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RAMUNĖ VASKELAITĖ

DER NICHTGEBRAUCH ATTRIBUTIVER FORMEN IN DER TERMINOLOGIE UND DIE DAMIT VERBUNDENE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE NORM

SCHLÜSSELWÖRTER: definierende Bedeutung, Definitheit, attributive Form, Norm, hervorhebende Bedeutung, Kennzeichnung des Genus, Gebrauch, Terminusindikator.

EINLEITUNG

Die in normativen Publikationen enthaltenen Formulierungen zum Gebrauch attributiver Formen (im Folgenden: AF) in der Terminologie sind strikt: In den meisten wird behauptet, dass das adjektivische Glied eines Terminus ausschließlich in der AF verwendet werden müsse. Diese Aussage hebt sich jedoch deutlich vom allgemeinen normativen Kontext ab, der erkennen lässt, dass man sich meist darauf beschränkt, die möglichen Bedeutungen der AF aufzuzählen und, nachdem hinzugefügt wurde, dass man sie nicht mehr zu verwenden vermag, einen obligatorischen Gebrauch mit diesen Bedeutungen nicht festzulegen. Ein solcher normativer Kontext entspräche vollständig den Ergebnissen diachroner und synchroner Sprachforschung, die zeigen, dass die AF schwinden – sich aus den Dialekten zurückziehen und auch in der Standardsprache häufig durch einfache Formen ersetzt werden.

Diese Widersprüche geben Anlass zu der Frage, worauf die Norm beruht, die die obligatorische Kennzeichnung des Terminus durch ein morphologisches Merkmal festlegt, und wie gut sie begründet ist; zugleich legen sie die Annahme nahe, dass der Norm eine regelmäßigere Verwendung zugrunde liegen könnte. Schon die Beispiele, die bei der Untersuchung der Terminologie eines bestimmten Fachgebiets angeführt werden (z. B.: Umbrasas 2002; Zemlevičiūtė 2003; Stunžinas 2005), weisen jedoch darauf hin, dass AF auch in Termini nicht immer verwendet werden. Ihren Nichtgebrauch in Terminologiewörterbüchern stellte Angelė Kaulakienė 1973 fest und bezeichnete diese Tendenz als eine Erscheinung der damaligen Zeit. Die Tendenz, AF in der Terminologie nicht zu verwenden, wird jedoch auch später erwähnt, wobei zugleich auf die allgemeine Tendenz zum Nichtgebrauch von AF hingewiesen wird. In der Grammatik der litauischen Gegenwartssprache (im Folgenden: DLKG) wird ebenfalls festgestellt, dass AF auch in Termini variieren, obwohl sie für die Standardsprache eher empfohlen werden (DLKG 1997: 175).

Die wiederholte Feststellung dieser Tendenz würde bereits eine andere Annahme nahelegen: Die strikte Aussage zur Terminologie unterscheidet sich nicht nur vom allgemeinen normativen Kontext und steht in einem gewissen Gegensatz zur Sprachforschung, sondern findet auch in der Verwendung keinen hinreichenden Widerhall. Diese scheint vielmehr, wie sich nach wiederholter Erwähnung der Tendenz vermuten ließe, der allgemeinen Entwicklungsrichtung der AF und den sie stärker berücksichtigenden Normen, die keine obligatorische Verwendung vorschreiben, eher zu folgen

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als den Normen. Diese Annahmen und Hypothesen lassen sich selbstverständlich nur überprüfen, wenn Norm und Gebrauch untersucht werden. Derartige Untersuchungen gibt es jedoch nicht, sofern man nicht eine Arbeit berücksichtigt, in der festgestellt wird, dass AF in wissenschaftlichen Arbeiten zur Schweißtechnik nicht verwendet werden (Gedzevičienė, Gedzevičius 2011), sowie den bereits erwähnten Artikel von A. Kaulakienė (1973), in dem die Norm jedoch weniger untersucht als vielmehr vorgegeben wird. Eine wichtige Gebrauchsuntersuchung hat Adelė Valeckienė (1957) durchgeführt; ihr unmittelbarer Gegenstand sind jedoch nicht Termini, und seit der Veröffentlichung der Untersuchung sind bereits 60 Jahre vergangen. Es gibt einige Veröffentlichungen, in denen die Frage des Gebrauchs in der Terminologie indirekt berührt wird – bei der Untersuchung der Bedeutungen von AF (Valeckienė 1961), der Fälle ihres fehlerhaften Gebrauchs in der Verwaltungssprache (Oginskienė 1993), der Passivpartizipien (Ambrazas 1964) und der Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė (Kniūkšta 2001). Auch in terminologischen Arbeiten wird nur selten eine Meinung zum Gebrauch von AF geäußert (Gaivenis 1975; Keinys 2004); mitunter lässt sie sich indirekt erschließen (Gaivenis 1995; Keinys 2005).

Ohne Untersuchung der Norm oder des Gebrauchs nimmt dessen Uneinheitlichkeit zu. Schon dies wäre ein Anlass, die Frage nach dem Gebrauch von AF in der Terminologie zu stellen. Dass Termini durch dieses morphologische Merkmal unregelmäßig gekennzeichnet werden, ist auch in der Sprache der Wirtschaft deutlich zu erkennen. Zugleich lassen sich dort einige regelmäßigere Tendenzen feststellen. Ihre Untersuchung könnte Aufschluss darüber geben, wie diese Tendenzen zur Norm stehen, und eine Bewertung ihrer Begründetheit ermöglichen. Die erkennbaren normativen Widersprüche zeigen jedoch, dass eine Analyse des Gebrauchs allein nicht ausreichen würde, um die Begründetheit zu beurteilen. Denn wenn nicht hinreichend geklärt ist, ob die Norm bestimmte Unregelmäßigkeiten aufweist, wäre es unlogisch, aus einem Widerspruch zwischen Norm und Gebrauch auf die Unbegründetheit ihrer Tendenzen zu schließen. Möglicherweise folgt der Sprachgebrauch einfach stärker der in diachronen Sprachuntersuchungen aufgezeigten und auch in normativen Arbeiten nicht ausgeschlossenen Tendenz zum Schwinden der AF. Somit lässt sich die Begründetheit des Gebrauchs nur beurteilen, wenn die Norm untersucht wird; eines der Kriterien für die Bewertung der Norm ist, inwieweit sie im Gebrauch beachtet wird. Diese wechselseitigen Zusammenhänge bestimmen das Ziel dieses Artikels: die Norm für den Gebrauch von AF in der Terminologie und die im Gebrauch hervortretenden Tendenzen zu untersuchen und auf Grundlage einer vergleichenden Analyse sowohl die Gebrauchstendenz als auch die Begründetheit der Norm zu bewerten.

Der untersuchte Sprachgebrauch wird durch Texte zweierlei Art repräsentiert: zusammenhängende Texte, nämlich in wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlichte Artikel, sowie ein kontextfreies Umfeld des Terminusgebrauchs, d. h. Wörterbücher der Wirtschaftsterminologie und in Rechtsakten enthaltene Glossare von Termini (Begriffen). Ein weiterer Untersuchungsgegenstand sind Aussagen zum Gebrauch von AF in der Terminologie, die in normativen, beschreibenden, erläuternden, didaktischen und wissenschaftlichen Arbeiten formuliert werden, sowie Auffassungen, die sich aus Erläuterungen zum Wesen der AF, ihrer Bewertung im Hinblick auf grammatische Kategorien, der Klassifikation ihrer Bedeutungen und der Gesamtheit einschlägiger Untersuchungen ergeben.

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Die hauptsächlich angewandten Methoden sind die für theoretische Arbeiten typische vergleichende Analyse, Induktion, Deduktion und Synthese. Die Untersuchung des Gebrauchs der ĮF beruht auf dem Vergleich und der Bewertung statistischer Daten aus Terminologiewörterbüchern und Rechtsakten.

1. ALLGEMEINER NORMATIVER KONTEXT

Die Kennzeichnung eines Terminus ist im Litauischen nicht die einzige Funktion der ĮF. Es werden noch weitere Funktionen unterschieden, die meist als Bedeutungen bezeichnet werden. Gerade anhand dieser wird der Gegensatz zwischen ĮF und nichtpronominalen Formen (im Folgenden NF) meist erläutert. Die Klassifikation der Bedeutungen ist jedoch unterschiedlich, und auch im System der grammatischen Formen und Kategorien hat die ĮF bis heute keinen klar umrissenen Platz gefunden. Je nachdem, welches Bewertungsmodell zugrunde gelegt wird, werden zahlreiche Ausnahmen festgestellt, die sich innerhalb dieses Modells nur schwer erklären lassen. Dass dieses Sprachphänomen ein schwer zu lösendes Rätsel ist, legen auch sprachgeschichtliche Untersuchungen nahe. Sie zeigen zwar, dass die ĮF verschwinden, doch auch die Gründe für diesen Rückgang sind nicht vollständig geklärt. Dies gibt Anlass, die Unklarheiten zu untersuchen und die kodifizierten Gebrauchsregeln der ĮF vor diesem Hintergrund zu bewerten.

1.1. In Untersuchungen aufgedeckte Probleme und Zusammenhänge

Die ĮF sind kein Gegenstand, für dessen Untersuchung man sich in der litauischen Sprachwissenschaft häufig entscheidet, doch einige grundlegende Aspekte sind geklärt. So ist etwa die Grundlage ihrer Entstehung ermittelt: Die ĮF entstanden, indem sich an einfache Formen das Enklitikon jis, ji – *io-, ein Pronomenstamm, anschloss (Rosinas 1975; Valeckienė 1986; Zinkevičius 1957, 1966, 1981, 1996).

Dennoch bleiben mehr Fragen ungeklärt, als vollständig beantwortet sind. So ist zwar die Grundlage der Entstehung bekannt, doch die Bedeutung des Pronomens *io- wird unterschiedlich gedeutet; und je nachdem, wie eines der Wortbildungselemente bewertet wird, wird auch die Bedeutung der Bildung selbst verschieden verstanden. Ein solcher Zusammenhang lässt sich aus dem Überblick über die Theorien zum Ursprung dieses Pronomens in den Arbeiten von A. Valeckienė (1986, 1990) erschließen: Wird das Pronomen *io- als anaphorisch (demonstrativ) betrachtet, neigt man dazu, die ĮF als Formen aufzufassen, die einen bestimmten Gegenstand bezeichnen oder Determiniertheit ausdrücken und den bestimmten Artikeln anderer indoeuropäischer Sprachen entsprechen; gilt das Pronomen dagegen als relativisch (relativ), werden die ĮF vorwiegend durch Emphase erklärt – die Hervorhebung des bezeichneten Gegenstands oder einer beständigen Eigenschaft. A. Valeckienė (1957) hatte bereits zuvor auf die Doppelnatur der semantischen Funktion hingewiesen. Sie bezeichnete sie als hinweisende Funktion mit nachdrücklichem Charakter und erklärte, dass manche pronominalen Adjektive eine determinierende Bedeutung erhalten, andere eine nachdrückliche (emphatische). Diese doppelte

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Natur der Funktion wurde mit der Besonderheit der Entstehung der ĮF erklärt: „Durch die untrennbare Verbindung des Pronomens mit dem Adjektiv wurden die funktionalen Bedeutungen der pronominalen Adjektive auch vom syntaktisch-semantischen Verhältnis zwischen dem Adjektiv und dem von ihm bestimmten Wort abhängig. <...> Pronominale Adjektive, die einen Gegenstand bezeichnen, dessen unterscheidendes Merkmal sie ausdrücken, bilden mit dem bestimmten Wort eine semantische Einheit und erhalten eine determinierende Bedeutung – sie verweisen auf einen bestimmten, bekannten Gegenstand. Pronominale Adjektive dagegen, die einen Gegenstand bezeichnen, dessen charakteristisches, bekanntes Merkmal sie ausdrücken, bilden mit dem bestimmten Wort keine enge syntaktisch-semantische Einheit und erhalten eine rein nachdrückliche Bedeutung.“ (Valeckienė 1957: 210). Obwohl behauptet wurde, dass pronominale Adjektive im heutigen Litauischen zwei Bedeutungen haben, wurde zugleich eine Entwicklung der Bedeutungen angenommen: Die nachdrücklichen Adjektive galten als im Schwinden begriffen und wenig entwicklungsfähig, während die determinierenden als die in der damaligen Sprache vorherrschenden angesehen wurden. Das Konzept einer Bedeutungsentwicklung wurde in späteren Arbeiten von A. Valeckienė weiter ausgearbeitet; dabei wurde das Pronomen *io- nun mit Konstruktionen in den indoiranischen und griechischen Sprachen in Verbindung gebracht. Es wird behauptet, dass dieses Pronomen in diesen Konstruktionen nach dem Substantiv an derselben Stelle wie dieses stand und weder rein relativisch noch tatsächlich anaphorisch war; seiner Natur nach hatte es eine nachdrückliche Funktion der wiederholten Bezugnahme („Identifikation“), während sich die determinierende Funktion erst später herausbildete. Außerdem gibt es im Litauischen keine strikte Grenze zwischen determinierender und nachdrücklicher Bedeutung (Valeckienė 1986: 184–185; 1990: 27–28). Gerade solche Erkenntnisse könnten die Grundlage dafür gebildet haben, im Litauischen eine Definitheitskategorie anzusetzen. Im von A. Valeckienė verfassten Kapitel des ersten Bandes der Lietuvių kalbos gramatikos (im Folgenden LKG) über die Korrelation von Definitheit und Indefinitheit wird diese nur kurz erwähnt; im Aufsatz von 1986 wird Definitheit dann ausdrücklich unterschieden, später auch in der DLKG. Übrigens wird im Aufsatz von 1986 nicht mehr der Terminus determinierende, sondern der Terminus definite Bedeutung (oder „Definitheit“) verwendet. Um Verwirrung zu vermeiden, wird dieser daher auch im vorliegenden Aufsatz verwendet, außer wenn es wichtig ist, die genauen Terminologien wiederzugeben, die in den jeweiligen Arbeiten gebraucht werden.

Nachdem bereits in der LKG versucht worden war, den Gegensatz von Definitheit und Indefinitheit zu unterscheiden, wurde die Frage der nachdrücklichen Bedeutung sofort zu einem Problem. In der Grammatik heißt es, dass nachdrückliche pronominale Adjektive außerhalb dieser Korrelation stehen – ihre Funktion sei stilistisch-nachdrücklicher Art (LKG 1965: 511). In neueren Untersuchungen zur grammatischen Struktur des Litauischen werden die ĮF jedoch nur noch als Mittel zum Ausdruck von Definitheit behandelt (Holvoet, Tamulionienė 2006; Mikulskas 2006; Spraunienė 2008a, 2008b, 2011; Judžentis 2012: 99–110). So bleibt die Tatsache, dass die ĮF im Litauischen anders als in Sprachen mit Artikeln auch in nachdrücklicher Bedeutung gebraucht werden, gewöhnlich unberücksichtigt. Zwar gibt es den einen oder anderen Versuch, die Frage der nachdrücklichen Bedeutung zu klären, doch sie legen nahe, dass diese einbezogen werden soll in

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die Kategorie der Definitheit: Es wird vertreten, dass die emphatische Bedeutung als pragmatische Funktion der ĮF zu betrachten sei (Mikulskas 2006: 64), während in einer Dissertation die Auffassung vertreten wird, „dass alle traditionell als emphatisch bezeichneten pronominalen Adjektive mit Recht als Träger einer definierenden Funktion gelten können“ (Spraunienė 2011: 112).

Der Versuch, die ĮF des Litauischen mit Definitheit zu erklären, wirft auch weitere Fragen auf. Als Adjektivkategorie ist der Gegensatz von Definitheit und Indefinitheit bereits in DLKG ausgewiesen, doch diese Unterscheidung wurde kritisiert: zum einen, weil die ĮF des Adjektivs nur eine von vielen morphologischen Formen zur Kennzeichnung einer Eigenschaft ist und dieser Gegensatz auf der Ebene von Lexemen und grammatischen Formen sichtbar wird (Paulauskienė 1994: 225), zum anderen, weil sie bei einer anderen als der für die traditionelle litauische Linguistik typischen Auffassung der Nominalphrase nicht eine Kategorie des Adjektivs, sondern der Nominalphrase darstellt (Holvoet, Tamulionienė 2006: 12). Die Arbeiten, in denen diese Kritik vorgebracht wird, beantworten jedoch nicht eindeutig die Frage, ob eine solche grammatische Kategorie für das Litauische überhaupt charakteristisch ist. Axel Holvoet und Aurelia Tamulionienė beenden in ihrem Artikel die Suche nach einer Antwort mit dem Gedanken von Christofer Lyons, dass nicht alle Sprachen Definitheit aufweisen, und mit der Feststellung, dass die grammatische Beschreibung des Litauischen ohne diesen Begriff nicht auskommt (Holvoet, Tamulionienė 2006: 32). Artūras Judžentis wagt es dennoch, eine grammatische Kategorie der Definitheit anzusetzen, versteht die grammatische Kategorie jedoch anders als in der traditionellen litauischen Grammatik üblich – als eine Kategorie, die nicht nur die Morphologie und Syntax, sondern auch die Semantik und Pragmatik umfasst. Definitheit wird in erster Linie mit Letzterer in Verbindung gebracht (Judžentis 2012: 99–110).

Die wohl wichtigste Unklarheit, die entsteht, wenn man die ĮF des Litauischen als Ausdrucksmittel der Definitheit auffasst, ist die große Unregelmäßigkeit, mit der der Gegensatz ausgedrückt wird: Es gibt viele Beispiele, in denen ĮF ohne klare Definitheit verwendet werden, während Definitheit auch ohne ĮF ausgedrückt wird (Spraunienė 2008b, 2011). A. Valeckienė hat auch die Unregelmäßigkeit des Gebrauchs mit emphatischer Bedeutung erörtert; ihre Erklärung überzeugt jedoch mehr: Die Hervorhebung einer Eigenschaft eines Gegenstands hängt von der subjektiven Sicht des Autors auf den Gegenstand ab (Valeckienė 1957: 203–212). Insgesamt erinnern die Versuche der Forschenden, das Rätsel der Funktion zu lösen, die ĮF im Litauischen erfüllen, an ein Drehen im Kreis: A. Valeckienės Überblick über die Lösungsversuche aus dem Jahr 1957 zeigt, dass es weder allein auf Grundlage der determinativen noch allein auf Grundlage der emphatischen Theorie gelang, das Rätsel zu lösen; man versuchte, das Problem durch die Anerkennung zweier grundlegender semantischer Funktionen zu lösen, während sich die Definitheitsforschung wieder nur auf eine davon konzentriert. Das Ergebnis ist meist die Feststellung, dass der Ausdruck von Definitheit durch die Adjektiv-ĮF im Litauischen unregelmäßig ist (Valeckienė 1986; Holvoet, Tamulionienė 2006; Spraunienė 2011; Judžentis 2012). Andererseits legen die bis heute andauernden Versuche, die Funktion zu klären und den ĮF einen eindeutigeren Platz im System der grammatischen Formen

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und Kategorien zuzuweisen, die Annahme nahe, dass diese Funktion für die Sprache vermutlich nicht sehr wichtig ist, denn das Wesentliche hätte inzwischen geklärt sein müssen.

Die Annahme, dass die Funktion von untergeordneter Bedeutung ist, würde durch sprachgeschichtliche Untersuchungen bestätigt, die zeigen, dass die ĮF verschwinden. Zigmas Zinkevičius (1957, 1966, 1978, 1981, 1996) nennt Dialekte, in denen sie nicht mehr verwendet werden. A. Valeckienė (1957) kommt zu dem Schluss, dass die emphatische Bedeutung schwindet, erkennt aber auch Anzeichen für das Verschwinden der definierenden Bedeutung in den Dialekten: In dieser Bedeutung werden ĮF bei den westlichen Dzūken sowie im südlichen Teil der östlichen und mittleren Aukštaiten nicht mehr verwendet; seltener kommen sie in Dialekten vor, die an Gebiete angrenzen, in denen ĮF fast völlig fehlen, nämlich im östlichen Teil der südlichen westlichen Aukštaiten. Wird die definierende Bedeutung als die wichtigste in der Gegenwartssprache und die emphatische Bedeutung, die in den genannten Dialekten vorkommt, als im Schwinden begriffen angesehen, so kommt der Artikel zu dem Schluss, dass auch alle pronominalen Adjektive in diesen Dialekten im Schwinden begriffen sind (Valeckienė 1957: 303). Die Frage, warum sie verschwinden, ist jedoch nicht klar beantwortet. A. Valeckienė weist darauf hin, dass die definierende Bedeutung auch durch einfache Formen ausgedrückt wird, und zwar selbst in Dialekten, in denen pronominale Adjektive noch häufig verwendet werden. Als einen Grund nennt sie die Besonderheit der Definitheitsmarkierung durch litauische pronominale Adjektive: „Im Litauischen ist das Pronomen mit dem Stamm *io-, das eine determinative Funktion erfüllt, untrennbar mit dem Adjektiv verbunden; daher hängt die Bestimmung eines Gegenstands – seine Abgrenzung von anderen – in hohem Maße von der lexikalischen Bedeutung des Adjektivs und seiner syntaktisch-semantischen Beziehung zum Bezugswort ab <...>. Wenn bereits das Adjektiv dank seiner spezifischen lexikalischen Bedeutung einen Gegenstand von einem anderen unterscheiden kann, ist ein Determinationszeichen – die pronominale Endung – nicht mehr erforderlich.“ (Valeckienė 1957: 303). Es wird angenommen, dass solche vereinzelten Fälle uneinheitlicher Wiedergabe der definierenden Bedeutung zum beginnenden Schwinden der pronominalen Formen beigetragen haben könnten. In LKG wird die mangelnde Striktheit der Korrelation von Definitheit und Indefinitheit ähnlich erklärt (LKG 1965: 511).

Bei der Suche nach den Gründen für den Nichtgebrauch der ĮF wird in Arbeiten zur gegenwärtigen litauischen grammatischen Struktur noch ein weiterer Faktor genannt: der geringe Bedeutungsunterschied. Obwohl die Bedeutung in LKG als Hauptkriterium gilt, das ĮF von einfachen Formen unterscheidet, wird 1986 darauf hingewiesen, dass in der Schriftsprache ebenso wie in den Dialekten kein Bedeutungsunterschied gemacht wird, und dieses Kriterium wird infrage gestellt (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 136). Später wird erwogen: „Wenn zwischen einfachen und pronominalen Adjektiven ein großer (wesentlicher) Bedeutungsunterschied bestünde, gäbe es keine Sprecher der Standardsprache, die ohne pronominale Adjektive auskommen könnten. Nun kommen aber diejenigen, die aus Dialekten stammen, in denen pronominale Adjektive nicht verwendet werden, auch beim Sprechen der Standardsprache ohne sie aus und tragen damit zum allgemeinen Schwinden der pronominalen Adjektive bei. <...> Angesichts der heutigen

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Durchmischung der Bevölkerung, der Urbanisierung des Landes sowie der Zwei- oder Dreisprachigkeit ist anzunehmen, dass es heute sehr viele Menschen gibt, die pronominale Formen nicht beherrschen und ohne sie auskommen können.“ (Paulauskienė 1994: 222–223).

Neben den genannten Faktoren wird auch der Einfluss von Nachbarsprachen als Ursache für das Schwinden der ĮF angeführt (Pupkis 1980: 137; Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 136–137; Paulauskienė 1994: 223), wobei es sich überwiegend um das Russische handelt; ausführlicher wird dieser Faktor nicht untersucht.

