Skip to document
Back
Go to original Localized version was produced by AI. It may contain inaccuracies.
Preparing document pages…

VINCENTAS DROTVINAS

Pädagogische Universität Vilnius

Aus einer Phraseologismus kann man kein Wort entfernen

Nicht selten hört man bildhafte Wendungen mit Fremdwörtern oder findet sie beim Lesen, obwohl man diese Wörter einzeln zu verwenden vermeidet. Solche Wendungen (Sprichwörter, sprichwörtliche Redensarten, Vergleiche) gibt es in alten Schriften reichlich; oft werden sie in Phraseologismenwörterbücher aufgenommen. Wie sollten wir also diese Phraseologismen verwenden, ohne gegen die Anforderungen sprachlicher Reinheit zu verstoßen? Diese Frage betrifft den Ausdruck (den Wortschatz) von Phraseologismen, d. h. die Frage, welche Wörter ihre Bestandteile bilden und wie Phraseologismen mit Fremdwörtern in der Phraseografie dargestellt und behandelt werden.

Ohne uns auf ausführlichere Erläuterungen einzulassen, sei gesagt, dass keineswegs jedes Wort der litauischen Sprache als Bestandteil eines Phraseologismus vorkommt. Daher ist der Wortschatz der Phraseologismen stets enger als das gesamte lexikalische Potenzial der Sprache. Die Wörter, die als Bestandteile von Phraseologismen auftreten, lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten beschreiben: nach Gebrauchshäufigkeit, Herkunft und anderen Kriterien. Hinsichtlich der Häufigkeit der Wörter in Phraseologismen unterscheidet man zwei Gruppen phraseologischer Lexik:

1) Phraseologismen, die aus allgemein gebräuchlichen Wörtern des aktiven Wortschatzes bestehen. Solche Phraseologismen ähneln lexikalisch freien Wortverbindungen; tatsächlich sind sie aus freien Wortverbindungen hervorgegangen und unterscheiden sich nur durch ihren übertragenen Gebrauch, vgl. die Hände sinken lassen und die Hände sinken lassen „den Mut verlieren“;

2) Phraseologismen, die Wörter mit eingeschränktem Gebrauch enthalten, die in freien Kontexten seltener oder gar nicht verwendet werden und nur in Phraseologismen vorkommen. Meist handelt es sich um Archaismen und lexikalische Dialektismen, die in den Mundarten erhalten geblieben und somit nicht Teil des Wortschatzes der Gemeinsprache geworden sind. (Archaismen und lexikalische Dialektismen in Phraseologismen sollten gesondert untersucht werden.)

Unter den allgemein gebräuchlichen Wörtern sind Somatismen (gr. soma „Körper“) in Phraseologismen am häufigsten. Hinsichtlich ihrer Herkunft handelt es sich um ererbte Wörter (indoeuropäische, baltisch-slawische und baltische), die auch den Kern des aktiven Wortschatzes der heutigen Sprache bilden. Eine Fülle und Vielfalt von Phraseologismen mit Somatismen ist für viele Sprachen charakteristisch. Litauische Phraseologismen mit Somatismen hat Jonina Lipskienė gesammelt, untersucht und lexikografisch dargestellt (Lietuvių kalbos somatiniai posakiai (su galvos dalių pavadinimais), 1979). Im Neuen

52

KALBOS KULTŪRA | 82

In der Arbeit der Autorin Bildhafte Wendungen der litauischen Sprache (2008) werden Phraseologismen und andere bildhafte Wendungen mit Bezeichnungen für alle Körperteile aufgeführt.

Somatismen als lexikalische thematische Gruppe zeichnen sich nicht durch Reinheit aus; unter ihnen finden sich zahlreiche Entlehnungen (das gilt übrigens auch für andere thematische Gruppen). Dies ist ein Beleg für die Wechselwirkung des Litauischen mit anderen Sprachen. Neben alten Entlehnungen (Germanismen und Slawismen), die sich im Gebrauch der Standardsprache etabliert haben, gibt es auch neuere Entlehnungen, die heute als Fremdwörter gelten. In der Standardsprache kommt man vollständig ohne sie aus, da es gute litauische Entsprechungen gibt; so werden Fremdwörter beispielsweise nicht in Synonymwörterbücher aufgenommen. In der gesprochenen Sprache sind sie jedoch nicht verschwunden, und in Sprichwörtern, Redensarten und Phraseologismen sind sie aufgrund ihrer Besonderheiten (vor allem der festen Struktur und Erstarrung) nahezu unantastbar.

