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ACTA LINGUISTICA LITHUANICA

XLVIII (2003), 119–136

Die Adjektivkongruenz und das Problem des Neutrums beim Adjektiv*

Loreta Semėnienė

Institut für Litauische Sprache, Vilnius

Der Artikel behandelt die Formen, die in der litauischen Grammatik traditionell als „Neutrumformen“ des Adjektivs bezeichnet werden. Dieses Problem wird im Zusammenhang mit der umfassenderen Frage der Genuskongruenz von Adjektiven betrachtet. Während die Kongruenz in der traditionellen litauischen Grammatik als eine Art syntaktischer Beziehung aufgefasst wird, wird sie hier als formales Merkmal einer syntaktischen Beziehung beschrieben. Die von Corbett formulierte Unterscheidung zwischen dem Genus des Controllers und dem Genus des Targets wird eingeführt. Das Genussystem unterscheidet sich bei (a) substantivierten Adjektiven, die nach Belebtheit und Unbelebtheit markiert sind, wobei bei Belebtem zusätzlich zwischen Maskulinum und Femininum unterschieden wird (die als Neutrum beschriebenen Formen sind tatsächlich als unbelebte Formen markiert), und (b) nicht substantivierten Adjektiven, deren Genusformen durch Kongruenz bestimmt werden. Letztere unterscheiden drei Target-Genera; die Neutrumform kongruiert mit unbelebten substantivierten Adjektiven und unbelebten Pronomen als Kongruenz-Controllern, wird aber auch als Default-Kongruenzform verwendet, wenn die Position des Controllers von einem nicht nach Genus markierten Wort besetzt ist. Das litauische Genussystem lässt sich somit als ein System mit drei Target-Genera und drei Controller-Genera beschreiben, wobei Neutrum-Controller relativ selten sind.

0. EINLEITENDE BEMERKUNGEN

0.1. In der litauischen Sprachwissenschaft wurden mehrere Auffassungen der traditionell sogenannten Neutrumformen des Adjektivs1 vorgeschlagen. Einige Autoren (Ulvydas, red., 1965: 478; Jakaitienė, Laigonaitė, Paulauskienė 1976: 64; Valeckienė 1984; Tekorienė 1990; Paulauskienė 1994: 211; Ambrazas, red., 1994: 168; Ambrazas, ed., 1997: 134 u. a.) ordnen solche Adjektivformen den Adjektiven zu, andere (Kazlauskas 1968: 324, Girdenis, Žulys 1973: 208, Paulauskienė 1983: 209) betrachten sie als Adverbien, und wieder andere als eigene Kategorie (Mustėikis 1972: 241–249). Bislang hat sich keine allgemein etablierte und akzeptierte Auffassung der traditionell sogenannten Neutrumformen des Adjektivs herausgebildet; ihre Stellung in der grammatischen Wortklassifikation ist umstritten.

* Für wertvolle Hinweise und Unterstützung bei der Vorbereitung des Artikels danke ich Prof. Axelii Holvoet. Die Autorin ist auch Prof. G. G. Corbett dankbar, mit dem einige theoretische Probleme bei der Beschreibung des Genusystems des litauischen Adjektivs erörtert wurden. Die zentralen Thesen des Artikels wurden am 17. Dezember 2002 in einem theoretischen Seminar diskutiert, das von der Abteilung für Grammatik des Instituts für Litauische Sprache veranstaltet wurde.

1 Terjes Mathiasseno (1996: 62) nuomone, sinchroniniu požiūriu tokias formas geriau tiktų vadinti nekaitomomis formomis.

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1. DIE AUFFASSUNG DER NEUTRUMFORMEN DES ADJEKTIVS IN LITAUISCHEN GRAMMATIKEN

1.1. Wie in der akademischen Lietuvių kalbos gramatikoje (Ulvydas, red., 1965: 478), in der Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (Ambrazas, red., 1994: 168) und in der auf Englisch verfassten litauischen Grammatik Lithuanian Grammar (Ambrazas, ed., 1997: 134) (Autorin des Adjektivkapitels ist Adelė Valeckienė) dargelegt wird, haben litauische Adjektive drei Genusformen: Maskulinum, Femininum und Neutrum². In den genannten Grammatiken werden die Neutrumformen des Adjektivs den Maskulinum- und Femininumformen hinsichtlich ihrer syntaktischen Funktionen und ihrer Bedeutungsart gegenübergestellt.

Zwischen den Neutrumformen des Adjektivs einerseits und den Maskulinum- und Femininumformen andererseits wird eine Opposition zwischen verallgemeinerter und nicht verallgemeinerter Eigenschaft aufgestellt. In der Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (Ambrazas, red., 1994: 169) heißt es, dass die Neutrumformen des Adjektivs im Unterschied zu den Maskulinum- und Femininumformen, die eine mit einem bestimmten Gegenstand verbundene Eigenschaft bezeichnen, gewöhnlich nicht mit Substantiven verbunden werden und die Eigenschaft verallgemeinert ausdrücken. In der akademischen Lietuvių kalbos gramatikoje (Ulvydas, red., 1965: 526) wird jedoch erklärt, dass Neutrumadjektive eine vom Gegenstand losgelöste Eigenschaft ausdrücken, genauer gesagt ein Phänomen, das demjenigen ähnelt, das durch Adjektivsubstantive mit abstrakter Bedeutung bezeichnet wird. Anders als die Maskulinum- und Femininumformen des Adjektivs fungieren die Neutrumformen im Satz nicht als Attribute.

2. AUFFASSUNG DER NEUTRALEN ADJEKTIVFORMEN IN EINZELNEN MONOGRAFIEN

2.0. Die neutrale Form des Adjektivs wird auch in den Monografien von Adelė Valeckienė (1984) und Dalija Tekorienė (1990) der Genuskategorie des Adjektivs zugeordnet³.

2.1. Valeckienė vertritt in ihrer Monografie Lietuvių kalbos gramatinė sistema (1984: 175, 185–186) die Auffassung, dass neutrale Adjektive zu den Formen des Adjektivs als Genuskategorie gehören; da es im Litauischen jedoch keine neutralen Substantive gibt, werden sie mit neutralen Pronomen kongruiert. Die Autorin merkt außerdem an, dass das System der Komparationskategorie des Adjektivs nicht nur maskuline und feminine, sondern auch neutrale Formen umfasst.

Die maskulinen und femininen Formen umfassen zusammen mit den neutralen Formen das gesamte System der Genusflexion des Adjektivs. Da sie keine attributive Funktion haben

2 Pasirodžius pirmam Lietuvių kalbos gramatikos tomui, Jonas Kazlauskas (1965: 175) suabejojo būdvardžio bevardės giminės formų traktuotės loginiu adekvatumu. Jo teigimu, jei būdvardžio giminė priklauso nuo daiktavardžio giminės, o lietuvių kalboje nėra bevardės giminės daiktavardžių, tai apibūdinti bevardės giminės formą kaip būdvardžio bevardę giminę, vadinasi, daryti loginę klaidą – arba būdvardžio apibrėžime, kur sakoma, kad lietuvių kalbos būdvardis derinamas su daiktavardžiu gimine, skaičiumi ir linksniu, arba neteisingai suprantant bevardės giminės formą.

