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LAURA GERŽOTAITĖ
Institut für Litauische Sprache
Forschungsschwerpunkte: areale Erforschung der baltischen Sprachen, Dialektologie, Geolinguistik, perzeptive Dialektologie.
DOI: https://doi.org/10.35321/a1181-08
DIE VORSTELLUNGEN JUNGER OSTHOCHLITAUER – DER KUPIŠKĖNER UND UTENER – VON IHRER SPRACHLICHEN HEIMAT
Vorstellungen von der sprachlichen Heimat junger ostlitauischer Hochlitauer aus Kupiškis und Utena
ZUSAMMENFASSUNG
Der Artikel stellt eine Untersuchung der Vorstellungen junger Osthochlitauer – der Kupiškėner und Utener – von ihrer sprachlichen Heimat vor. Das Untersuchungsmaterial besteht aus Daten einer Studie, die nach den Prinzipien der perzeptiven Dialektologie durchgeführt wurde.
Die Analyse zeigt, dass die Schüler aus Utena sich als aktive Nutzer des Dialektcodes betrachten. Die Jugendlichen aus Kupiškis neigen dazu, sich von dieser Ausdrucksform zu distanzieren. Hinsichtlich der Verwendungsbereiche (oder Domänen) des Dialektcodes sind die Einstellungen der Befragten ähnlich. Die gezeichneten (mentalen) Karten zeigen, dass vor allem die Jugendlichen aus Utena dazu neigen, ihre sprachliche Heimat mit den Gebieten dialektaler Ausprägung gleichzusetzen. Indem sie eine tatsächliche Distanz zu den Orten des benachbarten Subdialekts herstellen, grenzen sich die Schüler aus Kupiškis offenbar von ihrer eigenen sprachlichen Ausdrucksform ab.
In den Vorstellungen der befragten Jugendlichen vom Dialektcode sind die Merkmale deutlich ausgeprägt, die den Vertreter des traditionellen Dialekts, also des NORM, kennzeichnen. Sowohl die Befragten aus Kupiškis als auch jene aus Utena assoziieren eine Person, die Dialekt spricht, mit dem Dorf. Nach Ansicht der Mehrheit der Schüler aus Kupiškis ist der Dialektcode die sprachliche Ausdrucksform der Vergangenheit und der älteren Generation. Häufiger als die Befragten aus Utena verbinden sie diesen Code zudem untrennbar mit der Achtung vor Sprache, Kultur und Heimat.
Die auf den Karten der Schüler aus Utena eingezeichneten Grenzen der Variante ihrer sprachlichen Heimat stimmen nahezu mit den Grenzen des östlichen Osthochlitauischen Regiolekts überein, den Geolinguisten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts abgegrenzt haben. Diese sprachliche Formation ähnelt stark dem Gebiet der sogenannten fünften Ostgruppe auf der rekonstruierten Dialektkarte von Antanas Baranauskas oder dem Gebiet der Kupiškėner Osthochlitauer gemäß der Dialektklassifikation von Zigmas Zinkevičius und Aleksas Girdenis sowie dem sie umgebenden Gebiet der sogenannten sechsten Ostgruppe beziehungsweise des Utena-Subdialekts.
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Die verbalen und visuellen Einstellungen offenbaren das Verhältnis der jungen Generation der Ostaukštaiten zur historischen objektiven sprachlichen Variation sowohl ihrer Heimatorte als auch des gesamten östlichen Teils des litauischen Sprachgebiets.
Der Artikel stellt eine Untersuchung zu den Vorstellungen von der sprachlichen Heimat der jungen OstaukštaitenAukštaitians aus Kupiškis und Utena vor. Das in der Untersuchung ausgewertete Material besteht aus Daten, die im Rahmen einer nach den Prinzipien der perzeptiven Dialektologie durchgeführten Erhebung gewonnen wurden.
Die Analyse zeigt, dass sich die Schülerinnen und Schüler in Utena als aktive Nutzer des Dialektcodes betrachten. Die Jugendlichen in Kupiškis neigen dazu, sich von diesem sprachlichen Selbstausdruck zu distanzieren. Die Befragten haben ähnliche Einstellungen zu den Verwendungsbereichen des Dialektcodes. Die gezeichneten (mentalen) Karten zeigen, dass die Jugendlichen in Utena ihre sprachliche Heimat häufiger mit Dialektgebieten gleichsetzen. Indem sie eine tatsächliche Distanz zwischen sich und den Orten der benachbarten Mundart herstellen, grenzen sich die Schülerinnen und Schüler in Kupiškis möglicherweise von ihrem eigenen sprachlichen Ausdruck ab.
Die Merkmale, die die Vertreter des traditionellen Dialekts beziehungsweise NORM beschreiben, sind in den Vorstellungen der befragten Jugendlichen vom Dialektcode recht deutlich ausgeprägt. Sowohl die Befragten aus Kupiškis als auch jene aus Utena verbinden eine dialektsprechende Person tendenziell mit ländlichen Gebieten. Nach Ansicht der Mehrheit der Schülerinnen und Schüler in Kupiškis ist der Dialektcode ein sprachlicher Ausdruck der Vergangenheit und der älteren Generation. Häufiger als die Befragten aus Utena betrachten sie diesen Code als untrennbar mit der Achtung vor Sprache, Kultur und Land verbunden.
Die auf den Karten der Schülerinnen und Schüler in Utena eingezeichneten Grenzen der Variation der sprachlichen Heimat stimmen nahezu mit den Grenzen des ostöstlichenAukštaitian Regiolekts überein, die Geolinguisten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts festgelegt haben. Diese sprachliche Formation ähnelt stark dem Gebiet des sogenannten Fünften Ostaukštaitischen auf der rekonstruierten Dialektkarte von Antanas Baranauskas oder den OstaukštaitenAukštaitians von Kupiškis nach der Dialektklassifikation von Zigmas Zinkevičius und Aleksas Girdenis sowie dem umliegenden Gebiet des sogenannten Sechsten Ostaukštaitischen oder der Mundart von Utena.
Die verbalisierten und visualisierten Einstellungen offenbaren das Verhältnis der jungen Generation der OstaukštaitenAukštaitians zur historischen objektiven sprachlichen Variation sowohl ihrer Geburtsorte als auch des gesamten östlichen Teils des litauischen Sprachgebiets.
Die sprachlichen Heimatvorstellungen der jungen Ostaukštaiten – der Kupiškėner und Utenaer
1. EINLEITUNG
Im vergangenen Jahrzehnt beschränkte man sich in Litauen nicht auf Untersuchungen, die mit den Methoden der traditionellen deskriptiven Dialektologie durchgeführt wurden und ein statisches Bild des Dialekts herausarbeiten (Mikulėnienė, Meiliūnaitė 2014; Mikulėnienė, Leskauskaitė, Ragaišienė, Geržotaitė, Birgelienė 2016; Mikulėnienė 2018; Čepaitienė 2018 u. a.). Die zunehmende Interaktion zwischen den Dialekten sowie zwischen ihnen und der Standardsprache und anderen lokalen Sprachvarianten führt dazu, dass im Sprachgebrauch immer häufiger sowohl dialektale als auch standardsprachlich nähere Sprachvarianten verwendet werden. Um die sprachliche Variabilität einer bestimmten Mundart umfassend beurteilen zu können, kommt nicht nur der objektiven Erfassung ihrer charakteristischen sprachlichen Merkmale Bedeutung zu, sondern auch der subjektiven Einstellung einfacher Mitglieder der Sprachgemeinschaft, die die Wahl einer bestimmten Sprachvariante beeinflusst (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2016: 89–120; 2016a: 17–33; Geržotaitė 2016a: 321–339; Geržotaitė, Čepaitienė 2016: 84–100 u. a.). Einstellungen sind somit einer der wesentlichen Faktoren, die den (Eigen)wert einer lokalen Variante schaffen und zugleich ihre Vitalität und Kontinuität sichern.
