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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, IV

LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA

DAS PRÄTERITUM ITERATIVUM IN DEN NORDOSTSAMOGITISCHEN DIALEKTEN1

V. VITKAUSKAS

Das Präteritum Iterativum, das eine in der Vergangenheit vielfach wiederholte Handlung bezeichnet, wird im Litauischen und in den meisten hochlitauischen Dialekten mit dem Suffix -davo gebildet; über dessen Herkunft ist ausführlich und überzeugend geschrieben worden2. Ein Teil der Dialekte unterscheidet sich jedoch in den Formen des Präteritum Iterativum erheblich vom Litauischen.

I. In den hochlitauischen Dialekten sind folgende Abweichungen vom Litauischen bekannt: 1) In den dzukischen Dialekten bei Leipalingis, Kapčiamiestis, Lazūnai, Rātinyčia, Kučiūnai und Dieveniškės3 werden Formen des Präteritum Iterativum mit dem Suffix -lavo verwendet4; 2) in einigen mittelhochlitauischen Dialekten (z. B. in Palomenė5), in den westlichen dzukischen Dialekten bei Valkininkai und Rodūnia (BTSR), in Armoniškės (BTSR), Pelėsa (BTSR) und anderswo wird mit der Bedeutung des Präteritum Iterativum das einfache Präteritum mit den Suffixen -di-, -nėti, -dyti verwendet, obwohl gelegentlich auch die Form būdavo vorkommt, z. B.: uōgas parduodzinėjau ir prabūdinėjau ‘ich verkaufte gewöhnlich Beeren und verdiente meinen Lebensunterhalt’ Arm6; antžėdė ‘daugės dachōdo pamidorai ‘die Tomaten brachten gewöhnlich mehr Gewinn’ Rod; ligdēm vis ciesā pieno dėl telūko ‘wir ließen stets Milch in den Eutern für das Kalb’ Rod; āni’s susrīngdē ir giedōj ‘sie versammelten sich gewöhnlich und sangen’ Rod; atvažiavodzinėj visōkų žmonių ‘es kamen gewöhnlich allerlei Leute’ Rod; ti žmonės nurangdzinėj ‘dort pflegten sie die Leute auszurauben’ Vlk usw.

II. Ein großer Teil der samogitischen Dialekte unterscheidet sich hinsichtlich des Ausdrucks des Präteritum Iterativum ebenfalls vom Litauischen und von anderen litauischen Dialekten. Aus den vorliegenden Daten7 lässt sich schließen, dass die Samogiten hinsichtlich des Präteritum Iterativum in drei Gruppen einzuteilen sind: 1) diejenigen, die ausschließlich … verwenden

1 Als nordostsamogitische Dialekte werden hier die dunininkai-Sprechweisen bei Užventis, Šaukėnai und Kuršėnai sowie die angrenzenden duonininkai-Sprechweisen (Papilė, Raudėnai, Kaunatava) bezeichnet, die sich im Gebrauch des Präteritum Iterativum kaum von den genannten dunininkai-Dialekten unterscheiden.

2 Žr. Ch. Stang, Das slavische und baltische Verbum, 172—173, Oslo, 1942; J. Endzelynas, Baltų kalbų garsai ir formos, 189—190, Vilnius, 1957; J. Otrębski, Gramatyka języka litewskiego, 3, 222—223, Warszawa, 1956.

3Das Material stammt aus den Sammlungen dialektologischer Materialien des Instituts für Litauische Sprache und Literatur (Antworten auf die Fragen 140 und 293c aus den Erhebungspunkten 683, 684a, 702, 693 und 670).

4Zu ihrer Herkunft siehe Ch. Stang, a. a. O., 173.

5 Žr. C. Grenda, Palomenės tarmė, 18, dipl. darbas, 1957 (rankr. Vilniaus Valst. universiteto Lietuvių kalbos katedroje).

6 Žr. J. Sukys, Būdingesnės Ramaškonių tarmės ypatybės. — „Lietuvių kalbotyros klausimai“, 3, 182, Vilnius, 1960.

7Nach den Materialien des Litauischen Sprachatlasses des Instituts für Litauische Sprache und Literatur aus den Erhebungspunkten im samogitischen Gebiet (siehe die Antworten auf die Fragen 140 und 293c des Fragebogens).

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nur Konstruktionen mit Formen des Verbs liuobėti: Darbėnai, Kalnalis, Kretinga, Mažeikiai, Sėleniai, Klaipėda, Plikiai, Priekulė, Saugos⁸ (zu dieser Gruppe gehört auch der litauische Dialekt der Fischer auf der Kurischen Nehrung⁹); 2) Dialekte mit verschiedenen Ausdrucksmitteln für das Präteritum Frequentativ: Konstruktionen mit Formen von liuobėti und Formen mit dem Suffix -davo: Kaltinėnai, Kuršėnai, Kvėdarna, Laukuva, Šilalė, Šaukenai, Švėkšna, Varniai, Papilė, Raudėnai u. a. Konstruktionen mit liuob werden zwar sehr selten auch im hochlitauischen Dialekt südlich von Žemaitija verwendet — bei Gruzdžiai und Šakyna (Kreis Šiauliai). Sie werden vor allem von den ältesten Dialektsprechern gebraucht: liuob dainiūos šoks par naktis ~ liuob dainiūos ‘sangen’, šoks ‘tanzten’, par ‘durch’ naktis Grz; liuob dirpsme á·usme kàtra grãžau ~ liuob dirbsme ‘wir arbeiteten’, áusme ‘wir webten’, katrą ‘welches’ gražiau Škn; tevē·lis amžinã·tilsis liuob saký·dā·o ~ tėvelis amžinatilsis liuob sakydavo Škn u. a.; 3) Dialekte mit demselben Präteritum Frequentativ wie im Litauischen der Schriftsprache und in den westlichen hochlitauischen Dialekten: Eržvilkas, Kelmė, Pagramantis, Raseiniai, Skaudvilė, Viduklė u. a.