3 Auch Vytautas Sirtautas plädierte in seinem Aufsatz „Dėl būdvardžio giminės kategorijos“ (1968: 135–137) für das Neutrum. Der Autor weist darauf hin, dass neutrale Adjektive in manchen Fällen selbstständig sein können, d. h. Substantive regieren (trumpa dienos), in anderen Fällen hingegen abhängig sind, d. h. eine prädikative Fügung bilden (bet ne tai įdomu).

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… ihrer Verwendung; diese Formen sind in der Genuskategorie des Adjektivs peripher, ihre Verwendung ist eingeschränkt. Die neutralen Formen des Adjektivs bilden eine Opposition zu den maskulinen und femininen Formen, weisen das Merkmal der Kongruenz auf und lassen sich ohne Bedeutungsunterschied in maskuline und feminine Formen transformieren (vgl. Ambrazas, Sližienė, Valeckienė 1974: 178). Die Autorin folgert, dass die maskulinen und femininen Formen das gesamte System der Genusflexion des Adjektivs nur zusammen mit den neutralen Formen umfassen (Valeckienė 1984: 186–187; siehe auch 1998: 244–248).

2.2. Um nachzuweisen, dass die neutralen Formen des Adjektivs zur Genuskategorie des Adjektivs gehören, erweitert Tekorienė in ihrer Monografie Bevardės giminės būdvardžiai (1990) die in vielen Grammatiken und Lehrbüchern in ähnlicher Weise formulierte Definition des Adjektivs (Adjektiv – eine selbstständige Wortart, die Wörter umfasst, welche Eigenschaften bezeichnen und nach Genus, Numerus und Kasus flektiert werden (Ambrazas, Hrsg., 1994: 167)). Die Autorin bezieht in die Definition des Adjektivs nicht nur Wörter ein, die ein attributives, sondern auch solche, die ein prädikatives Merkmal ausdrücken. Es heißt: „Adjektive sind Wörter, die als Attribut und als nominaler Teil des Prädikats verwendet werden und eine kategorische Eigenschaftsbedeutung haben. Alle Adjektive besitzen maskuline und feminine Formen, die nach Kasus und Numerus flektiert werden und mit dem Substantiv kongruieren. Einige qualitative Adjektive haben außerdem eine unflektierbare neutrale Form, die als nominaler Teil des Prädikats verwendet wird, wenn das Subjekt durch nominale Wörter ohne Genusbedeutung ausgedrückt wird oder wenn es überhaupt nicht vorhanden und nicht angegeben ist“ (Tekorienė 1990: 67–68). Somit werden die neutralen Formen des Adjektivs ebenso wie die maskulinen und femininen Formen derselben Klasse von Wörtern zugeordnet, die ein prädikatives Merkmal ausdrücken. Nach der Autorin (Tekorienė 1990: 67) haben die neutralen Formen des Adjektivs eine nicht-genusbezogene Bedeutung und können den maskulinen und femininen Formen des Adjektivs anhand des gemeinsamen semantischen Merkmals Genus–Nichtgenus gegenübergestellt werden.

Tačiau reikėtų sutikti su Aldona Paulauskiene (1994: 219), kad šitaip išplėtus būdvardžio sąvoką neįmanoma nustatyti ribų tarp būdvardžio ir kitų kalbos dalių, galinčių eiti tariniu ir taip pat, kaip ir būdvardžio bevardės giminės tipo formos, žymėti subjektui būdingą būseną, plg.: Man reikia. Man gera. Man garbė. Kyla klausimas – argi šie visi predikatai yra būdvardžiai? Todėl tradicinėje morfologijoje, skiriančioje kelias požymį reiškiančias kalbos dalis, Paulauskienės manymu, būdvardžio apibrėžimo negalima plėsti. O neišplėtus apibrėžimo sunku būdvardžio bevardės giminės formas laikyti būdvardžiais, nes jos nelinksniuojamos ir neina derinamuoju pažyminiu, vadinasi, neturi būdingiausių šios kalbos dalies ypatybių4.

3. AUFFASSUNG DER NEUTRALEN ADJEKTIVFORMEN IN LIETUVIŲ KALBOS MORFOLOGIJOS-LEHRBÜCHERN

3.1. Etwas anders verstehen Evalda Jakaitienė, Adelė Laigonaitė und Aldona Paulauskienė die neutralen Formen des Adjektivs in Lietuvių kalbos morfologija (1976: 63–

4 Paulauskienė (1994: 217–219) kritikuoja ne tik Tekorienės, bet ir Valeckienės būdvardžio bevardės giminės formų sampratą.

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64). Die Autorinnen weisen darauf hin (die Autorin des Kapitels „Adjektiv“ ist Adelė Laigonaitė), dass solche Formen des Adjektivs im Neutrum als nichtgenusbezogene Adjektivformen bezeichnet werden sollten und dass sie überhaupt keine Eigenschaft eines Gegenstands, sondern lediglich einen bestimmten abstrakten Zustand anzeigen5. Außerdem wird festgestellt, dass die Stellung der Adjektivformen im Neutrum im System der übrigen Adjektivformen sehr eigenartig ist, da sie keinen grammatischen Gegensatz zu den Adjektiven im Maskulinum und Femininum bilden. Daher gibt es keinerlei Grundlage dafür, diese Adjektivformen in die Genuskategorie einzuordnen6. Gerade deshalb kann die Zuordnung der Adjektivformen im Neutrum zu den Adjektiven im Hinblick auf das heutige Litauische laut den Autorinnen nur bedingt gelten (vgl. Michelini 1988: 53–58).

3.2. Auch in Paulauskienės Lietuvių kalbos morfologijoje (1994: 211–217; siehe auch Paulauskienė 2001: 138–139) werden die Adjektivformen im Neutrum als nichtgenusbezogen betrachtet. Die Autorin bezeichnet die nichtgenusbezogenen Adjektivformen ebenso wie die Steigerungsformen und die pronominalen Formen, die innere grammatische Kategorien des Adjektivs sind, als nichtkongruierende Adjektivkategorien, das heißt als solche, die keine Entsprechungen im System der grammatischen Kategorien des Substantivs haben. Solche nichtkongruierenden Adjektivkategorien werden den kongruierenden Adjektivkategorien (Kasus, Numerus, Genus) gegenübergestellt, deren Wesen syntaktisch ist und die die Beziehung des Adjektivs zum Substantiv widerspiegeln.

