Page 1ŽODŽIŲ FORMOS IR JŲ VARTOSENA LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
K. ULVYDAS
UNTERSUCHUNGEN ZUM LITAUISCHEN ADVERB
1. Einfache Adverbien des instrumentalen Plurals mit -ais
§ 1. Der Instrumental hat in den baltischen und slawischen Sprachen eine besonders große Vielfalt adverbialer Bedeutungen. Dies begünstigt die Adverbialisierung dieses Kasus. Eine Fülle adverbialer Bedeutungen ist besonders charakteristisch für den litauischen Instrumental. Adverbiale Umstände werden meist durch den Instrumental eines Substantivs ausgedrückt. Im Litauischen gibt es so viele Instrumentaladverbien, und sie werden so häufig verwendet, dass die Endung des Instrumentals der Substantive (insbesondere des Plurals) hier nicht selten als ein Adverbien bildendes Suffix betrachtet werden könnte (zumindest in den Fällen, in denen neben dem Instrumentaladverb das entsprechende Substantiv nicht mehr verwendet wird).
Interessant ist, dass der Instrumental Plural im Litauischen hinsichtlich der Fülle adverbialer Bedeutungen und der Tendenzen zur Adverbialisierung dem Instrumental Singular in keiner Weise nachsteht. Adverbien mit erstarrter Endung des Instrumentals Plural kommen häufiger vor als solche mit erstarrter Endung des Instrumentals Singular. Daher lässt sich gerade von einer stärkeren Annäherung der erstarrten Endung des Instrumentals Plural an ein adverbienbildendes Suffix sprechen.
Instrumentaladverbien gibt es im Litauischen, allgemein betrachtet, zweierlei: Die einen sind unmittelbar aus Instrumentalformen als Ergebnis der Adverbialisierung hervorgegangen, die anderen wurden mit der Instrumentalendung als Suffix nach dem Vorbild bereits vorhandener Adverbien gebildet. Eine strikte Grenze zwischen den beiden Gruppen lässt sich nicht ziehen. Von einer suffixalen Bildung der Instrumentaladverbien kann man nur bedingt sprechen, das heißt, ohne zu vergessen, dass ein großer Teil von ihnen nichts anderes als adverbialisierte Instrumentalformen von Substantiven oder anderen Nomina sind. Die Analyse der Bildung von Instrumentaladverbien lässt sich nur schwer oder gar nicht von der Analyse ihrer Struktur trennen.
§ 2. Die Verteilung der Instrumentaladverbien nach Stämmen entspricht der Verteilung der Nomina nach Stämmen: Je häufiger Nomina eines bestimmten Stammes sind, desto mehr Adverbien dieses Stammes gibt es ebenfalls.
Bei der Bildung und Struktur von Adverbien mit erstarrter Endung des Instrumentals Plural sind die folgenden Stämme am produktivsten und am häufigsten vertreten: a, ia, o ir io. Von diesen zeichnet sich der Stamm o durch besondere Bildungsproduktivität und Gebrauchshäufigkeit aus und liefert ganze Reihen einfacher, präfigierter und zweistämmiger Adverbien. Von allen übrigen Stämmen hebt sich nur der Stamm ę durch etwas höhere Produktivität und Verbreitung ab. Schließlich spielen die Stämme i, u ir iu bei der Bildung und Struktur von Adverbien mit erstarrter Endung des Instrumentals Plural nur eine sehr geringe Rolle. Der konsonantische Stamm ist nahezu gar nicht vertreten; bereits die Endung des Instrumentals Plural der Substantive selbst ist mit der Endung der Substantive des Stammes i zusammengefallen.
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Page 2§ 3. Hier ist es angebracht, einige Bemerkungen zur derivationellen und strukturellen Klassifikation der Instrumentaladverbien zu machen.
Wie aus den einleitenden Bemerkungen bereits hervorgegangen sein dürfte, ist es bei der Untersuchung der Bildung und Struktur der Instrumentaladverbien zweckmäßig, sie zunächst in zwei große Gruppen einzuteilen. Die erste dieser Gruppen bilden Adverbien, die zur Instrumentalform des Singulars in Beziehung stehen, die zweite Adverbien, die zur Instrumentalform des Plurals in Beziehung stehen. Somit treten äußerlich Singular- und Pluralinstrumentaladverbien hervor. Natürlich ist die grammatische Kategorie des Numerus dem Adverb völlig fremd; sie spielt hier absolut keine semantische Rolle.
Ferner ist jede der hier genannten Gruppen danach zu unterteilen, mit Nomina welchen Stammes die Adverbien selbst in Beziehung stehen. So kann man von Instrumentaladverbien des Singulars sprechen, die sich auf Nomina der Stämme a, ia, o, io und anderer Stämme beziehen, sowie von Pluralinstrumentaladverbien, die sich auf Nomina derselben Stämme beziehen. Da Instrumentaladverbien sowohl zu einfachen als auch zu präfigierten und zusammengesetzten Nomina in Beziehung stehen, sind innerhalb jedes Stammes wiederum Gruppen einfacher, präfigierter und zusammengesetzter Singular- und Pluralinstrumentaladverbien zu unterscheiden.
Die stammbezogene Klassifikation der Instrumentaladverbien ergibt sich aus dem untersuchten Material selbst. Eine solche Klassifikation wird gerade durch die enge derivationelle und strukturelle Beziehung der Instrumentaladverbien zu den Nomina, insbesondere zu den Substantiven, bestimmt. Im Allgemeinen lassen sich alle Adverbien, die zu Nominalkasus in Beziehung stehen, am leichtesten nach den für jene Wortarten charakteristischen Merkmalen derivationell und strukturell einteilen, aus denen sie hervorgegangen sind oder nach deren Vorbild sie gebildet wurden.
Hinzugefügt werden muss noch, dass eine Instrumentalform mit einer Präposition Adverbien bilden kann, die zu Präpositionalfügungen in Beziehung stehen. Das Hauptglied solcher Adverbien (ein erstarrter Instrumental) kann seinerseits einfach, präfigiert oder zusammengesetzt sein.
Damit sich der Leser wenigstens eine ungefähre Vorstellung von der Bildung und Struktur der Adverbien machen kann, die zu Pluralinstrumentalformen in Beziehung stehen, wird im Folgenden die derivationelle und strukturelle Beschreibung einer Gruppe von Pluralinstrumentaladverbien mit den notwendigsten Belegen gegeben, die sowohl verschiedenen Schriftwerken als auch Dialekten entnommen sind. Zu dieser Gruppe gehören einfache Pluralinstrumentaladverbien, die sich auf einfache (präfixlose) Nomina des a-Stammes beziehen. Es handelt sich um einfache Pluralinstrumentaladverbien auf -ais.
Wie neben vielen anderen Erscheinungen kommen auch neben den Pluralinstrumentaladverbien Übergangsfälle vor – Übergangsformen, die von echten Instrumentaladverbien zu unterscheiden sind.
Die Untersuchung einfacher Pluralinstrumentaladverbien auf -ais hat gezeigt, dass es neben ihnen Randerscheinungen gibt – Randwörter, deren äußere Form mit diesen Adverbien übereinstimmt, die jedoch nicht oder nur mit großer Vorsicht mit Instrumentalformen in Verbindung gebracht werden können. Die Endung -ais solcher Randwörter hat oft nichts oder nur sehr wenig mit der Instrumentalendung zu tun. Dieses -ais ist in solchen Fällen meist nichts anderes als ein Partikel oder eine Verbindung von Partikeln, die besonders bei unflektierbaren Wörtern vorkommt.
In der Beschreibung werden weder die hier erwähnten Übergangsformen noch die Randwörter ausgelassen, da sich zusammen mit ihnen die echten Adverbien der beschriebenen Gruppe deutlicher herausheben.
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Page 3§ 4. Bei der Untersuchung der Funktion adverbialer Formen des Instrumentals Plural einfacher (nicht präfigierter) a-stämmiger Nomina ist zunächst zu beachten, dass es in der Sprache neben völlig erstarrten Formen eine große Vielzahl von Instrumentalformen im Plural gibt, die für Modal-, Lokal-, Temporal- und andere Umstandsangaben verwendet werden und in unterschiedlicher Weise zu Adverbien in Beziehung stehen.
§ 5. Einige dieser Formen haben ihre klare Objektbedeutung bewahrt; mit Adverbien verbindet sie lediglich die Gemeinsamkeit ihrer adverbialen Funktion. Diese Formen weisen noch keinerlei Anzeichen semantischer Isolation auf und lassen sich leicht von Adverbien unterscheiden. Sie werden eindeutig als Instrumentalformen von Substantiven für die Art und Weise (gab alais, kekulais, lapais, lašais, pipirais, pluoštais, pūdais, skatikais, skreitais, šmotais, vilkais, želmenais), den Ort (keliukais, pėdais, purvynais), die Zeit (metais, anais metais, tais pačiais metais), den Zweck (savo reikalais) und andere Umstände verstanden.
Der Zucker ist in Stücke gehackt (rš.). Er lief mit Fleischstückchen umher. ŽemR₂ II 174. Mein Kummer wuchs Blatt um Blatt, verzweigte sich Ast um Ast. JablLP 86. Der Schweiß rann ihm in Tropfen herab. JablLP 86. Sie säten Pfeffer, er ging in Kreuzern auf, blühte mit Schwiegertöchtern und verwelkte mit Mädchen (Buchweizen). JablLP 86. Seine Haare stauben büschelweise. ŽemR₂ II 464. Sie trugen es in Pud-Mengen. ŽemR₂ II 253. Sie trugen es stückweise heim und stopften den Beutel voll, um ihn unter den Kopf zu legen. ŽemR₂ II 115. Sie schleudern die widerliche Erde in Klumpen umher. Don. Sie heulten wie Wölfe. TŽ V 143. Aus ihnen quellen die Rückstände ringsum in Sprossen hervor (Baran) JablLP 88.
Wir trieben sie auf den kleinen Wegen … ließen sie nirgends zur Seite abweichen. ŽemR₂ II 236. Sie begannen, ihm auf den Fersen zu folgen. TŽ V 127. Bis zu den Knien im Schlamm watend neben dem Wagen, treibt er aus Ungeduld die erschöpften Stuten immer wieder an. ŽemR₂ II 297. (Vgl. auch den Instrumental mit erhaltener Objektbedeutung šonais in der Verbindung, die den Genitiv regiert, abiem šonais „auf beiden Seiten“ Lkm, Rgv.)
Sie vereinbarten, die Mädchen jahresweise zu verdingen. ŽemR₂ II 166. Wenn man mich menschlicher behandelt hätte, hätte ich dort auch jahrelang gearbeitet. JablLP 82. (Vgl. die Ausdrücke anais metais „in jenem Jahr“, kitais metais „im nächsten Jahr“, tais pačiais metais „im selben Jahr“, taikos metais „in Friedenszeiten“, tarybinės santvarkos metais „in den Jahren der Sowjetordnung“, in denen attributive und nichtattributive Bestimmungen die Substantivbedeutung des Instrumentals metais noch stärker hervorheben.)
Er fuhr aus eigenen geschäftlichen Angelegenheiten nach Kaunas. JablLP 84. (Doch vgl. Meine Hausherrin … ist geschäftlich in den Marktflecken gegangen. ŽemR₂ II 167, wo sich bei dem ohne Attribut gebrauchten Instrumental reikalais „geschäftlich“ bereits eine leichte Abschwächung der Objektbedeutung bemerkbar macht.)
§ 6. Bei den Instrumentalformen im Plural anderer Substantive ist die Objektbedeutung zwar noch erhalten, aber bereits etwas verblasst. Daher lassen sich solche Formen nicht immer leicht von Adverbien abgrenzen, denn durch den sprachlichen Kontext und die lexikalische Bedeutung der Hauptwörter befinden sie sich häufig bereits in einem nahezu intermediären Stadium zwischen substantivischen Instrumentalformen und Adverbien. Solche Übergangsformen des a-Stamms werden ebenfalls für Modalangaben verwendet (būriukais, čiūgais u. a.; vgl. poln. cug, dt. Zug, kelmais, perkūnais, pulkais, tunt ais), Lokalangaben (kra štais, r ūožais, r ūožtais, šmotais u. a.; vgl. poln. szmat „Stück“), Temporalangaben (rytais, vakarais) und andere Umstandsangaben.
Die Winde brennen wie Feuer, es regnet in Scharen!.. ŽemR₂ I 281. Schrecklich viele Soldaten — die Felder sind schwarz, sie marschieren in Kolonnen. Ktk. Die Schafe ziehen in Kolonnen über die Felder. Kkl. Sie fluchten mit Donnern und Baumstümpfen. ŽemR₂ II 260. Nicht einzeln — wir fielen in Scharen. SNėrP II 276. (Vgl. tuntais „massenhaft“ SD 66).
Es regnete in Streifen. Der Wald erstreckt sich streifenweise. TŽ V 128. Es regnet in Streifen. Ldvn, Kp. Streifenweise vergilbten die Sauergräser, streifenweise lagen die Weizenfelder in der Farbe trüben Wassers; mit rötlichen und violetten Flecken stieg die Sumpfvegetation in die Höhen. CvR VII 105.
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Page 4Schubweise … regnet es. JabLLP 80. Schubweise ist es kalt geworden (kalt). Krtn. Schubweise ist kein einziges Korn aufgegangen. ŽemR₂ I 399.
Morgens steht er früh auf, abends legt er sich gleich hin. JabLLP 81. Morgens zog der Nebel lange über die Felder. CvR VIII 164. Abends sahen die Dorfbewohner Jurgis Stadalnykas, wie er auf den Feldrainen umherging. CvR I 151. Abends ist es dafür zu Hause fröhlich und gemütlich … ŽemR₂ II 373.
Vgl. hier auch die Instrumentalformen der Zahlwörter pirmais, antrais, šimtais, vienais und Ähnliches in Sätzen: Pirmais antrais skaičiuok! (rš.); Sie starben zu Hunderten, zu Tausenden (TŽ V 107); Betrunken (fährt er) fünf, sechs (Meilen), und mit Kater nicht einmal eine (JabLLP 78).
§ 7. Auch andere Instrumentalformen des Plurals von Substantiven gewinnen im sprachlichen Kontext eine so verallgemeinerte und abstrahierte Bedeutung als Prädikativ oder als Modalumstand (šmorais, šmuorais), als Ortsumstand (šonais, tarpais) oder als Zeitumstand (šorais, šuorais, tarpais, tropais sl.; vgl. poln. trafem „zufällig, unerwartet“, dt. sich treffen „geschehen“), dass ihre semantische Loslösung von der Substantivmarkierung völlig leicht zu erkennen ist. Solche Instrumentalformen haben gewissermaßen eine Zwischenstufe zwischen Substantiven und Adverbien überschritten und sich den Adverbien so weit angenähert, dass sie sich kaum noch von ihnen abgrenzen lassen.
Ein gefärbtes Kleidungsstück ist niemandem etwas wert: Die Sonne hat es versengt – und es ist in Fetzen gegangen. Ktk. Schubweise regnet es. Ldvn. Der Schnee setzt schubweise ein und ist wieder weg. Ds. Es regnet ja nicht ununterbrochen – schubweise setzt es ein und regnet sich aus. Pg.
Geh seitlich (daneben, danebenher). PnmR. Zwei Tage lang regnete es seitlich. Slm. Seitlich donnert und regnet es auch. Lp. Zwischen all dem hocken die Messer, dicht an den Tisch gedrängt, und dazwischen mischen sich auch Gabeln. ŽemR₂ III 216. Die Äcker schimmern grau, der Roggen wogt, Sommergetreide und Klee grünen; dazwischen liegen grüne Wiesen, von Bächen und Schluchten durchzogen. ŽemR₂ II 469. Dazwischen gesätes Gemüse – Runkelrüben, Möhren, Bohnen … ŽemR₂ I 251.
Mal lacht sie, mal weint sie. Kp. Heute hat es bereits schubweise geregnet. Lp. Auch hier regnet es zeitweise. Rd, VIkv. Ab und zu besuchen die Leute auch die Kolonie (den Einzelhof), aber eben nicht in der Ulyčia (im Dorf). Vj.
