Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

doi.org/10.35321/term27-07

Neue Bezeichnungen für Hosen

AUŠRA RIMKUTĖ-GANUSAUSKIENĖ

Institut für Litauische Sprache

ZUSAMMENFASSUNG

Der Artikel untersucht eine kleine semantische Gruppe von Bekleidungsbezeichnungen – die neuen Bezeichnungen für Hosen. Das Untersuchungsmaterial stammt aus der Datenbank der Neologismen der litauischen Sprache (im Folgenden: Neologismendatenbank). Ziel des Artikels ist es, anhand des Materials aus der genannten Quelle die Herkunft und Semantik der neuen Hosenbezeichnungen zu erörtern. Da die Terminologie der modernen Bekleidung bislang nicht erforscht wurde, ist zu erwarten, dass das zusammengefasste Material interessant und nützlich sein wird.

SCHLÜSSELWÖRTER: Bekleidung, Hosenbezeichnungen, Bekleidungsbezeichnung, Lehnwort, Neologismus

ZUSAMMENFASSUNG

Der Artikel behandelt eine kleine semantische Gruppe von Bekleidungsbezeichnungen – die neuen Bezeichnungen für Hosen. Das Untersuchungsmaterial stammt aus der Datenbank der litauischen Neologismen. Ziel des Artikels ist es, anhand des Materials aus der genannten Quelle die Herkunft und Semantik der neuen Hosenbezeichnungen zu erörtern. Da die Terminologie der heutigen Bekleidung weitgehend unerforscht ist, dürfte das zusammengefasste Material interessant und nützlich sein.

SCHLÜSSELWÖRTER: Bekleidung, Hosenbezeichnungen, Bekleidungsbezeichnung, Entlehnung, Neologismus

BESONDERHEITEN DES UNTERSUCHUNGSMATERIALS UND RECHERCHE

In der Terminologie jedes beliebigen Fachgebiets entstehen fortwährend neue ein- und mehrgliedrige Termini. Mit der Zeit verändern sich ihre Form und ihr Inhalt. Die Bekleidungsterminologie bildet dabei keine Ausnahme. Gegenstand dieses Artikels sind die im elektronischen Neologismen-Datenbestand1 erfassten neuen Bezeichnungen für Hosen2. Nach einer computergestützten

1 Ausführlichere Informationen über den Datenbestand und seine Ressourcen finden sich in den Artikeln von Rita Miliūnaitė (Miliūnaitė 2012a: 3–11; Miliūnaitė 2015: 161–184; Miliūnaitė 2018: 1–21), Agnė Aleksaitė (Aleksaitė 2018: 1–2; Aleksaitė 2019: 1–27), Daiva Murmulaitytė (Murmulaitytė 2016a: 1–27; Murmulaitytė 2016b: 68–88) u. a.

2 Im Neologismen-Datenbestand gelten Wörter als Neologismen, die in den Referenzwörterbüchern nicht verzeichnet sind: in der elektronischen Ausgabe der 6. Auflage des Wörterbuchs der litauischen Gegenwartssprache, im Internetwörterbuch der litauischen Sprache und im 2001 erschienenen Fremdwörterbuch (siehe auch http://naujažodziai.lki.lt/?Apie_duomenyna). Dieser Auffassung folgt auch der vorliegende Artikel.

164 Aušra Rimkutė-Gan ausauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

Bei der Suche mit folgenden Parametern: Wortart – Substantiv, Definition – Hose, Verwendungsbereich – Lebensstil (Stil), wurden insgesamt 21 Bezeichnungen gefunden: aptemptukai, aptemptukės, cigaretės, činai, činas, denimai, glaudinis, kapriai, kelninės, kiulotai, kojakelnės, kulotės, lenarai, obtiažkės, sijonkel­nės, šalvarai, tampkel­nės, tamprės, timpos, tiškel­nės, tregingsai. Wie zu sehen ist, werden nicht alle gefundenen Wörter zur Bezeichnung von Hosen verwendet: činas bezeichnet einen Stoff, kojakelnės eine Strumpfhose. Daher wurde beschlossen, die erhaltenen Ergebnisse zu überprüfen und alle Stichwörter des Datenbestands durchzusehen3. Dabei wurden vier weitere Hosenbezeichnungen gefunden: džegingsai, megingsai, tampdžinsiai und timpdžinsiai. Die beschriebene computergestützte Suche erbrachte diese Bezeichnungen nicht, da sie mit dem Wort tamprės definiert werden. Somit werden in diesem Artikel insgesamt 23 neue Hosenbezeichnungen untersucht – Neologismen4 oder Wörter, die neue Bedeutungen angenommen haben.

Ziel des Artikels ist es, anhand des Materials des Neologismen-Datenbestands Herkunft und Semantik der neuen Hosenbezeichnungen zu erörtern. Dazu werden folgende Aufgaben gestellt: 1) die neuen Hosenbezeichnungen zu inventarisieren; 2) die möglichen Entstehungsumstände der Neologismen dieser kleinen semantischen Gruppe zu klären – ob eine neue Kleidungsbezeichnung nach dem Vorbild anderer Sprachen entstanden ist, mithilfe sprachinterner Wortbildungsmittel geschaffen wurde oder ob etwa ein bereits vorhandenes Wort in einer neuen Bedeutung verwendet wird; 3) das Verhältnis der Bezeichnungen litauischer, nichtlitauischer und gemischter Herkunft zu bestimmen; 4) die Semantik der neuen Hosenbezeichnungen zu untersuchen. Das gesammelte Material wird mithilfe der Methoden der Beschreibung, Analyse, Interpretation und Berechnung ausgewertet.

Die in der elektronischen Datenbank gefundenen neuen Hosenbezeichnungen werden im Artikel nach ihrer Herkunft gruppiert erörtert. In jedem Unterabschnitt werden sie eingehender untersucht: Sie werden jeweils in einer neuen Zeile, in Großbuchstaben und alphabetisch geordnet aufgeführt und gesperrt gesetzt; anschließend wird die Definition aus dem Neologismen-Datenbestand angegeben (in bestimmten Fällen wird die Beschreibung durch Erläuterungen aus Terminologiewörterbüchern oder anderen Quellen ergänzt) und Wortbildung sowie Herkunft werden ausführlicher behandelt. Für die Untersuchung der Semantik der neuen Hosenbezeichnungen werden Informationen und Verwendungsbeispiele in Büchern über Bekleidung und Mode gesucht. Die quantitativen Daten werden in einem Diagramm zusammengefasst.

3 Mit Stand vom 20. Dezember 2019 umfasste der Neologismen-Datenbestand beeindruckende 5400 Stichwörter (http://naujažodziai.lki.lt/?Apie_duomenyną) [abgerufen am 01.04.2020].

4 Ein Neologismus ist „jede neu entstandene sprachliche Einheit“ (Kvašytė 2005: 41; siehe auch KTŽ 1990: 133; Urbutis 2009: 36–37; Jakaitienė 2010: 205; Girčienė 2011: 165), während eine Wortneubildung „nur ein neues Wort [ist], das durch Wortbildung entstanden ist“ (LKE 1999: 429). Somit ist der Begriff Wortneubildung enger gefasst als Neologismus.

Terminologija | 2020 | 27

165

BESONDERHEITEN DES WORTES KELNĖS

Bevor die modernen Bezeichnungen für Hosen untersucht werden, sollte man sich die Bedeutung des Wortes kelnės in Erinnerung rufen. Über Hosen schreibt die Linguistin Danutė Sabaliauskaitė in ihrem Artikel „Die Bezeichnungen für Hosen in der litauischen Sprache“, gestützt auf die Arbeiten der deutschen Linguisten Hermann Hirt und Otto Schrader5: „Sie verbreiteten sich etwas später als Gürtel, Mütze, Mantel, Rock oder Schürze“ (Sabaliauskaitė 1996: 167): „Übrigens gingen die Hosen aus der Schürze hervor (Schrader 1917: 592). Wie in ganz Osteuropa wurden sie auch in Litauen seit alters her getragen. Dies wird durch archäologische Funde aus dem 9.–12. Jahrhundert bestätigt (Volkaitė-Kulikauskienė 1970: 130; Atlas 1986: 107). Da Hosen zu den wichtigsten Bestandteilen der Männerkleidung gehörten, gibt es im Litauischen zahlreiche Bezeichnungen dafür“ (Sabaliauskaitė 1996: 167). Die litauische Kostümhistorikerin und Designerin Rūta Guzevičiūtė erklärt, dass „die Hose als spezifisches Kleidungselement entstand, um die Beine beim Reiten vor Reibung zu schützen“ (Guzevičiūtė 2002: 16).

Im Litauischen sind die Formen des Wortes kelnės, kėlinės (eine ältere Form) und kėlnės, wie D. Sabaliauskaitė im Artikel erwähnt, erstmals in Quellen vom Anfang des 17. Jahrhunderts belegt (Sabaliauskaitė 1996: 167). Beide Formen finden sich auch in vielen Wörterbüchern des 18.–19. Jahrhunderts (näher dazu siehe LKEŽ). Algirdas Sabaliauskas betrachtet das Wort kelnės als ein ausschließlich für die litauische Sprache typisches Wort (Sabaliauskas 1990: 206).

Im Erklärenden Wörterbuch der Bekleidungsfachbegriffe von Stanislovas Algimantas Ratautas, Eugenija Strazdienė und Ada Gulbinienė Aiškinamajame aprangos terminų žodyne (im Folgenden AATŽ) wird die Hose als „ein Kleidungsstück, das den unteren Teil des Rumpfes und die Beine bedeckt und am Körper durch einen mit Knöpfen oder Hosenträgern befestigten, mit einem Gummizug oder einem Gürtel geschlossenen Bund gehalten wird“ beschrieben (AATŽ 2014: 187). Die Autoren geben folgende Entsprechungen in anderen Sprachen an: engl. pantaloon, pants, trousers, frz. pantalon, russ. штаны, брюки, dt. Hose. Eine etwas kürzere Definition findet sich im Erklärenden Wörterbuch der Textilfachbegriffe: mit Entsprechungen im Deutschen, Englischen, Französischen und RussischenAiškinamajame tekstilės terminų žodyne: su vokiečių, anglų, prancūzų ir rusų kalbų atitikmenimis (im Folgenden ATTŽ): „Ein Kleidungsstück für den unteren Körperbereich mit langen Hosenbeinen für jedes Bein“ (ATTŽ 2001: 89).