Paulauskienės (1994: 208–209) teigimu, kiek skaičių turi daiktavardis, tiek skaičių rodo ir būdvardis. Tai, kas pasakyta apie būdvardžio skaičių, tinka ir linksniui, ir trečiajai derinamajai kategorijai – giminei. Vadinasi, jei yra dvi daiktavardžio giminės, turi būti ir dvi derinamojo žodžio – būdvardžio – giminės. Autorės žodžiais tariant (Paulauskienė 1994: 210), niekaip teoriškai nepaaiškintas daiktavardžio ir būdvardžio giminių nesutikimas ir niekaip nepaaiškinta, kodėl grynai derinamoji kategorija turėtų priklausyti nuo būdvardžio reikšmės. Juk matom, kad kitos dvi derinamosios kategorijos (linksnis ir skaičius) visiškai nepriklauso nuo to, ką reiškia būdvardis. Nuo būdvardžio reikšmės nepriklauso vyriškoji ir moteriškoji giminė. O gal ta forma dabar jokios giminės nežymi? Gal ji negimininė? – klausia Paulauskienė Lietuvių kalbos morfologijoje.

4. ANDERE AUFFASSUNGEN DER ADJEKTIVFORMEN IM NEUTRUM

4.0. Auch andere Auffassungen der traditionell so genannten Adjektivformen im Neutrum sind kritisch beurteilt worden.

4.1. Eine Auffassung der Adjektivformen im Neutrum besagt: Da die Adjektivformen im Neutrum ebenso wie Adverbien regelmäßig aus denselben qualitativen Adjektiven gebildet werden, außerdem dieselbe Komparativform haben und

5 Šią sampratą kritikavo Valeckienė (1984: 183–187), Tekorienė (1990: 15).

6 Tokios pat nuomonės laikosi ir Tatjana Bulygina (1970: 35–36). Autorė, aptardama lietuvių kalbos būdvardžius, teigia, kad būdvardžio bevardės giminės formos nesudaro priešpriešos kitoms būdvardžio (vyriškosios ir moteriškosios giminės) formoms nei pagal giminę, nei pagal skaičių, nei pagal linksnį. Tokios būdvardžio formos yra tikras kokybinių vyriškosios giminės būdvardžių kamienas. Skirti būdvardžio bevardės giminės formas prie būdvardžių (vyriškosios ir moteriškosios giminės) yra tiek pat pagrindo, kiek ir kokybinius prieveiksmius, turinčius tų pačių būdvardžių kamieną.

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in der Regel in prädikativen Konstruktionen verwendet werden können, lassen sie sich daher als Adverbien betrachten (Kazlauskas 1968: 324; Girdenis, Žulys 1973: 208; Paulauskienė 1983: 209)7. Die Adjektivformen im Neutrum ordnete auch Danielius Kleinas, der Verfasser der „Ersten litauischen Grammatik“, den Adverbien zu (Balčikonis, Hrsg., 1957: 432, 538).

4.2. Kazys Musteikis (1972: 241–249) schlug vor, die Adjektivformen im Neutrum als eigenständige Wortart zu betrachten – als Wörter der Zustandskategorie. Wie der Autor darlegt, gingen die Adjektive im Neutrum, als die Substantive im Neutrum im Litauischen verschwanden, in eine andere Wortart über – die Zustandskategorie –, und die Bedeutungsnuance der Eigenschaft wurde durch die abstrakte Bedeutung eines Zustands ersetzt8. Musteikis (1972: 249) zieht den Schluss, dass die Abgrenzung der Zustandskategorie als eigenständiger Wortart völlig objektiv ist, da sie – wie jede Wortart – anhand von Unterschieden in Bedeutung, morphologischen Merkmalen und syntaktischen Funktionen erfolgt.

4.3. Wie zu sehen ist, sind alle hier kurz erwähnten Auffassungen der Adjektivformen im Neutrum kritisiert worden, und bis heute hat sich keine von ihnen durchgesetzt und allgemeine Akzeptanz gefunden.

5. DER BEGRIFF DER KONGRUENZ

5.1. Bei der erneuten Erörterung der Formen des sächlichen Genus des Adjektivs sind die Genuskategorie selbst und die syntaktischen Beziehungen des Adjektivs zu den Wörtern wichtig, die seine Genusform bestimmen.

5.1.1. Die Genuskategorie ist zweipolig: Sie umfasst sowohl Wörter mit einer inhärenten Genuskategorie (Substantive) als auch Wörter mit einer nichtinhärenten Genuskategorie (Adjektive).

Substantive mit einer inhärenten Genuskategorie werden zunächst in ihren prototypischen Realisierungen in zwei semantische Genera unterteilt – das maskuline und das feminine Genus (Mann, Vater, Bruder, Hahn vs. Frau, Mutter, Schwester, Henne usw.). Das Genus solcher Substantive ist motiviert. Bei diesen Substantiven stimmt das semantische Genus gewöhnlich mit dem morphologischen Genus des Substantivs überein9. Diese Substantive bilden einen gewissen Gegensatz zu Substantiven mit asemantischem Genus, das heißt zu solchen, deren Genus unmotiviert ist. Ein unmotiviertes Genus haben Substantive, die Gegenstände bezeichnen. Solche Substantive werden anhand morphologischer Genusmerkmale dem einen oder anderen Genus zugeordnet. Andererseits bestimmt die inhärente Genuskategorie des Substantivs über syntaktische Beziehungen die morphologischen Genusmerkmale anderer Wörter.

Im Unterschied zum Substantiv ist das Genus des Adjektivs eine nichtinhärente Kategorie10, die durch die Kongruenz mit einem anderen Wort bestimmt wird. Das System der Genusformen des Adjektivs umfasst neben der Kongruenz mit

7 Pastarąją sampratą kritikavo Valeckienė (1984: 187–188).

8 Šiai sampratai prieštaravo Kazlauskas (1965: 176), akademinės Lietuvių kalbos gramatikos pirmo tomo autoriai (Ul vydas, red., 1965: 35–37), Ambrazas, Sl žienė, Valeckienė (1974: 180), Valeckienė (1984: 188–199), Paulauskienė (1994: 214–215).

9 Daiktavardžio semantinė ir morfologinė giminė suprantama kaip Artūro Judženčio (2002: 39–49) straipsnyje. Minėtame straipsnyje taip pat plačiau žr. apie daiktavardžio semantinės ir morfologinės giminės nesutapimus.

10 Ausgenommen sind substantivisch gebrauchte Adjektive, die eine inhärente Genuskategorie besitzen.

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dem Substantiv (oder einem anderen substantivisch gebrauchten Wort), das die Wahl der maskulinen und femininen Formen des Adjektivs bestimmt, z. B.: das Haus ist noch nicht alt, der Tag ist schön, auch eine dritte Form – das sächliche Genus –, die verwendet wird, wenn kein Substantiv vorhanden ist, mit dem sie kongruieren könnte, z. B. lesen ist interessant usw.

