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AUŠRA RIMKUTĖ

Institut für Litauische Sprache

DIE NORMIERUNG DER RELIGIÖSEN TERMINOLOGIE IN „MAŽOJO KATEKIZMO VAIKELIAMS“ DES PRIESTERS JUOZAS LAUKAITIS

Zum 100-jährigen Jubiläum der Gebetskommission

Juozas Laukaitis (1873–1952) – vienas svarbiausių XX a. pradžios lietuvių bažnytinės kalbos gaivintojų, puoselėtojų ir religijos terminijos normintojų. Į šį darbą jis įtraukė kunigus Alfonsą Petrulį ir Adomą Jakštą-Dambrauską, su kuriais beveik dvejus metus taisė poterių kalbą, kiek galėdami stengėsi apvalyti svarbiausių maldų tekstus nuo svetimybių ir keisti jas lietuviškais žodžiais. 1909 metais į Seinus susirinkę garsiausi ano meto kalbininkai – Jonas Jablonskis, Kazimieras Būga, Juozas Balčikonis ir Jurgis Šlapelis, kartu su J. Laukaičiu ir kitais kunigais per porą mėnesių apsvarstė daug pagrindinių lietuvių kalbos gramatikos ir rašybos taisyklių, sutvarkė svarbesnių lietuviškų maldų, giesmių, litanijų kalbą, patvirtino kai kuriuos religijos terminus. Vad(in)amosios Poterių komisijos nelengvo ir kruopštaus darbo rezultatai pirmą kartą buvo paskelbti 1909 m. 9-ame Vadovo numeryje.

Der Vorsitzende der Gebetskommission, Priester J. Laukaitis, war ein eifriger Verteidiger der Sprache der überarbeiteten Gebete. Als ungünstige Kritik erschien, antwortete er recht scharf auf den Artikel von Jonas Totoraitis Nauji poteriai (Poterių Komisijos klaidos), in dem die Frage aufgeworfen wurde, ob „die Barbarismen schon unverständlich sind und ob sie auf keinen Fall mehr in den Gebeten bleiben können? <...> Vielleicht meint die Kommission, mit einer einzigen Handbewegung die alte Form aus dem Herzen und der Seele der Litauer herauszureißen und an ihre Stelle die neue einzuschieben, so wie man im Frühjahr mit Gabeln, Spaten1, Spießen und Stangen im Garten eine alte Eiche aus der Erde hebt und an ihre Stelle einen jungen Apfelbaum setzt, von dem noch nicht einmal feststeht, ob er anwachsen wird?“ (Totoraitis 1909: 296)2. Im Artikel Dr. Jonui Totoraičiui (Dėl poterių taisymo) schrieb J. Laukaitis: „Wer die Reden von Puriškevičius in der russischen Duma zur Verteidigung der alten Staatsordnung gelesen hat, kann im Artikel „Nauji Poteriai“ des „Vadovas“ den Puriškevičius Litauens erkennen, nur

1x spatas – Spaten, Schaufel (LKŽe).

2Die Zitate werden im Artikel sprachlich nicht korrigiert.

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auf einem anderen Boden – im Leben – der altmodischen, misslungenen Übersetzung der erhabensten Gebete“; die Gebetskommission aber arbeitet so, wie sie es versteht und kann (Laukaitis 1909d: 415).

J. Laukaitis begann sich bereits während seines Studiums am Priesterseminar in Sejny für die Belebung des Litauertums einzusetzen. Er gehörte einer geheimen Gruppe litauischer Seminaristen an (eine Zeit lang war er deren Leiter), die sich die Wiederbelebung der Muttersprache und die Verbreitung litauischer Presseerzeugnisse zum Ziel gesetzt hatte. Priester J. Vailokaitis schrieb 1910 in Šaltinyje, dass J. Laukaitis seine Kenntnisse der litauischen Sprache von Bischof Antanas Baranauskas bezogen habe, „aus jener Quelle der Erkenntnis der Kostbarkeiten unserer schönen Sprache“, und sie so gut beherrschte, dass „wir heute in Suvalkija keinen haben, der ihm gleichkäme“ (Vailokaitis 1910: 422). Offenbar wurde J. Laukaitis deshalb, als im Studienjahr 1904–1905 am Priesterseminar in Sejny Litauischunterricht eingeführt wurde, der erste Dozent für litauische Sprache. Die aktive Tätigkeit des „Professors3, Priesters J. Laukaitis, missfiel den polonisierten Seminarlehrern. Sie nannten ihn einen „Litvomanen“, obwohl Laukaitis allen gegenüber sowohl in nationaler und politischer als auch in religiöser Hinsicht tolerant war“ (Vaičiūnas 1996: 8).

J. Laukaitis war einer der Gründer der 1905 in Kaunas gegründeten St.-Kasimir-Gesellschaft zur Herausgabe christlicher Schriften. Im selben Jahr übernahm er auch den Vorsitz der gegründeten Buchverlagsgesellschaft „Laukaitis, Dvaranauskas, Narjauskas ir B-ė“, redigierte Zeitungen und Zeitschriften, verfasste Artikel und übersetzte Gesänge, Psalmen und schöngeistige Literatur ins Litauische. Er redigierte die christdemokratische Wochenzeitung Šaltinis (die ersten drei Nummern zeichnete er mit dem Namen Kazimieras Prapuolenis4, von der 4. bis zur 22. mit seinem eigenen Namen; später übergab er die Redaktion an Juozapas Vailokaitis); außerdem war er der Initiator der Publikation Šaltinėlis (1906), die Kindern beim Erlernen der litauischen Sprache helfen sollte. Ab Herbst 1908 erschien die Monatszeitschrift für katholische Priester Vadovas5, in der Predigten und sprachliche Empfehlungen in korrekter Sprache veröffentlicht wurden. Ihr Gründer war ebenfalls J. Laukaitis. Darüber hinaus verfasste er einige Gesänge und einen Katechismus, Mažasis katekizmas vaikeliams. Pranas Skardžius zufolge ist J. Laukaitis „einer unserer wenigen Geistlichen, der sich sein ganzes Leben lang intensiv um die Weiterentwicklung der litauischen Schriftsprache, vor allem der kirchlichen Sprache, bemüht hat. Er war nicht

3 J. Laukaitis war ab 1902 (nach dem Tod von Bischof Antanas Baranauskas) Professor am Priesterseminar in Sejny.

4 Eine merkwürdige Fügung – J. Laukaitis zeichnete mit dem Namen des damals lebenden Kanonikers, gesellschaftlichen Aktivisten und Pressemitarbeiters Kazimieras Prapuolenis (1858–1933). Der Kanoniker half dabei, die Genehmigung zur Herausgabe der Zeitung Šaltinio zu erhalten und war, wie im Buch Lietuvybės kovų verpetuose: Vilniaus ir Seinų kraštai XIX a. pabaigoje – XX a. pradžioje geschrieben steht, „eine Zeit lang als deren Redakteur tätig“. Er wirkte auch an der Herausgabe von Vadovo mit. Er verwendete verschiedene Pseudonyme (Kairiūkštytė, Gudonytė 2009: 223).

5 Vadovas erschien bis 1914. Bis zur zwölften Nummer wurde die Zeitschrift von J. Laukaitis redigiert, danach von Justinas Staugaitis.

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kein gelehrter Sprachwissenschaftler, sondern nur ein praktischer Laie, der schon recht früh mit der Frage des Sprachgebrauchs in der litauischen Schriftsprache in Berührung gekommen war“ (Skardžius 1997: 420). Monsignore Alfonsas Svarinskas erwähnt ebenfalls J. Laukaitis als einen besonderen Liebhaber der litauischen Sprache: „Wie sich herausstellt, saß er bei den Predigten anderer Priester mit einem Notizblock in der Hand am Altar und notierte Sprachfehler. Später korrigierte er sie...“ (Svarinskas 1996: 13).

