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Inhaltsinteroperabilität als Voraussetzung für die Wiederverwendung und Umwidmung von Elementen strukturierter Inhalte als Lernobjekte im eLearning – betrachtet aus der Perspektive der Standardisierung
CHRISTIAN GALINSKI, BLANCA STELLA GIRALDO PÉREZ
Infoterm
SCHLÜSSELWÖRTER: strukturierte und unstrukturierte Inhalte, verbale und nichtverbale Repräsentationen, Benennungen, Morphologie und Morpheme, Phraseologie und Phraseme, Kollokationen und Mehrworttermini, hochkomplexe Lernobjekte (HC-LO) und niedrigkomplexe Lernobjekte (LC-LO), Gemeinsprache (LGP) und Fachsprache (LSP), Menschen mit Behinderungen (PwD) und assistive Technologien, Normen und Normung, Zertifizierung, Datenmodelle und Datenmodellierung, föderierte Repositorien, Qualitäts- und Interoperabilitätsanforderungen
1. S T R U K T U R I E R T E I N H A L T E
„Inhalt“ wird hier auf der Ebene der lexikalischen Semantik als strukturierter Inhalt verstanden, der sprachliche und nichtsprachliche Repräsentationen von Konzepten umfasst (die in der Wissenschaftstheorie als eine Art „immaterieller Objekte“ aufgefasst werden). Diese Repräsentationen können bezeichnend (wie etwa Benennungen in der Terminologie: Termini, Symbole und appellative Benennungen) oder beschreibend sein (wie verschiedene Arten von Definitionen, Erklärungen oder nichtverbalen Repräsentationen) oder eine hybride Form darstellen. Bislang waren nichtverbale Bezeichnungen und Repräsentationen von Konzepten sowie appellative Benennungen (d. h. Eigennamen, die individuelle Konzepte repräsentieren) in der Terminologietheorie und -methodik unterrepräsentiert. Sie können jedoch für die Gestaltung von Lernobjekten (LO) in bestimmten Domänen oder Anwendungsbereichen sehr wichtig sein – ganz zu schweigen vom Sprachenlernen und Übersetzen.
Für die Gestaltung mehrsprachiger, multimodaler und vielseitig einsetzbarer LO sind ebenso wichtig:
a) Ähnlichkeiten zwischen Einträgen der Gemeinsprache (LGP) und der Fachsprache (LSP):
– Die bezeichnende Repräsentation des Eintrags (Lemma der Gemeinsprache oder Fachterminus) kann aus einem Wort, einem zusammengesetzten Wort oder einer Mehrwortverbindung bestehen;
– Die verbale bezeichnende Repräsentation kann durch eine nichtverbale bezeichnende Repräsentation ergänzt werden (z. B. Gestik, Mimik, Bliss-
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symbolics1 usw.) oder – falls erforderlich – sogar durch sie ersetzt werden (z. B. durch ein grafisches oder anderes nichtverbales Symbol);
– Jeder Eintrag, der ein Konzept repräsentiert, hat eine eindeutige Eintragskennung (die beispielsweise auf Vorkommen in Textkorpora verweisen kann);
◦ In LSP-Einträgen sollte jede designative Repräsentation eine eigene Objektkennung haben, wodurch unter anderem konzeptuelle Veränderungen im Zeitverlauf nachvollzogen werden können,
◦ In LGP-Einträgen sollte jede Bedeutung einer designativen Repräsentation eine eigene Objektkennung haben, was mehrsprachige Einträge ermöglicht,
◦ In Analogie zur Termautonomie in der Terminologie gilt die Repräsentationsautonomie auch für LSP und LGP sowie für nichtverbale Repräsentationen,
◦ Deskriptive Repräsentationen in LGP (einschließlich Erklärungen, Kontexte usw.) können analog zu denjenigen in LSP (Erklärungen, Kontexte usw.) behandelt werden, Definitionen im engeren Sinne sind jedoch auszuschließen,
◦ Es können zusätzliche Felder für Anmerkungen, Beispiele, Quellen usw. vorgesehen werden.
– Eine verbale designative Repräsentation, die sowohl ein LGP- als auch ein LSP-Konzept repräsentiert, muss – je nach Grad der Quasisynonymie – möglicherweise in zwei Einträgen erfasst werden, mit entsprechenden Querverweisen.
b) Ausspracheangaben zu verbalen Elementen von Entitäten strukturierter Inhalte, die in jedem Eintrag zumindest potenziell vorgesehen werden sollten.
c) nichtverbale designative Repräsentationen und nichtverbale deskriptive Repräsentationen, die in jedem Eintrag zumindest potenziell vorgesehen werden sollten, da sie – je nach Fachgebiet oder Anwendungsbereich – ebenso wichtig wie verbale Repräsentationen und mitunter sogar bevorzugte Repräsentationen sein können.
d) Komponenten von Entitäten strukturierter Inhalte, wie etwa Morpheme verbaler designativer Repräsentationen oder Elemente einer Definition, Erklärung, eines Kontexts usw. Sie sollten markiert / ausgezeichnet werden, um Querverweise oder die Wiederverwendung als ein anderes LO zu erleichtern (beispielsweise Präfixe und Suffixe in der medizinischen Nomenklatur).
e) größere Entitäten strukturierter Inhalte, wie Idiome, LGP-Kollokationen oder LSP-Phraseme sowie Metaphern, die formal ähnlich wie verbale designative Repräsentationen in LGP behandelt werden können (mit entsprechenden Querverweisen auf die relevanten Elemente der jeweiligen Entität). An dieser Stelle
1 Blissymbolics ist ein ideografisches Schriftsystem für Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Jedes der mehreren hundert Grundsymbole repräsentiert ein Konzept, die miteinander kombiniert werden können, um neue Symbole zu erzeugen, die neue Konzepte repräsentieren. Blissymbole entsprechen in keiner Weise den Lauten einer gesprochenen Sprache.
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Auf dieser Ebene ist die weiter verfeinerte Unterscheidung der oben genannten Kategorien in der Korpuslinguistik notwendig, wahrscheinlich jedoch nicht für LO. Möglicherweise ist es auch von untergeordneter Bedeutung, ob die Bedeutung nichtkompositionell oder kompositionell ist. In der Korpuslinguistik gibt es Werkzeuge, mit denen auch solche größeren Einheiten strukturierten Inhalts identifiziert und extrahiert werden können.
f) die Bereitstellung von Platzhalterfeldern oder Links zu den jeweiligen bezeichnenden Darstellungen für PwD, etwa in Braille, Gebärdensprache oder Blissymbolics.
Strukturierte Inhaltsressourcen auf der Ebene der lexikalischen Semantik wurden bislang vorwiegend als lexikografische Daten, terminologische Daten und andere Arten von Konzeptdarstellungen angesehen, darunter einige nichtverbale, etwa visuelle Symbole (z. B. öffentliche Symbole). Es kann aber auch akustische/hörbare Symbole, haptische/taktile Symbole und andere geben, die in der Terminologieverwaltung als Bezeichnungen oder sogar als Konzeptbeschreibungen vorkommen können (etwa nichtverbale Darstellungen (ISO 10241-1:2011)). Für einen systematischen Ansatz zur Verwaltung strukturierter Inhalte im Allgemeinen können weitere Informationen – und die entsprechenden Datenkategorien – erforderlich sein.
Vor diesem Hintergrund können wir die Arten strukturierter Inhalte auf der Ebene der lexikalischen Semantik wie folgt unterscheiden:
- Thesauri, Klassifikationssysteme (ISO/DIS 22274:2011), Schlüsselwörter und andere Arten von Dokumentationssprachen (oder kontrollierten Vokabularen);
- Enzyklopädische (Wissens-)Einträge, die unter anderem Folgendes umfassen:
◦ wissensangereicherte terminologische Einträge,
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◦ (erklärte) Eigennamen und andere Arten von Daten, die eng mit Eigennamen verbunden sind;
– Ontologien, Topic Maps und andere Arten von Systemen zur Wissensstrukturierung.
