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BIRUTĖ TRIŠKAITĖ
Institut für Litauische Sprache
Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Lexikografie Kleinlitauens, Geschichte der litauischen Schriftsprache.
IST FRYDRICHAS VILHELMAS HAKAS DER AUTOR DES SOGENANNTEN PRAGER MANUSKRIPTWÖRTERBUCHS?1
Ist Friedrich Wilhelm Haack der Autor des sogenannten Prager Manuskriptwörterbuchs?2
ZUSAMMENFASSUNG
Der Artikel untersucht die Frage der Urheberschaft des sogenannten Prager handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts), das Ilja Lemeškin vor einigen Jahren in der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (NK ČR: XVI.F.30) gefunden hat. Ziel des Artikels ist festzustellen, ob der Lexikograf und evangelisch-lutherische Pfarrer Kleinlitauens Frydrichas Vilhelmas Hakas (Friedrich Wilhelm Haack, 1707–1754) der Verfasser dieses Wörterbuchs gewesen sein könnte. Zu dieser Annahme veranlasst die am Anfang des Manuskripts eingetragene Provenienzangabe, in der es heißt: „Auctor Hacke“.
1 Der Artikel wurde im Rahmen des Projekts Untersuchung und Druckvorbereitung des Friedrich Wilhelm Haack zugeschriebenen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs (Anfang des 18. Jahrhunderts) (Leiterin: Prof. Dr. Grasilda Blažienė) erstellt, das in das Programm Normierung, Verwendung, Förderung und Verbreitung der Staatssprache 2006–2015 aufgenommen wurde. Die Forschung wurde von der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache gefördert (Vertrag Nr. K-4/2012).
2 Der Artikel entstand im Rahmen des Projekts Untersuchung und Druckvorbereitung des Friedrich Wilhelm Haack zugeschriebenen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs (Anfang des 18.th Jahrhunderts) (Leiterin: Prof. Dr. Grasilda Blažienė) im Rahmen des Programms Normierung, Verwendung, Förderung und Verbreitung der Staatssprache im Zeitraum 2006–2015. Die Forschung wurde von der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache gefördert (Vertrag Nr. K-4/2012).
SCHLÜSSELWÖRTER: Lexikografie Kleinlitauens, Prager Manuskriptwörterbuch, Frydrichas Vilhelmas Hakas, Urheberschaft.
SCHLÜSSELWÖRTER: Lexikografie Kleinlitauens, das Prager Manuskriptwörterbuch, Friedrich Wilhelm Haack, Urheberschaft.
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Ist Friedrich Wilhelm Haack der Verfasser des sogenannten Prager handschriftlichen Wörterbuchs?
Um die aufgeworfene Frage zu beantworten, wird im Artikel erörtert, ob der im Schenkungsvermerk des Manuskripts erwähnte „Hacke“ mit Friedrich Wilhelm Haack identifiziert werden kann. Außerdem werden die Beschaffenheit des Wörterbuchtextes untersucht und das Verhältnis zu anderen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbüchern aus Kleinlitauen des 17. und 18. Jahrhunderts kurz dargestellt. Auf der Grundlage von Haacks in deutschen Archiven gefundenen Autographen wird seine Handschrift mit der des Abschreibers des Prager Wörterbuchs verglichen.
ANNOTATION
Der Artikel untersucht die Frage der Autorschaft des sogenannten Prager handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs (erste Hälfte des 18th. Jahrhunderts), das Ilya Lemeshkin vor einigen Jahren in der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik gefunden hat (NK ČR: XVI.F.30). Ziel des Artikels ist es zu untersuchen, ob der Lexikograf und evangelisch-lutherische Pfarrer Kleinlitauens Friedrich Wilhelm Haack (1707–1754) der Verfasser des Wörterbuchs sein könnte. Eine solche Annahme wird durch den Provenienzvermerk am Anfang des Manuskripts nahegelegt, in dem „Auctor Hacke“ steht. Um diese Frage zu beantworten, erörtert der Artikel, ob der im Schenkungsvermerk erwähnte „Hacke“ mit Friedrich Wilhelm Haack identifiziert werden kann; außerdem werden die Beschaffenheit des Wörterbuchtextes untersucht und das Verhältnis zu anderen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbüchern Kleinlitauens kurz dargestellt. Auf der Grundlage von Haacks in deutschen Archiven gefundenen Autographen wird seine Handschrift mit der Handschrift des Abschreibers des Prager Wörterbuchs verglichen.
1. EINLEITUNG
Im Sommer 2010 fand habil. Dr. Ilja Lemeškin, Dozent an der Karls-Universität Prag, in der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik ein Manuskript – ein deutsch-litauisches Wörterbuch (Národní knihovna České republiky [NK ČR]: XVI.F.30; im Folgenden – P)3, das das Erbe der handschriftlichen Lexikografie Kleinlitauens wesentlich bereichert. Dieses alphabetisch nach dem Buchstaben r geordnete Wörterbuch erweitert den Kreis der handschriftlichen zweisprachigen Wörterbücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die bis in unsere Zeit überliefert sind.
Das Prager deutsch-litauische Wörterbuch (P 2r–344v), dem auch eine kurze etymologische Studie, genauer gesagt nur deren Ansätze (P 345r), beigefügt sind, hat kein Titelblatt. Wie die Bindung des Manuskripts erkennen lässt, hat es ein solches wahrscheinlich auch nie gegeben; die erste Seite des Manuskripts ist vielmehr eine Seite des Wörterbuchtextes. Somit gibt es weder authentische Angaben zum Verfasser (Zusammensteller oder Abschreiber) noch zur Entstehungszeit und zum Entstehungsort, erst recht nicht zu den Textquellen. Daher wirft dieses erst vor Kurzem in den Blick der Forschung geratene Manuskript, wie jede anonyme Quelle, zunächst die Frage seiner Zuschreibung auf – nach Autorschaft, Datierung und Lokalisierung.
Einige Fragen zur Zuschreibung von P sind teilweise bereits beantwortet. Die von Lemeškin vorgenommene Papieruntersuchung dieses Manuskripts belegt, dass das deutsch-litauische Wörterbuch neu-
3Eine ausführlichere Darstellung der archeografischen Beschreibung dieser lexikografischen Quelle, der Umstände ihrer Entdeckung und ihrer Bedeutung für die tschechische Litauistik des 19. Jahrhunderts findet sich bei Lemeškin 2012: 31–57.
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Das mit zwei Wasserzeichen versehene Papier ist auf die Jahre 1683 und 1712 zu datieren. Das Papier des für die etymologische Studie bestimmten Teils P wurde, wie das dritte Wasserzeichen zeigt, 1701 hergestellt (Lemeškin 2012: 52–53). Somit ist 1712 ein unzweifelhafter terminus post quem für dieses Manuskript. Man nimmt an, dass P in den 1720er oder 1730er Jahren entstanden sein könnte (Lemeškin 2012: 31; Lemeškin 2013: 269). Wo P genau in der chronologischen Abfolge der erhaltenen handschriftlichen Wörterbücher des 18. Jahrhunderts aus Kleinlitauen einzuordnen ist, muss jedoch noch festgestellt werden. Eine Identifizierung des vierten Wasserzeichens könnte möglicherweise zu einer genaueren Datierung beitragen.
Bevor das Manuskript nach Prag und zuvor nach Wien gelangte, befand es sich eine Zeit lang in Halle (siehe unten). Wahrscheinlich wurde P jedoch nicht dort, sondern in Ostpreußen zusammengestellt, denn es wurde auf Papier aus den im 17. und 18. Jahrhundert gerade hier tätigen Werkstätten von Finken und Trutnau geschrieben (Lemeškin 2012: 52–53; Lemeškin 2013: 278).
Ausgangspunkt für die Erörterung der Frage nach der Urheberschaft dieses Wörterbuchs sollte die erste Provenienzangabe am Anfang des Manuskripts auf dem freien Vorsatzblatt sein, genauer gesagt der Schenkungsvermerk (siehe auch Abb. 1):
Auctor Hacke. ‖ War Prediger in Lithauen. Hat ‖ zu Halle studirt. Seine Sprach=‖lehre soll auf4 dem Waißenhause ‖ gedruckt seÿn. Dono dedit ‖ {I. / D.}5 Baumgarten. (P 1r)
Übersetzung
Autor Hacke. War Prediger in Litauen. Studierte in Halle. Sein Grammatiklehrbuch soll im Waisenhaus gedruckt werden. Geschenk von {I. / D.} Baumgarten.
Am wahrscheinlichsten ist, dass der Schenker, dessen Name im Manuskript nicht genannt wird, mit dem berühmten Theologieprofessor der Universität Halle aus dem 18. Jahrhundert, Siegmund Jakob Baumgarten (1706–1757), zu identifizieren ist6 (Lemeškin 2012: 54), in dessen Privatbibliothek sich auch litauische Bücher befanden (Kaunas 1996: 188), obwohl bislang unklar bleibt, ob der Vermerk von seiner eigenen Hand stammt (Lemeškin 2013: 277). In jedem Fall muss Baumgarten einer der ersten Besitzer dieses Manuskripts gewesen sein.
