BALTISTISCHE PUBLIKATIONEN AUS SCHWEDEN
Im Juni 1997 erhielt das Institut für Litauische Sprache aus Lund eine große Sendung wertvoller Publikationen, die für die baltistischen Studien sehr wichtig sind. Unter ihnen ist vor allem das von Karlis Dravins herausgegebene und 1961 veröffentlichte Sprachdenkmal des Lettischen aus dem 17. Jahrhundert zu nennen – Georg Elgers „Evangelien und Episteln“, dessen Manuskript Jurgis Gerulis während des Krieges in der Bibliothek der Universität Vilnius entdeckte. Wir erhielten Karlis Dravins’ und Velta Rūķe-Dravinios vierbändige Beschreibung des Stendener Dialekts (1955–1962), Velta Rūķe-Dravinios Buch „Über die Entwicklung der Kindersprache“ (1963), die Knut Olaf Falk zum sechzigsten Geburtstag gewidmete Festschrift „Studia Linguistica Slavica Baltica“ (1966) sowie Jerzy Nalepas „Opuscula Slavica“ (1973). Von diesen Büchern, die größtenteils in den fünfziger und sechziger Jahren in Lund erschienen, gab es in Litauen bisher nur einzelne Exemplare, da es damals nicht leicht war, sie durch den Eisernen Vorhang zu uns gelangen zu lassen. Prof. Baiba Kangere, Leiterin des Lehrstuhls für Baltische Sprachen an der Universität Stockholm, entschloss sich, diese Lücke zu schließen, und veranlasste über die Bibliothek der Universität Lund die Zusendung der genannten Bücher. Nun werden sie allen zugänglich sein, denn wir erhielten jeweils 60 oder mehr Exemplare (insgesamt über 400 Bücher). Dem Institut für Litauische Sprache wurde gestattet, die Bücher nach eigenem Ermessen an die Baltisten und wissenschaftlichen Bibliotheken Litauens zu verteilen. Im Namen aller Sprachwissenschaftler danken wir Prof. Baiba Kangere herzlich.
Vytautas Ambrazas
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