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VILIJA SAKALAUSKIENĖ

Institut für Litauische Sprache

DIE LEXIKOGRAPHISCHE TÄTIGKEIT VON JONAS JABLONSKIS

Die Verdienste von Jonas Jablonskis auf den Gebieten der Schaffung und Normierung der litauischen Standardsprache sind unbestritten und unwiderlegbar. In allen Bereichen – Rechtschreibung, Phonetik, Morphologie, Syntax und Lexik – erzielte er sehr wichtige Ergebnisse: Er legte Rechtschreibregeln fest, orientierte sich bei den Sprachnormen an der lebendigen Sprache der Menschen und schuf neue Wörter, die bis heute verwendet werden.

Das Jubiläum zum 150. Geburtstag gab Anlass, die Arbeiten von Jonas Jablonskis erneut durchzusehen, manches aus lexikografischer Sicht neu zu bewerten und sich mit dem wenig erforschten Nachlass auf diesem Gebiet zu befassen. Über einzelne lexikografische Arbeiten Jablonskis wurde geschrieben; den einen oder anderen Hinweis auf die Wörterbuchkartei findet man ebenfalls. Die Arbeiten auf diesem Gebiet hat Antanas Lyberis ausführlicher überblickt (vgl. Lyberis 1982: 16–20). Unser Wörterbüchlein – als wichtige lexikografische Arbeit – besprach Stasys Keinys (1990: 14–19). Das lexikografische Erbe von J. Jablonskis ist noch nicht gründlich bewertet worden; Ziel dieses Artikels ist es daher, die Arbeiten des Sprachwissenschaftlers im Zusammenhang mit der Lexikografie zu überblicken. Der Artikel zielt nicht auf eine umfassende Analyse der lexikografischen Tätigkeit von J. Jablonskis ab, sondern soll vielmehr den Anfang entsprechender Untersuchungen bilden.

DIE REDAKTION DES LITAUISCH-POLNISCHEN WÖRTERBUCHS VON ANTANAS JUŠKA1

Seine ersten Schritte in der lexikografischen Arbeit machte J. Jablonskis bei der Redaktion des litauisch-polnischen Wörterbuchs von Antanas Juška2, das von den russischen Wissenschaftlern vorbereitet wurde-

1 Литовский словарь А. Юшкевича съ толкованіемъ словъ на русскомъ и польскомъ языкахъ. Томъ I, вып. 1, СПб, 1897; вып. 2, СПб, 1904; вып. 3, Петроградъ, 1922.

2 Antano Juškos (1819–1880) lietuvių–lenkų kalbų žodynas pradėtas rašyti apie 1860 metus ir vėliau daugelio redaguotas, pildytas, taisytas. Galutinėje redakcijoje žodžiai buvo verčiami į rusų kalbą. Apie šio žodyno redagavimą yra rašiusi Birutė Tolutienė savo disertacijoje (Tolutienė 1961: 110–273). I tomo antra dalis (E–J raidės), kurią redagavo J. Jablonskis, buvo išspausdinta 1904 m. (Palionis 1995: 194–195).

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der Akademie. Anfang 1897 berief Aleksejus Šachmatovas J. Jablonskis zum Redakteur. Den Sprachwissenschaftler beschäftigte die Frage, wie die Akademie der Wissenschaften auf die Korrekturen der Bedeutungserläuterungen reagieren würde, die sich nur durch eine unmittelbare Überprüfung des gesamten Materials in den Dialekten vornehmen ließen. Nachdem J. Jablonskis zwei Sommer in Litauen verbracht hatte, überprüfte er die Handschriften der Buchstaben E, G, I, J (siehe Tolutienė 1961: 237, 238). „Nachdem J. Jablonskis die Handschriften von A. Juškas Wörterbuch kennengelernt hatte, erkannte er zahlreiche Mängel: Lange und kurze Vokale wurden nicht überall unterschieden, Dialektformen uneinheitlich wiedergegeben, die Akzentuierung war misslungen, die Intonationen wurden nicht unterschieden, und genauere Erläuterungen der Wortbedeutungen fehlten usw.“ (Lyberis 1982: 17). J. Jablonskis erarbeitete einen Plan zur Überarbeitung des Wörterbuchs, nach dem sich dessen Charakter grundlegend verändern sollte.

Wenn A. Juška Äußerungen oder Wendungen aus dem Mund der Menschen aufzeichnete, glättete und ergänzte er sie, wobei er versuchte, sie korrekter und literatursprachlicher zu gestalten; dadurch veränderte er viele ihrer Eigenheiten vollständig. Im Schlusswort³ zum zweiten Teil des ersten Bandes des Wörterbuchs von 1904 wies J. Jablonskis darauf hin und warnte die Leser: „...wenn man dieses Wörterbuch als Material zur Beschreibung syntaktischer und stilistischer Besonderheiten der Sprache heranzieht, muss man meiner Meinung nach sehr vorsichtig sein. Es ist möglich, dass die Spezialisten für Syntax und allgemein für den Aufbau der Sprache des litauischen Volkes meiner Meinung hinsichtlich des von A. Juška gesammelten Materials in diesem Punkt nicht zustimmen werden. Wie dem auch sei, es scheint mir unzweifelhaft, dass das Wörterbuch der Volkssprache auch in den Fällen ein durchaus beträchtliches subjektives Element enthält, in denen die Wörterbuchdaten als Material zur Untersuchung syntaktischer Besonderheiten des Litauischen dienen könnten.“ (Piročkinas, Hg., 1991: 116).