Es gibt verschiedene Hosentypen. Je nach Verwendungszweck, Material, aus dem das Kleidungsstück gefertigt ist, Webart, Schnitt, Merkmal oder Detail, das sie von anderen Modellen unterscheidet, etwa Farbe, Stoffmuster, Form, Länge, Bund usw., lassen sie sich in kleinere semantische Gruppen einteilen, z. B.: Unterhosen, Badehosen, Babyhosen, kurze Hosen (Shorts), Sporthosen usw. Im Neologismen-Datenbestand gefundene Hosenbezeichnungen werden nicht in kleinere semantische

5 Jetzt – Liutkevičienė.

166 Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

Abb. 1. Verteilung der neuen Hosenbezeichnungen nach Herkunft,%

Gruppen eingeteilt, weil es erstens nur wenige dieser Bezeichnungen gibt und zweitens eine solche Einteilung ungenau erscheint. Die gefundenen Bezeichnungen werden jedoch nach ihrer Herkunft in litauische, nichtlitauische und gemischtherkunftige unterteilt. Wie aus Abbildung 1 ersichtlich ist, überwiegen nichtlitauische Hosenbezeichnungen – sie machen mehr als die Hälfte der untersuchten Neologismen aus (52%). Fast zwei Fünftel der Bezeichnungen sind litauisch (39%), etwa ein Zehntel (9%) besteht aus litauischen und nichtlitauischen Bestandteilen.

BEZEICHNUNGEN LITAUISCHER HERKUNFT

Insgesamt finden wir im Neologismen-Datenbestand 9 einwortige Hosenbezeichnungen litauischer Herkunft: aptemptukai, aptemptukės, glaudinės, kelininės, sijonkel­nės, tampkel­nės, tamprės, timpos, tiškel­nės. Wie die Beispiele zeigen, sind einige von ihnen morphologisch ähnlich; nur die Bezeichnung glaudinės fällt aus dem Rahmen – sie wird in einer neuen, in Wörterbüchern nicht verzeichneten Bedeutung verwendet.

APTEMPTUKAI. Eine Ableitung mit dem Suffix –ukai, vgl. DŽ aptemptas, im Neologismen-Datenbestand folgendermaßen definiert: „lange (bis zu den Füßen reichende) eng anliegende Hosen aus dünnem Stoff, die oft unter einem Rock, Kleid oder einem anderen längeren Oberkleidungsstück getragen werden“, vgl. russ. обтяжки, engl. leggings 1. „stretchige Hosen, Leggings“; 2. „Gamaschen; Beinlinge“ (ALLAKŽ 2001: 209)6. Somit wird mit dem Wort aptemptukai

6 Vgl. 1. „Gamaschen“; 2. „Beinlinge“ (Anglonas 2005).

Terminologija | 2020 | 27

167

versucht, eine wichtige Eigenschaft dieser Hosen hervorzuheben – sie liegen elastisch und eng an den Beinen an. Die Herausgeber des Neologismen-Datenbestands weisen darauf hin, dass sich anstelle dieser Hosenbezeichnung „in der Standardsprache andere Varianten etabliert haben – tamprės und timpos“. Gerade deshalb ist diese terminologische Neubildung7 für die Bekleidungsterminologie völlig überflüssig. Im Wörterbuch der litauischen Sprache (im Folgenden LKŽe), im Wörterbuch des modernen Litauischen (im Folgenden DŽ) und im Wörterbuch des Standardlitauischen (im Folgenden BŽ) ist das Wort aptemptukai nicht verzeichnet.

A P T E M P T U K Ė S. Eine Ableitung mit dem Suffix -ukės, vgl. DŽ aptemptas, wird im Neologismen-Datenbestand ebenso definiert wie aptemptukai. Dies weist auf die Identität dieser Neologismen hin. Die neue Hosenbezeichnung aptemptukės entstand offenbar wie aptemptukai durch Übersetzung, vgl. russ. обтяжки, ferner engl. leggings. Im Korpus des modernen Litauischen (im Folgenden DLKT) ist ein Beleg für die Verwendung des Wortes aptemptukės angeführt; über die Suchmaschine Google lassen sich weitere Verwendungsbeispiele finden. In LKŽe, DŽ und BŽ ist dieses Wort nicht verzeichnet. Die Neubildung aptemptukės wird ebenso wie aptemptukai wahrscheinlich nicht zum allgemein gebräuchlichen Wortschatz gehören; daher sollte man sie nicht einmal als Bekleidungsterminus betrachten – die Bezeichnung lebt nur in einem bestimmten Kontext, in diesem Fall vor allem im Neologismen-Datenbestand sowie in Online-Medien, auf den Websites einiger Onlineshops oder in Internet-Chatforen.

G L A U D I N Ė S. Dieses feminine Pluralwort wird gewöhnlich in der Bedeutung von „glaudžiai“, d. h. „kurzen Bade- oder Sporthöschen“, verwendet. Im Neologismen-Datenbestand wird das Wort glaudinės folgendermaßen erläutert: „lange, eng anliegende, oft gestrickte oder aus Maschenware gefertigte Hosen“, vgl. engl. tights „Trikot (enge Hose)“ (Anglonas 2005). Dieses Wort wurde laut LKŽe erstmals 1937 in der Bedeutung „glaudžiai“ in der Zeitung Gimtoji kalba verwendet8. In der Rubrik Klausimų kraitelė dieser Zeitung wurde gefragt, ob das Wort plauktinukas „Badehose, трусик“ korrekt und gebräuchlich sei: „Plauktinūkas ist eine Neubildung, offenbar nach dem Muster von megztinūko und ähnlichen Beispielen gebildet, aber hinsichtlich der Wortbildung nicht besonders gelungen. Denn megztinis ist ein g e s t r i c k t e s Kleidungsstück, *plauktinis (daraus plauk-tinūkas) dagegen doch wohl ein g e s c h w o m m e n e s. Besser erscheinen uns glaudinės (gemeint: Hosen-

7 Der Sprachwissenschaftler Juozas Pikčilingis verwendet den Terminus terminologinis naujadaras (Pikčilingis 1975: 156).

8 In VLEe heißt es, Gimtoji kalba sei „eine Monatszeitschrift der litauischen Standardsprache. Sie erschien 1933–41 in Kaunas, 1958–68 in Chicago, seit 1990 erscheint sie in Vilnius. Zunächst wurde sie von einem Kreis Sprachliebhaber herausgegeben, 1935–37 als Publikation der Gesellschaft für Litauische Sprache von der Gesellschaft Sakalas, 1938–41 und 1990–96 von der Gesellschaft für Litauische Sprache, 1958–68 vom Kulturfonds der Litauischen Gemeinschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, 1996–2000 von der Gesellschaft Gimtoji kalba; seit 2000 wird sie vom Zentrum für Wissenschafts- und Enzyklopädieverlagswesen herausgegeben.“ In den Jahren 1936–1937 redigierte der Sprachwissenschaftler Leonardas Dambriūnas (bis 1945 unter dem Familiennamen Dambruskas) die Zeitschrift.“

168

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

… (naitės) oder eng anliegende Hosen, die sich auch in V. Kamantauskas’ „Kalbėkime lietuviškai“ (KK 1937: 137–138) finden. Das Wort glaudinės ist in DŽ und BŽ nicht verzeichnet. In der Bedeutung „Hose“ wird die Verwendung des Wortes glaudinės in Juozas Prūčinauskas’ 2002 erschienenem Aprangos žodynas9 empfohlen; vgl. engl. anchored pant, trousers with footstraps, dt. Steghose, frz. pantalon à sous pied, russ. рейтузы (AŽ 2002: 37). Im von Stanislovas Stonkus herausgegebenen Sporto terminų žodynas10 wird der betreffende Begriff (engl. tights, dt. Sporthose, russ. рейтузы) wie folgt definiert: „Sporthosen unterschiedlicher Länge, die eng am Körper anliegen. Δ schützt den Sportler vor Verletzungen und hält warm“ (STŽ 2002: 172).

Tiek 2005, tiek 2013 m. išėjusiose Kalbos patarimų knygose, skirtose skoliniams, nauja reikšme žodį glaudinės siūloma vartoti vietoj skolinio iš rusų kalbos raitūzai arba reitūzai (KP L1 2005: 95, 96; 2013: 52, 53). Terminas glaudinės pateikiamas ir AATŽ. Čia jis suprantamas kaip „juosmenį siekiančios, glaudžiai prigludusios moteriškos apatinės kelnaitės su įvairaus ilgio tiesiomis klešnėmis“ (AATŽ 2014: 152), plg. angl. knickers, rus. дамские панталоны.

Im Naujažodžių duomenynas wird angegeben, dass das Wort glaudinės anstelle des Fremdworts raitūzai (reitūzai) verwendet werden soll; vgl. russ. рейтузы11, dt. Reithosen. In den 1992 erschienenen Terminologijos taisymai finden sich folgende Einträge: raitūzai siehe r e i – t ū z a i12 (TT 1992: 89), reitūzai fremd (=glaudinės) Handel, Sport (TT 1991: 90). Im Rusų–lietuvių kalbų prekių žodynas heißt es, dass russ. рейтузы ein Maschenwarenprodukt bezeichnet: „1. Reithosen, eng anliegende Hosen, 2. Strumpfhosen“ (RLKPŽ 1996: 381); vgl. eng anliegende Hosen (RLKPŽ 1996: 610). In den 2000 erschienenen Kalbos patarimai kūno kultūros ir sporto specialistams von Genovaitė Irtmonienė und Jonas Šukys wird das Fremdwort reitūzai durch das Wort glaudinės ersetzt (Irtmonienė, Šukys 2000: 82)13.

9 Sprach- und Terminologieberater dieses Wörterbuchs ist Dr. Jonas Klimavičius.

10 Das Wörterbuch wurde von dem Terminologen Dr. J. Klimavičius begutachtet.

11 In russisch-litauischen Wörterbüchern finden wir folgende Bedeutungen: 1. „Reiterhosen; 2. Reithosen (gestrickte Hosen)“ (RLKŽ 1949: 439); vgl. „1. Reiterhosen; 2. Gamaschenhosen, eng anliegende Hosen (für Frauen und Kinder)“ (RLKŽ 1984: 641).

12 So wiedergegeben, wie es in der Publikation steht.

13 Das russischsprachige Wörterbuch der Bekleidungsbegriffe führt für den Begriff reitūzai drei Bedeutungen an: 1. Lange, gestrickte, schmale und eng am Körper anliegende Hosen (ursprünglich zum Reiten bestimmt). 2. Lange, gestrickte, eng anliegende Damen- oder Kinderhosen bis zu den Knöcheln. 3. Gestrickte kurze Kleidungsstücke für Frauen oder Kinder – Unterwäsche, die der unter Bedeutung 2 beschriebenen Hose entspricht. Das russische Wort wird vom deutschen Reithosen hergeleitet (siehe http://www.moda-dic.ru/html/r/reytuz3.html [abgerufen am 16.04.2020]).

Terminologija | 2020 | 27

169

Auch im LKŽe finden wir dieses Wort. In unserer Sprache wird es in nicht weniger als vier Bedeutungen verwendet: 1. „geschwungene Verzierungen, Schmuck, Ornament“; 2. „rote Lilie“; 3. „eine rankende Gartenblume, deren Blüten der Lilie ähneln“ und 4. „pl. sermėga be skvernų“. Wie ersichtlich, bezieht sich die letzte Bedeutung auf Kleidung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bedeutung „Hose“ des Neologismus glaudinės als Ergebnis der Normierung und der terminologischen Ordnung entstanden ist. Der Begriff wird bereits in der Bekleidungsterminologie verwendet und sollte daher nicht in Vergessenheit geraten.