Hier soll die Ausdrucksweise des Präteritums Frequentativ in folgenden nordöstlichen žemaitischen Dialekten untersucht werden: Kuršėnai, Šaukenai, Užventis (dūnininkai) und Kaunatava, Raudėnai, Papilė (dounininkai). In diesen Dialekten ist besonders deutlich zu beobachten, wie die Konstruktionen mit Formen von liuobėti und die Bildungen mit dem Suffix -dā·va (~dā·va) || -dava ~ -davo. miteinander vermischt sind und parallel verwendet werden.

I. Konstruktionen mit liuob

In den hier beschriebenen nordöstlichen žemaitischen Dialekten wird die Bedeutung des Präteritums Frequentativ, anders als im Litauischen der Schriftsprache, durch verschiedene Konstruktionen ausgedrückt, die aus dem Hilfswort liuob und dem Infinitiv oder den Futurformen des Verbs (gelegentlich auch den Formen des Präteritums) gebildet werden.

Liuobėti weist in älteren Schriften žemaitischer Schriftsteller und in den nördlichen dounininkai-Dialekten der Žemaiten alle Merkmale eines Verbs sowie eine eigenständige lexikalische Bedeutung auf — ‘mögen, gewohnt sein, die Gewohnheit haben’¹⁰, z. B.: Tąn patę naktį mienęsėno luob žmones eiti paparti žieda jeskoti VŽ II 171;... todiel luobėje ten važiuotės ir gan ilgai trukti VŽ I 157;... liuobėjo didžturčius ir jomylestas... atleisti nuo visokiu ne vien pi-les mokesnių DB 308; tos vaikds ló· pė·te z· šū·li su tókė· nendrìn lãzdą ~ tus ‘tuos’ vaikus liūoba ‘mėgo’ pilti ‘mušti’ į šiūlę ‘mokykloje’ su tokią nendrinę lazdą Plik; óšos dā· medēnį kēbēra padē·rpį lobēje ~ uošvis dar medinį kibirą padirbti liuobėjo ‘mėgo, turėjo įprotį’ Dit; er bóbas lu·bē·ll gertā·ute ~ ir bobos liuobėjo ‘buvo įpratusios’ girtauti Sg; marškēnē·ms lobējom ėšā·usę | drobōlu ant stāla ant lóvos ~ marškiniams liuobėjome ‘mėgome’ išaus­ti, drobulių ant stalo, ant lovos Dit; piršlėne lu·bē·i šū·ste pi· mī·su ~ piršlėnė liuobėjo ‘turėjo įprotį’ siūs-

8 In Saugos kommen gelegentlich auch Formen mit dem Suffix -davo vor, jedoch sehr selten (siehe dialektologisches Material aus Punkt 318, untersucht vom Verfasser selbst).

9 Žr. K. Morkūnas ir A. Sabaliauskas, Kuršių Neringos žvejų lietuvių tarmė ir lietuvių kalbos įtaka šių žvejų latvių tarmei. — „Lietuvių kalbotyros klausimai“, 2, 141—142, Vilnius, 1959.

10 Mit dieser Bedeutung ist liuobėti auch im „Wörterbuch der litauischen Gegenwartssprache“, S. 431 (1954), aufgeführt.

11 Im Dialekt der Umgebung von Saugos sagt man dōna und dū·na; entsprechend lautet auch liuobėjo lū·bėi.

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ti py ‘prie’ mūsų ‘pas mus’ Sg; pi įžūnoje žvalgā: lubės būte ~ py ‘prie’ jaunojo žvalgai ‘ukvaizdai, ūkio peržiūrėjimai’ liuobės būti Sg und so weiter.