Er war ein aktiver gesellschaftlicher Akteur. 1912 wurde J. Laukaitis im Gouvernement Suwałki in die Vierte Russische Staatsduma gewählt, in der er bis zum Herbst 1917 tätig war. Auch während seines Aufenthalts in Sankt Petersburg vergaß er Litauen nicht. Während des Ersten Weltkriegs war er Vorsitzender der Sankt Petersburger Abteilung der Litauischen Gesellschaft zur Unterstützung der Kriegsopfer und gründete die Litauische Katholische Volksunion. 1918 kehrte er nach Litauen zurück; 1936 wurde er in den Vierten Seimas Litauens gewählt. 1946 verhafteten die sowjetischen Behörden J. Laukaitis und verurteilten ihn zu sieben Jahren Haft. Er starb im Gefängnis von Wladimir.

Nach der Betrachtung von J. Laukaitis’ aktiver sprachlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit bleibt das Hauptziel dieses Artikels: die religiöse Terminologie der drei Auflagen (1904, 1907, 1914) seines Mažojo katekizmo vaikeliams und deren Wandel zu untersuchen; festzustellen, nach welchen Grundsätzen und Normierungskriterien er bei der Normierung religiöser Termini vorging; und vor allem die Korrekturen an der religiösen Terminologie der vor nahezu einem Jahrhundert erschienenen Katechismen im Hinblick auf die litauische Standardsprache zu bewerten. J. Laukaitis selbst schrieb: „Wie notwendig die Einheitlichkeit der katholischen Gebete ist, wissen die Priester am besten zu schätzen, wenn sie den Kindern den Katechismus beibringen, jeden Sonntag von der Kanzel in der Kirche aus die Gebete sprechen, zu den Häusern kommen, um die Osterbeichte abzunehmen, und die Anmeldungen derjenigen entgegennehmen, die heiraten wollen“ (Laukaitis 1907: 417). Im Folgenden wird daher untersucht, ob sich in den Texten der von ihm herausgegebenen Katechismen die erwähnte Einheitlichkeit findet.

RELIGIÖSE TERMINOLOGIE DER KATECHISMEN

J. Laukaitis’ Katechismus erschien in drei Auflagen: 1904 unter dem Titel Mažasis katekizmas vaikeliams, prisiruošiantiems į pirmą išpažintį ir šventą Komuniją (auf dem Umschlag 1905, Vilnius), 1907 und 1914 unter dem Titel Mažasis katekizmas vaikeliams, prisiruošiantiems į pirmąją išpažintį ir šventąją Komuniją (Seinai). Alle Katechismen wurden approbiert. Der Autor, Herausgeber oder Übersetzer des Katechismus ist nicht angegeben; es wird jedoch angenommen, dass J. Laukaitis ihn verfasst hat (Kairiūkštytė, Gudonytė 2009: 167). Die Katechismen unterscheiden sich im Umfang. Die erste Auflage ist etwas kürzer und umfasst 105 Seiten, während

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die zweite und dritte jeweils 115 Seiten umfassen. In der ersten fehlen die Texte der Morgen- und Abendgebete.

Aus den drei Katechismusauflagen wurden mehr als 1.800 religiöse Termini sowie ihre Synonyme und Varianten erfasst. Da sich die Texte der Katechismusauflagen nur wenig voneinander unterscheiden, fanden sich in jeder von ihnen etwa 600 verschiedene einwortige (fast ein Drittel) und zusammengesetzte religiöse Termini sowie deren Synonyme und Varianten. Die Betrachtung der drei Auflagen von J. Laukaitis’ Mažojo katekizmo vaikeliams lässt einen gewissen Wandel der religiösen Terminologie sowie eigene Normierungsphasen und -prinzipien erkennen. Daher lassen sich drei Phasen der Normierung religiöser Termini unterscheiden: die Verwendung von Fremdwörtern, deren Ersetzung durch litauische Entsprechungen und eine Übergangsphase, in der Fremdwort und litauischer Terminus abwechselnd gebraucht werden.

Als religiöse Termini6 gelten in diesem Artikel Wörter und Wortverbindungen, die die grundlegenden Wahrheiten des christlichen Glaubens, religiöse Akteure sowie übernatürliche Wesen, religiöse Bücher und Texte, mit dem Glauben verbundene Handlungen und Erscheinungen, Sakramente, Sünden, Laster, Tugenden, religiöse Riten, kirchliche Gegenstände (Kleidung, Bestandteile der Kleidung, liturgische Gefäße usw.), kirchliche und religiöse Feste, Feiertage und weitere mit der Religion verbundene Zeitbegriffe, verschiedene religiöse Orte und Bauwerke sowie die administrative Gliederung und Ähnliches bezeichnen. Als Termini gelten nicht nur eigentliche, ausschließlich für die Religion charakteristische Fachwörter, zum Beispiel: altorius, angelas, apaštalas, Dievo Avinėlis, išpažintis, krikštas, kunigas, nuodėmė, ostija, Paskutinis Teismas, pragaras, rojus, sakramentas, Sūnus (Dievo sūnus), Švenčiausioji Trejybė, Velykos usw., und nomenklatorische Bezeichnungen, zum Beispiel: Katalikų bažnyčia, Šventoji Romos bažnyčia usw., sondern auch Wörter der Alltagssprache (und Wörter aus anderen Bereichen), die terminologisiert worden sind, zum Beispiel: avis, avėlė, dangus, duona, lazda, pasaulis, sodas, taurė, žaltys, žemė, žmogus usw. Der Inhalt terminologisierter Wörter unterscheidet sich von dem gewöhnlicher Wörter. So wird etwa der Terminus avis in religiösen Texten für „Gläubiger“ verwendet; duona ist in der Religion ein Symbol für geistige Nahrung und den Leib Christi und somit auch für sein Erlösungsopfer; Didysis ketvirtadienis bezeichnet den Tag des letzten Abendmahls, Didysis penktadienis den Tag des Leidens und Todes Christi, und sekmadienis bezeichnet nicht nur den siebten Wochentag, sondern auch einen heiligen Tag, der der Verehrung Gottes und der Ruhe gewidmet ist. Das Wort sodas ist als religiöser Terminus ein Symbol der Unschuld und Reinheit sowie des irdischen und himmlischen Paradieses.

6 Apie religijos termino sampratą dar žr. Rimkutė 2009: 172–177.

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Fremdwörter

J. Laukaitis schrieb 1907 in der Zeitschrift Draugijos: „Žyvatas, griešnas, griekas“ seien ebenso viel wert wie „abliubenyčia, tajemnyčia, apibrozyti, bliuznierstva, loska“. Gleichartiger Unrat müsse unbedingt entfernt werden, denn er beleidige das Ohr des Litauers auf scheußliche Weise“ (Laukaitis 1907: 418). In den Katechismen finden sich nur griešnas, griekas ir tajemnyčia, da litauische Entsprechungen vorherrschen. In den besprochenen Ausgaben des Mažojo katekizmo vaikeliams wurden folgende nicht in die Standardsprache eingegangene Fremdwörter beibehalten (Einworttermini, die auch als Bestandteile zusammengesetzter Termini auftreten) und verwendet, für die es keine litauischen Entsprechungen gibt7:

x almužna8 MKV1 44, MKV2 36, MKV3 36 („Almosen“, poln. jałmużna);

