shelov 2009; Shelov 2003; Shelov 2005].

Zu diesen Ergebnissen gehören das Auffinden und die Darstellung aller logischen Zirkel im System terminologischer Definitionen sowie die computergestützte Feststellung (Identifizierung) verschiedener Begriffsstrukturen

*Der Artikel wurde mit finanzieller Unterstützung der Russischen Stiftung für Geisteswissenschaften (Projekt 07-04-241a) erstellt.

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der Terminologie (logisch-begrifflicher, Gattungs-Art- und Teil-Ganzes-Struktur) und ihrer Ebenenorganisation sowie die Feststellung bestimmter Arten strittiger oder misslungener begrifflicher Konstruktionen, deren Korrektur eine „außercomputerische“, rein schöpferische Bewertung der entstandenen Situation oder sogar das Eingreifen eines Fachforschers erfordert.

Im vorliegenden Artikel charakterisieren wir die Gattungs-Art- und Teil-Ganzes-Strukturen linguistischer Termini, die sich aus der Gesamtheit aller Gattungs-Art- beziehungsweise Teil-Ganzes-Beziehungen zwischen den Termini der Quelle ergeben, und kommentieren die erzielten Ergebnisse kurz (dabei ist anzumerken, dass eine Reihe von Ergebnissen ohne den Einsatz von Software und der vorhandenen TBW praktisch nicht zu erzielen gewesen wäre).

Für die Analyse der inhaltlichen Struktur der Terminologie als Teil wissenschaftlichen Wissens ist eine solche Charakterisierung besonders wichtig. Erstens hat die Untersuchung der Gattungs-Art-Beziehungen zwischen Gegenständen und Begriffen eines bestimmten Wissenschaftsgebiets, die eng mit der Klassifikationstheorie und der Definitionstheorie verbunden ist, eine reiche Tradition, die mindestens bis zu Aristoteles zurückreicht, für den die Gattung „das Wesen der Sache“ war. Über die Logik, die logische und linguistische Semantik, die Informatik und die Terminologiewissenschaft ist die Erforschung der Gattungs-Art-Verbindungen zwischen Begriffen und Termini bis in unsere Zeit gelangt. Die Gattungs-Art-Hierarchie, die unter formal-strukturellem Gesichtspunkt eingehend untersucht wurde, ist zugleich ein theoretisches Konstrukt von hinreichendem Gehalt, um einen wichtigen Teil der Wissensstruktur darzustellen. Insbesondere muss sie nicht ausschließlich eine (gerichtete) Baumstruktur sein, als die sie meist veranschaulicht wird; denn ein untergeordneter Begriff (Gegenstand) kann mehrere ihm unmittelbar übergeordnete Begriffe (Gegenstände) haben.

Zweitens ermittelt die begriffliche Gattungs-Art-Analyse binäre Strukturen, die für praktische Anwendungen vielversprechend sind, etwa „BEGRIFF (GEGENSTAND) – SEIN SPEZIFISCHES MERKMAL“ und „BEGRIFF (GEGENSTAND) – BEZIEHUNG – (BEGRIFF) GEGENSTAND“. Jede davon stellt eine wichtige Aussage (Prädikation) eines bestimmten Wissensgebiets dar; im Fall terminologischer Definitionen ist diese Aussage wahr (allein aufgrund der Definition). Darüber hinaus ermöglicht die computergestützte Modellierung der Gattungs-Art-Hierarchie von Gegenständen und ihren Merkmalen bisweilen, logisch-semantische

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Schlussfolgerung gemäß dem bekannten Prinzip der „Merkmalsvererbung“: Alles, was für einen Oberbegriff (ein Objekt) gilt, gilt auch für einen Unterbegriff (ein Objekt); somit „erbt“ jedes untergeordnete Objekt eine Vielzahl von Merkmalen des übergeordneten Objekts.

Drittens ist die Gattungs-Art-Hierarchie von Objekten eine universelle, statistisch signifikante Struktur, die jedes Themengebiet durchzieht. So treten nach einigen Angaben bei der Ausarbeitung terminologischer Normen Begriffe, die durch Gattungs-Art-Beziehungen miteinander verbunden sind und die entsprechenden Definitionen bestimmen, in 71% aller Beziehungen zwischen Termini auf.