Wie in der Terminologie können alle anderen oben aufgeführten Arten strukturierter Inhalte Folgendes aufweisen:
– (eine oder mehrere) phonetische Darstellungen, Gebärdensprachdarstellungen usw.;
– grafische und andere nichtverbale bezeichnende Darstellungen sowie nichtverbale beschreibende Darstellungen (einige zusätzlich zu einer verbalen Darstellung, andere als nichtverbale Darstellungen unabhängig von verbalen Darstellungen erstellt).
Nichtverbale Arten strukturierter Inhalte sind besonders bedeutsam in Anwendungen wie eLearning und von entscheidender Bedeutung für die Kommunikation:
– mit und unter PwD (direkt oder über ICT-Geräte, die als assistive Technologien fungieren),
– zwischen PwD und den von ihnen verwendeten Geräten und
– zwischen diesen Geräten.
Verkehrszeichen-Designer bezeichnen die Elemente von Verkehrszeichen als „Morphologie“ (in Analogie zu Morphemen in der Linguistik). Dasselbe könnte auf andere nichtverbale bezeichnende Darstellungen angewendet werden. Es wurden bereits Suchmethoden entwickelt, mit denen sich ganze Bilder bzw. grafische Darstellungen anhand einzelner darin enthaltener Elemente suchen lassen. Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel für die „Morphologie“ grafischer Symbole (in diesem Fall eines Verkehrszeichens):
(aus Schmitz’ Vortrag auf der TSTT 20062; siehe Schmitz 2006)
2 3. Internationale Konferenz zu Terminologie, Standardisierung und Technologietransfer (TSTT 2006), Peking, China, 25.–26. August 2006
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In bestimmten Fachgebieten (z. B. in biologischen Nomenklaturen) gibt es sogar Beispiele für nichtverbale deskriptive Darstellungen, die umfangreiche Definitionen oder andere Konzeptbeschreibungen ersetzen und auch für eLearning-Zwecke nützlich sein könnten:
(aus Gonnissen and Mornie 1983, Vogel Nr. 50)
Es genügt eine vergleichsweise kurze Legende mit Erläuterungen zu den Symbolen (in mehreren Sprachen), und die grafische Darstellung ist für Fachleute, Studierende und Hobby-Ornithologen gleichermaßen leicht verständlich.
Alle oben genannten Arten strukturierter Inhalte sind heute zunehmend digital zugänglich (als eContent – immer häufiger auch über mobile Geräte) und können
– in digitalen Texten vorkommen (z. B. in technischer Dokumentation, wissenschaftlich-technischen Texten usw.),
– miteinander kombiniert oder ineinander eingebettet werden,
– ähnliche sprachliche Elemente (Buchstaben, Laute, Morpheme usw.) oder unterschiedliche Elemente (wie nichtverbale Darstellungen) aufweisen,
– komplexe Inhaltselemente bilden,
– müssen mit anderen in bestimmten Anwendungen integriert oder mit ihnen interoperabel gemacht werden.
Derzeit sind die meisten bestehenden Repositorien strukturierter Inhalte jedoch innerhalb eines Repositoriums nicht konsistent und widersprechen sich mitunter sogar zwischen verschiedenen Repositorien. Meist beruhen sie nicht auf geeigneten Metadaten- und Datenmodellierungsmethoden und sind daher nicht integrierbar, nicht zuverlässig und voller Mängel. Dies ist beispielsweise bei Anwendungen, die PwD unterstützen, inakzeptabel, insbesondere in unseren alternden Gesellschaften,
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wo immer mehr Menschen – manchmal mehrfach – Beeinträchtigungen haben. Darüber hinaus ermöglicht es keine effiziente Nutzung für eLearning-Zwecke – was Menschen mit Behinderungen (PwD) erneut benachteiligt.
Im Gegensatz zu strukturierten Inhalten lässt sich ein Korpus als unstrukturierter Inhalt beschreiben, nämlich als „ein Bestand natürlich vorkommender Sprache“ (McEnery, Xiao, Tono 2006), wodurch ein Korpus von Wortlisten, Wörterbüchern und Datenbanken abgegrenzt wird. Ebenso ist ein Sprachkorpus (oder gesprochenes Korpus) ein Archiv von Sprachaufnahmen (und deren Texttranskriptionen). Diese Definitionen reichen nicht aus, wenn es um nichtsprachliche Elemente in Texten (wie etwa in technischer Dokumentation) sowie um Elemente nonverbaler Kommunikation (wie Gesten, Mimik usw.) geht, die im wirklichen Leben notwendigerweise gesprochene Daten begleiten.
Betrachten wir, wo sich Elemente strukturierter Inhalte finden lassen, so erkennen wir, dass die meisten davon nicht als Selbstzweck entwickelt werden, sondern notwendige Bestandteile nicht strukturierter Inhalte sind, etwa von Textkorpora, Sprachkorpora usw. Daher sollte die Beziehung zwischen strukturierten Inhalten und Korpora – insbesondere mit Blick darauf, strukturierte Inhalte, die in nicht strukturierten Inhalten vorkommen, nutzbar zu machen, beispielsweise für eLearning in Form von LO – weiter untersucht werden. Das größte Korpus der Welt ist heute das Internet. In den meisten Fällen werden jedoch Texte von gesicherter Qualität benötigt, um daraus LO zu gewinnen – dies stellt eine Herausforderung für die Klassifizierung und Qualitätsbewertung von Texten sowie deren angemessene Auszeichnung dar.
2. N O R M U N G S F R A G E N I M Z U S A M M E N H A N G M I T S T R U K T U R I E R T E N I N H A L T E N
Normungsdokumente umfassen heute nicht nur technische Normen im herkömmlichen Sinne, sondern auch Normen für Terminologie, Prüfung, Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, Schnittstellen, Daten usw. Manche sind Grundnormen mit breitem Anwendungsbereich oder allgemeinen Festlegungen für ein bestimmtes Fachgebiet, andere sind Methodennormen. Die genormte Terminologie eines Fachgebiets kann als Grundnorm betrachtet werden. Die Methodennormen zu den Grundsätzen und Methoden der Terminologiearbeit und der Terminologienormung sind folglich grundlegend für die gesamte Terminologiearbeit und Terminologienormung/-vereinheitlichung in der Normung im Allgemeinen und darüber hinaus. Zudem beziehen sich die oben genannten Normtypen nur auf einige gängige Typen und schließen einander nicht aus; so kann eine bestimmte Produktnorm auch eine
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als Prüfnorm gelten, wenn sie Prüfverfahren für Eigenschaften des betreffenden Produkts vorgibt. Da Inhalte heute in nahezu allen Bereichen von Wissenschaft und Technik benötigt werden, können inhaltsbezogene Normen unter jeden der oben genannten Normtypen fallen.
Gemäß ISO/IEC Guide 2:2001 ist Normung eine Tätigkeit, bei der im Hinblick auf tatsächliche oder mögliche Probleme Festlegungen zur allgemeinen und wiederholten Anwendung getroffen werden, mit dem Ziel, den optimalen Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang zu erreichen. Insbesondere umfasst diese Tätigkeit die Prozesse der Erarbeitung, Herausgabe und Umsetzung von Normen. Zu den wichtigen Vorteilen der Normung zählen die Verbesserung der Eignung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen für ihre vorgesehenen Zwecke, die Verhinderung von Handelshemmnissen und die Erleichterung der technischen Zusammenarbeit. Die Erarbeitung von Normen beruht auf Konsens, also einer allgemeinen Übereinstimmung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass keine anhaltende Ablehnung wesentlicher Fragen durch einen wichtigen Teil der betroffenen Interessen vorliegt und ein Prozess stattfindet, der darauf abzielt, die Auffassungen aller betroffenen Parteien (nämlich Industrie, Forschung, öffentliche Verwaltung und Verbraucher) zu berücksichtigen und widersprüchliche Argumente miteinander in Einklang zu bringen.