1.2. Widerspiegelung von Widersprüchen in normierenden Arbeiten

Wenn ein sprachliches Phänomen von selbst aus dem Gebrauch verschwindet, dürfte es schwierig und wohl auch nicht sinnvoll sein, solche Tendenzen durch Sprachnormen einzuschränken. Bei der Normierung des Gebrauchs der ĮF dürfte auch ihre bis heute nicht vollständig geklärte Funktion Schwierigkeiten bereiten. Dieser Zusammenhang wird bei der Erörterung von Gebrauchsregeln für ĮF nicht erwähnt; es werden jedoch einige Faktoren genannt, die ein erhebliches Hindernis für die Behauptung darstellen dürften, der Gebrauch von ĮF sei obligatorisch.

In den meisten Lehrbüchern zur Morphologie oder Sprachkultur sowie in LKG wird die Tendenz, ĮF in der Standardsprache nicht zu verwenden, zunächst auf den Einfluss der Dialekte zurückgeführt: Es gibt Dialekte, die ĮF kaum kennen, weshalb ihre Sprecher die spezifische Bedeutung dieser Formen nur schwer erfassen können (Piročkinas 1990: 86; Šukys 2003: 113); vielerorts sind ĮF in den Dialekten verschwunden oder nur in erstarrten Formen erhalten geblieben, weshalb man auch in der Standardsprache nicht immer gelernt hat, sie angemessen zu verwenden (Pupkis 1980: 137); Dialektsprecher kommen beim Sprechen der Standardsprache ohne ĮF aus (Paulauskienė 1983: 212–213; 1994: 222), und das innere Sprachgefühl für flektierte Adjektive ist verloren gegangen (Paulauskienė 2004: 309). Entsprechende Tendenzen der Sprachentwicklung können auch auf den geringen Bedeutungsunterschied zurückzuführen sein: „Mit dem Hinweis auf den sehr geringen Bedeutungsunterschied zwischen flektierten und einfachen Adjektiven soll keineswegs behauptet werden, dass in der Standardsprache ganz auf flektierte Formen verzichtet werden müsse. Es soll lediglich gezeigt werden, dass man am leichtesten auf jene Form verzichtet, die keine sehr klare spezifische Bedeutung hat und nicht durch ein angeborenes Sprachgefühl geschützt wird.“ (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 137). Werden solche Faktoren berücksichtigt, werden häufig lediglich die möglichen Bedeutungen der ĮF aufgezählt, ohne ihren obligatorischen Gebrauch hervorzuheben.

Die aufgezählten Bedeutungen unterscheiden sich jedoch. A. Valeckienė (1957), die wohl die ausführlichste Klassifikation vorgelegt hat, unterschied zwei Hauptbedeutungen – die kennzeichnende und die hervorhebende. Als wesentlicher Unterschied wurde angegeben, dass flektierte Adjektive mit kennzeichnender Bedeutung den durch das Bezugswort ausgedrückten Begriff ergänzen und konkretisieren (senasis namas), während sie mit hervorhebender Bedeutung das durch das Bezugswort ausgedrückte Merkmal lediglich verstärken und betonen (šaltasis šaltinėlis).

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Bei der kennzeichnenden Bedeutung werden zwei Unterarten unterschieden: die abgrenzende Bedeutung, bei der flektierte Adjektive Gegenstände definieren, indem sie sie von anderen ähnlichen Gegenständen abheben, und die hinweisende Bedeutung, bei der sie Gegenstände definieren, indem sie auf ihre zuvor erwähnten, bekannten Merkmale verweisen (siehe Abb. 1).1 Die abgrenzende Bedeutung wurde weiter untergliedert in abgrenzende und klassifizierende Attribute; gerade mit Letzteren wurde der Gebrauch von ĮF in der Terminologie in Verbindung gebracht.

1 PAV. Įvardžiuotinių formų reikšmių klasifikacija (Valeckienė 1957: 174–210).

Eine ähnliche Klassifikation wurde auch in LKG angewandt; dort wurden jedoch die von A. Valeckienė als Einheit der dritten Untergliederung betrachteten klassifizierenden Attribute zur Einheit der zweiten Untergliederung (siehe Abb. 2).

1 A. Valeckienė veranschaulicht die hinweisende Bedeutung anhand von Beispielen wie der Bezeichnung eines Leuchtens als „wundersam“ in J. Biliūnas’ Erzählung: Auf einem hohen, steilen Berg erschien ein wundersames Leuchten. Es strahlte wie ein Stern, umgeben von einem hellen Kreis aus goldenen Buchstaben. <...> Doch schon viele Jahre der Opfer und Hingabe waren vergangen, und dennoch hatte keiner der Hinaufsteigenden den Gipfel des Berges erreicht, keiner hatte das wundersame Leuchten berührt (Valeckienė 1957: 189). In neueren Untersuchungen zu ĮF im Litauischen wird ein solcher Ausdruck von Definitheit mit der pragmatischen Ebene in Verbindung gebracht (Holvoet, Tamulionienė 2006).

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2 PAV. Įvardžiuotinių formų reikšmių klasifikacija LKG (1965: 505–510)

DLKG rūšinės ypatybės žymėjimas vėl tampa tretinės skiaidos vienetu (DLKG 1997: 174–176) (žr. 3 pav.). Tokia keliapakopė klasifikacija pateikiama ir Funkcinėje lietuvių kalbos gramatikoje (Valeckienė 1998). Užsienio kalbotyrai būdingu modeliu grindžiamuose ĮF tyrimuose skiriamos kelios apibrėžtumo rūšys: deiktinis, anaforinis, situacinis ir kt. apibrėžtumas (Holvoet, Tamulionienė 2006; Spraunienė 2008b, 2011; Judžentis 2012: 103–105).

3 PAV. Įvardžiuotinių formų reikšmių klasifikacija DLKG (1997: 174–175)

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Zur Unklarheit hinsichtlich Bedeutung und Funktion trägt auch bei, dass daneben verschiedene Bedeutungsfälle als gleichrangig angeführt werden. So wird etwa in einem Lehrbuch zur Fachsprache der Gebrauch von ĮF zur Bezeichnung einer Art, zur Abgrenzung eines Gegenstands von anderen Gegenständen und zur Hervorhebung eines Merkmals aufgezählt; zugleich werden diese Formen bei der Benennung von Institutionen, Einrichtungen und Ämtern, bei der Angabe eines besonderen Datums sowie in der förmlichen Anrede genannt (Brūzgienė ir kt. 2013: 150), obwohl die letzten drei Anwendungsbereiche wohl lediglich Fälle der Realisierung der genannten Bedeutungen sind. Werden Anwendungsfälle von Bedeutungen getrennt, kommt es zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten über ihre Bewertung. Empfohlen werden nur der erste Teil, der zweite Teil, das erste Kapitel, das zweite Kapitel (Paulauskienė 2004: 307); betrachtet man diese Fälle jedoch als Realisierungen der hervorhebenden Bedeutung und setzt sie mit der von A. Valeckienė durchgeführten Untersuchung in Beziehung, bliebe nur die vorgesehene Möglichkeit, je nach gewünschter Hervorhebung zu wählen. Die ständig zunehmende Zahl von Anwendungsfällen und die Unterschiede in ihrer Bewertung können ebenfalls ein Faktor für die allgemeine Unsicherheit im Hinblick auf ĮF sein. Dass sowohl im Sprachgebrauch als auch in der Norm erhebliche Unklarheiten bestehen, zeigt die von Rita Miliūnaitė vorgelegte Statistik zu Empfehlungen für den Gebrauch von ĮF: In zwei Dritteln der Empfehlungen werden Fälle behandelt, in denen anstelle von NF ĮF stehen sollte, während die Verfasser eines Drittels vorschlagen, anstelle von ĮF NF zu verwenden (Miliūnaitė 2003: 81–82).

Die Übersicht über den normierenden Kontext zeigt, dass dieser vom Untersuchungsstand des sprachlichen Phänomens abhängt und die Forschung durch Unklarheiten erheblich erschwert wird, deren Ursprung bis zu den Grundlagen der Entstehung von ĮF zurückreicht – zur Bedeutung des Pronomens *io-. Nachdem dieses Pronomen mit dem Adjektiv verschmolzen war, lässt sich seine ursprüngliche Bedeutung nicht mehr bestimmen; von der Interpretation hängt das Verständnis der ĮF und ihrer Funktionen ab und damit auch ihre Stellung im System der grammatischen Kategorien. Zwar haben diese wissenschaftlichen Interpretationen eine gewisse Grundlage für die Klassifikation der Bedeutungen von ĮF geschaffen, doch zeigen sich in normativen Publikationen auch vielfältige andere Bedeutungskombinationen. Die Schwankungen der Norm werden ihrerseits auch durch die erkennbare Tendenz beeinflusst, dass ĮF aus dem Sprachgebrauch zurückgehen.

2. DIE GEBRAUCHSNORM IN DER TERMINOLOGIE

Angesichts der Tendenz, die pronominalen Formen (ĮF) durch nichtpronominale Formen zu ersetzen, und der gewichtigen Ursachen dafür, neigt man nicht dazu, ihre obligatorische Verwendung in verschiedenen Bedeutungen zu behaupten. Zur Verwendung der ĮF in der Terminologie herrscht jedoch eine andere Auffassung: In den meisten Arbeiten wird die Aussage wiederholt, dass die Verwendung von ĮF in Termini notwendig sei. Diese Aussage wird klar formuliert, ihre normative Grundlage jedoch nicht angegeben; auch die Formulierung selbst lässt vieles offen.

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2.1. Formulierung der Norm

Būtinybę terminuose vartoti ĮF nurodo A. Kaulakienė (1973), atkreipusi dėmesį į tai, kad vartosena terminijoje2 ir terminų žodynuose dar nėra iki galo sutvarkyta. Ši norma teikiama ir Kalbos patarimuose, NF vartojimą rūšiai ir išskiriamajai daikto ypatybei reikšti sudėtiniuose terminuose ir pavadinimuose įvertinant nuoroda neteiktina (KP 2002: 26). Vadovėlyje aukštųjų mokyklų studentams teigiama: „Įvardžiuotinės formos yra būtinas sudėtinių terminų rodiklis (išskyrus tuos žodžius, kurie negali būti įvardžiuotiniai, pvz., priešagos -inis būdvardžiai). Net ir tada, kai būdvardinio žodžio forma pati rodo išskyrimą, terminas turi būti įvardžiuotinis. Antai žymėtieji būdvardžių laipsniai jau išskiria ypatybę iš kitų, bet terminuose turėsim tik vyresnysis inžinierius, aukščiausiasis teismas ir kt.“ (Pupkis 1980: 136). Teikiant administracinės kalbos normas pritariama: „Taigi įvardžiuotinės formos būtinai vartotinos terminuose. Neįvardžiuotinė forma čia pažeidžia lietuvių kalbos dėsnius, ją niveluoja. Kas sako raudoni, geltoni, juodi serbentai, užuot sakęs raudonieji, geltonieji, juodieji serbentai, jau daro kalbos klaidą“ (Piročkinas 1990: 86); „Rūšiai nusakyti ir terminams sudaryti netinka paprastosios formos.“ (KKP 1998: 123). Visuomenei skirtame kalbos kultūros vadovėlyje irgi formuluojamas griežtas principas: „Įvardžiuotinės formos būtinos, kai pasakoma daiktų rūšis, tam tikras tipas ir sudaromas sudėtinis terminas.“ (Šukys 2003: 113).

Aus solchen Aussagen lässt sich schließen, dass die ĮF als Kennzeichen eines Terminus gelten, das ihn von einer gewöhnlichen Wortverbindung unterscheiden soll. An einer Stelle werden sie sogar ausdrücklich als notwendiges Kennzeichen zusammengesetzter Termini bezeichnet (Pupkis 1980: 136). Was dieses Kennzeichen jedoch markieren oder unterscheiden soll und für welche Art des Sprachgebrauchs es gilt, wird nicht angegeben. Termini in bestimmten Terminus-Sammlungen (Wörterbüchern, Datenbanken, Glossaren) durch ein Kennzeichen zu markieren, wäre wohl kaum sinnvoll – der Status als Terminus lässt sich bereits daran erkennen, dass der Ausdruck in einer Terminus-Sammlung aufgeführt ist. Nur in einem Artikel von A. Kaulakienė wird ausdrücklich gesagt, dass pronominale Adjektive sowohl bei der Erstellung von Terminologiewörterbüchern, Registern, Nachschlagewerken, Bulletins und terminologischen Projekten als auch in Texten verwendet werden müssen (Kaulakienė 1973: 30–31). An anderer Stelle ist eher abstrakt von der Notwendigkeit der ĮF in Termini und bei der Bildung von Termini die Rede. Dass die Norm offenbar sowohl für zusammenhängende als auch für nicht zusammenhängende Texte gilt, lässt sich indirekt aus den Korrekturen schließen (Keinys 2006: 299).

2Terminologie wird üblicherweise als Gesamtheit der Termini verstanden; aus dem Artikel von A. Kaulakienė geht jedoch hervor, dass das Wort dort eher zusammenhängende Texte bezeichnet.

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Das Verhältnis der empfohlenen Norm zum funktionalen Stil lässt sich ebenfalls nur eher indirekt bestimmen. Natürlich sind wissenschaftliche Texte der wichtigste Anwendungsbereich von Termini. Dennoch wird eine solche Aussage auch in Publikationen für Fachleute der Verwaltungssprache und für Juristen formuliert (Piročkinas 1990; KKP 1998; Paulauskienė 2004; AKA 2014), was zeigt, dass die Norm auch für die Verwaltungssprache gilt. In einer Publikation werden Termini korrigiert, in denen in der Publizistik nichtpronominale Formen (NF) verwendet werden (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 138); somit fällt auch der publizistische Stil, der Elemente der freien Stile aufweist, in den Geltungsbereich dieser Norm. Schließlich wird an einer Stelle ausdrücklich gesagt, dass ĮF sowohl in der Wissenschaftssprache als auch in der alltäglichen Umgangssprache sowie in der schönen Literatur und Publizistik zu verwenden sind (Paulauskienė 2004: 308). Allerdings wird in den Sprachhinweisen angemerkt, dass Termini in der Umgangssprache und anderen freien Stilen auch mit NF verwendet werden können (KP 2002: 26).

A. Valeckienės (1957) tyrimas atliktas ir ĮF klasifikacija pateikta remiantis tik būdvardžio vartosena, A. Kaulakienė irgi mini tik būdvardžių vartojimą, DLKG apibrėžtumas siejamas tik su būdvardžiu. Tačiau iš pateiktųjų citatų matyti, kad termino visuotinio žymėjimo principas taikomas ir kitomis kalbos dalimis, būtent dalyviams, įvardžiams ir skaitvardžiams. Viename straipsnyje pateikiama rišlaus teksto pavyzdžių, kur esamojo laiko neveikiamieji dalyviai vartojami tiek ĮF, tiek NF, tačiau terminų pavyzdžių pateikiama tik tokių, kurių būdvardinis dėmuo yra pavartotas ĮF (Ambrazas 1964). Kanceliarinės kalbos patarimuose tiesiogiai nurodoma, kad daiktų rūšiai nusakyti vartojamos ir dalyvių ĮF (KKP 1998: 123). Įvardžių ĮF terminijai neturėtų būti būdingos, nes jas gali turėti tik parodomieji, keli savybiniai įvardžiai ir asmeninis įvardis jis, ji. Kiek labiau joje galimi terminai, į kurių sudėtį įeina skaitvardžių formos, tačiau morfologijos ir kalbos kultūros vadovėliuose šis galimybių klausimas nesvarstomas – ĮF aptariamos ir su terminija susiejamos būdvardžio skyriuje, o kitų kalbos dalių skyriuose tik užsimenama, kad šios kalbos dalys irgi gali turėti ĮF (Jakaitienė ir kt. 1976; Paulauskienė 1983, 1994). Tiesa, A. Valeckienė rašė, kad apibrėžtumo ir neapibrėžtumo kategorija būdinga atributiniams dalyviams, tačiau tokios kategorijos visai negalima išskirti įvardžių ir skaitvardžių klasėse (Valeckienė 1986: 176).

Bei der Festlegung der obligatorischen Kennzeichnung von Termini durch ĮF sehen normative Werke keine Ausnahmen vor – weder für funktionale Stile oder Wortarten noch für einzelne Fälle. Nur in den Sprachhinweisen wird darauf hingewiesen, dass NF verwendet werden können, wenn sie sich traditionell eingebürgert haben; als Beispiele werden Schwarzbrot, schwarzer Kaffee, schwere Arbeit, fettes Fleisch, Magermilch, Vollmilch, trockener Wein, Trockenration, Milcheis, Stacheldraht angeführt (KP 2002:

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26–28). Dennoch hatte bereits Kazimieras Gaivenis Zweifel daran geäußert, ob diese Wortverbindungen tatsächlich den Status von Termini besitzen: Bei der Erörterung der darauf gestützten Aussage in der Ausgabe der DLKG von 1994, wonach der Gegensatz zwischen pronominalen und einfachen Adjektiven nicht besonders deutlich und konsequent sei, wies er darauf hin, dass zur Bezeichnung sowohl frischer als auch saurer Milch keine ĮF erforderlich seien, weil eine vorübergehende Eigenschaft des Begriffs benannt werde, während ĮF eine dauerhafte Art-Eigenschaft anzeigten (Gaivenis 1995: 8). A. Valeckienė behandelte diesen Fall lediglich als einen der möglichen Fälle, in denen der Gegensatz zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit neutralisiert wird – typisch für die Bezeichnung von Gegenstandsarten –, und stellte keinen direkten Bezug zur Terminologie her (Valeckienė 1986: 172). Doch auch in der Ausgabe der DLKG von 1997 heißt es auf der Grundlage dieser Beispiele, dass die einfachen Formen bestimmter Adjektive auch bei der Bildung von Termini gebräuchlich seien (DLKG 1997: 175). Wie dem auch sei: Die DLKG formuliert keine obligatorische Ausnahme, sondern stellt lediglich eine Gebrauchstendenz fest.

Auch die Formulierung der DLKG, dass ĮF in Termini variieren, ist lediglich als Feststellung einer Tendenz anzusehen (DLKG 1997: 175). Das diese Formulierung veranschaulichende Beispiel vyriausias redaktorius wird bereits 1986 angeführt; dabei wird als weiterer möglicher Grund für Gebrauchstendenzen die Länge der Form und die umständliche Verwendung von ĮF genannt (Paulauskienė, Taryvdaitė 1986: 138). Außerdem wird auf den unregelmäßigen Gebrauch von aus anderen Sprachen übernommenen pronominalen Formen von Wörtern hingewiesen (Paulauskienė, Taryvdaitė 1986: 139). Als Ausnahme im Gebrauch wird ferner die Bezeichnung von Gegenstandsarten durch einfache Formen mit dem Suffix –iškas, –a genannt: Es wird behauptet, dass dieses Suffix, ähnlich wie –inis, –ė, selbst eine Gegenstandsart bezeichnen kann, sodass das pronominale Formans überflüssig wird (Valeckienė 1986: 172; DLKG 1997: 175). Somit werden Ausnahmen im tatsächlichen Sprachgebrauch der Terminologie zwar erwähnt, aber nicht ausdrücklich als Norm festgelegt. In den Sprachhinweisen wird ein Gebrauchsfall korrigiert: die Verwendung von Adjektiven mit den Suffixen –(ut)inis, –ė; –(urinis), –ė in zusammengesetzten Termini zur Bezeichnung eines unterscheidenden Merkmals (KP 2002: 26–27). Dennoch ist die DLKG ein normatives Werk; die darin erwähnten Ausnahmen können daher nicht nur als im Sprachgebrauch vorkommende Fälle verstanden werden.

Bei der Erörterung allgemeiner Tendenzen im Gebrauch der ĮF werden bereits deutlich mehr Ausnahmen angeführt, auch wenn diese nicht unmittelbar mit der Terminologie in Verbindung gebracht werden. In der LKG wird zunächst betont, dass der Gegensatz zwischen der bestimmtheitserzeugenden Bedeutung und den einfachen Adjektiven insgesamt nicht konsequent gefestigt ist. Hinzugefügt wird, dass dieser Gegensatz seit seiner Entstehung von verschiedenen verallgemeinernden Entwicklungstendenzen beeinflusst wurde, die sich aus den Besonderheiten der Bezeichnung von Gegenständen durch ĮF ergeben. Zunächst wird die Bedeutung der lexikalischen Bedeutung des Adjektivs hervorgehoben: Ein pronominales Adjektiv unterscheidet oder bezeichnet einen Gegenstand, indem es den Begriff des Bezugswortes durch seine lexikalische Bedeutung ergänzt; das pronominale Partikelchen markiert lediglich, dass der unterschiedene oder bezeichnete Gegenstand bekannt ist. Daher kommt es vor, dass das Adjektiv allein, also auch ohne das pronominale Partikelchen, einen Gegenstand hinreichend beschreiben kann,

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… ihn bekannt zu machen – dann treten anstelle der pronominalen Formen eben die einfachen Formen auf. Als zweites Anzeichen einer abgeschwächten Korrelation gilt, dass in den Dialekten die pronominale Partikel nicht an Superlativadjektive angefügt wird, weil diese ihrer funktionalen Bedeutung nach den pronominalen Adjektiven sehr nahe stehen, die Gegenstände anhand eines vergleichsweise stärkeren Ausprägungsgrades des bezeichneten Merkmals voneinander abheben (vyriausias sūnus, vgl. vyriausias redaktorius). Drittens wird gesondert darauf hingewiesen, dass in manchen Dialekten die pronominalen Formen (ĮF) nicht dazu neigen, sehr spezifische Bedeutungen von unterscheidenden und klassifizierenden Attributen auszudrücken, weil diese Gegenstände bereits durch ihre lexikalische Bedeutung allein unterscheiden können, z. B.: juodas pūdymas, kanapėta višta (LKG 1965: 511). A. Valeckienė (1986) veranschaulichte diese Ausnahme übrigens anhand der Beispiele juoda ir balta duona, saldus ir rūgštus pienas. Als vierte Ausnahme nennt die LKG den Umstand, dass Relativpronomen keine pronominalen Formen haben. Die fünfte Ausnahme sind übertragene Bedeutungen von Adjektiven, die sich von der Grundbedeutung des Adjektivs gelöst haben (baisi kantrybė, gyvas tėvas). Es wird auch darauf hingewiesen, dass Adjektive mit dem Suffix -inis, -ė nicht in pronominalen Formen verwendet werden (LKG 1965: 511). Da die LKG normativen Charakter hat, können diese Ausnahmen nicht nur als Daten aus den Dialekten oder dem gegenwärtigen Sprachgebrauch verstanden werden, sondern auch als Norm.

Auch die DLKG erwähnt, dass ein Adjektiv allein durch seine lexikalische Bedeutung einen Gegenstand als bekannt bestimmen kann, und stellt fest, dass der Gegensatz zwischen einfachen und pronominalen Formen (ĮF) nicht ausgeprägt und konsequent ist; dabei werden Fälle der Neutralisierung angeführt (DLKG 1997: 175). A. Valeckienė erklärte die Neutralisierung der Opposition folgendermaßen: „Die Bestimmung von Gegenständen durch pronominale Adjektive hängt nicht nur von ihrem Verhältnis zu einfachen Adjektiven ab, sondern auch von ihrer syntaktischen und semantischen Beziehung zum Substantiv und vom weiteren Kontext. Daher wird bei einem bestimmten Kontext die Korrelation von Bestimmtheit / Unbestimmtheit, d. h. „allgemein“ / „individuell“, neutralisiert, und anstelle eines pronominalen Adjektivs wird ein einfaches verwendet. Unter syntagmatischen Bedingungen der Neutralisierung wird die Opposition zwischen pronominalen und einfachen Adjektiven abgeschwächt, und der Gebrauch einfacher Formen weitet sich aus.“ (Valeckienė 1986: 171).