Schließlich ist viertens die Formulierung des Oberbegriffs selbst häufig ein Indikator für die semantischen Beziehungen, die der definierte Terminus (Dtd) zu anderen Termini des definierenden Ausdrucks (Dfn) eingeht; die auf diese Weise ermittelten semantischen Beziehungen können später die Begriffsstruktur einer Terminologie darstellen.

Somit eröffnet die Analyse der Gattungs-Art-Hierarchie der Begriffe eines bestimmten Wissensgebiets, wie sie in einem Definitionssystem festgehalten ist, weitreichende Perspektiven für die Ermittlung und Darstellung der Struktur wissenschaftlichen Wissens, auch mit computerunterstützten Methoden.

In den Arbeiten [Щелов 2003; Щелов 2009; Shelov 2003] wurde ein Verfahren zur linguistischen Analyse verbaler (expliziter) terminologischer Definitionen beschrieben. Das Verfahren setzt voraus, dass zunächst im Allgemeinen recht strenge und rigide, insgesamt jedoch hinreichend bekannte Anforderungen an ein Definitionssystem erfüllt werden: keine Synonyme, mehrdeutigen Wörter und Konstruktionen im definierenden Ausdruck, die Verwendung gleichartiger syntaktischer Konstruktionen bei gleichartigen logisch-semantischen Bedingungen usw. Die Ergebnisse der Anwendung dieses Verfahrens ermöglichen eine eindeutige Antwort auf folgende Fragen: Ist die betreffende Definition eine Gattungs-Art-Definition? Und wenn dies tatsächlich der Fall ist, welcher konkrete Textabschnitt benennt dann den nächstliegenden Oberbegriff (für den definierten Begriff oder das definierte Objekt) und welcher das spezifische (differentielle) Merkmal oder die spezifischen Merkmale dieses Begriffs oder Objekts?

Insbesondere wird in diesen Arbeiten folgende Regel angeführt, mit deren Hilfe die entsprechenden Abschnitte in dem nachstehend dargestellten Material ermittelt wurden:

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mithilfe derer die entsprechenden Abschnitte im nachstehend dargestellten Material ermittelt wurden:

Der Oberbegriffsabschnitt des definierenden Ausdrucks ist dessen kleinster semantisch vollständiger, syntaktisch unabhängiger Teil, der den maximalen (nach Wortlänge und syntaktischer Struktur) zuvor definierten Terminus (oder eine freie Verbindung zuvor definierter Termini) enthält und für den auch der verbleibende Teil vollständig und sinnvoll ist; dieser verbleibende Teil des definierenden Ausdrucks stellt ein Artmerkmal dar (wenn sich dieser Teil syntaktisch auf ein und dasselbe Wort bezieht) oder eine Verbindung (Konjunktion) von Artmerkmalen (wenn sich dieser Teil syntaktisch auf verschiedene Wörter bezieht). Diese Regel gilt unabhängig vom Themengebiet und Wissensbereich für Termini und ihr Definitionssystem. Ihre allgemeine Idee besteht darin, dass der nächstliegende Oberbegriff 1) einen semantisch vollständigen Textabschnitt ausdrückt, 2) dieser Abschnitt eine vollständig ausgedrückte Bezeichnung des speziellsten möglichen Terminus desselben Wissensgebiets enthält und 3) der verbleibende Textabschnitt ebenfalls semantisch vollständig sein und die Funktion einer Definition für eines oder mehrere der im hervorgehobenen Abschnitt genannten Objekte erfüllen muss.