Die „Angelegenheit“ der Phraseologismen mit Fremdwörtern kam mit dem Erscheinen des ersten Wörterbuchs der litauischen Phraseologie (1977) auf. Der Wörterbuchautor Jonas Paulauskas wies in der Einleitung darauf hin, dass „in phraseologischen Verbindungen Wörter nichtlitauischer Herkunft, Fremdwörter, vorkommen, [...], z. B.: ant tuščios dūšios, iš vienos bačkos eiti.“ Zugleich merkte er an, dass „die phraseologische Verbindung wegfiele, wenn man das Fremdwort [...] durch ein Wort der Standardsprache ersetzte. Daher werden solche phraseologischen Verbindungen mit Fremdwörtern [...] in der Standardsprache toleriert“ (Einleitung zum LFŽ, 9).

Die Rezensenten äußerten sich zur Aufnahme solcher Phraseologismen in Wörterbücher sehr zurückhaltend, wenn nicht gar kritisch. So betrachtete der Lexikograf Vytautas Vitkauskas Phraseologismen mit Fremdwörtern nicht als Bestandteil des Reichtums der Standardsprache. Er betonte, dass „für Phraseologismen der Standardsprache grundsätzlich ähnliche Korrektheitskriterien gelten sollten wie für den gesamten Wortschatz; deshalb müssen Phraseologismen mit den Entlehnungen barakatas, čiup­ryna, dralas, dūšia, murinas, melnyčia, strainuška, patieka, tarba, pasamonas usw. als außerhalb der Grenzen der Standardsprache liegend bewertet werden und dürfen nur aus stilistischen Gründen verwendet werden“ (Vitkauskas 1978: 56). Einen ähnlichen Gedanken hob der Rezensent auch bei anderer Gelegenheit hervor, als er sagte, dass „Phraseologismen der Bereich sind, in den Fremdwörter besonders aktiv eindringen und sich etablieren wollen, indem sie litauische Wendungen verdrängen“ (Vitkauskas 1977: 37).

Die andere Rezensentin des erwähnten Wörterbuchs, die Lexikografin Klementina Vosylytė, äußert sich noch strenger. Ihrer Ansicht nach hätten Phraseologismen mit Entlehnungen (cacka pacacka, iš čiuro eiti, pilni delmonai usw.) überhaupt nicht in das Wörterbuch aufgenommen werden dürfen (Vosylytė 1978: 177).

Wie wurde praktisch auf diese Anmerkungen reagiert? Auch in Phraseologismen anderer Art wird nicht auf Fremdwörter verzichtet. So finden sich im Band vergleichender Phraseologismen Wörterbuch der litauischen Vergleiche (1985) folgende Phraseologismen:

V. DROTVINAS. Iš frazeologizmo žodžio neišmesi

53

murzinas kaip pečius; šalta troba lyg ledainė; taip meluoja, kaip zalatyte zala-tija und andere. Vergleichende Phraseologismen mit manchen Fremdwörtern finden sich gleich in ganzen Gruppen, zum Beispiel mit ubagas (ubagė) – fast 60 (interessanterweise gibt es auch im Phraseologischen Wörterbuch [2001] 57 davon), svietas – 40 und andere.

Naujausiame lietuvių kalbos frazeologizmų rinkinyje Frazeologijos žodyne (2001) kalbamųjų frazeologizmų gal ir kiek mažiau, bet visai jų atsikratyti nepavyko. Frazeologizmų svetimybių sąrašas bent apytiksliai būtų netrumpas, pavyzdžiui: abroz­das, bačka, mačyti, nabašnikas (nabašnikas), navyna, skūra, svietas, svodba, spice, šaiba, šalamo­jus, šaldra, špokas, šriubas, terba, ubagas, zalietos, zerko­las, zomatas ir kt.

Fremdwörter treten sowohl als zentrale Wörter des Phraseologismus auf (hier werden sie mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet) als auch als andere Wörter innerhalb des Phraseologismus. Nicht selten gibt es auch Phraseologismen mit zwei Fremdwörtern: bieso abrozdeliai „abwertend: Karten“, ubago šmotas „ein solcher Fluch“, ubago terba „ein armer Mensch“, ubagas su terbom matos „über eine dünne Suppe“, ubagas ženijasi „sagt man, wenn bei Regen die Sonne scheint“, cacka pacacka; ir prie tanciaus, ir prie ražanciaus. Auch Vergleiche mit zwei Fremdwörtern kommen vor, z. B. kaip smerčio adyna und andere.