Somit werden in Grammatiken und anderen Arbeiten keine Ausnahmen unmittelbar für die Terminologie angesetzt; zugleich werden jedoch verschiedene Fälle der Neutralisierung aufgeführt, die generell für den Gebrauch pronominaler Formen (ĮF) charakteristisch sind, sowie gewichtige Faktoren, aufgrund deren ĮF durch einfache Formen ersetzt werden können. Wie sich zeigt, sollten diese Ausnahmen und Faktoren in der Terminologie davon abhängen, welches Verhältnis zwischen der Kennzeichnung einer Art und dem Gebrauch von ĮF angenommen wird, insbesondere aber davon, welches Verhältnis zwischen der Kennzeichnung einer Art und der Kennzeichnung eines Terminus besteht.

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2.2. Direkte und indirekte Argumentation

Worauf die Norm des obligatorischen Gebrauchs in der Terminologie beruht, wird in normativen Arbeiten nicht ausdrücklich gesagt. Gewiss gehört es nicht zum Zweck solcher Arbeiten, sie zu begründen; doch werden auch bei der Erläuterung von Sprachnormen kaum Argumente vorgebracht.

In einigen Arbeiten wird versucht, die Opposition zwischen den einfachen Formen (NF) und den pronominalen Formen (ĮF) heranzuziehen; häufig wird sie als Bedeutungsunterschied beschrieben. Es werden mehrere Bedeutungen angenommen, weshalb der Unterschied anhand verschiedener Bedeutungen oder ihrer Kombinationen erklärt wird (LKG 1965: 505). Im Rahmen des Bestimmtheitskonzepts gilt der Gegensatz von Bestimmtheit als Grundlage des Unterschieds: ĮF kennzeichnen die Eigenschaft eines Gegenstands und weisen dabei darauf hin, dass dieser Gegenstand bekannt ist, während NF lediglich die Eigenschaft eines Gegenstands kennzeichnen (DLKG 1997: 174). Ein solcher Gegensatz kann jedoch nur den Unterschied zwischen einfachen und pronominalen Formen beschreiben, nicht aber ein Kriterium für den Gebrauch von ĮF in der Terminologie sein. So wird beispielsweise mit der Wortverbindung didžioji upė ein Gegenstand als bekannt bezeichnet, doch ist diese Wortverbindung kein Terminus. Arnoldas Piročkinas versuchte, eine engere semantische Untergruppe heranzuziehen – die unterscheidende Bedeutung: Nichtpronominale Adjektive geben eine Eigenschaft des Gegenstands im Allgemeinen an, sie stellen lediglich fest, dass der Gegenstand diese Eigenschaft besitzt (z. B.: greitas traukinys, raudona uoga), während ĮF die Eigenschaft nicht nur feststellen, sondern sie auch von anderen Eigenschaften des Gegenstands abheben, z. B.: greitasis traukinys, raudonoji uoga (Piročkinas 1990: 86). Doch auch diese Erklärung ist zu allgemein, denn die Beere wird durch ĮF zwar hervorgehoben, aber die Wortverbindung raudonoji uoga ist kein Terminus. Auch A. Valeckienė, die zwei Kennzeichnungen der unterscheidenden Bedeutung unterscheidet – unterscheidende und klassifizierende Attribute –, sah keinen großen Unterschied zwischen ihnen; als unterscheidende Merkmale nannte sie lediglich die engere Verbindung klassifizierender Attribute mit dem Bezugswort, einen stärkeren Grad der Verallgemeinerung, eine genauere Bestimmung von Gegenständen (die Wiedergabe ihrer Bezeichnungen) sowie den Umstand, dass zum Verständnis von Gegenständen, die durch klassifizierende pronominale Adjektive bezeichnet werden, kein bestimmter Kontext erforderlich ist, da sie von allen und in jedem Kontext verstanden werden (Valeckienė 1957: 184). Vermutlich wird deshalb in der Arbeit von A. Piročkinas noch ein weiterer Gegensatz herangezogen, der ĮF nun mit der Terminologie verknüpft: „Im ersten Fall kann die Eigenschaft auch zufällig und vorübergehend sein, im zweiten Fall ist sie dagegen beständig und wesentlich. Daher sind pronominale Formen bei der Bildung von Termini zu verwenden, indem dem Grundsubstantiv ein Attribut hinzugefügt wird, das eine wesentliche Eigenschaft ausdrückt, wie in der Wendung greitasis traukinys.“ (Piročkinas 1990: 86). Den Gegensatz zwischen vorübergehenden und beständigen Eigenschaften betrachtete auch K. Gaivenis als Kriterium und veranschaulichte ihn außerdem mit folgendem Beispiel: gyvenamasis namas kann zu einem bestimmten Zeitpunkt unbewohnt sein und dennoch weiterhin gyvenamuoju namu genannt werden; geriamojo vandens trinkt möglicherweise gerade niemand, doch bleibt es trotzdem geriamasis vanduo, d. h. Wasser von einer bestimmten Qualität (Gaivenis 1995: 8).

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In einem Lehrbuch zur Sprachpflege wird die notwendige Kennzeichnung eines Terminus durch ĮF mit einer möglichen Mehrdeutigkeit begründet: Auch NF kann eine Art bezeichnen, doch wäre diese Bezeichnung mehrdeutig; deshalb dürfe in der Terminologie nur die pronominale Form eines Adjektivs oder eines anderen Wortes verwendet werden (Paulauskienė 2001: 24).

Die Norm zu erklären versucht man jedoch nur selten, und auch dann nur ansatzweise. Weitaus häufiger ist ein anderes Verfahren: Es werden die möglichen Bedeutungen von ĮF aufgezählt oder klassifiziert, und nach der Erörterung einer ihrer Untergruppen, nämlich der Kennzeichnung einer Art, wird darauf hingewiesen, dass ĮF in der Terminologie verwendet werden. Ein Kausalzusammenhang oder ein Verhältnis zwischen der Kennzeichnung einer Art und dem Gebrauch in der Terminologie wird gewöhnlich nicht erwähnt. Übrigens wird auch die Bedeutungsuntergruppe unterschiedlich benannt: teils als klassifizierende Attribute (Valeckienė 1957), andernorts als Kennzeichnung der Art von Gegenständen (LKG 1965) oder eines Gegenstands (Jakaitienė ir kt. 1976), als Bezeichnung der Art von Gegenständen (DLKG 1997), als Kennzeichnung einer klassifizierenden Eigenschaft des Gegenstands (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 137) oder als Angabe der Art des Gegenstands (Paulauskienė 1994).

Nachdem A. Valeckienė klassifizierende Attribute erörtert hat, stellt sie fest: „Da klassifizierende Attribute meist bestimmte individuelle, für eine Gruppe von Gegenständen verallgemeinerte Eigenschaften bezeichnen und zusammen mit dem Bezugswort die Bezeichnung dieser Gruppe ausdrücken, werden mit solchen pronominalen Adjektiven sehr häufig Termini gebildet, z. B. Termini der Sprachwissenschaft.“ (Valeckienė 1957: 186). In der LKG wird diese Aussage wiederholt, wobei zuvor darauf hingewiesen wird, dass pronominale Adjektive mit bestimmten Attributen die Bezeichnung einer Gegenstandsart ausdrücken können (LKG 1965: 507). Auch in der DLKG wird kein Kausalzusammenhang oder Verhältnis erwähnt; es heißt lediglich, dass unterscheidende pronominale Adjektive mit bestimmten Bezugswörtern auch eine Gegenstandsart bezeichnen können, und es wird darauf hingewiesen, dass mit solchen Adjektiven häufig Termini verschiedener wissenschaftlicher Fachgebiete gebildet werden (DLKG 1997: 174). Aus solchen Formulierungen ließe sich – anders als aus den in Abschnitt 2.1 zitierten normativen Arbeiten – schließen, dass weder die Allgemeingültigkeit der Kennzeichnung einer Art noch die Notwendigkeit der Kennzeichnung eines Terminus festgelegt wird. Andererseits wird durch die Einordnung der Kennzeichnung einer Art als Untergruppe einer mehrstufigen Klassifikation indirekt die Möglichkeit vorausgesetzt, eine Art nicht zu kennzeichnen. Denn wenn die klassifizierende Bedeutung als Untergruppe der bestimmenden Bedeutung (oder ihrer Untergruppe, der unterscheidenden Bedeutung) abgegrenzt wird, sollten für die Untergruppe die Regeln der übergeordneten Gruppe ebenfalls gelten. Bei der Erörterung dieser Gruppe werden jedoch verschiedene Ausnahmen, Neutralisierungen und Fälle des Wettbewerbs von NF mit ĮF angenommen. Erwähnt wird sogar eine unmittelbar mit der Kennzeichnung einer Art verbundene Neutralisierung – die Nichtverwendung von ĮF bei Adjektiven mit spezifischer Bedeutung. Da die Kennzeichnung einer Art auch zu den allgemeinen Anwendungsfällen von ĮF zählt, sollten für sie zudem die allgemeinen Tendenzen zur Nichtverwendung von ĮF gelten. Diese werden durch gewichtige Faktoren begründet, etwa das Schwinden von ĮF in den Dialekten und ihr Nichtgebrauch in der Standardsprache sowie der geringe Bedeutungsunterschied gegenüber NF (und damit auch die geringe Bedeutung der Opposition). Folglich bliebe nur noch die Annahme, dass die weitere Entwicklung von ĮF…

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Die Entwicklung des Gebrauchs zur Kennzeichnung einer Art sollte ebenso wie eine solche Entwicklung ihres Gebrauchs in anderen Bedeutungen im Schwinden bestehen.

Dennoch wird bei Anwendung einer mehrstufigen Klassifikation auch ein Zwischenglied unterschieden, das zwischen der definierenden Bedeutung und der Bezeichnung der Art liegt, nämlich die hervorhebende Bedeutung. A. Valeckienė (1957) weist darauf hin, dass hervorhebende Attribute Gegenstände aufgrund der lexikalischen Bedeutung des Adjektivs hervorheben, und unterscheidet hervorhebende und Artattribute. Allerdings sind die Verfahren der Hervorhebung für beide Untergruppen von Attributen gleich: 1) Hervorhebung eines oder mehrerer Gegenstände aus vielen anderen ihnen ähnlichen Gegenständen durch einen vergleichsweise höheren Grad der bezeichneten Eigenschaft (Die Mutter mit dem größeren Mädchen wusch sich; Die neue Nachbarin erwies sich als bissig); 2) Unterscheidung eines Gegenstands von einem anderen ähnlichen Gegenstand anhand eines Merkmals, das dem Merkmal des anderen Gegenstands entgegengesetzt ist (Die rechte Schulter etwas tiefer; Der neue Vorsitzende zieht den alten vor); 3) Hervorhebung eines Gegenstands aus vielen anderen Gegenständen derselben Art anhand eines spezifischen, individuellen Merkmals, das im Allgemeinen nicht allen Gegenständen dieser Art eigen ist (Einst war hier ein heiliger Ort, dort stand ein Altar und brannte das ewige Feuer; Die gestreiften Säcke lass für das Getreide stehen, und in die glatten schütte die Rüben). Genauer gesagt werden die Verfahren der Hervorhebung im Unterabschnitt zu den hervorhebenden Attributen aufgezählt und durch Beispiele veranschaulicht; im Unterabschnitt zu den Artattributen heißt es lediglich, dass sie Gegenstände auf dieselbe Weise wie hervorhebende Attribute bestimmen, nur dass die Art seltener auf die erste und meist auf die dritte Weise bezeichnet wird. Dazu werden Beispiele für Artattribute angeführt: 1) Wenn du ein paar Furchen entlangläufst, steckst du gleich Frühkartoffeln; Gailius kocht gegen den Husten, gegen den bösen Husten; 2) Die großen Kamillen sind wertlos, die kleinen (Kamillen) duften; Man braucht den umkreisten Nopielnykas; 3) Süße Zwiebeln; Rote Kartoffeln sind nicht fäulnisanfällig; Rote Klee. Wie zu sehen ist, ist der Unterschied zwischen Beispielen, die hervorhebende Attribute und Artattribute veranschaulichen, gering; darauf weist, wie bereits erwähnt, auch A. Valeckienė hin. Wenn der Unterschied tatsächlich gering ist, würde eine solche Klassifikation im Folgenden die Annahme nahelegen, dass für beide Unterarten der Zwischenbedeutung – hervorhebende Attribute und Artattribute – dieselben Tendenzen charakteristisch sein sollten. Dennoch wird in anderen Arbeiten eine Grenze zwischen der Hervorhebung und der Bezeichnung der Art gezogen: Im ersten Fall ist der Unterschied zwischen ĮF und NF gering und kann durch Intonation und kontextuelle Elemente aufgehoben werden; daher kann man in vielen Fällen zur Übermittlung derselben Information frei zwischen den Formen wählen. In der Terminologie sind ĮF dagegen etwas anderes – sie dienen speziell dazu, eine Art-Eigenschaft des Gegenstands zu bezeichnen (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 137). Daraus würde folgen, dass die Bezeichnung der Art notwendiger ist als die hervorhebende Bedeutung, die den įvardžiuotinės Formen zukommt, obwohl A. Valeckienė für hervorhebende Attribute und Artattribute gleichermaßen Verfahren zur Hervorhebung von Gegenständen anhand eines Merkmals nennt.

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Tokio skirtumo darymo priežasčių irgi galima ieškoti A. Valeckienės (1957) atliktame vartosenos tyrime. Remdamasi senaisiais raštais kalbininkė galiausiai padarė išvadą, kad rūšiniai pažyminiai yra tolesnės išskiriamųjų pažyminių raidos rezultatas – išskiriamoji reikšmė rutuliojosi apibendrinimo ir kartu stipresnės determinacijos linkme. Padaryta ir tokia išvada, kad apibrėžiamoji reikšmė dabartinėje kalboje tampa pagrindinė, o pabrėžiamoji nyksta. Nebent tai leistų paaiškinti rūšinės ypatybės žymėjimui teikiamą didesnę svarbą, o ir spėti, kad rūšies žymėjimas ĮF turbūt laikomas perspektyviu kalbos raidos polinkiu, todėl, šiaip jau ĮF funkcijoms dylant, jį kaip visuotinį principą linkstama perkelti į terminiją.

Diese Annahme scheint auch durch die in den Arbeiten von Aldona Paulauskienė erkennbaren Veränderungen bei der Empfehlung von ĮF für die Terminologie bestätigt zu werden. In der 1986 gemeinsam mit einer Mitautorin verfassten Arbeit wird die Schlussfolgerung zur Terminologie noch mit einigen Vorbehalten formuliert: „In den Fällen, in denen die terminologische Funktion eines Wortes deutlich ist, wäre es vielleicht besser, die pronominale Form zu verwenden; in anderen Fällen müsste man sich wohl für die freie Konkurrenz der Formen aussprechen.“ (Paulauskienė, Taryvdaitė 1986: 138). Im 1994 erschienenen Werk werden, nachdem die von der traditionellen Grammatik festgestellten Bedeutungen der pronominalen Adjektive aufgezählt wurden, Adjektive, die eine Art im terminologischen Sinne ausdrücken, als diejenigen hervorgehoben, die sich am wenigsten der allgemeinen Tendenz widersetzen, ĮF nicht zu verwenden; zugleich wird jedoch hinzugefügt: „Man muss kein Terminologe sein, um die Tendenz zu bemerken, anstelle der pronominalen Form die einfache Form zu verwenden“ (Paulauskienė 1994: 224). Die Notwendigkeit, ĮF in der Terminologie zu verwenden, bleibt unbestimmt. 2001 wird bereits eine keine Ausnahmen vorsehende Regel formuliert: Bei der Bildung zweigliedriger Termini „muss man sich an folgende Regel halten: Wenn ein Adjektiv oder ein anderes Wort eine pronominale Form bilden kann, ist in der Terminologie nur die pronominale Form geeignet, ohne jegliche Ausnahmen.“ (Paulauskienė 2001: 204). Der Versuch, die Regel zu begründen, deutet darauf hin, dass ĮF für die Terminologie nun nicht mehr wegen ihrer inhärenten Möglichkeit, eine Art zu kennzeichnen, empfohlen werden, sondern wegen all ihrer möglichen Bedeutungen: „Die Hauptfunktion der Bildung der Pronominalform ist es, hervorzuheben, zu bestimmen und abzugrenzen. Daher eignen sich pronominale Adjektive oder adjektivierte Partizipien sehr gut für die Terminologie, der Bestimmtheit und die Abgrenzung von anderen analogen Dingen eigen sind.“ (Paulauskienė 2001: 204). Eine solche Aussage würde ebenfalls bestätigen, dass offenbar gerade in der Terminologie die Perspektive eines Gegensatzes gesehen wird, der sonst zur Neutralisierung neigt. Zugleich wird jedoch noch ein weiteres Kriterium erwähnt – die normierende Tradition: „Eine solche Terminusbildung ist bereits traditionell, anerkannt und kodifiziert, obwohl auch die nichtpronominale Form eine Art anzeigen kann.“ (Paulauskienė 2001: 204). Natürlich ist der hier vorgestellte Versuch, die Grundlage der Norm zu ermitteln, lediglich die Interpretation der Autorin dieses Artikels, da die Norm üblicherweise nicht ausdrücklich begründet wird.

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Direkte Argumente finden sich wohl nur in einem einzigen Artikel von A. Kaulakienė. Darin wird darauf hingewiesen, dass eine konsequente Verwendung von ĮF „dazu beitragen würde, die Systemhaftigkeit der Termini herzustellen, die gewöhnlich die Verknüpfung der entsprechenden Begriffe widerspiegelt. Andererseits ließe sich die Variation vermeiden, die in Terminologiewörterbüchern unerwünscht ist“ (Kaulakienė 1973: 30–31). Daraus würde folgen, dass die Grundlage der Norm, die die obligatorische Kennzeichnung des Terminus festlegt, das Streben nach Systemhaftigkeit ist. Wie stichhaltig das andere Argument ist – dass der Verzicht auf ĮF in Terminologiewörterbüchern der bereits etablierten Verwendung pronominaler Adjektive widerspricht –, ließe sich nur anhand einer Untersuchung des damaligen Sprachgebrauchs (um 1973) beurteilen. Im Artikel von A. Kaulakienė wird vorgeschlagen, das Prinzip überall anzuwenden, d. h. Termini mit einem Adjektiv als abhängiger Konstituente unbedingt durch ĮF zu kennzeichnen, sowohl in Texten als auch in Terminologiesammlungen. Demnach müsste also das, was in den untersuchten Arbeiten vorwiegend nur als ausgeprägte Gebrauchstendenz erkannt wurde – die Artenkennzeichnung, die unmittelbar und mittelbar mit Neutralisierungsfällen verbunden wird –, in der Terminologie zu einem allgemein gültigen Prinzip werden; als solches wird es von terminologischen Erwägungen, genauer vom Prinzip der Systemhaftigkeit von Termini, nahegelegt. Dennoch tauchen in terminologischen Arbeiten auch gewisse Zweifel an der Notwendigkeit von ĮF auf. So erwähnte etwa K. Gaivenis (1975), der erstmals zusammengesetzte zweigliedrige Termini systematischer erörterte, unter den möglichen grammatischen Konfigurationen nicht nur pronominale, sondern auch einfache Formen (

(störender Faktor, fallende Quelle). In einem weiteren Artikel erwog er, dass es in der Tat oft nicht leicht sei festzustellen, ob ein Terminus ĮF erfordere, obwohl diese Formen für die Terminologie im Allgemeinen notwendig seien (Gaivenis 1995: 8). Stasys Keinys wies darauf hin, dass sich unter dem Einfluss der Terminologie pronominale Formen sehr stark verbreiten und die einfachen Formen aus dem Gebrauch verdrängen; zugleich stellte er ausdrücklich fest, dass sie in der Terminologie nicht immer erforderlich, geschweige denn notwendig seien (Keinys 2004: 81). Die Frage, ob ĮF in der Terminologie erforderlich oder entbehrlich sind, wird in terminologischen Arbeiten jedoch nicht gesondert erörtert.

Aus der vorgelegten Übersicht lässt sich schließen, dass die auf den ersten Blick eindeutig empfohlene Norm zwiespältig ist. Einerseits wird die obligatorische Verwendung von ĮF in der Terminologie festgelegt; doch selbst wenn eine solche Aussage mit dem Streben nach Systemhaftigkeit, der Tendenz zur stärkeren Determination in der Entwicklung der ĮF oder anderen gewichtigen Argumenten begründet wird, die der Autorin dieses Artikels nicht erkennbar sind, wird diese Norm nicht nur durch Arbeiten mit beschreibendem, sondern auch durch solche mit normativem Charakter widerlegt, in denen eine Bedeutungsklassifikation vorgelegt wird. Dass die Kennzeichnung einer Art als Untergruppe der hervorhebenden oder bestimmenden Bedeutung gilt, lässt vermuten, dass diese Untergruppe den Tendenzen der semantischen Gruppe nicht fremd sein dürfte; für diese werden verschiedene Ausnahmen und Neutralisierungsfälle vorgesehen, und insgesamt werden Faktoren angeführt, die hinreichend gewichtige Gründe für den Verzicht auf ĮF darstellen. Andererseits sieht auch die direkt mit der Artenkennzeichnung verbundene Ausnahme einen Verzicht auf ĮF vor (schwarz-weißes Brot), und auch die meisten kurz

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Die in der Erörterung dieser semantischen Untergruppe angeführten Formulierungen lassen darauf schließen, dass die ĮF als Kennzeichnung einer Art recht fakultativ sein sollte. Daher ist eine doppelte Norm erkennbar – eine, die die notwendige Kennzeichnung des Terminus durch die ĮF fordert, und eine, die diese Kennzeichnung als im Wesentlichen fakultativ vorsieht.

Solche Unklarheiten würden nicht entstehen, wenn in den normativen Werken das Verhältnis zwischen der Kennzeichnung einer Art und dem terminologischen Gebrauch klar definiert wäre; das ist jedoch nicht der Fall. Aus einigen Werken lässt sich schließen, dass die Kennzeichnung einer Art durch die ĮF und der Terminus gleichgesetzt werden. In den Ratgebern zur Sprachpraxis (1976) wurde unter den Verwendungsfällen von pronominalen Wörtern die Kennzeichnung einer Art von Gegenstandseigenschaft genannt, doch wurde sie mit Beispielen wie Speisesalz, Kurzwellen, Nähmaschine, Dreschmaschine, Schneidemaschine, Mischfutter usw. veranschaulicht (KPP 1976: 114). In einem Lehrbuch heißt es zunächst, dass mit pronominalen Adjektiven Termini aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen gebildet werden (schwerer Diebstahl, öffentliche Ordnung, allgemeines Klageverfahren, freie Wirtschaftszone); bei der Darstellung der charakteristischsten Verwendungsfälle pronominaler Adjektive wird dann jedoch nur noch der Gebrauch der ĮF zur Bezeichnung einer Art von Gegenstandseigenschaft erwähnt und es werden ähnliche Beispiele angeführt, z. B.: gesonderter Beschluss, radioaktive Stoffe, Kleinunternehmen, öffentliche Verwaltung (Kunevičienė 2003: 146). Zwar ließe sich in den Ratgebern zur Sprache, die die gegenwärtigen morphologischen Normen festlegen, ein Unterschied erkennen: Dort wird als Regel die notwendige Kennzeichnung der Art in Termini angegeben, während als Ausnahme (Schwarzbrot und Ähnliches) eine Ausnahme genannt wird, die für die Kennzeichnung der Art allgemein charakteristisch ist (KP 2002: 26). In der DLKG jedoch, die ebenfalls ein Werk zu den gegenwärtigen morphologischen Normen ist, wird auf Grundlage einer solchen Ausnahme gefolgert, dass die einfachen Formen bestimmter Adjektive auch bei der Bildung von Termini etabliert sind. Wenn die angeborene Fähigkeit der ĮF, eine Art zu kennzeichnen, tatsächlich nur als Grundlage für die terminologisch vorgegebene Norm herangezogen wird und das Prinzip aufgrund der damit verbundenen Systematizitätsanforderungen in der Terminologie verallgemeinert wird, dürften Ausnahmen von der Artkennzeichnung in der Terminologie nicht gelten.