In den nordöstlichen žemaitischen Dialekten hat dieses Verb nicht nur keinerlei lexikalische Bedeutung mehr, sondern ist erstarrt, hat sich sogar von der Verbalkategorie gelöst und ist zu einem rein morphologischen Bildungselement verschiedener Konstruktionen des häufigen Präteritums geworden. Die konjugierten Präsensformen des Verbs liuobėti werden in diesen Dialekten nur sehr selten zur Bildung des häufigen Präteritums verwendet. Bisweilen kommt es vor, dass an dieses erstarrte Verb unklare Endungen angefügt werden, z. B. lì̀bau šuoks kāp nelabijè ~ liuobau šóks ‘tanzte’ wie nelabiejai ‘Verrückte’ Krš; lì̀baus puo pėn.kõs rì.kstẽnčios paì.mdava ~ liuobaus nach fünf Tausend nahm man Užv; lì̀bàu vė̀r.ptė nemuoriē̇sma ~ liūbau spinnen, wir wollten nicht ‘wir wollten nicht spinnen’ Kntv; lì̀bēi. goal.ti išprašìsu | tei. jau. išēši zi žìbri ~ liuobei (?) mit Gewalt werde ich es erbitten ‘ich pflegte es zu erbitten’, tei ‘das’ jau išēši ‘du gingst schon’ į nibrę ‘zu den Abendunterhaltungen’ Krš u. a. Man kann annehmen, dass lì̀bau in den beschriebenen Dialekten ein Überrest des bereits verschwundenen Duals der 1. Person ist und aus liuobava hervorgegangen ist (vgl. die Form lõubau ~ liuobava² des Kretinga-Dialekts). Die Form lì̀bei. (ziemlich selten verwendet) könnte aus der Form des Präteritums liuobėjo entstanden sein, als sich dieses Verb in den beschriebenen Dialekten von der Verbalkategorie zu lösen begann und sich in ein Hilfswort verwandelte.

1. Das häufige Präteritum wird in vielen žemaitischen Dialekten aus den Präsensformen von liuobėti (bisweilen auch nur aus dem nicht mehr flektierbaren liuob) und dem Infinitiv des Hauptverbs gebildet. Ein zusammengesetztes häufiges Präteritum dieser Bildung kommt nicht in allen beschriebenen Dialekten vor: Es ist im Dialekt von Papilė und im nördlichen Teil des Dialekts von Kuršėnai (in den Dörfern Kubilės, Nugārės, Ožkēnai, Pākepšteniai, Pāksteliai, Smurgiai u. a.) weit verbreitet. Südlich von Kuršėnai sowie in den Dialekten von Šaukėnai, Užventis, Kaunatava und Raudėnai wurde ein so gebildetes häufiges Präteritum nicht festgestellt. Somit verläuft durch die beschriebenen Dialekte eine Grenze zwischen jenen žemaitischen Dialekten (Akmenė, Mažeikiai, Papilė, Tirkšliai), die das zusammengesetzte häufige Präteritum gewöhnlich aus einer Form von liuobėti mit dem Infinitiv bilden, und jenen, in denen die Funktionen dieses Tempus die Konstruktion „liuob + Futur“ übernimmt.

Das Paradigma des zusammengesetzten häufigen Präteritums lautet:

Singular (Papilė)

1. lōubo (lōub) dōute | jõukteis ~ liuobu (liuob) dúoti, juõkties 2. lōube (lōub) dōute | jõukteis ~ liuobi (liuob) dúoti, juõkties 3. lōub dōute | jõukteis ~ liuob dúoti, juõkties

Plural

1. lōubam dōute | jõukteis ~ liuobama dúoti, juõkties 2. lōubat dōute | jõukteis ~ liuobate dúoti, juõkties 3. lōub dōute | jõukteis ~ liuob dúoti, juõkties

18 Siehe J. Aleksandravičius, Das Verb im Kretinga-Dialekt. — „Vilnius Staatliches Pädagogisches Institut Wissenschaftliche Arbeiten (Litauische Sprache und Literatur)“, 8, 113—115, Vilnius, 1959.

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Singular (Kuršėnai)

1. lü·bu (lü·b) halten | sich abkühlen ∼ liuóbu (liuób) halten, sich abkühlen

2. lü·bi (lü·b) halten | sich abkühlen ∼ liuóbi (liuób) halten, sich abkühlen

3. lü·b halten | sich abkühlen ∼ liuób halten, sich abkühlen

Plural

1. lü·bam (lü·b) halten | sich abkühlen ∼ liuóbama (liuób) halten, sich abkühlen

2. lü·bat (lü·b) halten | sich abkühlen ∼ liuóbate (liuób) halten, sich abkühlen

3. lü·b halten | sich abkühlen ∼ liuób halten, sich abkühlen

Eine auf diese Weise gebildete Vergangenheitsfrequenz wird ebenso wie die Vergangenheitsfrequenz des Typs 1k verwendet, um eine Handlung auszudrücken, die sich in der Vergangenheit vielfach wiederholte, z. B.: aš už kvatėra lü·b imžti dvidešimt pen·kius ∼ aš už kvaterą ‘das Zimmer’ liuób nehmen ‘pflegte zu nehmen’ dvidešimt penkius Krš; aš lùobu sosėtė·kę sộ valdėninkėlė·s ∼ aš liuóbu susitikti ‘pflegte mich zu treffen’ mit den Beamten Pp; lùob goliete aš ọn vasarójaus ∼ liuób gulėti ‘pflegte zu liegen’ aš ant vasarójaus Pp; nelü·bi pàc gù·sti·s | ka gal·và sprúoks ∼ neliuóbi pats guosties ‘du pflegtest dich nicht zu trösten’, dass der Kopf platzt Krš; mùoki·tuoji matì·ž sutempi | kad anà nelü·b skù·ntci·s ∼ die Lehrerin, wohl, schimpfte ‘tadelte’, dass sie sich neliuób skųsties ‘nicht zu beschweren pflegte’ Krš; lùob ọn.c pavd·rš́cuote puo papė·lę ∼ liuób ans ‘er’ herumspazieren ‘pflegte herumzuspazieren’ in Papilė Pp; vàkariškàs lü·bam kė·lti pas pranùli ∼ abendliche Feiern liuóbama veranstalten ‘pflegten wir zu veranstalten’ bei Pranùlis Krš; vė·do lùobam pašnekėte er born·kę ešmė·ste ∼ vėdu ‘wir zwei’ liuóbama uns unterhalten ‘pflegten wir uns zu unterhalten’ und ein Bonbon hinauswerfen ‘pflegten wir hinauszuwerfen’ Pp; lùobat kà·drėliu à·koza šùokte ∼ liuóbate Kadrille, àkuzą ‘solche Tänze’ tanzen ‘pflegtet ihr zu tanzen’ Pp; jù·s visùoke vė·lne lü·b ištaisy·ti ∼ ihr pflegtet allerlei Teufelszeug liuób auszubessern ‘auszubessern, allerlei Streiche zu spielen’ Krš; sakinù·tas kà·rzes lü· parei·ti ∼ harzige ‘harzige’ Kühe liuób zurückkehren ‘pflegten zurückzukehren’ Krš usw.