x aniolas MKV1 17, MKV2 6, MKV3 6 („Engel“, poln. anioł): Angelas Sargas MKV3 6, Dievo Angelas MKV3 106, gerasis Aniolas MKV3 6, šventas Angelas Sargas MKV3 102, šventasis Aniolas MKV3 45;

x Arkaniolas MKV1 54, MKV2 47, MKV3 47 („Erzengel“, poln. archanioł): Arkaniolo Gabrijeliaus apreiškimas MKV3 48;

x čyščius MKV1 24, MKV2 13, MKV3 13 („Fegefeuer“, poln. czyściec): čyščiaus kančios MKV3 88;

x čystata MKV1 10, MKV2 XI, MKV3 XI („Reinheit, Sauberkeit, Lauterkeit“, poln. czystota, vgl. poln. czystość);

x dūšia MKV1 7, MKV2 7, MKV3 62 („Seele“, poln. dusza): dūšia čysčiuje kenčianti MKV3 46, dūšia mažo vaikelio MKV3 65, žmogaus dūšia MKV3 IX;

x grabas MKV1 35, MKV2 26, MKV3 25 („Sarg“, weißruss. гроб, poln. grób);9

x griešnas MKV1 5, MKV2 VI, MKV3 VI („sündig“, weißruss. грешный, poln. grzeszny, vgl. auch russ. грешный);

x karunka MKV1 54, MKV2 47, MKV3 47 („ein solches Gebet“, poln. korunka);

x nečystata MKV1 79, MKV2 76, MKV3 VIII („Unzucht, Ausschweifung“, poln. neczystota);

x pakūta MKV1 30, MKV2 20, MKV3 20 („Buße“, poln. pokuta): didelė pakūta MKV3 84, išpildymas pakūtos MKV3 82, Pakūtos Sakramentas MKV3 70;

7 Zur Bestimmung der Herkunft (und Bedeutung) der Termini stützt man sich auf A. Sabaliauskas Studie Lietuvių kalbos leksika (1990), D. Urbas Martyno Mažvydo raštų žodynu (1998), J. Palionis XVI–XVII a. lietuviškų raštų atrankiniu žodynu (2004), dem Lietuvių kalbos žodynu sowie A. Brückners Słownik etymologiczny języka polskiego (1974) und W. Smoczyńskis Słownik etymologiczny języka litewskiego (2007). Die Termini werden alphabetisch, in der Originalschreibweise und in der Form des Nominativs Singular angegeben.

8 Mit dem Zeichen „x“ werden Wörter markiert, die in der heutigen Standardsprache nicht verwendet werden.

9 Sarg – ebenfalls ein Lehnwort, vgl. weißruss. корста.

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x Kirchliche Trauung MKV1 7, MKV2 61, MKV3 VIII („kirchliche Trauzeremonie“, poln. ślub);

x Hochzeitsfeier MKV1 7, MKV2 61, MKV3 61 („Hochzeit“, weißruss. вяселле, poln. wesele; es gibt auch den litauischen Ausdruck vestuvės MKV3 VIII) und andere.

Synonyme und Varianten

Erwähnenswert sind auch die Fremdwörter, die als Bestandteile (Haupt- oder Nebenbestandteile) komplexer Termini auftreten und im Katechismus nicht gesondert als einwortige Religionstermini verwendet werden, z. B.:

x Person („Person“, poln. osoba, russ. особа): Dievo Asaba arba Ypata MKV1 15, MKV2 4, Dievo Ypata arba Asaba MKV3 4 (asaba wird synonym mit dem Neologismus ypata verwendet);

x Donnerstag („Donnerstag“, weißruss. четве́рг, poln. czwartek): Gründonnerstag MKV1 71, MKV2 66, großer Donnerstag MKV3 23;

x Kelch („Kelch“, poln. kielich, dt. Kelch): Weinkelch MKV1 100, MKV2 99, MKV3 99, Erhebung des Kelchs MKV1 99, MKV2 98, MKV3 98;

x Freitag („Freitag“, weißruss. пятніца, poln. piątek): Karfreitag MKV1 34, MKV2 24, MKV3 24;

x Dreifaltigkeit („Dreifaltigkeit“, poln. Trójca, vgl. auch lat. Trinitas): Heiligste Dreifaltigkeit MKV1 13, Allerheiligste Dreifaltigkeit MKV2 1, MKV3 1;

x Trauer („trauervoll“, vgl. poln. żałoba): Trauermessen MKV1 100, Trauermessen MKV2 100, MKV3 100;

x Lebenszeit („Gebärmutter“, poln. żywot): Frucht des Mutterleibs MKV1 5, MKV2 VI, MKV3 VI usw.

In den von der Gebetskommission veröffentlichten Gebeten kommen die aufgeführten Fremdwörter (außer aniolą und dušią) nicht vor. Warum J. Laukaitis diese nichtlitauischen Termini sogar in der letzten Ausgabe des Katechismus verwendet, ist unklar. Vielleicht stimmte seine Meinung nicht mit dem Vorschlag der Sprachwissenschaftler überein.

In der Zeitschrift Vadovas schrieb J. Laukaitis recht viel über Sprache. In der Rubrik Sprachfragen bemühte er sich, „den Wert der notwendigsten, in unseren Schriften verwendeten theologischen und philosophischen Termini zu erörtern und die häufigsten Fehler aufzuzeigen“ (Laukaitis 1914: 201). J. Laukaitis scheute sich nicht, Fehler einzugestehen. So schrieb er zunächst, man dürfe aniolo nicht durch angelu ersetzen, „zum einen deshalb nicht, weil alle litauischen Katholiken überall in Litauen von klein auf zum aniolą beten, und zum anderen, weil die Menschen, wenn man aniolą durch angelu ersetzte, sich darüber schrecklich empören würden und meinten, dies sei eine Nachahmung der litauischen Lutheraner und Calvinisten, die …

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… «Engel» angelas. Wenn man schließlich von der ursprünglichen Quelle angelos, angelus ausgeht, ergäbe sich im Litauischen angelius, -iaus, wie bei stilius oder dem von Menschen verwendeten Namen: Teopilius. Daher ist «Engel» vermutlich aus dem Russischen entlehnt“ (Laukaitis 1908₍b₎: 413). In Ausgabe 7 des Vadovas rief J. Laukaitis dazu auf, aniolas beizubehalten, da dieses fremdstämmige Wort angeblich ebenso alt sei wie Papst, Bischof, Pfarrer, Prabaščius10, Pfarrei usw., und dass es dennoch keinen Grund gebe, stattdessen angelas aufzudrängen (Laukaitis 1909₍a₎: 300). In der nächsten Ausgabe schrieb er jedoch bereits, man solle das Wort angelas verwenden (Laukaitis 1909₍c₎: 102). Leider hielt er sich selbst nicht an diesen Vorschlag – im Kleinen Katechismus für Kinder kommt der Terminus angelas nicht vor.

Fremdwörter: apiera („Opfer“, vgl. poln. ofiara), birmavonė („Sakrament der Firmung“, poln. bierzmowanie), griekas („Sünde“, poln. grzech, vgl. russ. грех), kora („Strafe“, poln. kara), mylista („Gnade“, weißruss. мілацӯ, poln. miłość), nodeja („Hoffnung“, weißruss. надзея, poln. nadzieja), pekla („Hölle“, poln. piekło), smertis („Tod“, weißruss. смерть, poln. śmierć), spaviednis („Beichte“, poln. spowiedź), sūdas („Gericht“, weißruss. суд, poln. sąd), sumenija („Gewissen“, weißruss. суменне, poln. sumenie), svietas („Welt“, weißruss. свет, poln. świat), tajemnyčia („Geheimnis“, poln. tajemnica) und einige weitere werden in sämtlichen Katechismusausgaben verwendet. Die Beispiele zeigen, dass man versucht hat, sie zu beseitigen, allerdings nicht konsequent, denn sie finden sich sowohl eigenständig als auch als Synonyme für litauische Termini (meist in Klammern oder nach der Konjunktion oder).

