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JURGITA GIRČIENĖ
Vilniaus pedagoginis universitetas
NEUE ENTLEHNUNGEN MIT DEM STAMM BLOG- UND IHRE ENTSPRECHUNGEN
Der Artikel behandelt neue Entlehnungen mit dem Stamm blog- und ihre litauischen Entsprechungen: Mit verschiedenen Methoden wurden Tendenzen des konkurrierenden Gebrauchs lexikalischer Varianten und die Einstellungen der Sprachbenutzer untersucht. Außerdem werden die Gründe für die (Nicht-)Verbreitung litauischer Varianten erörtert; auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse werden Empfehlungen zu den Varianten gegeben.
Die Verwendung des Begriffs blog (engl. blog < weblog < web „Netz (World Wide Web)“ + log „Eintrag“ < logging „Dokumentation der von einem Computerprogramm ausgeführten Handlungsabläufe“)1 begann in Litauen um 1999, als der erste litauische Blog www.gobbitas.lt erstellt wurde (siehe Spiridavičiūtė 2007: 35). Dieses Phänomen wird in Wörterbüchern der Computertechnik definiert als „eine Sammlung von Artikeln (Eindrücken, Nachrichten, Ereignissen, Gedanken usw.), die auf einer Internetseite veröffentlicht werden. Die Artikel werden üblicherweise in umgekehrt chronologischer Reihenfolge veröffentlicht“ (KTAŽ 2007)2.
Die Entlehnung blogas (im Sprachgebrauch findet sich auch die Variante weblogas) brachte zahlreiche – über 20 – verwandte Entlehnungen mit sich. Am häufigsten wird die Entlehnung mit demselben Stamm blogeris „Verfasser, Autor eines Blogs“ verwendet; sehr geläufig ist auch der Begriff blog(o)-sfera „Gesamtheit der Blogs“, der nicht nur von Fachleuten dieses Bereichs, sondern auch von Forschenden verwendet wird. Etwas seltenere Bezeichnungen für Arten des behandelten Phänomens sind: audioblogas „Material in Audiodateien“, videoblogas, vblogas, vlogas „Material in Videodateien“, fotoblogas, flogas „Fotoblog“, moblogas „mit einem Mobiltelefon erstellter Blog“, link(b)logas „von
1 Die Quellen, auf deren Grundlage die Grundformen und Definitionen der Entlehnungen ermittelt wurden, sind im Quellenverzeichnis aufgeführt. Viele der neuen Entlehnungen sind bislang nicht einmal in Wörterbücher zu Neologismen oder Internetenzyklopädien aufgenommen worden, die Sprachwandel dokumentieren; ihre ungefähren Bedeutungen wurden daher anhand des (bisweilen spärlichen) Sprachgebrauchs beschrieben.
2 Ausführlicheres zur Etymologie der Entlehnung und zur Definition des damit bezeichneten Phänomens siehe in dieser Kalbos kultūroje (Miliūnaitė 2008: 27–31)
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profblogas „ein von einem Profi verfasstes Blog“ schloss sich auf eigentümliche Weise den Gattungsbezeichnungen an, ebenso splogas „Spam-Blog“ und superblogas „populäres Blog“. Für Fachleute wichtige Begriffe sind blogferma „Hosting-Ort für Blogs“, blogorama „Blogübersicht“, blogrolas „Liste der Links zu den Lieblingsblogs des Autors“ und blogologas „System zur Bewertung von Blogs“. Das seltene Fremdwort blogingas bedeutet „das Schreiben eines Blogs“ (da es mit dem häufigeren hybriden bloginimas konkurriert); sehr seltene, einmalig belegte Fremdwörter sind blogerizmas „System zum Bloggen“, blogonautas „Blogger“, blogoinkubatorius „Hosting-Ort für Blogs“ (Synonym von blogfermos), blogodialogas „Dialogizität eines Blogs“ und blogodepresija „Zustand, in dem es unmöglich ist, einen Blog zu schreiben“.
Im Sprachgebrauch wurden zahlreiche (mehr als 10) wurzelgleiche Bildungen mit litauischen Suffixen festgestellt. Einige davon sind eingebürgerte Synonyme der genannten Fremdwörter, vgl.: bloginimas, blògavimas, blogeriavimas und blogingas; blògintojas, blogūnas, blogovas und blogietis. Das Suffix des Verbs blòg-inti „einen Blog schreiben“ ist eher als Anpassung an das grammatische System des Litauischen denn als Wortbildungsmittel anzusehen (vgl. Keinys 1984: 114; Mikelionienė 2000: 70). Im Sprachgebrauch wurde das Synonym blòguoti (sehr selten) festgestellt sowie einige mit Präfixen gebildete Ableitungen: išblòginti, pablòginti, nublòginti, apiblòginti, priblòginti.
Entsprechungen für das Fremdwort blògas wurden erst Anfang 2005 vorgeschlagen. Der erste Vorschlag lautete kaupas. Er setzte sich im Sprachgebrauch nicht durch und wurde von den Sprachbenutzern kritisiert. Im Januar 2007 war in der Konsultationsdatenbank der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache (im Folgenden VLKK KB) bereits die aus zwei Wörtern bestehende Entsprechung interneto dienoraštis zu finden. Im März 2007 wurde auf der VLKK-Website http://www.vlkk.lt/ bei einer Umfrage unter Sprachbenutzern dazu aufgerufen, für folgende litauische Bezeichnungen dieser Realie zu stimmen: tinklaraštis, interneto dienoraštis, asmenraštis, mintynas (ausführlicher siehe Jakovlevas 2007: 15; Spiridavičiūtė 2007: 35). Zum damaligen Zeitpunkt wurden in der VLKK KB als mögliche Ersatzwörter für das Fremdwort blògasinterneto dienoraštis, tinklaraštis, asmenraštis; blogeris und seine eingebürgerte Variante blògintojas als Slangwörter eingestuft. Für die Standardsprache werden die litauischen Varianten (interneto) dienoraščių rašytojas, dienoraštininkas zur Verwendung empfohlen (siehe http://www.vlkk.lt/konsultacijos).