§ 8. So gelangen wir zu den Adverbien, die aus dem Instrumental Plural einfacher (nicht präfigierter) a-stämmiger Nomina hervorgegangen sind; auch sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bildungsweise und ihrer Tendenzen sowie nach dem Grad ihrer Verfestigung. Um all dies jedoch wenigstens kurz zu erörtern und zu erklären, muss man zunächst das konkrete Material selbst kennenlernen, sowohl in der gesprochenen als auch in der geschriebenen Sprache, das heißt die Adverbien selbst, ihre Hauptbedeutungen und – soweit es zum Verständnis ihrer Bildung und Struktur beiträgt – ihre Verwendung im Satz (vorerst nicht ihre Verwendung nach Gattung und Stil). Zu diesem Zweck werden hier einige der aus verschiedenen Quellen zusammengetragenen Beispiele angeführt.
áiktais – „umsonst, vergeblich“: Bitys jo áiktais išėjo. J (LKŽ I 37).
áitais „umsonst, vergeblich“: Áitais ėjo, áitais ir išėjo. Lnkv; Ich arbeitete und arbeitete, und die Arbeit war umsonst. Rm; Áitais eina, išėjo. Kp.
almais 1. „strömend“: O, kad eina vanduo — almais, rumulais. Trk; 2. „kopfüber, in Scharen“: Almaïs puola vaikai praustis prieš pusryčius. J.
ankštainais „(sehr) früh“: Geras buvo vaikis, ryto metą ankštainais pašokęs liuoba nubėgs prie arklių į lauką, pakylęs, suvežis. Šv.
ankštáinintais „(sehr) früh“: Tėvukas ankštáinintais liuoba atsikels dar neprašvitus, pats pirmasis. Šv.
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Page 5ankstėinais „(sehr) früh“: Ko dabar atsibražėi (aufgestanden) ankstėinais.
Pgr; Ankstėinais kėliau, saulė dar negreit tekėjo. Kv; Am nächsten Morgen früh aufgesprungen, eilte Gumbas schnurstracks zum Lehrer Jurgis, dem Lehrer der Kinder der Keselienė. ŽemR₂ II 15.
ankstėlniais „(sehr) früh“: Ich bin früh aufgestanden, noch lange vor Tagesanbruch. Vdk.
ankstėrnais „(sehr) früh“ Vvr: Wir sind heute Morgen früh aufgestanden. Grg.
ankstienais „(sehr) früh“ Šv: Die Familie kam heute früh von der Arbeit zurück. J.
ārtimais „nah, in der Nähe, nicht weit entfernt“, artymais „ebd.“: Ist hier kein Schmied in der Nähe, den man fragen könnte? Rm. Wir stellten die Wagen in der Nähe ab (auf dem Markt…). Gs:
aukštynāikais „auf dem Rücken, mit dem Gesicht nach oben“: Auf dem Rücken liegen. Užv.
aukštynais „auf dem Rücken, mit dem Gesicht nach oben“: Er lag auf dem Rücken. BsV 273.
baudais „mit leeren Versprechungen, nur mit Absichten und Versprechen“ Šts, Krš, Užv: Er versprach und versprach zu kommen, aber offenbar bleibt es bei leeren Versprechungen. Akm; Ihr verhandelt nun schon die dritte Woche, aber ich glaube, auch das wird für euch bei leeren Versprechungen bleiben. Lž.
čėsais (čėsais) sl. „manchmal“, vgl. poln. czasem „ebd.“: Manchmal ist er gesund, manchmal krank. Gs; Manchmal ist er fröhlich, manchmal niedergeschlagen. Gs1.
dāiktais „stellenweise“ Gs, Ldvn, Šd, RŽ 70 (daiktais): Stellenweise ist es schon trocken. Skr; Die Kuchenkruste ist stellenweise schon schimmelig; man übergießt sie mit Wasser. Skr; Stellenweise wachsen Disteln, stellenweise nicht. Vlkv; Stellenweise regnet es, stellenweise ist die Erde ganz trocken. Knv; Bei uns gibt es stellenweise auch gute Böden. Knv; Der Fluss ist stellenweise ausgetrocknet. K.
darmais sl. „umsonst, vergeblich“, vgl. poln. darmo „ebd.“: Dort wird niemand umsonst arbeiten. Pc.
davadais sl. „um sich zu erkundigen“, vgl. poln. dowód „Beweis“: Der Schwager kommt zu uns, um sich nach dem Weg zu erkundigen. J.
dērmais (vgl. darmais) sl., „umsonst, vergeblich“ Krtv: Sie verteilte es umsonst [Kleidungsstücke]. Ktv.
dykais „umsonst, vergeblich“: Umsonst bekommst du es nicht. Gs.
dōlais sl. „vergeblich“ Ldvn, Krsn, vgl. poln. iść w dół „sich verschlechtern, abnehmen“: Ein wenig Heu ist vergeblich draufgegangen! Rdm.
dūrmais „gleich hinterher, auf den Fersen, dicht folgend, dicht folgen“: Sie gingen uns dicht hinterher. Pn.
dvynais „zu zweit, je zwei (über Zwillinge)“: Ein gutes Schaf bringt Zwillinge zur Welt. Kp.
džiugais „in Scharen“: Die Menschen kommen in Scharen. Mžš.
gratomais „nebeneinander“: Nebeneinander stehen. LKŽ III 522.
gratumais „nebeneinander“: Wir beide standen nebeneinander. LKŽ III 522.
grečiumais „nebeneinander“ J II 469.
greitais „eilig“: Eilige Arbeit ist keinen Pfifferling wert. Ad.
gretais „nebeneinander“: Beim Eintritt in die Stube trat er ganz in Schwarz neben ihn. TP 1881 38.
gretimais (gretymais) „nebeneinander“: Petras stand daneben. Št; Sie stehen nebeneinander. Jn; Die Stube war nebenan eingestürzt. Gs.
gretōmais „nebeneinander“: Zwei Fässchen stehen nebeneinander. Pln; Junge Fichten stehen nebeneinander, ihre Zweige sind mit roten Zapfen besetzt. ŽemR₂ I 188.
1 In anderen Fällen wird dieselbe Form zu einem Modalwort: Hättest du nicht vielleicht gerade etwas Geld? Gs., Hast du vielleicht gerade Hafer zu verkaufen? Pn., Kannst du mir vielleicht gerade Geld leihen? Ldvn. Ferner vgl. Modalwörter gleicher Wurzel und gleicher Bedeutung: čėsmais, čėsumais: Hast du vielleicht mein Messer genommen? Pn. Hast du vielleicht Pferde gesehen? Ėr.
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Page 6gretùmais „nebeneinander“: Sie lebten nebeneinander. Šts; Ihre Häuser stehen nebeneinander, d. h. Seite an Seite; Vedums lovos gretumais buvo. Kal.
gretuomais „nebeneinander“: Dieser Nachbar wohnt nebenan. Grg.
grìžalais „zurückkehrend, während der Rückkehr“: Ich fuhr zurückkehrend. Als.
grìžulais „zurückkehrend, während der Rückkehr“: Grìžulais, sugrįždamós važiavau. Š.
juokais 1. „scherzend, nicht ernsthaft (mit modaler Bedeutung und zusätzlichen Zweck- und Kausalbedeutungen)“: Machst du das hier scherzhaft oder im Ernst? Lp. Der Mann geht zum Weinen, sie selbst aber zum Scherz. Šts; Ich habe das nur scherzhaft gesagt. Sv; Die Mädchen necken Domas zum Spaß. ŽemR₂ III 144; Wahrscheinlich sagte er das scherzhaft, weil er gut gelaunt war. CvR VIII 119². 2. „leicht, mühelos“: Das Leben verging wie im Flug. Prn; Der Winter ging leicht vorüber, ohne strengen Frost. Šts. 3. „vor Lachen (kausale Bedeutung)“: Vor Lachen fast ohnmächtig werden. Jabl; Alle bogen sich vor Lachen. Lp; Ich wäre vor Lachen beinahe umgefallen. Šts; Während er zusah, fiel er vor Lachen hin. Vb; Vor Lachen sterben. Jabl; Nicht einmal vor Lachen wird er aufhören; wer würde so eine Geschichte lesen? Šts; Sich vor Lachen nicht halten können. Ss; Seine Augen leuchten, seine Lippen können vor Lachen nicht geschlossen bleiben, er bleibt nicht an Ort und Stelle stehen oder sitzen. ŽemR₂ III 139; Man kann vor Lachen sterben. B; Alle brachen in Gelächter aus. Jabl; In Gelächter ausbrechen. Jabl; Wir platzten vor Lachen. Šts; Die Kinder wurden beim Zuhören dieser Geschichte vor Lachen ganz toll. Jabl.
kàislais „vergeblich, umsonst“: Die Schafe gingen verloren. Als; Der Sohn ging zugrunde. Slnt; Die Kinder begannen, sich zu verschlechtern, d. h. es ging bergab. J; Seine Töchter gerieten auf Abwege. Tl; Die Gänse gingen verloren. Ms; Die Arbeit ging schief. Trk.
kàistais „zeitweise, mit Unterbrechungen, nicht ständig“: Zeitweise helfen die Kinder, die zur Schule gehen, bei der Arbeit mit. Bržr.
kàrtais „manchmal, hin und wieder“ SD 34, R, K, RŽ 70, Kp, Ps, Krtn; Manchmal wissen Feinde sich so gut zu verstecken, dass man sie nicht überall finden kann, auch wenn man überall nach ihnen sucht. Don. Manchmal können sogar Wölfe liebevoll erscheinen. JablLP 81. Manchmal verstummte das Klappern der Hufe, manchmal ertönte es lauter. CvR VIII 164. Manchmal ruft auch der Habicht den Kuckuck. VienP 149. In der Ferne dröhnt und hallt es manchmal. TilvBV 37³.
kebezdais „mit dem Kopf des einen zu den Füßen des anderen (liegend)“: Die beiden liegen mit den Köpfen zu den Füßen des jeweils anderen. Snt.
kepersais „mit hinkendem Gang, hinkend“: Das gefesselte Pferd hinkte dahin. J.
keperzais „im Galopp“: Das Pferd läuft im Galopp. J.
kevaldais (keveldais) „purzelnd“: Er rollte sich purzelnd hinunter. Vkš.
klupstinais „stolpernd, mit Stolperschritten“: Die Haushälterin des Pfarrers lief wieder stolpernd davon (rš.).
kryžmais „kreuzweise, kreuzförmig“: Er/Sie legte die Hände über Kreuz. Gs. In Eile kam sie an den kreuzweise aufgeschichteten Garben vorbei und fand in ihrem Schatten einen stehenden Krug. BaltRn 18.
lýgmais „gleich, ebenbürtig“: Meine Heimat ist beinahe gleichauf mit der Heimat jenes Mannes. J. lýgumais „gleich, ebenbürtig“: Jene sind jetzt schon gleichauf: Keiner tut dem anderen etwas an. Šts. Wir beiden spielen jetzt gleichauf (beim Kartenspielen). Slnt.
2 Vgl. nicht (nicht mehr) scherzhaft „nicht scherzend, ernsthaft, wirklich“: Dann hämmerte er nicht mehr scherzhaft an die Tür. ŽemR₂ III 73; Der Wirt packte den Deutschen schon ernsthaft. CvR V 66; Da glaubte Kanopa, dass sie wirklich nach Hause fahren ließ. Gud-GuzKIT₁ II 21 Čereška erschrak ernsthaft: Was, wenn der Ingenieur selbst vorbeikommen und nachprüfen wollte? BaltrPS 158.
3 Vgl. ferner dieselbe Form, die sich zu einem Modalwort entwickelt hat: Bist du vielleicht aus Telšiai? Als; Vaitóška blickte misstrauisch zum Lagerverwalter hinüber, ob nicht vielleicht auch dieser auf die Idee gekommen war, sich über ihn lustig zu machen. BaltrPS 162.
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Page 7mainaĩs „im Tausch“ Kp, Vlkv, Rm, Vad, Jnšk: Das Pferd bekam er im Tausch. Sv. Ich werde die Pferde im Tausch wechseln. Kal. Gehen wir zum Tausch. Gs.
mostais „vergeblich“: Er gab leere Versprechungen (er versprach es, hielt sein Versprechen aber nicht). Slm.
niẽkais (niekais Ldyn) „zum Spaß, umsonst, vergeblich“: Sie verbringen die Zeit umsonst. DLKŽ 500. Was zur rechten Zeit gesät ist, ist zur rechten Zeit alles abgeerntet; kein Körnchen ist verloren gegangen. ŽemR₂ IV 215. Umsonst ausgegebenes Geld (rš).
nuõstais „vergeblich“: Er ging vergeblich hin und kam vergeblich wieder zurück. LKŽ VIII 957.
õpstrigais „sprunghaft, in Sprüngen“: Wenn man sich nicht festhält, springt es einem direkt ins Auge. Gs.
pálparybais (párbar ybais Slnt, pãuparybais vgl., pauparýgais Ds) „vergeblich, umsonst, ohne Erfolg (gewöhnlich mit Formen des Verbs eiti ‚gehen‘)“: Pálparybais eiti (nichts tun, faulenzen). Grg, Pln, Sd; Die Eltern schicken ihm ihr letztes Geld, und er geht einfach pãuparybais. Slnt.
piẽstais „auf den Hinterbeinen“ Slč: Sein Pferd … steigt auf die Hinterbeine. ŽemR₂ III 136.
pilnais „mit voller Ladung“: Und wie läuft es, wenn du mit voller Ladung fährst? Alk.
plėšais „mit aller Kraft, sich durchkämpfend, sich abmühend“: Als ich jung war, ging ich mit aller Kraft zur Arbeit. Trg.
pliupsais „in voller Gruppe“: Wir stürzten alle miteinander zur Tür hinaus. Trg.
põstais dial. „vergeblich, umsonst, ohne Erfolg“ vgl. poln. pusty „leer“: Es ging umsonst aus. Ms.
priẽšais 1. „vor Augen, voraus (örtliche Bedeutung)“ DLKŽ 623, Rž, Lsl 177: Vor ihnen erhoben sich gleichsam riesige Mauern, Wolken. Eine gewaltige dampfende Öffnung gähnte voraus. Zwei hielten vor Būblis einander gegenüber an. SimonP 1324; 2. „entgegen (modale Bedeutung)“: Habe ich dir denn etwas Gegenteiliges gesagt? CvR IV 298; 3. „bevorstehend (zeitliche Bedeutung)“: Die ganze Arbeit liegt noch vor uns. DLKŽ 623; Die Zeit vor dem Fest ist trüb. JanR 124⁵.
puostais (pūstais Skd) Šl „vergeblich, umsonst, ohne Erfolg“, vgl. poln. pusty „leer“: Die Gänse gingen umsonst. Kri.
rētumais „selten, von Zeit zu Zeit“: Ich trinke, aber nur selten. Šts.
rōbrais „kriechend, auf allen vieren“: Es ist so dunkel – nur kriechend kommt man nach Hause. Všk.
rōžais lit. „bisweilen“, vgl. poln. raz „Mal, einmal“: Rōžais geresnis, rōžais vos bedūsu oja. Sv.
rumulais „in einem Strahl, in einem Schwall“: O kad eina vanduo – almais, rumulais. Ttk.
saváimais „von selbst“: Saváimais ėmė gyti ir išgijo. Jabl; Saváimais išmoko. Jabl; Votis saváimais išnyko. Jabl.
sėdimais (in der Sprache älterer Leute) „nebeneinander“: Jie sėdimais gyvena. Slm.
skubōtais „in Eile, eilend“: Skubōtais bėgau bėgau, tai ir kojų netekau. Lš.
skundais „wenig, spärlich“: Pašaro šiemet skundais teturim. Ll. Jetzt haben wir Fleisch ne skundais: paršą papiovėm. Ll.
striokais (strokāis) lit. „in Hast, eilig; aus Übereilung“, vgl. poln. strach „Angst“: Viską striokais daro. Gs; Strokāis pamiršo rūbus išsivilkt. TŽ V 122.
štumulais (stumulais Sr) „in Scharen, als ganze Gruppe, haufenweise; Hals über Kopf“ Sr.
sūkais „fort, zum Teufel“: Eik sūkais K I 608, 502, II 103, 151.