HOSENRÖCKE.

Eine Ableitung mit dem Suffix -inės, vgl. DŽ kelnės „ein an Taille und Beinen getragenes Kleidungsstück“. Diese neue Hosenbezeichnung wurde 2015 von der Linguistin Agnė Aleksaitė belegt. Sie wird als „enge Hose aus elastischem Stoff; eine Kombination aus Leggings und Hose“ beschrieben. Der Neologismus wird anstelle des englischen treggings14 verwendet, vgl. dt. Treggings. Im Online-Wörterbuch der Umgangssprache Urban Dictionary wird das englische Wort für sehr enge Hosen oder für Militärhosen verwendet, die ziemlich eng anliegen und wie Leggings aussehen. Somit könnte man es als situativen15 Neologismus betrachten, der geschaffen wurde, um ein neues Kleidungsstück zu bezeichnen.

Die Suchmaschine Google fand nur wenige Belege für die Verwendung der hier behandelten Hosenbezeichnung. Sie hat sich also im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchgesetzt. Dazu trägt offenbar auch bei, dass Ableitungen mit dem Suffix -inės recht selten sind, insbesondere in der Bekleidungsterminologie, vgl. ausinės, glaudinės, įkapinės u. a. Die Bezeichnung kelininės findet sich nicht in den Wörterbüchern der Bekleidungsterminologie. Auch in LKŽe, DŽ und BŽ ist sie nicht verzeichnet. Interessant ist die Anmerkung der Herausgeber des Naujažodžių duomenyno, dass das Wort kelininės „von Emigranten geschaffen (verwendet)“ wurde. Offensichtlich wird sich diese litauischen Ursprungs Bezeichnung in der Bekleidungsterminologie wegen ihrer fehlerhaften, unzutreffenden Motivation nicht durchsetzen – sie bringt das wesentliche Merkmal dieser Hose, ihre Elastizität, nicht zum Ausdruck.

ROCKHOSEN.

Wie im Naujažodžių duomenyne steht, sind dies „weite, an einen Rock erinnernde Hosen, die oft nur bis zu den Knien reichen (gewöhnlich von Frauen getragen)“. Im Glossar am Ende des Buches Mada. Nuo pirmykščių laikų iki šių dienų heißt es, sijonkelnės seien „ein Damenkleidungsstück, das wie ein Rock aussieht, aber die Funktion einer Hose erfüllt. Ursprünglich wurde es beim Reiten oder Radfahren getragen“ (M 2015: 456). Die Bezeichnung

Im Collins English Dictionary steht, dass das englische treggings aus trousers „Hose“ und leggings „Leggings, Beinlinge“ gebildet wurde (CED).

14 Situativer Neologismus – ein zufälliger, individueller Neologismus, der bewusst mit ungewöhnlicher Wortbildung oder nach einem unproduktiven Wortbildungstyp unter Missachtung der Wortbildungsbedeutung geschaffen wurde (VLEe, vgl. Urbutis 2009: 323–324; Jakaitienė 2010: 207). In linguistischen Artikeln wird er auch als expressiver, fakultativer, okkasioneller, stilistischer, autorengeprägter, gelegentlicher u. a. Neologismus bezeichnet.

15 Situativer Neologismus – ein zufälliger, individueller Neologismus, der bewusst mit ungewöhnlicher Wortbildung oder nach einem unproduktiven Wortbildungstyp unter Missachtung der Wortbildungsbedeutung geschaffen wurde (VLEe, vgl. Urbutis 2009: 323–324; Jakaitienė 2010: 207). In linguistischen Artikeln wird er auch als expressiver, fakultativer, okkasioneller, stilistischer, autorengeprägter, gelegentlicher u. a. Neologismus bezeichnet.

170

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

Wahrscheinlich entstand es als Übersetzung, vgl. engl. culottes 1. „Rockhose“ und 2. „hist. Culotte“ (Anglonas 2005). Es handelt sich also um ein Kompositum aus den Wörtern sijonas „üblicherweise ein Kleidungsstück für Frauen, das von der Taille abwärts reicht“ und kelnės. Im Russisch-litauischen Warenwörterbuch findet sich die Bezeichnung sijonas-kelnės, vgl. russ. юбка-брюки (RLKPŽ 1996: 537, 687).

Wörter mit dem Bestandteil -kelnės gibt es nicht viele; so finden sich im LKŽe die Wörter kerš-kelnės, plačkelnės, puskelnės, trumpkelnės, im DLKT plačkelnės, sauskel­nės, sijonkel­nės16, sportkelnės. Im AATŽ gibt es mehr derartige Bildungen: batkelnės, moka-sinkelnės, pėdkelnės, plačkelnės, sauskel­nės und sijonkelnės. Als Sijonkelnėmis werden in diesem Wörterbuch Damenhosen bezeichnet, die wie ein Rock aussehen (AATŽ 2014: 362). Im ATTŽ ist die Definition ähnlich; zusätzlich wird angegeben, dass es sich um kurze Hosen mit sehr weiten Hosenbeinen handelt (ATTŽ 2001: 289). In beiden Fachwörterbüchern finden sich folgende englische Entsprechungen des Begriffs: divided skirt und trouser skirt. Das Wort sijonkelnės ist in das Stichwortverzeichnis des BŽ aufgenommen.

Aus dem Gesagten lässt sich schließen, dass die terminologische Neubildung sijonkelnės korrekt, motiviert, bequem zu verwenden und systemgerecht ist. Daher hat sie unter den Bekleidungsbegriffen bereits ihren Platz gefunden und ist recht weit verbreitet.

T A M P K E L N Ė S. Ein Kompositum aus den Wörtern tampus „dehnbar, sich ausdehnend“ und kelnės; es entstand ebenso wie die litauische Bezeichnung kel­ninės anstelle des Fremdworts tregingsai (engl. treggings), mit dem eine Kombination aus Leggings und Hosen bezeichnet wird. Die Bezeichnung tampkelnės wird in der Beratungsdatenbank der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache (im Folgenden VLKK) als Ersatz für die gemischtstämmige Bezeichnung strečo kelnės empfohlen (vgl. engl. stretch pants). In AATŽ, LKŽe, DŽ und BŽ ist diese Bezeichnung nicht verzeichnet.

T A M P R Ė S. Eine Ableitung mit der Endung –ės17, vgl. DŽ tamprus „1. straff, elastisch“. Mit dieser motivierten Bezeichnung wird eine wesentliche Eigenschaft der Hosen benannt – ihre Dehnbarkeit. Die Bezeichnung findet sich im 2014 erschienenen AATŽ. Die litauische Ableitung wird anstelle von engl. leggings oder leggings trousers empfohlen. Damit bezeichnet man „Unter- oder Oberhosen unterschiedlicher Länge aus dehnbarem Stoff, die gewöhnlich von Frauen und Kindern getragen werden, oft Elasthan enthalten und beim Sport getragen werden“

16 Die Bezeichnung sijonkelnės ist auch in der CORPUS-Datenbank belegt.

17 Nach demselben Wortbildungsmuster wurde das Wort glaudės gebildet, vgl. DŽ glaudus „1. nahe gelegen, nah“. Anders als tamprės wurde dieses Wort jedoch offenbar dadurch gebildet, dass eine für Hosen bestimmte Eigenschaft nicht als Haupteigenschaft aufgefasst wurde. Sehr treffend schrieb der Sprachwissenschaftler Stasys Keinys 1979 in seinem Artikel „Galūninė lietuviškų terminų daryba“ über solche Fälle: „Die Klarheit und Genauigkeit der Motivation kann dazu beitragen, dass sich ein Terminus durchsetzt, oder dies erschweren. Seit mindestens vier Jahrzehnten bemühen sich Sprachwissenschaftler, die Bezeichnung glaudės als Ersatz für trusikai in den literatursprachlichen Gebrauch einzuführen. In dieser Zeit haben sich viele Neubildungen fest in der Sprache etabliert, glaudės jedoch setzt sich weiterhin nicht durch, obwohl es ein kurzes und wohlklingendes Wort ist. Ist daran nicht vielleicht die Ungewöhnlichkeit der Wortbildung und die mangelnde Differenzierung der Motivation schuld?“ (Keinys 2005: 105).

Terminologija | 2020 | 27

171

tuojant ar laisvalaikiu“ (AATŽ 2014: 410)18. Šis kelnių pavadinimas yra ne tik Naujažodžių duomenyne, kur apibrėžiamas taip: „plono tampraus audinio aptemptos kelnės, dažnai nešiojamos po ilga palaidine, suknele, sijonu ar kitu ilgesniu viršutiniu drabužiu“. Jį vietoj skolinio obtiažkės (rus. обтяжки) siūloma vartoti Kalbos patarimuose (KP L1 2005: 83), taip pat J. Pričinausko Aprangos žodyne (AŽ 2002: 117). Naujažodis tamprės „aptemptų moteriškų megztų arba siūtų iš tampraus audinio kelnių“ reikšmė pateikiamas ir elektroniniame DŽ variante19.

In der Datenbank neuer Entlehnungen ist die Entlehnung Leginsai „enge Hosen ohne Fußteil“ verzeichnet (andere Formen: Legginsai, Leggings); außerdem werden Entsprechungen angegeben: Beinlinge, Leggings, Strumpfhosen, Stretchhosen, enge Hosen (NSDB20). Interessante Verwendungsbeispiele finden sich auf der Website des Onlineshops www.stilano.lt: „Leggings21 und Stretchhosen“, „In unserem Sortiment finden Sie Leggings und Stretchhosen in verschiedenen Stilen und Farben. Damen-Leggings sind ein vielseitiges Kleidungsstück, das in der Garderobe jeder Frau unverzichtbar ist und von dem man mehr als eine haben sollte!“, „Heute wissen immer mehr Frauen, dass Leggings und Stretchhosen im Internet die richtige Wahl für moderne Frauen sind“22 usw. Solche Beispiele zeigen, dass die Verfasser die Entlehnung und ihr litauisches Äquivalent als Wörter für zwei verschiedene Hosentypen auffassen. Daher sei darauf hingewiesen, dass das Wort Stretchhosen als maßgebliche normgerechte Variante gilt und anstelle der Entlehnung verwendet wird. Im Akademischen Wörterbuch der litauischen Sprache (LKŽe) ist diese tadellos gebildete Neubildung nicht zu finden. Sie wurde in das Stichwortverzeichnis des BŽ aufgenommen.

T I M P O S. Eine Ableitung mit der Endung –os23, vgl. timpa „1. Gummiband, Schlauch, Schnur“. Diese Bezeichnung für enge Hosen aus dünnem, dehnbarem Stoff wird synonym zur bereits besprochenen Bezeichnung tamprių verwendet, vgl. AATŽ „timpos ntk. = t a m p r ė s“ (AATŽ 2014: 418). In den von G. Irtmonienė und J. Šukys herausgegebenen Sprachlichen Empfehlungen für Fachkräfte der Leibeserziehung und des Sports wird empfohlen, sie anstelle von leginsų zu verwenden; bevorzugt wird jedoch das Wort tamprės.