Das Wörterbuch enthielt zahlreiche unbekannte Wörter, deren Authentizität höchst zweifelhaft erschien. Daher machte sich J. Jablonskis daran, diese Wörter vor Ort zu überprüfen4. Im Sommer 1897 besuchte er Veliuona5, Vilkija, Jurbarkas und weitere Orte, um die von A. Juška aufgezeichneten Wörter zu überprüfen und zu klären. Im folgenden Sommer hielt er sich in Kal tinėnai, Šiluva, Betygala und Alsėdžiai auf6.

3 Литовскій словарь А. Юшкевича съ толкованіемъ словъ на русскомъ и польскомъ языкахъ. Вып. второй, Санктпетербургъ, 1904, I–LIX. (Im Folgenden wird dieses Wörterbuch im Text mit der Abkürzung LS bezeichnet.)

4Später war auch K. Būga bei der Bearbeitung der Buchstaben K–L besorgt, dass das Wörterbuch sehr viele völlig unbekannte Wörter enthielt, und reiste nach Žemaitija, um sie zu überprüfen (Vosyltytė 1956: 93–94).

5Von der Reise des Jahres 1897 sind fünf Notizbücher erhalten geblieben. Die darin aufgezeichneten Beispiele zeigen, dass J. Jablonskis auch Žagarė, vielleicht Subačius und Raseiniai besuchte, sich aber überwiegend in Plokščiai, Veliuona, Vilkija und Jurbarkas aufhielt (Piročkinas 1977: 139).

6In Alsėdžiai war der örtliche Bauer Feliksas K. Būbelė der wichtigste Helfer und Informant (Piročkinas 1977: 200).

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Bei der Überprüfung der Wörter an diesen Orten zeichnete J. Jablonskis etwa 2.000 weitere Wörter auf, die in A. Juškas Handschrift nicht enthalten waren. Viele der von A. Juška aufgezeichneten Wörter fand der Sprachwissenschaftler in der lebendigen Sprache nicht (solche Wörter kennzeichnete er in seinem bearbeiteten Text am Ende mit einem langen Strich). Darunter finden sich etliche unbekannte und nie gehörte Wörter: grūlis7 „Schwarzarbeiter; einfacher Arbeiter“ (LS 478), įdėtas „Hoffnung“: Aš turiù visą įdėtą ant tàvęs (LS 507), įłogas „Gewohnheit; Leidenschaft“: Įłogas, kurs įsiłoge būdą (?) (LS 524), ilgioti „betteln“ (LS 523), įkitas „Türleiste“ (LS 517): Įkitai į dùris įkryžiáuoti usw., die im Karteikartenarchiv des großen Wörterbuchs der litauischen Sprache fehlen, dessen Material fast ein ganzes Jahrhundert lang gesammelt wurde. Ein Teil der von J. Jablonskis als unbekannt gekennzeichneten Wörter A. Juškas ist jedoch heute auch in der Gemeinsprache gebräuchlich: įnoringas, –a „eigensinnig, kapriziös“ (im LKŽ aus Schriften und der Presse belegt), įraijis „von einem Fisch verschluckter Gegenstand“ (DLKŽ), irštvò „Winterlager des Bären, Lager“ (DLKŽ) (siehe Lyberis 1982: 17).

Bei der Bearbeitung von A. Juškas Wörterbuch konnte sich der Sprachwissenschaftler eingehender mit der lebendigen Sprache und ihren Dialekten vertraut machen. Er sammelte umfangreiches Material zur Erforschung der litauischen Schriftsprache. Die Zusammenarbeit mit den russischen Wissenschaftlern F. Fortunatovu, A. Šachmatovu, J. Baudouinu de Courtenay, F. Koršu und anderen half ihm, Theorie und Praxis der Wörterbuchredaktion besser zu verstehen.

DIE KARTEI JONO JABLONSKIS’ UND DAS WÖRTERBUCH DER LITAUISCHEN SPRACHE

J. Jablonskis’ besondere Beziehung zum Wörterbuch der litauischen Sprache. Kazimieras Būga schrieb 1921 in seinem „Bericht des Herausgebers des Wörterbuchs der litauischen Sprache“: „Die Redaktion des Wörterbuchs hat von unserem Sprachwissenschaftler Jonas Jablonskis bereits mehrere Kästen mit Wörtern erhalten, von denen jetzt Abschriften angefertigt werden (es werden 25–30 Tausend Karteikarten sein)“ (Būga 1959: 380). Demnach hatte J. Jablonskis bereits damals eine große Zahl von Wörtern gesammelt. Aus seiner Kartei schrieb K. Būga etwa 10 Tausend Zettel ab, die später in die Bestände des großen Wörterbuchs aufgenommen wurden.