Normungsarbeiten folgen stark systemischen Ansätzen. Insbesondere zielen Methodennormen auf generische Lösungen ab, die sich auch für verschiedene Anwendungen eignen. Dies gilt ebenso für Methodennormen zu strukturierten Inhalten, etwa Normen für Transkription und Transliteration, Datenmodelle, Austauschformate, Quellidentifikatoren (ISO 12615:2004), ganz zu schweigen vom Projektmanagement. Es gilt auch für einige Arten strukturierter Inhalte, die selbst genormt sind, etwa Sprachcodes (ISO-639-Reihe), Schriftcodes (ISO 15924:2004) und Ländercodes (ISO-3166-Reihe). In den letzten Jahren sind Aspekte der Interoperabilität strukturierter Inhalte in vielen Bereichen zu einem zentralen Thema geworden. Daher werden Normen zu Datenqualität, Datenverwaltung, Inhaltsverwaltung und Arbeitsabläufen zunehmend unverzichtbar.
Mehrere technische Komitees befassen sich mit verschiedenen – mehr oder weniger generischen – Aspekten der Inhaltsinteroperabilität, zum Beispiel:
- ISO/TC 37 Terminologie und andere Sprach- und Inhaltsressourcen
- ISO/IEC-JTC 1/SC 32 Datenverwaltung und -austausch (insbesondere dessen WG 2 Metadaten);
- ISO/IEC-JTC 1/SC 36 Informationstechnologie für Lernen, Bildung und Ausbildung;
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- ISO/TC 184 Automatisierungssysteme und Integration (insbesondere dessen SC 4 Industriedaten);
- ISO/TC 46 Information und Dokumentation.
Die von diesen Ausschüssen entwickelten Normen berücksichtigen noch nicht die spezifischen Anforderungen des E-Learnings hinsichtlich der Inhaltsinteroperabilität von Einheiten strukturierter Inhalte auf der Ebene der lexikalischen Semantik.
ISO/TC 37 war der erste Ausschuss, der die Mehrsprachigkeit umfassend berücksichtigte (tatsächlich als eines der Grundprinzipien aller seiner Normungsbemühungen, die begriffsorientiert, d. h. sprachunabhängig = mehrsprachig von Anfang an sind) – andere technische Ausschüsse sind diesem Beispiel gefolgt, achten in der Praxis jedoch häufig nicht ausreichend auf dieses Prinzip. Heute hat sich sogar die Lexikografie einer begriffsorientierten Ausrichtung (=Mehrsprachigkeit) zugewandt, wie die Produkte mehrerer Wörterbuchverlage und die im Internet zugänglichen umfangreichen Online-Wörterbücher zeigen. Dies sollte auch für Lernobjekte (LO) auf der Ebene der lexikalischen Semantik gelten.
Da Inhaltsinteroperabilität nur auf der Grundlage allgemein akzeptierter Regeln, nämlich internationaler Normen, erreicht werden kann, bedarf es einer Zusammenarbeit und Koordinierung der wichtigsten Normungsaktivitäten im Hinblick auf die Inhaltsinteroperabilität. Neue Normungsaktivitäten zu verschiedenen Aspekten der Inhaltsinteroperabilität
- werden einerseits durch technische Entwicklungen in Richtung webbasierter kooperativer / partizipativer Inhaltserstellung mittels IKT vorangetrieben (in Form von sozialen Netzwerken, Kooperationsplattformen, mobiler Kommunikation usw.);
- werden andererseits erhebliche Auswirkungen auf die verschiedenen Arten des Inhalts- und Wissensmanagements haben (insbesondere bei E-Anwendungen wie E-Learning, E-Accessibility und E-Inclusion, E-Health, mehrsprachigem Produktdatenmanagement im E-Business usw.).
Bislang konzentrierten sich die Normungsbemühungen in ISO/TC 37 Terminologie und andere Sprach- und Inhaltsressourcen im Hinblick auf strukturierte Inhalte auf methodische Normen zu
- Datenkategorien (nicht ganz identisch mit Metadaten), die bei der konzeptuellen Gestaltung der Einträge strukturierter Inhalte verwendet werden;
- Datenmodelle und Datenmodellierungsmethoden;
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– Metamodelle, um konkurrierende Datenmodelle interoperabel zu machen; – Anwendungen des Vorstehenden; und in gewissem Umfang die Standardisierung jener Arten von Inhalten, die für das TC relevant sind.
Wenn Ontologien im Sinne der Wissensrepräsentation einbezogen werden, müssen die oben erwähnten Metamodelle zu Meta-Ontologien und sogar einer Meta-Ontologiesprache (ISO/CD 17347:2012) erweitert werden, um die Möglichkeit zu schaffen, Ontologien interoperabel zu machen. In diesem Zusammenhang wird eine Ontologie als „formale, explizite Spezifikation einer gemeinsamen Konzeptualisierung“ (Gruber, Juni 1993) verstanden, die ein gemeinsames Vokabular und eine Taxonomie repräsentiert, welche einen Bereich modellieren – also die Definition von Konzepten und anderen Informationsobjekten sowie deren Eigenschaften und Beziehungen. Eine Ontologiesprache – im Unterschied zur bloßen Wissensrepräsentation – stellt ein Metamodell für solche formalen, expliziten Spezifikationen einer gemeinsamen Konzeptualisierung bereit.
Fast alle TCs in ISO und IEC standardisieren die wichtigsten Begriffe und Definitionen ihres jeweiligen Bereichs oder Fachgebiets. Einige standardisieren auch andere Arten von Sprach- und Inhaltsressourcen.
3. UMFÄNGE STRUKTURIERTER INHALTE: TERMINOLOGIE UND ANDERE SPRACH- UND INHALTSRESSOURCEN
Laut ELRA (European Language Resource Association) sind Sprachressourcen:
– Textkorpora,
– Sprachkorpora,
– (lexikografische Daten und) Terminologien.
In a recent article (Galinski, Reineke 2011), an attempt was made to quantify the volumes of lexicographical and terminological entries in an ever increasing number of domains or subjects. The lexis of LGP in the highly developed languages may comprise up to 500,000 lexemes (including a considerable share of terminology). However, the total number of scientific-technical concepts across all domains or subjects may well comprise ~100–150 million. The number of identifiable chemical substances alone has passed the 60 million mark in 2011. In the light of these figures
– Inhaltsinteroperabilität ist eine Voraussetzung dafür, eine massive Doppelung von Aufwand zu vermeiden;
– Der Ansatz von ISO/TC 37 wird zunehmend unverzichtbar;
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- Neue Ansätze und Methoden müssen entwickelt und bestehende angepasst werden;
- Die meisten der derzeit verfügbaren Werkzeuge zur Verwaltung von Terminologien sind unzureichend;
- Die Notwendigkeit der Standardisierung – insbesondere im Hinblick auf standardbasierte Qualität – wird zunehmen.
Dies ist besonders wichtig angesichts der Tatsache, dass viele oder die meisten terminologischen Einträge (oder andere Elemente strukturierter Inhalte) potenzielle LO im eLearning sind.
In den obigen Abbildungen sind Eigennamen und andere Arten von Benennungen nicht enthalten, obwohl sie im eLearning unverzichtbare Daten darstellen (die einzelne Konzepte repräsentieren). Abhängig von der Sprache (oder Schrift) und dem Anwendungsbereich können sie
- unterschiedliche (ähnliche oder nicht ähnliche) Sprachversionen haben;
- in verschiedenen Sprachen unterschiedlich ausgesprochen werden;
- in unterschiedliche Schriftsysteme transkribiert werden müssen;
- in einige Sprachen „übersetzt“ werden müssen;
- besonderen rechtlichen Bedingungen unterliegen (wie etwa Marken).
Die Zahl der existierenden Eigennamen und anderer Arten von Benennungen ist unzählbar – es könnte mehrere hundert Millionen geben. Auch hier können nichtverbale Darstellungen vorkommen, etwa grafische Logos usw.