Wenn also die Norm für den notwendigen Gebrauch der ĮF in der Terminologie überhaupt begründet wird, ist diese Begründung nicht hinreichend klar und wird sogar in normativen Werken missverständlich behandelt. Die Unklarheit der Begründung, ihr Ausbleiben oder die beim Erklären angeführten unterschiedlichen Kriterien sowie der Interpretationsspielraum, den die Klassifikation der Bedeutungen der ĮF eröffnet, dürften es erschweren, den Sprachgebrauch an einer Norm zu messen, die auf einer solchen Begründung beruhen könnte.

3. TENDENZEN DES GEBRAUCHS IN ZUSAMMENHÄNGENDEN TEXTEN

Um die Abweichung zwischen der Norm, die die ĮF als notwendigen Terminusindikator betrachtet, und dem Sprachgebrauch festzustellen, würde jede im Internet veröffentlichte wirtschaftswissenschaftliche Zeitschrift ausreichen. Doch sogleich

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muss auch eine entscheidende Einschränkung dieses Sprachgebrauchs erwähnt werden – die Sprachnormen werden darin offensichtlich nicht ausreichend oder sogar überhaupt nicht beachtet. Die sprachliche Qualität von Artikeln, die in derselben Zeitschrift oder sogar in derselben Ausgabe erscheinen, ist jedoch unterschiedlich. Das legt die Annahme nahe, dass die Zeitschriften nicht von Sprachredakteuren redigiert werden, sondern die Autoren selbst für die Redaktion sorgen müssen; diese ziehen nach eigenem Ermessen Sprachpfleger unterschiedlicher Qualifikation hinzu oder verlassen sich auf ihre eigenen Sprachkenntnisse. Auch die Sprache vieler wirtschaftswissenschaftlicher Periodika weist mehr oder weniger große Mängel im Hinblick auf die Sprachnormen auf; ideale Sprachverwendung lässt sich daher nicht als Vergleichsgrundlage heranziehen. Andererseits hat dieser reale Sprachgebrauch auch einen Vorteil: Er macht die Unklarheiten, denen Sprachbenutzer begegnen, besser sichtbar. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände wird eine Auswahl der Texte getroffen: Wissenschaftliche Artikel, in denen selbst die allgemeinsten Sprachnormen missachtet werden, werden ausgeschlossen; die in den übrigen erkennbaren Regelmäßigkeiten der Nichtverwendung der ĮF werden untersucht. Insgesamt wurden 60 Veröffentlichungen ausgewählt, die zwischen 2006 und 2016 erschienen sind.

3.1. Unklarheiten hinsichtlich des Kriteriums und der semantischen Grenze

Es wäre unbegründet, alle Fälle der Variation der Form des abhängigen Glieds einer im Text verwendeten Wortverbindung als Missachtung der Norm zu betrachten, da dies in den normativen Werken vorgesehen ist. Auf der Grundlage einer Wortverbindung kann die allgemeine Opposition zwischen NF und ĮF verwirklicht werden, die in Grammatiken mit der für die ĮF charakteristischen determinierenden Bedeutung oder der Kategorie der Determiniertheit verknüpft wird. In der DLKG heißt es, dass die ĮF von Adjektiven die Kategorie der Determiniertheit bilden, indem sie den einfachen Formen folgendermaßen gegenüberstehen: Die ĮF bezeichnet eine Eigenschaft des Gegenstands und zeigt zugleich an, dass dieser Gegenstand bekannt ist, während die einfachen Formen lediglich die Eigenschaft des Gegenstands bezeichnen (DLKG 1997: 174). Eine solche Opposition ermöglicht es, wie bereits aus den Arbeiten von A. Valeckienė und den in LKG und DLKG vorgelegten Bedeutungsklassifikationen hervorgegangen ist, einen bekannten Gegenstand auf unterschiedliche Weise zu kennzeichnen – ihn hervorzuheben (hervorhebende Bedeutung), auf eine bereits bekannte Eigenschaft hinzuweisen (hinweisende Bedeutung) und die Art des Gegenstands zu bezeichnen. Diese Opposition sieht also vor, dass der Gegenstand auch bei der Bezeichnung einer Art als bekannt gekennzeichnet wird; sie schließt jedoch nicht aus, dass derselbe Gegenstand im selben Text auch als unbekannt bezeichnet wird, nämlich lediglich als durch die eine oder andere Eigenschaft gekennzeichnet.

Wissenschaftliche Texte bieten günstige Bedingungen für die Verwirklichung einer solchen Opposition, die nicht nur in normativen Werken, sondern auch im grammatischen System der Sprache vorgesehen ist. Denn in ihnen werden Begriffe häufig definiert und erläutert, und eine Definition oder Erläuterung eines Begriffs ist ein Hinweis darauf, dass der Gegenstand bekannt ist. Bei der Definition oder Erläuterung dieser Begriffe können jedoch auch Eigenschaften genannt werden, die zur Grundlage für die Bildung des Terminus wurden, der den Begriff bezeichnet. Das zeigt sich auch in einem wissenschaftlichen Artikel

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allgemeine Überblicke zur Geschichte des Marktes werden vorgelegt: Die europäische Integration hängt in erster Linie mit der Schaffung und Weiterentwicklung des Marktes zusammen (Miniokas, 2003), weshalb 1986 in der Einheitlichen Europäischen Akte von der Schaffung eines gemeinsamen Marktes die Rede war. Damals trat noch deutlicher die Notwendigkeit hervor, einen gemeinsamen Markt zu schaffen, in dem die Staatsgrenzen die wirtschaftliche Tätigkeit nicht behindern würden. Der gemeinsame Markt wird als eine Form der wirtschaftlichen Integration von Staaten definiert, die durch den freien Verkehr von Waren, Kapital und Personen gekennzeichnet ist (Vilpišauskas, 2003)3 (EVAP 2007 1(8): 101). In den ersten beiden Verwendungsfällen der Wortverbindung gemeinsamer Markt wird gerade ein solches gemeinsames Merkmal bezeichnet, das, wie der dritte Verwendungsfall zeigt, bereits zur Grundlage des Begriffs bezeichnenden Terminus wird. Beschriebe man diesen Fall mit den zuvor erörterten Formulierungen der Norm, ließe sich sagen, dass das Merkmal in der Wortverbindung gemeinsamer Markt zweimal als einfaches und beim dritten Mal als unterscheidendes Merkmal genannt wird. Wendet man andere in normativen Arbeiten angeführte Formulierungen an, könnte das durch die adjektivische Form markierte Merkmal nicht mehr als zufällig oder vorübergehend, sondern als dauerhaft und wesentlich bezeichnet werden. Nach dem Kriterium der Klassifizierung der Bedeutungen adjektivischer Formen müsste die Wortverbindung gemeinsamer Markt als Fall einer Artbezeichnung gelten. Unabhängig davon, welches der in normativen Arbeiten genannten Kriterien zur Unterscheidung adjektivischer Formen von nichtadjektivischen Formen hier angewandt wird, würden sie also alle den Gebrauch der adjektivischen Form im dritten Fall vorsehen und übereinstimmen.

In anderen Fällen wird die Frage nach dem Kriterium jedoch kompliziert. Zunächst entstehen solche Unklarheiten durch Kontexte, in denen Objekte oder Phänomene klassifiziert oder schlicht ihre Arten genannt werden. Bei der Unterscheidung oder Nennung von Arten von Dingen sollten – wie es die mit der Kennzeichnung von Artmerkmalen verbundenen Verfahren zur Unterscheidung von Dingen vorsehen – Dinge anhand von Merkmalen unterschieden werden, die denen anderer Dinge entgegengesetzt sind oder sich durch besondere Spezifität auszeichnen; folglich sollte die adjektivische Form verwendet werden. Solche Fälle finden sich im Sprachgebrauch, zum Beispiel: Verpfändbare Vermögenswerte können in unbewegliches und bewegliches Vermögen unterteilt werden (T 2005 3(32): 17); Nach der wirtschaftlichen Klassifikation werden die Staatsausgaben in laufende und außerordentliche Ausgaben unterteilt (EVAP 2015 2(37): 7); Lernen wird in diesem Kontext weit gefasst betrachtet und umfasst sowohl formales als auch informelles sowie selbstgesteuertes Lernen (VPA 2011 4(10): 634); Freiwillige Migration umfasst folgende Migrationstypen: vorübergehende, zirkuläre, dauerhafte, touristische und saisonale Migration (VPA 2014 1(13): 154). Nicht selten treten im Sprachgebrauch jedoch auch Fälle auf, in denen die nichtadjektivische Form verwendet wird, zum Beispiel: Diese Instrumente dienen dazu, die Visionen der Beteiligten auf zwei Ebenen miteinander abzustimmen: auf lokaler Ebene (die sogenannte „horizontale Koordination“) und auf Regierungsebene („vertikale Koordination“) (VPA 2013 4(12): 596). Die Bezeichnungen der in den hervorgehobenen Wortverbindungen benannten Begriffe beruhen auf dem Gegensatz zwischen den Merkmalen der Dinge. Nach dem Kriterium des Art-Ausdrucks müssten ihre adjektivischen Bestandteile folglich verwendet werden

3 Die Sprache der Beispielsätze wurde nicht redigiert.

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die adjektivische Form. Das Kriterium des Art-Ausdrucks würde auch dazu führen, die hervorgehobenen Adjektive in Sätzen wie Das Ziel der Regionalpolitik besteht darin, das materielle und immaterielle Vermögen und Potenzial der Regionen zu entwickeln (VPA 2013 1(12): 65), Das sind formale und informelle Entrepreneurship-Ausbildung, Schulungen sowie andere Lehrprogramme im Bereich Unternehmensführung (VPA 2012 2(11): 223) zu verwenden; umso mehr sollte eine Art im Satz Migration wird auch nach ihrem organisatorischen Charakter in organisierte und institutionalisierte sowie selbstständige und andere Formen (VPA 2014 1(13): 153) anzugeben, denn hier wird das Verb differenzieren verwendet, das die Aufzählung von Arten ermöglicht. Wird jedoch gerade das Kriterium der Artkennzeichnung angewandt und nicht das einer ausnahmslosen Verwendung der adjektivischen Form in Termini, könnte es sich hier genau um jenen mit der Artkennzeichnung oder allgemein mit dem Gebrauch adjektivischer Formen verbundenen Neutralisierungsfall handeln, in dem die adjektivische Form nicht verwendet wird, weil die Gegenstände durch die spezifischen Bedeutungen der bestimmenden Wörter, die Artgegensätze und schließlich den semantischen Kontext und die syntaktischen Umstände hinreichend voneinander abgegrenzt werden, sodass keine Mehrdeutigkeit zwischen der Kennzeichnung eines einfachen und eines unterscheidenden Merkmals entsteht.

Wendet man ein anderes in normativen Arbeiten genanntes Kriterium an – den Gegensatz zwischen dem Merkmal einer vorübergehenden Begriffseigenschaft und einem dauerhaften Artmerkmal –, wäre in diesen Fällen wahrscheinlich auch die nichtadjektivische Form völlig gerechtfertigt. Denn Begriffseigenschaften können nicht als dauerhafte Artmerkmale, sondern als vorübergehende verstanden werden. Und tatsächlich zeigt sich im Sprachgebrauch die Tendenz, bei der Einteilung von Objekten in bereits bekannte, etablierte Arten von Dingen, etwa bewegliches und unbewegliches Vermögen, die adjektivische Form regelmäßiger zu verwenden, während bei der Unterscheidung neuer Arten, die nur in einem bestimmten Artikel angeführt werden, eine größere Vielfalt herrscht. Häufig wird die nichtadjektivische Form bevorzugt, und selbst Verben wie unterscheiden, einteilen, differenzieren, sortieren, gruppieren, halten, wie die Beispiele zeigen, nicht davon ab, sie zu wählen. Zu dieser Tendenz trägt auch bei, dass Wortverbindungen, deren Hauptwort ausgelassen wird, schwer als Termini gelten können, wie in den Sätzen Alle Einwohner können also als Humanressourcen betrachtet werden; bei der Unterscheidung in reale (im erwerbsfähigen Alter, wirtschaftlich aktiv) und potenzielle (Menschen unterhalb des erwerbsfähigen Alters, Nichterwerbstätige, Rentner, die in verschiedene Arbeiten einbezogen werden können) (T 2008 3(44): 2), Deshalb ist es zweckmäßig, alle Anleger in drei Gruppen einzuteilen: konservative, rationale und aggressive (EVAP 2007 1(8) 52). Die erörterten Unklarheiten können somit auf die Unbestimmtheit des in der Terminologie anzuwendenden Kriteriums oder auf die indirekte Vorannahme mehrerer Kriterien zurückzuführen sein. Doch selbst wenn man dem von A. Kaulakienė in ihrem Artikel hervorgehobenen und in vielen normativen Arbeiten vertretenen Kriterium folgt, Termini ausnahmslos zu kennzeichnen, wonach adjektivische Formen in Termini im Text immer zu verwenden sind, würden in diesen Fällen solche Unklarheiten entstehen.

Auch in anderen Fällen ergeben sich in Texten Umstände, die Unklarheiten hervorrufen, die Frage nach dem Kriterium aufwerfen und sogar einen gewissen Widerspruch zwischen Kriterien erkennen lassen. Zum Beispiel in einem Text über

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Die nachhaltige Entwicklung wird zunächst behandelt; der attributive Bestandteil des sie bezeichnenden Terminus wird konsequent in der bestimmten Form verwendet, z. B.: des nachhaltigen Entwicklungskonzepts. Wenn aber nachhaltige Entwicklung als Politik verstanden wird, hängt ihre Umsetzung von der Bedeutung und dem Stellenwert der Institutionen sowie von ihrer Kompetenz ab; offensichtlich nachhaltige Entwicklung steht mit Demokratie, Menschenrechten und guter Regierungsführung in Zusammenhang (Dumitrache 2013) (MLA 2015 2(7): 190). Diese Konsequenz wird jedoch in bestimmten Sätzen nicht gewahrt, z. B.: Nachhaltige Entwicklung lässt sich nicht erreichen, ohne Unternehmen in diese Tätigkeit einzubeziehen; Unternehmen nachhaltiger Entwicklung können diese mithilfe mehrerer Modelle anstreben (MLA 2015 2(7): 192). In diesen Fällen verhindert wahrscheinlich die Bedeutung des Verbs, das als semantischer Teil des zusammengesetzten Prädikats 4 fungiert, die Verwendung der bestimmten Form – dem angestrebten Objekt ist Bestimmtheit nicht eigen. Die Kennzeichnung einer klassifizierenden Eigenschaft sollte gemäß der in Grammatikwerken dargestellten Klassifikation von selbst auch Bestimmtheit nach sich ziehen; dem entstehenden Gegenstand ist jedoch Bestimmtheit nicht eigen. Vermutlich wird deshalb selbst dann, wenn für den Terminus die bestimmte Form gewählt und dieses Prinzip recht konsequent befolgt wird, in solchen Fällen eine Ausnahme gemacht und die unbestimmte Form verwendet. Diese Ausnahmen, die teilweise durch die Verbindung des Grundworts der Wortverbindung mit den Verben schaffen, entstehen, sich bilden, entstehen, aufkommen, verwirklichen, anstreben und Ähnlichem bedingt sind, finden sich auch in anderen Publikationen, z. B.: Die zentrale Frage lautet: Wie können wir eine nachhaltige Gesellschaft oder nachhaltige Entwicklung schaffen? (TE 2008 1(2): 37); Globalisten (Hyperglobalisten) definieren Globalisierung als eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte, in der entsteht ein globaler Markt mit globalem Wettbewerb als Triebkraft des Fortschritts (VSE 2011 3(12): 205); Der Verwaltungsbeamte <...> kann zwar keine absolute Rationalität erreichen, strebt sie dennoch an (VPA 2012 2(11): 324). Auch die Verben verwenden, messen, fördern vermutlich die Wahl der unbestimmten Form, denn mit ihnen wird keine feste Wortverbindung verwendet, sondern eine Wortverbindung, die ein durch eine bestimmte Eigenschaft gekennzeichnetes Objekt bezeichnet, z. B.: Indikatorensätze dieser Art <...> lassen sich nur schwer zur Messung nachhaltiger Entwicklungim Unternehmen anwenden (MLA 2015 2(7): 193); Mit anderen Worten: Die Nutzung immaterieller Vermögenswerte verringert weder die Menge noch den Umfang des Vermögenswerts selbst (VSE 2014 2(4): 214).

Dennoch werden die adjektivischen Bestandteile von Wortverbindungen mit NF nicht nur in solchen Ausnahmefällen verwendet, sondern auch dann, wenn sie lediglich Bestandteil eines Terminus sein können, weil die Wortverbindung einen Begriff bezeichnet oder unmittelbar mit einer Konzeption zusammenhängt, z. B.: Dies lässt den Schluss zu, dass der Begriff der nachhaltigen Entwicklung vielschichtig und komplex ist (MLA 2015 2(7): 190); Der Begriff des nachhaltigen Unternehmens steht in engem Zusammenhang mit der Konzeption der nachhaltigen Entwicklung Begriff (MLA 2015 2(7): 192). Die NF von Wortverbindungen, die klassifizierbare Objekte bezeichnen, ließe sich noch als Ergebnis der Anwendung des Kriteriums der Zeitlichkeit und Dauerhaftigkeit eines Begriffsmerkmals erklären; manche Fälle könnte man vielleicht sogar als Feststellung von Merkmalen betrachten, doch wenn klassifiziert …

4 DLKG tokie tariniai laikomi prijungiamaisiais žodžių junginiais (DLKG 1997: 508–509).

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Wenn die Objekte definiert werden, ist bereits offensichtlich, dass ihnen die Eigenschaft sowohl als dauerhaftes als auch als wesentliches und als ein Ding von anderen Dingen unterscheidendes Merkmal zugeschrieben wird, dass das bezeichnete Ding bekannt ist, dass eine bestimmte Art bezeichnet wird und dass die Wortverbindung einen Begriff benennt, also ein Terminus ist. Unabhängig davon, welches Kriterium angewandt wird, stimmen sie somit alle überein, und es sollte die ĮF verwendet werden. Dennoch wird diese Form nicht immer gewählt, z. B.: Nach den Laufzeitbedingungen werden Fonds in offene und geschlossene Fonds unterteilt. Offene Investmentfonds haben keine festgelegte Laufzeit. <...> Geschlossene Investmentfonds haben eine festgelegte Laufzeit (VSE 2011 1(1): 118); Aktives Investmentmanagement – dies ist eine Managementmethode, bei der Anlageentscheidungen auf der Grundlage von Prognosen zukünftiger Trends getroffen werden. Passives Investmentmanagement – dies ist eine Managementmethode, mit der angestrebt wird, dass Rendite- und Risikomerkmale der Anlagen der Rendite und dem Risiko eines bestimmten Marktsegments oder Index entsprechen (VSE 2011 1(1): 118); In der wissenschaftlichen Literatur werden heutige Unternehmensgruppen danach unterteilt, ob sie vertikale und horizontale Organisationsstrukturen haben. Vertikale Organisationsstrukturenzeichnen sich bei Unternehmensgruppen dadurch aus, dass sie auf Lieferanten- und Herstellerbeziehungen ausgerichtet sind, d. h. eine „Gruppe von Unternehmen, die durch Lieferanten-Hersteller-Beziehungen verbunden sind“, während horizontale „verbundene Unternehmen in verschiedenen Branchen sind, die in ihrer Struktur Konglomeraten ähneln“ (Lamin, 2007) (VSE 2012 2(2): 68).

In einigen Fällen wird offenbar versucht, einen Unterschied zu machen: Der adjektivische Bestandteil der Wortverbindung, die einen Begriff benennt, wird in der ĮF verwendet, bei der Benennung eines Objekts, insbesondere in Abhängigkeit von Verben wie messen, wird dagegen die NF gewählt, z. B.: Um das Ziel zu erreichen, wurden zunächst die Problematik des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, die Auslegung seiner Dimensionen und die Umsetzungsebenen untersucht, denn erst wenn das Wesen des Konzepts selbst geklärt ist, lassen sich konkrete nachhaltige EntwicklungZiele formulieren und Maßnahmen zu ihrer Umsetzung festlegen (MLA 2015 2(7): 190); Bei der Untersuchung immaterieller Vermögenswerte stehen Wissenschaftler vor immaterieller VermögenswerteIdentifizierungs-, Mess- und Bewertungsproblemen (VSE 2014 2(4): 214–215). Man könnte hier annehmen, dass zwischen einer Wortverbindung mit objektbezogener Bedeutung und einem Begriff bezeichnenden Terminus unterschieden wird; in denselben Texten finden sich jedoch auch umgekehrte Fälle, z. B.: Der schwer erklärbare Produktivitätsanstieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt als Beginn der Forschung zu immateriellen Vermögenswerten. Der damals deutlich gestiegene Produktivitätszuwachs wurde jedoch mit höher qualifizierten Humanressourcen und technologischem Fortschritt erklärt, ohne ihn konkret mit immateriellen Vermögenswerten in Verbindung zu bringen (VSE 2014 2(4): 214–215). Solche Fälle würden jedoch nicht auf regelhafte Ausnahmen hindeuten, sondern darauf, dass vermutlich keines der in normativen Arbeiten genannten Kriterien bekannt ist oder keine klare Grenze zwischen der Kennzeichnung eines unterscheidenden und eines gewöhnlichen Merkmals, zwischen der Benennung eines dauerhaften und eines vorübergehenden Merkmals und insbesondere der Kennzeichnung eines Artmerkmals und eines Terminus besteht. Das ist wohl der Grund, weshalb

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Im untersuchten Sprachgebrauch finden sich auch zahlreiche Beispiele, die sich nicht mit irgendwelchen Regelmäßigkeiten oder Faktoren, sondern allenfalls mit der von A. Paulauskienė konstatierten Hörschwäche und mangelnden Sensibilität für pronominale Adjektive in Verbindung bringen ließen, z. B.: Die Transformationswirtschaft wird heute als Übergang von einer zentral gesteuerten Marktwirtschaft zu einer freien Marktwirtschaft verstanden. Viele Länder, die den Übergang zu einer freien Wirtschaft anstrebten, wechselten von einer freien Wirtschaft zu einer regulierten. <...> Der Übergang zu einer freien Marktwirtschaft beginnt mit der Privatisierung, da sich dabei die Möglichkeit ergibt, Eigentum zu besitzen (VSE 2012 1(2): 62); In Ländern mit primitiven Volkswirtschaften entfällt der größte Teil der Investitionen auf Sachinvestitionen (Investitionen in Sachvermögen), während in modernen Wirtschaftssystemen Finanzinvestitionen überwiegen. Reale Vermögenswerte spiegeln den wirtschaftlichen Reichtum eines Landes wider, während finanzielle Vermögenswerte Ansprüche auf reale Vermögenswerte darstellen (Bodie, Kane, 2008). Die Entwicklung der Institutionen für Finanzanlagen beeinflusst das Wachstum der Sachinvestitionen erheblich; gewöhnlich ergänzen sich diese beiden Formen, statt miteinander zu konkurrieren (EV 2010 15: 178).