Neuheit und Aktualität. Prospektiv angelegte Untersuchungen zu den traditionellen ostaukštaitischen Unterdialekten, insbesondere zum Kupiškėner Unterdialekt, wurden bislang kaum durchgeführt. Zu nennen ist lediglich eine Untersuchung der geolinguistischen Kompetenz von Schülern aus Kupiškis, die eine recht konsequente Abgrenzung der einheimischen Jugendlichen von ihrem eigenen dialektalen Ausdruck aufzeigte (Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017: 88, 117)¹. Einige frühere Untersuchungen zu den Einstellungen gewöhnlicher Sprachbenutzer im Gebiet des an den Kupiškėner Unterdialekt angrenzenden ostaukštaitischen Anykščiai-Unterdialekts verfolgten andere Ziele (Aliūkaitė 2008: 129–142; 2009: 164–179).
Ziel dieses Beitrags ist es, auf der Grundlage der Prinzipien der perceptuellen Dialektologie die sprachlichen Heimatvorstellungen der Untersuchungsteilnehmer aus den Gymnasien von Kupiškis und Utena zu vergleichen und die Vitalität des Kupiškėner Unterdialekts zu beurteilen.
Gegenstand des Beitrags sind die sprachlichen Heimatvorstellungen von Schülern aus Kupiškis und Utena.
Die Untersuchungsteilnehmer sind Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren aus zwei Gymnasien (Informationen zu den Befragten siehe Tabelle).
¹ Die geolinguistische Kompetenz einfacher Mitglieder einer Sprachgemeinschaft wird als Wissen und Fähigkeit definiert, sprachliche Variabilität zu erkennen und sie mit bestimmten geografischen, sozialen und kulturellen Räumen in Verbindung zu bringen (Diercks 2002: 52–53; Aliūkaitė, Mikulėnienė 2016: 92).
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TABELLE. Merkmale der untersuchten Jugendlichen aus Kupiškis und Utena
Die befragten Schülerinnen und Schüler lassen sich einer Altersgruppe zuordnen. Die Studie stützt sich auf Penelope Eckerts Auffassung, dass der Altersklassifikation nicht eine präzise Chronologie, sondern Lebensphasen zugrunde liegen. Aufgrund ihrer sprachlichen, kulturellen und sozialen Erfahrungen sowie der Identitätsphase der Adoleszenz gehören die Befragten derselben Generation an (Eckert 1997: 151–167; Aliūkaitė 2007: 145).
Das empirische Forschungsinstrument ist ein anonymer Fragebogen zu bewussten Einstellungen Bewertung des Dialektsprechens und der Standardsprache, der im Rahmen des 2014–2016 durchgeführten Projekts Der Platz der Standardsprache auf der mentalen Karte der litauischen Sprache erstellt wurde (ausführlicher siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė 2016: 97–99). Im einleitenden Teil des Fragebogens werden soziodemografische Daten der Befragten erfasst: Geschlecht, Alter, Herkunfts- und Wohnort; außerdem enthält er Fragen zur Dialektkompetenz und zur aktiven Verwendung sowie zur Verteilung der Sprachvarianten, also zu den Domänen. Im Hauptteil wird das Modell der perzeptiven Dialektologie umgesetzt: die Lokalisierung von Dialekt und Standardsprache auf gezeichneten Karten sowie Assoziationen zu einer Person, die Dialekt beziehungsweise Standardsprache spricht, und Weiteres.
Das Untersuchungsmaterial umfasst 187 Fragebögen. Davon füllten 119 Schülerinnen und Schüler des Laurynas-Stuoka-Gucevičius-Gymnasiums in Kupiškis im Rahmen des 2014–2016 durchgeführten Projekts Der Platz der Standardsprache auf der mentalen Karte der litauischen Sprache aus². Ein Teil des Materials (prototypische Areale des Dialekts und der Standardsprache auf gezeichneten Karten sowie Assoziationen zu einer Person, die Dialekt beziehungsweise Standardsprache spricht) wurde veröffentlicht (ausführlicher siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017: 78–102, 140, 185, 263). Ergänzt werden diese Daten durch 68 Fragebögen³, die 2018 am Adolfo-Šapoka-Gymnasium in Utena erhoben wurden.
Die Vorstellungen von der sprachlichen Heimat, die sich im Sprachbewusstsein der Befragten herausgebildet haben, werden anhand der Daten aus folgenden Aufgaben des Fragebogens herausgearbeitet: 1) nach einer Erörterung der befragten Orte
² Das Projekt wurde mit Mitteln der Staatlichen Kommission für die Litauische Sprache durchgeführt (Vertragsnr. K-5/2014). Projektleiterin war Prof. Dr. Daiva Aliūkaitė. Zu den Ergebnissen siehe Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017.
³ Die am Gymnasium in Kupiškis ausgefüllten Fragebögen werden am Institut für Sprach-, Literatur- und Übersetzungsstudien der Kaunas-Fakultät der Universität Vilnius aufbewahrt, die am Gymnasium in Utena im Dialektarchiv des Zentrums für Geolinguistik des Instituts für Litauische Sprache.
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Sprachliche Heimatvorstellungen junger ostaukštaitischer Kupiškėner und Utenaer
Daten aus den Fragen des einleitenden Fragebogenteils zur aktiven Verwendung und Verbreitung (oder zu den Domänen) des Dialektcodes durch die Jugendlichen; 2) nach der Untersuchung des Materials aus den Karten der Befragten verschiedener Erhebungspunkte, auf denen sie markieren sollten, wo dialektal gesprochen wird⁴; 3) nach der Analyse der Daten zu den Assoziaten von Dialektsprechern.
Die untersuchte Submundart in den Dialektklassifikationen und ihre Unterscheidungsmerkmale. In der Dialektklassifikation des Litauischen von Zigmas Zinkevičius und Aleksas Girdenis aus den 1960er-Jahren sprechen die ostaukštaitischen Kupiškėner und Utenaer wie alle Aukštaitier die Diphthonge ie, uo unverändert aus; wie die Ostaukštaitier verengen sie die ersten Komponenten der Diphthonge an, am, en, em und der früheren Nasalvokale ą, ę (Girdenis, Zinkevičius 1966: 139–147; Zinkevičius 1969: 365–380; Morkūnas 1977: 33; LKTChr 2004: 29–30). Das Unterscheidungsmerkmal der Kupiškėner Submundart, die einen kleinen Teil Ostlitauens umfasst, besteht in dieser Einteilung darin, dass die Vokale e, ė am Wortende und vor einem harten Konsonanten durch ein a unterschiedlicher Länge wiedergegeben werden; die Utenaer hingegen werden durch die Wiedergabe der unbetonten ė und ie als e abgegrenzt. (Girdenis, Zinkevičius 1966: 139–147; Zinkevičius 1969: 365–380; Morkūnas 1977: 33) (siehe Abb. 1).