šalìmais Šd, Rd, Sb (šalìmais RŽ), šalýmais (šalým ais Slm, šalýmais Vb) „daneben, nebenan“: Atsigulė šalìmais. Krkn; Su juo mes gyvenam šalìmais. Mšk; Vincas
⁴ Vgl. die niederlitauischen Dialekte prýšais: Veizu – prýšais zuikis keverst keverst ir atlek. Lkv.
⁵ Vgl. vor als Präposition, die mit dem Akkusativ und im niederlitauischen Dialekt mit dem Genitiv verwendet wird.
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Page 8saß auf einer hohen Bank, und wir gingen daneben und sangen den ganzen Weg. BaltRn 38; Für die Nacht wurde das kleine Sofa von der Wand abgerückt, und die Brüder legten sich nebeneinander darauf. Gud-GuzKLIT 170⁶. Die beiden Häuser stehen dicht beieinander, d. h. nebeneinander. J. II 468⁷.
š nairais „schielend, mit schrägem Blick“: Sch nairais schauen. Bru.
šūk a is „mit Sprüngen; mit Rufen“: Die Pferde laufen šūk ais. Šts; Das Pferd geht in Sprüngen. Plt; Die Schlange springt in Sprüngen. Šts.
tyliukais „ganz leise, ganz still“: Leise schlüpfte ich auf die Straße (rš.).
tolimais „weit entfernt, abseits“: Die beiden sitzen dabei weit auseinander. Bsg⁸.
ubagais Sv, Ldv (ubagais TŽ V 141) sl. „windig, umsonst, als Bettler“; vgl. poln. ubogi „arm, Bettler“: Er trank und trank und ging als Bettler fort. Gs; Sragys wird dich als Bettler fortjagen. ŽemR₂II 50; Als Bettler hat er sich kaum umgesehen. ŽemR₂ II 179; Und du fahr nur als Bettler dahin. ŽemR₂ I 285; Būblos Frau kam mit dem Kind als Bettlerin. SimonP 177.
ulduru, uldurais „in Wirbeln, Strudeln“: Das Wasser rauscht heftig, in Wirbeln und Strudeln. Škn.
ūmais „schnell, eilig, plötzlich“: Er wünschte, dass sie schnell nach Hause fahren würden. ValR 194; Ein stürmischer Wind kam plötzlich auf (Žem).
ūpais DLKŽ 890 (ūpais Gs) „manchmal, zeitweise, gelegentlich“: Manchmal tut es weh, manchmal nicht. Pc; Drei Tage lang regnete es zeitweise: Es zieht vorüber und setzt dann wieder ein. Tr; Zeitweise schneit es: Es hört auf und fängt wieder an. Er; Zeitweise fährt er gut (wo der Weg besser ist), aber meistens geht er zu Fuß. Pg; Zeitweise bläst der Wind. Pg.
ūpkais „zornig, in erregtem Zustand“: Ich sagte: Marė ist gut, und die eine wie die andere, Utena ebenfalls – ūpkais sind sie alle: „Pajuodmėšė, skūra…“ Mrk.
upstais „mit aller Kraft“: Das Kind stürzt sich mit aller Kraft auf die Amme. J.
ūrmais Gs (urmais Sr) sl. „in großer Schar, Hals über Kopf, schnell“, vgl. poln. hurmem „in großer Schar, gemeinsam“, weißruss. гурmam „ebenso“
ūrmu ūrmais (vgl. ūrmais) „in großer Schar; Hals über Kopf, schnell“: Wir erledigten es ūrmu ūrmais, nachdem wir uns zusammengetan hatten, d. h. auf einmal, als Gruppe. J.
urm ul ais „strömend, in rauschendem Lauf, rauschend, schnell“: Oh, wie das Wasser urm ul ais fließt (wenn es stark dahinströmt und plötzlich hinabstürzt). Trk.
ūr stais „in Wirbeln“: Sprich nicht mit ihm: Was immer du sagst, wird ūr stais davongetragen. Km.
ū rtais sl. „haufenweise, stückweise, sehr heftig, rasch; Hals über Kopf“, vgl. poln. hurtem „in großer Menge, in einem Haufen, zusammen“, weißruss. гурmam „ebenso“, russ. гуртом „ebenso“. Als der Wind aufkam, flog das Heu nur so haufenweise vom Wagen. Užp.; Die Arbeit geht rasch voran. Sv; Sie strömten Hals über Kopf aus der Stube. Ds.
valmais (valmais) Up „ballenweise; in Reihen, in Scharen“: Als ich hineinblies, kam die Flamme nur schubweise heraus. Skr.
vargais „mit Mühe, kaum“: Ich werde die Tochter ohne Mitgift verheiraten … Was soll man hier über eine Mitgift reden, wenn sie sich selbst nur mühsam durchschlagen. MarcinkKP 59.
vargais negalais „mit Mühe, kaum; irgendwie“: Im Sommer entkam er mit Mühe den Aufklärern. VienP 387; Mit Mühe haben wir uns geeinigt. Lk.
zovadais (zovadais Ds, zóvedais dial.) sl. „im Galopp“, vgl. poln. w zawody „um die Wette“, zawodem „ebd.“, w zawód „ebd.“: Wir brachen im Galopp zum Laufen auf. ŽemR₂
6 Ferner vgl. den präpositionalen Gebrauch von šalimais: Sie wohnen nebeneinander. Gs; Der Iltis neben mir. Lnkv.
7 Vgl. auch die Präposition šalimais (mit Genitiv) Lkv.
8 Vgl. den präpositionalen Gebrauch von tolimais: Sie sind weit voneinander entfernt. Bsg.
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Page 9III 291; Der barfüßige Jonelis, der im Galopp davongelaufen war, brachte einen Lumpen zurück — den Rücken eines Hemdes.
ŽemR₂ III 271.
žadais „mit leeren Worten, nur mit Versprechen und Vorhaben“ JabIL 92, Lž, Slnt, Kp, Vgr, Krš, Pp, Užv, Ll, Trk: Er versprach und versprach — und dabei blieb es. Gs; So ging alles mit leeren Versprechungen aus. Vkš; Ich nahm mir vor, zu arbeiten, nahm es mir vor — und es blieb bei den Vorsätzen. Tv.; Er redete und versprach — und so blieb es bei leeren Worten. Grž.
žarais 1. „auseinander, verstreut, jeder für sich“ Krž, Up: Da ist nichts mehr zu suchen. Kv; Als man sie aufscheuchte, liefen alle verstreut davon. Šd; Die Kühe gehen auseinander. Krkl; Die Leute machten sich verstreut den Hang hinunter auf den Weg. Ll; 2. „verteilt, in Scharen, in Rudeln“ MŽ 394: Verstreut jagen, nach einer Herde suchen. Jn; Die Soldaten ziehen in Scharen über die gepflügten Felder. Up. 3. „manchmal, zeitweise“ Svn.
§ 9. Die gemeinsamen Merkmale aller hier angeführten Adverbien sind folgende: Sie stehen in Beziehung zu Nomina der a-Stämme; ihre erstarrte oder (in selteneren Fällen) noch im Erstarren begriffene Endung -ais kann unter bestimmten Umständen als Wortbildungssuffix gelten; syntaktisch sind sie durch eine adverbiale oder (seltener) prädikative Bedeutung und Funktion gekennzeichnet. Im Übrigen sind die Adverbien dieser Gruppe aufgrund ihrer Analogie und ihrer Beziehung zu anderen Wortarten sowie ihres Grades der Adverbialisierung sehr unterschiedlich.
§ 10. In dieser recht umfangreichen und wortbildungsseitig einheitlichen Adverbgruppe lassen sich zunächst ohne Weiteres zwei Herkunftsgruppen unterscheiden: Die eine (bei Weitem größere) besteht aus litauischen Wörtern, deren Wurzeln der alten litauischen Lexik angehören; zur zweiten Gruppe zählen Entlehnungen aus den slawischen Sprachen.
Für einen erheblichen Teil der litauischen Adverbien des untersuchten Typs ist die Herkunft von Substantiven auf -ų kennzeichnend – sie stehen also in engster Beziehung zu Substantiven. Einige dieser Adverbien lassen den Prozess der Adverbialisierung noch anschaulich erkennen. An ihnen sehen wir, wie der Instrumental Plural eines Substantivs, der ständig adverbial oder prädikativ gebraucht wird, eine eigene, selbständige, abstrahierte und verallgemeinerte Bedeutung erhält; auf diese Weise isoliert er sich semantisch und lexikalisiert sich, geht in ein Adverb über, obwohl parallel zu einem solchen lexikalisierten, adverbialisierten Kasus in der Sprache mit mehr oder weniger großer Intensität alle anderen Kasus des Grundworts substantivisch gebraucht werden (sogar auch der Instrumental, allerdings mit einer anderen Bedeutung als der des Adverbs). Als deutlichste Beispiele für solche Adverbien dienen uns folgende: áiktais, áitais, baudais, dáiktais, juokais, kartais, mainais, niekais, pieštais, pliupsais, priešais, rumulais, uldurais, ūpais (ūpais), urmulais, valmais, žadais, žarais usw. Dies sind alles Adverbien, neben denen in der Sprache mehr oder weniger häufig ein substantivischer Gebrauch ihrer Grundwörter (d. h. der Wörter, von denen diese Adverbien abgeleitet sind) durchaus möglich ist, allerdings natürlich mit einer konkreteren Bedeutung als die der Adverbien, vgl.: áitas, „Wanderbursche, Herumtreiber, Unruhestifter“ Kp, Ps, Brž, dáiktas, juòkas, kartàas, mainas (mainai), niẽkas „geringwertige, schlechte Sache, Person oder Tier; unwichtige Sache; Kleinigkeit“, piėštas „Mörser, Stampfer“ Ds, priẽšas, rùmulas „reißender Strom, Flut“, uldùras „ebd.“, ūpas 1. „Tollheit, Wut“, Kv, 2. „Stimmung“ Vad, urùmulas „reißender Strom, Flut“, vàlmas „reißender Strom, Ballen“ LŠ, žãdas (žadaĩ) „Versprechen“ Grž, Trk žãras „Schar“ Up.
Wir sehen also, dass diese Adverbien noch sehr eng mit Substantiven verbunden sind. Allgemein ist festzustellen, dass ohnehin der größte Teil der einfachen (nicht präfigierten) Adverbien, die vom Instrumental Plural der Nomina auf a-Stämme gebildet sind, im Wesentlichen als Substantivformen betrachtet werden könnte – sogar in Fällen, in denen daneben keine entsprechenden Substantive belegt sind und sie sich leichter mit Verbstämmen oder mit Interjektionen in Verbindung bringen lassen-
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Page 10… als mit Substantiven. Ihre Beziehung zu den Substantiven zeigt am deutlichsten die Instrumentalendung des Plurals -ais, die in solchen Fällen bereits als Suffix anzusehen ist. In solchen Adverbien ist der substantivische Charakter noch sehr ausgeprägt. Zumindest formal haben sie die Verbindung zu den Substantiven noch nicht vollständig gelöst. Daher ist es kein Zufall, dass man selbst im großen „Wörterbuch der litauischen Sprache“ das Merkmal beobachten kann, dass eigentlich bereits adverbialisierte Instrumentalformen des Plurals (sowie auch des Singulars), deren Grundwörter in anderen Kasus in der Sprache nicht einmal belegt sind, mitunter für Substantive gehalten werden und ihr Grundwort im Nominativ Singular rekonstruiert wird.
Eine solche enge Verbindung mit Substantiven beobachten wir noch bei folgenden Adverbien: almai (:almėti, al ma, -ėjo), džiaugais⁹, grįžulais, grįžulais (vgl. grįžalas, grįžulas „Dišilius“), kāislais (vgl.? kāislauti, -auja, -avo „wünschen“ BŽ 138), kāistais, kebezdais (vgl. kē-bezdas „ein geringer Mensch oder ein Tier, ein Wrack, ein Trümmerhaufen“ Ds), kepersais (: kepersuoti, -uoja, -avo „hastig laufen, hüpfen, unschön laufen“, vgl. auch die Lautmalereien kepērs, kepersō), keperzais (:keperzuoti, -uoja, -avo) 1. „hüpfend laufen“ Kv; 2. hinkend gehen“ Ms, vgl. auch kepērza „kleiner schwerfälliger Mensch, Ton-Motiejus“ Sv, Rdm), kevaldais, keveldais (vgl. keveldra „ein zusammengebrochener, völlig unbeholfener Mensch“ Erž, kevelšis „ungeschickt, schwerfällig“ J, klupstinais (vgl. Klūpstas „Knie“ Mrc, klūpštis „ebd.“ Sl, Al, Šl, Lš, Žln, Nč, Srj, Dg, klupstōm „auf den Knien“ Rod, Plk, Dgš), lýgmais, lýgumais (:lýgumas „ebener Ort, Ebene“ Ds, Rš), nuostais, plėšais (: plėšytis, -osi, -esi „sich sehr anstrengen, sich durchsetzen“), rētumais (:retumas), rōbrais (das zweite r ist hier vermutlich durch Assimilation aus l entstanden, vgl.: roblōm „kriechend, auf allen vieren“ Všk, Lnkv, roblōti, -ōja, -ōjo „kriechen“), skundais (: skūndas, skųsti, skūndžia¹⁰, skūndė), stūmulais (stumulais) vgl. stūmulas „1. Ball; 2. Haufen, Schar; 3. Wirbelwind“, stūmuras „großes Stück“; štāmaras „ebd.“), sūikais, sūkais (vgl. šūku „im Sprung“), tyliukais (vgl. pa-tyliukais), ūpais (ūpais), ūpkais, upstais u. a.
Obwohl sich ein Teil der eben genannten Adverbien ohne Weiteres mit den entsprechenden Verben in Verbindung bringen lässt, schwächt dieser Umstand keineswegs ihre engste Verbindung (zumindest der Form nach) in erster Linie mit Substantiven.
§ 11. Dieser eigentümliche „Substantivcharakter“ der untersuchten Adverbien ist nicht nur bei erstarrten Instrumentalformen des Plurals ehemaliger Substantive oder bei nach ihrem Muster gebildeten analogischen Ableitungen zu erkennen, sondern auch bei klaren adjektivischen Instrumentalformen des Plurals, z. B.: aukštynāikais (: aukštynāikas, -a), dykais (: dýkas, -à), gretais (:grėtas, -à), grėtimais (: grėtimas, -à), gretymais (: gretymas, -a), kryžmais (: kryžmas, -à), pilnais (: pilnas, -à), savāimais (: savāimas, -a), skubōtais (: skubōtas, -a), šalimais (: šalimas, -à), šalýmais (: šalymas, -a), šn a irais (: šnāiras, -à), tolimais (: tōlimas, -à). Neben solchen adjektivischen Adverbien im Instrumental Plural werden, wie die angeführten Beispiele zeigen, auch in der heutigen Sprache noch die entsprechenden Adjektive verwendet. Schließlich zeigt sich dieser eigentümliche „Substantivcharakter“ bei jenen Adverbien, die ihrer Bildung nach nicht nur mit einem Adjektiv, sondern bisweilen auch mit Instrumentalformen des Plurals von Substantiven in Beziehung stehen könnten, z. B.: ārtimais (:ārtimas, -à und Subst. ārtimas, -o), artymais (: ārtymas, -à und Subst. ārtymas, -o) dvynais (: dvynas, -à und Subst. dvynas, -o „Zwilling“).
Beispiele für adjektivische Adverbien dieses Typs werden bisweilen auch aus Partizipien gebildet, z. B. sėdimais (: sėdimas, -à).