Wir zeigen anhand der oben angeführten Beispiele, welches Verfahren diese Regel umsetzt. Dazu analysieren wir die definierenden Ausdrücke der entsprechenden Definitionen (zur Anwendung und Begründung desselben Verfahrens anhand vielfältiger thematischer Materialien aus dem Russischen und Englischen siehe die Veröffentlichung [Шелов 2003]):

Ablaut. „Wechsel“ (ein linguistischer Terminus, folglich ein Kandidat für die Formulierung des nächstliegenden Oberbegriffs) – „Vokalwechsel“ (ein linguistischer Terminus, folglich ebenfalls ein Kandidat für die Formulierung des nächstliegenden Oberbegriffs, und zwar ein besserer als der vorangehende, da er terminologisch einen spezielleren Begriff ausdrückt) – „Vokalwechsel, der bedingt/unbedingt ist...“ (ein semantisch unvollständiger Ausdruck, der jedoch ein zusätzliches bedeutungstragendes Wort („bedingt“) enthält, das kein linguistischer Terminus ist; dies erfordert die Rückkehr zum Abschnitt „Vokalwechsel“, der den... benennt

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nächstliegender Oberbegriff; „phonetisch nicht bedingt und... Flexions- und Wortbildungsbedeutungen ausdrückend“ – Formulierung des Artmerkmals).

Somit lautet der gesuchte Textabschnitt, der den nächstliegenden Oberbegriff für den Terminus Ablaut ausdrückt: „Vokalwechsel“.

Analog dazu gilt:

Akkomodation. „Anpassung“ (ist kein linguistischer Terminus und kommt dementsprechend nicht als Formulierung des nächstliegenden Oberbegriffs infrage) – „Anpassung von Artikulationen“ (linguistischer Terminus, der Ausdruck ist jedoch semantisch unvollständig: Anpassung – woran? Artikulationen – wovon?) – „Anpassung der Artikulationen eines Konsonanten“ (linguistischer Terminus, der Ausdruck ist jedoch semantisch unvollständig: Anpassung der Artikulationen eines Konsonanten – woran?) – „Anpassung der Artikulationen eines Konsonanten und eines Vokals“ (linguistischer Terminus, der Ausdruck ist semantisch vollständig und kommt als Formulierung des nächstliegenden Oberbegriffs infrage) – „partielle Anpassung der Artikulationen eines Konsonanten und eines Vokals“ (dieselben Bedingungen wie im vorangehenden Schritt, aber der Ausdruck enthält ein zusätzliches bedeutungstragendes Wort („partielle“), das kein linguistischer Terminus ist; daher wird auf den zuvor ermittelten Kandidaten zurückgegriffen) – „Anpassung der Artikulationen eines benachbarten Konsonanten und Vokals“ (dieselben Bedingungen wie im vorangehenden Schritt, aber der Ausdruck enthält ein zusätzliches bedeutungstragendes Wort („benachbarten“), das kein linguistischer Terminus ist; daher wird auf den zuvor ermittelten Kandidaten zurückgegriffen – „Anpassung der Artikulationen eines Konsonanten und eines Vokals“, der den nächstliegenden Oberbegriff bezeichnet; „partielle“ ist die Formulierung eines Artmerkmals, das sich auf den Begriff der Anpassung bezieht; „benachbarten“ ist die Formulierung eines Artmerkmals, das sich auf den Konsonanten und den Vokal bezieht.

Somit lautet der gesuchte Textabschnitt, der den nächstliegenden Oberbegriff für den Terminus Akkomodation ausdrückt: „Anpassung der Artikulationen eines Konsonanten und eines Vokals“.

Das auf völlig analoger Weise anhand der anderen angeführten Beispiele durchgeführte Verfahren zur Ermittlung des nächstliegenden Oberbegriffs führt zu folgenden Ergebnissen: Für den Terminus Antizipation lautet der nächstliegende Oberbegriff „Abweichung von der Reihenfolge der Elemente der Anapher“, für den Terminus grammatische Kategorie „System von Reihen grammatischer Formen“,

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für den Terminus Historismus „lexikalische Einheit und Bedeutung einer lexikalischen Einheit“. Die übrigen lexikalisch-syntaktischen Teile des definierenden Ausdrucks bezeichnen dabei verschiedene differenzierende Artmerkmale (ein oder mehrere) des definierten Begriffs: So müssen beispielsweise in einem System von Reihen grammatischer Formen die Reihen einander gegenübergestellt sein und die grammatischen Formen gleichartige Bedeutungen haben, damit dieses System zu einer grammatischen Kategorie werden kann. Führen wir noch einige Beispiele für Gattungs-Art-Beziehungen an, die anhand der Quelle ermittelt wurden, in Form einzelner Wörterbucheinträge der entsprechenden Termini:

Dissimilation

Nächstliegender Oberbegriff:

„Entähnlichung“ von Lauten

Nächstliegende Unterbegriffe:

Distante Dissimilation

Inertiale Dissimilation

Kontakt-Dissimilation

Antizipatorische Dissimilation

Universalien

Nächstliegender Oberbegriff:

Aussagen, die von der allgemeinen und insbesondere der typologischen Sprachwissenschaft formuliert werden

Nächstliegender Unterbegriff:

Absolute Universalien

Statistische Universalien

Phonogramm

Nächstliegender Oberbegriff:

Schriftzeichen

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Nächstliegender Unterbegriff:

Prosodemogramm

Silbogramm

Phonemogramm

Das beschriebene Verfahren zur Ermittlung von Oberbegriffen (und Begriffen) lässt sich auch auf die Definition des Terminus Psycholinguistik anwenden; dabei erhalten wir zwei nächstliegende Oberbegriffe – 1. „Disziplin, die sich an der Schnittstelle von Sprachwissenschaft und Psychologie entwickelt“ und 2. „Disziplin, die die Gesetzmäßigkeiten der Hervorbringung und Wahrnehmung sprachlicher Äußerungen untersucht; die Mechanismen, die diese Prozesse steuern und den Sprachbesitz und Spracherwerb ermöglichen; die sprachliche Fähigkeit des Menschen“ (zu den Möglichkeiten einer mehrdeutigen Bestimmung des nächstliegenden Oberbegriffs für ein und dieselbe Definition siehe die Arbeit [Щелов 2007]). Da die Formulierung des eigentlich definierenden Ausdrucks analysiert wird, können mehrdeutige Termini der Quelle, deren verschiedene Bedeutungen unterschiedliche Definitionen haben, verschiedene nächstliegende Oberbegriffe (und Begriffe) aufweisen; zum Beispiel hat der Terminus Etymologie in der Bedeutung „spezieller Teilbereich der Lexikologie, der sich mit der Klärung vergessener, verlorengegangener Motivierungen und somit mit der Untersuchung der Herkunft der entsprechenden Wörter befasst“ den nächstliegenden Oberbegriff, der durch das Fragment „Teilbereich der Lexikologie“ ausgedrückt wird; derselbe Terminus hat in der Bedeutung „die Herkunft des Wortes selbst und seine ursprüngliche Motivierung“ den nächstliegenden Oberbegriff, der durch das Fragment „Herkunft des Wortes und seine ursprüngliche Motivierung“ ausgedrückt wird. Analog dazu hat der mehrdeutige Terminus Ablaut verschiedene Oberbegriffe und Begriffe: In einer Bedeutung ist der nächstliegende Oberbegriff der terminologische Ausdruck „Ersetzung von Phonemen (oder Phonemvarianten)“, in einer anderen der Terminus „Lautgesetz“.

Beachten wir auch, dass keineswegs alle (Grund-)Termini untereinander in Ober- und Unterordnungsbeziehungen stehen. Das ist nicht überraschend: Schließlich haben nicht alle Grundtermini Definitionen, und nicht alle terminologischen Definitionen sind hierarchisch. Wenn die Definition jedoch hierarchisch ist, verfügt der (Grund-)Terminus sowohl über einen Oberbegriff als auch über spezifische Merkmale. In der TBZ sind alle ermittelten Ober- und Unterordnungsbeziehungen dargestellt, sowohl zwischen eigentlichen Grundtermini als auch zwischen Grundtermini und Nicht-Grundtermini.