Die so gebildete Vergangenheitsfrequenz entstand dadurch, dass die Formen von liuobėti den Infinitiv verlangten (siehe die zuvor angeführten Beispiele aus den nördlichen donininkai-Dialekten); das entstandene zusammengesetzte Prädikat wird heute in einigen beschreibend dargestellten žemaitischen Dialekten im Sinne der Vergangenheitsfrequenz verwendet.

2. Alle beschreibend dargestellten Dialekte haben zur Bezeichnung der Vergangenheitsfrequenz Konstruktionen, die aus liuob und Formen der Zukunft bestehen. Z. B. Sg. 1. Pers.: ùš tũ·ilgą dà·rbą negalėsu lü·p tũ· dešrù· pakėn·cti ∼ für diese lange Arbeit werde ich die Würste nicht liuób ‘pflegte nicht zu ertragen’ Krš; làbà· skà·ni kà·šteni lü· padė·rpsọ ∼ ein sehr schmackhaftes ‘schmackhaftes’ Stückchen liuób herstellen ‘pflegte ich herzustellen’ Kntv; lùob varì·sọ và·ka pri dà·rba ∼ liuób treiben ‘pflegte ich zu treiben’ das Kind zur Arbeit Rdn; Sg. 2. Pers.: tuòkũ· muokintu panù· sėnàu. lü·b neprasně·kinci ∼ solche gelehrten ‘gebildeten’ Mädchen pflegtest du früher liuób neprasňėkinsi ‘nicht anzusprechen’ Krš; lü·b ešė·zsi nu sà·ules lek sà·ules dė·rp·tę ∼ liuób hinausgehen ‘pflegtest hinauszugehen’ von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeiten Kntv; 3. Pers.: ań·s lü·bau sakì·s pažìnis žemai·ti ∼ añs ‘er’ liuóbau sagen ‘pflegte zu sagen’, nachdem er Žemaitė kennengelernt hatte Šauk; vė·lne li·žuve· būva | vė·lne linėsmi·bi | lùos lü·b | dù·s | kuòl neprakró·kinę jaunùosìs ∼ Teufelszungen waren, teuflische Fröhlichkeit ‘bei den Hochzeiten der Menschen von früher’: sie würden liuób bellen, dúos ‘geben’, bis sie die jungen Leute nicht mehr zum Trinken bringen …

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-davo, ließ die junge Frau aus Krš nicht zum Weinen kommen’; auf dem Hof pflegte Mikolas zu tanzen, die ganze Nacht zu singen, sodass sich das Haus erschütterte ~ der selige Mikolas pflegte zu tanzen, ‘tanzte’, zu singen, ‘sang’, die ganze Nacht, sodass sich das Haus erschütterte, ‘erschütterte sich’ Krš; 1. Pers. Pl.: auf dem Hof pflegten wir von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang zu arbeiten ~ auf dem Hof pflegten wir zu arbeiten, ‘arbeiteten wir’, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang Krš; solange wir nicht betrunken waren, pflegten wir uns abzusprechen und miteinander zu reden ~ solange wir nicht betrunken waren, pflegten wir uns abzusprechen und miteinander zu reden Krš; wir pflegten in den Wald zu gehen, Pilze zu sammeln, wenn wir sie nicht mitbrachten, waren wir Dummköpfe ~ wir pflegten zu gehen, ‘gingen’, in den Wald, Pilze zu sammeln; wenn wir sie nicht mitbrachten, ‘nicht mitzubringen pflegten’, waren wir Dummköpfe Pp; 2. Pers. Pl.: ihr pflegtet zu lügen und davonzulaufen, wenn ihr ein junges Mädchen im Haus zurückließet ~ ihr pflegtet zu lügen und davonzulaufen, ‘logt’ und ‘liefet davon’, um zu tanzen: wo hält man ein junges Mädchen im Haus zurück Krš; ihr pflegtet beide zu prügeln wie kleine Teufel ~ ihr pflegtet beide zu prügeln, ‘schlagt euch’, wie kleine Teufel Rdn usw. In diesem Fall wird meist die unpersönliche Form liúob (ehemals 3. Pers. Präsens) verwendet; mitunter kommen jedoch auch konjugierte Formen vor, z. B.: Wir pflegten Kröten zu trocknen, mit Honig zu vermischen und es dann aufs Brot zu streichen ~ wir pflegten Kröten zu trocknen, ‘trockneten’, sie mit Honig zu vermischen, ‘vermischten’, und sie aufs Brot zu streichen, ‘strichen’, (das waren frühere Mittel gegen Halsbeschwerden) Kntv; wenn wir musizierten, hörte die halbe Gemeinde zu ~ wenn wir pflegten zu musizieren, ‘musizierten’, hörte die halbe Gemeinde zu Pp; ich pflegte Feuer zu machen, und er pflegte Holzscheite zu spalten ~ ich pflegte Feuer zu machen, ‘machte’, und er pflegte Holzscheite zu spalten, ‘spaltete’ Krš; wir pflegten Wasser aus der Venta zu holen, doch jetzt läuft sogar die Katze hinüber ~ wir pflegten Wasser aus der Venta zu holen, ‘gingen’, es aus der Venta zu schöpfen, ‘schöpften’, doch jetzt läuft sogar die Katze hinüber (die Venta ist ausgetrocknet) Krš u. a.