9 Dieses Adverb könnte auch eine Umformung der slawischen und germanischen Entlehnung čiūgais sein.
10 Vgl. im westlitauischen Tiefland den Präsensstamm, 3. Person skund(a).
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Page 11§12. Viele Adverbien im Instrumental Plural einfacher Nominalformen des a-Stamms sind individuell gebildet und weisen verschiedene Suffixe auf, die in der heutigen litauischen Nominalbildung mitunter gar nicht oder nur sehr selten vorkommen. Deshalb lassen sich solche Einzelbildungen am schwersten konkret mit flektierbaren Wortarten in Verbindung bringen. Zu ihnen gehören folgende: ankštinais, ankštainimais, ankštėnais, ankštėliais, ankštėnais, ankštienais, aukštynais, dūrnais, gratomais, gratumais, grečtumais, gretomais, gretumais, gretuomais. Einige dieser Adverbien ließen sich hypothetisch mit heute nicht mehr verwendeten, aber potenziell möglichen Adjektiven in Verbindung bringen: *ankstainas, *ankstainintas…, *dūrmas (: dur-ti), *grატomas, *gretomas, *gretuomas… Eine solche Verbindung wäre natürlich sehr künstlich und höchst spekulativ. Adverbien dieses Typs könnten nicht nur unmittelbar erstarrte Instrumentalformen des Plurals von Adjektiven sein, sondern auch individuell entstandene analogische Wörter, deren Endung -ais sich noch als Suffix auffassen ließe, zumindest im Vergleich etwa mit dem Suffix -ai bei adjektivischen Adverbien.-ai.
Übrigens ist in den eben genannten Adverbien, so kann man sagen, kaum noch eine Spur der Bedeutung des Instrumentals Plural zu spüren. In dieser Hinsicht sind sie einerseits die adverbialsten Wörter, völlig vom System der Nominalformen losgelöst, andererseits aber den peripheren Wörtern am nächsten, die zwar -ais aufweisen, sich jedoch nicht oder nur sehr eingeschränkt mit Formen des Instrumentals Plural in Verbindung bringen lassen.
§ 13. Von solchen echten peripheren Wörtern, die hauptsächlich wegen ihres -ais neben Adverbien erwähnt werden, welche den einfachen Instrumentalformen des Plurals des a-Stamms entsprechen, lassen sich hier folgende anführen: ándais „damals“, čianájonais (čianais, čionais, čiontais) „hier“, dabārais „jetzt“, kadais „irgendwann“, labais „sehr“, laūkanai „nach draußen“, namōnais „nach Hause“, niekadais „niemals“, nórmais nenórmais „gewollt oder ungewollt“, nuolatais „ständig“, tenais „dort“, visadais „immer“ usw.
Ándais hatte ich ihm zugestimmt. Gs. Wir unterhalten uns hier miteinander. Jnšk. Hier war früher ein Friedhof. JnšM. Hier wächst nichts. Ds. Jetzt kann man schon Heu mähen. Šlu(LKŽ, II 200). Ein sehr großes Pferd, sogar bis in die Wolken. Tvr. Geh nach draußen, rauche nicht drinnen. Šts. Sie führten ihn nach Hause. Jrk 90. Von zu Hause können wir niemals weggehen. Kal. Währenddessen schickte der Kurator ständig Telegramme (hs.). Bringt mich dorthin. Lnkv. Diese waren immer zusammen. BP I 414.
Die Endung -ais der oben angeführten und belegten Adverbien könnte zumindest in den Fällen, in denen sie unbetont ist oder den Zirkumflex trägt (-aĩs), bisweilen durch Anlehnung an Adverbien erklärt werden, die mit den Instrumentalformen des Plurals einfacher Nominalformen des a-Stamms zusammenhängen. So ließe sich zum Beispiel das Adverb nórmais nenórmais erklären (vgl.: nóromis nenóromis, nórom nenórom, nórom-ais nenórom-ais, nórmais nenórmais), wobei -ais vermutlich an die o-stämmige Plural-Instrumentalendung angefügt wurde, in Anlehnung an andere Adverbien des Instrumentals Plural mit -ais. Ob eine solche Analogie jedoch die Herausbildung der Endung -ais bei den übrigen hier angeführten Adverbien beeinflusst hat, lässt sich schlicht nicht sagen, zumal diese Adverbien häufig mit variierenden Endungen vorkommen (mit -aĩs und áis), vgl.: čianais und čianájs, tenais und tenájs, wobei -ájs sich aufgrund seines Akzents nicht mit der Instrumentalendung des Plurals in Verbindung bringen lässt.
§ 14. In der litauischen Sprache gibt es auch andere periphere Wörter mit -ais – keine Adverbien, sondern Partikeln, z. B.: aurēnais „aure, sieh da“, aurēntais „ebd.“, auriais „ebd.“, aurionais „ebd.“, dēltais „deshalb“, kōnais „was“, nōrintais „obwohl“ [in adverbialen Fügungen kadà (kaip, kamè, kiek, kuomèt, kur) nōrintais und in Pronomen kàs
2. 520
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Page 12(welcher, der) nórintais, rásėtais „vielleicht“, rásintais „ebd.“, rasitais „ebd.“; Modalwörter, z. B.: mátomais „anscheinend“, mùšėtais „wahrscheinlich“, mùšintais „ebd.“, mùšitais „ebd.“, žinomais „natürlich“; sehr anschauliche mehrteilige Interjektionen, deren Bedeutungen mitunter ganz mit Adverbien verschmolzen sind, z. B.: džangu džangais „klirr klirr“, džiñgu džiñgais (džiñgu džiñgais) „kling kling“, grabu grabais „kratz kratz“, klėdaru klėdarais „ratternd“, klėru klėrais „ebd.“, klyru klėrais „ebd.“, kuldu kuldais (zur Bezeichnung des Vorgangs des kuldavimas, d. h. schnellen oder langsamen Gehens) 11.
Sieh nur, er liegt unter der Bank aurėnais. Sr(LKŽ₁ I 499). Er liegt aurėntais. Krž(LKŽ₁ I 499). Dėltaiš sind sie nicht gut. Er(LKŽ₁ II 397). Ich werde weder gehen noch kǒnais. Šd. Du spuckst, und irgendwann wirst du es bereuen. Lkv. Schlaf, wie du willst, und gut ist. Grg. Irgendwann wird auch Mama zum Markt fahren. Slnt. Rasitais trieb sie weg [die Gänschen]. Pvn. Die Nacht ist lang, der Weg war schlecht, und der Mann, mátomais, ist wohl arm … Lkž. Wirst du mùšintais morgen zurückkommen? Y1. Mùšitais war es schlecht, dass er nicht mehr gehen will. Plt. Žinomais, nimm es, Hauptsache (bile tik) er gibt es her. Skd. Diese abrinkiai mit solchen Glocken, sie jagen sie davon und läuten dabei wie Pflüge džangu džangais. LMD (Sln) (LKŽ₁ II 1009). Džiñgu džiñgais fliegt er dahin. Krš. Er fährt džiñgu džiñgais. Žg. Der stand auf und machte grabu grabais die Tür auf. Sln. Klėdaru klėdarais rumpeln die Räder dahin. Škn. Klėru klėrais, klėdaru klėdarais drehen sich [alte, abgenutzte, ausgeschlagene Räder]. Škn. Die Räder laufen klyru klėrais. Šts. Der Bettler ging, nachdem er allerlei Gaben erhalten hatte, kuldu kuldais davon (ps.) Krp.
Periphere Wörter des hier veranschaulichten Typs lassen sich wohl kaum mit den Formen des Instrumentals Plural der a-Stamm-Substantive verbinden. In manchen Fällen könnte die Endung -ais dieser Wörter als Verbindung von ai und s erklärt werden, wobei -ai mit der Partikel ai oder mit dem Adverbsuffix -ai verknüpft werden könnte und -s als Element einer weiteren Partikel anzusehen wäre. In anderen Fällen dagegen (zum Beispiel bei den Interjektionen džiñgu džiñgais, džiñgu, džiñgais, klėru klėrais und Ähnlichem) könnte -ais sehr spekulativ auch als Ergebnis einer Analogie zu Adverbien im Instrumental Plural der a-Stamm-Substantive aufgefasst werden, insbesondere weil es neben den hier erwähnten Interjektionen desselben Typs mehrteilige Adverbien von genau gleicher Form gibt.
Ähnlich ließe sich auch die Postposition linkais erklären (d. h. link-ai-s oder link-ais). Geh in Richtung Trakai. Jabl.
§ 15. Wie bereits gesagt, wurden in diesem Abschnitt des Artikels nur die Bildung und Struktur eines Teils der einfachen Adverbien im Instrumental Plural des a-Stamms untersucht und die nötigsten Fragen zu ihrer Bedeutung und ihrem Gebrauch behandelt. Der Autor hofft, das umfangreichere gesammelte Material in einer speziellen Studie zur Bildung von Adverbien im Instrumental Plural und zu Adverbien, die mit den Formen des Instrumental Plural in Beziehung stehen, zu untersuchen.
Schon die Analyse der Bildung und Struktur dieser kleinen Gruppe von Adverbien im Instrumental Plural zeigt deutlich, wie vielfältig die Beziehungen dieser Adverbien zu anderen Wortarten sind und welchen wichtigen Platz sie innerhalb der Adverbkategorie des Litauischen einnehmen.
11 Dass mehrteilige Interjektionen dieses Typs völlig mit Adverbien verschmelzen können, zeigen die folgenden Beispiele: krivu krivais „sehr schief“, lyku lakais „sehr heftig, sehr schnell“, vicu vācais „in Windungen, im Zickzack, schief“, vytu vātai „unentwirrbar, verworren, verschlungen“.
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Page 132. Adverbien mit -(i)uoju, -(i)ąja
§ 1. Teilweise sind auch Ableitungen mit -(i)uoju, den Adverbien zuzurechnen, z. B.: bloguoju „mit Bosheit, böse“ (:blõgas), doróju, „mit Güte, gütlich“ (:dõras), geruoju „freundlich, nicht böse“ (:gė̃ras), gražiõju „auf schöne Weise, ohne Groll“ (:gražùs), greitõju „schnell“ (:greĩtas), negėróju „nicht gut; nicht aus Güte“ (:negė̃ras), piktóju „böse, mit Bosheit“ (:piktas). Am häufigsten ist geróju, danach folgen gražiõju, piktúoju. Zu dieser Gruppe gehören auch das eine oder andere seltenere Adverb, z. B.: aštrióju, „auf böse Weise, in Unfrieden“ (:aštras), grėčiúoju „nebeneinander“ (:grețùs), nesavúoju „1. missmutig; 2. sehr, außerordentlich; 3. gegen den eigenen Willen“ (: nesãvas).
Die Endung -(i)uoju dieser Adverbien ist die Instrumental-Singular-Endung der maskulinen pronominalen Adjektive, die die Funktion eines Suffixes angenommen hat. Von Adjektiven des a-Stamms motivierte Adverbien haben -uoju, solche von Adjektiven des u-Stamms hingegen úoju. Das Adverb nesavúoju hat einen pronominalen Stamm. Dies ist ein unproduktiver Adverbtyp.
In den Dialekten kann bei diesen Adverbien nicht nur das auslautende -u, sondern auch -ju weggefallen sein, z. B.: geriój, gražiój, gražū¹². Es kommen aber auch ältere Formen mit -(i)uojuo, vor, z. B.: piktúojuo.
Neben dem einen oder anderen hier besprochenen Adverbtyp wird mit derselben Bedeutung der zum entsprechenden Grundwort (maskulines Adjektiv) gehörende, adverbialisierte Instrumental Singular verwendet, allein oder mit der Präposition su, z. B.: (su) gerù, (su) piktù. Solche Belege können die Annahme nur bestärken, dass die Kasusbedeutung der Adverbien mit -(i)uoju noch nicht verblasst ist.
Grundlage für die Bildung dieser Adverbien sind Adjektive, die unmittelbar oder metaphorisch innere Eigenschaften bezeichnen, z. B.: blõgas, dõras, gė̃ras, gražùs, piktas, und nur das eine oder andere Adjektiv mit einer anderen Bedeutung: greĩtas, grețùs. Daher bezeichnen auch die meisten dieser Adverbien innere Eigenschaften (aštrióju, blogúoju, doróju, geróju, gražiõju). Nur das eine oder andere hat eine räumliche oder zeitliche Bedeutung (grėčiúoju, greitóju).
Die hier behandelten Adverbien schließen sich im Satz gewöhnlich an Verben an und fungieren als qualitative Modalbestimmungen.
Aštrióju lebt er mit allen Nachbarn. LKŽ I 277. Vergeblich versuchte die Schwester, ihn mit Güte und mit Bosheit umzustimmen. LzPR VII 227. Mit ihm kann man dorúoju nichts erreichen – man wird sich schlagen müssen. Šl. Wenn sie sich nicht dorúoju einigen, müssen sie piktúoju miteinander reden. LKŽ II 416. Versuch jetzt einmal, mit solchen Nachbarn geruoju zu leben – geht das? SimonP 38. Die Bewohner der Insel empfingen Kolumbus und seine Leute geruoju … BilR 63. Gut, dass es geruoju endete. CvR VIII 29. Lass uns gražiõju einigen (zusammenleben). Ssk. Überall kam man ohne Streit aus, gražiõju. CvR VIII 91. Schrei nicht, sag es gražiõju. Klt. Nesavúoju (gegen den eigenen Willen) geht er. Dglš. Die Mutter schimpft piktuoju und bittet geruoju unter Tränen. ŽemR II 125. Da du doch piktuoju lebst, schweig. Lp. Der Teufel brachte den Ring in die Stube; piktúoju befiehlt er Elenytė, mit ihm zum Tanz zu gehen. Lnkv. Als Jonas sah, dass er ihn nicht piktúoju loswerden würde, begann er gerúoju zu reden (rš.).
Vgl. Dialektbeispiele:
Er begann, freundlich um ein Pfand zu bitten. TŽ V 106. Mit ihnen spreche ich immer im Zorn. Pl. Wenn du freundlich bittest, bekommst du es. Grž.
12 Die dialektalen Formen gražiój, gražū mit hartem ž könnten unter dem Einfluss von geróju (mit hartem r) entstanden sein.
2 *
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Page 14Vgl. auch Beispiele, in denen Wendungen wie -(i)uoju mit den Bedeutungen der Adverbien gebraucht werden: (su) geru, (su) piktu, die die Kasusbedeutung dieser Adverbien verstärken:
Die Hexe begann freundlich (geruoju), zu bitten, man möge sie doch nicht schlagen. LKŽ III 242. Mit Freundlichkeit und mit Strenge mahnen die Eltern sie. LKŽ III 242.
Adverbien auf -(i)uoju können als qualitative Modalbestimmung auch dann auftreten, wenn das Prädikat des Satzes unausgesprochen oder unvollständig ist, also wenn das Verb, an das sich das Adverb anlehnen müsste, sich nur einigermaßen aus dem Kontext erschließen lässt.
Kann man denn nicht irgendwie in Güte — ihn belehren, ihm raten, ihm sagen, wer er ist und wer sie … VienP 245. Eine Kuh ist kein Mensch, mit ihr muss man freundlich, in Güte umgehen … BaltPV I 140. Warum gehst du immer so böse auf mich los (sprichst du mich an)? Bien. Tun Sie, Herr, wie es Ihnen gefällt. Wenn wir es gütlich regeln, begleichen wir die Schuld auch ohne das Kind; wenn nicht, nehmen Sie ein Tier von uns — schließlich gehört auch mein Herz dazu. CvR VIII 152. [Žlibis] Gewiss, lieber in Güte; sonst gibt es Ärger. ŽemR₂ I 496.
In manchen Fällen ist die Bedeutung der Modalbestimmung bei Adverbien auf -(i)uoju verblasst; diese Adverbien drücken dann nicht nur eine Modalbestimmung aus, sondern übernehmen auch teilweise die Funktion des Prädikats. Hinsichtlich ihrer syntaktischen Funktion haben sie somit einen Übergangscharakter. In solchen Fällen sind neben dem Adverb auf -(i)uoju leicht Formen des Verbs būti mit der Bedeutung „leben, miteinander auskommen, koexistieren“ zu ergänzen.
Wir verstehen uns schon lange wieder gut mit ihm (wir streiten nicht mehr, wir kommen miteinander aus). Akm. Natürlich schwieg die Schwiegertochter, solange alles gut war, selbst wenn sie die Zähne zusammenbiss, und auch wegen des Katers sagte sie nichts. SimonP 33. Wenn sie sich wieder vertrugen, nahm die Mutter die Hand des Kindes, hob sie hoch und drohte dem Vater wegen des Kleinen. CvR VIII 32. Die alten Pikčiurnas gingen auseinander, gingen auseinander, und dann verstanden sie sich wieder, wie es hieß. SimonP 29. Seit gestern bin ich mit ihm zerstritten. Akm. Hier ist es schon nicht mehr gut (vielleicht ist ein Unglück geschehen) — es ist schon der zweite oder dritte Tag, und der Vater ist noch immer nicht aufgetaucht. Srv.