Anhand der Merkmale, die in der Klassifikation von Z. Zinkevičius und A. Girdenis die Ostaukštaitier unterscheiden, wurden die Aukštaitier des Ostens in der Klassifikation von Antanas Salys aus den 1930er-Jahren genauer untergliedert (Salys 1935: 70; 1946: 56). Auf derselben sprachlichen Grundlage wurden darin die den Kupiškėnern entsprechenden östlichen Aukštaitier, die Puntininkai, mittlere Dadininkai (die dą: da statt dėdė sagen), und – nach einem anderen Merkmal, nämlich der Aussprache des unbetonten o als a oder der sogenannten Žalininkavierung (sie sagen ža.ld. statt žolė) – die den Utenaern entsprechenden östlichen Aukštaitier, die östlichen Puntininkai, unterschieden (Salys 1933: 21–34; 1935: 75; 1946: 58–59).
Die Grenzen der Gebiete dieser beiden Submundarten sind, wie aus der Originalkarte und der auf Grundlage der beschriebenen Dialektgrenzen erstellten Dialektkarte von A. Salys hervorgeht, nahezu unverändert geblieben (Geržotaitė 2016b: 85)⁵. Der Unterschied besteht darin, dass sich das Gebiet der Utenaer verkleinert hat, da ein Teil davon in der Einteilung von A. Salys den östlichen Aukštaitiern, den Puntininkai, mittleren Rotininkai (die rō.tas statt ratas sagen), also den Anykštėnern, und den östlichen Dzūken zugeordnet wurde; Letztere entsprechen den von Z. Zinkevičius und A. Girdenis abgegrenzten ostaukštaitischen Vilniškiai.
⁴ In diesem Fragebogen wurden Karten mit eingezeichneten Gemeindegrenzen und den Zentren eines Teils der Gemeinden vorgelegt. In der Perzeptionsdialektologie werden bei der Kartenmethode (siehe Preston 1989; 1999: xxiii–xl; 1999a: 359–373) den Befragten sowohl leere Karten (Evans 2002: 76–83) als auch Karten mit Grenzen der größten Verwaltungseinheiten (siehe Long 1999: 178) und eingezeichneten Großstädten (siehe Dailey–O’Cain 1999: 228) vorgelegt, um die Orientierung zu erleichtern. ⁵ Auf Karten aus späteren Zeiträumen wurden die Dialektgrenzen von anderen Wissenschaftlern anhand von Material angepasst, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhoben worden war (Geržotaitė 2016b: 74).
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Abb. 1. Ostaukštaitische Kupiškėner und Utenaer in den Klassifikationen litauischer Dialekte6
Die nach denselben Merkmalen vorgenommene feinere Untergliederung der Ostlitauer in der Dialekteinteilung des Gouvernements Kaunas von Antanas Baranauskas aus dem späten 19. Jahrhundert wurde in der Klassifikation von A. Salys
6 Die Abkürzungen auf der Karte bezeichnen die ostaukštaitischen Kupiškėner (RAK) und Utenaer (RAU) in der Dialektklassifikation von Z. Zinkevičius und A. Girdenis. Die Orte, die in der Einteilung von A. Salys den entsprechenden östlichen Aukštaitiern, den Puntininkai, mittleren dažnininkai, zugeordnet sind, sind mit Kreisen markiert; die Orte, die den östlichen Puntininkai entsprechenden östlichen Aukštaitiern zugeordnet sind, mit Quadraten.
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die sogenannten östlichen Aukštaiten. Anhand derselben Kriterien unterschied A. Salys die punktuellen mittleren östlichen Aukštaiten, die in dieser Einteilung den fünften Östlichen entsprechen, sowie die punktuellen östlichen östlichen Aukštaiten, die dem sechsten Östlichen entsprechen (Baranovskij 1898: 50–51, 73).
Wie aus der rekonstruierten Karte der Dialekteinteilung von A. Baranauskas hervorgeht, die auf der Analyse der Dialektbeschreibungen beruht, wurde der Dialekt des fünften Östlichen vor allem in Kupiškis und Umgebung gesprochen; derjenige des sechsten Östlichen auch in den Gebieten der punktuellen mittleren östlichen Aukštaiten (oder Kupiškėner), die diesem in Salys’ Einteilung entsprechen (vgl. Geržotaitė 2015: 133–165; 2018: 174–190 (vgl. Abb. 1). Das Gebiet, das diese beiden Dialekte umfasst, ähnelt stark einer größeren, sich herausbildenden sprachlichen Formation – dem östlichen ostaukštaitischen Regiolekt –, die Geolinguisten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts abgrenzen (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 261; Geržotaitė, Mikulėnienė 2014, Karte XIII und Kommentar).
Die untersuchten Subdialekte zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Neuere systematische geolinguistische Untersuchungen zeigen, dass das unterscheidende Merkmal der Utenaer im Sprachgebrauch von Vertretern aller Generationen nahezu durchgängig bewahrt wird, während es bei den Kupiškėnern, insbesondere an den Rändern des Subdialektgebiets, weder im Sprachgebrauch der mittleren noch der jungen Generation regelmäßig auftritt (Aliūkaitė, Bakšienė, Jaroslavienė et al. 2014: 176, 188; Balčiūnienė, Rinkauskienė, Meiliūnaitė 2017: 54–55). Es wurde festgestellt, dass sich die Kupiškėner in ihren sprachlichen Merkmalen den benachbarten starken Subdialekten von Panevėžys und Utena annähern. Der Einfluss der Utenaer zeigt sich darin, dass die sich herausbildende neue, größere lokale Sprachformation – der östliche ostaukštaitische Regiolekt (mit Utena als Anziehungszentrum) –, die auf ihrer Grundlage erfasst wird, nicht nur die Gebiete der Utenaer, sondern auch die der umliegenden Subdialekte, darunter der Kupiškėner, umfasst (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 261; Geržotaitė, Mikulėnienė 2014, Karte XIII und Kommentar; Mikulėnė, Meiliūnaitė 2017: 169–195). Dieses Gebiet wird durch den bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts belegten regelmäßigen Gebrauch der Aussprache des unbetonten o als a verbunden; zugleich bestätigt diese Aussprache die Stabilität der neuen Formation (Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 261; Geržotaitė 2016b: 190–191).
Die in den Gebieten der ostaukštaitischen Kupiškėner und Utenaer erhobenen Einstellungsdaten werden daher nicht nur die Untersuchungen zur subjektiven Wahrnehmung der traditionellen ostaukštaitischen Subdialekte ergänzen, sondern auch ein umfassenderes Bild des untersuchten Gebiets und somit der dort verwendeten Sprachvarietät ermöglichen, wie es sich im Bewusstsein der jungen Menschen vor Ort herausgebildet hat.
Grundsätze zur Erstellung von gezeichneten Dialektkarten sowie zur Klassifikation und Analyse von Assoziationen
Der in den Fragebogen aufgenommene Kartenauftrag (engl. Draw-a-Map), die erste von fünf Komponenten des wahrnehmungsdialektologischen Forschungsmodells von Denis Preston, steht in direktem Zusammenhang mit der vierten Komponente, dem Auftrag zur Dialekterkennung (engl. Dialect Identification). Die Präzisierungen auf der Karte implizieren außerdem die dritte Komponente dieses Modells: die Bewertung der Korrektheit und Attraktivität von Varietäten (engl. „Correct“ und „Pleasant“) (ausführlicher vgl.: Preston 198; 199: xxiv–xxx; 199a: 359–373; Aliūkaitė, Mikulėnienė 2016: 97).