18 Agnė Gilytė definiert tampres folgendermaßen: „enge Hosen aus Maschenware oder einem anderen dehnbaren Stoff, ähnlich einer Strumpfhose, aber gewöhnlich blickdicht und ohne Fußteil“ (Gilytė 2015: 237). Wie aus dieser Definition hervorgeht, hebt die Stylistin sowohl den Stoff hervor, aus dem dieses Kleidungsstück gefertigt wird, als auch die Tatsache, dass es keinen Fußteil hat.

19 Siehe http://lkiis.lki.lt/dabartinis [abgerufen am 2020-08-18].

20 Siehe http://nsdb.sociolingvistika.lt/zodziai.htm?zodis=leginsai&id=33 [abgerufen am 2020-04-15].

21 Hier und in den folgenden Beispielen stammen die Hervorhebungen von der Autorin.

22 Siehe https://stilano.lt/drabuziai-moterims-leginsai-ir-tampres [abgerufen am 2020-07-01].

23 Der Wortbildungsforscher Vincas Urbutis schrieb, dass „es im heutigen Litauischen nicht weniger Substantive mit Endungsbildung als zusammengesetzte Substantive gibt und weitaus mehr als mit Suffixen gebildete“ (Urbutis 1961: 28).

172 Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

Im Glossar des Buches Mode. Von den frühesten Zeiten bis heute wird der Begriff timpos folgendermaßen erklärt: „Elastische Einsätze, damit das Kleidungsstück an den Hüften anliegt und nach unten hin weiter wird“ (M 2015: 460). Im DLKT sind 33 Belege für den Gebrauch des Wortes timpos verzeichnet, im CORPUS 38. Die Bezeichnung timpos gilt als Nebenvariante der Norm. Das Wort timpos findet sich weder im LKŽe noch im DŽ oder BŽ. In der Konsultationsdatenbank der VLKK ist die Form timpos nicht zu finden. Dort wird neben dem Wort tamprės die Form timpės angegeben24.

Somit sind die Bezeichnungen timpos und tamprės Synonyme, die als Ergebnis der terminologischen Sprachpflege entstanden sind. Da die Bezeichnung tamprės weiter verbreitet ist, lässt sich vermuten, dass sie sich mit der Zeit im Sprachgebrauch noch stärker durchsetzen wird.

TĮSKELNĖS. Eine Zusammensetzung aus dem Verb tįsti 1. „sich fortsetzen, sich strecken“, 2. „länger werden“ und dem Substantiv kelnes. Mit dieser litauischen, abwertend gemeinten Hosenbezeichnung werden „ausgeleierte oder leicht dehnbare (Trainings-)Hosen“ bezeichnet. Obwohl die Motivation für die Neubildung klar ist, hat sie sich im allgemeinen Sprachgebrauch nicht verbreitet; auch in terminologischen Wörterbüchern ist sie nicht verzeichnet. Die Linguistin R. Miliūnaitė nennt in ihrem Artikel „Sprachbenutzer und die Schaffung von Neologismen“ auch den Urheber dieser neuen Hosenbezeichnung – den Journalisten Andrius Užkalnis (Miliūnaitė 2012b: 8). Vielleicht wird sich diese Bezeichnung wegen einer unerwünschten Assoziation nicht durchsetzen; vgl. LKŽ tįsoklis „2. schlechtes, minderwertiges Kleidungsstück“. Außerdem werden umgangssprachlich oft beliebige ausgeleierte oder heruntergerutschte Hosen so bezeichnet.

ZUSAMMENFASSUNG. Wie die angeführten Beispiele zeigen, sind litauischstämmige Hosenbezeichnungen zwar nicht nach den produktivsten Wortbildungstypen gebildet, aber auch ohne Kontext gut verständlich und daher als potenzielle25 Neubildungen anzusehen. Einige von ihnen wurden zudem analog zu bereits in der Sprache vorhandenen Wörtern gebildet, z. B.: tįskelnės, tampkelnės, sijonkelnės. Insgesamt wurden in diesem Artikelabschnitt nur vier Hosentypen behandelt. Zu ihrer Benennung wurde jedoch mehr als eine litauische Bezeichnung geschaffen. So gibt es anstelle der einen englischen Hosenbezeichnung leggings gleich vier litauische Neubildungen: aptemptukai, aptemptukės, tamprės und timpos; anstelle des englischen treggings gibt es zwei: kel-ninės und tampkelnės; anstelle des englischen culottes – sijonkelnės. Nur eine Bezeichnung ist litauischen Ursprungs, d. h. sie entstand nicht unter dem Einfluss einer anderen Sprache: tįskelnės. Die neu gebildeten Hosenbezeichnungen sind Ableitungen mit Suffixen (–ukai, –ukės, –inės) und Endungen (–ės, –os) sowie Zusammensetzungen mit dem Bestandteil –kelnės.

24 Siehe http://www.vlkk.lt/konsultacijos/8276-dzeginsai-tampdzinsiai-timpdzinsiai-treginsai-tampkelnes-timpkelnes-tampres [abgerufen am 2020-07-15].

25 Als potenzielle Neubildungen gelten in diesem Artikel nach einem produktiven Wortbildungstyp gebildete oder potenziell mögliche, nicht in Wörterbüchern verzeichnete, den Sprachbenutzern jedoch geläufige Neubildungen (vgl. Urbutis 2009: 316).

Terminologija | 2020 | 27

173

Die Korrektheit terminologischer Neubildungen wird von Fachleuten verschiedener Gebiete, wie Kazimieras Gaivenis erklärt, gewöhnlich anhand von Analogien geprüft: „Wenn ein oder mehrere Wörter mit ähnlicher Bildung gefunden werden, gilt die Neubildung als korrekt und gebrauchstauglich; gibt es keine analog gebildeten Wörter, wird sie erbarmungslos verworfen“ (Gaivenis 2014: 57). Diese Aussage trifft selbstverständlich nicht in allen Fällen zu; auf ihrer Grundlage lässt sich jedoch sagen, dass alle hier behandelten neuen Hosenbezeichnungen litauischen Ursprungs in unserer Sprache verwendet werden können. Offensichtlich sind motivierte Hosenbezeichnungen leichter einzuprägen und finden schneller einen Platz im terminologischen Mikrosystem, insbesondere wenn es sich um neue Bezeichnungen handelt. Die im Neologismendatenbestand gefundenen litauischen Neubildungen für Hosenbezeichnungen (siehe Abb. 1) zeigen, dass die Sprachbenutzer versuchen, neue Bezeichnungen zu bilden, und nicht immer vorschnell ein Fremdwort verwenden. Was die Notwendigkeit solcher Bezeichnungen betrifft, lässt sich wohl sagen, dass ihr Entstehen vor allem mit dem Bedarf zusammenhängt, neu aufkommende Hosentypen zu benennen, und damit auch die engen Verbindungen der Bekleidungsterminologie zu derjenigen anderer Sprachen widerspiegelt.

BEZEICHNUNGEN NICHTLITAUISCHEN URSPRUNGS

12 der gefundenen neuen Hosenbezeichnungen sind Lehnwörter: cigaretės, činai, denimai, džegingsai, kapriai, kiulotai, kulotės, lenarai, meging­sai, obtiažkės, šalvarai, tregingsai. Sie gelangten über Vermittlersprachen in unsere Sprache, hauptsächlich über das Englische; eine Bezeichnung stammt aus dem Russischen (obtiažkės).

CIGARETTEN. Wie im Neologismendatenbestand angegeben, handelt es sich um „enge Damenhosen, die an den Beinen anliegen“. Diese metaphorische Hosenbezeichnung stammt wahrscheinlich aus dem Englischen cigarette pants26; vgl. auch das Deutsche Zigarettenhose und das Französische pantalon cigarette. Im Buch Mode. Von den frühesten Zeiten bis heute steht die betreffende Bezeichnung in Anführungszeichen: „cigaretės“: „eng anliegende, schmal zulaufende Damenhosen, ähnlich den kapriai, nur länger“ (M 2015: 438; vgl. auch DFH 2010: 48). Das englische Wort cigarette „Zigarette, Tabakspfeife“ stammt aus dem französischen cigarette „Zigarette“. Im Litauischen wird das Internationalismus cigaretė verwendet (TŽŽ 1985: 90; TŽŽ 2001: 135; TŽŽ 2007: 200). Im BŽ findet sich das Wort cigaretė „ein Rauchprodukt aus fein geschnittenen Tabakblättern, die in eine Hülse aus dünnem (Zigaretten-)Papier gewickelt sind“; eine Bedeutung „Hose“ ist nicht ausgewiesen. Im AATŽ ist diese Bezeichnung nicht verzeichnet. Das auf Englisch erschienene Wörterbuch der Modegeschichte hält fest, dass solche Hosen seit den 1950er-Jahren getragen werden (DFH 2010: 48).

26 Im Kurzen Oxford-Wörterbuch der englischen Sprache finden wir folgende Erklärung dieser Wortverbindung: „Damenhosen mit geraden, sehr schmalen Hosenbeinen“ (COED 2011: 258).

174 Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

Im Internet finden sich weitere Verwendungsvarianten: cigaretės formos kelnės27, cigarette kelnės28, „Cigaretės“ tipo kelnės29 usw.

C H I N O S. „Hosen im eleganten Freizeitstil, die sowohl Männern als auch Frauen passen und aus Chino-Stoff gefertigt sind“, werden mit dem aus dem Englischen entlehnten Wort činai bezeichnet; vgl. engl. chinos „khakifarbene Hosen“ (Anglonas 2005), ferner russ. чинос. Die nicht assimilierte Anglizismusform wird auch in dem bereits erwähnten Buch Mada. Nuo pirmykščių laikų iki šių dienų: chinos verwendet – „Baumwollhosen aus Köperstoff, anfangs khakifarben, von US-Militärangehörigen getragen, später als Freizeithosen und im prepių-Stil verbreitet“ (M 2015: 438). Im Internet und in Modebüchern werden diese Hosen auch čino30, čino kelnėmis31, CHINO kelnėmis32 usw. genannt.

D E N I M S. Mit diesem Neologismus werden Hosen bezeichnet, die aus Denim33 gefertigt sind. Das Wort denimas findet sich in Wörterbüchern der Internationalismen (TŽŽ 1985: 103; TŽŽ 2001: 155; TŽŽ 2007: 228). Dort wird nur eine Bedeutung angegeben: „ein ziemlich schwerer, dichter Baumwollstoff“. Das Wort ist auch in das in Vorbereitung befindliche BŽ aufgenommen: „schwerer, dichter, strapazierfähiger Baumwollstoff; Syn. Jeansstoff“. Eine Bedeutung ‚Hose‘ ist nicht verzeichnet. Sie ist also neu. Der Stoff wird in Wörterbüchern der Bekleidungs- und Textilterminologie (AATŽ 2014: 108; ATTŽ 2001: 8734), ebenso in einem Buch zur Modegeschichte (M 2015: 439) sowie in der Drabužių ir mados enciklopedijoje (ECF 2005: 359) behandelt. Das Wort denimas gelangte wahrscheinlich aus dem Englischen in unsere Sprache, vgl. engl. denim. Im auf Englisch erschienenen Mados istorijos žo-

27 Siehe https://www.housebrand.com/lt/lt/ui964-59x/ladies-trousers [abgerufen am 2020-08-13].

28 Siehe https://www.mohito.com/lt/lt/catalogsearch/result/?q=cigarette+keln%C4%97s [abgerufen am 2020-08-13].

29 Siehe https://www.glami.lt/house/house-cigarettes-tipo-kelnes-turkio-100744/ [abgerufen am 2020-08-13].

30 In Algirdas Gricius’ 2017 erschienenem Buch Idealiai tinkantis kostiumas: praktiškas stilius moderniam vyrui wird die Bezeichnung čino (engl. chinos, khakis) verwendet (Gricius 2017: 181), ebenso čino kelnės (Gricius 2017: 184).