Dass Adverbien auf -(i)uoju zumindest teilweise die Funktion des Prädikats übernehmen können, zeigen die nachstehenden Beispiele, in denen diese Adverbien eng mit den als Prädikatsverben fungierenden Verben būti, išeiti. verbunden sind.
Es stellt sich heraus, dass er nicht in Güte mit dem Herrn auskommen will. ŽemR₂ II 214. Lasst uns in Frieden leben. ŽemR I 237. Er bittet um solche Dinge, die für sie nicht gut ausgehen würden. LKŽ III 242. Eine Freude ist mir geblieben: dass ihr das ganze Leben lang so glücklich zusammenlebt, wie an diesem Abend. BaltPV I 336. Wie lange können Mann und Frau wohl im Streit leben? Krš. Wir beide leben (mudu) esau (esava) im Streit. Krtn. Ich lebe mit jenem im Streit. Klk.
Zur gewöhnlichen modalen Bedeutung der Adverbien auf -(i)uoju können weitere Bedeutungen, etwa zeitliche oder konditionale, hinzutreten oder sie überlagern. In solchen Fällen ist schwer oder sogar unmöglich zu sagen, welche dieser Bedeutungen überwiegt; die Adverbien fungieren dann als mehrdeutige Adverbialbestimmungen.
Wenn alles gut steht, ist alles gut und niemand weiß davon; wenn es schlecht steht, ist alles schlecht. ŽemR₂ I 138. [Stankienė] Sie fürchtete, dass der Mann den Vater verärgern und nach einem Streit in Feindschaft nicht mehr die Bienen transportieren könnte, denn dann würden sofort alle Bienenstöcke leer werden. ŽemR₂ I 249.
Das in Wörterbüchern belegte Adverb grečiuoju kann im Satz zweifellos nur als lokale Adverbialbestimmung fungieren.
Als deutlichere temporale Adverbialbestimmung fungiert das Adverb greituoju. Dabei behält es selbstverständlich die für Adverbien dieses Typs charakteristischste modale Bedeutung vollständig bei.
Die Hexe kleidete ihre ältere Tochter im Handumdrehen ein und schob sie (schob sie) dem König unter, aber dieser nahm sie nicht an. BsP II 226. Nur rasch frühstücken und dann im Laufschritt auf die Reise. VaižgV 46. Das wurde schnell, hastig erledigt. LKŽ III 562. Ich aß rasch zu Mittag. LKŽ III 562.
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Page 15Den Adverbien dieser Gruppe ist sogar eine kausale Bedeutung und die Funktion einer Kausalbestimmung nicht völlig fremd.
Nur hier springt er so, weil er böse ist. BsMt II 58.
§ 2. Adverbien auf -(i)ája sind ebenfalls ein wenig den Suffixbildungen angenähert. Diese Adverbien sind so selten, dass sie in der Literatursprache nicht einmal eine irgendwie deutlich hervortretende Gruppe bilden. Hier einige Beispiele: greitája „eilig“ (:greitas, -à), karštája „heiß, eilig“ (:kárštas, -à), negražíaja „auf unschöne Weise“ (:negražùs, -ì), savája „seinerseits“ (:sávas, -à), nesavája „mit fremder Stimme, sehr (gewöhnlich mit den Verben rėkti, šaukti u. Ä.)“; 2. „zur Unzeit“ (: nesávas, -à), umája „plötzlich, ohne abzuwarten“ (:ùmas, -à).
Das -(i)ája dieser Adverbien ist nichts anderes als die sich dem Suffix annähernde Endung des Instrumentals Singular der femininen pronominalen Adjektivformen; von Adjektiven mit Stammvokal a motivierte Adverbien haben -ája, solche mit Stammvokal e -íaja. Das Adverb nesavája hat einen pronominalen Stamm, obwohl es selbst, dieses Adverb, eine qualitative Bedeutung angenommen hat. Dies ist ein äußerst unproduktiver Adverbtyp. Neben einigen Adverbien dieses Typs werden häufiger, mit gleicher oder unterschiedlicher Bedeutung, Adverbien desselben Stammes auf -(i)úoju verwendet, vgl.: greitája — greitúoju, negražíaja — negražúoju, nesavája — nesavúoju. Die ersten Glieder solchermaßen entstandener Paare sind in der Literatursprache unvergleichlich gebräuchlicher.
Diese Adverbien haben meist modale Bedeutung und fungieren im Satz als Modalbestimmungen.
Aber hörst du, dort wird auf unschöne Weise gekämpft (rš.). — „Der Onkel hat mir aufgetragen, die Arbeit zu erledigen“, versichert der Junge auf seine Weise. BsP II 287. Darum schreit Nina auch mit fremder Stimme. BilR 222. Der Löwe, vor Ärger fast außer sich, zwang … den Sekretär und den Vogt (den Fuchs), in seinen Klauen — mit fremder Stimme zu brüllen und mit den Zähnen zu knirschen. Jabl. Warum rast du so hitzig dahin? Trgn.
Einige wenige der hier besprochenen Adverbien können auch als andere Satzglieder auftreten, zum Beispiel als Temporalbestimmungen (mit einem modalen Bedeutungsfärbung).
Ich lief eilig zu ihnen hin, aber (=doch) sie waren schon abgefahren. Trgn. [Der Schneider] kletterte eilig in die Fichte. Bsp II 322. Das schaffst du nicht auf die Schnelle. Ds (Būg). Als er hörte, dass ich gekommen war (kam), stieg er eilig hinab. Lkm.
3. Adverbien aus finiten und infiniten Verbformen
§ 1. Finite Verbformen neigen im Litauischen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – überhaupt nicht zur Adverbialisierung, da sie allein im Satz nicht als Adverbialbestimmung verwendet werden können, eine Funktion, die die Adverbialisierung einzelner Wörter weitgehend bedingt. Etwas deutlichere Tendenzen zur Adverbialisierung zeigen bisweilen nur einige infinite Verbformen.
§ 2. Von allen infiniten Verbformen nähert sich das Halbpartizip in Bedeutung und Gebrauch den Adverbien etwas stärker an und konnte somit die Grundlage für eine bestimmte (wenn auch sehr kleine) Gruppe von Adverbien bilden. Hier einige Adverbien, die aus einzelnen Halbpartizipien hervorgegangen sind: nebetrūkus „schon bald, in Kürze, gleich“, nedelsiant „schnell, in Kürze, gleich“, negaištant „ebenso“, netrukus „ebenso“, bėregint „sofort, sehr schnell“, bemàtant „ebenso“, bežiūrint „ebenso“ (vgl. unten.
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Page 16bevéizdint, bevéizint), verkiant „unbedingt, sehr“. Ihr Entstehen wurde hauptsächlich durch die adverbiale Funktion sowie die zeitliche oder modale Bedeutung der Handlung bedingt. Hinsichtlich der Gebrauchshäufigkeit sticht unter ihnen besonders netrūkus hervor.
Das Schiff sollte in Kürze erscheinen. BalčAŽ, 43. In Kürze erschienen bei Tiflis die ersten Truppenabteilungen des Padischahs, und am folgenden Tag traf auch der Padischah selbst ein. Vien UT 16. Mykolas machte sich unverzüglich auf die Reise. VienP 298. Man muss unverzüglich in Bewegung kommen und die notwendigen Reformen in Angriff nehmen. Myk-PutS I 87. Das treffend eingeflochtene Volkslied löste sogleich unaufhaltsames Gelächter aus. Gud-GuzB I 156. Die durstigen Kühe stürzen sich mittags gierig auf die Tränke im Hof und lecken sie im Nu sauber aus (rš.). Während ich hinsah, blickte ich mich auch um. Gs (Vgl.: Kaum hinzusehen, war die ganze Stirn gerötet. ŽemR₂ II 28). Die Felder brauchen dringend Regen. Kps. Man muss die Boten unverzüglich aussenden. LKŽ III 41.
Vgl. auch solche Halbpartizipien, die den Adverbien ganz nahegekommen sind: pristojus „ständig, ununterbrochen“, užeinant „zeitweise, nicht allzu sehr“ und Ähnliches.
Das Feuer brennt gut, aber wenn ich ständig nachlegen muss, komme ich zu nichts. Prk. Die Maschine kann nur zeitweise sägen. Gs.
Wie die Beispiele zeigen, sind nur Halbpartizipien mit allgemeineren, abstrakteren adverbialen Bedeutungen (meist zeitlicher Art) stärker zu Adverbien geworden, insbesondere solche mit den Affixen ne-, be-. Andere Halbpartizipien ähnlicher Struktur können trotz ihrer Verwendung als Zeitangaben wegen ihrer engen, konkreten Bedeutung nicht vollständig adverbialisiert werden; vgl. begirdint „zu der Zeit, wenn man hört“.
Es ist scheußlich, dass sich einem beim Hören die Haare sträuben. DonR 86.
Neben den hier behandelten adverbialen Halbpartizipien mit ne-, be- können bisweilen auch Homonyme auftreten – echte Halbpartizipien; vgl.: bevéizdint, netrūkus.
Die Augen trockneten in einem Augenblick aus. Val (LKŽ I 51). In Kürze, dein Volk wird gewiss um einige Bastarde angewachsen sein. SimonPA 107.
Das Wort netrukus bewahrt auch in Verbindung mit dem Pronomen nieko, noch eine recht starke Halbpartizipialbedeutung, denn auch hier regiert es den Genitiv.
Nieko teipogi netrukus išsigirdo minavota (=minėta) kardinolą mirus (brš.).
Einige Halbpartizipien bilden mit anderen Wörtern (häufiger Adverbien und Partikeln) bestimmte Verbindungen, die nur schwach oder überhaupt nicht idiomatisiert und adverbialisiert sind, zum Beispiel: akin bematant „sofort, sehr schnell“, ilgai nedelsiant „schnell, in Kürze, gleich“, ilgai netrukus „ebenso“, kaip (be)mātant „sofort, sehr schnell“, kaip reikiant „gut, angemessen“, kaip vien reikiant „ebenso“, kiek nereikiant „viel, reichlich“, kiek reikiant „genügend“, kur (ne)reikiant „wo (nicht) nötig“, neilgai trukus „schnell, in Kürze, gleich“, nė kiek netrukus „sofort, sehr schnell“, norint nenorint „in jedem Fall; unbedingt“, toliau buvus „im Laufe der Zeit“.
Ich bin im Nu zurück. Jnš. Wie im Nu ist der Hund verschwunden. Pš. Der Tag ist so heiß, dass jetzt, wenn ein leichter Windhauch wehte, das Heu im Nu trocknen würde. KrėvRg 102. Sogleich strömte die ganze Jugend aus den Häusern und eilte, von weitem hüpfend und schreiend, hinter Mykoliukas her. Bald darauf machten die Hündchen arru-arru-arru auf den kleinen Deutschen. In Kürze rückten jene Schreie immer näher. LKŽ, Beleg s. v. trukti. Tatsächlich nutzen nur wenige die heutige Wissenschaft angemessen. Jabl. Bischof Jonas herrschte über die Priester und das gesamte Bistum, wie es sich gehörte. Val. Hier gab es Steine in Hülle und Fülle (rš.). Ob er wollte oder nicht, ging er auf jenen Berg. BM 83 (LKŽ VIII 861). Ob man will oder nicht, man muss zum Gut gehen. BM 26 (LKŽ VIII 861).
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Page 17Vgl. das zusammengesetzte Adverb neilg(a)trūkus (< neilgaĩ trūkus):
Neilgatrūkus holt man sie noch zu einer Hochzeit ab. Bien. Dieser neilgtrukus herangerittene Soldat hat sich in seine Rüstung gekleidet. Bs.
Zu den hier aufgezählten Verbindungen sind noch solche zu rechnen wie kur nórint „irgendwo“, kaip nórint „irgendwie“, kuomet nórint „irgendwann“, wobei das Glied nórint ein aus dem Gerundium entstandenes Partikel oder zumindest ein dem Partikel sehr nahestehendes Gerundium ist (vgl. das Partikel nórs, das seinerseits aus dem Präsens des Partizips Aktiv nóris hervorgegangen sein könnte), während die Hauptglieder durch die Adverbien kur, kaip, kuomet gebildet werden.
Gestern Abend lief sie allein schlafen, während der Schlafmütze, der sich irgendwo hingelegt hatte, die Würmer fraßen. ŽemR₂ I 74. – „Sei still, sei still, mir wird schon irgendwie ergehen“, beruhigte die Mutter. ŽemR₂ III 123. O weh, er wird irgendwann von mir sein Fett abbekommen. ŽemR₂ I 332.
Das eine oder andere Gerundium, das nicht adverbial gebraucht wird, kann, wenn seine lexikalische Bedeutung völlig verblasst, zu einer Konjunktion werden, z. B.: nelyginant, nórint (vgl. auch die Konjunktion nórs < nóris).
Fische pfiffen mir an den Ohren vorbei, wie Vögel durch die Luft (rš.). Als wollte mir nichts bleiben, so lernt er eben mehr. ŽemR₂ I 20.
Vgl. die unmittelbar aus Gerundien entstandenen oder noch entstehenden Präpositionen: išskiriant (mit Abl.), išskyrus (mit Abl.), nepaisant (mit Gen.), neskaitant (mit Gen.), nežiūrint (mit Gen.).
Obwohl der Nieselregen aufgehört hatte, kam die Sonne wieder hinter den Wolken hervor (rš.). Schließlich ist auch das dialektale Partikel bū sint „angeblich, wie man hört“ gerundialen Ursprungs.
Ana bat, bū sint zum Markt zu fahren und das Nötige mitzubringen. J(LKŽ I 1209).
§ 3. Sowohl in der Schriftsprache als auch in den Dialekten werden die meisten Adverbien aus Partizipien mit dem Suffix -(i)ai gebildet, z. B.: abejojančiai, išglėbusi, deramai „angemessen“, užtarnáutai, dirbtinai13. Das ist jedoch bereits eine Frage der Suffixbildung von Adverbien, die in diesem Abschnitt nicht behandelt wird.
In den žemaitischen Dialekten kommen einige partizipiale Adverbien vor, die mit den Suffixen -ie¹⁴, -io(je) gebildet sind. Das erste entspricht der Endung des alten, heute bereits adverbialisierten nichtpostpositionalen Inessivs, das zweite der Endung des heutigen postpositionalen Inessivs, z. B.: dūlkantie „wenn viel Staub aufwirbelt, wenn die Straße staubig ist“, lyñantie „wenn es regnet, während des Regnens“, pašăliesie „wenn es gefroren hat“; lyñančioj „wenn es regnet, während des Regnens“.
Partizipiale Adverbien anderer Bildung kommen, kann man sagen, nicht vor, obwohl einzelne Partizipformen (allein oder mit anderen Wörtern) in Sätzen ziemlich häufig adverbial gebraucht werden können, vgl.:
So klar und gelöst erzählt er (es). Krt. Vielleicht, ohne lange zu warten, wird er bald aus jenem Radviliškis zurückkommen. Rd.
Vgl. ferner solche aus den Nominativ-Pluralformen der Partizipien Aktiv Maskulinum (den alten Nominativ-Singularformen der Partizipien Neutrum) entstandenen Partikeln-Konjunktionen wie esą, bū sia, die in der linguistischen Literatur häufig den Adverbien zugerechnet werden, sich aber tatsächlich sowohl in ihrer Bedeutung als auch in ihrer syntaktischen Funktion von Adverbien unterscheiden.
Schließlich sind hier noch die dialektalen (žemaitischen) reflexiven Halbpartizipien zu erwähnen, die keinerlei Flexionsmerkmale aufweisen, gewöhnlich adverbial gebraucht werden und sich dadurch den Adverbien angenähert haben, z. B.: duodamós, džiaugdamós, juokdamós,
13 Plačiau žr. „Lietuvių kalbos gramatika“, t. II, Vilnius, 1971, §§ 755–762.
14 Siehe K. Ulvydas, Vienaskaitos vietininko prieveiksmėjimo klausimu, „Lietuvių kalbotyros klausimai“, Bd. IX, Vilnius, 1967, S. 18.