Über J. Jablonskis’ Kartei gab es nur wenige Hinweise. A. Lyberis erwähnte sie in seinem Artikel, jedoch nicht ganz korrekt. Er gab an, dass „in der Zentralbibliothek der Akademie der Wissenschaften der UdSSR zehn Kästen mit von J. Jablonskis gesammeltem Wörterbuchmaterial mit mehr als 14 000 Wörtern erhalten geblieben sind. Das gesamte Material wurde abgeschrieben und in das große „Wörterbuch der litauischen Sprache“ aufgenommen.

7 LKŽ grūlis „Arbeiter“.

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kartotekos fondus“ (Lyberis 1982: 18; tačiau jis nepatikslino, kad J. Jablonskio kartoteka yra Lietuvoje).

Der Bestand und Aufbewahrungsort der Kartei sind in den Anmerkungen zu Band I der Schriften von Juozas Balčikonis genau angegeben; dort heißt es, dass die Kartei von Jonas Jablonskis in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR aufbewahrt wird (Balčikonis 1978: 396). Einige Anmerkungen zur erhaltenen Kartei finden sich in Aldonas Pupkis’ Artikel über J. Jablonskis’ handschriftlichen Nachlass (siehe Pupkis 2010: 40). Die Wörterbuchkartei von J. Jablonskis (mehr als 14 Tausend Karteikarten, genau 14 455)8 wird bis heute in der Handschriftenabteilung der Wróblewski-Bibliothek der Litauischen Akademie der Wissenschaften aufbewahrt.

Auf den Karteikarten des J.-Jablonskis-Bestands ist Material für das Wörterbuch der litauischen Sprache vermerkt. Die Buchstaben A, B (1210 Zettel) werden auf das Ende des 19. Jahrhunderts datiert (Kartengröße: 7,5 × 12,5 cm). Es ist vermerkt, dass Wörter unter den übrigen Buchstaben im 20. Jahrhundert aufgezeichnet wurden. Die Kartengrößen unterscheiden sich geringfügig: Die Länge beträgt 12,5 cm, die Breite einiger Karten 7,7 und 7,8 oder 8,0 cm; es gibt Karten mit einer Breite von 11 cm und einer Länge von 18 cm (dies sind die Karten des Buchstabens P)9.

Auf den Karteikarten ordnete J. Jablonskis die Wörter in Wortfamilien an. So sind etwa auf dem Zettel mit dem Wort taisyti Verben mit den Präfixen įtaisyti, sutaisyti und so weiter aufgeführt: Tas žmogus mane labai įtaisė (verwickelte mich, ermüdete mich); įsitaisiau (bebylinėdamas); Jis mane sutaisė (betrog mich) (Jokantas). Ką jis veikia? – knygas taiso (bindet Bücher); v. apýtaisąs, knýgtais(is) (Skapiškis). Auf demselben Zettel sind neben den Verben auch Substantive und Adjektive notiert (siehe Abb. 1).

Als Stichwörter setzte er bei Verben den Infinitiv und bei Substantiven und Adjektiven den Nominativ an (bei Adjektiven sind gewöhnlich beide Genera angegeben, siehe Abb. 2); die Stichwörter und ihre Formen versah er mit Akzenten. Die meisten Angaben stammen wohl aus Alsėdžiai10.

Spätere Redaktionen des Wörterbuchs der litauischen Sprache sichteten J. Jablonskis’ Schriften sorgfältig und exzerpierten daraus Wörter für das Wörterbuch; davon kamen etwa 14 Tausend zusammen (siehe Lyberis 1982: 19)11. In der LKŽ-Kartei gibt es Zettel mit ähnlichen Einträgen.

8 Es stellt sich die Frage, warum sich in J. Jablonskis’ heutiger Kartei nur 14,5 Tausend Karteikarten befinden, wenn K. Būga 25–30 Tausend Karteikarten erhalten und abgeschrieben hatte. Die nicht in die LKŽ-Kartei übertragenen Karten können nicht darunter gelangt sein, da sie eine andere Größe haben.

9 Entsprechend betragen die Maße der Karten mit den übrigen Buchstaben (cm): D, E – 8,0 × 12,5; G – 8,0 × 12,5; K – 7,5 × 12,5; L, M – 7,5 × 12,5; N, O, P – 7,7 × 12,5; P – 11,0 × 18,0; R, Š, T – 8,0 × 12,5; S – 7,8 × 12,5; U, V, Ž – 7,5 × 12,5.