Die besprochenen Fälle lassen sich vor allem auf Unklarheiten zurückführen, die im Sprachgebrauch aufgrund unbestimmter Kriterien oder der Verwechslung von Kriterien entstehen können. Wissenschaftliche Artikel belegen jedoch auch Fälle, in denen pronominale Adjektive nicht verwendet werden und die am ehesten mit der Unschärfe der semantischen Grenze zwischen pronominalen Adjektiven und nichtpronominalen Adjektiven und entsprechend mit Schwierigkeiten bei ihrer Bestimmung in Verbindung zu bringen sind. Aus dem folgenden Kontext geht beispielsweise hervor, dass die Adjektive materialus, -i; nematerialus, -i meist eher einen Gegenstand beschreiben, als eine unterscheidende Eigenschaft des Gegenstands anzugeben oder eine Art zu bezeichnen; in einem solchen Kontext unterscheidet sich auch die Wortverbindung materialus turtas, die sich ansonsten als Terminus etabliert hat, kaum von ihnen, z. B.: Handel wird traditionell als Handel mit materiellen, physisch vorhandenen Waren (materiellen Gegenständen) verstanden, ausgenommen Strom, Wasser und Gas, sofern diese nicht für den Verkauf in begrenztem Volumen oder festgelegter Menge aufbereitet sind. Die Richtlinie des Rates der Europäischen Union (2006) „Über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem“ definiert „Ware“ als materielles Vermögen. Nach dieser Richtlinie ist „Ware – jeder Gegenstand“. Es ist jedoch auch darauf hinzuweisen, dass die USA und Japan der Warenkategorie auch Waren immateriellen Ursprungs zuordnen. Mit dem Verkauf von Waren immateriellen Ursprungs (engl. digital goods) begannen Handelsunternehmen, als es möglich wurde, Waren über das Internet zu verkaufen (d. h. zu bestellen und bereitzustellen). Zu Waren immaterieller Gestalt wurden Waren, die bis dahin im traditionellen Handel eine materielle Gestalt besaßen (Beispiele hierfür sind Musik, Spiele und Bücher) (Diorio, 2001). Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Waren immateriellen Ursprungs in der Europäischen Union dennoch der Kategorie Dienstleistungen zugeordnet werden (VSE 2013 2(3): 235). Besonders häufig ist auch die Verwendung der Adjektive formalus, -i; neformalus, -i; legalus, -i; nelegalus, -i; oficialus, -i; neoficialus, -i bei nichtpronominalen Adjektivformen.

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Auch der Gebrauch spiegelt wohl die Unschärfe der semantischen Grenze wider, die zu Unsicherheit im Sprachgebrauch führt, z. B.: Mit zunehmend komplexen und weniger klar definierten Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft werdenformelle und informelle Mittel dieser Interaktion flexibler und universeller (VPA 2013 3(12): 381); Illegale Arbeit Die statistischen Informationen der für die Kontrolle illegaler Arbeit zuständigen Behörden zeigen, dassdas Ausmaß illegaler Arbeit in letzter Zeit zunimmt. Im Jahr 2012 wurdenFälle illegaler Arbeit dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum 2011 registriert; Illegale Arbeit wird häufig unterschiedlich bezeichnet. Begriffe wie „Schwarzarbeit“, „nicht angemeldete Arbeit“, „informelle Beschäftigung“, „informelle Arbeit“, „verdeckte Arbeitslosigkeit“ und viele weitere Bezeichnungen werden verwendet, um dieses paradoxe Phänomen zu beschreiben(VPA 2014 4(13): 660); B. Martinkus et al. sind der Ansicht, dass einer der Gründe für das Auftreten des Phänomensillegaler Arbeit darin liegt, dassoffizielle Arbeit nicht gefunden wird(VPA 2014 4(13): 661); Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die Migration sämtliche Pro-Kopf-Daten in diesen Ländern verzerren kann undin der offiziellen Statistik verspätet erfasst wird (MLA 2010 2(2) 15).

Eine geringe Bedeutungsgrenze besteht auch zwischen den Wortverbindungen offene Wirtschaft und die offene Wirtschaft, gemeinsamer Markt und der gemeinsame Markt, freier Handel und der freie Handel, freier Markt und der freie Markt, gemischte Wirtschaft und die gemischte Wirtschaft, vollkommener Wettbewerb und der vollkommene Wettbewerb usw. Obwohl sie in Wörterbücher wirtschaftswissenschaftlicher Termini meist als Formen mit ĮF aufgenommen werden, ist in der Verwendung besonders häufig NF. Die Kontexte lassen darauf schließen, dass sich die ĮF dieser Verbindungen wahrscheinlich deshalb nicht durchsetzen, weil sie einfachen Wortverbindungen näherstehen, die eine gewöhnliche Eigenschaft eines Gegenstands bezeichnen. Fälle, in denen eine einfache Eigenschaft festgestellt wird, könnten beispielsweise Wortverbindungen in folgenden Sätzen sein: Spezialisierung und freier Handel schaffen Voraussetzungen für Innovation, Effizienz und den Wohlstandszuwachs aller beteiligten Parteien (ŽŪM 2009 3–4(16): 185); Der Übergang zur freien Marktwirtschaft sollte die Erwartungen der Bevölkerung erfüllen, den Lebensstandard der westeuropäischen Länder zu erreichen (VSE 2016 2(1): 63); Wenn vollkommener Wettbewerb in der realen Welt existierte, wären auf Marktpositionierung ausgerichtete Strategien unwirksam (MLA 2009 3(1): 35); Die Abschwächung der Wirkung der fünf Wettbewerbskräfte und die Anwendung generischer Strategien sind in Märkten mit unvollkommenem Wettbewerb in folgenden Marktstrukturen begründet: offenes Monopol, monopolistischer Wettbewerb und Oligopol (MLA 2009 3(1): 36–37). Natürlich ließe der Kontext in diesen Fällen, zumindest in einigen davon, auch die Verwendung der ĮF zu; der Bedeutungsunterschied wäre jedoch gering, während die ĮF länger sind. Andererseits ergeben sich in denselben Texten häufig Umstände, unter denen eine Wortverbindung, die eine gewöhnliche Eigenschaft bezeichnet, passender zu sein scheint, z. B.: Das Studiengutscheinmodell führt freien Wettbewerb im Hochschulsektor (VPA 2012 2(11): 269); Freier Handel ist für kleine und offene Volkswirtschaften wie Litauen besonders wichtig (ŽŪM 2009 3–4(16): 185). Insgesamt

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Dennoch verlangt das Wesen eines Terminus seine Einheitlichkeit, auch hinsichtlich seiner formalen Ausdrucksweise, und gerade diese Anforderung kann dazu anregen, im Text stets eine Wortverbindung mit einheitlicher formaler Ausdrucksweise zu verwenden.

All diese in der Verwendung auftretenden Unklarheiten, der geringe Bedeutungsunterschied zwischen ĮF und NF und zugleich das Erfordernis der Einheitlichkeit der Terminusform können einen Anreiz darstellen, der der Formenvariation entgegenwirkt und die Vereinheitlichung der Form begünstigt. Im untersuchten Sprachgebrauch finden sich Beispiele, in denen im Text nicht nur eine einfache Eigenschaft bezeichnet, sondern mit einer Wortverbindung offensichtlich auch ein Begriff benannt und mit einer Konzeption, einem Verständnis oder einer Methode verknüpft wird, wobei eine einheitliche formale Ausdrucksweise gewählt wird, und zwar gerade die NF, z. B.: In wissenschaftlichen Arbeiten wird nachhaltige Entwicklung sehr unterschiedlich verstanden und definiert. <...> In verschiedenen Ländern werden der nachhaltigen Entwicklungtheoretische und praktische Aspekte analysiert (TE 2008 1(2): 37); Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Skaleneffekt die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit planwirtschaftlich-zentralisierter und marktwirtschaftlicher Elemente in einem gemischten Wirtschaftssystem aufzeigt, während die Analyse des vorgestellten wettbewerbsfähigen gemischten Wirtschaftssystems(Wirtschafts-)Modells dies nicht nur bestätigt, sondern auch die Voraussetzungen für Wettbewerbsvorteile privater Unternehmen offenlegt (EV 2009 14: 854); Bei einer Neubewertung von Vermögenswerten ist der beizulegende Zeitwert anhand eines aktiven Marktes zu bestimmen. Ein aktiver Markt ist ein Markt, auf dem der Vermögenswert die angegebenen Bedingungen erfüllt (EVAP 2013 4(32): 13). NF ist universeller: Sie eignet sich für Umstände, in denen der Kontext die Feststellung einer Eigenschaft stärker nahelegt oder zumindest zulässt. Andererseits lässt sich eine Wortverbindung, mit der ein Begriff benannt wird, in einem Text bereits dann als Terminus erkennen, wenn der Begriff dort definiert, erläutert oder klassifiziert wird oder wenn die Verbindung aus Adjektiv und Substantiv dazu dient, ein Verständnis, eine Theorie, eine Konzeption oder eine Methode zu benennen. Ein zusätzlicher morphologischer Hinweis ist dann nicht mehr erforderlich. Darüber hinaus zeigt auch die häufige Wiederholung im Text den Terminusstatus einer Wortverbindung an. Dadurch bleibt in wissenschaftlichen Texten kaum Raum für Mehrdeutigkeit, zumal, wie ersichtlich, ĮF und NF sich in vielen Fällen nur geringfügig in ihrer Bedeutung unterscheiden.

3.2. Der Herkunftsfaktor des Wortes

Einige Beispiele aus dem untersuchten Sprachgebrauch deuten darauf hin, dass darin litauische und internationale Wörter etwas unterschiedlich behandelt werden, obwohl eine solche Trennlinie in keiner normativen Publikation gezogen wird. Allerdings wurde an einer Stelle kurz auf den regelwidrigen Gebrauch der ĮF bei Wörtern fremder Herkunft hingewiesen (Paulauskienė, Tarvydaitė 1986: 139).

Eine unterschiedliche Bewertung von Wörtern litauischer und nichtlitauischer Herkunft zeigen vor allem die Fälle, in denen beide Wörter in einer Wortverbindung stehen, deren Bestandteile durch eine gleichrangige syntaktische Beziehung miteinander verbunden sind,

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aber bei einem die ĮF und beim anderen die NF verwendet wird, z. B.: Auch die Grundsätze öffentlich-privater Partnerschaften, ihr Inhalt und ihre Bedeutung werden im ergebnisorientierten Kulturmanagement auf unkonventionelle Weise bewertet. Ende des 15. Jahrhunderts verstärken sich merklich die auf Geschäftsmodellen beruhenden Beziehungen zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor. Bei der Analyse problematischer Aspekte des Kulturmanagements lassen sich jedoch Bemühungen unterscheiden, die Wirksamkeit öffentlich-privater Partnerschaften (VPP) im Kulturbereich sicherstellen sollen (VPA 2010 32: 62); Die Theorien des absoluten und komparativen Vorteils stellten den Merkantilismus infrage (ŽŪM 2009: 3–4(16): 185); Die Liquidität eines Unternehmens kann unterschiedlich beurteilt werden; am häufigsten werden jedoch folgende Kennzahlen verwendet: Liquidität dritten Grades, Liquidität zweiten Grades und Liquidität ersten Grades sowie das Nettoumlaufvermögen (MLA 2016 2(8): 193). Umso mehr unterscheiden sich die Formen litauischer und internationaler Wörter, wenn sie im Satz nicht in direkter syntaktischer Beziehung stehen, z. B.: Die Befürworter eines kleineren öffentlichen Sektors sind der Ansicht, dass ein größerer Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt der Wirtschaft und ihrer Entwicklung schadet, weil der Staat zusätzliche Ressourcen aus dem effizienten Wirtschaftssektor, zu dem der private Sektor gezählt wird, in den öffentlichen Sektor verlagert (EVAP 2015 2(37): 7); Ein Land hat einen komparativen Vorteil, wenn es Produkte (Waren) relativ kostengünstiger herstellen kann, d. h. mit geringeren Opportunitätskosten als sein Handelspartner und frei mit ihnen handeln kann (ŽŪM 2009: 3–4(16): 185).

Insgesamt werden solche Adjektive nichtlitauischer Herkunft wie absoliutus, –i; efektyvus, –i; maksimalus, –i; minimalus, –i; modernus, –i; nominalus, –i; optimalus, –i; potencialus, –i; privatus, –i; racionalus, –i, realus, –i in den für diese Untersuchung ausgewählten wissenschaftlichen Artikeln meist in der NF verwendet, z. B.: Diese Überlegungen sind für die Berechnung der minimalen Kapitalkosten von Bedeutung, d. h. für das Ziel, den maximalen Unternehmenswert und zugleich eine rationale Kapitalstruktur zu erreichen (EVAP 2011 2(22): 88); Von allen neoklassischen Modellen, die nach Faktoren vollkommener und unvollkommener Kapitalmärkte eingeteilt werden, sind unter den Annahmen eines vollkommenen Kapitalmarkts besonders die Thesen zur optimalen Kapitalstruktur hervorzuheben: die Theorie des optimalen Verschuldungsgrads und die Bestimmung der Kapitalstruktur gemäß dem Theorem von Modigliani und Miller (1958) (EVAP 2008 4(13): 76); Eine Krise ist die Phase des Konjunkturzyklus, die im Verhältnis zum potenziellen nationalen Produkt am niedrigsten liegt (MLA 2016 2(8): 163); Die litauische Wirtschaft gehörte zu den am schnellsten wachsenden der Welt, da das reale BIP-Wachstum sogar 10,3 Prozent erreichte (EVAP 2009 1(14): 169); In Ländern mit primitiver Wirtschaft besteht der größte Teil der Investitionen aus Sachinvestitionen (Investitionen in Sachanlagen), während in einem modernen Wirtschaftssystem Finanzinvestitionen überwiegen (EV 2010 15: 178); Hier wird unterschieden zwischen: Realkapital – Maschinen, Gebäude, Anlagen; Nominalkapital – Geldkapital (EVAP 2008 4(13): 72).

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In diesen Fällen haben auch Faktoren, die zur Wahl litauischer Adjektive in NF anregen, erheblichen Einfluss: die Nähe solcher Wortverbindungen zu Wortverbindungen, die eine Eigenschaft bezeichnen; Umstände, die häufig im Text entstehen und unter denen sich sowohl eine Eigenschaft des Gegenstands angeben als auch ein Terminus verwenden lässt; der geringe Unterschied zwischen ĮF und NF oder die Schwierigkeit, diese semantische Grenze zu ziehen; eine unklare Grundlage und ein unklarer Maßstab für die Verwendung von ĮF in der Terminologie. All dies zeigte sich bereits in Abschnitt 3.1 bei den Wörtern formal, -e; informell, -e; legal, -e; illegal, -e; materiell, -e; immateriell, -e; offiziell, -e; inoffiziell, -e und ihren Verwendungstendenzen. Allerdings werden in NF all diese und andere Internationalismen auch dann verwendet, wenn sie lediglich als Bestandteil eines Terminus gelten können, denn mit diesen Wortverbindungen werden Theorien, Methoden, Konzepte, Hypothesen und sogar Termini bezeichnet, z. B.: Theorie moderner Portfolios Die Arbeiten von H. Markowitz, die auf die Suche nach einem effizienten Portfolio ausgerichtet waren, beeinflussten ihre Entwicklung maßgeblich. H. Markowitz schlug als Erster den Terminus effizientes Portfolio vor. Ein effizientes Portfolio wird als Portfolio beschrieben, das bei einer bestimmten Rendite das geringste Risiko oder bei einem bestimmten Risikoniveau die höchste Rendite aufweist (EVAP 2007 1(8): 52); Eine weitere Theorie des strukturellen Wettbewerbsansatzes – die Hypothese der effizienten Struktur – besagt, dass der positive Zusammenhang zwischen Rentabilität und Marktkonzentration nicht auf Marktmacht zurückzuführen ist (TE 2008 1(2): 103); Die Theorie der kumulativen Verursachung hebt die rückwirkenden Auswirkungen der Migration sowohl auf die Motivation des Einzelnen als auch auf soziale und wirtschaftliche Strukturen hervor (VSE 2013 1(3): 110).

Bei der Klassifizierung von Objekten oder Phänomenen und der Benennung ihrer Arten werden Internationalismen, die als abhängige Bestandteile von Termini dienen – selbst wenn sie sich bereits weitgehend etabliert haben –, ebenfalls häufig in NF verwendet, z. B.: Völlig zu Recht wendet das VKC bei der Bewertung der wirtschaftlichen Tätigkeit der Forstbetriebe nicht den Nennwert, sondern die Discounted-Cashflow-Methode (ŽŪM 2016 2(23): 89); Die Abhängigkeit des Kostenniveaus vom Produktionsvolumen bestimmt die horizontalen und vertikalen Wachstumsgrenzen eines Unternehmens. Die horizontale Grenze wird in zweifacher Bedeutung verstanden: als Produktionsmenge eines einzelnen Produkts <...> und als Vielfalt der Waren innerhalb eines Unternehmens <...>. Die vertikale Grenze hängt nicht nur mit internen, sondern auch mit externen Größenvorteilen des Unternehmens zusammen (TE 2007 2(1): 32); Ferreira et al. (2009) zufolge werden produktive Staatsausgaben als solche definiert, die die Produktion des privaten Sektors ergänzen, positive externe Effekte für Unternehmen des privaten Sektors hervorrufen und sich positiv auf die Grenzproduktivität von Kapital und Arbeit auswirken. Unproduktive Ausgaben schaffen im Land ebenfalls Wohlstand, doch ihre Auswirkungen hemmen häufig das Wirtschaftswachstum (EVAP 2015 2(37): 11); P. Sanchez und J. E. Ricart (2010) legten zwei Konfigurationen von Geschäftsmodellen vor, die in Märkten mit niedrigen Einkommen angewandt werden können: 1. Isolierte Geschäftsmodelle, die auf einer Ausschöpfungsstrategie beruhen, um

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die Effizienz zu steigern, werden unternehmenseigene Ressourcen und Kapazitäten eingesetzt. 2. Interaktive Geschäftsmodelle, beruhen auf einer Erkundungsstrategie (engl. exploration) (TE 2016 1(10): 179).

Auch ein in beschreibenden wie in normativen Arbeiten erwähnter Neutralisierungsprozess kann die Wahl von ĮF bei den Wörtern maximal, -e; minimal, -e; optimal, -e begünstigen. Zwar wird dort lediglich darauf hingewiesen, dass man dazu tendiert, bei litauischen Adjektiven im Superlativ ĮF nicht zu verwenden, und dies nicht unmittelbar mit der Terminologie in Verbindung gebracht; wie jedoch gezeigt wurde, legt die in Grammatiken angeführte Klassifikation der Bedeutungen von ĮF eine indirekte Verbindungsmöglichkeit nahe, ebenso wie die Unbestimmtheit des Verhältnisses zwischen der Bezeichnung einer klassifizierenden Eigenschaft und einem Terminus. In der Sprachverwendung kann dies als Möglichkeit interpretiert werden, auch bei nichtlitauischen Entsprechungen von Adjektiven im Superlativ auf eine morphologische Kennzeichnung zu verzichten. Im untersuchten Sprachgebrauch finden sich ebenfalls unmarkierte litauische Adjektive im Superlativ als Bestandteile von Termini, z. B.: Der Vektor der β-Parameter wird nach der größten Wahrscheinlichkeit geschätzt (MLA 2016 2(8): 194); Zur Schätzung der Parameter jeder Gleichung (des ökonometrischen Modells) wurde die Methode der kleinsten Quadrate verwendet (MTS 2010 2(23): 54).

Auch bei anderen Adjektiven nichtlitauischen Ursprungs wird ĮF häufig nicht verwendet, z. B.: Personen, die mit einer Bescheinigung über individuelle Tätigkeit arbeiten, zahlen 1,5-mal höhere VSD- und PSD-Beiträge (EVAP 2015 2(37): 27); Als am wenigsten wichtig gilt der Mangel an Unterstützung und Anreizen seitens der Führungskräfte zur Umsetzung innovativer Veränderungen in der Organisation (EVAP 2013 3(31): 29); Die globale Wirtschaft und die internationale Offenheit führen dazu, dass es keinen entwickelten Staat gibt, der die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit nicht zu einer seiner wichtigsten wirtschaftspolitischen Prioritäten erklärt hätte (EVAP 2015 2(37): 39); Aus dieser Definition lässt sich die Wirkung des Umlaufvermögens, der Cashflows und des liquiden Vermögens auf den Umfang des Unternehmensvermögens und den Unternehmenswert klar erkennen (MLA 2016 2(8): 194); Die beiden anderen statistisch signifikanten Dummyvariablen dienten dazu, die Finanzkrise von 2008 in das Modell einzubeziehen (TE 2012 2(6): 183); Theoretische Untersuchungen zur rationalen Kapitalstruktur ermöglichen es, in der modernen Finanzierungstheorie zwei elementare Forschungsbereiche abzugrenzen (EVAP 2008 4(13): 73); Dann ist bereits das Ausbleiben fundamentaler Faktoren erkennbar, und es wird wichtig, die Ursachen der Erwartungen und das Verhalten künftiger Verbraucher zu verstehen (VSE 2012 1(2): 66).

Viele Internationalismen gelangen durch die Übersetzung von Termini aus dem Englischen in die wirtschaftswissenschaftliche Terminologie; im Englischen wird ĮF nicht verwendet. Dies würde zunächst dazu veranlassen, die auch in zusammenhängenden Texten hervortretende Tendenz, bei Internationalismen ĮF nicht zu verwenden, mit der direkten Übersetzung, d. h. dem Einfluss des Englischen, in Verbindung zu bringen. Dieser Faktor wirkt jedoch wahrscheinlich gemeinsam mit allen bisher genannten Faktoren. NF ist zudem universeller und kürzer. Ein besonders wichtiger Faktor könnte sein, dass ein Internationalismus in wissenschaftlichen Texten häufig mit einem Terminus assoziiert wird und gerade diese Funktion erfüllen kann, die

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In den normierenden Werken wird der Gebrauch der bestimmenden Formen vorgeschrieben, d. h. zur Kennzeichnung eines Terminus. Andererseits haben Internationalismen meist auch eine spezifische lexikalische Bedeutung. Bei einem geringen Bedeutungsunterschied zwischen unbestimmten und bestimmten Formen entsteht keine Mehrdeutigkeit. Wie die erörterten Fälle zeigen, liegen vielmehr Umstände vor, unter denen sowohl eine einfache als auch eine hervorgehobene Eigenschaft eines Gegenstands sowie sowohl eine vorübergehende als auch eine dauerhafte Eigenschaft bezeichnet werden kann. Wird eine Wortverbindung mit einem solchen abhängigen Bestandteil zudem ständig wiederholt und/oder der damit bezeichnete Begriff im Text definiert oder klassifiziert, kann die in normierenden Werken festgelegte morphologische Markierung – die bestimmte Form – in wissenschaftlichen Texten schlicht überflüssig sein.