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Bei der Klassifikation und Analyse der auf diesen Karten visualisierten sprachlichen Einstellungen der Befragten stützte man sich auf die Überlegungen von Wilio Diercks (Diercks 2002: 51–70) zu den Kategorien sprachliche Heimat⁷ sowie reale und aktuelle Distanz⁸. Um die (Un-)Genauigkeit des wissenschaftlichen geolinguistischen Wissens zu beurteilen, wurden sowohl die Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen zur subjektiven als auch zur objektiven sprachlichen Variation berücksichtigt (ausführlicher vgl.: Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014: 257–259; Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017, 174–178, 221–225, 248–253).
Das Material zum Assoziationsauftrag über eine dialektsprechende Person, der mit dem Kartenauftrag zusammenhing, wurde mithilfe der Schlüsselworttechnik klassifiziert (Garrett, Williams, Evans 2005: 37–54). Die Auswahl des Schlüsselworts als Filtereinheit wurde in erster Linie durch das traditionelle dialektologische Verständnis eines Dialektsprechers bestimmt (d. h. durch die Merkmale, die einen NORM-Informanten beschreiben: sesshaft, ortsansässig, alt, betagt, älter, Dorf usw.) (Chambers, Trudgill 2004: 28; vgl. auch Aliūkaitė, Mikulėnienė 2014a: 32–33)⁹. Auf der Grundlage früherer Ergebnisse zur Untersuchung des Dialektbewusstseins wurde das Netz der Schlüsselwörter um solche Filtereinheiten wie Tradition, Lob usw. erweitert (ausführlicher vgl.: Aliūkaitė 2008a: 23–45; Aliūkaitė, Mikulėnienė 2016a, 20–21; Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017: 69–76).
Die anhand der Schlüsselwörter gebildeten Assoziationsgruppen umfassen die in den wissenschaftlichen Arbeiten zuerst genannten Assoziationen zur Dialektsprache. Bei der qualitativen Analyse der gebildeten Gruppen, also bei dem Versuch, das soziolinguistische Porträt eines Dialektsprechers zu rekonstruieren, wurde das Material sämtlicher Assoziationen (also auch der mehrdeutigen) herangezogen.
2. AKTIVITÄT UND BEREICHE DER VERWENDUNG DES DIALEKTALEN CODES AUS DER SICHT DER JUGENDLICHEN AUS KUPIŠKIS UND UTENA
Die Datenanalyse zeigt, dass die an beiden Orten befragten Gymnasiasten angaben, den Dialekt zu beherrschen (Dialekt zu sprechen) (siehe Tabelle). Am meisten Dialektkundige gibt es unter den Jugendlichen aus Utena (73,53 Prozent), am wenigsten unter den Befragten aus Kupiškis (24,37 Prozent). Auf die Frage, welchen Dialekt sie beherrschten, nannten die jungen Studienteilnehmer am häufigsten den ostaukštaitischen Dialekt beziehungsweise Ostaukštaitisch, den ostaukštaitischen Dialekt oder den ostaukštaitischen Dialekt des Ostens. Ein oder zwei Schüler aus Kupiškis
7 In Untersuchungen zur perzeptiven Dialektologie wird die sprachliche Heimat (engl. Linguistic Homeland) als sprachliches Umfeld des Individuums bezeichnet und mit den sprachlichen und räumlichen Distanzen dieses Umfelds in Verbindung gebracht (Diercks 2002: 51).
8 Bei der Bewertung von Sprachvarianten und ihrer Verortung auf der Karte unterscheidet man zwischen realen (objektiven) und aktuellen (geografischen Parametern nicht entsprechenden) Distanzen (Diercks 2002: 51; Aliūkaitė 2009: 172).
Jaunųjų rytų aukštaičių – kupiškėnų ir uteniškių – kalbinės giminės vaizdiniai
Ein Schüler präzisierte seine Antworten, zum Beispiel schrieb er, dass er kupišėnų (Kp_M1), kupišėnų tarmę (Kp_M17), kupišėnišką (Kp_M28), kupišėnų (aukštaičių) (Kp_M57) und kupišėniškai (Kp_V12) beherrsche, und so weiter.¹⁰ Dass man sich möglicherweise nicht mit dem sprachlichen Ausdruck des eigenen, sondern des benachbarten ostaukštaitischen Unterdialekts von Panevėžys identifiziert, zeigt, dass eine der befragten Personen aus Kupiškis angab, den Dialekt biržietišką (Kp_M55) zu beherrschen.
Dieselben Einstellungen zeigten sich nicht nur hinsichtlich der Beherrschung des Dialekts, sondern auch hinsichtlich seiner Verwendung (siehe Tabelle). Aus den Antworten der Befragten geht hervor, dass sich die Schüler aus Utena als aktive Dialektverwender betrachten. Von diesem sprachlichen Ausdruck distanzieren sich die Jugendlichen aus Kupiškis am stärksten. Diese Wahl der Gymnasiasten könnte auf den geringeren (Selbst-)Wert ihres Heimatorts zurückzuführen sein, verglichen mit Utena, das als Urbanisierungszentrum gilt (ausführlicher siehe: Aliūkaitė, Bakšienė, Jaroslavienė et al. 2014: 174; Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017: 77).
Diese Ergebnisse werden durch die Antworten auf eine auf der Domänentheorie beruhende Frage des Untersuchungsfragebogens ergänzt: Wo und mit wem wird Dialekt gesprochen? (ausführlicher siehe: Fishman 1972: 15–32; Hagen 1989: 48–61; Aliūkaitė, Valikonė 2012: 7–20)¹¹. Die zusammengefassten Daten zeigen, dass die Schüler beider Orte den dialektalen Code sowohl mit der Familie (oder in einer isolierten Domäne) als auch mit Freunden (in einer Solidaritätsdomäne) sowie mit Lehrkräften und allen anderen Menschen an ihren Heimatorten (in einer instrumentellen öffentlichen Domäne) verwenden (siehe Abb. 2)¹².
ABB. 2. Domänen des Dialektgebrauchs an den Untersuchungsorten aus der Sicht der Jugendlichen¹³
¹⁰ In der Arbeit werden folgende Ortskürzel verwendet: Kupiškis – Kp, Utena – Ut; die Buchstaben M und V bezeichnen das Geschlecht der Befragten; die Zahlen geben die Nummern der Fragebögen an.
¹¹ Zu den isolierten Domänen zählen das engere häusliche Umfeld und die Familienmitglieder, zu den Solidaritätsdomänen die Freunde und zu den instrumentellen öffentlichen Domänen öffentliche Räume und fremde Personen (Hagen 1989: 53; siehe auch Aliūkaitė, Valikonė 2012: 9).
¹² Bei der Bestimmung der Verwendungsbereiche der dialektalen Sprache wurden die Antworten auf zwei Fragen des Fragebogens berücksichtigt: Wo wird Dialekt gesprochen, Mit wem wird Dialekt gesprochen.