10 In der Handschriftenabteilung der Wróblewski-Bibliothek der Akademie der Wissenschaften werden auch die Aufzeichnungen der Expedition nach Alsėdžiai aufbewahrt. Auf dem Umschlag des ersten Heftes schrieb J. Jablonskis: „Į kelionė 1902. Alsėdei, vasario mėn.“ (Piročkinas 1977: 200).

11 Gemeint sind hier nicht jene 14 Tausend Zettel, von denen zuvor die Rede war.

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ABB. 1. Karteikarte zum Wort taisýti

ABB. 2. Karteikarte zum Wort talpùs

ABB. 3. Karteikarte zum Wort tálžyti

ABB. 4. Karteikarte zum Wort taisýdinti

Beispiele für Karteikarten aus der Kartei von Jonas Jablonskis, aufbewahrt in der Handschriftenabteilung der Wróblewski-Bibliothek der Litauischen Akademie der Wissenschaften.

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ABB. 5. Karteikarte aus der Kartei des LKŽ

Der Sprachwissenschaftler hat Wörter auch aus den verschiedensten Schriften exzerpiert, zum Beispiel: Das Verb taksénti ist ohne Quellenangabe belegt – Širdis pradeda labiau taksenti12; der Satz Jį ož plaukus so lazdo aptalžė (DB 139) ist auf dem Zettel zum Verb tályžyti (siehe Abb. 3) aus Simonas Daukantas’ Būdo senovės lietuvių, kalnėnų ir žemaičių mit Seitenangabe exzerpiert. Der Satz im LKŽ Ėmęs pritaisydines laivą visokių gėrybių ir išvažiuojavo į svečią šalį (mit der Quellenangabe S. Dauk.) steht beim Wort pritaisydinti; dass dieser Satz jedoch aus der Kartei von J. Jablonskis abgeschrieben wurde, blieb völlig unbekannt (siehe Abb. 4 und 5). Im LKŽ wurde der Grundsatz befolgt, dass bei der Wiedergabe von Sätzen aus schriftlichen Quellen das Original überprüft und die Belegsätze nach dem Original zitiert werden. Daher enthält die Karteikarte aus der Kartei des LKŽ mehr Informationen, als im Wörterbuchtext sichtbar sind.

Die von J. Jablonskis angefertigten Zettel zeigen, dass er seine Kartei Ende des 19. Jahrhunderts anzulegen begann, während die Kartei zum Wörterbuch von K. Būga Anfang des 20. Jahrhunderts entstand.13 J. Jablonskis war stets davon überzeugt, dass ein Wörterbuch der lebendigen litauischen Sprache notwendig sei. Über das um 1924 erschienene erste Heft des von K. Būga herausgegebenen Lietuvių kalbos žodyno schrieb er, es sei ein „sehr außergewöhnliches“ Wörterbuch seiner Sprache, wie es zu jener Zeit weder Letten noch Polen noch Russen für die Bedürfnisse der Gesellschaft herausgäben. Im Wörterbuch seien alle Wörter verzeichnet, die bis heute in Schriften und in der gesprochenen Sprache verwendet würden. Die Gesellschaft, die von Professor K. Būga lediglich ein Wörterbuch der Schriftsprache erwartet hatte, werde nun im Wörterbuch „vielerlei Material finden, das für die Erforschung der Etymologie, Geschichte und Dialekte unserer Sprache geeignet und erforderlich ist“.

12 Dieser Satz steht im Artikel zum Wort taksenti im LKŽ mit der Quellenangabe J. Jabl.

13 Als Beginn der Kartei zum Wörterbuch von K. Būga gilt das Jahr 1902 (Vosyl yte 1956: 85), als der Sprachwissenschaftler begann, Wörter auf Karteikarten zu schreiben (Vitkauskas 2002: 8).

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(JR 1935: 294–296). Und unmittelbar danach bedauerte er, dass „das betreffende Wörterbuch vor allem für jene Menschen bestimmt ist, die die grundlegende Schriftsprache bereits recht gut beherrschen und sich darin zurechtfinden können, wenn sie gesundes und ungesundes Sprachmaterial für die Sprachwissenschaft vor sich haben, um es für ihre eigenen Belange zu nutzen“ (ebd., 296).