3.3. Nichtgebrauch der bestimmten Partizipialformen

Im untersuchten Sprachgebrauch ist eine deutliche Tendenz zu beobachten, nicht nur bei Adjektiven, sondern auch bei Partizipien die bestimmten Formen nicht zu verwenden, insbesondere bei solchen, die von Internationalismen abgeleitet sind. Es zeigt sich, dass man sie tendenziell nicht verwendet, wenn das Partizip, insbesondere das Präteritalpartizip, eine aus einer passiven Handlung hervorgehende Eigenschaft bezeichnet, die als für den Gegenstand charakteristisch verallgemeinert wird (diskontierte Zahlungsströme, fester Zinssatz, konsolidierter Haushalt, qualifizierte Arbeit, qualifizierter Arbeitnehmer, qualifizierte Arbeitskräfte, monopoliserter Markt, gedeckte Anleihen, ausgewogenes Wachstum, ausgeglichener Haushalt, interessierte Person, befristeter Vertrag u. a.), z. B.: Die Struktur des konsolidierten Haushalts wird in Abbildung 1 dargestellt (MLA 2014 1(6): 51); In der Europäischen Union wird in der Praxis am häufigsten der Festtarif als Förderinstrument verwendet (VPA 2014 2(13): 260); Ein weiterer Faktor, der ausländische Direktinvestitionen beeinflusst, sind qualifizierte Arbeitskräfte (MLA 2(8): 215); Der fünfte Aspekt ist der Beitrag interessierter Personen (VPA 2007 22: 12); Untersuchungen zeigen, dass selbst Arbeitnehmer mit befristeten Arbeitsverträgen bessere Aufstiegschancen haben, wenn sie in Vollzeit arbeiten (VPA 2013 4(12): 546).

Bestimmte Formen werden auch bei Vorgangspassivpartizipien im Präsens nicht verwendet, die mit einer verallgemeinerten Handlung verbundene Eigenschaften bezeichnen, z. B.: Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Kapitalstruktur börsennotierter Unternehmen im Baltikum von der Kapitalstruktur der Unternehmen in entwickelten Staaten unterscheidet (EV 2010 15: 177); Verfügbare Einkommen sind einer der einflussreichsten Faktoren für den persönlichen Konsum (EVAP 2012 3(27): 13).

Wenn offensichtliche Unterschiede der Genera zum Ausdruck gebracht werden, werden bestimmte Formen von Partizipien des Aktivs bisweilen ebenfalls nicht verwendet, z. B.: Die zur Sicherstellung eines effizienten Geschäftsbetriebs der Muttergesellschaft erforderlichen Aufträge ermöglichten den erfolgreichen Betrieb von Tochtergesellschaften, die den Bedürfnissen der Muttergesellschaft entsprachen, und die Deckung der Fixkosten durch die Muttergesellschaft

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Aufträge ermöglichte es, externen Kunden Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten (VSE 2012 2(2): 75).

ĮF neįgyja ir lietuvišką šaknį turintys dalyviai, nors toks polinkis ir retesnis, pvz.: Mokslininkų teigimu, besimokanti ekonomika – tai tokia ekonomika, kurioje individų, įmonių ir regionų sėkmę atspindi sugebėjimas mokytis (ir pamiršti senus įpročius) (VPA 2014 3(13): 635); Besimokanti organizacija sukuria tokią mokymosi aplinką, kurioje nuolat įgyjamas vis naujas supratimas tiek individų, tiek kolektyviniu lygmeniu (VPA 2014 3(13): 636); Pelno sąvoka suprantama kaip nuosavo kapitalo ir vidinės palūkanų normos sandaugos suma su skolintu kapitalu ir skirtumo tarp vidinės palūkanų normos bei skolinto kapitalo kaštų normos sandauga (EVAP 2008 4(13): 74); Pajamos yra neapmokestinamos, jei per metus jų dydis neviršija metiniam neapmokestinamam minimumui taikyti nustatytos ribos (VPA 2006 15: 48). Tik NF yra įsigalėję terminai besivystanti šalis (ekonomika, rinka) ir išsivysčiusi šalis (ekonomika, rinka), pvz.: Verslo grupių yra tiek išsivysčiusiose, tiek besivystančios ekonomikos šalyse (VSE 2012 2(2): 65); Taip pat nagrinėjama besivystančių ir išsivysčiusių kapitalo rinkų sąveika (VPA 2012 2(11): 142). Dar NF vartojami reikiamybės dalyviai, tik jų šios srities terminijoje nėra daug, pvz.: Pagrindiniai likvidumo kintamieji, turintys įtakos įmonės vertės dydžiui yra: atsargos, pinigai ir jų ekvivalentai, gautinos sumos (trumpalaikis turtas) ir atidėjimai, mokėtinos sumos bei paskolos ir kiti įsipareigojimai (trumpalaikiai įsipareigojimai) (MLA 2016 2(8): 194).

Somit haben alle Partizipien, die in unbestimmter Form verwendet werden – sowohl litauische als auch aus nichtlitauischen Wörtern gebildete – recht typische Bedeutungen, d. h., sie bezeichnen dauerhafte, verallgemeinerte, für einen Gegenstand charakteristische Eigenschaften, die mit einer gegenwärtig oder in der Vergangenheit stattfindenden Handlung verbunden sind. Ihre Bedeutung unterscheidet sich nur sehr geringfügig von derjenigen der bestimmten Formen; das entsprechende bestimmte Pendant könnte, wie nach der Norm vorgeschriebenen Kennzeichnung eines Terminus durch ein morphologisches Merkmal festgestellt wurde, meist lediglich anzeigen, dass die Wortverbindung den Status eines Terminus hat. Wahrscheinlich führen die unscharfen semantischen Grenzen, die daraus entstehenden Unklarheiten und schließlich die Vereinheitlichung der Formen dazu, dass die unbestimmte Form nicht nur im Satz Chaebol – das sind familienkontrollierte, diversifizierte Unternehmensgruppen, die in der wissenschaftlichen Literatur sowohl gelobt als auch kritisiert wurden (VSE 2012 2(2): 72), verwendet wird, wo die Feststellung einer einfachen Eigenschaft durch den syntaktischen Kontext bestimmt ist, sondern auch im Satz Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Chaebol wie andere familienkontrollierte diversifizierte Unternehmensgruppen die Vor- und Nachteile von Familienbesitz und -kontrolle vereinen (VSE 2012 2(2): 78), wo bereits eine bestimmte Form verwendet werden könnte, die eine hervorhebende Bedeutung oder Art kennzeichnet. Aus den genannten Gründen werden einheitliche Formen vermutlich auch in den Sätzen Der Vertrieb von Betäubungsmitteln durch eine organisierte Gruppe ist

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Die weit verbreitete Kriminalität, die durch wirtschaftliche und operative Ressourcen unterstützt wird und sehr häufig mit internationalen Verbindungen einhergeht, und deshalb kann der Vertrieb von Betäubungsmitteln als organisierte Gruppe so weit um sich greifen, dass er eine unmittelbare Gefahr für die Ruhe und die körperliche Sicherheit aller Einwohner oder eines großen Teils von ihnen darstellt (VPA 2013 1(12): 143–144). Im ersten Satz wird die Wortverbindung organisierte Gruppe zwar erstmals im Text erwähnt und könnte daher einen Fall darstellen, in dem die ĮF zur Bezeichnung eines Merkmals verneint wird; im folgenden Satz könnte damit jedoch bereits eine bekannte Art von Gegenstand bezeichnet werden, weshalb die ĮF verwendet wird. Offenbar sind diese Unklarheiten jedoch nicht allein ausschlaggebend. Die Partizipialform kann selbst ein charakteristisches Merkmal eines Gegenstands bezeichnen, und das Wort hat häufig eine spezifische lexikalische Bedeutung; damit wird die ĮF als Kennzeichen überflüssig, zumal sie das Wort länger und unhandlicher macht und im Wesentlichen keinen Bedeutungsunterschied vermittelt. Nicht nur als Art-, sondern auch als Terminuskennzeichen wird eine solche Form in wissenschaftlichen Texten häufig funktionslos, denn den Terminusstatus zeigen, wie dargelegt, in solchen Texten auch viele andere Mittel an, etwa die Verbindung der Wortgruppe mit einer Definition, ihre häufige Wiederholung und ihre spezifische Bedeutung. Ist das Partizip ein Wort nichtlitauischer Herkunft, so ist auch dies vermutlich ein Terminuskennzeichen; deshalb werden ĮF nichtlitauischer aktivischer oder passivischer Partizipien besonders selten verwendet. Dazu können die Besonderheiten des untersuchten Sprachgebrauchs wesentlich beitragen: In ihm sind Termini besonders verbreitet, deren abhängiges oder sogar deren Hauptglied ein Wort nichtlitauischer Herkunft ist.

Natürlich ist diese sich im Sprachgebrauch abzeichnende Tendenz, ebenso wie die anderen erörterten Tendenzen, kein allgemeingültiges Prinzip. Die Verwendung variiert zwischen Texten, innerhalb eines Textes und auf der Ebene von Wortverbindungen; daher kommen auch ĮF vor, z. B.: Im ersten Fall wird die Verteilung der vom Markt erzielten Einnahmen analysiert <...>, im zweiten dagegen verfügbares Einkommen, also nach Steuern und Sozialleistungen (EVAP 2015 1(36): 20); Zu Geschäftsführern dieser neuen Unternehmen wurden einige der MuttergesellschaftGeschäftsführer und Anteilseigner (VSE 2012 2(2): 75); Der wichtigste Aspekt des externen Umfelds im Kontext einer Sozialunternehmensorganisation sind Anspruchsgruppen. Anspruchsgruppen sind jene gesellschaftlichen Segmente, die von der Organisation möglicherweise nicht unmittelbar betroffen sind, die ihre Tätigkeit jedoch beeinflussen kann (VSE 2013 2(3): 217).

Vis dėlto vartojimo polinkiais išsiskiria tam tikra dalyvių grupė: įvairių netipinių reikšmės atspalvių (veiksmo priemonės, veiksmo vietos ar laiko ir pan.) turintys lietuviškos kilmės dalyviai vartojami tik ĮF, pvz.: Didžiausią valstybės išlaidų dalį (apie 30 proc.) sudaro einamosios išlaidos (EVAP 2015 2(37): 9); Lietuva neišsiskiria iš kitų pereinamosios ekonomikos šalių (VSE 2012 2(2): 82); Pensijų sistemų reformos ES valstybėse turi skatinti kaupiamuoju principu veikiančias papildomas savanoriškų pensijų schemas (VPA 2006 17: 67); Tam būtina vadovautis valiutų portfelio strategija, maksimizuojančia portfelio perkamąją

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Macht zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft oder die Möglichkeit, einen maximalen Kaufkraftwert für einen bestimmten Zeitraum (VTP 2006 1(7): 56).

3.4. Unterscheidungsfunktion

Der Gebrauch der bestimmten Formen in Termini variiert erheblich, doch bei bestimmten Termini werden ausschließlich bestimmte Formen verwendet. Im untersuchten Sprachgebrauch wurde keine unbestimmte Form des Adjektivs in der Wortverbindung Humankapital gefunden, obwohl die DLKG die Tendenz im Sprachgebrauch angibt, Ableitungen mit dem Suffix -iškas, -a nicht mit bestimmten Formen zu markieren. Aus den Texten geht hervor, dass für dieses Adjektiv keine solche Ausnahme gemacht wird, z. B.: Auch andere Unterschiede in der Einstellung der Bürger neuer und alter EU-Mitgliedstaaten gegenüber dem Humankapital sind zutage getreten (T 2012 3(60): 215); Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass Humankapital die wichtigste Quelle für Schwankungen der Einkommen und des Wohlstands verschiedener Länder ist (VSE 2014 1(4): 90). Unter keinerlei syntaktischen Umständen wird die unbestimmte Form auch beim Adjektiv des zusammengesetzten Terminus Humankapital verwendet, z. B.: Humankapital war stets wichtig für die Entwicklung von Staaten und Völkern (T 2011 1(54): 11); Als größte Barriere im Prozess der Einführung und Entwicklung von Innovationen betrachten die Befragten den Mangel an finanziellen und Humankapitalressourcen in öffentlichen Organisationen (EVAP 2013 3(31): 29).

Andere Ableitungen auf -iškas, -a werden, wie es die Ausnahme für die Kennzeichnung einer Art durch die ĮF vorsieht, häufig in der NF verwendet, zum Beispiel: Selbstgesteuertes Lernen – ein Lernsystem, bei dem viele Aspekte des Lernprozesses von den Lernenden kontrolliert werden (VPA 2008 26: 100); Freiwilligentätigkeit ist als unentgeltliche Tätigkeit für die Gesellschaft ein Bereich von zunehmend großem Interesse (OV 2012 64: 106).

Nur in der ĮF wird in Termini das Adjektiv rein, -e verwendet, zum Beispiel: Die Veränderungsindikatoren der Nettoinvestitionen zeigen die Lage der Volkswirtschaft in einem bestimmten Konjunkturzyklus (MLA 2016 2(8): 167); Bei der wirtschaftlichen Bewertung von Projekten wird, sofern möglich, angestrebt, den wirtschaftlichen internen Zinsfuß und den Nettogegenwartswert zu bestimmen (ŽŪM 2013 1(20): 65). Auch das Adjektiv öffentlich, -e steht fast immer in der bestimmten Form, zum Beispiel: Die moderne öffentliche Verwaltung ist ein äußerst komplexes Phänomen, bedingt durch globale Veränderungen, die Reformen der öffentlichen Verwaltung sowie die Notwendigkeit der Modernisierung öffentlicher Institutionen voraussetzen (EVAP 2013 3(31): 22); Indem sie die Versorgungssektoren für kommunale Dienstleistungen und öffentliche Güter als äußerst sicher betrachteten, verliehen Finanzinvestoren die für die Entwicklung von Unternehmensgruppen erforderlichen Kapitalströme zu einer niedrigeren Risikoprämie als marktüblich (VSE 2012 2(2): 77).

Obwohl das Adjektiv gesamt, -e häufig auch in der NF verwendet wird, stehen in Wortverbindungen wie Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationalprodukt, Gesamtangebot, Gesamt

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Nachfrage, Gemeinkosten usw. In den untersuchten Texten wurden nur ĮF gefunden, z. B.: Grundlage dieses Rechnungssystems ist das Bruttoinlandsprodukt (BVP), das die realen jährlichen Wirtschaftsindikatoren eines Landes beschreibt und das Wirtschaftswachstumstempo aufzeigt (EVAP 2009 1(14): 167); A. Okun (1962) analysierte die Daten zur Entwicklung der Arbeitslosenquote und des Bruttonationalprodukts (BNP) für den Zeitraum 1953–60 in den USA und stellte empirisch fest, dass ein regelmäßiger negativer Zusammenhang zwischen dem prozentualen Verhältnis des tatsächlichen zum potenziellen BNP und der Differenz zwischen der tatsächlichen und der natürlichen Arbeitslosenquote besteht (EV 209 14: 140); Demnach wirkt sich der Zinssatz am stärksten auf die Gemeinkosten aus (MLA 2012 3(4): 255). Nur die ĮF wird als abhängiges Glied der Wortverbindung Drittländer verwendet, z. B.: Beschränkungen können auf Exporte oder Importe im Handel mit Drittländern angewandt werden (T 2011 4(57): 97); Dazu trug teilweise die Änderung des Handelsregimes mit Drittländern nach dem EU-Beitritt Litauens bei (ŽŪM 2009 3–4 (16): 187).

In einem Artikel werden als abhängige Glieder der Wortverbindungen intelligente Wirtschaft und intelligente Stadt ausschließlich ĮF verwendet, z. B.: In der jüngsten wissenschaftlichen und praxisorientierten Literatur sowie in strategischen Dokumenten findet sich immer häufiger der Begriff intelligente Wirtschaft (engl. smart economy) , der in unterschiedlichen Kontexten verwendet wird: beim Aufbau einer intelligenten Stadt, bei der Entwicklung der Wirtschaft, bei der strategischen Planung und bei der Hervorhebung (Vermarktung) der Besonderheit von Städten. Intelligente Wirtschaft ist eine der Komponenten einer intelligenten Stadt, daher ist es naheliegend, dass sich die wissenschaftliche und praxisorientierte Literatur vor allem mit dem Konzept der intelligenten Stadt befasst (VPA 2014 3(13): 270). Bei anderen in diesem Artikel verwendeten Termini, deren Hauptglied ebenfalls Wirtschaft ist, wird die ĮF bei adjektivischen Gliedern vermieden, selbst wenn diese Termini definiert oder erläutert werden, z. B.: In der wissenschaftlichen Literatur wird die vernetzte Wirtschaft meist mit der Verbreitung des Internets und seiner Nutzung in wirtschaftlichen Prozessen und im Alltag in Verbindung gebracht; Die innovative Wirtschaft beruht auf direkten und Rückkopplungsbeziehungen zwischen Wissenschaft, Produktion und Personalausbildung (VPA 2014 3(13): 473).

Wie die Beispiele zeigen, hätten nicht-umgangene Formen aller ausschließlich mit ĮF verwendeten Termini eine ganz andere Bedeutung oder wären sogar semantisch sinnlos. Die aus dem schwankenden Gebrauch hervortretende Konsistenz weist daher darauf hin, dass ĮF hier – anders als in der kodifizierten Norm festgelegt – dazu tendiert, die Funktion zu erhalten, einen Terminus nicht von jedem, sondern nur von einem nicht flektierten Gegenstück mit offensichtlich abweichender Bedeutung zu unterscheiden. Eine solche Tendenz wäre verständlich, da im wissenschaftlichen Text auch viele andere besprochene Merkmale den Terminusstatus anzeigen. Andererseits wurde in Abschnitt 2.2 erwähnt, dass eines der bei der Begründung der Norm angeführten Argumente darin besteht,

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Mehrdeutigkeit vermeiden zu wollen; in dieser Hinsicht wird der Norm also nicht widersprochen, sondern sie wird lediglich auf eigene Weise interpretiert.

Die unterscheidende Funktion ließe sich auch mit dem recht konsequenten Gebrauch von ĮF bei Passivpartizipien im Litauischen erklären, die Bedeutungsnuancen des Mittels, der Art und Weise, der Zeit oder anderer Aspekte der Handlung ausdrücken, z. B.: Distributive Gerechtigkeit (vgl. verteilte Gerechtigkeit) war die erste Gerechtigkeitskomponente, auf die Forschende aufmerksam wurden (OV 2012 64: 42); Dementsprechend erfüllen die nachstehend beschriebenen wichtigsten Funktionen – die Regulierungs- und die Umverteilungsfunktion (vgl. umverteilte) – die sozialökonomische Rolle der Steuern (MLA 2015 2(7): 247); Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist einer der größten verarbeitenden Industriezweige (vgl. verarbeitende Industrie) in Litauen (ŽŪM 2009 1–2(16): 77); Ein fester Tarif und eine lange Förderperiode (vgl. geförderte Periode) verringern das finanzielle Risiko (VPA 2014 2(13): 261); In den Jahresberichten von Investmentfondsgesellschaften werden zwei Kennzahlen veröffentlicht, die mit Vergleichsindizes verbunden sind (vgl. verglichener Index) (MLA 2011 4(3): 6); Wie auch in früheren Zeiträumen waren die Kennzahlen zur Qualität des Portfolios an Konsumentenkrediten relativ gesehen am schlechtesten (VSE 2012 2(2): 86). In diesen Fällen verliehen die NF der Partizipien den Wortverbindungen einen ausgeprägten objektbezogenen Bedeutungsaspekt, sodass solche Verbindungen in einem wissenschaftlichen Text semantisch sinnlos wären. Bei Partizipien mit typischer Bedeutung erfüllt die ĮF keine derart wichtige unterscheidende Funktion; daher schwankt ihr Gebrauch stärker, und häufig wird als allgemeine Form die NF gewählt. Auch die ĮF litauischer, insbesondere aber nichtlitauischer Adjektive hat keine offensichtlich unterscheidende Bedeutung. Dies ist offenbar neben einer ganzen Reihe anderer Faktoren ebenfalls für den freieren Gebrauch und den häufigen Ersatz durch die einfache Form verantwortlich. Innerhalb dieser Adjektivgruppe heben sich hinsichtlich der Gebrauchstendenzen allgemein, –e; rein, –e und öffentlich, –e ab; auch dies ließe sich jedoch durch die unterscheidende Funktion erklären: In Texten aus dem Wirtschaftsbereich werden häufig auch Wortverbindungen verwendet, die unmittelbar Geldbeträge bezeichnen, wie Gesamtsumme, Gesamtkennzahl, Gesamtgewinn, Gesamtwert oder Ähnliches, z. B.: Kleine Geldbeträge zu investieren ist teuer und schwierig, doch die Gesamtsumme, die Menschen in einen Fonds einzahlen, ist ausreichend groß (VSE 2011 1(1): 116); Wichtig ist nicht nur zu bewerten, wie der Zustand der einzelnen Faktoren ist, sondern auch, wie wichtig sie für die Gesamtwettbewerbsfähigkeit sind und welche Wirkung die finanziellen Ressourcen auf den jeweiligen Faktor haben (VSE 2013 2(3): 268). Dieselbe Form, die sowohl für eine Wortverbindung zur Bezeichnung eines Geldbetrags als auch für einen Terminus gewählt würde, könnte also Mehrdeutigkeit hervorrufen. In diesem Bereich könnte Mehrdeutigkeit häufig auch dann entstehen, wenn bei den Adjektiven öffentlich, –e und rein, –e die ĮF nicht verwendet würde.

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4. KONTEXTFREIER GEBRAUCH

Es wäre schwierig zu überprüfen, in welchem Maße Wörterbücher die untersuchte Verwendung beeinflussen, zumal es nicht nur eine große Auswahl an Wörterbüchern, sondern auch an verschiedenen Terminologiedatenbanken gibt. Angesichts der Besonderheiten des Wirtschaftsbereichs ließe sich jedoch annehmen, dass die Wechselwirkung wechselseitig ist. Da die Wirtschaftswissenschaft in Litauen erst vergleichsweise vor Kurzem einen Wandel durchlaufen hat, musste ein großer Teil der Terminologie neu geschaffen werden; wie die damals veröffentlichten Wörterbücher zeigen, wurde der Terminologiebedarf überwiegend durch aus dem Englischen übersetzte Wörterbücher gedeckt. Da es an Terminologie mangelte, musste man sich an den übersetzten Wörterbüchern orientieren. Andererseits lässt sich an ihnen ein gewisser Terminologiewandel erkennen, was die Annahme zulässt, dass auch der Sprachgebrauch seinerseits die in Wörterbüchern aufgeführte Terminologie korrigiert, zumal der terminologische Umlauf in diesem Bereich groß ist. Unter den heutigen Bedingungen der Terminologiearbeit wird der Sprachgebrauch auch von verschiedenen Terminologiedatenbanken beeinflusst. Besonders wichtige Terminologiequellen sind die Rechtsakte der Europäischen Union und der Republik Litauen. Im Folgenden wird daher untersucht, welche Tendenzen sich in Quellen dieser Art herausbilden.