Unter den Sprachpublikationen, die Informationen nicht nur zum Fremdwort blògas, sondern auch zu Entsprechungen einiger anderer wurzelgleicher Fremdwörter bieten, ist das online verfügbare Kompiuterijos terminų aiškinamasis žodynas (KTAŽ 2007) zu nennen. Dort werden die litauischen Varianten tinklaraštis, interneto dienoraštis (weblog, blog); garsinis tinklaraštis, garsinis interneto dienoraštis (audio blog); vaizdo tinklaraštis, internetinis vaizdo dienoraštis (video blog, vlog) aufgeführt; gibt man in
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das Suchfeld das Wortfragment tinklarašt– ein, werden folgende Suchergebnisse angezeigt: garso tinklaraštis, tinklaraštis, vaizdo tinklaraštis – dies scheint darauf hinzudeuten, dass die Wörterbuchredakteure eher zur Lehnübersetzung blògas als einsilbiger Entsprechung tendieren (http://www.likit.lt/term/zodynas.html).
Die Tabelle enthält weitere Entsprechungen, die im Sprachgebrauch für die genannten häufigeren Fremdwörter mit der Wurzel blòg- gefunden wurden (aufgenommen sind hier auch die zum damaligen Zeitpunkt in Wörterbüchern empfohlenen Formen – fast alle gelten zugleich als Varianten des Sprachgebrauchs).
TABELLE 1. Neue Fremdwörter mit der Wurzel blòg- und ihre Entsprechungen
Um Tendenzen im Wettbewerb zwischen lexikalischen Varianten zu ermitteln, galt die Aufmerksamkeit vor allem dem gezielten öffentlichen, freien Sprachgebrauch (zum Begriff siehe Miliūnaitė 2008) – in Blogs: 1) wurde eine statistische Analyse von Blogs durchgeführt und 2) eine Fragebogenerhebung unter Bloggern vorgenommen. Die untersuchten Lexeme werden nicht nur in Blogs, sondern auch darüber hinaus verwendet; daher wurde auch 3) der allgemeine Sprachgebrauch untersucht: Auf der Grundlage der allgemeinen Internetsuchmaschine Google wurde eine statistische Analyse durchgeführt; außerdem erfolgte eine qualitative Untersuchung, um die Entwicklung des Wettbewerbs zwischen den lexikalischen Varianten zu ermitteln.
1. Zur Untersuchung der lexikalischen Varianten wurden 45 meistbesuchte Blogs ausgewählt, die in der auf der Website der Enzyklopädie litauischer Blogs veröffentlichten Liste der Gewinner der Litauischen Blog-Awards 2008 aufgeführt waren (http://visiblogai.lt/index.php/Rinkimai08), sowie in der am 03.10.2008 auf der Website zur Rangliste litauischer Blogs veröffentlichten Tabelle der meistbesuchten Blogs (http://www.blogologas.lt/). Zur Ermittlung der aktuellen Lage wurden die neuesten, d. h. die Einträge der vergangenen Monate sowie die Themen- und Linklisten der Blogs untersucht.
In sechs Blogs wurden die fraglichen Lexeme nicht gefunden. Von den übrigen 39 Blogs verwenden 14 ausschließlich litauische Varianten (tinklaraštis, seltener tinklaraštininkas), 13 ausschließlich Lehnwörter (blogas, blogeris), und ebenso viele (13) Blogs verwenden sowohl Lehnwörter als auch litauische Varianten (tinklaraštis sowie blogas, tinklaraštininkas sowie blogeris). Von den Letzteren neigen fünf stärker zu litauischen Bezeichnungen: Die Fremdwörter treten entweder nur einmalig oder ausschließlich in Links auf; oder konsequent wird die früher vorgeschlagene und im Sprachgebrauch stärker verbreitete litauische Variante tinklaraštis gewählt, während das Fremdwort blogeris und andere Bildungen mit blog-, für die es keine verbreiteten Entsprechungen gibt, vorerst beibehalten werden; oder die Fremdwörter erfüllen eine erklärende, metalinguistische Funktion, zum Beispiel:
“Blogas” – pirmiausia tai yra sulietuvintas angliškas terminas “Blog”, kuris yra originalaus termino “Weblog” sutrumpinimas. Jis lietuvių kalboje verčiamas, kaip tinklaraštis. Taigi išsiaiškinome, jog “Blogai” lietuvių kalboje vadinami tinklaraščiais. Tačiau kas tai per reiškinys? Tinklaraščiai – unikali erdvė, kurią gali valdyti pats jo autorius: nevaržomas rašyti savo mintis, publikuoti nuotraukas, talpinti nuorodas, sulaukti interneto vartotojų komentarų. Pirmieji tinklaraščiai internete aptinkami 1996–1997 metais JAV, kuomet keletas internautų asmeniniuose tinklalapiuose publikavo kasdienines savo naujienas. Turbūt pagrindinė tinklaraščių populiarumo priežastis – paprastumas ir laisvė. Šiuo metu tinklaraščiai yra taip išplitę, jog juos turi beveik visi – nuo savo džiaugsmais besidalijančių paauglių iki aukštas pareigas užimančių verslininkų bei organizacijų. Tinklaraščiams priskiriamos specializuotos interneto svetainės arba bendrųjų svetainių sritys, ku-
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rierten Autoren, die sogenannten „blogeriai“ (tinklaraštininkai), ihre Gedanken, Erlebnisse, Beobachtungen und Ideen zu einem gewählten Thema ausdrücken. In Tinklaraščiuose werden am häufigsten Inhalte zu einem bestimmten Thema kommentiert, etwa Musik, Kino, Essen, Politik oder Nachrichten; viele tinklaraščiai dienen als persönliche Tagebücher. Ein typischer tinklaraštis besteht aus Text, Bildern und Links zu anderen „blogai“, Seiten oder sonstigen Informationen, die mit dem Thema des tinklaraščio zusammenhängen. Die meisten Blogs sind textbasiert, doch auch „fotoblogai“ und „videoblogai“ sind beliebt. [http://kasyrablogas.lt]3
In diesem konkreten Fall spricht auch die grafische Hervorhebung der Fremdwörter für eine Tendenz, gerade litauische Begriffe zu verwenden. Beachtenswert ist die mit gesperrter Schrift gesetzte Wortverbindung [Hervorhebung durch J. G.] asmeninis dienoraštis – sie wird nicht als universelle Entsprechung des Fremdworts blògas verwendet (vgl. tinklaraštis), sondern als enger gefasster Begriff, als Bezeichnung für eine der Blogarten.