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Die Gesamtzahl solcher Paare, die Ober- und Unterordnungsbeziehungen bilden, beträgt 448. Auf der ersten Ebene der hierarchischen Struktur befinden sich 39 Termini, darunter Aktant, analytische Bildung, Assimilation, Affix, grammatische Gruppierung der lexikalischen Einheiten der Sprache, grammatische Kategorie, grammatischer Bau, Dissimilation... Phraseologismus, Satzakzent, Wortexemplar, Signifikant des Zeichens, Sprache. Auf der zweiten Ebene befinden sich 147 Termini, auf der dritten 47 und auf der vierten 6. Die hierarchische Struktur reicht maximal bis zur fünften Ebene. Auf dieser Ebene befinden sich vier Grundtermini, darunter Adverbialpartizip, Infinitiv, Partizip, Supinum. Die Einordnung dieser Termini als relativ tief in der hierarchischen Struktur lässt sich anhand folgender Reihen der Ober- und Unterordnung veranschaulichen: Adverbialpartizip – Verboid – Verb – Wortart – grammatische Gruppierung der lexikalischen Einheiten der Sprache, Infinitiv – Verboid – Verb – Wortart – grammatische Gruppierung der lexikalischen Einheiten der Sprache, Supinum – Verboid – Verb – Wortart – grammatische Gruppierung der lexikalischen Einheiten der Sprache. Sechs Termini befinden sich auf der vierten Ebene der hierarchischen Struktur: Verboid, reziprok-konversive Verben, stimmlos, stimmhaft, Endung, Suffix.

Besonders erwähnt werden müssen die Termini außerhalb der hierarchischen Struktur – ein Umstand von eigenständigem linguistischem Interesse. Tatsächlich ist die Existenz von Grundtermini, die mit bestimmten terminologischen Benennungen in Ober- und Unterordnungsbeziehungen stehen, aber weder übergeordnete noch untergeordnete Grundtermini haben, keineswegs selbstverständlich. Dennoch existieren solche terminologischen Einheiten nicht nur, sondern sie bilden den größten Teil der Ober- und Unterordnungsbeziehungen: Es gibt 238 entsprechende Paare, die diese Einheiten enthalten. Im Folgenden werden beispielhaft solche Paare angeführt; in ihnen ist der erste Terminus ein Grundterminus, während sein nächstliegender Oberbegriff kein Grundterminus ist (letzterer hat folglich auch keinen eigenen Wörterbucheintrag), vgl.: agglutinative Tendenz der Affigierung – Tendenz der Affigierung, Akkommodation – Veränderungen in der Artikulation der Konsonanten und der Artikulation der Vokale, Sprechakt – Prozess, der das Sprechen sowie das auditive Wahrnehmen und Verstehen des Gehörten umfasst, Aktivkonstruktion des Satzes – Satzkonstruktion... sprachliche Kommunikation – Informationsaustausch mithilfe einer Sprache;

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Sprachzeichen – eine Einheit der Sprache; Sprachbund – eine Sprachgemeinschaft; „Heterogramm“ – ein Schriftzeichen.

Wir schließen die Beschreibung der Begriffsstruktur der linguistischen Terminologie mit Angaben zu ihrer Teil-Ganzes-Struktur ab.

Die anhand der terminologischen Definitionen der Quelle ermittelten Teil-Ganzes-Beziehungen werden in zwei Gruppen unterteilt: in Beziehungen zwischen Basistermini sowie in Beziehungen zwischen Termini, von denen einer ein Basisterminus ist und der andere nicht. Die Gesamtzahl der Paare, die eine Teil-Ganzes-Beziehung bilden, beträgt 55. Im linguistischen Material verbinden Teil-Ganzes-Beziehungen in der Regel entweder a) bestimmte mentale wissenschaftliche Entitäten in Form von Teilgebieten und einzelnen Disziplinen einer Wissenschaft oder der Wissenschaft als Ganzes oder b) materielle Teile (Fragmente) sprachlicher Zeichenbildungen und dementsprechend die sie umfassenden Einheiten, zum Beispiel: Phonologie – Sprachwissenschaft, Stilistik – Sprachwissenschaft, Semasiologie – Lexikologie, angewandte Linguistik – Sprachwissenschaft, wortbildende Basis des Wortes – Wort, Grapheminventar einer phonemographischen Schrift – Alphabet.