Wie aus dem Schenkungsvermerk hervorgeht, wird eine Person mit dem Nachnamen „Hacke“ als Verfasser von P bezeichnet. Dieser Familienname steht auch auf dem Buchrücken des Manuskripts: „Hacke ‖ Lexicon Lithuan=‖cum“. Daher stellt sich die Frage, in welcher Beziehung dieses Manuskript zu Friedrich Wilhelm Haack (1707–1754) steht, der aus der Geschichte der litauischen Lexikografie bekannt ist.
4 Wahrscheinlich ist dieses Wort im Vermerk als auf zu lesen. Die Form des letzten Buchstabens lässt jedoch die Möglichkeit nicht völlig ausschließen, dass hier die Präposition auß eingetragen wurde.
5 In geschweiften Klammern { } werden hier und im Folgenden schwer lesbare Buchstaben wiedergegeben. In diesem Fall kommen zwei Lesarten des Buchstabens in Betracht – I oder D (zu den Interpretationsmöglichkeiten siehe Lemeškin 2012: 55; Lemeškin 2013: 277).
6 Näheres dazu siehe im Artikel von Prof. Dr. Grasilda Blažienė in diesem Band von Acta Linguistica Lithuanica.
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Ar Frydrichas Vilhelmas Hakas – vadinamojo Prahos rankraštinio žodyno autorius?
1 Abb. P 1r: Schenkungsvermerk des Wörterbuchmanuskripts; Prag, Národní knihovna České republiky: XVI.F.30
Ar Hakas galėjo būti P autorius? Šis klausimas jau keltas (Lemeškin 2012: 55, 57; Lemeškin 2013: 277), bet išsamiau tema neanalizuota, tad įtikinamai argumentuoto atsakymo kol kas nėra. Šio straipsnio tikslas – nustatyti, ar vadinamojo Prahos vokiečių–lietuvių kalbų žodyno autorystė7 gali būti priskirta Frydrichui Vilhelmui Hakui. Todėl svarbu: 1) išsiaiškinti, ar donacijos įraše minimas „Hacke“ iš tikrųjų identifikuotinas su Frydrichu Vilhelmu Haku (žr. 2 sk.); 2) aptarti žodyno teksto pobūdį (žr. 3.1 sk.) ir trumpai apžvelgti santykį su kitais XVII–XVIII amžiaus Mažosios Lietuvos rankraštiniais žodynais (žr. 3.2 sk.); 3) atlikti žodyno bei Hako autografų rašysenos analizę (žr. 4 sk.).
2. ÜBERBLICK ÜBER DIE BIOGRAFIE FRYDRICHO VILHELMO HAKO
Frydrichas Vilhelmas Hakas wurde am 8. April 17078 in Kretingalė (Bezirk Klaipėda) geboren. Sein Vater war der evangelisch-lutherische Pfarrer Erdmanas Hakas (?–1731), einer der Prüfer der Übersetzung von Martin Luthers Kleinem Katechismus (1719) (LyK 145;
7 Im Folgenden ist mit der Autorschaft von P ausschließlich das im Manuskript festgehaltene deutsch-litauische Wörterbuch gemeint; die am Ende des Manuskripts begonnene etymologische Studie bleibt somit von der Untersuchung der Autorschaft ausgeschlossen.
8 Üblicherweise wird angegeben, dass Hakas 1706 geboren wurde; das genaue, eigenhändig in den Dokumenten der Universität Halle eingetragene Datum – der 8. April 1707 (Haack [nach 1728-09-02], Haack [1730-07-12 oder später]) – belegt jedoch, dass er tatsächlich ein Jahr später geboren wurde (siehe Abb. 5).
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Brž II 67). Im Alter von siebzehn Jahren immatrikulierte sich Hakas am 6. September 1724 an der Universität Königsberg („1724 [...] 6. Septembris Haack Ffdr. Wilh., Memel. Pruss.“; Erler 1911/1912: 322), wo er drei Jahre lang Theologie studierte. Dort zeichnete er sich wahrscheinlich als ausgezeichneter Kenner der litauischen Sprache aus – denn ihm wurde die Korrektur des Neuen Testaments von 1727 anvertraut, das auf Betreiben von Jonas Jokūbas Kvantas (Johann Jacob Quandt, 1686–1772), Professor für Theologie an der Universität Königsberg und dortiger Inspektor des Litauischen Seminars, herausgegeben wurde9. Es war daher wohl kein Zufall, dass diese Ausgabe des Neuen Testaments später zur Hauptquelle für das von Hakas erarbeitete Wörterbuch wurde.
Ende 1727 reiste Hakas nach Halle, dem Zentrum des Pietismus, um sein Studium fortzusetzen. An der Universität Halle immatrikulierte er sich am 17. Dezember 172710 und besuchte das erst kurz zuvor gegründete Litauische Seminar11, das von Gotthilfas Augustas Francke (Gotthilf August Francke, 1696–1769), dem Sohn des berühmten August Hermann Francke, geleitet wurde. Bald begann auch Hakas selbst, gemeinsam mit dem ersten Dozenten des Seminars, Jonas Richteris (Johann Richter, 1705–1754), Litauisch zu unterrichten. Nachdem dieser nach Ostpreußen zurückgekehrt war, war Hakas vier Jahre lang, bis April 1732, Dozent des Seminars.
In Halle vergingen die kreativsten und produktivsten Jahre in Hakas’ Leben. Zusammen mit den Seminarteilnehmern wurde hier auch die Abhandlung des berühmten Hallenser Pietisten Johann Anastasius Freylinghausen übersetzt und veröffentlicht Ordnung des Heyls (Davadnas mokslas apie dūšios išganymą, Halle, 1729; Francke 1730-11-17: 2v). Es ist bekannt, dass damals im Seminar noch weitere pietistische Werke übersetzt wurden – Freylinghausens Compendium Theologiae (Trumpas teologijos mokslas) und August Hermann Franckes Die Lehre vom Anfang des Christlichen Lebens (Mokslas apie krikščioniškojo gyvenimo pradžią); bislang wurden jedoch keine Informationen über den Verbleib dieser Übersetzungen gefunden (Aleknavičienė, Schiller 2002: 60, 64). Obwohl Hakas nicht ausdrücklich als Übersetzer dieser Werke genannt wird, ist sein Beitrag unbestreitbar. Das bedeutendste schöpferische Vermächtnis Hakas’ ist jedoch das Ende 1730 erschienene litauisch-deutsche und deutsch-litauische Wörterbuch Vocabularium Litthvanico-Germanicum, et Germanico-Litthvanicum (im Folgenden HŽ)12. In die Geschichte der litauischen Schriftkultur ist es
9 Dass Hakas die Korrektur des 1727 in Königsberg erschienenen litauischen Neuen Testaments las, erwähnt der Erzpriester des Kirchenbezirks Klaipėda (dt. Erzpriester) Johannas Arnoldas Pauli’s in seinem Brief vom 10. September 1727 aus Klaipėda an Gotthilfą Augustą Francke’ę nach Halle (Pauli 1727-09-10; Veröffentlichung siehe Winter 1954: 200–201).
10 Dies belegt Hakas’ Eintrag in den Matrikelunterlagen der Universität Halle (Haack 1727-12-17; Juntke 1960: 195; siehe Abb. 4).
11 Das Litauische Seminar in Halle bestand von 1727 bis 1740 (Specht 1935: 36; Schiller 1994: 195).
12 Die Arbeit an diesem Wörterbuch erwähnt Johannas Arnoldas Pauli’s in seinem Brief vom 7. Januar 1728 aus Klaipėda an Gotthilfą Augustą Francke’ę nach Halle (Pauli 1728-01-07; Veröffentlichung siehe Winter 1954: 201–203).