4. BEDARF AN FÖDERIERTEN REPOSITORIES FÜR AUS STRUKTURIERTEN INHALTEN ABGELEITETE LERNOBJEKTE
Wenn wir alle Elemente strukturierter Inhalte auf der Ebene der lexikalischen Semantik wie oben beschrieben zählen, die zumindest potenziell zu LO werden könnten, kommen wir möglicherweise auf mehrere hundert Millionen Elemente. Kelly Washbourne von der Kent State University stellte einmal bedauernd fest: „Für Terminologie gibt es leider kein Heilmittel; man kann nur hoffen, sie zu verwalten.“ Diese Aussage trifft auch auf die meisten Arten strukturierter Inhalte zu – nicht nur auf die sprachlichen – und insbesondere auf LO auf der Ebene der lexikalischen Semantik. Deshalb müssen wir traditionelle Methoden und Werkzeuge um neue Ansätze erweitern, die eine effiziente Verwaltung der Quantität und Qualität strukturierter Inhalte ermöglichen.
Management umfasst Methoden, Werkzeuge, Prozesse und Kooperation und Koordination sowie Kontrollmechanismen und Kontrollwerkzeuge. Nur wenn all dies auf Standards basiert, besteht die Chance auf eine verbesserte Interoperabilität strukturierter Inhalte, die in Content-Repositories entwickelt und gepflegt werden.
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Nicht zuletzt im Hinblick darauf, mehr (föderierte) Repositories strukturierter Inhalte zu erhalten, die unter Qualitätsanforderungen entwickelt und gepflegt werden, erfordert die oben skizzierte Situation mehr
– methodische Standards,
– Standards für das Content-Management,
– Workflow-Standards (insbesondere im Hinblick auf die webbasierte kooperative / partizipative Entwicklung strukturierter Inhalte),
– Standards zur Qualitätssicherung (z. B. ISO/TS 8000-1:2011),
– Standards für Datenbanktechnologien,
– standardbasierte Verifizierungs-, Validierungs- und Zertifizierungssysteme / -werkzeuge.
Die Föderierung von Repositories strukturierter Inhalte kann mehrere Dimensionen haben. Auf eher statische und passive Weise kann ein Repository andere Repositories automatisch über Änderungen „informieren“, woraufhin Prozesse zur Bearbeitung dieser Änderungen ausgelöst werden. Auf dynamischere Weise wird die Änderung eines bestimmten Repositorys entweder direkt in föderierten Repositories umgesetzt – selbstverständlich nach einer ordnungsgemäßen Validierung – oder das betroffene Element in einem anderen Repository greift auf die Änderungen in dem Repository zurück, in dem sie entstanden sind.
BEISPIEL: Ein Anzeigefeld in einem Produktdaten-Repository mit dem Eintrag „LENGTH 5.4 cm“ setzt sich aus drei Elementen zusammen:
– den Metadaten LENGTH für Produkte wie einen Nagel oder eine Schraube, deren Länge in cm gemessen wird; diese Metadaten LENGTH haben eine Metadaten-ID und eine Beschreibung in einem Metadaten-Repository (das als Autoritätsdatei dient) – sie dürfen nicht mit LENGTH für Mikroprodukte, deren Länge in Nanometern gemessen wird, oder große Produkte, deren Länge in Metern gemessen wird, verwechselt werden;
– den variablen Wert 5.4 (der, wenn die Einheit Zoll wäre, 2.13 betrüge);
– die Einheit „cm“, die einem anderen Metadaten-Repository (das als Autoritätsdatei dient) entnommen ist, das über eine eigene ID und eine Beschreibung verfügt, die auch Umrechnungsroutinen in die entsprechende Einheit des imperialen Systems, nämlich „inch“, umfassen kann.
Die meisten standardisierten strukturierten Inhalte in ISO und IEC könnten theoretisch zu hochwertigen LO werden. Einige Arten strukturierter Inhalte, wie grundlegende Terminologie, Kodierungssysteme (z. B. für Ländernamen, Währungen, Sprachen oder Sicherheitszeichen), grafische Symbole usw. sind so
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wichtig, dass die Inhaltselemente selbst international standardisiert sind. In der ISO/CDB (ISO Concept DataBase) sind die folgenden standardisierten Inhalte enthalten:
- Terminologie,
- Codes,
- grafische Symbole.
Es war beabsichtigt, auch Folgendes aufzunehmen:
- Größen und Einheiten,
- Datenkategorien (Metadaten),
- Produktklassifikationsdaten,
- Produktmerkmalsdaten,
- chemische Informationen,
- Kommunikationsmittel für bestimmte PwD, wie Bliss-Symbole, Inhalte in Gebärdensprache (einschließlich Gebärdenschrift) usw.
Die Internationale Norm ISO 10241–1:2011 Terminological entries in standards – Part 1: General requirements and examples of presentation wurde von ISO/TC 37 mit dem Ziel erarbeitet, auch andere Arten standardisierter strukturierter Inhalte in die ISO/CDB aufzunehmen. Sie basiert auf den Internationalen Normen ISO 704:2009, ISO 860:2007 und ISO 15188:2001. Für die Terminologienormung in ISO und IEC ist die Internationale Norm ISO 10241–1 verbindlich. Sie wird nicht nur in den ISO/IEC-Direktiven erwähnt, sondern auch von vielen terminologienormenden oder -harmonisierenden Organisationen weltweit angewendet.
Im Hinblick auf den künftigen Bedarf, einzelne standardisierte terminologische Einträge zu übernehmen, wurde die Internationale Norm ISO 10241–2:2012 Terminological entries in standards – Part 2: Adoption of standardized terminological entries erarbeitet. Diese Norm wird einen Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Interoperabilität standardisierter strukturierter Inhalte darstellen – auch in kooperativen/partizipativen Umgebungen.
5. AUS STRUKTURIERTEN INHALTEN ABGELEITETE LERNOBJEKTE
Gemäß ISO/IEC 2382–36:2008 (36.05.01) ist eine Lernressource eine „Entität, auf die verwiesen werden kann und die zum Lernen, zur Bildung und zur Ausbildung verwendet werden kann“. In diesem Beitrag ist ein Lernobjekt (LO) auf der Ebene der lexikalischen Semantik die kleinstmögliche Lernressource (LR). Gemäß
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dem Standard für Lernobjekt-Metadaten (LOM) (IEEE 1484-12.1:2002, 3.6) ist ein „Lernobjekt [für diesen Standard] als jede Entität, digital oder nicht digital, definiert, die zum Lernen, zur Bildung oder zur Ausbildung verwendet werden kann“. Dieser Beitrag konzentriert sich auf digitale Entitäten strukturierten Inhalts auf der Ebene der lexikalischen Semantik, die als LO betrachtet werden.
Die Metadaten (Datenelemente) des LOM-Standards sind in 9 Kategorien gruppiert:
a) Die Kategorie Allgemeines gruppiert allgemeine Informationen, die das Lernobjekt als Ganzes beschreiben.
b) Die Kategorie Lebenszyklus gruppiert Merkmale zur Geschichte und zum aktuellen Zustand dieses Lernobjekts sowie zu denjenigen, die dieses Lernobjekt während seiner Entwicklung beeinflusst haben.
c) Die Kategorie Meta-Metadaten gruppiert Informationen über die Metadateninstanz selbst (und nicht über das Lernobjekt, das diese Metadateninstanz beschreibt).
d) Die Kategorie Technik gruppiert die technischen Anforderungen und technischen Merkmale des Lernobjekts.
e) Die Kategorie Pädagogik gruppiert die pädagogischen und didaktischen Merkmale des Lernobjekts.
f) Die Kategorie Rechte gruppiert die Rechte an geistigem Eigentum und die Nutzungsbedingungen für das Lernobjekt.
g) Die Kategorie Beziehung gruppiert Merkmale, die die Beziehung zwischen dem Lernobjekt und anderen verwandten Lernobjekten definieren.
h) Die Kategorie Anmerkung enthält Kommentare zur pädagogischen Nutzung des Lernobjekts sowie Informationen darüber, wann und von wem die Kommentare erstellt wurden.
i) Die Kategorie Klassifikation beschreibt dieses Lernobjekt in Bezug auf ein bestimmtes Klassifikationssystem.