Auf der ersten Ebene der Teil-Ganzes-Struktur linguistischer Basistermini stehen beispielsweise die Termini Wort, Silbe, Sprachfamilie, Sprachwissenschaft. Auf der zweiten Ebene der Teil-Ganzes-Struktur befinden sich die Basistermini Grammatik, Lexikologie, Wortstamm, verwandte Sprachen, Stilistik, wortbildende Basis des Wortes und andere. Die dritte Ebene der Teil-Ganzes-Struktur ist durch die Termini morphologische Typologie, Morphologie, Semasiologie, Syntax, syntaktische Typologie gekennzeichnet. Die maximale Ebene der Teil-Ganzes-Struktur ist die vierte; auf ihr befinden sich die Basistermini eigentliche Morphologie und Wortbildung, die eine gleichartige „Teil-Ganzes-Kette“ aufweisen, in der jeder nachfolgende Terminus einen Teil dessen bezeichnet, was der vorhergehende bezeichnet, und die somit die Tiefe der entsprechenden Hierarchie belegt: Sprachwissenschaft – Grammatik – Morphologie – eigentliche Morphologie, Sprachwissenschaft – Grammatik – Morphologie – Wortbildung.

Wir führen noch einige Beispiele für Teil-Ganzes-Beziehungen an, die anhand des Materials der Quelle ermittelt wurden, und zwar in Form einzelner Wörterbucheinträge der entsprechenden Termini:

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Wort

Teil:

Wortstamm

wortbildende Basis des Wortes

wortbildendes Formativ

Sprachwissenschaft

Teil:

Akzentologie

Grammatik

Lexikographie

Lexikologie

Allgemeine Sprachwissenschaft

Angewandte Sprachwissenschaft

Stilistik

Typologische Sprachwissenschaft

Phonologie

Einzelsprachwissenschaft

Verwandte Sprachen

Ganzes:

Sprachfamilie

Silbe

Teil:

Koda

Typologische Sprachwissenschaft

Ganzes:

Sprachwissenschaft

Teil:

Morphologische Typologie

Syntaktische Typologie

Statistische Universalien

Phonologische Typologie

Phonologische Typologie

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Abgeleitetes Wort

Teil:

Wortbildungsmorphem

Wortstammbildende Grundlage

Ganzes:

Wort

Alphabet

Ganzes:

Inventar der Grapheme einer phonemographischen Schrift

Etymologie

Ganzes:

Lexikologie

Somit haben wir versucht, einen Überblick über die genus-species- und die Teil-Ganzes-Strukturen der linguistischen Terminologie zu geben und ihre Beschreibung durch einige quantitative Kennzahlen zu ergänzen. Wie leicht zu erkennen ist, lassen sich die in der vorliegenden Arbeit verwendeten Kriterien zur Beschreibung der begrifflichen Struktur der Terminologie auch auf Terminologien unterschiedlichster wissenschaftlich-technischer Wissensgebiete und Disziplinen anwenden. Dies lässt hoffen, dass die unternommene Untersuchung für weitere semantische und typologische Studien vielversprechend ist.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Der Artikel beschreibt eine Methode zur Ermittlung von Gattungs-Art- und Ganzes-Teil-Beziehungen zwischen linguistischen Termini anhand terminologischer Definitionen aus einem der bekanntesten Sprachlehrbücher für russische Studierende. Die Ergebnisse der „manuellen“ Analyse terminologischer Definitionen werden in eine computergestützte Terminologische Wissensbasis eingegeben. Auf der Grundlage der entsprechenden Daten ermittelt ein Computerprogramm automatisch die jeweilige Gattungs-Art- und Ganzes-Teil-Struktur (Hierarchie), in der jeder Terminus durch seine Ebene charakterisiert ist und die visuell dargestellt wird. Sie ermöglicht es den Nutzern der Terminologischen Wissensbasis, in diesen Strukturen zu navigieren und die Tiefe der Gattungs-Art- und Ganzes-Teil-Struktur festzulegen sowie zu bestimmen, wie viele und welche Termini sich auf der jeweiligen Ebene befinden u. Ä.