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Es war ihm bestimmt, als erstes gedrucktes Parallelwörterbuch mit einem litauischen Lemmaansatz in die Geschichte einzugehen, das heißt, in ihm stehen erstmals litauische Wörter an der Position der Lemmata13. Der etwas kleinere deutsch-litauische Teil, dessen Mikrostruktur elementar ist, diente eher als Register, mit dessen Hilfe man im ersten Teil ein litauisches Wort finden konnte (Drotvinas 1998: 86). Die dem Wörterbuch beigefügte kurze deutsche Grammatik der litauischen Sprache stützte sich im Wesentlichen auf Daniel Kleins Grammatica Litvanica (1653) und Compendium Litvanico-Germanicum (1654) (Buchienė, Palionis 1957: 42–43; Zubaitienė 2012: 122), doch als Lexikograf war Hacke eigenständig. Bei der Erarbeitung seines Wörterbuchs stützte er sich nicht auf die bereits im 17. Jahrhundert in Kleinlitauen zusammengestellten handschriftlichen Wörterbücher, die sich seit fast einem Jahrhundert in Abschriften verbreiteten und ihm bekannt waren (eine der Abschriften, angefertigt von seinem Kollegen Richter, wurde eine Zeit lang im Seminar als Lehrmittel verwendet14), sondern beschritt einen ganz anderen Weg – er stellte es unter Verwendung der neuesten litauischen Übersetzungen des Neuen Testaments (1727) und des Psalters (1728) zusammen15. In Hackes Wörterbuch ist somit, anders als in den zuvor erstellten handschriftlichen Wörterbüchern, im Wesentlichen nur der Wortschatz dieser biblischen Bücher erfasst. Diese Auswahl der Quellen war vermutlich auf die Zielgruppe ausgerichtet – den Theologiestudenten und den Übersetzer religiöser Schriften. Mit anderen Worten: Hacke bemühte sich, ein den Bedürfnissen der Zeit entsprechendes Wörterbuch zu erstellen, das sowohl für den Unterricht und das Erlernen des Litauischen durch Theologiestudenten als auch für die zunehmend intensivere Übersetzung religiöser Schriften ins Litauische geeignet war16.
Im Frühjahr 1732 beauftragte König Friedrich Wilhelm I. (Friedrich Wilhelm I., 1688–1740) Hacke damit, die nach Ostpreußen übersiedelnden Salzburger zu begleiten. Wie die Archivquellen belegen, bedauerte Francke sehr, den von ihm betreuten Seminar-Dozenten zu verlieren, und bat den König sogar um die Erlaubnis, Hacke zurückkehren zu lassen (Francke 1732-05-01).
13 Möglicherweise gab es schon früher handschriftliche Wörterbücher mit einem litauischen Lemmaansatz.
14 Dies ist das sogenannte Richter-Wörterbuch, das noch immer im Archiv der Franckeschen Stiftungen in Halle aufbewahrt wird (AFSt: J 84; siehe Abschnitt 3.2). Am Anfang des Manuskripts finden sich Ergänzungen von Hackes Hand (Schiller 2009: 126), die zwischen dem 18. Juni 1728, als die Abschrift des Wörterbuchs abgeschlossen wurde, und April 1732, als Hacke Halle verließ, eingetragen worden sein könnten.
15 Die Quellen von Hackes Wörterbuch – das Neue Testament von 1727 und der Psalter von 1728 – sind sowohl auf dessen Titelblatt als auch im von Francke verfassten Vorwort angegeben: „Darin alle im ‖ Neuen Teſtament und Pſalter ‖ befindliche Wörter nach dem Alpha=‖beth enthalten ſind“ (HŽ 1r); „ein kleines ‖ Vocabel-Buch / darin die Wörter aus ‖ dem Neuen Teſtament und Pſalter / ſo ‖ ſie in Händen haben / enthalten wären“ (Francke 1730-11-17: 3r). Die neuesten Untersuchungen zu diesem Wörterbuch bestätigen nicht, dass Hacke noch andere Quellen verwendet hätte (siehe Zubaitienė 2012: 35–36, 122).
16 Zu dieser Zeit wurden religiöse Schriften an zwei akademischen Einrichtungen aktiv ins Litauische übersetzt: an der Universität Königsberg unter der Leitung von Quandt und an der Universität Halle unter der Leitung von Francke. Obwohl das Hauptziel der an beiden Universitäten eingerichteten Litauisch-Seminare darin bestand, künftige evangelisch-lutherische Pfarrer und Lehrer für die Arbeit in den litauischen Gemeinden Ostpreußens auszubilden, verfolgten ihre Leiter mithilfe der Seminarteilnehmer mit den besten Litauischkenntnissen noch weitere Ziele – Lehrmaterialien und fehlende Übersetzungen religiöser Schriften ins Litauische zu erstellen.
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Obwohl diese Erlaubnis erteilt wurde17, erreichte sie Hacke nicht18. Auf dem Weg in die Heimat wurde Hacke in Berlin zum Prediger der emigrierenden Salzburger ordiniert.
Nach seiner Rückkehr nach Ostpreußen wurde Hacke durch königliches Reskript vom 7. Februar 173319 zum Diakon in Gumbinnen ernannt. Zugleich versah er das Pfarramt in der neuen Kirche von Gervišken (Kreis Gumbinnen)20. Bald darauf, Ende 1733, wurde er vermutlich wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Gumbinner Pfarrer Christoph Geystadt nach Pillkallen (Kreis Pillkallen) versetzt, wo er bis zu seinem Lebensende am 19. November 1754 Pfarrer blieb (Quandt 4 14v, 17r, 85v; Arnoldt 1777: 111, 129; Moeller 1968: 50, 110).
Die kurze biografische Übersicht zu Hacke lässt somit keinen Zweifel daran, dass er tatsächlich mit dem in der Schenkungsnotiz erwähnten „Hacke“ identifiziert werden kann. Wie dort angegeben, studierte Hacke in Halle, veröffentlichte hier eine Grammatik (zusammen mit einem Wörterbuch) und war nach seiner Rückkehr in die Heimat bis zu seinen letzten Lebenstagen Pfarrer in litauischen Gemeinden Ostpreußens (vgl. Tabelle 1).
1 T A B E L L E. In der Biografie Friedrich Wilhelm Hackes und in der Schenkungsnotiz P (1r) erwähnte Fakten
In der Schenkungsnotiz P erwähnte Fakten
Biografische Fakten zu Friedrich Wilhelm Hacke (1707-04-08–1754-11-19)
Diakon in Gumbinnen (1733); Pfarrer in Gervišken (1733); Pfarrer in Pillkallen (1733–1754)
Hat || in Halle studiert.
Theologiestudium an der Universität Halle und Unterricht am dortigen Litauischen Sprachseminar (1727–1732)
Seine Sprach=||lehre soll auf dem Waiſenhauſe || gedruckt ſeyn.
Vocabularivm Litthvanico-Germanicvm, et Germanico-Litthvanicvm [...] Nebſt einem Anhang einer kurtzgefaßten Litthauiſchen Grammatic (1730, Halle, Stephanus Orban)
Es ist lediglich eine unzutreffende Vermutung, dass Haks Grammatik, die zusammen mit dem Wörterbuch erschien, im Waisenhaus gedruckt worden sein müsse: „Seine SprachWaisenhaus=||lehre
17 Dies wurde aus Gotthilf August Franckes Brief vom 1732–05–13 an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. geschlossen, in dem er sich dafür bedankt, dass Hak die Erlaubnis erhalten hatte, für ein halbes Jahr nach Halle zurückzukehren (Francke 1732–05–13).
18 So heißt es in Haks Brief an Gotthilf August Francke, der am 1732–05–19 aus Stettin geschrieben wurde, nachdem der König bereits die Rückkehr nach Halle genehmigt hatte (Haack 1732–05–19; zur Veröffentlichung siehe Drotvinas 2001: 179–186).
19 Dieses Dokument wird in Haks Brief vom 1733–06–22 aus Königsberg an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. in Berlin (?) erwähnt (Haack 1733–06–22: 1r; siehe Abb. 7).
20 In Gerviškėnai wurde 1730 eine evangelisch-lutherische Kirche errichtet. Von 1733 bis 1746 waren hier Diakone aus Gumbinnen als Pfarrer tätig (Moeller 1968: 42).
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„ſoll auf dem Waiſenhauſe || gedruckt ſeÿn“ (P 1r). Obwohl das Waisenhaus eine Druckerei besaß, wurde Haks Vocabolarium, wie auf dessen Titelblatt vermerkt, in der Druckerei von Stephanus Orban gedruckt, die an der Universität Halle tätig war: „HALLE, || Druckts Stephanus Orban, Univerſ. Buchdr.“ (HŽ 1r).
Die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens ist darauf zurückzuführen, dass seine Formen variierten. Obwohl Hak selbst seinen Familiennamen, wie aus seinen erhaltenen Autografen hervorgeht (s. Abschn. 4), als Haack schrieb (Haack 1727-12-17; Haack 1732-05-03; Haack 1732-05-19; Haack 1733-06-22), unterzeichnete sein Vater den Kleinen Katechismus jedoch mit Haak21. So schrieben Haks Familiennamen auch Pauli und Quandt (Pauli 1727-09-10; Pauli 1728-01-07; Quandt 4 14v, 17r, 85v). Francke schrieb Haack (Francke 1730-11-17; Francke 1732-05-13). In Archivdokumenten wurde neben Haack und Haak noch eine weitere Form von Haks Familiennamen festgestellt – Haacke (Friedrich Wilhelm I 1733-10-01a; Friedrich Wilhelm I 1733-10-01b). Insgesamt gab und gibt es verschiedene orthografische Varianten dieses Familiennamens, vgl.: Haack, Haacke, Haak, Haake, Hack, Hacke, Hacken, Hak, Hake, Haken, Hakius (s. die Matrikel der Universitäten Königsberg und Halle [Erler 1917: 154–155, 157; Juntke 1960: 194]; außerdem Falkenhahn 1964: 256–257; Kohlheim, Kohlheim 2005: 300–301, 304).