UNSER WÖRTERBUCH

Schon während der Bearbeitung des Wörterbuchs von A. Juška beschloss J. Jablonskis, selbst ein Wörterbuch zu verfassen. Er sammelte fortlaufend Wörter aus der lebendigen Sprache und aus Schriftquellen und legte eine umfangreiche Kartei an, veröffentlichte das Wörterbuch jedoch nicht. Nur ein kleiner Teil dieser Wörter wurde in das schmale Unser Wörterbuch14 aufgenommen, das 1918 in Woronesch erschien. Das Wörterbuch enthielt mehr als 1.500 Wörter der Gemeinsprache mit litauischen Bedeutungsangaben und Übersetzungen ins Russische. Alle Wörter waren mit Akzentzeichen versehen (siehe auch Piročkinas 1978: 134–136). Das Wörterbuch enthielt Wörter, die nicht in allen Dialekten gebräuchlich waren und die Schüler möglicherweise nicht verstanden, wenn sie die von ihm herausgegebene Vargo mokykla lasen; mehr als die Hälfte der Wörter kam jedoch in der Vargo mokykla nicht vor. Das Wörterbuch verfolgte ein rein praktisches Ziel – den Schülern zu helfen, litauische Lehrbücher zu lesen und zu verstehen. Daher „wurden vor allem Dialektwörter und Neubildungen aufgenommen, deren Verwendung in der Gemeinsprache der Sprachwissenschaftler empfahl“ (Gedrimas 2001: 40). J. Balčikonis zufolge „wird es allerlei für einen gebildeten Menschen unentbehrliche Wörter mit Beispielen und Hinweisen dazu enthalten, wie wir sie verwenden sollen; besonders viele Schultermini. Soweit bekannt, stammen viele dieser Wörter aus dem von ihm selbst über lange Zeit zusammengetragenen, noch immer handschriftlich vorliegenden Wörterbuch“ (Balčikonis 1978: 44–45).

Dennoch lässt sich schwer sagen, über welches Wörterbuch J. Balčikonis hier schrieb. Der Hinweis auf ein vorhandenes handschriftliches Wörterbuch lässt sich mit dem Beschluss des Volksbildungskommissariats15 in Verbindung bringen, in dem J. Jablonskis als Lexikologe charakterisiert und beurteilt wird. A. Piročkinas zufolge „[...] ließe sich daraus schließen, dass er in Woronesch tatsächlich beabsichtigte oder sogar bereits begonnen hatte, ein litauisches Wörterbuch zu erstellen. Es war wahrscheinlich keine Fortsetzung des Wörterbuchs der Brüder Juška, an dessen Wert Jablonskis bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts Zweifel hatte. Zumal ihm die Manuskripte der Brüder Juška damals nicht zugänglich waren“ (Piročkinas 1978: 136). Das kleine Wörterbuch hätte sich zu einem Wörterbuch der litauischen Schrift-

14 Unser Wörterbuch. Beilage zur „Vargo mokykla“. Zusammengestellt von Rygiškių Jonas. „Litauische Druckerei“, Woronesch, 1918, 64 S.

15 Es gibt Belege dafür, dass das Bildungskommissariat J. Jablonskis 1919 mit der Erstellung eines solchen Wörterbuchs beauftragt hatte (siehe Vosylytė 1955).

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sprachigen Wörterbuch entwickeln können. Bei der Erwägung dieses Gedankens ist anzunehmen, dass J. Jablonskis aufgrund seiner umfangreichen Kartei und seiner lexikografischen Erfahrung ein solches Wörterbuch verfassen konnte – zumal immer wieder sein Wunsch erwähnt wird, selbst ein Wörterbuch zu schreiben.

Der Zweck des kleinen Wörterbuchs bedingte, dass es eine beträchtliche Menge an Fachwortschatz aus verschiedenen Wissenschaften enthielt. J. Jablonskis orientierte sich an den Gesetzmäßigkeiten der Volkssprache und prägte selbst Wörter, die für die Schriftsprache benötigt wurden. Das Wörterbuch enthält neu gebildete Wörter, zum Beispiel: kurinýs16 (S. 62) anstelle des gebräuchlichen tverinys, kūryba – anstelle von tveryba, papėdininkai (S. 63) „wer nach jemandem lebt (lebte, leben wird)“ – anstelle von potomki; vaizdakalýs (S. 54) „Bildhauer“ – anstelle von skulptorius; vaizdarašýs (S. 54) „Maler“, vaizdáraštis (S. 54) „Gemälde“ und andere.

Außerdem werden zahlreiche mathematische Termini aufgeführt: atėminỹs, atimtìs, dalìklis, dalinỹs, dalýba, dalmuõ, daugìklis, dauginỹs, daugýba, ieškinỹs, álgebros reiškinỹs, sándauga, skaičius, trùpmenos skaitiklis, skaitmuõ, túkstantas, tūkstantìs, vardiklis; Begriffe aus der Geografie: atšiauris „Eisgebiet“, atógrąža „Wendekreis“ (des Krebses und des Steinbocks), atóslūgis, aukštumà, dienóvidinis, ledýnas, sausumà, sąsiauris, seklumà, speigìratis, žiemiai; botanische Begriffe: epùšė, ėpušė, bálteglė, drebulė, garšvà, gluosnis, kadagýs, kadugýs, mėldas, žibùtė, žibuõklė; zoologische Begriffe: brìedis, drugỹs, erškėtas, gañdras, garnỹs, gegužė, gluõdinas, kirstūkas, lokỹs, mėkšras, pelėnas, raganošis; chemische Begriffe: anglìrūkštė, anglis, angliès deginỹs, deguonìs, gesuonìs, grýnanglis, nedeguonìs, skaištvaris, vandenilis, vandenýkštis und andere (zu den Termini des Wörterbuchs ausführlicher siehe Gedrimas 2001: 41–45).