¹³ Ergänzend sei angemerkt, dass nicht alle Schüler, die angaben, Dialekt zu sprechen, nannten, wo und mit wem sie diesen Code verwenden. Solche Angaben finden sich in den Fragebögen von 21,01 Prozent (zur Frage „mit wem“: 15,97 Prozent) der Jugendlichen aus Kupiškis und 63,24 Prozent (61,11 Prozent) der Jugendlichen aus Utena.
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Obwohl überall und mit Vertretern aller Generationen Dialekt gesprochen wird, geschieht dies, wie aus Abbildung 2 hervorgeht, jedoch unterschiedlich häufig. Die Jugendlichen beider Orte geben an, den Dialekt am häufigsten mit Familienangehörigen und Verwandten zu Hause (oder in der isolierten Domäne) zu verwenden. Der festgestellte Dialektgebrauch im unmittelbaren Umfeld ließe offenbar optimistische Perspektiven für den Fortbestand beider Mundarten erwarten. Dennoch zeigt sich eine stärkere Tendenz, ihn beizubehalten, nur bei den Jugendlichen aus Utena.
Die Jugendlichen aus Kupiškis, die am ehesten dazu neigen, sich vom Dialektcode zu distanzieren, wählen den Dialekt als Ausdrucksform seltener in der Solidaritätsdomäne als im instrumentellen öffentlichen Bereich. Diese Ergebnisse könnten mit der größeren Aufmerksamkeit zusammenhängen, die der Mundart bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen zuteilwird.
Somit verwenden die Vertreter beider Subdialekte den Dialektcode vermutlich in unterschiedlichem Maße. Die Mundart der Jugendlichen aus Utena gilt den verfügbaren Daten zufolge als die vitalste, während die untersuchte Mundart aus Kupiškis, obwohl sie in allen Domänen nachgewiesen wurde, als im Rückgang begriffen einzustufen ist.
3. BILDER DER DIALEKTSPRACHE AUF FREIHANDKARTEN
Die Ergebnisse zum Aktivitätsgrad des Dialektcodegebrauchs und zu seinen Verwendungsbereichen (Domänen) werden durch die von den jungen Mitgliedern der Sprachgemeinschaft angefertigten Zeichnungen – Karten – ergänzt14.
Auf ihrer Grundlage lassen sich drei Arten unterscheiden, wie die sprachliche Heimat als Dialektzone in die Karten aufgenommen wird (siehe Abb. 3).
Am seltensten finden sich Karten, auf denen die sprachliche Heimat der jungen Sprachbenutzer als ein Gebiet mit ausschließlich dialektaler Ausdrucksweise angegeben wird. Meist wird sie zusammen mit anderen prototypischen Dialektzonen eingezeichnet.
Dem dritten Typ der Aufnahme der sprachlichen Heimat in die Karten sind die auf zweierlei Weise von Gymnasiasten aus beiden Orten markierten Karten zuzuordnen. In einem Fall wird der Heimatort auf Karten eingezeichnet, auf denen das gesamte Sprachgebiet durch Wahrnehmungsisoglossen unterteilt ist, die Niederlitauer und Oberlitauer, Niederlitauer, Oberlitauer, Dzūken usw. voneinander abgrenzen15. Im anderen Fall wird die sprachliche Heimat mit Dialektalität in Verbindung gebracht, wenn die Befragten angeben, dass dieser Sprachcode überall in Litauen gesprochen wird.
14 5,04% der Schüler aus Kupiškis und 1,47% der Schüler aus Utena bearbeiteten die Kartenaufgabe überhaupt nicht.
15 Dėl termino suvokimo izoglosės (angl. Perceptual Isoglosses žr.: Preston 1999a: 361; Aliūkaitė 2009: 165.
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Utena
51,47%
30,88%
2,52%
Kupiškis
38,65%
26,05%
▥ KG eine ■ KG zwischen anderen prototypischen TK-Zonen ▤ KG und andere TK-Zonen
Abb. 3. Die sprachliche Heimat (KG) als Zone der dialektalen Sprache (TK) aus Sicht der jungen Befragten an den südlichen Kartenpunkten
Näher zu erörtern ist die zweite Gruppe der von jungen Utenaern und Kupiškiern markierten Karten (d. h. KG zwischen anderen prototypischen TK-Zonen), die das Bild der sprachlichen Heimat und damit auch der dort verwendeten Variante besonders deutlich hervortreten lässt.
3.1. Das Bild der sprachlichen Heimat bei den jungen Menschen aus Utena. Die Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der jungen Menschen aus Utena die prototypische Dialektzone vor allem als ihre sprachliche Heimat betrachtet (die Markierungen machen 54,41 Prozent aller Fragebögen der Befragten aus dieser Stadt aus) (siehe Abb. 4).
Somit bestätigen diese Schüler, sowohl indem sie ihre Einstellungen zur aktiven Verwendung des Dialektcodes bekunden (60,29 Prozent sprechen dialektal) als auch indem sie ihre Stadt mit den Verwendungsgebieten des Dialektcodes gleichsetzen (54,41 Prozent), dass sie aktive Vertreter des dialektalen Ausdrucks sind.
Unter den geografisch näher gelegenen oder etwas weiter entfernten Orten, die von den Befragten aus Utena genannt wurden und sich offenbar durch einen starken Dialektgebrauch auszeichnen, sind Panevėžys (45,59 Prozent), Zarasai (36,76 Prozent), Anykščiai (32,35 Prozent) und Biržai (30,88 Prozent) zu nennen (siehe Abb. 4). Hinzuzufügen ist, dass Panevėžys auch in jenem Teil der Karten der Utenaer Schüler genannt wird, der die prototypischen Dialektzonen hervorhebt (er macht 17,6 Prozent der Karten dieser Befragten aus), in dem ihre sprachliche Heimat nicht markiert ist.
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ABB. 4. Die von den jungen Utenaerinnen und Utenaern als prototypischsten wahrgenommenen Dialektgebiete
Neben den bereits aufgezählten Orten nannten mehr als ein Viertel der Schülerinnen und Schüler dieser Stadt das benachbarte Ignalina und Visaginas (je 27,94%), Molėtai (26,47%) und Rokiškis (25%). Kupiškis, das im Artikel als Gebiet dialektaler Ausdrucksweise analysiert wird, markierten nur etwas mehr als ein Fünftel (20,59%) der jungen Utenaerinnen und Utenaer.
Das heißt, im Bewusstsein der jungen Utenaerinnen und Utenaer wird das System der Grenzen der sprachlichen Heimat durch die sogenannte tatsächliche Entfernung bestimmt, d. h. die Grenzen der sprachlichen Heimat werden bei ihrem Geburtsort und einigen benachbarten Orten gezogen. Nimmt man die von den jungen Befragten genannten, weiter entfernten Gebiete hinzu, die in den Einflussbereich der in Utena verwendeten sprachlichen Ausdrucksweise fallen, lässt sich sagen, dass die Grenzen der sprachlichen Heimat nahezu mit den Grenzen des östlichen ostaukštaitischen Regiolekts übereinstimmen, den Geolinguisten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts abgegrenzt haben (Karte Ut_M13, siehe Abb. 5).