31 Siehe A. Gricius’ Artikel „6 populiariausios vyriškos kelnės: kaip jos vadinasi, kuo skiriasi ir kuo panašios“, online verfügbar unter: https://www.vyrostilius.lt/stilius-mada/6-populiariausios-vyriskos-kelnes/ [abgerufen am 2020-04-04].

32 Der Anglizismus ist durch Großbuchstaben hervorgehoben; siehe https://www.audimas.lt/katalogas/tiesaus-silueto-chino-kel-nes-2/ [abgerufen am 2020-04-04].

33 Dies ist „ein strapazierfähiger und fester Baumwoll-Jeansstoff, gewöhnlich aus mit Indigo blau gefärbten Kettfäden und ungefärbten Schussfäden, der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA populär wurde, nach der Technologie der Weber der französischen Stadt Nîmes statt des teureren importierten Jeansstoffs aus Genua hergestellt wird und auch für moderne Jeanskleidung sowie Freizeit- und Arbeitskleidung Verwendung findet“ (AATŽ 2014: 108). Im Wörterbuch von Władysław Kopaliński findet sich folgende Beschreibung: „DENIMS, blaue Jeans; engl. denims (Plural des Wortes denim). Das Wort denim, das einen groben Baumwoll-Köperstoff bezeichnet, stammt aus dem Französischen (serge de Nîmes – Nîmer Köper (Nîmes ist eine Stadt im Süden Frankreichs)“ (Kopaliński 2001: 85).

34 Im ATTŽ wird dem Terminus džinsinis audinys der Vorzug gegeben.

Terminologija | 2020 | 27

1 7 5

denim sowie AATŽ und ECF zufolge entstand diese Stoffbezeichnung nach dem Namen der französischen Stadt Nîmes, vgl. frz. (serge) de Nîmes „Serge35 aus Nîmes“ (DFH 2010: 243; AATŽ 2014: 108; ECF 2005: 359).

Die besprochene Hosenbezeichnung ist nicht überall gebräuchlich. In der Bekleidungsterminologie ist stattdessen eine andere, aus dem Englischen stammende Bezeichnung häufiger: džinsai (engl. jeans36, vgl. die Definition: „Robuste Hosen aus Denim, die von US-amerikanischen Farmern und Handarbeitern getragen wurden und durch Cowboyfilme große Popularität erlangten“ (M 2015: 440). Gerade deshalb ist die terminologische Neuschöpfung denimai völlig überflüssig.

DŽEGINGSAI. Die neue Hosenbezeichnung wurde nach dem englischen Kontaminationswort37 jeggings gebildet. Letzteres entstand vermutlich aus zwei anderen englischen Wörtern – jeans „Jeans“ und leggings „Leggings“ (siehe COED), vgl. russ. джеггинсы. Die Entstehung der englischen Bezeichnung ist motiviert: Sie bezeichnet Hosen, die sowohl Eigenschaften von Jeans als auch von Leggings aufweisen. Vermutlich werden gerade deshalb in der Beratungsdatenbank der VLKK die Bezeichnungen džinsines tamprės, tampdžinsiai, timpdžinsiai38 vorgeschlagen. Im Internet finden sich noch weitere nicht normgerechte Varianten dieses Lehnworts: džeginsai, jeggings'ai, jeggins'ai oder einfach jeggings. Nur in einem einzigen Modebuch wird die von der VLKK vorgeschlagene zweigliedrige Bezeichnung džinsinės tamprės verwendet (M 2015: 440). In AATŽ ist diese Bezeichnung nicht enthalten. Somit gelangte das besprochene Kontaminationswort džegingsai als Lehnwort in unsere Sprache. Man muss einräumen, dass es nicht nur im Englischen, sondern auch im Litauischen verwendet wird, um sich kurz und natürlich ausdrucksvoll auszudrücken.

Die Forscherin der litauischen Standardsprache R. Miliūnaitė schreibt in ihrem Artikel „Neue Kontaminationsbildungen im Litauischen“: „Kontaminationsbildungen durch entsprechende Mischwörter der eigenen Sprache zu übersetzen, ist nicht immer möglich, weil diese schwer erkennbar wären. Obwohl das Lehnwort leginsai beispielsweise in der litauischen Standardsprache als nicht zu verwenden gilt (zu verwenden sind tamprės, timpės), lässt sich ein übersetzter Text nicht ohne dieses Wort auskommen, denn džeginsus als *džimpė-

35 Serge ist „ein dichtes Köpergewebe, leicht gewalkt und aufgeraut, das für Herren- und Damenanzüge verwendet wird; besonders glänzende Ware dient zum Nähen von Futter für Anzüge und Mäntel“ (AATŽ 2014: 361).

36 Arba džinsais vadinamos „ypač mėlynos kelnės“ (ECF 2010: 243).

37 Kontamination, Mischung – „Entstehung eines neuen Wortes oder einer neuen Wendung durch Vermischung von Teilen zweier Wörter oder Wendungen“ (KTŽ 1990: 108). In der litauischen Sprachwissenschaft gilt die Kontamination seit Langem nicht als Wortbildungsmethode (ausführlicher siehe Urbutis 2009: 324; vgl. LKE 2008: 282). D. Murmulaitytė zufolge „ist dieses Phänomen im Englischen viel weiter verbreitet, wird intensiv erforscht und gilt als eine der häufigen und produktiven Wortbildungsmethoden“ (Murmulaitytė 2018: 61).

38 Näheres siehe auf der Website der VLKK: http://www.vlkk.lt/konsultacijos/8276-dzeginsai-tampdzinsiai-timpdzinsiai-treginsai-tampkelnes-timpkelnes-tampres [abgerufen am 2020-04-04].

1 7 6

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

mis („Jeans-Leggings“), während meginsus *vimpėmis („Männer-Leggings“) ungenau wäre“ (Miliūnaitė 2014: 257).

K A P R I. Wie im Naujažodžių duomenyne zu lesen ist, handelt es sich um „eng anliegende, nach unten schmaler werdende Hosen bis zur Mitte der Waden“. Die Bezeichnung stammt von einem Toponym – dem Namen der italienischen Insel Capri im Mittelmeer, vgl. ital. isola di Capri. Wie die meisten Neologismen ist sie aus dem Englischen übernommen, vgl. engl. Capri pants (CED; DFH 2010: 39–40; AATŽ 2014: 183) oder Capris (CED), ferner engl. pirate trousers (AATŽ 2014: 183), vgl. auch dt. Capri-Hose. Die Hosenbezeichnung kapriai ist nicht nur im Naujažodžių duomenyne verzeichnet, sondern auch in AATŽ (2014: 183) sowie in der Publikation Mada. Nuo pirmykščių laikų iki šių dienų (M 2015: 444) und im Buch von A. Gilytė Spintologija: Teen (Gilytė 2015: 235). Mit der Bedeutung „kurze, meist eng anliegende Hosen, die die Knie bedecken“ ist es im BŽ sowie im TŽŽ 2013 verzeichnet. Die adaptierte Form kapriai findet sich auch in der empfehlenden Liste der Entsprechungen für Fremdwörter39, die durch den Protokollbeschluss Nr. PN-6 der VLKK vom 28. Oktober 2010 bestätigt wurde. Neben der adaptierten Form kommen auch nicht normgerechte Varianten vor, z. B.: kapri kelnės, capri kelnės und andere. Die Hosenbezeichnung ist in NSDB40 sowie in CORPUS belegt.

K I U L O T A I. Wie im Naujažodžių duomenyne definiert, sind dies „verkürzte Damenhosen mit hoher Taille“. Interessanterweise werden kiulotai in AATŽ anders definiert: „Schmale, kurze, die Knie kaum bedeckende enge Herrenhosen mit Eingrifftaschen, die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts von Adligen in Frankreich und anderen europäischen Ländern getragen wurden“ (AATŽ 2014: 194). Wie aus der Wörterbuchdefinition hervorgeht, wird die Bezeichnung für historische Herrenhosen verwendet, während im Naujažodžių duomenyne ein neuer Bedeutungsaspekt des Wortes verzeichnet ist – Hosen für Frauen. Das Wort kiulotai stammt aus dem Französischen culottes, doch gelangte die neue Bedeutung wahrscheinlich aus dem Englischen culottes „1. Hosenrock; 2. hist. Kniehose“ (Anglonas 2005) in die Sprache; vgl. dt. Culotte, Kniehose, russ. кюлоты. In Wörterbüchern der Fremdwörter steht, dass kiulotai „kurze Hosen sind, die vom französischen Adel bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts getragen wurden“ (TŽŽ 1985: 245; TŽŽ 2001: 371; TŽŽ 2007: 548; 2013); eine ähnliche Erklärung findet sich in einem russischsprachigen Wörterbuch der Bekleidungsterminologie (TCO41). Im Buch Mada. Nuo pirmykščių laikų iki

39 Siehe https://e-seimas.lrs.lt/portal/legalAct/lt/TAD/TAIS.385140 [abgerufen am 2020-04-04].

40 Siehe http://nsdb.sociolingvistika.lt/zodziai.htm?zodis=kapriai&id=429 [abgerufen am 2020-04-15].

41 Näheres siehe http://modnaya.ru/articles/dictionary/glossary-of-clothing/fc/slovar-202-3.htm#zag-851 [abgerufen am 2020-04-15].

Terminologija | 2020 | 27

177

šių dienų šiuo žodžiu taip pat vadinamos vyrams skirtos kelnės (M 2015: 445). Žodis kiulotai įtrauktas į BŽ antraštyną. Ši forma laikoma normine.

KULOTTEN.

Dies ist eine nichtnormgerechte Variante der neuen Hosenbezeichnung kiulotai. Wie eine Suche mit der Suchmaschine Google zeigt, wird sie seltener verwendet als die normgerechte Variante, zum Beispiel „weite, verkürzte Hosen, auch Kulotten genannt⁴²“; in manchen Artikeln steht die Bezeichnung in Anführungszeichen – „kulotės“ – oder sie werden sijonkelnėmis genannt: „weite Baumwollkulotten (Hosenröcke)⁴³“.

LENARAS.