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Page 18schüttelnd, raschelnd, reißend, sammelnd, aufgedreht. Solche Halbpartizipien finden sich auch in den literarischen Werken von Vertretern der žemaitischen Dialekte.
Überall gehen sie gebend (gebend-sich). Krš. Die Kinder liefen freudig lachend zur Kirche. ŽemR I 19. Er kam ganz lachend zurück. Krš. Die Schweine wühlten nach Unkraut, indem sie es schüttelten. Šts. Du wirst den Schwanz hochstellen und dabei reißen. Krš. Schrittchen für Schrittchen, Schrittchen für Schrittchen – in die Tenne des Herrn, raschelnd. Šts. Sie gehen sammelnd durch die Welt. Krš.
Ein solcher Gebrauch von Halbpartizipien dieses Typs ist in den Dialekten sehr häufig und ausgeprägt. Von der Adverbialisierung hält diese Halbpartizipien ihre sehr starke Bedeutung einer Nebenhandlung oder eines Zustands ab, ebenso der Umstand, dass neben solchen reflexiven Halbpartizipien in den betreffenden Dialekten noch ein vollständiges System flektierender nichtreflexiver Halbpartizipien erhalten ist, z. B.: gehend, gehend (Fem.), gehend (Pl.), gehend (Fem. Pl.).
§ 4. Unter den anderen nichtfiniten Verbformen kommen vereinzelt Fälle adverbialisierter Infinitive vor, z. B.: unvergleichlich „beträchtlich, bei Weitem“, um jeden Preis „unbedingt, koste es, was es wolle“, vgl. auch um jeden Preis oder koste es, was es wolle „ebd.“
Doch er gleicht nicht einem Käuzchen, sondern einem hinkenden, zwitschernden Schwätzer im Garten des Meisters, nur unvergleichlich größer. CvMS 34. Juras wollte, als er den Fleiß des Kindes sah, es unbedingt zum Ingenieur machen, wenn schon nicht, dann wenigstens zu einem gebildeten Menschen. CvŽM 135. Und wir haben eine Aufgabe zu erfüllen, koste es, was es wolle!.. Gud-GuzB I 326.
§ 5. Adverbien, die aus finiten Verbformen hervorgegangen sind, sind noch seltener als solche aus nichtfiniten Formen. Von der Adverbialität finiter Verbformen kann man gewöhnlich nur dann sprechen, wenn sie mit anderen Wörtern oder Partikeln bestimmte adverbialisierte, an Adverbien angelehnte oder gerade erst adverbialisierende Verbindungen bilden. Vgl. beispielsweise das Adverb bematai „ohne nachzudenken“ und die adverbialisierten sowie an Adverbien angelehnten Verbindungen wie du siehst „ebd.“, wo es auch hinfällt „wo es gerade trifft, ohne Ziel; tastend, oberflächlich“, sowie die an Adverbien angelehnten oder adverbial gebrauchten Verbindungen wie es sich gehört „passend, angemessen“, wie es steht „wie es sich gehört“, wie es dämmert „bei Tagesanbruch, früh am Morgen“, so viel wie nötig „sehr viel, mehr als nötig“ als zweite Bestandteile.
Es gibt viele Menschen in der Gemeinschaft; diese Roggenernte wird im Nu vorbei sein. Skr. Der wird sich, wie du siehst, auch präsentieren. ŽemR₂ I 235. – Es schneit! Es schneit! – riefen Stepukas und ich und bemalten einander mit Fäusten, wo es gerade hintraf. BaltPV I 115. Beim Durchblättern des Büchleins begann sie, irgendeinen Artikel zu lesen. ŽemR₂ I 306. Es gibt mehr als genug Land. Ad. Ich habe Kraft (= Stärke, Energie) mehr als genug – ich kann schwer arbeiten. Lk. Und die Betschwestern waren entsetzt … sie freuten sich, dem Ofen des Antichristen entgangen zu sein, obwohl sie bereit waren, wie es sich gehört, zu sterben. Vencl Rn 177. Die Schwester ist schon ein richtiges Mädchen. Iš. Auch er stand auf und ging bei Tagesanbruch zu den Tieren hinaus. ŽemR₂ I 136.
Von den oben angeführten Verbindungen unterscheiden sich ihrer Bedeutung und ihrem Verhältnis zum Adverb nach in keiner Weise solche Verbindungen, in die Partikeln eingeschoben sind, z. B. so viel wie nur nötig „sehr viel, mehr als nötig“.
Es gibt mehr Brennholz, als man braucht. Ėr.
Auch die folgenden erstarrten und teilweise erstarrten Verbindungen finiter Verbformen haben die adverbiale Bedeutung „unbedingt, komme, was wolle, auf jeden Fall; mit größter Mühe“: ob es bricht oder reißt, ob es zerbricht oder ausgeht, ob es zerbricht oder ausgeht, ob es reißt oder ausgeht, ob es reißt oder ausgeht, ob es kracht oder ausgeht, ob es kracht oder ausgeht, ob es ausging oder zerbrach, ob es ausging oder zerbrach, ob es ausgeht oder reißt, ob es ausgeht oder reißt, ob es ausging oder riss, ob es ausging oder riss, ob es ausgeht oder zerbricht, ob es ausgeht oder zerbricht, ob es ausgeht oder reißt, ob es ausgeht oder reißt.
Vgl. dialektal es wird reißen oder brechen.
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Page 19Es schien, als sei er entschlossen, jeden Befehl um jeden Preis auszuführen (trš.). Lūš pliš reik padaryt. Jnš. Wenn Būsė sich etwas wünscht, muss sie es unter allen Umständen bekommen. SimonP 25. Ob es kracht oder nicht – fahr los, und damit basta. Sln (LKŽ VII 718). Wir werden hier auf jeden Fall wegfahren (Ik.). Auf keinen Fall werde ich es sagen. ValP 6. Rūks trūks kitą sykį eini repečkas į padarai. Btg. Das ist mir ein Arbeiter – ob es kracht oder nicht, er hat es gemacht. Rod. Es muss um jeden Preis erledigt werden (rš.). Es ging schief – für ihn ist trotzdem alles gut. Ds. Arbeite nicht irgendwie, nur damit es fertig wird (oberflächlich, nachlässig). Blnk. Trūks lūš turi padaryt. Lp. Trūks lūš pirksiu. Kps. Wir beschlossen, ihn zu uns zu bitten und unter allen Umständen eine Zeitung herauszugeben (rš.). Dieses Ziel muss auf jeden Fall erreicht werden. LKŽ kart. s.v. trūkti.
Vgl. dial.: Trūks pliš turiu padaryti! Dkš.
Vgl. aus den finiten Verbformen hervorgegangene Modalwörter oder Modalpartikeln: būdau (<būdavo), būdavos (<būdavosi), būsis „als ob, gleichsam, wie man hört“, gal, galėt „vielleicht“, gal būt, girdi, rasit „vielleicht, möglicherweise (1. Person Singular Futur Indikativ des Verbs rasti ‚finden‘), rastum (rastum̃) „vielleicht, möglicherweise, wohl; wahrscheinlich“, rodos, tur būt, die Partikeln und Konjunktionen taryt, tarytum, tarši, tartum, die Konjunktion dėstis (dial. dąstis) „je nachdem, unterschiedlich“ (3. athematische Person Singular Präsens Indikativ des Verbs dėtis).
Būdau, früher waren die Jahre besser. LKŽ₁ I 1118. Būdavos, wir spielten oft Karten. LKŽ₁ I 1119. Sie kam (kam an), būsis, sie wird wohl hier gebraucht. J (LKŽ I₂ 1209). Erst jetzt verstand Elena klarer, warum ihr Bruder so sehr wollte, dass die beiden einander kennenlernten und sich vielleicht anfreundeten. VenclGD₁ 73. Sie, heißt es, fahren nicht mit einem Bräutchen, nein – sondern nur mit einer weißen Gans in einem goldenen Wagen. SNėr (LKŽ III 332). Es gibt solche, die vielleicht auch etwas über die Vergangenheit wissen. Užv. Rāstum (vielleicht) bereitet ihr euch schon auf den Frühling vor? Rāstum (wohl) bist du, Kind, wohl sehr müde geworden, bis du durch den Schnee gestapft bist? Sld. Er taumelt, als wäre er betrunken. Svn. Rastum̃ (wohl) warst du gestern auch auf dem Markt? Švnč. Was ist das hier nur für eine Last, und bis ich heimkam, so heißt es, waren meine Schultern wund. Plt (LKŽ III 332). Er wird wohl kommen. DLKŽ 879. Ich rede, und es tut mir gleichsam in den Adern weh. Vrn. Ihre Augen waren so tief, gleichsam halb geschlossen. SimonOBT 151–152. Alle verstummten, als wären sie von einem unlösbaren Rätsel überrascht worden. VenclGD 473. Zahlen sie gut für Schweine (für Schweine)? – Das hängt davon ab, was für Schweine es sind. Jb (LKŽ II 293).
Wahrscheinlich sind die dialektalen zusammengesetzten Adverbien amat (< ar matai) „sofort, im Nu“, kabėrgi (< kaip bėregi) „im Nu, sehr schnell“, kabežiūrai (< kaip bežiūrai) „ebenso“ aus den Formen der zweiten Person des Verbs hervorgegangen.
Tai jis ką nepai ms, tai kabėrgi ir gatava. Pns. Warte nur, sage ich, kabežiūrai kommen die Männer zurück, dann gehen wir alle essen. Pns.
§ 6. Verbale Adverbien oder verbale Bestandteile adverbialisierter Wortgruppen können verstümmelt, deformiert oder mit bestimmten Endformantien sowie sonstigen nicht etymologischen Elementen versehen werden, z. B. bemat „im Nu“, bematõs „ebenso“, kabemāt „ebenso“, kąbemāt „ebenso“, kaip bemāt „ebenso“, kaip māt „ebenso“, kaip reik „wie es sich gehört (gehört)“, kur kliūt „wo es gerade hinfiel, überall“, kur nekliūt „ebenso“.
Es ist verständlich, dass derartige verbale Adverbien oder verbale Bestandteile adverbialisierter Wortgruppen sowohl aus finiten als auch aus infiniten Verbformen hervorgegangen sein können. So lässt sich bemāt von bematai und bemātant herleiten. Dasselbe ist auch zu kabemāt, kąbemāt zu sagen (vgl.: kaip bematai, kaip bemātai, kaip bemātant, ką bematai, ką bemātai, ką bemātant). Das -õs in bematõs ist wahrscheinlich dasselbe wie in den Adverbien nuolat-õs, visad-õs,
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Page 20niekad-os usw.; bei den Fügungen kur kliūt, kur nekliūt könnten die zweiten Bestandteile (die gekürzt sein dürften) aus dem dritten Person Singular des Konjunktivs entstanden sein.
Ich werde dir gleich das Fell über die Ohren ziehen. LKŽ I 606. Es wird gleich anfangen zu regnen. Grž. Ich bin gleich zurück. Pns. Warte, ich gehe gleich hin. Km. Und schon kam auch Vytautas herbeigeeilt. Sdk. Der Vater ging fort, versprach aber, bald zurückzukommen. Jnš. Wo es auch hingeht – überall gibt es Unglück. VšR. Ich gehe überallhin, wo es geht. LKŽ VI 135.
Es ist festzuhalten, dass sowohl Adverbien, die aus gekürzten Verbformen hervorgegangen sind, als auch gekürzte verbale Bestandteile adverbialisierter Fügungen sehr selten sind.
§ 7. Von den Adverbien sind unbedingt gekürzte, deformierte oder anderweitig mit nicht etymologischen Endelementen versehene verbale Modalwörter, Modalpartikeln oder Partikeln-Konjunktionen sowie deren Varianten zu unterscheiden, z. B.: būsià „wie, gleichsam, hör mal“, būsiam „ebd.“; kažì „wer weiß, unbekannt, kaum“, kažin „ebd.“, kažina „ebd.“, kažinc „ebd.“, kažinec „ebd.“, kažino „ebd.“, kažna „ebd.“, kažnai „ebd.“, kažnė „ebd.“, kažnec, kažno „ebd.“, kažnoc „ebd.“, kužne „ebd.“; mar̃dos (márdos) „mir scheint“; ràšek „vielleicht, möglicherweise“, ràšet(ais) „ebd.“, ràšik „ebd.“, ràšint(ais) „ebd.“, ràšit(ai) „ebd.“, ràšitais „ebd.“
Die Partikeln būsià, būsiam sind wahrscheinlich aus dem Partizip Aktiv Futur būsią infolge eines Lautwandels oder gar einer Deformation entstanden.
Phonetisch besonders stark verändert und deformiert sind die Varianten der Partikel kažin, deren etymologische Grundlage die Verbindung kas žino. bildet. Bemerkenswert ist, dass sich unter den Varianten dieser verbalen Partikel, die semantisch nur wenig mit Adverbien gemeinsam haben, auch kažnai findet, das die phonetische Form eines Adverbs angenommen hat. Das -ai dieser Variante ist wahrscheinlich lediglich ein nicht etymologisches Element, das zufällig oder in Anlehnung an Adverbien mit dem Suffix -ai entstanden ist.
Anmerkung. Der verbale Bestandteil der modal gebrauchten Verbindung kas žino kann nach kas in einem zusammengesetzten Pronomen oder Adverb auf ein ž verkürzt werden, vgl.: kažkas, kažkaip.
Die Partikeln ràšek, ràšet -ek, -ėt sind wahrscheinlich nur durch Deformation zu erklären, während die Endung -k der Partikel ràšik ein nicht etymologischer Zusatz ist, ebenso wie -ais, -ai in den Partikeln ràšintais, ràšitai, ràšitais (vgl. das häufigste Adverbsuffix -(i)ai und die Endung -(i)ais des Instrumental Plural deklinierbarer Wörter einiger Stämme, die sich zum Adverbsuffix entwickelt).
Būsià, einer wird von dort, der Pfarrer, hierher umziehen. Geh būsiam eine Schüssel ausleihen, und inzwischen wirst du auch die Brautwerber sehen. J(LKŽ I₂ 1209). Vdk (LKŽ I₂ 1209).
Kaži, wirst du wohl finden? Jrb(LKŽ V 462). Kažin, wem haben sie dort den Weg versperrt? Als(LKŽ V 463). Kažina, wann werden wir uns wohl sehen? LKŽ V 464. Ihm schien, als sei da kažinc jemand. Nmn (LKŽ V 464). Als man Butter brachte, dann brachte man wohl auch kažinec etwas. Irgendein Mensch namens kažino brachte Spiritus. Kažna, wird es morgen nicht regnen? Kažnai, welcher (von den Getreidebeständen) ist besser? Kažnė, wer könnte das getan haben? Kažnec, wann wird das sein? Kažno, wird es heute nicht regnen? Kažnoc, wo treibst du dich herum? Mir wird kužne irgendwie (unheimlich, unruhig). Arm(LKŽ V 464). Plt. Klt. Dbk(LKŽ V 465). Švn (LKŽ V 465). Pns. Klt. Krok. Brž(LKŽ VI 1022).
Mar̃dos, er ging nach Hause. Plv.
Ràšek, und er wird kommen. Krtn. Ràšet, auch dieses unser Kind wird noch zur Vernunft kommen. Kl. Ràšetais werde ich wohl jemanden treffen, der es kauft. Ràšik, schmeckt dir diese Suppe etwa nicht? Ràšint ist auch noch nicht zugrunde gegangen. Ràšintais, so wird es auch sein. Ein Litauer wird es wohl herausfinden und verstehen, aber nicht immer. Ràšitai, wirst du etwas Milch trinken? Ràšitais, er wird auch kommen, er hat es versprochen. Rt. Grd. Slnt. Krtn. Jn. Pj. Kv.