2. Um zu prüfen, ob die Ergebnisse der Untersuchung lexikalischer Varianten in Blogs tatsächlich die gegenwärtigen Gebrauchstendenzen widerspiegeln, und um die Motive für die Wahl der Varianten sowie eine mögliche Abhängigkeit von demografischen und sozialen Faktoren zu ermitteln, wurde eine Fragebogenerhebung unter Bloggern durchgeführt. Gefragt wurde: 1) welche Variante(n) der folgenden Auswahl die Befragten verwenden und warum (blogas / tinklaraštis / interneto dienoraštis / kita; blogeris / tinklaraštininkas / (interneto) dienoraštininkas / kita; bloginti / rašyti tinklaraštį / kita); 2) ob die Wahl der Variante von den Umständen abhängt. Es wurden über 50 Fragebögen verteilt – zunächst an die Autoren der untersuchten meistbesuchten Blogs; später wurde die Zahl der Teilnehmenden im Interesse einer größeren Repräsentativität um weitere Befragte ergänzt (z. B. jüngere Personen).
Es gingen 21 Fragebögen ein, die meisten von den Autoren der erwähnten meistbesuchten Blogs. Die Befragten waren 16–30 Jahre alt; befragt wurden 17 Männer und 4 Frauen. Fast alle hatten eine (noch nicht abgeschlossene) Hochschulausbildung, d. h. sie hatten ihr Studium entweder bereits abgeschlossen (ab 23 Jahren) oder studierten noch (18–23 Jahre) – je nach Alter; ausgenommen waren lediglich ein Befragter im Schulalter (16 Jahre) und ein 24-jähriger Befragter mit mittlerem Bildungsabschluss. Bei mehr als einem Drittel der Befragten hängen Tätigkeit, Interessengebiet oder Beruf mit Informationstechnologien zusammen; etwas weniger mit Wirtschaft und Finanzen, (Internet-)Werbung und Marketing; außerdem waren Fachleute aus den Bereichen Recht, Personalmanagement, Geschichte und Physik vertreten. Die untersuchten
3 Hier und in den folgenden Beispielen wurden die relevanten Textelemente in Fettdruck oder gesperrter Schrift von der Verfasserin des Artikels hervorgehoben; der sprachliche Ausdruck und die grafischen Zeichen (Anführungszeichen usw.) sind original.
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Die Zahl, wenn auch nicht besonders groß, entspricht im Wesentlichen dem typischen Porträt eines Bloggers, wie es von Blogforschern und den Bloggern selbst gezeichnet wird:
Untersuchungen liegen bislang nicht vor; man geht jedoch davon aus, dass Blogger in Litauen 15–30 Jahre alt sind (Spiridavičiūtė 2007: 36).
Wie sieht das Porträt eines litauischen Bloggers aus? <...> Wie? Jung, man könnte sagen etwa zwanzig Jahre alt (vielleicht etwas älter), männlich, weiß, ohne seinen Glauben hervorzuheben. Er interessiert sich für Computer (vielleicht kann man sogar noch weiter gehen und sagen: Programmierer) oder ist Marketingspezialist. [www.nepo.lt/lt/nuomone/kritika/koks-tas-lietuvisko-blogerio-portretas, 2007 11 16]
Die Untersuchung des Gebrauchs konkreter Lexeme (lexikalisierter Verbindungen) ergab, dass die Befragten unter den litauischen Entsprechungen nur solche wählen, die den Wortbildungsteil tinklarašt- enthalten (mit einer einzigen Ausnahme: Ein Befragter gab an, interneto dienoraštį zu wählen, da sein Blog genau zu dieser Blogart gehöre). Angesichts der längeren Gebrauchsgeschichte der Fremdwörter (die Neuschöpfung tinklaraštis und ihre Ableitung tinklaraštininkas sowie die Verbindung rašyti tinklaraštį wurden später vorgeschlagen als die ersten Entsprechungen kaupas, interneto dienoraštis, asmenraštis; dienoraštininkas; rašyti interneto dienoraštį), lässt sich sagen, dass die genannten Ableitungen mit tinklarašt- recht erfolgreich mit ihren fremdsprachigen Vorläufern konkurrieren. Eine ähnliche Zahl von Befragten gab an, sie zu verwenden, vgl.: rašyti (pildyti) tinklaraštį (14) / bloginti, rašyti (į) blogą (14: 11 und 3); tinklaraštis (15) / blogas (16); tinklaraštininkas, tinklaraščio autorius (10: 5 und 5) / blogeris, blogo autorius (18: 15 und 3) (die Befragten konnten mehrere Bezeichnungen für dieselbe Sache angeben). Bislang sind nur die litauischen Varianten des letztgenannten Paares etwas weniger verbreitet als die Lehnwörter – offensichtlich setzt sich unter den möglichen einwortigen Entsprechungen die recht lange Ableitung tinklaraštininkas schwerer durch; das stellen auch die Blogger selbst fest (Näheres dazu im Abschnitt „Faktoren, die die Wahl der lexikalischen Variante bestimmen“).