In den meisten Fällen bevorzugte J. Laukaitis litauische Termini, zum Beispiel:

apiera MKV₁ 73, vgl. Opfer oder apiera MKV₂ 69, MKV₃ 69: Messopfer MKV₁ 74, Messopfer oder apiera MKV₂ 69, MKV₃ 69, Opfer der heiligen Messe MKV₁ 44;

Beichte (spaviednis) MKV₁ 81, MKV₂ 78, MKV₃ 78, außerdem vgl. heilige Beichte MKV₁ 66, MKV₂ 78, heilige Beichte (spaviednis) MKV₁ 74, MKV₂ 70 – heilige Beichte MKV₃ 61, heilige Beichte (spaviednis) MKV₃ 83, Osterbeichte (spaviednis) MKV₃ 60;

griešnas MKV₁ 5, MKV₂ VI, MKV₃ VI, vgl. Sünder MKV₁ 84, MKV₂ 81, MKV₃ 81;

Gnade MKV₂ 9, MKV₃ 9 – myl ista MKV₁ 5, MKV₂ V, MKV₃ V, Gnade Gottes MKV₁ 67, MKV₂ 9, MKV₃ 62 – Dievo mylista MKV₁ 7, MKV₂ VIII, MKV₃ VIII, Gnade Gottes (mylista) MKV₂ 61, MKV₃ 61, Gnade Gottes oder mylista MKV₁ 68

10 Prabaščius (poln. proboszcz < dt. Probst, tschech. probošt < lat. propositus), praboščius (weißruss. probašč) – Verwalter einer katholischen Pfarrei, Pfarrer (LKŽₑ). Es handelt sich um eine Bezeichnung für den Pfarrer lateinischen Ursprungs, ein bereits veraltetes und nicht mehr gebräuchliches Fremdwort (ausführlicher siehe Klimavičius 1998: 10).

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und Gottes Gnade MKV₁ 67, die Gnade der heiligen Sakramente MKV₁ 23 – die Gnade der heiligen Sakramente MKV₂ 12, MKV₃ 12, Lossprechung11 Gnade MKV₁ 84, MKV₂ 81, MKV₃ 81;

Tod (Sterben) MKV₁ 19, MKV₂ 9, MKV₃ 9, ferner vgl. Tod MKV₁ 19, MKV₂ 8, MKV₃ 8, Sterbestunde MKV₁ 5, MKV₂ VI und Todesstunde MKV₃ VI;

Aberglaube (Zabobonai) MKV₁ 58 – Aberglaube (Zabobonai) MKV₂ 51, MKV₃ 51;

Sünde (Sünde, griekas) MKV₁ 88, MKV₂ 86, MKV₃ 86; in zusammengesetzten Termini wird Sünde (meistens) oder Sünde: fleischliche Sünde MKV₁ 91, MKV₂ 89, MKV₃ 89, Erbsünde MKV₁ 20, MKV₂ 64, MKV₃ 86, Erbsünde oder Sünde MKV₁ 19, MKV₂ 86, MKV₃ 86, Sünde der ersten Eltern MKV₁ 20, MKV₂ 9, MKV₃ 9, schwere Sünde MKV₁ 67, MKV₂ 62, MKV₃ 81, Verhärtung in den Sünden MKV₁ 9, MKV₂ X, MKV₃ X, dagegen – Vergebung der Sünden MKV₁ 6, MKV₂ 36, MKV₃ VI und Vergebung der Sünden MKV₁ 45, MKV₂ 76, MKV₃ 76;

Welt MKV₂ 29, MKV₃ 29 – Welt (svietas) MKV₁ 12, MKV₂ 39, MKV₃ 39, Ende der Welt MKV₁ 42, MKV₂ 34, MKV₃ 38 – Ende der Welt (svietas) MKV₁ 46;

Geheimnis (tajemnyčia) MKV₁ 55, MKV₂ 48, MKV₃ 48, vgl. Geheimnis der Erlösung MKV₁ 13, MKV₃ 1, Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit MKV₁ 13, MKV₂ 1, MKV₃ 1;

Hölle oder Unterwelt MKV₁ 24, vgl. Unterwelt oder Hölle MKV₁ 9, MKV₂ X, MKV₃ X, ferner vgl. Hölle MKV₁ 24, MKV₂ 13, MKV₃ 13 – Unterwelt MKV₁ 8, MKV₂ 13, MKV₃ 13, Pforten der Hölle MKV₂ 33, MKV₃ 33 – Pforten der Unterwelt MKV₁ 41, Gefangenschaft in der Hölle MKV₁ 22, MKV₂ 11, MKV₃ 11, Verdienst der Hölle MKV₁ 81, Verdienen der Hölle MKV₂ 78, MKV₃ 78;

Gewissen (sumenija) MKV₁ 75, MKV₂ 71, MKV₃ 71, vgl. Gewissen MKV₁ 70, MKV₂ 65, MKV₃ 65, Zahl des Gewissens (Rokunda sumenijos) MKV₁ 77, MKV₂ 73, MKV₃ 73; der Fremdwortgebrauch rokunda (poln. rachunek) kommt nur in zusammengesetzten Termini vor;

Gericht (sūdas) MKV₂ 38, MKV₃ 38; im Katechismus von 1904 steht nur sūdas MKV₁ 46, das Wort Gericht gibt es noch nicht; vgl. Gottes Gericht (sūdas) MKV₂ 13, MKV₃ 13 – Gottes sūdas MKV₁ 23, Jüngstes Gericht MKV₂ 38, MKV₃ 38 – Jüngstes sūdas MKV₁ 23 – Jüngstes Gericht (Sūdas) MKV₂ 13, MKV₃ 13, allgemeines Gericht MKV₂ 39, MKV₃ 39, Allgemeines Jüngstes Gericht (Sūdas) MKV₂ 38, MKV₃ 38 – Allgemeines Jüngstes sūdas MKV₁ 46;

Hoffnung (nodieja) MKV₁ 48, MKV₂ 41, MKV₃ 41, Hoffnung MKV₁ 58, MKV₂ 52, MKV₃ 103 usw.

Obwohl J. Laukaitis den im Katechismus von 1904 verwendeten Neologismus nietikystė MKV₁ 58 durch das Wort prietarai MKV₂ 51, MKV₃ 51 ersetzte, ließ er in Klammern

11 Lossprechung „Vergebung (der Sünden)“ – eine Lehnübersetzung aus dem Polnischen; vgl. poln. rozgrzeszenie (Palionis 2004: 157), ferner vgl. išrišti – poln. rozwiązać.

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Polonismen zabobonai. Ein litauischer Begriff hat ein Synonym, das als Hybridbildung anzusehen ist12, z. B. paaukojimas (apieravojimas) MKV2 49, MKV3 49 („Opfer“, poln. ofierować, ofiarowanie). In der ersten Ausgabe gibt es nur apieravojimas MKV1 56, vgl. ferner Viešpaties Jezaus apieravojimas MKV1 55 und Viešpaties Jezaus paaukojimas (apieravojimas) MKV2 48, MKV3 48. Es wurden noch weitere hybride Begriffe gefunden, die in der Gemeinsprache nicht verwendet werden, z. B. nepakūtojimas MKV1 9, MKV2 X („Nichtbereuen“, vgl. poln. pokutować) u. a.