In diesem Wörterbuch zeichnen sich jedoch bereits die Bemühungen der Lexikografen ab, eine gewisse Auswahl unter den Phraseologismen mit Fremdwörtern zu treffen. Der Wörterbuchredakteur weist darauf hin, dass „im FŽ einige Wendungen fehlen, deren Bestandteil ein s e h r s e l t e n e s (Hervorhebung von mir. – V. D.) Fremdwort ist, z. B.: ant truco, ant to norako“ (Paulauskas 2002: 13).

Im neuen Phraseologismenwörterbuch von J. Lipskienė werden Fremdwörter als „Bezeichnungen mit synonymischen Beziehungen, die seltener verwendet werden“ verstanden, zum Beispiel als Synonyme des Substantivs koja: sl. kačergos, kado­kai (kadūkai, kudōkai), pãdkavos, vok. kėgeles (kėgeliai), kantãpliai, šlėpės, lat. kuibena. Fremdwörter werden auch für andere Somatismen aufgeführt, z. B.: kailis – poln. kučnerius, kūtnara, kutnerius; ranka – bračnagė, brančnagė und andere. Fremdwörter erscheinen auch als Stichwörter von Phraseologismen, z. B.: klynas (Schritt, Gesäß): skystas klynas „über einen unbedeutenden, schwachen Menschen“; blėkas, blėkai (plėkai): eik šunims blėkų šinkuoti „handeln“; čiup­ryna (weißruss. чуприна, poln. czup­ryna), vgl. į čiup­ryną susikibti „sich raufen“; kaltūnas (russ. калтун, poln. kołtun), vgl. kaltūną nuo galvos rauti und andere.

Es ist interessant hervorzuheben, dass Fremdwörter nicht nur für Phraseologismen charakteristisch sind, die in den Jahrzehnten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gesammelt und im Wörterbuch der litauischen Sprache oder in den erwähnten Spezialwörterbüchern veröffentlicht wurden, die auf dessen Zettelkartei beruhen. Zahlreiche Fremdwörter finden sich auch in neueren Aufzeichnungen aus den Dialektwörterbüchern der jüngsten Zeit:

54

KALBOS KULTŪRA | 82

Wörterbuch des Zanavykai-Dialekts (Bde. 1–3, 2003–2007), Wörterbuch des Daukšiai-Dialekts (2004), Wörterbuch des Kupiškėnai-Dialekts (Bd. 1, 2008) usw.

All dies zeigt, dass Fremdwörter (wir erinnern daran – obwohl sie nahezu alle aus dem aktuellen Wortschatz der litauischen Synonyme entfernt wurden) sich auch heute hartnäckig im Wortschatz der lebendigen Sprache behaupten. Es gibt allerdings immer wieder Fälle, in denen neben einer Phraseologismus-Variante mit einem Fremdwort auch deren Pendant verwendet wird – ein Phraseologismus mit einem entsprechenden litauischen Bestandteil, zum Beispiel: Balken – Träger: ein (zehnter, neunter, neuner, fünfer) Balken fehlt, es fehlt ein Balken und – im Kopf ist ein Träger gebrochen und dergleichen; šliubas – Pfosten: es fehlt ein šliubas (im Kopf), der šliubas hat sich im Kopf verdreht und – im Kopf fehlt ein Pfosten; skūra – Haut: in eine Rinderhaut kann man es nicht hineinschreiben und – in eine Rinderhaut passt es nicht hinein und dergleichen.

Die Frage, ob ein Phraseologismus mit einem litauischen Bestandteil das Ergebnis unserer Bemühungen ist, Fremdwörter zu vermeiden, oder ob er eigenständig, das heißt in der litauischen Sprache selbst, entstanden ist, wäre daher eher eine Frage der Geschichte der Phraseologismen insgesamt als der sprachlichen Bereinigung des Wortschatzes. Deshalb ist V. Vitkauskas’ Ansicht, Phraseologismen seien ein Bereich, in den Fremdwörter besonders aktiv eindringen, um litauische Wörter aus Phraseologismen zu verdrängen, bedenkenswert (vgl. Vitkauskas 1977: 37). Wir könnten sie überprüfen. So gibt es im Phraseologismenwörterbuch mit dem Wort velnias etwa 470 Phraseologismen (und weitere 17 unter anderen Stichwörtern), mit biesas dagegen nur 35 (hier sind außerdem Phraseologismen mit den Synonymen nelabasis, raguotasis usw. zu erwähnen). Das lässt sich jedoch nicht über Phraseologismen mit dem litauischen Wort elgeta und dem Fremdwort ubagas: elgeta sagen: Es kommt in gerade einmal drei Phraseologismen vor (elgeta paleisti, elgetomis paleisti, dvasios elgeta und dergleichen), während ubagas in etwa 60 Phraseologismen vorkommt.