Bei der Auswertung der von jedem befragten Teilnehmer gewählten Varianten zeigte sich, dass mehr als die Hälfte (11) der Befragten abwechselnd litauische (tinklaraštis, tinklaraštininkas (tinklaraščio autorius), rašyti (pildyti) tinklaraštį) und entlehnte (blogas, blogeris (blogo autorius), bloginti (rašyti blogą)) lexikalische Varianten verwenden. Ein Teil der Befragten gab an, Dubletten aller drei Paare variierend zu verwenden; andere wechseln zwischen zwei Positionen, während wieder andere synonym nur lexikalische Varianten eines der drei Paare verwenden (alle drei Gruppen sind ähnlich stark vertreten). In der dritten Gruppe der Befragten (die mittlere Altersgruppe der Blogger, ungefähr 18–26 Jahre)
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überwiegen Befragte im Alter von 20–25 Jahren; im Vergleich zu den anderen Gruppen gibt es hier mehr Frauen (3) und relativ weniger Spezialisten der Informationstechnologie (im Folgenden IT).
Fast halb so viele Befragte (6) gaben an, ausschließlich die Fremdwörter blogas, blogeris (blogo autorius), bloginti (rašyti blogą) zu verwenden. Einer von ihnen erwähnte in schriftlichen Kommentaren, im beruflichen Umfeld litauische Varianten mit tinklaraš- zu verwenden; ein anderer Befragter nannte eben diese „in letzter Zeit erdachten“ litauischen Entsprechungen als geeignet, verglichen mit der „früher vorgeschlagenen Bezeichnung interneto dienoraštis, die für seinen Fotoblog ungeeignet sei“. Bemerkenswert ist, dass alle Angehörigen dieser Gruppe Männer sind, die der mittleren oder ältesten Altersgruppe der Blogger (22–30 Jahre) angehören; die meisten sind IT-Spezialisten.
Am wenigsten Befragte (4) gaben im Fragebogen an, ausschließlich litauische Bezeichnungen tinklaraštis, tinklaraštininkas (tinklaraščio autorius), rašyti (pildyti) tinklaraštį zu verwenden. In schriftlichen Kommentaren gaben jedoch drei von ihnen an, im informellen Umfeld auch Fremdwörter zu gebrauchen. Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass zum untersuchten Zeitpunkt die wechselnde Verwendung der entlehnten und litauischen Bezeichnungen für die Sache am typischsten war (die Verteilung der Befragten nach ihrer Wahl litauischer und entlehnter lexikalischer Varianten ist in der untenstehenden Abbildung dargestellt). Die eine weibliche und drei männlichen Befragten dieser Gruppe, darunter zwei IT-Spezialisten, können der jüngeren Altersgruppe der Blogger (16–23 Jahre) zugerechnet werden.
Die Befragung der Blogger zu ihrer Meinung bestätigte im Wesentlichen die Ergebnisse der Bloguntersuchung. Mit unterschiedlichen Methoden wurden ähnliche Tendenzen beim Gebrauch lexikalischer Varianten festgestellt: Mit Fremdwörtern konkurrieren in der tatsächlichen Verwendung und trotz der ungleichen Gebrauchstradition (zum Nachteil der Entsprechungen) recht erfolgreich – und sind zum untersuchten Zeitpunkt nahezu gleich beliebt – nur Neuschöpfungen mit dem Wortbildungsteil tinklarašt-; die übrigen Entsprechungen werden praktisch nicht-
verwenden nur tinklarašt- verwenden nur blog- verwenden blog- und tinklarašt-
Verteilung der Blogger nach den Fragebogendaten
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verwendet; ein großer Teil der Blogger verwendet bislang durcheinander Fremdwörter und ihre Entsprechungen, die dieselbe außersprachliche Realität bezeichnen. Eine Fragebogenerhebung zeigt allerdings eine etwas stärkere Neigung zu Varianten als die Untersuchung der Blogs selbst: Mehr als die Hälfte der Blogger, die den Fragebogen ausgefüllt haben, gab an, abwechselnd die entlehnten und die litauischen Bezeichnungen für dieselbe Realität zu verwenden; bei den untersuchten populären Blogs, für die dieselbe Tendenz kennzeichnend ist, ist dieser Anteil etwas geringer (ein Drittel). Dieser Unterschied ist zweifellos darauf zurückzuführen, dass die meisten Autoren ihre Blogs, wie die Kommentare zeigen, als öffentliche Tätigkeit betrachten und sie als sachlichen, offiziellen, schriftlichen Sprachgebrauch verstehen. Deshalb bemühen sie sich, die Sprachnormen einzuhalten und litauische Varianten zu wählen; mündlich und inoffiziell kommunizieren sie freier und wählen häufiger die geläufigere entlehnte Variante. Blogs – zumindest ein Teil von ihnen – zeigen somit Tendenzen im öffentlich verwendeten Wortschatz, während die Fragebögen auch den privaten Sprachgebrauch veranschaulichen.