Aus den Kommentaren der Schülerinnen und Schüler geht hervor, dass der Sprachcode von Utena und Umgebung positiver als negativer bewertet wird. Es heißt, dass hier „aukštaiš-kai gesprochen wird, es ist schön da […]“ (Ut_M21). Ähnliche Einstellungen der jungen Befragten wurden nicht nur hinsichtlich der sprachlichen Heimat, sondern auch hinsichtlich der dialektalen Ausdrucksweise in den benachbarten Gebieten von Zarasai, Anykščiai, Ignalina, Molėtai, Rokiškis und Panevėžys festgestellt, zum Beispiel: aukštaitiškai kalba, kalba gra-ži, netaisling (Ut_M15), aukštaičių, graži (Ut_M35), graži, maloni, taisyklinga (Ut_M37)16.
16 Die Kommentare der Befragten wurden sprachlich nicht korrigiert.
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Vorstellungen von der sprachlichen Heimat bei jungen Ostaukštaiten aus Kupiškis und Utena
Ut_M11
Ut_M13
5 Abb. Beispiele dafür, wie die jungen Utenaerinnen und Utenaer in ihren Karten die sprachliche Heimat unter anderen prototypischen Dialektgebieten markieren
Panevėžys wird in diesen Karten nach der sprachlichen Heimat als prototypischstes Dialektgebiet markiert und gilt aus Sicht der jungen Utenaerinnen und Utenaer als einer der Orte, an denen „die Dialekte und die Eigenart am stärksten hervorgehoben werden […]“ (Ut_M05). Es fällt auf, dass in Panevėžys „[…] die Betonung eigenartig ist, wie bei den Šiauliaiern […]“ (Ut_M21). Die Befragten geben jedoch am häufigsten an, dass sowohl in ihrer sprachlichen Heimat als auch in Panevėžys und den anderen Orten einfach aukštaitiškai gesprochen wird.
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3.2. Das Bild der sprachlichen Heimat der Jugendlichen aus Kupiškis. Im Gegensatz zu den Jugendlichen aus Utena hoben die Jugendlichen aus Kupiškis im ostaukštaitischen Gebiet zunächst Panevėžys (27,73 Prozent) und Biržai (26,89 Prozent) hervor (siehe Abb. 6).
6 ABB. Die typischsten Gebiete der Sprachlichkeit aus Sicht der Jugendlichen aus Kupiškis
Die sprachliche Heimat markierten diese Schülerinnen und Schüler auf den Karten unter den prototypischen Gebieten der Sprachlichkeit halb so häufig (26,05 Prozent) wie die Jugendlichen aus Utena (vgl. 54,41 Prozent). Unter diesen Orten wird Kupiškis auf den Karten der Jugendlichen aus der Region häufiger nicht einbezogen (49,45 Prozent) als einbezogen (26,05 Prozent). Die Umfragedaten deuten also offenbar auf eine Neigung der Schülerinnen und Schüler aus Kupiškis hin, sich von ihrem eigenen Dialektcode abzugrenzen, den – wie bereits erwähnt – nur ein kleiner Teil (14,29 Prozent) der Befragten als von ihnen verwendet angab.
Neben der sprachlichen Heimat sowie Panevėžys und Biržai weist nach Ansicht der Schülerinnen und Schüler aus Kupiškis nur Pasvalys einen ähnlichen Grad an Sprachlichkeit auf (22,69 Prozent). Utena, die im Artikel untersucht wird, wird offenbar als Gebiet mit geringerer Sprachlichkeit eingeschätzt (siehe Abb. 6).
Obwohl die Befragten aus Kupiškis angeben, keine aktiven Nutzer des Dialektcodes zu sein, bewerten sie ihren eigenen sprachlichen Ausdruck besonders positiv (Karte Kp_M68, siehe Abb. 7).
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Kp_M42
Kp_M68
7 Abb. Beispiele für die Markierung der sprachlichen Heimat der Jugendlichen aus Kupiškis zwischen anderen prototypischen Dialektgebieten auf Karten
Den Worten dieser Jugendlichen zufolge sind die kupiškėnų – die schönsten (Kp_M01), kupiškėnų (schön) (Kp_M20), kupiškėnų, unkorrekt, schön (Kp_M28), schön (Kp_M31), [...] schön, korrekt (Kp_M68), [...] sehr schön (Kp_V20), [...] schön,
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unregelmäßig (Kp_V26), Kupiškis – eine der schönsten (Kp_M70). Bisweilen wird die ästhetische Bewertung der lokalen Sprachvarietät (für mich ist der kupiškėnische Dialekt am schönsten [...] auch noch begründet ([...] weil ich an ihn gewöhnt bin, ihn kann und verstehe, Kp_M67). Der Sprachcode von Kupiškis ist der eigene Code und wird daher offenbar positiv bewertet.
Es wurde vereinzelt festgestellt, dass man sich von der eigenen Sprachvarietät distanziert. Die kupiškėnische Unterdialektvarietät, die auf den Karten der Schüler gewöhnlich mit Kupiškis selbst in Verbindung gebracht wird (vgl. Kp_M68, Abb. 7), wird in das benachbarte P (Kp_M23) oder nach Panevėžys und Pašvalys (Kp_M17) verlegt.
Die Einstellungen zur aktiven Verwendung des Dialektcodes ebenso wie die auf den Karten vorgenommene Markierung der sprachlichen Heimat als Zone des dialektalen Ausdrucks fasst die Aussage eines der Jugendlichen aus Kupiškis zusammen: „[...] Die Bewohner von Kupiškis haben ihren eigenen Dialekt, der hauptsächlich in den Dörfern gesprochen wird. Falsch. Meiner Meinung nach ist dieser Dialekt nicht sehr schön, aber er ist einzigartig“ (Kp_M29).
Somit zeigen die Markierungen der jungen Sprachverwender und -bewerter aus beiden Orten auf den Karten, dass die sprachliche Heimat am ehesten von den Utenaer Schülern mit dem dialektalen Ausdruck in Verbindung gebracht wird, die sich selbst als aktivere Verwender dieses Ausdrucks bezeichnen. Indem sie eine aktuelle Distanz zu den Orten des benachbarten Unterdialekts, insbesondere zu Panevėžys und anderen Orten, herstellen, neigen die Gymnasiasten aus Kupiškis dazu, sich von ihrem eigenen Dialektcode abzugrenzen.
Ergänzend sei angemerkt, dass die Analyse der Kartenmarkierungen der Jugendlichen aus Kupiškis stärker als die der Befragten aus Utena die in früheren Untersuchungen mit jungen Sprachverwendern aufgezeigte Tendenz bestätigt, den dialektalen Ausdruck in erster Linie mit Orten im westlichen (z. B. Plungė, Telšiai) und südwestlichen (z. B. Marijampolė), nicht aber im östlichen Teil des litauischen Sprachgebiets zu assoziieren (Aliukaitė, Mikulėnienė, Čepaitienė, Geržotaitė 2017: 147).
4. DAS PORTRÄT DES DIALEKTSPRECHERS
AUF DER GRUNDLAGE VON ASSOZIATIONSDATEN
Die Assoziationsdaten zeigen, dass die Merkmale, mit denen der Informant des Dialektcodes bzw. NORM in der traditionellen Dialektologieforschung beschrieben wird, in den Vorstellungen der befragten Gymnasiasten deutlich hervortreten.
Zwei dieser Merkmale – die Verknüpfung des Verwenders dieses Codes mit einem Ort sowie mit der Vergangenheit und dem Ausdruck der älteren Generation – sind für die Untersuchungen an beiden Orten am wichtigsten (vgl. Abb. 8)17.