Im Folgenden ist zu klären, ob die im Donationsvermerk von P enthaltene Information, Hak sei der Verfasser dieses handschriftlichen Wörterbuchs, zutreffend ist.
3.
DAS SOGENANNTE PRAGER WÖRTERBUCH – ABSCHRIFT EINES ÄLTEREN HANDSCHRIFTLICHEN WÖRTERBUCHS AUS KLEINLITAUEN
Bei der Analyse der Autorschaft eines beliebigen Textes ist es wichtig festzustellen, um welche Art von Text es sich handelt – einen authentischen Originaltext, d. h. ein Autograf, oder eine Abschrift.
3.1.
Merkmale einer Abschrift in P
Dass der in P überlieferte Text des deutsch-litauischen Wörterbuchs kein Original ist, sondern aus einer früheren Quelle abgeschrieben wurde, belegen physische Textmerkmale – Korrekturen, die durch Parablepsis oder Ditografie verursacht wurden22. Beim Lesen des Protografen und Abschreiben seines Textes kann der Blick des Abschreibers wegen gleicher oder ähnlicher Wörter, Morpheme oder Phrasen bisweilen zu einer späteren Textstelle vorspringen oder zu einer bereits gelesenen zurückspringen,
22 Apie nuorašams būdingas teksto ypatybes žr. Subačius 2001: 294–313.
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Dann wird entweder das spätere oder ein bereits abgeschriebenes Fragment erneut abgeschrieben. In P kommen beide Fälle vor; sie wurden gewöhnlich korrigiert.
Häufiger ist in P die Parablepsis: Beim Abschreiben sprang der Blick des Abschreibers weiter nach unten, und aufgrund der übereinstimmenden Wortanfänge schrieb er einen Abschnitt des folgenden Wörterbuchartikels ab. Als er dies bemerkte, korrigierte er den Fehler, indem er die falsch eingetragenen Wörter abschabte oder die richtigen darüber schrieb.
So schrieb der Abschreiber des Wörterbuchs aufgrund übereinstimmender Zeilenanfänge (des sogenannten homoearktono), genauer gesagt aufgrund der gleichen ersten Bestandteile benachbarter Lemmata – Komposita – Laβ-, statt Laβeifen die eine Zeile tiefer im Protographen stehende Laβdünckel ab. Als er den Irrtum bemerkte, korrigierte er ihn, indem er den zweiten Bestandteil des Kompositums -dünckel abschabte und an seiner Stelle -eifen eintrug, vgl.:
P 156r Laβeifen [2]23 «←Laβdünckel»24 – Kirftuwas Kerteklis Laβdünckel [1]
Bei Lemma Bratβfan wurde zunächst das Äquivalent Giełźmas des folgenden Lemmas Bratβpieβ abgeschrieben; später wurde es jedoch abgeschabt und durch das passende Äquivalent Skauradą ersetzt, vgl.:
P 44v Bruder – Skauradą «←Giełźmas» Bräutigam – Giełźmas
Ähnliches geschah auch beim Lemma Churfürſt[ich]: Hier wurde sogleich das Äquivalent Ercikene des darunter, eine Zeile tiefer stehenden Lemmas Churfürſtin eingetragen, später aber, nachdem der Fehler bemerkt worden war, zu Ercikįźkas korrigiert (-įź- wurde über -ene geschrieben), vgl.:
23 Mit [] werden Zahlen gekennzeichnet, die im Wörterbuch über der Zeile eingetragen sind. Sie zeigen an, dass der Abschreiber, nachdem er bereits anhand des Protographen korrigiert hatte, bemerkte, dass die alphabetische Reihenfolge der Wörter dennoch angepasst werden musste, und deshalb die Lemmata nummerierte, um anzugeben, welcher Wörterbuchartikel auf welchen folgen sollte.
24 Hier und im Folgenden stehen in spitzen Klammern ‹ › textkritische Kommentare; der Pfeil ← zeigt an, woraus die Korrektur vorgenommen wurde.
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P 50v Churfürltl[ich] – Ercikilzkas «←Ercikene» Kurfürstin – Ercikene
Wesentlich seltener sind in P Fälle von Dittographie, bei denen der Blick des Abschreibers des Wörterbuchs beim Kopieren des Textes zu einem bereits abgeschriebenen Fragment des Protographen zurücksprang, d. h. er bereits kopierte Wörter wiederholte. So wurde beispielsweise bei der Lemma Kindlich zunächst die Entsprechung Waikifzkas der bereits abgeschriebenen Lemma Kindifch eingetragen; nachdem anschließend ein y über das s geschrieben worden war, wurde sie zu Waikifzkay korrigiert, vgl.:
P 144v kindisch – Waikifzkas kindisch werden
P 145r kindlich – Waikifzkay «←Waikifzkas»
Neben diesen kommen im Wörterbuch auch andere Fehler vor, die vermutlich ebenfalls vom Abschreiber von P verursacht wurden und nicht bereits in dem vor ihm liegenden Protographen vorhanden waren, aus dem er sie blind abgeschrieben hätte. Zu nennen sind die folgenden Fälle und Beispiele:
a) fehlerhaftes Lesen der Schriftzeichen im abzuschreibenden Text, z. B.:
P 81v Eÿdams Bruder – Zentą Prolis «corr. Bruder»
P 256v StiefKinder – Awaikei «corr. Stiefkinder»
P 305v Vorgebirg – Anikalnes «corr. Vorgebirge»
b) falsche Bestimmung der Wortgrenzen beim Abschreiben, wobei zwei Wörter als eines oder ein Wort als zwei behandelt werden, z. B.:
P 134v Höllenhund – Peklolžū «corr. Peklos lžū»
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P 15r Arbeitszeit – Arbeitsmaß «corr. Arbeitsmaß»
P 173r Milchmaß – Milchmaß «corr. Milchmaß»
Die Art der letztgenannten Fehler gibt Aufschluss über die sprachliche Kompetenz des Abschreibers von P. Aus ihnen lässt sich schließen, dass die Kenntnisse des Abschreibers von P im Litauischen noch bescheiden waren. Daher ist anzunehmen, dass er das Wörterbuch auch ab- bzw. umschrieb, um die Sprache zu lernen.
3.2. P und andere handschriftliche Wörterbücher Kleinlitauens
Ein genauerer Blick auf die Makrostruktur und Mikrostruktur von P lässt keinen Zweifel daran, dass es zur Familie der handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbücher Kleinlitauens aus dem 17. und 18. Jahrhundert gehört, die heute, wie von Vincas Urbutis festgestellt (Urbutis 1987: 59–75; Urbutis 2008: 622–623), aus den folgenden bis in unsere Zeit erhaltenen Handschriften besteht:
1) Lexicon Lithuanicum (Mitte des 17. Jahrhunderts, LMAVB RS: F 137 – 10, im Folgenden – Lex);
2) Clavis Germanico-Lithvana (nach 1680, LMAVB RS: F 137 13–14, im Folgenden – C);
3) das sogenannte Richter-Wörterbuch (1728, AFSt: J 84, im Folgenden – R);
4) das sogenannte Krause-Wörterbuch (3.–4. Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts, LLTIB R: F 1 – 5792, im Folgenden – K).
Zu dieser Wörterbuchfamilie zählt auch ein während des Zweiten Weltkriegs verschollenes Wörterbuch, das bis dahin wie Lex, C und K im Preußischen Staatsarchiv in Königsberg, im Ludwig-Rhesa-Nachlass, aufbewahrt worden war und die Signatur „Msc. 84 4°“ trug (im Folgenden – Q¹, Urbutis 1987: 70–75)25.
Lex, R, K, Q¹ und teilweise auch C26 sind aus derselben nicht erhaltenen lexikographischen Quelle hervorgegangen und repräsentieren mindestens zwei rekonstruierbare Prototypen unterschiedlichen Grades, die sich durch ihren Vergleich erschließen lassen – *Lex und das später daraus hervorgegangene *Q27. Genauer gesagt ist das bis in unsere Zeit erhaltene Lex die einzige bekannte Abschrift von *Lex, während R, K, Q¹ und teilweise auch C eine neue, überarbeitete und ergänzte, auf *Lex beruhende, aber bereits wesentlich erweiterte Redaktion von *Q darstellen (Urbutis 1987: 75; Urbutis 2008: 622–623).