Wie im Naujažodžių duomenyne beschrieben, sind dies „weite, schlabberige Hosen, die für den Stil einiger Subkulturen (zum Beispiel der Raver) charakteristisch sind“. Die Bezeichnung stammt vermutlich aus dem Polnischen, genauer gesagt vom Nachnamen Ryszard Lenars⁴⁴, des Erfinders dieses Kleidungsstücks; vgl. poln. lenary. In verschiedenen Internetartikeln steht die Hosenbezeichnung meist in Anführungszeichen, zum Beispiel „lenarai“⁴⁵. Eine Suche mit der Suchmaschine Google ergibt, dass die Bezeichnung lenarai im Sinne von „weiten, schlabberigen Hosen“ auf der Website Žodynas.lt⁴⁶ zu finden ist. Das Barbarizmų žodynėlyje gibt eine weiter gefasste Bedeutung an: „schlabberige und weite Rapperhosen“, „Hosen mit tief sitzendem Schritt, in denen man Hip-Hop tanzt oder rappt“⁴⁷; vgl. „lenarai“ – eine in den 1990er-Jahren populär gewordene Jeansart; „die Hosenbeine dieser ‚Jeans‘ waren besonders weit, der Schritt reichte ungefähr bis zu den Knien“⁴⁸. Auch werden noch die Bezeichnungen „lenarai (weite Hosen im Hip-Hop-/Rap-Stil)“⁴⁹, „Jeans-Lenarai“⁵⁰ und „Hosen-Lenarai“⁵¹ verwendet. „Lenarai sind schlabberige Hosen (mit sehr tief sitzendem Schritt), die zum Tanzen zu Hip-Hop-Musik oder zum Rappen gedacht sind“

⁴² Siehe https://www.delfi.lt/stilius/stiliaus-gidas/imkite-pavyzdi-is-kembridzo-kunigaikstienes-kulotes-taps-butinybe-ir-jusu-garderobe.d?id=82516221 [abgerufen am 04.04.2020].

⁴³ Siehe https://ohmy.lt/lt/product/minimalistines-kulotes-road/ [abgerufen am 04.04.2020].

⁴⁴ Näheres siehe https://pl.wikipedia.org/wiki/Ryszard_Lenar [abgerufen am 04.04.2020].

⁴⁵ Siehe https://www.tv3.lt/naujiena/pramogos/1005384/vieniems-kosmaras-kitiems-dziaugsmas-lenarai-grizta-i-mada [abgerufen am 05.04.2020].

⁴⁶ Näheres siehe https://www.zodynas.lt/jaunimo-zodynas/L/lenarai [abgerufen am 15.04.2020].

⁴⁷ Die Sprache dieses und der übrigen Zitate wurde nicht bearbeitet. Näheres siehe http://www.barbarizmai.lt/zodis/lenarai.html [abgerufen am 15.04.2020].

⁴⁸ Siehe https://www.tv3.lt/naujiena/pramogos/1005284/vieniems-kosmaras-kitiems-dziaugsmas-lenarai-grizta-i-mada [abgerufen am 15.04.2020].

⁴⁹ Siehe http://www.mainyk.lt/daiktas/lenarai-hip-hop-rap-rep-stiliaus-placios-kelnes/717711 [abgerufen am 15.04.2020].

⁵⁰ Siehe https://www.musumazyliai.lt/apranga-berniukams/su-petnesom-kombinezonai/12344349-dzinsiniai-lenarai [abgerufen am 15.04.2020].

⁵¹ Siehe https://forumas.draugas.lt/searchresults.cfm?fvar_anykeyword=keln%C4%97s+lenarai [abgerufen am 15.04.2020].

178

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

rappen. Sie wurden etwa 1995 populär. Tatsächlich wurden sie nicht nur von Rappern, sondern auch von Raverinnen und Ravern getragen. Sie waren das ideale Kleidungsstück und Symbol, um Rockern, Hooligans und Metal-Fans zu zeigen, wer man ist52. Dieses Neologismus wird auch in der NSDB53 aufgeführt. Dort ist die Originalform lenara angegeben (die Sprache wird jedoch nicht genannt). Es findet sich auch im am Ende des Buches von Loreta Vaicekauskienė Naujieji lietuvių kalbos svetimžodžiai: kalbos politika ir vartosena enthaltenen „Verzeichnis neuer Fremdwörter“ (Vaicekauskienė 2007: 284). Laut DLKT wird das Wort lenarai neben anderen Kleidungsbezeichnungen in Jurgis Kunčins Buch Blanchisserie, arba Žvėrynas–Užupis (1997) erwähnt.

MEGGINGS. Die neue Hosenbezeichnung stammt aus dem Englischen meggings, und das letztere Wort entstand offenbar aus dem englischen male „Mann, männliche Person“ und leggings „Leggings“, vgl. auch russ. меггинсы. Somit handelt es sich ebenfalls um eine im Englischen entstandene Kontamination, die als Lehnwort ins Litauische gelangt ist. Damit werden Herrenleggings bezeichnet (UD, CED). Diese Bezeichnung wird selten verwendet. Bei einer Suche im Suchsystem Google fand sich ein Fall, in dem synonym eine mögliche litauische Entsprechung angegeben wird: megingsai oder vyriškos aptemptukės54. Wie bereits erwähnt, ist das Wort aptemptukės im Sprachgebrauch nicht verbreitet. Offenbar könnte anstelle des Fremdworts megingsai die aus dem Litauischen stammende zweigliedrige Bezeichnung vyriškos tamprės verwendet werden, vgl. moteriškos tamprės.

OBTIAŽKĖS. Diese nicht standardsprachliche Hosenbezeichnung wird gewöhnlich in umgangssprachlichen Registern verwendet, vgl. russ. обтяжки, ferner russ. в обтяжку „eng, anliegend, eng am Körper anliegend (über ein Kleidungsstück)“ (RLKŽ 1983: 446). In J. Pričinauskos Rusų–lietuvių kalbų prekių žodyne heißt es, dass обтяжки „Strumpfhosen, eng anliegende Kleidung“ bedeutet (RLKPŽ 1996: 281). In Kalbos patarimuose ist die Schreibvariante obtiaškės verzeichnet, für die die Verwendung von tamprės empfohlen wird (KP L1 2005: 83). Dieses Lehnwort unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass es aus dem Russischen übernommen wurde – in jüngster Zeit werden Neologismen aktiv aus dem Englischen entlehnt. Im Naujažodžių duomenyne können enge Hosen, wie bereits besprochen, auch tamprės, timpos, aptemptukai und aptemptukės genannt werden. Da die Bezeichnung obtiažkės außerhalb des wissenschaftlichen Bereichs verwendet wird, kann von terminologischer Nominalität hier nicht einmal die Rede sein. Für die Bekleidungsterminologie ist sie völlig überflüssig.

52 Siehe https://www.facebook.com/xfaktorius/posts/1610624642384624/ [abgerufen am 2020-05-25].

53 Siehe http://nsdb.sociolingvistika.lt/zodziai.htm?zodis=lenarai&id=2026 [abgerufen am 2020-04-15].

54 Siehe https://www.zmones.lt/video/megingsai-arba-vyriskos-aptemptukes.46046cb9-94ca-11e8-9f90-aa000054c883# [abgerufen am 2020-04-04], https://www.15min.lt/gyvenimas/naujiena/mada/keisciausios-mados-idejos-1032-355408 [abgerufen am 2020-04-04].

Terminologija | 2020 | 27

179

ŠALVARAI. Diese Bezeichnung wird für „weite, zum Knöchel hin schmaler werdende Hosen verwendet, die gewöhnlich mit einem Kamiz in Südasien getragen werden“ (Naujažodžių duomenynas). Das Wort šalvarai ist wie seine Variante šarovarai⁵⁵, das gewöhnlich bei der Beschreibung von Gegebenheiten slawischer Länder verwendet wird, aus dem persischen Wort šalvār „Hose“ entstanden. Im Naujažodžių duomenyne wird angegeben: englische Transkription salwar, shalwar, shalvar; russ. шаровары. Die Variante šarovarai findet sich auch in Wörterbüchern internationaler Wörter (TŽŽ 2001: 717; TŽŽ 2007: 1059; TŽŽ 2013: 790). Dort steht, dass das Wort aus dem Persischen stammt, jedoch über Vermittlersprachen übernommen wurde: russ. шаровары < ungar. salavári < pers. šalvār „Hose“. Ein russischsprachiges Bekleidungswörterbuch gibt an, dass das Wort aus dem türkischen šalvar (russ. шалвар) ins Russische gelangte, und dieses wiederum aus dem Persischen⁵⁶. Dort wird auch die litauische Entsprechung plačkelinės angegeben. Im AATŽ ist die neue Hosenbezeichnung nicht enthalten, doch findet sich dort der Terminus plačkelinės, der „lange, weite, am Unterschenkel geraffte Hosen bezeichnet, die Bestandteil der Nationaltracht einiger östlicher Völker sowie der Ukrainer sind“ (AATŽ 2014: 318), also im Wesentlichen dieselben Hosen, jedoch unter einer anderen Bezeichnung. Das Lehnwort sollte somit durch ein Wort eigener Herkunft ersetzt werden.

TREGGINGS. Ein Lehnwort aus dem Englischen, ebenso wie džegingsai und megingsai. Das englische Wort treggings ist ebenfalls eine Kontamination, entstanden aus den englischen Wörtern trousers „Hose“ und leggings „Leggings“, vgl. russ. треггинсы. Damit werden, wie bereits erwähnt, im Naujažodžių duomenyne „enge Hosen aus elastischem Stoff; eine Kombination aus Leggings und Hose“ bezeichnet. In den Anmerkungen dieses Naujažodžių duomenyno findet sich der Eintrag: „Anstelle des Fremdworts empfiehlt die VLKK die litauischen Entsprechungen tampkelnes, timpkelnes; im Sprachgebrauch der Emigration wird kelhninės vorgeschlagen.“

ZUSAMMENFASSUNG. In diesem Abschnitt des Artikels werden neue Hosenbezeichnungen behandelt, die aus anderen Sprachen (vor allem aus dem Englischen) entlehnt wurden. In Bekleidungsterminologie-Wörterbüchern finden sich nur kapriai und kiulotai. Wie man sieht, wird bei der Entlehnung einiger Hosenbezeichnungen auch ein für unsere Sprache ungewöhnliches Wortbildungsmuster übernommen – die Kontamination: džegingsai, meging sai ir tregingsai. Gemessen an ihrer Entstehungsweise im Litauischen sind sie aus dem Englischen entlehnt, wo die Wörter jeggings, meggings und treggings als Ergebnis einer Kontamination entstanden sind-

55 In VLEe heißt es: „šarovarai (russ. šarovary, ung. salavári < pers. šalvār – Hose), plačkelinės – lange, weite, an den Knöcheln geraffte Hosen für Männer und Frauen. Sie wurden vor allem in den östlichen Ländern (Iran, Indien), in der Ukraine und auch in Russland getragen. Šarovarai sind Bestandteil der Nationaltracht einiger Völker“ (mehr dazu unter https://www.vle.lt/Str teisnis/sarovarai-91620 [abgerufen am 2020-04-05]).