Ein solches Ausdrucksmittel für das Präteritum Frequentativ konnte nur deshalb entstehen, weil man mit dem Futur eine in der Vergangenheit wiederholt ausgeführte Handlung ausdrücken kann¹³. In dieser Bedeutung wird das Futur in vielen litauischen Dialekten und in der Schriftsprache weit verbreitet verwendet, z. B.: Die Angekommenen halfen, weil es keine solchen starken Männer gab; dann begannen sie den Deutschen auseinanderzusetzen, der Turm sei alt, man müsse den ersten Turm abstützen, und jeder solle Instrumente und Männer mitbringen — so würden sie alle davonlaufen CR II 199; Zuerst wird die Mutter Vorträge halten, der Vater wird seinerseits seinen Senf dazugeben, wird wettern ŽR I 84; der Verwalter würde eine „Kuh, du Schamlose“ schimpfen, und du würdest mit gesenkter Nase davongehen ~ der Verwalter pflegte „Kuh, du Schamlose“ zu schimpfen, und du pflegtest mit gesenkter Nase davonzuziehen Krš; er würde auf einen Tisch steigen und rufen, dass der Zauber verschwinde ~ er pflegte auf den Tisch zu steigen, ‘stieg’, und zu rufen, ‘rief’, dass der Zauber verschwinde (1905) Pp; du wirst ein Kind einer Leibeigenen stillen und drei Desjatinen Land geben ~ du pflegtest das Kind einer Leibeigenen zu stillen, ‘stilltest’, und pflegtest drei Desjatinen Land zu geben Kntv; ich erinnere mich, sie lachten, tanzten und waren schön wie Puppen ~ ich erinnere mich, sie pflegten zu lachen, zu tanzen, und waren schön wie Puppen Rdn; Ich werde diesen Wagen schieben und schieben, doch er rührt sich nicht ~ ich pflegte diesen Wagen zu schieben und zu schieben, ‘schob’, doch er rührt sich nicht Šauk; Schnaps gab es nicht: wir werden uns an Kaffee betrinken, wir werden etwas zum Knabbern haben ~ Schnaps gab es nicht: wir pflegten Kaffee zu trinken, ‘tranken’, und Knabbereien zu haben, ‘hatten’ Sg; Wir waren große Sängerinnen: fröhlich würden wir das Heu zusammenrechen und dabei lachen ~ wir waren große Sängerinnen: fröhlich pflegten wir Heu zusammenzurechen und dabei zu lachen Sk usw. Zu den so verwendeten Futurformen musste man nur noch liúob hinzufügen, d. h. es in den Satz einschieben, und schon entstand diese eigentümliche Konstruktion.

13Vgl. J. Pikčilingis, Gebrauch der Zeitformen des Verbs. — „Tarybinė mokykla“, 8, 27—30, 1958.

11. Kalbotyros klausimai, IV

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Für die Auffassung, dass die Konstruktion „li uob + Futur“ dadurch entstanden ist, dass liuob in den Satz eingeschoben wurde, sprechen folgende Tatsachen:

a) Die Form liuobėti konnte nur den Infinitiv verlangen;

b) Liuob wird auch den Präteritalformen hinzugefügt14, wenn sie eine in der Vergangenheit vielfach wiederholte Handlung bezeichnen, z. B.: 1) beim Präteritum Simplex: wie man liūb nach Tryškiai während der deutschen Besatzungszeit mit Bezugsscheinen ging / das Brot war kein Kuchen ~ wie man liūb nach Tryškiai während der deutschen Besatzungszeit mit Bezugsscheinen ging, ‘ging’, Brot gab es nicht Kntv; 2) bei Formen des Präteritums Frequentativ mit dem Suffix -davo: liˀb fuhr ich zur Mühle mit dem Vater ~ früher pflegte man immer zu erschrecken ~ unten waren die Unterhosen so dünn wie Würmchen ~ liuob waren diese Unterhosen so dünn wie kleine Därme Krš; liˀb pflegte der Teufel die Bohnen zu säen ~ wir pflegten die Bohnen zu geben ~ wir pflegten schlecht zu essen / die Wangen platzten ~ liuob pflegten wir schlecht zu essen, und die Wangen platzten Krš; liˀb pflegte man Beeren zu sammeln und Stare zu fangen ~ in anderen Jahren gab es hier keine Sanddornbeeren Rdn u. a. ~ in anderen Jahren gab es hier keinen Sanddorn Rdn u. a.