Dass P mit dieser Familie handschriftlicher Wörterbücher Kleinlitauens in Verbindung steht, erwähnte auch der Entdecker der Handschrift, Lemeškinas (Lemeškin 2012: 31; Lemeškin 2013: 270, 271). Im Folgenden werden Beispiele angeführt, die diese Aussage belegen. Die genetischen Beziehungen von P zu Lex, C, R, K und Q¹ werden durch nahezu jedes ihrer Fragmente bezeugt (siehe Tabelle 2 und 3).
25 Fragmente dieses Wörterbuchs finden sich in den Arbeiten von Kazimieras Būga, Pranas Skardžius und anderen (zur Veröffentlichung siehe Zubaitienė 2009).
26 Zu den lexikographischen Ursprüngen des C mit seiner komplizierteren Entstehungsgeschichte und seinem Verhältnis zu anderen handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbüchern Kleinlitauens siehe ausführlicher Urbutis 1987: 70–75; Schiller 2002: 164–169; Triškaitė 2008: 44–74; Schiller 2009: 184–196.
27 Taip šį neišlikusį žodyną žymi Urbutis (1987: 74), o Christiane Schiller (2002: 165) – *KR arba *PRK (t. y. vok. Prä-Richter / Krause).
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28 In diesem Abschnitt der Makrostruktur weicht die Reihenfolge der Einträge in C und R etwas von P (sowie von Lex und K) ab. In der Tabelle sind sie entsprechend der Anordnung der Einträge in P aufgeführt; ihre tatsächliche Anordnung in der Quelle wird durch die Nummerierung in eckigen Klammern angezeigt.
29 Später vom Verfasser von C eingetragen. Hier und im Folgenden kennzeichnet das Zeichen ¬ die Grenzen des kommentierten Fragments.
30 Später von einer anderen Person eingetragen.
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P 158v
Lex 58r
C I 1175, 1178–1179
R 150
K 322–323
Lehren Unterrichten
Lehren Unterrichten.
[12] Lehren. Ich lehre, neu, lu, ti [...]
[17] Lehren Mokȳti.
Lehren Unterrichten.
Lehrer
Lehrer Mokitojis.
[13] Lehrer. Mokintojis, jô. M. [...]
[16] Lehrer, Lehrmeister.
Lehrer Mokitojis
Lehrhaftig Mokſlus
Lehrhaftig Mokslus.
[14] Lehrhaft. Mokĭlingas, ô. M. ga, ôs. F. gay.
[15] [Lehr]haftig Mokſlus.
Lehrhafttig Mokſlus.
Lehrjahr
[15] Lehr=Jahr
[10] [Lehr] Jahr
Lehrjahr
Lehrling Mokintinnis
Lehrling Mokintinis
[16] [Lehr=]Jung. Lehrend, -es ‹corr. iô›. M.
[11] [Lehr]ling Lehrling.
Lehrling Lehrling.
LehrM[ei]ft[e]r Lehrer
Lehrmeister Lehrer.
[17] [Lehr=]Meister. Lehrling.
[12] [Lehr] Meister Lehrer.
Lehr Meister Lehrer.
Wie zu sehen ist, sind die Gemeinsamkeiten, die die Wörterbücher verbinden, aufschlussreich: Nicht nur das Lemmainventar, d. h. die deutschen Stichwörter, stimmt überein, sondern auch der litauische Teil der Wörterbuchartikel: die litauischen Entsprechungen oder ihr Fehlen, ihre Beschaffenheit (ein Wort oder eine Wortverbindung), ihre Anzahl und Reihenfolge der Angabe (nur in einem einzelnen Wörterbuch dokumentierte Entsprechungen oder grammatische Informationen sind als eigenständiges Ergebnis der Weiterentwicklung des Prototyps anzusehen).
3 TABELLE. Gemeinsamkeiten von P mit Lex, R, K, Q1
31 Seiten unbekannt. Die Angaben zu Q1 stammen aus: Zubaitienė 2009: 162.
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Eine eingehende Analyse des Verhältnisses von P zu den erhaltenen und rekonstruierbaren handschriftlichen Wörterbüchern Kleinlitauens aus dem 17.–18. Jahrhundert ist ein Thema für eine gesonderte Untersuchung. Für diesmal sei lediglich gesagt, dass die Beispiele belegen, dass die Verbindung von P – ebenso wie die von R, K, Q1 – zu *Lex nicht unmittelbar, sondern über dessen Redaktion *Q verläuft (vgl. jene Wörterbuchartikel, die in Lex fehlen, aber in C, R, K, Q1 enthalten sind). Unter den erhaltenen Wörterbüchern steht P K am nächsten (vgl. das litauische Äquivalent Stellinges beim Lemma Legehöltzer in Tabelle 2; die litauischen Äquivalente Garbes waggis bei Ehrendieb, Garbes wainiks bei EhrenKrantz sowie das in beiden Wörterbüchern fehlerhaft eingetragene Kietenos ‹corr. Rietenos› bei EhrenPreiß in Tabelle 3).
Die textkritische Analyse belegt somit, dass P eine Abschrift ist, in der sich mindestens zwei Schichten früherer rekonstruierbarer handschriftlicher Wörterbücher widerspiegeln: 1) *Lex (indirekt über das daraus hervorgegangene *Q oder dessen Abschrift); 2) *Q (direkt oder indirekt über ein Zwischenwörterbuch). Daher muss bei der Auslegung der Worte „Auctor Hacke“ („Autor Hacke“) im Schenkungsvermerk und allgemein bei der Erörterung der Autorschaft von P unterschieden werden, was gemeint sein könnte und wonach zu suchen ist – nach dem Autor des Textes oder nach der Person, die die Abschrift angefertigt hat. Der gewählte Aspekt der gesuchten Autorschaft steckt unterschiedliche Grenzen des Suchfeldes im chronologischen Raum ab.
Im ersten Fall, das heißt bei der Suche nach dem Autor des in diesem Wörterbuch festgehaltenen Textes, muss der Blick auf das 17. Jahrhundert gerichtet werden – hier sind der Verfasser von *Lex (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) und der Bearbeiter seiner erheblich erweiterten Redaktion *Q32 (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts) zu suchen. Offensichtlich konnte der 1707 geborene Hacke unmöglich der Autor des in P festgehaltenen, im 17. Jahrhundert verfassten Textes sein.
Im zweiten Fall, das heißt bei der Beantwortung der Frage, wer den zuvor verfassten Text abgeschrieben hat und wie eine neue lexikografische Quelle – das sogenannte Prager Wörterbuch – entstanden ist, muss die Aufmerksamkeit auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, also die Entstehungszeit des Manuskripts, gerichtet werden. Und vor allem ist zu prüfen, ob Hacke, der auf dem Buchrücken des Manuskripts und im Schenkungsvermerk erwähnt wird, der Abschreiber von P gewesen sein könnte. Der einzige verlässliche Weg, dies festzustellen, ist der Vergleich der Handschrift des Wörterbuchabschreibers mit der von Hacke.
4.
ANALYSE DER HANDSCHRIFT DES ABSCHREIBERS DES SOGENANNTEN PRAGER WÖRTERBUCHS UND HAAKS
Eine Analyse der Handschrift des Abschreibers und Haaks ist möglich, da Autographe Haaks erhalten geblieben sind. Sie wurden in drei deutschen Archiven gefunden: 1) im Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg [UA Halle]);
32 Schiller vermutet, dass der Verfasser von *Q der Pfarrer von Katniava, Teofilis Šulcas (Theophil Schultz, 1629–1673), gewesen sein könnte, der die Grammatik von Kristupas Sapūnas für den Druck vorbereitete und 1673 veröffentlichte (Schiller 2005: 154).
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2) im Archiv der Franckeschen Stiftungen in Halle (Archiv der Franckeschen Stiftungen [AFSt]; 3) im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz zu Berlin (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz zu Berlin [GStA PK]).
Derzeit sind mindestens sechs Autographe Haaks bekannt. Es handelt sich um Einträge in den Dokumenten der Universität Halle und um Briefe, die an Gotthilf August Francke sowie an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. gerichtet waren:
1) Haaks Eintrag in den Matrikelbüchern der Universität Halle, 17. Dezember 1727 (UA Halle: Rep 46, Nr. 3 [Matrikel 1724–1741]; siehe Abb. 4);
2) Haaks Eintrag im Album Alumnorum der Universität Halle, nach dem 2. September 1728 (AFSt: W XX/III/5; siehe Abb. 5)33;
3) Haaks Eintrag im Album Alumnorum der Universität Halle, am oder nach dem 12. Juli 1730 (AFSt: W XX/III/5);
4) Haaks Brief an Gotthilf August Francke von Berlin nach Halle, 3. Mai 1732 (AFSt: H C 424:1; siehe Abb. 6);
5) Haaks Brief an Gotthilf August Francke von Stettin nach Halle, 19. Mai 1732 (AFSt: M 5 C 5:14)34;
6) Haaks Brief an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. von Königsberg nach Berlin (?), 22. Juni 1733 (GStA PK: XX. HA Hist. StA Königsberg, EM 56 e 4, Nr. 22, 1r–2v; siehe Abb. 7).