56 Siehe http://modnaya.ru/articles/dictionary/glossary-of-clothing/fc/slovar-216.htm#zag-1645 [abgerufen am 2020-04-15].

180 Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

…tatas. Nutzer solcher nichtlitauischer Bezeichnungen kümmern sich offenbar nicht um deren Angemessenheit und Korrektheit. Sie wählen den einfachsten Weg – sie übernehmen einen entlehnten Terminus. Es ist darauf hinzuweisen, dass auch andere Sprachen anstelle nichtlitauischer Bezeichnungen cigaretės, činai, denimai, kapriai, kiulotai, kulotės, lenarai, šālvarai Bezeichnungen fremder Herkunft verwenden. Nicht zu vergessen ist, dass die Entlehnung nichtlitauischer Bezeichnungen unvermeidlich ist. Etwas ganz anderes ist es, sie aufzunehmen und zu verwenden.

BEZEICHNUNGEN GEMISCHTER HERKUNFT

TAMPDŽINSIAI. Dieses zusammengesetzte kopulativische Wort gemischter Herkunft, auch kopulatives Kompositum genannt57, entstand wahrscheinlich als Übersetzung aus dem Englischen, vgl. jeggings < jeans + leggings, und setzt sich aus dem litauischen Wort tamprės und dem Internationalismus džinsai zusammen (engl. jeans „Jeansstoff“). Dieses Wort findet sich weder im LKŽe noch im DŽ oder BŽ. Tampdžinsiais werden, wie im Naujažodžių duomenyne angegeben, „Leggings, die Jeans imitieren“, genannt. Mit einem Wort sollen also zwei Merkmale bezeichnet werden – dass es sich bei der Hose sowohl um džinsai als auch um tamprės handelt. Man sollte festhalten, dass tampdžinsiai eine terminologisch mehrdeutige Bezeichnung ist, denn sie lässt sich auch anders erklären, nämlich als Jeans, die dehnbar sind. Gemäß der Definition im Naujažodžių duomenyno könnte man diese Hose daher mit dem Gattungsbegriff džinsinės tamprės bezeichnen.

TIMP DŽINSIAI. Im Naujažodžių duomenyne timp džinsiai werden sie ebenso definiert wie tampdžinsiai: „Leggings, die Jeans imitieren“. Diese Bezeichnung ist gemischter Herkunft, kopulativisch und falsch motiviert. Offenbar entstand sie als Übersetzung, vgl. engl. jeggings. Sie setzt sich jedoch aus der nicht normgerechten Nebenvariante timpos und dem Internationalismus džinsai zusammen. Dieses Wort findet sich weder im LKŽe noch im DŽ oder BŽ.

ZUSAMMENFASSUNG. Die Neologismen tampdžinsiai und timpdžinsiai sind Bildungen, die blind die Zusammensetzung des englischen Kontaminationsgebildes jeggings nachbilden, d. h. durch die Übersetzung des englischen Kontaminationsgebildes entstanden sind. Nachdem gründlich geklärt wurde, wodurch sich die Hose auszeichnet, und ein offensichtliches Unterscheidungsmerkmal gefunden wurde, sollte eine der Bezeichnungen verwendet werden. In der Terminologie jedes Bereichs, auch der Bekleidungsterminologie, ist eine einteilige Bezeichnung wesentlich praktischer als eine zweiteilige. Sie muss jedoch präzise und motiviert sein. In diesem Fall fehlt es an Bedeutungspräzision.

57 St. Keinys schreibt, dass bei kopulativen Komposita die „Bestandteile (beide Substantive) einander nicht erklären oder näher bestimmen, sondern gleichrangig sind“ (Keinys 1999: 71). Wie im Kalbotyros terminų žodyne erläutert, ist ein kopulatives Kompositum „ein zusammengesetztes Wort, dessen Bestandteile sowohl hinsichtlich der grammatischen Beziehung als auch der Bedeutung gleichermaßen selbstständig sind“ (KTŽ 1990: 196). In der akademischen Lietuvių kalbos gramatikoje wird darauf hingewiesen, dass die durch die Glieder kopulativer zusammengesetzter Substantive bezeichneten Dinge „dem durch das Kompositum bezeichneten Zwischengegenstand in etwa gleich nahe stehen“ (LKG 1965: 441).

Terminologija | 2020 | 27

181

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Im Laufe der Zeit veralten Termini, neue Termini oder Mikrosysteme entstehen. Der Sprachgebrauch und die wachsende Zahl einer kleinen semantischen Teilgruppe der Bekleidungsterminologie – der neuen Hosenbezeichnungen – (23 Neologismen), die im Naujažodžių duomenyne erfasst sind, zeigen, dass die vorhandenen und seit Langem verwendeten, in Bekleidungswörterbüchern verzeichneten Hosenbezeichnungen nicht mehr ausreichen und dass die semantische Gruppe dieser Bezeichnungen aufgrund verschiedener linguistischer und extralinguistischer Faktoren zu einem weniger klar abgegrenzten und isolierten Teil der Bekleidungsterminologie wird. Die Bekleidungsterminologie verändert sich also, erneuert sich, entwickelt sich ständig weiter und wird zeitgemäß.

2. Neologismen lassen sich nach ihrer Herkunft in folgende Gruppen einteilen:

2.1. Bezeichnungen litauischer Herkunft (39%): aptemptukai, aptemptukės, glaudinės, kelininės, sijonkel­nės, tampkelnės, tamprės, timpos, tiškel­nės, die nach dem Muster eines im Litauischen gebräuchlichen Wortes gebildet oder in einer neuen Bedeutung verwendet werden;

2.2. Bezeichnungen nichtlitauischer Herkunft (52%): cigaretės, činai, denimai, džegingsai, kapriai, kiulotai, kulotės, lenarai, me­gingsai, obtiažkės, šalvarai, tregingsai;

2.3. Bezeichnungen gemischter Herkunft (9%): tampdžinsiai, timpdžinsiai, die durch Übersetzung in unserer Sprache entstanden sind.

3. Derselbe Gegenstand wird auf mehrere Arten bezeichnet: Anstelle des engl. leggings werden aptemptukai, aptemptukės, obtiažkės, tamprės, timpos verwendet; anstelle des engl. treggings – kelininės, tampkelnės, tregingsai; anstelle des engl. culottes – kiulotai, kulotės und sijonkel­nės, und anstelle des engl. jeg­gings – džegingsai, tampdžinsiai, timpdžinsiai. Wahrscheinlich geschieht dies unbewusst unter dem Einfluss der englischsprachigen Bekleidungsterminologie. Diese durch Sprachkontakt entstandene Überfülle an Bezeichnungen weist nicht nur auf die Unvollkommenheit der Terminologie hin, sondern auch auf den Versuch, sie zu ordnen.

4. Glaudinės, kapriai, kiulotai, sijonkel­nės, tamprės sind von der VLKK gebilligte Bekleidungstermini, die im Naujažodžių duomenyne verzeichnet sind. Aptemptukai, aptemptukės, kelininės, tampdžinsiai, timpdžinsiai, tiškel­nės und andere im Artikel besprochene neue Hosenbezeichnungen zeigen, dass die Gesellschaft kreativ ist und bei Bedarf mit den Mitteln der litauischen Sprache neue Kleidungsbezeichnungen bilden kann. Für das Subsystem der Hosenbezeichnungen gelten jedoch dieselben Anforderungen an Normierung und Pflege: Eine Bezeichnung muss systematisch, zweckmäßig verwendet, korrekt, logisch, ästhetisch und klar sein.

182 Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

ŠALTINIAI

AATŽ – Stanislovas Algimantas Ratautas, Eugenija Strazdienė, Ada Gulbinienė. Aiškinamasis aprangos terminų žodynas: daugiau nei 6000 terminų lietuvių, anglų, vokiečių, prancūzų ir rusų kalbomis, Kaunas: Technologija.

ALLAŽ – Bronius Piesarskas, Bronius Svecevičius. Anglų–lietuvių, lietuvių–anglų kalbų žodynas, Vilnius: „Žodynas“, 2001.

Anglonas – Bronislovas Piesarskas. Anglų–lietuvių kalbų kompiuterinis žodynas, Vilnius: Fotonija, 2005.

ATTŽ – Ričardas Čiužas, Jurgis Katunskis, Angelė Kaulakienė ir kt. Aiškinamasis tekstilės terminų žodynas: su vokiečių, anglų, prancūzų ir rusų kalbų atitikmenimis, Kaunas: Technologija, 2001.

AŽ – Juozas Prčinaskas. Lietuvių–anglų–vokiečių–prancūzų–rusų kalbų aprangos žodynas, Vilnius: Apyaūšris, 2002 [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

BŽ – Bendrinės lietuvių kalbos žodynas (rengiamas), redaktorių kolegija: D. Liutkevičienė (vyr. redaktorė), G. Naktinienė, R. Petrokienė, D. Svetikienė, K. Vosylytė, J. Zabarskaitė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: http://bkz.lki.lt/ [žiūrėta 2020 m. balandžio–lapkričio mėn.].

BŽ antraštynas – Bendrinės lietuvių kalbos žodyno antraštynas. Prieiga internete: http://bkz.lki.lt/antrastynas/?pg=c [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

CED – Collins English Dictionary. Prieiga internete: https://www.collinsdictionary.com/ [žiūrėta 2020-04-03].

COED – Concise Oxford English Dictionary: Luxury Edition. 12 Edition, ed. Angus Stevenson, Maurice Waite, Oxford: Oxford University Press, 2011. Prieiga internete: https://books.google.lt/books?id=sYScAQAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=lt&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false.

CORPUS – Morfologiškai anotuotas tekstynas, Kaunas: Vytauto Didžiojo universitetas. Prieiga internete: http://corpus.vdu.lt/lt/.

DFH – The Dictionary of Fashion History, ed. V. Cumming et cetera, Oxford, New York, 2010. Prieiga internete: books.google.lt/books?id=e3evAwAAQBAJ&lpg=PP1&hl=lt&pg=PP1#v=onepage&q&f=false.

DLKT – Dabartinės lietuvių kalbos tekstynas, Kaunas: Vytauto Didžiojo universitetas. Prieiga internete: http://tekstynas.vdu.lt/tekstynas/searchall [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

DŽ – Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, vyr. red. St. Keinys, 7-asis patais. ir papild. leid., e. variantas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2015 (atnaujinta versija, 2017). Prieiga internete: http://lkiis.lki.lt/dabartinis [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

ECF – Encyclopedia of clothing and fashion 1, Farmington Hills [Mich.]: Charles Scribner‘s Sons, 2005.

KTŽ – Kalbotyros terminų žodynas, sud. K. Gaivenis, St. Keinys, red. K. Morkūnas, Kaunas: Šviesa, 1990.

LKE – Lietuvių kalbos enciklopedija, par. K. Morkūnas, red. V. Ambrazas, 2-asis patiksl. ir papild. leidimas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2008.

LKEŽ – Lietuvių kalbos etimologinio žodyno domenų bazė, Vilnius: Vilniaus universitetas. Prieiga internete: https://etimologija.balt nexus.lt/ [žiūrėta 2020-04-01].