Welche Variante zuerst entstanden ist – der Phraseologismus mit dem Fremdwort oder der mit dem litauischen Wort – und wer wen „zu verdrängen sucht“, können die Angaben zur litauischen beziehungsweise nichtlitauischen Herkunft der Bestandteile teilweise erklären. So steht im Wörterbuch von K. Sirvydas nur sija (balka tram. Trabs, trigum, siia, sienoias) SD³ 6; damit gibt es heute nur einen Phraseologismus, vgl. sija palūžo galvoje „der Verstand setzte aus“: galvoje to žmogaus palūžo sija, kursai tiki niekams ir niekų bijo (D. Poška). Weitaus häufiger wird in Phraseologismen das Germanismus-Wort balkis verwendet, vgl. vieno (dešimto, devinto, devynių, penkių) balkio trūksta usw. Im Wörterbuch von K. Sirvydas findet sich oda skura SD³ 27; oda įp werbludo, lapes pilkos oda 164; vgl. auch odininkas (neben kazėmekas), während in den Wörterbüchern Kleinlitauens beide Wörter vorkommen: Haut Skura, ós. Oda C III 346 und dergleichen. Mit dem Fremdwort skūra gibt es sogar 40 Phraseologismen und weitere einige in anderen Phraseologismen, mit oda dagegen nur 5.

Einige Phraseologismen mit einem Fremdwort und solche mit einem litauischen Wort sind ungefähr gleich weit verbreitet, zum Beispiel: šliubas atsisuko galvoje „er benahm sich dumm–

V. DROTVINAS. Iš frazeologizmo žodžio neišmesi

55

““, šliubo trūksta galvoje „nicht ganz bei Verstand“ (FŽ 722) und varžtai atšleido „er handelte unvernünftig“, varžtai atsisuko „er handelte unvernünftig“, vienas varžte- lis išklibęs „über einen etwas törichten Menschen“ und dergleichen (FŽ 796). Ähnliche Bedeutungen haben auch Phraseologismen mit dem litauischen Wort šulas, zum Beispiel: ne visi šulai „halb verrückt“, vieno šulo stinga galvoje „nicht ganz bei Verstand“, šulų nepritenka galvoje „über einen halb verrückten Menschen“ und dergleichen (FŽ 723).

Damit zeigt sich deutlich ein Konflikt: Die Fremdwörter selbst sind in der Standardsprache nicht normgerecht, ihr Gebrauch wird immer eingeschränkter (so kennen etwa heutige litauische Studierende die Bedeutung vieler Fremdwörter überhaupt nicht), doch in Phraseologismen halten sie sich. Anders gesagt: Die Bewahrung von Fremdwörtern in Phraseologismen ist eines der wesentlichen Merkmale des Phraseologismus als Benennungseinheit, das heißt eine Bedingung für seine Festigkeit und Reproduzierbarkeit.

Deshalb sollten wir die Gefahr, die Phraseologismen mit Fremdwörtern für die Reinheit der litauischen Phraseologie darstellen, nicht übertreiben. Ein großer Teil der Phraseologismen mit Fremdwörtern wird nämlich nicht häufig verwendet. Nicht wenige solcher Phraseologismen, die früher in der lebendigen Sprache verbreitet waren, finden sich heute nur noch auf den Seiten von Wörterbüchern. Das Phraseologismenwörterbuch (2001) versammelt Phraseologismen aus der gesamten litauischen Sprache. Hätten wir beispielsweise eine Sammlung von Phraseologismen der gegenwärtigen (Standard-)Sprache, könnten wir Phraseologismen mit Fremdwörtern differenziert betrachten und dabei berücksichtigen, wie verbreitet die jeweiligen Fremdwörter früher und heute in der Sprache sind.

Hier sollte daran erinnert werden, dass Kazimieras Būga bereits 1922 den allgemeinen Ersatz von Slawismen durch litauische Wörter scharf verurteilte und betonte, Kristijonas Donelaitis müsse seine glūpas, sopagai behalten, Antanas Baranauskas seine iščinto und so weiter (Būga 1959: 37). Diese Gesetzmäßigkeit des Verhältnisses zwischen Lehnwörtern und litauischem Wortschatz müssen wir auch auf Fremdwörter in Phraseologismen anwenden.