5.1.2. Bei der Erörterung der Formen des sächlichen Genus des Adjektivs wird häufig behauptet, dass in den Sätzen, in denen sie verwendet werden, eine andere syntaktische Beziehung vorliegt als bei der Verwendung maskuliner und femininer Adjektivformen. Es wird die Auffassung vertreten, dass die Formen des sächlichen Genus des Adjektivs nicht kongruieren¹¹, sondern angelehnt sind¹² (Mathiassen 1996: 68–69; Ulvydas, red., 1965: 478; vgl. Labutis 1998: 41). Die Behauptung, dass in Sätzen wie lesen ist interessant eine Anlehnungsbeziehung vorliegt, beruht darauf, dass der Infinitiv unflektierbar ist und keine Genusform besitzt, das heißt, dass ihm nach traditionellem Verständnis die morphologischen Merkmale (Genus, Numerus, Kasus) fehlen, die als die charakteristischsten Merkmale der Kongruenz als eines der Typen syntaktischer Beziehungen gelten. Offenbar wurde deshalb, weil die Formen des sächlichen Genus des Adjektivs nicht kongruieren, vorgeschlagen, sie überhaupt nicht in die Genuskategorie des Adjektivs aufzunehmen (Paulauskienė 1983: 209, 1989: 178–196; Bulygina 1970: 35–36; vgl. Jakaitienė, Laigonaitė, Paulauskienė 1976: 63).

Tatsächlich besteht sowohl zwischen maskulinen und femininen Adjektiven und Substantiven als auch zwischen Adjektiven im sächlichen Genus und den mit ihnen verbundenen Wörtern dieselbe syntaktische Beziehung. Der Unterschied beruht auf den morphologischen Eigenschaften der Wörter, die durch die syntaktische Beziehung miteinander verbunden sind. Anders gesagt: Die Anpassung der Form eines Wortes an ein anderes spiegelt die syntaktische Beziehung zwischen diesen Wörtern wider, ist aber kein Typ syntaktischer Beziehung (wie im Falle von Rektion und Anlehnung). Kongruenz ist lediglich ein formaler Indikator der syntaktischen Beziehung zwischen zwei Wörtern, der durch die morphologischen Eigenschaften dieser Wörter ausgedrückt wird.

Aus dem Gesagten sollte deutlich werden, dass Kongruenz in diesem Artikel – anders als in der bisherigen litauischen Sprachwissenschaft – als morphosyntaktisches Phänomen verstanden wird. Kongruenz (engl. agreement) ist die Auswahl bestimmter semantischer oder formaler Merkmale eines Wortes anhand der formalen Merkmale eines anderen Wortes (Steele 1978: 610)¹³.

Ausgehend von der Definition der Kongruenz als morphosyntaktischem Phänomen muss man somit neben maskulinen und femininen Substantiven, die die Wahl der entsprechenden maskulinen und femininen Adjektivformen bestimmen, einen dritten Typ von Auslöser anerkennen (den Infinitiv usw.), der die Wahl der prädikativ verwendeten Adjektivform im sächlichen Genus bestimmt. Diese Adjektivform müssen wir als Genusform definieren, die-

11 In Arbeiten zur litauischen Sprachwissenschaft wird Kongruenz gewöhnlich entweder als subordinierende Beziehung beschrieben, bei der das abhängige Wort die Formen des Wortes annimmt, das es unterordnet (Balkevičius 1963: 28; Sirtaūtas, Greda 1988: 38), oder als Beziehung, bei der die Formen des abhängigen Wortes (vgl. kongruierendes Wort (Tekorienė 1990: 62)) sich nach dem Hauptwort richten (Ulvydas, Ambrazas, Valeckienė red., 1976: 11), an dieses angepasst (Gaivenis, Keinys 1990: 47), ihm angeglichen (Labutis 1998: 31) oder nach ihm ausgewählt werden (Ambrazas, red., 1994: 480) (vgl. Kongruenzbasiswort (Tekorienė 1990: 62)). In der litauischen Sprachwissenschaft wird Kongruenz somit als einer der Typen syntaktischer Beziehungen neben Rektion und Anlehnung verstanden. Eine ausführlichere Darstellung der Auffassungen von Kongruenz in der litauischen Syntax und ihres Umfangs findet sich bei Vaskelaitė (1996: 66–86).

12 Die Anlehnung selbst wird in den maßgeblichen Grammatiken des Litauischen unterschiedlich definiert (vgl. Ambrazas, red., 1994: 481–482; Ulvydas, Ambrazas, Valeckienė, red., 1976: 12–17).

13 Susan Steele derinimo apibrėžimu remiamasi G. G. Corbetto (1991: 105, 1999: 105) darbuose (plg. Moravcsik 1978: 333; Lehfeldt 1980: 259; Corbett 1986: 996). Corbettas (1991: 225–226) atskirai dar skiria semantinį ir sintaksinį (gramatinį) derinimą.

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da sie derselben morphologischen Genuskategorie angehört wie die Maskulin- und Femininformen des Adjektivs.

Ein Wort, dessen Form die Kongruenzbeziehungen determiniert, wird in der linguistischen Literatur als Kongruenzsteuerer (engl. agreement controller, agreement trigger) bezeichnet (Corbett 1986: 996, 1999: 103). Ein Wort, dessen Form durch Kongruenzbeziehungen determiniert wird, wird als Kongruenzziel14 (engl. agreement target) bezeichnet (Corbett 1986: 996, 1999: 103). Wörter, deren Genus die Kongruenz bestimmt, werden als Steuerergenera (engl. controller genders) bezeichnet. Wörter, deren Genus durch die Kongruenz mit den Steuerergenera bestimmt wird, werden als Zielgenera (engl. target genders) bezeichnet (Corbett 1999: 150–151).

Bei der Betrachtung der Genuskategorie und der Kongruenz ist es wichtig, zwischen Wörtern zu unterscheiden, deren Formen Kongruenz determinieren können, und solchen, deren Formen durch Kongruenz determiniert werden.

5.2. Als Kongruenzsteuerer im Litauischen können Substantive, substantivische Pronomen und substantivische Adjektive fungieren (siehe auch weiter unten).

Bei selbständig gebrauchten Pronomen, die die Position des Kongruenzsteuerers einnehmen, z. B.: tas, ta, šitas, šita usw., wird die semantische Opposition belebt / unbelebt unterschieden.

1 SCHEMA. DAS GENUSSYSTEM DER PRONOMEN

Die semantische Opposition belebt / unbelebt wird auch bei substantivischen Adjektiven unterschieden (siehe weiter unten).

Zu den Kongruenzzielen im Litauischen zählen Adjektive, Partizipien mit adjektivischer Flexion, adjektivische Pronomen, einige Zahlwörter, numerische Pronomen, das Verb u. a. (vgl. Corbett 1991: 106–115). Wie zu sehen ist, ist die Zahl der Kongruenzziele im Litauischen größer als die Zahl der Kongruenzsteuerer (vgl. Corbett 1991: 159; Tekorienė 1986: 45; Moravcsik 1978: 363–364).

5.3. In diesem Artikel werden näher die Beziehung des substantivisch gebrauchten Adjektivs in der Position des Kongruenzsteuerers zu seinen Kongruenzzielen sowie die Beziehung der Adjektive als Kongruenzziele zu ihren Steuerern behandelt.