LKG – Lietuvių kalbos gramatika 1, aut. A. Laigonaitė, V. Mažiulis, K. Ulvydas, V. Urbutis, V. Vaitkevičiūtė, A. Valeckienė, vyr. red. K. Ulvydas, Vilnius: Mintis, 1965.

LKŽe – Lietuvių kalbos žodynas (IX, 1941–2002), e. variantas, vyr. red. G. Naktinienė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: http://www.lkz.lt/ [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

M – Mada. Nuo pirmykščių laikų iki šių dienų, Vilnius: Alma littera, 2015.

ND – Lietuvių kalbos naujažodžių duomenynas. Tęstinis internetinis žinynas nuo 2011 m., sud. ir atsak. red. R. Miliūnaitė, A. Aleksaitė, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas. Prieiga internete: http://naujazodziai.lki.lt [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

NSDB – Naujųjų skolinių duomenų bazė. Prieiga internete: http://nsdb.sociolingvistika.lt/?lid=1 [žiūrėta 2020 m. balandžio mėn.].

STŽ – Stanislovas Stonkus. Sporto terminų žodynas, 2-asis patais. ir papild. leidimas, Kaunas: Lietuvos kūno kultūros akademija.

TCO – Орленко Любовь Васильевна. Терминологический словарь одежды, Москва: Легпромбытиздат, 1996. Prieiga internete: http://modnaya.ru/articles/dictionary/glossary-of-clothing/index.htm.

TŽŽ – Tarptautinių žodžių žodynas, atsaking. red. V. Kvietkauskas, Vilnius: Vyriausioji enciklopedijų redakcija, 1985.

TŽŽ – Tarptautinių žodžių žodynas, atsakom. red. A. Kinderys, Vilnius: Alma littera, 2001.

TŽŽ – Valerija Vaitkevičiūtė. Tarptautinių žodžių žodynas, 4-as patais. ir papild. leidimas, Vilnius: Žodynas, 2007.

TŽŽ – Tarptautinių žodžių žodynas, Vilnius: Alma littera, 2013.

UD – Urban Dictionary. Prieiga per internetą: https://www.urbandictionary.com [žiūrėta 2020-04-03].

Terminologija | 2020 | 27

183

LITERATŪRA

Aleksaitė Agnė 2018: Ypatybių pavadinimai Lietuvių kalbos naujažodžių duomenyne. – Bendrinė kalba 91, 1–27. Prieiga internete: http://www.bendrinekalba.lt/Straipsniai/91/Aleksaite_BK_91_straipsnis_apie_pavadinimus.pdf.

Aleksaitė Agnė 2019: Emocinė-ekspresinė leksika Lietuvių kalbos naujažodžių duomenyne – naujadarų radimosi aplinkybės ir darbos būdai. – Bendrinė kalba 92, 1–27. Prieiga internete: http://journals.lki.lt/bendrinekalba/article/view/369.

Gaivenis Kazimieras 2014: Rinktiniai raštai, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

Gilytė Agnė 2015: Spintologija. Teen, Vilnius: Alma littera.

Girčienė Jurgita 2011: Naujažodžiai su dėmeniu (-)tinkl-. – Kalbos kultūra 84, 165–177. Prieiga internete: http://www.bendrinekalba.lt/Straipsniai/84/Girciene_KK_84_straipsnis.pdf.

Gricius Algirdas 2017: Idealai tinkantis kostiumas: praktiškas stilius moderniam vyrui, Vilnius: Obuolys.

Guzevičiūtė Rūta 2002: Drabužių kelionės. Kelnes. – Liaudies kultūra 2 (83). Prieiga internete: https://etal-pykla.lituanistikadb.lt/object/LT-LDB-0001:J.04~2002~1367156169386/J.04~2002~1367156169386.pdf.

Irtmonienė Genovaitė, Šukys Jonas 2000: Kalbos patarimai kūno kultūros ir sporto specialistams, Kaunas: Lietuvos kūno kultūros akademija.

Jakaitienė Evalda 2010: Leksikologija, Vilnius: Vilniaus universiteto leidykla.

Keinys Stasys 1999: Bendrinės lietuvių kalbos žodžių daryba, Šiauliai: Šiaulių universiteto leidykla.

Keinys Stasys 2005: Dabartinė lietuvių terminologija, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.

KK – Klausimų kraitelė. – Gimtoji kalba 8, 1937, 137–138. Prieiga internete: https://www.epaveldas.lt/object/recordDescription/LNB/C1B0004135373 [žiūrėta 2020-04-03].

Kopaliński Władysław 2001: Žodynas: XX amžiaus įvykiai, sąvokos ir mitai, Vilnius: Algarvė.

KP L1 – Kalbos patarimai 4: kn. Leksika 1: skolinių vartojimas (L1), sud. D. Mikulėnienė, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2005.

KP L1 – Kalbos patarimai 4: kn. Leksika 1: skolinių vartojimas (L1), sud. D. Mikulėnienė, A. Dilytė, antras pataisyt. ir papildyt. leid., Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 2013.

Kvašytė Regina 2005: Mokomasis terminologijos žodynėlis, Šiauliai: VšĮ Šiaulių universiteto leidykla.

LKE: Lietuvių kalbos enciklopedija, par. K. Morkūnas, red. V. Ambrazas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 1999.

Miliūnaitė Rita 2012a: Lietuvių kalbos naujažodžių duomenynas. – Gimtoji kalba 6, 3–11.

Miliūnaitė Rita 2012b: Kalbos vartotojai ir naujadarų kūryba. – Gimtoji kalba 9, 3–14.

Miliūnaitė Rita 2014: Naujieji kontaminaciniai dariniai lietuvių kalboje. – Acta Linguistica Lithuanica 71, 264–264.

Miliūnaitė Rita 2015: Naujažodžių atranka ir pateikimas Lietuvių kalbos naujažodžių duomenyne. – Leksikografija ir leksikologija 5, 161–184.

Miliūnaitė Rita 2018: Naujažodžių pateikimas ir paieškos galimybės Lietuvių kalbos naujažodžių duomenyne. – Bendrinė kalba 91, 1–21. Prieiga internete: http://www.bendrinekalba.lt/Straipsniai/91/Miliunaite_BK_91_straipsnis.pdf.

Murmulaitytė Daiva 2016a: Lietuvių kalbos naujažodžių duomenynas ir naujadarų tyrimų perspektyvos. – Bendrinė kalba 89, 1–27. Prieiga internete: http://www.bendrinekalba.lt/Straipsniai/89/Murmulaityte_BK_89_straipsnis.pdf.

Murmulaitytė Daiva 2016b: Naujažodžių duomenyno leksika pakeliui į Bendrinės lietuvių kalbos žodyną. – Acta Linguistica Lithuanica 75, 68–88.

Murmulaitytė Daiva 2018: Kontaminacija ir lietuvių kalbos naujadara. – Kalba ir kontekstai 8 (1), 60–70. Prieiga internete: https://vb.lki.lt/object/elaba:34056630/index.html [žiūrėta 2020-04-14].

Pikčilingis Juozas 1975: Lietuvių kalbos stilistika 2, Vilnius: Mokslas.

RLKPŽ – Juozas Pričinauskas. Rusų–lietuvių kalbų prekių žodynas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1996.

RLKŽ – Chackelis Lemchenas. Rusų–lietuvių kalbų žodynas, Vilnius: Valstybinė enciklopedijų, žodynų ir mokslo literatūros leidykla, 1949.

RLKŽ – Rusų–lietuvių kalbų žodynas 2, sud. Ch. Lemchenas, Vilnius: Mokslas, 1983.

RLKŽ – Rusų–lietuvių kalbų žodynas 3, sud. J. Kardelytė, J. Macaitis, A. Mankevičienė, Vilnius: Mokslas, 1984.

Sabaliauskaitė Danutė 1996: Lietuvių kalbos kelnių pavadinimai. – Lietuvių kalbotyros klausimai 36, 167–178.

Sabaliauskas Algirdas 1990: Lietuvių kalbos leksika, Vilnius: Mokslas.

184

Aušra Rimkutė-Ganusauskienė | Naujieji kelnių pavadinimai

TT – Kazimieras Gaivenis, Angelė Kaulakienė, Stasys Keinys, Jonas Klimavičius. Terminologijos taisymai, Vilnius: Mokslas, 1992.

Urbutis Vincas 1961: Dabartinės lietuvių kalbos galūnių darybos daiktavardžiai. – Kalbotyra 3, 27–60. Prieiga internete: https://baltnexus.lt/uploads/publikacijos/Kalbotyra/Kalbotyra%20III/Kalb_03_05_Urbutis.pdf

Urbutis Vincas 2009: Žodžių darybos teorija. 2-asis leid., Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.

Vaicekauskienė Loreta 2007: Naujieji lietuvių kalbos svetimžodžiai: kalbos politika ir vartosena, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

VLKK – Valstybinė lietuvių kalbos komisija. Prieiga internete: www.vlkk.lt.

VLEe – Visuotinė lietuvių enciklopedija, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos centras, 2001–2020. Prieiga internete: www.vle.lt.

THE NEW NAMES OF PANTS

S u m m a r y

The article addresses a small semantic group of the terms of clothing – 23 new names of trousers or pants. The research material comes from the Database of Lithuanian Neologisms (hereinafter – Database of Neologisms). The aim of the article is to discuss the origin and semantics of the new names of trousers or pants based on the material of the above source.

It was found that the Database of Neologisms is dominated by the names of foreign origin, which account for as many as 52 per cent (cigaretės, činai, denimai, džegingsai, kapriai, kiulotai, kulotės, lenarai, meging­sai, obtiažkės, šalvarai, tregingsai). The percentage of the names of Lithuanian origin is smaller; they make up 39 per cent (aptemptukai, aptemptukės, glaudinės, kel­ninės, sijonkel­nės, tampkelnės, tamprės, timpos, tiškel­nės). The names of mixed origin are least common, as they account for 9 per cent (tampdžinsiai, timp­džinsiai). It should be noted that the words of different origin are used to name the same thing: instead of English leggings, aptemptukai, aptemptukės, obtiažkės, tamprės, timpos are used; in place of English treggings, kelninės, tampkelnės, tregingsai are used; English culottes are called kiulotai, kulotės and sijonkel­nės in Lithuanian, whereas the English term jeggings is replaced with džegingsai, tampdžinsiai, timpdžinsiai in Lithuanian. This process is most likely unconscious due to the influence of English terminology. Such a surplus of names resulting from language contacts does not only show the imperfection of terminology but also an attempt to organise it.

The emergence of the new terms for trousers or pants shows that the available names of trousers or pants used since the old times and established in the dictionaries of the terms of clothing are no longer sufficient. As a result of various linguistic and extralinguistic factors, the semantic group of the names of trousers or pants is becoming a not so clearly defined and isolated part of the terminology of clothing.

Gauta 2020-06-12

Aušra Rimkutė-Ganusa kratė

Lietuvių kalbos institutas

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

E. paštas [email protected]

Terminologija | 2020 | 27

185

Document details