3. Um die Tendenzen des allgemeinen Sprachgebrauchs – sowohl des (redigierten) offiziellen als auch des (nicht redigierten) inoffiziellen – repräsentativer zu untersuchen, wurde neben der Befragung und der Untersuchung von Blogs die Suchmaschine Google herangezogen. Es zeigte sich, dass das Fremdwort blogas am häufigsten vorkommt (3370 Belege); seine einwortige Entsprechung tinklaraštis ist fast dreimal seltener (1370), und die zweiwortige Bezeichnung interneto dienoraštis ist sehr selten (266); die Entsprechung asmenraštis wurde in der untersuchten Form überhaupt nicht gefunden4. Die Untersuchung der Ableitungen mit Suffixen und/oder zusammengesetzten Bezeichnungen dieser lexikalischen Varianten, die den Handelnden und die Handlung selbst benennen, ergab ähnliche Tendenzen: Am häufigsten ist das Fremdwort blogeris (5350), seine Entsprechung tinklaraštininkas ist um ein Mehrfaches seltener (990), dienoraštininkas ist sehr selten (6), die Varianten interneto dienoraštininkas und asmenraštininkas wurden nicht gefunden; unter den litauischen Varianten ist rašyti tinklaraštį am häufigsten (1220), rašyti interneto dienoraštį ist sehr selten (69), rašyti asmenraštį wurde nicht gefunden (die Häufigkeit der Verwendung der Variante bloginti lässt sich wegen des Homographs blõginti nicht ermitteln). Bestimmte Ungenauigkeiten der Google-Suche (z. B. kann bei einem häufigeren Wort nicht nur die gesuchte Form, sondern auch andere Kasusformen angezeigt werden) erlauben es nicht, diese Ergebnisse als vollständig statistisch zuverlässig zu betrachten – sie sind vielmehr als Ausdruck allgemeiner Gebrauchstendenzen zu werten.
Zu beachten ist, dass die statistischen Daten der Suchmaschine Google nicht die Lage zum Zeitpunkt der Untersuchung widerspiegeln, sondern die gesamte Gebrauchsgeschichte der Fremdwörter und ihrer zu unterschiedlichen Zeiten vorgeschlagenen Entsprechungen (im Falle des Fremdworts ist sie objektiv
4 Es wurde nicht die gesamte Paradigmenreihe untersucht, sondern nur der Dativ jedes einzelnen Wortes (um Homographe zu vermeiden: blogas / blogas). Die Suche wurde am 12.10.2008 auf litauischsprachigen Webseiten durchgeführt.
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länger; interneto dienoraštis ist ein älterer Vorschlag als tinklaraštis). Mit den beiden anderen Methoden wurden die Zielgruppe und die von ihr selbst verfassten Texte – Blogs – untersucht, also ein bestimmter, vermutlich besonders wichtiger Ausschnitt des Sprachgebrauchs. Die Suchmaschine Google bildet hingegen die Vielfalt des Sprachgebrauchs ab – von Duplikaten redigierter Medieninhalte bis hin zu Kommentaren auf Chat-Webseiten, die häufig an private Gespräche erinnern. Trotz der genannten Unterschiede stimmen die Gebrauchstendenzen dieser lexikalischen Varianten im Wesentlichen überein: Die Statistik belegt, dass die einzigen tatsächlichen Konkurrenten der Fremdwörter Entsprechungen mit dem Bestandteil tinklarašt- sind.
Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung der Entwicklung des allgemeinen Sprachgebrauchs. Sie zeigen, dass sich im öffentlichen offiziellen Sprachgebrauch zum Zeitpunkt der Untersuchung eine deutliche Tendenz zur Verwendung litauischer Entsprechungen abzeichnet, meist gerade der Varianten mit tinklarašt- (andere Varianten werden mitunter als kontextuelle Synonyme oder aus metasprachlichen Gründen gewählt), zum Beispiel:
Wer sind tinklaraštininkai? Wie werden sie von den traditionellen Medien gesehen, und wie möchten sie sich selbst sehen? Worin unterscheidet sich die litauische tinklaraštija von der ausländischen? Wie schreibt man erfolgreich ein eigenes interneto dienoraštį? Wie wichtig ist korrektes Litauisch im Internet? Kann man mit dem tinklaraščių rašymo Geld verdienen? All diese Themen wurden auf der zweiten litauischen Konferenz für tinklaraščiai und Internet „BlogIn 2008“ erörtert. <...> Kaum zu glauben, dass es sich nicht um eine Konferenz von Fachleuten handelt, sondern um ein Treffen junger Menschen, die ein gemeinsames Hobby haben. Übrigens ist das Publikum wirklich jung; das Durchschnittsalter dürfte bei fünfundzwanzig Jahren liegen. [Adomas Rutkauskas, „BlogIn 2008“: moderni Lietuvos interneto konferencija, 2008 04 14, Veidas, interneto prieiga: http://www.veidas.lt/lt/leidinys.full/48033cb3856aa]
Vor etwa zwei Jahren waren die litauischen Varianten noch bloße Begleiter des Fremdworts – und praktisch nur eines, nämlich blogo. Damals wurde am häufigsten interneto dienoraštis verwendet, zum Beispiel:
Die in Litauen rasch populär gewordenen internetiniai dienoraščiai (engl. blog) haben sich im Land fest etabliert und sind sogar in die als traditionell geltenden Medien vorgedrungen. Das berichten Autoren, die solche dienoraščiai schreiben und sich am 14. März zur ersten litauischen „blogerių“-Konferenz treffen werden.