Außerdem erinnern die Konstruktionen „li uob + Futur“ stark an solche Wendungen in der Schriftsprache und in den Dialekten der Hochlitauer: Ein anderes Mal, bevor ich meine Frau heiratete, blieb bisweilen irgendein Mädchen zurück; ich beobachtete sie aus der Ferne und fragte sie dies und das, zeigte ihr das aber nicht ŽR I 117; Bisweilen zählt man ein ganzes Dutzend ihrer (d. h. der Bourgeois) Vertreter – und jeder Nachname klimpert wie ein Geldsack CR II 375; Bisweilen hebt sie das Kind auf den Arm LKŽ V 542; Bisweilen trägt sie die Blätter aus dem Garten fort LKŽ V 351; bisweilen ging sie, gab sich hin, als sei sie verrückt ~ bisweilen ging sie, gab sich hin, als sei sie verrückt Krs u. a.

II. Formen mit dem Suffix -davo

Neben den Konstruktionen mit liuobėti werden in allen beschriebenen Dialekten Formen des Präteritums Frequentativ mit dem Suffix -dāˀva (-dāˀva) || -dava ~ -davo verwendet.

Dūnininker:

Singular

1. dūˀdāˀvau || dūˀdavau ~ ich pflegte zu geben

2. dūˀdāˀvaˀ || dūˀdavaˀ ~ du pflegtest zu geben

3. dūˀdāˀva || dūˀdava ~ er/sie/es pflegte zu geben

Plural

1. dūˀdāˀvuom || dūˀdavuom ~ wir pflegten zu geben

2. sie würden geben || sie würden geben ~ dúodavote

3. sie würden geben || sie würden geben ~ dúodavo

14Mancherorts in den Žemaiten wird liuob auch zum Präsens hinzugefügt, wenn damit eine in der Vergangenheit häufig wiederholte Handlung ausgedrückt wird: loup tēkenūoms nūmē e babieg—liūob tekinōms numė ir bebėga (siehe P. Kniūkšta, Phonetik und Morphologie des Dialekts von Kalnėlis, 142, Diplomarbeit, 1959 (Handschrift in der Abteilung für litauische Sprache der Staatlichen Universität Vilnius).

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Einzahl

1. jū'g'da'vaus || jū'g'davaus ~ juõkdavausi

2. jū'g'da'va's || jū'g'dava's ~ juõkdavaisi

3. jū'g'da'vuos || jū'g'davuos ~ juõkdavosi

Mehrzahl

1. jū'g'da'vuomuos || jū'g'davuomuos ~ juõkdavomos (wir lachten)

2. jū'g'da'vuoties || jū'g'davuoties ~ juõkdavotės

3. jū'g'da'vuos || jū'g'davuos ~ juõkdavosi

Dounininkų:

Singular

1. dõudavõ·u15 ~ dúodavau jõugdavõ·us ~ juõkdavaus

2. dõudavõ· ~ dúodavai jõugdavõ·s ~ juõkdavaisi

3. dõudã·va || dõudava ~ dúodavo jõugdavúos ~ juõkdavosi

Plural

1. dõudavõ·uom ~ dúodavoma jõugdavuomúos ~ juõkdavomos

2. dõudavõ·ot ~ dúodavote jõugdavuoties ~ juõkdavotės

3. dõudã·va || dõudava ~ dúodavo jõugdavúos ~ juõkdavosi

Auf den ersten Blick mag es scheinen, dass das Präteritum frequentativ dieser Art aus dem Niederlitauischen, dem Hochlitauischen oder jenenliuob unbekannten Konstruktionen litauischen Dialekten entlehnt ist. Bestimmte Fakten scheinen jedoch darauf hinzudeuten, dass es sich um eine eigenständige Erscheinung der beschreibenden Dialekte handelt:

1) Das auf diese Weise gebildete Präteritum Frequentativum wird in einem großen Gebiet der Žemaitischen Dialekte verwendet (bei allen Dūnininkai und einem Teil der Dounininkai).

2) liuob tritt zu den Formen des Präteritums Frequentativum: lū·b ã·dava ~ liuob eidavo Krš; lū·b tɐriedava ~ liuob turėdavo Užv usw.

3) Die Dehnung des Vokals a in der Endung -dã·va ~ -davo (diese Eigenschaft ist mit den West-Aukštaitischen gemeinsam16).