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Page 21Von den Adverbien sind auch folgende Wörter slawischen Ursprungs zu unterscheiden, die Verben sind oder in bestimmten Fällen indirekt mit Verben zusammenhängen: die Varianten der Modalwörter bevėly „besser, lieber“ und vėlyk „ebd.“: bevėly „ebd.“, vė́lent „ebd.“, vály „ebd.“, vėl’ „ebd.“, velė „ebd.“, vėlei „ebd.“, vė́leik „ebd.“, vė́leit „ebd.“, vė́lek „ebd.“, vėlek „ebd.“, vėl’gu „ebd.“, vel’gu „ebd.“, vė́ly „ebd.“, vė́ly „ebd.“, veli „ebd.“, vėli „ebd.“, vėliau „ebd.“, vėliau „ebd.“, vėliaut „ebd.“, vėlyj „ebd.“, vėlyk „ebd.“, vėlik „ebd.“, vėlikos „ebd.“, vėlink „ebd.“, vėlint „ebd.“, vėliot „ebd.“, vėlyt „ebd.“, vėliuk „ebd.“; die Partikel maž „vielleicht“ und ihre Varianten mažak, mažalai, mažām, mažì, mažĩn, mažolai, mažù, mažūk, mažūm; das Modalwort musėt „vermutlich“ und seine Varianten musė, musėt, musėt, musėk, musėtai, musėtais, mūsi, musik, musinkėt, mūsintais, mūsit, mūsitais, mūst, mūstais, mūsti.
Die ursprüngliche Quelle all dieser Wörter ist zweifellos das Weißrussische oder Polnische; vgl. weißruss. und russ. mundartl. вале́й „besser, lieber“, weißruss. mundartl. валі́й „ebd.“, ве́ле́й „ebd.“, вале́й „ebd.“, russ. mundartl. боле́й „ebd.“, poln. wolej „ebd.“, weißruss. веліць „wollen, begehren“, russ. mundartl. волить „ebd.“, poln. woleć „lieber wollen“; poln. może „vielleicht“, weißruss. можа „ebd.“, russ. может „ebd.“; poln. musi „vermutlich“, weißruss. мусіць „ebd.“.
Die hier angeführten Wortvarianten sind meist als Erzeugnisse der litauischen Sprache selbst anzusehen.
Interessant ist, dass wir unter den Varianten des Wortes musėt die gebräuchlichste und beliebteste Adverbialsuffixendung -ai (musėtai) sowie die die Funktion eines Suffixes übernehmende Instrumentalendung des Plurals der a-Stamm-Substantive -ais (mūsėtais) finden; diese wurde hier lediglich in Anlehnung an Adverbien gebildet, die aus dem Pluralinstrumental hervorgegangen sind, möglicherweise um die Bedeutung des Wortes zu betonen oder zu verstärken oder einfach aus Gründen des Sprachrhythmus. Auch die Endlaute oder ganzen Silben anderer Varianten – nicht nur des Wortes musėt, sondern auch der übrigen hier behandelten Wörter – haben für diese Varianten keine etymologische Bedeutung und sind wahrscheinlich entweder durch Analogie, durch die Absicht des Sprechers, die Wortbedeutung hervorzuheben, oder schlicht aus Gründen des Sprachrhythmus entstanden.
Lass uns lieber baden gehen. Jrb. Lieber zu Hause (daheim) verheiratet werden, als als Schwiegertochter weggehen. JV 867. Ich gehe lieber zu Fuß. SmIn. Du gehst lieber hin und holst Brennholz. Vdš. Lieber zum grauen Stein als zu deinem Väterchen (Lied). Dl. Mein Gott, wäre ich doch lieber gestorben (gestorben). Pls. Lieber ohne Kopf als ohne Ehre. Šmn(LTR). Geh nicht, warte lieber. Blb. Lieber wäre ich gestorben, als ein solches Leben zu führen. Nč. Lieber wäre ich erschlagen worden. Jnšk. Warum läufst du herum, leg dich lieber hin. Ėr. Lieber erhängen als einen Witwer heiraten! Sdb. Lieber ohne Kopf als ohne Macht. Gs. Lieber die Steinchen den Hügel hinaufrollen, als das geliebte Mädchen verlassen. Sl. Mit einem Klugen lieber verlieren als mit einem Dummen gewinnen. Erž. Lieber hätte ich tiefe Gruben im Berg gegraben, als so liebevoll mit dem Burschen gesprochen (Lied). Kp. Du bleib lieber zu Hause, ich fahre dann. Žsl. Lieber hätte man dich, Bursche, an einem Ast erhängt, als dass du mich, Mädchen, zu dir gelockt hättest. Ppr. Lieber einen Alten betrügen als einen Säufer. Rod. Wickle lieber ein paar Fäden auf die Spule. Alv. Lieber einen Spatz in der Hand als [mehrere] auf dem Dach. Lieber hundert Verwandte als hundert Rubel. Gs. Lieber mehr als weniger. Plv. Lieber soll ich Roggen mähen, als im Gärtchen spazieren gehen. Mrk. Wozu sollte ich mich aufhängen – lieber soll ich mir in Frieden die Augen auskratzen. Ds. Geh lieber du mit meinem Vater. BsMt II 70.
Ich gehe nachsehen, vielleicht entdecke ich etwas. Klvr (LTR). Vielleicht regnet es heute auch. Žž(LKŽ VII 960–961). Schau dich um, vielleicht findest du dort noch etwas. Azr (LKŽ VII 976). Hast du vielleicht etwas zu essen? Vlkv (LKŽ VII 976).
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Page 22Wisst ihr vielleicht, was für Märchen? [Märchen]. Krn. Vielleicht kommt er. J(LKŽ VIII 437). Er ist vermutlich gekommen. J(LKŽ VIII 437). Vermutlich drehte sich der Kopf. Kal (LKŽ VIII 439). Vermutlich wirst du morgen nach Hause fahren. YI(LKŽ VIII 439). Du bist wohl verrückt geworden. SInt(LKŽ VIII 440). Vermutlich ist er baden gegangen. Lp (LKŽ VIII 40). Es war wohl schlecht, dass er nicht mehr gehen wollte. Plt(LKŽ VII 440). Da ist Knabikaitė; sie schläft wohl. Vkš(LKŽ VIII 443). Heute wird er wohl nicht mehr kommen. Als(LKŽ VIII 442). Du könntest mir wohl ein wenig helfen. Šv(LKŽ VIII 442).
Dass die Wörter bevėlyk, vėlyk und ihre Varianten in einzelnen Mundarten hinsichtlich Herkunft und Wortbildung nicht nur mit den erwähnten entsprechenden Partikeln der slawischen Sprachen, sondern auch mit den flektierten Formen des aus den slawischen Sprachen entlehnten Verbs vėlyti „wollen, begehren; erlauben; raten, wünschen“ und dessen präfigierten Ableitungen in Verbindung gebracht werden können, zeigen die unten angeführten Sätze.
Du wärst lieber ungeboren geblieben, als Kasiulę zugrunde gerichtet zu haben! JD1 844. Lieber hätte ich kleine Hügel gegraben, als das Geliebte zu nehmen und wieder zu verlieren. Tt(LTSR). Lieber läge ich unter der Erde, als dich, mein Bursche, vor Augen zu haben. JD1 614. Lieber hätte ich einen hohen Berg gegraben, als mein allerliebstes Liebchen zu verlieren. KlvD 59. Du hättest mich, Mütterchen, lieber ins Meer geworfen. LB 50.
Die in den Mundarten vorkommenden präfigierten Ableitungen des Lehnverbs vėlyti (z. B. atvėlyti „erlauben“, bevėlyti „lieber wollen“, išsivėlyti „eine Erlaubnis für sich erlangen“, įvėlyti „überreden“, pavėlyti „erlauben“, privėlyti „erlauben; raten, zur Heirat empfehlen“, užvėlyti „erlauben“) könnten ebenfalls die Bildung und Verbreitung der Varianten der Wörter bevėlyk und vėlyk erleichtert haben.
Gauta 1973. VI.1.
К. УЛЬВИДАС
UNTERSUCHUNGEN ZUR KATEGORIE DES ADVERBS IM LITAUISCHEN
Zusammenfassung
I. Einfache Adverbien auf -ais, die dem Instrumental Plural entsprechen
Der Instrumental weist in den baltischen und slawischen Sprachen ein reich entwickeltes System adverbialer Bedeutungen auf, was die Adverbialisierung dieses Kasus begünstigt. Die Vielfalt adverbialer Bedeutungen ist besonders charakteristisch für den Instrumental im Litauischen. Daher ist es kein Zufall, dass das Litauische reich an Adverbien ist, die dem Instrumental entsprechen; dessen Endungen könnten in bestimmten Fällen als Wortbildungssuffixe betrachtet werden. Von einer suffixalen Bildung dieser Adverbien kann man nur bedingt sprechen, da viele von ihnen nichts anderes als adverbialisierte Formen des Instrumentals Singular und Plural darstellen und nur ein Teil von ihnen analogisch, d. h. nach bereits vorhandenen Beispielen, gebildet ist.
Es wird folgende wortbildungsmorphologische und strukturelle Klassifikation dieser Adverbien vorgeschlagen.
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Page 23Zunächst ist es sinnvoll, alle diese Adverbien in zwei Gruppen einzuteilen: Die erste bilden Adverbien, die dem Instrumental Singular entsprechen, die zweite Adverbien, die dem Instrumental Plural entsprechen. Jede dieser Gruppen wird anschließend nach den Stämmen der Nomina geordnet, denen die Adverbien selbst entsprechen. So kann man von Adverbien sprechen, die dem Instrumental Singular von Nomina mit den Stämmen -a, -ia, -o, -io usw. entsprechen, sowie von Adverbien, die dem Instrumental Plural von Nomina mit denselben Stämmen entsprechen.
Die Verteilung dieser Adverbien auf die Nominalstämme ist direkt proportional zur Verteilung der Nomina selbst auf die Stämme.
Da diese Adverbien nicht nur einfachen, sondern auch präfigierten sowie zusammengesetzten Wörtern entsprechen, können auch sie selbst einfach, präfigiert oder zusammengesetzt sein. Außerdem sind Adverbien zu erwähnen, die einer Präpositionalfügung (bestehend aus Instrumental und Präposition) entsprechen, deren Hauptbestandteil seinerseits einfach, präfigiert oder zusammengesetzt sein kann.
Gerade diese Klassifikation ergibt sich aus dem untersuchten Material und aus der engen Verbindung dieser Adverbien mit Nomina, insbesondere mit Substantiven.
Der vorliegende Abschnitt des Artikels ist der wortbildungsmorphologischen und strukturellen Analyse einfacher Adverbien auf -ais gewidmet, die dem Instrumental Plural entsprechen.
Neben den Adverbien des untersuchten Typs gibt es in der Sprache Formen mit Übergangscharakter, die, soweit möglich, von den eigentlichen Adverbien unterschieden werden sollten. In diesem Abschnitt werden auch Randerscheinungen erfasst – Wörter, deren äußere Form mit Adverbien des untersuchten Typs übereinstimmt, die in Wirklichkeit jedoch nichts oder nur sehr wenig mit diesen Adverbien gemein haben.
Unter den Übergangsformen sind etwa folgende zu erwähnen: kraštāis „an den Rändern“, rūožāis „stellenweise“, rytāis „morgens“, vakarāis „abends“. Wenn solche Formen eine abstraktere und allgemeinere Bedeutung annehmen, nähern sie sich der Kategorie des Adverbs so stark an, dass sie sich kaum noch von den eigentlichen Adverbien abgrenzen lassen, z. B.: tārpais „bisweilen“, šōrais „stellenweise“, šmorais „dasselbe“.
Bevor die Bildungstendenzen oder die Struktur der untersuchten Adverbien charakterisiert werden, werden in diesem Abschnitt ihre Hauptbedeutungen herausgearbeitet und ihre Verwendung im Satz veranschaulicht.
Ihrem Ursprung nach bilden die Adverbien des untersuchten Typs zwei Gruppen: Die eine umfasst ursprünglich litauische Wörter, die andere Entlehnungen aus den slawischen Sprachen.
Die meisten untersuchten Adverbien stammen von Substantiven ab. Einige von ihnen spiegeln den Prozess der Adverbialisierung wider, vgl.: dāiktais „stellenweise“ und dāiktas „Gegenstand, Sache; Ort“, kārtāis „manchmal“ und kārtas „Mal“, žarāis „verstreut; in Haufen“ und žāras „Trupp, Haufen (Menschen)“.
Besonders hervorzuheben ist die enge Verbindung der analysierten Adverbien mit Substantiven. Diese Verbindung ist sogar in Fällen spürbar, in denen neben dem Adverb kein entsprechendes Substantiv vorhanden ist,
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Page 24wenn das Adverb auf ein Verb bezogen ist, z. B.: almaís „in einem Strahl, in Strahlen“ (: álma, -ėjo, -ėti „in einem Strahl fließen, strömen“), keperzais „im Galopp“ (: keperžioti, -úoja, -ávo „im Galopp laufen“), plėsais „mit aller Kraft“ (: plėšytis, -osi, -ėsi „sich mit aller Kraft anstrengen“).
Die enge Verbindung der untersuchten Adverbien mit Substantiven zeigt sich sogar in den Fällen, in denen sie auf Adjektive bezogen sind, z. B.: dykais „umsonst; vergeblich“ (: dūkas, -à „leer; müßig“), pilnais „mit einem vollen Wagen, Auto usw.“ (: pilnas, -à „voll“), saváitmais „von selbst; willkürlich“ (: saváitmas, -à „spontan“), tolimais „weit weg, in der Ferne, weit entfernt“ (: tólimas, -à „fern, weit entfernt“).
Häufig ist die Bildung der untersuchten Adverbien rein individueller Art. Solche individuellen Bildungen weisen verschiedene Suffixe auf, die mitunter sogar bei der Bildung von Substantiven der modernen litauischen Sprache nicht vorkommen. Daher lassen sich diese individuellen Bildungen nur schwer oder gar nicht mit flektierbaren Wortarten in Beziehung setzen. Beispiele: ankstáinintais „sehr früh“ (vgl. ankstì „früh“), dū́rtais „auf den Fersen, auf der Spur“ (vgl. dūrti, dūria, dūrė „stechen, stoßen, scharf mit etwas oder jemandem in Berührung kommen“), greičiū́mais „in der Nähe“ (vgl. gretà „in der Nähe“, grẽčiūm „in der Nähe“, grẽčiūmai „in der Nähe“). Die hier genannten Adverbien haben keine Entsprechungen unter den Wörtern der modernen Sprache; daher können sie nicht nur als erstarrte (lexikalisierte) Instrumentalformen von Adjektiven betrachtet werden, die einst in der Sprache vorhanden waren und später außer Gebrauch kamen, sondern auch als individuelle analogische Bildungen, deren Endung -ais als eine Art Suffix aufgefasst werden kann.
Unter den peripheren Wörtern, die mit ihrer Endung -ais an erstarrte Instrumentalformen erinnern, lassen sich folgende anführen: añdais „kürzlich, vor einigen Tagen“, čianájonais „hier“, dabārais „jetzt“, niekadais „niemals“. Die Endung -ais in diesen Adverbien, insbesondere wenn sie unbetont ist oder eine steigende Intonation aufweist, ließe sich durch den Einfluss von Adverbien auf -ais erklären, die dem Instrumental Plural entsprechen. So könnte man beispielsweise -ais im Adverb nórmais nenórmais „wohl oder übel“ erklären (vgl.: nóromis nenóromis, nóróm nenórom, nórómais nenóromais, nórmais nenórmais), wo -ais (nach dem Vorbild von Adverbien auf -ais) vermutlich zunächst in der Form nórom nenórom entstand. Der Einfluss der Instrumental-Plural-Formen kann jedoch die Endung -áis nicht erklären, deren Intonation nicht mit der Endung des Instrumentals Plural übereinstimmt, z. B. čianáis „hier“.