„Aufgrund des wachsenden Einflusses der Gemeinschaft der Autoren von ‚blogų‘ werden ‚blogai‘ zunehmend als Bürgerjournalismus bezeichnet, denn dank der einfachen Gründung und Zugänglichkeit sind sie bereits zu einem ausgezeichneten Medium der öffentlichen Information geworden, das wichtige Nachrichten wirksamer und schneller verbreiten kann als die traditionelle Presse, der Rundfunk oder das Fernsehen“, heißt es in der Mitteilung der Autoren von „blogų“.
Laut dem Autor des dienoraščiowww.zudykreklama.lt, Arnoldas Rogoznyj, zeichnen sich die sogenannten „blogeriai“ durch konstruktive Beiträge, Fachkenntnis und analytisches Denken aus. Litauische Nachrichtenportale wie Blog haben bereits Rubriken www.delfi.lt, www.alfa.lt, www.vz.lt, wenn
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die bekannten Politiker sind. Es fällt auf, dass die Einträge mancher „Blogs“ auch in der Presse abgedruckt und im Radio oder Fernsehen kommentiert werden <...> [„Blogs haben sich in Litauen in die traditionellen Medien eingegliedert, sagen Experten, 2007 02, balsas.lt]
Das ist verständlich, denn das Äquivalent Internet-Tagebuch ist neben kaupas und asmenraštis eine der früheren litauischen Varianten; tinklaraštis kam etwas später auf. Es ist natürlich, dass die litauischen Varianten eine Zeit lang nicht nur mit dem Fremdwort, sondern auch untereinander konkurrieren – manchmal werden sie sogar im selben Text durcheinander verwendet:
Blogs oder – wie die VLKK vorschlägt – Internet-Tagebücher (noch eine dritte Bezeichnung: Weblogs) begannen im litauischen Internet erst vor ein paar Jahren, sich rasch zu verbreiten; dennoch gibt es auch heute noch viele Menschen, die nicht wissen, was Blogs. Blogs sind für sie etwas Schlechtes, während es in der litauischen Blogosphäre sehr viele wirklich gute Dinge gibt. [Tomas Andriukonis, Einige Striche für das Porträt eines litauischen Bloggers, 2007 11 21, www.vtv.lt/naujienos]
Das intim anmutende Internet-Tagebuch (weitere litauische Ersatzformen für weblog sindtinklaraštis, asmenraštis) ist ein vielversprechendes Produkt der sich wandelnden Medienlandschaft. <...> Internet-Tagebücher gewinnen ein breites Publikum durch Aktualität, Freiheit, Radikalität und Vielfalt sowie durch die Möglichkeit, in der umfangreichen Kette von Beiträgen auszuwählen und aktiv mitzuwirken. Wenden wir uns nun der Einrichtung und Pflege eines tinklaraštis zu. Ein guter tinklaraštis ist eine Kombination aus feinem Geschmack, wacher Weisheit und unschätzbarer Zeit. Eine solche Kombination übt auf die Nutzer und unvermeidlich auch auf die Anbieter eine magnetische Anziehungskraft aus. Ein hochwertiger tinklaraštis kann also zu einer Einnahmequelle werden. [S. Štrimait y tė, Das Internet-Tagebuch im kommerziellen Gewässer, 2007, http://www.universitetozurnalistas.lt/archyvas/unizur/unizur_5_6.html]
Auch die Eignung von Äquivalenten mit dem Bestandteil tinklarašt- wird dadurch belegt, dass im offiziellen Sprachgebrauch neben der zweigliedrigen litauischen Variante Internet-Tagebuch später ein weiteres litauisches Äquivalent auftaucht, zum Beispiel:
Im zweiten Teil wird der Dozent die „Blogosphäre“ – den Raum der Internet-Tagebücher (tinklaraščiai) – der Konferenz „Integruok! Marketingkommunikation 2008“ vorstellen. [7.–8. Februar 2008, Vilnius, Hotel „Crowne Plaza Vilnius“, Konferenzprogramm www.vcc.lt/lt/integruok]
Das Beispiel zeigt Bemühungen, auch einen anderen für Blogger wichtigen Begriff auf Litauisch zu beschreiben: blogosfera. Bemerkenswert ist, dass es im Sprachgebrauch zum fraglichen Zeitpunkt bereits Äquivalente für fast alle Fremdwörter mit der Wurzel blog- gibt – diesen Bedarf decken Äquivalente mit dem Bestandteil tinklarašt- am besten (sie sind am häufigsten).
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FAKTOREN, DIE DIE AUSWAHL VON LEXIKALISCHEN VARIANTEN BESTIMMEN
Der elektronische Diskurs über Fremdwörter mit der Wurzel blog– und ihre Äquivalente sowie die Kommentare der befragten Blogger legen die Gründe für die Popularität der zur Gruppe tinklaraštis gehörenden Äquivalente und für ihre Fähigkeit, mit Fremdwörtern und anderen litauischen Varianten zu konkurrieren, recht deutlich offen.
Zunächst einige Kommentare verschiedener Autoren aus dem Diskussionsforum auf der Website der VLKK:
Web log heißt aus dem Englischen übersetzt „Netzschrift“, also tinklaraštis. Im Geschäft arbeiten Verkäufer, im Friseursalon schneiden Friseure die Haare, und ein tinklaraštis wird von tinklaraštininkai geschrieben.
Internet-Tagebuch geht auch (wenn auch etwas lang), aber asmenraštis beschreibt zwar, was ein „Blog“ ist, legt andererseits aber nicht vollständig dar, dass ein tinklaraštis im Internet existiert. Außerdem lässt der Begriff vermuten, dass asmenraštis etwas Persönliches und Vertrauliches sei, während tinklaraščiai auf die Gesellschaft ausgerichtet sind. Es bleibt also tinklaraštis.