17 Diese Fragebogenaufgabe ließen 3,36% der Schüler aus Kupiškis aus.
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Abb. 8. Dialektale Sprachassoziate aus Sicht der Jugendlichen an den Untersuchungsorten
Am häufigsten bringen die Schülerinnen und Schüler aus Utena (57,35%) den Vertreter dieses Codes mit einem Ort in Verbindung, wie Abbildung 8 zeigt; seltener tun dies die Schülerinnen und Schüler aus Kupiškis (38,66%). Diese Assoziate verweisen auf die in den Antworten der Jugendlichen hervorgetretenen ortsbezogenen Kategorien Region, eigene oder Heimatregion, Heimatort und Herkunft: mit seiner Heimatregion (Ut_M31), mit seinem Herkunftsort (Tiefländer, Hochländer usw.) (Ut_M39), woher er stammt (Kp_M10), mit dem Wohnort (Stadt, Region) (Kp_M14), mit der eigenen Heimatregion (Kp_M25), mit dem eigenen Heimatort (Kp_M59), mit jener Region, aus der er stammt (Kp_V42).
Ganze 45,59% (von 57,35%) der Befragten aus Utena, die dialektale Ausdrucksweise mit einem Ort assoziierten, nannten ein Dorf oder einen Dorfbewohner, z. B.: ein Dorf oder eine sehr kleine Stadt (Ut_M24), wird oft mit einem Dorf assoziiert (Ut_M38), mit einer Person, die aus einem Dorf stammt (Ut_V10), mit einem Menschen aus einer Kleinstadt (Ut_V13), mit Dorfbewohnern (Ut_V21).
Das Dorf als Merkmal (verbalisiert durch Kategorien wie Dorf, kleinere Stadt, Dorfbewohner u. a.) ist für 24,37% (von 38,66%) der Schülerinnen und Schüler aus Kupiškis wichtig, z. B.: mit einer Person, die aus einem Dorf stammt oder dort lebt (Kp_M15), ein Mensch, der im Dialekt spricht, wird mit einem Dorfbewohner assoziiert (Kp_M26), mit einem Dorf, je weiter das Dorf von der Stadt entfernt ist (Kp_M66), mit dem Lebensumfeld im Dorf (Kp_M68), meist mit einem „tiefen“ Dorf (Kp_V01). Wie die angeführten Beispiele zeigen, bezeichnet dieses Merkmal gewöhnlich einen Ortsbezug. Dieser wird, von wenigen Ausnahmen abgesehen, neutral bewertet.
Das Ortsmerkmal (nicht das Dorfmerkmal) ist in den Vorstellungen der jungen Sprachverwender an beiden Untersuchungsorten (Kupiškis – 14,29%, Utena – 11,76%) nicht stark mit regionaler Variation verbunden. Solche Einstellungen könnten mit der zu Beginn des 21. Jahrhunderts von Geolinguisten festgestellten ungleichmäßigen Ausprägung der Dialektalität und ihrer unterschiedlichen Stärke im untersuchten Gebiet zusammenhängen (Aliūkaitė,
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Baškienė, Jaroslavienė et al. 2014: 174–178, 184–188)18. Tarmine raiška kalbančiojo tapatinimas su kaime gyvenančiu asmeniu, kaimo žmogumi (arba kaimiečiu) gali reikšti ir tam tikrą atsiribojimą. Tokiu atveju tarminį kalbėjimą su vieta sietų gerokai didesnė Kupiškio ir Utenos gimnazistų dalis.
Bei fast der Hälfte der Schülerinnen und Schüler aus Kupiškis (49,58%) wird der Dialektcode mit der Vergangenheit und der älteren Generation assoziiert: mit der alten Zeit, mit der Vergangenheit (Kp_M20), mit der Zeit unserer Großeltern (Kp_M37), mit dem Litauen der Vergangenheit (Kp_V45), mit dem Alter. Ältere Menschen sprechen häufiger Dialekt (Kp_M27), vor allem mit älteren Menschen (Kp_M39). Die Verknüpfung dialektaler Ausdrucksweise mit dem 20. Jahrhundert und Traditionen (Kp_V03) oder mit der alten Zeit. Der Zeit der Großeltern und Urgroßeltern (Kp_V08) spiegelt vermutlich die Einstellung der Jugendlichen aus Kupiškis wider, sich von dieser Sprachvarietät abzugrenzen (Aliūkaitė, Mikulėnienė, Čepaitė, Geržotaitė 2017: 117). Die Befragten aus Utena nannten diese Assoziate noch seltener (20,59%), z. B.: altes Litauen (Ut_M04), mit der alten Zeit (Ut_M14), ein Mensch, der im Dialekt spricht, wird für mich mit Großeltern und Urgroßeltern assoziiert, die früher so gesprochen haben (Ut_M02), Menschen im höchsten Alter (Ut_M25) (siehe Abb. 8).
Eine eng zusammenhängende Gruppe von Assoziaten, die mehrere Merkmale umfasst, zeigt, dass der Dialektcode für die jungen Mitglieder der Sprachgemeinschaft, insbesondere für die Jugendlichen aus Kupiškis, eine beinahe verschwindende oder bereits verschwundene Varietät der älteren Generation ist, die einen authentischen Dialekt spricht oder gesprochen hat: Ein Mensch, der im Dialekt spricht, wird für mich mit der alten Zeit und dem Dorf assoziiert, weil junge Menschen heutzutage kaum noch Dialekt sprechen (Kp_M41), heute verbindet man sie mit Erinnerungen und alten Menschen (Kp_V15).
Seltener schließt das Bild der Gymnasiasten vom Sprecher des Dialekts das Merkmal der Achtung ein. Es ist vor allem bei den Jugendlichen aus Kupiškis ausgeprägt (19,33%), z. B.: mit dem Bewahren des eigenen Dialekts; Menschen, die meist im Dialekt sprechen, sind stolz darauf (Kp_M05), mit einem Menschen, der seine Heimatregion achtet (Kp_M67), ein solcher Mensch scheint seine Heimatregion sehr zu lieben und ihre Traditionen, ihre Sprache und ihren Dialekt zu pflegen (Kp_M63). Solche Einstellungen könnten auf Simulation beruhen, da diese Jugendlichen sich konsequent von der dialektalen Ausdrucksweise abgrenzen.
Ein im Dialekt sprechender Mensch wird von den Schülerinnen und Schülern aus Utena seltener mit Achtung vor Sprache, Kultur und Heimatregion assoziiert (7,35%), z. B.: mit einem Menschen, der möglichst viel von der litauischen Kultur bewahren möchte (Ut_M16), mit einem Menschen, der sich bemüht, die litauische Kultur zu pflegen (Ut_M29), mit Menschen, die ihre Sprache lieben (Rk_V13).
Das in der traditionellen Dialektologie verankerte Porträt eines Vertreters des Dialektcodes tritt in Fällen mit mehreren Assoziaten noch deutlicher hervor, z. B.: mit dem Leben in alten Zeiten und älteren Menschen (Kp_M13), mit dem Dorf und alten Menschen (Kp_M51), mit älteren Menschen aus vergangenen Zeiten, Menschen vom Dorf (Kp_M32), Dorf, alte Zeit, Erde
18 Ähnliche Ergebnisse ergab eine soziologische Untersuchung in den Rajongemeinden Kupiškis und Anykščiai. Daraus geht hervor, dass die Menschen regionale Identität auch mit dem Dialekt verbinden; aus Sicht der Jugendlichen ist jedoch „das Aukštaitische nicht mehr an den Wohnort gebunden“ (Savoniakaitė 2003: 105).