Dass diese Dokumente zweifelsfrei Autographe Haaks sind, belegen die gemeinsamen Merkmale ihrer Handschriften. Wie ersichtlich, umfassen diese Autographe die Jahre 1727–1733, liegen also in einem ähnlichen Zeitraum wie P (wenn man davon ausgeht, dass es in den 1730er- oder 1740er-Jahren des 18. Jahrhunderts entstand) und eignen sich daher besonders gut für einen Handschriftenvergleich.
Haaks Einträge in den Matrikelbüchern der Universität Halle und im Album Alumnorum sind in humanistischer Kursive der Neuzeit geschrieben35. Die drei Briefe Haaks hingegen sind in deutscher Sprache und neuzeitlicher gotischer Kursive verfasst; einzelne Wörter oder Morpheme nichtdeutscher Herkunft ausgenommen, die der paläographischen Tradition der Zeit entsprechend in humanistischer Kursive eingetragen wurden.
Das deutsch-litauische Wörterbuch aus Prag wurde von einer einzigen Person geschrieben, abgesehen von einigen späteren Einträgen. Es weist ebenfalls zwei Schriftarten auf: Die deutschen Lemmata sind in neuzeitlicher gotischer Kursive eingetragen, die litauischen Entsprechungen sowie lateinische oder andersstämmige Wörter, die im deutschen Lemmateil vorkommen (zum Beispiel Monatsnamen und Ortsnamen), hingegen in humanistischer Schrift. Der Text des Wörterbuchs P kann nur mit Beispielen derselben Schriftart aus Haaks Autographen verglichen werden.
33 Für den Hinweis auf dieses Archivdokument danke ich herzlich Frau Dr. (hp) Ona Aleknavičienė.
34 Šis laiškas jau publikuotas (žr. Drotvinas 2001: 179–186).
35 Erwähnenswert ist, dass es im Album Alumnorum auch mehrere deutschsprachige Einträge von Haaks Hand gibt, die belegen, dass ihm zeitweise die Führung dieses Registers anvertraut war (Informationen über die spätere Ernennung von Seminarteilnehmern u. Ä.).
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2 ABB. P 19v: Wörterbuchfragment; Prag, Národní knihovna České republiky: XVI.F.30
Bei der Analyse der Handschrift des Abschreibers von P und derjenigen Haks wurde die Methodik der Handschriftenuntersuchung durch Schriftgutachten herangezogen (Michel 1982; Kurapka, Malevski, Palskys, Kuklianskis 1998). Beim Vergleich der beiden Handschriften und der Suche nach Übereinstimmungen oder Unterschieden richtete sich die Aufmerksamkeit auf allgemeine und spezielle Handschriftenmerkmale; letztere sind am stabilsten und haben daher den größten Beweiswert (Kurapka, Malevski, Palskys, Kuklianskis 1998: 205).
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ABB. 3. P 109v: Wörterbuchfragment; Prag, Národní knihovna České republiky: XVI.F.30
ABB. 4. Eintrag von Friedrich Wilhelm Haack in den Matrikeln der Universität Halle, 1727-12-17; Halle, Archiv der Martin-Luther-Universität: Rep 46, Nr. 3 (Matrikel 1724–1741)
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Bei der Beurteilung des gesamten Schriftbildes des P-Abschreibers und Haks sowie beim Vergleich der gotischen und humanistischen Schriftabschnitte in P mit den entsprechenden Abschnitten in Haks Autografen entsteht der Eindruck, dass es sich um die Handschriften verschiedener Personen handelt (vgl. Abb. 2, 3 und 4, 5, 6, 7).
Dieser Eindruck ändert sich auch dann nicht, wenn man die Schrift einzelner Buchstaben der betreffenden Schriftarten und ihrer Elemente oder die Art ihrer Verbindung genauer betrachtet. So zeigen sich beim Vergleich gotischer Kursive aus dem Prager Wörterbuch und Haks Autografen insbesondere Unterschiede in den Formen der Buchstaben D, E, G, K, T, V, a, e, g, h, k, r und weiterer Buchstaben sowie in ihrer Verbindung (vgl. Tabelle 436).
4 TABELLE. Gotische Kursive der Neuzeit in P und in Haks Autografen
Text des Abschreibers von P
Haks Autografen
Durch
Ewigkeit
Gnade
Herr
König, Könige
Pfarrer
Tag, Tages
Vater, Vaters
36In der Tabelle sind die Fragmente aus P und Hakes Autographen in Originalgröße wiedergegeben.
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Bei der Analyse der Beispiele humanistischer Schrift werden auch die Unterschiede in Form und Verbindung der Buchstaben A, D, I, P, f, l, ſ und anderer deutlich (vgl. Tabelle 537).
5 T A B E L L E. Humanistische Schrift in den Autographen von P und Hacke
Text des Abschreibers von P | Hakes Autographen April, Aprill | [handschriftliche Auszüge] December, Decembr. | [handschriftliche Auszüge] Ianuari[us], Ianuarij | [handschriftliche Auszüge] Professor, Profelleur | [handschriftliche Auszüge]
Der Vergleich der Handschriften zeigt also, dass die für den Abschreiber von P charakteristischen Schriftmerkmale in Hakes Autographen nicht vorkommen und umgekehrt. Daher kann Hacke nicht als Abschreiber von P gelten.
Diese Schlussfolgerung wird durch ein weiteres Argument gestützt, das dagegen spricht, Hacke mit dem Abschreiber von P gleichzusetzen. Wie bereits erwähnt, finden sich in P fehlerhaft aus dem Protographen abgeschriebene litauische Entsprechungen (weil Schriftzeichen falsch gelesen oder Wortgrenzen falsch bestimmt wurden; siehe Abschnitt 3.1), die von der nicht besonders hohen Kompetenz des Abschreibers von P im Litauischen zeugen. Es erscheint unwahrscheinlich, dass Hacke, der die Korrekturen des Neuen Testaments prüfte und ein litauisches Wörterbuch sowie eine Grammatik verfasste, sich beim Abschreiben litauischer Wörter geirrt haben könnte, besonders bei solchen, die den lexikalischen Kern der Sprache bilden, z. B.: Prolis «corr. Brolis» P 81v, Awaikei «corr. Pawaikei» P 256v usw. Vielmehr ist sogar anzunehmen, dass Hacke Fehler, die sich im Protographen fanden, nicht in die Abschrift übernommen, sondern verbessert hätte.
Zurück zum Donationsvermerk am Anfang des Manuskripts, der Hacke die Urheberschaft zuschreibt, ist festzustellen, dass er ungenau ist – Hacke ist weder Verfasser des Wörterbuchs noch dessen Abschreiber. Der Grund für den Irrtum liegt wahrscheinlich darin, dass der Vermerk, wie von Lemeškin erwähnt (Lemeškin 2013: 277), erst nach Hakes Tod, also nach dem 19. November 1754, angefertigt wurde – darauf weist der Gebrauch des Präteritums hin: „Auctor Hacke. || War Prediger in Lithauen.“38 („Verfasser Hacke. War Prediger in Litauen.“). Genauer
37In der Tabelle sind die Fragmente aus P und Hakes Autographen in Originalgröße wiedergegeben.
38Beim Zitieren hervorgehoben.
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Demnach entstand die Provenienzangabe im Manuskript, die Haks Autorschaft behauptet, mehr als zwanzig Jahre nachdem Haack im Frühjahr 1732 Halle verlassen hatte. Eine solche Datierung der Provenienzangabe ist durchaus möglich, da der als Schenker des Manuskripts wahrscheinlichste Kandidat, Siegmund Jakob Baumgarten, Haack um zweieinhalb Jahre überlebte (er starb am 4. Juli 1757). Wenn die Provenienzangabe also von Baumgarten selbst oder nach seinem Diktat eingetragen wurde, ist sie zwischen Ende November 1754 und Anfang Juli 1757 zu datieren; stammt der Eintrag hingegen von einer anderen Person, könnte er noch später erfolgt sein – bis 1777, als das Manuskript in die Privatbibliothek des Wiener Universitätsprofessors Joseph Zlobicky gelangte39. Wie dem auch sei, dieser Schenkungsvermerk bezeugt, dass Haks Name im Gedächtnis der Hallenser noch ein Vierteljahrhundert oder länger danach lebendig war.