Offenbar ist die Aussage des bedeutendsten litauischen Phraseologen Jonas Paulauskas völlig akzeptabel, dass „[...] die Verwendung von Fremdwörtern in Phraseologismen zu verneinen hieße, den gefühlsbetonten Ausdruck von Gedanken zu verurteilen“ (FŽ-Einleitung, VII). Wenn ein litauisches Ersatzwort fehlt, ist der Gebrauch von Phraseologismen wie į užpečkį sulįsti „feige sein“, ubago kąsnai „große, herabfallende Schneeflocken“ und so weiter gerechtfertigt (FŽ-Einleitung, VIII). Dieses besondere Phänomen der litauischen Phraseologie muss eingehender erörtert werden; Quellen, besondere Funktionen und Verwendungsbereiche solcher Phraseologismen sollten umfassender untersucht werden (dies hängt mit dem allgemeinen Fortschritt der litauischen Phraseologieforschung zusammen).

Phraseologismen sind Zeugen der Vergangenheit unseres Volkes und unserer Sprache. Sie entstanden vor Hunderten von Jahren und verdichten die Erfahrungen unserer Vorfahren aus ihrem Leben und Alltag – sie sind ein Dokument unseres historischen Gedächtnisses und der Geschichte unserer Mentalität. Ausdruck dieses historischen Gedächtnisses sind die Wörter und ihre Bedeutungen, die gewe-

56

KALBOS KULTŪRA | 82

… aus dem Mund unserer Vorfahren während der Entstehung und des weiteren Fortlebens der Phraseologismen. Diese Wörter sind ein untrennbarer Teil der Geschichte der litauischen Sprache und der Entwicklung ihres Wortschatzes. Phraseologismen mit Fremdwörtern zu beseitigen, würde bedeuten, unser Phraseologismen-Inventar künstlich zu reinigen. Würden wir durch ihre Litauisierung nicht den gesamten Schatz an Phraseologismen verkleinern und das Bild der historischen Entwicklung unserer Phraseologie als Teil der gesamten Sprache (des Wortschatzes) künstlich verzerren? Wenn wir daher die Phraseologismen als Erbe unserer Sprache und der Mentalität unseres Volkes bewahren wollen, sollten wir die natürliche Entwicklung der Phraseologismen nicht beschleunigen und uns nicht mit ihrer Litauisierung beeilen.

LITERATŪRA

Būga K. 1959: Rinktiniai raštai 2, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla.

FŽ 2001: Frazeologijos žodynas. Red. J. Paulauskas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

LFŽ 1977: J. Paulauskas. Lietuvių kalbos frazeologijos žodynas, Kaunas: Šviesa.

LPŽ 1985: Lietuvių kalbos palyginimų žodynas. Sud. K. Vosilytė, Vilnius: Mokslas.

Lipskienė J. 1979: Lietuvių kalbos somatiniai posakiai (su galvos dalių pavadinimais), Vilnius: Mokslas.

Lipskienė J. 2008: Vaizdingieji lietuvių kalbos posakiai, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.

Paulauskas J. 2002: Išaugęs iš „Lietuvių kalbos žodyno“. – Gimtoji kalba 7–8, 11–13.

Vitkauskas V. 1977: Sušvytėjo frazeologizmai vienoje knygoje. – Naujos knygos 8, 37.

Vitkauskas V. (rec.) 1978: Jonas Paulauskas. Lietuvių kalbos frazeologijos žodynas. – Mūsų kalba 6, 54–58.

Vosilytė K. 1978: Frazeologijos žodyno sulaukus. – Pergalė 10, 175–178.

Gauta 2009 11 06

V. DROTVINAS. Iš frazeologizmo žodžio neišmesi

57

YOU CANNOT DELETE A WORD IN AN IDIOM

Summary

The paper deals with Lithuanian idioms containing lexical borrowings. Idioms in which Lithuanian words replace borrowings give rise to doublets. To maintain the stability of idioms, borrowings should not be replaced with Lithuanian words.

VINCENTAS DROTVINAS

Vilniaus pedagoginis universitetas

T. Ševčenkos g. 31, LT-03111 Vilnius

[email protected]

58

KALBOS KULTŪRA | 82

Document details