4) In der Sprache älterer Dialektsprecher werden häufig Präterita Frequentativa aus verschiedenen Konstruktionen vermischt, z. B.: sã·u ã·kminas lū·b kelniõs / ritinç / tampś·sė dirbdã·va nu rỹto lig vã·karo ~ šau akminus ‘Steine’ liuob kelnos ‘hob gewöhnlich hoch’, ritins ‘rollte gewöhnlich’, tampysias ‘zog sich gewöhnlich hin und her’ — arbeitete gewöhnlich vom Morgen bis zum Abend Krš; lū·p sustūosma pri vi·škele / ka užplieśma kuõki dã·ina / iš tuõla·use· bũ·dã·va girdietis ~ liuob sustošma ‘wir hielten gewöhnlich an’ pry vieškelio, kad užplėšma ‘stimmten gewöhnlich an’ irgendein Lied — von weit her war es gewöhnlich zu hören Krš; palaks-tį·sma pasegã·udi·sma lū·b / je mamã·tę pri dã·rba nevarí·dã·va ~ palakstysma

15 Im Papilė-Dialekt sind keine Nebenakzente mit nachgestellter Betonung zu hören.

16 Siehe E. Grinaveckienė, Mitu vos upyno tarmės fonetika. — „Lietuvių kalbotyros klausimai“, 1, 132, Vilnius, 1957; A. Jonaitytė, Šakynos tarmės kirtis ir priegaidė. — „Lietuvių kalbotyros klausimai“, 2, 111, Vilnius, 1959.

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„Wir liefen gewöhnlich herum“, pasigāudysma liuob „wir fingen gewöhnlich“; je mamaitė pry dárbo nevarydavo „wenn die Mutter mich nicht zur Arbeit schickte“ Rdn u. a.

5) In den beschreibenden dünininkischen Mundarten werden Partizipien des Aktivs im Präteritum Frequentativ aus Verbformen mit dem Suffix -dá·va || -dava ~ -davo¹⁷ gebildet: turiedá·vis || turiedavis ~ „der gewöhnlich gehabt hatte“, turiedá·vusi || turiedavusi ~ „die gewöhnlich gehabt hatte“, turiedá·vi || turiedavi ~ „die gewöhnlich gehabt hatten“, turiedá·vuses || turiedavuses ~ „die gewöhnlich gehabt hatten“. Manchmal wird auch diesen Partizipien liuob, hinzugefügt, z. B.: tava senītis su mūna šēniū kat pradēje pā·sakuoti’s | kā·p lū·b’i šuokūs ā·davi· | kā·p mergās kirkindavi· ~ „dein Großväterchen“ mit „meinem“ Mann, als er zu erzählen begann, wie sie gewöhnlich zu den Tänzen gingen und wie sie gewöhnlich die Mädchen neckten, Krš; aš māt lū·p trunki·dāvusi’s | ļuo anā pamislī·k tā·msta švēn·cta ~ „ich habe, weißt du, gewöhnlich getrunken, und sie, denk dir, dachte: ‚du Dummkopf, Heilige!‘“ Šauk u. a. Jene žemaitischen Mundarten, die keine Bildungen mit dem Suffix -dá·va || -dava ~ -davo haben, kennen auch keine solchen Partizipien des Präteritum Frequentativ. Sie haben gewöhnlich Konstruktionen mit liuob: ļōbǭs dērpte ~ „der gewöhnlich arbeitete“ (Kretinga)¹⁸, ļōbǭ·nti gā·ute (Kalnalis).

Die Literatursprache, deren Formen des Präteritum Frequentativ inzwischen in allen žemaitischen Mundarten die Konstruktionen mit liuob aus dem Gebrauch verdrängen¹⁹, und die hochlitauischen Mundarten konnten wohl dazu beitragen, dass diese Formen sich durchsetzten und verbreiteten.

Charakteristisch ist außerdem, dass bei den donininkischen Mundarten eine ähnliche Lage wie in den übrigen žemaitischen Mundarten besteht: Der nördliche Teil (Klaipėda, Priekulė, Dituva, Plikiai) verwendet ausschließlich Konstruktionen mit liuobėti, während im Süden die Konstruktionen mit liuobėti neben Bildungen mit dem Suffix -davo verwendet werden (Šilutė, Rusnė, Kintai, Ventė; um Saugos beginnt die Vermischung): vī·ra lōb drā·si bū·ti ~ „die Männer waren gewöhnlich mutig“ Vnt; kuorōs lī·b išpjā·us ~ „die Korios pflegte gewöhnlich auszuschneiden“ Šlu; dēbesīs vės lu·biėt liektinā· liekt ~ „die Wolken flogen immer gewöhnlich wie im Flug“ Kin; nalū·bēdava anā bū·ti nōbažna ~ „sie pflegte nicht fromm zu sein“ Sg; tē bernā· mē·rgs lobiedau dainīte ~ „die Burschen und Mädchen pflegten zu singen“ Šlu; aš lobiedavau sviestōk, pardōte ~ „ich pflegte etwas Butter zu verkaufen“ Rsn; puo pēr·rm čē miez | čē avēži· siedat | sō spragelā·s mōždāu ~ „zuerst säte man hier Gerste, hier Hafer; mit Dreschflegeln drosch man“ Rsn; kōks žōdis išēi-dava pagalvōt ~ „welches Wort einem einfiel, um nachzudenken“ Kin usw.

Warum gibt es in diesen nordöstlichen žemaitischen Mundarten so unterschiedliche Konstruktionen und Formen zum Ausdruck des Präteritum Frequentativ?