Im Wörterbuch finden sich einige Wörter, die mit der Abkürzung žem. gekennzeichnet sind: krýtis, krýtė, krytėlė ir grýtis, grytėlė „Kescher, Schöpfnetz zum Fischfang“, Jeŕgutalis, Jeŕguts „Gottchen“, papū́rti (Várnos papūrusios padirviais soyruoja).

Neben Unser Wörterbuch und den Lesetexten für die Vargo mokykla entwickelte J. Jablonskis während seines Aufenthalts in Woronesch gemeinsam mit Mathematikern17 intensiv grundlegende Termini aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen. Als die Mathematiker beschlossen, eine mathematische Terminologie zu entwickeln, erklärte sich J. Jablonskis gern bereit, sie dabei zu unterstützen (Žemaitis 1966: 195). Der Sprachwissenschaftler reservierte eine bestimmte Zeit, zu der Fachleute zu ihm kommen konnten, um Fragen der Terminologieentwicklung zu erörtern.

Unser Wörterbuch ist nicht nur als Quelle neuer Termini von Bedeutung, sondern generell auch als erstes normierendes Wörterbuch der Gemeinsprache (siehe Keinys 1990: 15).

16 Die Rechtschreibung wie im Unser Wörterbuch.

17 Damals unterrichteten P. Mašiotas, M. Šikšnys und Z. Žemaitis an den Schulen für litauische Kriegsdeportierte. Sie hielten Sitzungen ab, in denen mathematische Termini erörtert wurden. In diesen Sitzungen wurden auch einige litauische chemische Termini vorgeschlagen, die in Unser Wörterbuch Eingang fanden. Einige davon setzten sich rasch in Lehrbüchern und in der Gemeinsprache durch (Gedrimas 2001: 40).

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REZENSION VON WÖRTERBÜCHERN

J. Jablonskis interessierte sich für alle damals erscheinenden Wörterbücher und rezensierte viele davon. Der Sprachwissenschaftler untersuchte18 ausführlich und besprach das Litauisch-Lettisch-Polnisch-Russische Wörterbuch des Priesters Mykolas Miežinis, das 1894 in Tilsit erschienen war. Der Rezensent stellte fest, dass darin Wörter fehlten, die in die Wörterbücher von F. Kurschat und G. H. F. Nesselmann aufgenommen worden waren; außerdem fehlten Belege aus den Werken von M. Daukša, M. Valančius und S. Daukantas. Ebenso fehlten litauische Lieder, Märchen, Sprichwörter und Rätsel, die im Gouvernement Kaunas gesammelt und bereits veröffentlicht worden waren, sowie Wörter, die im Gouvernement Kaunas aufgezeichnet und in der Publikation Mitteilungen der litauischen litterarischen Gesellschaft, in einzelnen Untersuchungen und im von E. Volter herausgegebenen litauischen Katechismus von M. Daukša veröffentlicht worden waren. J. Jablonskis kritisierte den Wörterbuchautor dafür, dass er Litauisch, Lettisch, Polnisch und Russisch schlecht beherrsche (Piročkinas, Hrsg., 1991: 87–88). Diese Umstände bestimmten auch die Qualität des Wörterbuchs. J. Jablonskis zufolge enthielt das Wörterbuch 15.000 Wörter, doch darunter waren viele Formen desselben Wortes, die zu streichen wären, zum Beispiel Partizipien neben den Grundverben, Pluralformen neben Singularformen, pronominale Adjektivformen neben einfachen Formen, Neutrumformen und Adverbien sowie Komparativformen von Adjektiven und Adverbien neben den einfachen Formen.

Außerdem hatte M. Miežinis selbst Wörter erfunden (ašaruvė, beržyninis, beržotinis, brolieninis, eglyninis, gyvuskrosena, granžalas), die in der lebendigen litauischen Sprache nicht gebraucht werden. Unnötigerweise waren lettische Wörter in dieses Wörterbuch geraten (skabas, apgerbs, pret). „So kann man wohl kaum anders denken, wenn man im Wörterbuch Wörter wie darbštus, grožis, kelmuotas, kvailas, lokys, purus, pustyti (dalgi) nicht findet oder wenn man im Wörterbuch die Partizipformen apkrikštytas, pasigėręs findet, daneben aber die Formen apkrikštyti, pasigerti fehlen. Es ist klar, dass hier die Nachlässigkeit des Autors, der sich an eine Arbeit gewagt hatte, die ihm nicht lag, eine große Rolle spielte.“ (Piročkinas, Hrsg., 1991: 89–90).