Bei der Frage, warum gerade Haack als Autor des P-Manuskripts eingetragen wurde, besteht kein Zweifel daran, dass dies mit seiner aktiven Tätigkeit am Litauisch-Sprachseminar in Halle zusammenhängt. Wie bereits erwähnt (siehe Kap. 2), war Haack der zweite Dozent dieses Seminars und unterrichtete Theologiestudenten vier Jahre lang in litauischer Sprache (1728–1732-04). Gerade zu dieser Zeit entfaltete sich im Seminar die intensivste schöpferische Tätigkeit. Unter Franckes Leitung arbeiteten nicht nur Haack selbst an litauischen Schriften, sondern er bezog auch Seminarteilnehmer in deren Vorbereitung ein. Die beharrliche Arbeit trug Früchte – wie erwähnt, erschienen die gemeinschaftliche Übersetzung von Freylinghausens Traktat (1729), Haks zweibändiges Wörterbuch und eine litauische Grammatik (1730); außerdem wurden weitere religiöse Werke übersetzt (siehe Kap. 2). Die entscheidende Rolle bei dieser Arbeit spielte selbstverständlich Haack, der aus dem litauischsprachigen Kretingalė stammte und die litauische Sprache ausgezeichnet beherrschte – sein Beitrag war der größte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat im April 1732 kam die schöpferische Tätigkeit des Seminars zum Erliegen (Schiller 1994: 198). Haack war somit der Dozent, der die tiefsten Spuren in der Geschichte des Litauisch-Sprachseminars in Halle hinterließ. Höchstwahrscheinlich brachte der Schenker von P, Baumgarten, dieses Manuskript, das vermutlich ein Seminarteilnehmer nach Halle mitgebracht hatte, mit Haks Vocabularium in Verbindung und hielt es für dessen Handschrift. Wohl nicht zufällig wird im Schenkungsvermerk auch die Grammatik erwähnt, die zusammen mit Haks Wörterbuch erschienen war.
Die Fragen der Autorschaft von P – wer das Wörterbuch verfasst und wer es später abgeschrieben hat – bleiben also offen. Der wohl einzige Weg, diese für die Geschichte des Textes und des Manuskripts wichtigen Fragen zu beantworten, besteht in der Suche nach dokumentarischem Material und in der Analyse der Handschriften. Daher sollten Archive nach Autographen von Studenten der Universitäten Königsberg und Halle aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie von Geistlichen oder Präzentoren durchsucht werden, die in den litauischen Gemeinden Ostpreußens tätig waren, ferner nach Dokumenten, die deren litauistische Tätigkeit belegen und möglicherweise dazu beitragen könnten, das Rätsel um die Autorschaft dieses Manuskripts und des darin überlieferten Textes zu lösen.
39 Siehe die zweite Provenienzangabe auf dem unbeschriebenen Vorsatzblatt von P: „Ex Libris Iosephi Zlobický ‖ Professoris litteraturae Bo=‖hemicæ Vienæ 1777.“ (P 1r).
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5. SCHLUSSFOLGERUNGEN
5.1. Die textologische Analyse des Prager handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts) belegt, dass P eine Abschrift eines älteren handschriftlichen Wörterbuchs aus Kleinlitauen ist. In P sind die Texte der im 17. Jahrhundert entstandenen anonymen Wörterbücher *Lex und *Q überliefert.
5.2. Die Bearbeiter des deutsch-litauischen Wörterbuchtexts, der in P ebenso wie in den sogenannten Wörterbüchern von Richter (1728) und Krause (1730er–1740er Jahre des 18. Jahrhunderts) belegt ist und hinsichtlich seiner Entstehung mehrere Schichten aufweist, sind im 17. Jahrhundert zu suchen. Daher kann Friedrich Wilhelm Haack (1707–1754), der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebte und dem in einer der Provenienzangaben des Manuskripts die Autorschaft von P zugeschrieben wird, nicht als Verfasser dieses Wörterbuchtexts gelten.
5.3. Haack kann auch nicht mit der Person identifiziert werden, die die Abschrift des Wörterbuchs angefertigt hat. Dies wurde durch einen Vergleich der Handschrift des P-Abschreibers mit derjenigen Haks anhand seiner in deutschen Archiven gefundenen Autographen festgestellt.
5.4. Solange der Abschreiber dieses handschriftlichen Wörterbuchs nicht identifiziert ist, sollte das Manuskript weiterhin nicht nach Haack, sondern nach der Stadt benannt werden, in der es heute aufbewahrt wird – also Prager Wörterbuch.
QUELLEN UND LITERATUR
Aleknavičienė Ona, Schiller Christiane 2002: Johannes Behrendtas – Dawádno Móklo apie Dujbios Ißgánimą (1729) redaktorius, recenzentas ir maldos vertėjas. – Archivum Lithuanicum 4, 43–78.
Arnoldt Daniel Heinrich 1777: D. Daniel Heinrich Arnoldts, Königlich(en) Preußischen Oberhofpredigers und Consistorialraths, kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den Lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern. Herausgegeben von Friedrich Wilhelm Benefeldt, Pfarrer in Arnau, Königsberg, bey Gottlieb Lebrecht Hartung. 1777.
BržA II – Vaclovas Biržiška, Aleksandrynas. Biografien, Bibliografien und Biobibliografien litauischer Schriftsteller der älteren Zeit, die vor 1865 schrieben, 2. Das 18.–19. Jahrhundert. Chicago: JAV LB Kultūros Fondas, 1963.
Buchienė Tamara, Palionis Jonas 1957: Pirmosios spausdintos lietuvių kalbos gramatikos. – Pirmoji lietuvių kalbos gramatika. 1653 metai. Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla, 9–63.
C – CLAVIS GERMANICO-LITHVANA [nach 1680]; LMAVB RS: f. 137 13–14; Faksimileausgabe: Clavis Germanico-Lithvana. Ein handschriftliches deutsch-litauisches Wörterbuch des 17. Jahrhunderts 1–2, herausgegeben von Vincentas Drotvinas. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla, 1995–1997; 3–4, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 1997.
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Drotvinas Vincentas 1998: F. W. Haacko „Vocabularyrim Litthvanico-Germanicum, et Germanico–Litthvanicum“ (Halle, 1730). – Lietuvių kalbotyros klausimai 39, 82–99.
Erler Georg 1911/1912: Die Matrikel und die Promotionsverzeichnisse der Albertus-Universität zu Königsberg i. Pr. 2. Die Immatrikulationen von 1657–1829. Leipzig: Verlag von Duncker & Humblot.
Erler Georg 1917: Die Matrikel der Albertus-Universität zu Königsberg i. Pr. 3. Personenregister und Heimatverzeichnis. Leipzig: Verlag von Duncker & Humblot.
Falkenhahn Viktor 1964: Zu den Anfängen der Baltistik. – Beiträge zur Geschichte der Slawistik. Berlin: Akademie-Verlag, 256–265.
Francke Gotthilf August 1732-05-01: Brief an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. von Halle nach Berlin; AFSt: H C 424:2.
Francke Gotthilf August 1732-05-13: Brief an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. von Halle nach Berlin; AFSt: M 5 C 5:28.
Friedrich Wilhelm I 1733-10-01a: Erlass des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den Oberpfarrer des Kirchspiels Ragnit betreffend die Einführung Friedrich Wilhelm Haacks in die Pfarrei Pillkallen; GStA PK: XX. HA Hist. StA Königsberg, EM 118 e 3, Nr. 72.
Friedrich Wilhelm I 1733-10-01b: Erlass des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den Amtsvorsteher von Ragnit betreffend die Einführung Friedrich Wilhelm Haacks in die Pfarrei Pillkallen; GStA PK: XX. HA Hist. StA Königsberg, EM 118 e 3, Nr. 72.
Haack Friedrich Wilhelm 1727-12-17: Eintrag in den Matrikeln der Universität Halle; UA Halle: Rep 46, Nr. 3 (Matrikel 1724–1741).
Haack Friedrich Wilhelm [nach 1728-09-02]: Eintrag in „Album Alumnorum Mensae Regiae Borusicae provincialis ex regia liberalitate adparatae inde a Cal. Ian. MDCCXXVIII“. – Ordnung und Album des königlich preußischen Provinzial-Fre unbat?; AFSt: W XX/III/5.
Haack Friedrich Wilhelm [1730-07-12 oder später]: Eintrag in „Album Alumnorum Mensae Regiae Borusicae provincialis ex regia liberalitate adparatae inde a Cal. Ian. MDCCXXVIII“. – Ordnung und Album des königlich preußischen Provinzial-Freitischs; AFSt: W XX/III/5.
Haack Friedrich Wilhelm 1732-05-03: Brief an Gotthilf August Francke aus Berlin nach Halle; AFSt: H C 424:1.
Haack Friedrich Wilhelm 1732-05-19: Brief an Gotthilf August Francke aus Stettin nach Halle; AFSt: M 5 C 5:14.
Haack Friedrich Wilhelm 1733-06-22: Brief an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. aus Königsberg nach Berlin (?); GStA PK: XX. HA Hist. StA Königsberg, EM 56 e 4, Nr. 22, 1r–2v.