14 Für den Vorschlag der litauischen Termini – derinimo valdiklis, derinimo gaviklis – danke ich Dr. Artūras Judžentis.

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6. ADJEKTIV (MASKULINUM, FEMININUM UND NEUTRUM) IN DER POSITION DES KONGRUENZSTEUERERS

6.0. Wie erwähnt, wird bei den in der Position des Kongruenzsteuerers stehenden substantivischen Pronomen tas, ta, tai, šitas, šita usw. die semantische Opposition belebt / unbelebt unterschieden (siehe auch Valeckienė 1984: 43–47, 137–142; 222ff.), die aus zwei Gliedern besteht. Die maskulinen und femininen Formen der substantivischen Pronomen beziehen sich meist auf belebte Entitäten (eine Person, ein Lebewesen oder eine Gruppe von ihnen), die im vorhergehenden Kontext durch Substantive bezeichnet werden; die Neutrumformen der genannten Pronomen verweisen gewöhnlich auf unbelebte Entitäten (einen Gegenstand oder ein Phänomen), die durch im vorhergehenden Kontext vorkommende Phrasen, einzelne Satzglieder oder einen noch umfassenderen Kontext ausgedrückt werden, z. B.:

(1) Der Detektiv, der den Beobachter beaufsichtigte, trat vom Baum zurück. Jener löste sich vom Zaun, dieser von der Hauswand KT.

(2) Der Vater reagierte verständnisvoll auf diesen Kummer seiner Tochter: „Weißt du auch, welches Mädchen hübsch ist? Das, das lächelt, nicht die Stirn runzelt, sanft und höflich ist, gut lernt, schön schreibt und der Mutter beim Kartoffelschälen hilft und täglich die Möbel abstaubt“ KT.

(3) Da stieß Izolina einen Schrei aus, doch ich reagierte darauf gleichgültig, so, wie ich auf die kurz in diesem Bächlein aufgetretene Trübung reagiert hätte KT.

6.1. Bei der Erörterung substantivisch verwendeter Adjektive in der Position des Steuerers (sowohl maskuliner und femininer als auch neutraler Formen) lässt sich ebenfalls von der aus zwei Gliedern bestehenden semantischen Opposition belebt / unbelebt sprechen. Substantivisch gebrauchte maskuline und feminine Adjektivformen, die gewöhnlich ein belebtes Wesen (eine Person, ein Lebewesen oder eine Gruppe von ihnen) bezeichnen, stehen den neutralen Adjektivformen gegenüber, die meist ein unbelebtes Wesen (einen Gegenstand oder ein Phänomen) bezeichnen (vgl. Pronomen 6.0) (siehe auch Valeckienė 1984: 97–101, 1998: 247), z. B.:

(4) Für einen Fußgänger gibt es hier kaum noch Platz, den Fuß aufzusetzen, ganz zu schweigen davon, dass er Luft atmet, die nach verbranntem Benzin und ungefiltertem Öl stinkt. Doch auch Fußgänger sind nicht auf den Kopf gefallen; sie schlängeln sich tapfer zwischen den Autos hindurch und riskieren ihr Leben KT.

(5) Die Fremde zog sich langsam um, stellte ihr Gepäck neben die Bank und setzte sich, als zögere sie KT.

(6) Sowohl Milchiges als auch Grünzeug esse ich GRZ. LKŽ IX 919.

(7) Ich irrte mich immer, wenn ich über Menschen etwas Böses oder Gutes dachte KT.

Substantivierte Adjektive, die Unbelebtes bezeichnen, können in fast allen Kasus parallel sowohl mit der maskulinen Adjektivform – als unmarkiertem Glied – als auch mit der neutralen Adjektivform verwendet werden, z. B.:

(8) Gutes ist weit zu hören, Böses aber noch weiter bk.

(9) In diesem Fall scheint das Böse dem Errichten eines größeren Gutes oder der Beseitigung eines größeren Übels zu dienen. Schließlich ist moralisches Übel Sünde oder Abscheulichkeit KT.

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(10) Doch trotz ihrer enormen Macht sind und bleiben Kommunikationsmittel lediglich Mittel, das heißt Werkzeuge, die zum Guten oder Schlechten eingesetzt werden können. KT.

(11) Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun – so ermahnte Kardinal V. Sladkevičius zum Abschluss. KT.

(12) Das bedeutet nicht, dass er direkt zu ihm hinrennt und erklärt: „Hier bin ich, Canderi, mit Bösem und Gutem!“ KT.

Vgl.:

(13) Das Böse ist nicht ewig KT.

(14) Seht, ich wünsche euch nicht nur nichts Böses, sondern auch Gutes KT.

(15) Der Neid schlug in Sorge um, die Eule wurde zum bösen Omen... KT

(16) Es ist, als stäche mich jemand, wenn ich solchen Unsinn darüber höre, was ich für heilig halte. ŠRAG SD 21.

In solchen Fällen, in denen substantivisch gebrauchte Adjektive sowohl als belebt als auch als unbelebt verstanden werden können, empfiehlt A. Valeckienė (1984: 141) für die Bezugnahme auf Unbelebtes, besser die Formen des Adjektivs im Neutrum zu verwenden, z. B.:

(17) Das Gute sieht niemand, das Böse – alle KT.

Vgl.:

(18) Drei Zwerge, drei Weise schlichteten jeden Streit: Das Böse bestraften sie, das Gute lobten sie KT.

6.1.1. Aus syntaktischer Sicht bewirkt die substantivisch gebrauchte maskuline Adjektivform an der Position des Kongruenzsteuerers (Subjekts) die Maskulinform des Adjektivs an der Position des Kongruenzempfängers (siehe Satz 4). Dasselbe gilt für die neutrale Adjektivform an der Position des Steuerers. Ihre Form bestimmt die Form des Kongruenzempfängers (siehe Satz 13). Mit anderen Worten: Die maskuline oder neutrale Adjektivform an der Position des Kongruenzempfängers kongruiert syntaktisch, d. h. hinsichtlich der morphologischen Genusmerkmale, mit der entsprechenden substantivischen maskulinen, femininen oder neutralen Adjektivform an der Position des Kongruenzsteuerers. Substantivisch gebrauchte neutrale Adjektivformen können ebenso wie substantivisch gebrauchte maskuline und feminine Adjektivformen (siehe Satz 9) kongruierende Attribute haben – substantivische oder pronominale Adjektive sowie neutrale Formen des Partizips Passiv (vgl. Paulauskienė 2001: 138; Valeckienė 1984: 99), z. B.:

(19) Diese Zusammenarbeit muss umfassend ausgebaut werden, wenn man sich an ihre langjährigen Wurzeln erinnert, alles Gute15 bedenkt und die Täuschung und das Böse, die in unserer Geschichte vorgekommen sind, beiseitelässt, damit wir Hand in Hand mit der Hoffnung ins dritte Jahrtausend eintreten KT.

15Sätze wie der vorangehende lassen sich auf zweierlei Weise interpretieren. Sowohl die neutrale Adjektivform als auch die präpositionale neutrale Pronomenform kann als Kongruenzsteuerer verstanden werden, z. B.: Denn alles Erhabene, Neue, Gute entflammte in jemandes Fantasie KT: Womit soll ich dem Herrn vergelten für alles Gute, das er mir getan hat? KT. Am wahrscheinlichsten lässt sich jedoch behaupten, dass das Hauptwort der Wortgruppe alles Gute Gute ist, denn vgl. alle Menschen, doch nicht *alles Gutes, anders als in der Wortgruppe etwas Neues (vgl. etwas neu), deren Hauptwort das Pronomen etwas ist.