Zusammengenommen bilden diese Kategorien das LOM-v1.0-Basisschema. Die Kategorie „Klassifikation“ kann dazu verwendet werden, bestimmte Arten von Erweiterungen des LOM-v1.0-Basisschemas bereitzustellen, da auf jedes Klassifikationssystem verwiesen werden kann.
IEEE 1484-12.1:2002 legt nicht fest, wie ein Lerntechnologiesystem eine Metadateninstanz für ein Lernobjekt darstellt oder verwendet.
Die folgenden Überlegungen sind das Ergebnis einer kleinen Studiengruppe zu Lernkarteikarten für japanischen Wortschatz (mit Schwerpunkt auf sinojapanischen Schriftzeichen kanji, die jedoch auch Beispiele für Kanji-Kombinationen und Redewendungen behandelt). Die Frage lautete: Wie könnten sie mehrsprachig gestaltet und auf modernen Geräten verwendet werden – wenn möglich auch auf Mobilgeräten?
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Es wurde festgestellt, dass
- Kanji-Lernkarten Lernobjekte hoher Komplexität (HC-LO) sind, d. h. eine Kombination von Informationen, die aus mehreren anderen Lernobjekten geringer Komplexität (LC-LO) entnommen werden kann;
- Es werden Verknüpfungen zwischen LO auf Feldebene benötigt – erforderlichenfalls sogar aus Teilen eines bestimmten Feldes;
- Das entstehende Datenmodell muss von Anfang an mehrsprachig sein, um eine kooperative / partizipative Entwicklung und Pflege solcher LO zu ermöglichen;
- Eine Verbindung zu Textkorpora würde die Möglichkeit verbessern, systematisch Wortschatzbeispiele, Verwendungsbeispiele usw. zu extrahieren;
- Die Informationen jedes LO sind um ein Kernelement zentriert, das zum Durchsuchen von Texten oder Datenbanken verwendet werden kann, um weitere Informationen zu ermitteln und zu extrahieren.
Allgemein wurde die Auffassung vertreten, dass ein System zur Entwicklung und Pflege von LO dieser Art auf den Internationalen Normen der ISO/TC 37 basieren könnte. Die Methodik der ISO/TC 37 müsste jedoch erweitert werden, wenn sie auf LO angewendet wird, die aus strukturierten Inhalten abgeleitet sind.
In jedem Fall ist eine Kanji-Lernkarte wie die unten gezeigte ein HC-LO, das je nach Bedarf aus zwei oder mehr LC-LO aufgebaut werden kann. Ob HC-LO oder LC-LO: Ihre Kernelemente können als Verknüpfung zu Textkorpora dienen, wodurch sich einerseits zusätzliche Verwendungsinformationen wie Kollokationen, Kontexte / Kotexte und Metaphern ergänzen und andererseits aus diesen Kontexten / Kotexten systematisch Übungen, Testfragen usw. entwickeln ließen.
In der folgenden Abbildung kann eine Lernkarte zum Erlernen sinojapanischer Schriftzeichen kanji in mehrere HC-LO oder LC-LO zerlegt werden. Kanji-Lernkarten haben sich als äußerst wirksam erwiesen, um das Erlernen von Kanji erheblich zu beschleunigen und deren Einprägung zu verbessern. Ein Kanji-LO ist seinem Wesen nach stets ein HC-LO, da es möglicherweise
- Eine oder mehrere „chinesische Lesungen“ onyomi haben, je nachdem, in welchem Zeitraum der Geschichte das betreffende Kanji eingeführt wurde, aus welcher Region Chinas es stammt und mit welcher Bedeutung (ganz zu schweigen davon, dass die Japaner im Laufe der Zeit unterschiedliche Bedeutungen hinzugefügt haben könnten);
- Eine oder mehrere „japanische Lesungen“ kunyomi haben, wobei man die Kun-Lesung für das chinesische Schriftzeichen als solches oder als Stamm nimmt und etwas hinzufügt (ein oder
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weitere) Endungen (meist Flexionselemente oder Partikeln, die den Stamm in ein Adjektiv oder Adverb usw. umwandeln); das Ergebnis kann bisweilen als reguläre Ableitung angesehen werden, häufig jedoch auch als idiomatische Bildung;
- Mit anderen Kanji kombiniert werden, um Binome, Trinome usw. zu bilden.
Jede onyomi- oder kunyomi-LO (von denen sich einige semantisch überschneiden) eines Kanji kann wiederum als HC-LO aufgefasst werden, wenn sie unterschiedliche Bedeutungen haben (jeweils auf einer Komplexitätsstufe niedriger).
(from Hodges and Okazaki s.a.)
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In der obigen Abbildung kann die onyomi kyû (als L1 für K1 休) jede Bedeutung der kunyomi-Lesungen tragen, aber kyû kann nur für das Kanji verwendet werden, wenn es in Kanji-Kombinationen vorkommt (oder – als Ausnahme – wenn das Kanji allein als Abkürzung steht). Kyû als LO ergäbe nur dann Sinn, wenn ein Lernender aus irgendeinem Grund alle Kanji lernen möchte, deren onyomi kyû lautet. Es gibt viele Kanji, bei denen die onyomi ein oder mehrere Konzepte repräsentiert; daher kann jedes Kanji samt onyomi als LO aufgefasst werden.
L2 休む yasumu, L3 休まる yasumaru, L4 休める yasumeru, L5 休み yasumi stehen für unterschiedliche – wenn auch semantisch verwandte – japanische Lesungen kunyomi des betreffenden Kanji. Diese haben über ihren abgeleiteten Charakter hinaus eine idiomatische Bedeutung, die jede von ihnen als eigenständige LC-LO qualifiziert. Hat eine LO dieser Art jedoch mehr als eine Bedeutung, so stellt grundsätzlich jede davon eine LC-LO dar. 休 steht in den kunyomi-Lesungen nur für den Stamm yasu. Es gibt jedoch weitere Stämme, die yasu gelesen und mit anderer Bedeutung durch andere Kanji geschrieben werden, etwa 安 in yasui 安い. Dies könnte den Lernenden zu anderen Kanji-LO führen, die die japanische Lesung yasu haben.
L6 定休日 teikyûbi, L7 一休みする hitoyasumi suru und L8 休目 kyûjitsu stehen für die Bedeutung von Zusammensetzungen aus Kanji (Binomen, Trinomen usw., mit oder ohne Endungen), die mit onyomi, kunyomi oder gemischter Lesung gelesen werden. Somit kann das Kernelement der HC-LO K1 (休 kyû) dieser Kanji-Lernkarte
- mit zwei oder mehr anderen Kanji kombiniert werden, um lexikografische LO zu bilden, etwa L6 teikyûbi, L7 hitoyasumi suru und L8 kyûjitsu. Hat eines davon mehr als eine Bedeutung, müsste es als zwei oder mehr LO behandelt werden;
- auf andere Kanji-HC-O verweisen, etwa K2 一, K3 定, K4 日;
- mit ähnlich aussehenden Kanji verknüpft werden, etwa K5 体 und K6 伏 oder anderen Kanji von historischer oder sonstiger Bedeutung.
Jede der oben genannten Arten von LO sollte ein vorgesehenes Platzhalterfeld für Folgendes enthalten:
- Aussprache (oder Aussprachen, da es zwei oder mehr geben kann; bei Homophonen sollten Verweise zur jeweiligen LO führen);
- Gebärdensprache und andere Arten von AAC (alternativer und augmentativer Kommunikation).