Ihr habt nicht aufmerksam zugehört – Donskis nannte den Blog „Tagebuch“, doch im Gespräch stellte sich heraus, dass diese Bezeichnung nicht ganz passend war, denn ein Tagebuch ist etwas Intimes, während ein Blog ein öffentliches Tagebuch ist, also nicht besonders aufrichtig; ein Blogger schreibt in dem Wissen, dass alle ihn lesen werden.
Ich habe gehört, dass Sprache ein System ist. Blog, Blogger, Blogosphäre, Blogorama, Blogfarm.
Ähnlich äußern sich auch die Blogger, die die Fragebögen ausgefüllt haben, zu den lexikalischen Varianten:
Tinklaraštis ist die aussagekräftigste Bezeichnung und entspricht der Bedeutung des englischen „blog“ (dieses Wort entstand aus web (Netz) und log (in diesem Fall chronologisch angeordnete Einträge, unter Informatikern oft einfach logs genannt).
Ich verwende die Variante Blog, weil Blog ein eingebürgertes englisches Wort ist, während Internet-Tagebuch dem Wesen von Blogs nicht gerecht wird.
Mein Blog ist kein Tagebuch, es wird nur in etwas anderer Form geführt. Es ist ein Fotoblog, und ich könnte nicht sagen, dass das, was ich tue, als Tagebuch bezeichnet werden könnte. Vielleicht könnte der in letzter Zeit geprägte Begriff Blog verwendet werden.
Am treffendsten beschreibt es die Tätigkeit einer Person: Ein Blogger ist also jemand, der ein Blog schreibt. Außerdem klingt es besonders schön.
Ich verwende die Variante Blogautor, weil Blogger ein eingebürgertes englisches Wort ist und Blogger zu lang und zu verwirrend ist.
Ein Blog schreiben ist von allen Varianten die einzige, die halbwegs akzeptabel klingt und den Gedanken richtig wiedergibt.
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Die Kommentare zeigen also, dass den Sprachbenutzern Entsprechungen für Fremdwörter mit der Wurzel blog- am ehesten zusagen, die zur Gruppe Blog gehören: Ihre Motivation ist klar, der semantische Umfang der Entsprechungen und der Lehnwörter stimmt überein, die litauischen Varianten sind systematisch (sie bilden ein angemessenes System für die Fremdwörter), vergleichsweise ökonomisch und produktiv. Diese Eigenschaften sind sowohl für die Bildung weiterer Einwortbezeichnungen als auch für die Bildung verwandter Mehrwortbezeichnungen sehr wichtig, z. B.: Themenblog, Wirtschaftsblog; Blog-Pseudonym, Blog-Bildschirmschoner; Blogger-Rubrik usw. Auch die große Zahl von Mehrwortbezeichnungen mit dem Bestandteil Blog- bezeugt die Eignung und Attraktivität der Varianten aus der Blog-Gruppe.
Die von den Sprachbenutzern genannten Vor- und Nachteile der lexikalischen Varianten entsprechen im Wesentlichen den Kriterien zur Bewertung von Entsprechungen, die in den Allgemeinen Grundsätzen zur Normierung neuer Lehnwörter dargelegt sind (ausführlicher siehe BNSNP 2007). Eine litauische Variante, die den Kriterien entspricht, hat reale Chancen, mit dem ursprünglichen, gebräuchlicheren Fremdwort zu konkurrieren; eine Variante, die ihnen nicht entspricht, ist zum Scheitern verurteilt. Dies zeigen frühere Untersuchungen zur Konkurrenz zwischen Fremdwörtern und ihren Entsprechungen (siehe Girčienė 2005: 107–127). Die Untersuchung der Fremdwörter mit der Wurzel blog- und ihrer litauischen Entsprechungen bestätigte die frühere Schlussfolgerung, dass der Sprachgebrauch aus einer Vielzahl von Neuerungen zweifellos jene auswählt, die sich als gesellschaftlich am zweckmäßigsten und funktionalsten erweisen (ebd., 126–127).
Auf Grundlage der mit verschiedenen Methoden ermittelten Tendenzen im konkurrierenden Gebrauch lexikalischer Varianten und der Meinung der Sprachbenutzer ist es sinnvoll, eine Tabelle mit Empfehlungen zu Fremdwörtern mit der Wurzel blog- und ihren Entsprechungen mit dem Bestandteil Blog- vorzulegen.
TABELLE 2. Empfohlene Entsprechungen für Fremdwörter
Fremdwort
Entsprechungen
blògas
Blog
blogeris, blogintojas
Blogger, Blogautor
blòginti
einen Blog schreiben (führen)
blòginimas, blògingas
das Schreiben (Führen) eines Blogs
blog(o)sfera
Blogwesen
blogrolas
Blogverzeichnis
J. GIRČIENĖ. Naujieji svetimžodžiai su šaknimi blog- ir jų atitikmenys
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Fortsetzung von Tabelle 2
Fremdwort
Entsprechungen
blogorama
Blogübersicht
audioblogas
Audioblog, Audiotagebuch
fotoblogas
Fotoblog, Fototagebuch
Moblog
mobiles, bewegliches Weblog
Videoblog
Videotagebuch, Video-Weblog
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Im Sprachgebrauch sind über zwanzig Fremdwörter mit dem Stamm blòg- sowie über zehn wortverwandte Bildungen mit litauischen Suffixen gebräuchlich, die als eingebürgerte synonymische Fremdwörter gelten können, vgl. blòginimas und blogingas, oder als Fremdwörter, bei denen das Suffix im Wesentlichen der Anpassung an das grammatische System des Litauischen dient, z. B. blòginti. Am häufigsten sind blògas, blo-geris, blòginti, blòginimas; blogosfera; audioblogas, fotoblogas, moblogas, videoblogas; blogorama, blogrolas.