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(20) Oh, das Neue ist, wie bekannt, das vergessene Alte KT.

(21) Oft stellt sich heraus, dass alles Neue das gut vergessene Alte ist KT.

6.2. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass substantivierte Adjektive (sowohl im Maskulinum und Femininum als auch im Neutrum), die die Position des Kongruenzsteuerers einnehmen, die Form ihrer Kongruenzempfänger bestimmen.

7. ADJEKTIVE IM MASKULINUM UND FEMININUM IN DER POSITION DES KONGRUENZEMPFÄNGERS

7.1. Bei einer gesonderten Betrachtung der Kongruenz der maskulinen und femininen Formen des Adjektivs, die die Position des Kongruenzempfängers einnehmen, mit ihren Steuerern – Substantiven und substantivischen Pronomen –, lassen sich folgende Fälle der Genuskongruenz unterscheiden16: 1) Hat das Substantiv die morphologische Form des Maskulinums, so erhält auch das Adjektiv eine maskuline Form, indem es die Kongruenzmerkmale des maskulinen Substantivs „kopiert“ (d. h. Genus, Numerus und Kasus) (engl. agreement features). Ist das Substantiv feminin, erhält auch das Adjektiv eine feminine Form (siehe auch Judžentis 2002: 42–45; vgl. Sirtautas 1978: 66), z. B.:

(22) Aber Tadukas möchte, dass man ihn länger betrachtet: Sein Schiff ist nicht nur schön, sondern auch groß... KT.

(23) Der Frühling des Jahres 1944 war warm, schön und früh KT.

(24) Sie rührte sich nicht, also musste man ihr die Blume zwischen die Finger stecken: – Frisch, schön [eine Blume], bringen Sie sie nach Hause... KT.

(25) Es war ein schöner, sonniger Tag KT.

(26) Und als ich mich in die Kleider eines Schülers hüllte, schnatterten alle wie Hühner: ein echter Mann, ein echter Gymnasiast, ein hübscher Junge! KT.

(27) Alle loben Aistė – sie ist ein begabtes und fleißiges Mädchen KT;

2) Hat das Substantiv das morphologische Femininum, bezeichnet aber eine männliche Person, so kongruiert das Adjektiv mit dem Substantiv semantisch und erhält eine maskuline Form (siehe auch Judžentis 2002: 42–43), z. B.:

(28) Der Onkel ist immer gut, deshalb versuchte Vaišniukas, all seine Wünsche zu erfüllen KT.

(29) Papa war zurückhaltender, konservativer und wusste seine Gedanken streng zu formulieren KT.

(30) Vaidila, ein echter Vaidila, ist jetzt der grauhaarige Organist Jonas Gregoravičius KT;

3) Bezeichnet ein Substantiv Personen beider Geschlechter (engl. double gender nouns) und weist es aufgrund negativer Merkmale das morphologische Maskulinum oder Femininum auf, so kongruiert das Adjektiv mit ihm semantisch und erhält entsprechend entweder eine maskuline oder eine feminine Form (vgl. Sirtautas, Grenda 1988: 39; Tekorienė 1986: 45, 1990: 63–64), z. B.:

16Die Kongruenz von Adjektiven mit dem Regens hinsichtlich Numerus und Kasus wird in diesem Artikel nicht näher behandelt.

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(31) Der Alte jammerte über seinen ruinierten Ruf, die Schande am Ende seiner Karriere und dergleichen. „Nun, denk nach, überleg, du alter Dummkopf! Wie könntest du deinen Ruf retten?!“ dachte ich mit zusammengebissenen Zähnen KT.

(32) Ich betrat diesen Salon – und war geblendet: Das war ein grauhaariger Dummkopf, der nicht mit Bohnen zu vertreiben war, und nun glänzte dort schwarzes zottiges Haar, in den Ohren ein Mühlrad – man hätte ihn nicht wiedererkannt KT.

(33) Ich bin schüchtern, aber wenn ich Mut fasse, werde ich frech, ein echter Großkotz KŠ VŽV 274;

Es ist bemerkenswert, dass ein Adjektiv manchmal mit einem Substantiv, das Personen beider Geschlechter bezeichnet, sowohl syntaktisch als auch semantisch kongruieren kann, z. B.:

(34) Kostas ist trotzdem die größte Verwandtschaft KT.

(35) Ich habe ja Geld, also bin ich auch liebe Verwandtschaft... KT;

4) wenn ein indeklinables Substantiv konventionsgemäß dem morphologischen Maskulinum oder Femininum angehört, erhält dementsprechend auch das Adjektiv entweder maskuline oder feminine Formen (vgl. Judžentis 2002: 44; siehe auch Labutis 1998: 32–33), z. B.:

(36) Karmin atmete erleichtert auf; das bedeutungslose Interview war ihm zuwider KT.

(37) Hier trafen wir schließlich Irina Alberti-Ilovajskaja, hier, im gemütlichen Foyer, und hier fand unser gemächliches Gespräch über alles Mögliche statt KT.

Obwohl es, ausgehend vom heutigen Sprachgebrauch, Fälle gibt, in denen keine Kongruenz mit dem konventionellen morphologischen Genus des Substantivs vorliegt, z. B.:

(38) Geräumige dreistöckiges Foyer eignet sich sehr gut für Ausstellungen KT.

Vgl.:

(39) Im ersten Stock wird es ein geräumiges Vestibül geben, ein Café für Studierende, eine Buchhandlung usw. KT.

(40) Eng ist auch die Halle, um die herum die Zimmer angeordnet sind KT.

Beachtenswert sind Fälle der Kongruenz, in denen die Genusform des Adjektivs mit den morphologischen Merkmalen (Genus, Numerus) eines „verborgenen“ (engl. reluctant) Regens kongruiert (vgl. Sirtautas 1978: 58), z. B.:17

(41) Die meisten Pferde waren jung, kaum zugeritten – für die im Winter nicht arbeitenden Tiere war nur die Hälfte der Futterration vorgesehen KT.

(42) Die meisten von ihnen [Frauen] waren dankbar und fühlten sich glücklich, als hätte er ihnen eine neue, wunderbare Welt eröffnet, doch darin leben wollte er nicht; sie war ihm zu eng KT.

(43) Andererseits sind die meisten Menschen nicht nur gesund, sondern auch hinreichend begabt, um mit Ermutigung und Eigeninitiative gut genug in der Gesellschaft leben zu können und zu dürfen KT;

17 Verborgene Controller (engl. reluctant controller) sind solche, deren morphologische Merkmale in der Oberflächenstruktur nicht ausgedrückt sind, mit denen aber der Controller tatsächlich kongruiert (Corbett 1986: 1007)

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5) Wenn sich an der Controllerposition Personalpronomen (aš, tu ir pan.) befinden, kongruiert das Adjektiv mit ihnen semantisch, d. h. das Geschlecht des durch das Pronomen bezeichneten Referenten wird berücksichtigt (vgl. Tekorienė 1990: 63–64), z. B.:

(44) Ir aš jai nelikau skolinga, – atsakė Zuza ir abu labu vienu metu viešai pasibučiavo be piršlio paraginimo, ko dar nėra buvę Šilų kaimo istorijoj per amžius KT.