Die äußerst komplizierte japanische Sprache und Schrift wurde ausgewählt, um die Methode der Zusammensetzung und Zerlegung von LO auf der Ebene der lexikalischen Semantik zu veranschaulichen. Japanisch als komplizierte Sprache heranzuziehen, eine com-
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Ein kompliziertes Schriftsystem als Grundlage für die Gestaltung der Datenmodelle von LO für ein LO-Repository auf der Ebene der lexikalischen Semantik zu verwenden, hat Vorteile. Dadurch lässt sich möglicherweise leichter mit Phänomenen in der Welt nichtsprachlicher Symbole umgehen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.
In einigen Ländern gibt es sogar Varianten desselben Verkehrszeichens, je nachdem, wo es verwendet wird – hinsichtlich seiner Position auf der Straße oder danach, ob es sich um ein herkömmliches Verkehrszeichen oder um eine Wechselverkehrszeichenanlage (VMS) handelt (Galinski 2011).
Die meisten japanischen Kanji kommen – oft mit unregelmäßigen Lesungen – in Bezeichnungen vor, d. h. in Eigennamen von Personen, Orten, Organisationen, Gebäuden und anderen Objekten. Insbesondere in Sprachen mit nichtlateinischen Schriftsystemen bereiten die korrekte Schreibweise und Lesung von Eigennamen Lernenden oft große Schwierigkeiten. Von der korrekten Sortierung von Namen in solchen Schriftsystemen ganz zu schweigen. Auf einem Flug über Sibirien nach China kann man auf dem Flugmonitor den chinesischen Namen für Nowosibirsk lesen, der mit 新xin beginnt und „neu“ bedeutet; damit wird das Namenselement novo ins Chinesische übertragen. Der übrige Teil des Namens sibirsk=Siberia wird durch chinesische Schriftzeichen transkribiert. Eigennamen müssen also möglicherweise transkribiert oder (teilweise oder vollständig) „übersetzt“ werden. Auf jeden Fall können Eigennamen – ebenso wie terminologische und lexikografische Einheiten – wichtige LO sein und mit dem oben skizzierten Ansatz behandelt werden.
Der Ansatz von ISO/TC 37 kann als Modell für alle Arten strukturierter Inhalte dienen. Wie oben bereits erwähnt, sollte das Data Category Registry for language resources (DCR) (ISO 12620:2009) von ISO/TC 37 jedoch auf andere Arten strukturierter Inhalte über lexikografische und terminologische Daten hinaus sowie auf neue Anforderungen an eApplications, etwa für Zwecke des eLearning und der eAccessibility / eInclusion, ausgeweitet werden und kann dies tatsächlich auch.
Für diejenigen, die von der Komplexität abgeschreckt werden, gibt es möglicherweise einen – nicht gerade neuen, in der Praxis aber selten angewandten – Ausweg: die Föderation von Ressourcen
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für strukturierte Inhalte. In Anlehnung an die Philosophie von Dublin Core sollte eine bestimmte Schicht von Datenkategorien (die für verschiedene Arten strukturierter Inhalte dieselben sind) standardisiert und in jeder Ressource implementiert werden, um so die Interoperabilität von Inhalten zu gewährleisten. Der volle Grad an Komplexität wird nicht in einer einzigen Superressource implementiert, sondern auf mehrere Ressourcen unterschiedlicher Arten strukturierter Inhalte verteilt. Diese Methode zur Gewährleistung der Interoperabilität von Inhalten, bei der die Umwidmung strukturierter Inhaltseinheiten im Blick steht, bedarf weiterer Untersuchungen.
6. ZUKÜNFTIGER STANDARDISIERUNGSBEDARF
Vor diesem Hintergrund benötigt ISO/DCR möglicherweise zusätzliche Datenkategorien. ISO/DCR enthält heute die grundlegenden und zahlreiche erweiterte Datenkategorien für terminologische und lexikografische Daten. Das terminologische Datenmodell sowie das lexikografische Datenmodell basieren auf ihnen. Die Verwendung von Datenkategorien (die nicht ganz dasselbe sind wie Metadaten oder Datenelemente) scheint für strukturierte Inhalte im Allgemeinen und insbesondere für LO auf der Ebene der lexikalischen Semantik sehr geeignet zu sein.
Außerdem lassen sich Datenkategorien in primäre Datenkategorien und sekundäre Datenkategorien (ISO 10241-1:2011) (oder sogar tertiäre Datenkategorien) unterscheiden. Primäre Datenkategorien beziehen sich auf Kerndaten wie Term, Definition usw. Sekundäre Datenkategorien beziehen sich unter anderem auf Attribute wie bevorzugt, zugelassen oder veraltet (bei Termen). Tertiäre Datenkategorien beziehen sich auf zusätzliche Informationen (sofern sie nicht als sekundäre Datenkategorien betrachtet werden), etwa auf die Elemente des Quellenverweises terminologischer Daten (auch auf andere Arten strukturierter Inhalte anwendbar), wie in ISO 12615:2004 Bibliographic references and source identifiers for terminology work. dargelegt.
Primäre Datenkategorien gemäß ISO 10241-1, angepasst an LO, sind (im Vergleich zu Tabelle 1 in Anhang 1):
- Eintragsnummer – eindeutig für den Datenbankeintrag des LO;
- (Metadatenkategorie:) bezeichnende Repräsentation strukturierter Inhalte → d. h. Terme, einschließlich Synonymen, Homonymen usw.; auszuweiten auf jede Art bezeichnender Repräsentation strukturierter Inhalte, wobei jede eine eigene Entitäts-ID haben sollte, um so die Autonomie von Termen auf die Autonomie der Repräsentationen auszuweiten;
- (Metadatenkategorie:) beschreibende Repräsentation strukturierter Inhalte → d. h. Definitionen, Erläuterungen, Kontexte usw.; auszuweiten
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hin zu jeder Art beschreibender Darstellung strukturierter Inhalte, einschließlich nichtverbaler beschreibender Darstellungen;
– (Metadatenkategorie:) Beispiel → falls erforderlich, in verschiedene Arten von Beispielen aufzuteilen;
– (Metadatenkategorie:) Anmerkung → falls erforderlich, in verschiedene Arten von Anmerkungen aufzuteilen;
– (Metadatenkategorie:) Quelle → falls erforderlich, in verschiedene Arten von Quellen und die jeweiligen Nutzungsbedingungen aufzuteilen.
Ist die Entität der bezeichnenden Darstellung strukturierter Inhalte verbal, gilt die Wiederholbarkeit nach Sprache sowie bei Synonymen die Wiederholbarkeit innerhalb einer Sprache (von denen jedes ebenfalls eine eigene Entitäts-ID erhalten sollte). Ist die Entität der bezeichnenden Darstellung strukturierter Inhalte nichtverbal, gilt die Wiederholbarkeit nach Einsatz- bzw. Anwendungsbereich. Es kann auch eine Art Wiederholbarkeit innerhalb des Einsatz- bzw. Anwendungsbereichs geben (etwa bei Geschwindigkeitsbegrenzungsschildern, die je nach ihrem Standort am Straßenrand oder in der Mitte einer Autobahn in manchen Ländern variieren, oder bei Verkehrsschildern gleicher Bedeutung, die sich in verschiedenen US-Bundesstaaten unterscheiden). Es gibt Variationen der Gebärdensprache innerhalb derselben Gebärdensprache sowie bei Blissymbols.
Das Vorstehende zeigt, dass die Wiederholbarkeit sich nach der „Nutzungsgemeinschaft“ (d. h. Locale bei der Lokalisierung) und nicht nach der Sprache richten sollte. Natürlich kann die Nutzungsgemeinschaft auch eine Sprachgemeinschaft sein, doch die Wiederholbarkeit nach und innerhalb von Locales bietet mehr Flexibilität, um alle bei strukturierten Inhalten auftretenden Phänomene abzudecken.