Im Kleinen Katechismus für Kinder gibt es Fälle, in denen zuerst ein Fremdwort oder ein unüblicher hybrider Begriff angeführt wird und erst danach die litauische Entsprechung (bisweilen ein mehrteiliger Begriff), z. B.: Birmavonė arba padrūtinimas13 šventam tikėjime MKV1 7, MKV2 VIII, MKV3 VIII, Birmavonė arba Padrūtinimas tikėjime MKV1 67, MKV2 62 (Birmavonė arba Patvirtinimas tikėjime MKV3 62); in allen Ausgaben wird auch der einwortige Begriff Birmavonė MKV1 70, MKV2 65, MKV3 65 verwendet; nedėldienis arba sekmadienis MKV2 53, MKV3 53; in der ersten Ausgabe kommt das Wort sekma dienis nicht vor, sondern nur die Hybridbildung nedėldienis MKV1 59 („Sonntag“, vgl. weißruss. нядзеля); in allen Ausgaben wird der mehrteilige Begriff Velykų nedėldienis MKV1 36, MKV2 27, MKV3 26 verwendet.

Ein Vergleich der religiösen Termini in den Ausgaben des Kleinen Katechismus für Kinder lässt erkennen, dass J. Laukaitis offenbar dem Prinzip folgte, Fremdwörter durch eigene Wörter zu ersetzen – ein Prinzip, das aus der etablierten Tradition der Sprachreinigung hervorging und besonders in der damaligen Presse vertreten und erörtert wurde. Die besprochenen Beispiele zeigen, dass manche Fremdwörter, die im Kleinen Katechismus für Kinder von 1904 verwendet wurden, in den Ausgaben von 1907 und 1914 nicht mehr vorkommen oder synonym mit litauischen Entsprechungen verwendet werden, wobei den Wörtern der eigenen Sprache gewöhnlich der Vorzug gegeben wird. Die Synonymie in J. Laukaitis’ Katechismen zeigt, dass die religiöse Terminologie noch nicht gefestigt war und man nach dem geeignetsten Ausdruck für die jeweilige Vorstellung suchte. In vielen Fällen lässt sich die Synonymie von religiösen Termini unterschiedlicher Herkunft, d. h. litauischen und nichtlitauischen Ursprungs, als begründet ansehen, da man damit Fremdwörter zurückdrängen oder beseitigen und litauische Wörter verwenden wollte.

Obwohl svietas und pasaulis in den Katechismen synonym verwendet werden, ist doch der 1909 in der 8. Ausgabe des Vadovas veröffentlichte kurze Artikel Kalbos dalykai erwähnenswert, in dem J. Laukaitis erklärte, dass „[k]laidingai yra pavartotas pasaulis

12 In dem Artikel gelten Wörter als Hybridbildungen, die Wortbildungselemente eigener Herkunft und aus Lehnwörtern enthalten (Keinys 1984: 115; Gaivenis, Keinys 1990).

13 Padrūtinimas – „Bekräftigung“ (vgl. poln. potwierdzenie). In der Ausgabe von 1914 wird der Begriff patvirtinimas verwendet.

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anstelle von svietas, denn pasaulis bedeutet der Etymologie und dem Sprachverständnis der Menschen zufolge nur einen Ort oder Gegenstand unter der Sonne, also unsere Erde (vgl. pakriausis, pakaušis, pakinkis, pastogė, padangė, pakalnė, pažandė, panosė etc.). Die Leute sagen: Beim Heiligen Vater versammelt sich viel svietas aus aller Welt; <...>. Was den litauischen Charakter des Wortes svietas betrifft, so kann es meines Erachtens keinen Zweifel geben: Es ist ebenso gemeinsamen Ursprungs wie sniegas, sėmens, stiklas, sėdėti, sietas, sakalas, sábalas[,] saldus etc.“ (Laukaitis 1909b: 403). Wie man sieht, ist diese Erklärung nicht überzeugend. Von den angeführten Beispielen sind stiklas, sakalas ir sabalas slawischen Ursprungs. Es handelt sich um alte Lehnwörter, während svietas ein Barbarismus ist, auf den die litauische Sprache verzichten kann. Die übrigen Wörter gelten als indoeuropäisch oder als den Balten und Slawen gemeinsam. Zum Begriff pekla schrieb J. Laukaitis: „Herr Būga hat wissenschaftlich nachgewiesen, dass es keinen Poklius oder Peklius gegeben habe und dass das Wort ‚pekla‘ unmittelbar aus dem Polnischen übernommen worden sei“ (ebd., 406). Im Vadove (1908) vertrat J. Laukaitis die Auffassung, dass weder dušios durch vėlė noch durch siela ersetzt werden könne, denn „vėlė oder velė, von dem velinas (bei Daukša) und velnias abstammen, bedeutet, wie sich noch der lebendigen Sprache entnehmen lässt, dasselbe wie lat. manes, poln. cienie zmarłych“, während „siela, wie aus alten Schriften und der lebendigen Sprache hervorgeht, dasselbe bedeutet wie lat. animus, mens, <...> daher können wir sielą nur in jenen Fällen verwenden, in denen die Polen ‚dusza‘ im übertragenen Sinne gebrauchen, etwa: dusza narodu, towarzystwa..., und ebenso dann, wenn die lateinischen Wörter animus, mens den menschlichen Geist bezeichnen“ (Laukaitis 1908b: 413–414). Später (1925) jedoch „hatte siela für ihn bereits dieselbe Bedeutung wie lat. anima und schien gemeinsamen Ursprungs mit dt. Seele zu sein, ähnlich wie Sohn – sūnus, Tochter – duktė und dergleichen. In Wirklichkeit haben diese Wörter jedoch nichts miteinander zu tun“ (Skardžius 1997: 424). Aus diesen wenigen Erklärungen wird deutlich, dass J. Laukaitis über den Gebrauch und die Bedeutung der vorgeschlagenen Wörter anhand von Analogien zu bekannten Beispielen und seines eigenen Verständnisses urteilte und sich auf sprachwissenschaftliche Arbeiten stützte. Offensichtlich gelang es ihm nicht immer, die sprachlichen Sachverhalte treffend zu erklären (svietas – ein Slawismus), doch seine Bemühungen verdienen Beachtung. P. Skardžius schrieb, dass Prälat J. Laukaitis, obwohl er nur ein sprachwissenschaftlicher Dilettant gewesen sei, „ohne einen breiteren und tieferen Blick auf den Gebrauch der Gemeinsprache und oft auch ohne historische und etymologische Kenntnisse, wobei er sich gewöhnlich nur auf das eine oder andere bekannte Beispiel stützte“, dennoch viel Gutes für die Kultur der Kirchensprache geleistet habe: Er habe als einer der Ersten begonnen, sich um diese Sprache zu sorgen, und als Erster großes Interesse und den Wunsch geweckt, sie zu verbessern (Skardžius 1997: 425).

Im 1904 erschienenen Kleinen Katechismus für Kinder wurde die Lehnübersetzung mielaširdystė MKV1 11 verwendet (vgl. poln. miłosierdzie, lat. misericordia); in späteren Ausgaben des Katechismus wird er durch den Begriff gailestingumas MKV2, 13, MKV3 ersetzt.

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XIII, vgl. auch Dievo mielaširdystė MKV1 9 – Dievo gailestingumas (mielaširdystė) MKV2 X, MKV3 X.

Erwähnt werden sollte auch der Terminus ražančius14 MKV1 54, MKV2 47, MKV3 47 (poln. różaniec), dessen Verwendung in der Standardsprache vermieden wird15 (obwohl es škaplieriai gibt, vgl. poln. szkaplerz), und der durch rožinis ersetzt wird. Interessant ist, dass J. Laukaitis 1940 anstelle von rožančius den Neologismus rožynys zur Verwendung vorschlug, A. Salys dagegen rožinis16.