Vor allem grenzen diese Mundarten an die westlichen hochlitauischen Mundarten und an jene žemaitischen Mundarten (Kelme, Tytuvėnai), in denen das Präteritum Frequentativ ausschließlich mit dem Suffix -davo gebildet wird. Die nördlich der beschriebenen Mundarten gelegenen žemaitischen Mundarten (Mažeikiai, Tirkšliai, Telšiai, Vieksniai) verwenden nur Konstruktionen mit liuob. Beim Aufeinandertreffen dieser beiden Ausdrucksweisen des Präteritum Frequentativ begann man in den beschriebenen Mundarten, im Sinne des Präteritum Frequentativ auch so unterschiedliche Konstruktionen und Formen zu verwenden.

17 Wie die beschriebenen donininkischen Mundarten diese Partizipien bilden, ließ sich nicht feststellen.

18 J. Aleksandravičius, a. a. O., 136.

19 Vgl. V. Grinaveckis, Lietuvių kalbos tarmių tyrinėjimas Tarybų valdžios metais. — „Vilniaus Valstybinio pedagoginio instituto Mokslo darbai (Lietuvių kalba ir literatūra)“, 11, 19. Vilnius, 1960.

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Abkürzungen

Arm — Armōniškes, BTSR, Rajon Varėna, Gebiet Grodno. CR — P. Cvirka, Raštai, II, Vilnius, 1959. DB — S. Daukantas, Būdas senovės lietuvių kalnėnų ir žemaičių, red. J. Talmantas, Kaunas, 1935. Dit — Dituva, Rajon Klaipėda. Grz — Gruzdžiai, Rajon Šiauliai. IFF — Fakultät für Geschichte und Philologie. Kin — Kintai, Rajon Šilutė. Kntv — Kaunatava, Rajon Telšiai. Krs — Karsakiškis, Rajon Panevėžys. Krš — Kuršėnai LKŽ — Wörterbuch der litauischen Sprache, 5. Redaktion: Z. Jonikaitė, J. Kabelka, J. Kruopas, K. Ulvydas (verantwortlicher Redakteur), B. Vosilytė. Vilnius, 1959. Plik — Plikiai, Rajon Klaipėda. Pp — Papilė, Rajon Akmenė. Rdn — Raudėnai, Rajon Kuršėnai. Rod — Rūdūnia, BTSR, Gebiet Grodno. Rsn — Rusnė, Rajon Šilutė. Sg — Saugos, Rajon Šilutė. Sk — Skaistgirys, Rajon Joniškis. Šauk — Šaukėnai, Rajon Užventis. Škn — Šakyna, Rajon Šiauliai. Šlu — Šilutė Užv — Užventis Vlk — Valkininkai, Rajon Eišiškės. Vnt — Ventė, Rajon Šilutė. VVU — Staatliche Universität Vilnius namens V. Kapsukas. VŽ — Valančius, Žemaičių vyskupiste, I—II, Wilniuj, 1848. ŽR — Žemaitė, Raštai, I, Vilnius, 1956.

DAS PRÄTERITUM FREQUENTATIVUM IN DEN NORDOSTSAMOGITISCHEN MUNDARTEN

В. И. ВИТКАУСКАС

Zusammenfassung

Der Artikel behandelt Formen und Konstruktionen des Präteritums Frequentativum in folgenden nordöstlichen samogitischen Mundarten: Kuršėnai, Šaukėnai, Užventis (Dūnininkai) und Kaunatava (Rajon Telšiai), Papilė, Raudėnai (Dounininkai). In diesen Mundarten werden verschiedene Mittel zum Ausdruck des Präteritums Frequentativum verwendet: Konstruktionen mit dem Verb liobėti und Formen mit dem Suffix -davo.

Das Wort liobėti hat in den beschriebenen Mundarten – anders als in den nördlichen Dounininkai-Mundarten, wo es alle Merkmale eines Verbs aufweist und „lieben, die Gewohnheit haben“ bedeutet – keine lexikalische Bedeutung und hat sich von der Verbkategorie losgelöst.

In den beschriebenen Mundarten werden folgende Konstruktionen mit liobėt verwendet: 1. liob mit dem Infinitiv eines Verbs (ehemaliges zusammengesetztes Prädikat): liob mokėti „oft bezahlen“ (Papilė), liob imti „nehmen“ (Kuršėnai); 2. liob mit Futurformen: liob gi̇dōsu „ich sang oft“ (Kuršėnai), liob dōsu „ich

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gaben (Raudenai) u. a. Nach Ansicht des Autors entstand diese zweite Konstruktion, weil sich an die Formen des Futurs, das eine in der Vergangenheit viele Male wiederholte Handlung ausdrücken kann, Formen des Verbs liuobėti anschlossen. Außerdem tritt liuob in den beschriebenen Mundarten manchmal auch zu Formen der Vergangenheit hinzu, wenn damit eine in der Vergangenheit viele Male wiederholte Handlung ausgedrückt wird: 1. zum einmaligen Präteritum: lù:b ajùom ‚wir gingen oft‘ (Kaunatava), 2. zum iterativen Präteritum mit dem Suffix -davo: lù:b dù:dāva ‚gab‘ (Kuršėnai), lù:b pāi.mdava ‚nahm‘ (Užventis) usw.

In den beschriebenen Mundarten werden ebenfalls Formen des iterativen Präteritums mit dem Suffix -dāva || -dava verwendet. Dies ist eine besondere Erscheinung der beschriebenen Mundarten.

Am Ende des Artikels werden die Ursachen für diese Vielfalt an Ausdrucksmitteln des iterativen Präteritums erörtert.

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