7. S C H L U S S F O L G E R U N G E N
In den letzten 10 Jahren sind die Grenzen der semantischen Interoperabilität aus informatischer Sicht deutlich geworden. Neben der technischen (d. h. hardware- und softwarebezogenen) und der organisatorischen Interoperabilität sollte die semantische Interoperabilität syntaktische, konzeptuelle und pragmatische Interoperabilität umfassen. Inhaltsinteroperabilität bietet einen noch umfassenderen und allgemeineren Ansatz für die kommunikativen Darstellungen von Information und Wissen – sie berücksichtigt auch die uneingeschränkte Wiederverwendbarkeit und Umwidmung von Entitäten verschiedener Arten strukturierter Inhalte (Galinski, Van Isacker 2010). Eine Umwidmung kann beispielsweise die Anpassung vorhandener terminologischer Einträge umfassen
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– als Lernobjekte (LO) im eLearning oder
– zur Nutzung durch Menschen mit Behinderungen (PwD) für die allgemeine Kommunikation und natürlich auch für Lernzwecke.
Internationale Standards für die Interoperabilität von Inhalten sind Voraussetzung für:
– die Vermeidung einer enormen Doppelung von Aufwand,
– die Entwicklung von Methoden (einschließlich Zertifizierung) und Geräten zur Sicherstellung der Inhaltsqualität,
– die Einführung der Interoperabilität von Inhalten in Bildungs- und Ausbildungskonzepte,
– die Ermöglichung einer umfangreichen Wiederverwendung und Umwidmung vorhandener strukturierter Inhalte durch zahlreiche eAnwendungen.
Zunehmend sollten alle Arten strukturierter Inhalte systemübergreifend wiederverwendbar und umwidmbar sein. Darüber hinaus sollten immer mehr webbasierte kooperative und verteilte Methoden zur Inhaltserstellung in Zusammenarbeit mit verwandten Bereichen und nach einem integrativen Ansatz umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang wird die verstärkte Nutzung mobiler Technologien enorme Auswirkungen haben: eContent wird zu mContent (mobilen Inhalten).
Im Zuge dieser Entwicklungen wäre es lohnenswert, stärkere methodische und systemgestalterische Verbindungen zwischen dem Management von Inhaltsressourcen und der Korpuslinguistik zu entwickeln, um Folgendes besser zu nutzen:
– vorhandene und künftige Korpora mit verbesserten Funktionen, z. B. zur systematischen Extraktion einzelner strukturierter Inhalte (unter Berücksichtigung der Häufigkeit ihres Auftretens je nach Fachgebiet, Niveau/Sprachregister und Anwendung, um die kontextbezogene Extraktion von Lernobjekten zu verbessern);
– strukturierte Inhalte in vorhandenen und künftigen Repositorien, um die Verarbeitung von Korpora für zusätzliche neue Zwecke wie etwa die Didaktik zu verbessern;
– vorhandene und neu entstehende Methoden sowie Werkzeuge in Bereichen, die bislang nur einen geringen Grad an methodischer Verknüpfung und Integration aufweisen, zum gegenseitigen Nutzen;
– systematisch (und durch partizipative Bemühungen) erstellte und gepflegte Lernobjekte, insbesondere für CLIL (integriertes Fremdsprachen- und Sachfachlernen).
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Die Bemühungen um Standardisierung (und die Zusammenarbeit bei der Standardisierung) sollten verstärkt werden. Die angemessene Integration von AAC-Anforderungen in die Datenmodellierung strukturierter Inhalte käme nicht nur denjenigen in der Gesellschaft zugute, die sie am dringendsten benötigen, sondern letztlich allen. Dies erfordert, dass einschlägige assistive Technologien in der IKT-bezogenen Aus- und Weiterbildung so früh wie möglich stärker berücksichtigt werden.
Die Teilnehmenden der ICCHP 20103 Conference bestätigten, dass die bestehende Aus- und Weiterbildung sowie formale Studiengänge nicht ausreichen – selbst wenn sie im Rahmen bestimmter Zertifizierungs-/Anerkennungssysteme zertifiziert sind –, um die für die Auseinandersetzung mit den Fragen der globalen Inhaltsinteroperabilität und insbesondere der eAccessibility&eInclusion erforderlichen Kompetenzen und Qualifikationen zu vermitteln. Die „Empfehlung zu Grundsätzen für die Entwicklung von Software und Inhalten 2010“ (siehe Annex 2) wurde in einem speziellen Workshop bei der ICCHP 2010 formuliert und anschließend von mehreren technischen Komitees im Bereich der Standardisierung sowie 2012 von der Management Group (MoU/MG) der ITU-ISO-IEC-UN/ECE-Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der eBusiness-Standardisierung gebilligt.
REFERENCES
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Galinski Ch., Reineke D. 2011: Vor uns die Terminologieflut. – eDITion 2/2011, 8–12.
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Gonnissen L., Mornie G. 1983: Bestimmen und erkennen leicht gemacht. Vögel. Die wichtigsten heimischen Arten [Birds of Europe], translated from French by Sieglinde Summerer and Gerda Kurz, Zürich/Köln: Benziger Verlag.
Gruber T. R., June 1993: A translation approach to portable ontology specifications (PDF). Knowledge Acquisition 5 (2), 199–220. – http://tomgruber.org/writing/ontolingua-kaj-1993.pdf.
Hodges M., Okazaki T. Japanese kanji flashcards. Series 2, volume 1, Tokyo: White Rabbit Press, s.a.
Kitazawa T., Windhab R., Galinski Ch. 2007: Untersuchung von Flashcardsystemen (elektronische Lernkarteien) für CALL (computergestützten Spracherwerb) und CASPLL (computergestützten Fachsprachenerwerb) auf Anfängerniveau. Mit dem Schwerpunkt auf Japanisch-Lernen zum Erwerb einer hohen lexikalischen Sprachkompetenz – ohne das langfristige Ziel einer mehrsprachigen Flashcard-Lernplattform zu vernachlässigen.
McEnery T., Xiao R., Tono Y. 2006: Corpus-based Language Studies: An Advanced Resource Book, London/New York: Routledge.
Schmitz K.-D. 2006: Data modeling: From terminology to other multilingual structured content. – TSTT 2006. International Conference on Terminology, Standardization and Technology Transfer. Proceedings. Beijing, China, 2006-08-25/26. Yuli Wang, Yu Wang, Ye Tian (eds.), Beijing: Encyclopedia of China Publishing House.
3 12th International conference on computers helping people with special needs (ICCHP 2010), Vienna, Austria, July 2010
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REFERENCED STANDARDS
ISO/IEC Guide 2:2004 Standardization and related activities – General vocabulary.
ISO 639 (series) Codes for the representation of names of languages.
ISO/IEC 2382-36:2008 Information technology – Vocabulary – Part 36: Learning, education and training.
ISO 3166 (series) Codes for the representation of names of countries and their subdivisions.
ISO/TS 8000-1:2011 Data quality – Part 1: Overview.
ISO 10241-1:2011 Terminological entries in standards – Part 1: General requirements and examples of presentation.
ISO 10241-2:2012 Terminological entries in standards – Part 2: Adoption of standardized terminological entries.
ISO 12615:2004 Bibliographic references and source identifiers for terminology work.
ISO 12620:2009 Terminology and other language and content resources – Specification of data categories and management of a Data Category Registry for language resources.
ISO 15924:2004 Information and documentation – Codes for the representation of names of scripts.
ISO/CD 17347:2012 Ontology Integration and Interoperability (OntoIOp) – Part 1: The Distributed Ontology Language (DOL).
ISO/DIS 22274:2011 Systems to manage terminology, knowledge and content – Concept-related aspects for developing and internationalizing classification systems.
IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc.). LOM standard 1484.12.1-2002 Draft Standard for Learning Object Metadata.