4.1. Verhältnis zwischen bestimmten und unbestimmten Formen in Wörterbüchern der Wirtschaftsterminologie

Um zu beurteilen, inwieweit die festgelegte Norm eingehalten wird, werden fünf Wörterbücher der Wirtschaftsterminologie herangezogen: das 1994 erschienene Wörterbuch der Wirtschaftsterminologie von Christopher Pass, Bryan Lowes und Leslie Davies (im Folgenden ETŽ₁), die 1997 erschienene überarbeitete und erweiterte Ausgabe dieses Wörterbuchs (im Folgenden ETŽ₂), das 1999 von der Pädagogischen Universität Vilnius herausgegebene Lehrwörterbuch Wirtschaftsterminologie und Begriffe (im Folgenden ETS), das 2005 erschienene Wörterbuch der Wirtschaftsterminologie von Rūta Vainienė (im Folgenden EŽ) sowie das 2006 erschienene Englisch-Litauische erläuternde Wörterbuch der Wirtschaftsterminologie von David W. Pearce (im Folgenden AŽ). Alle wurden von Fachleuten der Wirtschaftswissenschaft übersetzt, redigiert oder begutachtet, sind jedoch sprachlich unterschiedlich bearbeitet: Einige wurden von einem Sprachredakteur redigiert (ETŽ₁, EŽ), bei anderen ist der Name des Sprachredakteurs nicht angegeben (ETŽ₂, ETS), während im AŽ nicht nur der Name der Redakteurin aufgeführt ist, sondern unter den Übersetzern, Redakteuren und Beratern des Wörterbuchs auch die Terminologieabteilung des Instituts für Litauische Sprache genannt wird. Keines der Wörterbücher wurde jedoch von der Staatlichen Kommission für die Litauische Sprache gebilligt und repräsentiert daher eher den Sprachgebrauch als die Norm.

Von den fünf Wörterbüchern der letzten beiden Jahrzehnte setzt nur eines das Prinzip um, dass die notwendige Kennzeichnung des Terminus durch eine bestimmte Form erfolgt – EEŽ₁; darin finden sich allerdings 8 zweigliedrige Termini, die die bestimmte Form ablehnen

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(Entwicklungsland, Entwicklungsregion, teures Geld, Industrieland, unterentwickeltes Land, Kreditgeber letzter Instanz, minderwertiges Erzeugnis, sparsamer Mensch) sowie 8 mehrgliedrige: Wirtschaft der Entwicklungsländer, wirtschaftlichste Bestellmenge, junger Industriezweig, Ausverkaufsgeschäft, Kurve der optimalen Ausgaben, Papierzeichen mit ausgewiesenem Wert, gerechte und unparteiische Haltung, Meistbegünstigungsklausel.

Die übrigen 264 in diesem Wörterbuch definierten Termini, die eine bestimmte Form haben können, sind mit ihr versehen5. Es ist verständlich, dass dieser Kennzeichnungswert sowohl Adjektiven (offene Wirtschaft, Bruttogewinn, künftige Integration, Doppelbesteuerung, Schwarzmarkt, heißes Geld, freier Markt, gemischte Wirtschaft, zinsgünstiges Darlehen, harte Währung) als auch Partizipien (steuerpflichtige Einkünfte, zahlbare Rechnungen, steigende Einkünfte, Wandelanleihen, unsichtbarer Markt, Gratisaktien, ungedeckte Währung, Leihkapital) sowie einem Terminus mit Zahlwort (Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) zugewiesen wurde.

Für Internationalismen wurden keine Ausnahmen gemacht (absoluter Vorteil, Holdinggesellschaft, konsolidierte Rente, Nominalpreis, positive Wirtschaftstheorie, Privatunternehmen, Vorzugsaktie, Fachgeschäft, Multiplikator des ausgeglichenen Haushalts, befristetes Darlehen), obwohl es in diesem Wörterbuch nicht viele Termini mit solchen abhängigen Gliedern gibt (42 von 264, die eine bestimmte Form erhalten haben).

Das Kennzeichen des Terminus wurde sowohl Adjektiven im Superlativ (niedrigstes Niveau, geringste wirtschaftliche Wirkung, niedrigster Kreditzinssatz) als auch Ableitungen mit dem Suffix -iškas, -a (grobianische Preisbildung, bedingte Verteilung, Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung) verliehen.

Damit werden sowohl dreigliedrige Termini bezeichnet (Offenmarktoperation, Konten der doppelten Buchführung, Freihandelszone, natürliche Arbeitslosenquote, negative wirtschaftliche Wirkung) als auch Termini, die aus vier oder mehr Wörtern bestehen (Gesetz des abnehmenden Grenzertrags, Markt für die Emission neuer Wertpapiere, Wertpapiere mit festgelegtem Zinssatz, Anteil des eingezahlten Aktienkapitals, vorübergehende Arbeitslosigkeit infolge eines Arbeitsplatzwechsels).

5 Ein Terminus – Markt für die Herstellung zahlreicher Waren – gehört zu denjenigen, die in den Sprachhinweisen als nicht empfehlenswert beurteilt werden.

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Andere Tendenzen beim Gebrauch der ĮF zeigen sich auch in der zweiten Auflage dieses Wörterbuchs – ETŽ2. In dieser Termsammlung weisen 24,8 Prozent der darin definierten Termini, die eine solche Form haben könnten, keine ĮF auf, d. h. 64 Termini (194 haben sie angenommen, siehe Tabelle 1)6.

Ausnahmen gibt es sowohl bei Adjektiven als auch bei Partizipien, sie sind jedoch nicht systematisch, vgl.: die flexible Monopolpolitik, aber das System des flexiblen Wechselkurses; ein neuer Industriezweig, aber das Land der neuen Industrialisierung; negative Investitionen, negative Ersparnisse, aber die negative Einkommensteuer; zusätzlicher Nutzen, aber die zusätzliche Einfuhrsteuer; verborgene Vorräte, verborgene Arbeitslosigkeit, verborgene Steuern, aber die verborgene Preissenkung, die verborgene Preiserhöhung; konstante Einkommen, aber die Hypothese des permanenten Einkommens; privater Sektor, aber private Ausgaben, private Produkte; kurze Frist, aber durchschnittliche kurzfristige Kosten usw.

Offenbar wird versucht, bei Adjektiven im Superlativ die ĮF wegzulassen (Meistbegünstigungsklausel, beste lineare unverzerrte Schätzer); in anderen Termini stehen solche Adjektive jedoch in der ĮF (kleinstmögliche effiziente Produktionsmenge, niedrigstes Niveau).

TABELLE 1. Verhältnis der pronominalisierten und nicht pronominalisierten Formen in Terminologiewörterbüchern

Verhältnis von ĮF und NF in Terminologiewörterbüchern | ETŽ₁ | ETŽ₂ | ETS | EŽ | AŽ Pronominalisiertes Attribut: | 264 | 194 | 67 | 149 | 385 Adjektiv | 140 | 119 | 48 | 99 | 220 Partizip | 123 | 75 | 18 | 46 | 160 internationales Wort | 42 | 43 | 19 | 42 | 87 Nicht pronominalisiertes Attribut: | 16 | 64 | 49 | 66 | 114 Adjektiv | 8 | 31 | 35 | 37 | 65 Partizip | 8 | 34 | 13 | 29 | 49 internationales Wort | 0 | 16 | 20 | 39 | 12

Die Position des Adjektivs (System des flexiblen Wechselkurses, intransparenter Wechselkurs, Liquiditätskennzahl) kann das Fehlen der NF bei einem Adjektiv nicht erklären, da es analoge Termini gibt, in denen das Adjektiv in derselben Position die ĮF annimmt (Bereich des Freihandels, flexibles Produktionsbudget, gleitendes System fester Wechselkurse). Bei 16 internationalen Wörtern wird die ĮF nicht markiert.

6 Die Wörterbuchdaten umfassen nur die Termini, für die Definitionen angegeben sind. Korrigierte Termini oder solche, die durch andere Verweise mit den Haupteinträgen verknüpft sind, werden nicht mitgezählt.

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(abgezinste Zahlungsströme, Hypothese effizienter Märkte, System fester Wechselkurse, Dummyvariable, zugelassenes Einlageninstitut, börsennotiertes Unternehmen usw.), diese Ausnahme ist jedoch nicht systematisch, da internationale Wörter als Bestandteile anderer Termini die ĮF annehmen, z. B.: absoluter Wert, effektive Nachfrage, horizontale Integration, konsolidierte Schuld, Sachanlagevermögen, Mindestlohn.

Auch der Gebrauch der ĮF bei Partizipien variiert, z. B.: börsennotiertes Unternehmen, aber kotiertes Unternehmen; rückkaufbares Wertpapier, aber nicht rückkaufbares Wertpapier; unbefristetes Wertpapier, aber unbefristete Anleihe (Konsol); verfügbare Einkommen, aber verdiente Einkommen usw. Somit lassen sich im ETŽ2 keine systematischen Ausnahmen erkennen, abgesehen davon, dass Ausnahmen bei einzelnen Termini gemacht werden. Sie könnten darauf zurückzuführen sein, dass die Sprache des Wörterbuchs nicht ausreichend vereinheitlicht ist; es kann aber auch sein, dass dieses Wörterbuch die damaligen Gebrauchstendenzen einfach stärker widerspiegelt, d. h. dass einzelne Termini, in denen NF verbreitet sind, auch in dieser Form in das Wörterbuch aufgenommen wurden. Tatsächlich haben viele neue Termini im Vergleich zum ETŽ2 die ĮF nicht angenommen, z. B.: vorauseilende Indikatoren, eingezahltes Kapital, System fester Wechselkurse, Markt für nicht börsennotierte Wertpapiere, optimale Faktorkombination, limitierende Preisfestsetzung, verborgene Vorräte, verborgene Einkommen.

Tačiau ETS (1999) irgi įtraukti 49 terminai, neturintys ĮF, ir jie sudaro 42,2 procento visų šiame žodyne pateikiamų ĮF galinčių įgyti terminų. ĮF neįgijo 29 lietuviški žodžiai, įskaitant tris terminus, kuriuose šios formos neįgijo vienas iš dviejų ją galėjusių įgyti žodžių (grąžintina išperkamoji nuoma, nevisiškasis matomasis darbuotojų užimtumas ir nevisiškas paslėptasis darbuotojų užimtumas), pvz.: bendra įmonė, dvigubas apmokestinimas, ilgas laikotarpis, nedirbantys asmenys, neteisėta veikla, pakankama konkurencija, papildoma mokesčių našta, užimti gyventojai. Iš tarptautinių žodžių ĮF nėra įgiję 20, pvz.: disponuojamos pajamos, elastinga paklausa, likvidus turtas, natūrali oligopolija, optimalus vartojimas; aktyvi darbo paieška, efektyvus gyventojų užimtumas, minimalus gyvenimo lygis, natūralus nedarbo lygis, racionalus gyventojų užimtumas.

Die im Wörterbuch gemachte Ausnahme ist jedoch nicht konsequent, da internationale Wörter auch in der ĮF aufgeführt sind, z. B.: alternative Kosten, zentralisierte Wirtschaft, horizontale Integration, Vorzugsaktie; langfristiges Sachanlagevermögen, Kategorien illegaler Arbeit, inoffizieller Arbeitsmarkt, potenzielle Arbeitsnachfrage, realer Zinssatz. Es gibt auch Fälle offensichtlicher Inkonsistenz, z. B.: absolute Armut, aber absoluter Vorteil; offene Wirtschaft, aber Offenmarktgeschäfte; alternative Kosten, aber alternativer Lohn; Gemeinschaftsunternehmen, aber

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allgemeiner Markt; individuelles Unternehmen, aber Einzelunternehmen (Personalunternehmen); niedrigster Preis, Regel der niedrigsten Kosten, aber Regel des niedrigsten Steuersatzes.

EŽ (2005) pateikiami 66 ĮF neigi̇ję terminai, šią formą yra įgiję 149, taigi, morfologiniu rodikliu nežymima 30,7 procento juo galimų žymėti terminų. ĮF nepažymėti 29 terminų sudėtiniai dėmenys dalyviai, pvz.: asocijuota įmonė, dolerizuota ekonomika, išskaidytas žinojimas, monopolizuota rinka, nepadengti pinigai, nelisting­uojami vertybiniai popieriai, neribota atsakomybė, riboti ištekliai, subalansuota rinka, susiję asmenys, valdomas valiutos kurso svyravimas. Išskyrus termino gautinos sumos priklausomąjį dėmenį, kuris yra reikiamybės dalyvis, visi kiti ĮF neiġiję dalyviai yra esamojo arba būtojo kartinio laiko dalyviai, pasakantys su dabartyje vykstančiu ar praeityje vykusiu veiksmu susijusias apibendrintas ypatybes. Kai kurie iš tų terminų yra perkeltinės reikšmės žodžių junginiai, pvz.: lengvi pinigai, nematoma ranka, nemokami pietūs, melžiamos karvės, užburtas ratas.

In diesem Wörterbuch gibt es 46 Termini, in denen das Partizip die adjektivische Form angenommen hat; somit wurde die adjektivische Form bei insgesamt 40,9 Prozent der vom WZ aufgeführten Termini, die ein Partizip enthalten, nicht verwendet. Wie die folgenden Beispiele zeigen, nehmen auch ziemlich lange Wörter die adjektivische Form an; das Wirtschaftlichkeitskriterium sollte daher nicht der ausschlaggebende Faktor dafür sein, dass das Partizip nicht in der adjektivischen Form markiert wird, z. B.: ausgleichende Subvention, konvertierbares Wertpapier, qualifizierter Anteil am Stammkapital, steuerfreie Einkünfte, Vorzugsaktien mit kumulativer Dividende, Termineinlage. Ein Vergleich der internationalen Wörter mit und ohne adjektivische Form ergibt: Erstere sind 42, Letztere 39.

Wie in den beiden zuvor erörterten Wörterbüchern werden Ausnahmen also nicht anhand des Kriteriums der Wortherkunft oder Wortart gemacht, sondern für einzelne Termini. Andernfalls ließe sich nicht erklären, warum den Wortverbindungen absoluter Preis, absoluter Vorteil, idealer Typ die adjektivische Form verliehen wurde, während in Abhängigkeit vom fundamentalen Faktor das abhängige Glied in der nicht-adjektivischen Form steht, oder warum eingezahltes Kapital die adjektivische Form angenommen hat, geschenktes Kapital hingegen nicht; vgl. ferner ausgleichende Subvention, konvertierbare Anleihe und börsennotiertes Unternehmen; syndizierter Kredit und konsolidierte Berichterstattung; sogar Holdinggesellschaft und kontrollierende Person; freie Wirtschaftszone und freier Marktzugang; negative Einkommensteuer und negativer externer Effekt; amtliches Verzeichnis und öffentliches Angebot; öffentliches Eigentum und öffentliche Platzierung.

Das neueste Wörterbuch der Wirtschaftsterminologie – AŽ – zeichnet sich dadurch aus, dass unter seinen Bearbeitern auch die Terminologieabteilung des Instituts für Litauische Sprache aufgeführt ist. Vermutlich werden deshalb die adjektivischen Formen im Wörterbuch konsequenter verwendet. Die meisten der zuvor erwähnten Termini, deren nicht-adjektivische Formen zur Verwendung empfohlen werden oder die in Wörterbüchern in einer solchen

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Form aufgeführt sind, werden im AŽ mit adjektivischer Form angegeben, z. B.: Hypothese des absoluten Einkommens, offene Wirtschaft, allgemeiner Markt, verfügbares Einkommen, fiktive Variable, horizontale Gerechtigkeit, kumulative Vorzugsaktien, Freihandel, freier Markt, liquide Vermögenswerte, Sachvermögen, informeller Sektor, Nennwert, potenzielle Produktion, privates Gut, rationale Erwartungen, ausgeglichener Haushalt, vollkommener Markt, nachhaltige Entwicklung.

Auch in diesem Wörterbuch wird das Prinzip, dass notwendigerweise jeder Terminus mit adjektivischer Form gekennzeichnet werden muss, nicht allgemein angewandt. So haben 114 in diesem Wörterbuch erläuterte Termini keine adjektivische Form angenommen7. Etwas mehr als die Hälfte sind Termini, in denen das Adjektiv keine adjektivische Form angenommen hat (65), z. B.: doppelte Substitution, junge Branche, freie Arbeitsplätze, Neueinstellungen, Unterbeschäftigung, fortgeschrittener Sektor, schwache Währung, zähes Kapital, präzise Abstimmung, starke Währung. Außerdem gibt es 49 Termini, in denen das Partizip keine adjektivische Form angenommen hat, z. B.: konkave Funktion, festes Verhältnis von Kapital und Arbeit, entwickelte Länder, lizenzierte Einlageninstitute, abnehmender Grenznutzen, Markt für sofortige Abrechnungen, Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben, abwesender Grundeigentümer, nicht zugelassenes Gut, Hypothese des enttäuschten Arbeitnehmers, gewünschter Grundkapitalbestand, Zusatzleistungen, zurückbehaltene Devisenquote, verlässliche Aktie, Angebotspreis, Fremdmittel, verarmendes Wachstum, abgestimmte Maßnahmen, geeignete Produkte.

In diesem Wörterbuch werden recht regelmäßig Ausnahmen gemacht; so werden etwa in Termini die Wörter minimal, -e; optimal, -e in nicht-adjektivischer Form verwendet: Mindestlohngesetze, minimaler Kreditzinssatz, minimales Beschäftigungsziel, optimale Betriebsgröße, optimaler Zoll, optimale Kapazität. In den Termini nimmt das Adjektiv gleich, -e keine adjektivische Form an, z. B.: gleiche Bezahlung, Theorie gleicher Opfer, gleicher Nutzen, Kurve gleicher Kosten. Es besteht die Tendenz, Adjektive mit dem Suffix -isch nicht in adjektivischer Form zu verwenden, z. B.: freiwillige Exportbeschränkung, freiwillige Arbeitslosigkeit, vollständige Vereinbarkeit. Eine ähnliche Tendenz zeigen die im AŽ aufgeführten, in Termini vorkommenden Ableitungen mit dem Suffix -voll, z. B.: Gesetze für fairen Handel, Fair-Trade-Ausschuss, faire Rendite, fairer Lohn, fairer Preis. Das Adjektiv wirksam, -e wird jedoch in adjektivischer Form verwendet (Hypothese effizienter Märkte, Theorie des Effizienzlohns); aufgenommen werden auch die Termini erwerbsfähige Bevölkerung, Regel der einstimmigen Zustimmung.

7 Wie bei der Auswertung der Daten aus den Wörterbüchern anderer Fachgebiete werden Termini, die lediglich erwähnt und nicht erläutert werden, nicht mitgezählt.

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Es scheint zwar die Tendenz zu bestehen, in übertragenen Wendungen keine attributiven Formen zu verwenden, etwa teures Geld, „heißes“ Geld, leichtes Geld, billiges Geld, schwache Währung, elastisches Kapital; verwendet werden jedoch die unsichtbare Hand, die schleichende Inflation, die „fließende“ Emission.

Bei einigen Termini wird die attributive Form nur bei einem der nebeneinanderstehenden adjektivischen Bestandteile verwendet, z. B.: freier floatender Wechselkurs, regulierter floatender Wechselkurs. Bei anderen Termini werden jedoch beide adjektivischen Bestandteile in der attributiven Form verwendet, z. B.: beschränkte abhängige Variablen, Nettosozialprodukt, Los-Sparanleihen, Erbschaftsteuer auf unbewegliches Vermögen. Auch weitere Ausnahmen zeigen, dass solche Formen eher bei einzelnen Wortverbindungen gesetzt werden, z. B.: offene Wirtschaft, aber Ressourcen mit offenem Zugang; maximal möglicher Kredit, Preisgestaltung bei höchster Nachfrage, aber maximale Wahrscheinlichkeit, höchste Arbeitsnachfrage; Methode der kleinsten Quadrate, zweistufige Methode der kleinsten Quadrate; erworbene Funktion (Erworbenheit), aber die erworbene Arbeitsangebotskurve; konsolidierte Anleihen, aber der konsolidierte Fonds; erwartete Inflation, aber die erwartete Nettorendite; gemischte Marktwirtschaft, aber Unternehmen mit gemischtem Kapital.

Somit geht aus den Wörterbüchern wirtschaftlicher Termini hervor, dass das Prinzip, obligatorische Termini mit attributiven Formen zu kennzeichnen, allgemein nicht angewandt wird; eine Ausnahme bildet das ETŽ. Dennoch werden bestimmte Termini, in denen die attributive Form eine offensichtlich unterscheidende Funktion erfüllt, in den Terminologiewörterbüchern als solche mit attributiver Form aufgeführt, sofern sie im Wörterbuch enthalten sind, z. B.: Bruttoinlandsprodukt und Bruttonationaleinkommen, Bruttogewinn, Bruttoeinkommen; Bargeld, Nettosozialprodukt und Nettovolkseinkommen, Nettogewinn, Nettogegenwartswert und Nettowert; Kaufkraft; Konsumgüter und Verbraucherkredit; öffentliche Arbeiten; Humankapital. Eine solche Tendenz auf den Einfluss des Sprachgebrauchs zurückzuführen oder umgekehrt, erscheint jedoch kaum möglich, denn in wissenschaftlichen Artikeln besteht beispielsweise die Tendenz, bestimmte Adjektive nicht in der attributiven Form zu verwenden (offene Wirtschaft, fiktive Variable, freier Handel, nominaler Wert, vollkommener Markt, geschlossene Wirtschaft), obwohl diese Wortverbindungen gewöhnlich in Terminologiewörterbücher als Formen mit attributiver Endung aufgenommen werden. Außerdem werden in den untersuchten zusammenhängenden Texten häufiger, als es diese Wörterbücher erwarten ließen, Ausnahmen bei Partizipien und Internationalismen gemacht, insbesondere bei Partizipien mit internationaler Wurzel. Als Übereinstimmung zwischen Terminologiewörterbüchern und Sprachgebrauch könnte gelten, dass Adjektive im Superlativ und ihre nichtlitauischen Entsprechungen nicht mit attributiven Formen gekennzeichnet werden; wie die angeführten Beispiele jedoch zeigen, gibt es in den Wörterbüchern auch Unregelmäßigkeiten. In einigen Wörterbüchern ist eine deutlichere Tendenz zu erkennen, bestimmte Partizipien nicht mit attributiven Formen zu kennzeichnen, in anderen werden zahlreiche Internationalismen aufgeführt, die nicht mit diesem Merkmal gekennzeichnet sind; insgesamt ist diese Regelmäßigkeit jedoch ebenso wenig wie in zusammenhängenden Texten eine allgemein gültige Regel.

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Die Analyse der Terminologiewörterbücher würde noch deutlicher zeigen, dass die Verwendung attributiver Formen in Termini stark variiert; insgesamt setzt sich jedoch das Prinzip durch, bei einzelnen Termini Ausnahmen zu machen.

4.2. Attributive Formen in Rechtstermini

Rechtsakte stellen einen besonderen Bereich der Terminologieverwendung dar. In ihnen werden Termini (Begriffe) zunächst definiert und anschließend ausschließlich in dieser Form verwendet. Somit ist es nicht möglich, verschiedene Formen eines Terminus in ein und demselben Text zu verwenden. Verschiedene Formen eines Terminus können allenfalls in unterschiedlichen Rechtsakten auftreten, wobei jedoch, wie die Zweckbestimmung der Terminologiedatenbank der Republik Litauen8 und die Beschreibung des Ziels der interinstitutionellen Terminologiedatenbank der Europäischen Union IATE (engl. Inter-Active Terminology for Europe) zeigen9, eine Vereinheitlichung der Terminologie angestrebt wird. Da sich die formale Gestalt eines Terminus bei seiner Verwendung im Text nicht ändert, bleibt nur, die Glossare in Rechtsakten zu untersuchen und das Verhältnis von attributiven zu nichtattributiven Formen darin zu betrachten. Für eine solche Analyse wurden 20 Gesetze der Republik Litauen aus dem Bereich der Wirtschaft (einschließlich des Finanzwesens) sowie 20 Richtlinien und Verordnungen des Rates und/oder des Europäischen Parlaments ausgewählt10.