Neben den peripheren Wörtern, die zu den Adverbien gehören, gibt es im Litauischen nicht selten weitere periphere Wörter: Partikeln (aurēntais „dort drüben, genau dort“, dēltais „immerhin“, nórintais „obwohl“), Modalwörter (mātomais „offenbar“, žinómais „selbstverständlich, natürlich“, mūšetais „wahrscheinlich“), lautmalerische Wörter, deren Bedeutungen sich mit denen von Adverbien überschneiden (džingu džìngais „ding“, grabu grabais zur Bezeichnung des Tastens und Suchens durch Ertasten, klėdaru klėdarais zur Bezeichnung des Schwankens und Schaukelns). Bei diesen peripheren Wörtern lässt sich die Endung -ais wohl kaum in allen Fällen mit der Instrumental-Plural-Endung -ais in Beziehung setzen. Die Endung -ais dieser Wörter besteht höchstwahrscheinlich aus der Partikel -ai oder dem gebräuchlichsten Adverbialsuffix -ai und der Partikel s. Diese
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Page 25Adverbialsuffix -ai und der Partikel s. Dieses -ais könnte als Ergebnis einer Analogie oder des Einflusses der Instrumental-Plural-Endung allenfalls hypothetisch bei lautmalerischen Wörtern wie džingu džingais angenommen werden, deren Bedeutungen sich, wie bereits erwähnt, ebenfalls mit denen von Adverbien überschneiden.
Die Analyse dieser zahlenmäßig relativ kleinen Gruppe einfacher Adverbien auf -ais, die dem Instrumental Plural von Substantiven entsprechen, legt die vielfältigen Beziehungen dieser Adverbien zu anderen Wortarten offen und zeigt ganze Reihen peripherer Wörter auf, die in ihrer äußeren Form den in diesem Abschnitt untersuchten Adverbien ähneln, ihrer Herkunft nach jedoch nicht oder nur sehr schwach mit ihnen verbunden sind.
2. Adverbien auf -(i)úoju, -(i)ája
Teilweise sind auch Bildungen auf -(i)úoju, -(i)ája zu den Adverbien zu rechnen, z. B.: blogúoju „auf schlechte Weise, nicht in guter Beziehung“, gerúoju „auf gute Weise“, gražiuoju „gütlich, einvernehmlich“. Natürlich übernimmt -(i)úoju in diesen Adverbien – die Endung des Instrumentals Singular pronominaler Adjektive – die Funktion eines Suffixes. Mit dem Suffix -iúoju werden Adverbien von Adjektiven mit einem Stamm auf -a gebildet, mit dem Suffix -iúoju von Adjektiven mit einem Stamm auf -u. Das Adverb nesavúoju „1. in schlechter Stimmung; 2. sehr; 3. gegen den eigenen Willen“ ist von nesàvas, -à. abgeleitet.
In den Dialekten kann nicht nur das auslautende -u, sondern auch -ju dieser Suffixe wegfallen, z. B.: gerúoj, blogúoj, piktuõ; mitunter kommen ältere Formen mit -(i)úojuo vor, z. B. piktúojuo „auf schlechte Weise, zum Übel“.
Neben einigen der erwähnten Adverbien werden in derselben Bedeutung auch Instrumentalformen Singular von Adjektiven mit der Präposition su oder ohne sie verwendet, z. B.: (su) gerù „auf gute Weise“, (su) piktù „auf schlechte Weise, zum Übel“.
Die Grundlage für die Bildung dieser Adverbien bilden Adjektive, die unmittelbar oder metaphorisch innere Eigenschaften und Merkmale bezeichnen, z. B.: gẽras, -à „gut“, dõras, -à „moralisch“, blõgas, -à „schlecht“, gražùs, -ì „angenehm, gut“, piktas, -à „böse, schlecht“. Nur in sehr seltenen Fällen können Adjektive anderer Bedeutungen als Grundlage für die Bildung dieser Adverbien dienen, vgl.: greitúoju „rasch, hastig“ (: greĩtas, -à „schnell, eilig“).
Im Satz fungieren die hier untersuchten Adverbien als Modalbestimmungen und gelegentlich prädikativ, z. B.: Salos gyventojai sutiko Kolumbą ir jo žmones gerúoju „Die Bewohner der Insel empfingen Kolumbus und seine Leute freundlich“; Gerúoju viskas gerai „Wenn man es auf gute Weise macht, ist alles gut“; Greitúoju pavalgiau pietus „Ich habe hastig zu Mittag gegessen“.
Es gibt Fälle, in denen die adverbiale Bedeutung der Adverbien auf -(i)úoju verblasst: Diese Adverbien erfüllen dann nicht nur die Funktion einer Modalbestimmung, sondern übernehmen auch einen Teil der prädikativen Funktion. In solchen Fällen lassen sich neben dem Adverb auf -(i)úoju leicht Formen des Verbs būti „sein“ ergänzen, z. B.: Nuo vakar aš su juo piktuoju „Seit gestern bin ich schlecht zu ihm (ich bin auf ihn böse)“.
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Page 26Adverbien auf -(i)ája nähern sich ebenfalls den Suffixbildungen an. Sie sind sehr selten. In der Literatursprache bilden sie nicht einmal eine besonders ausgeprägte Gruppe. Von ihnen lassen sich folgende anführen: greitája „eilig“ (: greitas, -à „schnell, eilig“), karštája „schnell, hastig“ (: karštas, -à „heiß“), savája „seinerseits“ (: sàvas, -à „eigen“), nesavája „1. mit fremder Stimme; sehr; 2. zur Unzeit“ (: nesavas, -à „nicht eigen“), umája „sofort, plötzlich“ (: ùmas, -à „plötzlich“).
Die Endung -(i)ája dieser Adverbien ist nichts anderes als die Endung des Instrumentals Singular der pronominalen Adjektive Femininum, die hier zur Ableitung eines Suffixes wird. Durch Adjektive mit einem Stamm auf -o motivierte Adverbien enden auf -ája, während durch Adjektive mit einem Stamm auf -io motivierte Adverbien auf -iája enden.
Einige dieser Adverbien bilden Parallelen zu Adverbien auf -(i)úoju, vgl.: greitúoju – greitája.
Adverbien auf -(i)ája werden ebenso wie Adverbien auf -(i)úoju im Satz meist adverbial gebraucht.
3. Adverbien, die von flektierbaren und unflektierbaren Verbformen abstammen
Flektierbare Verbformen neigen im Litauischen, von Einzelfällen abgesehen, nicht zur Adverbialisierung, da sie nicht in adverbialer Bedeutung gebraucht werden können, von der der Prozess der Adverbialisierung gewöhnlich seinen Ausgang nimmt.
Von allen unflektierbaren Verbformen nähern sich ihrer Bedeutung und ihrem Gebrauch nach nur die Halbpartizipien in gewissem Maße den Adverbien an; sie bildeten die Grundlage für die Entstehung von Adverbien wie nedėłsiant „bald, unverzüglich“, negaištant „ebenso“, netrūkus „ebenso“, bėregint „sofort, unverzüglich“, bemàtant „ebenso“, bežiūrint „ebenso“ (vgl. žemaitisch bevėizdint, bevėizint „ebenso“), vėrkiant „unbedingt, auf jeden Fall; sehr“.
Einige Gerundien bilden zusammen mit anderen Wörtern (gewöhnlich mit Adverbien und Partikeln) sich adverbialisierende oder bereits adverbialisierte Wortverbindungen, z. B.: akìm bemàtant „sofort, bald“, ilgai nedėłsiant „bald, in Kürze“, ilgai netrūkus „ebenso“, kaip (be)màtant „sofort, bald“, kaip reikiant „wie es sich gehört, gut“, kaip vien reikiant „ebenso“, kiek nereikiant „viel, großzügig“, kiek reikiant „genug“, kur reikiant „wohin (wo) nötig“, kur nereikiant „wohin (wo) nicht nötig“, neilgai trūkus „bald, in Kürze“, ne kiek netrūkus „sofort, sehr bald“, nórint nenórint „unbedingt, in jedem Fall“, toliau bùvus „später, im Laufe der Zeit, mit der Zeit“.
Einzelne Gerundien sind zu Partikeln oder Konjunktionen geworden, z. B.: nelyginant „als ob, wie, gleich“, nórint „obwohl“ (vgl. auch die Konjunktion nórs < nóris).
Vgl. Präpositionen, die von Gerundien abstammen oder gerade daraus entstehen: išskiriant, išskyrus (ką) „mit Ausnahme von (wem, was)“, nepaisant (ko) „ungeachtet“
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Page 27„auf was“), abgesehen von (wem, was) „не считая (кого, чего)“, ungeachtet (dessen) „несмотря (на что)“.
Von Partizipien werden sowohl in der Literatursprache als auch in den Dialekten Adverbien meist mit dem Suffix -(i)ai gebildet, z. B.: abejojanciai „zweifelhaft“, išglebūsiai „schlaff, leblos“, deramai „in angemessener Weise“, užtarnautai „verdientermaßen“, dirbtinai „künstlich“. Diese Adverbienbildung ist als rein suffigierend anzusehen1.
In den žemaitischen Dialekten kommen Adverbien vor, die mit den Suffixen -ie², -io(je) gebildet sind; das erste entspricht der Endung des adverbialisierten Inessivs ohne Postposition, das zweite der Endung des Inessivs mit Postposition, z. B.: dàikantie „wenn viel Staub liegt, wenn die Straße staubig ist“, lýnantie „wenn es regnet“, pašàlusie „wenn es leichten Frost gegeben hat“, lýnançioj „wenn es regnet“.
Vgl. auch die Partikeln-Konjunktionen esą „als ob“, būsia „dasselbe“, die von den entsprechenden aktiven Partizipien abstammen.
Hier ist auch angebracht, die erstarrten Formen žemaitischer reflexiver Halbpartizipien zu erwähnen, die adverbial gebraucht werden und sich dadurch den Adverbien annähern, z. B.: dziaugdamós „sich freuend, fröhlich, mit Freude“, juokdamós „lachend, mit Lachen“, pašūkėdamos „hüpfend, im Hüpfschritt“.
Es kommen auch einzelne adverbialisierte Infinitive vor, z. B.: nepalýginti „unvergleichlich, viel, beträchtlich“, žūt būt „um jeden Preis, mit allen Mitteln“.
Noch seltener entstehen Adverbien aus konjugierten Verbformen. Von einer Adverbialisierung konjugierter Verbformen kann nur dann die Rede sein, wenn diese Formen zusammen mit anderen Wörtern adverbialisierte oder sich adverbialisierende Verbindungen bilden. Vgl. beispielsweise das Adverb bematai „sofort, gleich“ und die adverbialisierten oder sich adverbialisierenden Verbindungen kaip matai, kur pakliūk, kaip reik(ia), kaip stóvi, kaip švìnta, kiek nerėik(ia), kiek tik nereik(ia) „dasselbe“, „irgendwohin, oberflächlich“, „wie es sich gehört“, „dasselbe“, „bei Tagesanbruch, im Morgengrauen“, „sehr viel, mehr als nötig“, „dasselbe“.
Die adverbiale Bedeutung „um jeden Preis“ haben auch solche Verbindungen erstarrter konjugierter Verbformen wie lùš (ar) pliš, lùžt(a) (ar) trūks-t(a), pliš (ar) trūks, ar pliš ar trūks, rùks (ar) trūks usw.
Vgl. Modalwörter oder Partikeln, die von konjugierten Verbformen abstammen oder solche Formen als Bestandteile enthalten: būdau (< būdavo), būsis, gal būt, girdi, ràsit, ràstum „es pflegte zu sein“, „angeblich“, „vielleicht“, „wie man hört“, „vielleicht“, „dasselbe“.
Wahrscheinlich sind auch die folgenden Dialektadverbien aus Formen der 2. Person der Verben entstanden: amàt (< ar matai), kabėrgi (< kaip bėregint), kabežiūrai (< kaip bežiūrai) „sofort, gleich“, „dasselbe“, „dasselbe“.
Adverbien, die von Verbformen abstammen, oder verbale Bestandteile adverbialisierter Verbindungen können verkürzt, deformiert und mit verschiedenen Formantien oder nicht etymologischen Elementen versehen werden, z. B.: be-
1 Шире об этом см. „Lietuvių kalbos gramatika“, т. II, Vilnius, 1971, §§ 755—762.
2 Siehe K. Ulvydas, Vienaskaitos vietininko prieveiksmėjimo klausimu, „Lietuvių kalbotyros klausimai“, Bd. IX, Vilnius, 1967, S. 18.
3. 520
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Page 28màt „sofort, unverzüglich“, hematōs „dasselbe“, kabetmàt „dasselbe“, kqbemàt „dasselbe“, kaip bemàt „dasselbe“, kaip reīk „wie es sich gehört, wie es sein soll“ usw. Das Adverb bemàt ist aus bemataì oder bemàtant entstanden, das Adverb kabetmàt aus kaip bemataì oder kaip bemàtai, kaip bemàtant, das Adverb kqbemàt aus kq bemataì oder kq bemàtai, kq bemàtant. Das auslautende -os im Adverb bematōs ist nicht von dem auslautenden -os in den Adverbien nuolatōs „ständig“, visadōs „immer“, niekadōs „niemals“ zu trennen.
Von den Adverbien sind auch abgebröckelte, deformierte verbale Modalwörter sowie Partikeln oder Partikel-Konjunktionen mit all ihren Varianten zu unterscheiden, z. B.: bùsia „als ob, angeblich“, kàžì „wer weiß, unbekannt“, kàžina „dasselbe“, kàžin, kàžine, kàžino „dasselbe“, màr̄dos (màr̄dos) „mir scheint“, ràšek „vielleicht“, ràšet (ais) „dasselbe“ usw.
Interessant ist, dass die verbale Komponente žino nach der ersten Komponente kàs in zusammengesetzten Pronomen und Adverbien zu einem einzigen ž verkürzt werden kann, vgl.: kažkàs „irgendjemand, jemand, irgendetwas, etwas“, kažkaìp „irgendwie, auf unbekannte Weise“.
Mit Adverbien dürfen auch solche verbalen oder in gewissem Maße mit Verben verbundenen Modalwörter slawischer Herkunft nicht verwechselt werden wie vèlyk „besser, lieber“, bevèlyk „dasselbe“. Es versteht sich von selbst, dass auch alle zahlreichen Varianten dieser Wörter nicht zur Kategorie der Adverbien gehören, vgl.: bevèly „besser, lieber“, vàlent „dasselbe“, vàly „dasselbe“, vèl „dasselbe“ usw. Von den Adverbien abzugrenzen sind sowohl die Partikel màž „vielleicht“ als auch das Modalwort musèt „wahrscheinlich, vermutlich“ mit all ihren Varianten, z. B.: mažàk, mažàlai, mažàm, mažì usw.; musè, musèt, musèk usw.
Die ersten Quellen der hier aufgeführten Wörter sind die slawischen Sprachen, vgl. russ. dial. валей „besser, lieber“, weißruss. dial. валі́й „dasselbe“, велей „dasselbe“, вялей „dasselbe“, russ. dial. волей „dasselbe“, poln. wolej „dasselbe“, weißruss. вялець „wünschen, wollen“, russ. dial. волить „dasselbe“, poln. wolej „bevorzugen, lieber wollen“; poln. może „vielleicht“, weißruss. можа „dasselbe“, russ. может „dasselbe“, poln. musi „wahrscheinlich, vermutlich“, weißruss. мусіць „dasselbe“.
Die zahlreichen Varianten dieser Wörter entstanden meist bereits auf litauischem Boden.
Interessant ist anzumerken, dass sich unter den Varianten des Wortes musèt auch solche wie musètai, musètais finden, bei denen die Auslaute -ai, -ais mit den entsprechenden Adverbendungen übereinstimmen. Die Auslaute -ai, -ais in den hier erwähnten Varianten erfüllen, wie allgemein in Partikeln oder Modalwörtern, möglicherweise lediglich eine emphatische oder rhythmisch-melodische Funktion.
Die Wörter vèlyk, bevèlyk und ihre Varianten können auch mit dem Verb vèlyti „wollen, wünschen; erlauben; raten“ in Beziehung stehen, das aus den slawischen Sprachen stammt.
Die in den Dialekten verwendeten präfigierten Bildungen atvèlyti „erlauben“, bevèlyti „lieber wollen, bevorzugen“, išsivèlyti „eine Erlaubnis erhalten“, ivèlyti „erbitten“, pavèlyti „erlauben“ u. Ä. könnten ebenfalls zur Bildung von Varianten der Wörter vèlyk, bevèlyk beigetragen haben.
Eingegangen am 1. VI.1973