TURINIO SĄVEIKUMO BŪTINYBĖ NAUDOJANT STRUKTŪRIZUOTO TURINIO VIENETUS KAIP ELEKTRONINIO MOKYMOSI OBJEKTUS PAKARTOTINAI AR PAGAL KITOKIĄ PASKIRTĮ
Daugėja internetinių turinio platformų, siūlančių vartotojams vieną ar daugelį išteklių, bet vis dar trūksta teorinio ir metodologinio tokios veiklos pagrindimo, mažai atsižvelgiama į geriausias turinio sąveikumo užtikrinimo patirtis. Tokių platformų skaičius augs ir toliau, nes vis daugiau išteklių kuriama ir naudojama taikant nepakankamai veiksmingus metodus. Kad būtų užtikrinta turinio kokybė, o pirmiausiai patikimumas, reikalingas įvairių priemonių derinimas (standartai, informacinės ir komunikacinės technologijos, sertifikavimas ir kt.).
Elektroniniam mokymuisi svarbus skirtumas tarp bendrosios kalbos (angl. LGP) ir specialiosios kalbos (angl. LSP). Tam, kad būtų galima sukurti daugiakalbius, daugiamodalinius, daugelio paskirčių mokymosi objektų duomenų modelius, leksinės semantikos lygmeniu būtina tobulinti ribotas dabartinių duomenų bazių galimybes. Reikėtų daugiau dėmesio skirti:
a) duomenų bazėse pateikiamų bendrosios kalbos ir specialiosios kalbos įrašų panašumui;
b) duomenų bazių įrašų žodinių elementų tarimo nuorodoms;
c) pateikimui nežodinių žymenų ir atvaizdų, kurie, atsižvelgiant į taikymo sritį, gali būti tokie pat svarbūs kaip žodiniai žymenys ir net labiau už juos pageidautini;
d) leksinių vienetų dėmenims, pavyzdžiui, morfologiniams elementams;
e) didesniems leksiniams vienetams, pavyzdžiui, bendrosios kalbos kolokacijoms ar specialiosios kalbos frazemoms;
f) neįgaliųjų komunikacinėms reikmėms.
Straipsnyje pateikiami argumentai dėl žemiau išvardytų dalykų būtinumo:
– standartų, kuriuose būtų pateikti pasaulinio turinio sąveikumo užtikrinimo reikalavimai ir gairės, įskaitant elektroniniam mokymuisi keliamus reikalavimus;
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– koordinuotos strategijos, skatinančios tokių standartų taikymą (pavyzdžiui, pasitelkiant sertifikavimą);
Šie standartai ir priemonės galėtų padėti suvaldyti jau dabar daugiau ar mažiau chaotišką turinio plėtrą (sukeliančią didžiulį veiklos dubliavimą) ar bent jau leistų aiškiai išskirti patikimo turinio saugyklas.
Gauta 2012-03-20
Christian Galinski International Information Centre for Terminology (Infoterm) Gymnasiumstrasse 50, 1190 Vienna, Austria E-mail [email protected]
Blanca Stella Giraldo Pérez International Information Centre for Terminology (Infoterm) Gymnasiumstrasse 50, 1190 Vienna, Austria E-mail [email protected]
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ANNEX 1
Table 1 — Overview of data categories of a standardized terminological entry in accordance with ISO 10241-1
Primary data categoriesa
Secondary data categoriesb (including administrative data and usage information)
Name
Mandatory/optional; repeatable/non-repeatable
entry number...
Mandatory; non-repeatable
—
termc (or string of five half-high dots “...” or other slot holder sign,...) in the order preferred term(s), admitted term(s), deprecated term(s)
Mandatory; repeatable
grammatical information in accordance with the rules of the standardizing body: e.g. gender, number, part of speech
language code or script code, or both
geographical use (e.g. country code)
pronunciation
normative status
letter symbol...
Optional (unless the letter symbol is internationally standardized); repeatable
language code or script code, or both
geographical use (e.g. country code)
normative status
graphical symbol...
Optional (unless the graphical symbol is internationally standardized); repeatable
geographical use (e.g. country code)
normative status
definition...
Mandatory (unless a non-verbal representation is used by convention within the respective domain or subject); non-repeatable
domain or subject, if necessary
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Primary data categoriesa
Secondary data categoriesb (including administrative data and usage information)
Name
Mandatory/optional; repeatable/non-repeatable
non-verbal representation …
Mandatory (if exists – complementing a definition or used instead of a definition by convention within the respective domain or subject); non-repeatable
—
example …
Optional; repeatable
—
note to entry (including note to term, letter symbol, graphical symbol, definition, context, non-verbal representation, example, a given language section of a multilingual terminological entry or the entire terminological entry) …
Optional; repeatable
—
source of entire terminological entry (including source of term, letter symbol, graphical symbol, definition, context, non-verbal representation, example) or any language section of a multilingual terminological entry
Optional (unless the terminological entry or a language section of a multilingual terminological entry is taken from an external authoritative source); repeatable
additional information relating to the source, such as page number or clause number
a All primary data categories except the data category “entry number” are repeatable by language and, therefore, apply to multilingual standards. Additional rules for terminological entries in a multilingual terminology standard are given in Clause 7.
b All secondary data categories are optional except where they are crucial for disambiguation (…) and in cases where multilingual information is included in one terminological entry, in which case the primary data categories shall be complemented by a code for names of language in accordance with ISO 639, if necessary in combination with codes for names of countries in accordance with ISO 3166 or codes for names of scripts in accordance with ISO 15924.
c For simplicity, only “term” is specified in Table 1 although other verbal designations, such as any existing synonymous terms, variants, full forms, abbreviated forms, homographs, antonyms, as well as equivalent terms in other languages are included under this data category name.
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ANNEX 2
RECOMMENDATION ON SOFTWARE AND CONTENT DEVELOPMENT PRINCIPLES 2010
Formulated at the ICCHP 2010 and endorsed by ISO/TC 37 and other technical committees
PURPOSE
This recommendation addresses decision makers in public as well as private frameworks, software developers, the content industry and developers of pertinent standards. Its purpose is to make aware that multilinguality, multimodality, eInclusion and eAccessibility need to be considered from the outset in software and content development, in order to avoid the need for additional or remedial engineering or redesign at the time of adaptation, which tend to be very costly and often prove to be impossible.
BACKGROUND
In software development, globalization1, localization2 and internationalization3 have a particular meaning and application. In software localization they have been recognized as interdependent and of high importance from a strategic level down to the level of data modelling and content interoperability.
In 2005 the Management Group of the ITU-ISO-IEC-UN/ECE Memorandum of Understanding on eBusiness standardization adopted a statement (MoU/MG N0221), which defines as basic requirements for the development of fundamental methodology standards concerning semantic interoperability the fitness for
– multilinguality (covering also cultural diversity),
– multimodality and multimedia,
1 Globalization refers to all of the business decisions and activities required to make an organization truly international in scope and outlook. G11N is the transformation of business, processes and products to support customers around the world, in whatever language, country, or culture they require.
2 Localization is the process of modifying products or services to account for differences in distinct markets. Therefore, L10N is an integral part of G11N, and without it, other globalization efforts are likely to be ineffective. The interdependence of G11N and L10N has also been coined glocalization.
3 Internationalization is the process of enabling a product at a technical level for localization. An internationalized product does not require remedial engineering or redesign at the time of localization. Instead, it has been designed and built from the outset to be easily adapted for a specific application after the engineering phase.
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– eInclusion and eAccessibility,
– multi-channel presentations,
which have to be considered at the earliest stage of
– the software design process, and
– data modelling (including the definition of metadata),
and hereafter throughout all the iterative development cycles.
The above requirements are a prerequisite for global content integration and aggregation as well as content interoperability. Content interoperability is the capability of content to be combined with or embedded in other (types of) content items and to be extensively re-used as well as re-purposed for other kinds of eApplications. In order to achieve this capability, software must support these requirements from the outset. The same applies to the methods and tools of content management – including web content management.
R E C O M M E N D A T I O N
Software should be developed and data models for content prepared in compliance with the above-mentioned requirements to facilitate the adaptation to different languages and cultures (localization) or new applications (re-purposing), the personalization for different individual preferences or needs, including those of persons with disabilities. These requirements should also be referenced in all pertinent standards.
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