Abgesehen von allem bereits Erörterten werden im Mažajame katekizme vaikeliams litauische einwortige Religionstermini mit einwortigen litauischen Synonymen verwendet, zum Beispiel: apžadas (ižadas) MKV1 59, MKV2 53, MKV3 53, apžadas (prižadas, ižadas) MKV1 59, MKV2 52, MKV3 52, nusiturėjimas (užsilaikymas) MKV1 10, vgl. susiturėjimas (užsilaikymas) MKV2 XI, MKV3 XI. Wie die Beispiele zeigen, wurde nusiturėjimas MKV1 10 durch das Wort susiturėjimas MKV2 XI ersetzt; das synonyme Wort užsilaikymas blieb erhalten. Der in der ersten Ausgabe verwendete Terminus dievogarbumas MKV1 10 wurde durch den morphologisch besseren Terminus dievotumas MKV2 93, MKV3 93 ersetzt. Offenbar störte auch das Wort pagundymas MKV1 5, das in derselben Ausgabe des Katechismus synonym mit pagunda MKV1 14, MKV2 2, MKV3 2 verwendet wird (in der zweiten und dritten Ausgabe kommt pagundymo nicht vor).

Als Synonyme lassen sich die in den Katechismusausgaben verwendeten Ableitungen mit den Suffixen -ystė und -ybė betrachten, zum Beispiel dievystė MKV1 35 – dievybė MKV2 26, MKV3 51, šventvagystė MKV1 73 – šventvagybė MKV2 68, MKV3 68. Wie zu sehen ist, ersetzte J. Laukaitis die Ableitungen mit dem Suffix -ystė, die gewöhnlich bestimmte Eigenschaften oder Zustände von Personen bezeichnen, fast durchgängig durch Ableitungen mit dem Suffix -ybė, die Eigenschaften oder einen bestimmten Zustand beziehungsweise eine bestimmte Lage bezeichnen. Der im Katechismus von 1904 verwendete Terminus mit dem Suffix -ybė – malonybė MKV1 23 – wurde in den anderen Ausgaben durch einen Terminus mit dem Suffix -umas ersetzt: maloningumas MKV2 13, MKV3 13. In der Zeitschrift Vadovo schrieb J. Laukaitis, dass begonnen worden sei, „aus unserer Literatur die so vertraute Endung -ystė17 zu verbannen und an ihre Stelle die -ybė mit Gewalt einzuführen. Das geschehe angeblich, weil eine Ähnlichkeit zwischen dem litauischen -ystė und dem slawischen -stwo (brolystė – braterstwo, dievystė – bóstwo usw.) festgestellt worden sei, <...>. In der lebendigen Sprache bedeutet die Endung -ybė etwas ganz anderes als -ystė, und die eine kann keineswegs durch die andere ersetzt werden“ (Laukaitis 1908a: 202).

14 Üblicherweise wird rožančius verwendet.

15 Plačiau žr. Rimkutė 2005: 54.

16 Plačiau žr. Klimavičius 2002: 109.

17 Von J. Laukaitis hervorgehoben (es müsste Suffix statt Endung heißen. – A. R.).

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Außerdem variieren in Katechismen am häufigsten die Nebenbestandteile zusammengesetzter Termini, die durch einfache und pronominale Adjektivformen ausgedrückt werden. Pronominale Formen sind für die Termini des Katechismus von 1904 untypisch; es wurden nur wenige Belege gefunden, zum Beispiel: Dvasia šventoji MKV1 30, šventoji Bažnyčia MKV1 64; doch kommen auch sie neben den einfachen Formen vor, zum Beispiel: Dvasia Šventa MKV1 6, šventa Bažnyčia MKV1 6. Die in der ersten Katechismusausgabe verwendeten einfachen Adjektivformen werden in den Katechismen von 1907 und 1914 bereits durch pronominale Formen ausgedrückt, zum Beispiel: amžina prapultis MKV1 21 – amžinoji prapultis MKV2 11, MKV3 105, amžina ugnis MKV1 46 – amžinoji ugnis MKV2 38, MKV3 38, amžinas gyvenimas MKV1 21 – amžinasis gyvenimas MKV2 11, MKV3 102, amžinas išganymas18 MKV1 49 – amžinasis išganymas MKV2 41, MKV3 41, dvasiška Švento Tėvo valdžia MKV1 40–41 – dvasiškoji Šventojo Tėvo valdžia MKV2 32, MKV3 32, geras Aniolas MKV1 17 – gerasis Aniolas MKV2 6, MKV3 6, krikščioniškas mokslas MKV1 94 – krikščioniškasis mokslas MKV2 93, MKV3 93, paskutinė šventa išpažintis MKV1 76 – paskutinė šventoji išpažintis MKV2 72, MKV3 72, paskutinė Vakarienė MKV1 33 – paskutinioji Vakarienė MKV2 23, MKV3 23, Švenčiausia Ostija MKV1 99 – Švenčiausioji Ostija MKV2 98, MKV3 98, Švenčiausia Traicė MKV1 13 – Švenčiausioji Traicė MKV1 16, MKV2 1, MKV3 1, Švenčiausias Sakramentas MKV1 7, MKV2 VIII – Švenčiausiasis Sakramentas MKV2 66, MKV3 66, šventa Komunija MKV1 71 – šventoji Komunija MKV2 66, MKV3 66, šventas Tėvas MKV1 42 – šventasis Tėvas MKV2 34, MKV3 32, šventos Mišios MKV1 73 – šventosios Mišios MKV2 69, MKV3 69 usw. Einfache Adjektivformen sind in der zweiten und dritten Katechismusausgabe selten und wechseln mit pronominalen Formen, zum Beispiel: Dvasia Šventa MKV2 VI, MKV3 VI – Dvasia šventoji MKV2 21, MKV3 21, pikta dvasia MKV2 2, MKV3 2 – piktoji dvasia MKV2 7, MKV3 7, šventa Bažnyčia MKV2 32, MKV3 32 – šventoji Bažnyčia MKV2 12, MKV3 12. Obwohl einfache und pronominale Adjektivformen nicht dasselbe bedeuten, wurden mit den angeführten Termini dieselben religiösen Begriffe bezeichnet; der Unterschied bestand lediglich in der grammatischen Form. Diese Varianten können als Pseudovarianten gelten. Der Versuch, pronominale Adjektivformen (wenn auch neben einfachen Formen) dort zu verwenden, wo sie heute üblich sind, wenn von einer Art oder einem unterscheidenden Merkmal die Rede ist, zeugt von J. Laukaitis’ Bestreben, die Sprache des Katechismus zu verbessern.

Gesondert zu erwähnen sind die in Katechismen verwendeten Termini, die bei formaler Betrachtung nicht als Termini gelten könnten: Adjektive und Partizipien, die die Funktion von Substantiven übernehmen. In den Texten werden am häufigsten zwei Termini verwendet:

18 Išganymas „Erlösung“ – eine Lehnübersetzung, vgl. poln. zbawienie.

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lebendig MKV₁ 6, MKV₂ VI und numerės MKV₁ 6, MKV₂ VI; ebenfalls erwähnenswert ist der Terminus griešnas. Verwendet werden auch die pronominalen Formen dieser Termini (gewöhnlich als Bestandteile zusammengesetzter Termini), z. B.: gyvųjų Sakramentai MKV₁ 67, MKV₂ 62, numirusiųjų Sakramentai MKV₁ 67, MKV₂ 62, prikėlimas iš numirusiųjų MKV₂ 23.