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festzulegen sowie zu bestimmen, wie viele und welche Termini sich auf der jeweiligen Ebene befinden u. Ä.

So befinden sich auf der ersten Ebene der Gattungs-Art-Hierarchie 39 Termini, darunter Aktant, analytische Bildung, Assimilation, Affix, grammatische Gruppierung lexikalischer Spracheinheiten, grammatische Kategorie, grammatischer Bau, Dissimilation usw.; auf der zweiten Ebene sind es 147 Termini, auf der dritten 47 usw. Die tiefsten Termini der Gattungs-Art-Hierarchie sind beispielsweise die Termini Adverbialpartizip, Infinitiv, Partizip, Supinum, die sich auf der fünften Ebene der Gattungs-Art-Hierarchie befinden, da eine Gattungs-Art-Kette vorliegt: Adverbialpartizip – Verboid – Verb – Wortart – grammatische Gruppierung lexikalischer Spracheinheiten, Infinitiv – Verboid – Verb – Wortart – grammatische Gruppierung lexikalischer Spracheinheiten usw. Entsprechende Aussagen werden auch für die Ganzes-Teil-Struktur der Terminologie, die vier Hierarchieebenen aufweist, automatisch ermittelt.

Die Kriterien zur Beschreibung der Begriffsstruktur einer Terminologie lassen sich auch auf Terminologien verschiedenster wissenschaftlich-technischer Wissensgebiete und Disziplinen anwenden, was die Hoffnung auf die Perspektiven der vorliegenden Untersuchung für weitere semantische und typologische Forschungen begründet.

ЛИТЕРАТУРА

Маслов Ю. С. 1998: Введение в языкознание: Учеб. для филол. спец. вузов. Изд. 3-е, испр., Москва: Высшая школа.

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Шелов С. Д. 2004: Теория терминоведения и терминологическая лексикография: Соотношение в терминологической базе знаний. – Scripta linguisticae applicatae. Проблемы прикладной лингвистики. Вып. 2. Сборник статей, Отв. ред. Н. В. Васильева, Москва, 20–42.

Шелов С. Д. 2003: Термин. Терминологичность. Терминологические определения. Санкт-Петербург: Изд-во СПб-го ун-та.

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APIE KALBOTYROS TERMINIJOS GIMININĖ–RŪŠINĘ IR VISUMOS–DALIES STRUKTŪRĄ

Straipsnyje nagrinėjami kalbotyros terminų gimininiai–rūšiniai ir visumos–dalies santykiai, atsispindintys šių terminų apibrėžtyse, pateiktose viename populiariausių kalbotyros vadovėlių. Rankiniu būdu atliekant gimininių–rūšinių santykių analizę, apibrėžties žodžiai išskirstomi į giminę ir skiriamuosius požymius įvardijančius žodžius. Gimininių–rūšinių ir visumos–dalies santykių analizės rezultatai įvedami į Terminologijos žinių bazę, kurioje kompiuterio programa nustato kalbotyros terminų giminę–rūšinę ir visumos–dalies struktūrą. Toks skaidymas leidžia Terminologijos žinių bazės vartotojams orientuotis atitinkamose struktūrose ir jose rasti kiekvieną atskirą terminą tame lygmenyje, kuriam jis priklauso.

ON GENUS-SPECIES AND WHOLE-PART STRUCTURE OF LINGUISTIC TERMINOLOGY

The article deals with Genus-Species and Whole-Part relations between terms of linguistics as evidenced by their definitions in one of the most habitual student's books on linguistics. A procedure of Genus-Species analysis is specified to parse Definiens wording into Genus wording and Differentia Specifica wording(s). The resulting data of Genus-Species and Whole-part analysis have been entered into computer Terminology Knowledge Base to present the Genus-Species and Whole-Part structure of linguistic terminology in computer form which enables the Knowledge Base consumer to navigate in the respective structures and to find every particular term at its own level of these structures.

Gauta 2009-07-11

Сергей Дмитриевич Шелов Институт языков и культур имени Льва Толстого ул. Хабаровская, д.18а, Москва, Россия Эл. почта: [email protected]

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