Für all diese Fremdwörter gibt es litauische Entsprechungen. Im Wesentlichen bilden sie zwei Gruppen: Entsprechungen zum einwortigen Neologismus tinklaraštis (tinklaraštininkas, rašyti tinklaraštį, tinklaraščio rašymas; tinklaraštija usw.) und zum zweiwortigen Äquivalent des Fremdworts blògas, interneto dienoraštis (interneto dienoraščio rašytojas, rašyti interneto dienoraštį, interneto dienoraščio rašymas; interneto dienoraščių visuma usw.).
Obwohl die zweiwortige Entsprechung etwas früher vorgeschlagen wurde und in den Sprachgebrauch einging als die einwortige, sind zum fraglichen Zeitpunkt unter den litauischen Bezeichnungen für ein und dieselbe Realität eindeutig die Vertreter der Gruppe des Neologismus tinklaraštis führend: Aus dem offiziellen redigierten Sprachgebrauch haben sie die Fremdwörter praktisch bereits verdrängt, während sie mit ihnen im inoffiziellen Sprachgebrauch, darunter auch in Weblogs, erfolgreich konkurrieren. Für die Akzeptanz dieser Entsprechungen sprechen sowohl die positiven Rückmeldungen der Sprachbenutzer, darunter auch der Blogger, als auch die Übereinstimmung der Wörter und Wortverbindungen der Gruppe tinklaraščio mit den Kriterien zur Bewertung von Entsprechungen, die in den Allgemeinen Grundsätzen zur Normierung neuer Entlehnungen dargelegt sind. Daher sollte man über eine Verringerung der nicht zukunftsfähigen Varianten nachdenken.
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KALBOS KULTŪRA | 81
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ŠALTINIAI
Ayto J. Oxford a Century of New Words, Oxford University Press, 2007.
Merriam-Webster’s Online Dictionary, 11th Edition. Interneto prieiga: http://www.merriam-webster.com
KTAŽ 2007: V. Dagienė, G. Grigas, T. Jevsikova. Kompiuterijos terminų aiškinamasis žodynas. Interneto prieiga: http://www.likit.lt/?i=terminija/aiskinamasis_zodynas
Laisvoji interneto enciklopedija „Vikipedija“: http://en.wikipedia.org/wiki/Main_Page
VLKK KB: Valstybinės lietuvių kalbos komisijos konsultacijų bankas. Interneto prieiga: http://www.vlkk.lt/konsultacijos
LITERATŪRA
BNSNP 2007: Bendrieji naujųjų skolinių norminimo principai. Interneto prieiga: http://www.vlkk.lt/i/news/267.doc
Girčienė J. 2005: Naujųjų skolinių atitikmenys: struktūra ir vartosena, Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla.
Jakovlevas V. 2007: Interneto dienoraščių (blogų) įtaka internetinės žiniasklaidos turiniui Lietuvoje ir užsienyje: naujausios tendencijos. [Bakalauro darbas]
Keinys S. 1984: Lietuvių kalbos hibridai (sąvoka, rūšys ir normiškumas). – Lietuvos TSR Mokslų akademijos darbai, A serija, 3 (88), 113–124.
Mikelionienė J. 2000: Šiuolaikiniai metodai kalbos naujovėms tirti. – Darbai ir dienos 24, 65–88.
Miliūnaitė R. 2008: Tinklaraščių kalbos vieta dabartinės vartosenos schemoje. – Sociolingvistiniai lietuvių kalbos tyrimai. J. Jablonskio konferencijos pranešimų tezės. Interneto prieiga: http://www.lki.lt/php/files/08JJKonfTezes.doc
Spiridavičiūtė G. 2007: Blogai kaip žiniasklaidos priemonė. [Bakalauro darbas]
Gauta 2008 10 17
J. GIRČIENĖ. Naujieji svetimžodžiai su šaknimi blog- ir jų atitikmenys 63
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NEW LOANWORDS WITH THE ROOT BLOG- AND THEIR EQUIVALENTS
Summary
The paper discusses new loanwords with the root blog- and their Lithuanian equivalents: it investigates the tendencies of using lexical variants and attitudes of language users and the reasons for the non-/acceptance of Lithuanian equivalents. The paper also offers recommendations on the research-based preference of lexical variants.
The actual use has over twenty loanwords with the root blog- and over ten coinages consisting of the same root and a Lithuanian component. The coinages should be treated as near-Lithuanian synonyms of loanwords or loanwords which take a Lithuanian component as a means to adjust to the grammatical system of the Lithuanian language. The most frequent of them are the following: blògas, blògeris, blòginti, blòginimas; blogosfera; audioblogas, fotoblogas, moblogas, videoblogas; blogorama, blogrolas. All of them have Lithuanian equivalents. They fall into two groups: some of them are related to the one-word coinage tinklaraštis, the others are derived from interneto dienoraštis, a two-word equivalent of the loanword blògas.
The investigation has attested to the fact that among the Lithuanian names of one and the same realia currently preference is given to the group of equivalents of the tinklaraštis type. The acceptability of the equivalents has been supported by language users as well as bloggers. Moreover, the equivalents are in conformity with the criteria of equivalent evaluation laid down in the principles of norm setting of borrowings. Therefore, a shift in reducing the number of unacceptable variants can be presumed.