Von den 192 Termini, die in den untersuchten Gesetzen der Republik Litauen definiert sind und deren mindestens ein Bestandteil eine attributive Form annehmen könnte, weisen 91 Termini keine solche Form auf11. Bei 34 der nicht auf diese Weise gekennzeichneten Termini ist der abhängige Bestandteil ein Partizip mit typischer Bedeutung, z. B.: assoziierte Personen, Pensionsfonds mit Leistungszusagen, offengelegter Vermittler, zentrale Datenbank für vorgeschriebene Informationen, beteiligtes Unternehmen, beherrschende Stellung, feste Gewinnsteuer, finanzierende Einheit, kontrolliertes Unternehmen, entsandter Arbeitnehmer, kontrollierende Person, nichtöffentliche Verhandlungen, Mutterunternehmen, beaufsichtigtes Unternehmen, geregelter Markt, verbundene Personen, verbundenes Unternehmen, verbundener Markt.

Bei 53 Termini sind die Bestandteile Adjektive, z. B.: gleichartiges Unternehmen, enger Mitarbeiter, offene Ausschreibung, vom Verbraucher eines Kredits insgesamt zu zahlender Betrag, fiktive Bank, enge Verbindungen, selbstständige Tätigkeit, zuständige Behörde, Mindestbeteiligungsdauer, Personen mit einwandfreiem Leumund, nichtprofessionelle Marktteilnehmer, freiwilliges öffentliches Angebot, selbstständiges Unternehmen, geschlossene Investmentgesellschaft, öffentliches Angebot von Wertpapieren.

8 Die Terminologiedatenbank der Republik Litauen ist online verfügbar: http://www.vlkk.lt/terminu-bankas.

9 IATE ist online verfügbar: http://iate.europa.eu/switchLang.do?success=mainPage&lang=lt.

10 Alle Dokumente sind im Quellenverzeichnis aufgeführt.

11 Bei drei Termini steht ein Bestandteil in der attributiven Form, der andere jedoch nicht: Holdinggesellschaft, die eine gemischte Tätigkeit ausübt, Holdinggesellschaft für Versicherungen mit gemischter Tätigkeit, wichtige öffentliche Dienstleistungen.

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Ein solcher Gebrauch macht noch deutlicher, dass bei der Wahl der Form des abhängigen Glieds keine festgelegten Kriterien zugrunde gelegt werden. Einige Fälle würden darauf hindeuten, dass man sich entweder nicht für eine Form entscheiden kann oder die Rechtsvorschriften nicht aufeinander abgestimmt sind, z. B.: kontroliuojantis asmuo, kontroliuojama įmonė, bet kontroliuojamasis vienetas, kontroliuojamasis apmokestinamasis vienetas, kontroliuojančioji investicinė bendrovė, finansų kontroliuojančioji (holdingo) bendrovė, mišrią veiklą vykdanti finansų kontroliuojančioji (holdingo) bendrovė; patronuojanti įmonė, anderswo dagegen patronuojančioji, patronuojamoji įmonė. An einer Stelle steht reguliuojama rinka, an anderer aber auch reguliuojamasis trečiosios šalies dalyvavimas. In den Rechtsakten finden sich Partizipialformen, die Bestandteile recht langer Termini sind (z. B.: asmenys, susiję su kontroliuojančiosios investicinės bendrovės depozitoriumu, informuotiesiems investuotojams skirtas kolektyvinio investavimo subjektas, reguliuojamasis trečiosios šalies dalyvavimas); auch dies würde bestätigen, dass das Ökonomieprinzip zumindest nicht der Hauptgrund für die Nichtverwendung von ĮF ist. Bei ĮF stehen stets passive Partizipien mit spezifischeren Bedeutungsnuancen, z. B.: draudžiamasis įvykis, finansų rinkos politikos formavimo patariamoji komisija, išperkamoji suma, jungiamosios linija, kilnojamasis daiktas, lyginamasis indeksas. Bei internationalen Wörtern werden sowohl ĮF als auch NF verwendet, z. B.: fiksuotoji vartojimo kredito palūkanų norma, horizontalioji integracijos priemonė, likvidusis turtas, neformalusis investuotojas, aber auch fiksuotas pelno mokestis, fiktyvus bankas, individuali veikla, kompetentinga institucija, neprofesionalūs rinkos dalyviai.

Die in den Rechtsakten der Europäischen Union enthaltenen Glossare mit Termini (Begriffen) zeigen bereits den Vorrang von NF: In 20 Dokumenten wurden 80 Termini mit ĮF gefunden, während 105 Termini ohne sie markiert sind. Häufiger als Adjektive erhalten Partizipien ĮF, vor allem solche im Passiv, z. B.: konsoliduota bazė, negrąžinamas indėlis, nusikalstama veikla, organizuotos prekybos sistema, padengta obligacija, paskirta nacionalinė makrolygio rizikos ribojimo institucija, paskirta valdžios institucija, perleidžiami vertybiniai popieriai, pertvarkoma įstaiga, priklausoma draudimo įmonė, pripažinta birža, pritaikyta sąsaja, prižiūrimas subjektas, reguliuojama rinka, stambių emisijų padengtos obligacijos, struktūrizuotas indėlis. Es gibt auch aktive Partizipien, die ĮF erhalten, z. B.: glaudžiai bendradarbiaujanti dalyvaujanti valstybė narė, susijusi šalis, susijusios įmonės, susijusios priemonės, susijusių klientų grupė. In anderen Termini erhalten jedoch sowohl aktive als auch passive Partizipien ĮF, z. B.: apdraustieji indėliai, asocijuotoji įmonė, atidėtųjų mokesčių tarifas, fiksuotosios atkarpos, kintamųjų palūkanų atkarpa, koreguojamosios operacijos, nacionalinė paskirtoji institucija, patronuojančioji finansų kontroliuojančioji bendrovė, perleidžiamieji vertybiniai popieriai, priimančioji valstybė narė, Sąjungos patronuojančioji įmonė, susietasis kredito tarpininkas, terminuotųjų indėlių pritraukimas. Eine solche Vielfalt zeigt sich auch bei

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der Verwendung von ĮF bei Adjektiven, z. B.: greitasis konkursas, laikinieji skirtumai, nematerialusis turtas, patvarioji laikmena, tikrasis savininkas, aber auch fiktyvus bankas, glaudūs ryšiai, kompetentinga institucija, laikina įstaiga, likvidi rinka, nemateriali forma, nematerialių įrašų sistema, sąveiki sąsaja, unikalus identifikatorius. Zahlreiche Termini enthalten das Adjektiv bendras, -a, das keine ĮF erhält, z. B.: bendra sąskaita, bendros procedūros, bendras priežiūros mechanizmas, bendro 1 lygio nuosavo kapitalo priemonės, bendros kredito kainos metinė norma. Auch das Adjektiv svarbus, -i erhält keine ĮF, z. B.: svarbi priežiūrima grupė, svarbus prižiūrimas subjektas, svarbus prižiūrimas subjektas dalyvaujančioje ne euro zonos valstybėje.

Zusammenfassend lässt sich zu den aus den Rechtsakten ersichtlichen Tendenzen beim Gebrauch von ĮF feststellen, dass diese zunehmend durch NF ersetzt werden, der Gebrauch beider Formen jedoch nicht regelmäßig ist. Zwar lassen sich gewisse Tendenzen erkennen, doch geht die Entwicklung immer stärker dahin, in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob ein Terminus mit ĮF gekennzeichnet wird.

5. VERHÄLTNIS ZWISCHEN GEBRAUCH UND NORM

Das aus wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften, Terminologiewörterbüchern und Rechtsakten hervorgehende Verhältnis des Sprachgebrauchs zur kodifizierten Norm, die die notwendige Kennzeichnung eines Terminus mit ĮF festlegt, lässt sich als Diskrepanz bezeichnen: Es wird versucht, bestimmte Termini mit diesem morphologischen Merkmal zu kennzeichnen, doch ist diese Kennzeichnung nicht durchgängig.

Die Analyse der kodifizierten Norm zeigt jedoch, dass auch sie nicht einheitlich ist. Einerseits wird die notwendige Kennzeichnung eines Terminus durch ein morphologisches Merkmal festgelegt, andererseits wird bei der Formulierung dieses Prinzips auf die Funktion der Gattungsbezeichnung zurückgegriffen, die eine solche nicht ausnahmslose Kennzeichnung nicht vorsieht. Die Gattungsbezeichnung ist in der in beschreibenden und normativen Arbeiten dargelegten Klassifikation der Bedeutungen von ĮF eine Einheit der zweiten oder dritten Gliederungsebene – eine Unterart der bestimmenden oder unterscheidenden Bedeutung oder eine der Ausdrucksweisen von Bestimmtheit. Der Gebrauch von ĮF in bestimmender Bedeutung (Ausdruck von Bestimmtheit) ist, wie aus Grammatiken und Forschungsarbeiten hervorgeht, im Litauischen nicht regelmäßig. Nicht nur in Forschungsarbeiten, sondern auch in normativen Arbeiten werden verschiedene Fälle und Ausnahmen der Neutralisierung des Gegensatzes zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit angeführt und mit objektiven Faktoren wie den Besonderheiten der Bildung artikulierter Adjektive, dem geringen Bedeutungsunterschied zwischen ĮF und NF, dem Einfluss des Kontexts u. a. begründet. Wenn die Gattungsbezeichnung bereits eine Unterart der bestimmenden Bedeutung oder eine Ausdrucksweise von Bestimmtheit ist, müssten solche Ausnahmen auch für sie gelten. Darüber hinaus wird sowohl in Forschungsarbeiten als auch in normativen Arbeiten ausdrücklich eine mit der Gattungsbezeichnung verbundene Ausnahme genannt;

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sie wird mit demselben Faktor erklärt wie die Neutralisierung des Gegensatzes zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit. Das Verhältnis zwischen Gattungsbezeichnung und Terminus sowie zwischen dem Gebrauch von ĮF in Gattungsbedeutung und dem Gebrauch von ĮF in der Terminologie wird weder angegeben noch wird der Unterschied definiert, wodurch eine Interpretation des Sprachgebrauchs begünstigt wird, der zufolge es einen solchen Unterschied nicht gibt. Aus einigen normativen Arbeiten geht hervor, dass ein solcher Unterschied gar nicht gemacht wird.

Bei einer solchen Doppeldeutigkeit der Norm schwankt auch der Sprachgebrauch. Das untersuchte Material – wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften, Terminologiewörterbücher und Rechtsakte – zeigt, dass es durch besonders starke Variation gekennzeichnet ist. Es wird versucht, Termini mit dem von der kodifizierten Norm vorgeschriebenen Pflichtmerkmal zu kennzeichnen; einige Tendenzen im Sprachgebrauch zeigen jedoch, dass eher die in normativen Arbeiten vorgesehenen Ausnahmen vom Gegensatz zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit oder vom Gebrauch von ĮF insgesamt zur Anwendung kommen.

Erstens zeigt sich im zusammenhängenden Sprachgebrauch die Tendenz, ĮF bei Termini nicht zu kennzeichnen, deren abhängiges Glied ein internationales Adjektiv oder Partizip ist. Viele internationale Wörter haben eine spezifische lexikalische Bedeutung; die Spezifik der lexikalischen Bedeutung wird in der Fach- und Normierungsliteratur als einer der Faktoren und Fälle genannt, in denen Bestimmtheit nicht durch ĮF gekennzeichnet wird. In der Terminologie der Wirtschaftswissenschaften werden besonders viele Termini mit internationalen Wörtern gebildet und verwendet; bereits die Tatsache, dass das abhängige Glied durch ein Wort nichtlitauischer Herkunft ausgedrückt wird, kann in einem wissenschaftlichen Text ein Merkmal des Terminus sein. Somit wird das zusätzliche Terminusmerkmal – ĮF – unwichtig. In Texten dieser Art wird der Terminus auch durch andere Merkmale kenntlich gemacht: durch die Angabe einer Definition, eine Erläuterung, die Verwendung der Wortverbindung zur Bezeichnung eines Begriffs, einer Theorie, eines Konzepts, einer Methode oder eines Modells, die Klassifizierung des damit bezeichneten Objekts oder Phänomens sowie die häufige Wiederholung der Wortverbindung im Text. Die Funktion von ĮF als Terminusmerkmal wird besonders in Texten wie Rechtsakten geschwächt, in denen ein Terminus oder Begriff definiert wird und die Textsorte nicht nur semantische, sondern auch formale Variation ausschließt.

Zweitens zeigt das untersuchte Sprachmaterial, dass zwischen der einfachen Form und ĮF häufig kein großer Bedeutungsunterschied besteht, besonders bei aktiven und passiven Partizipien des Präsens und des Präteritums mit typischen Bedeutungen sowie deren artikulierten Entsprechungen. Solche Partizipien beschreiben Gegenstände bereits für sich hinreichend und heben sie von anderen Gegenständen ab, sodass ĮF auch in diesem Fall im Wesentlichen überflüssig wird. Durch sie wird das Partizip lediglich länger. Wenn weitere Merkmale, die den Terminusstatus anzeigen – eine spezifische Bedeutung, die häufige Wiederholung der Wortverbindung im Text, Kontextumstände, die ihren unmittelbaren Bezug zu einem Begriff oder Konzept erkennen lassen, sowie angeführte Definitionen oder Erläuterungen – wirksam sind, ist es nicht mehr zweckmäßig, das Partizip zusätzlich mit ĮF zu kennzeichnen. Wie wissenschaftliche Texte zeigen, besteht ein geringer Bedeutungsunterschied auch zwischen …

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sowohl litauische als auch nichtlitauischer Herkunft entstammende Adjektive und ihre pronominalen Entsprechungen. Somit entsteht die Mehrdeutigkeit zwischen einer Wortverbindung, die eine einfache Eigenschaft bezeichnet, und einer Art bezeichnenden Wortverbindung oder einem Terminus, deren Gefahr als eine der Grundlagen für die Bereitstellung pronominaler Formen in der Terminologie gilt, in den meisten Fällen nicht. Vielmehr ist die semantische Grenze so unscharf, dass es sich für den Gebrauch anbietet, eine einheitliche Wortverbindung mit einer einzigen Form zu verwenden, mit der verschiedene Bedeutungsnuancen verallgemeinert werden können.

Der untersuchte zusammenhängende und kontextfreie Gebrauch offenbart nicht nur Faktoren wie die spezifische lexikalische Bedeutung eines Wortes und einen geringen Bedeutungsunterschied, die als Anstöße zur Neutralisierung des Gegensatzes von Bestimmtheit und Unbestimmtheit angenommen werden, sondern auch weitere mögliche Ausnahmen für pronominale Formen. Obwohl unregelmäßig, zeigt sich auch darin die Tendenz, pronominale Formen nicht zu verwenden, wenn ein Adjektiv im Superlativ, eine Ableitung mit dem Suffix –iškas, –a oder eine Wortverbindung mit übertragener Bedeutung als abhängiges Glied des Terminus auftritt.

Somit spiegelt sich im Wesentlichen nicht eine Norm wider, die die obligatorische Kennzeichnung des Terminus befürwortet, sondern die allgemeine Norm für den Gebrauch pronominaler Formen, die deren vergleichsweise fakultative Verwendung vorsieht. Andererseits zeigt der Sprachgebrauch auch, dass man offenbar versucht, zwei normierende Richtungen miteinander in Einklang zu bringen; daraus entsteht eine eigenständige Interpretation der kodifizierten Norm: Während für zusammenhängende Texte verschiedene andere Kennzeichen eines Terminus vorgesehen sind, erhält die pronominale Form die Funktion, nicht jede, sondern nur eine Wortverbindung zu kennzeichnen, die sich durch einen offensichtlichen Bedeutungsunterschied gegenüber ihrem nichtpronominalen Gegenstück auszeichnet. Dadurch entsteht jedoch eine besondere Variation, die dem für die Terminologie maßgeblichen Systematikprinzip erheblich widerspricht. Insbesondere aus dem kontextfreien Gebrauch – aus Terminologiewörterbüchern und Glossaren in Rechtsakten – wird deutlich, dass der Gebrauch entgegen dem Ziel der festgelegten Norm außerordentlich unsystematisch wird und Ausnahmen auf nahezu jede Wortverbindung einzeln angewendet werden.

Zugleich lässt der Gebrauch pronominaler Formen in Terminologiewörterbüchern und Rechtsakten eine Entwicklung erkennen, die zeigt, dass pronominale Formen zunehmend mit NF konkurrieren und letztere sogar die Oberhand gewinnen. Solche Tendenzen entsprächen den Tendenzen des Gebrauchs pronominaler Formen in anderen Bedeutungen, die sowohl in normativen Publikationen anerkannt werden als auch allgemein den Tendenzen beim Gebrauch pronominaler Formen: In der Gemeinsprache ersetzen pronominale Formen zunehmend NF, insgesamt verschwinden pronominale Formen, obwohl die normierende Richtung darauf hindeuten würde, dass gerade in der Terminologie die Perspektive des Gegensatzes zwischen pronominalen Formen und NF gesehen wird, der ansonsten zunehmend durch Nivellierung gekennzeichnet ist. Eine solche Perspektive wird im Wesentlichen durch die unzureichende Beurteilung und Bestimmung des Verhältnisses zwischen Artbezeichnung und Terminusgebrauch widerlegt. Fehlt eine solche Klarheit, spiegelt der Sprachgebrauch im Wesentlichen lediglich die ungelösten Fragen der Kodifikation und deren Widersprüche wider.

All dies macht eine Präzisierung des Kodifikationskriteriums erforderlich. Ein möglicher Ausweg besteht darin, gemäß dem in der Terminologie geltenden Systematikgebot dem Kriterium Vorrang einzuräumen, nach dem der Terminus obligatorisch durch eine pronominale Form gekennzeichnet wird.

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Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Regel auf die Gesetzmäßigkeiten der Artbezeichnung und deren erwartbare Ausnahmen zu stützen. Aus der durchgeführten Gebrauchsanalyse ließe sich schließen, dass die Anwendung des ersten Kriteriums wahrscheinlich die Systematik des Terminusgebrauchs erhöhen würde; bei Kodifikationsentscheidungen müsste jedoch wohl auch der mögliche Einfluss der Textsorte hinreichend berücksichtigt werden: In wissenschaftlichen oder administrativen Texten ist die Funktion der pronominalen Form als Kennzeichen eines Terminus möglicherweise weniger wichtig als in weniger formellen Stilen, da in solchen Texten auch andere Kennzeichen den Terminusstatus anzeigen. Andererseits müsste man sich bei der Wahl des Kriteriums der Artbezeichnung zugleich zu einer fortdauernden unregelmäßigen Verwendung pronominaler Formen, zu den allgemeinen Tendenzen ihres Gebrauchs und zu gewichtigen Einflussfaktoren bekennen – und entsprechend auch zur Abschwächung ihrer Funktion in der Terminologie. Eine solche Entwicklung würde vermutlich auch dann anhalten, wenn der Sprachgebrauch völlig sich selbst überlassen bliebe.

Die hier gezogenen Schlussfolgerungen zu den Gebrauchstendenzen und zur möglichen weiteren Entwicklung des Gebrauchs pronominaler Formen in der Terminologie würden natürlich durch Untersuchungen zum Sprachgebrauch in verschiedenen anderen funktionalen Stilen erheblich ergänzt, und zwar nicht nur im Wirtschaftsbereich. Auch im Wirtschaftsbereich gibt es noch viele zu untersuchende Gebrauchskorpora – sowohl im wissenschaftlichen als auch im administrativen Stil –, beispielsweise monografische Arbeiten zur Wirtschaftstheorie und -praxis, Lehrbücher an Hochschulen, verschiedene Übersichten, Berichte und Übersetzungen aus anderen Sprachen, vor allem aus dem Englischen, das keine pronominalen Formen besitzt, usw.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Der Sprachgebrauch entspricht nicht den in Sprachpublikationen formulierten Normen, die pronominale Formen als obligatorisches Kennzeichen eines Terminus festlegen.

2. Die Gebrauchstendenzen offenbaren eine unzureichende Klarheit der Kodifikation, lassen jedoch deren grundlegende Probleme deutlicher hervortreten.

3. Die Frage nach dem Kriterium wird aufgeworfen: Es zeigt sich, dass man sich bei der Forderung, einen Terminus obligatorisch durch eine pronominale Form zu kennzeichnen, im Wesentlichen am Kriterium der Artbezeichnung orientiert, das einen wesentlich fakultativeren Gebrauch vorsieht.

4. Die Fakultativität des Kriteriums wird durch die Klassifikation der Bedeutungen pronominaler Formen bedingt.

5. Die Unklarheiten der Kodifikation sind auch darauf zurückzuführen, dass das Verhältnis zwischen Artbezeichnung und Terminus nicht benannt wird.

6. Die Gebrauchsuntersuchung zeigt, dass man sich dabei nicht an der für die Terminologie festgelegten Funktion pronominaler Formen orientiert, sondern an den Ausnahmen für deren Gebrauch, die für die definierende Bedeutung und deren Untergruppen vorgesehen sind.

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7. Ausnahmen werden in der Terminologie auf besondere Weise interpretiert: Häufig dient ein Internationalismus oder eine Partizipialform als Kennzeichen eines Terminus.

8. Ein wichtiger Faktor bei der Neutralisierung der Opposition zwischen ĮF und NF in der Terminologie ist der Kontext: In einem zusammenhängenden wissenschaftlichen Text kann eine Wortverbindung als Terminus auch ohne morphologisches Kennzeichen erkannt werden.

9. Der Gebrauch, der versucht, die Kriterien miteinander in Einklang zu bringen, ist recht unsystematisch; Ausnahmen werden dabei für jede Wortverbindung einzeln angewandt.

10. Diese Situation stellt die Kodifizierung vor eine Wahl: das Prinzip der allgemeinen Kennzeichnung von Termini durch ĮF klarer zu formulieren und auf terminologische Einheitlichkeit und Systematik hinzuwirken oder dem Kriterium des Ausdrucks einer Artbeschaffenheit Vorrang zu geben und damit im Wesentlichen das weitere Schwinden der Funktion von ĮF als Terminuskennzeichen herbeizuführen. In diese Richtung würde sich der Sprachgebrauch vermutlich auch entwickeln, wenn man beschlösse, ihn sich selbst zu überlassen.

ŠALTINIAI

Mokslo žurnalai

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MLA – Mokslas – Lietuvos ateitis / Science – future of Lithuania. Prieiga internete: http://www.mla.vgtu.lt/index.php/mla/index.

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2014 m. gegužės 15 d. Europos Parlamento ir Tarybos reglamentas (ES) Nr. 600/2014 dėl finansinių priemonių rinkų, kuriuo iš dalies keičiamas Reglamentas (ES) Nr. 648/2012.

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2014 m. gegužės 15 d. Europos Parlamento ir Tarybos direktyva 2014/65/ES dėl finansinių priemonių rinkų, kuria iš dalies keičiamos Direktyva 2002/92/EB ir Direktyva 2011/61/ES.

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RAMUNĖ VASKELAITĖ

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