In den Katechismen werden zahlreiche syntaktische Varianten zusammengesetzter (meist zweigliedriger) Termini verwendet, die sich in der Reihenfolge ihrer Bestandteile unterscheiden, z. B.: Bažnyčia šventa MKV₁ 7, MKV₂ VIII, MKV₃ VIII – šventa Bažnyčia MKV₁ 6, MKV₂ 32, MKV₃ 32, Dorybė Dieviškoji MKV₁ 93, MKV₂ 91, MKV₃ 91 – dieviškoji dorybė MKV₁ 48, MKV₂ 41, MKV₃ 41, Mišios šventos MKV₁ 7, MKV₂ VII, MKV₃ VII – šventos Mišios MKV₁ 73, nusidėjimas svetimasis MKV₁ 92, MKV₂ 90, MKV₃ 90 – svetimasis nusidėjimas MKV₁ 92, MKV₂ 90, MKV₃ 90 usw. Wie ersichtlich, konkurrieren nahezu alle angeführten Varianten innerhalb desselben Katechismus. Zusammengesetzte religiöse Termini, deren Bestandteile in einer für das Litauische untypischen Reihenfolge stehen, sind wesentlich seltener. Somit ist die Reihenfolge der Bestandteile bei den meisten zusammengesetzten Termini korrekt.

Es fanden sich Fälle, in denen mehrere Schreibvarianten eines Terminus (oder seines Synonyms) verwendet werden, etwa bei kurzen und langen Vokalen: artymas MKV₁ 7– artimas MKV₂ VII, MKV₃ VII; bei Groß- und Kleinschreibung: Apsirijimas MKV₁ 8, MKV₂ VIII – apsirijimas MKV₁ 10, MKV₂ 76 – apsirijimas MKV₃ XI, Dangus MKV₁ 9, MKV₂ 93, MKV₃ 93 – dangus MKV₁ 5, MKV₂ 36, MKV₃ 36, Godulys MKV₁ 8, MKV₂ VIII, MKV₃ VIII – godulys MKV₂ 88, MKV₃ 88, Meilė MKV₁ 9, MKV₂ X, MKV₃ X – meilė MKV₁ 56, MKV₂ 49, MKV₃ 49, Tikėjimas MKV₁ 9, MKV₂ X, MKV₃ X – tikėjimas MKV₁ 14, MKV₂ 2, MKV₃ 2 usw. Bei vielen der angeführten Termini ist die Großschreibung eine stilistische Frage – großgeschrieben wird, was besonders heilig und für die Gläubigen wichtig ist und höchste Ehrfurcht verdient.

Litauische Termini und alte Lehnwörter

Die Varianten der religiösen Termini im gesamten untersuchten Mažojo katekizmo vaikeliams sowie die fehlende Festlegung und die Synonymie der Termini lassen sich dadurch erklären, dass die litauische religiöse Terminologie damals gerade vereinheitlicht wurde. Zwar standen neben solchen litauischen¹⁹ religiösen Termini wie atlaidai MKV₁ 44, MKV₂ 36, MKV₃ 36, atpirkimas MKV₁ 22, MKV₂ 12, MKV₃ 12, avinėlis „Christus“ MKV₁ 33, MKV₂ 23,

19 Alte Lehnwörter werden in diesem Artikel dem einheimischen Wortschatz zugerechnet, da ihre Fremdheit synchronisch bei vielen meist nicht mehr erkennbar ist (es gibt auch Fremdwörter, deren Fremdheit möglicherweise nicht mehr zu erkennen ist). Sie bilden einen sehr wichtigen Teil des Wortschatzes und gelten als normgerecht.

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MKV₃ 23, Gott MKV₁ 8, MKV₂ IX, MKV₃ IX, Geist MKV₁ 14, MKV₂ 3, MKV₃ 3, Begierden MKV₁ 64, MKV₂ 58, MKV₃ 58, Sünder MKV₁ 84, MKV₂ 81, MKV₃ 81, Erhebung MKV₁ 99, MKV₂ 98, MKV₃ 98, Segnung MKV₁ 37, MKV₂ 28, MKV₃ 28, Kreuzzeichen MKV₁ 5, MKV₂ 2, MKV₃ 2, Wasser MKV₁ 32, MKV₂ 22, MKV₃ 22, Teufel MKV₁ 12, MKV₂ 6, MKV₃ 6 usw.; daneben finden sich alte Lehnwörter, z. B.: Apostel MKV₁ 37, MKV₂ 28, MKV₃ 28 (poln. apostol), Kirche MKV₁ 29, MKV₂ 18, MKV₃ 18 (weißruss. бажніца, poln. bożnica), Fastenzeit MKV₁ 79, MKV₂ 75, MKV₃ 75 (weißruss. гавенне), Christ MKV₁ 39, MKV₂ 30, MKV₃ 30 (poln. chrześcijanin), Taufe MKV₁ 7, MKV₂ 37, MKV₃ VIII (altkirchenslaw. кръсть, vgl. auch poln. chrzest), Kreuz MKV₁ 13, MKV₂ 1, MKV₃ 1 (weißruss. крыж, poln. krzyż), Priester MKV₁ 33, MKV₂ 24, MKV₃ 24 (westgerm. kunig), Messe MKV₁ 64, MKV₂ 59, MKV₃ 59 (poln. msza), Pfarrei MKV₁ 7, MKV₂ VIII, MKV₃ VIII (weißruss. напафія, poln. parafia), Papst MKV₁ 39, MKV₂ 31, MKV₃ 35 (poln. papież), Gebete MKV₁ 53, MKV₂ 46, MKV₃ 46 (poln. pacierz), Paradies MKV₁ 19, MKV₂ 8, MKV₃ 8 (weißruss. рай, poln. raj), Satan MKV₂ 6, MKV₃ 6 (poln. szatan), Ostern MKV₁ 73, MKV₂ 68, MKV₃ 68 (weißruss. вялік (азень)), Wein MKV₁ 32, MKV₂ 22, MKV₃ 22 (weißruss. віно, poln. wino), Bischof MKV₁ 33, MKV₂ 24, MKV₃ 30 (poln. biskup, wiskup) usw. In allen Ausgaben des Katechismus von J. Laukaitis werden Fremdwörter verwendet, doch in den meisten Fällen wird versucht, sie zu ersetzen.

Internationale Wörter

Zu erwähnen ist, dass internationale Termini wie etwa Altar MKV₁ 95, MKV₂ 94, MKV₃ 94 (lat. altus, vgl. poln. ołtarz), Diakon²⁰ MKV₁ 39, MKV₂ 30, MKV₃ 30 (gr. diakonos), Epistel MKV₁ 98, MKV₂ 97, MKV₃ 97 (lat. epistola < gr. epistolē), Evangelium MKV₁ 32, MKV₂ 22, MKV₃ 22 (poln. ewangelia < gr. euangelion), Katholik MKV₁ 13, MKV₂ 1, MKV₃ 1 (lat. catholicus < gr. kathолikos, vgl. poln. katolik), Katechismus MKV₁ 24, MKV₂ 14, MKV₃ 14 (lat. catechismus < gr. katēchismos), Kommunion MKV₁ 66, MKV₂ 60, MKV₃ 60 (lat. communio, vgl. poln. komunia), Hostie MKV₁ 99, MKV₂ 98, MKV₃ 98 (lat. hostia), Psalm MKV₁ 100, MKV₂ 100, MKV₃ 100 (gr. psalmos, vgl. poln. psalm), Sakramente MKV₁ 25, MKV₂ 14, MKV₃ 14 (lat. sacramentum) usw. bleiben unverändert. Es wurde ein Beispiel gefunden, in dem das recht seltene internationale Wort ministrantūra (lat. ministrans, Gen. ministrantis) auf einfache Weise erklärt wurde—