Zur Übersetzung litauischer Wörter sagte J. Jablonskis, dass „es hier manchmal geradezu Kuriositäten gibt: Die russische Übersetzung stimmt nicht mit der polnischen überein, und die polnische widerspricht der lettischen“ (ebd., 90). Bei den ins Lettische und Polnische besser übersetzten Wörtern stimmten die Bedeutungen nicht mit den russischen überein. Auch die Schreibweise der litauischen Wörter missfiel dem Rezensenten. Der Autor „lässt es schlicht an Verständnis fehlen und vermischt verschiedene litauische Dialekte“ (ebd., 93). Die litauischen Wörter sind nirgends mit Akzenten versehen.

In der Rezension werden auch die Vorzüge der Arbeit hervorgehoben: 1) Das Wörterbuch enthält litauische Wörter, die in anderen Wörterbüchern nicht vorkommen; 2) es enthält viele Rätsel, Sprichwörter und

18 Recenzija išspausdinta žurnale Живая старина, 1896, вып. II, 249–254.

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allerlei Äußerungen wirklicher Menschen. Der Sprachwissenschaftler betont jedoch, dass das Wörterbuch die wichtigsten Anforderungen nicht erfüllt (siehe Piročkinas, Hrsg., 1991: 94).

In seiner Rezension des Wörterbuchs von M. Miežinis legte J. Jablonskis die Grundsätze für ein Wörterbuch dar, das die Gesellschaft benötigte. Er schrieb, das Wörterbuch sei für diejenigen verfasst, die Polnisch, Russisch oder Lettisch beherrschen und zusätzlich Litauisch lernen möchten, oder für Litauer, die Lettisch, Polnisch und Russisch lernen möchten. Ein solches Wörterbuch zusammenzustellen ist keine leichte Aufgabe. Der Wörterbuchverfasser sollte die lebendige Sprache unseres Volkes nicht nur aus einem einzigen Dialekt, sondern aus verschiedenen Gegenden Litauens kennen; zweitens sollte ein solcher Mensch eine große Menge litauischer Schriften lesen und daraus sammeln, was für sein Wörterbuch brauchbar ist; drittens sollte der Verfasser des erhofften Wörterbuchs außerdem das Material nutzen, das sich in anderen litauischen Wörterbüchern und sonstigen Schriften findet. Alle Wörter aus Liedern, Märchen und Rätseln müssen dem Verfasser eines litauischen Wörterbuchs gut bekannt sein. Wären all diese Bedingungen erfüllt, wäre ein Wörterbuch der litauischen Sprache wirklich sehr nützlich (JR 1934: 44).

J. Jablonskis rezensierte19 Jurgis Šlapelis’ Wörterbuch der litauischen und russischen Sprache (1921). Der Sprachwissenschaftler freute sich, dass zu den litauischen Wörtern auch Sprachbeispiele angeführt wurden, war jedoch sehr enttäuscht darüber, dass es nur wenige waren: „Auf den ersten drei Seiten des Wörterbuchs sind solche Beispiele nur zu fünf Wörtern angegeben [...]. Ich werde mich wohl nicht irren, wenn ich sage, dass von 50 Wörtern nur ein einziges mit einem Sprachbeispiel oder mit Sprachbeispielen versehen ist“ (JR 1935: 272). Auch die Übersetzung einiger Wörter war fragwürdig. Da der Verfasser des Wörterbuchs Aukštaitier war, setzte er manchmal die Wortakzente nicht ganz richtig: „Die Akzentuierung im Wörterbuch ist, allgemein gesprochen, etwas mangelhaft.“ (JR 1935: 274).

Der Sprachwissenschaftler verstand, wie schwierig es ist, Wörter für ein Wörterbuch zusammenzutragen. Deshalb nahm er es ihm nicht übel, dass er nicht alle gefunden hatte. Er zweifelte jedoch daran, ob seltene, kaum gebrauchte Wörter in ein Wörterbuch aufgenommen werden sollten, und betonte, dass J. Šlapelis’ Wörterbuch keinen klaren Plan habe und keine Vorrede enthalte, ohne die nicht ganz klar sei, zu welchem Zweck das Wörterbuch selbst verfasst wurde. Außerdem bedauerte er, dass der Verfasser des Wörterbuchs sich nicht mit Menschen beraten hatte, die sich mit Wörterbüchern und deren Anliegen auskannten (JR 1935: 274). J. Jablonskis zufolge ist ein Wörterbuch der litauischen Sprache sehr gefragt; daher wird auch dieses Wörterbuch für verschiedene Zwecke verwendet werden.

Als 1926 das Wörterbuch der litauischen Schriftsprache (NdŽ) erschien, nahm J. Jablonskis sofort dessen Bewertung in Angriff20. Besonders hob der Sprachwissenschaftler in diesem Wörterbuch die Kennzeichnung der Wortakzente hervor. Es unterschied sich von J. Šlapelis’ Wörterbuch dadurch, dass die Verfasser

19 Die Rezension wurde 1922 in Švietimo darbas, Nr. 1, 2, veröffentlicht.

20 Die Rezension wurde 1926 ebenfalls in Švietimo darbas, Nr. 10, 1183–1190, veröffentlicht.

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vartojo tų dienų rašomąją kalbą (JR 1936: 100). J. Jablonskis iškėlė nevienodo žodžių pateikimo, reikšmių aiškinimo, žodžių vertimo problemas, neteiktinų rašomajai kalbai žodžių įtraukimą į žodyno tekstą, iliustracinių pavyzdžių stoką. Kirčiai, pasak kalbininko, žymėti gana taisyklingai, tik vietomis ne visai gerai sukirčiuota.