(45) Ich bin sehr schüchtern, deshalb geh du in meinem Namen und lade beide Eltern als Hochzeitszeugen zu Julytės Hochzeit ein KT.

(46) Warst du vielleicht eng mit diesem alten Zauberer befreundet? Zuza schwieg lange, bis sie eine völlig unerwartete Antwort fand: – War ich KT.

(47) Wir brauchen dich lebend, Vater, du bist notwendig KT.

(48) Zuza hob den Kopf, Tränen liefen ihr übers Gesicht: – Katarsėli, warum warst du im Traum so gut und bist jetzt so grausam? KT;

6) Wenn sich an der Controllerposition genusveränderliche Personalpronomen jis, ji befinden, kongruiert das Adjektiv mit ihnen syntaktisch, d. h. entsprechend den morphologischen Merkmalen des Pronomens, z. B.:

(49) Dem Alten traten Tränen in die Augen. Er war herausfordernd stolz und pathetisch KT.

(50) Als ich zurückkam, schleppte ich mich kaum auf den Beinen, überprüfte die Schublade und seufzte erleichtert: sie war leer KT.

(51) Mit Zuza wirst du es schwer haben. Sie ist gut, aber launisch KT.

(52) Anupras nahm Kristinas Hand. Sie war kalt wie Eis KT.

Mit dem Motorrad, und manche auch mit dem Traktor, rumpeln sie den wurzeligen Waldweg entlang und vertreiben dabei den Geist von Vinčukas endgültig, von dem es, wie er sagt, im Wald von Labanoras bereits reichlich gebe, weshalb er – unbesiegbar, unsterblich... KT;

7) Wenn sich in der Controller-Position geschlechtsinvariante indefinite Pronomen befinden, die eine unbestimmte Person oder ein Lebewesen bezeichnen, z. B. kas, niekas, kažkas, kažin kas usw., wird das Adjektiv mit ihnen syntaktisch kongruiert (vgl. Ulvydas, Ambrazas, Valec-kienė, red., 1976: 11–12), d. h. entsprechend den morphologischen Merkmalen des Pronomens (siehe auch unten), z. B.:

(54) Wer kann feige, ängstlich sein? KT.

(55) Schon hat jemand heimtückisch seine Krallen ausgefahren und die Seele verletzt KT.

(56) Und denkt nicht, dass euch jemand etwas schuldet; verhaltet euch so, als wärt ihr selbst in der Schuld KT.

(57) Mit tränenfeuchten Augen sah sie den Schwiegersohn an, und ihm kam nun der Gedanke, dass etwas Fremdes, Fernes und Furchtbares durch ihre Wälder und Felder streifte; noch hatte es niemand gesehen, nirgends war ihm jemand begegnet, doch es ist ganz in der Nähe, kehrt in jedem Gehöft ein KT.

(58) Niemand ist schuld daran, dass die Welt so ist, wie sie nur sein kann. Niemand ist schuld daran, wenn es Nanis gerade so schlecht geht KT.

(59) Weine nicht, Liebste, niemand ist deine Tränen wert KT.

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7.2. Zusammenfassend lässt sich zum Verhältnis der im Controller-Slot auftretenden maskulinen und femininen Formen des Adjektivs zu ihren Controllern sagen, dass sie gewöhnlich syntaktisch oder semantisch miteinander kongruiert werden.

8. ADJEKTIVE DES NEUTRUMS IN DER POSITION DES AGREEMENT-REZIPIENTEN

8.0. Angesichts dessen, dass die maskulinen und femininen Formen des Adjektivs entweder syntaktisch oder semantisch mit ihren Controller-Elementen kongruieren, könnte man annehmen, dass auch die Adjektivformen des Neutrums in der Position des Agreement-Rezipienten auf die eine oder andere Weise mit ihren Controller-Elementen kongruieren.

8.1. In der Controller-Position der Adjektivformen des Neutrums können außer einer Adjektivform des Neutrums (siehe 6.1.1.) stehen: ein Substantiv (genauer gesagt, der Nominativ oder Genitiv eines Substantivs), einige Pronomen, der Infinitiv eines Verbs, ein Nebensatz eines zusammengesetzten Satzes, adverbiale Partizipialkonstruktionen, ein Nullsubjekt, z. B.:

(60) Mir ist Geld gleichgültig, mir ist die Wahrheit wichtig... Dv BD 65.

(61) Tam [įsivaizduoti] buvo reikalinga gilaus susikaupimo ir didelių valios pastangų M-Pt AŠ 188.

(62) Das kann gefährlich für sein Leben sein LR 2000 06 24.

(63) Es war beunruhigend, all das in sich selbst zu spüren M-Pt AŠ 427.

(64) Es war bereits zu erkennen, dass es dämmerte KT.

(65) Senam kunigui skaudu matant, kaip žmonės, sekmadienį bažnyčioje priėmę sakramentus, į rinkimų urną meta biuletenį už apsisaukelus KT.

(66) Sauber, leer; zwei schweigsame kleine Gestalten in weißen Betten, sie lesen Zeitungen, starren an die Decke oder schlafen KT.

(67) Ihm [Liudas] war so wohl und ruhig mit seiner Traurigkeit M-Pt AŠ 73.

8.2. Bei einer genaueren Erörterung der Kongruenz der Adjektivformen des Neutrums mit den genannten Wortformen in der Controller-Position lassen sich folgende Kongruenzfälle unterscheiden:

1) Wenn sich in der Controller-Position neutrale Adjektive oder neutrale Pronomen befinden, kongruiert die Adjektivform des Neutrums nach morphologischen Merkmalen, d. h. syntaktisch (Balkevičius 1963: 129; Sirtautas 1978: 67; Ambrazas, red., 1994: 168; Ambrazas, ed., 1997: 135–137; Valeckienė 1998: 248; vgl. Ulvydas, red., 1965: 478, 526), z. B.:

(68) Das kann gefährlich für sein Leben sein LR 2000 06 24.

(69) Alles ist sehr lecker KT.

(70) Das alles ist großartig KT.

(71) Eines ist sicher: Tašyk erschrak vor Ildefons... KT;

2) wenn der Kongruenzsteuerer kein morphologisches Genus aufweist (Infinitiv des Verbs, Nebensatz eines zusammengesetzten Satzes, Halbpartizipialkonstruktionen, Nullsubjekt), dann

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wird die Neutrumform des Adjektivs mit dem Steuerer wie implizite18 (engl. default) Formen kongruiert, z. B.:

(72) Errare humanum est – Irren ist menschlich KT19.

(73) Es ist absurd, dass auch heute noch der König oben ist Sᒪᶜ Rₘ 225.