20 Heute – Diakon.

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für die Leser des Katechismus mit einem verständlicheren zusammengesetzten Begriff: Ministrantendienst oder Dienst bei der heiligen Messe MKV1 95 – Ministrantendienst oder Dienst bei den heiligen Messen MKV2 94, MKV3 94. J. Laukaitis war demnach kein Vertreter eines extremen Purismus. Vielleicht hielt er sich an J. Jablonskis Normierungsprinzipien: Normiert, das heißt ersetzt, werden müssen nur eindeutige Fremdwörter; etablierte und verbreitete Wörter fremder Herkunft, die das Sprachsystem nicht beeinträchtigen, ebenso wie Internationalismen müssen nicht ersetzt werden (Jablonskis 1935: 307–308; Palionis 1959: 19–25; Piročkinas 1977: 102–105). Internationalismen werden für den religiösen Wortschatz benötigt, wenn es keine einheimischen Entsprechungen gibt und die betreffenden Begriffe auf der Grundlage des Kirchenlateins benannt werden.

Obwohl im Kleinen Katechismus für Kinder Fremdwörter nicht konsequent beseitigt wurden, sind die allgemeinen Grundsätze für die Normierung religiöser Termini (insbesondere sprachliche Reinheit, Orientierung an der lebendigen Sprache und Korrektheit) doch recht deutlich erkennbar. Pater J. Laukaitis, der kein Fachlinguist war, beurteilte den Gebrauch von Entlehnungen recht professionell.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Juozas Laukaitis war einer der bedeutendsten und aktivsten Erneuerer und Förderer der litauischen Kirchensprache zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie Schöpfer und Normierer der litauischen Standardsprache und ihrer religiösen Terminologie; als Erster setzte er sich für eine Reform der Gebete und ihre Litauisierung ein. Er bereitete drei Ausgaben des Kleinen Katechismus für Kinder vor und veröffentlichte sie. Aus ihnen wurden etwa 600 unterschiedliche ein- und mehrgliedrige religiöse Termini – Einworttermini machen nahezu ein Drittel aus – sowie deren Synonyme und Varianten erfasst.

In allen Ausgaben des Katechismus werden genuin litauische religiöse Termini verwendet: Gott, Geist, Teufel usw., aber auch Fremdwörter, für die es damals keine Entsprechungen gab oder deren Fremdheit möglicherweise nicht erkannt wurde: almužna, aniolas, arkan(i)olas, čyščius, čystata, dušia, grabas, griešnas, karunka, pakūta, šliūbas usw. Viele Termini werden synonym gebraucht: Opfergabe – Opfer, Beichte – spaviednis, Sündigung oder Sünde – griekas, Strafe – kora, Gnade – mylista, Tod – smertis, Geheimnis – tajemnyčia, Hölle – pekla usw.; dabei wird gewöhnlich dem litauischen religiösen Terminus der Vorzug gegeben. Die Läuterung der religiösen Terminologie durch J. Laukaitis lässt sich als übergreifende Hauptrichtung der terminologischen Normierung in diesem Katechismus ansehen.

Die Ausgaben des Kleinen Katechismus für Kinder weisen zahlreiche orthografische und syntaktische Varianten auf. Ihr Vorhandensein bezeugt ebenso wie die Synonymie, dass die religiöse Terminologie noch immer im Entstehen und in der Bearbeitung begriffen war.

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Die Entwicklung einer litauischen religiösen Terminologie, die Verbesserung der Termini und die Suche nach dem für einen Begriff am besten geeigneten Wort sind eine lange und sorgfältige Arbeit, die Pater J. Laukaitis recht erfolgreich geleistet hat. Dabei ging es nicht nur um die Normierung der religiösen Terminologie, sondern auch um die der sich herausbildenden litauischen Standardsprache.

ŠALTINIAI

MKV1 – Mažasis katekizmas vaikeliams, prisiruošiantiems į pirmą išpažintį ir šventą Komuniją. Išdavė kun. J. Laukaitis. Vilnius: Juozapo Zavadzkio spaustuvė, 1905 (antraštiniame lape 1904). – 105 p.

MKV2 – Mažasis katekizmas vaikeliams, prisiruošiantiems į pirmąją išpažintį ir šventąją Komuniją. Išleido kun. J. Laukaitis. Antrasai išleidimas. Seinai: Laukaičio ir B-vės spaustuvėje, 1907. – 115 p.

MKV3 – Mažasis katekizmas vaikeliams, prisiruošiantiems į pirmąją išpažintį ir šventąją Komuniją. Išleido kun. J. Laukaitis. Trečiasai išleidimas. Seinai: Laukaičio ir B-vės spaustuvėje, 1914. – 115 p.

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Gauta 2009 06 15

A. RIMKUTĖ. Kunigo Juozo Laukaičio Mažojo Katekizmo vaikeliams religijos terminų norminimas

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STANDARDISING RELIGIOUS TERMS IN PASTOR JUOZAS LAUKAITIS’S CATECHISM MINOR FOR CHILDREN

S u m m a r y

At the beginning of the 20th century Juozas Laukaitis (1873–1952) was among those outstanding figures who cherished the Lithuanian church language and who was very much concerned about standardising Lithuanian religious terms. He was chair of the so-called Prayer Commission and one of the first to take care of the language of prayers and to promote their Lithuanian version.

The paper aims at discussing the terms and their evolution in the three editions (1904, 1907 and 1914) of J. Laukaitis’s Catechism Minor for Children (Mažasis katekizmas vaikeliams). The paper also aims at identifying principles and criteria of standardising religious terms, evaluating amendments made in catechisms published almost one hundred years ago in reference to standard Lithuanian.

From the three editions of the Catechism there were about 600 different one-stem (almost one third of all terms) and compound religious terms, their synonyms and variants collected. All editions contained some Lithuanian religious terms, e.g. Dievas (‘God’), duona (‘bread’), dvasia (‘spirit’), Kraujas (‘blood’), Kūnas (‘body’), našlė (‘widow’), Sūnus (‘son’), vanduo (‘water’), velnias (‘devil’), žaltys (‘grass-snake’) etc., some borrowed terms which had no equivalents at the time or their foreign origin might have been overlooked, e.g. almužna (‘alms’), aniolas (‘angel’), arkaniolas (‘archangel’), čyščius (‘purgatory’), čystata (‘chastity’), dušia (‘soul’), grabas (‘coffin’), griešnas (‘sinful’), karunka (‘canticle’), pakūta (‘repentance’), šliūbas (‘wedding’), veselija (‘marriage’) etc. Most terms were used synonymously, e.g. auka – apiera (‘offering’), išpažintis – spaviednis (‘confession’), nusidėjimas or nuodėmė – griekas (‘sin’), bausmė – kora (‘punishment’), malonė – mylista (‘mercy’), mirtis – smertis (‘death’), paslaptis – tajemnyčia (‘secret’), pragaras – pekla (‘hell’), pasaulis – svietas (‘world’), teismas – sūdas (‘trial’), viltis – nodieja (‘hope’) etc. (preference was usually given to the Lithuanian term).

The standardisation of religious terms by J. Laukaitis could be treated as the most general approach to standardising the terms of the field. Spelling and syntactic varieties of the terms as well as their synonyms found in the three editions of the Catechism Minor for Children suggest that religious terms were still rather inconsistent.

AUŠRA RIMKUTĖ

Lietuvių kalbos institutas

P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius

[email protected]

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KALBOS KULTŪRA | 82

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