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einem in der Landwirtschaft tätigen Menschen (Ut_M07), einem aus einem Dorf stammenden Menschen, einem älteren Menschen (Ut_M13), einem betagten Menschen, einem Dorfbewohner oder einem Žemaiten (Ut_M19), einem alten Menschen, nicht einem Jugendlichen, aus einer kleineren Stadt oder einem Dorf (Ut_M34) usw. Diese und weitere Beispiele zeigen, dass das Bild der Person, die den fraglichen Code verwendet, in den Köpfen der Befragten sehr positiv ist.
Andere Merkmale in den Vorstellungen der jungen ostaukštaitischen Sprecher von der Dialektsprache sind blass ausgeprägt oder gänzlich ausgeblendet. So wurde beispielsweise Bildung, die in Abbildung 8 nicht zum Ausdruck kommt, von den Befragten beider Orte nur ein- oder zweimal erwähnt. Ähnliche wissenschaftliche Einstellungen wurden auch hinsichtlich der Verknüpfung einer dialektal sprechenden Person mit einer ungebildeten Person festgestellt.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Daten der Untersuchung zu den Vorstellungen von der sprachlichen Heimat der Jugendlichen an Orten im Gebiet der traditionellen ostaukštaitischen Subdialekte – der Kupiškėner und Utenaer – (oder im Gebiet des sich derzeit herausbildenden ostöstlichen ostaukštaitischen Regiolekts), die nach den methodischen Prinzipien der perzeptiven Dialektologie durchgeführt wurde, ermöglichen eine zusammenfassende Darstellung des Sprachbildes dieser Region.
Die Datenanalyse zeigt, dass die Utenaer Schüler sich eher mit dem Sprechen im Dialekt identifizieren. Bei den Jugendlichen aus Kupiškis sind Einstellungen festzustellen, die auf eine Abgrenzung vom eigenen Sprachcode schließen lassen. Diese Haltung der Sprachverwender und -bewerter könnte durch den (Selbst-)Wert des Geburtsortes bedingt sein.
Ähnliche Ergebnisse ergaben sich bei der Systematisierung der Daten zur Verwendung des Dialektcodes in verschiedenen Bereichen. Obwohl die Schüler beider Orte angeben, überall und mit Vertretern aller Generationen dialektal zu sprechen (d. h. in allen erhobenen Daten), zeigt sich unter den Befragten aus Utena eine stärkere Tendenz, die eigene Sprachvariante beizubehalten. Die für Kupiškis charakteristische sprachliche Ausdrucksweise wird von den Jugendlichen vor Ort lediglich als Ausdruck des engsten Umfelds (einer isolierten Domäne) bewertet.
Die gezeichneten (mentalen) Karten offenbarten, dass die Gymnasiasten aus Utena ihre sprachliche Heimat am ehesten mit den Dialektzonen gleichsetzen. Indem die Jugendlichen aus Kupiškis eine tatsächliche Distanz zu den Orten des benachbarten Subdialekts herstellen, insbesondere zu Panevėžys, grenzen sie sich offenbar von ihrer eigenen dialektalen Ausdrucksweise ab.
Sowohl die Befragten aus Kupiškis als auch jene aus Utena assoziieren eine dialektal sprechende Person mit dem Dorf. Die Jugendlichen aus Kupiškis neigen eher dazu, den Dialektcode als sprachliche Ausdrucksweise älterer Menschen und der Vergangenheit zu betrachten. Für sie ist die dialektale Ausdrucksweise häufiger als für die Schüler aus Utena auch untrennbar mit der Achtung vor Sprache, Kultur und Heimat verbunden.
Die auf den Karten der Befragten aus Utena eingezeichneten Grenzen der sprachlichen Heimatvariante stimmen nahezu mit den Grenzen des ostöstlichen ostaukštaitischen Regiolekts überein, den Geolinguisten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts abgegrenzt haben. Dieses Sprachgebilde ähnelt stark dem Gebiet der östlichen Orte auf der rekonstruierten Karte der Dialekteinteilung von A. Baranauskas, oder
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Das Areal der ostaukštaitischen Kupiškėner gemäß der Dialektklassifikation von Z. Zinkevičius und A. Girdenis sowie das sie umgebende Gebiet der Sechsten, also der Utenaer, stimmen nahezu mit den aus den verbalisierten und visualisierten Einstellungen der jungen Sprachbenutzer hervorgetretenen Vorstellungen sprachlicher Variation überein – und zwar sowohl mit der historischen objektiven sprachlichen Variation am sprachlichen Geburtsort der Befragten als auch im gesamten östlichen Teil des litauischen Sprachgebiets.
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Images of Linguistic Homeland of the Young Eastern Aukštaitians of Kupiškis and Utena
SUMMARY
The article deals with the images of linguistic homeland of young people from locations within the area of the traditional Eastern Aukštaitian subdialects of Kupiškis and Utena. The material surveyed in the study consts of the data from the research study conducted under the principles of perceptual dialectology.
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LAURA GERŽOTAITĖ
The images of linguistic homeland embed in the respondents’ consciousness are highlighted on the basis of the data from several tasks presented in the survey: discussion on the frequency of choice and the domains of usage of the dialectal code; exploration of the drawn (mental) maps of dialect language areas, and analysis of the associations of a dialect speaker.
The data analysis shows that the school students of Utena tend to identify themselves with dialect expression more often. Kupiškis youth manifest a more pronounced trend of distancing themselves from their own linguistic code. This attitude, which is characteristic of the part of the young members of the language community, might have been the product of the (self-)esteem of their birthplace.
A comparable set of results was obtained by arranging the material of the domains of usage of the dialectal code in a structured manner. Even though the students from both locations said they would speak a dialect everywhere and with all generations (which is to say, across all domains), it is the youth of Utena alone that tend to preserve their own linguistic variation. The typical linguistic expression of Kupiškis is considered to be an expression of the immediate environment, i.e. a separate domain.
The drawn maps reveal that students from Utena are more inclined to identify their linguistic homeland with dialectal areas. By establishing an actual distance between themselves and the locations of the neighbouring subdialect, Panevėžys in particular, Kupiškis youth possibly dissociate themselves from their own linguistic expression.
Both the subjects from Kupiškis and those from Utena tend to associate a person who speaks a dialect with rural areas. The subjects from Kupiškis tend to perceive a dialectal code as an expression of the older generation, i.e. the past. They find this expression an integral part of respect for language, culture, and land more often compared to the students from Utena. The borders of the variation of the linguistic homeland drawn on the maps of the respondents from Utena virtually coincide with the boundaries of the East Eastern Aukštaitian regiolect that linguists defined in the second decade of the twenty-first century. This linguistic formation is very similar to the area of the so called Fifth Eastern from the reconstructed map of dialects by Antanas Baranauskas or the Eastern Aukštaitians of Kupiškis under the classification of dialects by Zigmas Zinkevičius and Aleksas Girdenis and the surrounding area of the so called Sixth Eastern or the subdialect of Utena.
The images of variation that emerge from the attitudes of the young language users virtually overlap with the historical objective linguistic variation both of their linguistic homeland and of the entire eastern part of the Lithuanian language area.