(74) Sehnsucht ist ein Maß für die Möglichkeiten des Fühlens: „Du schaust, du hörst... und dir ist wohl, und es ist angenehm, und glücklich, und sehnsüchtig nach irgendetwas...“ KT;

3) Wie erwähnt, wird in den Fällen, in denen sich an der Position des Steuerers ein Substantiv mit maskulinem oder femininem morphologischem Genus befindet, an der Position des Kongruenzempfängers gewöhnlich ein Adjektiv des entsprechenden Genus erwartet (siehe 7.). Wenn sich an der Position des Kongruenzempfängers die Neutrumform des Adjektivs befindet, geht es um die Neutrumkongruenz und um semantische Unterschiede des Substantivs an der Position des Steuerers. Anders gesagt: Wenn ein Substantiv eines bestimmten morphologischen Genus mit einem Adjektiv im Neutrum kongruiert, bezeichnet das Substantiv keinen konkreten Gegenstand, sondern steht für ein propositionales Argument (Corbett 1991: 216–218; siehe auch Moravcsik 1978: 337–338, 342; vgl. Valeckienė 1998: 248; Tekorienė 1987: 170, 1990: 43–44; Ulvydas, Ambrazas, Valeckienė, Hrsg., 1976: 372; Jablonskis 1957: 465), z. B.:

(75) Aber Giedrei sind Kinder uninteressant Kš ŽK 198.

Im letztgenannten Satz beschreibt die Neutrumform des Adjektivs eine bestimmte implizite Handlung, d. h. sich mit den Kindern zu beschäftigen, über sie zu sprechen usw. ist nicht interessant; diese Handlung steht in Beziehung zu dem Gegenstand, den der Nominativ Plural des Substantivs bezeichnet.

Ein Substantiv, das ein propositionales Argument bezeichnet, kann auch an der Position des Kongruenzempfängers stehen und mit der Neutrumform eines Pronomens kongruieren, obwohl in solchen Fällen gewöhnlich Kongruenz mit der Neutrumform eines Adjektivs erwartet wird, z. B.:

(76) In den tiefen Gründen des Seins gibt es keine Unruhe mehr. Dort ist alles – ewig heitere Stille KT;

4) Wenn sich an der Position des Kongruenzsteuerers genusunveränderliche Indefinitpronomen befinden, die einen unbestimmten Gegenstand oder ein unbestimmtes Phänomen bezeichnen, z. B.: kas, niekas, kažkas, kažin kas usw., dann kongruiert mit ihnen die Neutrumform des Adjektivs (vgl. Mathiassen 1996: 232; Tekorienė 1986: 45) (vgl. 7.1. (7)), z. B.:

(77) Alles, was menschlich ist, ist mir nicht fremd KT.

(78) Kinder essen nicht besonders gern, was nützlich ist, aber was lecker und nützlich ist– ist teuer KT.

(79) Noch war nichts klar, doch der Gedanke begann im Gehirn zu brodeln KT.

18 Für den vorgeschlagenen litauischen Gegenwert des englischen Terminus danke ich Dr. Artūras Judžentui.

19 Vgl. solche Sätze, in denen die Infinitivform die Position des Controllers einnimmt und eine mit ihr verbundene adverbiale Konstruktion vorliegt, z. B.: Basam vaikščiot po rugieną dagu SNT. LKŽ II 212; Noternye basam stovėti dilgu RŠ. LKŽ II 552.

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(80) Das heißt, etwas ist sehr ernst, wenn dieses Tabu des neumodischen Lebensstils verletzt wird? KT.

(81) Aber ich erklärte ihr, dass die Ereignisse im Krankenhaus von Samarien für uns alle wenig erfreulich sind; sie sind nichts Außergewöhnliches, denn der Herr hat die Chirurgen dazu geschaffen, seine Helfer auf Erden zu sein KT.

(82) Der Doktor und Ona dachten, dass mit mir wirklich etwas nicht in Ordnung sei, und brachten mich mit demselben Krankenwagen in die Psychiatrie KT.

9. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSFOLGERUNGEN

9.1. Das Adjektiv verfügt als Controller und Target der Kongruenz über drei Genusformen – Maskulinum, Femininum und Neutrum.

9.2. Bei der Betrachtung der Kongruenz litauischer Adjektive mit Controllern sind Kongruenz-Controller mit einem oder mehreren morphologischen Genera von nichtprototypischen Kongruenz-Controllern zu unterscheiden, die kein morphologisches Genus aufweisen. Zu den ersteren gehören Substantive, substantivische Pronomen und substantivische Adjektive. Nichtprototypische Kongruenz-Controller sind der Infinitiv des Verbs, ein Nebensatz als Satzglied eines zusammengesetzten Satzes, partizipiale Konstruktionen und das Nullsubjekt.

9.3. Nach dem Kongruenzkriterium lassen sich folgende Fälle der Kongruenz des Adjektivs (im Maskulinum, Femininum und Neutrum) mit einem Controller unterscheiden: a) Adjektive im Maskulinum und Femininum kongruieren syntaktisch oder semantisch mit Substantivformen des morphologischen Maskulinums oder Femininums, mit den entsprechenden Formen substantivischer Pronomen sowie mit den Maskulinum- und Femininumformen substantivischer Adjektive; b) Adjektive im Neutrum kongruieren syntaktisch mit Neutrumformen von Pronomen und substantivischen Adjektiven. Mit nichtprototypischen Controllern (Infinitiv, Nebensatz eines zusammengesetzten Satzes, Nullsubjekt u. Ä.) kongruieren die neutrale Adjektivform als implizite Form.

2 SCHEMA. KONGRUENZ DES ADJEKTIVS MIT CONTROLLERN

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9.4. Unter Berücksichtigung der syntaktischen Position des Adjektivs im Satz sind zunächst nichtsubstantivische und substantivische Adjektive zu unterscheiden. Erstere würden nach dem syntaktischen Kongruenzkriterium weiter in maskuline und feminine sowie neutrale Formen des Adjektivs unterteilt, die sich hinsichtlich der Kongruenz durch ihre jeweiligen Regenten voneinander unterscheiden; letztere, d. h. substantivische Adjektive, würden weiter nach der semantischen Opposition belebt / unbelebt in zwei Gruppen eingeteilt.

3 SCHEMA. DAS GENUS-SYSTEM DES ADJEKTIVS (NACH SYNTAKTISCHER POSITION)

ŠALTINIAI

bk – bendrinė kalba.

Dv BD – Liudas Dovydėnas. Broliai Domeikos, 1996.

Kš ŽK – Raimondas Kašauskas. Žaliuojančios kalvos, 1982.

KŠ VŽV – Raimondas Kašauskas. Visi žemės vaikai, 1995.

KT – Kauno Vytauto Didžiojo universiteto Kompiuterinės lingvistikos centro dabartinės lietuvių kalbos tekstynas.

LKŽII, IX – Lietuvių kalbos žodynas, 1969, 1973.

LR – Lietuvos rytas.

M-Pt AŠ – Vincas Mykolaitis-Putinas. Altorių šešėly, 1979.

Slc RIII – Mykolas Sluckis. Raštai, t. 3. 1989.

ŠRAG SD – Šatrijos Ragana. Sename dvare, 1969.

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Loreta Semėnienė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, 2055 Vilnius, Lietuva [email protected]

Gauta 2003 03 25

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