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HŽ – VOCABVLARIVM LITTHVANICO-GERMANICVM, ET GERMANICO-LITTHVANICVM, Darin alle im Neuen Testament und Psalter befindliche Wörter nach dem Alphabet enthalten sind; Nebst Einem Anhang einer kurtzgefaßten Litthauiſchen GRAMMATIC. Ausgefertiget von Friederich Wilhelm Haack / S.S. Theol. Cultore, zur Zeit Docente im Litthauiſchen Seminario zu Halle. HALLE, Druckts Stephanus Orban, Univerſ. Buchdr.
Juntke Fritz 1960: Matrikel der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1. 1690–1730. Halle: Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt.
K – Handschriftliches sog. Krause-Wörterbuch der deutschen und litauischen Sprache [3.–4. Jahrzehnt des 18. Jh.]; LLTIB R: f. 1 – 5792.
Kaunas Domas 1996: Mažosios Lietuvos knyga. Lietuviškos knygos raida 1547–1940. Vilnius: Baltos lankos.
Lemeškin Ilja 2012: Friedrichui Wilhelmui Haackui priskiriamas Prahos rankraštinis vokiečių–lietuvių kalbų žodynas. – Mažoji Lietuva: paribio kultūros tyrimai. Kalbų ir kultūrų sankirtų archyvai 3. Vilnius: Europos kalbų ir kultūrų dialogo tyrėjų asociacija, 31–58.
Lex – LEXICON LITHUANICUM [Mitte des 17. Jh.]; LMAVB RS: f. 137 – 10; dokumentarische Ausgabe: Lexicon Lithuanicum. Rankraštinis XVII a. vokiečių–lietuvių kalbų žodynas, herausgegeben von Vincentas Drotvinas. Vilnius: Mokslas, 1987.
LyK – [Heinrich Johann Lysius] 1993: Mažasis katekizmas, pagal Berlyno rankraštį parengė Pietro Umberto Dini. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.
Michel Lothar 1982: Gerichtliche Schriftvergleichung. Eine Einführung in Grundlagen, Methoden und Praxis. Berlin, New York: Walter de Gruyter.
Moeller Friedwald 1968: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945 1. Die Kirchspiele und ihre Stellenbesetzungen. Hamburg: Selbstverlag des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V.
P – Handschriftliches sog. Prager Wörterbuch der deutschen und litauischen Sprache [erste Hälfte des 18. Jh.]; NK ČR: XVI.F.30.
Pauli Johann Arnold 1727-09-10: Brief an Gotthilf August Francke aus Klaipėda nach Halle; AFSt: H C 467:3.
Straipsniai / Articles
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BIRUTĖ TRIŠKAITĖ
Pauli Johann Arnold 1728–01–07: Brief an Gotthilf August Francke aus Klaipėda nach Halle; AFSt: H C 467:1.
Q¹ – Handschriftliches deutsch-litauisches Wörterbuch [3.–4. Jahrzehnt des 18. Jh.?; verschollen; ehemalige Signatur des Preußischen Staatsarchivs in Königsberg: Msc. 84 4º].
Quandt 4 – [Johann Jacob Quandt, vor 1772] Preuss. Presbyterologie 4; GStA PK: XX. HA Hist. StA Königsberg, Hs. 2.
R – Handschriftliches sog. Richter-Wörterbuch der deutschen und litauischen Sprache, 1728; AFSt: J 84.
Schiller Christiane 1994: Das Litauische Seminar in Halle (1727–1740) und seine Mitglieder. Auf Spurensuche. – Acta Baltica 32, 195–223.
Schiller Christiane 2002: Clavis Germanico-Lithvana – ein Werk von Friedrich Prätorius d.Ä.? – Linguistica Baltica 10, 159–172.
Schiller Christiane 2005: Wie alt ist ein Wörterbuch? Überlegungen zur relativen Chronologie von Wörterbüchern. – Kalbos istorijos ir dialektologijos problemos 1. Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla, 153–159.
Schiller Christiane 2009: Zur Geschichte der preußisch-litauischen Lexikographie. Die handschriftliche Lexikographie bis 1744. Berlin (Habilitationsschrift).
Specht Franz 1935: Das Litauische Seminar an der Universität Halle. – Archivum Philologicum 5, 36–53.
Subačius Paulius 2001: Tekstologija. Teorijos ir praktikos gairės. Vilnius: Aidai.
Triškaitė Birutė 2008: Rankraštinio Mažosios Lietuvos žodyno Clavis Germanico-Lithvana geneze (daktaro disertacija). Kaunas: Vytauto Didžiojo universiteto leidykla.
Urbutis Vincas 1987: 1728 m. klaipėdiškių žodyno leksikografiniai šaltiniai. – Baltistica 23(1), 57–75.
Urbutis Vincas 2008: Žodynų istorija. – Lietuvių kalbos enciklopedija. Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, 622–628.
Winter Eduard 1954: Die Pflege der West- und Südslavischen Sprachen in Halle im 18. Jahrhundert. Beiträge zur Geschichte des bürgerlichen Nationwerdens der west- und südslavischen Völker. Berlin: Akademie-Verlag.
Zubaitienė Vilma 2009: Neišlikusių XVIII amžiaus Mažosios Lietuvos rankraštinių žodynų fragmentai. Bibliotheca Archivi Lithuanici 8. Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
Zubaitienė Vilma 2012: Frydrichas Vilhelmas Hakas, Vocאבularium Liththvanico-Germanicum, et Germanico-Litthvanicum... Nebst einem Anhang einer kurtzgefaßten Litthauischen Grammatic (1730) 2. Studija, indeksai, rodyklės. Vilnius: Vilniaus universiteto leidykla.
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Acta Linguistica Lithuanica LXXI
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Ist Friedrich Wilhelm Haack der Verfasser des sogenannten Prager handschriftlichen Wörterbuchs?
Ist Friedrich Wilhelm Haack der Verfasser des sogenannten Prager Manuskriptwörterbuchs?
ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Artikel wird die Frage der Autorschaft des sogenannten Prager handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuchs (erste Hälfte des 18th. Jahrhunderts) untersucht, das Ilya Lemeshkin vor einigen Jahren in der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik gefunden hat (Národní knihovna České republiky: XVI.F.30; im Folgenden Prager Wörterbuch). Ziel des Artikels ist es zu untersuchen, ob der Lexikograf und evangelisch-lutherische Geistliche Kleinlitauens Friedrich Wilhelm Haack (1707–1754) der Verfasser des Wörterbuchs gewesen sein könnte. Diese Annahme beruht auf der Provenienzangabe am Anfang des Manuskripts, in der es heißt: „Auctor Hacke. || War Prediger in Lithauen. Hat || зu Halle ſtudirt. Seine Sprach=||lehre ſoll auf dem Waiſenhauſe || gedruckt ſeyn [...].“
Um diese Frage zu beantworten, wird erörtert, ob der in der Widmungsinschrift erwähnte „Hacke“ mit Friedrich Wilhelm Haack gleichgesetzt werden kann. Trotz einer geringfügigen Abweichung in der Schreibweise des Nachnamens (Hacke vs. Haack) belegt ein kurzer Überblick über Haacks Biografie, dass es sich um ihn handelt.
Bei der Untersuchung der Frage der Autorschaft wurde berücksichtigt, dass das Wort „Auctor“ nicht nur als Verfasser eines Textes, sondern auch als dessen Abschreiber verstanden werden konnte; daher wurde der Charakter des Textes des Prager Wörterbuchs erörtert. Die Textanalyse ergab, dass das Prager Wörterbuch keine eigenständige lexikografische Arbeit, sondern eine Abschrift eines früheren Wörterbuchs ist. Ein Vergleich des Prager Wörterbuchs mit anderen in Kleinlitauen zusammengestellten handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbüchern (d. h. Lexicon Lithuanicum, Clavis Germanico-Lithvana, den sogenannten Richter- und Krause-Wörterbüchern) ergab, dass sie einen gemeinsamen Ursprung haben und das Prager Wörterbuch Texte von mindestens zwei im 17th. Jahrhundert zusammengestellten Wörterbüchern wiedergibt. Haack, der in der ersten Hälfte des 18th. Jahrhunderts lebte, kann folglich nicht der Verfasser des im Prager Wörterbuch überlieferten Textes aus dem 17th. Jahrhundert gewesen sein.
Anhand von Haacks in deutschen Archiven gefundenen Autografen wurde seine Handschrift mit der Handschrift des Abschreibers des Prager Wörterbuchs verglichen. Daraus wurde der Schluss gezogen, dass Haack nicht einmal mit dem Abschreiber des Wörterbuchs gleichgesetzt werden kann. Die durchgeführte Untersuchung zeigt somit, dass die Angaben in der Provenienznotiz des Manuskripts nicht zutreffen, d. h. Haack war weder der Verfasser noch der Abschreiber des Prager Wörterbuchs. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Schenker des Prager Wörterbuchs es für das Manuskript von Vocabularium Litthvanico-Germanicum, et Germanico-Litthvanicum (Halle, 1730) von Haack hielt.