Bei der Behandlung der Verbalnomen mit dem Suffix -imas / -ymas wies J. Jablonskis auf fehlende Substantive hin. Besonders betonte er, dass bei der Aufnahme reflexiver und einfacher Verben keine Konsequenz gewahrt worden sei und bei vielen Wörtern illustrative Beispiele fehlten, z. B.: ābaras, abarāuti, agnā, agnùs, -ì, akiplėšýbė usw. Wären den Wörtern Beispiele beigefügt worden, wären ihre Bedeutungen auch anders ins Deutsche übersetzt und für den Leser verständlicher, z. B.: akėjimas (er fährt beim Eggen); aklùmas, alùdis (er ist so ein aludis – „trinkt viel Bier, trinkt gern Bier“) (JR 1936: 103). In der Rezension wurden Fehler bei der Übersetzung und Erklärung von Bedeutungen sehr treffend aufgezeigt.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Die Aussagen von Jonas Jablonskis sind stets durch Fakten begründet: durch Beispiele aus der lebendigen Sprache und Angaben aus anderen Wörterbüchern. Der Sprachwissenschaftler kam selbst nicht dazu, ein Wörterbuch zu verfassen, trug jedoch mit seinen Arbeiten wesentlich zu den Vorarbeiten für ein Wörterbuch der litauischen Sprache bei.

2. Er war umfassend darauf vorbereitet, ein Wörterbuch zu schreiben. Dies belegen nicht nur das sorgfältig gesammelte Material, sondern auch die Redaktion des Wörterbuchs von A. Juška sowie die Rezensionen veröffentlichter Wörterbücher, in denen Anforderungen an Wörterbücher und ihre Bearbeiter formuliert werden.

3. J. Jablonskis’ Zettelkartei Material für das Wörterbuch der litauischen Sprache war ausreichend, um ein Wörterbuch zu verfassen. Diese Zettelkartei muss für Forschung und Analyse zugänglich gemacht werden. Sie wäre sehr nützlich, um das elektronische Wörterbuch der litauischen Sprache zu ergänzen und zu präzisieren, und würde helfen, viele der aufkommenden Fragen zu beantworten.

LITERATŪRA

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DLKŽ 2006: Dabartinės lietuvių kalbos žodynas. Vyr. red. S. Keinys. 3-ias elektroninis leid., Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.

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JR 1934: Jablonskio raštai 3. Red. J. Balčikonis, Kaunas: Švietimo ministerijos leidinys.

JR 1935: Jablonskio raštai 4. Red. J. Balčikonis, Kaunas: Švietimo ministerijos leidinys.

JR 1936: Jablonskio raštai 5. Red. J. Balčikonis, Kaunas: Švietimo ministerijos leidinys.

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V. SAKALAUSKIENĖ. Jono Jablonskio leksikografinė veikla

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Žemaitis Z. 1966: Lietuviškos matematinės terminologijos istorijai. – Lietuvių kalbotyros klausimai 8, 195–201.

Gauta 2010 11 09

JONAS JABLONSKIS’ LEXICOGRAPHIC WORK

Summary

The 150th anniversary of Jonas Jablonskis encourages to revisit some of his works and review them from a lexicographer’s perspective. The article discusses Jablonskis’ lexicographic heritage: editorship of dictionaries, collection of authentic language samples and lexicographic reviews.

His work in lexicography is primarily related to the editing of the Lithuanian-Polish dictionary by Antanas Juška. This work inspired him to start the compilation of his own dictionary. Jablonskis was constantly collecting words and samples of authentic language, both spoken and written, and he prepared material for 14,000 headwords of the future dictionary. Although its publication never became a reality during Jablonskis’ lifetime, the compilation of this material and Jablonskis’ contacts with K. Būga did contribute to the future dictionary of Lithuanian. Jablonskis collected much interesting data and even proposed many new Lithuanian words. Later editors of the dictionary used Jablonskis’ material for suitable examples.

J. Jablonskis closely followed the publication of Lithuanian dictionaries and reviewed them. In a review of Mykolas Miežinis’ dictionary, he outlined the principles of a general dictionary. He always gave preference to empirical data: examples of authentic language and data from published dictionaries. Although Jablonskis did not manage to compile a dictionary himself, his work did contribute to the Lithuanian lexicography.

VILIJA SAKAŁAUSKIENĖ

Lietuvių kalbos institutas

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

[email protected]

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